Begrenztes Platzangebot

von Bostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit dem  Überweiserwunsch: „Zahnerhalt von 27 mit allen Mitteln“ in unserer Praxis vor.
Auf den ersten Blick sah es nicht unlösbar aus und erschien sogar relativ problemlos, wenn man von der subgingivalen Sekundärkaries absah und der langen Zahnkontur im Röntgenbild (trotz starker Angulation des Röntgenstrahls). Nach einer ausführlichen Beratung und Patienteninformation zu den Chancen und Risiken wurden die entsprechenden Termine vereinbart. Die veranschlagte Behandlungszeit war mit ca. 5 Stunden avisiert.

Die ersten Probleme traten beim präendodontischen Aufbau auf Die Mundöffnung des Patienten war eingeschränkt. Zur Unterstützung erfolgte die Behandlung mit einem bereits früher vorgestellten Aufbisskeil von Ultradent. Damit ließ sich der erste Teil, der präendodontischer Aufbau recht gut absolvieren. Mit der Präparation der Zugangskavität trat die eingeschränkte Mundöffnung als Hindernis zunehmend mehr in den Vordergrund. Die direkte Sicht wurde stark eingeschränkt, da nur kurzschaftige Präparationsinstrumente genutzt werden konnten.

Die größte Hürde beginnt, wenn die gemessenen Arbeitslängen in so einem Fall bei 25mm, oder noch mehr liegen. Durch ein Erweiteren der Zugangskavität nach bukkal oder palatinal kann ein „Einfädeln“ der Wurzelkanalinstrumente erreicht werden. In fast ausweglosen Situationen wird in meiner Praxis durchaus die bukkale Schmelzwand geopfert um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Vorteil ist mehr Licht und besserer Zugang mit dem Instrumentarium.

In dem hier vorliegenden Fall konnte durch das Fehlen des anterioren Zahnes der präendodontische Aufbau mesial verkürzt werden. Zusätzlich wurde der Kofferdam und der Kopf des Endowinkelstücks mit einer Gleitmasse ( Vaseline ) bestrichen um ein leichtes Gleiten über den Kofferdam zu ermöglichen.

Unsere Maßnahmen bei eingeschränkte Mundöffnung:

kleine Mundspiegel ( Röder )
– Aufbissblock ( bei uns Ultradent ) oder dem hier vorgestellten Modell
– Individualisierung der Zugangspräparation
– Gleitmittel für Endowinkelstückkopf
– Präparieren einer „Rutschbahn“ zum Kanaleingang in der Zugangskavität
– geradlinige Zugangsgestaltung
– gegebenenfalls vorher physiotherapeutische Vorbehandlung

Mit diese Maßnahmen lassen sich schwierigere Fälle durchaus passabel lösen ohne das der Puls auf 180 ist.

Spiegelauflage selbstgemacht

Von Jörg Schröder

Der Einblick in die apikalen Kanalabschnitte unterer Molaren gestaltet sich aus unterschiedlichen Gründen oftmals schwierig: eine reduzierte Mundöffnung, die Lingual- bzw. Mesialkippung des zu behandelnden Zahns oder eine Krümmung im apikalen Kanaldrittel erschweren nicht nur die visuelle Inspektion sondern auch das kontrollierte Arbeiten mit Hand- oder Ultraschallinstrumenten unter Sicht.

Häufig muss aufgrund eingeschränkter Platzverhältnisse auf sehr kleine Spiegel zurück gegriffen werden. Nur eine lagestabile  Positionierung  des Spiegels erlaubt ein kontrolliertes Arbeiten in der Tiefe des Kanals. Kann der Spiegel nicht ruhig gehalten werden, gerät die Instrumentenspitze aus dem Fokus. Gerade die kleinen Spiegel neigen jedoch dazu nach dem „Anlegen“ von der Auflagefläche wegzurutschen.

Abhilfe schafft hier ein einfacher Trick:

1. Der Spiegel wird so platziert, dass der zu bearbeitende Kanalabschnitt scharf dargestellt ist.

2. Das einzusetzende Instrument wird so in den Kanal eingebracht, dass die geplante Bewegung unter Sicht im Spiegel nachverfolgt werden kann.
3. Nach erneuter Überprüfung der Spiegelposition wird unter und hinter dem Spiegel eine kleine Menge Opaldam aufgebracht und lichtgehärtet.

4. So entsteht eine stabile Spiegelauflage die ein reproduzierbares Einsetzen ermöglicht.

Das zeitaufwändige und mitunter nervige Korrigieren der Spiegelposition gehört der Vergangenheit an.

Mund auf

von Christian Danzl

Es kennt jeder: Ist die Endo sowieso schon schwierig, dann reicht auch noch die Mundöffnung nicht!

Bei den allermeisten Patienten ist es kein Problem. Aber immer wieder behandeln wir  Patienten mit eingeschränkter Mundöffnung, mit Kiefergelenksbeschwerden, mit Muskelverspannungen im Kieferbereich. Diese können den Mund oft nicht so weit öffnen und so lange offen halten, wie man es sich als Behandler wünscht. Meist geht es irgendwie, die Kanäle zu finden aber möglicherweise reicht es dann nicht mehr für die Aufbereitung. 

Als gutes Hilfsmittel  – bei gleichzeitig guter Patientenakzeptanz – hat sich bei mir in der Praxis der Aufbisskeil herausgestellt. Jedoch bin ich abgekommen von den monströsen Teilen von Markel, die aussehen, als hätte man sie Darth Vader aus der Maske geschnitten.
Hager & Werken  hat einen zierlichen hellgrünen Aufbisskeil im Programm, Mirahold Block, der weniger furchteinflössend aussieht. Er kann zudem  gut gegen das Verschlucken gesichert werden, weil man ihn leicht mit Zahnseide anbinden oder mit einer dazugehörigen „Klammer“ im Mundwinkel gut fixieren kann.