Oster-„Ei“

von Bonald Decker

Geschickt wurde uns der Patient, weil seinem Hauszahnarzt die Kombination aus großer apikaler Aufhellung und unvollendetem Wurzelwachstum nicht „geheuer“ war.

Einige Tage vor Erstvorstellung bei uns hatte der junge Patient (16 Jahre) eine submuköse Schwellung Regio 12 entwickelt, die sich durch die Trepanation des Zahnes 12 drainieren liess und so schnell rückläufig war. Ferner wurde dem Patienten ein Antibiotikum verschrieben.

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis einige Tage nach Behandlungsbeginn war keine Schwellung mehr ersichtlich. Über den offenen Zahn entleerte sich (weiterhin) geringe Mengen Sekret.

Röntgenologisch zeigte sich folgendes Bild:

Die weitere Untersuchung ergab, dass auch Zahn 11 devital war und eine apikale Parodontitis aufwies. Ferner imponierte ein diskretes Fistelmaul mesio-palatinal (!). Die Zähne 13 und 14 reagierten bei der Sensibilitätsprobe positiv. Anamnestisch lag im Alter von ca. 11 Jahren ein Frontzahntrauma in der entsprechenden Region vor (wahrscheinlich komplizierte Kronenfrakturen).

Folgende erste Therapieschritte wurden von uns nach eingehender Darlegung aller Optionen durchgeführt.

Therapie:
Anästhesie, Gruppen-Kofferdam-Applikation; Trepanation Zahn 11 und Modifikation der Zugangskavität Zahn 12, Ultraschallaktivierte Spülung mit NaOCl, EDTA und CHX, medikamentöse Einlage (CaOH2) nach Trocknung der Kanalsysteme und fehlender Sekretion, provisorischer Verschluss (Cavit&Ketac molar) der Zugangskavitäten.

Leider entwickelte sich bereits einige Tage danach erneut eine Schwellung in Regio 12. Daraufhin wurde Zahn 12 erneut eröffnet und bei fortlaufender Sekretentleerung nicht wieder verschlossen.

Ein Schritt, der bei uns zur absoluten Ausnahme zählt…

Um ein besseres Bild von der tatsächlichen Ausdehnung des Entzündungsprozesses zu haben wurde daraufhin eine DVT-Aufnahme der Region angefertigt.

Schnell scheint (uns) bei der Betrachtung der Bilder klar, dass eine alleinige nicht-chirurgische orthograde Behandlung wenig (bis gar nicht) erfolgsversprechend sein wird.

Daher ist jetzt ein kombiniertes Vorgehen aus „chirurgischer“ Dekompression (wie z.B. hier nachzulesen) und anschließender endodontischer Behandlung geplant. Eine mögliche Penetration des Nasenbodens durch die große Osteolyse hätte diesen Behandlungsplan übrigens (wohl) zunichte gemacht.

Die weiteren Nachuntersuchungen müssen dann zeigen, ob dieser eingeschlagene „konservative“ Weg den gewünschten Erfolg zeigen wird.

Eines scheint aber klar… alle anderen Behandlungsoptionen (z.B. Zystektomie) bedeuten weitreichende und gravierende Konsequenzen für den jungen Patienten.

Neue LED – Beleuchtung für Zeiss Pico

von Hans – Willi Herrmann

Seit einiger Zeit gibt es eine nachrüstfähige LED – Beleuchtung für das ZEISS Pico – Dentalmikroskop. WURZELSPITZE- Gastautor Andreas Habash hat hier und  hier darüber berichtet.

Ich hatte am Wochenende im Rahmen eines Arbeitskurses in Dresden die Gelegenheit, mit einem Zeiss Pico + LED- Licht aktueller Generation zu arbeiten. Es ist schon bemerkenswert, wie viel besser sprich leuchtstärker die LED´s für die Mikroskope geworden sind in den letzten Jahren. Und LEDs haben gegenüber Halogen und Xenon schon eine Reihe von Vorteilen (Geräuschentwicklung, Lichtfarbe, Preis, Alterungsbeständigkeit der Lichtleistung, Haltbarkeit).
Allerdings – in der hohen Vergrößerung war es dann aber ziemlich dunkel in der Kavität. Von den Tiefen des Wurzelkanals einmal ganz abgesehen.

Da trifft es sich gut, dass eine neue,  lichtstärkere Generation an LED- Einschüben für das ZEISS Pico in den Startlöchern steht.

Erste Bilder (man beachte die Seriennummer) habe ich nachfolgend angeführt.

Weitere Informationen zu Preis und Liefertermin gibt es bei Hanchadent.

Spanish Holiday (2)

von Ostidald Wucker

Letzte Woche haben wir berichtet, wie es in diesem Fall begann.
Für mich, als Behandler war diese Situationen unangenehm. Trotz aller Mühe kein Behandlungserfolg.

Als erstes gab mir der Patient mit vorwurfsvollen Blicken die Rechnung des spanischen Kollegen.

190,23 €.
Notfallbehandlung.

Schmerz Zahn 46 (!)  – nicht 47.

Der Patient schilderte mir gerade seine Erlebnisse beim Kollegen in Spanien. Unmengen an Eiter hat dieser ausgespült. Drei mal.
Ich unterbrach ihn und sagte, daß mich das überrascht.

Der Zahn 46 war zufälligerweise bei der Behandlung von 47 auf einer „mißglückten Messaufnahme“ zu erkennen. Es waren keine Veränderungen röntgenologisch sichtbar und die neue Krone mit dem bei uns wurzelbehandeltem Zahn ist intakt.
Der spanische Kolleg hat richtig diagnostiziert, daß es nicht der von uns zuletzt behandelte 47 war. Dieser war vollkommen symptomlos. Im aktuellen Röntgenbild konnte man Veränderungen apikal und im Bereich der Bifurcation erkennen.

aktuelles Röntgenbild

46 war provisorisch mit Cavit verschlossen. Dieser Verschluss war undicht. (1) Auf Grund der kurzfristig freigemachten Behandlungszeit konnten wir die Behandlung von 46 beginnen.

Nach Entfernung des Cavits aus der Kroneneröffnung (2) zeigten sich ein Zugang zur mesialen Wurzel und ein Zugang zur distalen Wurzel. Das Pulpadach konnte auf Grund der zu kleinen Zugangseröffnung nicht komplett entfernt werden und die Kanaleingänge waren nicht vollständig dargestellt (3). Nach Erweiterung der Zugangskavität und Darstellung der Kanaleingänge und initialer Erschließung und Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte eine Kalziumhydroxideinlage. Distobuccal in Höhe der Kanaleingänge zeigte sich eine 3-4 mm große kugelförmige Kavität, welche ein Resorptionsgeschehen vermuten lässt (4, 5).
Der Zahn wurde danach mit Komposit verschlossen und ein Behandlungstermin vereinbart. Demnächst mehr.

Neustart (V) – Spiegel

von Christoph Kaaden

Im Zuge einer Praxis-Neugründung bzw. eines Umbaus stehen eine Vielzahl (um nicht zu sagen eine „Unmenge“) an zu treffenden Entscheidungen an. Dazu zählen u.a. auch die Auswahl von diversen Einrichtungsutensilien.

Wie zum Beispiel der Badspiegel… ein nicht unwichtiges, wie sensibles Thema, dass viel mit „Geschmackssache“ zu tun hat

Hier unsere Wahl:

Modell: Vernissage

Bestellt bei Lionidas.

Individuell nach Mass gefertigt.

Kosten pro Stück: 150 Euro
Wie ich finde ein gutes Preis – Leistungsverhältnis

Auch, wenn die Lieferung ein paar Wochen auf sich warten liess… können wir sie uneingeschränkt empfehlen…

P.S.: Den Tipp für diesen Onlineanbieter habe ich (wie könnte es anders sein, Florian Krekel zu verdanken)

Von Mücken und Elefanten

von Hans – Willi Herrmann

Wie immer, wenn es neue Entwicklungen in der Endodontie, wie auch generell in der Zahnmedizin gibt, finden sich kritische Stimmen.
So wie diese hier zum DVT.
Der Kollege Rüdiger Osswald schreibt (als Kommentar zu diesem Beitrag von Ronald Wecker)

„Sehr geehrter Herr Wecker,
Sie zeigen gelegentlich wirklich sehr interessante Fälle. Aber bei allem Respekt, in Ihren Berichten entwickeln Sie die Tendenz, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen: Von “dem ganzen Ausmaß der knöchernen Destruktion” kann hier doch wirklich keine Rede sein. Hier ist gar kein Knochen zerstört. Es handelt sich vielmehr um eine einfache Aufhellung, will heißen, der Knochen ist teilweise entzündlich demineralisiert, die Knochenstruktur jedoch in allen Bereichen noch sehr gut erkennbar. Das DVT übertreibt wie üblich. “

Tatsächlich ist es genau umgekehrt.
Das konventionelle Röntgenbild (gleich ob Zahnfilm oder OPG) untertreibt.

Es macht also gewissermaßen, um beim Zitat zu bleiben, aus einem Elefanten eine Mücke. Wir wissen das seit 1961, seit den legendären Artikeln von Bender und Seltzer (Roentgenographic and direct observation of experimental lesions in bone).
Als Jene Unterkiefer großzügig von Songiosa befreiten, dieses Vorgehen im Röntgenbild jedoch unerkannt blieb, sofern man  die Kompaktaschicht des Knochens intakt liess.

Und jeder, der WSR´s durchführt, weiss, dass ein scheinbar kleiner Defekt im Röntgenbild in Wirklichkeit als ein großer raumfüllender Prozess sich herausstellen kann.
Oder wir entdecken nach Extraktion eines Zahnes ein „Granulom“, an der Wurzelspitze hängend, dessen Existenz oder wahre Größe im 2D- Röntgenbild nicht auszumachen war.

Wer also ist näher an der Wahrheit ?
Das DVT oder der Zahnfilm ?

Das DVT.  Und – es wird sich durchsetzen.

Weil es etwas kann, was wir auf konventionellem Wege nicht adäquat erreichen können. Weil es einen Mehrwert bietet, uns nämlich in die Lage versetzt, in den Kiefer hineinzuschauen.

Auch das Dentalmikroskop konnte sich etablieren.
Es hat  15 Jahre gedauert, aber es ist geschehen.
Ein bemerkenswerter Erfolg, wenn man bedenkt, welche Investitionssummen hier im Raum stehen. Und dass man per se mit dem Dentalmikroskop kein Geld verdienen kann und CEREC – Gerät und Dentallaser, obwohl früher gestartet und als zusätzliche lukrative Einnahmequelle von den Herstellern angedient,  es bis heute nicht geschafft haben, ihre Daseinsberechtigung nachdrücklich zu beweisen.

Meine Prognose ?
In 10 Jahren ist das DVT Röntgenstandard in der Zahnarztpraxis.
Es wird dann vermutlich keine Neueinrichtung endodontisch oder implantologisch Tätiger geben ohne DVT.

Für mich ist das DVT eine wichtigere Neuerung als digitale Zahnfilme oder das OPG per se.

Warum ?
Ob digital oder analoger Zahnfilm, die Unterschiede, die Diagnostik betreffend, mögen vorhanden sein, aber rechtfertigen sie allein schon den Umstieg ?

Und ein OPG mag eine einfache und schnelle Röntgenmöglichkeit des gesamten knöchernen Kauapparates ermöglichen, aber in der überwiegenden Zahl der  Fälle liefern Zahnstaten aus Einzelfilmen mindestens adäquate Befundungsmöglichkeiten. Geht nur nicht so schnell und komfortabel.

Das DVT hingegen gibt uns neue Einblicke.
Für die Implantologie, für die Endodontie.
Für Diagnose, Fallauswahl, Therapieplanung, Kontrolle.

Es wird unser Arbeiten in Zukunft ein stückweit neu ordnen, ihm seinen Stempel aufdrücken, es prägen, vielleicht sogar für eine Reihe von Dingen unentbehrlich werden.

Der Amerikaner beschreibt das als „game changer“, was sagen wir ?
Akzente setzen, die Spielregeln verändern ?

Ganz egal, wie wir es nennen, es bleibt spannend.
2022 wissen wir mehr.

wenn’s schnell kleben soll …

von Christian Danzl

Kerr hat mit Vertise Flow ein „selbstklebendes“ lichthärtendes Komposit auf den Markt gebracht und ihm sogar eine Webseite spendiert (ob es von anderen Herstellern ein ähnliches Material gibt, weiss ich nicht).
Wenn ich ehrlich bin, hab ich schon lange auf so ein Material gewartet und sofort mal eine Spritze zum Testen bestellt.

Meine Einsatzgebiete wären:

  • Abdecken bzw. Fixieren von Calciumhydroxid oder MTA bei einer direkten Überkappung. Das wäre deutlich einfacher als mit Harvard oder einem Liner.
    Anschliessend kann man ätzen und bonden, ohne Wartezeit.
  • direktes Abdecken von MTA bei einer WF oder Perforation

Ob sich das – wie gewünscht – durchführen lässt, weiss ich noch nicht, ich werde berichten.

Kerr empfiehlt das Material jedenfalls unter anderem als

  • Liner
  • Fissurenversiegler
  • Milchzahnfüllungsmaterial
  • Keramikreparatur

Lt. Hersteller soll eine erste dünne Schicht mit einem Pinsel aufgebracht werden, ähnlich einem One-Bottle-Bondingsystem, diese aushärten, dann weiter applizieren (siehe Anwendungsvideos auf der Homepage).

Reunited

von Ronald Wecker

2 Monate nach einem Freizeitunfall stellte sich der 8 jährige Patient mit einer akuten symptomatischen apikalen Parodontitis an Zahn 21 in unserer Praxis vor.

Die Erstversorgung erfolgte damals in einer Universitätszahnklinik. Zahn 21 zeigte eine komplizierte, Zahn 11 eine unkomplizierte Kronenfraktur. Nach radiologischem Ausschluss einer Querfraktur wurden die Dentinwunden an beiden Zähnen mittel Glasionomerzement versorgt. Die freiliegende Pulpa wurde mit CaOH2 abgedeckt.

Klinisch zeigte sich eine deutliche Schwellung des Vestibulums an Zahn 21. Der Zahn war stark berührungsempfindlich. Die mit Kälte und elektrischem Reiz durchgeführte Sensibilitätsprüfung fiel an 21 negativ aus. Die Zähne 32-42 sowie Zahn 11 reagierten reproduzierbar positiv.

Das angefertigte Röntgenbild lässt ein nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum an 11 und 21 sowie eine infektionsbedingte externe Resorption distal an Zahn 21 erkennen.

Nach Erläutern der zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen stimmten die Eltern dem Vorschlag einer regenerativen Behandlung von 21 zu.

In Lokalanästhesie wurde der Zahn eröffnet; das gesamte Pulpakavum war mit zähem putriden Sekret gefüllt. Nach ausreichender Irrigation wurde eine „Double-Mix“-Einlage bestehend aus Ciprofloxacin und Metrondiazol eingebracht und der Zahn adhäsiv verschlossen.

Bei der Wiedervorstellung eine Woche später war Zahn 21 völlig symptomfrei. In der etwas gelösteren Atmosphäre des zweiten Termins kam die Sprache noch einmal auf den Unfallhergang. Beiläufig fragte ich, ob denn damals irgendwelche Zahnfragmente aufgefunden worden waren.

„Ja, und die haben wir zu Hause in einer Dose mit steriler Kochsalzlöung nass gelagert.“

So kam es, dass eine weitere Woche später, nachdem in Lokalanästhesie unter optischer Vergrößerung vorsichtig die vorhandene GIZ-Füllung von Zahn 11 entfernt werden konnte, das Bruchstück und der Zahn wieder adhäsiv vereint werden konnten.

In der Zukunft werde ich auch bei länger zurückliegenden Fraktur-Verletzungen der Zahnhartsubstanz nach dem Verbleib der Fragmente fragen.

Über den Verlauf der Regenerationsbehandlung von 21 und das Behandlungsergebnis wird an dieser Stelle berichtet werden.

Spanish Holiday (1)

von Ostidald Wucker

Der Patient kam sofort nach seinem Spanienurlaub in unsere Praxis. Er war sonnengebräunt und schien bestens erholt zu sein. Trotzdem sah man sofort – er war aufgebracht.
Die neue Krone mit dem gerade erst wurzelbehandelten Zahn musste aufgebohrt werden. Alles vereitert. In Spanien – im Urlaub! Dabei war der Zahn doch so gut wie neu.
In seiner Empörung wedelte er dabei mit der Rechnung des spanischen Kollegen.

Zur Vorgeschichte:
Der Zahn 47 wurde von uns 2011 behandelt. Zuvor hatten wir 2006 (!) eine Notfallbehandlung auf Grund einer akuten Pulpitis durchgeführt. Unter erheblichem Zeitdruck wurde damals die Kronenpulpa entfernt und Ledermix eingebracht. Ein Kontrolltermin und Weiterbehandlungstermin wurde vereinbart.
Zum Kontrolltermin war der Patient beschwerdefrei.
Auf Grund der Besserung hat er die von uns dringend empfohlene Weiterbehandlung abgelehnt. Damit hatte er fast 5 Jahre ohne empfundene Probleme gelebt.

Das konnte nicht gut gehen. Es kam, wie es kommen musste. Erneut stellten sich Beschwerden ein. Nun konnten wir die Behandlung durchführen.

Dieser untere zweite Molar hatte ein konfluierendes Kanalsystem und zeigte eine massive Infektion. Die Behandlung gelang mit den üblichen Mitteln:

  • abgesichertes Arbeiten unter Koffersdamisolation und vollständiger mikroskopgestützter Behandlung mit präendodontischem Aufbau in Adäsivtechnik,
  • Gestaltung einer endodontische Zugangskavität
  • Erschließung und Erweiterung des Kanalsystems mit Nickeltitanfeilen unter permanenter elektronischer Längenmessung,
  • intensive ultraschallaktivierte Natriumhypochlorid-Spülung,
  • Beseitigung von Debris durch den Einsatz von Zitronensäure,
  • vertikaler,thermoplastischer modifizierter Wurzelfüllung nach Herbert Schilder und adhäsiver Verschluss der Zugangskavität.
Und nun. Alles futsch? In Spanien ein flare up? War das möglich?
Hier die Behandlungsbilder. Die Fortsetzung demnächst an dieser Stelle.

47

Neustart (III) – Kinderkrankheiten (I)

von Christoph Kaaden

Zu unserer “Multi-Media”-Ausstattung des Behandlungszimmers habe ich bereits an dieser Stelle berichtet…

nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass eine solche Ausstattung auch eine Kehrseite hat…

eine Kehrseite, die das tägliche Arbeiten (sehr) erschwert oder im schlechtesten Fall unmöglich macht…

in unserem Fall trifft dies z.T. auf die „PC-Anlage“ im Behandlungszimmer zu…

und so kämpfen wir mit den „Kinderkrankheiten“ eines Neustarts…

eine dieser möchte ich heute vorstellen…

Im Rahmen unserer Behandlungszimmerplanung galt es u.a. die „Hinterkopf-Behandlungszeile“ zu konzipieren.

Nach eingehender Beratung und Besprechung über unsere Anforderungen folgten wir den Empfehlungen von Dental-Depot und Möbelfirma (spezialisiert auf die Einrichtung von Zahn-/Arzt-Praxen).

Hierzu zählte u.a., dass man (wir) den PC des Behandlungszimmers in einem der Oberschränke unterbringen solle. Dies schien uns aus diversen Gründen eine gute Idee.

Das Thema „Wärmeentwicklung“ sollte durch die (liebevoll) „ausgeschnittene offene“ Rückwand des Schrankes „gelöst“ werden…

Diese „Lösung“ bzw. „Empfehlung“ erwies sich bereits nach kürzester Zeit als „Wunschdenken“.

Als Konsequenz schaltete sich der PC nach recht kurzer Betriebsdauer automatisch ab, um eine Überhitzung zu vermeiden. Somit war damit u.a. auch das Anfertigen von Röntgenbildern unmöglich.

Ein Punkt, der insbesondere in einer „Endo-Praxis“ von grosser Bedeutung ist…

als „Lösung“ des Problems würde uns von der Einrichtungsfirma vorgeschlagen, weitere „Lüftungsöffnungen“ in Decke und Boden des PC-Fachs bohren zu lassen, um so eine bessere Luftzirkulation zu erlauben…

gesagt, getan…

das Resultat…

fünf Löcher, (quasi) null (positive) Wirkung…

extrem unbefriedigend…

aus verschiedenen Gründen.

Ein „ständig“ abstürzender PC, der z.T. dazu führte, dass man Patienten nicht wunschgemäss behandeln konnte.

Man könnte auch sagen …

„Alptraum“

und das für gut 12.000 Euro, die man in die Behandlungszeile investiert hat…

die Lösung des Problems verdanke ich einem extrem findigen und engagierten Kollegen und Freund der sich eine kleine Ventilator-Einheit für unseren PC-Schrank ausgedacht und dann ge-/eingebaut hat.

Dr. Florian Krekel

Im Zuge unserer Blog-Staffel “ Neustart“ werden Sie diesen Namen noch häufiger lesen… was daran liegt, dass Florian uns nicht nur bei der Bewältigung der PC-Wärmeentwicklungs-Krankheit geholfen hat, sondern auch noch diverse andere kleine und grosse Wunder bei uns vollbracht hat…

hier aber zunächst seine Lösung unseres PC-Wärme-Problems.

Ein Einbau von fünf (vier oben und einen unten) kleinen Ventilatoren zur besseren Luftzirkulation. Um die Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten hat Dr. Krekel ferner eine Silikonunterlage zwischen Schrankholz und Lüfter eingelegt.

Die Ventilatoren stammen von der Firma Papst  und haben einem Durchmesser von 60 mm (Typ 612Fl (mit 12 V und 19 m3/h bei gerade mal 16db).

Bestellt hat er diese bei www.pcsilent.de

Und so sieht das Ganze jetzt  fertig aus…

Die Temperatur innerhalb des PC-Fachs misst ein kleiner Thermostat, der bei Übersteigen der eingestellten „Kerntemperatur“ das Lüftersystem aktiviert (und nach Abkühlung auch wieder abschaltet).

Seit dem beschrieben Einbau ist das Wärme-Problem für uns gelöst und erlaubt nun endlich einen reibungslosen Behandlungsablauf.

Eigentlich hätte ich gedacht (oder besser erwartet), dass sich die „Dental-Profis“ im Vorfeld darüber Gedanken gemacht habe (wenn man es so verkauft)…

aber (leider) weit gefehlt…

umso dankbarer bin ich unserem „Retter“ für seinen Erfindungsgeist und sein Engagement…

D A N K E

Florian

und nicht nur dafür…

;-)

Ungewöhnliches Röntgenbild

von Hans – Willi Herrmann

„Ungewöhnliches Röntgenbild“ – so tituliert ein Kollege seine Mail und führt weiter aus:

„Hallo Herr Dr. Herrmann,

seit langem verfolge ich den Wurzelspitze Blog, auch wenn ich eher von der oralchirurgischen „Konkurrenz“ bin.

Ob folgendes etwas für die Wurzelspitze ist weiß ich nicht, aber vielleicht können sie weiterhelfen:

Ich habe von einem Überweiser das Rö vom Anhang bekommen, laut seiner Aussage ist der Zahn klinisch unauffällig, vital, der Pat kann sich an keinen Eingriff o.ä. erinnern.

Eine Erklärung habe ich für die röntgenopake Struktur leider nicht in petto.

Könnte man das Bild evtl auf Wurzelspitze stellen und dort zum „Ideensammeln“ veröffentlichen?

Vielen Dank schon mal für ihre Antwort,

Grüße von der anderen Seite des Wurzelkanals ;-)“

Das tun wir doch gerne und auch ich bin gespannt, was an Rückmeldungen zum Bild kommen wird.

Wasserschaden – endlich abgewickelt

von Christian Danzl

So nun ist der Wasserschaden vom August letzten Jahres endlich komplett abgewickelt.

In der Nacht zum 4. August letzten Jahres ist ein Warmwasserzirkulationsrohr in der Zwischendecke über dem Büro und dem Wartezimmer gerissen. Mehrere Stunden lief heisses Wasser durch die Deckenlampen in Büro und Wartezimmer.

Schaden:

  • Server und Bürocomputer standen „im Regen“
  • Teppichboden vollgesogen
  • Büromöbel (Schreibtische, Schränke) haben sich über den Teppichboden auch vollgesogen
  • Trockenbauwände nass
  • abgehängete Decke (Trockenbau) incl. Einbaulampen durchnässt und unbrauchbar
  • mehrere elektrische Geräte zerstört

Zu tun war:

  • Computer erneuern, Server neu aufsetzen
  • Teppichboden raus
  • Trockenbaudecke runter
  • Wände anbohren um Trocknungebläseanschliessen zu können
  • Bautrocker und Gebläse um die Wände zu hinterlüften
  • nach Trocknung (2 Wochen) neuer Boden
  • Büromöbel wieder provisorisch Aufgestellt
  • Wände neu tapeziert und gestrichen
  • neue Trockenbaudecke
  • neue Büromöbel

Es hätte schlimmer kommen können, aber der „saugende“ Boden (in diesem Bereich ist Teppichboden auf einer Fehlbodendecke verlegt) hat den Totalausfall verhindert, der Teppich saugte sich voll und liess das Wasser ins untere Stockwerk durch. So hatte das Wasser nicht die Möglichkeit bis in die Behandlungszimmer vorzudringen und dort alle Möbel und die Behandlungseinheiten unbrauchbar zu machen. Somit haben sich mehrere hundert Liter Wasser nicht in der gesamten Praxis verteilt, sondern sind „abgeflossen“. Was den Schlecker Markt unter meiner Praxis nur bedingt erfreut hat.

Ich hatte schon oft überlegt, den Teppichboden durch einen PVC-Boden zu ersetzen, nach dieser Erfahrung, habe ich diese Idee wieder komplett verworfen.

Ein Gutes hat die Sache natürlich: Das komplette Büro und die Rezeption ist neu und auf die neuen Bedürfnisse angepasst.

Hingezogen hat sich alles von Anfang August bis Anfang Januar, da sich die Gutachter der Versicherungen und einige wenige Handwerker teilweise sehr viel Zeit liessen um auf der Baustelle zu erscheinen.
Zum Schluss hat sich auch die Versicherung beim Zahlen schön Zeit gelassen, obwohl die Rechnungen nicht höher waren als die Kostenvoranschläge, und diese waren schon im September bewilligt.

Ärgerlich. Aber überstanden.
Eine interessante Erfahrung, ohne die ich allerdings auch leben könnte.

 

Was Sie sich immer schon gewünscht hatten … Bestellung mit AERA

von Frank Lobeck


Wie bestellen Sie den Bedarf für Ihre Praxis?

Meist auf einem der beiden folgenden Wege:
• Der freundliche Stammberater von IHREM Dentaldepot kommt turnusmäßig vorbei, praktischerweise hat er eine Liste der von Ihnen regelmäßig bestellten Produkte bei sich, er weiß Ihre übliche Verbrauchsmenge bis zum nächsten Besuch, weist Sie auf Staffelrabatte, Neuigkeiten und vergessenen Zusatzbedarf hin. Es geht schnell, einfach und bequem, einen oder zwei Tage später erhalten Sie eine Lieferung, am Monatsende eine Sammelrechnung mit Ihrem persönlichen, großzügigen Sonderrabatt auf die Listenpreise.
• Eine Helferin taucht für ein bis zwei Tage in ein Meer von Katalogen, Internetrecherchen, Verpackungen, Bestellnotizen etc. ab. Preise, Mengen, Konditionen, Zuverlässigkeit werden so gut wie möglich geprüft, schließlich eine oder mehrere Bestellungen per Telefon, Mail, Fax oder online aufgegeben.
Seit mehr als 10 Jahren gibt es eine dritte Methode.
Wenn Sie sie kennen gelernt haben, werden Sie keine der beiden anfangs genannten jemals mehr in Betracht ziehen. Wollen Sie heutzutage einen Flachbildschirm, eine Urlaubsreise oder ein Möbelstück erwerben, geben Sie es gewohnheitsmäßig bei einem Preisvergleichsportal im Internet ein. Für „Materialien des täglichen privaten Gebrauchs“, etwa Lebensmittel oder Kleidung, funktioniert das weniger gut, es gibt niemanden, der die aktuellen Preise in eine entsprechende Online-Liste eingeben würde, dafür sind diese „Materialien“ einfach zu preiswert. Außerdem gibt es Discounter, die eigentlich jedes angebotene Produkt zu einem sehr ähnlichen Preis wie andere Discounter und zu einem deutlich geringeren Preis anbieten, als „Nicht-Discounter“. Dieses „Problem“ der grundsätzlich zu preiswerten Produkte tritt allerdings im Dentalbereich bekanntermaßen grundsätzlich nicht auf.

Jetzt stellen Sie sich vor, es gäbe eine Software für (fast) ALLE zahnärztlichen und zahntechnischen Verbrauchsmaterialien, Instrumente, Geräte, Ersatzteile … Sie könnten von allen führenden und weniger führenden Allround-Depots, Dental-Handelsverbünden, Versendern undkleinen Depots alle Angebote an einer Stelle ansehen. Sie könnten ein Produktnamen eingeben (ich gebe zu, die Suchfunktion ist nicht so luxuriös, wie bei Google, leider gibt es hier keine „fuzzy logic“ mit „meinten Sie?“) und seinen Preis bei all diesen Anbietern (manchmal nur wenige, bei gängigen Produkten oft bis zu 50 verschiedene) vergleichen. Sie erhielten eine Auflistung nach Stückpreis geordnet, könnten Verpackungen und Staffelungen ablesen, Sonderangebote erkennen, eigene Rabatte eingeben, Versandkonditionen abfragen, einen Warenkorb anlegen…
Wäre das nicht schön?
Tatsächlich gibt es das. Der(kostenlose) AERA-Onlineauftritt bietet diese Möglichkeiten, das (kostenpflichtige) Programm AERA noch viele weitere bis hin zum Materialwirtschafts-System, deren Darstellung den Rahmen hier sprengen würde.
Hier soll es zunächst um den entscheidenden Aspekt gehen, den Preisvergleich. Betrachtet man die Flut der Werbeprospekte von Dentalhändlern, die ständig in die Praxis flattern, wird eines schnell klar: Zahnärzte sind geil auf Rabatte. Da gibt es Osterrabatt und WM-Rabatt, Mengenrabatt, Rollkoffer und Kosmetikgutscheine, Dekogeschirr und Handtaschen – bis hin zum I-Pad und Quad bei entsprechender Bestellsumme.
Zentrale Funktion von AERA ist deshalb eben der Preisvergleich. Diverse Produktkataloge, aber auch Sonderangebote werden entweder von den Anbietern selbst zugeliefert, oder von AERA aus gedruckten Firmenkatalogen eingepflegt. AERA selbst gibt die Zahl der Angebote mit einer Million an, die Zahl der Lieferanten mit 300.
http://www.aera-online.de/Asps/Film.asp?gFilm=AO_Neueinsteiger (4 Minuten)
Sie werden es kaum glauben:
Jedes Material, jedes Instrument, jedes Gerät können Sie zu sehr unterschiedlichen Preisen erwerben. Unterschiede von 100 % sind häufig, auch der Faktor 3 ist gar nicht so selten.
Was aber nützt Ihnen der tolle „persönliche“ Rabatt von 40 % auf einen Preis, der leider beim Doppelten der Preise im günstigen Anbieterdrittel liegt?
Auch nach Jahren intensiver Nutzung ist es immer wieder eine „Erleuchtung“, wenn man feststellt, dass beispielsweise der Set mit dem Spezial-Matrizenspanner für die vorbombierten Bänder mit dem „Kunststofftönnchen“ für 110 € erstanden werden kann – oder aber auch für 220 €. Eine Tube Abformmaterial für 15 € oder für 25 €, ein Karton mit 3000 Falthandtüchern für 17 € oder für 35 € und so weiter, etc. pp. Das Schönste ist dabei, dass man – ganz nebenbei – oft auch noch entdeckt, dass es neben dem preiswerten hochpreisigen Produkt – etwa kabellosen Polymerisationslampen verschiedener Firmen von 700 Euro bis 1200 Euro – an dem Sie bereits durch den Preisvergleich mehrere Hundert Euro sparen können, auch noch Niedrigpreis-Geräte gibt – für 200 Euro! Ja, und die sind teilweise ganz genauso gut (wir haben zwei verschiedene inzwischen seit 2 Jahren im Einsatz), wie die ganz teuren.
Wir hatten nach schlechten Erfahrungen mit einem „Marken“-Gerät von einem deutschen Hersteller (zweiteiliges Kunststoffgehäuse quoll an der Naht durch die Wisch-Desinfektion irreparabel auf) und teilweise guten Erfahrungen mit einem anderen „Markenprodukt“ (nahtlose Metallhülse, hier jedoch Probleme mit mehrfach defektem und teuer zu ersetzendem Akku) uns für ein „Billig“produkt mit ebenfalls nahtloser Metallhülse entschieden. Es ist praktisch baugleich (ja, mit Softstart, Pulsmodus, einstellbarer Dauer, Tonsignal, LED-Display, Ladegerät, schickes Design …) zum zweitgenannten Gerät, für seinen Anschaffungspreis von um die 200 Euro bekommen Sie bei der anderen Firma aber gerade mal anderthalb Ersatzakkus.
Für diese Preisunterschiede muss ein Zahnarzt teilweise schon ein Weilchen bohren, und bei fünfstelligen Bestellsummen im Jahr kommen da schon ein paar tausend Euro Ersparnisse zusammen.
Warum ich Ihnen das erzähle? Weil ich hoffe, dass die steigende, geballte Kaufkraft der wachsenden Zahl preisbewusster Zahnärzte (bis jetzt vielleicht ein Viertel?) die „Mondpreise“ gewisser Depots bald der Vergangenheit angehören lassen.
Der Schlusssatz gebührt AERA selbst: „Lieber zu AERA, als zu teuer“.

