von Frank Lobeck
Wie bestellen Sie den Bedarf für Ihre Praxis?
Meist auf einem der beiden folgenden Wege:
• Der freundliche Stammberater von IHREM Dentaldepot kommt turnusmäßig vorbei, praktischerweise hat er eine Liste der von Ihnen regelmäßig bestellten Produkte bei sich, er weiß Ihre übliche Verbrauchsmenge bis zum nächsten Besuch, weist Sie auf Staffelrabatte, Neuigkeiten und vergessenen Zusatzbedarf hin. Es geht schnell, einfach und bequem, einen oder zwei Tage später erhalten Sie eine Lieferung, am Monatsende eine Sammelrechnung mit Ihrem persönlichen, großzügigen Sonderrabatt auf die Listenpreise.
• Eine Helferin taucht für ein bis zwei Tage in ein Meer von Katalogen, Internetrecherchen, Verpackungen, Bestellnotizen etc. ab. Preise, Mengen, Konditionen, Zuverlässigkeit werden so gut wie möglich geprüft, schließlich eine oder mehrere Bestellungen per Telefon, Mail, Fax oder online aufgegeben.
Seit mehr als 10 Jahren gibt es eine dritte Methode.
Wenn Sie sie kennen gelernt haben, werden Sie keine der beiden anfangs genannten jemals mehr in Betracht ziehen. Wollen Sie heutzutage einen Flachbildschirm, eine Urlaubsreise oder ein Möbelstück erwerben, geben Sie es gewohnheitsmäßig bei einem Preisvergleichsportal im Internet ein. Für „Materialien des täglichen privaten Gebrauchs“, etwa Lebensmittel oder Kleidung, funktioniert das weniger gut, es gibt niemanden, der die aktuellen Preise in eine entsprechende Online-Liste eingeben würde, dafür sind diese „Materialien“ einfach zu preiswert. Außerdem gibt es Discounter, die eigentlich jedes angebotene Produkt zu einem sehr ähnlichen Preis wie andere Discounter und zu einem deutlich geringeren Preis anbieten, als „Nicht-Discounter“. Dieses „Problem“ der grundsätzlich zu preiswerten Produkte tritt allerdings im Dentalbereich bekanntermaßen grundsätzlich nicht auf.
Jetzt stellen Sie sich vor, es gäbe eine Software für (fast) ALLE zahnärztlichen und zahntechnischen Verbrauchsmaterialien, Instrumente, Geräte, Ersatzteile … Sie könnten von allen führenden und weniger führenden Allround-Depots, Dental-Handelsverbünden, Versendern undkleinen Depots alle Angebote an einer Stelle ansehen. Sie könnten ein Produktnamen eingeben (ich gebe zu, die Suchfunktion ist nicht so luxuriös, wie bei Google, leider gibt es hier keine „fuzzy logic“ mit „meinten Sie?“) und seinen Preis bei all diesen Anbietern (manchmal nur wenige, bei gängigen Produkten oft bis zu 50 verschiedene) vergleichen. Sie erhielten eine Auflistung nach Stückpreis geordnet, könnten Verpackungen und Staffelungen ablesen, Sonderangebote erkennen, eigene Rabatte eingeben, Versandkonditionen abfragen, einen Warenkorb anlegen…
Wäre das nicht schön?
Tatsächlich gibt es das. Der(kostenlose) AERA-Onlineauftritt bietet diese Möglichkeiten, das (kostenpflichtige) Programm AERA noch viele weitere bis hin zum Materialwirtschafts-System, deren Darstellung den Rahmen hier sprengen würde.
Hier soll es zunächst um den entscheidenden Aspekt gehen, den Preisvergleich. Betrachtet man die Flut der Werbeprospekte von Dentalhändlern, die ständig in die Praxis flattern, wird eines schnell klar: Zahnärzte sind geil auf Rabatte. Da gibt es Osterrabatt und WM-Rabatt, Mengenrabatt, Rollkoffer und Kosmetikgutscheine, Dekogeschirr und Handtaschen – bis hin zum I-Pad und Quad bei entsprechender Bestellsumme.
