Frohe Ostern

Das Team von Wurzelspitze wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes Osterfest!

Geniessen Sie die freien Tage und erholen Sie sich vom Arbeitsalltag.

… wird nicht mehr repariert

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, laufen unsere Optilux Demetron 401 Polymerisationslampen  immer noch.

Alle.

Bis auf eine. Die hat jetzt Aussetzer. Das heisst, die Lampe geht hin und wieder aus. Wahrscheinlich ein Wackelkontakt.

Meine Helferinnen – nicht erst seit QM – angehalten, dass die Geräte in der Praxis funktionieren, haben die Lampe ins Depot geschickt, mit Bitte um Reparatur.

Sie kam postwendend zurück mit der Bemerkung vom Hersteller:

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert.“

Das heisst: Die Lampe wurde nicht mal angeschaut, ob es sich um einen Bagatellschaden handelt, der mit ein paar Handgriffen repariert werden kann. Es war auch keine Aussage von fehlenden Ersatzteilen – was ich erwartet hätte. Aber nicht mal die Mühe hat man sich gemacht.

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert“, was soviel heisst, wie
„Reparieren – wovon träumen Sie nachts? Ihre Lampe interessiert uns nicht mehr, kaufen Sie uns doch gefälligst eine Neue ab! Da verdienen wir wenigstens was. Da könnte doch jeder daherkommen und das alte Zeug repariert haben wollen.“

Analog:
„Diesem Zahn eine neue Füllung machen???? Den haben Sie doch schon seit 20 Jahrem im Mund!!! Lassen Sie sich doch ein Implantat setzten.

Da ist die Praxis schnell leer…
Ich würde ja nichts sagen, wenn es eine Billig-Lampe wäre, aber für die dieses Polymerisationslicht wurden damals schon 1.600,- DM aufgerufen (wohlgemerkt für 2 Meter Kabel, 1 Trafo, 1 Halogenleuchtmittel, 1 Zeitschalter, 1 Taster, 2 Kunststoffgehäuse, Lüfter und Lichtleiter – Herstellungskosten großzügig bemessen 50 Mark).

Wie schon geschrieben, bin ich mit der Lampe sehr zufrieden gewesen, und ich hätte mich für einen Ersatz beim gleichen Hersteller umgeschaut.

Aber sicher nicht wenn solche Aussagen vom Kundendienst kommen.

Eigentlich muss ich wahrscheinlich auch noch froh sein, dass die Lampe zurückgeschickt, und nicht gleich einbehalten wurde. So wurde sie jetzt dem örtlichen Elektriker/RF-Techniker zur Reparatur übergeben.

Arbeitslänge

von Olaf Löffler

Ein wichtiger Bestandteil der Wurzelkanalaufbereitung ist die Bestimmung der korrekten Arbeitslänge. Die haargenaue Umsetzung in der Behandlung für jeden einzelnen Kanal kann mitunter erschwert sein.

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten zum Ziel zu kommen. Das wichtigste ist einen geeigneten, wiederauffinbaren Referenzpunkt zu haben.
Man kann einen markanten Punkt, wie die Höckerspitze des Höckers, welcher dem zu behandelnden Kanal am nähesten liegt wählen. Ungünstig bei diesem Verfahren ist, daß durchaus Ungenauigkeiten beim Wiederfinden auftreten können. Abstellen kann man dies durch Schaffen eines kleinen Plateaus mit einem Finierdiamanten. Das bedeutet allerdings, daß ein geringer Substanzverlust entsteht. Bei zu überkronenden Zähnen ist dieser Verlust unwesentlich.

Sollte beispielsweise eine vorhandene Kronenversorgung erhalten bleiben, so ist das Schaffen eines Plateaus an dem gefundenen Referenzpunkt nicht sinnvoll.
Für diesen Fall verwende ich die nachfolgend beschriebene Methode.

Voraussetzung dafür ist, daß der Kofferdamtuches mit einem flüssigen Kofferdam circulär um den zu behandelnden Zahn abgedichtet ist und das Abdichtungsmaterial fest an der Klammer nach dem Aushärten fixiert ist.

Man benötgigt folgende Materialien:

  • Blockout Resin (ultradent) – „flüssiger Kofferdam“
  • Kerrfeile #10, Niti-Feile #10.04 oder ähnlich
  • elektronisches Längenmessgerät
  • Polymerisationslampe

Zunächst bestimme ich die Arbeitslängen aller Wurzelkanäle mit einem elektronischen Längenmessgerät.  Als Referenzlänge verwende ich den längsten gemessenen Wert aller Kanäle. Zur Referenzpunkterstellung führe ich die Messfeile auf die Arbeitslänge in den längsten Kanal. Den Stopper stelle ich ca 1mm über den am Zahn bestimmten Referenzpunkt der zugehörigen Höckerspitze ein. Nun wird Blockout Resin schichtweise von der Kofferdamabdichtung in Richtung des Referenzpunktes auf den Zahn aufgetragen und ausgehärtet. Zum Abschluss wird das Material vorsichtig unter den Gummistopper der Messfeile appliziert und ausgehärtet. Danach wird im nächste Kanal die Messfeile auf die elektronisch ermittelte Arbeitslänge geführt. Der Gummistopper bleibt unverändert auf der Position der Messung des längsten Kanales. Nun wird hier analog mit Blockout Resin ein Referenzpunkt geschaffen. Dies wird für jeden Kanal durchgeführt.

Welchen Vorteil hat dieses Verfahren:

  • Alle einzustellenden Arbeitslängen für die Feilen sind gleich. Ein Umstellen für jeden Kanal und damit verbundene Fehler verringern sichn. Veränderungen in der Arbeitslänge können jedoch noch durch unterschiedliche Krümmungsradien der Wurzelkanäle in der Aufbereitung entstehen. Deshalb empfehle ich eine kontinuierliche Überprüfung mittels dem elektronischen Längenmessgerät.
  • Eventuell vorhandene metallische Kronenränder können mit dem flüssigen Kofferdam isoliert werden um Kurzschlüsse zu vermeiden.
  • Die Referenzpunkte sind sehr gut platzierbar und kontrollierbar.
  • Es gibt keinen Substanzverlust und Markierungen mittels Permanentmarker sind nicht notwendig.

Anbei Bilder der Referenzpunkte in einem solchen Fall.

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Würgereiz

von Christian Danzl

Als Zahnarzt steht man jeden Tag wieder vor kleinen und großen Herausforderungen. Zu den größeren Herausforderungen im normal verlaufenden Praxisalltag gehören Patienten mit starkem Würgereiz. Man braucht ihnen nur den Mundspiegel zu zeigen und schon ist die Magensäurefreiheit der Einrichtung und des Bodens in Gefahr (komischerweise habe ich es noch nie solchen Patienten gesehen, dass beim Essen die Bissengröße oder Gabelbeladungen aufgrund Würgereizes kleiner wären als bei anderen Menschen).

Was tun mit diesen bedauernswerten Patienten? Denn sie würgen ja nicht, um das Team der Zahnarztpraxis spasseshalber an die Belastungsgrenze zu führen, sondern leiden selber stark in so einer Situation

Ablenkung ist eine Möglichkeit. Wenn der Abdruck im Mund ist und aushärten soll, gilt es ein paar Minuten zu überbrücken. Die Helferin lässt abwechselnd das linke und dann das rechte Bein heben.

Eine andere Möglichkeit wäre die Aktivierung des Akupunkturpunktes KG 24 in der Kinnmulde (KG, Konzeptionsgefäß, einer der acht ausserordentlichen Meridiane, er verläuft von der Symphyse des Os pubis auf der Mittellinie ventral nach kranial bis zur Unterlippe und endet dort am Rand des Lippenrotes). Mit Druck auf diesen Punkt lässt sich der Würgereiz vorübergehend eindämmen und manchmal sogar ausschalten.

Diesen Tip, und auch verschiedene andere Interessante beschreibt Jochen M. Gleditsch in seinem Buch „Mundakupunktur„.

Helfer in der Praxis

von Christian Danzl

Heute mal zwei (kleine) Helfer.

Das erste Helferlein ist kaum der Rede wert, aber es ist doch immer wieder praktisch.
Es ist ein kleines Lineal.
Was macht es erwähnenswert?

3 Dinge:

  • es ist aus Aluminium, also autoklavierbar
  • die Null, also der Messbeginn ist nicht aufgedruckt, sondern die linke Kante, also brauchbar, um Endo-Feilen einzustellen (wenn gerade kein Messblock zur Hand sein sollte, oder zusätzlich für die Helferin) und zum Messen der Mundöffnung (Schneidekantendistanz) – auch das soll in der Zahnarztpraxis hin und wieder vorkommen.
  • der Preis. 3,50 € Für das Geld kann man mehrere davon in den Schubläden liegen haben

Zu beziehen bei Muji.

 

 

 

Der zweite Helfer ist größer, schwerer, teuerer und schwieriger.

Den Tip habe ich von meinem sehr geschätzten Kollegen Frank Sanner aus Frankfurt, einer der treibenden Kräfte der „Endopedia„.

„Orofacial Pain & Headache“ von  Yair Sharav und Rafael Benoliel,
ein umfangreiches Werk über Schmerzen in Kiefer- und Gesichtsbereich.


Es werden verschiedenste Aspekte von Diagnose, Einteilung, Hintergrund und mögliche Behandlungen usw. zum Thema dargelegt. Leider momentan nur in englischer Sprache verfügbar.

IDS – Rückblick 5 – Dental Art

von Christian Danzl

Was mir sehr gut gefallen hat auf dem Stand von Dental-Art, dem italienischen Marktführer bei Stahlmöbeln, war der Zero.

Zero ist ein Hängeschrank, genauer ein Wandhygieneschrank.

Wenig nutzbare Fläche, „umständliche“ Bedienung, „lange“ Laufzeiten der Türen, auf Strom angewiesen und kein Sonderangebot.

Aber ein Blickfang erster Güte!

Mit 70 cm Durchmesser, knapp 30 cm Tiefe und in bunten Farbe kaum zu übersehen.
Ein schönes Design-Objekt.
Zwei halbkreisförmige „Türen“ drehen sich gegenläufig und öffnen den vorher per touch-Schalter Bereich. Konstruktionsbedingt lässt sich maximal nur der halbe Schrank öffnen.

Was sonst noch auffiel bei Dental-Art, waren die erstklassig verarbeiteten Stahlmöbel in zeitlos minimalistischen Design und aussergewöhnlichen, frischen Farben, wie auch geniale versenkbare Wasserhähne und PC-Lösungen.

Und es gab auf diesem Stand mit Abstand den besten Espresso, den ich nördlich der Donau getrunken habe. ;-)

IDS-Rückblick 4 – Schlumbohm

von Christian Danzl

Schon auf der DG-Endo-JT in Berlin angekündigt, hat jetzt Schlumbohm zum Endo-Pilot auf der IDS den Co-Pilot vorgestellt. Eine gelungene Erweiterung.

Der Co-Pilot beinhaltet

  • einen Akku-Pack, um von der Steckdose – zumindest während der Behandlung unabhängig zu sein (ein Kabel weniger!!!)
  • ein Ultraschall-Handstück, lieferbar mit Satelec- oder EMS-Gewinde
  • die von mir ersehnte blaue „Steckdose“ mehr, um von der Aufbereitung zum Downpack nicht mehr umstecken zu müssen
  • einen 2-Kanaligen Funk-Fussanlasser (nochmal zwei Kabel weniger!!!)

Mit diesen Zusätzen und auf dem lieferbaren Wägelchen ist es schon fast ein komplettes Endo-Cart. Vervollständigt wir es dann noch in naher Zukunft mit einer ansetzbaren Peristaltik-Pumpe, um mit dem US auch verschiedenene Spüllösungen zum Einsatz bringen zu können.

Desweitern:

  • Es gibt ein Nachrüstmodul, um jeden Endo-Pilot – ohne Co-Pilot – mit Funkfussanlasser (1 Kanal, da kein US zu steuern ist) zu betreiben (auch hier ein Kabel weniger!!!)
  • Ein Update-Service ist geplant, um die Daten für neue Feilen einzupflegen. An einem Steckplatz wird der neue Kartenleser angeschlossen, dort wird dann die Datenkarte eingelesen.
  • Ein Universal-Montage-System, mit dem der Endo-Co-Pilot in verschiedenen Behandlungzimmern schnell und sicher montiert und demontiert werden kann – wenn man denn keinen Wagen will. Besfestigung über das Stativ-Gewinde hinten am Pilot


IDS Rückblick 3 – Nachtrag zur HyFlex CM

von Christian Danzl

Die Coltene HyFlex CM wurde heute schon beschrieben, hier das Video dazu.

Die Feile habe ich mit den Händen verbogen – ohne großen Kraftaufwand. Anschliessend wird sie eingetaucht in den Glasperlen-Sterilisator von Hager und Werken.

Mundschutz

von Christian Danzl

Michael Jackson hat ihn oft getragen. In Asien sieht man ihn auch viel auf den Strassen.
Wir tragen ihn auch mehrere Stunden am Tag.

Der Mundschutz.

Was bringt er eigentlich?

Er verhindert, dass Flüssigkeitsspritzer oder größere, herumfliegende Partikel direkt in den Respirationstrakt gelangen.

Mehr aber auch nicht.
Luft und Aerosol wird fast ungefiltert eingeatmet, da die Ränder nicht dicht abschliessen und somit die Luft „am Filter vorbei“ angesaugt wird. Ein Filtereffekt tritt erst ein, wenn man die Ränder des Mundschutzes an der Gesichtshaut festklebt.

Abhilfe soll der Crosstex Isolator Plus bringen. Durch eine andere Faltung des Fliesses, eine weiter Metalleinlage, nicht nur an der Nase, sondern auch am Kinn, und zwei Gummibändern, die, statt hinter den Ohren zu greifen, um die Kopf gehen, liegt der Isolator Plus sehr gut am Rand an und dichtet sauber ab.

Preislich bewegt er sich im gleichen Bereich, wie andere FFP 2 Einwegschutzmasken auch.

Frakturierte Mtwo

von Bodald Necker

letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.

Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.

Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.

Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.

Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.

Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.

Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.

0 – 800 – ENDO

von Hans – Willi Herrmann

Achtung.
Dieser Blogbeitrag ist kein vorgezogener Aprilscherz.
Besagte Anekdote habe ich letzten Freitag gehört, bei einem OPL – Treffen in der Schweiz. Der Kollege, der sie wiedergab, es ging bei unserem Gespräch um die in den letzten 5 – 7 Jahren sich verschärfende Situation der Endodontisten in USA,  hat lange Jahre dort gearbeitet und nachwievor gute Kontakte dorthin, die Story spielt in  Californien und geht so:

Ein Schmerzpatient sitzt im Behandlungsstuhl der Zahnarztpraxis, irgendwo im Raum Los Angeles.

Der Zahnarzt wählt 0- 800 – ENDO und kündigt bei der freundlichen Dame am Telefon den Patienten an, mit Angabe der Praxisadresse.

„Vielen Dank, dass sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir rufen sie gleich zurück, sobald ich Genaueres weiss“, sagt die angenehm klingende Stimme am anderen Ende der Leitung.

Keine 5 Minuten später klingelt das Telefon.
„Dr. Muller ist auf dem Weg zu Ihnen , er wird in voraussichtlich 30 Minuten bei Ihnen sein“.

Der mobile Endodontist erscheint nur wenig später.
In seinem Van hat er alles dabei, was man für die Wurzelkanalbehandlung braucht, einschließlich Operationsmikroskop.

„Hello Mrs. Smith, I am your root canal specialist and will do the treatment right now.“

Los geht ´s.

Und weils so schön passt zum Thema, hier noch ein Ausschnitt aus einer Mail von Rob Kaufmann, als Endodontist niedergelassen in Winnipeg/Kanada, ebenfalls über die Änderung der Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren.

„After many years on ROOTS, watching it wax and wane,  I am rapidly and sadly losing respect for what is happening on here.

The simplification of our specialty is killing us.  Combine that with the Christensen opinion of endodontics and what you get is „This Endo stuff is TOO HARD….lets just extract and place the implant. Or at LEAST make Endo simpler, faster and easier so that ANYONE can do it after a weekend at the Holiday Inn.“ And as for retreatment?  Its a waste of time…that’s even HARDER ? Why bother? I can keep the money in MY office and not make the endodontist rich.“

Think this isn’t happening NOW?  Check what’s going on in Endo practices in the US. Retreatment practices are down, some as much as 40%. I know guys that have holes in there days that have NEVER had this happen in 20 years. Now Endodontists are scrambling to get into the implant biz. They see the writing on the wall.  And it sure as shit isn’t because they are part of any fancy ‚Endo-Implant Algorithm“. Its survival.“

p.s: Eigentlich sollte an dieser Stelle der Beitrag 69 Prozent (Teil 3) erscheinen.  Er ist leider nicht rechtzeitig fertig geworden, ich hoffe es ist nächste Woche soweit.

Update zum Zumax-Mikroskop

von Günther Stöckl

 

nach den Erfahrungsberichten mit Zumax hier die aktuellen Neuerungen.

  • das LED mit dem 6-fach-Wechsler ist nun seit fast 2 Monaten im Einsatz. Es ist nicht so hell wie das 150W Xenon, aber deutlich heller als das 150 W Halogen.
    Größter Vorteil: Lautlos.
    Beim Laserfilter kommt es durch den individuellen Weissabgleich zu keinen Farbstichen mehr.
  • Mit dem Target-Okular kann der richtige Bildausschnitt fotografiert werden, ohne über den externen Monitor gehen zu müssen.
  • Adapter für Sony NEX und HD-Camcorder funktionieren gut.

DVT auf dem iPad

von Christian Danzl

OsiriX als kostenloser open-source DICOM-Viewer für Mac OS wurde hier schon beschrieben. Momentan ist die Version 3.8.1 aktuell. Auf dem Mac Book, iMac oder MacPro installiert ist es ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Darstellen, Befunden, Bearbeiten und Weitergeben von DICOM Dateien.

Das klappt sehr gut.

Oft ist es aber ganz nützlich, wenn man das Volumen „mitnehmen“ kann, um es mit dem Patienten direkt zu besprechen, es bei der OP dabei zu haben oder wenn man es mit Kollegen besprechen will. Das funktioniert nur eingeschränkt, wenn man es auf einem stationären Rechner installiert hat.

Abhilfe gibt es seit dieser Woche.

Pixmeo hat nun einen mobilen DICOM-Viewer für iPhone, iPod touch und iPad herausgebracht: OsiriX HD

Leider ist dieser nicht mehr kostenlos und mit 23,99 € auch nicht sonderlich billig.

Vorraussetzungen um es zum Laufen zu bringen ist ein Netzwerk mit Zugriff auf die DICOM-Dateie über W-LAN oder 3G. Man kann entweder vom mobilen Gerät aus das DICOM-Bildarchiv durchsuchen und die gewünschten Daten übertragen, oder von der DICOM-Quelle die Daten per „drag and drop“ auf das mobile Gerät senden.

Einschränkungen:

  • Bildgröße maximal 1024 x 1024 Pixel, was größer ist, wird runtergerechnet
  • keine Zulassung als Diagnose-tool

Praxistest:

Um es vorauszuschicken, es ist noch nicht optimal.

Man kann das Volumen nur von oben nach unten und umgekehrt scannen, die 3 Ansichten wie in einem normalen Viewer sind noch nicht realisiert.
Das Volumen lässt sich  zoomen und drehen (im und gegen den Uhrzeigersinn, aber nicht 3-dimensional), Längen lassen bestimmen und Flächen markieren. Helligkeits- und Kontrastveränderungen sind beliebig möglich, Voreinstellungen sind vorhanden.
Einzelne Bilder können unter „Fotos“ abgespeichert werden. Von dort können sie dann mit geeigneten Programmen beschriftet oder anderweitig verarbeitet werden.

Fazit:

Nicht annähernd ausgereift.


Die Mindestanforderung, um es im laufenden Praxisbetrieb sinnvoll einsetzen zu können, wäre, das Volumen in 3 Dimensionen durchscrollen zu können. Es müssen ja nicht 3 Ebenen gleichzeitig dargestellt werden. Wahrscheinlich wird aber die Rechenleistung des A4-Prozessors im iPad die Darstellungsmöglichkeiten begrenzen.

Warten wir also auf updates.

Bei OsiriX HD und beim iPad.
Der Ansatz ist auf alle Fälle vielversprechend.

Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Erfahrungen mit dem Zumax

von Günther Stöckl

Wie kam ich vor mehr als zwei Jahren dazu ein in Deutschlandvöllig unbekanntes Mikroskop zu importieren?

2004 hatte ich das Endo-Curri der Endoplus gemacht, da mein Chef kein Interesse hatte Patienten hochwertige Endodontie anzubieten musste ich mir damals alles mit meinem bescheidenen Assi-Gehalt besorgen. Mein erstes Mikroskop war dann damals ein relativ neues Low-budget Mikroskop (Optomic). Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Handhabung mit dem Mikroskop kam ich immer mehr in die Endo rein und so reichte mir schon bald mein Optomic nicht mehr. Ich verlängerte meinen Assi Vertrag für den Kauf eines Denta 300.

Im März 08 wollte ich dann meine eigene Praxis eröffnen und ich wollte in jedem Behandlungszimmer vernünftig mit Mikroskop arbeiten können. Damals nahm ich erstmal direkt mit Zumax Kontakt auf. Auf Grund von Importhindernissen hätte ich das Mikroskop nur über den Umweg Russland-Polen bekommen können, dies war mir zu heikel und ich legte mir ein Seiler Revelation zu.

Nachdem alles in geordneten Bahnen lief und das dritte Zimmer zum Ausbau stand war ich wieder auf der Suche nach einem Mikroskop und wandte mich erneut an Zumax, dieses Mal bestanden keine große Hindernisse im Import und ich kaufte auf gut Glück das Mikroskop.

Nach 4 Wochen stand es schließlich in meiner Praxis.

Was kann man erwarten:

In meinen Augen besticht dieses Mikroskop mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.

