SDR® und X-tra base

von Olaf Löffler

Über schrumpfungsoptimierte Kunststoffe wurde hier und hier bereits mehrfach geschrieben. SDR® (Dentsply) und X-tra base (Voco) wurden genannt.

Von Voco haben wir X-tra base seit kurzer Zeit neben dem Dentsplyprodukt in der Anwendung. Insbesondere in der postendodontischen Versorgung beim Auffüllen der Kavitäten nach präendodontischem Aufbau und nach Wurzelfüllung haben sich das gute „Anfließverhalten“ gezeigt. Wir setzen das Material nicht in der beschriebenen Bulkfüllungstechnik ein, sondern schichten damit wie gewohnt in ca. 2mm Inkrementen.

Das X-tra base in Caps ist mit einer längeren und biegbaren, langen Kanüle ausgestattet. Damit sind kleine Mengen des Materials besser platzierbar und das Handling unter dem Mikroskop erscheint und einfacher. Das Anfließverhalten scheint fast gleich zu sein. Im Xtra base hatten wir einmal Lufteinschlüsse im Röntgenbild gesehen – siehe Rö.

Anbei einige Beispiele.

Adventskalender 2012 (8) SDR

von Hans – Willi Herrmann

Ich setze in meiner Praxis das SDR – Füllungsmaterial von Dentsply nur für eine einzige Sache ein. Für das initiale Auffüllen von Trepanationskavitäten. Initial heißt nach Ätzen, Primen, Bonden und der Applikation von Flowcomposite wird das Material in mehreren Schichten bis etwa 2 mm unterhalb der Trepanationsöffnung eingebracht. Die okklusale Deckfüllung wird mit konventionellem Composite durchgeführt.

Für die beschriebene Vorgehensweise hat sich das Material bewährt, so daß das vorgestellte Procedere unsere Standardtherapie darstellt und nach mehr als 2 Jahren auch als bewährt gelten kann dahingehend, daß eventuell vorhandene Nachteile und Fußangeln sich, wenn vorhanden,  bereits eingestellt hätten.  Ich schätze besonders das schöne Ausfließen, daß zudem fast immer blasenfrei geschieht. Gerade bei großen Kavitäten vereinfacht SDR den Behandlungsablauf, wobei ich allerdings immer darauf achte, daß das Material nur innerhalb des Zahnes zur Anwendung kommt.

Transparenter Kunststoff

von Christian Danzl

Ich bin bekennender Quixfil-Anwender. Seit Jahren.
Umgestiegen auf X-tra Fil von VOCO bin ich nie, obwohl es keine Gründe gäbe das Material zu verschmähen, einzig, dass es vielleicht einen Hauch opaker sein könnte als das Quixfil. Auch die die „Flow“-Variante von Quixfil, das SDR, findet „reissenden Absatz“ in der Praxis, besonders als erste Schicht unter dem Quixfil und als perfekt anliegendes Material am Übergang von der Präpgrenze zur Matrize. Dessen einziger, aber entscheidender Nachteil, ist – nach meiner Meinung – die alleinige Verfügbarkeit in Compules. Und ich mag das Flow nun mal lieber in Spritzen, weil es in meinen Händen einfacher zu applizieren ist, als mit Compules in der Appligun.

Genau in diese Lücke springt nun VOCO und liefert mit dem X-tra base ein, dem SDR vergleichbares Komposit in der Spritze. Und noch dazu in der genialen Spritze mit Tropf-stop (lassen Sie sich nicht täuschen vom Bild unten, der Tropf-stop funktioniert!).
SDR wir bei mir definitiv ersetzt durch X-tra base.

Weiters wurde bei VOCO umgesetzt, was schon viele Zahnärzte lange Zeit gefordert hatten:
„Macht mal ein Komposit, das dem Amalgam optisch ähnlich ist. So dass es als „Amalgamersatz“ (was man darunter auch immer verstehen mag) taugt.“

Hier ist es. Alfacomp LC. Grau.