Zentrale Funktion von AERA ist deshalb eben der Preisvergleich. Diverse Produktkataloge, aber auch Sonderangebote werden entweder von den Anbietern selbst zugeliefert, oder von AERA aus gedruckten Firmenkatalogen eingepflegt. AERA selbst gibt die Zahl der Angebote mit einer Million an, die Zahl der Lieferanten mit 300.
http://www.aera-online.de/Asps/Film.asp?gFilm=AO_Neueinsteiger (4 Minuten)
Sie werden es kaum glauben:
Jedes Material, jedes Instrument, jedes Gerät können Sie zu sehr unterschiedlichen Preisen erwerben. Unterschiede von 100 % sind häufig, auch der Faktor 3 ist gar nicht so selten.
Was aber nützt Ihnen der tolle „persönliche“ Rabatt von 40 % auf einen Preis, der leider beim Doppelten der Preise im günstigen Anbieterdrittel liegt?
Auch nach Jahren intensiver Nutzung ist es immer wieder eine „Erleuchtung“, wenn man feststellt, dass beispielsweise der Set mit dem Spezial-Matrizenspanner für die vorbombierten Bänder mit dem „Kunststofftönnchen“ für 110 € erstanden werden kann – oder aber auch für 220 €. Eine Tube Abformmaterial für 15 € oder für 25 €, ein Karton mit 3000 Falthandtüchern für 17 € oder für 35 € und so weiter, etc. pp. Das Schönste ist dabei, dass man – ganz nebenbei – oft auch noch entdeckt, dass es neben dem preiswerten hochpreisigen Produkt – etwa kabellosen Polymerisationslampen verschiedener Firmen von 700 Euro bis 1200 Euro – an dem Sie bereits durch den Preisvergleich mehrere Hundert Euro sparen können, auch noch Niedrigpreis-Geräte gibt – für 200 Euro! Ja, und die sind teilweise ganz genauso gut (wir haben zwei verschiedene inzwischen seit 2 Jahren im Einsatz), wie die ganz teuren.
Wir hatten nach schlechten Erfahrungen mit einem „Marken“-Gerät von einem deutschen Hersteller (zweiteiliges Kunststoffgehäuse quoll an der Naht durch die Wisch-Desinfektion irreparabel auf) und teilweise guten Erfahrungen mit einem anderen „Markenprodukt“ (nahtlose Metallhülse, hier jedoch Probleme mit mehrfach defektem und teuer zu ersetzendem Akku) uns für ein „Billig“produkt mit ebenfalls nahtloser Metallhülse entschieden. Es ist praktisch baugleich (ja, mit Softstart, Pulsmodus, einstellbarer Dauer, Tonsignal, LED-Display, Ladegerät, schickes Design …) zum zweitgenannten Gerät, für seinen Anschaffungspreis von um die 200 Euro bekommen Sie bei der anderen Firma aber gerade mal anderthalb Ersatzakkus.
Für diese Preisunterschiede muss ein Zahnarzt teilweise schon ein Weilchen bohren, und bei fünfstelligen Bestellsummen im Jahr kommen da schon ein paar tausend Euro Ersparnisse zusammen.
Warum ich Ihnen das erzähle? Weil ich hoffe, dass die steigende, geballte Kaufkraft der wachsenden Zahl preisbewusster Zahnärzte (bis jetzt vielleicht ein Viertel?) die „Mondpreise“ gewisser Depots bald der Vergangenheit angehören lassen.
Der Schlusssatz gebührt AERA selbst: „Lieber zu AERA, als zu teuer“.

Guter Artikel, Aera kann, wie geschrieben, weitaus mehr ;-)
Was die Depots angeht: nicht die Mondpreise werden sich ändern sondern die Strategie der Depots. Bereits jetzt ist dem aufmerksamen Beobachter der beginnende Umbau der Depots weg vom reinen Material/Instrumenten/Geräte-Kaufhaus zu einem „all-inclusive“-Anbieter (Praxiskonzept, Einrichtungen etc. etc.) für die Dentale Welt sicher nicht entgangen. Allerdings ist der Personal-Overhead enorm, der muss halt über die Materialpreise wieder eingefahren werden. Meine persönliche Erfahrung in den letzten zwei Jahren mit einem grossen Depot bei diversen Gelegenheiten: „Für wie dumm halten Sie mich eigentlich, dass ich keine Preisrecherche durchführen kann?“ Mehr als ein unartikuliertes Stammeln und Stottern kam dann nicht, gefolgt von einem resignierten „Sie haben ja recht“. Ebenso wie die UNSITTE, Preise NETTO anzugeben. Klar, weiss inzwischen jeder, es nervt trotzdem.
