Rekordhalter

Von Bonald Decker

Geht es nach einem ansässigen Radiosender, dann ist München nicht nur die schönste Stadt der Welt, sondern auch eine Stadt der Rekorde: Das größte Volksfest, der erfolgreichste Fußballclub…

Ab kommendem Montag sind die Hörer der Station angehalten Rekordhalter zu finden, die bisher noch keiner kennt!

Bei der Behandlung des nachfolgenden Falles musste ich zwangsläufig an diese „Aktion“ denken…

Laut Zuweiser war bei dem Revisionsversuch an Zahn 13 ein Wurzelkanalinstrument frakturiert. Wir wurden daher gebeten dieses zu entfernen und die Behandlung weiterzuführen…

so weit, so gut.

Hier das uns zugesandte Röntgenbild:

Ausgangsröntgenbild (alio loco) - Laut Zuweiser handelt es sich um ein Nickel-Titan-Instrument der Größe 040

Ausgangsröntgenbild (alio loco) – Laut Zuweiser handelt es sich um ein Nickel-Titan-Instrument der Größe 040

Meine erste Reaktion bei dem Anblick des Bildes war:

„Stimmt. Das nenne ich mal ein ordentliches Fragment“.

Für dessen Entfernung war hilfreich, dass es zu grossen Teilen in Guttapercha eingebettet war.

Blick in Zugangskavität mit in Guttapercha eingebetteten Fragmentkopf

Mittels Ultraschall gelockertes Fragment

Entferntes Fragment

Fragmentlänge 15mm

Zustand nach Fragmententfernung – Kontrollröntgenaufnahme

Mit einem Fragremover wäre es aber ggf. schneller gegangen… ;-)

Abschlussröntgenbild nach Wurzelkanalfüllung und Glasfaserstift-Kompositversorgung; Arbeitslänge 28mm;apikaler Aufbereitungsdurchmesser ISO 060

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Fall in den Augen der Radiostation als möglicher Rekordhalter in Betracht kommt. In unserer Praxis nimmt die Fragmentlänge von 15 Millimeter auf jeden Fall mit grossem Abstand Platz 1 in der Liste der bisher entfernten Fremdkörper ein…

„bietet“ jemand mehr?

 

Eisbachsurfer 2

von Hans – Willi Herrmann

Dem Wurzelspitze Ü- Day 2014 in München schloss sich nahtlos unser Osterurlaub an und der erste Urlaubstag führte auf Wunsch meiner Tochter wieder zu den Surfern am Eisbach hinter dem Haus der Kunst.  Im Sommer 2013 waren uns beiden aussergewöhnliche Fotos gelungen und so war auch dieses Mal unsere Hoffnung, das eine oder andere spektakuläre „Action“ -Foto zu schiessen. Während wir beim letzten Mal mit seiner Sony NEX 5N und einer NEX 6, sowie einer LEICA M 240 unterwegs waren, waren wird dieses Mal mit einer Sony NEX 6, einer Sony A 7R und einer LEICA M Monochrom ausgerüstet. Für die Fototechnik-Interessierten unter unseren Lesern gibt es also die Möglichkeit, die Schwarz-Weiss – Resultate einer Sony NEX 6 und einer LEICA M 240 mit denen hier in der Galerie der LEICA M Monochrom zu vergleichen. Alle Anderen dürfen sich an den Fotos per se erfreuen oder ignorieren einfach diesen Blog- Beitrag.

 

Wurzelspitze Ü-Day 5 2014 München – Nachlese

von Hans – Willi Herrmann

Am 11. und 12. April 2014 fand in München der 5. WURZELSPITZE Ü- Day, der Überweisertag der WURZELSPITZE – Praxen statt.

Nach dem traditionellen freitagabendlichen „Get Together“, dieses Mal im Paulaner- Braukeller am Kapuzinerplatz abgehalten, referierte am Samstag vormittag Jörg Schröder zum Thema Trauma- Erstversorgung, Christoph Kaaden zur Anästhesie in der Endo, Olaf Löffler zur Post- Endo – Versorgung, während ich zum Thema „gesetzeskonforme endodontische Patientenaufklärung und Dokumentation“ vortrug.

Unser besonderer Dank gilt Prof. Reinhard Hickel, der es ermöglichte, dass die Veranstaltungen im großen Hörsaal und Kons- Phantomsaal der LMU München stattfinden konnten. Und unserem externen Referenten Dr. Jan Hajto, der praxisnah das Thema vollkeramische Restaurationen beleuchtete und dabei sogleich einen kritischen und dennoch  unterhaltsam kurzweiligen Blick auf das Reizthema „Werkstoffkunde“ und „Keramikfrakturen“ legte.