Mein Favorit ist es nicht, bei mir gibt es als Kassenfüllung statt Amalgam den GIZ Fuji IX in Farbe A2, und als günstige Kunststofffüllung Quixfil/SDR/G-Bond (demnächst Quixfil/X-tra base/G-Bond. Und da Quixfil/SDR/G-Bond auch mein Standard für Zahnhalsfüllungen ist, da es sich fast immer sehr gut an die bestehende Zahnfarbe anpasst, wäre das Alfacomp LC als „Amalgamersatz“ nur wieder eine Spritze mehr im Schubladen, was ich eigentlich vermeiden wollte…..

SDR

von Hans – Willi Herrmann

Es ist schon über 10 Jahre her, aber ich erinnere mich noch immer sehr genau an das Komposit -Debakel mit „Ariston“.

Auch ich hatte damals, auf das gute Renomee der Firma Vivadent und ihre Aussagen vertrauend,  Ariston eingesetzt.
Nur in wenigen Fällen und nicht wie angepriesen „en passant“ sondern in klassischer 3 Schritt Adhäsiv Technik mit Syntac.

Von sichtbar gewordenen Problemen mit dem Material kann ich nicht berichten, aber ich hatte, nachdem sich herausstellte, dass das Material nicht den Anpreisungen der Marketings genügte, auch kein Interesse mehr, das Material einzusetzen. Und, um ehrlich zu sein, kein Interesse mehr, irgendein Vivadent Material zu verwenden, denn wenn man aus Marketinggründen den guten Ruf meiner Behandlung aufs Spiel setzt, reagiere ich nachtragend.

Und jetzt, mit SDR von Dentsply, wieder einmal ein neues, sensationelles Komposit – Material.

Mit professoralem Gütesiegel. Weil es endlich das dringend benötigte „kostenlose“ Budget – Material ist, das die Volkszahnmedizin braucht.

Zwei Dinge dazu: Erstens, wir haben bereits ein solches Material. Es heißt Amalgam und hat für den Patienten den Vorteil, in seinem mechanischen Eigenschaften seit vielen Jahrzehnten bewährt und vollkommen zuzahlungsfrei zu sein.

Zweitens – ein Material, wie SDR, dass okklusal mit einem konventionellen Komposit – Material überschichtet werden kann, ist mir als Füllungsmaterial suspekt. Weil es voraussetzt, dass besagte Schicht immer (und immer in ausreichendem Maße) aufgetragen werden muss.

Ich weiss nicht, warum, aber ich befürchte, dass nicht alle Zahnärzte dies in ausreichendem Maße tun werden.
Und was dann ? Wird die oklusale SDR – Füllung den Kaubelastungen standhalten oder was wird passieren ?
Denn dafür scheint sie nicht gemacht zu sein, sonst hätte man nicht besagte Kontraindikation dem Produkt ins Beiheft geschrieben.

Ich habe SDR ausprobiert.

Und nachbestellt.

Für postendodontische Blockstabilisierungen, für endodontische Aufbauten vor WK, für Aufbaufüllungen vor ZE setze ich das Material ein.
Dafür, finde ich, ist es gut geeignet, lässt sich dafür sehr schön verarbeiten. So schön, dass es meine bisher in diesen  Indikationen verwendeten Materialien abgelöst hat.

Für einen kritischen Behandler wie mich schon eine Aussage, oder ?


Zahnhalsfüllung, die Zweite

von Bodald Necker

wie zügig eine Zahnhalsfüllung gelegt werden kann, die ästhetisch überdurchschnittlich ist, wurde hier schon beschrieben. Dentsply hat mit SDR nun eine „Flow-Version“ von Quixfil auf den Markt gebracht. Es ist in einer Farbe – transparent – erhältlich. Man kann es als unterste Schicht für die Zahnhalsfüllung einsetzten, speziell, wenn ein keilförmiger Defekt vorliegt, der schon tief ist und einen kleinen Öffnungswinkel aufweist, da es sehr schön in kleine Ritzen fliesst. Quixfil lässt sich hier nicht immer optimal adaptieren. Da das Material auch sehr schön fliesst, lässt sich auch leicht eine glatte Oberfläche erzielen, die sich ohne großen Aufwand sehr gut polieren lässt.