Adventskalender 2015 – 08. Dezember

von Hans – Willi Herrmann

Die Wave One Gold Instrumente habe ich letzte Woche hier erwähnt.
Als Newcomer 2015, der es geschafft hat, sich in der Praxis zu etablieren.
Einen Stammplatz zu erobern.
Regelmäßig eingesetzt werden.

Wenn diese Kriterien dazu herangezogen werden, sich hier eine Erwähnung in dieser Rubrik zu sichern, dann hat es das nächste Gerät auf jeden Fall geschafft.
Weil es nämlich, seit März, seit der IDS 2015, in jedem einzelnen Endo- Fall bei uns in Verwendung ist.

Augenfälliges Design- Merkmal – Es ist kabelos.
Und damit (nachdem mit dem Maillefer XSmart iQ / VDW Connect Drive wir nun über ein akkubetriebenes Reciproc- Winkelstück verfügen) das letzte fehlende Puzzleteil, ergonomisches Endodontie-Arbeiten unter dem Dentalmikroskop betreffend.

https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2015/03/meta_genesys-1.jpgDie Rede ist von Meta Biomeds Genesys– Backfill- Gerät. Erste Erfahrungen gabs hier.

Und in diesen Beiträgen ist schon viel gesagt worden, die Beweggründe betreffend, warum ich als alter Hase mich überhaupt auf einen Newcomer eingelassen habe, und wie das Gerät sich in der Praxis bewährt hat.

Daher hier – am Ende des Jahres- nur ein kurzes Fazit, den nun schon 8 Monate währenden Test betreffend.

Einwandfrei.
Keine Beanstandungen bislang.
Eventuelle Befürchtungen, Heizverhalten und Akkukapazität betreffend, haben sich nicht bewahrheitet.

Und ergonomisch mit Abstand besser als alles andere, was es bisher gab.
Kein lästiges Aufbauen, keine Kabel, die im Weg hängen und zur Benutzung von der Assistenz aus dem Weg gehalten werden müssen.

Es macht Spass, damit zu arbeiten.
Mein Rat: Wer gegenwärtig ein neues Backfill- Gerät benötigt, der sollte sich auf jeden Fall das Meta Biomed Genesys Backfill anschauen, bevor er eine Kaufentscheidung trifft.

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät sowie 10 Kartuschen kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Weitere Kartuschen wurden von mir käuflich erworben.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

elements free

von Oscar von Stetten
Sybron_KL-1Es war schon länger im Gespräch – die kabellose Obturations-„Einheit“ von Sybron. Anfang des Jahres 2014 gab es auch eine offizielle Ankündigung für uns Opinion Leader. Mitte des Jahres würde es die ersten Testgeräte geben. Es wurde November. Normal. Kleinigkeiten, die erst auffallen, wenn die Geräte ausserhalb des Entwicklungslabors in Gebrauch sind.
Ich war sehr froh das zu hören, denn kabellos ist für mich gleichbedeutend mit „ergonomisch“. Deswegen bin ich froh, sowenig wie nur möglich kabelgebundene Geräte handhaben zu müssen.

Dann kam es. Der Look: stylish. Ein bisschen Apple-like. Weiss, hochglänzend. Wie sich der Kunststoff nach Jahren der Desinfektion und des Gebrauchs aussehen wird, kann man nicht sagen.

Angeschaltet, die Akkus waren zumindest für einen kleinen Test noch ausreichend geladen. Die Displays sind gut ablesbar, die Einstellung denkbar einfach. Tipp: der Heatcarrier erreicht die Temperatur SEHR schnell. Man sollte nicht, wie ich, den Finger dranhalten, aber das ist eine andere Geschichte. Und er hat den alten Aktivierungsring vom originalen System B bekommen. Der auch noch stylish blau leuchtet. Ein kleiner Nachteil ist die hohe Empfindlichkeit des Ringes. Aber nur am Anfang, man gewöhnt sich schnell daran. Wenn man von der kabelgebunden Obturation Unit kommt, ist das wirklich eine Umstellung, da der Aktivierungsknopf der Elements Obturation doch stärker und vor allem genauer gedrückt werden muss. Man gewöhnt sich im täglichen Arbeitsablauf doch recht schnell dran. Neueinsteiger werden keine Probleme damit haben.

