Zahnarzt beim Zahnarzt (2)

von Bodald Necker

…wie versprochen, diesmal mehr.

Am ersten Tag 8.30 – 13.30 Uhr UK: 2 Leitungsanästhesien, Entfernung von 8 Amalgam-Füllungen (unter Kofferdam und dem Gold-MundschutzQuecksilberschutz„), Aufbaufüllungen und Präparation der 8 Zähne. 2 Impregum-Abdrücke, Provisorien anfertigen und einsetzen.

Fazit:

  1. Das rote Winkelstück – egal ob mit Amalgamfräse, Diamant oder Arkansas-Steinchen – ist fast genauso laut, wie der Rosenbohrer und dröhnt im Kopf so, dass die mitgebrachte Musik über Kopfhörer (in-ear) nur in den bohrfreien Zeiten gehört werden kann.
  2. von der Leitungsanästhesie im UK ist nur sehr wenig zu spüren (Druck), wenn der/die Behandler/in ein wenig Gefühl an den Tag legt. Unangenehmer ist das Mundöffnen die nächsten Tage.
  3. Impregum schmeckt ähnlich unerträglich wie Dontisolon.

Am zweiten Tag (dazwischen ein Tag Pause): gleiches Spiel mit 6 Zähnen im OK. Dauer von 8.00 – 12.00 Uhr.

Fazit des 2. Tages:

  1. Bohren im OK ist trotz direkter Knochenleitung zum Innenohr nur unwesentlich lauter.
  2. Patientenlagerung mit Kopf nach unten ist definitiv NICHT unangenehmer als Kopf oben.
  3. Ein überfüllter Abdrucklöffel macht im OK weniger Würgereiz als im UK.
  4. Das lange Mundöffnen ist 2 Tage nach der UK-Präp äußerst schwierig.
  5. An den Impregum-Geschmack  gewöhnt man sich NICHT.

Am dritten Behandlungstag: Alle Provisorien wieder runter und Bissnahme, Modelle einartikuliert, Bißnahme überprüft, Gesichtsbogen, Provisorien wieder drauf. Eine Stunde.

  1. Provisorien runter und wieder rauf ist ohne Anästhesie zu ertragen – solange niemand meint, exzessiv trockenblasen zu müssen.
  2. Mundöffnung ist nach 3 Tagen Pause wieder leichter ;-)

Die absolute Erleichterung für den Patienten war:

Präparation unter Kofferdam!

Klar, es funktioniert nicht überall. Für die normalen Teilkronen geht es, wenn ein approximaler Kasten zu schleifen ist, wird es schon schwierig, aber das kann man sich zu Schluss aufheben.Ich persönlich habe es jedenfalls als sehr angenehm empfunden, wenn der Spraynebel NICHT die ganze Zeit das Zäpfchen umspielt.

Fortsetzung folgt….

Herr der Ringe

von Christian Danzl

Um bei Kompositfüllungen einen ordentlichen Approximalkontakt herzustellen, haben sich bei mir in der Praxis Teilmatritzen bewährt. Ich verwende das System von Garrison, weil es mir aufgrund der zierlichen „Füße“ am besten gefallen hat.

Es war aber bisweilen umständlich, wenn die kleinen Füße in Leere gegriffen haben, z.B. wenn die Kavität approximal weit offen, und der Zahn stark zerstört war. Ein klassischer Fall hierfür sind Zähne, die zur endodontischen Behandlung aufgebaut werden sollen. Dann ist die Wiederherstellung der Zahnform  und eines Kontaktpunktes mit viel Aufwand verbunden.

Hier sind andere Systeme vielleicht im Vorteil.

Jetzt gibt es im Garrison – Systemangebot einen Ring, der schon einen Approximalbereich vorgibt und die Teilmatritze auch in kniffligeren Fällen bei ausgedehnteren aproximalen Defekten  in die passende Form bringt. Die Füße sind mit Kunststoff und Silikon ausgeformt. 
Zur Papille hin sind die Füße hohl, um Platz für einen Interdentalkeil zu lassen. 

Mein Fazit – Die Herstellung eines strammen, anatomisch ausgeformten Kontaktpunktes in besagten Problemfällen geht mir nun leichter von der Hand.

Wie lange allerdings dieser Kunststoff-Silikon-Verbund im Praxisalltag hält, wird sich zeigen.

Und – mit knapp 90,- € für zwei Ringe sind diese allerdings nicht im Sonderangebots – Regal zu finden.

3 Ringe

3-D Ring

"Füsse" aus Kunststoff-Silikon-Verbund

auf einem Frasacomodell

im Patientenmund