3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (1)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:YAG-Lasers von Fotona – SkyPulse Versa – entschieden.

Warum gerade Laser?
Nach dem Ausfall des SAF-Systems (Self-Adjusting File) habe ich versucht, einen möglichst adäquaten Ersatz zu finden, um die Desinfektion und Reinigung des Wurzelkanalsystems zu optimieren. 
Dabei kam nur die LAI – (Laseraktivierte Spülung mit Er:Yag-Laser) als Verfahren in Frage.

Begründung:
Physikalische Grundlagen
Er:YAG-Laser (2940 nm) werden extrem stark in Wasser und Hydroxylapatit absorbiert, erzeugen im Spülmedium ausgeprägte Kavitationsblasen und photoakustische Schockwellen (PIPS/SWEEPS).
​Diodenlaser (ca. 810–980 nm) werden vor allem von Pigmenten (Melanin, Hämoglobin) absorbiert, dringen tiefer in Gewebe ein und wirken primär photothermisch/antimikrobiell, nicht primär hydrodynamisch. Deshalb wird damit wahrscheinlich keine Smearlayer- und Debrisentfernung erreicht.
Spülwirkung / Debris- und Smearlayer-Entfernung
Er:YAG‑LAI, insbesondere PIPS/SWEEPS, erzeugt turbulente Strömungen, die in In‑vitro‑Studien Biofilm und Smearlayer entfernen können.
​Diodenlaser im „klassischen“ Intrakanal-Modus (Faser im trockenen oder nur leicht feuchten Kanal) zeigen deutlich geringere bis keine Smearlayer‑Entfernung; die Dentintubuli bleiben teilweise verschmiert.

Voraussetzungen für Laseranwendung in der Zahnmedizin:
Die Voraussetzungen für die Laseranwendung in der Zahnmedizin umfassen vor allem fachliche Qualifikationen, rechtliche Schutzmaßnahmen und Geräteanforderungen. In Deutschland müssen Zahnärzte spezifische Fortbildungen absolvieren, um Laser rechtssicher einzusetzen. Alle Anwendungen erfordern strenge Sicherheitsvorkehrungen gemäß MPG, OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) und DGZMK-Richtlinien.
D. h., vor Einsatz eines Lasers in der Praxis sind Fortbildungen und Qualifizierungen notwendig.

Warum Fotona?
Anhand meiner Recherche war die LAI mit PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) nur mit den Geräten von Fotona umsetzbar.
Andere Dental‑Laser können zwar ebenfalls LAI oder „laseraktivierte Spülung“ anbieten, unterstützen aber typischerweise nicht die proprietären PIPS®‑ oder SWEEPS‑Modi von Fotona.
Ob dies von Bedeutung ist, kann ich bis heute nicht sagen, da ich selbst keine Vergleiche gemacht habe und die Studienlage unzureichend bis fehlend ist.

Erfahrung im Umgang mit dem SkyPulse Versa.
Anfänglich hatten wir größere Probleme mit dem Gerät. Auf Wurzelspitze haben wir berichtet.
Nach nun 3 Jahren Erfahrung müssen wir festhalten, dass die Einweisung durch das Dentaldepot nicht optimal war. Auch war die Unterstützung durch Fotona am Anfang nicht optimal. Die Ausfälle des Geräts waren nun mit Abstand betrachtet zu 80 % Anwender- und Wartungsfehler. Im letzten Jahr hatten wir keine Ausfälle, nach Einhaltung aller Wartungsarbeiten und Pflegeintervalle. Prüfungen des Gerätes müssen nach Wartungs-/STK-Protokoll für Lasergeräte nach § 11 MPBetreib m mindestens alle 24 Monate erfolgen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Demnächst mehr…

2 Gedanken zu „3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (1)

Kommentar verfassenAntwort abbrechen