Dreamteam

von Hans – Willi Herrmann

Um ehrlich zu sein – bislang hatten andere Apexlokatoren als unser Root ZX- Gerät  in unserer Praxis keine reelle Chance.
Dafür hatte ich einfach zu gute Erfahrungen mit diesem Gerät gemacht in den letzten 20 Jahren. Und wenn ich als Crosscheck einmal andere Geräte hatte mitlaufen lassen, so war es Ihnen nie gelungen, dem Root ZX seinen Stammplatz streitig zu machen.

ELM-1Aber auch beim Root ZX- Gerät gibt es – zugegeben selten – klinische Situationen, in denen die Messung nicht eindeutig ist oder das Messergebnis mit den anderen fallspezifischen Parametern in Widerspruch zu stehen scheint. Zunächst dachte ich, dass eventuell das Alter des Gerätes (wir besitzen es immerhin schon bald 21 Jahre) eine Rolle spielen könnte und tauschte es gegen das Nachfolgegerät, das Root ZX Mini. Aber auch hier gab es ab und an nicht ganz eindeutige Messungen.

In einem solchen Fall habe ich mich des VDW Raypex 6 erinnert.
Und siehe da, der Quercheck mit diesem ergab bei diesem Zahn „sinnvollere“ Werte.

Ein solches Ereignis  nimmt man dann zum Anlass, bei der nächsten unsicheren Messung wieder darauf zurückzugreifen. Und so hat sich  im Laufe der Zeit als Resümee –   aufbauend auf meinen langjährigen Erfahrungen – folgendes Procedere herausgebildet:

Entweder

das verwendete Root ZX Mini weißt eindeutige, verlässliche und reproduzierbare Messungen auf. Dann vertraue ich einzig auf dieses Messgerät und diese Messung.

In den Fällen, in denen keine eindeutigen Messungen erzielt werden können oder die Messungen nicht verlässlich und nicht reproduzierbar erscheinen, setze ich zusätzlich das Raypex 6 – Gerät ein:

Eine Wurzelkanallänge gilt dann als eindeutig, wenn mit beiden Geräte (die unterschiedliche Messverfahren einsetzen) ein identisches Ergebnis erzielt werden kann.

Fazit

Durch den zusätzlichen Einsatz des Raypex 6 in schwierigen Situationen konnte die Präzision der Messungen noch einmal gesteigert werden.
Ausserdem zeigt sich immer wieder, dass in den Fällen mit diskrepanten Messergebnissen mit fortschreitender Aufbereitung sich die abweichenden Messergebnisse der beiden Geräte immer mehr annähern und schließlich übereinstimmen, was dann  als Validitäts- Kriterium gewertet werden kann.
Ich möchte auf Grund der gemachten guten Erfahrungen auf dieses Messprocedere nicht mehr verzichten.

4 Gedanken zu „Dreamteam

  1. Hallo Hawi,
    genau dasselbe Problem beim Morita ZX ist mir seit langem auch immer mal wieder aufgefallen. Da mir leider nie von einem Dentalhändler die Möglichkeit geboten wurde, Geräte zum Test abzurufen, musste ich eine andere Lösung finden. Hier also meine Vorgehensweise: Einfach den Zahn (manchmal ist es ja nur eine Wurzel, bei der die Messung nicht möglich ist) auf geschätzte Aufbereitungslänge minus Sicherheitsabstand initial aufbereiten, spülen, Med-Einlage einbringen, provisorisch verschliessen, den Patienten frühestens am nächsten Tag wieder einbestellen. So kam ich bislang immer zu einem verlässlichen Messergebnis.
    Liebe Grüsse Torsten

  2. HaWi, was ist der Grund dass Du nicht grundsätzlich das Raypex verwendest? Gibt es bei diesem Gerät genau solche „unklaren“ Daten, nur vielleicht in anderen Situationen?
    LG tom

  3. Ich war auch nicht sehr unzufrieden mit meinem Messgerät und habe, nach einer Empfehlung eines Kollegen, auf der IDS in Köln ein sehr gutes gekauft. Von der Firma Romidan das RomiApex. Es misst sehr zuverlässig. In einigen Situationen, die ich bis heute noch nicht vollständig einordnen kann, zeigt es Ungenauigkeiten, die sich, nach initialer Aufbereitung, in Luft auflösen und bei weiteren Messungen verlässliche Messergebnisse erzielt. Es ist das beste Messgerät, das ich je hatte und es hat nur 395€ gekostet.

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