Die klassischen Depots sind tot. In 4-5 Jahren kräht da kein Hahn mehr nach, ausgesuchte Spezialitäten und/oder Techniker wird man dort immer noch finden. Da die Techniker zumindest hier bei uns, immer älter werden, Nachwuchs kaum vorhanden ist und dieser Nachwuchs bei weitem nicht mehr die Souveränität im Umgang mit zickigen Einheiten besitzt, wage ich zu zweifeln, dass sich dieses Depot-Modell auf Dauer nachhaltig halten kann…..
Viele Grüsse
vs
Hallo Herr Kollege Lobeck,
Sie können meine Gedanken lesen ;-). Wir haben gerade auch auf das AERA Bestellsystem umgestellt und ich dachte daran einen Artikel für den Blog zu schreiben.
Es stand einmal wieder eine Bestellung an Wurzelkanalfeilen an.
Wir hatten das Gefühl, dass unser Depot über den Jahreswechsel wieder eine kleine Preiserhöhung im Bereich NiTi Feilen vorgenommen hatte.
So ergab sich wie oben beschrieben unsere Suche im „Netz“. Der Blister NiTi Feilen lag dann letztlich bei AERA bei nur 2/3 des Depot Preises. Wir haben bei unserer Bestellung 500.- Euro eingespart!
Einen wichtigen Punkt möchte ich zu Ihren perfekten Ausführungen noch anfügen.
Immer wieder gibt es von Herstellerseite Aktionen mit sog. Naturalrabatt.
Häufig kann der Außendienstmitarbeiter des Herstellers eine 3+1 oder 4+1 Regelung anbieten.
Nach telefonischer Abklärung konnten wir sogar AERA Bestellungen mit diesen Aktionen verknüpfen. Wir haben den Naturalrabatt bekommen nachdem wir unsere AERA Bestellung an den Mitarbeiter der Herstellerfirma weitergeleitet hatten.
Unser komplettes Praxissystem ist bisher aus „Sicherheitsgründen“ offline.
Die Ersparnis durch AERA ist so gewaltig, dass wir überlegen einen extra Computer Arbeitsplatz dafür einzurichten … evtl. ein iPad?
Grüße Andreas Habash
P.S. wie geht es übrigens Ihrem Getinge K5?
Ich weiß nicht ob ich es schon geschrieben hatte: Wir haben unseren K5+ inzwischen mit einer sehr aufwändigen Validierung belohnt, die er ohne Murren bestanden hat.
Hallo Herr Dr. Habash,
ich weiß nicht, ob Ihre Idee mit einem online-Zugang für ein iPad Sinn macht.
Sie müssen ja trotzdem über eine Fritz-Box oder einen Air-Port (wahlweise anderes Gerät) einen Zugang zum Internet einrichten und dann können Sie eigentlich gleich die ganze Praxis ins Netz bringen.
Schliesslich gibt es gewichtige Argumente für den großen Schritt: Online-Abrechnung, Zugang zum Factoring, Online-Schulungen, Updates für praxisrelevante Software.
Vielleicht könnten Sie ein wenig zu Ihren Sicherheitsbedenken ausführen, vielleicht gibt es dadurch Anregungen und Ideen hinsichtlich besonderer Sicherheitsprobleme?
Viele Grüße,
KT
Hallo,
über die Sicherheitsprobleme kann man viel diskutieren.
Wir haben mehrere Netzwerke in der Praxis.
Das Praxis-Abrechnungsnetzwerk ist mehrfach gesichert (Software und Hardware mit entsprechender Verschlüsselung) und erlaubt keinen „normalen“ Zugriff nach „außen“ / von „außen“. Also ist das Praxisnetzwerk „offline“. Das ist nach meiner Meinung die beste Variante also „unconnected“!
Zusätzlich gibt es Rechner, die online sind aber nicht im Praxisnetzwerk arbeiten. Diese sind über WLAN und / oder LAN verbunden.
Zusätzlich gönnen wir uns ein eigenes Netzwerk zur Übertragung von Fotos.
Die Online-Abrechnung etc. funktioniert problemlos.
Die XML Dateien werden auch nicht per USB Stick oder Mail eingelesen. Das hat verschiedene vielfältige Gründe. Dazu mehr zum Workflow ggf. in einem extra Eintrag im Blog falls angefordert.
Grüße
Andreas Habash
Ich kann Dir da nur Recht geben, Ha-Wi.
