Aus zwei mach eins

Bei dem nachfolgenden Patienten (25 Jahre mit Zahntrauma in der Vergangenheit) wurden wir vor einiger Zeit gebeten zwei Unterkiefer-Frontzähne endodontisch zu behandeln.

Unsere klinisch-radiologische Untersuchung zeigte allerdings, dass voraussichtlich nur ein Zahn eine Intervention benötigt…

post-op nach endodontischer Behandlung zweier Kanalsysteme in insgesamt 2 Terminen

knapp 1 1/2 Jahre später scheint sich unsere Einschätzung zu bestätigen…

Immer gut kritisch zu bleiben ;-)

Freu :-)

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (4)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier, Hier und hier berichteten wir bereits.

Wie stellt sich die Kostensituation dar?

Neben den Kosten des Gerätes sind folgende Kosten wiederkehrend:
Faserspitzen, je nach Anwendung – hier im Fotona-Shop
Die Spitzen sind bruchanfällig. Anfänglich haben diese bei uns für max. 3–4 Anwendungen gehalten. Einige Vorsichtsmaßnahmen haben dazu geführt, daß die Faserspitzen deutlich länger funktionieren. (Bei täglicher Anwendung sind 2 Monate möglich.)
Die Faser selbst hält lange, aber in dem Metallkörper ist auf der Faser ein kleine, klarglasige Kugel. Diese bricht irgendwann ab und die Faserspitze ist dann unbrauchbar.

Ersatzteile für das Handstück – hier im Fotona-Shop
Pro Jahr und Handstück haben wir ca. 2 Spiegel verbraucht.

Hinzu kommen Kosten für Wartung und Sicherheit – jährlich:
Wartung – STK-Prüfung – ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal –
Der Tausch der Ionisierungskartusche und des Kühlluftfilters erfolgt bei dieser Wartung.
Kosten: ca. 1500 Euro.

Welche Veränderungen gibt es im Zeitmanagement der endodontischen Therapie?

Der Einsatz des Lasers für die LAI in der endodontischen Therapie hat pro Behandlungssitzung einen Mehraufwand.
Dieser setzt sich wie folgt zusammen:
– Ca. 10 Minuten/Sitzung in der Behandlungsphase für den einmaligen Einsatz des Lasers, 15 Minuten für zwei LAI/Sitzung.
(Vorbereitung: Alle Mitarbeiter und Patienten müssen Laserschutzbrillen aufsetzen, die Fenster müssen abgedeckt sein, Laserwarnleuchte muss eingeschaltet werden.)
– Ca. 20 Minuten/Sitzung für die Vorbereitung und Nachbereitung inklusive Sterilisation und Wartung.
Zusätzlich haben sich bei uns die Spülmengen mit NaOCl und EDTA mindestens verdoppelt.
(Zwischen ca. 10–30 ml NaOCl und ca. 10–20 ml EDTA.)

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Die 7. Hand am OPM – Wir nähern uns der finalen Version

So sah das Ganze am OP- Mikroskop montiert aus. Die eingebauten Knebelschrauben haben wir genutzt, um eine sinnvolle Winkelstellung herauszufinden.

Am Ende haben wir uns für diese Position hier entschieden.

Die habe ich dann zu Hause in eine statische Version überführt, die deutlich leichter und weniger sperrig daherkommt.

Ich bin gespannt, wie sie morgen früh sich am Pro Ergo bewährt.
Und ob Alles so passt, wie ich mir das vorgestellt habe.

Endo 21 – der Podcast – Folge 5 – Thermische Tests

In dieser Folge, die nun am Sonntag den 01. Februar um 21Uhr 12 erscheinen soll (hier gehts zu Spotify oder Apple) geht es um thermische Tests als Diagnostika.

Warum Tomas regelmäßig Wärmetests durchführt und ich sehr selten. Wie er konkret dabei vorgeht und warum wir das ganz anders machen.

Unsere 7. Hand am Zeiss Pro Ergo

Was hier im Bild zu sehen ist, ist nur ein Bruchteil, vermutlich weniger als ein Drittel der Teile, die ich in der letzten Woche für dieses Projekt 3D-gedruckt habe.

Für unsere Magnethalterung, unsere 7. Hand am OP- Mikroskop.

Die wir seit mindestens einem Jahr schon verwenden.

Letzte Woche habe ich mich entschlossen, die bestehende provisorische Befestigung auszutauschen. Nun sieht das Ganze so aus. Mehr Info dazu (und warum das immer noch nicht die endgültige Version ist, aber darauf hinarbeitet) auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

https://www.patreon.com/c/wurzelspitze?l=de

Berlin 2026

Auch im Bereich der Endodontologie ist Berlin 2026 die Hauptstadt.

Zwei (imho) sehr spannende Veranstaltungen finden im Herbst 2026 dort statt.

Anfang Oktober organisiert Dr. Domenico Ricucci das „Endo Sapiens„-Event mit spannenden Referenten & Themen.

Im November folgt dann die Jahrestagung der Neuen Gruppe unter dem Motto:

„Endo at it`s best“

See you there …

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (3)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier und hier berichteten wir bereits.