Dem Ü- Day angeschlossen war der mittlerweile schon zum 6. Male ausgerichtete WURZELSPITZE- Teamday, welcher der internen Weiterbildung der WURZELSPITZE – Praxen – Mitarbeiter dient.
Während die ersten Jahre Vorträge zum QM und Praxisabläufen im Mittelpunkt des Teamdays standen, wurden beim letzten Teamday in Salzburg zum ersten Mal im Kreise aller Praxen praktische Übungen (Notfallmaßnahmen in der Zahnarztpraxis) durchgeführt. Und in diesem Jahr konnte ein lang gehegter Wunsch der Praxismitarbeiter in die Tat umgesetzt werden, nämlich (am Phantomkopf und mit Frasaco – bzw.extrahierten Zähnen) zahnärztliche Behandlungen einmal selbst vorzunehmen. Insgesamt 4 verschiedene Stationen waren eingerichtet, an denen endodontische Behandlungen unter dem Dentalmikroskop, Composite- Füllungstherapie, sowie  Provisorienherstellung durchgeführt werden konnten. Aus meiner Sicht des Endo- Stations- Betreuer kann ich berichten, dass das angestrebte Ziel, die endodontischer Behandlung aus Behandlerwarte mit allen Höhen und Tiefen (spektakuläre Aufbereitungsergebnisse, Instrumentenbrüche) näherzubringen, als voll und ganz gelungen bezeichnet werden kann. Das die vorgesehenen Frühstückspausen nur rudimentär genutzt wurden, kann als starkes Indiz für das Interesse und den Eifer der Teilnehmer gewertet werden.

Parallel zu den Übungen am Phantom gab es für die administrativ tätigen Mitarbeiter  einen Erfahrungsaustausch, den Verwaltungsworkflow der Endo- Behandlung betreffend.

Mit 93 Teilnehmern erzielte der diesjährige Teamday einen neuen Teilnehmerrekord.
Einige  Impressionen der Veranstaltung liefert die nachfolgende Bilder- Galerie.
Auch für 2015 ist wieder ein Ü- Day/Team-Day vorgesehen.
Er soll am 27. und 28. März 2015 in Leipzig stattfinden.

 

Eisbach Surfer

von Hans – Willi Herrmann

Im Sommer ist es lange hell und so nutzte ich den Abend meiner Anreise zu meinem letzten Münchner Curriculumskurs, um mir wieder einmal im Englischen Garten hinter dem Haus der Kunst die mittlerweile weltberühmten Eisbachsurfer anzuschauen. Mag sein, daß das Eisbachsurfen schon lange nicht mehr „underground“ und vermutlich aus dem Sichtwinkel der Gründerväter von vor 20 Jahren längst „kommerzieller mainstream“ geworden ist. Aber ich finde immer noch, das ist mit Abstand die coolste Sache, die München zu bieten hat. Ich kann dort jedes Mal stundenlang zuschauen, gäbe sehr viel darum, dies machen zu können und wenn es wirklich Idiotische Deppen geben sollte, die Müll in den Eisbach schmeissen, dann sollen diese in der Hölle schmoren.

Weitere Fotos der Surfer (alle gemacht ohne Autofokus) gibt es hier.

Wurzelspitze Ü Day 4, Teamday 5 Salzburg 2013 in Bildern

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend ein paar fotografische Impressionen vom diesjährigen WURZELSPITZE Ü-Day / Teamday in Salzburg.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Patienten Herrn H. aus S., der mir liebenswerterweise seine Leica M Monochrom zum Ausprobieren zur Verfügung stellte.

Gesunder Menschenverstand

von Hans – Willi Herrmann

Wenn ich innerhalb Deutschlands als Referent zu Fortbildungen muss, dann fahre  ich, wenn möglich, mit der Bahn.

Wenn möglich –  heißt, dass der Zeitbedarf den der Anreise via Flugzeug nicht deutlich überschreitet. Bis nach München oder Hamburg spart man in der Regel mit dem Flieger, wenn überhaupt, nur wenig Zeit. Lediglich nach Berlin oder Dresden macht für mich das Fliegen Sinn.

Merkwürdige Welt.
Mittlerweile ist Fliegen oft günstiger als Bahnfahren.
Zumindest solange man keine Bahncard 50 besitzt.