Wir haben uns (wahrscheinlich aus Nostalgie und einem falschen Verständnis für freundschaftliche Geschäftsbeziehungen, die im Erstfall dann zur allgemeinen Überraschung nicht erwidert werden) lange Zeit gewehrt und uns mit dem großzügigen Depotrabatt zufrieden gegeben. Heute wissen wir, dass man solche Rabatte nur gewähren kann, wenn man sie vorher aufschlägt, wobei man immer noch der Dumme ist, aber zumindest nicht zu den ganz Dummen gehört, die den Listenpreis bezahlen. Seit 2 Jahren bestellen wir jetzt bei Aera, wobei wir nicht immer den günstigsten Preis wählen (1-2% billiger), sondern bei nicht mehr als 3 Lieferanten bestellen, die sich als zuverlässig erwiesen haben. So artet die Bestellerei (und Liefer- und Rechnungskontrolle) nicht aus. Wenn (nach Abzug des Freudnschaftsrabattes) unser Stammdepot billiger ist, bestellen wir dort (ca. 1 Drittel des Materials). Dabei ist eine Funktion bei Aera überaus hilfreich: Man kann den Rabatt des Stammdepots angeben. Dann rechnet das System ihn bei den Angebotspreisen automatisch mit ein. Die Damen müssen also gar nicht aufwändig rechnen..
Wir haben ausgerechnet, dass wir (Doppelpraxis) zwischen 6 und 8 Tausend € im Jahr sparen. Trotz der großzügigen Freundschaftsrabatte unseres Stammdepots. Man kann auf diese betriebswirtschaftliche Maßnahme in den heutigen harten Zeiten wohl kaum verzichten.
Herzliche Grüße
Rüdiger
Hallo Frank!
Danke für Deinen Artikel!
Wie läuft es aber in der Realität:
1. Die Ware kommt gesammelt von AERA? Nein, nicht wahr? Sondern von den Anbietern?! Rechnungen dann entsprechend?
2. Wann hast Du eine Großbestellung zusammen in der Praxis? Du hast ja dann mehrere Anbieter… sehr verzögert? bis hin zum Verlust der Übersicht?
3. Rabatte gehen oft mit Jahresumsätzen einher. Diese sind dann nicht mehr in der Höhe gegeben, wie man sie als Besteller bei nur einem Depot erhält. Spielt dieser Verlust keine Rolle bei den Vergleichen der Preise auf AERA?
4. Wie präzise sind DEINE Artikel bestellbar und vergleichbar? Beim Stammdepot hast Du sie dir angelegt; die Helferin klickt sie einfach an. Bei AERA suchst DU dann für jeden Artikel einzeln ? Und suchst dann auch noch den günstigsten Anbieter aus?
5.Die Bestellung beim Stammdepot erzeugt ein gutes Geschäftsverhältnis, das mir jedenfalls Privilegien als „Goldkunde“ einbringt, bis hin zum prompten Service vor Ort. Diese Privilegien setzt man aufs Spiel, wenn man keinen Umsatz generiert und auch dem Depot schnell klar wird: das ist ein Kostenoptimierer – einseitig. Siehst Du das aufs Spiel gesetzt? Hast Du weiterhin einen prompten Rep service vor Ort für den Steri, EInheit usw.?
6. Ich habe in meiner AERA Zeit vor einigen Jahren festgestellt, daß viele Anbieter sehr, sehr unzuverlässig waren. Und daß bei den teureren Anbietern, die zuverlässiger waren, die Preise im Vergleich zum Gesamtpaket meines Stammdepots dann sich nicht mehr wirklich unterschieden. Und daß der Arbeitsflow mühsam war – für die Mitarbeiterin. Ist alles besser heutzutage?
Herzliche Grüße Stefan
Lieber Stefan,
schon mal Aera benutzt?
VGO
Hallo Herr Verch,
auch wenn ich nicht der Angesprochene bin, möchte ich kurz auf Punkt 5 und 6 antworten:
Zu 5.: Hier möchte ich Ihnen widersprechen, denn der „Premium“- der „Gold“- und der „VIP“-Kunde sind keine Geschäftsmodelle der Zukunft. Die Depots sehen mittlerweile, dass reiner Materialumsatz Kunden nicht zwingend und langfristig bindet. Unserer Erfahrung nach werden nur noch die Sparfüchse unter den Kollegen Goldkunden, um Ihnen noch ein paar Saffelrabattierte Produkte unterzujubeln.
Wenn man vernnftig miteinander umgeht, begreift das die Anfahrt halt auch kostet und der Techniker zu jeder Zeit erwünscht ist, dann bekommt man all diesen Service just in time und ohne Aufschlag, nur weil man nicht Stammkunde ist.