Erzeugung eines Ferruleeffektes durch Extrusion eines Frontzahnes postendodontisch

von Chevan Sterf

Am 15.5.2010 stellte ich einen Fall eines Frontzahnes 21 vor, der mit einem sehr langen Metallstift postendodontisch versorgt worden war und nach bakterieller Kontamination eine apikale Läsion mit Fistelung ausbildete.
Damals gelang es, den Stift zu entfernen und im Rö Recall eine biologische Ausheilung der Fistel und des Defektes nachzuweisen.
Knapp 1 Jahr später entschloss sich die Patientin, meinen Empfehlungen zu folgen und etwas für die Stabilität der künstlichen klinischen Krone zu tun.
Der Zahn war bis subgingival zerstört; der präendodontische Kompositaufbau in Kronenform endete somit fast auf Knochenniveau. Stabilität und Hygienefähigkeit waren sehr schlecht.
Um eine Krone mit dem Abstand der notwendigen biologischen Breite des marginalen Zahnhalteapparates zum Knochen und um eine Fassung des Zahnes apikal des Aufbaus um 1-2 mm zu realisieren ( Ferruleeffekt), mußte ein Eingriff in dieser Zone geplant werden.
Eine klinische Kronenverlängerung kam aufgrund der Frontästhetik und der Stumpfrestlänge nicht in Betracht. Somit wurde eine kieferorthopädische Extrusion durchgeführt: Die Zähne 23 – 12 wurden mit Bracketts beklebt und dadurch gezielte Kräfte zur Extrusion von 21 ermöglicht. Binnen drei Wochen wurden die zervikalen Gingivafasern regelmäßig alle 3-4 Tage durchtrennt, um so eine gezielte isolierte Extrusion nur des Zahnes und nicht samt des Knochens zu ermöglichen.
Nach einer Retentionsphase von 3 Monaten wurden Langzeitprovisorien für die Zähne 12-22 umgesetzt, um alte insuffiziente Kronen und die Zahnfleischästhetik zu optimieren. Die Kronen 12,11 und 22 waren stark subgingival extendiert ohne anatomische Präparation und wiesen abstehende, traumatische Ränder.

Der Zahn 21 bot nach der Extrusion ideale Präparationsbedingungen: 2mm Stumpffassung waren ohne Gingivatraumatisierung präparierbar!

2D vs. 3D (XIII)

von Ronald Wecker

Das es sich in vorliegendem Fall um eine Invagination handelt wird bereits beim Betrachten des digitalen Einzelbildes klar.

Seit ca. 4 Wochen bemerkt die Patientin eine vestibuläre Druckdolenz. Die apikale Aufhellung lässt auf eine Pulpanekrose schließen.

Die Sensibilitätsprüfung der Zähne 22 bis 11 war …. POSITIV! Ausser einer geringen palpatorischen Druckdolenz zeigten sich keine weiteren klinischen Symptome.

Das angefertigte DVT zeigt einmal wieder die wahre Ausdehnung der knöchernen Destruktion. Es gibt allerdings auch für die Therapie wichtige Hinweise.

Die Invagination ist mesiopalatinal gelegen und reicht, schmelzausgekleidet, bis über das mittlere Wurzeldrittel hinaus. Im DVT deutlich zu erkennen ist eine kleine, an der distalen Wand der Invagination gelegene, Abzweigung, die in der nierenförmigen Einziehung der Wurzelspitze von 22 endet.

Eine Vitalerhaltung der Pulpa des weiter bukkal gelegenen Hauptkanals wird angestrebt.

Crystal Tips – noch ein Update

von Olaf Löffler

Wir haben die Crystal Tips seit einer Weile im Einsatz.

Berichtet wurde bereits hier darüber.
Bei uns in der Praxis hat sich aus der Not heraus eine Improvisationslöung ergeben, welche wir den Lesern von Wurzelspitze nicht vorenthalten wollen.

Gerne setzen wir den Stropko Irrigator mit dem Luer-Look Adapter ein um besonders graziele Luftauslässe zu bekommen. Leider sind die Adapter recht teuer. Deshalb haben wir eine begrenzte Anzahl in der Praxis vorrätig.

Nun haben wir eine Improvisationslösung für Engpässe gefunden.

Wir nehmen einen Crystaltip und schieben auf diesen eine Skini Syringe. Diese hält auf Grund der Biegung des Crystalips. Da die Skini Syringe etwas dicker als der Tip ist strömt etwas Luft seitlich heraus. Trotzdem kommt noch genügend Luft aus der Kanüle, welche auf den Adapter der Skini Syringe aufgeschraubt wurde.

Ordentliches „Loch“ – Teil II

von Bonald Decker

vor Kurzem hatten wir hier den ersten Teil unseres Fallberichtes veröffentlicht.

So ging`s weiter…

Nach erfolgter Revision, MTA-Perforationsdeckung und chemo-mechanischer Reinigung des Kanalsystems in der ersten Sitzung folgte im zweiten Termin (bei vorhandener Beschwerdefreiheit) der Abschluss der Behandlung.

Zunächst die Kontrolle des MTA auf vollständige Aushärtung:

Anschliessend erfolgte die Wurzelkanalfüllung und die postendodontische Kompositrestauration…

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Wir sind gespannt, wie sich der Zahn zukünftig „bewähren“ wird und hoffen auf einen WURZELSPITZE-Recallbeitrag zu diesem (für uns nicht alltäglichen) Fall

:-)

Nutzung von Teflonband bei der Herstellung eines direkten Brückenprovisoriums

von Maik Göbbels

Es gibt Situationen, bei denen ein Patient im Anschluss an die Extraktion eines Zahnes im Frontzahngebiet einen herausnehmbaren Interimsersatz bis zur definitiven Versorgung nicht wünscht. Alternativ ist in diesem Fall das Beschleifen der Nachbarzähne und nach Extraktion die sofortige Versorgung mittels direktem Brückenprovisorium möglich. Bei dessen Herstellung ist es problematisch, wenn frische Extraktionsalveolen mit dualhärtendem Kunststoff in Verbindung treten. Gleichzeitig bietet das Koagulum nicht ausreichend Widerstand und es kommt mitunter zu Auspressungen von Kunststoff in die Alveole.

Um dem entgegen zu wirken bietet sich hier die Verwendung von Teflonband an. Nach Beschleifen der Nachbarzähne und Extraktion des betreffenden Zahnes muss zunächst die Ausbildung des Koagulums abgewartet werden. Zur Beschleunigung der Bildung und für eine festere Konsistenz kann man ein Gelatineschwämmchen (Gelastypt) in die Alveole einlegen. Anschließend wird die umgebene Gingiva mit einem Tupfer getrocknet. Jetzt lässt sich ein Stück Teflonband problemlos über der Alveole platzieren und mittels Kugelstopfer zur Aufnahme eines Pontics ausformen (Bild 1). Das Band schützt die Extraktionswunde bei der Herstellung des direkten Provisoriums (Bild 2). Nach Eingliederung und Entfernung der Zementüberschüsse kann es leicht unter der provisorischen Brücke herausgezogen werden (Bild 3).

DVT oder kein DVT?

von Christian Danzl

Hier auf Wurzelspitze erscheinen regelmässig Artikel, die die Vorteile eines Dentalen Volumentomographen im Bereich der Endodontie aufzeigen.
Wir alle hier sind von den Möglichkeiten, die so ein Gerät für die Diagnosenstellung bringt, begeistert. Es lassen sich Behandlungen, bei denen 2D-Röntgenbilder zu wenig Informationen bieten, einfach besser planen – oder eben auch vermeiden.
Neben den Vorteilen gibt es aber auch Nachteile, von denen die Strahlenbelastung mittlerweile eher zu den geringeren Übeln zählt. Ich sehe als den größten Nachteil momentan noch den Anschaffungspreis für ein gutes Gerät – aber auch das wird besser.

Einige Leser jedoch sind der Meinung dass ein DV-Tomogramm für eine Wurzelkanalbehandlung/Revision keine entscheidenden Vorteile bringt, die die Nachteile – welche auch immer – aufwiegen.

Heute nun eine Frage an Sie, liebe Leser, wann halten Sie den Einsatz für ein DVT in der Zahnheilkunde für gerechtfertigt?

Take Our Poll

Licht und ein wenig Schatten

von Ronald Wecker

Die junge Patientin stellte sich erstmals 10 Monate nach einem an Zahn 21 erlittenen Frontzahntrauma vor. Ausser einer unkomplizierten Kronenfraktur, die bereits alio loco mittels Komposit versorgt worden war, zeigte der Zahn eine geringe vestibuläre Druckdolenz und war achsial und lateral perkussionsempfindlich.

Zwei Monate vor der Erstvorstellung hatten starke Beschwerden eingesetzt, woraufhin in der Praxis des Hauszahnarztes nach Trepanation des Zahnes eine Einlage mit CaOH2 und der temporäre Verschluss mit Glasionomerzement erfolgte.

Das präoperativ angefertigte digitale Einzelbild zeigt neben einer apikalen Aufhellung ein im Vergleich zum alio loco angefertigten Bild unmittelbar nach Trauma kein weiteres  Voranschreiten des Wurzelwachstums.

Aufgrund des weit offenen Foramens wurde trotz der bereits erfolgten Applikation von CaOH2 der Versuch einer regenerativen Therapie unternommen.

CaOh2 soll nach den bisher zur Verfügung stehenden Erkenntnissen negative Auswirkungen auf die in der apikalen Papille befindlichen Stammzellen (SCAP) haben. In der ersten Behandlungssitzung zeigte sich nach initialer Irrigation jedoch apikal ein deutlicher „Gewebestumpf“. Da ein Stillstehen des weiteren Wurzelwachstums im jetzigen Stadium die mechanische Prognose des Zahnes langfristig deutlich kompromittieren würde, wurde der Behandlungsplan einer Apexifikation mit MTA nach kurzer Abstimmung mit den Eltern intraoperativ zugunsten einer möglichen Apexogenesis abgeändert.

Nach Entfernung der CaOH2-Reste und intensiver ultraschallunterstützter Irrigation mit NaOCl wurde eine antibiotische Paste, bestehend aus Ciprofloxacin und Metronidazol eingebracht und der Zahn dentinadhäsiv verschlossen.

10 Tage später war der Zahn klinisch vollkommen symptomlos. Nach Spülung mit EDTA und Entfernung der antibiotischen Einlage wurde mit einem Microopener eine Blutung aus der apikalen Papille induziert. Da die Anästhesie bei diesem Vorgehen in der zweiten Sitzung mit adrenalinfreiem Anästhetikum erfolgt, war das Kanallumen bald mit dem aufsteigendem Blut gefüllt.  Bis hier hin schien alles optimal zu verlaufen.

Um die Applikation des MTA zu erleichtern, wurde eine dünne Kollagenabdeckung zugeschnitten und auf das Koagulum platziert. Nach kurzer Zeit war das Kollagen mit Blut durchtränkt. Und jetzt wurde es schattig.

Offensichtlich war das Koagulum noch nicht stabil genug, denn das nach der Erstellung der MTA Abdeckung angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche, nahezu zylindrische Extrusion des MTA -Plugs in das Koagulum.

4 Monate nach Abschluss der Behandlung war der Zahn weiterhin beschwerdefrei. Ein Voranschreiten des Wurzelwachstums konnte radiologisch nicht beobachtet werden.

Der Schatten schien das anfängliche Licht zu verdrängen.

Heute nun das Recall 14 Monate nach Behandlung. Zur großen Freude des Verfassers zeigte der Zahn neben einem normalen Klopfschall und fehlenden klinischen Symptomen ein deutlich vorangeschrittenes Wurzellängen- und Wurzeldickenwachstum.

Über die weitere Entwicklung wird an dieser Stelle berichtet werden.

Fortsetzung (Das Jahr des DVT)

von Bostidald Wucker

Bereits hier haben wir den Fall vorgestellt. Die Patientin suchte unsere Praxis erstmals auf Grund akuter Beschwerden Ende 2011 auf. Die Behandlung erstreckte sich über einen längeren Zeitraum, da die Patientin im Ausland arbeitete.

Nach Abschluss den endodontischen und parodontologischen Behandlung Zeit für eine Zwischenvorstellung.

Die begonnene Wurzelbehandlung zeigt keine Verbesserung der Symptome. Deshalb wurde ein DVT angefertigt. Auf dem DVT konnte ein frakturiertes, jedoch noch verbliebenes Wurzelzementfragment erkannt werden. Dieses wurde operativ entfernt und mit Komposit der Defekt verschlossen. Die Fistel verschwand innerhalb von wenigen Tagen. Ein vertikaler und lateraler Perkussionsschmerz verblieb. Nach apikaler Aufbereitung auf #60 (Mtwo 60.04) infolge chronischer Sekretion und Einlage von Pulpomixine ( leider nicht mehr lieferbar) konnte eine rasche Besserung der Symptomatik beobachtet werden. Abschließend erfolgte die Wurzelfüllung und der adhäsive Verschluss.

Die konservierend/prothetische Versorgung wird nach parodontologischem 6 Monatsrecall geplant. Die Ästhetik ist deshalb derzeit ein Kompromiss. Es gelang zumindest die rosafarbene Verfärbung großteils mechanisch zu entfernen.

Die Patientin ist schmerz- und symptomfrei. Sondierungstiefen wurden p.o. noch nicht ermittelt.

Was also tun? – Teil I –

Bonald Decker

Der nachfolgende Fall wurde uns vor einiger Zeit zur weiteren Ursachenabklärung und möglichen Therapie überwiesen. Laut des zuweisenden Kollegen (sowie des ca. 11-jährigen Patienten und Eltern) stellte sich die Situation (anamnestisch) wie folgt dar:

“                                                                                                                                             

  • Z.n. Trauma beim Fußballspielen vor mehreren Wochen; danach habe sich Zahn 12 einige Tage “wie Gummi” angefühlt
  • Aktuell jetzt Taschenabszess Regio 12 mit Sondierungstiefe bis zum „Anschlag“.
  • Radiologisch ausgedehnte Osteolyse zwischen 12 und 53
  • Der Abszess wurde gestern und heute über die Tasche mit CHX gespült, daraufhin war die Schwellung rückläufig. 
  • Der Patient  nimmt seit gestern Isocillin Saft.

Folgende Befunde und Therapievorschläge merkte der Zuweiser an:

  • „Im Zahnfilm meine ich eine Querfraktur an 12 zu erkennen
  • Im OPT sieht Zahn 53 frakturiert aus
  • Vielleicht erst mal 53 raus machen und abwarten? Wäre natürlich besser, wenn dieser die Ursache wäre, aber die buccale Knochenwand über dem 12 ist vollständig aufgelöst….
Hier die Röntgenaufnahmen der entsprechenden Situation:

Klinisch ergab die Erstuntersuchung der Region bei uns als „Besonderheiten“ einzig negative Sensibilitätstests an den Zähnen 53 und 12. Alle anderen Befunde waren zum Untersuchungszeitpunkt unauffällig…

Was also tun?

Wie lautet die Diagnose und wie sehe Ihre Therapie aus ?

Interview Dentalzeitung – Vollständiger Text

von Hans – Willi Herrmann

In der „Dentalzeitung“ 1 2012 ist ein Beitrag über WURZELSPITZE erschienen.

Diesem lag ein Interview zugrunde, dass mit der Redakteurin Frau Christinn Bunn geführt wurde. Da der Artikel, hier als PDF downloadbar ( Interview_Herrmann), aus Platzgründen dieses in seiner Gesamtheit nicht wiedergeben kann, nachfolgend das vollständige Interview:

Herr Dr. Herrmann, im Jahr 2008 gründeten Sie das zahnmedizinische Blog „Wurzelspitze“. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Blog und wie kam es zustande? 

Ich bin seit 1998  zahnmedizinisch im Internet unterwegs, sei es in nationalen Email – Newsgroups wie zum Beispiel in der „Zahnmed“ – Liste des Wallenhorster Kollegen Michael Logies, oder in internationalen Foren wie „Dentaltown“ des US – Kollegen Howard Farran. 

2001 habe ich, nach dem Vorbild von ROOTS, einer Emailliste des kanadischen Endodontologen Ken Serota, mit ENDONEWS die erste deutschsprachige Internet – Newsgroup zum Thema „Endodontie“ ins Leben gerufen.

In all dieser Zeit habe ich, wie viele andere auch, Tausende von Mails geschrieben. Der Wissensgewinn durch diese Art des fachlichen Erfahrungsaustausches ist außerordentlich, setzt aber auch einen enormen Zeitaufwand voraus, sowohl für das Lesen wie auch noch viel mehr für das Verfassen der jeweiligen Beiträge.

Umso frustraner ist es daher, daß als systembedingter Nachteil dieser Art der Kommunikation  die gesendeten Mails der Nachwelt in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Das hat zur Folge, daß bestimmte Themen als zahnmedizinische Dauerbrenner immer wieder als Fragen im Verteiler auftauchen. Diese Redundanz wirkt auf Dauer ermüdend, sowohl für die Schreiber, die es irgendwann leid werden, auf immer wiederkehrende Fragen erneut zu antworten, wie auch für den schon länger im Emailverteiler anwesenden Leser, den die häufigen Wiederholungen langweilen.

Als Gegenstück dazu gibt es Internet – Foren, in denen im Sinne eines digitalen Nachrichtenbretts Fragen gestellt und beantwortet werden. Einmal geschriebene Einträge sind hier dauerhaft nachlesbar, allerdings fehlt die direkte Kommunikation der  Teilnehmer untereinander. Während Email – Groups von ihren Mitgliedern zumeist kontinuierlich gelesen werden, sucht man Info- Foren in der Regel nur gezielt mit einer bestimmten Fragestellung auf und hält keinen direkten Kontakt zu den Redakteuren.  

Ein Blog, gewissermaßen die virtuelle Variante eines Tagebuchs oder in unserem Falle einer fachbezogenen Tageszeitung bewegt sich zwischen diesen beiden Extremen. Er liefert kontinuierliche, im Idealfall tägliche  Informationen, so daß der Leser regelmäßig die Blogseiten aufsucht, wie er ja auch in einer von ihm abonnierten Fachzeitung in jeder Ausgabe blättert. Darüber hinaus gestattet die Kommentar- Funktion die Kommunikation von Leser und Autor, die zudem automatisch niedergeschrieben und für die Nachwelt erhalten wird. 

So entsteht im Laufe der Zeit eine Wissenssammlung mit assoziierter FAQ- Sammlung, die sich im Idealfall permanent aktualisiert.

Ziel des WURZELSPITZE- Blogs, den ich zusammen mit den Kollegen Christian Danzl, Christoph Kaaden, Olaf Löffler und Jörg Schröder 2008 gründete und den wir gemeinsam  mit einer Reihe von Gastautoren betreiben, sollte es daher sein,  im Praxisalltag erworbenes zahnmedizinisches Wissen für alle wissbegierigen Kollegen niederzuschreiben und damit festzuhalten und weiterzutragen. 

Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Endodontie. Denn dies ist das Teilgebiet in der Zahnmedizin, auf dem wir uns seit vielen Jahren sehr engagiert bewegen und unsere Erfahrungen auch seit all dieser Zeit in Fortbildungen weitergeben. Das Internet ist demnach eine folgerichtige virtuelle Erweiterung unseres Tuns.

 

Hört sich danach an, dass Sie das Internet als solches schon immer als optimale Plattform für einen kollegialen Austausch betrachtet haben, lange Zeit jedoch das perfekte Medium fehlte, welches dann ab dem Jahr 2004 durch eine regelrechte Blogging-Welle aus den USA nach Deutschland kam ?

Stimmt, ich schätze das Internet sehr, weil es uns Zahnärzte, die wir systembedingt als Einzelkämpfer in unseren „Bohrhöhlen“ vor uns hin eigenbröteln, aus der anonymen Einsamkeit befreit,  mit gleichgesinnten Kollegen verknüpft und zwar weltweit. 

So hat sich vor 14 Jahren im Internet mit der bereits erwähnten ROOTS – newsgroup eine weltweite virtuelle „endodontic community“ etabliert, die zunächst Erfahrungen via Email austauschte und dann als folgerichtigen nächsten Schritt Kongresse ausrichtete, so dass es zur realen Begegnungen der Gruppenmitglieder kommen konnte.

So inspirierend diese Kommunikationsform auch war, im Laufe der Zeit zeigten sich aber auch Nachteile und Schwächen dieser Kommunikationsform. Die Zeit war reif für etwas Neues. Mit der von Ihnen erwähnten Blog- Welle hat das nichts zu tun. Wir haben WURZELSPITZE nie als Modeerscheinung konzipiert, vielmehr ist das Blog für uns nur ein äußerst praktisches Medium der zahnmedizinischen Informationsvermittlung, denn es ist sehr einfach und umfassend zu nutzen.

 

Wie ging es nach der Gründung des Blogs weiter – Wie lang hat der Aufbau eines festen Leserstammes gedauert und wie ist die Resonanz heute?

Alles braucht seine Zeit, dass ist im virtuellen Leben nicht anders als im realen.  Zu Beginn stiessen Leser  vermutlich nur durch Zufall via Suchmaschinen auf unseren Blog, denn WURZELSPITZE wurde bewußt nie aktiv beworben. Ich bin der Meinung (das trifft für ein virtuelles Printprodukt, wie  WURZELSPITZE im gleichen Maße zu wie für eine Dienstleistung, wie sie eine Zahnarztpraxis darstellt) dass sich Qualität durchsetzt oder das entsprechende Produkt vom Markt verschwinden sollte und dies auch irgendwann tut. Werbung hätte nur einen kurzfristigen, nicht einen dauerhaften nachhaltigen Erfolg, den wir als ideellen Lohn unserer Arbeit anstreben.

 

Sind Sie zufrieden mir den Visits und Page Impression?

Wir sind mit knapp 1500 Besuchen im ersten Monat gestartet und landen nun regelmäßig bei über 25.0000 – 30.0000 Besuchen pro Monat, mit  knapp 40.000 Besuchen pro Monat als bisherigem Maximum.  Das sichert uns fast täglich einen Platz in den Top 100 der deutschsprachigen WordPress-Blogs. Wenn man es  sogar unter die Top 20 dort schafft, wie es uns 2011 mehrere Male gelungen ist, dann ist das schon außerordentlich. Schließlich handelt es sich bei WURZELSPITZE um einen Nischenblog mit extrem kleiner Zielgruppe, der kein Interesse auf breiter Ebene wecken kann. Und was unsere Zugriffszahlen angeht, brauchen wir selbst den Vergleich zu etablierten Webangeboten aus dem professionellen Dentalpresse- Bereich nicht zu scheuen, was umso bemerkenswerter ist, weil wir die Arbeit für das Blog  nicht hauptberuflich betreiben, sondern lediglich zusätzlich zu unserer Praxistätigkeit am Ende des Arbeitstages und am Wochenende.

 

Sie erwähnen den enormen Zeitaufwand, den ein Social Media Projekt nach sich zieht. Jeden Tag neuen Content für die Leser schaffen – das ist sicherlich  anstrengend neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Zahnarzt? Woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Darüber sollte man besser nicht sinnieren, denn sonst kommt man schnell ins Grübeln, inwieweit und ob überhaupt der notwendige Zeitaufwand und der Nutzen in einer noch akzeptablen Relation stehen. 

Dem ist nicht so, um die Antwort gleich vorwegzunehmen, insofern können sie uns zu Recht Utopisten oder naive Träumer nennen. 

Aber – wir sind, auch nach vielen Jahren des Berufslebens weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass kleine Dinge einen wertvollen qualitativen Unterschied machen können und – jetzt gehe ich von der Zahnmedizin weg und werde global, abstrakt – daß die Welt ein bisschen besser wird, wenn jeder von uns ein paar kleine Dinge nicht für sich, sondern für  Andere tut.

Ich hatte das Glück, in entscheidenden Phasen meiner Berufstätigkeit Kollegen zu treffen, die mich durch ihr Werken nachhaltig geprägt haben. Einer davon ist Gary Carr, ein berühmter US- Endodontologe, der unter anderem maßgeblich die Etablierung des Dentalmikroskopes in der Endodontie vorangetrieben hat. Er sagte mir: „Um ein erfülltes Berufsleben zu haben, musst Du  4 Dinge tun: 

1. Hochwertig arbeiten

2. Dich ständig weiterbilden

3. Klinische Forschung betreiben

4. Dein erworbenes Wissen weitergeben.“

Und genau das tun wir mit WURZELSPITZE.

 

Wir halten also fest, dass das Web 2.0  gegenwärtig ein wichtiges soziales Kontaktmedium ist. In der Ärzteschaft stößt Social Media oft noch auf Widerspruch. Wie stehen Sie zu der zunehmenden Dynamik der modernen Medienlandschaft?

Es wird sie vielleicht überraschen, aber im Bezug auf die Medizin sah ich in der Auflösung des Werbeverbotes von Beginn an jede Menge Problematiken und Nachteile, welche die wenigen Vorteile bei weitem überwiegen. Die Möglichkeiten  von Social Media und Web 2.0  expotenzieren in der Tat noch die Folgen. Den Ärzten muss klar sein und da genügte bereits vor 15 Jahren ein Blick über den großen Teich, dass Werbung zunächst und unmittelbar der Werbeindustrie dient. 

Werbung macht Sinn, sofern  Alleinstellungsmerkmale vorhanden sind, die herausgestellt werden können. Je weniger dies der Fall ist, umso ineffizienter werden die Werbemaßnahmen, von kurzzeitigen Aha- Effekten abgesehen. Und diese Situation sehe ich bei gefühlten 98% der Zahnarztpraxis – Homepages gegeben. So verkommt der Werbeinhalt  zur Ansammlung wohlklingender Worthülsen und Phrasendrescherei. Eine teure und nutzlose Geldverschwendung. 

Für jemanden, der wirklich was zu sagen hat,  wären in der Tat die neuen Medien eine interessante Möglichkeit, Patienten anzusprechen. Ich benutze bewußt den Konjunktiv, denn ich bezweifle,  dass es in solchen Fällen Werbemaßnahmen bedarf. Die beste „Werbung“ ist immer noch die Mundpropaganda zufriedener Patienten und solche Kollegen haben eher das Problem, keine Patienten mehr aufnehmen zu können.

 

Der aufgeklärte E-Patient wird von Ärzten als Gefahr wahrgenommen. Viele sind der Meinung, dass das Wissensmonopol der Mediziner durch die für Laien im Internet verfügbaren Informationen ins Wanken gerät. Ihr Blog ist auch für Patienten find- und lesbar. Fürchten Sie keine „Besserwisser“?

 Im Gegenteil. In Zeiten wie diesen, in denen die Zahnmedizin zunehmend zur überwiegenden Selbstzahlertherapie verkommt, ist ein aufgeklärter, wissender Patient eine Conditio sine qua non für eine zeitgemäße zahnmedizinische Therapie. Und das nicht nur aus forensischen Gründen, sondern auch, ganz pragmatisch, weil der Patient die Therapie, „seine“ Therapie bezahlen muss. 

WURZELSPITZE ist allerdings ein Blog, das sich nicht an den Patienten richtet, sondern an zahnmedizinische Kollegen. Würde ich einen patientenzentriertes Blog einrichten, so würde ich es völlig anders, nämlich an den Bedürfnissen des Patienten ausgerichtet, konzipieren. 

 

Wie geht es weiter mit „Wurzelspitze“, was kommt nach dem Web 2.0?

Ich glaube, daß nach dem großen Hype bei Facebook & Co des „Alle  leben Alles öffentlich“ eine Rückbesinnung auf ´s und ein Rückzug ins Private folgen wird. Das wird das Web 2.0 nicht überflüssig machen, aber ihm seine eigentliche Rolle zuweisen, es ist kein Selbstzweck, sondern lediglich ein (im Moment grotesk überschätztes) Kommunikationsmedium. Für WURZELSPITZE sehe ich als weitere Schritte zunächst die Zusammenführung virtueller und realer Welten. Unser Blog ist eine Sammelstelle engagierter Zahnmediziner, die unter konventionellen Bedingungen sich nie zusammengefunden hätten. Wenn wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich persönlich zu treffen, sich auszutauschen, sich zielgerichtet fachlich hochwertig weiterzubilden, geht dies weit über den gegenwärtigen Benefit des bloßen Lesens am heimischen Computerbildschirm hinaus.

Programmierung Endopilot

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, lässt sich beim Endopilot von Schlumbohm seit dem Update  die Reziprok-Bewegung leichter programmieren. Die Umdrehung in rpm lässt sich in 50er Schritten eingeben und die Zeit des Recht- bzw. Linkslaufes lässt sich in Millisekunden eingeben (in 10er Schritten).
Rechnen muss man leider immer noch selber. Ich hoffe, dass beim nächsten Update die Programmierung nochmal vereinfacht wird (wie es geht hat Satelec/Acteon vorgemacht mit dem i-Endo Dual. Dort kann neben der Drehzahl auch der Drehwinkel für die Pendelbewegung zwischen 10° und 360° für Recht- und  Linkslauf direkt eingegeben werden. Jedoch verfügt der Motor weder über ELM, noch über andere Erweiterungen, wie Ultraschall oder ein Downpack/Backfil-System).

Bei 600 rpm dreht die Feile 10 mal die Sekunde, also einmal in 100 Millisekunden. Somit steht der Wert 10 (entspricht 100 ms) im Display für 360°, also entspricht dem Wert 1 (10 ms) 36° Drehung (bei 600 rpm!).
Entsprechend 3° bei 50 rpm.

Der Wert 1 (10 ms) entspricht bei
50 rpm   3°
100 rpm   6°
150 rpm   9°
300 rpm 18°
400 rpm 24°
usw.

Meine Standard-Reziprok-Einstellung ist zur Zeit:
400 rpm, rechts 6 (entspricht 144°), links 2 (macht 48°), Pause 1, bei 2,20 ncm.

So wird momentan die VDW Mtwo 25/06 betrieben. Funktioniert.

Ob die wirklichen Drehwinkel einigermassen mit der Programmierung übereinstimmen, kann überprüft werden, indem man eine alte maschinelle Feile um 90° abknickt (in diesem Fall eine Micro Mega Giro-File) in das Handstück einspannt und laufen lässt. Wenn man direkt auf die Feile schaut fungiert sie gewissermassen als Zeiger. So kann zumindest grob abschätzen, ob die Feile das tut, was man will.

Anatomie unterer Molaren (7) – X-Bein

von Ronald Wecker

Zunächst schien alles klar: Insuffiziente Kronenränder 6 Monate nach Eingliederung der Kronen 46 und 47. Zahn 46 zeigt eine deutliche apikale Aufhellung.

Die klinische Symptomatik bestand in einer starken Perkussionsempfindlichkeit und einem „schwammigen“ Aufbissempfinden.

Nach dem Anlegen der Zugangskavität konnte eine Verbindung zwischen Pulpakammerhohlraum und Mundhöhle ausgeschlossen werden.

Die Kanaleingänge waren rasch lokalisiert. Die Aufbereitung gestaltete sich aufgrund der sehr stark eingeengten Wurzelkanäle eher mühsam.

Distal konnte in DB mit vorgebogenen Handinstrumenten der Größe ISO 008 die apikale Abzweigung instrumentiert werden. Zwischen beiden distalen Kanalsystemen konnte unter dem Mikroskop ein Flüssigkeitsaustausch beim Applizieren der Spüllösung beobachtet werden.

Der gleiche Effekt kam initial bei beiden mesialen Kanalsystemen zustande. Kurz nachdem  mesiobukkal und mesiolingual die endometrische 0-Länge erreicht werden konnte, die Aufbereitung erfolgte vor der Messaufnahme aufgrund der sehr engen Kanäle zunächst bis zur ISO Größe 15 in MB und Pathfile 13 in ML, konnte kein Flüssigkeitsaustausch mehr beobachtet werden. Während der weiteren Aufbereitung wurde daraufhin nach jeder eingesetzten Feile mit einem vorgebogenen Handinstrument der Größe ISO 008 auf EFL=0,0 rekapituliert und ultraschallunterstützt gespült.

Kurz vor Ende der Aufbereitung stellte sich das Phänomen des Flüssigkeitaustausches wieder ein.

Trotz nicht vollrotierenden endometrischem Verifizieren der Arbeitslänge mit dem zuletzt eingesetzten NiTi-Instrument, erschienen die Masterpoints bei der Einprobe zu kurz. Daraufhin wurde erneut „händisch“ unter endometrischer Kontrolle die Arbeitslänge aufgesucht und mittels vorgebogenen Handinstrumenten rekapituliert.

Die Obturation erfolgte in Squirting-Technik. Das exzentrisch angefertigte Kontrollbild lässt  dann vermuten, warum sich die Flüssigkeit zwischen den mesialen Kanalsystemen zwischenzeitlich nicht mehr austauschen liess. Im apikalen Drittel gibt es eine Kreuzung der Kanalverläufe. Durch Verbringen von Debris und Geweberesten muss es zu einer temporären Verblockung der Kommunikation gekommen sein

Ob diese anatomische Variante mittels Schilder-Technik zu füllen gewesen wäre?

