Was zeigt das DVT ? (3)- Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Im hier vorgestellten Fall suchte die Patientin unsere Praxis zur Revision der vorhandenen Wurzelkanalfüllung an Zahn 46 auf. Anlass war eine vor 9 Monaten aufgetauchte, auf Antibiotikagabe ansprechende extraorale, den Unterkieferrand umfassende Schwellung der linken Gesichtshälfte.

Das angefertigte DVT zeigte, den Zahn 46 betreffend, eher unauffällige Verhältnisse.
Zwar weist die distale Wurzel eine kleine apikale Aufhellung auf, als Ursache für eine massive Schwellung, wie von der Patientin beschrieben, erscheint der Befund aber eher atypisch.

Stattdessen zeigte sich im DVT (ein reiner Zufallsbefund wohlgemerkt) das Vorhandensein eines Speichelsteines im Ausführungsgang der Glandula sublingualis bzw. Glandula mandibularis. Der Speichelstein liegt einige Millimeter unterhalb des Mundbodens und ist daher klinisch nicht sichtbar. Selbst nachdem ich weiß, wo er aufzufinden ist, findet sich im Mund zunächst kein Hinweis. Komprimiert man den Mundboden mit dem Fingern oder einem Spiegel zeichnet sich der Speichelstein sichtbar ab, um nach Wegnehmen des Druckes sofort wieder in der sublingualen Tiefe des Mundbodens zu verschwinden.

Therapie
Chirurgische Exzision des Speichelsteines.

Eine Revision der Wurzelkanalfüllung erscheint nicht kausal notwendig, um eine erneute Schwellung zu verhindern, entsprechende Termine wurden gestrichen.

Bildschirmfoto 2013-05-06 um 20.18.38

4 Gedanken zu „Was zeigt das DVT ? (3)- Die Auflösung

  1. Morgen HaWi – Du siehst keine Notwendigkeit einer Revision? Siehst Du dann als Diagnose für 46 den Zahn eher noch in Heilung begriffen? Ich sehe dort distal eine PAC, die ich therapieren würde, wenn in den letzten 12 Monaten keine Revision stattgefunden hat. Herzliche Grüße Stefan

    • Hallo Stefan, hallo Marc,

      sicherlich ist die WK / WF 46 nicht optimal.
      Dennoch glaube ich eher, dass die von der Patientin geschilderte Beschwerdeproblematik von dem Speichelstein verursacht wurde. Das habe ich der Patientin so mitgeteilt und sie hat als Erstmaßnahme zunächst nur die Speichelsteinentfernung durchführen lassen.

      Herzliche Grüße

      Ha -Wi

  2. Lieber Ha-Wi,
    vielen Dank für die Auflösung. Ohne die Anamnese und den Ausbreitungsgrad der Sekundärkaries des Zahnes 46 zu kennen, wird eine Revision der endodontologischen Behandlung grundsätzlich oder vorerst nicht in Erwägung gezogen?
    Herzliche Grüße
    Marc

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