Ich habe seit ein paar Jahren diese Bahncard. Sie kostet 482 Euro. Privat nutze ich diese Card eigentlich nicht, mit der Familie bin ich fast ausschließlich  mit dem Auto unterwegs. Für die   Institutionen, in deren Auftrag ich Fortbildungen halte, lohnt sich die Karte aber auf jeden Fall.
Neulich war in Erfurt. Die Bahnfahrt kostete dank Bahncard 50 117 Euro. Anteilsmäßig habe ich 25 Euro für die Bahncard  in Rechnung gestellt. Macht eine Kostenersparnis für die Landeszahnärztekammer von 92 Euro gegenüber dem regulären Preis.  Leider sieht sich die Kammer ausserstande, den 25 Euro- Kostenanteil zu übernehmen.

Haben Sie sich schon gedacht ?
Dann wissen Sie ja auch, was die Konsequenz für mich ist. Das Kündigungschreiben an die Bahn ist soeben raus (hilfreich hierbei war die Internet – Seite Aboalarm, denn die Homepage der DB gibt sich hinsichtlich Kündigungsmöglichkeiten sehr zugeknöpft).
Leider ein paar Tage zu spät, das Bahncard -Abo verlängert sich automatisch bis September 2013.

Bis dahin werde ich nun vorab jedesmal anfragen, ob ich die Bahncard einsetzen soll oder nicht.
Mal sehen, ob die Landeszahnärztekammer Thüringen ein Einzelfall bleibt oder ob sich noch mehr Institutionen ausserstande sehen, eine für ihre Mitglieder und Kunden kostensparende Lösung einzugehen.

Wurzelspitze ÜDay 3 TeamDay 4 Berlin

von Hans – Willi Herrmann

Eine Tradition entsteht, so wurde mir einmal gesagt, wenn etwas zum 3. Mal stattfindet.
Das war  beim 3. Südtiroler Endodontie – Oktober in Bozen. 2008.
Und ist es jetzt wieder.

Denn am vergangenen Wochenende fand der 3. Überweisertag der WURZELSPITZE – Praxen statt, zusammen mit dem jetzt schon 4. TeamDay für alle Praxisteams.
Perfekt organisiert. Vielen Dank (ich bin sicher, ich spreche hier im Namen aller) dem WURZELSPITZE-Team „Berlin“ der Zahnarztpraxis Dr. Jörg Schröder/Dr. Sebastian Riedel.

Warum ein ÜDay, warum ein TeamDay ?
Beide Events sind angelegt als praxisinterne Weiterbildungen und mit  Fachvorträgen für die Überweiser gedacht als ein Dankeschön für die harmonische Zusammenarbeit der vergangenen 12 Monate.

Jahr für Jahr wechselnd.
Dieses Jahr, nach München und Lepizig, in der, wie es Jörg Schröder spaßeshalber gerne immer mal wieder betont, in der Hauptstadt, in Berlin.

Der Freitag begann  im Zeichen der internen Praxisweiterbildung  mit halbtägigen Vorträgen von Dr. Doreen Schubert  und Dr. Sebastian Riedel zu parodontalen und endodontischen Themen. Und – eine Neuerung beim ÜDay – mit einem Arbeitsseminar von Frau Jennifer Schnell „Reklamations und Konfliktmanagement“ zum Thema Interaktion Patient- Praxismitarbeiter.

Am Abend dann das traditionelle Get Together, mit reichlich Gelegenheit zum  Wiedersehen, Anekdotenaustausch oder auch „Erstmaligtreffen“. Das unter den Neuhinzugekommen auch Leute dabei waren, die ich schon lange virtuell kannte, aber noch nie zuvor persönlich getroffen hatte, hat mich besonders gefreut.

Der Samstag dann mit folgendem Vortragsprogramm:

Prof. Dr. Oliver Stoll
Mehr Leistung in der Praxis durch emotionale Intelligenz – Möglichkeiten und Grenzen von funktionaler Kommunikation

Christoph Kaaden
Regenerative“ Massnahmen in der der Endodontie

Christian Danzl, Jörg Schröder
Das DVT in der endodontischen Praxis – Nutzen und Grenzen

Hans – Willi Herrmann
Fotografie am Dentalmikroskop – Versuch einer Demystifizierung

Mit Oliver Stoll, Professor für Sportpsychologie und Sportpädagogik an der Martin Luther  Uni Halle-Wittenberg eröffnete ein weiterer externer Referent, ein weiteres Novum, diesen Vortragstag. Und er referierte zudem über ein nicht zahnmedizinisches Thema.