Die Versorgung mit einer langzeitprovisorischen Krone ist zeitnah geplant.

Nichts gesagt ist genug gelobt… (Saving hopeless teeth XXV)

von Bostidald Wucker

Nach oben genanntem Spruch läuft das tägliche Arbeitswerk sehr oft ab. Selbst ertappt man sich  dabei, daß über gut gelaufene Behandlungen des Team kaum lobend gesprochen wird. Uns fällt es oftmals schwer ein Lob auszusprechen. Dabei ist die ehrliche Anerkennung des Geleisteten ist genauso wirksam.
Da reicht ein anerkennender Blick oder wie uns passiert einige nette Zeilen in einer Email, wie diese hier:

Sehr geehrter Wucker,

Frau XXXX hat sich am XX.02.12 bei uns zur Kontrolluntersuchung vorgestellt. Wir haben Zahn 36 zur Nachkontrolle geröntgt und sind mit dem Behandlungsergebnis sehr zufrieden. Hiermit übersenden wir Ihnen den Zahnfilm 36.

Mit freundlichen Grüssen

Dr.  YYY

36 Recall Dr. YYYY

36 WF mit MTA

36 Röntgenaufnahmen

EndoxPlus – der heiße Draht neu aufgelegt

von Stefan Verch

Neben den herkömmlichen bewährten Desinfektions- und Gewebeauflösungsmethoden für die Wurzelkanalbehandlung kamen in letzter Zeit diverse neue Methoden auf dem Markt, um die folgenden Unzulänglichkeiten der bewährten Methoden zu ergänzen – oder gar zu ersetzen:

  • Gewebeauflösung und Desinfektion in Nischen bei ovalen Kanälen und Isthmen
  • Vor allem im apikalen Bereich und schwer zugänglichen, nicht einsehbaren Bereichen nach Krümmungen
  • Gewebeauflösung und Desinfektion in „schwarzen“ hoch kontaminerten Kanalwandbereichen
  • Wirkung bis in die Tiefe der Dentinwand/ Tubuli hinein
  • Entfernung von Gewebe, das durch Perforationen in das Kanallumen hinein wuchert
  • Kanaltrocknung
  • Smear Layer Auflösung

Zu nennen sind die SAF Methode, Laser und Endox: letztere Methode bedient sich hochfrequenter Stromimpulse (100 – 140 ms)ähnlich den Gingivektomie Schneidegeräten, die Gewebe und Bakterien durch Hitze karbonisieren kann.

Endox wurde in den 90er Jahren von Vittorio Sacchi entwickelt und von Orangedental vertrieben.

Die Firma ENOS Swiss hat nun die Lizenzen und Patente dieses Systems rechtlich zugesprochen und bestätigt bekommen und vertreibt die Neuauflage des Systems unter dem Namen EndoxPlus.

Details sind auf der Homepage http://www.enosswiss.com abrufbar.

Das alte Endoxgerät darf und wird nicht mehr vertrieben werden; mit dem neuen EndoxPlus Gerät steht ein weiter entwickeltes, komfortableres Gerät zur Verfügung.

Es zeichnet sich aus durch:

  • um bis zu dreifach höhere Leistung gegenüber dem alten Endox Gerät
  • bessere Feinjustierungen der Impulsstärke ( Länge des Impulses, Stärke des Impulses und Ableitfähigkeit)
  • Akku Antrieb, der sicher eine Komplikation unkontrollierter 220 V Spannung des alten Gerätes im Komplikationsfall für den Körper ausschließt
  • einer angenehmeren Gerätegröße und Oberfläche

Das Gerät ist als Zusatz zu den herkömmlichen Methoden einzusetzen.

Aufgrund seiner Wärmeimpulssetzung ist es in der Lage, Gewebe und Bakterien zu zerstören und zu karbonisieren. Initial eingesetzt bei der pulpitischen Wurzelkanalbehandlung ist es in der Lage, Flare ups wirkungsvoller als herkömmliche Methoden zu minimieren.

Die bestehende Literatur bescheinigt dem alten Endox Gerät in diesen Bereichen gute Werte bei klinisch geringen Schädigungen des Dentins und des Parodonts.

Trotzdem wollte ich diese Werte nicht automatisch auf das neue Gerät übertragen sehen: ein neues Gerät ist ein Gerät, das getestet werden muß. Deswegen habe ich für die Firma eine Studie gemacht, um zunächst die Bakteriendesinfektionswirkung zu testen. Wie im Prüfprotokoll auf der Website http://www.enosswiss.com nachlesbar, habe ich dazu Zähne aufbereitet, sterilisieren lassen und dann nach Beimpfung mit EndoxPlus behandelt und vom renommierten Institut ecoscope mikrobiologisch auswerten lassen.

Das Ergebnis ist vielversprechend: die vermutete Hitzewirkung kann Bakterien gegenüber einer unbehandelten, beimpften Gruppe um bis zu 99,9 % reduzieren.

Schwachstellen dieses In – vitro – Versuches ist die möglichst genaue Imitierung klinischer Ableitungsverhältnisse, die jedoch im Versuchsaufbau durch die Leitfähigkeit von Agarmedium gewährleistet war.

Gerade in den oben genannten zusätzlichen  Indikationen  – und zwar in allen genannten – ist das Gerät für mich daher eine sinnvolle Ergänzung meines Protokolls.

Geplant sind weitere In – vitro – Versuche, die dann auch die Potenz der Gewebeauflösung bis in die Tiefe der Kanalwand und die geringe Gewebeschädigung der Hartsubstanzen und des Parodonts untersuchen sollen.

Erklärung: Zwischen dem Autor und der Fa. Enos bestehen keine wirtschaftlichen Beziehungen. Die Fa. Enos hat die mikrobiologische Auswertung und die Reisekosten des Autors zur Versuchsdurchführung am Bodensee finanziert. Die Versuchsdurchführung wurde vom Autor ohne Honorar durchgeführt.

Die Mutter aller WF – Revisionen – Recall nach 5,5 Jahren

von Donald Becker

Den nachfolgenden Fall habe ich immer „die Mutter aller WF – Revisionen“ genannt, weil er eigentlich alle Schwierigkeiten, die es im Rahmen einer WF Revisionen geben könnte, auch wirklich enthält.

11 an der Zahl.

Der überwiesene Patient, GKV versichert, hatte , nachdem wir den Zahn 37 wurzelkanalbehandelt hatten, mehrmals nachdrücklich darum gebeten, den vor etwa 8 – 10 Jahren endodontisch behandelten und zeitweilig symptomatischen Zahn 36 mit

  • Fistel
  • Apikalen Aufhellungen
  • Lateraler Aufhellung
  • Interradikulärer Aufhellung
  • Wurzelstift
  • Via Falsa / Perforation
  • Vorhandenes Instrumentenfragment
  • insuffizienter Wurzelfüllung
  • Stufen, Verblockungen,Obliterationen
  • 9 mm Tasche

durch eine Wurzelkanalrevision zu erhalten.

Ich hatte dies, mit Hinweis auf ein Implantat als in diesem Fall vorhersagbarerer und sichererer Versorgungsform 3 mal nacheinander abgelehnt, aber der Patient kam immer wieder, so dass ich schließlich in den Versuch des Zahnerhaltes einwilligte.

Mittlerweile sind 5,5 Jahre seit WF vergangen.
Die Zähne 37 und 36 sind mit Metallkeramikkronen und der Zahn 35 ist mit einer direkten Kompositrestauration versehen.

Das aktuelle Kontrollröntgenbild von vorletzter Woche zeigt eine vollkommene knöcherne Ausheilung aller ehemals vorhandener Knochendefekte.

Ein schönes Ergebnis und ein wirklicher Grund zur Freude für Patient und Behandler.

Nur eines macht mich nachdenklich.
Wäre es nicht fair, wenn der Patient, der die gesamte endodontische Behandlung aus eigener Tasche gezahlt hat, von seiner Krankenkasse angesichts des Heilungserfolges den Teil der Kosten übernommen bekäme, der in der der GKV für die endodontische Behandlung eines solchen Zahnes vorgesehen ist ?

Teilmatrizen und Separierringe – Erfahrungen aus fast 3 Jahren

von Christian Danzl

Ich habe schon des öfteren von Teilmatrizensystemen berichtet. Von Neuerungen und Neuentdeckungen. Ich habe etliche Systeme ausprobiert.

Was bleibt nach 3 Jahren?

Die Antwort ist einfach.

Von den Teilmatrizenbändern ist eigentlich jedes gut zu verwenden. Jeder Hersteller hat eigene Formen und jede Form hat ihr Einsatzgebiet, das eine wird mehr gebraucht das andere weniger. Übrig bleibt keines.

Von den Separierringen ist bei mir die erste Wahl ganz eindeutig das V3 System, von Triodent.

  • Die Ringe sind stark, separieren ordentlich
  • die geteilten Füße lassen das Einbringen von Interdentalkeilen auch nach dem Aufsetzen des Ringes zu
  • der Kunststoffüberzug hält gut, hält den Autokraten aus, verschleisst kaum,
  • seit sie im Einsatz sind mussten die Ringe noch nicht nachgespannt werden.
  • sind sehr gut geeignet, wenn der Approximalraum weit offen ist

Nachteile (wie überall, so auch hier):

  • Wenn die Zähne nicht weit aus der Gingiva herausschauen und die Füsse nicht genug Unterschnitt finden, rutschen sie wieder nach oben ab.
  • Preis

An zweiter Stelle: die Standard Ringe von Garrison.

  • sie separieren ordentlich
  • halten die Spannung gut
  • in verschiedenen „Fusslängen“ erhältlich (farblich codiert)
  • Füße sind am Ende etwas verdickt, so können sie sich besser fest halten

Nachteile:

  • Keil muss vorher gelegt sein
  • wenn der Approximalraum weit offen ist, wird das Matrizenband oft nur unzureichend adaptiert, oder die Füße rutschen durch.

An dritter Stelle die Ringe on Polydentia

  • sehr ähnlich den Ringen von Garrison, jedoch ohne „Kodierungsgriff“
  • sehr preiswert
  • keine Kanten und Nischen, somit leicht zu reinigen und sterilisieren
  • für die Füße gibt es Aufsteckteile aus Silikon, um eine bessere Konturierung im weiten Approximalraum zu erreichen

Nachteile:

  • Spannung lässt sehr schnell nach, sie müssen vor fast jedem Einsatz nachgespannt werden.
  • Keine Verdickung an den Fußenden (sonst könnte das Silikonteil nicht aufgesetzt werden), rutschen dadurch eher ab

Keiner der Ringe ist schlecht, auch wenn der eine weniger oft zum Einsatz kommt, als der andere.

Erstaunlich …


von Jörg Schröde
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… welche Entwicklung die Abbildungsqualität der digitalen Volumentomografie in kurzer Zeit genommen hat.

Beim Stöbern in zurückliegenden Wurzelspitzebeiträgen fand ich einen Beitrag aus dem Januar 2010.

Zum Vergleich ein DVT aus 2012.

2D vs. 3D (XII)


von Ronald Wecker

Die Ursache für die Vorstellung in unserer Praxis war eine deutliche Missempfindung während eines Tauchganges. Zahn 26 zeigte klinisch keine Symptomatik. Die Patientin berichtete über eine zeitweilige palpatorische Druckdolenz vestibulär.

Das 2D-Röntgenbild zeigt eine diffuse Aufhellung im Bereich der distalen Wurzel. Das 2. mesiobukkale Kanalsystem ist nicht obturiert. Die Wurzelfüllung mesial verläuft apikal nicht mittenzentriert. Es besteht der Verdacht auf ein begradigtes Kanalsystem mit apikaler Perforation.

Das DVT zeigt (einmal wieder) das wahre Ausmass der knöchernen Destruktion. Zudem können die bei der vorangegangenen endodontischen Behandlungen eingetretenen Komplikationen eindeutig diagnostiziert werden.  Neben der bereits vermuteten Begradigung des mesiobukkalen Kanals mit apikaler Perforation nach mesial, zeigt sich ausserdem eine Strip-Perforation im Furkationsbereich mit asoziierter interradikulärer Lyse.

Die mesiale Wurzelfüllung liegt nicht mittenzentriert. Ein MB2 ist mehr als wahrscheinlich. Ob die apikale Aufhellung ihren Ursprung im nicht aufbereiteten MB2 oder auch in einem kontaminierten DB hat, wird die klinische Inspektion unter dem Mikroskop zeigen.

Angesichts der Vielzahl der endodontischen Herausforderungen wurde der Patientin allerdings empfohlen, sich vor der endodontischen Revision implantologisch beraten zu lassen, da die Vorhersagbarkeit der Implantatversorgung vom Autor höher eingeschätzt wird.

Saving hopeless teeth (XVIV)

von Bostidald Wucker

Die Patientin stellte sich erstmals mit akuten Beschwerden an einem rechten oberen Molaren in unserer Praxis vor. Im Beratungsgespräch ergab sich nachfolgend diese Anamnese der beiden ersten unteren Molaren.

36 und 46 wurden vor einigen Jahren behandelt und wahrscheinlich 2007 resiziert. Zur jährlichen Kontrolle 2008 und 2009 wurde jeweils ein Orthopanthomogramm  angefertigt.

Röntgenbefund: Z.n. WSR mit apikaler Aufhellung in Form einer P. apicalis

Klinischer Befund:
36 und 46 zeigen eine aktive Fistel mit chronischer Schwellung und vestibulärer Druckdolenz auf Palpation.  Die Sondierungstiefen sind auf Grund einer chronischen Gingivitis gleichmäßig erhöht. Lockerungsgrade konnten nicht festgestellt werden.

Therapie und Prognose:
Die Patientin hat nach mehreren endodontischen Behandlungen auf den  unbedingten Erhaltungsversuch wert gelegt. Unsere Prognose war sehr verhalten, besser gesagt wir bewerteten diese mit kritisch.

Nach Anästhesie, Kronen- und Kariesentfernung, sowei mpräendodobtischem Aufbau erfolgte die Darstellung und Revision des Wurzelkanalsystems. Die Aufbereitung der Wurzelkanäle erolgte mit Mtwo bis 60.04 und weiterer Ultraschallpräparation. Eine Ca(OH)2 Einlage erfolgte anschließend.
Die Wurzelfüllung gelang mit Pro Root MTA weiss ( Dentsply). Die Kronenversorgung wurde begonnen.

Zum 6 Monats-Recall zeigten sich beide Zähne symptomfrei mit einer erkennbaren Heilungstendenz.

Neustart (III) – Deutschland vs. Schweden (I)

von Christoph Kaaden

Im Zuge der Praxisplanung standen natürlich auch bei uns ein paar grundlegende Überlegungen und Entscheidungen an.

Unter anderem die Wahl des Autoklaven.

Ein sensibles und heikles Thema.

Wie nicht zuletzt auch der kürzlich hier erschiene Beitrag von Olaf Löffler zeigt…

Die Empfehlung des Depots war eindeutig:

MELAG !

Die Empfehlung von Freunden und Bekannten auch:

_BLOSS KEIN MELAG_ !

An dieser Stelle galt es abzuwägen und sich um mögliche Alternativen zu kümmern.

Erstmal brachte Dr. Thomas Weber (der Autor des – Memorix Zahnheilkunde-)  den Namen – Getinge – für mich „ins Spiel“…

Auch Dr. Andreas Habash hat sich im Kommentar zu diesem Artikel für „seinen“ Getinge K5+ „stark gemacht“. Ebenso wie weitere Kollegen.

Fragt man bei den „üblichen“ Depots (und auch bei Kollegen) hinsichtlich möglicher „Getinge“-Erfahrungen nach, ist die Reaktion (in der Regel) immer die selbe:

GETINGE ?

„Kenn` ich nicht…“ oder „Nie gehört…“

Erstaunlich eigentlich, wenn man sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt.

Handelt es sich doch bei dieser schwedischen Firma um alles andere als eine Hinterhof-Firma.

Wie hier nachzulesen ist.

„Vergleichen“ Sie dies mal mit der in Deutschland zumeist bekannten Firma in diesem Bereich der Medizintechnik.

Wer sich näher über die Getinge-Tischsterilisatoren informieren möchte kann dies zunächst einmal hier tun.

Demnächst werden wir von unseren bisherigen praktischen Erfahrungen berichten…

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich mich mit den Vorzügen und Nachteilen digitaler Sensoren beschäftigt. Heute möchte die die Speicherfolien etwas genauer betrachten.

Eins vorneweg.
Nachwievor erscheinen mir die Speicherfolien ein wenig wie die „Ugly Betty“ der digitalen Röntgentechnik. Im Deutschen würde man vielleicht vom „häßlichen Entlein“ sprechen. Das trifft es aber nicht exakt, denn, wie wir alle  wissen, verwandelt sich das häßliche Entlein am Ende des Märchens in einen schönen Schwan. Ich  bin mir nicht sicher, ob dies bei der Speicherfolientechnik genauso sein wird.

Speicherfolientechnik ist definitiv unsexy.
Warum ?

Im Gegensatz zum Röntgensensor, der unmittelbar nach Auslösung der Röntgenröhre sein Röntgenbild auf den Monitor unseres Praxiscomputer wirft, folgt auf die Belichtung der Speicherfolie zunächst wie beim analogen Röntgenbild  in einem separaten Arbeitsschritt die Entwicklung des Röntgenbildes.
Zwar gibt es keinen Röntgenentwickler (wir haben in unserer Praxis den Dürr XR 24) und demnach auch keine Röntgenchemie mehr mit ihren Nachteilen (einerseits Wechsel von Entwickler/Fixierer mit nachfolgender Entsorgung, Reinigung des Entwicklungsgerätes, andererseits Nachlassen der Entwicklungsleistung mit zunehmender Alterung der Entwicklungschemikalien über die Zeit und durch entsprechenden Gebrauch).

Geblieben ist aber der Entwicklungsvorgang an sich. Er dauert keine 6 Minuten mehr, aber es vergeht doch eine gewisse Zeit, bis das Bild zum Betrachten zur Verfügung steht.

Hätten wir es nicht mit Röntgentechnik, sondern mit Fotoapparaten zu tun, dann wäre der Röntgensensor die heute allgegenwärtige  digitale Kamera mit Sofortbetrachtung des Bildes nach Auslösung auf dem Kameradisplay.
Die Speicherfolie wäre eine Art digitale Polaroidkamera, deren „Bild“ eine gewisse Zeit benötigt, bevor wir es betrachten können. Oder wäre vergleichbar einem Diascanner, der erst nach getaner Arbeit das eingescannte Bild am Monitor anzeigen kann.

Wir alle wissen, welche Technik sich durchgesetzt hat. Wird es in der Radiologie genauso kommen ?

Aber es gibt auch Vorteile der Folientechnik:
1.  Das Handling, das de facto mit der gewohnten Vorgehensweise analoger Röntgenfilme identisch ist. Umstellungen in der Anwendung fallen also weg bzw. gar nicht erst an. Dies ist beim Sensor deutlich schwieriger.

2. Die Kosten. Eine Röntgenfolie, laut Aussage des Herstellers bis 1000 mal benutzbar kostet mit rund 60 Euro nur ein Bruchteil eines digtalen Röntgensensors. Da tut es kaum weh, wenn die Folie zu Boden fällt. Das sieht beim Röntgensensor schon anders aus. Und Kabel, die abknicken oder sich lösen können gibt es auch nicht. Wir haben in jedem unserer 3 Behandlungszimmer ein Kleinröntgengerät. Speicherfolien in der Schublade erlauben jederzeit sofortige Röntgenaufnahmen. Dies zu erreichen, bedürfte es 3 Röntgensensoren pro Praxis. Wollte man noch zumindest einen kleinen Sensor vorhalten für entsprechende beengte Kieferverhältnisse, müsste man sogar 4 Sensoren kaufen. Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Wie sieht es nun mit der Qualität aus ?
Sie scheint (ich beziehe mich im Nachfolgenden auf die Dürr Speicherfolie) gut zu sein, allerdings empfinde ich persönlich die Qualität des Kodak 6100 – Sensors noch ein wenig besser.

Und damit kommen wir zu einem großen Problem.
Der Katze im Sack nämlich, die wir kaufen, wenn wir uns für ein digitales Röntgensystem entscheiden.

Es gibt nämlich keine Möglichkeit, das Ganze mal auszuprobieren.
Geschweige denn mehrere Systeme im direkten Vergleich beurteilen zu können.

Es bleiben also flüchtige Eindrücke auf Messen. Mit Beispielröntgenbildern der Hersteller, die, wer will es Ihnen verübeln, vermutlich eine Positivauswahl darstellen. Am Besten wäre die Chance eines Einblicks in die Röntgenpraxis eines Kollegen, aber auch dies ist nur den Wenigsten möglich.

Eine Entscheidung mit hoher Tragweite stand also im Raum, noch problematischer im Hinblick auf die Tatsache, dass es nicht nur ein System, sondern eine Vielzahl verschiedener Speicherfolien und Sensoren zur Auswahl gab.

Letztendlich blieben für mich 2 Systeme übrig. Der Kodak 6100 – Sensor und die Dürr – Speicherfolie.

Ich habe mich für die Dürr – Speicherfolie entschieden.
Keine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Denn dann hätte ich den Kodak- Sensor gewählt.
Vielmehr ein nüchternes Abwägen des Für und Wider.
Den Ausschlag gaben die Berichte einer Reihe von Kollegen, Defekte der Sensoren betreffend und die von Ihnen geschilderten Anekdoten im Bezug auf den  After Sale – Service des Herstellers.

Was bleibt ?

Zunächst einmal nur ein schales Gefühl, denn das Bauchgefühl ist meistens richtig.

Welche Erfahrungen ich in der Praxis gemacht habe, das Dürr – Speicherfolien – System und den entsprechenden Scanner betreffend, darüber berichte ich im nächsten Beitrag an dieser Stelle.

Saving hopeless teeth XV – Teil II

von Bodald Necker

Der Aufbau hat gehalten, der Patient hatte keine Schmerzen.

Gut.

In der zweiten Sitzung re-entry.
Das Anlegen von Kofferdam war diesmal leicht möglich. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.
Cavit wurde mit Diamant und US entfernt.

Die Revision erfolgte rein maschinell mit einer VDW Flex Master 15/06 bis Apex unter kontinuierlicher ELM mit dem Schlumbohm-Endo Pilot. Anschiessend kamen eine VDW Mtwo 25/06 und 40/06 reziprok zum Einsatz, ebenfalls unter kontinuierlicher Längenkontrolle.

Die Desinfektion erfolgte mit US-aktivierter Spülung nach bewährtem Protokoll:

CHX 15%, EDTA 17%, Alkohol 96%, NaOCl 5% zum Abschluss nochmal Alkohol 96%.

Masterpoint-Aufnahme mit GP-Spitzen 40/06.

Nach der Aufbereitung und Desinfektion erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid für eine Woche. Verschluss mit Cavit. Ohne Watte oder Schaumstoffpellet.

In der Zwischenzeit weder Schmerzen oder noch andere Beschwerden.

In der dritten Sitzung wurde Cavit und Calciumhydroxid wieder entfernt und anschliessend nochmals desinfiziert.
Die WF erfolgte warm vertikal (Endo-Pilot).

Die GP wurde an den Orifizien reduziert. Die Reinigung der Kavität erfolgt mittels Microbrush und Alkohol, anschliessend werden die Wände und der Kavitätenboden nochmals mit einem Rosenbohrer revidiert, zum Schluss mit Phosphorsäure beschickt und mit einem Microbrush „geputzt“.

Bonding, Polymersation.
Die Kanaleingänge mit weissem Flow-Koposit verschlossen (Baseliner, Venus Flow, Heraeus Kulzer).

Auskleiden der Kavität mit Flow.

Auffüllen mit Kompost (GC Gradia), Abschlussaufnahme.

Prognose:

Ich würde sagen, eher „durchwachsen“.

Was spricht gegen eine gute Prognose?

  • ein Kanal mb2 wurde nicht gefunden, sondern nur ein dünner Ausläufer des mb nach zentral. Dieser konnte nicht adäquat gereinigt und desinfiziert werden, ohne die Wurzel noch mehr zu schwächen
  • Die Klebestellen des Aufbaus sind nicht optimal, da keine absolute Trockenheit hergestellt werden konnte
  • die mb-Wurzel ist parodontal stark eingeschänkt

Wie geht es weiter?

Langzeitprovisorium aus Kunststoff, 3D-gefräst vom Labor.
Kontrollaufnahme nach 3 Monaten, sollte die Aufhellung kleiner werden, kann über eine endgültige Versorgung nachgedacht werden.

Letzte Ausfahrt „Regeneration“

von Ronald Wecker

im Herbst 2011 kam dieser Patient zum ersten Mal in unsere Praxis. 3 Jahre nach horizontaler Wurzelfraktur beider mittlerer Oberkiefer-Inzisivi. Die Ausgangssituation wurde hier bereits eingestellt.

Mittlerweile konnten beide Zähne initial behandelt werden. Die lange Zeit bestehenden Fistelungen heilten bereits 1 Woche nach Erstbehandlung ab.

Im Vorfeld der Behandlung wurden mit der Mutter des Patienten zwei Vorgehensweisen erörtert.

1. Nach ultraschallunterstützter Irrigation (NaOCl ) eine Einlage mit CaOH2 bis zur Abheilung der Fistelungen und anschliessende Obturation des koronalen Wurzelanteiles mit MTA.  Beide Zähne könnten vorhersagbar in je zwei Behandlungssitzungen versorgt werden.

Für den schon bei der Erstvorstellung sehr ängstlichen kleinen Patienten (9 Jahre) schien dies zunächst das Vorgehen der Wahl zu sein. Als Nachteil ist zu nennen, dass es dabei mit Sicherheit zu keinem weiteren Wurzeldickenwachstum kommen würde. Angesichts der dünnen Wurzelwände und der daher stark erhöhten Frakturgefahr war es fraglich, ob so das primäre Behandlungsziel, die Zähne bis zum 18. Lebensjahr zu erhalten, erreicht werden würde.

2. Nach ultraschallunterstützer Irrigation mit NaOCl Einlage eines Antibiotikamixes bis zur Abheilung der Fistelungen und Versuch einer Regenerationstherapie. Verläuft diese erfolgreich, so ist mittelfristig mit einem Wurzeldickenwachstum und einer geringeren Frakturgefahr zu rechnen. Als Nachteil ist zu nennen, dass bei einem Fehlschlag dieser Therapie je Zahn ein weiterer Behandlungstermin erforderlich wäre. (Obturation mit MTA wie unter 1.)

Ausserdem ist das „Kreieren“ des Blutkoagulums, das Abdecken desselben mit einer Kollagenmembran und die Erstellung eines MTA Verschlusses technisch aufwendig und aufgrund der Notwendigkeit mit einem Anästhetikum ohne Vasokonstringens zu arbeiten einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt. Bei einem Patienten mit unsicherer Compliance zudem dem Risiko eines Behandlungsabbruches unterworfen.

Gemeinsam mit der Mutter wurde verabredet, die Therapie von der „Mitarbeit“ des Patienten abhängig zu machen.

Nachdem die Anästhesie und das Anlegen des Kofferdams an 21 problemlos gelang wurde nach ultraschallunterstützter Irrigation das in Kapseln vorgehaltene Antibiotikumpulver mit steriler Kochsalzlösung angemischt und per Centrix-Kanüle blasenfrei in den Kanal eingebracht. Der Verschluss der Zugangskavität erfolgte adhäsiv.

Zur Behandlung des zweiten Zahnes war die Fistelung an 21 bereits abgeheilt. Die Erstbehandlung von 11 wurde in gleicher Weise wie bei 21 durchgeführt. Auch hier heilte die Fistelung innerhalb einer Woche ab.

Im dritten Termin wurde versucht entsprechend dem von Prof. Kenneth Hargreaves (San Antonio, Texas) auf der 10. DGEndo-Jahrestagung in Berlin vorgestellten Regenerationsverfahren Stammzellen aus der apikalen Papille bzw. der Hertwig’schen Epithelscheide dazu zu bewegen ein Wurzeldickenwachstum zu initiieren.

Wichtig dabei ist, dass weder eine Einlage mit CaOH2 erfolgt, noch mit CHX gespült wird, da diese Agentien Stammzellen schädigen können. Während in der ersten Sitzung nur mit NaOCl gespült wird, empfiehlt Prof. Hargraves in der 2. Sitzung nur EDTA einzusetzen.

Mittels eines Microopeners wird nach dem Entfernen der medikamentösen Einlage eine Blutung aus der Periapikalregion provoziert. Bei Verwenden eines vasokonstringensfreien Anästhetikums lässt sich dies einfach bewerkstelligen. Nunmehr wartet man das Ansteigen der „Blutsäule“ bis zur Schmelzzementgrenze ab. Nach wenigen Minuten beginnt die Koagulation.

In der Zwischenzeit kann eine etwas 0,5- 0,7 mm dünne Kollagen-„abdeckung“ zugeschnitten werden, die wie ein Deckel auf das Koagulum plaziert wird . Nach kurzer Zeit ist sie mit Blut gesättigt. Nun wird der koronale Abschluss mit MTA hergestellt. Die Kontrolle überschüssiger Flüssigkeit ist von großer Bedeutung, da es ansonsten zu einer starken Verdünnung des MTA und einem Wegschwemmen desselben kommt.

Nach Aushärtung des MTA (hier, MTA Angelus) erfolgt der dentinadhäsive Verschluss unter Verwendung eines Glasfaserstiftes als Makrofüller.

Die nachfolgenden Kontrollen werden zeigen, ob es wie beabsichtigt zu einem weiteren Wurzeldickenwachstum kommen wird.

5 Jahresrecall

von Bostidald Wucker

Die endodontische Revision bereits wurzelspitzenresezierter Zähne nimmt einen nicht unbeträchtlichen Anteil in unserer Praxis ein. Die Erfolgschancen sind schwierig zu bewerten, zumal die Literaturlage nicht üppig ist.

In einem Fall in unserer Praxis ergab sich eine DVT Aufnahme des Nachbarzahnes. Dies betrifft den bereits hier auf der Fall-Seite vorgestellten Fall 5.

Anbei die letzten Röntgenbilder und die DVT Ausschnitte.

Auslegungskriterien unklarer Bestimmungen in der GOZ 2012

 von Rechtsanwältin Doris Mücke, Bad Homburg

Mit der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte durch die neue GOZ/2012 beabsichtigte der Verordnungsgeber u.a. die Anpassung des Gebührenverzeichnisses der GOZ/87 an die medizinische und technische Entwicklung und die Klärung häufig aufgetretener gebührenrechtlicher Streitfälle durch Klarstellung der Berechenbarkeit dieser Leistungen.

Trotz der weitgehenden Klarstellung der bekannten streitigen Positionen bedarf es leider auch nach der Novellierung der Gebührenordnung juristischer Kenntnisse, um zu einer fundiert begründeten Berechnung einzelner neu geregelter oder nicht geregelter Leistungen zu kommen.
Betroffen hiervon sind einzelne auf den ersten Blick wiederum nicht ganz eindeutige Regelungen im Leistungsverzeichnis, die bereits zu unterschiedlichen Aussagen über deren Berechenbarkeit seitens der Zahnärztekammern bzw. Bundeszahnärztekammer geführt haben (vgl. z. B Pos. 2390, 2197 etc.). Desweiteren ergibt sich Auslegungsbedarf durch die Neureglung des § 6 GOZ, der in Abs. 1 die analoge Berechnung nicht im Gebührenverzeichnis aufgenommener selbständiger zahnärztlicher Leistungen zulässt, da der Verordnungsgeber den Anspruch fallengelassen hat, dass das Gebührenverzeichnis den Stand der aktuellen Zahnmedizin abschließend beschreibt.

Insbesondere im Bereich der endodontischen Leistungen bildet das Leistungsverzeichnis die modernen Behandlungsmöglichkeiten nur unzureichend ab, so dass sich insbesondere hier die Frage nach der analogen Berechnungsfähigkeit dieser nicht aufgenommenen oder bedachten Leistungen stellt.
Anzuknüpfen ist dabei an der Vorgabe des Verordnungsgebers, dass es sich um „selbständige“ zahnärztliche Leistungen handeln muss, Leistungen also, die nicht methodisch notwendiger Bestandteil anderen Leistungen (Zielleistungen) sind, d.h. sie dürfen nicht inhaltlich von der Leistungsbeschreibung der Zielleistungen umfasst und in deren Bewertung berücksichtigt sein. Insoweit stellt sich z.B. die Frage der gesonderten analogen Berechnung der präendodontischen Kompositfüllungen, der Entfernung von Fragmenten und Entfernung alter Wurzelfüllungen etc.

Sowohl bei der Frage der Berechenbarkeit einzelner Leistungen nach dem Gebührenkatalog als auch bei der Frage der analogen Berechenbarkeit einzelner Leistungen gilt es folgende juristische Grundsätze zu beachten:

1. Maßgeblich für die Berechenbarkeit einer Leistung ist der Wortlaut des Gesetzes bzw. der Verordnung, hierbei sind die Regelungen im Allgemeinen Teil wie auch in dem Leistungsverzeichnis zu beachten.