Man kann und darf dieses Mikroskop nicht mit den High-End Modellen anderer Hersteller vergleichen (das wäre durch den Preis auch nicht gerechtfertigt), aber mit einem Pico oder Denta 300 nimmt es das ZUMAX allemal auf.
Ich finde es hat eine gute Optik. Die modulare Aufbauweise bietet für  spätere Aufrüstungen gute Voraussetzungen. Ich hatte Zumax empfohlen die Standardvariate nur mit 180° inclinable binoculars anzubieten, leider ist dies bei ADS nocht nicht so angekommen. Entscheidend für eine gute Positionierbarkeit sind der binocular extender und der binocular rotation ring beide Teile zusammen bilden das MORA-Interface nach (ähnlich ist es auch beim Seiler) gelöst. Als Lichtquellen gibt es Xenon, Metallhalid, Halogen und LED.

Mein 1. Zumax hat noch Halogen, das Mikroskop in LED Version ist grade im Schiff zu mir unterwegs. Über die Lichtleistung kann ich daher nix sagen, da mein Möller mit einer 150W Xenonlösung und mein Seiler mit ner 300W Xenonlösung ausgestattet ist. Für die Dokumetation ist ein Beam-Splitter verfügbar mit Adaptern für Photo- und Videolösung. Ähnlich dem Pico ist eine integrierte Videolösung verfügbar, ich habe Zumax allerdings aus Qualitätsgründen davon abgeraten dies auf dem deutschen Markt zu vermarkten.

Sehr zu empfehlen ist auch die optionale Doppel Irisblende.
Ein Target-Objektiv hängt ebenfalls momentan als Prototyp an meinem Zumax, mit ihm soll die Notwendigkeit der Fokussierung und Bildausschnittauswahl auf einem externen Monitor verringert werden.
Ebenfalls sind wir gerade dabei den Laserfilter (für Diode, Er:YAG und Co2) etwas zu verbessern, hatte Zumax vor 3 Monaten nur eine Vorsatzlinse, gibt es nun einen integrierten Filter in einer Höheneinheit. Ob es hierbei zu Farbveränderungen im Normalbetrieb und bei der Dokumentation kommt, kann ich momentan noch nicht sagen, da der Prototyp erst seit Samstag an meinem Zumax hängt. Ich möchte aber die Entwicklung eher in Richtung der GLOBAL-Lösung sehen, bei der man verschiedene Filter einsetzen aber eben auch aus dem optischen Weg nehmen kann.

Die Adaptation für die CENTRO-Säule ist ebenso in der Endphase der Produktentwicklung.
Für mich bestand die Anforderung für mein Mikroskop immer in einer vernünftigen Optik und einem vernünftigen Handling. Die Annehmlichkeiten eines motorischen Zooms oder dergl. sind mir den Aufpreis bei diesen Modellen nicht wert. Ich kann lieber in allen meinen Zimmern mit Mikroskop arbeiten als nur in einem (was so bei dem Preis eines Pro Ergo oder dergl. durch meinen finanziellen Rahmen wäre).

Als weiterer Punkt ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit Zumax zu nennen, innerhalb relativ kurzer Zeit werden meine Änderungswünsche umgesetzt und die Prototypen zum Test verschickt.


Root canal … i got a root canal !

von Hans – Willi Herrmann

 

Der Hinweis auf dieses Video kam von Dr. Harald Vögele, Dachau.

Jeden Tag ein neuer Song. Das hat sich Jonathan Mann zur Aufgabe gemacht. Diesmal kam der Sänger offensichtlich direkt vom Zahnarzt:
„Lieber Gott, Danke dafür, das Du uns Lachgas geschenkt hast !“

 


 

wieder mal kein Standard-Zahn

    von Bodald Necker
    Der Patient kam mit Schmerzen an einem anbehandelten Zahn per Überweisung vom Chriurgen zu uns.
    Der Vorbehandler wollte den Zahn ziehen, um anschliessend ein Implantat zu setzen. Der Patient suchte selbständig den Weg zum Chirurgen, um sich über Alternativen zu informieren. Der MKG schickte ihn mit dem Auftrag einer Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis weiter. 

    Nach Vitalextirpation und Aufbereitung wurde Calciumhydroxid als Medikament eingelegt und der Patient eine Woche später zur WF einbestellt.

    Bei der Masterpoint-Aufnahme stach mir eine kleine Strukur neben der Guttapercha ins Auge. Es sah verdächtig nach zweitem Kanal aus, obwohl bei der Aufbereitung nichts zu sehen war.
    Eine weitere Suche nach einem anderen Kanal blieb erfolglos.
    Da nichts zu finden war wurde der Kanal abgefüllt.

    Die Abschlussaufnahme brachte es ans Licht. So wie sich das NaOCl per Ultraschall seinen Weg gesucht hatte, hat sich auch der Sealer seinen Weg gesucht. Ohne Sicht.

    Ob die Desinfektion in diesem Kanalanteil gereicht hat werden wir sehen. Jedenfalls war ich über die Voids in der WF nicht erfreut. :-(

Wie würden Sie… (Teil2)

diesen Zahn aufbereiten/ instrumentieren:

Bonidald Wucker würde den hier gezeigten Zahn ebenso instrumentieren, wie die Mehrzahl der Stimmabgaben es zeigen.

Die Alternative zum hand- und maschinell instrumentierten Gleitpfad und Aufbereitung mit rotierende NiTi Instrumenten wäre die Balanced Force Technik nach Roane.
Der Zahn lässt eine Länge von mehr als 25 mm vermuten. Die Kanäle sind verengt und die größte Schwierigkeit ist wahrscheinlich distoapikal patent zu werden. Danach mittels Step back noch einen Taper von 4-6%, je nach Fülltechnik zu erreichen wird ein Kraftakt.
Möglich wäre dies…

Der maschinelle Versuch einen Gleitpfad zu etablieren wird sehr wahrscheinlich zur Stufenbildung führen, die Gefahr der Blockierung und Instrumentenfraktur zudem drastisch steigern. Wäre für mich keine Alternative.

Die klassische Variante mit handinstrumentiertem Gleipfad und anschließender vollrotierender Aufbereitung mit NiTi-Feilen ist eine bewährte Lösung.

Anbei ein Beispiel mit dieser Lösung.

Recall 36,37

DVT-„Atlas“

von Christian Danzl

Die digitale Volumentomographie drängt in die Zahnarztpraxen. Und das massiv.

Aber nicht ohne Grund. Der diagnostische Nutzen für Chirurgie, Parodontologie, Endodontie ist nicht zu übersehen. Etliche Befunde, die in einer Summationsaufnahme nicht zu erkennen sind, lassen sich in einem Volumentomogramm sehr eindrucksvoll darstellen, wie z.B. hier beschrieben.

Doch die Literatur, insbesondere Atlanten, welche physiologische und pathologische Standardbefunde darstellen, ist dünn gesäht.

Einen der wenigen verfügbaren Atlanten habe ich mir bestellt:

Cone Beam CT of the Head and Neck: An Anatomical Atlas von Kau, Kamel, Bozic und Abramovitch.

Es ist ein kleines Taschenbüchlein, eher schon eine Broschüre. 13 x 19 cm groß und 5 mm dick.
Anatomische Präparate und korrespondierende CT-Schnitte sind nebeneinander abgebildet. Lediglich 9 axiale, 8 coronale und 7 sagittale Schnitte sind dargestellt.
Die anatomischen Präparate sind nicht von beeindruckender Qualität, die CT-Bilder sind zu klein, teilweise mit erheblichen Artefakten und die Auflösung uninteressant.

Urteil:

Für Zahnmediziner weitgehend unbrauchbar. Was hier gezeigt wird, dürfte bei jedem noch aus der Anatomie hängengeblieben sein.

Schnelle Schienung

von Christian Danzl

Beim Durchblättern des JFM-Kataloges bin ich schon auf verschiedene interessante Produkte gestossen. Diesmal möchte ein das Glasfaser-Band zur Schienung von Zähnen vorstellen.

F-Splint-Aid von Polydentia.

Es ist sicher nicht das einzige Produkt auf dem Markt.
Was ist hier anders?

Das mehrlaginge Glasfaserband (12 cm) ist schon gebrauchsfertig mit Bond getränkt und wird in einer Flasche geliefert, es kann so leicht die benötigte Länge entnommen werden, kippt man die Flasche nach unten, kann zusätzlich Bond entnommen werden. Weiters sind 5 Klammern zur interdentalen Fixation in der Packung enthalten.

Das Rad wurde hier bestimmt nicht neu erfunden, aber es ist einfach und schnell in der Handhabung. Ideal für eine „Notfall-Schienung“.
Und preislich mit 69,- im Rahmen.

Das Fiber Splint multilayer ML ist auch ungetränkt erhältlich. Demo-Video gibt es hier.

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two file endo

von Bodald Necker

In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:

Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.

  1. Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
  2. Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
  3. Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
    Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
    L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
    Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.

Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.

Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?

In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.

Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.

Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.

Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.

Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.

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DVT vs. Zahnfilm – Teil 1

von Bodald Necker

Der Patient wurde zur Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis überwiesen, da der Zahn 47 nach einer direkten Überkappung Schmerzen machte. Zuerst konzentrierte ich mich auf die vorgegebene Aufgabe: Endo an 47.

Auf den Röntgenaufnahmen war auch Zahn 46 zu sehen. Und an der distalen Wurzelspitze der alio loco erbrachten Wurzelkanalbehandlung war eine „Unregelmässigkeit“ zu sehen.
Es war keine Aufhellung  zu erkennen, jedoch war die Knochenstruktur ein verändert. Ich hatte den Patienten darauf hingewiesen und ein DVT zur Abklärung vorgeschlagen. Nachdem auch der überweisende Zahnarzt informiert wurde und er seine Zustimmung gab wurde der Patient zum DVT überwiesen.

Die Auswertung des DVT war dann doch ernüchternd. Was sich im analogen Zahnfilm als kleine diffuse Veränderung der Knochenstuktur dargestellt hatte, war ein durchaus imposanter Defekt im DVT.

Nach Aufklärung des Patienten (über Befund, Therapie, deren Alternativen, Risiken und Kosten) werden wir kommende Woche zur Revision schreiten.

Was brachte uns das DVT hier bei der Diagnose?
Aus einer Unregelmässigkeit im Zahnfilm wurde ein sehr deutlicher Knochendefekt im DVT, der meiner Meinung nach behandlungsbedürftig ist. Das DVT war hier eine deutliche Hilfe zum Erkennen des Knochendefektes.

Der Patient aber hatte keinerlei Beschwerden an diesem Zahn (die Beschwerden an Zahn 47 waren verschwunden nach der Vitalextirpation). Das heisst, es war ein reiner Zufallsbefund, da ohne Probleme an Zahn 47, kein Röntgenbild von dieser Region angefertigt worden wäre.

Konsequenz?

Das Granulom an 46 wäre nicht entdeckt worden. Wahrscheinlich mehrere Jahre lang nicht.

Hätte der Patient einen Schaden davon getragen?

Ich glaube nicht.
Es ist auch nicht zu erkennen, wie lange vor der Diagnose sich der Defekt manifestiert hatte.

Bedeutet das nun, dass man die Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne im Mund haben alle durchs DVT schicken soll, um eventuelle Defekte auf zu decken?

In meinen Augen nicht.

Allerdings ist es zu überlegen, ob z.B. bei Zahnersatzplanungen, in die wurzelkanalbehandelte Zähne mit einbezogen werden, ein DVT – unter bestimmten Voraussetzungen – zur präoperativen Diagnostik sinnvoll sein kann.

Als Standard will ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ansehen.

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Finger oder Pen?

von Christian Danzl

Das iPad hat sich in den Praxen der Wurzelspitze-Autoren schon einen festen Platz gesichert. Ob Aufklärung von Patienten mittels selbst erstellter Präsentationen, zeigen gerade importierter Röntgenbilder oder mit dem DM aufgenommene Bilder, die per EyeFi übertragen wurden ….
Brauchbare Apps für die Zahnarztpraxis gibt es genug.

Das schöne am Ipad ist die Bedienung über Touchscreen. Es ist aber auch ein Nachteil, denn man ist dauernd am Putzen, will man dem Patienten nicht ein verschmiertes Tablet präsentieren.

Bei mir hat sich ein Pen bewährt, mit dem das iPad bedient werden kann. Auf dem Markt sind viele Eingabestifte. Dieser hier ist leicht zu desinfizieren, da er keinen Clip hat und komplett aus Aluminium ist. Also keine lösungsmittelempfindliche Kunststoffteile ausser der „Spitze“.

Der Pen und die Spitze (Arbeitsende) sind relativ dick, so dass der Stift nicht optimal geeignet ist, um feine, genaue Zeichnungen auf dem iPad auszuführen, das war aber auch hier nicht die Vorgabe. Für die Anwendung in der Praxis, also navigieren durch die Apps, markieren und in Bildern etwas einzeichnen ist er gut geeignet.

Er funktioniert natürlich auch auf dem Touchpad.

Neuralgiforme Beschwerden (2)

von Bonidald Wicker

die Ergebnisse Stand 03.01.2011:

 

Hier fing alles an.

Die Schmerzen der Patientin lassen den schmerzverursachenden Zahn nicht erkennen. Eine endodontische Problematik an 26 ist zu erkennen. Es ist der Verdacht einer apikalen Veränderung im Röntgenbild naheliegend. Die Pulpakammer zeigt eine Verschattung, welche ein Füllmaterial, oder eine Einlage mit einem Wattebausch vermuten lässt. Die klinische Inspektion zeigt eine insuffiziente Kronenversorgung.

In Absprache mit der Patientin haben wir uns für die sofortige endodontische Behandlung des Zahnes 26 entschieden. Die Krone wurde zur Schmerzbehandlung zunächste belassen und die Präparation der Zugangskavität erfolgte durch die Krone. Die Pulpahöhle war mit einem Wattebausch gefüllt. Die mesialen Kanäle zeigten ebenso wie der distale Kanal ein nektrotisches infiziertes Gewebe. Im palatinalen Kanal zeigte sich eine pulpitisch heftig blutende Pulpa. Nach Spülung, Aufbereitung und CaOH Einlage erfolgte der provisorische Verschluss.

Der Anruf am nächsten Tag  bei der Patientin ergab, keine Beschwerden.

Nach weiteren 2 Tagen stand die Patientin erneut vor der Praxistür. Die Beschwerden waren wieder da. Jedoch weniger heftig.
Die klinische Untersuchung und der Sensitest ließen den Zahn 25 eindeutig als Ursache erkennen.
Nach der endodontischen Behandlung von 25 sind sämtliche Beschwerden verschwunden.

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Made in PRC – fünfter und letzter Teil

von Boldald Necker

Mittlerweile ist der ZE aus Fernost eingesetzt. Verspätet. Nochmals. Es kam ein Anruf aus dem Vertragslabor, es täte ihnen fürchterlich leid, aber die Arbeit sei im falschen Flieger und nun in Dubai.

Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Stimmt! Diese Panne hatten wir noch nicht! Sonst war ja schon alles schief gelaufen.

Jedenfalls kam die Arbeit dann doch noch und wurde nach leichten Korrekturen der Okklusion und Artikulation eingesetzt.

Der Patient kam aber bald wieder. Er wolle die Gaumenplatte im Oberkiefer nicht.
Nach einigen Besprechungen und Aufklärungen, Demonstration der Arbeit im 3D-Programm, mehreren Einproben (alles penibel dokumentiert), hat er plötzlich gemerkt, dass er keine Gaumenplatte will.

Der Bitte, die Gaumenplatte zu entfernen, konnten wir aus verständlichen Gründen leider nicht nachkommen.

Er meinte, dann wolle er sie selber entfernen. Wir haben ihm abgeraten, und ihm erklärt, dass die Arbeit dann kaputt sei. Er hat es uns nicht geglaubt.

Wir haben es jedenfalls dokumentiert.

Sollte er mit zerlegter Teilprothese ankommen werde ich es fotografieren und hier einstellen.

Kleines Trauma

von Bodald Necker

Junge,  12 Jahre. Schwimmbad. Irgendwo war es glatt.
Die komplette Schneidekante am 11 war abgebrochen, die Pulpa gerade nicht eröffnet, Gott sei Dank.
Und die Mutter war so gut, und hat das abgebrochene Fragment gesucht, gefunden, mitgenommen und ist gleich mit ihrem Sohn in die Praxis gekommen.

Wir haben das abgebrochene Stück gewässert, mit Syntac und Tetric-Flow wieder angeklebt.
Die Mutter war überglücklich. Der Sohn auch.

Nach 5 Jahren sieht es so aus.

Der Zahn ist immer noch vital.
Und hält.

Wir sind zufrieden.
Von Sohn und Mutter kamen bis jetzt auch keine Beschwerden.

Weihnachtsgeschenktip Nr. 2

von Christian Danzl

Man möge mir verzeihen, dass mein Tip auch in die Jazz-Ecke zeigt, wie auch von der Tip von Olaf Löffler.

Bei einem großen Versandhändler ist mir diese Box mit 25 Jazz CD aufgefallen.

La Discotheque Ideale en 25 Albums Originaux

25 Originalaufnahmen von Louis Armstrong über Miles Davis, Thelonious Monk, Chet Baker, Herbie Hancock und Weather Report bis Wynton Marsalis.

Gott sei Dank nicht „digital remastered“.

Für deutlich unter 50,- für den Jazz-Interessierten ein „must have“.

 

bone magnet

von Bodald Necker

Stört ein Puff die Ausheilung einer apikalen Läsion?

Ich weiss es nicht, jedenfalls wird die Ausheilung nicht verhindert – vorausgesetzt, das Wurzelkanalsystem ist gut genug desinfiziert und koronal wurde dicht verschlossen, um eine Reinfektion von koronal auszuschliessen.

Ein Patient kam mit Fisteln buccal an 41. Es war mehr oder weniger ein Zufallsbefund, denn sie störte ihn nicht weiter und er kam eigentlich mit einem anderen Anliegen in die Praxis.

Der 41 wurde trepaniert, aufbereitet und mit Calciumhydroxid-Einlage versorgt und nach 14 Tagen abgefüllt. In der relativ großen apikalen Läsion ist das kleine Puff ist gut zu erkennen.

Nach 5 Monaten war der Patient wieder zur Kontrolle. Das Puff war noch da, die Läsion weg. Zumindest war sie auf dem Röntgenbild nicht mehr zu erkennen.

Ob sich die Läsion ohne Sealerpuff schneller zurückgebildet hätte, und ob die Heilung durch der Sealer gestört wurde, kann ich nicht sagen, jedenfalls bin ich mit der Geschwindigkeit der Rückbildung mehr als zufrieden.

Triodent V3 – klinische Bilder

von Bodald Necker

Hier gibt es nun die versprochenen klinischen Bilder zum Triodent Teilmatrizensystem.

Der Arbeitbereich ist nicht nass, es ist Bonding. Da ich, wenn Kofferdam liegt, nicht nur den zu rekonstruierenden Zahn, sondern auch die Approximalfläche des Nachbarzahnes mit ätze. So kann ich diesen approximal mit Bond versiegeln.
Danach wird das Bonding aufgetragen und anschliessend die Matrizen angelegt. Somit kommt man auch mit dem Bonding leichter und sicherer in die cervicalen Bereiche der Präpgrenze.

Aktuelles Update vom GNYDM:

Das System ist in den USA auch nicht billiger :-(

Schon wieder Teilmatrizen…

von Christian Danzl

Die Suche geht weiter. Obwohl, diesmal kam ich durch Zufall auf das Matrizensystem, als ich den Katalog von JFM durchgeblättert habe. Dort gibt es das Polydentia Quickmat deluxe.
Die enthaltenen Ringe sind bekannt, sie sind so ähnlich auch bei anderen Herstellern im Angebot und funktionieren gut. Weiterhin enthält das Set Holzkeile in verschiedenen Farben Größen (farblich codiert) und natürlich Teilmatrizen in zwei verschiedenen Größen und Stärken (in 0.04 und 0.025 mm).

Anders bei diesem System ist, dass auf die Füße der Klemmringe rund oder dreieckige „Schuhe“ aufgebracht werden können, um den weit eröffneten approximalen Bereich besser ausformen zu können.

Vorteil der „Schuh-lösung“:
einfach, billig, da keine zusätzlichen Ringe notwendig

Nachteil:
Keil geht da keiner mehr durch, da cervical keine Aussparung vorhanden ist (also wenn man einen braucht, dann vorher legen), und beim Runterdrücken (Nachjustieren) des Ringes nach cervikal rutschen die Schuhe nicht mit Richtung cervikal, sondern gleiten auf dem Fuß des Ringes nach oben und bleiben somit da, wo man sie an Zahn angelegt hat.

Fazit:

Nicht perfekt für alle Bereiche – wie die anderen Systeme auch.

Aber es ist ein preiswertes System, welches fast alle Situationen abdeckt.

Kälte

von Christian Danzl

In unserer Praxis wird der Kältetest zur Sensibilitätsprüfung mit Kältespray und Schaumstoffpellets gemacht. Die Handhabung ist einfach und der Test funktioniert relativ gut.

Aber eben nur relativ. Besonders bei älteren Patienten mit Zähnen, die schon Jahrzehnte überkront sind, stößt der Test schnell an seine Grenzen und vitale Zähne reagieren nicht mehr auf den Kältereiz.

Beholfen hatten wir uns für solche Fälle mit Einwegspritzen, die mit Wasser befüllt eingefroren wurden. Zum Kältetest wurde dann das vordere Ende mit dem Luer-Konus angetrennt, so dass man mit dem Stempel das Eis rausdrücken kann. Es funktioniert, ist aber umständlich.

Durch einen Fehler beim Bestellen (schlechtes QM ;-) ) wurden nicht die „normalen“ Schaumstoffpellets bestellt mit 5mm Durchmesser, sondern größere mit 8mm Durchmesser.

Die größeren Pellets speichern viel mehr Kälte, so dass bei „schwierigen“ Zähnen oft viel leichter eine Aussage getroffen werden kann.

Wieder mal ein Teilmatrizensystem

von Bodald Necker

Auf der Suche nach neuen „3-dimensionalen“ Spannringen für meine vorhandenen Teilmatrizen bin ich auf das V3 System von Triodent gestossen.

Die Spannringe sind nicht wie die von Garrison aus gebogenem federharten Stahldraht, sondern aus gestanztem Nickel-Titan (zumindest sieht es so aus). Die Füsse der Ringe sind unten geteilt, damit man sie über einem Keil platzieren kann. Die farbige Beschichtung der Füße ist angeblich Fiberglas.

Wir werden sehen wie lange sie hält. Jedenfalls ist es keine Materialkombination aus verschiedenen Kunststoffen.

