Adventskalender 2015 – 1. Dezember

von Hans – Willi Herrmann
WOG-1Ich möchte auch in diesem Jahr die Adventszeit zum Anlass nehmen, Geräte/Instrumente/Materialien, die sich in unserer endodontischen Praxis besonders bewährt haben, auszuzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf den Newcomern, also denjenigen Dingen, die 2015 erstmalig bei uns zum Einsatz kamen und die wir  innerhalb kürzester Zeit so ins Herz geschlossen haben, dass wir nicht mehr darauf verzichten wollen.

Eröffnen möchte ich den bunten Reigen (im Hintergrund läuft gerade im Radio Ponchiellis Tanz der Stunden aus  „La Giaconda“; das bewirkt zwangsläufig die blumigen Redewendungen) mit den Wave One Gold – Instrumenten der Firma Maillefer.

Über die Vorzüge dieser Instrumente habe ich im September, unter anderem mit beigefügtem Video hier berichtet und in jenem Artikel auch schon eine Reihe von Gründen genannt, warum ich diese Instrumente so schätze. Seitdem sind weitere 3 Monate vergangen und die Wave One Gold haben ihren Stammplatz im Team weiter ausgebaut. Zu Lasten der VDW MTwo- Instrumente, wohlgemerkt, mit denen ich seit nunmehr bald 12 Jahren standardmäßig arbeite. Und das alleine ist schon einmal eine Ansage.

An zwei Beispielen der letzten Woche möchte ich den besonderen Nutzen herausstellen:

Zum einen behandelte ich einen Unterkieferprämolaren mit einem im zentralen Kanal tiefer intrakanalär abgehenden zweiten lingual gelegenen Kanal.  Ich habe ein gelbes Wave One Gold- Instrument vorgebogen und bin dann tastend im Kanal nach unten, bis ich das Instrument mit der Spitze in den Kanaleingang einführen konnte.  Bei deutlichem  Widerstand erfolgte dann die Betätigung des Anlassers und los ging es mit der maschinellen Aufbereitung. Weitere Instrumente nun einzuführen ist von nun an nach dieser initialen Bearbeitung deutlich einfacher möglich, wenngleich weiterhin die vorgebogenen größeren Wave One – Instrumente von Vorteil sind. Auf konventionellem Wege hätte ich hier deutlich weiter nach vestibulär aufziehen müssen. Auch die maschinelle Aufbereitung wäre deutlich schwieriger gewesen.

Zweiter Fall.
Ein Zahn 27 bei extrem eingeschränkter Mundöffnung und extrem geringer interokklusaler Distanz. Selbst Instrumente von 21 mm Arbeitslänge liessen sich nicht einführen, weder mit Handstück noch von Hand. Hier war guter Rat teuer. Letzendlich war es möglich, die Wave One Gold Instrumente vorzubiegen, um dann unter Sicht die Instrumentenspitze des gebogenen Instrumentes in den Kanaleingang einzulochen. Danach erfolgte wieder die Betätigung des Anlassers und die maschinelle Aufbereitung der Wurzelkanäle. Es ist in diesem Zusammenhang im Übrigen sehr erfreulich , dass die Aufbereitung bis 35/100 mm mit 3 Instrumenten durchgeführt werden konnte. In solche schwierigen Situationen ist jedes Instrument, das nicht benutzt werden muss, ein riesiger Vorteil.

Eingehen möchte ich noch auf folgende Fragen, die ich in diesem Beitrag zur IDS 2015- Neuheit „Wave One Gold“in den Raum gestellt habe:

„Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.

Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?“

Nach mehr als einem halben Jahr tagtägliches Arbeiten mit diesen Instrumenten kann ich sagen: Es kam bislang zu keiner Instrumentenfraktur eines Wave One Gold- Instrumentes. Ich persönlich halte die VDW Reciproc 25- Instrumente für weniger bruchanfällig als die Wave One Gold 20 und 25.

Bislang klinisch zum Tragen kam dies nicht.
Ich rate aber dennoch sicherheitshalber dazu, in schwierigen Kanälen die Instrumente während der Benutzung routinemäßig auf Aufdrehung hin zu untersuchen (kommt immer mal wieder  in schwierigen Kanälen vor) und dann gegebenenfalls auszutauschen.

In Fällen, in denen eine VDW Reciproc 25 nicht auf Arbeitslänge geht, leisten die gelben und roten Wave One Gold – Instrumente gute Dienste. Diese Art der Hybrid- Technik ist zur Routineanwendung in unserer Praxis geworden.

Ich möchte nicht mehr darauf verzichten wollen.

 

 

Der Herbst bringt neue Instrumente (3) – MC – Instrumente

von Hans – Willi Herrmann

In meiner Jugend gab es VW – Familien und Opel – Familien.

Wir waren eine VW -Familie. Wir fuhren (nachdem wir es uns leisten konnten, neue Autos zu kaufen) Volkswagen.

Erst Polo. Dann diverse Golfs.

Mein Vater wäre nie auf die Idee gekommen, einen Opel zu kaufen.

Und umgekehrt  war es ähnlich. Opelianer, eingefleischte Kadett, Ascona oder gar Rekord- Fahrer wären nie zu Volkswagen gewechselt. Kein Mantafahrer hätte danach sich einen Scirocco gekauft.

Warum ich das schreibe ?
Endodontisch war ich seit Beginn meiner Praxistätigkeit Maillefer – Anwender.
Ein Wechsel  zu VDW- , MicroMega- oder Kerr- Produkten ?
Ausgeschlossen.
Maillefer war für mich unverrückbar die Nummer 1.
Dies blieb auch so, als ich 1996 zu rotierenden Nickel- Titan- Instrumenten wechselte. Zunächst benutzte ich ProFile, anschließend, ab 2001 ProTaper. Auch die zusätzlich Nutzung von Lightspeed- Instrumenten (die sprichwörtliche Ausnahme bestätigt die Regel) konnte das nicht ändern.