2. Nur für den Fall, dass diese Regelungen unklar sind, sind die sog. Auslegungskriterien heranzuziehen, wie z.B. systematische Stellung der Regelung im Gesetz bzw. der Verordnung, die Sinnhaftigkeit der auslegungsbedürftigen Regelung und schließlich auch der Wille des Verordnungsgebers, der vorrangig in der amtlichen Begründung zu suchen ist. Unter Berücksichtigung vorstehender juristischer Grundsätze lässt sich eine stichhaltige Antwort auf die Frage der Berechenbarkeit einzelner Leistungen finden.

Eine detaillierte Erörterung der Sachverhalte und konkrete Hilfestellung bei der Verfassung notwendiger Vereinbarungen mit dem Patienten sowie notwendigerweise in der Korrespondenz mit Kostenstellen gibt das Seminar “ Die Neue GOZ 2012 – GOZ-Fachseminar mit Schwerpunkt Endodontie“ am 25.02.2012 in Bad Homburg.
Für nähere Infos senden sie eine Email an D.Muecke@t-online.de.

Saving hopeless teeth XV – Teil I

von Bodald Necker

Der Patient wurde schon einmal zu uns wegen einer Wurzelbehandlung überwiesen. Das zweite Mal kam er selbständig, ohne Überweisung, so wie diesmal auch.
Nur diesmal war der Zahn etwas mehr „mitgenommen“.
Der 26 war schon (insuffizient) wurzelbehandelt, hatte massive Karies von buccal, mesiobuccal und distal unter der Krone.

Das Röntgenbild zeigte noch einen zementierten Metallstift im palatinalen Kanal und eine mesiobuccale Wurzel ohne umgebenden Knochen.

In Anbetracht des röntgenologischen und klinischen Befundes, der „bakteriellen Hemisektion“, wie es ein netter Kollege so schön nannte, habe ich dem Patienten Extraktion ans Herz gelegt.
Er hat das sehr gut verstanden, hat es aber nicht gelten lassen. Weder Implantat, noch Brücke waren eine Option. Eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 5 – 10% waren ihm vollkommen ausreichend, um die Behandlung ohne weitere Überlegung zu beginnen.

Also gut, Kostenvoranschlag mit einigen Tagen Bedenkzeit und Termin vereinbart.

Geplantes Vorgehen:

  • Krone entfernen
  • Stiftaufbau entfernen
  • Karies entfernen
  • „Restzahn“ adhäsiv rekonstruieren
  • Entfernung der alten Wurzelfüllung
  • weitere Aufbereitung und Desinfektion
  • med
  • nochmalige Desinfektion
  • Wurzelfüllung
  • adhäsier Verschluss
  • abwarten/provisorische Krone

Nach der Krone wurde der konfektionierte, zementierte SSA entfernt. Der Zement und die Karies wurden mit überlangen Rosenbohrern entfernt, wo es ging, danach wurden der Stift und die Zementreste mittels Ultraschall (Schlumbohm Endopilot mit Copilot, NSK US Spitze E5) gelockert und entfernt.

Im Anschluss erfolgte eine ausgiebige Kariesexcavation

Der „Restzahn“ war noch stabil, d.h. die Karies hat die mesio-buccale Wurzel noch nicht abgetrennt – was für mich eine Indikation zum Behandlungsabbruch gewesen wäre. Also wurde jetzt adhäsiv „geflickt“.
Zuerst habe ich die alte WF der buccalen Wurzel teilweise ausgebohrt, um  Guttaperchastifte mit 06er Taper einbringen zu können, die als Lumen der Wurzelkanäle freihalten sollen. So konnte um die GP herum die Wurzel rekonstruiert werden.

Als Adhäsiv wurde das One-Bottle System G-Bond von GC verwendet. Syntac Classic wäre wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen, ich wollte aber jede unnötige Blutung der Gingiva durch Phosphorsäure vermeiden. Die Rekonstruktion erfolgte mit Gradia-Flow von GC.
Wichtig war es, nach jedem gelegtem und gehärtetem Inkrement die GP-Sifte durch ein kurzes Herauszuziehen vom Kompost zu lösen, um ein Verbacken zu verhindern.

Nachdem der buccale Anteil des Zahnes rekonstruiert wurde, war der Rest dran. Der restliche Aufbau erfolgte dem buccalen Anteil.

Da der Patient vor der Behandlung keine Schmerzen hatte, wurde auf eine sofortige Entfernung der alten WF verzichtet und auf die nächste Sitzung verschoben. Der Verschluss des Zahnes erfolgte mit Cavit.

Weiter beim nächsten Mal.

WURZELSPITZE – Seite – Klinische Fälle

Über 1000 Artikel haben wir in WURZELSPITZE mittlerweile veröffentlicht.

Es wird langsam schwierig, selbst für uns Autoren, den Überblick zu behalten.

Ich habe diese Woche eine klinische Nachkontrolle eines Endo- Falles reinbekommen, den ich vor mehreren Jahren behandelt hatte,  aber nicht mehr gefunden, ob und wo ich den Fall bei WURZELSPITZE veröffentlicht hatte. Dabei war ich mir ziemlich sicher, dass ich dies getan hatte und ich dachte, über die Tags den Fall schnell finden zu können.

Um dieses Problem zu lösen, haben wir   haben nun eine Seite eingerichtet, in der wir unsere klinischen Fälle aufgelistet haben.

Das Ganze ist gegenwärtig noch „work in progress“. Ich hoffe, das jeden Tag ein paar neue Fälle aus dem Archiv verlinkt werden können, damit diese leicht und lückenlos aufgefunden werden.

Dentsply- Endo- Neuvorstellungen

von Hans – Willi Herrmann

Zu Beginn des Jahres 2012  hat Dentsply Deutschland eine Reihe von Produktneuheiten vorgestellt. Unter endodontischen Gesichtspunkten  interessant sind vor allem 2 Neuerungen:

Zunächst ist mit dem XSmart Plus ein neuer, schön designter Endodontie- Motor am Start, der nicht nur die vollrotierende, sondern auch die reziproke Arbeitsweise der Ghassan Yared-Technik beherrscht. Neben dem Endopiloten und den VDW Reciproc Motoren Gold und Silber ist die nun der 4. Motor auf dem Markt.
Ein deutliches Zeichen, dass Reciproc in der Zahnmedizin angekommen ist. Das belegen auch die von Dentsply genannten Zahlen für Wave One: Mehr als 1000 verkaufte Einheiten innerhalb von 11 Monaten belegen den enormen Erfolg des zu Beginn von der Kritik so argwöhnisch beäugten Konzeptes. Denn, um mit den Feilen arbeiten zu können, mussten ja nicht nur neue Feilen, sondern auch der entsprechende Motor erworben werden und diese nicht nur psychologische Schwelle wird vom kritischen Zahnarzt nur  überwunden, wenn die neue Lösung handfeste Vorteile aufweisen kann, die sie auch unter schwierigen Gesichtspunkten bestehen lässt.  Diese Abstimmung mit den Füßen oder sollte ich besser sagen mit dem Portemonnaie ist ein deutliches Zeichen „Pro Reziprok“.
Es ist gegenwärtig davon auszugehen, dass das Interesse an diesen Systemen weiter anhalten und vermutlich sogar noch zunehmen wird und zwangsläufig weitere Anbieter von Antriebskonzepten sowie andere Instrumentenhersteller auf den Plan rufen wird.

Neuerung Nr. 2  – Mit Guttacore ist nun auch in Deutschland  eine Thermafil- Evolution erhältlich, die es in sich hat.
Oder vielmehr gerade „nicht mehr“, denn ein grundsätzliches Problem der Thermafil- Technik, der im Rahmen einer WF- Revision gegebenenfalls schwierig bis gar nicht zu entfernende Kunststoff- Carrier ist weggefallen, durch einen Guttaperchakern ersetzt worden. Dieser ist fast so stabil handbabbar wie sein Kunststoff- Vorgänger, lässt sich aber im Falle eines Falles unkompliziert entfernen.  Das zusätzlich die Handhabarkeit  verbessert wurde und die Einführung von geblisterten Einzelpackungen wird die Akzeptanz des Systems sicherlich noch steigern.

Warme Guttapercha …

von Ronald Wecker

… scheint für Zähne mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum ein wenig optimales Füllmaterial zu sein.

Erstvorstellung des 9-jährigen Patienten ca. 5 Monate nach komplizierter Kronenfraktur und Sofortversorgung mit Vitalexstirpation, Wurzelfüllung in Warmfülltechnik und Kompositaufbau in einer auf Kinderbehandlung spezialisierten Praxis.

3 Wochen nach der Wurzelfüllung trat erstmals eine labial gelegene Fistelung auf. Eine daraufhin verordnete systemische Antibiose führte zu einer geringen Verbesserung der klinischen Beschwerden. Die Fistel persistierte. Als Behandlungsoption wurde den Eltern die Resektion der Wurzel von Zahn 21 empfohlen.

Das vorhandene Wurzelfüllmaterial war großvolumig in Sealer eingebettet. Aufgrund einem raschen Abklingen der Anästhesiewirkung gelang es in der ersten Sitzung nicht das Obturationsmaterial vollständig aus dem Kanal zu entfernen. Ein Passieren der Guttapercha war jedoch möglich.

Dennoch war die Fistelung zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung abgeheilt.

Nach vielen Versuchen gelang es in dieser Sitzung den Großteil des stark mit dem periapikalen Gewebe verbackenen Wurzelfüllmaterials zu entfernen. Kleine Reste konnten nicht visualisiert und auch nicht „blind“ geangelt werden.

Trotz dem Anlegen eines periapikalen Widerlagers aus Kollagen konnte eine geringe Extrusion des MTA nicht verhindert werden. Nach der Obturation wurde die Zugangskavität nach Insertion eines Quarzfaserstiftes adhäsiv verschlossen.

Die radiologischen Recalls werden zeigen ob der anfängliche Behandlungserfolg von langfristiger Dauer ist.

Little Toys and Tools (10)

von Olaf Löffler

In dieser Reihe mal wieder ein kleiner Tipp für den Praxisalltag.
Praxisgefertigte, direkte Provisorien sind mitunter etwas rauh und zeigen eine hohe Plaqueaffinität. Das Hochglanzpolieren ist aufwendig und zeigt oftmals nicht den erhofften Erfolg.

Mit dem heutigen Tool gelingt es schnell und einfach die Provisorien zu verbessern.
Nach dem Herstellen, Ausarbeiten, Anpassen und Einprobieren erfolgt in unserer Praxis
der Schritt des Oberflächenfinishs.
Das desinfizierte Provisorium wird mit einem lichthärtenden Lack benetzt und anschließend im Lichtofen für fünf Minuten ausgehärtet.

Wir verwenden dazu seit vielen Jahren Kanilight Universallack von der Firma Kanidenta.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

In 2010 habe ich den Wechsel von analogem zu digitalem Röntgen vollzogen. Spät ? Sicherlich, angesichts der Tatsache, dass seit ca. 15 Jahren es bereits die Option des digitalen Röntgen gibt.

Aber über lange Zeit war mir die Qualität des digitalen Zahnfilms nicht ausreichend.
Auch die immer wieder betonte Reduktion an Strahlendosis schien in der Praxis weitaus geringer als vom Hersteller propagiert. So bestätigte mehrmals der TÜV-  Experte, der turnusgemäß die Überprüfung unserer Röntgengeräte vornahm, dass wir mit der gleichen niedrigen Strahlendosis röntgen würden wie Kollegen, die digital röntgen. Und bei meinen Arbeitskursen in Instituten, die über digitales Röntgen verfügten, konnte ich dies auch genau so feststellen.

Seit Juni 2010 arbeite ich nun mit digitalen intraoralen Aufnahmen und jetzt, Anfang 2012 haben wir den nächsten Schritt hin zur volldigitalen Röntgenpraxis vollzogen.

Im Nachfolgenden möchte ich über meine Entscheidungsfindung  berichten und in mehreren Beiträgen über die  nachfolgende Integration in die vorhandenen Praxisabläufe berichten:

Teil1

  • Einleitung
  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 1: Sensor

Teil 2 

  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 2: Speicherfolie
  • Entscheidung

Teil 3

  • Integration in die Praxis
  • Fazit

Die Frage, die es zunächst zu beantworten galt, lautete:  Für welches Systemkonzept (Sensor oder Speicherfolie) sollte ich mich entscheiden ?

Was stand zur Auswahl ?

Zunächst natürlich der Kodak- Sensor 6100. Denn es waren  Röntgenbilder dieses Sensortyps, die ich  bei Kollegen im Praxisalltag gesehen hatte,  die mich überzeugten, dass wir es hier nun endlich mit einem Aufnahmegerät zu tun haben, welches die Bildqualität analogen Röntgens übertrifft.
Lange hatte es gedauert, viele mediokre Ergebnisstufen hatte es im letzten Jahrzehnt gegeben, aber nun offensichtlich war der Durchbruch geschafft, die Ergebnisse sogar besser als mit analogen Zahnfilmen zu erreichen.

Sensor oder Speicherfolie ?

Für den Sensor spricht sehr stark die sofortige Verfügbarkeit des Bildes. Unmittelbar nach dem Auslösen wird das Bild auf dem Monitor angezeigt. Ein weiterer Vorteil, den der Sensor beim häufigen endodontischen Behandeln bieten  könnte, ist die Möglichkeit, durch Repositionierung der Röntgenröhre schnell und einfach exzentrische Aufnahmen erzeugen zu können oder auch notwendig gewordene Wiederholungsaufnahmen unmittelbar durchführen zu können.

2: 0 für den Sensor. Plus die Super- Bildqualität.
Zwischenstand 3: 0 also.

Was spricht dagegen ?
Zunächst die Tatsache, dass die Abbildungsfläche des Sensors kleiner ist als vom Zahnfilm her gewohnt. Es geht also weniger drauf, auf einen solchen „Sensorfilm“. Möglicherweise fehlt genau das, was wir sehen wollen. Die Wurzelspitze. Kleinerer Ausschnitt bedeutet aber auch, es müssen z. B. im Rahmen eines Zahnstatus mehr Aufnahmen gemacht werden und der Sensor muss präziser im Mund platziert werden. Apropos Platzierung. Die ist schon von vornherein schwieriger, teilweise sogar deutlich schwieriger als vom Zahnfilm her gewohnt.

Von den anderen Problemen, die von Kollegen berichtet wurden, ganz zu schweigen.  Defekte Sensoren, Probleme in der Abstimmung mit der Röntgensoftware mit Ausfällen des angefertigten Bildes und damit nutzloser Bestrahlung des Patienten. Und mangelhafter bis nicht existenter After Sale- Service bestimmter Sensorenhersteller sowie hohe Anschaffungs- und Reparaturkosten. Ein Studienkollege hat in der Zeit seines digitalen Röntgens (nicht ganz 10 Jahre) 3 Generationen an Sensoren und 2 OPG – Varianten durchlebt, sprich wegschmeissen und wieder neu käuflich erwerben müssen. Er sagt, diese Investitionsverluste könne er im Laufe seines Berufslebens nicht mehr kompensieren, egal wie viele Röntgenbilder er zukünftig noch machen würde, Röntgen würde also, selbst wenn keine weiteren Kosten mehr hinzukämen,  zeitlebens für ihn ein Verlustgeschäft bleiben.

Wie sieht es nun mit der Speicherfolie aus ?
Ist diese eine Alternative, vielleicht sogar die bessere ?  Oder ist dieses Röntgenkonzept nur zweite Wahl, aus der Not heraus geboren und seine Existenz lediglich auf der Unzulänglichkeit der Sensoren und ihrer Rahmenbedingungen gründend ?

Darüber, und warum/wie ich mich letztendlich entschieden habe,  berichte ich hier an dieser Stelle in meinem nächsten WURZELSPITZE- Beitrag.

Sony NEX 7 am Dentalmikroskop

von Jürgen Wettlauffer

Mein erster Eindruck ist, dass mit der Nex 7 deutlich bessere Bilder zu erzielen sind als mit meiner Lumix GH1. Ich denke die Lumix ist veraltet und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Ich glaube allerdings auch, dass das kleinere Modell (Sony Nex 5N) die gleichen Ergebnisse am Mikroskop erzielt.

Mein Adapter (Hanchadent) und mein Kaps- Mikroskop sind gleich geblieben. Ich bin sicher, dass die aktuellen Kameras an den neuen HD-Kamera-Adaptern das Maximum an Bildqualität herausholen.
Neben den bekannten Schwierigkeiten gute Fotos mit „Consumer-Cameras“ an Mikroskopen zu erzielen ist der „Flaschenhals“ heute die Optik der meisten Mikroskope. Diese wurden in den 80er gerechnet, als es noch keine Digitaltechnik in der Fotografie gab. Das gleiche Problem tritt mit den alten Kamera Objektiven aus „Analog-Tagen“auf. Die Qualität dieser „Analog“-Objektive reicht für die Digitalkameras nicht aus. Ausnahme sind die Objektive von Leica. Die alten „Gläser“ von Leica waren schon immer viel besser als der analoge Film auflösen kann. Daher sind diese Optiken noch heute an den Digitalkameras exzellent.
Jetzt wird es Zeit, dass Mikroskophersteller mal anständige Optiken liefern, die mit den Kameras mithalten. Ich bin gespannt was die Zukunft uns bringt.

2D vs. 3D (XI)

von Ronald Wecker

Aufgrund rezidivierender Sinusitiden, die unter Umständen eine dentogene Ursache haben könnten, stellte sich dieser Patient in unserer Praxis vor.

Im digitalen Röntgenbild zeigen die Zähne 24 und 25 Wurzelfüllungen. Deutlich zu erkennen ist eine apikale Lyse an 24 sowie eine verdickte Sinusschleimhaut.

Die Wurzelfüllung an Zahn 25 könnte unter Umständen als ein wenig zu kurz eingeschätzt werden. Beide Zähne sind klinisch vollkommen symptomfrei. Die Zähne 26 und 27 reagieren normal auf Kältereiz.

Im DVT erscheint die Wurzelfüllung in 24 teilweise inhomogen. Die periapikale Lyse ist klar ausgeprägt. Aufgrund der räumlich engen Beziehung zum Sinus maxillaris kommt 24 als Verursacher der Sinusitis in Frage.

Interessant auch der Befund an Zahn 25. Im Horizontalschnitt zeigt sich distobukkal deutlich eine dritte Wurzelstruktur die auch im Frontalschnitt dargestellt werden kann. Der Parodontalspalt ist in diesem Bereich verbreitert.

Aufgrund der im DVT erhobenen Befunde wurde dem Patienten die endodontische Revisionsbehandlung der Zähne 24 und 25 empfohlen.

Hätte ich ohne die dreidimensionale Röntgendiagnostik die Revision von Zahn 25 primär in Erwägung gezogen? Vermutlich nicht.

Bye, bye OOO – Hello JOE ?

von Marc Semper

Zum 1. Januar 2012 wurde die Endodontie-Sektion des Triple O eingestellt [1]. Eine kurze Ära geht zu Ende, die zum einen für hervorragende Literatur stand, wie auch mit großen Namen verbunden war. Diese Sektion wurde im Jahre 1995 in die Zeitschrift aufgenommen und wichtiger Bestandteil dieses Journals. Hervorzuheben ist die Arbeit von Dr. Larz Spångberg, der von 2000 bis 2011 als Section Editor fungierte.

Warum hat man sich zu diesem Schritt entschlossen?
Das Journal of Endodontics [JOE] unter der Leitung von Dr. Kenneth Hargreaves gehört mittlerweile auch zur „Elsevier-Familie“. Zu den Top-5-Zeitschriften für Zahnmedizin – in Bezug auf die Impact-Faktor [2] – gehörend, soll nun das JOE als die Standard-Publikation für die endodontische Spezialität dienen. Die Fokussierung des Triple O wird auf den Bereichen Chirurgie, Medizin, Pathologie und Radiologie liegen. Grundsätzlich ist diese Entscheidung der Herausgeber im Sinne der Konzentration auf ein Journal sicher sinnstiftend. Wichtig bleiben wird das Triple O für diejenigen Endodontologen, die sich intensiver mit den radiologischen Untersuchungsverfahren befassen und natürlich seiner Literaturdatenbank wegen. Wichtig wäre es aber auch gewesen, die Leser im Vorfeld über diese sicher nicht spontane Verlagsentscheidung in Kenntnis zu setzen. OOOOE kostet in 2012 auch ohne E $ 327.

[1] M W Lingen, Looking back as we move forward, Editorial, OOO, 113 (1)

[2] The Journal of Endodontics is ranked 3rd out of 74 journals in the Dentistry, Oral Surgery & Medicine category on the 2010 Journal Citation Reports®, published by Thomson Reuters, and has an Impact Factor of 3.291. http://www.jendodon.com/aims

Dental Traumatology – freebie

von Christoph Kaaden

dem Hinweis von Marc Semper verdanke ich den heutigen Blogbeitrag.

Er war es, der mich darauf aufmerksam machte, dass die aktuelle Ausgabe des Journals Dental Traumatology frei zugänglich ist und die entsprechenden Artikel kostenfrei heruntergeladen werden können.

Hauptthemen sind aktuelle Empfehlungen zur dentalen Traumatologie sowie der regenerativen Endodontologie.

Zu finden ist das Ganze hier.

Danke Marc für den Hinweis

:-)

Body Tray- Instrumentenablage

von Hans – Willi Herrmann

Die  nachfolgende Behandlungsweise ist gar nicht mein Ding. Zwei renommierte endodontisch tätige Kollegen, die ich sehr schätze, sind hingegen bekennende Fans besagter Ergonomie und für die ist vielleicht das „Bodytray“ eine interessante Entdeckung.  Worum handelt es sich ? Um eine Instrumentenablage, die direkt auf dem Brustkorb des Patienten platziert wird. Hier geht es zur Homepage, zu einem Anwendungsvideo und zur Produktbroschüre.

Den Hinweis zum Bodytray verdanke ich Johannes Beckmann via Emailverteiler der Studiengruppe für Restaurative Zahnheilkunde.

vor 7 Jahren

von Bodald Wecker

Vor 7 Jahren kam der Junge mit der Schneidekante seines 11 in der Hand zu mir in die Praxis. Sein Blick war etwas betrübt, der der Mutter eher verzweifelt.

Diagnose: Schneidekantenfraktur, keine Plupabeteiligung
klinisch nur eine minimale Lockerung, röntgenologisch keine Fraktur zu erkennen.

In der Praxis mit vollen Terminplan freut man sich dann nur bedingt, wenn solche Fälle dazwischengeschoben werden müssen. Das Schöne allerdings war, dass es nur ein Fragment war, und das liess sich exakt reponieren.

Also das Fragment gewässert, Anästhesie (im Foramen infraorbitale ein kleines Depot, dann springt indem der 12-jährige nicht an die Decke, wenn man direkt am oberen Einer infiltriert), Kofferdam, Zahn und Fragment am Schmelz geätzt, mit Syntac (jetzt classic, damals nur Syntac) Primer, Adhesive, Heliobond und einem Tropfen Tetric Flow beschickt und zusammengeführt, was zusammen gehört.
40 sek. Licht und die Überschüsse entfernt und poliert.

Nach der Behandlung hat der Junge wieder gestrahlt, die Mutter war noch skeptisch.

Und heute, nach 7 Jahren, sieht es so aus:

Die Klebestelle ist nach Lufttrockung und guter Beleuchtung eindeutig zu erkennen.
Aber auch nur da, im normalen Leben ist nichts davon zu erkennen. Ich schätze, das eine oder andere Jahr wird es noch halten.

Mittlerweile dufte der skeptische Blick der Mutter wieder vergangen sein ;-)

2D zuzüglich 3D (II)

von Ronald Wecker

Das die an diesem 46 vor einem Jahr durchgeführte WSR nur in Teilen erfolgreich, war erschliesst sich bereits im zweidimensionalen Ausgangsbild.

Klinisch imponierte eine deutliche palpatorische Druckdolenz im Bereich der mesialen Wurzel, eine starke Perkussionsempfindlichkeit, sowie spontan einsetzende Schmerzattacken. Die im distalen Kanal befindliche Schraube scheint die Wurzel zur Furkation hin fast zu perforieren. Die Wurzelfüllung im distalen Kanal ist inhomogen, es fehlt der Anschluss zur retrograden Füllung.

Mesial ist nur ein retrograder Verschluss zu erkennen, der zudem distal des zu vermutenden Kanalverlaufes liegt. In Revisionsfällen mit Zustand nach WSR und retrograder WF ist es in meinen Augen ratsam, das retrograde Füllmaterial als potentiell kontaminiert anzusehen und zu versuchen es orthograd zu entfernen.

Die Entfernung von retrogradem Füllmaterial setzt zunächst einen minimalen Sichtkorridor und eine entsprechend angelegte Zugangskavität voraus. Ausserdem ist es von Vorteil,  die genaue Lage des Material in Relation zum Neo-Foramen zu kennen. Selbst mit einer Vielzahl exzentrischer Röntgenbilder kann diese Beurteilung schwierig werden.

Mit Hilfe eines  DVT ist der Behandler in der Lage bereits präoperativ genaue Aussagen zur Lage des periapikalen Materials und zur räumlichen Beziehung der beteiligten Wurzelkanäle zu machen. Die Behandlungsstrategie kann quasi am „grünen Tisch“ festgelegt und nicht erst intraoperativ ermittelt und angepasst werden.

In vorliegendem Fall zeigt das DVT, dass der retrograde Verschluss nur im Bereich des mesiobukkalen Neo-Foramens liegt. Die Lage ist etwas distal und deutlich lingual des Originalkanlverlaufes. Der mesiolinguale Kanal läuft nach bukkal gekrümmt auf den MB zu ohne mit ihm zu konfluieren. Um das retrograde Füllmaterial entfernen zu können ist eine Verlagerung der Zugangskavität in den mesiobukkalen Höcker der vorhandenen Krone notwendig.

Nur so kann mit Hilfe einer vorgebogenen Endosonore-Feile das Neo-Foramen leicht tropfenförmig nach lingual erweitert werden, um dann unter Sicht das retrograde Füllmaterial nach orthograd zu entfernen. Aufgrund der deutlichen Krümmung nach bukkal erfolgt die Ausdehnung der Zugangskavität zum ML in gleicher Weise nach lingual.

Die entfernte Guttapercha zeigt apikal deutliche Kontaminationsspuren. Nach chemomechanischer Präparation trat ein Flüssigkeitsaustausch zwischen MB und ML über die apikal vorhandene knöcherne Krypte auf. Die für den mesiolingualen Kanal erstellte Messaufnahme (Feile eingebracht auf EFL=0,0) lässt noch geringe Reste von Retro-Material erkennen. Diese wurden anschliessend , aufgrund der starken Krümmung ohne direkte Sicht, mittels Endosonore-Feile entfernt.

Hilfreich erwies sich dabei eine kleine Menge Spüllösung im unteren Kanal-Millimeter von MB stehen zu lassen. Der aufgrund der Oberflächenspannung leicht konvexe Flüssigkeitsspiegel wirkt wie eine optische Linse und ermöglicht ein „um-die-Ecke-Gucken“. Das weiße retrograde Material wird „sichtbar“.

Nach Anlegen eines periapikalen Widerlagers aus Kollagen wurden beide Kanalsysteme mit MTA obturiert und der Zahn adhäsiv verschlossen. Das 2D-Röntgenkontrollbild erweckt den Eindruck, dass die Obturation zu kurz durchgeführt wurde. Dafür ist der schräge Verlauf der Resektion sowie der deutlich koronal des radiologischen Apex endende mesiolinguale Kanal verantwortlich.

Die Behandlung ist zur Zeit kompromissbehaftet, da aus finanziellen Gründen von einer Revision des distalen Kanals abgesehen werden musste. Sie zeigt jedoch welchen Einfluss die, durch eine präoperativ durchgeführte dreidimensionale Röntgendiagnostik gewonnenen Erkenntnisse auf die Behandlungsstrategie haben.

Hat die Insolvenz von Kodak Auswirkungen?

von Olaf Löffler

Wird die Insolvenz von Kodak den zahnmedizinischen Bereich in Deutschland tangieren?

Unter diesem Aspekt habe ich etwas im Internet recherchiert, bei Carestream angefragt und folgende Quellen/Statements für Sie gefunden.

  • Auf meine Mailanfrage bei Carestreamdental*:
    Bis dato habe ich keine offizielle Stellungnahme auf meine Mailanfrage erhalten.
    Sobald mir dies zugestellt wird, werde ich es hier veröffentlichen.
* Unternehmensportrait
Carestream Dental und Kodak Dental Systems Produkte:
Fazination im Detail ˆ Innovationen für die Gesundheit
Mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. € – davon 350 Millionen im Dental-Bereich – zählt Carestream Health, Inc. mit Hauptsitz in Rochester, New York, zu den führenden Herstellern von zahnmedizinischen und medizinischen Bildverarbeitungssystemen und IT-Lösungen. Die Produktpalette reicht von molekularen Bildverarbeitungssystemen bis zu Röntgenfilmen und digitalen Röntgenprodukten für den Markt der zerstörungsfreien Materialprüfung. Carestream Health entstand im Jahr 2007 bei der Übernahme der Eastman Kodak Company‚s Health Group durch die in Toronto, Kanada, beheimatete Onex Corporation (TSX: OCX). Aufgrund seines innovativen Produktportfolios und der umfassenden globalen Vertriebs-, Service- und Distributionskapazitäten sind Produkte von Carestream Health in nahezu 90 % der Krankenhäuser und Zahnarztpraxen weltweit zu finden. Carestream Health beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 150 Ländern aktiv. Um der wachsenden Bedeutung des Dentalmarktes Rechnung zu tragen und den Service weiter zu verbessern, konzentriert Carestream Health den Dentalbereich seit Ende 2010 in dem eigenständigen Unternehmensbereich Carestream Dental. Als einziger Komplettanbieter bedient Carestream Dental das gesamte Spektrum vom Film bis zum 3D-Röntgen. Hier bündeln 1.200 Mitarbeiter Aktivitäten und Know How der gesamten Dental-Produkt-Range. Zu Carestream Dental gehört auch einer der weltweit führenden Entwickler für digitales Röntgen, die Trophy Radiologie S.A. in Paris, in deren französischen Laboratorien Forschung und Innovation des Unternehmens ansässig sind. Die meisten Dental-Produkte wurden bis jetzt exklusiv unter der Marke Kodak Dental Systems vertrieben. Die Carestream Dental Bildverarbeitungs- und Praxisverwaltungssysteme ermöglichen Zahnmedizinern die Optimierung ihrer Arbeitsabläufe und der Patientenversorgung, indem Bilder und Daten einfach und effektiv erfasst, weitergegeben und genutzt werden können. Weitere Informationen zu Carestream Dental erhalten Sie unter http://www.carestreamdental.com.

Das nenn` ich mal ne Aufhellung…

von Bonald Decker

an diesem oberen seitlichen Schneidezahn. Vergesellschaftet war diese mit einer ausgeprägten submukösen Schwellung. Die Schmerzbehandlung erfolgte bei dem überweisenden Kollegen; die weitere Therapie in zwei Terminen dann bei uns…

Auch wenn neun Monate postoperativ noch keine vollständige Remission zu verzeichnen ist, kann man von einer bisher erstaunlichen Heilungs“tendenz“ sprechen.

Oder nicht?

P.S.: Natürlich nur in „2D“…

;-))))))))))))))

Crystal Tips – Update

von Hans – Willi Herrmann

Unser ehemals riesiger Vorrat an Riskontrol- Ansätzen der Firma Acteon (gekauft, um die Praxis mit kostenlosen Adaptern ausrüsten zu können)  ging langsam zu Ende.
Das hatte ich schon länger zum Anlass genommen, mich nun intensiver mit den Crystal Tips – Ansätzen zu beschäftigen. Vielleicht erinnern sie sich – ich hatte die Crystal Tips auf der  Info- Dental in Frankfurt im November 2010 kennengelernt und der erste Eindruck in der Praxis, hier beschrieben, war vielversprechend. Alles funktionierte einwandfrei, lediglich die Länge der Kanülen hatte ich als zu lang empfunden.

Und genau das ist jetzt geändert, es gibt zwei Varianten, Crystal Tip Original und Crystal Tip HP, letztere 2,5 cm kürzer als die Standard – Variante.

HP steht im Übrigen für High Pressure.
Diese Kanülen weisen lediglich 2 Luftkanäle auf gegenüber 4 Luftauslässen bei der Original- Kanüle. Ein höherer Luftdruck soll das Resultat sein. Warum diese Änderung ? Je nach Adapter kam es mit den Original- Kanülen zu einem deutlich feststellbaren Druckluftabfall gegenüber dem Original- Ansatz.  Die Modifikation soll nun dies beheben.

Kurze Kanüle, 4 Luftauslässe.

Das wäre eigentlich meine Traumkombination, denn ich war mit dem Luftausstoss an meinen Sirona Sprayvit – Spritzen eigentlich zufrieden.
Gibt es noch nicht, soll aber in absehbarer Zeit erhältlich sein.
Es ist nämlich von Herstellerseite geplant, sowohl die kurze wie auch die lange Variante als normale und HP – Variante anzubieten. Dann sollte eigentlich alles perfekt sein. Fast zumindest – bei der Riskontrol habe ich es als vorteilhaft empfunden, die Spitze biegen zu können. Das geht bei der Crystal Tip nicht in gleichem Maße, wenngleich im Schaftbereich sehr wohl eine gewisse Biegung möglich ist. Dafür ist der Kopf wesentlich kleiner als bei der Riskontrol, und der Adapter ist drehbar, was die geringere Flexibilität ausgleicht, für manche Anwender sogar überkompensiert.