Im Set mit zwei Ringen noch enthalten sind passende Teilmatrizenbänder in drei Größen. Diese haben an den Enden jeweils ein Loch, und auch eines in der Lasche, die okklusal angehängt ist. Die Lasche der Matrize dient auch als Höhenkontrolle für die zu restaurierende Randleiste. Mit der dazugehörigen Klemmpinzette lassen sich die Matrizen sicher einbringen und meist auch entfernen. Das Arbeitsende der Pinzette ist – wenn geschlossen – kugelig, um die Matrize bei Bedarf bombieren zu können. Ausserdem ist das Arbeitsteil der Pinzette, welches den Dorn enthält, vergoldet. Es sollte beim Einbringen der Matrize okklusal sein, um beim Entfernen der Pinzette nicht aus Versehen die Matrize wieder zu entfernen.

Ebenfalls im Set sind Interdentalkeile (wave-wedges) in drei Größen, die ebenfalls mit der Klemmpinzette eingebracht und auch wieder entfernt werden können. Die Keile sind zentral zu den Approximalflächen der Zähne hin eingezogen, somit verdrängen sie den Kofferdam bzw. den Col der Gingiva nicht so stark und sind einfacher zu applizieren bzw. verringern die Blutungsneigung im Interdentalraum. Sie zentrieren sie sich durch die Einziehung selber interdental und rutschen nicht zurück

Mal sehen, wie sich das System bewährt. Demnächst klinische Bilder.

Das nenne ich Service II

von Christian Danzl

Wie hier schon mal beschrieben, war eine komplette Packung Microbrushes nicht zu gebrauchen, weil sie beim Abbiegen des Arbeitsendes abbrachen.
Auf der letzten Fachdental habe ich den Repräsentanten von Microbrush darauf angesprochen. Er bat mich, die gebrochenen Microbrushes an die Firma in Irland zu schicken, um der Sache auf den Grund zu gehen. Man wäre sehr interessiert an solchen Fehlern.

Und im gleichen Augenblick hat er mir 3 Packungen Micrubrushes inclusive Dispenser in die Hand gedrückt mit der Bemerkung es täte ihm leid, dass ich mit dem Produkt Unannehmlichkeiten hatte.

Das nenne ich Service!

Es ist zwar nur ein Pfennig-Artikel, aber das tut nichts zur Sache. Ich kenne genügend andere Beispiele, wo einem statt  „oh das tut uns leid“ zuerst einmal ein Anwendungsfehler untergejubelt wird…

SAF System – wer immer nur das tut ….

von Klaus Lauterbach

Auch ich habe am ersten SAF Workshop im August, in Aalen teilgenommen und war gespannt auf diese vollständig neue Art den Bakterien im Kanal zu Leibe zu rücken. Wolf Richter hatte uns die neuartige Feile in allen Details erklärt und im praktischen Teil konnte man schnell erkennen, dass es eine sehr gute Idee ist, das SAF System nur in Verbindung mit einem Workshop (der beim Systemerwerb verrechnet wird) zu verkaufen.
Die Quintessenz des Vortragvormittags war: Clean-Shape-Rinse in einem Arbeitsgang. Das SAF System bearbeitet extrem viel mehr Kanalwandfläche und reduziert Bakterien in höherem Maß als rotierende Systeme, entfernt Debris und Smearlayer (Score1) zuverlässig, erbringt das geforderte hohe Spülvolumen je Kanal, benötigt Preflaring und ist daher keinesfalls ein Einfeilensystem, es wird bei den Workshops und von den Henry Schein Mitarbeitern, zumindest in Deutschland, auch nicht so angepriesen.
Selbst langjährig erfahrene Kollegen konnten sich beim praktischen Teil nur schwer umstellen und mussten den eingefahrenen, rotierenden Behandlungsgewohnheiten Tribut zollen. Schnell war die absolut fraktursichere „Self Adjusting File“ doch abgebrochen. Stellt man allerdings 25000 Upm statt 5000 Upm am Motor ein ist dies auch kein Wunder und entspricht natürlich keineswegs den Vorgaben der Systementwickler, man wollte wohl Grenzen testen.
Nach dem Workshop am Nachmittag war dann klar, dass man das System wirklich nur nach einem guten Preflaring und schaffen eines Gleitpfades einsetzen sollte.
Wolfs Sequenz im Workshop war übrigens: K ISO 10/15, S1, K ISO 20, SAF. K NiTi ISO 30-40.

Unter folgendem Link kann man übrigens die Empfehlungen von Zvi Metzger zum SAF-System downloaden, die gerade für SAF Einsteiger sehr hilfreich sind.

Mein SAF System habe ich in der ersten Septemberwoche erhalten. Mittlerweile, ca. 70 SAF-Wurzelkanäle später, hat sich bei mir keinesfalls Ernüchterung breit gemacht. Im Gegenteil, es ist eher so, das ich immer ein gutes Gefühl habe, wenn die Feile im Kanal zum Einsatz gekommen war. Unter dem OPM sieht das alles blitzsauber aus.
Wie waren also meine Erfahrungen? Zu Aufbau und Technik des Systems wurde hier bereits alles erklärt. Zunächst kam die SAF in unserer Praxis nur in ovalen, c-förmigen und Kanälen mit Isthmen zum Einsatz. Mittlerweile wird sie routinemäßig während jeder Aufbereitung eingesetzt, auch bei runden Querschnitten.

Meine persönliche Aufbereitungssequenz kombiniert eine hohe, apikale Größe mit der perfekten Reinigung der SAF: K ISO10/15, BioRace1, BR2, SAF, BR4.
Es gibt bei der SAF natürlich keine bestimmte Aufbereitungsgröße oder Taper da sich die Feile dem Kanal anpasst. Falls nötig erfolgt ein Taper-Stepback mit Handfeilen.

Das System wurde nach kurzer Gewöhnungszeit perfekt in unseren Behandlungsablauf integriert. Der lästige Fußschalter zum Ein- und Auschalten der Pumpe steht bei der Assistenz, die auf kurzes Zeichen den Natriumhypochloritfluss startet. Das Pumpensystem wird nach jeder Behandlung mit Kochsalzlösung gespült und erst zur nächsten Behandlung wieder mit Natriumhypochlorit gefüllt.
Wie wir schon gehört haben ist es manchmal etwas Fummelei die doch recht lange Feile (zum Schaft und Arbeitsteil kommt noch der Schlauchansatzteil) bei geringer Mundöffnung im Kanal zu platzieren aber bisher konnte die Feile immer im Kanal untergebracht werden.
Das man die Feile nur mit gutem Straightline-Access benutzen kann wird dafür sorgen, dass alle Behandler einen solchen gestalten müssen, eher ein Vorteil als ein Nachteil. Die Feile verträgt wirklich wenig vertikalen Druck lässt sich aber, mit etwas Gefühl, in einem größeren, ovalen Kanal (zB. distal UK7er) recht gut an die bukale oder linguale Wand drücken. Im Frühjahr kommt die SAF mit 2,0mm Durchmesser. Dann wird die Behandlung grosslumiger oder ovaler Kanäle sicherlich erleichtert.
In keinem Behandlungsfall kam es übrigens zu einem Feilenbruch. Bei regelgerechtem Einsatz gab es nur sehr selten kleine mechanische Defekte an der Feile. (siehe Bild)
In einigen Fällen, meist gekrümmte Kanäle, gab es allerdings Schwierigkeiten die Arbeitslänge der initialen Feilen mit der SAF zu erreichen. Erst nach einem weiteren, stärkeren Preflaring konnte die Feile auf AL gebracht werden.

Bei Revisionen habe ich die SAF als Abschlussfeile eingesetzt. Bei den rotierenden Feilen bleibt gerade in der Innenkurvatur gekrümmter Wurzeln oft Füllmaterial an der Kanalwand zurück. Hier kann die Feile durch Ihr neue Technik die Kanäle effektiver reinigen.

Das System ist bisher noch nicht offiziell am Markt erhältlich, lediglich endodontisch versierte Kollegen waren zu den wenigen Workshops eingeladen bzw. einige Studiengruppen konnten sich damit vertraut machen. Nachdem vorher nur einige Opinionleader die SAF erhalten hatten war dies die zweite Stufe der sehr überlegten und bedachten Markteinführung. Verbesserungsvorschläge wie Einschaltknopf statt Fußanlasser oder Austauschbarkeit des Flüssigkeitbehälters usw. wurden nach den Workshops bereits an die Hersteller weitergeleitet. Wir sind gespannt wie schnell dies geändert wird. Nun wir die SAF also wahrscheinlich im November zur DG-Endo Jahrestagung für jedermann der einen Workshop belegt hat zu erwerben sein. Da kann wohl kaum von einer übereilten Markteinführung die Rede sein.

Ob sich die Feile auf breiter Ebene im Markt durchsetzen wird bleibt abzuwarten. Ein Vorteil ist sicher, dass man keinen Zusatzmotor benötigt. Der hohe Preis der Feile und die nötige optische Vergrößerung zur systemgerechten Benutzung wird Generalisten zunächst sicher abschrecken. Die Feile ist nur für „Single use“ konzipiert. Die Sterilisation bei 121°C übersteht die Feile auf den ersten Blick gut, bei 134°C wird aus den Kunststoffteile mit Schlauchansatz eine unbenutzbarer Klumpen.

Die aktuelle Studie von Siqueira (JOE. Volume 36, Issue 11, Pages 1860-1865,) zeigt im Vergleich zu rotierenden Systemen eine 32% bessere Bakterienelimination durch das SAF System. Schade dass keine PUI in der Vergleichsgruppe eingesetzt wurde aber auch diese Studie wird es sicher bald geben.
Wir haben es nach aktueller Studienlage also in der Hand 40% mehr Kanalwand und bis zu 30% mehr Bakterienreduktion bei unserer Behandlung zu erreichen, das ist auf einem bereits hohen Behandlungsniveau durchaus bemerkenswert. Man muss sich erst an die Technik dieser Feile gewöhnen, würde man darauf verzichten, wäre das so ähnlich wie MTA nicht zu benutzen weil Diaket auch gut funktioniert. Weitere unabhängige Studien werden uns im Laufe der Zeit zeigen ob sich die aktuellen Zahlen bestätigen. In Göttingen und Mainz laufen bereits Studien, die eventuell bis zur IDS weiter wissenschaftliche Informationen liefern.

Man sollte neuen Entwicklungen immer kritisch gegenüber stehen und unabhängige Untersuchungen abwarten aber es ist sicherlich gut, dass es Querdenker wie Zvi Metzger gibt, die abseits vom Mainstream neue Ideen umsetzen.
Ganz nach dem Motto: Wer immer nur das tut was er bisher getan hat, wird immer nur das erreichen, was er bisher erreicht hat.

Reziprok-Technik ProTaper F2

von Christian Danzl

Ghassan Yared wird seine Reziprok-Technik auf der Jahrestagung der DG-Endo vorstellen. Hier ein Video von der Aufbereitung eines 22. Ein Gleitpfad wurde vollrotierend mit einer Pathfile erstellt.

Kaps Videoadapter f54, Canon Legria HF 20

 

Starke Schmerzen im Oberkiefer

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt Schmerzfälle, die sind einfach.
Andere sind kompliziert und es erscheint schwierig, den richtigen Zahn aus einer Vielzahl potentiell möglicher Kandidaten herauszupicken.

Anbei die Röntgenaufnahme eines Patienten, der letzte Woche mit schlagartig aufgetretenen starken Schmerzen, so dass er  direkt von der Arbeit weg einen Zahnarzt aufsuchen musste, in unsere Praxis kam.

Wie nun verfahren ? Am besten wir stimmen ab:

Den Rest der Geschichte – wie die Sache für den Patienten weiterging – das  gibt es dann an einem der nächsten Dienstage.

Das SAF-System – ein kleiner Erfahrungsbericht Teil 2

von Oscar von Stetten

 

Hier mein Fazit

Es scheint manchmal, dass das ganze Produkt sehr schnell auf den Markt gebracht wurde. Vielleicht zu schnell. Einiges läuft noch nicht ganz rund und wird sicher noch seine Zeit brauchen.

Bisher hat die SAF keine einzige Feile aus meinem Aufbereitungsprotokoll eliminiert. Aber sie ist ein gutes Zusatzinstrument. Für die Spülung und um einfach die Fläche der mechanisch bearbeiteten Kanalwand zu erhöhen. Nach nun etwa 80 Kanälen mit der SAF kann ich die Feile deutlich besser einschätzen. Zwar immer noch skeptisch, aber Neues kennen zu lernen und Einzuführen dauert seine Zeit. Und ich habe sie umgetauft, von „self-adjusting-file“ in „super-additional-file“.

 

Verzichte ich auf die PUI? Nein, auf keinen Fall. Die Beobachtung war, dass auch nach 4 Minuten SAF und anschliessender PUI immer noch trübe Wolken aus dem Kanal kommen. Ob das eine Signifikanz besitzt, kann ich auch nicht sagen. Aber bis es endgültig geklärt ist, mache ich es noch.

Habe ich mehr Seitenkanäle gefüllt? Nein, auch das nicht.

Wie obturiert man mit SAF aufbereitete Kanäle? Laut Hersteller mit der Methode, die einem am meisten liegt. Bei uns ist es warme Guttapercha, ob als Squirt oder als modifizierte Schildertechnik. Es ist die philosophische Frage nach der besten Abfüllmethode und deren Einfluss auf den Outcome, die diesen kleinen Artikel bei weitem sprengen würde. Wer nun auf den Gedanken kommt, die Toronto-Study zu zitieren, dem sei eine kritischere Würdigung dieser Studie ans Herz gelegt  ;-)

Es soll eine grössere Feile mit 2,0 mm Durchmesser auf den Markt kommen. Von dieser verspreche ich mir weit mehr als von der 1,5 mm-Feile. Auch eine IntroFile, so habe ich von den Dächern pfeifen hören, soll erscheinen.

Wie viel schabt die Feile denn nun vom Kanal ab? Dr. Frank Paqué von der Uni Zürich war so freundlich, mir Bilder zur Verfügung zu stellen. Grün ist stets die Originalanatomie, rot das Überlagerungsbild nach Aufbereitung. Die Ortsauflösung beträgt 20 µm. Man sieht immer noch grün durchscheinen, was bedeutet, dass an dieser Stelle die Feile unter 20 µm abgeraspelt hat.

Es sind keine 100%. Das war aber auch nach der Studienlage nicht zu erwarten. Was man aber sehen kann, dass diese Feile ganz hervorragend in den ovalen Kanälen arbeitet (recessi, cul-de-sac´s). Das wird die Stärke der SAF sein. Das wird auch durch bakteriologische Studien bestätigt werden, da bin ich mir sicher. Interessant wird es werden, wenn die desinfizierende Leistung der SAF mal gegen die PUI verglichen wird.

Das Bild des Molaren mit C-förmigem Wurzelkanalquerschnitt habe ich von der Redent-Website. Nur exemplarisch, man kann sich die Kataloge als PDF downloaden. Wie man sieht, ist der c-shaped-Teil des Kanals nicht vollständig abgeraspelt worden. Und: die POE´s sind GAR NICHT bearbeitet. Also: Handfeilen oder rNITI zur Ausformung. Und mir kommen sofort die Bilder von Nair oder Ricucci in den Kopf, die eine Biofilmbesiedlung bis an die Wurzelspitze nachweisen. Dieser Teil wird von der SAF nicht touchiert. Diese Anteile müssen konventionell behandelt werden.

Es lohnt sich, die µCT-Bilder von der Website genau anzuschauen. Es wird auffallen, dass die Aussenkurvaturen stets mehr bearbeitet werden als die Innenkurvaturen. Wie sollte es auch anders sein……

Was das Instrument aber sehr gut kann, ist Isthmen zu spülen. Es wurde eine ProTaper-Aufbereitung gegen eine SAF-Aufbereitung gestellt. Es fällt auf, dass die Isthmen in der SAF-Gruppe nach Aufbereitung frei von opakem Material sind, während in der ProTaper-Gruppe sich immer noch röntgendichter Debris in den Isthmen befindet. Man sieht aber auch, dass die SAF den Isthmus zwar extrem „sauber“ hinterlassen, aber nicht aufbereitet hat (dafür kann es mehrere Gründe geben). Ob die ProTaper-Gruppe mit Einsatz der PUI ebenfalls dazu in der Lage gewesen wäre, kann zu diesem Zeitpunkt nicht bewertet werden. Am Rande sei erwähnt, diese Untersuchungen wurden an einem geschlossenen Modell vorgenommen.

All diese Fakten haben mich die SAF in mein Protokoll integrieren lassen. Aber nur als Supplement, nicht als Ersatz. Das Instrument macht einfach sauber. Diese Tatsache kann und sollte auch nicht geleugnet werden. Die Gretchenfrage wird sein: welchen Einfluss hat es auf die Prognose? Ich weiss es nicht, aber ich weiss, was raus ist, ist raus ;-)

In unserer Praxis stellt die Revisionsbehandlung ca. 80% der gesamten Endodontiebehandlungen. Dafür ist die SAF schlichtweg ungeeignet. Zumindest in meinen Händen (Handschuhgrösse 10). Es muss vor Einsatz der SAF die komplette konventionelle Revisionssequenz gefahren werden.

Spart mir also der Einsatz der SAF Zeit? Nein, eher im Gegenteil. Die Feile benötigt ihre Zeit, um effektiv zu sein. Mit schnell, schnell ist der Frust schon vorprogrammiert, da Brüche und/oder Einrisse der Feile vorkommen. Wenn man für einen Molaren 3 SAF-Feilen benötigt, lernt man schnell, ruhiger zu werden ;-) Auf zahnmed (einer Mailingliste) wurde der Preis von ca. 40-50€ für eine Feile genannt. Dann versteht man auch den Zusammenhang zwischen Feileneinsatz und innerer Ruhe…..

Die SAF überwindet weder verblockte Kanäle, noch findet sie übersehene Anatomie. Dazu die ungeklärte Frage nach der geeigneten Obturationstechnik. Ob ein Stift in Sosse (single-cone) der Anatomie gerecht wird? Sicher kann man über den Einfluss auf den Outcome diskutieren. Was man aber nicht diskutieren kann ist die Tatsache, dass eine erfolgreiche WKB multifaktoriell bedingt ist. Da gehört weit mehr dazu, als nur eine Feile irgendwo reinzuhalten und zu hoffen, jetzt wird alles gut. So wird die SAF aber positioniert. Es ist aber nicht die eierlegende Wollmilchsau.

Zu diesem Zeitpunkt zumindest nicht.

Die Umsetzung ist in meinen Augen nicht so perfekt gelungen. Das System sollte qualitativ noch deutlich zulegen. Die Preisgestaltung wird sicher nicht einfach. Der Preis wird den Erfolg dieses Systems jedoch stark beeinflussen, davon bin ich überzeugt. Und das System wird sich evolutionieren, weiterentwickeln, umso stärker, desto mehr es klinisch genutzt wird. Die ersten Schritte dahin sieht man in der Einführung der grösseren Feile, die einfach mehr Druck auf die Wände entwickeln kann. Viele mögliche Faktoren wie z.B. Ledgeformation, Transportation etc. sind (noch) nicht untersucht.

Dennoch sollte man dieses System im Auge zu behalten. Es hat grosses Potential. Den Marketingaussagen sollte jedoch mit einer gesunden Portion Skepsis und Menschenverstand begegnet werden, nicht zuletzt mit seinem Fachwissen.

Ach ja, falls die Frage nach Röntgenbildern im Raume steht, ich habe absichtlich keine in diesen Artikel eingefügt. Denn: welche Aussage könnte man wohl anhand der weissen Striche auf dem Rö über den Einsatz dieser Feile schon treffen……

Und noch ein kleiner Hinweis am Rande:

Bei der Jahrestagung der DGEndo in Berlin vom 04.11.2010-06.11.2010 wird ein SAF-Workshop angeboten und Prof. Metzger wird einen Vortrag über das System halten. Interessierten sei der Workshop ans Herz gelegt, um sich selber ein Bild machen zu können.

Mein abschliessender Dank gilt Dr. Frank Paqué von der Uni Zürich. Ohne seine exzellenten Bilder, seinen fachlich sehr fundierten Widerstand gegen meine empirischen Behauptungen und seine Ratschläge wäre dieser Blogeintrag nicht halb so interessant.

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Das SAF-System – ein kleiner Erfahrungsbericht Teil 1

von Oscar von Stetten

Die Idee dahinter ist bestechend. Man kann es einfach nicht anders bezeichnen. Für mich auf einer Stufe mit der Einführung des Dentalmikroskopes, der rNITI, des MTA.

Warum? Weil das System viele Vorteile in sich vereint. Eine schonende, dem Kanalverlauf genau angepasste Aufbereitung. Keine schnelle Rotation unter Scherlast, daher keine Bruchgefahr im herkömmlichen Sinne. Hohlnadelsystem, simultane Spülung möglich. Netzartige Struktur, dadurch extrem flexibel, die Spitze mit Durchmesser 0,2mm , Feilendurchmesser 1,5 mm. Vertikale Hubbewegung  mit einer Amplitude von 0,4mm, raspelt damit von der Kanalwand ab und aktiviert gleichzeitig die Spülung. Das sind die Eckdaten, die einem das Herz höher schlagen lassen. Nimmt man nun noch die Studien zur Hand, alles perfekt. Spricht man mit denjenigen, die diese Studien gemacht haben, bleibt einem das Staunen in den Erzählungen und der Enthusiasmus in Erinnerung. „So saubere Kanäle habe ich noch nie gesehen“ ist einer der prägnantesten Sätze.

Alles, wonach wir immer gesucht haben. Einfach die SAF 4 Minuten in den Kanal halten, das Instrument macht alles von alleine. Debris weg, SmearLayer weg, alles gut. Apikal bis zu 65% bearbeitete Kanalwand.

So waren meine Gedanken, als ich das System recherchierte.