Zu 6.: Schwarze Schafe werden Sie auch heute noch bei aera finden. Doch hier kann ich mich meinen Vorrednern anschliessen, dass die Verwaltung nach kurzer Einarbeitung einfach und die Lieferanten doch auch zuverlässig sind.
Gönnen Sie sich den Spass und geben doch jeweils jede „Wunschliste“ einmal beim günstigsten Depot ein und einmal bei Ihrem Stammdepot und dann im Dreisatz ermitteln, wieviel Rabatt das Stammdepot geben müsste… Wir waren überrascht!
Viele Grüße,
KT
Hallo, Herr Verch,
Vielen Dank für die interessierten Nachfragen:
1.) Wie hier schon andere geschrieben haben, man „schiesst“ sich relativ schnell auf einige „Favoriten“ im unteren Preisdrittel ein (da die „extrem billigen“ manchmal mit „Pferdefüßen“ wie langen Lieferzeiten, stückchenweiser Lieferung etc. aufwarten). Entweder bündelt man also die Bestellungen auf diese Favoriten (verschiedene Lieferanten/Rechnungen) – es gibt aber (im Programm) auch das Instrument der sogenannten „Brokeranfrage“, dabei kann ein einzelner Anbieter die Gesamtbestellung zum jeweils günstigsten Preis verschiedener Anbieter übernehmen. Durch den gewohnheitsmäßigen Preisvergleich lässt sich aber auch sehr schön erkennen, wie ein zunächst preiswerter Anbieter sich im Laufe von Monaten oder Jahren durch das Feld in die höherpreisigen Regionen „vorarbeitet“ – oder umgekehrt.
2. Wir bestellen alle ein bis zwei Wochen (Allgemeinzahnarztpraxis + Eigenlabor) in Zeiten gleichmäßiger Auslastung auch mal erst monatlich. Da einzelne Lieferanten bereits bei 100 oder 200 Euro versandkostenfrei liefern, reichen oft wenige Artikel aus. Mit Materialreserve und Bestellung meist deutlich im Vorfeld können wir etwas sammeln und sind nicht auf „just in time“ angewiesen – die dann ja oft auch genau nicht funktioniert, wenn man sie dringend braucht („zur Zeit nicht lieferbar“).
3. Wie schon gesagt – Rabatte auf zuvor vom Depot willkürlich überhöhte Preise werden von uns nicht benötigt.
4. In Kommentaren wurde schon erwähnt, es gibt einzelne missverständliche Produktbeschreibungen. Ansonsten werden sämtliche Artikel nur ein einziges Mal herausgesucht, und sind dann in der Bestellablage mittels Volltextsuche einfach aufzufinden, nach bestimmten Kriterien filterbar, in Favoritenlisten, Stammlieferanten, persönlichen Ordner, online standardmäßig mit Foto. So entwickelt sich Ihr eigener Bestellkatalog.
5. Das „gute Geschäftsverhältnis“ wird gewohnheitsmäßig herausgekramt, um hohe Preise mit (angeblich) gutem Service zu rechtfertigen – frei nach dem Motto: „Wenn Sie sich ständig von uns abzocken lassen, dann schlagen wir bei den Reparaturen mal nicht ganz so schlimm zu!“ Bereits vor mehr als 10 Jahren fanden wir heraus, dass wir als „A-Kunden“ mit Alleinbezug unseres Materials bei einem etablierten Dentaldepot die gleichen Pauschalen für Fahrtkosten, Monteursstunde etc. zu entrichten hatten, wie als „C-Kunden“ bei einem anderen Depot – OHNE jeden Materialumsatz. Das ist das eine. Dann gibt es aber noch einen viel hässlicheren Aspekt: Wir haben mehrfach erlebt, dass uns vom etablierten Dentaldepot mit dem „tollen“ Reparaturservice eine sehr kostspielige Reparatur vorgeschlagen wurde, die sich dann bei Nachfrage bei einem UNABHÄNGIGEN reinen Reparaturservice (ja, die gibt es doch auch!) als überflüssig, bzw. als marginal und zu einem Bruchteil realisierbar herausstellte. Beispiel? Federstift der Feststellschiene der Kopfstütze (Flex) klemmte, so dass sie bei Anheben des Patientenkopfes in die Rückenlehne versank. Vorschlag Depot: Austausch Nackenstütze, da Feder defekt – Kostenpunkt 400 DM. Der befragte freie Monteur zog mit beiden Händen das Rückenpolster ab, löste eine Inbusschraube, zog die Nackenstütze mit Schiene ganz heraus, drehte beides um 180° nach unten, ließ elegant 2 Tröpfchen Öl hineinfließen und – siehe da, die Nackenstütze war „geheilt“.
