Hätten Sie es gesehen? (2)

von Ostidald Wucker

Der Fall wurde hier vorgestellt.

Auf Grund der vorliegenden DVT Aufnahmen waren wenige Überraschungen in der Behandlung zu erwarten.

Trotz Anästhesie gab der Patient ein Schmerzgefühl an. Dies war bereits früher aufgefallen. Auf Kälte und elektronische Reize gab der Patient immer eine positive sensible Reaktion an.
Wir führen dies auf den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Pulpa/Wurzelkanalsystem) zurück, der Druckveränderungen schnell weiterleitet. Die Sensibilität war mit der Trepanation der Pulpakammer verschwunden.
Nach dem Gestalten der Zugangskavität war ein relativ lange Sekret-, richtiger Exsudatabsaugung (30 Minuten) notwendig.

Die Aufbereitung erfolgte bis #60.04 unter aktiver ultraschallgestützter Spülung mit Natriumhypochlrit und Zitronensäure. Es wurde Ca(OH)2 (Ultracal XS) eingebracht.

In der nächsten Sitzung wurde nach einer abschließenden Desinfektion mit Natriumhypochlorit der Zahn apikal mit ProRoot MTA verschlossen. Zur besseren Kontrolle  des Plugs haben wir nach einem Hinweis von Stefan Verch mit einem individualisierten Guttaperchastift und nicht mit einer Papierspitze, bzw. Plugger gearbeitet. Die Bewegung konnte in meinen Händen besser kontrolliert werden und eine apikale Überpressung ließ sich durch eine entsprechende Längenmarkierung vermeiden. Das apikale Foramen war nicht einsehbar.

Im ersten Recall nach 3 Monaten war eine Heilungstendenz erkennbar und lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen.

4 Gedanken zu „Hätten Sie es gesehen? (2)

  1. Ich bin immer wieder angetan von der hohen Qualität der Beiträge in diesem Blog – nicht nur bezogen auf die offensichtlich hochwertige Behandlung, sondern auch bezogen auf das dahinterstehende Wissen – und bezogen auf die Sprache. Darf ich hier zur Qualitätssicherung anmerken, dass Sekretion eine aktive Leistung spezialisierter Zellen ist? Mir ist durchaus klar, dass, sobald unser Körper Flüssigkeit absondert, diese Bezeichnung Land ein Land aus zu hören ist, aber das macht sie nicht richtiger in Situationen wie dieser. Kann ich Sie von der Verwendung des Begriffs „Exsudat“ überzeugen?
    Mit besten Grüßen
    Yango Pohl

        • Hallo Jörg,
          ich soll viele Grüße von Ostidald ausrichten. Die Guttapercha, das ist meine eigene Erfahrung, nimmt keine Feuchtigkeit auf und dadurch bleibt die ausgemessene Länge konstant. Gleichzeitig ist die Gutta flexibler ohne die Gefahr abzuknicken. Probier es mal.
          Herzliche Grüße
          Olaf

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