Ein Wagnis ? Möglicherweise aber auch eine Chance, neue Denkweisen in einen idealerweise reibungslos funktionierenden, aber dadurch vielleicht auch eingefahrenen Arbeitsablauf des Zahnarztpraxisalltags zu bringen. Und gewollte Parallelen zum Seminar von Frau Schnell gaben den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, am Vortag aufgezeigte Thematiken zu vertiefen oder differenziert zu beleuchten.

Wir war´s, rückblickend ?
Für ein defintives Fazit ist es im Moment noch zu früh. Zum einen sind alle nach diesem Wochenende „geschlaucht“, denn das Event war ein richtige hartes Arbeitswochenende und so blieb den einen lediglich 2 Stunden zum Besuch der Gerhard Richter-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, den anderen das Musical „Tanz der Vampire“ als musikalischen Ausgleich.
Ausserdem wird sich, wie immer, erst im Laufe der Zeit zeigen, inwieweit die Anregungen der Vorträge ihren Einzug in das Repertoire der Zahnarztpraxen halten werden.

Aber ich bin zuversichtlich, denn wir haben heute schon erfolgreich die ersten Änderungen angegangen.

Eines hatten bislang alle ÜDays gemeinsam und da bildete Berlin keine Ausnahme: Sie waren allesamt sehr, sehr harmonisch.

Und deshalb freuen wir uns schon jetzt auf den nächsten ÜDay.
Er findet statt am 26. und 27.04.2013 in Salzburg.

Ü-Day 2, Team-Day 3 in Leipzig

von Hans – Willi Herrmann

Letztes Jahr in München zum ersten Mal durchgeführt, ging in Leipzig am vergangenen Wochenende der  2. Ü – Day der 5 WURZELSPITZE – Praxen über die Bühne. Die Idee – eine zahnmedizinische, vorrangig endodontische Fortbildung für die Überweiser der Praxen in Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Berlin, Leipzig und München. Und – parallel dazu, der nun schon 3. Team- Day für unserer Praxismitarbeiter, ein interner Erfahrungsaustausch unter Leitung von Sebastian Riedel und Doreen Schubert, diesmal unter anderem mit praktischen Übungen am Dentalmikroskop.

Auftakt für die Vorträge am Samstag war ein Abendessen im historischen Ratskeller als gemütliches, informelles  Get Together, das später dann an der Hotelbar ausklang.

Praktische Erfahrungen mit der reziproken Aufbereitung (Hans – Willi  Herrmann)  und der SAF – Feile (Olaf Löffler), ein Praxisleitfaden bei dentalen Traumata (Christoph Kaaden, Jörg Schröder) sowie nicht alltägliche Fallbeispiele unter dem Motto „Saving Hopeless Teeth“  (vorgetragen  von Christian Danzl, Hans – Willi Herrmann,  Christoph Kaaden, Jörg Schröder und Doreen Schubert) standen auf der Agenda des Ü – Days.

Das Resultat: Sehr gute Stimmung bei allen Teilnehmern und Ausführenden.

Die Konsequenz.: Wir freuen uns auf den nächsten 3. Ü – Day 2012, der am 20. und 21. April 2012 in Berlin stattfinden soll und bedanken uns herzlich bei Olaf Löffler und seinem Team, namentlich bei Mandy Möller, Kathrin Schimmel, Anja Hakelberg, Christin Büttner und Dr. Doreen Schubert für die tolle Aufnahme und Gastfreundschaft.

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Ü-Day 2010

von Hans – Willi Herrmann

Es ist schön, wenn Ideen, die man seit langer Zeit mit sich trägt, Realität werden. Und noch besser, wenn alles genau so funktioniert, wie man es sich vorgestellt, erhofft hat.
So geschehen letztes Wochenende in München mit dem Wurzelspitze – Ü – Day 2010, der zeitgleich mit dem Teamday 1/2010 stattfand.

Das „Ü“ steht für Überweiser und charakterisiert eine kostenlose Fortbildungsveranstaltung für die regelmäßigen Überweiser der 5 WURZELSPITZE – Praxen.

Die Fotos sind vom gemütlichen „Come Together“ am Freitagabend im „Wirtshaus in der Au“.
Am Samstag dann, während die Praxisteams sich unter der Leitung von Sebastian Riedel der detaillierten Ausarbeitung der QM – Standards widmeten, Vorträge der Wurzelspitze- Behandler.

Direkte Überkappung mit MTA, Reziproke Aufbereitung, Handhabung dentaler Traumata, die Schwierigkeiten der Revisionsbehandlung, aber auch ein Ausblick in die Zukunft des Wirtschaftsunternehmens „Zahnarztpraxis“ waren die Themen.

