von Ronald Wecker
Die Entfernung frakturierter Instrumente, die unglücklicherweise auf voller Länge im Kanal verbliebenen sind, ist bei Instrumenten die über eine effiziente Schneidengeometrie verfügen besonders kniffelig.
Zur Entfernung dieser auf voller Arbeitslänge frakturierten fabrikneuen Mtwo 10/04 wurde im Vorfeld der Behandlung ein präoperatives DVT erstellt. Dabei wurde deutlich, dass nur der MB eine Krümmung in allen Ebenen des Raumes vollführte.
Aufgrund der Schneidengeometrie und der Länge des Instrumentes schied ein „Zugversuch“ als Entfernungsmethode von vornherein aus. Auch ein rein ultraschallunterstützter Versuch erschien nicht besonders erfolgsversprechend und ist zudem mit dem Risiko einer erneuten Fraktur des sehr grazilen Instrumentes verbunden.
Nach Entfernung des den Instrumentenkopf umgebenden Wurzelfüllmaterials mittels Endosonore-Feile wurde zunächst das Fragment in Richtung des gedachten Isthmus zu ML hin freigelegt.
In der Folge gelang es den koronalen Teil des Instrumentes aus der Verbolzung zu lösen. Um eine mit dualhärtenden Komposite gefüllte Hohlkanüle der Dimension Gauge 18 sicher über den freigelegten Instrumententeil führen zu können, wurde das Instrument mittels eingeklemmten Microopener von der bukkalen Kanalwand wegbewegt.
Anschliessend wurde die Zugangskavität mit NaOCl geflutet und die Kanüle ohne großen Zug gegen den Uhrzeigersinn gedreht.
Beim ersten Versuch löste sich die eingeklebte Kanüle nach einer Vierteldrehung vom Fragment. Erst der zweite Versuch gelang und das Instrument konnte vollständig aus dem MB entfernt werden. Das Foto des Fragmentes zeigt, dass auch ein wenig Glück dabei gewesen war, denn die unteren 3 mm der Feile wiesen deutliche Spuren von Verwindung auf.
Nach Erlangung von Patency wurden die kommunizierenden Kanäle MB und ML mit CaOH2 gefüllt und der Zahn temporär verschlossen. Spannend wird sein, das noch in ML befindliche kleine Instrumentenfragment darzustellen und hoffentlich zu entfernen. Über den Zustand nach Obturation und das Röntgen-Recall wird an dieser Stelle berichtet werden.

Lieber Ronald,
ein wirklich wunderbar gelöster Fall.
Wie lange wird nach Applikation des Kompositematerials gewartet bis Ihr weiterarbeitet ?
Noch zum Zugversuch zwei Worte. Die Schlaufentechnik und die Drähte die ich momentan anwende, eignen sich auch zum “ Ausschrauben „.
Selbst durch Torsionsfrakturen in Zahn verbliebene , fest sitzende Fragmente können mit der Schlaufe rotierend aus dem Kanal geschraubt werden.
Danke für das Einstellen dieses schönes Falls.
LG Nils
Das Warten ist in der Tat das Schwierigste. 4-5 Minuten.Sagt Ronald.
Hast Du Bilder Deines Vorgehens die Du einstellen kannst? Wann wird es das Schlaufegerät geben?
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo,
ich gehe immer einen Kaffee trinken :-)
Viele Grüße Jacqueline
Toller Fall, Ronald!
Das Warten ist das Schwierigste? Also DAS hätte ich jetzt nicht vermutet… ;-) Der Tipp von Jaqueline ist gut, aber 4-5 Minuten reichen eigentlich nicht ganz für einen Kaffee, höchstens für ein, zwei Schlucke…
Beste Grüße
Haya
Liegt an Herrn Weckers Persönlichkeitsprofil. ;)) Und dem Umstand, dass er in der Praxis so gut wie nie Kaffee trinkt.
Ich warte eher 10-15 min. Jacqueline
Hallo,
Schlaufe funktioniert bei mir recht gebastelt (nach B. Briseno), kurze, dickere Spülkanüle (Massereiche ich gerne nach), KFO-Draht, den Draht als Schlaufe durch die Kanüle fädeln, die zwei Enden durch die Auslassöffnung, dann die Luerlock auf eine kleine Spritze (bei mir 2ml) schrauben, den Stempel vorher entfernen, Kanüle nach Bedarf biegen, Schlaufe hinten an der Spritze auf benötigte Grösse zuziehen, Schlaufe über das Fragment schieben, mit einem Nadelhalter durch Drehung zuziehen und Spritze herausziehen.
Funktioniert auch sehr gut bei Silberstiften.
Drehen habe ich allerdings noch nicht versucht, stelle ich mir allerdings auch nicht so einfach vor, da imho meist der Platz für eine Drehung nicht ausreicht, dafür jedes Mal die Schlinge umzusetzen halte ich für sehr umständlich.
Haben Sie Bilder dazu, Herr Pittrof? Wäre interessant zu sehen.
Herzliche Grüße
Jörg Schröder
Noch nicht, Düsseldorf überschüttet mich derzeit mit Arbeit, sobald ich dazu komme werde ich gerne Bildmaterial zur Verfügung stellen.
Grüsse zurück
Marcus Pittrof
Prima, vielen Dank.