P. apicalis und extrudiertes WF Material (2)

Der Zahn 22 imponierte klinisch mit einer Fistel. Es bestehen kein Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Im angefertigten DVT konnten wir eine Perforation durch den Stift ausschließen.
Unser Plan war die Krone als Langzeitprovisorium zu erhalten und nach Erkennbarkeit einer deutlichen Heilungstendenz die prothetische Therapie zu beginnen.

Eine Wurzelspitzenresektion ohne Revision ist primär nicht indiziert. Röntgenologisch können wir die Infektion im Wurzelkanalsystem nicht messen oder erfassen. Bei bestehender aktiver Fistel ist jedoch von einer Infektion im Bereich des Kanalsystems auszugehen, da die vorherige endodontishce Therapie mehr als 10 Jahre zurück lag. Die Entfernung des extrudierten WF Materials von orthograd ist in diesem Fall nicht wahrscheinlich. Die Entfernung des selben erscheint nicht zwingend notwendig, wenn es zu einer Regenration der apiakalen Osteolyse kommt. Im schlimmsten Fall rechnen wir mit einer „narbigen Abkapselung“, bzw. bei fortbestehender chronischer P. apicalis, bzw. möglicher infizierter radikalerer Zyste kann die chirurgische Intervention erfolgen.
Dies möchte die Patientin allerdings vermeiden.

Zum Behandlungstermin wurde die Krone palatinal eröffnet und der Zugang zum Stift präpariert. Wie geplant konnte der Stift entfernet werden und das Kanalsystem revidiert werden. Die Desinfektion erfolgte mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschallaktivierung. Es wurde CaOH mit Jod als Langzeiteinlage eingebracht.
Die röntgenlogischen Kontrollen erfolgten nach 4 Wochen und 4 Monaten. Eine deutliche Heilungstendenz nach 4 Monaten war erkennbar.
Der apikale Verschluss erfolgte mit ProRoot MTA. Die apikalen Aufbereitungsgröße war größer #60. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill High Flow und es wurde ein Glasfaserstift mit Rebilda befestigt.
Es wurde eine provisorische Krone adhäsiv eingesetzt.

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2 Gedanken zu „P. apicalis und extrudiertes WF Material (2)

  1. Hallo Olaf
    Wie siehst du die bestehende Aufhellung beim 18 M Recall? Mehr als noch bestehende chron. apik P. oder eher narbige Einheilung des überpressten Mat.
    Grüße
    Friedrich

    • Hallo Friedrich,
      was da genau los ist sind nur Mutmaßungen. Ich denke, daß man die apikale Situation kontrolliert beobachten sollte, da die Pat. jeden chirurgischen Eingriff vermeiden möchte.Apikal zeigt sich ein Heilung. Ob jetzt eine narbige Heilung um des Wf material vorhanden ist, oder ein persistierender Biofilm kann ich nicht sagen. Aggressives Abwarten und Kontrollieren ist unser Plan. Ggf. kann man mit einem mikrochirurgischen Eingriff zeitnah reagieren.
      Gruß
      O.

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