Aus 7 mach 13

von Bodald Necker

Wieder einmal kam der Patient zur „01“.

Ich muss gestehen, ich warte schon immer auf ihn, um die Haltbarkeit bzw. den Verschleiss der Kompositfüllung an seinem 16 zu dokumentieren.
Vor kurzem war es wieder soweit.

Der erste Artikel zu dieser Füllung ist hier.

Weitere Bilder der Füllung im Laufe der Jahre sind hierhier und hier zu sehen.

Hier nun der aktuelle Zustand der Kompositfüllung, die bereits vor fast 13 Jahren gelegt wurde.

Meine Prognose: Die hält noch länger ;-)

Warum hält diese Füllung (wie auch andere Füllungen) dann doch länger als von einem, der es eigentlich wissen muss, prognostiziert wurde?

Es sind einige Gründe dafür:

  1. Der Patient putzt seine Zähne regelmässig (er ist nicht Held der Mundhygiene, aber bestimmt im oberen Drittel mit dabei). Und alle die hier mitlesen und vom Fach sind, wissen, dass dies leider in Deutschland immer noch nicht überall Standard ist.
  2. Er ist vollbezahnt. So kann sich der normale Verschleiss der Zähne auf die maximale Fläche verteilen, und jeder einzelne Zahn wird so wenig wie möglich verschlissen.
  3. Die Füllung ist nicht überextendiert, wenn auch an der Obergrenze. Sowie auch die anderen Zähne nicht mit übergrossen Kunststoff-Füllungen versorgt sind.
  4. Es ist keine quick n‘ dirty Füllung.
    Karies wurde vollständig entfernt, Präparationsrichtlinien wurden befolgt, Kavität wurde nach Vorschrift konditioniert und mit Seitenzahnkomposit gefüllt.

 

Allerdings, wenn eine Amalgamfüllung nach Richtlinien und lege artis gelegt wird, wird diese unter Umständen doch noch viel länger halten.

Die nächste Welle (I) – drüber – Abschluss

Von Ronald Decker

Heute das Update zu diesem „drüber“-Fall.

Zunächst möchte ich Ihnen noch den Desktop-Mittschnitt des präoperativ angefertigten DVTs zeigen. 

Als Nebenbefund zeigt auch Zahn 15 eine apikale Osteolyse bei insuffizienter endodontischer Vorbehandlung.

Heute erfolgte schließlich die Wurzelkanalfüllung bei vollkommen abgeklungenen (Schmerz)Symptomen. Nach dem apikalen Guttapercha&Sealer Downpack folgte ein Glasfaserstift sowie eine Kompositfüllung.

Prä-op vs Post-op

Die zukünftigen Nachuntersuchungen müssen die Nachhaltigkeit der Behandlung noch belegen….

 

They just fade away – Garrison die Dritte

von Christian Danzl

Von den Garrison 3-D Matritzen wurde hier schon berichtet. Auch über die Möglichkeit, weit offene Approximalräume wieder ordentlich mit Komposit zu versorgen. Inclusive strammem Kontakt.
Wie aber schon früher beschrieben ist die Verbindung von hartem Kunststoff zum weichen Material an den Arbeitsenden dem Praxisalltag nur bedingt gewachsen. Schon nach wenigen Sterilisationsvorgängen löste sich die Verbindung der beiden Kunststoffe schleichend, was durch weitere Aufenthalte im Autoklaven zum Totalverlust der Verbindung führte. Leider.

Man kann die Spannringe zwar noch einsetzen, aber der Approximalraum wird nicht mehr sauber gestaltet und für einen strammen Kontakt muss man ein wenig tricksen.
Schade eigentlich.

Sie läuft und läuft und läuft…

von Christian Danzl

Weil sich in letzter Zeit die Einträge über Polymerisationslampen häufen, hier unsere (zugegeben ziemlich alte) Lösung.
Optilux Demetron 401.
Seit 15 Jahren.

Ohne Verluste.

Lichtleistung ist gut, Gehäuse äußerst robust, obwohl nach einigen Abstürzen Risse im Kunststoffgehäuse zu erkennen sind.

Allerdings ist es nicht so, dass es hier nur Vorteile gibt.

  1. Die Polymerisationslampe ist unhandlich groß und ist mit einem dicken schweren Kabel mit dem Steuergerät verbunden. Das Steuergerät enthält das Netzgerät und dort wird auch die Polymerisationszeit eingestellt.
  2. Innen sitzt hinter einem bichromatischen Filter eine 90 W – Halogenlampe, und die will gekühlt sein – und das ist laut.
  3. Der Lichtleiter ist dick und hat nur eine Kröpfung von 60°, was eine Polymerisation im Molarenbereich nicht begünstigt – bringt allerdings viel Licht.

Aber sie läuft und läuft und läuft.