Die Resonanz der 25 Ü-Day Teilnehmer: Uneingeschränkt positiv.

Die Konsequenz: Der nächste Ü-Day, 2011 in Leipzig, ist schon festgezurrt.

Die Zukunft wird nicht rosig, davon können wir ausgehen.

von Hans – Willi Herrmann

Die Zukunft wird nicht rosig, davon können wir ausgehen.

Wie wird sich das Unternehmen „Zahnarztpraxis“ entwickeln in der nächsten Dekade ?

Keiner weiss es.

Wagen wir einen Blick über den Tellerrand, riskieren wir einen Blick auf andere Geschäftsbereiche, suchen wir nach Anhaltspunkten.

Nehmen wir die Hotelerie.

Zu weit hergeholt ?
Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Seit Jahren bin ich, beruflich bedingt, regelmäßig im In- und Ausland unterwegs.

Und kenne eine Reihe von Hotels  der gehobenen Kategorie. National, international.

Bleiben wir im Land. Nehmen wir München, wo ich gerade herkomme.

In der dortigen Hotelszene hat sich eine Menge getan in den letzten Jahren.

Natürlich gibt es immer noch die Platzhirsche.

Wie den „Bayrischen Hof“ , das „Vier Jahreszeiten“. Neue sind dazugekommen, wie das von mir sehr geschätzte „Sofitel Bayerpost“ oder das mir bislang unbekannte  „Rocco Forte“.

All diese Häuser werden, Wirtschaftskrisen zum Trotz,  ohne Frage auch zukünftig ihre Klientel haben. Die bereit ist, für den entsprechenden Standard (ganz gleich, ob als Luxus empfunden oder als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt) den entsprechenden Preis zu zahlen.

Aber – ebenso ausser Frage steht, dass diese Option, weil mit entsprechend hohen Übernachtungskosten verbunden, nur von einem verschwindend kleinen Teil der Bevölkerung genutzt werden kann.

Nur wenige Jahre zurück klaffte ein große Lücke zwischen den Luxusherbergen auf der einen Seite und den Budgethotels andererseits, deren zum Teil schon längst in die Jahre gekommene, angeranzte, verwohnte Erscheinung ich unter der Rubrik “Tod eines Handlungsreisenden“ verbuche.

Negativer Höhepunkt in der bayrischen Landeshauptstadt war für mich eine runtergekommene Absteige mit feudalem Namen in der Nähe der LZK. Dies wurde von meiner (allenthalben als extrem höflich bekannten) Tochter, damals 6 Jahre alt, beim Betreten des Zimmers mit der treffenden, aber vollkommen unerwarteten, (weil bislang aus ihrem Mund unbekannten)  Floskel kommentiert:  „Das ist aber ein Kackzimmer !“.
Recht hatte sie.

Es kam noch schlimmer.
Am Abend, als wir  aus der Stadt zurückkehrten, wurden wir mit den Folgen eines   15 Minuten zuvor  erfolgten  bewaffneten Raubüberfall in der Eingangshalle konfrontiert. Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen, die LZK hatte das Hotel als „gehobene Mittelklasse“ tituliert, in dem viele der Referenten absteigen würden und es steht nicht am Hasenbergl, sondern auf dem Weg nach Solln und Pullach.

Wir zogen „spontan“ um. Aber die Alternativen waren zu dieser Zeit begrenzt.

Konkret – Sehr hohe Preise, hoher Komfort, niedrige Preise, (für mich) zu  wenig Komfort.

In den letzten Jahren hat sich das geändert.
Ein neuer Typus Hotel hat sich etabliert und immer mehr Exemplare  kommen hinzu, alle mit ähnlichem Schema.

Modernes geradliniges Design ohne Schnickschnack, Tendenz – im Zweifelsfall eher leicht spartanisch als zu üppig.

Eingangsbereich mit Loungecharakter, frei zugängliche  Apple – Rechner für die Gäste zur Benutzung, kostenloses Wifi im gesamten Haus, auf den Zimmern läuft im Fernsehen kostenlos SKY TV.

Und  – es verwundert nicht – der Erfolg ist da, zumal  die Zimmer nicht oder nur unwesentlich teurer sind als dies bisher für Zimmer (scheinbar)  gleicher Kategorie der Fall war.

In einem Hotel dieses Typus steige ich seit bald 2 Jahren, wann immer möglich, ab, wenn ich in München bin.
Durch Zufall kam ich dort hin.
Auf dem Weg zur Fortbildung fuhr das Taxi am Hotel vorbei.
Offensichtlich nagelneu, interessanter Anblick. Und im Internet dann der für örtliche Verhältnisse günstige Preis.

