Was zeigt das DVT ? (3)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Die 35 jährige Patientin ist vom Hauszahnarzt überwiesen zur WF – Revision 46.
Ihr zweites Kind ist nun 6 Monate alt und endlich  findet sie  die Zeit zur Vorstellung in unserer Praxis.
In der Schwangerschaft hatte sie eine zwar nur leicht schmerzhafte, aber dafür umso mehr entstellende Schwellung der rechten unteren Gesichtshälfte, den  Unterkieferrand umfassend. Das Geschehen  wurde mit Antibiotikagabe therapiert und verschwand Gott sei Dank nach ein paar Tagen wieder. Zwischenzeitlich kam die Schwellung in geringer Form noch eins, zwei mal wieder, aber kein Vergleich zum Erstbefund und ohne Schmerzen.

Soweit die Schilderungen der Patientin.

Klinisch zeigt sich der Zahn 46 vollkommen unauffällig.
Taschenmessung an 6 Messpunkten ergibt an Zahn 46 Taschentiefen von 2 mm, der Klopftest an 46 ist negativ, der Kältetest natürlich auch.

Hier das Röntgenbild und wieder die Frage nach der Therapie.
Die Auflösung gibt es übernächste Woche.

DVT3-4

10 Gedanken zu „Was zeigt das DVT ? (3)- Der Fall

  1. Da keine Frakturanzeichen vorliegen würde ich auf ein nicht aufbereitetes Kanalsystem tippen. Klassischerweise distal. Middle mesial ist natürlich auch möglich. Bin gespannt. Lieben Gruß

  2. Ich schliesse mich Herrn Bach an, würde aber gern noch wissen ob 47 nach CP, mit der röntgenologisch ursprungslosen Aufhellung zw. d. Apicis klinische Symptome aufweißt, bzw. vital ist. Beste Grüße

      • Lieber Ha-Wi,
        die Röntgenaufnahme zeigt eine apikale Läsion an der mesialen Wurzelspitze des Zahnes 46 und eine etwas ausgeprägtere an der distalen Wurzelspitze; letztere geht nach distal in einen röntgenologisch durchgängig verbreitert erscheinenden Parodontalspalt über. In Höhe des Überganges zwischen dem coronalen und mittleren Anteil der distalen Zahnwurzel des Zahnes 46 kann man eine horizontale Transluzenz interpretieren (je nach Vergrößerung). Apikal der apices von Zahn 47 besteht mittig eine kreisrunde Transluzenz. Über einen Zeitraum von sechs Monaten plus unbekannter Zeitspanne in der Schwangerschaft hätte eine Fraktur nach meiner Erfahrung eine deutliche(re) Läsion des Parodonts nach sich gezogen; zudem konntest Du keine klinische Zeichen einer solchen nachweisen oder eine korrespondierende Sondierungstiefe feststellen. Somit bleibt nur noch der Verdacht einer insuffizienten Wurzelkanalaufbereitung und nicht erfasster Wurzelkanalanatomie; Und die Frage, ob das von Dir übernächste Woche präsentierte DVT therapierelevante Befunde zeigt, was Du unter dem DM nicht hättest erfassen können ;-) Hätte ich ein DVT angefertigt? Dies verrate und begründe ich dann auch übernächste Woche.
        Herzliche Grüße
        Marc

  3. Mesiale Wurzelspitze am 46 sieht knöchernd „ausgeheilt“ aus, oder besser noch auf dem Weg. Distale Wurzel deutlicher apikaler Prozess (ist z.B. die WF überextendiert?), wobei nur ein Kanal gefüllt aussieht. Die WF sieht außerdem im Röntgenbild nicht randständig aus, wahrscheinlich insuffizient mit Reinfektion und eventueller „koronaler Undichtigkeit“ im Cavum.

    Nebenbefunde: Approximalkaries 46 mesial und 45 distal und eine diffuse im Vergleich zum umgebenden Knochen röntgendichtere „wolkige“ Verschattung im ganzen unteren Bildbereich zwischen Wurzelspitze 45 und mesiale Wurzel 47, leider nicht ganz im Strahlengang erwischt.
    Und last but not least: ’nen kleiner röntgendichter Fussel auf Höhe Wurzelspitze 44 :D…

    Beste Grüße!

    Gregor

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