Alltäglicher Jammer

von Ronald Wecker

Der Alltag in einer endodontologischen Praxis besteht leider nicht nur aus erfolgreich gelösten Behandlungsfällen und der Freude über positive Langzeit-Recalls.

Immer wieder stellen sich Patientin  zur Beratung vor, bei denen die Erhaltungsfähigkeit der zu beurteilenden Zähne nicht mehr gegeben ist. Oftmals scheint es dabei nach Erhebung der zahnbezogenen Anamnese, dass eine adäquate und dem aktuellen endodontischen Kenntnisstand entsprechende Erstbehandlung einen Zahnerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit ermöglicht hätte.

Besonders frustierend empfinde ich es, wenn an einem Beratungsvormittag gleich drei von vier zu beurteilenden Zähnen als nicht erhaltungsfähig bezeichnet werden müssen.

Hier die „Vertreter“ vom gestrigen Tag:

 

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4 Gedanken zu „Alltäglicher Jammer

  1. Sehr geehrter Herr Kollege,
    vielen Dank für Ihre Bilder. Eigentlich hätten schon die Überweiser hier sehen müssen, dass die Zähne hoffnungslos verloren sind. Jezt hat der Patient auch noch ihre Rechnung an der Backe und die Strahlenbelastung für das DVT eingesteckt.
    Manchmal beschummeln wir ( und ich will mich hier ausdrücklich mit einschließen) uns selbst, wenn wir dem Patienten (und uns) eine eigentlich unberechtigte Hoffnung machen, irgend ein Spezialist könnte die Karre, die wir selbst oder ein Vorbehandler in den Dreck gefahren haben, noch rausholen.
    Liebe Grüße und Frohe Ostern
    Armin Reinartz

    • Sehr geehrter Herr Reinartz,

      Ihr Kommentar beleuchtet trefflich eine Seite der Medaille. Auf der Patientenseite erlebe ich aber in meisten Fällen eine gewisse Erleichterung nun, sicher manchmal schweren Herzens, von einem Zahn zu trennen und eine sehr viel erfolgversprechenderen Therapieansatz zu wählen. Finanziell ist angesichts der Kosten einer implantologischen Versorgung der Aufwand für ein DVT nebst Auswertung und Beratung eher gering einzustufen. Zudem kann in manchen Fällen auch die Implantologin/der Implantologe diagnostischen Nutzen aus der Aufnahme ziehen.

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

  2. Liebe Dres. von Wurzelspitze ,
    Vielen Dank für die vielen interessanten Artikel . Eigentlich müsste man die Röntgenbilder an die Ärzte schicken die diese „tollen “ Endos verbrochen haben . Es gäbe für diese Ärzte hier bestimmt noch jede Menge zu Lernen , ich befürchte aber daß die meisten das gar nicht wollen . Für die meisten Ärzte die ich kenne gibt es nur Einstifttechnik ohne Lupenbrille aber mit viel Sealer – leider ! Dann kommt die obligatorische Wurzelspitzenresektion die in diesem Fall nix bringt – und dann kommt der Patient hoffentlich zu Ihnen …..
    FROHE OSTERN !!!

  3. Schwierige Fälle. Eines ist in meinen Augen aber eine falsche Schlußfolgerung: nicht die meisten Ärzte kennen nur die schnelle Einstifttechnik ohne Lupenbrille, sondern die GKVs… Keiner der hier mitschreibt und vielleicht noch eine „Spezialisierung Endo“ vorweisen kann, wird seine Arbeit zum Kassensatz leisten können (wirtschaftlich gesehen) oder vergüten lassen. Es ist auch sicher nicht so das viele nicht lernen wollen, sondern nicht lernen können (sei es wegen Zeitmangel oder einfachen täglichen Frust wegen der wirtschaftlichen Situation). Klar ist das Schade, aber so will es die Politik. Gut das es nur noch ein paar Jahre so weiter geht (zahnmedizinische Behandlungen werden sicher bis spätestens 2020 aus der „GKV“ ausgegliedert ;D), dann heißt es nur die ersten Hungerjahre überleben…

    Zu den Fällen oben: schade das eine Revision/Endo hier nichts mehr retten kann…

    Viel Spass allen trotz solcher Ereignisse,

    Gruß Gregor

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