Nachwievor gibt es die Crystal – Tip Ansätze (einschließlich kostenloser Adapter) nur im Direktvertrieb. Bei Interesse wenden Sie sich an CRYSTAL TIP GERMANY / EUROPE

Soren & Lars Schneider
Wettiner Strasse 5

04105 Leipzig

Oder  direkt per eMail über:

wr.germany@me.com

Ausserdem  existiert eine kostenfreie Nummer zur Bestellung für Anrufe aus dem Fest- oder Mobilfunknetz:

0800 801 12345

Wäre noch der Preis.
Den hatte ich günstiger in Erinnerung.
Ein schneller Preischeck ergab Kosten von 13 Cent für die Riskcontrol und 23 Cent für die Crystal Tip. Sind sie den Aufpreis wert ?  Ich werde es ausprobieren. Bislang funktioniert alles einwandfrei. Meine Riskontrol – Adapter habe ich dennoch erst mal nur beiseitegelegt, um sie gegebenfalls reaktivieren zu können.

Endlich das Update

von Christian Danzl

Lange hat es gedauert, aber Schlumbohm hat endlich das Update für den Endo-Pilot rausgeschickt (für die Kunden, die am Update-Service teilnehmen).

Was ist neu?

  1. Die Feilenbilbliothek ist erweitert worden.
  2. Der Reziprok-Modus ist überarbeitet worden.
    Die Programmierung ist einfacher geworden.  D.h. Rechts- und Linkslauf sowie Pause wird jetzt in Millisekunden angegeben und die Geschwindigkeit im rpm.
    Ein einfaches Verstellen der Geschwindigkeit bei gleichbleibenden Drehwinkeln ist aber leider immer noch schwierig (schön wäre es, wenn die Drehwinkel direkt eingestellt werde könnten, wie beim alten ATR-Motor).
    Desweiteren funktioniert jetzt auch die Auto-Stop Funktion im Reziprokmodus.
    Die volle Drehmomentkontrolle bei Reziprok ist natürlich geblieben.
  3. Frei programmierbare Feilensequenzen.
    Man kann jetzt – wenn man die die vom Hersteller vorgegebenen Feilensequenzen nicht benutzen will – sein eigenes Hybridsystem einprogrammieren, und muss nicht kreuz und quer durch die Systeme springen.Die eigenen Feilenfolgen werden in der „my file“-Bibliothek abgelegt.
    Vorgeschlagen sind hier schon:
  • enge Kanäle
  • normale Kanäle
  • weite Kanäle
  • Spezial
  • Revision

Pro Kategorie können bis zu 10 Feilen in beliebiger Kombination einprogrammiert werden.

So sind bei mir z.B. unter „enge Kanäle“ die von Michael Arnold vorgeschlagenen
Maillefer ProFile 15/06 > Maillefer ProFile 20/04 > VDW FlexMaster 15/06 einprogrammiert.
In „Spezial“ ist die Two-File-Endo mit FKG Scout RaCe 10/02 normal und FKG Easy RaCe 25/06 im Reziprok-Modus (momentan Rechts 12, Links 6, Pause 2 bei 400 rpm) abgelegt (Alternativkombination: Maillefer PathFile 13/02 normal und VDW Mtwo 25/06 reziprok.
Für eine weitere Aufbereitung kann ja noch eine 35/06 bei gleichen Parametern nachgeschoben werden (wenn die 25/06 reziprok nicht leicht auf Länge geht, kann mit einer RaCe 15/02 evtl. 20/02 oder Pathfile 16/02 evtl. 19/02 der Gleitpfad erweitern werden).

Die frei programmierbaren Sequenzen sind sicher für viele das „Killer-Feature“, denn so können bewährte Feilenkombinationen mit den richtigen Drehzahlen und Torsionswerten sehr einfach eingesetzt werden.
Wir werden sehen, ob uns hier einige Vorschläge diesbezüglich erreichen.

Ich glaube, man kann sagen, dass der Endopilot seine einzigartige Vielseitigkeit mit diesem Update noch weiter ausgebaut hat.

2D vs. 3D (XI)

von Ronald Wecker

Zahn 26 zeigte über mehr als 6 Monate wiederkehrende Fistelungen distobukkal im Bereich der Interdentalpapille zwischen 26 und 27.

Nach einer über einen längeren Zeitraum aus allgemeinmedizinischen Gründen verordneten Antibiotikaeinnahme kam es zu einer Abheilung der Fistelung.

Klinisch zeigt sich der Zahn vollkommen symptomfrei. Lediglich die vernarbte Fistelöffnung weist auf das Geschehene hin.

Radiologisch (2D) zeigt sich interdental 26/27 ein knöcherner Einbruch. Das mit großer Wahrscheinlichkeit vorhandene zweite mesiobukkale Kanalsystem scheint unaufbereitet zu sein.

Das angefertigte DVT lässt das wahre Ausmass der knöchernen Destruktion erkennen. Die nicht mittenzentrierte Lage der Wurzelfüllung in der mesialen Wurzel erhärtet den Verdacht auf ein unaufbereitetes zweites mesiobukkales Kanalsystem.

Zahn 27 zeigt im übrigen eine normale, nicht reizüberdauernde Kaltsensibilität. Die Sondierungstiefen bewegen sich innerhalb der physiologischer Grenzen.

Made in Germany

von Olaf Löffler

Notstand am Dienstag nachmittag. Plötzlich ging die Tür des Autoklaven nicht mehr zu.
Die Plastikverkleidung der Tür hing locker an selbiger herum und die Tür konnte nicht vercshlossen werden. Der geplante Sterilisationsvorgang musste ausfallen.

Gut ist, wenn man ein Reservegerät hat. Ein Leihgerät steht nicht sofort zur Verfügung.

Was war passiert? Am Rand der Verkleidung waren kleine Stücke ausgebrochen.
Die nun bloßliegenden Stifte erinnern an parapulpäre Stifte. Unglaublich erscheint, daß man beim Hersteller in die dünne Plastikverkleidung auch noch eine Führung zur Türöffnung ohne Verstärkung eingebaut hat.

Der Anruf beim Depot brachte die Bestätigung – bekanntes Problem.
Kosten ca. um die 500,00 € + Mwst.

Das Gerät, ein Melag Vakuklav 40 B ist seit Februar 2008 im Einsatz.

Wie ein roter Faden zieht sich die Defektanfälligkeit neuer Geräte durch unsere Praxis. Die Rückfragen bei Kollegen ergeben oftmals ein gleiches Bild.

Garantieansprüche von 6 Monaten im gewerblichen Bereich werden für mich immer unverständlicher angesichts der Preisintensität und der Preissteigerungen medizinischer Geräte.
Wenn ich heutzutage diese doppelt bereithalten muss um arbeitsfähig zu bleiben sind deutliche Kostensteigerungen im Gesundheitswesen unausweichlich. Diese sind nicht der Altersstruktur der Patienten oder dem Bürokratiewahn geschuldet.

Neustart (II) – Verkabelung

von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über unseren Praxis-Neustart geschrieben.

Hierzu heute der nächste Beitrag:

Im Zuge der „Multi-Media“-Ausstattung unseres Behandlungszimmers hatte ich recht konkrete Vorstellungen…

Ich wollte gerne 3 Monitore an der Behandlungszeile (12-Uhr Position hinter einer Glasscheibe) zur möglichen Darstellung von

– Abrechnungssoftware

– Röntgensoftware

und

– Mikroskop-Video-Bild

Ferner sollte ein Monitor an der Behandlungseinheit in der Lage sein, dass Mikroskop-Video-Bild bzw. wahlweise das Röntgenbild zeigen zu können (Hiermit hatten wir in den letzten Jahren bei den Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht).

Als Röntgensensor haben wir uns im Vorfeld für einen Kodak 6100 Sensor entschieden, der mittels USB-Anschluss an der PC im Behandlungszimmer angeschlossen werden muss.

Zuletzt war auf „9 Uhr“ die Übertragung des Mikroskop-Video-Bildes auf einen Fernseher (zur besseren Mitbetrachtung der Behandlung u.a. für die Assistenz) gewünscht.

Zur vereinfachten Bearbeitung der von uns häufig mitgefilmten Behandlungen hatte mich ferner Oscar von Stetten (Danke Ossi!!!) in der Planungsphase auf die Idee gebracht, einen H264-Recorder „zwischenzuschalten“. Dieser ist in der Lage, das über die HD-Videokamera Aufgenommene gleich in eine MP4-Datei umzuwandeln, um diese dann auf einem Computer zu speichern… somit endlich kein „lästiges“ Auslesen der MC Karte mehr…!!!

Klingt kompliziert das Ganze…???

na ja…

was soll ich sagen…

so sieht die entsprechende Planungsskizze der „Verkabelung“ aus…

Um dies umsetzten zu können, müssen im Vorfeld u.a. einige Leerrohre vorgesehen werden, die einen entsprechenden Durchmesser (u.a. für den HDMI Stecker) aufweisen. Ferner sind z.T. (passive) HDMI bzw. USB Repeater notwendig.

Mein Dank für die quasi reibungslose „Planung und Umsetzung“ geht massgeblich an Holger Stölting (Fa. Advance Computer).

Und hier noch ein paar Impressionen des Ganzen:

4 / 13

Gewinner 2012

von Hans – Willi Herrmann

Es ist Anfang Januar. Das Jahr hat gerade begonnen. Und schon gibt es Gewinner 2012 ? Sollten wir nicht über die Gewinner 2011 reden ? Werden wir, in einem weiteren Beitrag, aber schon heute scheint festzustehen, wer die Gewinner 2012 sein werden. Es sind die Hersteller von endodontischen Nickel – Titan – Instrumenten, denn in der GOZ 2012 werden die Kosten von Nickel – Titan Einmalinstrumenten als berechnungsfähig genannt. Kaum bekannt, knallten da vermutlich Sektkorken im Hause der NiTi – Hersteller, denn diese Entwicklung wird zwangsläufig den Kauf von Ni -Ti – Instrumenten vorantreiben.

Und der  Zahnarzt hat nun beim PKV- Patienten die Möglichkeit, NiTi – Instrumente mehrmals zu verwenden, diese aufwändig zeit- und kostenintensiv  wiederaufzubereiten und die Instrumente auch noch aus eigener Tasche zu zahlen oder aber Einmalinstrumente zu verwenden und die Kosten dafür  der PKV in Rechnung zu stellen.

Man muss kein herausragender Prophet sein, um die Konsequenzen dieser Entwicklung vorhersagen zu können. Der Absatz an NiTi – Instrumenten wird weiter steigen.

Apropos Prophezeiungen – Hier noch zwei Mutmaßungen, die sich dem „test of time“ stellen müssen. Kann sein, dass ich falsch liege, wir werden sehen.

1. Um die SAF – Feile war es in der letzten Zeit sehr still geworden. Wurde  vor und kurz nach Markteinführung  den hier bei WURZELSPITZE vorgetragenen kritischen Sichtweisen zur SAF- Feile energisch widersprochen und eine neue Ära der Wurzelkanalaufbereitung herbeibeschworen, so scheint heute vieles von dem, was an möglichen Problemen genannt worden war, in der Tat sich bewahrheitet zu haben.

Ich persönlich sehe weiterhin in der SAF- Feile ein interessantes Mittel zur Reinigung von Wurzelkanälen. Man kommt aber nicht umhin, festzustellen, dass diesem Instrument der große Markterfolg bisher verwehrt blieb. Hier spielt nicht nur, aber auch der hohe Preis dieser Feile von über 40 Euro eine Rolle.

Dieser Pferdefuss ist seit dem 01.01.2012 weggefallen. Es besteht also kein Grund mehr, aus Kostengründen das System abzulehnen. Mal schauen, ob sich  dieser Umstand  in einer Revitalisierung des SAF- Systems äußert. Ich bin weiterhin zurückhaltend diesbezüglich, am Preis der Feile liegt es aber von nun an jedoch definitiv nicht mehr. Schafft die SAF – Feile nun den Durchbruch ? Wenn nicht, dann wirft dies das System auf längere Sicht nachhaltig zurück.

2. Ursprünglich stand hier etwas ganz anderes. Aber unmittelbar nach Erscheinen des Beitrags hat ein Kollege hat mich in seiner ihm eigenen, ebenso tiefgründigen wie unnachahmlichen Art  via Email darauf hingewiesen, man solle nicht die PKV auf Ideen bringen, auf die dort keiner von alleine kommen würde.

Und wie recht er hat, der Kollege.
Ich werde vermutlich schon in Rente sein, bevor bei der PKV irgendjemand sich die GOZ 2012 diesbezüglich einmal genauer anschaut.  Die lesen doch die neue GOZ höchstens ganz oberflächlich, jede Wette.

 

 

 

hopeless teeth…

von Ostidald Wucker

Und nun mal wieder einer dieser (scheinbar*) hoffnungslosen Zähne.

Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte den Zahn unbedingt zu erhalten.  Es wurden bereits 2 Wurzelbehandlungen durchgeführt. Dabei wurde sehr viel Substanz geopfert. Der Zahn zeigte sich nach Füllungsentfernung wie ausgeschält. Nur unter mikroskopischer Kontrolle, ständiger Trocknung und im Zweifelsfalle anfärben der Kunststoffränder konnte die zahnfarbene Restauration entfernt werden ohne die Bifurcation zu perforieren.

Im Bereich der mesialen und distalen Kanäle zeigte sich eine massive bakterielle Besiedelung des Sealers. Dieser konnte nahezu vollständig entfernt werden indem die Isthmen mit Ultrachsll und dem Endochuck/Endosonore #25 auspräpariert wurden.

Die Behandlung wurde weiterhin durch apikale Resorptionsprozesse und einer damit verbundenen Verlagerung/Erweiterung der apikalen Foramen erschwert.

Diese Kriterien haben uns die Prognose von günstig in Richtung kritisch sehen lassen. Nach nunmehr 12 Monaten ist eine deutliche Ausheilungstendenz erkennbar. Es zeigten sich keine erhöhten Sondierungstiefen und der Zahn klinisch symptomlos.

* Das werden wir hoffentlich in einigen Jahren wissen.

Neustart

von Christoph Kaaden

Seit 09.Januar 2012 praktizieren wir also nun in neuen Räumlichkeiten…

nach insgesamt fünf Monaten Umbau (vom Büro in eine Zahnarztpraxis) und jeder Menge positiver und negativer Erfahrungen möchte ich diesem Projekt in den nächsten Wochen und Monaten einige Blogbeiträge widmen.

Ziel ist es dann, unsere vorab durchgeführten Planungen, deren Umsetzung und die gemachten (neuen) Erfahrungen hier vorzustellen. Schliesslich muss nicht jeder von uns das Rad neu erfinden und in diesem Zusammenhang jeden Fehler selber machen….

Unsere Erfahrungsberichte werden u.a. die Wahl

  • des Bodenbelags
  • der Dentaleinheit (Planmeca Compact I)
  • des Mikroskopstühls
  • des Röntgensystems (Kodak/Carestream)
  • der Abrechnungssoftware (Evident)
  • des Autoklaven (Getinge K5)
  • des Mikroskops (Zeiss ProErgo) & Dokumentationsmöglichkeiten
  • und viele weitere Pukte umfassen.

Nachfolgend einige Impressionen der neuen Praxis

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P.S.: Und weil der Beitrag von gestern so „schön“ gepasst hat werde ich auch über unsere Erfahrungen mit dem Schreiner & Co berichten…

Wenn ich ein Schreiner wär….

von Thomas Weber

Seit einigen Tagen gilt sie, die neue GOZ. Verlage und Kammern überschlagen sich mit neuen Kommentaren und Kursen. Was geht wie? Welche Ziffer wann und wie oft? Und in den deutschen Zahnarztpraxen rauchen die Köpfe bei der Einstellung der Praxis-EDV, es glühen die Hotlines bei den Softwarefirmen und auf etlichen E-Mail-Listen ist die Berechenbarkeit und die mögliche Erstattungsfähigkeit spezieller Leistungen seit Tagen das Top-Thema.

Der Alltag hat uns wieder. Wiedereinmal versucht der Zahnarzt, der ja praktisch veranlagt ist, aus den Steinen, die man ihm in den Weg legt, etwas zu bauen, was ihm ein irgendwie hinreichendes Auskommen sichert. Denn auch eine schlechte, völlig unzureichende Gebührenordnungsvorgabe des Staates ist offenbar besser als gar keine.

Dabei bleibt uns doch ein Königsweg offen: die „freie Vereinbarung“ nach § 2 der GOZ:

Durch Vereinbarung  zwischen Zahnarzt und Zahlungspflichtigem kann eine von dieser  Verordnung abweichende  Gebührenhöhe festgelegt werden.

Gut, im Notfall darf man seine Hilfe nicht von einer solchen Vereinbarung abhängig machen. Und auch diese Vereinbarung unterliegt einer Form, die im Absatz 2 des Paragraphen 2 geregelt ist. Ansonsten scheint die Kalkulation offen. Das ist doch was. Keine Begründungspflicht für unseren kalkulierten Preise.  Etwas was Erstaunen und Zweifel hervorruft, aber nur ,weil wir Zahnärzte schon solange dieses Joch mit uns herumtragen, dass wir es als selbstverständlich, vielleicht sogar unverzichtbar empfinden.

Aber ist  etwa ein deutscher Schreiner verpflichtet zu begründen, warum die von ihm
angebotene Tür soviel kostet, wie sie kostet? 

Nein, er wird vielleicht im Angebotsgespräch auf die Qualität des von ihm verwendeten Holzes hinweisen, auf die besonders haltbaren aus deutscher Fertigung Beschläge, die er mit anbietet. Auf seine langjährige Erfahrung in der Herstellung von Türen. Auf seine neue, lasergesteuerte Spezialsäge, die nahezu vibrationsfrei und materialschonend den perfekten Zuschnitt gewährleistet. Auf seine Zuverlässigkeit, seine Termintreue und seinen Entsorgungsservice. Er wird garantieren, dass seine Tür passt, anders als vielleicht die aus dem Baumarkt.
   
Und: natürlich wird er sich bei der Berechnung seiner Gewinnspanne auch nach der Ortsüblichkeit richten.

Aber er wird niemals eine Tür anbieten zu einem Preis, der seine Kosten nicht deckt.
 
Auf seiner Rechnung wird erscheinen:  „für Lieferung und Einbau einer Tür x Euro“,

und kein Konvolut von Leistungspositionen wie zum Beispiel: Anpassen der Bodenfreiheit, je laufendem Zentimeter, Anbringen von Türbeschlägen, je Türseite, oder: Einhängen einer Tür bis 25 kg, je Scharnier, Überprüfung und ggf Nachfetten der Scharniergängigkeit oder Nachpolitur einer vorhandene Zarge. Es gibt eben keine amtliche Gebührenordung für Schreiner, die ihm verbietet zum Beispiel das Schleifen einer Tür zusätzlich zur Lackierung zu berechnen, weil ja das Schleifen notwendiger Handwerksschritt für die Lackierung sei, die 
Lackierung sozusagen als Zielleistung das Schleifen natürlich beinhalte.

Auf seiner Rechnung wird aber immer erscheinen: die benötigte Zeit für seine Leistungen, die Stunden seiner Mitarbeiter und Angestellten, die bei der Herstellung und dem Einbau der Tür angefallen sind. Bei meinem Schreiner ist es jedenfalls so. 

Auf seiner Rechnung wird neben den teuren Beschlägen und Scharnieren  auch die Position „Kleinteile und Verbrauchsmaterial, pauschal“, erscheinen, weil es eben keine Schreinergebührenordnung gibt, die ihm vorschreibt, dass er den Leim, sein Schleifpapier, seine Schrauben und sein Abklebematerial als typisches „Werkstattsverbrauchmaterial“ gar nicht berechnen darf.

Und es gibt keine Schreinergebührenordnung, weil es keine freie Holzverarbeitungsfürsorge und keine private Schreinerkostenversicherung gibt. 

Und trotzdem kann ein Schreiner so überleben. Ein guter Schreiner kann sogar gut überleben.Und es gibt Schreiner, die in der Insolvenz landen. 

Bei den Zahnärzten gibt es die latente Furcht, dass es ohne Gebührenordnungen gar nicht ginge. Es ginge sehr viel besser, aber das ist in einem Land wie Deutschland einfach nicht denkbar.

Wie aber soll ein Patient jemals den Unterschied zwischen Berechnungsfähigkeit und Erstattungsfähigkeit verstehen, wenn schon im Vorfeld die Erstattungsfähigkeit die Berechnungsfähigkeit schlägt?

Ich bin nicht der Zuschussbeschaffer meiner Patienten. Ich bin nur ihr Zahnarzt. Und ich bin keinem Patienten böse, wenn er zu einem anderen Zahnarzt geht, der ihm günstigere Angebote macht.

Aber ich bin kein Schreiner. Und ich praktiziere in Deutschland, in der Freiberuflichkeit als Zahnarzt schon lange nicht mehr berufliche Freiheit bedeutet. Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn der in einem Paragraphen eröffnete Spalt zur beruflichen Freiheit, nicht in einem anderen wieder zugeschlagen würde:

Die herbe, ernüchternde Realität ereilt uns im Absatz 3 des Paragraphen 10, der die Fälligkeit der Vergütung und Rechnungslegung der GOZ beinhaltet.

Überschreitet die berechnete Gebühr nach Absatz 2 Nr. 2 das 2,3fache des Gebührensatzes, ist dies  auf die einzelne Leistung bezogen für den Zahlungspflichtigen verständlich und nachvollziehbar schriftlich zu begründen. Auf Verlangen ist die Begründung näher zu erläutern.

Soweit im Falle einer abweichenden Vereinbarung nach § 2 auch ohne die getroffene Vereinbarung ein Überschreiten der in Satz 1 genannten Steigerungssätze gerechtfertigt gewesen wäre, ist das Überschreiten auf Verlangen des Zahlungspflichtigen zu begründen; die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend. Die Bezeichnung der Leistung nach Absatz 2 Nr. 2 kann entfallen, wenn der Rechnung eine Zusammenstellung  beigefügt ist, der die Bezeichnung für die abgerechnete Leistungsnummer entnommen werden kann. Bei Auslagen nach Absatz 2 Nr.5 ist der Beleg oder ein sonstiger Nachweis beizufügen. Wurden zahntechnische Leistungen in Auftrag gegeben, ist eine den Erfordernissen des Absatzes 2 Nr. 5 entsprechende Rechnung des Dentallabors beizufügen; insoweit genügt es, in der Rechnung des Zahnarztes den Gesamtbetrag für diese Leistungen anzugeben. Leistungen, die auf Verlangen erbracht worden sind (§ 1 Abs. 2 Satz 2 und § 2 Abs. 3), sind als solche zu bezeichnen.

Und so wird die „freie Vereinbarung“ doch noch zur „Begründungsfalle“, der Traum vom Honorarfreiheit zum bürokratischen Monstrum.

Da lachen PKV und Kostenerstatter.

Und die berufliche Freiheit verliert wieder einmal.

Der Traum von der Freiheit des Schreiners ist ausgeträumt.

Evident Online-Schulung

von Christian Danzl

Als ich mit dem Bohren angefangen habe, war unsere Praxissoftware Adent, lief auf 286er Rechnern unter DOS. Wichtigster externer Datenspeicher war die 1.44 MB Diskette, die Bildschirme waren tiefer als breit und für eine Software-Schulung musste man in eine große Stadt fahren.

Es hat sich einiges geändert.

Aus Adent ging Evident hervor. Die Rechner wurden deutlich leistungsfähiger, gleichzeitig die Programme komplexer und trotzdem bedienungsfreundlicher. Gespeichert wird auf Flash-Speichern (weil die CD in der Zwischenzeit kam und ging) oder online. Die Software-Schulungen wurden dadurch aufwändiger und mehr. Die Fahrten in die große Stadt blieben, sie wurden nur zahlreicher.

Bis jetzt.

EVIDENT bietet Online-Schulungen an. Sogenannte Webinare.

Alles was man braucht ist ein internetfähiger Computer und ein Telefon mit Lautsprecher. Somit wandern die Fortbildungen von München (bei uns) in die Praxis.

Man lädt sich das Programm für’s Webinar über den Eviden-link herunter, installiert und startet es. Code für das Webinar und Telefonnummer für werden eingegeben, schon kommt der Anruf und man ist über Konferenzschaltung akustisch verbunden mit der Zentrale und den anderen Teilnehmern. Das Bild kommt online auf den Rechner.

Letzte Woche war bei uns in der Praxis die Premiere.
Evident-Schulung zur neuen GOZ 2012.

Die Damen waren aufgeregt, ob alles klappt mit den Downloads, ob die Programme laufen, ob die Telefonverbindung hält.

Alles hat geklappt. Problemlos.

Dauer dieses Webinars gut 90 min. Man sitzt (mehr oder weniger) gemütlich und ungestört von anderen Teilnehmern in der Praxis (oder wo auch immer) hört sich den Vortrag an.

Obwohl den Teilnehmern während des Vortrags „die Stimme entzogen“ wird, kann man sich für Fragen jederzeit anmelden und durchgestellt werden.

Vorteile:

  • spart Zeit, da An- und Abreise entfallen
  • keine Fahrtkosten
  • wird eher genutzt als eine „große Fortbildung“, da es einfacher ist
  • kostengünstiger
  • man kann das Erlernte sofort vor Ort ausprobieren

keine Vorteile wo auch nicht Nachteile wären:

  • eher für kurze Fortbildungen geeignet
  • persönlicher Austausch der teilnehmenden Praxen untereinander so gut wie nicht möglich

In meiner Praxis war es sicher nicht die letzte Fortbildung dieser Art.

2D vs. 3D (X)

von Ronald Wecker

Nachfolgender Patient stellte sich 15 Jahre nach einer traumatischen Zahnverletzung an 21 in unserer Praxis vor. Der Zahn wurde damals 10 – 14 Tage nach dem Trauma in einer Sitzung sowohl von ortho- als auch von retrograd endodontisch behandelt. Seitdem war der Zahn beschwerdefrei.

Klinisch ist der Zahn vollkommen unauffällig. Der Klopfschall ist normal, ebenso Beweglichkeit als auch Sondierungstiefen. Es fehlen Perkussionsempfindlichkeit,  palpatorische Druckdolenz, Fistelung als auch Schwellung. Es fällt lediglich eine geringfügige Diskoloration der klinischen Krone auf.

Das vor kurzem alio loco angefertigte digitale Einzelbild zeigt folgenden Befund:

Auf einer, allerdings nur analog zur Verfügung stehenden, Röntgenaufnahme aus dem Jahr 2003 zeigt sich die Wurzelfüllung von koronal nach apikal vollkommen durchgängig.

Take Our Poll

Nachfolgend 2 Ausschnitte aus dem angefertigten DVT.

Die erste Abbildung zeigt einen Sagittal- und einen Frontalschnitt durch die Mitte der Wurzelfüllung. Horizontal liegt die Schnittebene etwas oberhalb der apikal vorhandenen Obturationsmasse.

In der zweiten Abbildung befindet der Sagitall-Schnitt distal und der Frontal-Schnitt distal der Wurzelfüllung. Der Horizontal-Schnitt liegt unverändert.

Take Our Poll

Hätten Sie es gesehen?

von Ostidald Wucker

Nebenbei sagte der Patient, daß er manchmal ein ungutes Gefühl an dem linken oberen Frontzahn hat. Besonders, wenn er Fahrrad im Gelände fährt.
Das angefertigte Röntgenbild (1) zeigte keine augenfällige Veränderung. Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, Lockerungsgrad 0, Sensibilität ( Kälte ) positiv.
Nach einem längeren Auslandsaufenthalt erscheint der Patient wieder in der Praxis. Auf Nachfrage ergibt sich: „Ja, manchmal ist es immer noch so.“
Die Sondierungstiefen sind nicht erhöht, Sensitest auf Kälte, elektronisch und Probetrepanation positiv. Labial lässt sich auf Palpation ein Druckgefühl provozieren.
Ein neues Röntgenbild (2) zeigt wiederum keine augenscheinliche Veränderung.
Der Patient kann sich an keine traumatische Zahnverletzung oder einen Sturz erinnern.

Und nun?
Wir haben nach ausführlicher Beratung ein DVT veranlasst.

Haben wir es gesehen: Nein.
Hätte man dies vermuten können? Ja, vermutet haben wir etwas.
Nicht in dieser Ausdehnung und wir waren uns sehr unsicher. Deshalb benötigten ein weiteres diagnostisches Hilfsmittel.
Und der Sensibilitätsreiz? Könnte durch das große möglicherweise flüssigkeitsgefüllte Lumen des Wurzelkanalsystems weitergeleitet werden. Die Sensibilitätswahrnehmung bei dem Patienten war bei den wiederholten Messungen mit Kälte und elektronisch nahezu zeitgleich.