Dann – 2004 – kam ich mit MTwo von VDW in Kontakt.
Nutzte diese Insturmente, um auch in stärker gekrümmten Kanälen bis 35.06 oder 40.06 sicher aufzubereiten. Und blieb dabei.

Irgendwann in den folgenden Jahren  brachte VDW dann vorsterilisierte Handinstrumente (bei MTwo war dies schon länger so) auf den Markt. Für uns ein ganz entscheidender Praxisvorteil. Mit einer besseren Qualität der Instrumente hatte dies nichts zu tun. Aber  Maillefer lieferte seine Instrumente nur unsterilisiert. Und da wir die Instrumente als Einmalinstrumente einsetzen, bedeutete dies für unseren Workflow einen riesigen Unterschied.
Wir wechselten.

Was blieb?
Die Maillefer C Plus- Handinstrumente.
Nachwievor für mich unverzichtbar, so dass wir den zusätzlichen Schritt der Vorsterilisation weiterhin in Kauf nahmen. Ich setze diese in Kombination und im Wechsel mit den C Pilot-Feilen von VDW ein. Müsste ich (wer meine Kurse kennt, weiss, was kommt –  der „Einsame Insel“ – Test) mich für eines der beiden Instrumente entscheiden, es wären die C Plus -Instrumente, auch wenn beide Instrumente im Wechsel sich synergistisch ergänzen.

Und dann waren dann da noch die MC -Instrumente von VDW.
Auch hier war die Entscheidung bislang klar und ohne jeden Zweifel für mich.
Ich konnte diesen Instrumenten nichts abgewinnen, sie hatten keine einzige der positiven Eigenschaften der Micro Opener und Micro Dehybrider, wie sie Maillefer schon seit jeher anbot.
Die MC- Instrumente waren bislang für mich unbrauchar.

Und genau diese Instrumente gibt es jetzt in einer Neuauflage.
Adäquater Taper, der Handgriff stabil und griffig.

VDW hat also offensichtlich zugehört (mit meiner persönlichen Einschätzung die MC- Instrumente betreffend, stand ich nicht alleine da.)

Wenn jetzt nun auch noch Maillefer endlich alle Instrumente steril verpackt anbieten würde. Die C+ – Instrumente gibt mittlerweile im sterilen Blister.  Endlich. Das war schon lange überfällig. Bei der DGET- Jahrestagung in Hamburg werde ich mich informieren, ob das  mittlerweile auf alle Instrumente zutrifft. Ich werde berichten. Oder ein informierter Mitleser gibt in den Kommentaren diese Info an die WURZELSPITZE- Leser weiter.

 

 

Adventskalender 2012 (11) – Start X

von Hans – Willi Herrmann

Über die Start- X- Spitzen von Maillefer habe ich schon mal fast auf den Tag genau 2010 hier positiv berichtet und nachdem mittlerweile weitere 2 Jahre vergangen sind, kann ich sagen, dass die von mir verwendeten Spitzen weiterhin einwandfrei ihre Dienste verrichten.

In Verwendung sind die Spitzen Nr. 4  (der Kugelknopf zum Entfernen von metallischen Wurzelstiften ) und die Spitze Nr. 3 (zum Entfernen von provisorischem und definitiven Füllungsmaterialien).

Während die 4er Spitze nur für die entsprechende Indikation bereitgestellt wird (und sich mittlerweile diesen Platz mit der VDW MAXI MPR teilen muss, ist die Start-X Nr. 3 unser Standardinstrument, soll heißen, sie liegt in jedem unserer Endo- Container, wird grundsätzlich vor der Behandlung bereitgestellt und auch fast bei jeder Behandlung eingesetzt. Kaputtgegangen ist im Übrigen von diesen Spitzen in über 4 Jahren keine einzige.

Die Start-X Spitzen waren das erste Produkt überhaupt, das 2010 hier bei WURZELSPITZE 5 Wurzelspitzen bekamen.

Diese Wertung kann ich heute nur noch einmal bestätigen.

Messblock-Modifikation

von Christoph Kaaden

Zur Längenjustierung der von uns verwendeten Wurzelkanalinstrumente und Guttapercha Mastercones verwenden wir in der Regel den Endo-M-Block (Fa. DENTSPLY Maillefer). Dieser erlaubt die Einstellung der Arbeitslänge in 0,5 mm Schritten im Bereich von 10 mm bis 30,5 mm. Er ist aus Aluminium gefertigt, sterilisierbar und ausreichend standfest (anders als entsprechende Versionen aus Kunststoff).
Neben diesen positiven Eigenschaften weist dieses Produkt leider einen (für uns) gravierenden Mangel auf. Ab der 20 bzw. 21 mm Messlänge ist die Bohröffnung im Messblock für die abzumessenden Instrumente und Guttaperchastift grösserer Konizität (z.B. 6%) zu klein dimensioniert. Eine adäquate Einstellung ist so nicht möglich.
Abhilfe schafft hier eine „pfiffige“ Kollegin die die Bohrungen „kurzer Hand“ mit einer Fräse (aus dem Bereich Zahntechnik) entsprechend modifiziert.
et voilà…
Das Lob für die Idee und Umsetzung gebührt in unserer Praxis Franziska Lori
Danke Franzi
:-)
Bleibt für die Zukunft zu wünschen, dass der Hersteller den Endo-M-Block gleich entsprechend modifiziert produziert…