Dens Invaginatus (II)

Von Dr. Jana Hüsch 

Vor einigen Wochen konnten Sie hier über den ersten Teil der Behandlung nachlesen. Heute also nun das weitere Procedere

Folglich hielt ich im November 2022 Rücksprache mit einer oralchirurgischen Kollegin. Eine kombinierte Behandlung war in meinen Augen die letzte Möglichkeit hier Zeit und Knochen zu gewinnen. 

Eine Zahnentfernung erachtete ich im Hinblick auf den knöchernen Defekt als ästhetisch sehr schwer zu lösen. Zwar ist eine Maryland-Brücke generell eine schöne minimalinvasive Lösung, allerdings ist in Zukunft ein massives Knochendefizit in der vertikalen und horizontalen Ebene zu erwarten. Auch ein kieferorthopädischer Lückenschluss ist nur mit ausreichend Knochen möglich, da ansonsten lediglich eine Kippung der zu bewegende Zähne erfolgt. An eine Implantation war mit Blick auf das Alter noch lange nicht zu denken. 

Somit folgte Anfang 2023 die Wurzelfüllung mit MTA und kollagenem Widerlager.

Vier Tage danach führten wir die Zystektomie durch. Auf das Einbringen von Knochenersatzmaterial wurde verzichtet. 

Die im Sommer 2023 durchgeführte Kontrolle zeigte zunächst röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis bei vollkommener Beschwerdefreiheit.

Allerdings war der Schleimhautbefund weiterhin nicht blande, wenngleich keine Exsudation oder ein richtiges Fistelmaul festgestellt werden konnte.  

Eine erneute Kontrolle nach 12 Monaten wurde vereinbart.

Die im Januar 2024 durchgeführte Kontrolle zeigte röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis. 

Der Schleimhaut-Befund war hingegen beunruhigend. Die Fistel war wieder aktiv.

Aus diesem Grund riet ich erneut zur chirurgischen Intervention. Von einer Resektion wurde abgesehen. Lediglich das Granulationsgewebe wurde entfernt und die Wurzeloberfläche gereinigt sowie ausgiebig gespült. 

Ende Januar 2025 erfolgte eine erneute Kontrolle. 

Der Patient war weiterhin beschwerdefrei und auch der klinische Befund war unauffällig. Auch der Schleimhautbefund war erstmals erfreulich. 

In der Regio der ehemaligen Fistel ist weiterhin noch eine kleine Einziehung und eine verstärkte Vaskularsierung zu erkennen. 

Ein Gedanke zu „Dens Invaginatus (II)

  1. Hallo Jana und Christoph, spannender Fall! Und toll präsentiert! Warum glaubt ihr, hat es mit der zweiten chirurgischen Intervention geklappt hat? Ich hätte das wahrscheinlich nicht noch einmal versucht…

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