Was tun, Xavier ? (69 Prozent Teil 5)

von Hans – Willi Herrmann Haben sie über die Analogie „Pilot – Zahnarzt“ aus den „69 Prozent Teil 1-4“- Beiträgen einmal genauer nachgedacht ? Es gibt in der Tat eine ganze Reihe von Parallelen.  Hochwertige technische Ausbildung, große Verantwortung für die anvertrauten Passagiere/Patienten und vieles mehr. Es gibt aber dennoch einen entscheidenden Unterschied in der öffentlichen Wahrnehmung. Jeder Flugpassagier weiss den Nutzen und die Notwendigkeit eines erstklassigen Piloten zu schätzen. Darum wird ja auch nach Landungen geklatscht. Denn im Zweifelsfall (das weiss der Passagier spätestens bei der ersten heftigen Turbulenz oder einem Durchstart am Zielflughafen, weil urplötzlich die Landebahn blockiert ist) hängt das eigene Leben davon ab. Für die Passagiere ist auch intuitiv klar, dass ein entsprechendes Niveau an Wartung und Sicherheit nicht unterschritten werden darf, will man nicht das eigene Leben riskieren. Und dieses Niveau kostet Geld. Auch das ist jedem klar. Selbst bei Billigflügen will man vielleicht auf Essen unterwegs verzichten, aber nicht auf ´s sichere Ankommen. Solche für den Patienten sofort, auf den ersten Blick, unmittelbar erfassbare, „erlebbare“ Qualitätskriterien gibt es in der Zahnmedizin nicht. Im Gegenteil. Möglicherweise urteilt der Patient sogar gegensätzlich („Die Behandlung hat aber lange gedauert, bei ihrem Vorgänger ging das immer viel schneller“, den Satz hat wohl jeder schon mal gehört). Standespolitisch ist das  allgemeingültige Statement seit ich weiss nicht wieviel Jahrzehnten („weil nicht sein darf, was nicht sein darf“): „Die deutsche Zahnmedizin befindet sich auf international höchstem Niveau und ist vorbildlich !“ Kritiker (zum Beispiel Hochschullehrer wie Marxkors, Staehle, Hülsmann oder – mit aktuellem Bezug –  die Gutachter der kürzlich im Stern publizierten Ergo- Studie) werden als Netzbeschmutzer gebrandmarkt, die Aussage der Studien grundsätzlich als nicht zutreffend negiert. Dabei zeigt schon ein überfliegendes Lesen des Stern- Artikels (aller vorhandenen Schwächen der Untersuchung zum Trotz, die leider der Sache mehr schaden als nutzen), daß die dort beschriebene Einteilung der Zahnärzte nichts Skandalöses darstellt, sondern ziemlich genau den normalen statistischen Verhältnissen entspricht, wie sie mit Sicherheit für jeden unserer Lebensbereiche des Alltags zutreffen. In besagter Studie zeigt sich nämlich, dass ein Drittel der untersuchtem Zahnärzte überdurchschnittlich, ein Drittel durchschnittlich und ein Drittel unterdurchschnittlich arbeitet. Und das kennt doch wohl jeder von uns aus jedem Bereich des täglichen Lebens. Ich nenne beispielhaft die Schulerziehung  (wir alle kennen sehr engagierte Lehrer, aber auch gegenteilig agierende) oder jedes Handwerk, seien es die Bäcker um die Ecke oder die Elektroinstallateure. Was also tun ? Eine weit überdurchschnittliche Qualität liefern und diese für den Patienten sichtbar, transparent machen. „Transparent machen“ heißt, alle mit besagter Leistung in Zusammenhang stehenden Begleitparameter aufzeigen und damit den zeitlichen, apparativen und organisatorischen Aufwand, der damit obligat verbunden ist, dem Patienten darlegen. Im zweiten Schritt muss folgerichtig über die damit verbundenen Kosten gesprochen werden und die Tatsache, dass diese Kosten nur teilweise von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen gedeckt werden. Dem widerspricht allerdings (weil auf den nachfolgenden Umstand nicht nachhaltig genug hingewiesen wird) ein dadurch zwangsläufig im Raum stehendes weiteres standespolitisches Statement, dass nicht der deutschen Realität entspricht. Betreibt man eine am aktuellen Stand der Zahnmedizin 2012 ausgerichtete Zahnarztpraxis (der Amerikaner spricht hier von „cutting edge“), so ist der damit verbundende Aufwand nicht durch die Aufwendungen der zur Abrechnung zur Verfügung stehenden Gebührenpositionen in ihrer Gesamtheit, also nur unvollständig gedeckt. Zur Erläuterung ein aktuelles Beispiel aus der druckfrischen GOZ 2012, die Gebührenposition für den Einsatz eines Dentalmikroskopes, in Höhe von  22,50 Euro pro Behandlungssitzung. Unser Zeiss Pro Ergo- Mikroskop kostet  60.000 Euro. Bei zwei Mikroskopen pro Praxis sind dies – man verzeihe mir, zehn Jahre nach Einführung des Euro die Umrechnung in eine harte Währung – fast eine Viertel – Million DM.  Die  Materialkosten für die Xenon- Beleuchtung (Laufzeit 500 Stunden) belaufen sich auf 1300 Euro. Die Wartung der Mikroskope wird von Zeiss auf 641 Euro pro Mikroskop pro Jahr veranschlagt. Wären also nochmal rund  25.000 Euro zusätzliche Praxiskosten, auf 10 Jahre gesehen. Darüber hinaus ist diese Position nicht für alle Einsatzbereiche der Zahnmedizin vorgesehen. Ich prophezeie, dass, zum Beispiel beim Einsatz des Mikroskopes in der konservierenden Zahnheilkunde und der Prothetik eine Zahlungsübernahme von Seiten der PKV en negiert werden wird und die Seriösität des Behandler wie bisher (wir kennen aus eigener Praxis das Spiel der PKVen (und der GKVen bis 2005) diesbezüglich seit 14 Jahren) pauschal, also ohne Berücksichtigung der tatsächlich vorhandenen Behandlungssituation in Frage gestellt werden wird. Um die Kosten für unsere beiden Mikroskope via DM – Zuschlagsposition herauszubekommen, müssten 8.000 Wurzelkanalbehandlungen durchgeführt werden. Das entspricht einem Zeitrahmen von 10  Jahren. Vorausgesetzt, es geht nichts kaputt oder die Mikroskope müssen finanziert werden, denn dies generiert zusätzliche Kosten. Noch ein anderes Beispiel ? Die RKI – Richtlinien und ihre dadurch notwendig gewordenen Änderungen in Praxis- Ausstattung und Organisation. Ich begrüße diese Richtlinien, (emotional gesprochen bin ich sogar ein ein großer Fan davon, aber dass darf man nicht laut sagen, sonst wird man als Spinner abgetan). Vieles davon tun wir seit geraumer Zeit und sind lange verlacht worden dafür. (z.B. Sterilisation all unserer Instrumente, aller Bohrer, Winkelstücke seit 1993, patientenspezifische Wurzelkanaleinmalinstrumente seit 2002). Jetzt -2012- ist alles richtig, was wir schon so lange taten. Aber es kann doch nicht sein, dass die obligat damit in Zusammenhang stehenden Kosten nicht von Erstatter- Seite berücksichtigt werden. Denn diese Mehrkosten gegenüber der traditionellen Vorgehensweise sind enorm. Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass einen Riesen- Kostenunterschied besteht. Genauso im Übrigen, wenn man statt eines N -Sterilisators  mehrere hochempfindliche und wartungsintensive computergesteuerte B – und S- Steri´s betreibt. Oder nehmen wir den Kostenaufwand, der mit einem DAC oder Thermodesinfektor (Anschaffung, Betrieb, Wartung) verbunden ist. Und noch was – es ist nicht wahr, dass Winkelstücke nicht leiden, wenn sie permanent sterilisiert werden. Sie tun es und verursachen über die einmalige Anschaffung hinaus weitere, nicht unerhebliche Kosten. Warum werden diese Dinge nicht ihrer tatsächlichen Bedeutung entsprechend artikuliert? Vielleicht weil es wesentlicher einfacher ist, das Potemkinsche Dorf der deutschen Spitzenqualität zum Null – Tarif aufrecht zu halten. Klingt kuschelig, trifft aber merkwürdigerweise außerhalb der Zahnmedizin auf nichts zu, weder im idealen und erst gar nicht in  realen Leben und das nicht nur nicht in Deutschland, nein auch überall sonst nicht auf der Welt. Was bleibt ? Eine Vision, ein möglicher Weg. Spitzenqualität, offen dargelegt und damit zwangsläufig losgelöst vom Erstattungsverhalten der Kassen. „Geht nicht“, hör ich sie sagen. Aber hatten wir nicht schon in der Vergangenheit  solche Situationen ? Es mag schon einige Zeit her sein, aber es gab schon bislang immer wieder Kollegen, die ihre Kassenzulassung zurückgegeben haben. Und nur noch privatzahnärztlich tätig waren. Die Voraussetzungen hierfür waren eine vorhandene Praxis- Klientel, die einen solchen Schritt wirtschaftlich tragbar machten. Und der Wille, sich von seinen GKV- Patienten trennen zu wollen. Für mich kam diese Option aus dem zweiten Grunde nie in Frage. Und was brauchen wir jetzt ? Sicherlich nicht ein Patientenklientel, dass zum größten Teil aus Privatpatienten besteht. Sondern vielmehr Patienten (gleich ob GKV oder PKV), die bereit sind, den Differenzbetrag zwischen Versicherungshonorar und tatsächlich patientenspezifisch entstandenem Behandlungsaufwand zu tragen. Die Voraussetzungen, nochmal zusammengefasst:
  • Die sprichwörtlich weit überdurchschnittliche Qualität muss vorhanden sein.
  • Sie muss für den Patienten sichtbar und nachvollziehbar sein. Dies setzt eine intensive Aufklärung und umfassende Dokumentation der Praxistätigkeit voraus in bislang unbekanntem Ausmass
Noch ein Pferdefuss – aus einer solch transparenten Darstellung des Preisgefüges und bei beschriebener Vorgehensweise lassen sich nie Riesenerträge generieren. Auch das ist eine unbequeme Wahrheit: „Schnell,schnell“ bedeutete gestern, heute und morgen machen wir mehr Geld. Zumal ja hier der schon zu Beginn erwähnte Umstand, dass ein Patient nur  unvollkommen die Vorgänge in seinem Mund beurteilen kann, verschleiernd zur Geltung kommt. Der behandelnde Zahnarzt, der sich für den hier skizzierten qualitativ hochwertigen Weg entscheidet, erhält aber ein Plus an Behandlungsqualität, dass Mindereinnahmen auf nicht pekunärer Ebene aufwiegt. In diesem Sinne: „Dieser Weg wird kein leichter sein Dieser Weg wird steinig und schwer Nicht mit vielen wirst du dir einig sein Doch dieser Leben bietet so viel mehr“ Grundvoraussetzung jedoch für all das: Eine pauschal vorgenommene Kriminalisierung von seiten der Privat- Versicherungen („Ihr Zahnarzt betreibt Überversorgung“) darf nicht länger durchgeführt werden. Ich vermute jedoch, dass an dieser in der Vergangenheit durchgeführten  Vorgehensweise (Große Versicherungen haben in Deutschland mehrere Millionen Mitglieder, ein vorgefertigtes Schreiben (zusätzlicher Arbeitsaufwand geht gegen Null) spart der Versicherung demnach viele Millionen Euro pro Jahr) aus genau diesem Grund weiter festgehalten wird. Aber ich lasse mich gerne durch Taten eines Besseren belehren, gerade die ERGO – Versicherung ist nach ihrer Budapest- Affäre sicherlich bemüht, verloren gegangenes Vertrauen ihrer Kunden zurückzugewinnen. Noch ein paar abschließende Bemerkungen: Zum einen der Hinweis auf einen Artikel von Janusz Rat von 1997, damals Vorstandsmitglied der BLZK, demnach von einem hochrangigen Vertreter der Standespolitik vorgetragen. So gesehen – kein neuer Weg. Und mein Dank geht an Hans Bodirsky, meinem Ausbilder in der Praxis direkt nach dem Studium, der mich schon 1990 auf diesen Weg einstimmte. Das Schöne ist: Im Verlauf der letzten 20 Jahre ist der skizzierte Weg leichter, begehbarer geworden. Und durch das Internet haben ungleich mehr Gleichgesinnte als früher die Möglichkeit, über räumliche Distanzen hinweg zusammenzufinden, sich auszutauschen, abzustimmen, Abläufe gemeinsam zu erarbeiten und miteinander zu teilen. Und zum Abschluss, was man auch 2012 auf gar keinen Fall tun sollte: Wenn ein Kunde im Gebäck eine Zigarettenkippe findet, nie als Bäckermeister und CHef der lokalen Bäcker-Innung dem Kunden vorhalten, dass sei vollkommen ausgeschlossen und der Kunde selbst habe die Zigarettenkippe in das Gebäck eingeschleust. Man sieht, QM wäre auch in anderen, nicht medizinischen Lebensbereichen eine gute Sache.

2012- Willkommen in der Realität! 4 KO – Kriterien (69 Prozent – Teil 4)

von Hans – Willi Herrmann 

Warum Flugzeuge abstürzen und Zahnarztpraxen pleite gehen“.

So titelte der Wiesbadener Zahnarztkollege und Airbus- Pilot Bernhard Sanecke vor einigen Jahren einen seiner Vorträge.

Auch ich habe hier an dieser Stelle wiederholt den Bezug zum Piloten aufgegriffen, eine abschließende Einschätzung fehlte bislang noch.

Ich möchte diese an den Jahresbeginn 2012 stellen, stellt dieses Jahr doch mit der Einführung einer neuen privatzahnärztlichen Gebührenordnung eine Zäsur dar, deren nachhaltige Konsequenzen sich vermutlich die meisten, weder Patienten noch Anbieter im Gesundheitswesen (damit meine ich die Zahnärzte), gar nicht bewußt sind.

Fest steht: Auch 24 Jahre nach der letzten Änderung der Gebührenordnung, der GOZ 88, ist es zu keiner Anhebung des Punktwertes gekommen.

Für den Laien: Der Punktwert ist so etwas wie der Benzinpreis in der Honorarberechnung. Nur wenn er steigt, erhält ein Zahnarzt für die gleiche Behandlung mehr Geld. Bleibt er hingegen gleich, so hilft nur, mehr zu arbeiten, um den Verdienst zu erhöhen. Steigen die Ausgaben, und wer will bestreiten, dass sich seit 1988 die Kosten (und nicht nur für Benzin, dass damals umgerechnet 47 Cent kostete) teilweise drastisch erhöht haben, so muss mehr gearbeitet werden, allein um das ehemals vorhandene Einkommen auch nur zu halten.

Tut man es nicht, so ist schnell der Bereich des Break Even unterschritten, die Zahnarztpraxis macht Verluste. Längeres Krankbleiben verbietet sich also von selbst, Kontinuität ist angesagt, die Tretmühle Praxis muss ständig in Bewegung bleiben, ein Umstand der paradoxerweise eben gerade nicht gesundheitsfördernd wirkt und Burn Out (ist ein Modewort aber es trifft zu) oder die Flucht in Scheinwelten fördert. Also nicht ganz ohne Grund ist der Anteil suchtkranker Ärzte, aber auch deren Suizidrate, überdurchschnittlich hoch.

Warum aber wurde der Punktwert nicht geändert ?

Die Antwort ist einfach.

Weil keine Notwendigkeit dazu besteht.

Nachfolgend 4 KO – Kriterien, warum es zu keiner Punktwerterhöhung gekommen ist und – schlimmer noch, aber nach der Lektüre dieses Artikels nachvollziehbar – warum es hierzu auch in absehbarer Zeit nicht kommen wird.

KO – Kriterium 1:

Die Deutschen sind ein spendefreudiges Volk.

Das hat auch das Jahr 2011 wieder gezeigt. 
Wenn irgendwo Not in der Welt ist, wird der Geldbeutel geöffnet.

Selbst in den gegenwärtigen Zeiten, in denen die wirtschaftliche Situation bei einer ganzen Reihe von Bürgern nicht rosig daherschaut. Ob Hungersnot, Erdbeben, Flutkatastrophe, es wird gespendet.

Eine Grundvoraussetzung muss allerdings erfüllt sein. 
Es muss den Empfängern der Spenden schlechter gehen als den Spendern.

Je größer die Diskrepanz, umso besser.

Und jetzt mal Hand aufs Herz.

Solange es „dem“ Zahnarzt, seine wirtschaftliche Situation betreffend, besser geht als 90 Prozent seiner Patienten, solange ist kein Verständnis von Seiten der Patienten zu erwarten.

Da hilft auch kein noch so ausdauerndes und monoton wiederholtes Klagen. „Dann heul doch“, dieses legendäre Zitat Gerd Knebels werden ihm die Patienten in Gedanken entgegenrufen, um sich stande pede wieder den eigenen Widrigkeiten des Alltages zu stellen.

Hilfe, aufrichtige Unterstützung von Seiten der Patienten ist demnach erst zu erwarten, wenn sich das Verhältnis deutlich in Richtung 50 % hin wandelt.

Davon sind wir im Moment noch weit entfernt.

Oder -anderes Szenario- sofern im konkreten Einzelfall der jeweilige, von seinen Patienten geschätzte Behandler seine Praxis zuschließt. Dann ist es jedoch zu spät.

KO – Kriterium 2:

Die von Berufsverbänden skizzierten Horrorgeschichten des Not darbenden Zahnarztes entsprechen nicht der Realität.

Natürlich sind die goldenen Zeiten der 70er und frühen 80er Jahre, in denen der Beruf des Zahnarztes (möglicherweise sogar weitestgehend losgelöst vom Können des Tätigen) eine Lizenz zum Gelddrucken darstellte, lange vorbei.

Sie waren schon Vergangenheit, als ich 1993 meine eigene Praxis eröffnete.

Fakt ist aber, dass unabhängig vom Festhalten an der GOZ 88 es Änderungen in der Zahnmedizin gab, die eine Anpassung an die Preisgestaltung ermöglichten und zwar losgelöst vom weiterhin festgeschriebenen Punktwert. Als Beispiele dafür möchte ich die dentinadhäsive Kunststoff – Restaurationen, die Veränderungen im Rahmen der Prophylaxe- Leistungen (ich verabscheue nachwievor den Begriff der „professionellen“ Zahnreinigung, denn auch eine „einfache“ Zahnreinigung ist professionell), die Änderungen im Bereich des Zahnersatzes im Hinblick auf Grund- und Wahlleistungen, sowie zuletzt die Veränderungen im Bereich der Endodontie aufführen. In diesen Bereichen war es dem Zahnarzt zumindest teilweise möglich geworden, seine Honorierung an die situationsbedingte Kostensituation anzupassen. Um auf unser Beispiel mit dem Benzin zurückzukommen, er konnte dem Patienten nun neben Benzin auch noch Super, Bleifrei, und Diesel anbieten und den Preis hierfür in einem gewissen Rahmen eigenverantwortlich festlegen.

So ist es zu erklären, dass, aller in der Realität defacto vorgenommenen Einschneidungen zum Trotz, die Einkommen der Zahnärzte (zumindest im Schnitt) sich auf einem gewiss niedrigeren, aber dennoch solidem Niveau konsolidieren konnten, in anderen Fällen moderat gestiegen sind. Von flächendeckenden Insolvenzen kann also nicht gesprochen werden.

Die Zahnärzte sind demnach zwar nicht die Gewinner dieser Reformen, das sind Politik und Krankenkassen, die in den letzten Jahren Milliardengewinne im Bereich der Zahnmedizin eingefahren haben, sie sind aber auch nicht die großen Verlierer. Das sind zweifellos die Patienten, denn die sind diejenigen, die immer mehr, Jahr für Jahr, aus eigener Tasche für ihre Gesundheit dazuzahlen müssen, und das ja nicht nur in der Zahnmedizin, sondern auch in gleichem oder sogar noch stärkerem Maße für die Bereiche Medizin, Pharmazie, sowie den Bereich der Kuren und der Gesundheitsvorsorge. Und die Patienten haben nur die Wahl, zu zahlen, oder einen Verlust an Gesundheitsqualität in Kauf zu nehmen.

So betrachtet, erscheint die Position der Zahnärzte, denen man zumindest de facto zugestanden hat, gewisse Teilbereiche in der Zahnmedizin marktregulativ anzupassen, nun gar nicht mehr so übel.

KO – Kriterium 3:

Wieviel Piloten kennen Sie ? Und wieviele Zahnärzte ? Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiß.

Wir bemühen jetzt ein Vorurteil, aber manchmal hilft es, Dinge durch Überspitzung plastischer darzustellen: Der Lufthansa- Pilot, der wie ich Mitte der 80er Jahre seine Ausbildung gemacht hat, arbeitet 24 Stunden die Woche, ist Porschefahrer, wohnt in einem repräsentativen Bungalow mit Swimmingpool im Vordertaunus, geht mit 160.000 Euro im Jahr nach Hause und mit 55, spätestens 60 Jahren in Rente.

Das neidet ihm aber keiner.

Weil ihn keiner kennt.

Oder ? Wieviel Lufthansa- Piloten kennen Sie persönlich ?

Zahnärzte gibt es dafür eine ganze Menge, die laufen jedem Patienten also zwangsläufig über den Weg. Und wenn das in einem Auto passiert, das größer ist als das eigene, der Urlaub auf den Malediven stattfindet und nicht in Side, der Sonntagsspaziergang durch das Neubaugebiet das schmucke Eigenheim des Dentisten offenbart, dann kommt in Deutschland (denn in diesem Punkt haben wir keine US – Verhältnisse, bei uns wird, anders als in USA eben nicht daran die Qualität des Behandlers gemessen im Sinne eines „Der kann offensichtlich was, sonst hätte er es nicht so weit geschafft…“) ein nicht wegzudiskutierendes Maß an Sozialneid zum Tragen.

Auch das lasse ich, lediglich beobachtend und als deutsche Eigenheit registrierend, unbewertet als Fakt im Raum stehen.

Fest steht jedoch auch hier wieder: Solange noch Insignien eines wie auch immer gearteten Praxiserfolges zu sehen sind, ist an eine vom Patienten sanktionierte Gehaltsanpassung nicht zu denken. Soll heißen, erst wenn das Auto des Zahnarztes deutlich kleiner und älter ist als das eigene und sein Jahresurlaub auf Balkonien in der Mietwohnung stattfindet, darf wieder die Stimme erhoben und eine Gehaltssteigerung postuliert werden.

Siehe KO- Kriterium 1.

Und die Piloten ?  Haben Glück, dass sie gewissermaßen noch unter der Nachweisgrenze laufen.

KO – Kriterium 4:

Wem gehört eigentlich das Flugzeug, dass der Pilot fliegt und wer bezahlt die Flugbegleiter ?

Streiks oder Streikandrohungen von Pilotenseite gab es des öfteren in der Vergangenheit. Und vollkommen unabhängig davon, ob diese berechtigt waren oder nicht, sie waren in der Regel von Erfolg gekrönt.

Wenn die „Pilotengewerkschaft“ zum Streik aufruft, dann lehnt sich der Pilot entspannt zurück und genießt die arbeitsfreie Zeit mit dem sicheren Wissen, bei der Wiederaufnahme seiner Arbeit mit einem satten Plus an Bezügen zum Pilotensitz zurückkehren zu können.

Auflaufende Kosten aus seinem „Kleinunternehmen Flugzeug“ gibt es für ihn nicht. 
Ein entscheidender Unterschied zum Kleinunternehmer „Zahnarzt“.

Der hat nämlich zur Praxisgründung einen Kredit von 350 – 500.000 Euro aufgenommen, den er abbezahlen muss, er hat laufende Kosten für Miete etc. und er zahlt die Gehälter für seine zahnmedizinischen Mitarbeiter in der arbeitsfreien Zeit.

Machen wir uns nichts vor. Wäre der Pilot anteiliger Kreditnehmer für sein Arbeitsgerät „Flugzeug“ und müsste er die Gehälter der Flugbegleiter aus eigener Tasche zahlen, jegliches Streikgebaren wäre sofort und ein für alle mal vom Tisch.

Auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Ein Zahnarzt, der in eigener Praxis steht, ist erpressbar. Er ist auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass seine Praxis läuft, dass er arbeiten kann.

Oder er geht pleite. Ziemliche ungleiche Hebel, was Gehaltsverhandlungen angeht, zumal die Machtverhältnisse offenliegen.

Ein cooler Bluff a la „Oceans Eleven“ scheidet also von vorne herein aus.

Wer es dennoch tut (oder auch nur andeutet), macht sich lächerlich.

Stellen sie sich einen Pokerspieler vor, der als einziger von allen Spielern von Beginn an seine 5 Karten offen auf den Tisch legen muss.

Ziemlich langweiliges Spiel.

Vorhersagbarer Ausgang.

Ein Ärztestreik mit diesen Voraussetzungen ?

Undenkbar.

Das wissen Gesetzgeber, Ministerialbürokratie und Krankenkassen.

Gibt es ein Ausweg aus diesem Dilemma ?

Einen Königsweg sicher nicht, aber es gibt eine Lösung.

Darüber morgen an dieser Stelle.

Frontzahntrauma – Wurzelkanalbehandlung: Ja oder Nein ?

von Stefan Verch

Befund:
Junge, 10,5 Jahre alt:
FZ Trauma 1,5 Jahre zuvor: schwere Intrusion, so daß 21 völlig und 11 fast unter Gingiva verschwunden
Rotation 11,21 um 90 Grad
21 und 11 tiefe Kronenfraktur ohne Pulpenexposition

Therapie bis heute:
Spontandurchbruch 11
Danach Freilegung (Laser) 21 und Brackettklebung an 21 und 11 und kieferorthopädische Extrusion
21 und 11 stehen derotiert und nahezu harmonisch im Zahnbogen
11 EPT positiv – 21 EPT negativ
Keinerlei klinische Beschwerden ( Fistel/Schnerzen usw.)

Keine unterschiedliche Colorierungen 21,11

Rö-Befund:
PAR- Spalt scheinbar durchgehend
Keine Anzeichen für Resorptionen
Dezente Dentin Verengung des Orificiums 21
Normale Wurzellängen

Therapiemöglichkeiten:
• WKB 21 , weil nach 1,5 Jahren die Vitalität nicht wiedergekommen sein kann bei einer derartig heftigen Intrusion
• 21 ist Sensibiltitäts negativ; die Vitalität ist aufgrund der verschiedenen Indizien(keine Verfärbung, keine klinischen Problem, Dentinneubildung Orificiumbereich, keine Resorptionen) wohl positiv: es ist von einer natürlichen Revaskularisierung auszugehen: daher Recall Röntgen jährlich und zuwarten.

Durchgeführte Therapie:
Die immer noch bestehenden Kronenfrakturen sollen zeitnah mit Komposit rekonstruiert werden; 21 hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Vitalität, die durch Revaskularisierung nach der schweren Intrusion durch das weite Foramen apicale wiederhergestellt wurde.

Frohe Weihnacht

Das Team von Wurzelspitze wünscht allen Lesern ein frohes, erholsames und friedliches Weihnachtsfest.

Das Jahr 2011, wir waren dabei

Silberbiest


von Ronald Wecker

Die präoperativen Röntgenbilder zeigten deutlich das für einen Silberstift typische Bild.

Während im koronalen Wurzeldrittel und auch apikal deutlich Befestigungszementreste zu erkennen sind scheint der Stift das mittlere Kanaldrittel vollständig auszufüllen. Einige Jahre nach der zweiten Wurzespitzeresektion hatte der Zahn vor einigen Monaten eine deutliche Perkussionsempfindlichkeit entwickelt. Klinisch zeigte sich zudem im Vestibulum eine palpatorische Druckdolenz.
Nach Entfernung der Metallkeramikrone erwies sich die vorhandene Zementaufbaufüllung als „etwas“ undicht. Nach Grobpräparation konnte nach Aufkleben eines bukkal gelegenen „Komposit-Bauches“ Kofferdam appliziert werden. Mittels Ultraschallansätzen wurde der koronale Teil des Silberstiftes vorsichtig aus dem Befestigungszement „herausgeschält“.
Unglücklicherweise war der im Vergleich zum Kanallumen deutlich schmalere Stift schräg zur Zahnachse einzementiert worden. Während die Zementfuge im koronalen Drittel nach labial eine dickere Schichtstärke aufwies verjüngte sich diese weiter apikal um im mittleren Drittel labial nicht mehr vorhanden zu sein. Der Stift lag direkt der Kanalwand an.
Zu diesem Zeitpunkt musste die ursprüngliche Planung, den Stift lateral zu passieren und ihn anschliessend mittels einer eingeklebten Hohlkanüle in toto zu entfernen, aufgegeben werden. Der koronale Stiftanteil wurde bis zur nun palatinal gelegenen Zementfuge gekürzt. Anschliessend konnte der Befestigungszement bis ins apikale Wurzeldrittel entfernt werden, ohne den Silberstift dabei zu zerspanen. Ein Ausbohren hätte mit Sicherheit zu einer unerwünschten Verteilung von Silberpartikeln in den Periapikalbereich geführt.
Nach etwas mehr als 60 Minuten war es dann soweit. Der Stift hatte ein Einsehen und kam im Ganzen heraus. Deutlich zu ist die vom Chirurgen gewählte schräge Resektionsrichtung zu erkennen.
Nach ausgiebiger ultraschallunterstützter Spülung erfolgte eine medikamentöse Einlage sowie der temporäre adhäsive Aufbau unter Verwendung eines DT Illusion Quarzfaserstiftes und die Versorgung mit einem laborgefertigten Langzeitprovisorium.
In der nächsten Sitzung konnte auf das Belegen des Zahnes mit einer Kofferdamklammer verzichtet werden. Der Kofferdam wurde mittels Flow-Komposit am Zahn befestigt. Eine Klammer auf dem nächstgelegenen Prämolaren sorgte für den Halt.
Vor Obturation wurde aufgrund des sehr großen knöchernen Defektes ein periapikales Widerlager aus Kollagen angelegt. Der Wurzelfüllung mit MTA schloss sich der dentinadhäsive Aufbau und das Rezementieren des Langzeitprovisoriums an.
Warum kein DVT?
Das präoperative Röntgenbild ließ eine Silberstift“versorgung“ vermuten. Im Gegensatz zu Objekten aus Titan verursachen stark röntgenopake Materialien wie Silber unerwünschte Aufhärtungsartefakte die eine Beurteilung der für die Entfernungsstraegie wichtigen Details (hier Lage der Zementfuge) in der Regel unmöglich machen.

2011 – Das Jahr des DVT

von Bostidald Wucker

Das beeindruckendste Bild des Jahres 2011 aus meiner Praxis möchte ich kurz vor Weihnachten vorstellen. Die Patientin stellte sich mit akuten Beschwerden in unserer Sprechstunde vor.

Zustand nach Trauma vor einigen Jahren mit Kronenfraktur und folgender Wurzelbehandlung. Das damals angeklebte Zahnfragment brach in Folge eines erneuten Zahnunfalls ab und wurde wieder adhäsiv reponiert.

Kurz danach traten Beschwerden auf.
Zudem zeigte sich ein rötliche Verfärbung unter dem Fragment.
Die Sondierungstiefen waren erhöht, mesiolabial 6mm, labial 6mm, distolabial 3mm, distopaltinal, palatinal 3mm, mesiopalatinal 5mm.
Klopfschall unauffällig.
Perkussionsschmerz war lateral und inzisal vorhanden und im Vestibulum zeigte sich eine Fistel.

Eine endodontische Notfallbehandlung mit Entfernung des Wurzelfüllmaterials und Einlage von CaOH2 zeigte keine Besserung der Symptomatik bei fortbestehender Fistelbildung.

Ein nun angefertigtes DVT zeigte die teilweise Absprengung eines Wurzelzementfragmentes.
Die Fistelbildung könnte nun möglicherweise Ursache einer parodontalen Infektion im Fragmentspalt sein.

Über den weiteren Verlauf in diesem Fall werden wir 2012  berichten.

Hätt´s dafür ein DVT gebraucht ?

von Donald Becker

In der letzten Woche erreichte mich eine private Email zu diesem DVT, dass der WURZELSPITZE- Autor Ronald Wecker hier im Blog vorgestellt hatte.

Der Schreiber fragte: „hallo hawi, wäre das vorgehen auch ohne dvt nicht das gleiche gewesen? ohne zusätzliche strahlung, ohne extra-kosten?“

Wenn es nicht er eigene Fall ist, dann ist es schwierig, diese Frage erschöpfend zu beantworten. Ich versuchs trotzdem.
Hätte man diesen Zahn ohne DVT  behandeln können ?
Ich denke schon.

Hätte ich gerne hier ein DVT gehabt ?
Vermutlich.
Weil ich weiss, was mir das DVT in einem solchen Falle an zusätzlichen Informationen bringen könnte.

Und ich fühle mich zurückerinnert.
An die Zeit vor gut 10 Jahren.
Mit dem Aufkommen des Dentalmikroskops hatten wir nämlich eine ähnliche Situation. Dem fertigen Röntgenbild nach einer WF sieht man nämlich nicht an, dass der mit dem Mikroskop entdeckte 4. Kanal ohne dieses nicht gefunden worden wäre.

Das Endergebnis, die Wurzelfüllung, mutet unspektakulär an.
Der Weg dort hin war trotzdem steinig.

Auch damals wurde der Ruf laut, für diese Dinge brauche man doch kein Mikroskop.
Der Behandler, der  beide Verfahren (mit und ohne Mikroskop)  aus eigener Praxis kannte, er wusste, dass dies ein Irrglaube war, dass er den Zahn ohne Dentalmikroskop nie in gleicher Form hätte behandeln können.

Und jetzt das DVT ?
Geht es nur mit oder doch ohne ? Das ist hier die Frage.

Anbei ein Fall von letzter Woche, wo mir das DVT eine entscheidende Hilfe war.
Ohne DVT wäre es mir schwergefallen, diesen Fall so zu behandeln, wie ich es dann letztendlich getan habe.

Die Situation: Symptomatischer Zahn 17,  Palatinaler Fistelgang in Regio 16,17. Der Zahn 15 war vor circa einem Jahr wurzelkanalbehandelt worden, der Zahn 16 irgendwann danach  auf Grund eines eitrigen Entzündungsprozesses verloren gegangen.
Drohte dem Zahn 17 jetzt das gleiche Schicksal ?

Nach Trepanation zeigen sich die bukkalen Kanäle 18,5 mm bzw. 19 mm lang.
Im palatinalen Kanal ( alio loco vorbehandelt ?) zeigt das ROOT ZX -Gerät ebenso wie das Raypex 6- Gerät bei 14,5 mm Apex.
Vermutet hätte ich hier  eher 19 – 21 mm.
Was war hier los ?
Via Falsa ?
Großer Seitenkanal ?

Keine Ahnung ???
Das Kanalumen, mit dem DM gut zu sehen,  war ziemlich  groß. Überdurchschnittlich groß.
In den Röntgenbildern, die vorlagen, und die im Laufe der Behandung hinzukamen, gab es keine Hinweis auf die Ursache dieses Phänomens.
Auch ein Paperpoint – Test blieb unbefriedigend.

Das durchgeführte DVT (mit röntgenopaker Calciumhydroxid- Einlage nach definitiver Aufbereitung) zeigte dann, dass in der Tat die palatinale Wurzel deutlich kürzer war als die beiden bukkalen.

Vermutlich ein Resorptionsprozess, dessen Knochendestruktion auch in diesem Falle von den Zahnfilmen her in seinem wahren Ausmaß nur zu erahnen gewesen und definitiv in dieser Grösse von mir nicht vermutet worden wäre.

Nachdem feststand, dass die palatinale Wurzel in der Tat deutlich kürzer war als die beiden anderen, wurde in der auf das DVT folgenden Behandlungssitzung die WF durchgeführt.
Der Zahn war seit unserer Erstbehandlung beschwerdefrei, die Fistel war zwischenzeitlich verschwunden.

2D vs. 3D (IX)


von Ronald Wecker

Dass es um Zahn 26 aus parodontaler Sicht nicht besonders gut steht erschliesst bereits beim Betrachten des digitalen Einzelbildes. Neben einer im Furkationsbereich deutlich erhöhten Sondierungstiefe von 7 mm zeigt sich klinisch eine große interradikuläre Fistelöffnung.  Erstaunlicherweise ist keine erhöhte Zahnbeweglichkeit zu diagnostizieren.

Den Angaben des Patienten zufolge war aufgrund einer plötzlich auftretenden Fistelung am zuvor karies- und restaurationsfreien Zahn vor 2 Jahren eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt worden in deren Folge die Fistelung aber nie verschwand.

Die bisherigen Empfehlungen zur Therapie reichten von sofortiger Zahnentfernung über Abwarten, einem parodontalchirurgischen Eingriff mit und ohne Amputation der distobukkalen Wurzel bis hin zur alleinigen Revision der technisch sicher suboptimalen Wurzelfüllung (das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorhandene zweite mesiobukkal vorhandene Kanalsystem ist unbehandelt).

Die Auswertung des angefertigten DVT zeigt das wahre Ausmaß der knöchernen Destruktion, die starke Reaktion der Sinusschleimhaut und führt dem Betrachter- hier insbesondere dem Patienten- eindrucksvoll vor Augen, daß ein weiteres Warten auch mit einem großen Risiko für den benachbarten Zahn 27 verbunden ist. Dieser zeigt klinisch eine von palatinal als auch von bukkal eindeutige Sensibilität auf elektrischen und Kältereiz.