Mitte August gab es einen SAF-Kurs bei Jadent, Wolf Richter hat das System schon seit kurzer Zeit im Betrieb und hat uns wertvolle Tipps gegeben. HenrySchein hat jedem 10 Feilen in die Hand gegeben, wir konnten in aller Ruhe das System an die Grenzen bringen. Nach den ersten drei Feilen war ich ernüchtert. Jahrelang trainierte Reflexe übernahmen die Kontrolle, ich behandelte die SAF wie eine rNITI. Fazit: so geht es nicht. Niemals. Auf keinen Fall. Die Feile verhält sich nicht wie eine konventionelle rotierende Feile. Druck mag die Feile nicht, sie knickt sofort ein. Als die Testfeilen beerdigt waren, wusste ich nicht, was ich von diesem System zu halten hatte. Sicher, die Kanäle der extrahierten Zähne sahen aus wie polierter Speckstein. Glänzend. Aber die Anwendung per se, schon seltsam. Der transparente Zahn ist ein Molar mit C-förmigem Wurzelkanalquerschnitt. Die abgerissenen und verkeilten Fragmente sind zu 100% meiner nicht vorhandenen Erfahrung zu verdanken. Trotzdem fand ich es nicht beruhigend, dass man die Fragmente so verkeilen kann, dass sie nicht wie beschrieben einfach zu entfernen sind, wie beschrieben.

Nun kam Anfang September mein System in die Praxis und voller Zuversicht habe ich meinen ersten Zahn damit behandelt. Mit Handinstrumenten bis ISO 20 den Gleitpfad erstellt, danach die SAF versucht zu verwenden. Versucht? Ja, versucht. Wenn die Spitze der Feile nicht (in meinen Händen) ca. 5-6 mm als Führung im Kanal steckt, geht gar nichts. Also PreFlaring mit einer ProTaper SX. Dann ging es.

Das klinische Protokoll wurde erweitert um das PreFlaring mit der SX. Dann die nächste Hürde…..

Ich habe mir extreme straight-line Zugänge aus Gründen der Zahnhart-substanzerhaltung abgewöhnt, natürlich immer fallindividuell entschieden. Aber es ist nun mal so, dass ich eine ProFile, M2 oder eine TwistedFile auch mal ein bisschen gebogen in den Kanal einführen kann. Das geht mit der SAF nicht. Gar nicht. Die Feile knickt sofort ein und beginnt zu reissen. Also: ein sehr guter straight-line-access ist essentiell. Ohne den wird man mit der SAF schnell gefrustet sein.

Eine Besonderheit des Kopfes RDT3 von RedentNova ist nicht nur die Hubbewegung. Die Feile kann, wenn sie ohne Last ist, auch rotieren. Das ist wichtig, damit die Spitze auch den Krümmungen folgen kann und eine Führungsfunktion übernimmt.  Nun ist es leider so gewesen, dass sich die Feile nicht gedreht hat, weil sie irgendwo klemmte. Damit konnte die Spitze auch Krümmungen nicht folgen und die Feile hat nicht gearbeitet, ist eingerissen oder eingeknickt. Ob eine Stufe präpariert wurde, kann ich natürlich nicht sagen, die behandelten Zähne sind noch im Patienten. Aber ich konnte eine leichte Stufe mit einer Handfeile tasten. Also habe ich begonnen, den Gleitpfad mit der ProFile 04/20 zu formen.

Damit kam zur SX meine klinisch bewährte Gleitpfadsequenz dazu.

Seit dieser Änderung des klinischen Protokolls habe ich keine Probleme mehr mit der SAF. Man bekommt ein Feeling für die Feile und die Kanäle. Inzwischen habe ich sie in mein Aufbereitungsprotokoll eingegliedert und mir ist schon komisch zumute, wenn ich sie nicht einsetze. Inzwischen weniger zum Aufbereiten, mehr zum Spülen, als Finish. Dabei habe ich stets die Studienbilder im Kopf, diese machen einfach ein gutes Gefühl. Und wenn man sieht, was da von apikal hochgespült wird….

Dennoch: die Feile hat Probleme. Und ist nicht für alle Fälle geeignet.

Grosse, ovale Kanäle sind problematisch. Das Prinzip der Feile beruht auf der Tatsache, dass sie gestaucht wird und aufgrund des Rückstellungsvermögens des NiTi wieder in die alte Form zurück will. Nur dann erzeugt die Feile ausreichend Druck auf die Seitenwände und bearbeitet diese. Sind die Kanäle zu gross, dann wird auch keine Arbeit verrichtet. Redent selber sagt, die SAF nicht in Kanälen gleich oder grösser ISO 45 einzusetzen. Was Bände spricht. Und die Indikation ein wenig einschränkt.

C-shaped-Wurzelkanalanatomien oder Isthmen sehe ich auch als problematisch an. Wenn die Feile sich aufgrund ihrer Bauart in einem Überhang verhakt, dann klemmt sie und geht auch nicht unbeschadet wieder raus. Es bleiben kleine Fragmente der Feile in den Kanälen. Es wird zwar propagiert, dass man diese Fragmente einfach wieder rausspült, aber das ist so nicht immer einfach und auch unbedingt möglich. Isthmen sollten, so meine Erfahrung, vorher mit US eröffnet werden, wobei nicht eine ISO 50 gemeint ist. Es reicht, mit einer ISO 20 oder ISO 25 Endosonore einmal zu eröffnen, damit die SAF einen Pfad hat, dem sie folgen kann.

Revisionen

Bei Revisionen muss vorher die komplette konventionelle Sequenz gefahren werden. Danach kann man versuchen, die Guttaperchareste mit der SAF wie in einem Korb nach oben zu transportieren. Kann klappen, muss aber nicht. Manche Sealer sind so hart, dass die SAF einfach machtlos ist. Und manche sind so weich, dass die SAF auch machtlos ist. Mit unpolaren Lösungsmitteln ist sicher mehr möglich, deren Einsatz in der Endodontie wird jedoch sehr kontrovers diskutiert und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Kunststoffkragen der SAF das lange aushält.


Aus ergonomischer Sicht ist die Pumpe ein wenig suboptimal. Noch ein Gerät, noch ein Fussanlasser. Der Tank der Pumpe ist NICHT abnehmbar, vielleicht wird das geändert. Es sollte geändert werden, da das unverbrauchte Hypo dann die ganze Zeit über im Gerät steht. Wie wir wissen, ist es ein hervorragendes Oxidationsmittel, was der Haltbarkeit der Pumpen sicher nicht zuträglich ist. Der Zufuhrschlauch nervt manchmal und verhakt sich sehr gerne. Gut ist, dass die Pumpe über einen Akku verfügt und deswegen nicht permanent am Strom hängen muss.


Das ganze Handling ist zumindest bei uns nicht unproblematisch. Die Feile benötigt eine genaue Geschwindigkeit von 5000 UPM. Bei meiner Sirona C4+ ist das gut einzustellen. Leider habe ich nur zwei EL-Motoren an der Einheit, d.h. ich muss die Speicherplätze umschalten und umprogrammieren. Das stört den Workflow erheblich. Glücklich ist, wer eine NaCl-Pumpe in der Einheit hat. Vielleicht kann man das Hypo einfach in einen alten NaCl-Beutel füllen (und fett beschriften und/oder Neongelb markieren!!) und spart sich so die Pumpe. Oder aber die Assistenz bekommt eine grosse Spritze in die Hand und sorgt so für die Spülung. Viele Wege führen nach Rom, wie man es gerne hätte, muss jeder für sich rausfinden. Wie die Empfehlung der 5ml/min Durchflussmenge entstanden ist, kann ich nicht sagen. Aber ich kann es vermuten: es ist die maximale Durchflussmenge, die durch den Spülkragen der SAF passt. Bei einer grösseren Menge geht ein Teil der Spülflüssigkeit nach oben Richtung Arbeitskopf und kann zu Korrosionen führen.


Das klinische Arbeiten ist unspektakulär. Zuerst sortiert man die Kabel und den Schlauch, programmiert die Einheit auf die neue Geschwindigkeit und ist dann bereit. Nun ein Druck auf den Fussanlasser, die Pumpe arbeitet, man versucht die Feile ohne Knick und zu viel Druck in den Kanal zu führen und arbeitet mit leichten vertikalen Bewegungen (laut Dr. Zeppenfeld/Flensburg „und jetzt mach den Specht“) und schaut zu, wie die Feile im Laufe der Zeit immer tiefer in den Kanal sinkt, dabei rotiert und wieder tiefer geht bis nach einer gewissen Zeit die Feile nur noch rotiert, weil sie keine Arbeit mehr an der Wand vollführt.

Moment, versucht die Feile einzuführen? Ja, bei OK/UK Molaren kann das durchaus schon mal problematisch sein, wenn die Mundöffnung nicht allzu viel hergibt.


Die Reinigungswirkung ist unter dem DM schon beeindruckend. Wenn man sieht, was da selbst noch nach 3 min. Einsatz aus der Tiefe hoch schwimmt, das ist schon ein Wort.


Bei komplexeren Anatomien (oder mangelhaften Zugängen) kann es passieren, dass die SAF einfach aufreisst. Bei einem OK-Molaren können so schon mal 3 Feilen das Zeitliche segnen.


Die Bilder der zerstörten Feilen stammen vom Kurs. Wie jedes System kann man auch die SAF falsch einsetzen und bewusst zerstören. Keine Frage. Das geht mit rNiti auch, sogar ohne grössere Probleme.


Nachdem die ersten Einstiegshürden genommen waren, hatte ich Zeit, mir die Arbeitsweise der Feile näher zu betrachten.

Seltsam mutet  an, dass die Spülflüssigkeit sich rein über Kapillarkräfte an der Feile nach apikal hangelt (wenn man im OK behandelt und die Feile nicht zum Erdboden zeigt) Die daraus resultierende Frage ist: wie effektiv ist der Flüssigkeitsaustausch tatsächlich?  Er wird effektiver, wenn man die Feile 5-7mm aus dem Kanal rauszieht und dann wieder einführt. Diese grosse vertikale Bewegung bringt dann den gewünschten Austausch, so wie man es z.B. bei der PUI gewohnt ist. Die Assistenz darf beim Absaugen nicht zu nahe an der Feile sein, da sonst alles NaOCl im Sauger verschwindet, bevor es das Kavum erreicht hat.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


SAF System Video

von Hans – Willi Herrmann

Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von  Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt  in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.

Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile,  ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der  Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.

Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.

HD-Video am DM

von Christian Danzl

Wie schon beschrieben habe ich am KAPS Dentalmikroskop eine HD-Videocamera mit 40″ HD-Ferseher als Mitbetrachter-Monitor.

Hier nun Bilder vom Aufbau mit einem Beispielfoto.

Zur Kamera:

Bei mir ist es eine Canon Legria HF 20.
Full-HD Video, Fotofunktion mit ca. 3 Megapixel. Funktioniert soweit ganz gut. Videoausgabe ist nicht überragend wegen relativ starker Vignettierung (was aber nicht verwundert, wenn ein 16:9 Bildschirm das runde Bild aus dem Mikroskop wiedergeben muss), allerdings deutlich besser als die interne VGA-Video-Kamera von KAPS und Videoausgabe über Nikon Coolpix 4500.

Die Fotofunktion liefert Bilder die ganz in Ordnung sind, aber auch nicht besser als die von der Nikon Coolpix. Obwohl ich immer noch glaube, dass der limitierende Faktor bei mir der alte stufenlose Vergrößerungswechsler ist. Die Legria hat eine schnurlose Fernbedienung, was das Fotografieren deutlich erleichtert.

Was an der Legria nicht gefällt, ist die Videoaufzeichnung in AVCHD-Format. Speicherkarte entnehmen und Videodateien auf den Rechner übertragen funktioniert nicht. Die Daten können nur direkt von der Kamera in iMovie übertragen werden, und dann auch nur, wenn die Kamera ans Netzteil angeschlossen ist. Da ich nicht dauernd die Kamera samt Netzteil vom Mikroskop abschrauben will, funktioniert es am besten, wenn das MacBook über USB an die montierte Kamera angeschlossen wird.

Ob das bei anderen Videoformaten einfacher funktioniert, weiss ich leider nicht.

Die Fotos können übrigens ganz normal von der Karte gelesen werden.

Resistenzen

von Christian Danzl

Der Einsatz von Antibiotika in der Medizin bringt uns nicht nur Vorteile. Außer mit Nebenwirkungen haben wir auch mit Resistenzen zu kämpfen, die die Wirksamkeit der Therapie in Frage stellen.

Wer wissen will, welche Bakterienstämme gegen welche Antibiotika resistent sind wird hier fündig.

Das aktuelle AVP-Bulletin (in der Print-Version, Band 37, Ausgabe 5, September 2010) hat wieder die aktuelle Liste zur Resistenzenlage veröffentlicht. Wer das AVP-Bulletin nicht in der Print-Version abonniert hat, kann es – sobald die nächste Ausgabe erschienen ist, hier downloaden.

Die letzte Liste der Antibiotika-Resistenzen zum Download finden sie hier, auf Seite 49.

Wieder mal ein Ärgernis

von Christian Danzl

Nachdem der Videotubus und der Kamera-Adapter von KAPS gekommen ist, ich die Canon Legria HF 20 an mein Dental-Mikroskop geflanscht hatte, fehlte nur noch der Fernseher für die Ausgabe des HD-Bildes.

Also am Mittwoch ab zum „local dealer“ und einen LCD 40″ HD-Ferseher von Philips gekauft.

Fernseher an die Wand, Kamera eingerichtet, und – läuft.

Und läuft.

Genau 2 (!) Tage lang. Donnerstag und Freitag.

Am dritten Tag (Montag) hat hat der Fernseher seinen Dienst quittiert.

Schade eigentlich!

Aber kein Problem, kann ja mal vorkommen.
Also Anruf beim Händler. Dem war es merklich unangenehm, dass er sagen musste, dass er nicht zuständig ist, weil Philips einen eigenen Kundendienst hat, der das regelt.

Nun gut.
Der Händler hat den Anruf bei der Philips-Hotline für mich selbstverständlich übernommen und mir mitgeteilt, dass sich die Firma wegen Reparatur-Termin bei mir meldet.

Also warten.

Ein Tag, zwei Tage, drei Tage. Nichts.

Am Freitag dann, nachdem der Händeler nochmal bei der Hotline angerufen hat, kam der Anruf, sie kämen am nächsten Donnerstag. Das wäre dann also heute.

Na da lass ich mich mal überraschen!

Neugerät, keine 10 Stunden gelaufen, Händler hat keinen Zugriff auf Service und dieser lässt sich dann fast 2 Wochen Zeit!

Mein nächster Fernseher ist bestimmt von einer anderen Marke. Sicher.

und noch ein Endochuckbeispiel

von Olaf Löffler

Über den Einsatz des Endochuck wurde bereits einiges geschrieben und einige Beispiele vorgestellt.

Heute nun noch etwas zum Thema Fremdkörperentfernung periapikal
und sonoabrasive Mikropräparation, um diesen darzustellen.

Das ist ein weiterer Versuch einen Fall, mit bewegten Bilder darzustellen.
(Hier gehts zum Film)

Neuer Lichtleiter

von Christian Danzl

Ich gebe es offen zu, ich habe kein Zeiss Mikroskop. Ich bin dem ProErgo-Boom nicht erlegen. Mir ist es schlichtweg zu teuer.

Ich bin mit meinem KAPS im großen und ganzen seit gut sieben Jahren zufrieden. Aber es freut einen dann doch, wenn es wieder mal Neuerungen gibt. Wie zu Beispiel einen neuen Lichtleiter.

Er ist auf der Lampenseite abgewinkelt und nicht mehr so hitzeempfindlich wie das Vorgängermodell, das heisst, dass ihm die Hitze der Xenonlampe nicht mehr viel anhaben kann. Das Lichtfeld ist sehr homogen, auch eine deutliche Verbesserung zu meinem bisherigen.

Ich habe ihn mal für 30 Tage zum Testen, aber ich glaube, dass ich nicht mehr zurückschicken werde.

Von Platinzahnärzten und Spezialisten

von Hans – Willi Herrmann

Was erwartet man eigentlich von einem Spezialisten ?
Was versteht man unter einem Spezialisten ?

Für mich ist ein Spezialist jemand, der Aussergewöhnliches auf einem bestimmten Gebiet leistet. Ein Spezialist für Endodontie demnach ist jemand, der sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung durch besondere Leistungen auszeichnet.

Bedarf es dafür eines besonderen Titels ?
Mit Sicherheit nicht.
Ein Doktortitel macht keinen besseren Arzt. Ein Spezialistentitel per se keinen besseren Endodontisten.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von „wirklichen Spezialisten“ für bestimmte Bereiche der Zahnmedizin, welche im Laufe ihres Beruflebens sich eine besondere Eignung erworben haben, die sich in adäquaten Behandlungsergebnissen äußert.
Hic Rhodos, hic salta ! Diese Kollegen können springen.
Jederzeit und aussergewöhnlich weit. Und daher  bedürfen diese keiner vollmundigen Anpreisung auf Werbemitteln gleichwelcher Art. Sie führen keinen vollmundigen Titel in ihrem Namen.
Weil sie es nicht brauchen. Weil sie wissen, dass es nicht rechtens ist. Oder sagen wir besser nicht fair wäre, den Patienten und Kollegen gegenüber, denn das mit dem „nicht rechtens sein“ ist neuerdings so eine Sache.

Dem gegenüber steht eine immer größere werdene Zahl von „Titelträgern“.
Der in der Überschrift beschriebene Platinzahnarzt ist  da noch eine eher harmlose, weil sich mit dieser Phrase  selbst entlarvende Peinlichkeit.  Möglicherweise ein   standortbedingtes Phänomen, denn nur rund 100 Megter entfernt fand sich in der gleichen Stadt längere Zeit ein Praxisschild mit der Zeile „Tätigkeitssschwerpunkt Implantologie in Vorbereitung“.

Und damit sind wir bereits mitten in der  Problematik, denn natürlich zielt der öffentliche Verweis auf  solche Titel darauf ab, Patienten für die eigene Praxis zu gewinnen.

Während der Begriff „Platinzahnarzt“ von jedem halbwegs im Leben stehenden Patienten als Blendwerk, als unnützer Tand aussortiert werden wird, ist dies bei anderen Titeln nicht ganz so offensichtlich.

Ein Tätigkeitsschwerpunkt zum Beispiel suggeriert qualitätsverbessernde Konzentration auf einen bestimmten Teilbereich.
Verspricht einen Routinier, der Besonderes leisten kann.

Und dann der Master, ein Meister seines Faches.

Gehts noch prestigeträchtiger ?Möglicherweise, denn Spezialist sticht Master sticht Tätigkeitsschwerpunkt sticht Zahnarzt.

Der Spezialist also. Die Spitze der ärztlichen Kompentenzpyramide ? Das Halbgott in Weiss – Professorenanalogon des neuen Milleniums ?

Wohl kaum.

Denn der  Titel „Spezialist“ scheint nicht geschützt oder genau definiert.

Was offensichtlich dazu führt, dass  heute jeder Zahnarzt, der meint, sich so zu benennen zu müssen, einen solchen Titel auf seine Briefbögen, auf  sein Praxisschild, auf seine Internethomepage schreiben darf.

Letztlich eine Folge des Vorbeck – Urteils von 1997, dass die Möglichkeit der Aussendarstellung einer Zahnarztpraxis im Internet grundsätzlich zuließ. Während bis dato, über Jahrzehnte hinweg, die für die Einhaltung eines strikten Webeverbotes zuständigen Zahnärztekammern mit Argusaugen selbst das zentimetergenaue Ablängen von Praxisschildern bebeckmesserten, befinden wir uns  heute, gerade mal 13 Jahre später, diesbezüglich in einem fast vollständigen Reglementierungs – Vakuum. In dem Jeder  eigentlich Alles darf, sofern er nicht vorgibt, routinemäßig Amalgam in Gold verwandeln zu können.

Das wir uns nicht missverstehen. Mit Oliver Pontius (Bad Homburg) und Helmut Walsch (München) gibt es 2 Behandler, die in den USA im Rahmen einer mehrjährigen universitären Weiterbildung den Titel „Endodontischer Spezialist“ erworben haben.  Es gibt daneben in Deutschland Spezialistentitel der Deutschen Gesellschaft für Endodontie und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, denen ein genau definierter Anforderungskatalog zugrunde liegt. Die European Society of Endodontology hat in diesem Monat ein  Konsenspapier zur Definition von Minimalkriterien für die Erteilung eines Spezialisten – Titels veröffentlicht.

Im Gegensatz dazu tauchen  in den letzten Jahren eine Vielzahl von „Endodontie – Spezialisten“ auf, die, merkwürdigerweise in der Endo – Szene (die in Deutschland eine immer noch sehr überschaubare ist) vollkommen unbekannt sind, jedoch dafür umso lauter ihre besondere Befähigung in ihrer Aussendarstellung zur Schau stellen.
Bezeichnenderweise findet sich auf ihren zumeist aufwändigen und professionell durchgestylten Homepages kein konkreter Hinweis, auf welchen Kriterien die Titelverleihung „Spezialist“ sich gründet.

Eine fatale Fehlentwicklung.
Und die Zahnärztekammer täte gut daran,  dieses Geschehen genaustens zu analysieren und die Titelinflation der letzten Jahre wieder in einen ehrlichen und (hier ist der Begriff mal ausnahmsweise wirklich angebracht)  evidenzgestützten Zustand zurückzuführen.

Geschieht dies nicht, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Behandler, deren Marketingbemühungen nicht mit ihren Behandlungsfähigkeiten proportional korrelieren, den Ruf zeitgemäßer Zahnmedizin (und das nicht nur in der Endodontie, das gilt für andere Teilbereiche der Zahnmedizin genauso) )ruinieren werden und das Vertrauen der Patienten in die Zahnmedizin schwinden lassen wird.

Warum bislang keine Reaktionen von den Kammern ?

Ein Aspekt ist sicherlich, daß zwischenzeitlich, neben den einschlägigen Fachgesellschaften und privaten Anbietern, eine ganze Reihe von  Zahnärztekammern selbst zum Ausrichter und Anbieter solcher Weiterbildungsreihen wurden. Wer Fortbildungen initiiert, dem fällt es nicht leicht, strenge Regeln zu errichten, denen die eigenen Kurse nicht genügen.  Und vollends zum Problem würde dies, wenn bislang versucht worden wäre, mit dem Hinweis auf eine „Schildfähige Weiterbildung“ den Zustrom an Teilnehmern zu erhöhen.

Die Konsequenz aus all dem, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ?

Für den Patienten: Misstraue dem Titel, sofern er nicht eindeutig und nachweisbar belegt ist.   Und nicht vergessen. Es gibt hervorragende Behandler ohne Spezialisten-, Master-, Gold, Platinum, Diamond – Tätigkeitsschwerpunkt – Titel.

