Was zeigt das DVT (4) – Resorptionen – Die Antworten – Fall 1

von Hans – Willi Herrmann

Fall 1

Resorption-2

Fall 1 war für mich angesichts des vorliegenden Röntgenbildes von Dezember 2011 eindeutig eine externe Resorption. Dezentral gelegen, unsymmetrisch, Ränder ausgefranzt, der Wurzelkanal in seiner Kontinuität erhalten.

Ein weiteres, exzentrisch angefertigtes Röntgenbild bestätigte die Vermutung einer externen Resorption.

Der Patient kam mit leichter extraoraler Schwellung im Bereich der rechten Wange. Im Bereich von 13 war die Wange druckdolent, der Druckschmerz hielt nach Palpation dann auch etwas länger an. Die Situation bestand seit etwa einer Woche, wobei die Schwellung im Laufe der letzten Tage zugenommen hatte.

Mit dem Heidemann-Spatel unter Dentalmikroskop- Kontrolle habe ich nach der externen Resorption gesucht und diese auf der palatinalen Seite gefunden, deutlich subgingival.

In der Behandlungssitzung wurde zunächst nach Anästhesie aufgeklappt, der bis an die Knochengrenze reichende Resorptionsdefekt präpariert und adhäsiv mit Floxkomposit verschlossen.

Anschließend wurde die Krone an Zahn 13 trepaniert und die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.

Den Zustand nach Defektdeckung und endodontischer Behandlung zeigt das WF – Kontrollbild von Januar 2012 .

5 Gedanken zu „Was zeigt das DVT (4) – Resorptionen – Die Antworten – Fall 1

  1. Hi,
    Eine Frage: Wurde TCA verwendet, um das resorptive Gewebe komplett zu entfernen, oder ist das Photo ER4 nach Phosphorsäureätzung?
    Alles in allem ein richtig schöner Herodontics Fall. Hut ab. Gab es Gedankenspiele, doch ein prä OP DVT durchzuführen? Gerade bei Resorptionsfällen scheint es für mich wenigstens sehr hilfreich zu sein, in „was“ ich da reingehe – gerade wenn der Zugang vielleicht wie in diesem Fall sich schwierig gestalten kann.

    Viele Grüße
    Christian

    PS: Wer von den Wurzelspitzekollegen fährt auf die ESE? gern auch per pm
    PPS: Wie sind die Erfahrungen mit der Nex5n ?

  2. Ich habe eine Handvoll Fälle in vergleichbarer Weise behandelt, die beobachtende Erfahrung zeigt leider, dass die Prognose solcher Zähne unsicher ist und die resorptiven Prozesse häufig wieder auftreten je tiefer die Resorption apical lag und die Zähne dann nach wenigen Jahren verloren gehen.

    • Hallo Herr Pröbster,

      sicherlich ist die Prognose des Zahnes 13 nicht vorhersagbar, aber bei relativ überschaubarem Aufwand (Aufklappung, Füllung, WK/WF) erhalten wir in diesem Falle dem Patienten nicht nur seinen Zahn, sondern auch noch seine Brücke 13-21.
      Ich für mich selbst würde den Versuch auch wünschen, da bin ich bei dem Patienten. Das Implantat und die nachfolgend notwendig werdende ZE -Neuversorgung bleibt dadurch ja unbenommen. Der Patient weiss, das normalerweise der Zahn 13 extrahiert werden würde.

      Herzliche Grüße

      H.W. Herrmann

      • Lieber Herr Herrmann, ich stimme völlig mit Ihnen überein, gerade um das Überleben von Zahnersatz zu verlängern, mache ich das genauso. Vor Jahren war nur meine Hoffnung, dass man damit dauerhaft solche Zähne erhalten kann, viel größer. Heute kläre ich darüber auf, dass nicht vorhersehbar ist, ob und wann Resorptionsvorgänge wieder einsetzen. Und ein Implantat, steht ja ab dem Zeitpunkt der Implantation auch unter Risiko, so dass man dieses Risiko mit der zwar auch risikobehafteten Behandlung der Resorption auf einen späteren Zeitpunkt verlegt – was in der Summe eine höhere Überlebenszeit der Versorgungen ergibt.

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