SDR® und X-tra base

von Olaf Löffler

Über schrumpfungsoptimierte Kunststoffe wurde hier und hier bereits mehrfach geschrieben. SDR® (Dentsply) und X-tra base (Voco) wurden genannt.

Von Voco haben wir X-tra base seit kurzer Zeit neben dem Dentsplyprodukt in der Anwendung. Insbesondere in der postendodontischen Versorgung beim Auffüllen der Kavitäten nach präendodontischem Aufbau und nach Wurzelfüllung haben sich das gute „Anfließverhalten“ gezeigt. Wir setzen das Material nicht in der beschriebenen Bulkfüllungstechnik ein, sondern schichten damit wie gewohnt in ca. 2mm Inkrementen.

Das X-tra base in Caps ist mit einer längeren und biegbaren, langen Kanüle ausgestattet. Damit sind kleine Mengen des Materials besser platzierbar und das Handling unter dem Mikroskop erscheint und einfacher. Das Anfließverhalten scheint fast gleich zu sein. Im Xtra base hatten wir einmal Lufteinschlüsse im Röntgenbild gesehen – siehe Rö.

Anbei einige Beispiele.

Zahnhalsfüllung revisited

von Christian Danzl

Dass bei mir das VOCO X-tra Base das SDR verdrängt hat, ist nix Neues. Neu ist jedoch, dass sich das X-tra Base in den Bereich der Zahnhalsfüllung drängt und das Quixfil langsam, aber sich ablöst. Es ist als Flow in der Spritze leichter auf zu tragen, als mit der Compulepistole, es lässt sich schön mit der Sonde verteilen und ziehen. Die Oberfläche wird schnell glatt und glänzt per se schon. Gut zu sehen auf den Bildern einer Perforationsdeckung mit X-tra base.
Zahnhalsbilder folgen.

Perforation gedeckt mit X-tra Base. Anschliessend erfolgte die Aufbereitung von ml und p. Der alio loco bereits gefüllte Kanal wurde revidiert.

Perforation. Vorbehandler hatte nur einen Kanal gefunden und diesen gefüllt. Beim Suchen der Kanäle wurde der Boden der Pulpakammer perforiert.

Verklebt wird bei der Zahnhalsfüllung immer noch mit G-Bond von GC, obwohl das neue Futurabond U von VOCO viel verspricht. Es enthält schon ein Silan, was für Keramikreparaturen hilfreich ist und es ist dualhärtend, was es für den Einsatz im Wurzelkanal prädestiniert. Ob es hält, was es verspricht, kann ich noch nicht sagen, ich werde berichten.

Transparenter Kunststoff

von Christian Danzl

Ich bin bekennender Quixfil-Anwender. Seit Jahren.
Umgestiegen auf X-tra Fil von VOCO bin ich nie, obwohl es keine Gründe gäbe das Material zu verschmähen, einzig, dass es vielleicht einen Hauch opaker sein könnte als das Quixfil. Auch die die „Flow“-Variante von Quixfil, das SDR, findet „reissenden Absatz“ in der Praxis, besonders als erste Schicht unter dem Quixfil und als perfekt anliegendes Material am Übergang von der Präpgrenze zur Matrize. Dessen einziger, aber entscheidender Nachteil, ist – nach meiner Meinung – die alleinige Verfügbarkeit in Compules. Und ich mag das Flow nun mal lieber in Spritzen, weil es in meinen Händen einfacher zu applizieren ist, als mit Compules in der Appligun.

Genau in diese Lücke springt nun VOCO und liefert mit dem X-tra base ein, dem SDR vergleichbares Komposit in der Spritze. Und noch dazu in der genialen Spritze mit Tropf-stop (lassen Sie sich nicht täuschen vom Bild unten, der Tropf-stop funktioniert!).
SDR wir bei mir definitiv ersetzt durch X-tra base.

Weiters wurde bei VOCO umgesetzt, was schon viele Zahnärzte lange Zeit gefordert hatten:
„Macht mal ein Komposit, das dem Amalgam optisch ähnlich ist. So dass es als „Amalgamersatz“ (was man darunter auch immer verstehen mag) taugt.“

Hier ist es. Alfacomp LC. Grau.

Mein Favorit ist es nicht, bei mir gibt es als Kassenfüllung statt Amalgam den GIZ Fuji IX in Farbe A2, und als günstige Kunststofffüllung Quixfil/SDR/G-Bond (demnächst Quixfil/X-tra base/G-Bond. Und da Quixfil/SDR/G-Bond auch mein Standard für Zahnhalsfüllungen ist, da es sich fast immer sehr gut an die bestehende Zahnfarbe anpasst, wäre das Alfacomp LC als „Amalgamersatz“ nur wieder eine Spritze mehr im Schubladen, was ich eigentlich vermeiden wollte…..