Da ist guter Rat teuer (I)

von Bonald Decker

aktuell behandeln wir eine Reihe (für uns) nicht ganz alltäglicher endodontischer Problemfälle. Anbei unser jüngster Fall eines Dens in dente…

die Messaufnahme erfolgte mit einem ISO 010 Instrument.

Messaufnahme_ Dens in dente

Messaufnahme_ Dens in dente

Die weitere Präparation erfolgte bis zur Größe 30.05.

Das prä-operativ angefertige DVT zeigt die wahre Anatomie dieser „Laune der Natur“

Für Tipps und Erfahrungswerte hinsichtlich des zu wählenden Obturationsverfahrens etc wäre ich den WURZELSPITZE-Lesern sehr dankbar…

 

7 Gedanken zu „Da ist guter Rat teuer (I)

  1. Hallo Herr Decker,

    hier kommt man sicher in den Bereich, wo man medizinisch machbares und medizinisch notwendiges voneinander trennen muss. So wie der Kanal des Dens in dente in seinem apikalen Drittel nach vestibulär abknickt, werden Sie nicht aufbereiten können, sondern eher perforieren, die Einlage eines Medikaments halte ich eben deswegen aber für wenig erfolgversprechend- aber nicht für unmöglich. Ein schönes Grenzfall!

    Frohe Ostern!

    KT

      • Hallo Herr Kaaden,

        ich hätte mich wahrscheinlich auch für eine modifizierte Wurzelbehandlung entschieden, in diesem Fall aber tatsächlich retrograd, wie von Herrn Schmidt schon angesprochen. Bei pubmed finden sich mittlerweile auch abstracts zur Kombination von MTA mit Emdogain, wobei sich aus den wenigen Artikeln keine Handlungsempfehlung ableiten lässt.

        Schöne Grüße an Bonald verbunden mit dem Wunsch, diesen Fall auch mal wieder im Recall zu sehen! :)

        VG,

        KT

          • Hallo Herr Kaaden,

            da wir hier ja „nur“ an Hand der vorliegenden Röntgenbilder/ des DVT´s Therapiestrategien entwerfen, ohne den Patienten je selbst gesehen zu haben, mag die Diskussion mehr theoretischen Charakter haben.
            So würde ich hier ohrtograd den Wurzelkanal des Dens in dente aufbereiten (hat er eine eigene Zugangskavität oder wurden beide Kanäle trepaniert?), den Verschluss des periradikulären Foramens würde ich aber retrograd vornehmen und darauf von orthograd konventionell verschliessen. Da die Anatomie des Wurzelkanals des Dens in dente im Bereich seines Foramens doch recht weit erscheint, halte ich die Idee von Herrn Schmidt zumindest als Option für möglich.
            Retrograd heisst ja nicht mit der dicken Rose wahllos zu fräsen und zu zerstörne, wie das von Gregor S. zurecht angeführt wurde, es gibt mittlerweile auch brauchbare mikrochir. Instrumente, die einen grazilen und defektbezogenen Zugang ermöglichen. Eine Verbindung zwischen beiden Kanälen halte ich an Hand der Rö-Bilder für nicht ausgeschlossen…

            Zu Emdogain und MTA:

            http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19482184

            Wie ich oben schon ansprach, ist natürlich hier das medizinisch notwendige dem medizinisch machbaren gegenüber zu stellen, auf Grund der Seltenheit solcher Fälle wäre mir keine Überlebensstudie zu dieser Therapie bekannt.

            VG,

            KT

  2. Ein resorbierbares schirmchen durch den Kanal ziehen mit MTA gegen das schirmchen kondensieren und nach Aushärtung das schirmchen mit Sollbruchstelle abtrennen, und Loch im MTA wieder mit MTA füllen. Oder einfach chirurgisch retrogad

  3. Hm, entweder „klassisch“ mit MTA, oder vielleicht mal einen von diesen „bioceramischen Sealern“ (Sealer und Putty) probieren? In den engen Verhältnissen möchte ich aber nicht versuchen chirurgisch retrograd was zu machen, da richtet man doch sicher eher mehr Schaden an….

Kommentar verfassenAntwort abbrechen