5 Lampen sind in meiner Praxis im Einsatz, jede braucht ca. 1-2 Jahre eine neue Halogenlampe.

Ausser wenn sie mal wieder runterfallen, dann vielleicht eher.

Keine der Lampen war je zur Reparatur.

Und deshalb sei die Frage erlaubt, ob das Neue wirklich immer das Bessere ist.
Ich würde wechseln.

Aber solange meine Lösung funktioniert, ist mein Leidensdruck, auf eine eventuell wesentlich fehleranfälligere Lösung umzusteigen, extrem gering.

Gebrochen-Gefüllt-Gezogen

von Christian Danzl

Heute stellte sich ein altbekannter Patient in der Praxis wieder vor.
Er ist uns nachhaltig in Erinnerung, weil die Zahnextraktion bei ihm bisher immer schwierig war.
Jeder kennt solche Patienten, bei denen die Zähne deutlich fester im Kiefer sitzen als bei anderen Patienten.
Standardszenario: meistens Fraktur der Wurzel oder die Krone zerbricht in Einzelteile, wenn der Druck der Zange zu groß wird.
Also „Aufklappen“ oder „Ausgraben“.
Unser Patient kam vom Notdienst.

Diagnose: Längsfraktur.
Der Zahn wurde trepaniert und mit Ledermix ruhig gestellt.

Die Fraktur war auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Also Kofferdam drauf und die Wände der Trepanationsöffnung saubergebohrt.
Tatsächlich: Langsfraktur.

Der Zahn war durch die Trepanation geschwächt, mesial und distal war ein Längsriss in der Wurzel, das roch schon nach berstender Krone und somit nach Aufklappen….

Kurzerhand habe ich die Trepanationsöffnung gesäubert, mit „iBond“ konditioniert und eine adhäsive Kompositfüllung gelegt, um die Zahnkrone zu stabilisieren (auf die Modellation einer gnathologischen Kaufläche habe ich großzügig verzichtet).

Für einen Oberkiefer-Prämolaren mit Knochenabbau war er wirklich ein harter Brocken – aber er ist nicht zerborsten.
Ob die Stabilisierungsfüllung das Bersten der Krone verhindert hat, weiss ich nicht.
Jedenfalls hatte ich beim Ziehen mit der Zange ein deutlich sichereres Gefühl.

Teilmatritzen – Update

von Oscar von Stetten

Auf der stetigen Suche nach Detaillösungen für schwierige Situationen fiel mir der neue Ultradent – Katalog in die Hand. Dort fand ich, neben anderen sehr nützlichen Dingen, diese Teilmatrizen mit einem breiteren „Zünglein“ apikal. 

Das kommt mir in manchen Situationen sehr gelegen, wenn der Zahn approximal einen sehr breiten und tiefen Defekt hat. Die Matrizen von ContactMatrix sind da oft erst nach dem Individualisieren gut zu gebrauchen.  Die Matrizen sind steifer als die ContactMatrix, was zum Verdrängen von Kofferdam oder Gingiva bei tiefen Defekten durchaus von Vorteil sein kann.

 

Herr der Ringe

von Christian Danzl

Um bei Kompositfüllungen einen ordentlichen Approximalkontakt herzustellen, haben sich bei mir in der Praxis Teilmatritzen bewährt. Ich verwende das System von Garrison, weil es mir aufgrund der zierlichen „Füße“ am besten gefallen hat.

Es war aber bisweilen umständlich, wenn die kleinen Füße in Leere gegriffen haben, z.B. wenn die Kavität approximal weit offen, und der Zahn stark zerstört war. Ein klassischer Fall hierfür sind Zähne, die zur endodontischen Behandlung aufgebaut werden sollen. Dann ist die Wiederherstellung der Zahnform  und eines Kontaktpunktes mit viel Aufwand verbunden.

Hier sind andere Systeme vielleicht im Vorteil.

Jetzt gibt es im Garrison – Systemangebot einen Ring, der schon einen Approximalbereich vorgibt und die Teilmatritze auch in kniffligeren Fällen bei ausgedehnteren aproximalen Defekten  in die passende Form bringt. Die Füße sind mit Kunststoff und Silikon ausgeformt. 
Zur Papille hin sind die Füße hohl, um Platz für einen Interdentalkeil zu lassen. 

Mein Fazit – Die Herstellung eines strammen, anatomisch ausgeformten Kontaktpunktes in besagten Problemfällen geht mir nun leichter von der Hand.

Wie lange allerdings dieser Kunststoff-Silikon-Verbund im Praxisalltag hält, wird sich zeigen.

Und – mit knapp 90,- € für zwei Ringe sind diese allerdings nicht im Sonderangebots – Regal zu finden.

3 Ringe

3-D Ring

"Füsse" aus Kunststoff-Silikon-Verbund

auf einem Frasacomodell

im Patientenmund