Für die Kollegen:  Belege die geführten Titel oder verzichte darauf, denn eine solche Vorgehensweise ist irreführend und unfair Patienten und Kollegen gegenüber.

Für die Kammern: Wer Titel führen möchte, muss diese anzeigen und deren Rechtmäßigkeit einwandfrei belegen. Die Kriterien zur Erteilung eines Titels müssen präzise definiert, veröffentlicht und frei zugänglich sein. Sie sollten für den Patienten verständlich und nachvollziehbar erläutert und kommentiert sein.

Made in PRC – Teil 4

von Bodald Necker

Der Zahnersatz aus Fernost geht in die finale Phase.

„Wie jetzt?“, werden sie denken „Ist der immer noch nicht eingesetzt?“

Genau. Immer noch nicht eingesetzt.
Letztes mal wollte das Labor nochmals einen Unterfütterungs-Abdruck, da der Impregum-Sammelabdruck nicht alle Schleimhautareale abgeformt hat. Sehen wir anders, aber was soll’s, wir haben’s gemacht.

Letzte Woche meldete sich das deutsche Vertragslabor, sie hätten einen Anruf aus dem ausländischen Labor bekommen, sie könnten den Termin nicht einhalten, da umfassende Änderungen am Zahnersatz vorgenommen werden müssten.

Na, dann wird es ja jetzt passen…..

Eines ist für alle Beteiligten klar geworden:

Sollte sich wieder Jemand in unserer Praxis nach Billig-Zahnersatz erkundigen, werden alle aus tiefster Überzeugung mit einem klaren, deutlichen, herzerfrischenden „NEIN“ antworten.
Und garantiert mit einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht.

Saving hopeless teeth (XIV) Knochenersatzmaterial

von Bodald Necker

OK. Um eines gleich voraus zu schicken:

Die endodontische Behandlung erfolgte in diesem Fall nicht nur von orthograd.
Ein Chirurg war auch dabei. Allerdings nur, um das Knochenersatzmaterial wieder zu entfernen, welches der Vorbehandler alio loco großzügig eingebracht hat.

Die 25 jährige Patientin kam im September letzten Jahres auf Empfehlung eines MKG-Chirurgen zu mir in die Praxis mit Bitte um eine orthograde Revision. Klinisch war buccal 22 nicht nur ein Fistelmaul erkennbar, röntgenologisch zeigte sich ein unzureichend wurzelgefüllter 22 mit einer gut 1 cm großen apikalen Aufhellung, die ihrerseits wieder unregelmässig verschattet war. Mein Verdacht auf früher eingebrachtes Knochenersatzmaterial wurde von der Patientin bestätigt.

Vorgehen:

Die alte WF wurde entfernt. Durch den vom Vorbehandler großzügig erweiterten Apex drohte ein Guttaperchastück in die Läsion zu rutschen, es konnte aber mit etwas Glück doch noch orthograd entfernt werden. Nach weiter Aufbereitung und chemischer, us-gestützter Desinfektion wurde Calciumhydroxid eingebracht und mit Cavit verschlossen.

WV in 14 Tagen, zur Kontrolle, ob sich die Fistel verschlossen hat. Wenn ja könnte man über eine orthograde WF nachdenken, wenn nicht würde ich ein kombiniertes ortho- und retrogrades Vorgehen bevorzugen.

Zu nächsten Termin war die Fistel unverändert. Der Verdacht drängte sich auf, dass in diesem apikalen Prozess, welcher das Knochenersatzmaterial beherbergt auch noch diverse Bakterien ihr Unwesen treiben und eine Ausheilung verhindern.

Durch die großzügige Eröffnung des Apex schien mir ein apikaler MTA-Plug angemessen, der Rest des Kanals wurde konventionell mit Guttapercha obturiert. Koronal erfolgte ein adhäsiver Kompositverschluss.

Am nächsten Tag hat der Chirurg meines Vertrauens unter dem Mikroskop (wie immer) das Knochenersatzmaterial und die Wurzelspitze entfernt und trotz des MTA-Plugs zur Sicherheit nochmal eine retrograde Füllung gelegt.

Nach 8 Monaten stellte sich die Patientin bei mir komplett fistel- und beschwerdefrei vor.

Die Rö-Kontrolle zeigt eine deutliche Heilungstendenz, so dass eine Kronenversorgung des Zahnes demnächst in Frage kommen wird.

Zahnhalsfüllung – Nachtrag

von Christian Danzl

Im Lokschuppen Rosenheim ist derzeit eine Gewürzausstellung.

Dort hab ich ein Rezept zur Behandlung von Zahnhalskaries gefunden…

Es erscheint aus heutiger Sicht nicht besonders kostenintensiv, damals war es das mit Sicherheit.
Über die Wirkung wurde leider keine Angabe gemacht :-(

Was darf eine PZR kosten?

von Christian Danzl

Samstag Vormittag, Radio Bayern 3. Hier wird der Bürger regierungsnah informiert (vgl. „Democracy„, Gerhard Polt, Der Standort Deutschland).

Und hier wurde informiert!

Klare Aussage:

Eine professionelle Zahnreinigung darf 60,- € kosten.

Mehr nicht.

Und wer mehr zahlt, zahlt definitiv zu viel! Und wird mal wieder vom geldgierigen Zahnarzt über den Tisch gezogen (es gibt ja auch Zahnarztpraxen, die sogar 80,- bis 180,- Euro verlangen sollen!!!).

Bestandaufnahme, Plaqueindex, Blutungsindex, Beläge anfärben, Aufklärung, Munghygieneinstruktion, Unterweisung in Putztechnik, Zahnseide, Interdentalbürsten, Taschentiefenmessung, 32 Zähne von Ablagerungen sub- und supragingival, von harten und weichen Belägen befreien, dunkle Verfärbungen wegpolieren, Sandstrahlen, Intensivflouridierung ……

Was erzähl ich hier? Wer hier mitliest, weiss, was es für ein Aufwand ist, ein Gebiss auf Hochglanz zu bringen.
Nicht nur Arbeitsaufwand. Auch materieller Aufwand. Verbrauchsmaterialien, Verschleissteile…

Klar. 60,- € mag durchaus ein reeller Preis sein für eine PZR, aber nicht für für das volle Programm und nicht in jedem Gebiss und in jeder Praxis.

Ich würde sagen, dass 60,- € OK sind für 5 min bis zu 45 min Behandlungsdauer, je nach Praxisstruktur und -lage. Da kann man sich selber ausrechnen, wieviel von der o.g. Liste abgearbeitet werden kann.

Aber, wer mehr als 60,- zahlt, zahlt zuviel!
Das war die klare Aussage.

Und da sind wir wieder bei der deutschen Gleichmacherei. Egal wie lange, egal wie viel, und Hauptsache billig.

Und ganz wichtig: der Arzt/Zahnarzt verdient sowieso zuviel. Schon mal ganz pauschal.

Auf welche Aussagen werden wir wohl vergeblich warten:

  • ein Friseurbesuch darf nicht mehr kosten als 40,- €
  • ein Neuwagen darf nicht teuerer sein als 8.000,- €
  • Steuersätze dürfen nicht höher sein als 15 %
  • eine Krankenkasse darf mehr als 150,- € im Monat kosten
  • die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte darf nicht mehr als 200.000,- € kosten

Auf welche Aussagen wir wetten können:

  • alle Ärzte/Zahnärzte rechnen falsch ab
  • Zahnersatz ist billiger aus dem Ausland, der Zahntechniker vor Ort ist zu teuer
  • Krankenkassen haben Milliardendefizit, Behandlungen zu teuer

So, und jetzt ab zur Verwaltungshelferin und die PZR billiger machen!!!
Nicht, dass nächste Woche im Radio die Praxen verlesen werden, wo die PZR zu teuer ist ;-)


„Rote Liste forte“

von Christian Danzl

Zahnärzte sind – im Gegensatz zu Allgemeinärzten und Internisten – nicht Helden des Rezeptblockes. Meist beschränkt sich das Rezeptieren auf Antibiotika und Analgetika oder auch mal ein Fluoridpräparat. Somit ist der normale Zahnarzt nicht immer der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen von Wirkung und Nebenwirkung bei Arzneimitteln geht.

Trotzdem ist das Wissen um die Medikamente, die der zu behandelnde Patient einnimmt, hin und wieder von großer Wichtigkeit für die Therapie beim Zahnarzt.

Eine große Hilfe ist hierfür die Rote Liste, oder auch das hier von Olaf Löffler vorgestellte iPhone App, besonders, wenn es darum geht sich einen schnellen Überblick ber Dosierung und/oder Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu Verschaffen.

Hin und wieder sind jedoch auch Hintergrundinformationen zu Medikamenten für den Zahnarzt interessant. Diese sind zu erfahren auf den Homepage der Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft AkdÄ.

Hier finden sich Informationen über Arzneimittelsicherheit (Drug Safety Mail, Rote Hand Briefe), Arzneimitteltherapie (neue Arzneimittel, Therapieempfehlungen…), Stellungnahmen von BMG, der europäischen Kommission, des G-BA und des IQWiG, sowie ein Online-Formular zum Melden von UAW.

Sehr interessant ist auch das Archiv des AVP-Bulletins.
Zitat:
„Arzneiverordug in der Praxis (AVP).
Besondere Schwerpunkte bilden kritische Übersichten über den therapeutischen Stellenwert von Arzneimitteln, Belange der Arzneimittelsicherheit im Sinne unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) und Preisvergleiche für ausgewählte Wirkstoffe.“

Die Seite ist für den Zahnarzt nicht absolut unverzichtbar, aber sie liefert gelegentlich schöne Hintergrundinformationen.

Made in PRC – Teil 3

von Bodald Necker

In der Zwischenzeit war der Patient zum Einsetzen da.
Besser: Er wäre zum Einsetzen da gewesen, wenn der ZE gepasst hätte.

Also, neue Abdrücke und wieder über das deutsche Labor nach China.

Nach 14 Tagen war er wieder da, der ZE. Es wurde wieder eine Einprobe bestellt, es wurde aber wieder ein fertiggestellter ZE geliefert. Also wieder keine Einprobe.

Gut.

Fast gut.

Der OK-ZE hat gepasst, der vom UK nicht.

Vielleicht das nächste mal…..

Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Der (mögliche) deutliche Mehraufwand auf zahnärztlicher Seite wird sich irgendwo in der Kalkulation niederschlagen müssen. Wir, und wahrscheinlich sehr viele andere Kollegen werden nicht bereit sein, schlechtere zahntechnische Arbeiten durch gesteigerten zahnärztlichen Aufwand (mehrere zusätzliche Termine, erneute Abformungen) unbezahlt zu kompensieren.
Somit ist der Preisvorteil des fernöstlichen zahntechnischen Anteils verspielt.

Letztlich wird der Billigzahnersatz aus Billiglohnländern genauso teuer werden, wie vor Ort angefertigter ZE. Zumindest, wenn es um aufwändigere Arbeiten geht.

Hier noch ein paar Eindrücke…..

Urlaub? – Urlaub!

von Christian Danzl

Es war immer schon so, und es wird immer so bleiben. Wenn die Sommerferien in einigen Bundesländern vorbei sind, gehen die in Bayern erst los.

Während die Kollegen von Wurzelspitze schon wieder hinter dem Mikroskop sitzen, habe ich mich gerade von meinem gelöst….

Die einen fahren in die Alpen zum Urlaub machen, die anderen wohnen und arbeiten da.

Die „Hausberge“ von Bad Reichenhall, Hochstaufen, Zwiesel, Predigtstuhl und das Lattengebirge laden wieder mal ein, erzwungen zu werden.

Eine kleine Tour zum Einstieg, auch gut mit Kindern zu erklimmen, ist der dem Predigtstuhl vorgelagerte Dötzenkopf. Er ist in gut einer Stunde zu besteigen und bietet eine schöne Aussicht auf Bad Reichenhall und auch nach Salzburg.

Sommerpause

von Donald Becker

Geschafft !

Der letzte Patient hat die Praxis verlassen.
Noch die Quartalsabrechnung und dann erst mal 2 Wochen Ruhe.

Auch WURZELSPITZE macht Sommerpause, sogar noch etwas länger, nämlich bis zum 25. Juli 2010.

Allen Lesern eine schöne Zeit, tolles Wetter und gute Erholung !

NSK Endo-Mate TC2

von Christian Danzl

Wie hier schon öfters berichtet wurde, bin ich ein Anhänger der Ghassan-Yared-Technik. Sie bringt mir persönlich in der Praxis oft eine große Erleichterung bei der Wurzelkanalaufbereitung. Der größte Nachteil – auch schon öfters beschrieben – ist die Abhängigkeit vom ATR Endo-Motor.  War eigentlich nicht so schlimm, da ich ja einen habe.

Aber trotzdem schielte ich immer neidvoll auf die neueren kabellosen Endo-Motoren wie den Entran von W&H, den NSK Endo-Mate TC2 und die damit verbundene Möglichkeit mit 2 Motoren arbeiten zu können – ein Motor arbeitet im Wurzelkanal, während der andere von der Helferin mit der nächsten Feile der Sequenz bestückt wird. Somit kann man sich mehr auf die Aufbereitung konzentrieren und wird nicht immer durch den Feilenwechsel aufgehalten. Natürlich kann man dieses Spiel auch mit zwei kabelgebundenen Motoren machen, aber ohne Kabel ist es deutlich einfacher.

Nach langem Überlegen habe ich mit doch dazu entschlossen 2 NSK Endo-Mate TC2 zu kaufen. Es wurden die NSK, da ich noch einen alten Maillefer X-Smart Motor habe, dieser ist mit dem NSK Endo-Mate DT Motor nahezu baugleich und somit sind die Köpfe kompatibel.

Fazit nach zwei Wochen Betrieb:

Ich habe mich fast geärgert, dass ich diesen Schritt nicht schon deutlich eher gemacht habe. Die Motoren sind leicht, handlich, äußerst laufruhig, die Kraft reicht überall hin und die Akku-Standzeiten sind vollkommen ausreichend (nach zwei Wochen in einer Generalisten-Praxis musste ich noch nicht nachladen). Es gibt 5 programmierbare Speicherplätze und eine akustische Warnung, wenn man sich der Drehmomentgrenze nähert. Durch Wechsel auf einen anderen Kopf mit Schleifkontakt gibt es auch noch die Möglichkeit ein ELM-Gerät anzuschiessen um während der Aufbereitung die Aufbereitungslänge zu überwachen. Noch ein schönes Detail ist, dass die Akkus Standart-Akkus sind: AAA Micro-Zellen, das heißt, man ist in 1-2 Jahren, sollten die Zellen nach dieser Zeit schon schwächer werden, beim Akkutausch nicht gleich wieder ein halbes Vermögen los.

Der ATR-Motor kommt jetzt nur noch für GYT zum Einsatz.

Leica -M 320 Dentalmikroskop – ein erster kurzer Praxistest

von Oscar von Stetten

Die Firma Leica war so freundlich, uns für eine Woche das M320 zur Verfügung zu stellen. Der erste Eindruck: klein, einfach, ohne SchnickSchnack. Was uns ein wenig verwundert hat: keine Kabel, keine Lichtleiter, schmaler Arm, schmaler Fuss. Die Verarbeitung war nicht das, was wir erwartet haben. Das betrifft allerdings nur die Armkonstruktion. Sei es dem Umstand geschuldet, dass das Gerät auf Messen gezeigt wurde und wird, so dass sich leichte Aufbau- und Transportschäden nicht 100% vermeiden lassen. Der Mikroskopkopf war hervorragend verarbeitet, der Mehrfachwechsler rastet satt ein, im Gegensatz zu der Tür meines Minis. Schön: ein Neigungsschalter. Wenn das Mikroskop in Parkposition ist, geht das Licht von alleine aus, wird es in die Arbeitsposition geschwenkt, geht es automatisch an.

Was gleich ins Auge fällt: Als hygienisch einwandfrei beworben, offenbaren sich ungeschützte, damit offene Schraubenlöcher. Diese werden zur Balancierung des Mikroskops benötigt. Eine Tätigkeit, die einmal erfolgt, eigentlich keine permanente Nachjustierung benötigt. Abdeckungen aus Kunststoff würden das ganze näher an die beworbene hygienische Oberfläche bringen.

Weiterer Schwachpunkt: der rechte Vergrösserungswechsler liegt sehr nah am Griff, so dass eine Verstellung der Vergrösserung den gezielten Zwei-Finger-Einsatz benötigt, aber die Gefahr birgt, dass man das Mikroskop aus seiner Position bewegt, weil man am Griff angestossen ist. Der linke Vergrösserungswechsler liegt dagegen sehr gut, allerdings hat man bei der mikroskopgestützten Zahnheilkunde meist den Spiegel in der linken Hand. Und wenn man den Spiegel bereits gut positioniert hat, wird man diese Position nicht aufgeben.

Der Lichtkasten steht weit ab. Weiter, als man es von anderen Geräten gewohnt ist. Bei den herkömmlichen Dentalmikroskopen findet man auf der Rückseite nur den Eingang für den Lichtleiter, aber nicht diesen Aufbau. Der Lüfter des Lichtkastens ist nicht laut und stört beim Arbeiten auf 12-Uhr -Position auch nicht. Bei einer 9-Uhr Sitzposition kann der Lüfter schon mal die Assistenz mit dem Luftstrom ein wenig irritieren.

Optimierbar wäre auch die Lüftung der LED-Leuchte. Vor  allem, weil der Lüfter und das Gitter nicht ohne weiteres zu reinigen sind. Ob es eine sehr gute Idee ist, mit Druckluft dort rein zu blasen, wage ich zu bezweifeln. Lüfter können das übel nehmen und dann den Dienst quittieren, ohne dass es sofort bemerkt wird. Die LED-Beleuchtung stirbt dann den Hitzetod. Ja, Hitzetod. LED bedeutet nicht zwangsläufig „kalt“.  Highpower-LED´s produzieren eine Menge Abwärme auf engsten Raum. Und die muss weg.

Durch die Ausladung des Lichtkastens wird die Sicht der Assistenz auf das Behandlungsfeld ein wenig eingeschränkt. Ein höherer Arbeitsabstand wäre besser. 30 cm z.B., aber das muss jeder für sich individuell erfahren. Man erhält durch die Vergrösserung des Arbeitsabstandes einfach mehr Platz zum Behandeln, ohne dass man mit den Instrumenten am Gerät anstösst. Und das Arbeitsfeld wird für alle übersichtlicher, die Patientenlagerung einfacher, eine ergonomische Sitzposition von Assistenz und Behandler oft erst dann möglich.

Die Lichtqualität ist gut und vollkommen ausreichend für das Arbeiten bis 16-fach. Darüber hinaus wird es schon ein bisschen dunkel, aber das ist einfach der LED-Technik und der Physik geschuldet. Die Leica-Optik ist ohne Fehl und Tadel, aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Der Farbeindruck durch die Okulare ist gut. Über dem Lichtkasten ist das Fach für die SD-Karte angelegt, auf diese werden die Bilder und/oder Filme gespeichert. Mit einer EyeFi-Karte kommen uns interessante Anwendungen in den Kopf.

Zwischeneinwurf: man darf LED nicht mit Xenon vergleichen. Das ist unfair und führt zu nichts. Die LED-Technik steht noch am Anfang der Entwicklung und dafür ist es schon sehr weit gediehen. Noch sehe ich nicht, dass LED Xenon vollkommen verdrängt. Aber die Entwicklung ist rasant.

Die Griffe sind die baugleich mit den Griffen von KaVo. Abnehmbar, sterilisierbar. Die Neigung der Griffe ist auch verstellbar, leider nur mit Werkzeug.

Die Okulare enthalten ein Highlight. Eine stufenlose Winkelnivellierung für die Betrachtung, die eine Schrägstellung des Mikroskopkopfes bei gerade stehenden Okularen ermöglicht, ähnlich wie das MORA-Interface von Zeiss. Cave: Ähnlich, nicht gleich.

Jammern auf hohem Niveau: der Feintrieb sitzt bei Leica-Mikroskopen am Objektiv (wo denn auch sonst ;-) ). Er wird durch einen Ring verstellt. Ergonomischer wäre eine Hebelverstellung analog dem Global, oder eine horizontal angeordnete Drehschraube wie bei Kaps oder Zeiss. Warum? Weil dann die Handbewegung nicht so gross ausfällt und man den Feintrieb mit zwei Fingern betätigen kann ohne Gefahr, das Mikroskop aus seiner Lage zu bewegen. Und das mit der rechten Hand, weil man in der linken ja den abgestützten und positionierten Spiegel hält. Aber das ist wie vieles in der ZHK Geschmackssache.

Beim Ständer ist noch anzumerken, dass das Stromkabel und das evtl. vorhandene HDMI-Kabel der optional eingebauten Kamera nicht integriert wurden. Das Konzept der unsichtbaren Kabel wurde hier leider unterbrochen. Da sollte Leica noch nachlegen, es wäre so schön, die Kabel durch den Ständer zu führen und am Fuss ein Anschlusspaneel zu integrieren. Dann würde kein Kabel mehr stören, zumindest nicht optisch. Und auch nur bei der Ständervariante.

Bislang kein Wort zur Kamera? Mit Absicht, denn die besprechen wir in einem weiteren Artikel. Sie hat Vor-, aber auch Nachteile.

Mein Fazit:

Gute Ideen, gute Ansätze. Optik sehr gut, Licht auch ausreichend. Mechanik genügend für das Gewicht, stabil. Gut zu balancieren, Kopf leicht und kompakt (bis auf den Lichtkasten ;-) ). Die integrierte Dokumentation sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Für Einsteiger hervorragend. Und es hat Potential zur Weiterentwicklung.

Würde ich es mir kaufen?

Ich habe vor 10 Jahren mit einem Leica M300 begonnen. Heute wäre es wahrscheinlich ein M320.

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Made in PRC – Teil 1

von Bodald Necker

Bisher hatten wir in der Praxis keine Nachfrage nach Auslandszahnersatz. Bis vor 4 Wochen. Ein Patient, der schon seit langen Jahren zu uns in die Praxis kommt – er ist bei meinem Kollegen in Behandlung, wollte endlich seine Lücken versorgt haben. Er hatte Prospekte von einem Labor dabei, das mit Auslands-ZE und den dazugehörigen Preisen wirbt.