6. Zeitaufwand ist Bestellen ja immer. Wenn eine Helferin pro Monat einige Stunden damit verbringt, damit aber mehrere hundert Euro eingespart werden können, rechnet sich das wohl schon.
Hallo Herr Lobeck,
wir bestellen auch schon seeeehr lange bei Aera. Wie immer liegt der Teufel im Detail. Zur kostenpflichtigen Software kann ich nichts sagen, da wir immer auf der Online-Plattform bestellen. Zum Online-Angebot nur ein paar Beispiele, auf die ein Neunutzer achten sollte.
1. Wenn man sich einen günstigen Lieferanten ausgesucht hat, sollten vor einer Bestellung die Lieferbedingungen geprüft werden. Es gibt einen Anbieter, der fast immer am günstigsten ist allerdings sehen die Lieferbedingungen so aus:
– Mindestbestellwert: Portofrei ab 900€ !!!!!! + Versicherung 4,65
– unter 900€: Versand 8,75€ ( pro Karton) Verpackung und Versicherung 4,65€
Da ist der Preisvorteil schnell dahin.
2. Die Artikelbeschreibungen sind teilweise missverständlich.
Beispiel: Ätzgel Bulkpackung Ultradent
Hier war nicht ersichtlich welche Artikelnummer zu welchem Preis gehörte. Erst ein Besuch auf der Homepage von Ultradent brachte Klarheit.
Das wird aber mittlerweile Schritt für Schritt geändert.
3. Nicht jeder Anbieter bietet eine kostenlose Rücksendung von falsch, oder zuviel bestellten Waren an. Beim Hausdepot ist das unproblematisch, oft wird sogar abgeholt.
Also Licht und Schatten. Wobei nach einiger Übung keine größeren Probleme mehr auftreten sollten, da sich schnell maximal 2 – 3 Depots zu Favoriten entwickeln werden.
LG
Stefan Klinge
Ein Problem bei Aera – wenn man dabei von einem Problem überhaupt sprechen kann: Preisfluktuation seitens der Anbieter. Will man zum Beispiel Handschuhe nachbestellen die bei der letzten Bestellung 3 Euro gekostet haben, und so findet man diese beim selben Anbieter nur noch für 8 Euro. In dem Falle muß man dann kurz weiter schauen, und vielleicht die gerade bis auf diesen Artikel volle Bestellliste neu für einen anderen Anbieter aufstellen, der die Handschuhe vielleicht diesmal für 3 Euro im Angebot hat (übertrieben). Was bei Aera sehr schön ist: Der Vergleich der Stückpreise, und die Möglichkeit den Mitarbeitern zu zeigen, dass z.B. eine Großpackung von einem Abformmaterial sogar teurer ist, als die kleinere Packung. Außerdem ist die Inventarliste bei Aera teilweise größer als bei der depoteigenen Internetseite, und Bestellungen gehen dort manchmal einfacher. Auch scheint die Suchfunktion besser zu sein, man findet schneller was man sucht.
Ganz ausgefuchste bestellen irgendwann direkt bei den Favoriten.
Bei uns haben sich 3 Depots etabliert, die so gut wie immer im oberen Drittel des Preisbereichs zu finden sind. Die geben dann auf die Aera Preise nochmal 1 -2 % Sonderrabatt. Den Betrag, den sie sonst an Aera zahlen müssten.
Das Leben ist ungerecht. :-)
LG
Stefan
Bei uns war meistens Netdental, die sind von den Aera Preisen meistens die besten mit den besten Konditionen, und liefern genausogut wie jedes andere große Depot. Einzig bestimmte Artikel werden nicht zurück genommen (wenn man ihn dann doch nicht braucht oder wie auch immer). Wir wollten einmal direkt bei Netdental bestellen und die Aera Preise kriegen, ging aber nicht ohne die Bestellung über Aera ablaufen zu lassen (war glaube ich vorletztes Jahr so).
Andere Kollegen gehen einen ganz anderen Weg, indem Sie die günstigsten Aera Preise von ihrem Großdepot „anfragen“ – und teilweise dann auch bekommen.