Ich buchte für meinen nächsten Besuch in der Stadt.
Und buchte immer wieder.

Anfangs, unmittelbar nach Eröffnung, waren Bar und Frühstückssaal relativ leer, wenn ich dort abstieg. Heute ist das Hotel voll besetzt zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten.

Das Hotel boomt und das ist kein Wunder, denn zur vorhandenen Ausstattung und dem für Münchner Verhältnisse günstigen Preis kommt noch das durch die Bank ausgesprochen nette und hilfsbereite Personal  hinzu. Das im Übrigen der eigentliche Grund war, warum ich immer wieder hier abgestiegen bin.
Eine Frau Günther, ein Herr Aßmann, König oder Singer. Stellvertretend für viele andere. Nett, hilfsbereit, locker.

Und damit hätten wir die Brücke zur Zahnmedizin.

Natürlich wird es auch zukünftig weiter  Zahnarztpraxen geben können, die eine Top- Leistung in Top- Ambiente für einen Top – Preis anbieten können.
Exzellenter Service und ebensolche Qualität vorausgesetzt.
Das ist und bleibt weiterhin ein Erfolgsmodell,  erkennbar daran, dass  in diesen Sphären sogar mit einer Aura von  Arroganz gearbeitet werden kann, die akzeptiert und von einer bestimmten Klientel nicht selten sogar eingefordert wird.

Aber diese Kundengruppe ist begrenzt, die Standortfrage strategisch von großer Bedeutung.

Wie viel mehr Potential hat eine Praxis, die es schafft, eine adäquate Leistung auf einem deutlich niedrigeren Preislevel anzubieten.
Die Zutaten: Moderne Arbeitsumgebung, wenngleich ohne Schnickschnack und vordergründlich beeindruckende potemkinische Fassaden.
Gutes Serviceangebot, dass in seinem Ergebnis den Vergleich mit den Top – Riegen nicht scheut und im praktischen Nutzen übertrifft.

Zurück zum Hotel, dass die Möglichkeiten aufzeigt.
Keine teuren Pay TV Programme, sondern kostenfreies interessantes TV – Angebot, das über die gewohnten frei öffentlich zugänglichen Satellitenkanäle hinausgeht.
Kein teueres Internet, sondern Wifi umsonst, und keine Parkgarage, deren Tagesgebühr einer 6 köpfigen Familie in Zentralafrika 4 Woche lang Essen, Kleidung und Unterkunft sichern würde, sondern kostenneutrale moderate Gebühren.

Und – freundliche und kompentete Mitarbeiter.

All diese Dinge vorausgesetzt, muss niemandem bange sein, auch in der Zukunft.
Im Gegenteil. Denn die eigentlichen Verlierer, in der Hotelerie wie in der Zahnmedizin werden die Anbieter am unteren Ende der Preis- und Qualitätsskala sein.
In diesem Segment werden zukünftig die Gewinnmargen immer mehr aufgefressen werden. Und zwar von ganz unterschiedlichen Enden her. Ein Teufelskreis: Niedriger Servicelevel, niedrige Qualität, der zwangsläufig bei wirtschaftsbedingt wegbrechendem Absatzmarkt geringere Einnahmen mitsichzieht und dadurch die Investition in Modernisierung und kompetentes Personal verringert, vielleicht sogar  unmöglich macht.

Abwanderung von Patienten und Personal wird die Folge sein, mit einer dadurch wiederum sich verschärfenden Einnahmesituation.

Grund genug, den Kopf hängen zu lassen ?
Keineswegs.
Nur Mut.
Bieten sie Qualität und Service.  Und sie werden immer gut zu tun haben.
Vielleicht sogar die unerwartete Entdeckung machen, das in schlechten Zeiten ihr Zulauf nicht ab- sondern zunimmt und ihre Praxis gegen den allgemeinen Trend hin sich positiv entwickelt.

Noch was vergessen ?
Ja, der Name des Hotels in München, das zwar nicht meine erste Wahl, aber  – fast immer die rational gesehen günstigste Wahl ist, wenn ich beruflich in München bin

Ich sollte ihn besser nicht nennen. Weil dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass ich zum Frühstück vielleicht irgendwann im vollbesetzten Restaurant keinen Platz mehr bekomme, größer wird.
Und – Vollauslastung bedeutet steigende Zimmerpreise.
Will ich eigentlich auch nicht.