 

Frontzahntrauma : WKB oder nicht WKB?!

von Stefan Verch

Patientin, 41 Jahre alt, Fahrradunfall:

Befund ein Tag post OP nach Erstversorgung im Krankenhaus:
11,21 stark gelockert – semirigide Schienung 13-23 für 14 Tage
22 tiefe Kronenfraktur ohne Pulpenexposition
23, 32 leichte Kronenfraktur
EPT: 11,22,23,32 positiv 21 nicht positiv
Weichteilwunde Oberlippe versorgt, keine Alveolarknochenfraktur
OPG unauffällig

Diagnose
Aufgrund der Schilderung der Patientin, daß die Zähne nur gelockert seien, war ein Tag post Unfall von einem Sensibilitätsverlust 21 auszugehen und einer Subluxation 11-22 sowie Kontussion 32 und 23
Therapie
Flow Kompositabdeckung 22 und 23 , Glättung 32 inzisal – Wiedereinbestellung 1 Woche später

Befund 1 Woche post Unfall
EPT 11,21,22 eindeutig negativ 11,21,22 beginnende, deutlich sichtbare Discoloration cervikal 23 unauffällig 32 stark kälte- und wärmeempfindlich ohne nachziehenden Schmerz Röntgen Einzelbild: Aufhellungen 11,21,22 Starker Vorkontakt 11,21 – Patientin erinnert sich nun auch, daß die Zähne „noch länger“ waren nach dem Unfall und daß die vollständige Reposition den Ärzten nicht geglückt sei.

Diagnose
11,21,22 erlitten nicht eine Subluxation, sondern eine Extrusion
Aufhellungen entzündlichen Ursprungs oder Ausdruck der Extrusionsbewegung
Sensibilität negativ: Nervale Versorgung unterbrochen
32 weiter sehr kälte- und wärmeempfindlich ohne nachziehenden Schmerz, Inzisalkante mit minimal freiliegendem Dentin

Therapiemöglichkeiten
• 11,21,22 keine Therapie: Vitalität könnte noch bestehen – engmaschiges Recall (Rö/EPT/klinisch); 32 Kompositaufbau Schneidekante und abwarten, weil es sich um eine reversible Pulpitits handelt; Vorkontakte 11,21 einschleifen
• 11,21,22 WKB, weil die Aufhellungen auf eine irreversible Ruptur des Gefäßnervbündels hinweisen oder gar bereits entzündlichen Ursprungs sind; und weil die beginnende Discoloration die Nekrose der Pulpa oder ein schweres irreversibles Hämatom anzeigen; 32 Kompositaufbau Schneidekante und abwarten, weil es sich um eine reversible Pulpitits handelt. Vorkontakte 11,21 einschleifen
• 21 WKB, weil dieser Zahn schon einen Tag post Unfall Sensibilitäts negativ war – 11,22 zuwarten; 32 Kompositaufbau Schneidekante und abwarten, weil es sich um eine reversible Pulpitits handelt. Vorkontakte 11,21 einschleifen
• 11,21,22 WKB, weil die Aufhellungen auf eine irreversible Ruptur des Gefäßnervbündels hinweisen oder gar bereits entzündlichen Ursprungs sind; und weil die beginnende Discoloration die Nekrose der Pulpa oder ein schweres irreversibles Hämatom anzeigen; 32 Kompositaufbau Schneidekante und WKB, weil es sich um eine irreversible Pulpitits handelt. Vorkontakte 11,21 einschleifen

Durchgeführte Therapie
Es wurde eine WKB 11,21,22 durchgeführt, weil sich binnen 1 Woche deutliche Zeichen einer Nekrose ergaben: während der Therapiezeigte sich an Zahn 21 eine blutleere Pulpa, die lediglich apikal dunkelrote, Pfropf ähnliche Blutanteile zeigte; 11 und 22 zeigten eine Pulpa, die dunkelrote, Pfropf ähnliche Blutanteile aufwies. 32 wurde zunächst nur mit einem Kompositaufbau versehen, weil die Chance einer Ausheilung der Pulpa gesehen wurde. 11,21 wurden eingeschliffen.

Abbitte

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, einen im Sortiment von  Acteon und VDW befindlichen Ultraschallansatz zu beurteilen, welcher der Entfernung von Wurzelstiften dienen soll.

Ich hab ihn interessiert zur Kenntnis genommen und anschließend zur Seite gelegt.
Was, ich muss gestehen, vermutlich vorrangig der Tatsache geschuldet ist, daß ich seit vielen Jahren mit den von mir verwendeten  Maillefer – Ansätzen (ProUltra Endo 1, Start-X 4) zur Wurzelstift – Entfernung sehr zufrieden bin. Und darüber hinaus vom martialischen Design des MAXI MPR- Ansatzes abgeschreckt wurde, zumal empfohlen wurde, den Wurzelstift am Stiftkopf von okklusal zu belasten, um so die Zementfuge aufbrechen zu können.

Da lag er dann, der neue Ansatz, im „Mohrschen Schrein“ der Baischschrank- Schublade und fristete ein unbeachtetes Exotendasein.
Bis zu dem Tag, an dem ein renitenter Wurzelstift sich allen Entfernungsversuchen widersetzte, ich aber nicht zum Äußersten, sprich zum Einsatz des Ruddle PRS- Kits schreiten wollte.
Da erinnerte ich mich.  Holte den MAXI MPR aus der Versenkung hervor, liess  ihn vorbehaltlos, jedoch ohne konkrete Erwartungshaltung losvibrieren und – siehe da – innerhalb von weniger als 60 Sekunden war der Wurzelstift locker, der Rest  schnell durchgeführte Routine.

Und dann letzte Woche.
Gleiche Konstellation, der Wurzelstift in Zahn 25 will partout nicht raus.
Ich mühe mich ab mit den gewohnten Hilfsmitteln, dünne Ultraschallspitzen für die Zementfuge, intermittierend der Start-X Ansatz Nr. 4. Aber wider Erwarten will der Stift, der zunächst gar nicht so schwierig erschien, sich nicht lockern lassen.

Schließlich lasse ich mir den  MAXI MPR- Ansatz aus dem Schrein holen. Der Stift, individuell gegossen, mit Glasoinomerzement eingesetzt, scheint einen Versuch prinzipiell zuzulassen. Das Resultat: es gelingt nicht ganz so schnell wie beim ersten Mal, aber doch innerhalb von 1-2 Minuten, den Wurzelstift loszuvibrieren.

Moment, hör ich sie sagen: Hätte ich nicht vielleicht auch das gleiche Ergebnis erzielt, wenn ich den Start-X 4 – Ansatz noch 2 Minuten weiter eingesetzt hätte ?

Kann sein, ist aber – aus meiner langjährigen Erfahrung heraus mit den Kugelkopf – Ansätzen – eher unwahrscheinlich.
Ich glaube eher, dass ich auch noch weitere 10 Minuten mit den mir vertrauten Ansätzen hätte arbeiten können, ohne das sich was gerührt hätte.

Ich werde auf jeden Fall zukünftig bei nicht geschraubten Wurzelstifte den MAXI MPR – Ansatz intermittierend mit meinen gewohnten Kugelkopf- Ansätzen von Anfang an zum Einsatz kommen lassen.

Der Platz im Schrein ist leergeräumt, der MAXI MPR ein  neuer und zusätzlicher wertvoller Pfeil im Köcher der Stiftentfernungswerkzeuge.

wenn die Spritze nicht wirkt…

von Christian Danzl

Gott sei Dank kommt es nur sehr selten vor, dass ich einen Zahn für Wurzelkanalbehandlung nicht anästhesieren kann.
Aber hin und wieder funktioniert die Anästhesie nicht.

Sitzende Leitung, 2 x nachgespritzt, buccal, lingual und in aufsteigenden UK-Ast anästhesiert, intraligamentär, (im OK analog buccal, palatinal und Leitung, wo es geht) und auf die offen liegende Pulpa Gingicain. Trotzdem ist die Pulpa nicht berührbar, ohne dass der Patient an die Decke geht, was eine intrapulpale Injektion unmöglich macht.

Ein Patient hat es mal so beschrieben: „Meine linke Gesichtshälfte spüre ich nicht mehr. Und mitten in diesem Nichts ist ein ekelhafter Schmerz.“

Fast immer war diese Situation vergesellschaftet mit einem Dentikel.

Was machen Sie in so einem Fall?

Take Our Poll

2D zuzüglich 3D

von Ronald Wecker

Die Planung der praktischen Herangehensweise wurde in vorliegendem Behandlungsfall entscheidend durch die Auswertung des angefertigten DVT beeinflusst.

Zahn 27 zeigte klinisch eine zunehmende Aufbiss- und Perkussionsempfindlichkeit. Die Wurzelfüllung lag laut Patient mehr als 10 Jahre zurück. Das präoperativ angefertigte digitale Einzelbild lässt ein apikal der Krümmung in der mesialen Wurzel gelegenes Instru-mentenfragment, sowie eine unvollständige Wurzellfüllung erkennen.

Das angefertigte DVT lässt neben einer apikalen Aufhellung an der mesialen Wurzel noch eine Perforation der knöchernen Begrenzung des Sinusbodens erkennen.

Für die Herangehensweise konnten dem DVT weitere wichtige „Hinweise“ entnommen werden:

– die palatinale Wurzel weist im apikalen Drittel eine deutliche Krümmung nach bukkal auf.    Die Zugangskavität wird in der Folge nach palatinal ausgedehnt. Es werden bei der initialen Aufbereitung nach bukkal vorgebogene Handinstrumente engesetzt um die zu erwartende iatrogene Stufe am Übergang vom mittleren zum apikalen Wurzeldrittel zu überwinden.

– Apikal des Fragmentes in der mesialen Wurzel stellt sich der Kanal recht weit dar um im sich im apikalen Drittel deutlich zu verengen. Dies liess vermuten, dass die beiden in der mesialen Wurzel befindlichen Kanäle  im apikalen Drittel kommunizierten u.U. konfluierten.

Es erschien daher sinnvoll nach der initialen Darstellung des Fragmentes zunächst zu versuchen, das Fragment über den nicht aufbereiteten MB2 zu passieren. Mit einem vorgebogenen Microopener gelang es das Fragment seitlich zu passieren. Mit zunehmender Aufbereitungsgröße konnte schliesslich das Fragment ultraschallunterstützt entfernt werden. Dazu wurde mittel Endosonore-Felen der Größe ISO 20 das mesiobukkale Kanalsystem tropfenförmig in Richtung palatinal erweitert.

Nach der definitiven Aufbereitung erfolgte die Obturation in warmer vertikaler Kompaktion.

Begrenztes Platzangebot

von Bostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit dem  Überweiserwunsch: „Zahnerhalt von 27 mit allen Mitteln“ in unserer Praxis vor.
Auf den ersten Blick sah es nicht unlösbar aus und erschien sogar relativ problemlos, wenn man von der subgingivalen Sekundärkaries absah und der langen Zahnkontur im Röntgenbild (trotz starker Angulation des Röntgenstrahls). Nach einer ausführlichen Beratung und Patienteninformation zu den Chancen und Risiken wurden die entsprechenden Termine vereinbart. Die veranschlagte Behandlungszeit war mit ca. 5 Stunden avisiert.

Die ersten Probleme traten beim präendodontischen Aufbau auf Die Mundöffnung des Patienten war eingeschränkt. Zur Unterstützung erfolgte die Behandlung mit einem bereits früher vorgestellten Aufbisskeil von Ultradent. Damit ließ sich der erste Teil, der präendodontischer Aufbau recht gut absolvieren. Mit der Präparation der Zugangskavität trat die eingeschränkte Mundöffnung als Hindernis zunehmend mehr in den Vordergrund. Die direkte Sicht wurde stark eingeschränkt, da nur kurzschaftige Präparationsinstrumente genutzt werden konnten.

Die größte Hürde beginnt, wenn die gemessenen Arbeitslängen in so einem Fall bei 25mm, oder noch mehr liegen. Durch ein Erweiteren der Zugangskavität nach bukkal oder palatinal kann ein „Einfädeln“ der Wurzelkanalinstrumente erreicht werden. In fast ausweglosen Situationen wird in meiner Praxis durchaus die bukkale Schmelzwand geopfert um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Vorteil ist mehr Licht und besserer Zugang mit dem Instrumentarium.

In dem hier vorliegenden Fall konnte durch das Fehlen des anterioren Zahnes der präendodontische Aufbau mesial verkürzt werden. Zusätzlich wurde der Kofferdam und der Kopf des Endowinkelstücks mit einer Gleitmasse ( Vaseline ) bestrichen um ein leichtes Gleiten über den Kofferdam zu ermöglichen.

Unsere Maßnahmen bei eingeschränkte Mundöffnung:

kleine Mundspiegel ( Röder )
– Aufbissblock ( bei uns Ultradent ) oder dem hier vorgestellten Modell
– Individualisierung der Zugangspräparation
– Gleitmittel für Endowinkelstückkopf
– Präparieren einer „Rutschbahn“ zum Kanaleingang in der Zugangskavität
– geradlinige Zugangsgestaltung
– gegebenenfalls vorher physiotherapeutische Vorbehandlung

Mit diese Maßnahmen lassen sich schwierigere Fälle durchaus passabel lösen ohne das der Puls auf 180 ist.

Skylight

von Christoph Kaaden

einem Hinweis von Florian Grummt verdanke ich den kurzen nachfolgenden Beitrag.

Es handelt sich dabei um einen Adapter für Smart Phones am Mikroskop.

Das nachfolgende hier zu sehende Video stellt die Idee hinter dem Produkt Skylightscope vor…

eine, in meinen Augen, simple, wie brillante Idee, die Unterstützung mehr als verdient.

Lee- Block im Selbstbau

von Hans – Willi Herrmann

Als ich zum ersten Mal eine Abbildung des Lee- Block sah

(es war im IEJ oder JOE, ist einige Jahre her, ich habe die Quelle jetzt gesucht, aber auf die Schnelle nicht gefunden, vielleicht kann ein Mitleser helfen),

da dachte ich spontan, „Interessante Idee, muss ich sofort ausprobieren, bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich so gut funktioniert“.

Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit den Dovgan MTA- Carriern.
Die funktionierten gut, allerdings musste man peinlichst genau darauf achten, dass die Carrier unmittelbar nach der Anwendung gründlichst von MTA-Rückständen befreit wurden, da ansonsten die dünnen Kanülen sich sofort zusetzten und das teure Instrument damit unbrauchbar wurde.

Für den Lee- Block  hatte ich damals keine Bestellmöglichkeit in Deutschland und so beschloss ich, um auszuprobieren, ob der Lee- Block überhaupt funktioniert, mir ein Testmodell herzustellen.
Ich nahm einen Kunststoff- Plexiglasblock, wie wir ihn als Modell für Wurzelkanäle für die Endo -Fortbildungen verwendeten und schliff Rillen hinein. Mit einem Komet- Diamanten, Typ dünne rote Flamme und alternativ Korund- Trennscheiben setzte ich hierfür ein.

Überraschung 1. Es funktionierte einwandfrei. Überraschung 2: Die Kunststoffblöcke sind sterilisierbar.
Sie werden mit der Zeit gelblich, können aber viele Male wiederverwendet werden, so dass sowohl die geringen Materialkosten für den Block wie auch die Zeit für die Herstellung überkompensiert werden und sich auszahlen.

Warum ich trotzdem einen Lee- Block gekauft habe ?
Ich wollte irgendwann wissen, ob das Original besser ist als die Kopie.
Ist es, das ändert aber nichts am absoluten Gebrauchsnutzen und der Alltagstauglichkeit des Selbstbau – Teils.

Nochmals Gedanken zur neuen GOZ

von Christian Danzl

Sie wird uns wohl treffen, die neue GOZ.

Was sie uns bringt, sind vorerst Kosten.

Kosten, die erst mal wieder hereingeholt werden müssen.

  • Fortbildungskosten: Bis die Helferinnen einigermassen fit in der neuen GOZ sind, wird wohl eignes Geld in Abrechnungskurse fliessen. Es wird darauf hinauslaufen, dass jede Helferin in der Praxis, die etwas mit Abrechnung zu tun hat, in nächsten Jahr irgendwo einen Kurs für die neue GOZ besuchen wird, einen Abendkurs, welcher im Obmannskreis günstig veranstaltet wird, bis hin zu einem Intensiv-Seminar für die Praxismanagerin.
  • Softwarekosten: Komischerweise wurde nicht festgesetzt, dass die Softwarehersteller die Updates für die Abrechnungsprogramme gratis liefern müssen.
  • Zeit: Etliche Kosten, die indirekt anfallen über Mehrarbeit. Mehrarbeit beim Rechnungen schreiben, beim Begründungen schreiben für die Versicherungen und beim Aufklären der Patienten.
  • Und letztendlich Kosten, die anfallen, wenn es um Rechtsstreitigkeiten mit den Versicherern geht, die vor Gericht ausgetragen werden müssen.

Was wird sich noch ändern?

Was tun mit den neuen Preisen?
Einfach hinnehmen?
Oder darauf reagieren?

Die alten Preise übernehmen und die Patienten müssen für abgewertete Behandlung selber zuzahlen, wenn über die Steigerungsgrenze bei der alten GOZ schon erreicht war?

Das wird den klassischen „2,3-Abrechner“ nicht treffen. Aber einige Kollegen bieten Behandlungen an, die weit jenseits des Durchschnitts liegen, qualitativ hochwertiger, viel zeitaufwändiger, die werden sehr schnell die Grenzen überschreiten.

Oder die Behandlungsqualität anpassen?

Eine dentinädhäsive Füllung muss nicht in Inkrementttechnik ausgeführt werden. Weder Farbschichtung, selektives Ätzen, 3-Flaschen-Bondingsystemesystem, noch eine sauteueres Komposit der letzte Generation mit anschliessender Höchstglanzpolitur müssen Anwendung finden, wenn eine Kunststofffüllung gemacht wird.
Aus reduzierter Bezahlung wird bei vielen Kollegen schlicht, aber ergreifend, nur reduzierte Qualität resultieren.
Da sind wir wieder bei der deutschen Gleichschalterei und Mittelmässigkeit. Durch mittelmässige bis schlechte Bezahlung wird nur eine adäquate Behandlung induziert

Die Kronen und die Inlay-Positionen sind erhöht worden. Die Zahntechniker werden sich freuen. Wahrscheinlich sind für diese auch die Positionen erhöht worden. Wenn über die Füllung kein Geld mehr zu verdienen ist, wird eben schneller eine Krone oder Teilkrone gemacht.
(Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass hier keine Lobbyisten am Werk waren, die Schleifmaschinen uns Scanner unters Volk bringen wollen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja nicht der Sache denen, und dem Patienten auch nicht. Denn zu dessen Wohl wurde die GOZ ja wohl doch erneuert.)

Aber habe ich den Verdacht, dass der eine oder andere Kollege, sein Behandeln mehr dem Überleben der Praxis anpassen werden muss, als der optimalen Versorgung der Patienten.

Aber so ist das im Deutschland nach der Wende. Wir in der Zahnmedizin haben das Beste aus beiden deutschen Staaten. Den Sozialismus und den Kapitalismus.

Den Sozialismus haben wir auf der Einnahmen-Seite, da regelt uns der Staat was genau für welche Behandlung eingenommen werden darf. Auf der Ausgaben-Seite haben wir den blanken Kapitalismus, da diktiert uns Industrie und Staat, wieviel Geld für was ausgegeben werden muss.

Ob uns die neue GOZ auch einen Nutzen bringt wird sich erst zeigen müssen. Wenn mit den erhöhten Positionen die abgesenkten Positionen inclusive der entstehen Kosten nicht aufgefangen werden können, war mal wieder alles umsonst (von der nicht ausgeglichenen Inflation will ich hier gar nicht).

Für die, die jeden Tag in der Praxis stehen und das Desaster der zahnbürsten-verachtenden Zunft ausbügeln müssen.
Und für die Helferinnen, für die die neue GOZ die nächste Nullrunde beim Einkommen einläuten wird.

Einige Praxen werden das wohl nicht lange überleben, wenn man mit den Privatpatienten die Verluste bei den Kassenpatienten noch schlechter abfedern kann.
Aber anscheinend ist es so gewollt. Kosten sparen im Gesundheitssystem durch Nichtbehandlung.
Das passt ins System.

Wo keine Praxis (Arzt, Zahnarzt, Masseur, Physiotherapeut….) ist, entstehen auch keine Kosten für das Gesundheitssystem (soviel ich weiss bleiben die KK-Beiträge für die Versicherten gleich hoch, auch wenn der letzte Arzt im Umkreis von 30 Kilometern aus finanziellen Gründen seine Praxis schliessen musste), weil niemand behandelt wird. Behandlungen aufschieben ist das Mittel der Wahl. Hinter uns die Sintflut.

Und da wundert sich noch einer über den Erfolg Piraten-Partei?

Endstation WSR?

von Ronald Wecker

Der nachfolgend vorgestellte Behandlungsfall stellt mittlerweile keine Besonderheit mehr dar, sondern steht exemplarisch für eine zunehmend größer werdende Zahl von oberen Schneidezähnen die nach, manchmal zweimaliger, Wurzelspitzenresektion weiterhin klinische Symptome sowie radiologische Befunde zeigen.

Fragt man im Kollegenkreis so wird die endodontische Behandlung oberer Frontzähne in der Regel für eher einfach gehalten. Warum dann die zumindest in meinen Augen auffällige Häufung solcher Befunde?

Oftmals finden sich in der Weite unvollständig gefüllte Kanalsysteme in Kombination mit koronalem Leakage. In der Mehrzahl der Fälle zeigen die retrograden Verschlüsse deutliche Undichtigkeiten. Mit den zur Verfügung stehenden Techniken sind solche Zähne, die früher als hoffnungslos betrachtet wurden, relativ vorhersagbar behandeln.

7 / 6

 

Der endodontische Schnappschuß

von Ostidald Wacker

Der Kollege 35 zeigte ein Lächelmund hinter seiner langen Stiftnase und nicht ganz vorteilhaften Kronenmütze.
Leider gab es keine Rettung für Ihn und seinen Kollegen…

Gooey

von Bonald Decker

Das Phänomen ist nicht neu und ich habe es schon zahllose Male beobachtet…

trotzdem kann ich es (mir) nicht abschliessend erklären… und daher möchte ich den heutigen Beitrag nutzen, um eine Frage zu stellen.

Worum „genau“ handelt es sich bei dieser auf den Bildern zu sehenden klebrigen (gummibärchenartigen) Masse, die sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder in einem Wurzelkanalsystem nach (eigenem) Ersttermin findet.

Ich nenne es „Goo“

Was entsteht hier?

Was hat einen Einfluss darauf?

Wahrscheinlich die Spüllösung(en), oder?

Obgleich unser (Spül-) Protokoll (quasi) immer gleich ist, tritt der Goo jedoch nur unregelmässig auf.

Evtl. entsteht er durch eine Wechselwirkung von medikamentöser Einlage und Spüllösung?  Wobei er schon nach Anwendung unterschiedlicher Med-Einlagen aufgetreten ist…

Spielt der „Trocknungsgrad“ des Kanalsystems vor der Einlage eine Rolle?

Ich weiss es nicht, aber es würde mich interessieren…

wer also kann mir sagen, was dieser „Goo“ ist?

Danke für die Aufklärung…

Kostensteigerung ZE 2012

von Hans – Willi Herrmann

Anbei zwei Links auf die  ich beim „Muffel – Forum“, einer Zahntechnik- Community gestossen bin.

Zum einen ein TV – Beitrag des MDR zum Thema GOZ 2012 und deren prognostizierte Folgen, die Preisentwicklung betreffend, zum anderen eine Gegenüberstellung der Honorare beim Kassenpatienten und beim Privat – Patienten. In Anbetracht der Tatsache, dass ab 2012 der 2,3 fache Satz in fast allen Fällen  die Obergrenze darstellen soll, bedeutet dies, dass jede in dieser Tabelle beim GOZ Satz mit mehr als 2,3 angegebene Honorarposition beim PKV – Patienten schlechter bezahlt wird als beim GKV – Patienten.

Insofern widersprechen sich die Aussagen im TV – Beitrag und die tatsächlichen Zahlen der neuen Gebührenregelung.

Für die Zahntechniker konstatiert der TV – Beitrag im Übrigen deutliche Honorareinbußen  in den letzten Jahren. Gründe hierfür werden nicht genannt, obwohl auf der Hand liegt, dass diese Entwicklung im weiterhin wachsenden Markt des Auslands – Zahnersatzes zu suchen ist.
Auf diese Konsequenzen mir den damit verbundenen Nachteilen für das Zahntechnikhandwerk, die Zahnarztpraxen und vor allem die Patienten haben wir hier an dieser Stelle schon vor fast 3 Jahren (und im Nachfolgenden immer mal wieder unter dem Stichwort „Auslandszahnersatz“)  hingewiesen und bedauerlicherweise ist es genau so gekommen.
Hier trägt die Gesundheitspolitik, unterstützt durch entsprechende Werbemassnahmen der Krankenkassen Früchte.

Aktuelles von Komet

von Christian Danzl

Letzte Woche war mein Komet-Vertreter wieder da.

Was gibt es neues?

  • Easy-Seal, ein Wurzelkanalsealer in der Automix-Spritze. Er ist weisslich transluzent. Die Überschüsse lassen sich sehr gut mit einem alkoholgetränktem Microbrush aus der Kavität entfernen, deutlich besser als Ah Plus. Praktisch ist die Automix-Spritze, wenn man komplette Pastenfüllung mit 02er Zentralstiftmethode macht. Für die Fülltechniken, bei der fast das ganze Kanallumen mit Guttapercha ausgefüllt werden (laterale, vertikale Kondensation und Singlecone mit passendem Taper von Aufbereitung und GP-Spitze) empfiehlt es sich zur Materialersparnis, auf die Automischkanüle zu verzichten und die zwei Pasten auf einen Anmischblock auszudrücken und mit einem Spatel zu vermischen.
  • Den Endo-Bohrer H1SML  gibt es nun endlich in 34 mm Länge und in größeren Größen. Und zwar von 06 ins 14 in zweier Schritten. Unten im Bild ist er in der Mitte zu sehen, zwischen zwei Mounce-Bohrern, die weiter ausgedünnt sind und mit Tiefen- und Größenmarkierung versehen sind.Bestellnummern 205.006 bis 205.014 je nach Größe.

Apikales Angeln

von Ronald Wecker

Es ging eigentlich um Zahn 46. Dieser zeigte 12 Jahre nach der alio loco durchgeführten endodontischen Behandlung eine zunehmende Perkussions- und Aufbissempfindlichkeit.

Das angefertigte digitale Einzelbild zeigte eine apikale Aufhellung im Bereich der mesialen Wurzel. Bereits wenige Wochen nach der Erstvorstellung erschien der Patient erneut, diesmal mit einer auf Höhe des mittleren Wurzeldrittels gelegenen bukkalen Schwellung der marginalen Gingiva und isolierten Sondierungstiefen bukkal und lingual von mehr als 8 mm.

Das mit in die isolierten Taschen eingebrachten Guttaperchaspitzen angefertigte Röntgenbild erhärtet den Verdacht auf eine Vertikalfraktur der mesialen Wurzel. Dem Patient wurde die Entfernung des Zahnes 46 und spätere implantologische Versorgung nahe gelegt.

Einige Wochen nach der Zahnentfernung stellte sich der Patient mit einer lingualen Druckdolenz an Zahn 45 auf. Das angefertigte DVT lässt eine deutliche bandförmige Osteolyse der lingualen Alveolenwand erkennen. Das bereits im 2D-Bild zu diagnostizierende im Periapikalbereich gelegene Fremdmaterial liegt bukkal.

Nachdem in einer ersten Behandlungssitzung das alte Obturationsmaterial entfernt und eine Vertikalfraktur ausgeschlossen werden konnte, erfolgte eine Einlage mit CaOH2 für 3 Wochen. In der zweiten Sitzung, der Zahn war mittlerweile beschwerdefrei, zeigte sich nach chemo-mechanischer Aufbereitung apikal ein Foramen der ISO-Größe 70. Das apikal befindliche Fremdmaterial konnte nicht visualisiert werden. Ein stark vorgebogener Microopener wurde intentionell durch das Foramen bewegt um im seitlichen Periapikalbereich zu versuchen das Fragment orthograd zu entfernen.

Nach einigen Versuchen gelang es das Fragment ein wenig in das Foramen hinein zu bewegen. Unglücklicherweise lag das Fragment nahezu horizontal unter der apikalen Kanalöffnung, Nach ultraschallunterstützter Modifikation des Foramens konnte das Fragment schliesslich nach koronal bewegt werden. Die Obturation erfogte mit MTA. Die Zugangskavität wurde dentinadhäsiv verschlossen.

Ein wenig Glück gehörte sicherlich dazu, aber der gezeigte Fall lehrt mich einmal mehr, auch in scheinbar wenig verheissungsvollen Situationen zumindest zu versuchen periapikal gelegenes Fremdmaterial zu entfernen.

9 / 6

Akzeptabel oder nicht? (2)

von Olaf Löffler

Die Frage war provokativ gestellt.
Was unter akzeptabel zu verstehen ist, muss jeder Leser für sich selbst entscheiden. Akzeptabel würde ich als annehmbar „übersetzen“.
(annehmbar, ausreichend, brauchbar, erträglich, geeignet, leidlich, passabel, zufriedenstellend – Quelle: http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-bin/wort_www.exe?site=1&Wort=akzeptabel)

Es war sehr interessant, wie dieses Bild gesehen wird und die Kommentare zu verfolgen.
( Ganz herzlichen Dank für die rege Mitarbeit.)

Auf den ersten schnellen Blick eine Wurzelfüllung, welche die Kriterien „nahe an den Apex“ zu erfüllen scheint. Die „weißen Striche“ der Wurzelfüllung sollten bis „runter“, das heißt in die Nähe der Wurzelspitze reichen. Das scheint der Fall zu sein und schmerzfrei ist der Zahn offensichtlich auch. Also besteht kein Behandlungsbedarf und das heißt akzeptabel – oder doch nicht?

Es fehlt die die koronale Situation. Deshalb können wir keine Aussage zur Akzeptanz treffen. Eine -> mögliche, länger bestehende Undichtigkeit des koronalen Verschlusses kann bereits zu einer im Röntgenbild nicht erkennbaren Infektion, bzw. Reinfektion des Kanalsystems geführt haben. Die Zeichnung des -> PA Spaltes ist nicht einwandfrei beurteilbar. Die distoapikale Region des Zahnes 36 ist nicht abgebildet, die mesiale Kontur zeigt Unregelmäßigkeiten im Sinne einer möglichen -> P. apicalis.
Das wäre aber nun aber wirklich inakzeptabel, oder nicht? Das können wir an Hand dieser einen Aufnahme nicht beurteilen. Es ist nicht bekannt wie der Ausgnagsbefund ausgesehen hat, wie hat sich die Situation verändert. Ist dies eine deutliche Heilungstendenz, eine Stagnation oder gar Exazerbation.
Weiterhin ist mesial im mittleren Wurzeldrittel ein -> Fragment mit einer geringeren Strahlendurchlässigkeit zu vermuten. Die allein daraus resultierenden unbehandelten Bereiche des Kanalsystems lassen weiteren Behandlungsbedarf vermuten. Die distale Wurzelfüllung könnte ebenso eine -> unbehandelte Apikalregion vermuten lassen.
Bedarf dies einer endodontischen Behandlung?
Die Studienlage* zeigt Unterschiede in der endodontischen Behandlung bei vitaler und nekrotischer Pulpa.
Auf Grund der fehlenden Informationen zur Erstbehandlung können wir keine eindeutige Aussage zur Akzeptanz treffen.

Bei der gestellten Frage gab es eine richtige Antwortmöglichkeit. Diese musste lauten: NICHT BEURTEILBAR. Punkt.

Das Röntgenbild zeigt noch einige interessante Dinge mehr, welche aber meinen derzeit möglichen Zeitrahmen sprengen würden und daher, vielleicht auch vorerst unerwähnt bleiben müssen.

*Endodontie 10 (2001), Nr. 1,  Seite 9-18
Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung
Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R.

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Die Zeit wird`s zeigen…

von Bonald Decker

Vor Kurzem gab es auf Wurzelspitze unterschiedliche Ansichten zu der Therapieplanung und Prognose dieser Zähne.

Nachfolgend ein Fall, der von der „Grunddiagnose“ (Z.n. Wurzelkanalbehandlung mit nachfolgender Wurzelspitzenresektion) der oben erwähnten Situation sehr ähnelt, sich aber (vermeintlich) durch den Resektionswinkel positiv unterscheidet.

Obwohl die Diagnose – apikale Parodontitis – bereits 2010 gestellt wurde, entschied sich der Patient erst kürzlich für die von uns vorgeschlagene Therapie einer Revisionsbehandlung.

Folgende Therapie wurde von uns daraufhin durchgeführt:

1. Termin: Entfernung des bestehenden WF-Materials mit eingehender Desinfektion und nachfolgender Ca(OH)2-Applikation.

2. Termin: Verschluss der Neoapices mit MTA und weitere Wurzelkanalfüllung mit Guttapercha & Sealer. Im distalen Anteil wurde zusätzlich ein resorbierbares Widerlager eingebracht, um ein „grosszügiges Auffüllen“ der apikalen Knochenlakune mit MTA zu vermeiden.

Nachfolgend ein paar Impressionen der Behandlung:

Die Zeit wird zeigen, ob unsere Therapie auch nachhaltig ist. Die Voraussetzungen sehe ich als gut an. Anders als in dem vorab erwähnten Fall…

Das GOZ – Menetekel oder es gärt…

von Hans – Willi Herrmann

… in der Zahnärzteschaft.

Anlass ist die neue Gebührenordnung für privatzahnärztliche Behandlungen, die demnächst in Kraft treten soll.

Allerdings  ist es der Grund für die Unruhe nicht, wie man vielleicht vorschnell vermuten könnte,  die Tatsache, dass nach 23 Jahren Preisgleichheit für die jeweiligen Leistungen nun eine Erhöhung des Honorarvolumens von 6 % erfolgen soll.