Die Extrudereinheit kommt klein und gut ausbalanciert daher. Die üblichen Kartuschen von SybronEndo passen ohne Probleme und werden auch gut fixiert. Das Display ist auch hervorragend ablesbar und die Einstellung einfach. Es wird eine Ladestation mitgeliefert, in die die Geräte nach Gebrauch zum Laden eingestellt werden. Die Heizleistung ist auch in Ordnung, bedenkt man dass das Gerät, so gross wie ein kabelloses Endohandstück, eine Kartusche GP auf 220° heizen muss. Zum Aktivieren des Extruders ist ein Knopf vorhanden, kein Ring. Damit muss das Gerät zwingend korrekt an den Behandler übergeben werden und zusätzlich muss die Kartusche korrekt einleget worden sein, d.h. die Spitze sollte schon mal Richtung des Zahne zeigen. Die Kartuschenspitze ist zwar drehbar, dreht man jedoch zu viel, fällt die Kartusche einfach aus dem Gerät oder aber rutscht aus den Sicherungen und wird vom Kolben herausgedrückt. Auch das ist Übung und wenn man die Elements Obstration gewöhnt ist, bedeutet das keine Umstellung.

Beide Geräte haben auch eine akustische Signalisierung, die allerdings wie ein erkältetes Tamagochi klingt und am Anfang zu viel Gelächter geführt hat. Man kann es ja auch einfach stumm schalten….

So weit, so gut. Die erste WF stand an und nach anfänglichen oben erwähnten Problemchen klappte es sehr gut. Doch dann: die Batteriewarnung leuchtete am Extruder. Nach einer Molaren-WF. Die Akkus lassen sich zwar einfach austauschen, es sind keine Hindernisse wie bei anderen Geräten eingebaut, aber das kam dann doch überraschend. Akkus benötigen mehrere Ladezyklen, um die volle Kapazität zu erreichen. Nach einer Wochen Nutzung hielt unser Extruder dann 3 volle GP-Kartuschen durch, das reicht für eine Weile. Und seien wir ehrlich, 3 Kartuschen sind eine Menge Guttapercha, die man wohl nur selten in einer Sitzung hintereinander braucht.

Es gibt noch ein System auf dem Markt welches vergleichbar wäre, die Alpha und Beta von B&L. Der Heatcarrier ist sicher miteinander vergleichbar, denn ein Gerät welches eine Metallarbeitsspitze auf Temperatur bringt ist kein Hexenwerk. Bei der Pistole ist die Vergleichbarkeit schwierig. Beides hat seine Vorteile und auch Nachteile. Ich persönlich komme mit den Pistolen nicht zurecht. meine Handhaltung dafür ist einfach nicht ergonomisch genug und ich hatte Probleme im Seitenzahnbereich die Pistole halbwegs vernünftig in den Zahn zu führen. Dosierten Druck anschliessen zu applizieren war dann noch eine andere Geschichte. Vielleicht bin ich auch zu sehr die Elements Obstration Unit gewöhnt, aber ich empfinde es als ungemein angenehm, nur einen Knopf drücken zu müssen anstatt aktiv dosiert Kraft auszuüben und den Applikator präzise in einen Kanal zu halten. Für mich DER grösste Vorteil.

Ein Nachteil des maschinellen Extruders, der immer gerne angeführt wird: ich kann immer nur Guttapercha benutzen. Und dann auch nur von einem Hersteller. Spielt für mich in meiner Umgebung keine Rolle, da ich ausser Guttapercha kein anderes WF-Material verwende. Bei Sybron bekomme ich die Mischungen light body, heavy body und regular body. Das reicht mir. Der höhere Preis der Kartuschen? Dafür habe ich keinen Ärger und gleichbleibende Konsistenz. Jetzt wieder. Aber das ist ein anderes Thema.