Ich nenne den Namen trotzdem.
Design Hotel Angelo, Leuchtenbergring 21, München.

Positive Dinge sollte man beim Namen nennen. Das motiviert andere, es dem Vorbild gleichzutun.
In der Hotelerie wie in  der Zahnarztpraxis.

Wurzelkanalbehandlung in der Bierwerbung

von Hans – Willi Herrmann

Zum ersten Mal sah ich diese Werbung Ende April bei Dr. Christoph Kaaden in der Münchner Uniklinik an der Wand hängen.

Und – man möge es mir verzeihen, vielleicht, weil ich keinen Alkohol trinke, habe ich diese Werbung missverstanden.
Fand sie aber trotzdem gut.

Ich dachte (nicht lachen bitte),  das Bier ist die Belohnung dafür, dass man so lange hat die Behandlung hat über sich ergehen lassen.

Aber weit gefehlt.
Wie mich Christoph aufklärte, geht es in der Werbung darum, gemütlich im Biergarten zu sitzen und die Bedienung oder der Biergartenbesucher selbst  liefert die Ausrede für Zuhause, das Büro oder wo auch immer.
In Wirklichkeit war der Biertrinker und Radi – Esser gar nicht beim Zahnarzt.

Ach so ist das. Jetzt hab ichs also auch kapiert.

Zwischenzeitlich war ich mehrmals in München und habe nicht nur diese Werbung, sondern auch andere Motive der Kampagne gesehen. Wenn man diese ebenfalls kennt, erschließt sich der Sinn von selbst.

Aber so ganz falsch lag ich nicht.
Auch die Ausrede „Ich brauchte eine Wurzelkanalbehandlung und konnte deshalb erst jetzt nach Hause kommen“ funktioniert natürlich nur, wenn eine solche Behandlung in der Tat nicht in wenigen Minuten über die Bühne geht.
Mit „Ich musste zum Blutdruckmessen, das hat 3 Stunden gedauert“ hätte die Kampagne sicherlich nicht funktioniert.

Offensichtlich ist bei der Paulaner- Brauerei, ihrer Werbeagentur und  vor allem der Bevölkerung (sonst würde die Kampagne nicht funktionieren) angekommen, dass eine Wurzelkanalbehandlung mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist.
Insofern sind die drei Stunden Zeitlimit, die von Fachfremden veranschlagt wurden, wesentlich näher dran an der Realität als die maximal etwas mehr als  30 Minuten, die die Zeitmessstudien der gesetzlichen Krankenkassen als für eine solche Behandlung notwendig angesehen haben, und die gegenwärtig als Grundlage des Zahnarzthonoras dienen.

Machen wir uns nichts vor: Genauso wenig wie dieser halbstündige Zeitrahmen als Ausrede für den Biergartenbesucher funktionieren würde, genauso wenig ist eine schwierige  Wurzelkanalbehandlung in dieser Zeit machbar.

Wäre das nicht ein wenig des Nachdenkens wert, sehr geehrte Entscheidungsträger im Gesundheitswesen? Ist die Diskrepanz zwischen 3 Stunden mindestens auf der einen Seite und 32 Minuten maximal auf der anderen Seite nicht doch deutlich zu groß ? Einfach mal drüber nachdenken.

Diese Werbung würde nicht funktionieren, wenn sie die Realität nicht in nennenswertem Maße wiederspiegeln würde.

Ich werde auf jeden Fall bei meinem nächsten Münchenbesuch dem Nockherberg und der Paulaner -Brauerei einen Besuch abstatten und versuchen, herauszufinden, wer für diese einprägsame Werbekampagne verantwortlich war.

Bierwerbung

Sprechen wir über Werbung

von Hans – Willi Herrmann

Wir sind angekommen in der „Jetztzeit“, was die Zahnmedizin angeht.
Überall prangen sie  uns entgegen, kaum mehr dezent zu nennende Hinweise darauf, wo der Patient vor Ort optimale Zahnmedizin finden könne.

Im Internet.
Klar, die Praxis -Homepage. Haben wir auch.
Die Patienten fragen danach. Nicht alle,  aber immer wieder welche.
Keine Ahnung warum …
Vermutlich weil ein sozialer Druck entsteht.
„Was, dein Zahnarzt hat noch keine Homepage ? Wo gehst Du denn hin ????“

So entsteht Nachfrage nach Dingen, die die Welt eigentlich nicht braucht.
Deshalb gibt es Werbung.

