Im Zuge der initialen Praxisplanung hatte ich ursprünglich einmal den „Traum“ zwei identisch ausgestattete Behandlungszimmer einzurichten. Schnell wurde mir dann aber klar, dass dies mein Budget nicht zulassen würde. So entschied ich mich zur „Vollausstattung“ eines Behandlungsraumes.
Zimmer II hatte ich für einen späteren Zeitpunkt und evtl. nach ersten Beurteilungen der betriebswirtschaftlichen Entwicklungen der Praxis angedacht. Zu meiner grossen Freude erlaubte mein ursprünglich aufgenommenes Darlehn nach Bezahlung aller Umbaurechnung schon vorab finanziellen Handlungsspielraum für die Anschaffung eines Behandlungsstuhls. Ich entschied mich erneut für die Dentaleinheit Compact I mit Schwingbügel von Planmeca, mit der wir bisher sehr zufrieden sind. Mehr dazu aber in einem separaten Beitrag demnächst.
Den finanziellen Rahmen für die Anschaffung einer Behandlungszeile (und anderer Dinge wie Dentalmikroskop, digitales Röntgen etc.) wie in Zimmer I war jedoch nicht gegeben. Auf der Suche nach einer (günstigen) Alternative stiess ich schliesslich auf Küchenschränke eines grossen schwedischen Möbelhauses. Finanziell liegt diese Variante um das ca. 10-fache (!) unter dem Anschaffungspreis unserer Zimmer I-Behandlungszeile, wenngleich auch ohne Oberschränke.
Seit ein paar Tagen ist das Ganze nun montiert und ich bin von dem Ergebnis sehr angetan!
Der Praxisalltag wird zeigen, wie sich die Behandlungszeile bei uns bewährt. Ich werde berichten…
Zu unserer “Multi-Media”-Ausstattung des Behandlungszimmers habe ich bereits an dieser Stelle berichtet…
nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass eine solche Ausstattung auch eine Kehrseite hat…
eine Kehrseite, die das tägliche Arbeiten (sehr) erschwert oder im schlechtesten Fall unmöglich macht…
in unserem Fall trifft dies z.T. auf die „PC-Anlage“ im Behandlungszimmer zu…
und so kämpfen wir mit den „Kinderkrankheiten“ eines Neustarts…
eine dieser möchte ich heute vorstellen…
Im Rahmen unserer Behandlungszimmerplanung galt es u.a. die „Hinterkopf-Behandlungszeile“ zu konzipieren.
Nach eingehender Beratung und Besprechung über unsere Anforderungen folgten wir den Empfehlungen von Dental-Depot und Möbelfirma (spezialisiert auf die Einrichtung von Zahn-/Arzt-Praxen).
Hierzu zählte u.a., dass man (wir) den PC des Behandlungszimmers in einem der Oberschränke unterbringen solle. Dies schien uns aus diversen Gründen eine gute Idee.
Das Thema „Wärmeentwicklung“ sollte durch die (liebevoll) „ausgeschnittene offene“ Rückwand des Schrankes „gelöst“ werden…
Diese „Lösung“ bzw. „Empfehlung“ erwies sich bereits nach kürzester Zeit als „Wunschdenken“.
Als Konsequenz schaltete sich der PC nach recht kurzer Betriebsdauer automatisch ab, um eine Überhitzung zu vermeiden. Somit war damit u.a. auch das Anfertigen von Röntgenbildern unmöglich.
Ein Punkt, der insbesondere in einer „Endo-Praxis“ von grosser Bedeutung ist…
als „Lösung“ des Problems würde uns von der Einrichtungsfirma vorgeschlagen, weitere „Lüftungsöffnungen“ in Decke und Boden des PC-Fachs bohren zu lassen, um so eine bessere Luftzirkulation zu erlauben…
gesagt, getan…
das Resultat…
fünf Löcher, (quasi) null (positive) Wirkung…
extrem unbefriedigend…
aus verschiedenen Gründen.
Ein „ständig“ abstürzender PC, der z.T. dazu führte, dass man Patienten nicht wunschgemäss behandeln konnte.
Man könnte auch sagen …
„Alptraum“
und das für gut 12.000 Euro, die man in die Behandlungszeile investiert hat…
die Lösung des Problems verdanke ich einem extrem findigen und engagierten Kollegen und Freund der sich eine kleine Ventilator-Einheit für unseren PC-Schrank ausgedacht und dann ge-/eingebaut hat.
Dr. Florian Krekel
Im Zuge unserer Blog-Staffel “ Neustart“ werden Sie diesen Namen noch häufiger lesen… was daran liegt, dass Florian uns nicht nur bei der Bewältigung der PC-Wärmeentwicklungs-Krankheit geholfen hat, sondern auch noch diverse andere kleine und grosse Wunder bei uns vollbracht hat…
hier aber zunächst seine Lösung unseres PC-Wärme-Problems.
Ein Einbau von fünf (vier oben und einen unten) kleinen Ventilatoren zur besseren Luftzirkulation. Um die Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten hat Dr. Krekel ferner eine Silikonunterlage zwischen Schrankholz und Lüfter eingelegt.
Die Ventilatoren stammen von der Firma Papst und haben einem Durchmesser von 60 mm (Typ 612Fl (mit 12 V und 19 m3/h bei gerade mal 16db).
Die Temperatur innerhalb des PC-Fachs misst ein kleiner Thermostat, der bei Übersteigen der eingestellten „Kerntemperatur“ das Lüftersystem aktiviert (und nach Abkühlung auch wieder abschaltet).
Seit dem beschrieben Einbau ist das Wärme-Problem für uns gelöst und erlaubt nun endlich einen reibungslosen Behandlungsablauf.
Eigentlich hätte ich gedacht (oder besser erwartet), dass sich die „Dental-Profis“ im Vorfeld darüber Gedanken gemacht habe (wenn man es so verkauft)…
aber (leider) weit gefehlt…
umso dankbarer bin ich unserem „Retter“ für seinen Erfindungsgeist und sein Engagement…