Von Christoph Kaaden
Seit circa einem Dreivierteljahr plagt die heute neunjährige Alissa eine Fistel in Regio 22.
Ursprünglich wurde der Milchzahnrest des 62 als ursächlich erkannt und daraufhin entfernt…

Leider stellte sich der gewünschte Erfolg nicht ein und die Fistel persistierte.
Das zu einem späteren Zeitpunkt angefertigte Einzelzahnröntgenbild dieser Region liess nun den Verdacht aufkommen, dass Zahn 63 ursächlich sein könnte.
Daraufhin wurde auch dieser Zahn entfernt..
Leider mit genauso wenig Erfolg, wie bei der vorherigen Therapie….
die Fistel persistierte…
Der spätere Versuch, den „Fistelgang“ mittels Guttaperchastift radiologisch besser darzustellen war ebenfalls mässig erfolgreich und brachte keine weiteren wertvollen Informationen…
Der Fistelgang wurde daraufhin wiederholt gespült, was nur kurzzeitig zu einer Reduktion des Granulationsgewebes führte…
die Fistel persistierte…
Die behandelnde Kieferorthopäden überwies uns schliesslich die junge Patientin, nachdem ihr der nächste Therapievorschlag wenig schlüssig erschien.
Angedacht war, den bisher nicht durchgebrochenen Zahn 23 chirurgisch freizulegen, um diesen dann zu extrudieren…
Bei unserer Erhebung der Anamnese gab die Mutter an, dass ihre Tochter in der Vergangenheit zweimal ein Frontzahntrauma in der Oberkieferfront erlitten hatte. Zuletzt resultierte dies in einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21. Dies war vor circa zwölf Monaten.
Der Defekt war im Anschluss mittels Kompositfüllung versorgt worden.
Klinisch stellte sich die Situation für uns so dar:
Die weiteren Untersuchungen brachten keine besonderen Erkenntnisse.
Der wiederholt durchgeführte Sensibilitättstest (Kältespray) der entsprechenden Zähne wurde von Alissa als positiv angegeben. Der Lockerungsgrad und die Klopfempfindlichkeit waren unauffällig…
Wie sollte es Ihrer Meinung nach weitergehen?
leider persistiere die Fistel.
Ich tippe aufgrund des opg auf Zahn 21
Im Zahnfilm kann man auch eine kleine resorption an der Wurzel erkennen
Ich würde ein dvt zu Klärung machen und dann erwarten das 21 eine Aufhellung hat
Im dvt kann man dann auch überlegen welche Therapie sinnvoll ist für den zahn
Sehe ich auch so.
Habe momentan einen ähnlich gelagerten Fall, bei dem beide 1er ihre jeweiligen Fisteln in regio der 2er hatten und die überweisende Hauszahnärztin ebenfalls keine aussagekräftige Guttapercha-Aufnahme machen konnte (beide Spitzen zeigten auf die 2er). Im DVT war es dann eindeutig.
Das plus die Vorgeschichte der Frontzähne.
Grüße
CM
Sehe ich ebenfalls als sinnvoll an.
Das DVT wird wahrscheinlich den 21 als Schuldigen entlarven.
Dieser zeigt im apikalen Drittel eine laterale Auffälligkeit nach distal.
Auch eine Horizontalfraktur in dieser Region wäre denkbar.
21 zeigt Anzeichen einer infektionsbedingten externen Wurzelresorption distal und eine entsprechende laterale Aufhellung. Das ist mein Verdächtiger. Das DVT wird es zeigen. LGJ