Bei Google wird geworben mit gekauften Anzeigen – Bannern.
Und auch im  virtuellen  „Örtlichen Telefonbuch“ kann es passieren, dass einem der Hinweis auf DEN Zahnarzt vor Ort entgegenblinkt.

Plakatwände in der Innenstadt. Gefühlte 3*4 m gross. In Aschaffenburg.
Oder Werbebanner an Brücken über dem Mittleren Ring in München.
Über 2 oder 4 Farbbahnen hinweg.

Farbige ganzseitige Praxisanpreisungen in einer Wochenzeitung in Bremen oder Düsseldorf.
Teils als redaktioneller Beitrag getarnt, teils offen als Werbung platziert.
Es wimmelt nur so von Spezialisten, Experten.
Alle leisten Außerordentliches.

Dann die Werbung in der U- Bahn. Mittlerweile vermutlich überall in Deutschland dort, wo es U – Bahnen gibt.

Und wie sieht es in der Provinz aus ?
In Städten wie Bad Kreuznach oder anderswo.

Der Einkaufswagen bei Lidl.
Das Plakat blickt mich die ganze Zeit an.
Ich kann den Blick nicht abwenden, zumindest nicht, bis der Wagen fast vollständig gefüllt ist.
An der Kasse, im Eingangsbereich eines anderen  Lebensmittelmarktes  eine Breitwand LCD – Bildschirm Präsentation.
50 Zoll Bilddiagonale mindestens.
Auch hier ein Hinweis auf einen Zahnarzt,  für 10 Sekunden eingeblendet, eingepfercht zwischen Blumengeschäft und Fitnessstudio.

Die Bäckertüte.
Frühstücksbrötchen für zu Hause mit dem dezenten Hinweis auf den Zahnmedizin – Spezialisten.
Der muss aber noch an seinem Printauftritt arbeiten, seine Werbung sieht, schwarz gerahmt, wie eine Todesanzeige aus.

Es gibt die  Ärztetafel.
Kannte ich bis vor kurzem gar nicht.
Das sind Werbeseiten im Telefonbuch, auf denen  jeder Arzt seinen Namen, so groß und bunt er möchte, drucken lassen kann.
Alle stehen drin, kostenlose Einträge ganz klein, wie man es vom Telefonbuch her kennt, und wer es größer möchte, der zahlt und wird dann entsprechend besser in Szene gesetzt.

Und da wäre noch der lokale Radiosender.
Antenne Klein – Puckelmuckel.
„Diese Uhrzeit wird Ihnen präsentiert von der Zahnarztpraxis Dr. Bohrdasloch“.

Ich habe kein Problem damit, das Zahnärzte werben.
Und mit Werben meine ich genau das,was das Wort sagt. Anpreisen. Kunden anlocken.

Aber und dieses „Aber“ ist ein goßes „ABER“, ein fett gedrucktes „Aber„.

Ich denke – und sage  ganz klar – es ist der falsche Weg.
Und in wenigen Jahren sind wir wieder genauso weit wie heute.
Nur größer, bunter, verwirrender und teurer.

Aber  (da  ist es wieder, dieses Wort) das ist okay.
Oh tempora oh mores.
So sind die Zeiten.
Kann, soll  jeder machen, wie er will.

Nach mehr als 15 Jahren Praxistätigkeit, 12 davon  mit  immer wiederkehrenden längeren Aufnahmestopps muss ich jedoch die Frage stellen, warum jemand, der seine Praxis länger als 2 – 3 Jahre seine Praxis hat, werben muss.

Denn nach einer entsprechenden Anlaufzeit (die natürlich von Situation zu Situation unterschiedlich sein kann) muss eine Praxis in der Lage sein, seine Patienten selbst zu rekrutieren.
Soll heißen, für jeden Patienten der zufrieden die Praxis verlässt, gibt es mindestens 2, 3 neue, die dort behandelt werden wollen.

Ich will nicht drüber streiten, wann dieser „tipping point“ erreicht sein wird, aber fest steht für mich, es kommt der Tag, an dem sich diese Situation sich einstellt.

Gute Praxen haben immer zu tun.
Ich kenne keine gute Praxis, bei der das nicht so ist.

Das heisst nicht im Umkehrschluss, dass ein volles Wartezimmer oder lange Wartezeiten eine Beweis sind für eine exzellente Arbeitsqualität.
Definitiv nicht, dafür kann der Patient viel zu unzureichend beurteilen, was in seinem Mund passiert.

Und es heißt auch nicht, dass eine werbende Praxis nicht auch eine exzellente Praxis auch sein kann.

Aber als Patient würde ich schon genau hinterfragen, warum der Werbende dies tut.