Mit diesem Labor könne er sich seine Wunschversorgung leisten. Im Oberkiefer eine Verblendkrone und vier Teleskope und im Unterkiefer zwei Teleskope.

Dieses Labor hätte auch regelmässige Kunden am Ort, wir sollen uns dort nach der Qualität erkundigen.

Jetzt die Frage: Sollen wir uns auf Auslandszahnersatz einlassen oder nicht?

Das Labor hat mir einen Kollegen vor Ort genannt, der sehr guter Kunde sei. Bei ihm sollte ich mich nach der Qualität erkundigen.

Also hab ich zuerst einmal den Kollegen angerufen:  Er hat bis jetzt eine einzige Krone fertigen lassen – auch auf ausdrücklichen Patientenwunsch.

Die Qualität sei ausreichend, man könne dort seine Arbeiten fertigen lassen, man müsse aber nicht…..

Und: Ein Versandgang dauert 14 Tage. Schneller geht es nicht.

So. Mit diesen Informationen ausgerüstet zum Beratungsgespräch mit dem Patienten. Dieser wurde aufgeklärt darüber, dass

  • wir keine Erfahrung über die Qualität haben, die abgeliefert wird
  • die Fertigstellung viel mehr Zeit in Anspruch nehmen wird
  • bei Retouren jeweils die Sache um weitere 2 Wochen verzögert wird
  • die Arbeit unter Umständen aus Qualitätsgründen mehrmals nachgebessert werden muss
  • die angepriesene hochwertige Goldlegierung KEINE hochgoldhaltige, sondern eine goldreduzierte Legierung sein wird
  • eventulle Reparaturen in der Gewährleistungszeit sehr viel Zeit in Anspruch nehmen werden

Der Patient war sich der Sache bewusst und wollte den ausländischen ZE trotzdem.

Was tun? Machen oder ablehnen?

Was dagegen spricht ist schon aufgeführt, aber gibt es was, was dafür spricht?

  • ganz klar der Preis. Nur primär für den Patienten, sekundär aber auch für uns, denn es geht hier um eine Verblendkronerone und 6 Teleskopkronen machen, oder nicht. Denn wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer Kollege – denn der Patient gab unmissverständlich zu erkennen, dass der diesen ZE von diesem Labor zu diesem Preis will. Wenn nicht von uns, dann von einer anderen Praxis.
  • Neugier unsererseits. Wenn wir das mal gemacht haben, wissen wir was Sache ist. Wie gut oder schlecht ist die Zahntechnik aus Fernost? Wenn wir es nicht selber ausprobieren werden wir nicht es aus erster Hand erfahren. So können wir, wenn Anfragen kommen, ruhigen Gewissens abwinken oder zustimmen.

Um es kurz zu machen, die Neugier hat gesiegt.

Gewissensfrage:

Sind wir unseren Linien, keinen Auslandszahnersatz anzubieten, treu geblieben?

Jein.

Angeboten haben wir ihn nicht, aber wir haben ihn auf Nachfrage auch nicht kategorisch abgelehnt. Wir haben uns nach ausführlicher Aufklärung des Patienten „breitschlagen lassen“.

Nach genau 14 Tagen kam das erste Paket an, die Innesteleskope und die individuellen Löffel für die Sammelabformung.

Wie war die Qualität?

Gut?

Nein.

Schlecht?

Auch nicht.

Irgendwo dazwischen. Ich würde sagen: Ausreichend.

Alles was gekommen ist, war sehr sauber, die Modelle, die ein bisschen Studentenkurs-Flair aufwiesen, die individuellen Abformlöffel und die Primärkronen.

Die Kronenränder waren nicht messerscharf und lagen nicht überall perfekt an, waren aber an keiner Stelle „unterhakbar“. Die individuellen Löffel passten gut.

Bilder anbei.

Ich werde berichten, wie‘s weitergeht.

Endo Rescue – ein neues System zur Entfernung abgebrochener Instrumente

von Christian Danzl

Maillefer hat das IRS Instrument Removal System – zumindest in Deutschland –  nicht mehr im Programm.

Komet schliesst jetzt diese Lücke mit einem neuen Kit. Endo Rescue.

Dazu gehört ein Endo-Bohrer um die Zugangskavität zu optimieren, zwei Gates-Bohrer, um sich dem abgebrochenen Instrument zu nähern, danach kommt ein neuartiger Zeigerbohrer um sich um das Instrument herum ein Plateau zu schaffen (wir haben hierfür früher immer noch einen Gatesbohrer in der Mitte der Olive abgeschnitten), danach kommt ein Trepanbohrer im Gegenuhrzeigersinn zu Einsatz. Dieser „umfräst“ das Instrument und dreht es, wenn es sich dann im Trepanbohrer verklemmt – so Gott will, heraus.

Ein Video dazu von Komet gibt es hier.

Sieht gut aus, nur im gekrümmten Kanal wird dieses System an seine Grenzen stossen, vielleicht schneller als das IRS.

Weiter Informationen dazu nach dem ersten Test.

Ultradent Tilos System für Wurzelkanalaufbereitung

von Hans – Willi Herrmann

Im Vorfeld des ROOTS Summit IX in Barcelona wurde das neue Tilos – System der Firma Ultradent vorgestellt.
Es ist die Weiterentwicklung des Endo AET Systems. Die grundlegende Vorgehensweise einer oszillierenden maschinellen Aufbereitung wurde beibehalten und um Nickel- Titan – Feilen ergänzt.

Angesichts der Allgegenwärtigkeit rotierender Nickel-Titan-Systeme erscheint heutzutage ein solcher „Oldtimer“ eher unsexy und es gehört Mut und ein gehöriger Glaube an die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise dazu, ein so unkonventionelles System auf den Markt zu bringen.
Aber ganz so abwegig ist das Tilos -System ja gar nicht. Zum einen ermöglicht es eine circumferente Bearbeitung besser als rotierende Systeme, die ja allzuoft in einen ovalen unregelmäßig geformten Kanal ein mittiges kreisrundes Loch bohren. Und Torsionsbruch – Frakturen der Nickel – Titan Instrumente sind prinzipbedingt ausgeschlossen.

Schönes Detail am Rande – Eine Metallöse im Griff der Handinstrumente ermöglicht den komfortablen Einsatz eines Apex – Lokators durch Einklipsen.

Einen ersten Einblick in das System gibt das nachfolgende Video.


Übungszahn

von Christoph Kaaden

Endodontische Arbeitskurse sind in aller Regel stark von Abschnitten geprägt, in denen praktische Schulungen eine zentrale Rolle einnehmen.

Speziell bei Übungen zur maschinellen Präparation von Wurzelkanälen muss jedoch häufig auf Kunststoffblöcke ausgewichen werden, da natürliche, extrahierte Zähne zumeist garnicht bzw. nur im begrenzten Mass zur Verfügung stehen.

Jeder, der mit diesen jedoch schon Erfahrungen sammeln „durfte“, erkennt schnell die Limitationen dieser artifiziellen Wurzelkanäle, da hier u.a. das Schneidverhalten der Instrumente je nach Typ mehr oder minder stark von der tatsächlichen klinischen Realität abweicht.

Für Anfang Juli ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Neuerung zu erwarten.


Gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops hatte ich beim Roots Summit in Barcelona die Möglichkeit, Eindrücke und Erfahrungen mit diesen neuen artifiziellen Oberkiefer-Molaren von VDW zu sammeln.

Mein Fazit, wie auch das der Teilnehmer, stand schnell fest. Dieser Übungszahn kommt dem Natürlichen bisher am Nächsten (bei genauem Suchen findet sich „sogar“ ein mb2) und stellt hierfür eine sinnvolle Alternative dar. Für einen Stückpreis von 12,50 Euro kann man sie zukünftig hier beziehen. Rechnet man 4 Plastikblöcke, die ein solcher Zahn ersetzen kann, gegen, so wird der Mehrwert um so deutlicher.

Ghassan Yared Technik – Fortsetzung

von Bodald Necker

Über die Ghassan-Yared Technik ist hier schon einiges geschrieben worden.

Hier mal ein Film, wie es aussieht.
ATR Visio-Endo-Motor (umprogramiert auf reziproke Bewegung. 4/10  Kreisdrehung CW alternierend mit 2/10 Kreisdrehung CCW) mit W&H 16:1 Untersetzungs-Winkelstück. Statt der von Yared beschriebenen ProTaper F2 mit einer VDW M2 25/06. Aufbereitung eines Plastik-Blockes.

Das Video ist in Echt-Zeit, d.h. der Kanal im Plastik-Block ist in ca. 1 Minute aufbereitet. Der „Behander“ ist ein sehr endo-erfahrener Kollege, aber es war sein erster Kontakt mit der Yared-Technik.

Zwei Jahrzehnte (2)

von Lodlan Reckleb

Geplant ist,  daß Instrument zu entfernen und Patency zu etablieren. Sollte dies nicht möglich sein kommt Plan B. Das Endox.  Von diesem erhoffen wir uns die Desinfektion des Instrumentes und der Umgebung.

Nach Eröffnung des Zahnes zeigte der mesiolinguale Kanal einen erheblichen Pusaustritt (Bild 1 und 2). Nach Absaugen und Desinfektion mit NaOCl und Ultraschall konnten wir die Kanaleingänge erkennen (Bild 3).
Nachdem wir die sekundäre Zugangskavität etabliert hatten konnten wir das Instrument darstellen (Bild 4). Dabei musste die Zugangskavität stark nach mesiolingual ausgedehnt werden um eine Sicht auf das Fragment zu bekommen. Die Instrumentenentfernung gelang bereits durch den Ultraschalleinsatz.

GYT – ProTaper F2 im Vergleich

von Christian Danzl

Über die Ghassan-Yared-Technik wurde hier schon hin und wieder berichtet. Auch über die ATR-Motoren, die man dafür braucht, und wie man sie einstellt.

Nochmals eine kurze Zusammenfassung, der von Ghassan Yared beschriebenen Wurzelkanalaufbereitungstechnik:

  • Etablierung eines Gleitpfades mit einer K-Feile ISO 008
  • mit einer ProTaper F2 Nickel-Titan-Feile den Wurzelkanal in reziproker Drehung aufbereiten.
  • die NiTi-Feile dreht dabei abwechselnd 4/10 Umdrehung im Uhrzeigersinn und 2/10 Umdrehungen im Gegenuhrzeigersinn
  • regelmässige Spülung mit NaOCL 3%
  • bei sehr engen Kanälen empfiehlt Yared einen Gleitpfad bis ISO 15 zu erstellen
  • für einen größeren Taper wird nach der reziproken Aufbereitung eine „ausbürstende Bewegung“ in normaler Drehrichtung mit der F2 empfohlen

Die Technik hat meiner Meinung nach dramatische Vorteile:

  • es wird nur eine (teuere) NiTi-Feile gebraucht
  • Torsions- und Ermüdungsbrüche sind seltener
  • größtenteils ist die Aufbereitung erheblich schneller

Durch die Zeit- und Materialersparnis ist die Aufbereitungsmethode deutlich weniger preisintensiv.

Nachteil: Man braucht eine ATR-Motor, oder einen anderen, auf reziproke Arbeitsweise einstellbaren Motor. Ich kenne gegenwärtig keinen anderen Motor, der dies kann.

Soweit zur Technik. Yared hat seine Methode mit einer ProTaper F2 beschrieben.

Doch funktionieert diese Technik mit anderen Feilen?
Getestet habe ich die Technik mit folgenden Feilen (jeweils in 25/06 – was am ehesten einer PT F2 entspricht):

  • Komet Alpha Kite
  • Komet Easy Shape
  • FKG Easy RaCe
  • VDW Mtwo

Ergebnis:
Am schnellsten und schneidefreudigsten erschien mir die Easy RaCe, gefolgt von der VDW M2, und Komet Easy Shape, danach „das Original“  ProTaper F2 und schliesslich die Komet Alpha Kite.

Das Ergebnis ist mein persönliches Empfinden. Ein anderer Behandler wird durchaus zu einem anderen Ergebnis gelangen.

Anmerkung:

Wo Licht ist, wird auch Schatten sein:
Je schneidefreudiger die Feile ist, desto höher wird die Bruchgefahr sein. Und bei der Easy RaCe ist das Klicken – wo sich die Feile apikal klemmt und sich dann wieder löst – deutlich vernehmbar. Und deutlich öfter als bei den anderen getesteten.

Wer’s sehen kann ist klar im Vorteil.

von Ronald Wecker

Häufig kommt im Rahmen praktischer Arbeitskurse die Frage auf, ob es nicht ausreicht, wenn das Dentalmikroskop nur zum Auffinden der Kanaleingänge eingesetzt wird. Der Rest der Wurzelkanalbehandlung  könnte ja dann in gewohnter Weise mit oder ohne Vergrößerungshilfe durchgeführt werden.

Das das Durchführen der gesamten Behandlung unter Zuhilfenahme des Dentalmikroskopes durchaus sinnvoll ist zeigt vorliegender Behandlungsfall.

Die Überweisung erfolgte, weil die Darstellung der Kanaleingänge unter Lupenvergrößerung nicht möglich war. Nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich zunächst, dass der vermeintliche Pulpakammerboden in Wahrheit das stark „abgesunkene“ Pulpakammerdach war.

Bereits nach kurzer Zeit konnten die Kanalorifizien mittels langschaftiger Rosenbohrer dargestellt werden.

Das palatinale Kanalsystem erschien relativ weit und liess bereits  initial ein klemmungsfreies Einbringen einer feinen Spülkanüle zu. Unter dem Mikroskop fiel auf, dass neben etwas trübem Sekret ein nadelförmiges Objekt in heller Dentinfarbe herausgespült wurde. Anstatt der routinemässigen Verwendung vollrotierender Nickel-Titan-Instrumente zum Etablieren des Gleitpfades wurde darauf hin der koronale Kanalanteil zunächst mit Gates-Glidden-Instrumenten erweitert. Die visuelle Inspektion liess erkennen, dass das Kanallumen ca. 3mm unterhalb des Einganges fast vollständig durch einen nicht wandadhärenten Dentikel verschlossen war. Mit Hilfe eines Microopeners konnten die koronalen 2/3 mit etwas Geduld entfernt werden.

Das apikale Kanaldrittel zeigte eine ampullenförmige Erweiterung, sodass der Dentikel zuerst mittels Ultraschall zerkleinert werden musste, um die restlichen Anteile nach koronal bewegen zu können.

Beim Anblick des Dentikels erinnerte ich

mich an so manchen Fall eines oberen Molaren bei dem es in den Jahren der mikroskoplosen Behandlung nach initialem Scouting des palatinalen Kanals zu einer plötzlichen Blockade des Kanalsystems mit hartem apikalem Widerstand kam. Insbesondere ab Verwendung von Handinstrumenten der Größe ISO 25 und größer. Wahrscheinliche Ursache war das unbemerkte Mobilisieren eines Dentikels und das anschliessende Apikalverschieben desselben. Je größer das eingesetzte Instrument umso „sicherer“ war die anschliessende Verblockung.

Der durch das Durchführen der gesamten endodontischen Behandlung erzielte Informationsgewinn wiegt die insbesondere zu Beginn des Arbeitens mit dem Mikroskop sehr flache Lernkurve und das Gefühl der fehlenden Orientierung mehr als auf. Das „Entdecken“ von Kanalkommunikationen, die Verwindung der eingesetzten rotierenden NiTi-Instrumente, die Debrismenge in den Spanräumen, die Menge und Art der herausgespülten Dentinspäne bzw. des alten Obturationsmaterials oder wie im vorliegenden Fall die Obliteration des Kanals durch einen intrakanalären Dentikel haben entscheidenden Einfluss auf die weitere Vorgehensweise und können bei Nichterkennen das Behandlungsergebnis kompromittieren.

Und wieder ein Rätsel

von Godlan Reckweb

In der letzten Woche haben wir Röntgenbilder von einer anderen Praxis bekommen. Dieser Patient wird uns aufsuchen. Noch ist nichts über die Vorgeschichte des Falles bekannt.

Erstaunlich ist das Röntgenbild, welches wir bekamen. Was ist zu erkennen?

Dazu eine kleine Umfrage.

ZE -Gesamtplanung

von Hans – Willi Herrmann

Die Patientin war vor einiger Zeit umgezogen.
Ihr neuer Zahnarzt  überwies sie nun wegen einer Fistel in Regio 47.
Neuer Zahnersatz steht an.
Im Oberkiefer und eventuell auch im Unterkiefer.

Im angefertigten Zahnfilm zeigte sich eine apikale  Aufhellung.

Kann der Zahn 47 erhalten werden ? Das war die Frage des Überweisers.

Die Chancen dazu stehen gut.

Dann der  Blick auf das mitgeschickte OPG.

9 Zähne sind wurzelkanalbehandelt. Nur zwei davon, von ihrem röntgenologischen Erscheinungsbild her, akzeptabel.
Was nichts heißen muss.

Fakt ist jedoch, daß die anderen 7 Wurzelfüllungen den Richtlinien zur Versorgung mit Kronen bei einer bei der  Patientin anstehenden Zahnersatzversorgung nicht entsprechen.

Wie also verfahren ?

Sollten, nein müssten nicht diese Wurzelkanalfüllungen vor ZE – Neuversorgung allesamt revidiert werden ?

Falls ja, wer trägt die Kosten ?

Die GKV ? Wie sind die Therapierichtlinien der gesetzlichen Krankenkassen ?

7 mal Wurzelspitzenresektion ?
Mit welcher Erfolgsprognose ?

Oder doch 7 mal Extraktion und ein herausnehmbarer Zahnersatz im Ober- und Unterkiefer für eine 29 jährige Patientin, die im Übrigen nicht den Eindruck macht, dass sie ihre Zähne gedankenlos hat verkommen lassen, sondern möglicherweise lediglich  einem subqualifizierten Behandler ihr Vertrauen geschenkt hat.

Wie also verfahren ?

Ich frage dies, weil aus zahnmedizinischer Sicht die Revision indiziert und die Erfolgswahrscheinlichkeit zwar nicht 100%ig vorhersagbar, aber deswegen nicht schlecht sein muss.

Besagte Zähne sind definitiv erhaltungswürdig. Ob sie erhaltungsfähig sind, hängt davon ab, was wir im Zahn vorfinden und ob wir diese Situationen meistern können.

Sollte man diesen Versuch also wagen ? Auf jeden Fall.

Und jetzt nehmen wir einmal an, die Behandlung hätte Erfolg.
Man würde erwarten, dass die Krankenkassen ihrem erfolgreich behandelten Mitglied, welches jeden Monat einen nicht unerheblichen Geldbetrag zur Finanzierung des Solidarsystems überweist, im Erfolgsfalle eine Kostenübernahme einräumen würden. Dass im Falle eines Misserfolges nichts gezahlt wird, ist klar.

Aber wie sieht es aus, wenn die Behandlung nachgewiesenermaßen erfolgreich verläuft. Im Falle des 47, bei vollständiger Rückbildung der apikalen Aufhellung.

Volle Kostenübernahme ?
Keineswegs.

Der Patient versteht die Welt nicht mehr.

Die Kosten der 9 Wurzelkanalbehandlungen, die alio loco durchgeführt wurden, wurden vollständig übernommen.

„Da stimmt doch was nicht“, sagt die Patientin.
Ich kann ihr nicht widersprechen.


wenn MTA nicht abbinden soll…

von Christian Danzl

Als MTA auf den Markt kam, ging zwei mal ein Aufschrei durch die Zahnärzteschaft:

der erste, dass endlich ein Material da ist, auf das man schon lange gewartet hat, und

der zweite (zumindest in Deutschland) wegen des nicht unerheblichen Preises.

Das ist jetzt einige Jahre her. Das Material ist immer noch hervorragend, der Preis ist ein wenig moderater geworden, da es nicht nur von Dentsply als ProRoot MTA vertrieben wird, sondern auch von anderen Firmen, wie Riemser oder Angelus.

Trotzdem ist der Preis immer noch so hoch, dass man die angebrochene Packung nicht gerne verwirft, sondern aufbewahrt bis zum nächsten Einsatz (eine preiswerte Version wurde hier beschrieben, diese Version ist aber kaum röntgensichtbar, und somit für einige Einsatzzwecke nicht optimal. Bezugsquelle)

MTA ist – wie Portlandzement – ein hydraulisches Bindmittel, das heisst, es wird mit Wasser angemischt und braucht Wasser um abzubinden. Keine Luft, was es ja so interessant macht für die Anwendung im Wurzelkanal.

Wenn das MTA-Päckchen einmal geöffnet ist, reicht jedoch die Luftfeuchtigkeit, um im Laufe von einigen Tagen und Wochen, die Abbindereaktion zu starten, und es unbrauchbar zu machen.

Abhilfe: Aufbewahrung in einem feuchtigkeitsdichtem Behältnis (Filmdosen von einem 135er KB-Film sind sehr gut dafür geeignet, aber heute im digitalen Zeitalter nur noch selten zu finden). Und um die Restfeuchte aus der Luft noch vom MTA fernzuhalten, und  somit ein ungewolltes Abbinden zu verhindern, noch ein Päckchen Silicagel mit dazu rein.

Und wenn man sich nicht gerade eine neue Digitalkamera gekauft hat und somit ein Beutelchen in der Kameraschachtel findet, gibt es Silicagel bei Amazon, oder auch bei aquapac in Kleinmengen und verschiedenen Größen. Also für den Endverbraucher geeignet.

Stift Ex oder nicht, das ist hier die Frage

von Nestaf Cherv

Oft stellen sich pathogene apikale Veränderungen dar, die sich in Zusammenhang mit einer kontaminierten Wurzelfüllung bringen lassen. Die Therapie der Wahl stellt oft eine Wurzelkanalrevisionsbehandlung dar, die den Kanal von Bakterien befreien und dicht verschließen soll. Schwieriger wird es, wenn ein Stift den Zugang orthograd zu dem Wurzelkanal versperrt oder verblockt. Im vorliegenden Fall besaß dieser zudem noch eine bis fast an den Apex reichende Länge.

Die Stiftentfernung mittels Ultraschall ist eine bewährte Methode; mir persönlich jedoch birgt sie bei sehr langen und voluminösen Stiften die Gefahr, daß letztlich doch zu viel Kraft mittels Ultraschall oder mittels Kräften , die den Stift zum Bewegen bringen sollen, übertragen werden und zu Rissen führt.

