in den letzten Jahren hat sich Bereich der indirekten Restaurationen vieles getan. Eine Bewegung weg vom Metall und hin zu Keramik ist zu verzeichnen. Vollgusskronen und Goldinlays fristen mittlerweile ein Schattendasein und kommen fast nur noch bei Bruxern und anderen stark belasteten Konstruktionen zum Einsatz.
Vollkeramik, wie Emax und Zirkon, sind weiter auf dem Vormarsch.
Mit dem Material hat sich auch die Präparationsform ein wenig geändert. Während die Form für Metall eine gewisse Varianz verträgt, kann eine nicht gebrochene Kante und damit einhergehende Spannungen im Material bei einer Vollkeramikkonstruktion zum Bruch der Restauration führen.
Bewährt haben sich bei mir in der Praxis Sof-flex Scheiben zum Abrunden der Präparationen. Das letzte Finish lässt sich sehr gut mit Brownies herbeiführen.
Shofu bietet Brownies FG-Schaft an, die sogar den Drehzahlen der Turbine standhalten.
Ich benutze sie aber lieber im Schnelläufer.
Auf einem Zurichtstein in die Richtige Form gebracht (siehe Bild) lassen sich so auch Kronenpräparationen – insbesondere die Präpgrenze bei der Stufe – sauber finieren.
Die Abformung wird schöner und die Kronen passen erkennbar besser durch die glatte Oberfläche.
links: Original – rechts: zurechtgetrimmt, nach dem Einsatz
Die WAMkeys nutze ich seit vielen Jahren.
Genau genommen seit dem Zeitpunkt, als sie in Deutschland von Dentsply/Maillefer auf den Markt gebracht wurden.
In dieser Zeit haben sie sich einen Stammplatz in unserer Praxis erobert. Sie kommen zwar nicht in jedem Fall, aber doch häufiger zum Einsatz.
Und stehen damit in der Startaufstellung der Praxisinstrumente, wenn es darum geht, Kronen oder Brücken zu entfernen.
Unser vielfach teureres Kavo Coronaflex fristet hingegen ein vergleichsweise selten genutztes Exotendasein, was nicht nur, aber vor allem auch damit zusammenhängt, dass man mit den WAMkeys eigentlich wenig falsch machen kann. Sie nutzen das Newtonsche Grundgesetz actio = reactio und solange die Kronendecke eine gewisse Mindeststärke nicht unterschreitet und der Zahn keine massive Sekundärkaries aufweist, genügt es, mit einem Hartmetallfinierer seitlich ein kleines Loch durch die Krone zu bohren, das entsprechend passende WAMkey- Instrument (man beginnt sinnigerweise meist mit dem kleinsten) durch die Öffnung hindurch waagrecht in den soeben produzierten Spalt zwischen Kronendeckel und Zahnstumpf einzuführen und das Instrument leicht zu rotieren. Fast immer genügt ein erstaunlich leichter Krafteinsatz, um die Krone zu lösen.
Sie merken schon, ich mag die WAMkey- Instrumente. Um so verwunderter war ich daher, als ich kürzlich erfuhr, dass Dentsply / Maillefer diese Instrumente aus dem Programm genommen haben soll.
Wegen zu geringer Nachfrage ? Könnte sein. Allerdings unter dem für uns positiven Aspekt, dass die Instrumente problemlos über lange Zeit ihren Dienst tun, ohne, das ist der springende Punkt, ohne kaputt zu gehen. Auch ich arbeite noch mit dem ersten Set und vermute, dass ich dies noch lange so tun werde, denn von den 3 Instrumenten in unterschiedlichen Größen, erscheint mir höchstens das kleinste so zierlich konzipiert, dass es irgendwann einmal ermüdungsbruchbedingt seinen Geist aufgeben könnte.
Und wenn es dann so wäre – hier kommt die gute Nachricht – gäbe es die Möglichkeit, die WAMkeys bei Hanchadent zu ordern, denn diese haben die Instrumente in ihr Sortiment aufgenommen. Der Nachschub ist also gesichert und wer diese Instrumente noch nicht kennt, dem sei empfohlen, sich vom unspektakulären Äußeren nicht abschrecken zu lassen. Die oftmals im Gesicht des Erstbetrachters sichtbare Frage: „Kann das funktionieren?“, kann ich also nur mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten.
Versuchen Sie es.
