Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört.

von Bodald Necker

Dieses Röntgenbild wurde mir zugeschickt mit der Frage:
„Was ist das in dem Kanal?“

Vorgeschichte:
Der Patient war zur Wurzelkanalbehandlung an Zahn 21 im deutschsprachigen Ausland. Der Patient bemerkte während der Behandlung ein relativ lautes Knacken, welches vom Behandler aber nicht kommentiert wurde.
Nach einiger Zeit fing der Zahn an zu schmerzen. Ein Kollege im Inland war nun nach Wohnortwechsel mit der weiteren Behandlung des Zahnes betraut.
Versuch der Revision scheiterte an einer Blockade im mittleren Kanaldrittel.
Rückfrage beim Vorbehandler bezüglich des eingebrachten Materials (metalldichte Verschattung) brachte nichts, ausser der Bemerkung:
„Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört. Ich habe die Wurzelbehandlung ordentlich gemacht, der Zahn geht mich nichts mehr an.“

Jetzt kommt das Röntgenbild zu mir mit der Frage, was das sein könnte.

Apikal zeigt sich leicht extrudiertes Material, sowie eine kleine Osteolyse, evtl. auch eine geringe Resorption/Lyse der Wurzelspitze. Und eben eine metalldichte Verschattung im mittleren und unteren Kanaldrittel, bei der es beim Überweiser kein Durchkommen gab (soviel ich weiss, kamen dort weder Bohrer, US, noch chemische Mittel zum Einsatz).

LeMa1

Ich leite die Frage an Sie weiter.

Was ist das in dem Kanal?

Take Our Poll

2 Gedanken zu „Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört.

  1. Das Röntgenbild ist… Naja. Es könnte bei der Aufnahme gebogen gewesen sein. Damit sind Beurteilungen der Form des Objektes ausgesprochen schwierig bis unmöglich. Auch der Kontrast scheint nicht optimal.
    Die Formgebung an der Spitze (apikales Ende) des Objektes lässt an einen konfektionierten Stift denken, die leichte Biegung und die nicht geradlinig verlaufenden seitlichen Begrenzungen sprechen dagegen, können aber durch die oben genannte Problematik der Röntgentechnik bedingt sein.
    Als klassisch “metalldicht“ würde ich die Verschattung nicht bezeichnen, dazu ist sie zu wenig “dicht“. Amalgam scheidet daher aus, ebenso Stahl, Silber, Gold. Als Metall kommt meines Erachtens lediglich Titan in Betracht.
    Möglich sind Materialien wie Glasfaser, aber auch Keramik.
    Das laute Knacken während der Behandlung könnte auf ein Kürzen eines solchen Stiftes oder das Abbrechen einer Einbringhilfe hindeuten.
    Unter der Annahme einer unteroptimalen Röntgenaufnahme bei gebogenem Film gehe ich derzeit von einem konfektionierten Keramikstift aus.

Kommentar verfassenAntwort abbrechen