Der vorgestellte Fall zeigt einen fistelnden Zahn 21 mit einem Stift, der den gesamten Kanal bis fast zum Apex ausfüllte. Ich sah eine Stiftentfernung als indiziert an, um die Kanalinfektion zu beseitigen. Eine alleinige WSR hätte kontaminierte Anteile über eine zweifelhaft dichte retrograde Füllung belassen. Ich habe mich daher zum Entfernen durch Herausbohren mittels eines langschaftigen Munce Rosenbohrers des kleinsten verfügbaren Durchmessers entschieden. Nach Entfernen der Krone bohrte ich  unter der Sicht des Mikroskops langsamdrehend einen mittigen Kanal in den Stift, bis die letzte Schicht des Metalls fast erreicht war. Das weitere Vordringen wurde alternierend von der vorsichtigen Entfernung der seitlichen Stiftanteile neben dem mittigen Hauptbohrkanal mittels Muncebohrers begleitet.

Für die letzten 2 mm reichte dann eine Aktivierung über die Endo Chuck Nadel und das Stiftende verließ seinen Platz. Nach der medikamentösen Einlage und dem Verschluß des koronalen Einganges mit Cavit wurde der Zahn mittels Komposit als „direkte plastische Krone“ aufgebaut.

Die Wurzelfüllung wurde durch die trepanierte „direkte plastische Krone“ mit MTA durchgeführt und anschließend wurde in 2. Sitzung ein Glasfaserstift inseriert.

6 Monate stellten sich auf dem 2 dimensionalen Röntgenbild ausgeheilte Verhältnisse dar.

Saving hopeless teeth?

von Lodlan Reckleb

Der Patient kam mit Beschwerden.
Eine Zahnfleischtasche an 27 war akut.

Wir fertigten ein Röntgenbild an – und fanden neben dem parodontalen Befund noch weitere Probleme, welchen den Zahnerhalt beeinträchtigen könnten. Der Wunsch des Patienten lautete: Alles machen, damit der Zahn erhalten werden kann, auch wenn die Prognose des Zahnes insgesamt auf Grund der Ausgangslage ungünstig ist.

Das verbliebene abgebrochene Instrument war dem Patienten nicht bekannt.

Verwunderlich, denn bei der Größe des Fragmentes kann es dem Behandler schwerlich unbemerkt geblieben sein. Warum wurde nicht aufgeklärt? Dass Instrumente frakturieren können, ist selbst bei höchster Sorgfalt nicht grundsätzlich vermeidbar. Insbesondere im vorliegenden  Fall mit abrupten Richtungsänderungen im Kanalverlauf oder anderen schwierigen anatomischen Strukturen.

Der Patient sollte unbedingt im Sitzungsabschluss auf dieses Problem aufmerksam gemacht werden und diese Aufklärung sollte dokumentiert werden. Oftmals sind Instrumente entfernbar und der Zahn erhaltbar. In Ausnahmefällen kann man kleinere nicht entfernbare Fragmente passieren und belassen.

In diesem Fall war ein Passieren nicht möglich.
Nach Darstellung des Instruments konnte mit der Kanülenklebe-Technik das abgebrochene Lentulo entfernt werden.

Nun das Recall nach 2 Jahren.
Leider war der Patient zwischenzeitlich nicht wieder beim Zahnarzt und kam auch nicht auf unseren Recallbrief, sondern weil er erneut parodontale Beschwerden hatte.

Die Tasche mesial an 27 war wieder akut… :(

Hopless

Hopless

Grenzen der Yared-Technik

von Christian Danzl

die Ghassan-Yared-Technik wurde auf diesem Blog schon öfters beschrieben. Einer der Vorteile dieser Aufbereitungstechnik ist das geringere Frakturrisiko der Feilen. Durch die diskontinuierliche Drehung ist die Anzahl der Umdrehungen insgesamt geringer, was weniger Ermügungsbrüche nach sich zieht. Durch die regelmässige Rückwärtsdrehung wird ein Festfressen der Feile meist vermieden. Die Gefahr eines Torsionsbruches wird geringer, weil sich die Feilenspitze durch die Rückwärtsdrehung wieder lösen kann.

Genau das, ein vereitelter Torsionsbruch,  ist wahrscheinlich hier in diesen Bildern zu sehen.

Zahnhalsfüllung, die Zweite

von Bodald Necker

wie zügig eine Zahnhalsfüllung gelegt werden kann, die ästhetisch überdurchschnittlich ist, wurde hier schon beschrieben. Dentsply hat mit SDR nun eine „Flow-Version“ von Quixfil auf den Markt gebracht. Es ist in einer Farbe – transparent – erhältlich. Man kann es als unterste Schicht für die Zahnhalsfüllung einsetzten, speziell, wenn ein keilförmiger Defekt vorliegt, der schon tief ist und einen kleinen Öffnungswinkel aufweist, da es sehr schön in kleine Ritzen fliesst. Quixfil lässt sich hier nicht immer optimal adaptieren. Da das Material auch sehr schön fliesst, lässt sich auch leicht eine glatte Oberfläche erzielen, die sich ohne großen Aufwand sehr gut polieren lässt.

Endox

von Olaf Löffler

Endox – Gewitter im Wurzelkanal – für Sie hier aufgezeichnet.

Das Gerät haben wir neu. War so ein Spontankauf. Wobei, getragen hatte ich mich schon länger damit. Die verschiedensten Anwender hatte ich dazu befragt um mir ein Bild zu machen.
Die Literaturlage ist sehr dünn.
Ich benutze das Gerät seit knapp 2 Monaten und weiß noch nicht, ob ich es standardmäßig in mein Behandlungsprotokoll integrieren werde.

Es erinnert mich an die Zeit nach dem Kauf meines ersten Mikroskops. Anfangs dachte ich das war deine größte Fehlinvestition… Nun nach vielen Jahren kann ich resümieren – das war die Investition überhaupt.

Ob ich das vom Endox auch sagen kann? Schaun mer mal.

Frei zugängliche Literatur gibt es unter diesen Links:

http://www.blzk.de/archiv/zbay/1_2_00/001-2s60.html
http://www.endopedia.de/Weitere_physikalisch-chemische_Methoden
http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=12910
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/6868/
https://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/zwr/doi/10.1055/s-2004-823091

Anatomie unterer Molaren (4)

von Bodald Necker

Untere Molaren haben verschiedenste Variationen der Wurzelkanalanordung.

Hier ein Beispiel für eine 3-1 Konfiguration. Also 3 mesiale Kanäle und ein distaler Kanal.

Nach der Trepanation des Pulpadaches sah es zunächst nach einer 2-2 Konfiguration aus. Die beiden distalen Kanäle vereinigten sich sehr schnell zu einem einzigen. Mesial wurden 2 Kanäle aufbereitet. Nachdem die Kanäle vollständig aufbereitet, desinfiziert und getrocknet waren, war der Eingang eines mesio-zentralen Kanal zu erahnen.
Nachdem die Sondierung mit einer 006er K-File nicht bis zum Apex vordrang, wurde der sehr enge Kanal aufbereitet/gängig gemacht mit Sequenz ProFile 15/04, ProFile 20/04, Flexmaster 15/06  in Wiederholung bis zum Apex.
Aufbereitung aller Kanäle bis 40/06.

7 Jahre

von Bodald Necker

wie schon hier prognostiziert, ist diese Füllung am 16 nun endlich 7 Jahre im Mund. Wie man es vor 11 Jahren nicht geglaubt hätte.
Mittlerweile ist der Zahnhals versorgt und der 7er hat auch eine neue Füllung.

Aber die Füllung am 16 ist in situ und funktioniert.

Und das gut.
Sogar sehr gut.

Und das wird sie noch länger tun. Wie lange?

Ich weiss es nicht.

Aber ich schätze, die 10 Jahre kriegen wir hin.

Und mehr.

Die Bilder sind übrigens – um auf den Artikel von gestern zu verweisen – mit der Sanyo Xacti E6 gemacht.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Titel „Thronfolger“ für die Pentax eine glückliche Wahl ist.

Dreidimensionale Defekte

von Bodald Necker

Eine Patientin sollte eine Krone auf den wurzelbehandelten Zahn 36 bekommen. Der Zahn war absolut beschwerdefrei, keine Schmerzen oder Missempfindungen, weder in Ruhe noch in Funktion. Eigentlich stand der Überkronung nichts mehr im Wege. Also ab zum Röntgen.

Das Bild zeigte eine, ich nenne es mal, Unregelmässigkeit an der distalen Wurzel. Der PA-Spalt war verbreitert, sonst war nichts zu sehen. Da uns jetzt im Nachbarort ein CBCT zur Verfügung steht, haben wir nachsehen lassen, wie die „Unregelmässigkeit“ genau aussieht.

Das Ergebnis war sehr ernüchternd:
Auf der 3-D Aufnahme war ein im Durchmesser ca. 6mm großer Knochendefekt zu erkennen.

Was sagt uns das nun?

  1. Auf einer 2-dimensionalen Durchsichtaufnahme können 3-dimensionale Dinge nur unzureichend beurteilt werden. Aber das wussten wir ja vorher schon.
  2. Ist auf einer Aufnahme, die o.B. zu sein scheint, doch immer eine Läsion? Wenn auch nicht ganz so groß wie im gezeigten Beispiel.

Da stellen sich folgende Fragen?

Reicht der Zahnfilm oder die PSA neben der klinischen Untersuchung nicht mehr aus als Diagnostisches Mittel?
Müssen jetzt alle Aufnahmen 3-dimensional gemacht werden, wenn wir „Gewissheit“ (nach dem momentanen Stand der Technik) haben wollen?

Konsequenz daraus wäre:

  • erhöhte Röntgenzeit, damit auch erhöhte Strahlenbelastung für den Patienten
  • erhöhte Diagnosezeit. Ein CBCT-Volumen ist nicht „eben mal schnell“ angeschaut. Allein das Einlesen der Daten in den Computer von CD oder USB-Dongle benötigt fast soviel Zeit, wie das Entwickeln eines analogen Zahnfilmes. Und nicht jeder Zahnarzt hat einen Rechner in der Praxis, der die Datenmengen verarbeiten kann.
  • erhöhter Speicherplatzbedarf. Irgendwo müssen diese Daten ja (10 Jahre) gelagert und gesichert werden.

Daraus ergibt sich für den Behandler ein deutlicher Mehraufwand, der bezahlt werden muss. Momentan ist dieses Diagnoseverfahren noch nicht im Bereich der GKV angesiedelt, und die Kosten muss der Patient tragen. Aber lange kann es nicht mehr lange dauern bis es eine BEMA-Position dafür gibt, und man es zu einem Preis erbringen muss, der nicht kostendeckend sein wird. Mit wiederum der Konsequenz, dass die Kosten über die anschliessenden Behandlungen wieder hereingeholt werden müssen.

Und da bleibt neben der Schraube nicht mehr viel übrig….

Endo – Engel

von Hans – Willi Herrmann

Nicht immer endet eine Überweisung zur endodontischen Behandlung auch tatsächlich in einer Wurzelkanalbehandlung.

Am Freitag kam ein Patientin zu Nachkontrolle, die sich vor ein paar Wochen in unserer Praxis mit starken Aufbissbeschwerden an Zahn 16  vorgestellt hatte.
Die Untersuchung ergab Hinweise darauf, dass die Beschwerdeproblematik mit einer Infraktur, einem Riss in der Zahnhartsubstanz in Zusammenhang stehen könnte.

Aus diesem Grund wurde mit der Patientin vereinbart, eine kürzlich durchgeführte Füllung zu entfernen und mittels dem Dentalmikroskop nach verborgenen Rissen zu suchen.

In der Tat fand sich eine Infraktur eines Zahnhöckers.

Der Zahn wurde mit einer dentinadhäsiv verankerten Kunststoffrestauration versehen. Die Nachkontrolle ergab, dass der Zahn „tausendmal besser sei als vor der Behandlung“ und die Wurzelkanalbehandlung nun nicht mehr notwendig sei.

Einen anderen Weg, Wurzelkanalbehandlungen zu vermeiden, beschreibt ein kurzes Video, das den Einsatz von Engelsymbolen zur Vermeidung von Wurzelkanalbehandlungen schildert.
Unter dem Gesichtspunkt der Kostenersparnis ein (mir bislang vollkommen unbekannter) interessanter Ansatz, wenn man bedenkt, dass eine solche Behandlung ja defacto keine Kosten verursachen kann und somit eine enorme Entlastung der Krankenkassenbudgets ermöglicht.
Es muss nur funktionieren.

Zum Video gehts hier.

Radix entomolaris – Apikale Aufhellung (20)

von Ronald Wecker

Dieser Patientenfall hatte einige Schwierigkeiten parat. Neben einer Instrumentenfraktur am Zahn 35 war ein Radix entomolaris am Zahn 36 vorhanden. Diese „dritte“ Wurzel ist nicht oft zu beobachten.

Die Radix entomolaris kommt in 3-4% der europäischen Bevölkerung am ersten unteren Molaren vor. Ähnlich verhält es sich in der afrikanischen Bevölkerung. In der asiatischen Population, wie Chinesen, Eskimos und auch amerikanische Indianer ist ein Wahrscheinlichkeit des Vorkommens von 5% bis über 40% möglich.

Die Schwierigkeit der Radix entomolaris liegt nicht im unbedingt in der schwierigen Kanalstruktur, sondern in der außergewöhnlichen Lage. Der Kanaleingang liegt fast immer extrem weit distolingual. Deshalb kann dieser mit einer Perforation verwechselt werden.

Weiterhin wird im Röntgenbild diese anatomische Besonderheit nicht immer gleich sichtbar. Deshalb sind exzentrische Aufnahmen vor Behandlungsbeginn sinnvoll. Neben der parodontalen Sondierung, ist die klinische Untersuchung der Zahnkrone wichtig. Ein zusätzliche Höcker (Tuberculum paramolare)  in Kombination mit einer zervikalen Prominenz oder Konvexität, kann auf das Vorhandensein einer zusätzlichen Wurzel hinweisen.

Die Spurensuche auf dem Pulpaboden hilft oft bei der Suche nach einer Radix entomolaris. Die dunklen Verbindungslinien zeigen in Richtung des distolingualen Kanaleingangs. Dazu ist mitunter die Entfernung eines Dentinüberhanges notwendig.

radix entomolaris

radix entomolaris

Schutzbrille reloaded

von Christian Danzl

Endlich habe ich die Schutzbrille gefunden, die ich gesucht habe. Mit meinen 2720 von 3M bin ich sehr zufrieden. Als Standard Schutzbrille zum Arbeiten für die Helferinnen und für mich. Es gab sie nur nicht mit orange-Roter Scheibe zum Ausfiltern des Blaulichtes der Polymerisationslampe. Die Swiss-eye war schon besser als nichts, aber im neuen Ultradent-Katalog (Dan Fischer) ist sie drin: Gleiche Form wie die 3M, aber in orange-rot. Sie filtert das Licht von 290 bis 320 nm Wellenlängen aus.

Wer sie braucht?

Ich nicht, aber Patienten, zum Schutz gegen das grelle blaue Licht der Polymerisationslampe.

Und Helferinnen, die nie dorthin schauen können, wo sie Komposit polymerisieren, und somit nicht immer dass Licht da ankommt, wo es hin soll…..

Mitt-mesiale & distale Kanäle (III)

von Christoph Kaaden


Klinisches Erscheinungsbild und Vorgehen

Bei der Inspektion des Pulpakammerbodens gilt es ein besonderes Augenmerk auf evtl. vorhandene Dentinüberhänge oder Kalzifikationen zwischen den Kanalorifizien zu richten. Diese sollten gezielt entfernt werden (mittels Rosenbohrern oder diamantierten Ultraschallansätzen), um somit eine Sondierung mittels grazilen Handinstrument (ISO 010 oder kleiner) zu erlauben.

Als Faustregel gilt ferner, dass, je weiter die beiden regulären Kanaleingänge voneinander entfernt liegen, desto wahrscheinlicher ist das Vorhandensein eines zusätzlichen mittleren Kanals.

.

Mitt-mesialer Kanaleingang nach initialer Darstellung

Nach initialer Sondierung des Kanalverlaufs sollte beim Preflaring von einem übermässigen Instrumenteneinsatz (z.B. Gates-Glidden-Bohrer) Abstand genommen werden, da hierbei eine erhöhte Strip-Perforationsgefahr (zur Furkation hin) besteht.

Ferner sollte vor der Präparation der Wurzelkanäle auf eine mögliche Konfluation der Kanalsysteme hin geprüft werden. Sollte diese bestehen, darf nur ein Wurzelkanal (zumeist der „leichter gängige“ mesio-linguale) bis zur vollen Arbeitslänge bearbeitet werden. Der andere Kanal (bzw. die anderen Kanäle) hingeben dürfen nur bis zu dem Konfluationspunkt bearbeitet werden, um eine mögliche Instrumentenfraktur aufgrund einer evtl. abrupt auftretenden Krümmung und der damit verbundenen Torsionsbelastung des Instrumentes zu umgehen.

Bei der Aspiration der Spüllösung verdeutlicht sich die bestehende Konfluation der drei mesialen Wurzelkanalsysteme

Instrumententfernung 1

von Bodald Necker

Eine Bekannte brauchte eine Wurzelkanalbehandlung. Gut. Soll sie eine haben. Aber wie das so ist, wenn man Bekannte, Freunde oder Familienangehörige behandelt: Es geht was schief. Hier war es die ProTaper F2, die den Wurzelkanal nicht mehr vollständig verliess. Egal. Sie muss wieder raus.

Vorgehen war wie folgt:

  • Erweitern des Kanals bis zum Fragment mit Gates-Glidden rot
  • das Arbeitsende (Olive) des GG von der Spitze zur Hälfte wegschleifen
  • mit dem modifizierten GG wieder bis zum Instrument in den Kanal, um ein Plateau um das abgebrochene Instrument zu schaffen
  • mit einer Ultraschall-Spitze das Instrument im oberen Bereich zirkulär freilegen
  • das IRS-System von Maillefer applizieren und Instrument rausdrehen

fertig.

Ohne direkte Sicht unter dem Dentalmikroskop wäre dies ein sinnloses Unterfangen gewesen.

Da es eines meiner ersten Instrumente war, die ich entfernt habe, dauerte die Entfernung deutlich länger als das Schreiben dieses Beitrages.

Mitt-mesiale & distale Kanäle (II)

von Christoph Kaaden


Entstehungsmechanismus


Als möglicher Entstehungsmechanismus für überzählige Kanäle wird diskutiert, dass es durch Sekundärdentinbildung während der Zahnentwicklung zur vertikalen Dentinaufteilung innerhalb des Wurzelkanalsystems kommt, wodurch separate Kanäle entstehen. Diese (dritten) Kanäle sind in der Regel zentral zwischen bukkalem und lingualem Kanal lokalisiert. Sie weisen einen deutlich geringeren Durchmesser auf, der aufgrund von Dentinapposition außerdem altersabhängig ist. Als eigenständiger Wurzelkanal wird der mitt-mesiale (oder mitt-distale) Kanal dann angesehen, wenn er ein eindeutiges Kanalorifizium aufweist und im weiteren Verlauf in einem eigenen apikalen Foramen mündet bzw. mit einem der beiden anderen „Hauptkanäle“ konfluiert. Sollte es allerdings möglich sein, ein endodontisches Instrument zwischen den betreffenden Kanälen hin- und her zu bewegen, so handelt  es sich definitionsgemäß um eine transversale Anastomose und nicht um einen eigenständigen Kanal.

Der dritte Teil dieses Beitrages wird sich mit dem klinischen Erscheinungsbild & Handling dieser anatomischen Variationen beschäftigen…

Dauerhaft

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange arbeite ich eigentlich schon mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten ?

14  Jahre. Zu Beginn, 1996, 1997  kannte ich 4 unterschiedliche Systeme.
ProFile, Quantec, Lightspeed, Miti Rotofile.

Wieviele verschiedene RNTI – Instrumentensysteme gibt es heute auf dem deutschen Markt ?

Keine Ahnung, aber sicherlich mehr als 30.

Wieviele davon habe ich bereits getestet ?

Fast alle.

Soweit sogut.

Aber nur ganz ganz wenige davon habe ich auf einer wiederkehrenden Basis längere Zeit benutzt.

Eigentlich nur 4 Stück.

ProFile.
Damit habe ich angefangen.
Und – ich finde es immer noch gut und setze es – zumindest in bestimmten Fällen – nach 14 Jahren immer noch und gerne ein.

Zeitweilig habe ich ProFile und Lightspeed – Instrumente miteinander kombiniert.
1997 habe ich damit begonnen, bis 2001 so gearbeitet. Zu einer Zeit also, da Hybrid – Technik noch kein feststehender und allgemeingültiger Begriff war, geschweige denn es alle“immer schon so gemacht haben“.
2001 kam Protaper auf den Markt und hat einen großen Teil der Aufbereitungsarbeit der Kombi /ProFile und Lightspeed übernommen.
Lightspeed wurde fast immer hinfällig.
Ich nutzte nach 2001  die Lightspeed – Instrumente nur noch selten zur Aufbereitung, aber noch – immer mal wieder – als Apical Gauging – Instrument.
Die Anwendung von ProFile wurde auf die initiale koronale und apikale und die finale apikale Aufbereitung reduziert.

2004 dann kam ich in Kontakt mit Mtwo.
Und setzte die Instrumente zunächst in der Kombi ProFile und ProTaper, mit Auftauchen der Mtwo 35/.06 und 40/.06 dann weitestgehend allein ein.

Und dabei ist es bis heute geblieben.

Für irgendein anderes der Systeme gab es nie eine ausgeprägte individuelle Indikation. Kein besonderes Qualitäts- oder sogar Alleinstellungsmerkmal, dass es gerechtfertigt hättte, dieses System zusätzlich aufzunehmen oder gar eines der bewährten Systeme dagegen einzutauschen.
Das ist  keine Wertung per se und soll keines der nichtgenannten Instrumentensysteme abwerten.
Viele Wege führen nach Rom , aber in meiner Arbeitsumgebung muss ein neues System  besser sein als das bestehende, sonst macht es keinen Sinn, zu wechseln.

Und warum schreibe ich das ?

Weil es für RNTI – Einsteiger sicherlich nicht das dümmste ist, mit einem dieser bewährten Systeme anzufangen.
Ganz gleich mit welchen Marketing-Getöse  Hersteller für ihre neuen, innovativen Produkte werben.