Was – man muss, um es sich wirklich bewusst zu machen, es langsam aussprechen – einer jährlichen Erhöhung von 0,24 Prozent  entspräche.

Ein viertel Prozent.

Würde man einem Bundes – oder Landespolitiker  vorschlagen, seine Diäten 23 Jahre lang auf dem gleichen Stand zu halten, um sie danach dann zum Ausgleich um 6 Prozent zu erhöhen, man bekäme von diesem eindeutige Gesten mit den Fingern gezeigt.
Je nach Temperament unterschiedliche Gesten, aber eindeutig negativ wären sie alle.

Auch ein Gewerkschaftsfunktionär, dem man  in Lohnverhandlungen eine 0,24 prozentige Lohnerhöhung pro Jahr vorschlagen würde, auf ein Vierteljahrhundert festgeschrieben, würde die Tarifverhandlungen stante pede verlassen und die öffentliche Empörung wäre groß.

Im  Falle der Zahnärzte ist sie nicht existent. Und mit diesem Wissen um die öffentliche Meinungsbildung liess sich bis heute über mehrere Jahrzehnte hinweg wunderbar agieren und regieren.

Aber – und das ist neu – hier geht es nicht um Geld.
Überhaupt nicht.
Nicht mehr.

Und das ist die eigentliche Neuerung.
Und auch eine Gefahr für den Status quo, in dem sich Politik, Versicherer und auch die zahnärztliche Standespolitik als 3. Pfeiler seit vielen Jahren so gemütlich eingerichtet haben.

Wenn es nämlich nicht mehr ums Geld geht, worum geht es dann ?

Es geht zunehmend um nichtmaterielle Werte.
Und das macht die Sache problematisch. Und gefährlich. Denn eigentlich ist das ein Paradoxon:  Zahnärzte, die sich für irgendwas anderes als Geld interessieren.

Was ist denn da los ?
Friert die Hölle zu ?

Eine solche Entwicklung, bürge sie nur ein Fünkchen Wahrheit, sollte jeden Gesundheitspolitik- Profi  nachdenklich werden lassen: „Habe ich den Bogen vielleicht doch überspannt?“

Kurzes Innehalten, dann erleichtertes Kopfschütteln: „Nein, auf die Zahnärzte war immer Verlass und wird immer Verlass sein. Das ist das übliche Gemaule, wie immer, aber kein Grund zur Sorge. Vorsichtshalber sollte aber noch mal die bereits lancierte Pressemeldung über den Zahnersatz, der nächstes Jahr 20 Prozent teurer werden wird, erneut gestreut werden. Finales Totschlagargument. Die V- Waffe im Kampf um die dentale Prägung. Platz, Kusch. Brav, Dr. Hasso, brav ! Und jetzt hols Stöckchen, dann gibts auch eine Belohnung, nein, kein Leckerli, nur ein Knacker mit dem Blechfrosch, das muss reichen.“

Zahnersatz wird teurer und die Zahnärzte sind die Grossverdiener der Nation. Das sauer Verdiente, dem eigenen Geldbeutel entnommen von Jemandem, der zu Unrecht viel zuviel davon hat.
Ein Meinungsbildungsinstrument, dass nachwievor einwandfrei funktioniert.
So vorhersagbar und sicher, dass es seit vielen Jahren zum kleinen Einmaleins der Gesundheitspolitik gehört .

Ministerienintern mit Sicherheit ein permanenter running gag.
Stets für einen internen Lacher unter Entscheidungsträgern gut.
Ein immerwährender Schenkelklopfer, so vorhersagbar und zuverlässig er in der Vergangenheit funktioniert hat und gerade eben wieder funktioniert.

Aber aufgepasst, liebe Machtmenschen in der Hauptstadt – die Zeiten, um mit Robert Zimmermann zu sprechen, sie ändern sich.

Allein, die Tatsache, dass die bislang zumeist erzkonservativen Zahnärzte ihre Obrigkeits-Hörigkeit und ihren Status als CDU/CSU- und FDP- Fanboys aufgeben und darüber nachdenken, ihr nächstes Kreuzchen bei der Piratenpartei zu machen,  ist schon Fanal genug.

Aber es kommt noch ärger.
Nachfolgend 2 Knock Out – Facts zum Thema.

Knock Out Fact 1:
Es finden sich vermehrt Stimmen unter den Zahnärzten, welche die Abschaffung der Bundeszahnärztekammer fordern. Zum Beispiel nach dem Vortrag des Bundesgesundheitsminister Bahr auf dem Zahnärtzetag in Frankfurt vorletzte Woche.

Was war passiert ?
Der Minister kam, erläuterte, wie seine vielen Vorgänger in den Dekaden zuvor, die zukünftige Reform und ging.
Ohne Fragen zu beantworten, er war zeitlich stark eingebunden.

Eine eindeutige und unmissverständliche Demonstration von absoluter Macht, gepaart mit politokratischer Arroganz, wie sie nur jemand ausstrahlen und vorleben kann, der weiss, dass das berühmte Seehofer-Zitat, die Zahnärzte betreffend, vom Boden und der Wand, nachwievor Gültigkeit hat.

Zurück blieben die Delegierten der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer, es gab niemanden aus den eigenen Reihen, der den seinen vermitteln konnte, wie wichtig diese Reform sei und das man durch heldenhafte Anstrengungen einen Konsens mit der Politik geschaffen und damit Schlimmeres verhindert habe. Und so mancher, nicht nur im Auditorium  fragte sich, wofür  Jahr um Jahr viele Hunderttausende an Euro an zahnärztlichen Kammerbeiträgen ausgegeben werden, wenn letztendlich einzig und allein alles darauf hinausläuft, dass devot die Erlasse der Regierung und der ihr unterstellten Ministerien entgegengenommen und damit defacto widerspruchslos legitimiert werden.

Die obrigkeitshörigen Zahnärzte „haben fertig“ mit der Politik. Das schon länger und jetzt auch mit der Standespolitik. Mit dem eigen Fleisch und Blut. Unfassbar.
Die latente Drohung aus dieser Ecke, tausendmal gehört, wenn wir uns nicht fügen und kopfnickend mitarbeiten, wird alles noch viel furchtbarer, sie ist zahnlos geworden.
Das glaubt keiner mehr.

Fakt ist: Die neue GOZ ist keine Verbesserung.
Im Gegenteil, sie ist ein weiteres Stockwerk tiefer in der Abwärtsspirale der Zahnmedizin. Sie ist nichts anderes als eine zusätzliche versicherungsseitige Daumenschraube, die angezogen wird.

Wer die GOZ 2012 studiert, weiss: Es geht nicht um eine Verbesserung der Zahngesundheit im Sinne der kontinuierlichen Integration des medizinischen Fortschrittes.
Es geht um Kostenersparnis.

Und man betrachte als Indizienbeweis hierzu  lediglich  exemplarisch das Gebahren verschiedener Kostenerstatter, Positionen in der jetzigen GOZ, die seit vielen Jahren, weil medizinisch anerkannt, erstattet wurden, nicht mehr zu honorieren.
Nehmen wir zum Beispiel die subgingivale Konkremententfernung, um konkret zu werden. Gibt es so etwas plötzlich nicht mehr in deutschen Mündern ?
Sind diese Ablagerungen plötzlich nicht mehr pathogen ?
Können all diese Konkremente also belassen werden, weil sie mit dem Zahnhalteapparat des Patienten eine friedliche Koexistenz eingehen ?

Wir wissen alle, dass dem nicht so ist.

Warum also erhalten die Patienten seit einigen Monaten nun Briefe mit standardisierten Textbausteinen, die die Kostenerstattung dieser medizinisch notwendigen und sinnvollen Leistungen ablehnt ?
Weil die Versicherer wissen, dass weder Patient noch Behandler gegen ihre von der Politik gebilligte Übermacht angehen kann.

Diese Verfahrenweise ist nicht neu.  Und wäre es nur das, dann würden vermutlich, wie die letzten 30 Jahre zuvor, alle -durch die Bank oberfeisten- Dentisten am Montag morgen nach einem angenehmen Wochenende auf dem Golfplatz ihren deutschen Oberklassewagen, gleich ob Limousine oder Sportwagen entsteigen und, unterschwellig frustriert angesichts des bevorstehenden öden Tagwerkes, aber ungebrochen tatenkräftig weiter bohrerschwingend “ Ka- Ching !“ in ihre Praxen gehen.

Warum also jetzt der Aufstand ?
Weil die Zahnärzte es offensichtlich endgültig leid sind, in den Medien lesen und hören zu müssen, dass die zahnärztliche Behandlung ab dem nächsten Jahr eben mal 20 Prozent teurer wird, wenn defacto selbst ein stichprobenartiges  Lesen der neuen GOZ offenbart, dass es zusätzlicher Kraftanstrengungen bedarf, um das Niveau von 1988 auch nur halten zu können.  Von der Welle von Erstattungsverweigerungen, die 2012 auf die Zahnarztpraxen zurollen wird, so sicher wie das Amen in der Kirche, ganz abgesehen.
Sich dem Image des Grossverdieners und Halsabschneiders  permanent stellen zu müssen, ist nervig genug, wenn es zutrifft.
Wenn es aber zur Farce, zur zynischen Verhöhnung durch die  grauen Männer wird, was dann ? Dann kippt die Stimmung. Unwiderruflich.

Knock Out Fact 2:
Noch ein Zeichen der Zeit, ein Signal dafür, dass die Stimmung umkippt: Eine Pressemiteilung des DAZ – das ist der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde (DAZ) e.V. mit der Überschrift  „Grundlegende zahnerhaltende Leistungen sollen Jedem zugänglich sein – DAZ versucht, endodontische Basistherapie zu beschreiben“

Eine Standortbestimmung zur Basistherapie in der Endodontie.
Ein sehr interessantes Werk, das  aufmerksam gelesen und analysiert werden sollte.

Basierend auf einer Umfrage, die vom DAZ und vom BVAZ (Bundesverband der Allgemeinzahnärzte) gleichermaßen getragen wurde.

Liebe Politiker, aufgepasst.
Wenn man den BAVZ als Integrationsplattform für den „Hauszahnarzt“ wertet, dann wird man diese Personengruppe gefühlsmäßig eher dem konservativen Spektrum zuordnen. Wohingegen der DAZ über Jahrzehnte hinweg als Sammelbecken linksideologischer Phantasten und weltfremder Gutmenschen angesehen wurde.

Und jetzt das – ein Schulterschluss, über alle politischen Lager hinweg.

Wie kommts ?
Was hat sich geändert ?

Nicht allein das Frustpotential der Zahnärzte.
Viel entscheidender sind die kommunikativen Rahmenbedingungen, die das Internet uns liefert.

Ob Wutbürger bei Stuttgart 21, Studenten in Madrid oder die Occupy Bewegung in New York. Sie alle führt zusammen, eint und  koordiniert das WWW.

Plötzlich ist es nicht mehr Einer alleine, sondern es sind Viele, die gleich denken, fühlen, miteinander sprechen und irgendwann auch zusammen handeln.

To dream the impossible dream, der Kampf gegen Windmühlenflügel, gegen einen übermächtigen Gegner, er muss nicht länger aussichtslos sein.

Und so scheint es nun nicht länger ausgeschlossen, dass die Vielen, die es gibt in unserem Land, die Tag für Tag ohne Murren ihren Job tun in der Zahnmedizin und die diesen Staat damit am Laufen halten und für die  angesichts der vielen Arbeit, der zum Kotzen nicht mehr ertragbare Rahmenbedingungen annehmenden Bürokratie und angesichts der bewußten und menschenverachtenden Fehlinformationen und punktgenau lancierten stimmungsmachenden Falschmeldungen irgendwann einmal sagen: „Es reicht mir jetzt !“  und den Bettel hinschmeissen.

Wir sind nicht mehr allein, wir sind Viele.

Allerdings – und spätestens jetzt entspannt sich wieder der dem politischen Establishment zugehörige Leser dieser Zeilen, noch ist es nicht soweit.

Entwarnung, keine Gefahr.
Relax.

Die Zeit ist noch nicht reif.

Woher ich das weiß ?

Diese Seite ist de facto ein Seismograph der Zahnärztestimmung.

Und noch ist alles gut.
Zumindest solange nicht der Daumen hoch- Botton dieses Artikels 1000 Zustimmungen zeigt.

Unter 1000 Daumen?
Oder ein ausgewogenes Daumen hoch und Daumen runter ?
Liebe Politiker der jetzigen Regierungskoalition, Zigarre raus und die feinen Tropfen ins Glas vorm Kamin. Die doofen Zahnärzte werden abwechselnd Gelb und Schwarz weiterwählen, immer schön abwechselnd, um zu sanktionieren, es „denen“ zu zeigen, während ihr euch feixend über Parteibuchschranken hinweg zuprostet.

Daher mein Tipp. Diese Seite bookmarken. Kann im Übrigen an die Ministerialbürokratie delegiert werden. Um von Zeit zu Zeit zu schauen, wanns aufhört, spaßig zu sein.

So von wegen Montagsdemonstration und so. 1000 Daumen sind die Grenze.
The Berlin wall of dental suffering.

Ich persönlich bin gespannt, ob ich noch erleben werde, dass sich die deutsche Zahnärzteschaft „empört“.

Fakt ist, die Möglichkeiten sind da.
Man wird sehen und darf gespannt sein.

Ob überhaupt ? Und wann.

Zwei unterschiedliche Aussagen

von Bodald Necker

„…ein Schmerzpatient ist noch da! Schneidekantenaufbau.“, war die Antwort meiner Helferin auf die Frage, ob für heute Schluss sei.

Der 15-Jährige hat gesagt, er sei gestern Abend daheim gestürzt. Auf den Boden. Holzboden.

Intraorale Befunde:
Die Schneidekanten an 11 und 21 fehlen. Komplizierte Fraktur, an beiden Einsern war jeweils die Pulpa an zwei Stellen eröffnet. Die komplette OK-Front hatte Lockerung 0 bis 1, keine Dislokationen, keine sichtbare Blutung oder Hämatome. Keine pathologischen Sondierungstiefen. Saubere Bruchkanten, kaum lose Schmelzlamellen, keine erkennbaren Schmelzrisse. Keine Schmerzen, ausser bei Berührung oder thermisch/chemischen Reiz der Dentinwunde.

Extraoral:
Keinerlei Traumata erkennbar. Weder an Nase, Lippen noch am Kinn irgendwelche Aufschürfungen, Schwellungen oder Hämatome.

Röntgenbefund:
Hartsubstanzverlust im Bereich der Schneidekanten, keine Hinweis auf Bruchspalt oder Dislokation, PA-Spalt evtl. bei 11 leicht vergrössert. Wurzelwachstum abgeschlossen.
Das Trauma muss sehr genau und direkt, ohne Lippenbeteiligung, kurz und fest auf die Zähne gewirkt haben. Der Sturz, wie ihn der Jugendliche beschrieben hatte, kann so eigentlich nicht Ursache der Fraktur gewesen sein.

Das war jetzt jedenfalls egal, momentan stand die Rettung der Zähne im Vordergrund.

Auf die Frage, ob er die abgebrochenen Stücke noch hätte, zog er ein Tupperdöschen aus der Hosentasche. Darin waren zwei Schneidekanten. Komplett. Auch ohne Schmelzrisse. Diese wanderten als erstes in die Zahnrettungsbox zur Rehydrierung.

Vorgehen:

  • Anästhesie
  • Kofferdam
  • Desinfektion der Bruchstellen mit NaOCl
  • Zurückschleifen der überstehenden Pulpa mit einem Diamanten
  • ausgiebige Spülung mit NaOCl
  • Auftragen von MTA weiss
  • Fixierung dessen mit Harvard-Zement
  • Entfernung von Zementüberschüssen und lockerer Schmelzkristalle mit dem Sandstahler
  • Konditionierung der Bruchstellen mit Phosphorsäure
  • Bonden, Überschüsse verblasen und aushärten
  • Auftragen eine dünnen Schicht Flow-Komposit
  • Reponieren der Fragmente
  • Entferung von Überschuss und Lichthärten
  • Entfernung des restl. Überschusses
  • WV am nächsten Tag zur Kontrolle

Was folgt sind regelmässige Sensibilitätskontrollen.
Die Prognose ist als gut einzuschätzen.

Nach der Behandlung hat mich sein Vater gefragt, ob sein Sohn mir erzählt habe, wie es passiert sei, denn dieser habe letzte Nacht bei einem Freund übernachtet und sei morgens mit den Schneidekanten in Tasche nach Hause gekommen.

Da haben wir doch zwei verschiedene Aussagen zum selben Trauma.

Mein Verdacht: aus der Flasche getrunken, und dabei einen Schlag auf die Flasche bekommen. Spätestens bei der nächsten Nachkontrolle, werden wir es herausbekommen, was wirklich war.

Dies war jetzt ein „einfaches Trauma“, also eines, mit dem man öfters im Praxisalltag konfrontiert wird. Trotzdem kann ein Blick auf den „Spickzettel“ nicht schaden, und sei es nur um ein sichereres Gefühl zu haben.

Eine ganz dicke Empfehlung an dieser Stelle ist – mal wieder – der Dental Trauma Guide von Jens Ove Andreasen, Kopenhagen.

10 / 13

2D vs. 3D (VIII)

von Ronald Wecker

Mehr als 12 Jahre nach der ersten endodontischen Behandlung zeigten sich vor einigen Monaten an diesem 36 zunehmende Aufbissbeschwerden.

Vor 2 Wochen wurde der Zahn im Notdienst alio loco trepaniert, initial aufbereitet und nach einer medikamentösen Einlage verschlossen. Das aktuelle digitale Einzelbild zeigt nach periapikal verbrachtes Fremdmaterial sowie eine ausgedehnte apikale Aufhellung.

Erst das angefertigte DVT lässt (einmal wieder) das wahre Ausmass der knöchernen Destruktion erkennen. Verwunderlich nur, dass es angesichts der Nähe zum N. alveolaris inferior noch keine Par- oder Hypästhesien gibt. Das Fehlen der lingualen Kompakta findet in einer starken lingualen Druckdolenz seine klinische Entsprechung.




Akzeptabel oder nicht?

von Olaf Löffler

Das vorliegende Röntgenbild wurde im Rahmen einer Erstuntersuchung angefertigt. Der Zahn ist beschwerdefrei und zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen.

36

Dazu nun eine kleine Umfrage:

Take Our Poll

2D vs. 3D (VII)

von Christoph Kaaden

Wenn es um den tatsächlichen Nutzen einer DVT-Aufnahme in der Endodontie geht wird gerne danach gefragt, inwieweit das dreidimensional Dargestellte tatsächlich einen Einfluss auf die Therapie hat…

in dem nachfolgenden Fall sieht man (einmal mehr) sehr eindrucksvoll, wie gross der Mehrgewinn an Informationen tatsächlich sein kann und dass sich hieraus sehr wohl (häufig) Konsequenzen auf das weitere Procedere ergeben (können)…

Kurz zur Vorgeschichte: Eine 25-jährige Patientin stellte sich zum Konsil bei uns vor. An den Zähnen 46 und 47 war alio loco vor einigen Jahren eine endodontische Behandlung durchgeführt worden. Da sich jedoch einige Zeit später erneut Beschwerden einstellten wurde daraufhin nach Angaben der Patientin eine Revision sowie eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt.

Nachfolgend das jüngst angefertigte Einzelzahnröntgenbild der entsprechenden Region:

Insbesondere die Erfolgsaussicht einer erneuten Revision interessierte die Patienten massgeblich. Nach der Betrachtung der DVT-Aufnahme fiel unsere Beurteilung „eindeutig“ aus…

Wir halten eine erneute Revision aufgrund der erkennbaren (wohl WSR-bedingten) Zahnhartsubstanzdefekte für nicht erfolgsversprechend und haben die Extraktionen empfohlen…

ohne das DVT hätte ich ggf. eine erneute Revision empfohlen…

Sony NEX 5N am Dentalmikroskop – Erste Bilder, erste Eindrücke

von Hans – Willi Herrmann

Mit der  NEX-5N hat Sony  die zweite Generation NEX-Systemkameras auf den Markt gebracht.

Lohnt sich der Umstieg ? Das fragen sich nicht nur  viele Spiegelreflexkamerabenutzer sondern auch Besitzer des gerade mal 1 Jahr alten Vorgängermodells.

Auf den ersten Blick kaum, denn rein äußerlich erinnert bis auf kleinere kosmetische Änderungen alles an die Vorgängerin NEX-5.

Unter der Oberfläche werkelt   nun der Bildsensor im APS-C-Format und Cropfaktor  1,5  mit 16 Megapixel Auflösung. Und glaubt man den Lobpreisungen des Herstellers und ersten Testberichten, dann  zaubert die NEX-5N eine Spitzen-Bildqualität aus dem Fotochip, die insgesamt  neue Bestwerte in der DSLR- und Systemkameraklasse unter 1.000 Euro setzt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die gesteigerte High ISO Leistung der Kamera, die in Kombination mit einer neuen JPG- Engine  überragend gute Leistungen beim Bildrauschen und  hohe Detailtreue in Bildbereichen mit feinen Kontrastunterschieden liefern soll.

Soweit die ersten Marketing- News.

Ich muss gestehen, dass mich die NEX 5 nie besonders gereizt hat.

Dies ist  insofern erstaunlich, da ich dem Konzept einer spiegellosen Systemkamera mit Wechselobjektiven als LEICA M- Besitzer  von jeher sehr zugetan bin.

Und die Entwicklungen von Olympus und Panasonic, das in die gleiche Richtung gehende  Micro 43 – System betreffend, mit großem Interesse verfolgt habe, denn eine solches Kamerakonzept unter Wegfall des Spiegelkastens bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen kleine, leichte Kameras und Objektive, was eine solche Kombi zum idealen hochwertigen Reisebegleiter werden ließe und – um im zahnmedizinischen Kontext zu bleiben – für das Dentalmikroskop eine ideale, weil tragbare Zusatzlast, bei der ein  nicht mehr  vorhandener Spiegelschlag unserem Streben nach einem verwacklungsfreien Bild entgegenkäme.

Ausprobiert habe ich daher im letzten halben Jahr 3 unterschiedliche Kameras am Dentalmikroskop: Die PANASONIC G3, die SONY NEX 5 und die SONY NEX 5N.

Welche würde das Rennen machen im Kampf um die Nachfolge der bislang an dieser Stelle dominierenden Spiegelreflex Kamera CANON 5 D MK 2 ?

Die Panasonic G3, um es kurz zu machen, schied schon kurz hinter den Startblöcken aus. Sie erlaubt nämlich keine Kontrolle von Videoaufnahmen mittels Fernseher über HDMI. Das war sehr bedauerlich, da die Kamera ansonsten einen guten Eindruck hinterlassen hatte, aber es ging nunmal  gerade darum, eine Kamera zu finden, die ein permanentes Livebild, dass einer Behandlungsassistenz die Mitbeobachtung des Mikroskopgeschehens gestattet, liefern könnte.

Dies kann die NEX 5 mit Bravour.

Sie liefert ein tadeloses HD Live – Bild, dass via HDMI auf einen großflächigen LCD-Fernseher ausgegeben werden kann und der  Endo – Assistenz zur Mitbeobachtung dient. Nach 30 Minuten schaltet die Kamera ab, ein kurzer Griff zum Ein/Ausschalter stellt den Ursprungszustand wieder her. Nervig, aber systemimmanent, zumindest was europäische Kameramodelle angeht. Wer die Möglichkeit hat, eine Kamera in USA zu ergattern, hat diese Probleme nicht, dafür aber vermutlich eine unterschiedliche Bildfrequenz, die Videoformate betreffend.

Warum dann also nicht die NEX 5 ? Aus zwei Gründen (denn ich lasse das  häßliche Aussehen einer extrem kleinen Kamera mit Riesenobjektiven aussen vor):

1. Die Fotoqualität.

Sie ist, wie ich schon hier schrieb und zeigte, akzeptabel, aber nicht ausserordentlich. Ich würde sie nicht einmal als „gut“, sondern eher als „noch befriedigend“ bezeichnen.

Es geht  definitiv besser. Punkt.

2.  Und für mich als ambitionierten Fotografen mindestens genauso unbefriedigend, die mangelhafte Bedienqualität dieser Kamera.

Mir fällt auf Anhieb keine Kamera ein, die einer schlechteres Bedien – Interface aufweist als die NEX 5.

Grauenhaft.

Die unterschiedlichen Einstellungen sind fast ausschließlich nur über verschachtelte Tastendruck- Menues zu erreichen und eine Reihe von Optionen sind  so versteckt und unlogisch zugeordnet, dass man auch nach längerer Eingewöhnungszeit immer wieder in Situationen kommt,  nach zeitintensivem ratlosem Suchen zur Bedienungsanleitung greifen zu müssen, nur um festzustellen, dass auch dort keine Lösung des Problems zu finden ist.

Seit 3 Wochen teste ich  nun die NEX 5N, der nachgesagt wird, dass sie in beiden Kritikpunkten deutliche Verbesserungen aufweist.

Fangen wir an mit der Bildqualität.

Mag sein, dass diese besser geworden ist gegenüber dem Vorgängermodell, aber am Dentalmikroskop ist davon auf den ersten Blick nicht viel zu erkennen. Die Verbesserungen sind also zumindest nicht auf Anhieb augenfällig. Ein paar Beispielbilder der letzten Tage sind beigefügt.

Und die Bedienung ?

Ist in der Tat besser geworden, aber immer noch grottig. Sony hat das Problem im Übrigen sehr wohl erkannt und mit dem neuen Modell NEX 7 grundlegend aus der Welt geschafft. Die NEX 7 erlaubt eine intuitive und schnelle Einstellung der unterschiedlichen Bildparameter mittels dreier Drehräder. Leider verwendet diese Kamera einen 24 Megapixel Chip, der  zwangsläufig in Sachen Lichtempfindlichkeit und Rauschverhalten der NEX 5 unterliegt und obendrein im Randbereich zu Farbfehlern neigt. Am Dentalmikroskop scheint die NEX 5N gegenüber der NEX 7 die bessere Wahl und ist obendrein mit einem Kaufpreis von 580 Euro gegenüber 1200 Euro  beim 7er Modell deutlich preisgünstiger.

Also doch die NEX 5N ?

Sie verfügt immerhin über eine Besonderheit, die uns Mikroskop -Nutzern sehr gelegen kommt. Sie setzt im sogenannten Anti Blur Mode aus mehreren maschinenpistolenartig geschossenen Bildern ein Foto zusammen und kann in gewissem Maße bewegungsbedingte Unschärfen ausfiltern.

Dieses Feature funktioniert überraschend gut, leider jedoch nicht mit Fernauslöser.

Und noch eine willkommene Neuerung. Das LIVE- Vorschaubild scheint über die bekannte 30 Minutengrenze erhalten zu bleiben. Ich habe die Kamera in diesem Modus über mehrere Stunden benutzt, ohne dass diese abschaltete und dabei auch keine Überhitzung des Chips (ein bei der NEX 7 nicht unbekanntes Phänomen) beobachten können.

Wer also eine günstige HD Videokamera sucht, die der Endo Assistenz ein sehr gutes Video Live- Bild der Behandlung liefern kann und wer darüber hinaus diese Kamera zur (zwar nicht hochwertigen aber im normalen Praxisalltag ausreichenden) Fotodokumentation einsetzen möchte, der kann zur SONY NEX 5N greifen. Für Besitzer einer NEX 5 und für Fotografen mit sehr hohen Ansprüchen an die Bildqualität lohnt der Umstieg vermutlich nicht.

Transparenter Kunststoff

von Christian Danzl

Ich bin bekennender Quixfil-Anwender. Seit Jahren.
Umgestiegen auf X-tra Fil von VOCO bin ich nie, obwohl es keine Gründe gäbe das Material zu verschmähen, einzig, dass es vielleicht einen Hauch opaker sein könnte als das Quixfil. Auch die die „Flow“-Variante von Quixfil, das SDR, findet „reissenden Absatz“ in der Praxis, besonders als erste Schicht unter dem Quixfil und als perfekt anliegendes Material am Übergang von der Präpgrenze zur Matrize. Dessen einziger, aber entscheidender Nachteil, ist – nach meiner Meinung – die alleinige Verfügbarkeit in Compules. Und ich mag das Flow nun mal lieber in Spritzen, weil es in meinen Händen einfacher zu applizieren ist, als mit Compules in der Appligun.

Genau in diese Lücke springt nun VOCO und liefert mit dem X-tra base ein, dem SDR vergleichbares Komposit in der Spritze. Und noch dazu in der genialen Spritze mit Tropf-stop (lassen Sie sich nicht täuschen vom Bild unten, der Tropf-stop funktioniert!).
SDR wir bei mir definitiv ersetzt durch X-tra base.

Weiters wurde bei VOCO umgesetzt, was schon viele Zahnärzte lange Zeit gefordert hatten:
„Macht mal ein Komposit, das dem Amalgam optisch ähnlich ist. So dass es als „Amalgamersatz“ (was man darunter auch immer verstehen mag) taugt.“

Hier ist es. Alfacomp LC. Grau.

Mein Favorit ist es nicht, bei mir gibt es als Kassenfüllung statt Amalgam den GIZ Fuji IX in Farbe A2, und als günstige Kunststofffüllung Quixfil/SDR/G-Bond (demnächst Quixfil/X-tra base/G-Bond. Und da Quixfil/SDR/G-Bond auch mein Standard für Zahnhalsfüllungen ist, da es sich fast immer sehr gut an die bestehende Zahnfarbe anpasst, wäre das Alfacomp LC als „Amalgamersatz“ nur wieder eine Spritze mehr im Schubladen, was ich eigentlich vermeiden wollte…..

Helfer im Einsatz – ENDOGUIDE™ Hartmetallinstrumente

von Jörg Schröder

Vor kurzem hatte Christoph Kaaden an dieser Stelle die Endoguide-Instrumente von SS White vorgestellt. Nachdem kurz zuvor die gleichen Instrumente in einem internationalen Endodontie-Forum von einer renommierten Kollegin gelobt worden waren, habe ich mir das „Molaren-Kit“ kurzerhand bestellt.

Am Montag trafen die Instrumente ein und bereits am Dienstag konnten sie im praktischen Einsatz überzeugen.

Der Metallstift in einem Zahn 11 sollte im Zuge einer Revisionsbehandlung entfernt werden.

Nach Anlegen des Kofferdams wurde zunächst der koronale Stiftanteil mit einem flammen-förmigen Diamanten freigelegt.


Unter dem Mikroskop zeigte sich ein zementierter Titanstift, der zudem mit einem sehr gut adaptierten adhäsivem Kompositaufbau verbunden war. Um die Zementfuge vollständig darzustellen war es notwendig den Stift zirkulär von der Kompositumfassung zu befreien.

Herkömmliche rotierende Instrumente mit FG-Schaft weisen entweder eine zu kurzen Schaft auf oder haben Durchmesser, die dazu führen, dass nach der Kompositreduktion auch der noch verbleibende koronale Zahnanteil unerwünscht reduziert werden würde.

Die Endoguide-Instrumente mit FG-Schaft haben eine Gesamtlänge von 27 mm und haben eine ausreichend grazile Hartmetallspitze, sodass die sichtkontrollierte, hochtourige Reduktion des Komposites mühelos gelang.

Das Reduzieren der Zementfuge mittels Ultarschallfeilen ISO 20 und das Lösen des Stiftes war daraufhin ebenfalls sehr kontrolliert durchzuführen.

Definitiv 5 Wurzelspitzen dafür. Ein Werkzeug das ich schon jetzt nicht mehr missen möchte.

Zudem eine gute Aufbewahrungshilfe mit klarer Beschriftung nebst Bestellnummern für das Nachbestellen neuer Instrumente.

Ich bin gespannt welche Einsatzgebiete sich mir noch erschliessen werden.

Neue Visionen – Neue Möglichkeiten

von Christoph Kaaden

Endlich ist er „da“…

der Endodontie Kalender 2012 

Mit neuen Visionen & Möglichkeiten möchte Michael Arnold zusammen mit zahlreichen Autoren über neue Möglichkeiten in der Endodontologie auf der Basis aktueller Forschung informieren.

Dies gelingt nicht nur aufgrund der optisch ansprechenden zwölf Kalenderseiten, sondern insbesondere durch spannende und sehr versiert gelöste Behandlungsfälle eindrucksvoll.

Online zu bestellen gibt es den Kalender hier.

ZM Schnappschuss des Tages (2)

von Hans – Willi Herrmann

Immer mal wieder hört man im Kollegenkreis von Fehlmessungen bei der elektrischen Längenmessung auf Grund von Flüssigkeiten im Wurzelkanal.

Ich kann dies aus meiner bald 20 jährigen Erfahrung mit dem ROOT ZX – Gerät nicht bestätigen. Im Gegenteil – Das ROOT ZX zeigt sich hochgradig unbeeindruckt davon, was sich im Wurzelkanal befindet.

Als Beweis dafür ein Foto von heute.

Stark pulpitischer Zahn 16, die Trepanationskavität ist bis zum Rand gefüllt mit Blut.
Die Längenmessung war dennoch präzise und reproduzierbar.

ZM Schnappschuss des Tages (1)

von Hans – Willi Herrmann

Die Krone war über 20 Jahre in situ.
Jetzt musste sie wegen einer Wurzelkaries entfernt werden. Zu Tage kam ein ziemlich großer Zementspalt, der aber  die Lebensdauer der Krone offensichtlich nicht negativ beeinflusst hat.