Shit happens. (1)

von Ostidald Wucker

Immer von Erfolgen zu berichten zeigt nicht die Realität. Wir möchten Fälle mit möglichen und unmöglichen Komplikationen sowie vermeidbaren Fehlern vorstellen. Aus Fehlern lernt man am meisten.

Der Patient kam mit Beschwerden und einer Fistelbildungam Zahn 36. Die Wurzelbehandlung wurde vor einigen Jahren durchgeführt und jetzt stand die Frage Wurzelspitzenresektion oder Extraktion des Zahnes. Der Patient wollte den Zahn erhalten.
36 zeigte einen Perkussionsschmerz okklusal, einen deutlichen Aufbisschmerz, keine erhöhten Sondierungstiefen, keinen Lockerungsgrad und einen palpierbaren Druckschmerz im Bereich der distalen Wurzelspitze 36.

Wir rieten dem Patienten zu einem Erhaltungsversuch mittels endodontischer Revision ohne Wurzelspitzenresektion. Die Erfolgswahrscheinlichkeit schätzen wir auf 50%-70%.

Der Patient wollte den Erhaltungsversuch durchführen lassen.
Das vorhandene Inlay zeigte keine Sekundärkaries, so daß wir uns entschieden dies zunächst zu belassen. Die Entfernung des Kunststoffes aus der früheren Zugangskavität gelang recht einfach. Die Guttaperchastifte waren in dem Compositeblock fest „verankert“. Der erste Guttaperchastift distal ließ sich mit einem grazilen Greifinstrument fassen und entfernen. Ebenso schnell konnte der zweite distale Stift gefasst werden. Allerdings gab es kleinen Ruck beim Entfernen.  In entsprechender Vergrößerung stellte sich zwischen den distalen Foramina ein kleines apikal klemmendes Guttaperchastück dar. Wahrscheinlich der kleine Ruck und durch Spülung und Ultraschalleinsatz transportiert. Der Versuch mit einem modifizierten Microopener die Guttapercha zu fassen misslang. Es verschwand noch weiter nach periapikal. Der versuch mesial die Guttapercha im Ganzen mittels Hedströmfeilen zu entfernen misslang ebenfalls. Auch hier verblieb Guttapercha und wurde wahrscheinlich bei den weiteren Entfernungsversuchen ohne Sicht nach periapikal verlagert. Nach 2,5 Stunden Behandlung eine unschönes Ergebnis. Sollten wir den Behandlungsversuch abbrechen?

Wir besprachen es mit dem Patienten und dieser stimmte einem weiteren Versuch zur Entfernung der Guttaperchareste zu.
Wie es dann weiter geht lesen Sie an dieser Stelle in einer Woche…

Kommentar verfassenAntwort abbrechen