Bei dem B&L-Gerät sollen sich in letzter Zeit zudem vermehrt Risse in der Plastikverschalung gebildet haben, das hört man zumindest von Kollegen. Nach 6 Monaten. Und Austausch brachte wohl auch keine deutliche Verbesserung. Kein Gerät ist perfekt, das ist keine Frage! Für welches man sich entscheidet ist Geschmacks- und Workflowsache.

Fazit bisher: Ich mag es, meine Assistenz hat sich dem Sybronverteter in den Weg gelegt als er das Muster abgeholt hat weil sie so begeistert war vom den Gerät und der Erleichterung des Handlings bei der WF.

Werde ich es mir holen? Ja, sehr wahrscheinlich. Alleine schon, um meiner Assistenz die Erleichterung zu gönnen.

Adventskalender 2012 (2): B & L Alpha


von Hans – Willi Herrmann

Ich gebs zu, ich war zunächst skeptisch, denn mit vergleichbaren Akkugeräten hatte ich bislang keine herausragenden Erfahrungen gemacht.

Aber ich benutze das B + L  Alpha nun lange genug (knapp 2 Jahre), um sagen zu können, dass es

  • absolut zuverlässig war bis heute,
  • wunderbar funktioniert und sehr gut in der Hand liegt
  • sein Handling unter dem Dentalmikroskop hervorragend ist
  • immer noch die erste Akkuladung aufweist
  • und trotzdem nicht schlappmacht.

Auch die Spitzenansätze halten lange.
Für mich ein sehr, sehr gutes Gerät, dessen Kauf ich nicht bereut habe und das ich keinen einzigen Tag missen möchte.

Von mir  gibts dafür 5 Wurzelspitzen.

B&L SuperEndo Alpha

von Hans – Willi Herrmann

Christoph Kaaden hat schon hier und hier darüber geschrieben, kurz nachdem er von einem Vortrag aus Südkorea das B & L SuperEndo Alpha mit nach Deutschland brachte.

Mittlerweile ist das  Gerät, eine kabellose, akkubetriebene „System B“ – Modifikation für die warme Wurzelkanalfüllung,  in Deutschland (z.B. bei ADS, Vaterstetten) erhältlich.
Seit ein paar Wochen verwende ich dieses in der Praxis – und habe großen Spass damit. Zum ersten Mal mit einem akkubetriebenen „System B“ – Gerät und das will was heißen, denn ich habe bereits 4 Vorgänger – Generationen kabelloser „Guttapercha – Lötkolben“ ausprobiert und bislang keines derer für so gut befinden können, dass ich von meinen kabelgebundenen Geräten abgekommen wäre. Am besten hatte sich das ( nicht mehr im Handel befindliche) Hufriedy Downpak geschlagen, war aber ebenso wie die beiden anderen Geräte (EndoTwin und Meta von 2008)  gegenüber dem Goldstandard „System B“ oder seinem „Elements“- Nachfolger mit so vielen Nachteilen behaftet, dass ein Kauf für mich nicht in Frage gekommen wäre.

Jetzt ist das anders.
Das B & L Alpha liegt gut in der Hand, tut einwandfrei seinen Job, liefert auf den Punkt immer genügend Hitze,  es nervt kein Kabel, was unter dem Dentalmikroskop ein riesiger Vorteil ist und auch die Verwendung in mehreren Zimmern ist dank Akkubetrieb kein Problem.
Apropos Akku. Natürlich wissen wir nicht, wie sich dieser im Langzeittest schlägt, ich kann also nur vermelden, dass bislang alles unauffällig, sprich einwandfrei, funktioniert, wäre aber angesichts des tollen Handlings bereit, es auf eine Probe aufs Exempel ankommen zu lassen. Und eine Marginale am Rande: Das Gerät gefällt durch sein schönes Industriedesign, es wäre zu wünschen das andere Hersteller dem Formfaktor die gleiche Bedeutung beimessen würden.

Mein Fazit:
Müsste ich mich heute für einen „System B“ – Lötkolben entscheiden, ich würde das B & L SuperEndo Alpha kaufen. Ohne Wenn und Aber. Und ich bedaure schon jetzt den Tag, an dem ich das Testgerät zurückgeben muss.