Noch eine kurze Anmerkung, Metallkeramikkronen betreffend. Hier wurde zumindest in der Vergangenheit von Herstellerseite angegeben, dass es möglich sei, auch solche Kronen (von der Trepanationsöffnung abgesehen) zerstörungsfrei zu entfernen. Das ist mir bislang in keinem einzigen Fall gelungen. Reine Metallkronen sind, eine adäquate Randpassung vorausgesetzt, aber in der Tat problemlos zumindest temporär wiederverwendbar.
Die Krone war über 20 Jahre in situ.
Jetzt musste sie wegen einer Wurzelkaries entfernt werden. Zu Tage kam ein ziemlich großer Zementspalt, der aber die Lebensdauer der Krone offensichtlich nicht negativ beeinflusst hat.
Jetzt war es endlich soweit – nach 2 Jahren KFO und 15 Monaten Schienentherapie und 4 Wochen mit Provisorien: Einsetzen.
Nachdem die Einprobe sehr gut verlief und nichts zurück ins Labor musste schritten wir zum „finalen Kleben“.
Insgesamt 16 Teile (Kronen, Teilkronen, Veneers und Chips) aus E.max press. Schön verteilt auf 4 Quadranten.
4 Quadranten mittels LA lahmgelegt
Provisorien entfernen, Stümpfe säubern und sandstrahlen
4 mal Kofferdam
jedes mal mit Ätzen, Bonden, Kleben, Polymerisationslicht aus 2 Lampen gleichzeitig
und alle Kompositüberschüsse entfernen.
Nix Neues.
Und in 5 Stunden war alles vorbei.
Gott sei Dank.
Fazit der letzten Sitzung:
Die Kofferdamklammern werden nach gewisser Zeit unangenehm
Eine Schaumstoffrolle unter die Knie bringt eine gewisse Abwechslung
Nach jedem fertigen Quadranten mal aufstehen, ein paar Schritte gehen entspannt die Lage ungemein.
UND:
Ohne Kofferdam (auch wenn die Klammern irgendwann lästig werden) hätte ich das nicht mitgemacht.
Wie schon ein junger Patient nach Endo unter Kofferdam zu mir sagte:
„Ohne dieses grüne Tuch, wäre es nur halb so lustig gewesen!!“
Und spontan fallen mir nur zwei Dinge ein, die ich seit dieser Zeit unverändert habe oder mache.
Ich nutze das Root ZX Gerät für die Elektrische Längenmessung.
Und ich setze meine Kronen / Teilkronen / Inlays mit Panavia ein.
Panavia – ein super Material.
Hält hervorragend.
Wenn man weiss, wie man damit umzugehen ist, kann man Restaurationen in mehr als einstelligen Zahlen ohne Hektik einsetzen. Es hat eine extrem dünne Schichtstärke und es gibt keine Sensibilitäten mit diesem Material oder andere postherapeutische Probleme.
Und deshalb habe ich nie über den gegenüber Vergleichsmaterialien höheren Preis sinniert und verwende das Material bis heute.
Einen Nachteil hat Panavia allerdings.
Die Überreste kleben extrem und so ist die Entfernung der Zementüberschüsse teilweise mit sehr hohem Zeitaufwand verbunden.
Im letzten Jahr habe ich dann in einigen Fällen Rely X ausprobiert.
Zunächst nur ganz vereinzelt, dann etwas öfters.
Bis jetzt gibt es nichts Nachteiliges zu berichten. Und die Zementreste lassen sich hervorragend entfernen.
Noch bin ich skeptisch, denn was aussen leicht abgeht, bringt vielleicht mit sich, dass auch die Krone nicht so hält, wie ich das bisher gewohnt bin.
Aber bis jetzt gibt es keine Retentionsverluste.
Und dass, obwohl das Material keiner Konditionierung der Zahnoberfläche bedarf.
Ich mag auch, genau wie Christian Danzl, die Microbrushes.
Und jede unserer Einzelzahnrestaurationen wird mit Positionierhilfe eingesetzt.
Sicher ist sicher.
Die Micro Stix kenne ich nicht. Früher haben wir den Accuplacer von Hufriedy benutzt, dass ist ein Halter, mit dem Klebekissen aufgenommen werden.
Heute machen wir es einfacher, schneller, besser und günstiger.
Wir bauen uns unsere Micro Stix selbst und das geht so.
Ein gelbes Microbrush, darauf ein Tropfen Bonding.
Damit gehe ich auf die Restauration und meine Assistentin härtet mit der UV – Lampe aus. Jetzt sind wir bereit zum Konditionieren der Restauration und zum Eingliedern.
Hält.
Hält Gut.
Und ist immer verfügbar und kostet nichts.