ProTaper. Mtwo.
Damit würde ich als Einsteiger meine ersten Erfahrungen sammeln.
Wenn etwas über viele Jahre vorne dabei war, dann kann es nicht ein totaler Fehlgriff sein.

Try  the best, forget about the rest.

Schutzhüllen für Mikroskopgriffe – Gib AIDS keine Chance (2)

von Christian Danzl

Einfache, preisgünstige Schutzhüllen für das Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop hat Oscar von Stetten an dieser Stelle schon vorgestellt. Leider sind diese Überzieher nicht für die kleinen Griffe von Kaps geeignet. Hier bin ich bei Praxisdienst fündig geworden. Latex-Fingerlinge 100 Stück zu 0,89 €.

Mitt-mesiale & distale Kanäle (I)

von Christoph Kaaden


Ich habe in vorherigen Beiträgen (I & II), wenn auch mit einem kleinen „Augenzwinkern“, über das Vorhandensein zusätzlicher Wurzelkanäle bei unteren Molaren berichtet.

Heute möchte ich diese Thematik mit mehr „Ernsthaftigkeit“ angehen und weitere Informationen zu diesen anatomischen Besonderheiten liefern.

Es gilt als Allgemein anerkannt, dass die Mehrzahl kaukasischer erster und zweiter UK-Molaren zwei Wurzeln mit zwei mesialen und einem distalen Wurzelkanal besitzen. Eine Untersuchung zur Anzahl der zu erwartenden Wurzelkanäle zeigte, dass 8% zwei, 56% drei und 36% vier Kanäle aufwiesen. Allerdings sind in der Literatur auch eine Vielzahl anatomischer Variationen unterer Molaren beschrieben worden zu denen u.a. drei mesiale bzw. distale Wurzelkanäle zählen.

In einer röntgenologischen Untersuchung extrahierter erster Unterkiefermolaren fanden sich in 13,3% aller Zähne drei und in 3,3% des Untersuchungsgutes sogar vier mesiale Kanäle. Ferner zeigte diese Studie, dass in 30% ein mesiales apikales Foramen vorlag, zwei in 60%, drei in 6,7% und vier in 3,3% der Fälle.

In einer klinischen Erhebung von 145 ersten Unterkiefer Molaren wurde von vier Molaren (2%) mit fünf Wurzelkanälen (drei mesiale und zwei distale) berichtet. Hervorgehoben wurde hierbei, dass in keinem dieser Fälle ein separates apikales Foramen des mittleren Kanals vorlag. Einige andere Fallberichte konnten jedoch belegen, dass neben der zumeist zu erwartenden Konfluation der Kanalsysteme auch das Auftreten vollständig separat verlaufender Wurzelkanalverläufe mit apikalem Foramen möglich ist.

Das Vorhandensein dritter mesialer Kanäle ist bei Unterkiefer 6-Jahr-Molaren häufiger, als bei zweiten Molaren und wird mit 2% bis 12% angegeben. Als noch unwahrscheinlicher ist das Auftreten dieser Besonderheit in distalen Wurzeln zu erwarten und wird mit einer Häufigkeit von lediglich 1,7% angegeben.

UK-Molar mit drei distalen Kanalorifizien

Der zweite Teil dieses Beitrages wird sich mit dem Enstehungsmechanismus dieser anatomischen Variationen beschäftigen…

PS: Die Literaturliste kann beim Autor angefordert werden ;-)

Globuli

von Knic Soman

Die Patientin kam im April 2009 mit starken Zahnschmerzen zu mir.
Sie musste ihren Afrika-Urlaub früher abbrechen, sie hatte es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten.

Ihr Mann, ein alter Freund von mir, wir hatten uns seit Jahren nicht mehr gesehen.
Nun rief er an. Samstags abends. Und fragte, ob er mit seiner Frau bei mir vorbeikommen könne, da die Zahnschmerzen unerträglich seien.

Wir trafen uns in der Praxis.
Die Patientin  war in der Woche vor dem Urlaub wegen bereits vorhandener Beschwerden zu ihrem Hauszahnarzt gegangen.
Dieser trepanierte den Zahn 22, ohne ein Röntgenbild anzufertigen. Und liess den Zahn offen.
Die Schmerzen hielten weiter an, darauf hin trepanierte der Hauszahnarzt den Zahn 21.
Auch dieser wurde  offen gelassen.

Als ich an jenen Samstagabend die Patientin zu ersten Mal sah (sie hatte eine Anreise von ca. 150 km hinter sich) fand ich zwei trepanierte, unverschlossene Zähne vor mit, salopp ausgedrückt, „reichlich Schmodder drin“.

Ich bereitete beide Zähne auf und machte eine medikamentöse Einlage mit CaOH2, die für einen Monat belassen wurde.
Dann folgte im Mai – die  Patientin war nach unserer Erstbehandlung schmerzfrei und blieb es –  die WF.

Februar 2010.

Die  Familie kam zur Routinekontrolle wieder und ich fertigte ein neues Röntgenbild von 21 und 22 an.
Und es hat mich sehr gefreut, dass im Röntgenbild  eine klare Heilungstendenz nach relativ überschaubarer Zeit bei so einem doch größeren Knochendefekt  zu sehen war.

Um so härter und unerwartet traf mich die Reaktion der Patientin, als ich ihr das Röntgenbild zeigte:  „Puuh, da bin ich aber froh, dass mir meine Heilpraktikerin die richtigen Globuli gegeben hat.“
Hatte ich richtig gehört ? Ich fragte nach. „Wie meinen Sie das ?“

Die Antwort: „Ich bin sicher, dass es ohne die Globuli niemals so geworden wäre!“

wieder mal Garrison (4)

von Christian Danzl

Dass die Garrison 3-D Spannringe für die 3D-Matritzen gut sind, um große Defekte im Approximalraum sauber  und einfach zu rekonstruieren, wurde hier schon beschrieben.
Dass sie das Standard Hygieneverfahren in einer Zahnarztpraxis nicht lange aushalten, auch.

Da mir die Spannringe, nachdem sich die elastischen Kunststoffteile verabschiedet haben, zu schade waren zum Wegwerfen, habe ich sie modifiziert. Die harte Retention für das weiche Kunststoffteil habe ich weggefräst und die Kanten geglättet. Die vorher sehr gute Adaption der Matritze ist nicht mehr 100%ig gewährleistet, aber immer noch besser als mit den Standard-Ringen. Und jetzt definitiv zu schade zum Wegwerfen.

Wenn´s schnell gehen soll…

von Mick Nason

Schmerzbehandlung wie man sie nicht machen sollte ;-( .
Oder schnell, schnell klappt doch nicht.
Hier die Geschichte.

Eine Patientin mit Schmerzen, sehr ängstlich,  und natürlich unangemeldet zwischen 2 regulären Terminen drangenommen.

Okay, also nur excavieren und bis kurz vor Apex und Größe 25/06 aufbereiten, spülen und medikamentöse Einlage mit Ledermix.

Beim Einbringen der Ledermix-Paste mit dem Lentulo zwei kurze Bewegungen in den Kanal hinein, aber warum ist das Lentulo so kurz?

Na super,  die Einheit war verstellt, auf Linkslauf. Selber nicht gesehen und die  neue Mitarbeiterinnen hat auch nicht drauf geachtet.

Daraus resultierte viel „Spaß“ beim Entfernen der Fragmente.
Diesmal dann auch mit ordentlicher präendodontischer Aufbaufüllung und der notwendigen Ruhe.


Amalgam – Auflösung

von Christian Danzl

Ob man diese Lösung als Erfolg bewertet oder nicht, diese Brücke war 15 Jahre im Mund. Punkt.

Und es gibt genügend „bessere“ Brücken, die NICHT so lange halten.

Trotzdem distanziere ich mich von so einer Zahnheilkunde.

Die Brücke wurde angefertigt von einem Zahnarzt im deutschsprachigen Ausland.

Und eine Frage sollte an die „Amalgam-Hardliner“ gestellt werden dürfen:

Hätten Sie Ihrer Tochter diese Versorgung angedeihen lassen?

Amalgam? – Amalgam!

von Christian Danzl

Beim Durchforsten meiner Festplatte habe ich durch Zufall diese Bilder wieder gefunden. Ich wollte sie Euch nicht vorenthalten. Es ist eine Brücke, besser gesagt, der distale Teil einer Brücke, die ich schon vor Jahren aus dem Patientenmund entfernt habe.

Mit was macht man die Aufbaufüllung unter eine Krone? – Mit Amalgam selbstverständlich?

Was macht man, wenn der untere Achter als Brückenanker eigentlich zu dünn ist? – Man macht den Aufbau dicker!

Und mit was macht man ihn dicker? – Mit Amalgam selbstverständlich!

Und wie weit soll das Amalgam reichen? – Bis es auf der Gingiva steht selbstversändlich!

Und das soll wie lange halten?

Tja, was glauben Sie? Wie lange war diese Brücke in situ?

Auflösung folgt…

Kleine Dinge

von Christoph Kaaden

Wie so oft im Leben sind es nicht selten die kleinen Dinge die dazu führen, dass wir etwas z.B. als schön und angenehm oder eben auch als unangenehm empfinden.

Und nachdem gestern innerhalb kürzerer Zeit die dritte Patientin (von unterschiedlichen Zuweisern) berichtete, dass Sie den von uns bei jeder endodontischen Behandlung verwendeten Kofferdam als viel angenehmer empfunden hat, als dies bei Behandlungen des Hauszahnarztes der Fall war, macht es Sinn, sich hierüber ein paar Gedanken zu machen warum dem so war…

Die Antwort war schnell gefunden.

Die von uns ebenfalls immer unter dem Kofferdam verwendete Serviette führt offensichtlich dazu, dass das (Non-) Latex Tuch nicht direkt auf der Haut aufliegt, was von den Patienten als unangenehm beschrieben wird. Insbesondere dann, wenn es durch Speichel feucht geworden ist.

Und es bestätigt sich, dass eine solch kleine Massnahme zu einer erheblich gesteigerten Akzeptanz der Kofferdam-Verwendung führen kann.

Sollten Sie bisher noch keine Kofferdam-Serviette bei der Behandlung benutzen, empfehle ich die Anwendung bei Ihren Patienten einmal zu testen.

PS: Und noch etwas haben wir durch Erzählungen erfahren, was ich gerne weitergebe. Bei Patienten, die bisher noch keine Erfahrungen mit der Kofferdam-Applikation gemacht haben sollten Sie insbesondere „beim ersten Mal“ das Anlegen nicht delegieren, um so eine reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Neue Komet- Rosenbohrer für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.

Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.

Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch  eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht  irgendwann dann auch noch geben wird.

…und weiter geht es mit den Ärgernissen

von Christian Danzl

Wie schon beschrieben bin ich ein großer Fan der Microbrushes.

Doch die letzte Charge funktioniert nicht so wie sie soll. Sobald man das Arbeitsende abknickt um den gewünschten Winkel zu erreichen, bricht es ab. Ärgerlich. Somit ist nicht nur der Vorsprung zu den Mitbewerbern (nach dem Abknicken doch noch eine stabile Verbindung zu haben) dahin, sondern das Bürstchen auch unbrauchbar. Wenn man das Bürstchen seeehr laaaangsam umknickt kann man den Bruch umgehen, aber man muss jedesmal vorher daran denken, dass es nicht so ist wie in den letzten 10 Jahren.

Sehr ärgerlich.

Prognose eines Wirtschaftswissenschaftlers

von Christian Danzl

Am Wochenende habe ich eine Fortbildung der eafz besucht. Der Vortrag war von einem Professor der Wirtschaftswissenschaften.
Unter anderem hat er eine Prognose zum deutschen Gesundheitswesen abgegebenen:

  • es wird mehr und mehr zentrale Versorgung geben, also MVZ
  • die Zahnheilkunde wird  – zumindest teilweise – langsam aus dem Kassensystem ausgegliedert werden
  • der Beitragssatz der GKK wird, um kostendeckend zu sein, auf ca. 25% steigen müssen
  • die PKVen werden die Vergütung weiter senken
  • bei PKV und GKV wird der Trend zu Einzelverträgen  gehen
  • der Verdrängungswettbewerb wird stärker werden

Auf die Frage, wo denn die (ca.) 10 Prozentpunkte Beitragssteigerung, die uns erwarten, hingehen werden, meinte er nur:
„Die werden wohl in die Pharmandustrie gehen…“

Was bedeutet das für uns Behandler?

„Sehen Sie diese Veränderung als Chance!“, werden wir wieder hören.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor:

„Sehen Sie dieses Durchfallen als Chance! Als Chance, dass Sie diesen Stoff nochmals verinnerlichen können.“

Das hörte eine meiner Kommilitoninen von ihrem Prüfer, als sie im Physikum die Physiologische Prüfung nicht schaffte…..

Was werden wir dagegen tun?
Da werde ich wohl auf den gestrigen Eintrag verweisen müssen. :-(

Tip Taxi 2

von Christian Danzl

Das von Christoph Kaaden vorgestellte Tip Taxi macht mir einen sehr guten Eindruck. Das hätte ich auch, wenn ich nicht schon die Spitzen-Ständer von Key-Dent hätte.
Hersteller ist Nichrominox in Frankreich.
Nichrominox liefert auch andere, für die Endodontie interessante Produkte.

Zahnarzt beim Zahnarzt 3

Von Bodald Necker

Jetzt war es endlich soweit – nach 2 Jahren KFO und 15 Monaten Schienentherapie und 4 Wochen mit Provisorien: Einsetzen.

Nachdem die Einprobe sehr gut verlief und nichts zurück ins Labor musste schritten wir zum „finalen Kleben“.
Insgesamt 16 Teile (Kronen, Teilkronen, Veneers und Chips) aus E.max press. Schön verteilt auf 4 Quadranten.

  • 4 Quadranten mittels LA lahmgelegt
  • Provisorien entfernen, Stümpfe säubern und sandstrahlen
  • 4 mal Kofferdam
  • jedes mal mit Ätzen, Bonden, Kleben, Polymerisationslicht aus 2 Lampen gleichzeitig
  • und alle Kompositüberschüsse entfernen.

Nix Neues.
Und in 5 Stunden war alles vorbei.

Gott sei Dank.

Fazit der letzten Sitzung:

  • Die Kofferdamklammern werden nach gewisser Zeit unangenehm
  • Eine Schaumstoffrolle unter die Knie bringt eine gewisse Abwechslung
  • Nach jedem fertigen Quadranten mal aufstehen, ein paar Schritte gehen entspannt die Lage ungemein.

UND:

Ohne Kofferdam (auch wenn die Klammern irgendwann lästig werden) hätte ich das nicht mitgemacht.

Wie schon ein junger Patient nach Endo unter Kofferdam zu mir sagte:

„Ohne dieses grüne Tuch, wäre es nur halb so lustig gewesen!!“

Oberflächenanästhetikum

von Christian Danzl

Vor kurzem ist mir der Katalog der Fa. KinderDent in die Hände gekommen. Ein Versandhandel speziell für Kinderzahnheilkunde.
Darin war ein Rezept-Tipp für ein Oberflächenänästhetikum, der es meiner Meinung nach wert ist, hier aufgeführt zu werden:

  • Benzocain                       4,0g
  • Himbeeraroma                1,5g
  • Saccharin-Natrium          0,5g
  • PEG 400                         29,5g
  • PEG 4000                       14,5g

ergeben zusammen 50g Oberflächen-Gel.

Ich werde mir gleich morgen vom Apotheker meines Vertrauens eines anmischen lassen.

Noch ein Speicherkartenleser

von Christian Danzl

Speicherkartenleser gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Die meisten liegen irgendwo am oder um den Computer. Genau so sieht es oftmals mit den Speicherkarten aus. Mittlerweile sind es bei mir verschiedene Systeme : CF, Microdrives und SD Karten. Und sie liegen – zumindest bei mir – statistisch verteilt auf meinem Schreibtisch herum. Groß sind sie nicht, und es werden immer mehr.

Jobo hat nun einen Kartenleser auf den Markt gebracht, der ein Fach integriert hat, in dem man die Karten ablegen kann. Für mich DER Kartenleser.

Es gibt ihn in zwei Ausführungen:

Im Fachhandel für ca. 20,-

Micro-Stix

von Christian Danzl

Ich gebe zu, ich bin Microbrush-Junkie.

Es gibt viele Applikationsbürstchen auf dem Markt, meine Lieblings-Bürstchen sind die von Microbrush. Alle anderen die ich bisher hatte, waren meist billiger (geringfügig), aber kleiner und weniger stabil.

Auf der vorletzten IDS gab es am Microbrush-Stand auch Micro-Stix. Kleine Applikatoren mit einem kleinen klebrigen Tropfen am Ende, ähnlich dem ablösbaren Kleber, mit dem Shampoo-Pröbchen in „Frauenzeitschriften“ festgemacht sind. Ich habe mir Muster mitgenommen, aber der „local dealer“ hatte nie welche im Angebot. Dann geriet das Ganze wieder in Vergessenheit, aber jetzt waren sie endlich lieferbar.

Die Stix eignen sich sehr gut, um Inlays vom Modell zu nehmen, zu konditionieren und im Mund zu applizieren. Funktioniert sehr gut mit den blauen Stix (original hold), die Grünen (gentle hold) sind mir von der Haftkraft zu gering. Durch die rheopexe Eigenschaft des Klebers, können sie mehrfach verwendet werden (an einem Patienten!), da sie sich rückstandslos ablösen lassen  (mit kurzem Ruck abziehen) – im Gegensatz zu den Stäbchen mit Wachskugel am Ende von Pulpdent. Die halten nicht richtig und schmieren, was bei adhäsiven Einsetzen sehr unangenehm sein kann.

Bezugsquelle für Gold-Mundschutz

von Bodald Necker

Hier die Bezugsquelle für den „Quecksilber-Schutz“ (link) aus dem Artikel Zahnarzt beim Zahnarzt (2).
Versand über Prohy-Dent.

Zahnarzt beim Zahnarzt (2)

von Bodald Necker

…wie versprochen, diesmal mehr.

Am ersten Tag 8.30 – 13.30 Uhr UK: 2 Leitungsanästhesien, Entfernung von 8 Amalgam-Füllungen (unter Kofferdam und dem Gold-MundschutzQuecksilberschutz„), Aufbaufüllungen und Präparation der 8 Zähne. 2 Impregum-Abdrücke, Provisorien anfertigen und einsetzen.

Fazit:

  1. Das rote Winkelstück – egal ob mit Amalgamfräse, Diamant oder Arkansas-Steinchen – ist fast genauso laut, wie der Rosenbohrer und dröhnt im Kopf so, dass die mitgebrachte Musik über Kopfhörer (in-ear) nur in den bohrfreien Zeiten gehört werden kann.
  2. von der Leitungsanästhesie im UK ist nur sehr wenig zu spüren (Druck), wenn der/die Behandler/in ein wenig Gefühl an den Tag legt. Unangenehmer ist das Mundöffnen die nächsten Tage.
  3. Impregum schmeckt ähnlich unerträglich wie Dontisolon.

Am zweiten Tag (dazwischen ein Tag Pause): gleiches Spiel mit 6 Zähnen im OK. Dauer von 8.00 – 12.00 Uhr.

Fazit des 2. Tages:

  1. Bohren im OK ist trotz direkter Knochenleitung zum Innenohr nur unwesentlich lauter.
  2. Patientenlagerung mit Kopf nach unten ist definitiv NICHT unangenehmer als Kopf oben.
  3. Ein überfüllter Abdrucklöffel macht im OK weniger Würgereiz als im UK.
  4. Das lange Mundöffnen ist 2 Tage nach der UK-Präp äußerst schwierig.
  5. An den Impregum-Geschmack  gewöhnt man sich NICHT.

Am dritten Behandlungstag: Alle Provisorien wieder runter und Bissnahme, Modelle einartikuliert, Bißnahme überprüft, Gesichtsbogen, Provisorien wieder drauf. Eine Stunde.

  1. Provisorien runter und wieder rauf ist ohne Anästhesie zu ertragen – solange niemand meint, exzessiv trockenblasen zu müssen.
  2. Mundöffnung ist nach 3 Tagen Pause wieder leichter ;-)

Die absolute Erleichterung für den Patienten war:

Präparation unter Kofferdam!

Klar, es funktioniert nicht überall. Für die normalen Teilkronen geht es, wenn ein approximaler Kasten zu schleifen ist, wird es schon schwierig, aber das kann man sich zu Schluss aufheben.Ich persönlich habe es jedenfalls als sehr angenehm empfunden, wenn der Spraynebel NICHT die ganze Zeit das Zäpfchen umspielt.

Fortsetzung folgt….

Zahnarzt beim Zahnarzt

von Bodald Necker

Auch als niedergelassener Zahnarzt trifft einen hin und wieder der Gang zum Kollegen.
Der Kieferorthopäde hat sein Werk vollendet. Danach ein Jahr Schienentherapie, um die Zähne zu stabilisieren und die Bisshebung zu etablieren.

Aber irgendwann kommt der Tag, an dem die Kauflächen neugestaltet und die Bisshebung vom abnehmbaren in den festsitzenden Bereich überführt werden muss. Diese Woche war es soweit, nach 13 Jahren der „echte“ Gang (nicht nur mal Brackets kleben, einen Bogen auswechseln oder Schienenkontrolle) zum Zahnarzt:
Lokalanästhesie, Kofferdam, Amalgam raus, Aufbaufüllungen rein, präparieren, Abdrücke und Provisorien.
Letzten Dienstag 8 Zähne im UK, am Donnerstag dann 6 Zähne im OK.

Der Spott der Bekannten und Freunde ist einem sicher:
„Ja, ja, das tut gut, wenn sich der Herr Doktor mal selber auf den Stuhl legen muss, denn sieht er mal, was er den Leuten das ganze Jahr über antut!“
Ich muss sagen wie es ist: Ich habe das nicht nur einmal gehört! Und ich habe meist ein hämisches Grinsen meines jeweiligen Gegenübers erkennen können – das selten jemand verstecken konnte.

Und wie war es nun?

Ich muss vorausschicken:
– ich bin ein Mann, also wehleidig
– ich bin kein Freund von irgendwelchen Nadeln, die mir in irgendwelche Körperteile gestochen werden

Es war halb so schlimm, wie ich gedacht hatte!

Demnächst mehr dazu.