Vertrauensbildende Maßnahmen in der Endodontie (III) – Chronobiologie & Lokalanästhesie

Von Christoph Kaaden

Diverse Faktoren entscheiden darüber, ob ein vom Zahnarzt/ Zahnärztin appliziertes Lokalanästhetikum eine (vollständige) Schmerzausschaltung während der Behandlung bewirkt oder gegebenenfalls auch nicht. Sollte eine unzureichende oder ausbleibende Wirkung eintreten werden in der wissenschaftlichen Literatur u.a. folgende Gründe hierfür angeführt:

  • Pharmazeutische Gründe (überaltert etc.)
  • Behandlungsgründe  
  • Behandlergründe  
  • Anatomische  Gründe (Variationen)
  • Pathologische Gründe (Gewebsstruktur etc.)
  • Psychologische  Gründe                                                                                     (Meechan 2011)

Erst in den letzten Jahren wurde auch der Einfluss der Chronobiologie auf die Wirksamkeit dentaler Lokalanästhetika erkannt. Wie Chassard & Bruguerolle in ihrem Übersichtsartikel eindrucksvoll zusammenfassen konnten scheint die Tageszeit, bei der die Applikation stattfindet, eine beträchtliche Rolle zu spielen.

Chrono.042

Bei schwierig zu anästhesierenden Patienten sollten man daher laut der aufgelisteten Studien ggf. darüber nachdenken, den Behandlungstermin eher in die Nachmittags– statt Morgenstunden zu legen. Eine laut Lemmer & Wiemers bis zu 37% höhere Wirksamkeit für Articain geben hierzu durchaus Anlass. Es scheint sich also „zu lohnen“ dies im Hinterkopf zu haben, wenn die nächste Terminvereinbarung des schwierig zu anästhesierenden Patienten ansteht..

wenn die Spritze nicht wirkt…

von Christian Danzl

Gott sei Dank kommt es nur sehr selten vor, dass ich einen Zahn für Wurzelkanalbehandlung nicht anästhesieren kann.
Aber hin und wieder funktioniert die Anästhesie nicht.

Sitzende Leitung, 2 x nachgespritzt, buccal, lingual und in aufsteigenden UK-Ast anästhesiert, intraligamentär, (im OK analog buccal, palatinal und Leitung, wo es geht) und auf die offen liegende Pulpa Gingicain. Trotzdem ist die Pulpa nicht berührbar, ohne dass der Patient an die Decke geht, was eine intrapulpale Injektion unmöglich macht.

Ein Patient hat es mal so beschrieben: „Meine linke Gesichtshälfte spüre ich nicht mehr. Und mitten in diesem Nichts ist ein ekelhafter Schmerz.“

Fast immer war diese Situation vergesellschaftet mit einem Dentikel.

Was machen Sie in so einem Fall?

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