Integration in die Behandlungsergonomie
In der endodontischen Therapie wird bei uns der Laser nur relativ kurz im Verhältnis zur gesamten Therapiesitzung eingesetzt. Trotzdem muss das Gerät immer in Bereitschaft stehen. Wir haben das Cart zum Sky-Pulse-Versa mitgekauft. Dadurch ist der Laser mit geringem Aufwand ortsveränderlich. Benötigt wird lediglich ein 220-Volt-Anschluss.
Der Fotona Sky Pulse Versa hat einen Gelenkarm. Dieser ist weniger flexibel als ein schlauchartiges System. Deshalb muss das gesamte Gerät ggf. etwas in der Stellung verändert werden, um am Patienten angewendet werden zu können. Erschwert wird dies zudem durch das über dem Patienten befindliche Mikroskop. Der Laser wird per Fußpedal ausgelöst, deshalb muss dieses ebenfalls platziert werden.
Für den Lasereinsatz müssen alle im Raum befindlichen Personen Laserschutzbrillen aufsetzen und die Laserwarnleuchte an der Tür muss angeschaltet werden.
Dies unterbricht die gewohnte Behandlungsergonomie und benötigt etwas Zeit, um es in die gewohnten Abläufe fließend zu integrieren.
Für die 6-Handtechnik in der Assistenz sind ebenso Umstellungen notwendig. Die Platzverhältnisse werden eingeschränkter auf der rechten Assistenzseite. Die Anreicherung des Gelenkarmes erfordert einige Übung.
Dieser Aufwand lohnt sich aus unserer Erfahrung heraus.


Aufbereitung und Instandhaltung:
Hier gab es bei uns die meisten Probleme. Diese führten anfänglich zu monatelangen Ausfällen.
Deshalb sollte hierauf besonders Acht gelegt werden.
Es empfiehlt sich, in einer Praxis mit mehreren endodontischen Behandlungen am Tag mindestens zwei Handstücke inkl. Kupplung vorrätig zu haben. Für die LAI ist das Handstück HC 14-N notwendig. Ebenso sind mehrere Faserspitzen (Flat Sweeps 400/9 für SWEEPS und Radial Sweeps 400/9 für PIPS) und genügend Laserschutzbrillen (mindestens 3) notwendig.
Im Handstück ist ein Umlenkspiegel verbaut. Dieser muss regelmäßig kontrolliert werden und ggf. erneuert werden (Umlenkspiegel R0214, HC0214, ON88656).
Die Handstücke und Faserspitzen sind bis 134 Grad mit Sterilverpackung autoklavierbar. Das Handstück muss, obwohl Hohlkörper – das ist Herstelleranweisung – an beiden Seiten verschlossen sein, damit auf dem Umkehrspiegel keine Wasserflecken oder Ablagerungen entstehen. Diese können die Funktion des Laserstrahles verändern.
Die Desinfektion ist mit Thermodesinfektor oder manuell möglich.

Wartungs- und Reinigungsarbeiten
Über die Schaltfläche „Device Maintenance“ werden die Wartungsfunktionen aufgerufen:

1.Gerätewartung – am Gerät
Spray Refill: Startet den automatisierten Vorgang zum Nachfüllen des Wassersprays.
Wassersystem / Spraywasser
Bei Verwendung des integrierten Wasserbehälters empfiehlt Fotona:
A-dec ICX Wasserbehandlungstabletten (Kapazität für 0,71)
Wöchentliche mikrobiologische Überwachung der Wasserqualität
Spülen der Wasserleitungen nach jedem Patienten für 20–30 Sekunden
Verwendung von destilliertem Wasser empfohlen.
2. Reinigung des Kühlluftfilters
Reinigung oder Austausch mindestens 2 × pro Jahr
3. Deionisierungskartusche (Kühlkreislauf)
Austausch mindestens 1 × jährlich
Empfohlen: gleichzeitiger Wechsel der deionisierten Kühlflüssigkeit
4. Reinigung der Außenfläche des Gerätes:
nach jeder Behandlung mit einer nicht ätzenden Reinigungslösung (z. B. Wasser u. Seife)
Nie direkt mit Flüssigkeiten besprühen.

Wartung, die ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal erfolgen muss:

1. Kalibrierung des Leistungszählers: regelmäßig bzw. nach Bedarf
Leckstrommessung & Schutzleiterwiderstand: jährlich,
ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal
2. Sprayfilter
Reinigung oder Austausch mindestens 1 × jährlich
Nur durch qualifiziertes Fotona -Wartungspersonal
Technische Kontrollen

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Bezugnehmend auf unseren ENDO21 Podcast zur Pulpotomie …

Bezugnehmend auf unseren ENDO21 Podcast zur Pulpotomie hier ein paar Fakten aus dem Vortrag von Hal Duncan auf der SSE Jahres-Tagung letzte Woche in Bern.

Pathway to Your Pulps: Innovation, Evidence, Guidelines,
Current and Future Therapies

23 Millionen Endos werden lt offiziellen EU- Datenerhebungen pro Jahr durchgeführt, von denen ca. 50 % innerhalb der ersten 5 Jahre scheitern.

Frightened of the pulp ? 
ZM-Studenten haben einen hohen Stresslevel nach Pulpaeröffnung

Studie
Three year clinical and economical Evaluation of Selective Caries removal and full pulpectomy

Nach 3 Jahren 74% Erfolgsrate für SCR und 89% für total pulpotomy
Pulpotomy dauert länger und ist teurer

Erfolgsraten der direkten Überkappung
2 Gruppen
Gruppe 1 Desinfektion mit Kochsalz
Gruppe 1 Desinfektion mit NaOCl

Resultate nach 1 Jahr
Kochsalz-Gruppe 55 %
NaOCl-Gruppe 89%

Nach 4 Jahren
Kochsalz-Gruppe 7%
NaOCl-Gruppe 55%

33% Schmerzsymptomatiken
Kochsalz-Gruppe 62%
NaOCl-Gruppe 33%

Partielle Pulpotomie mit Biodentin 90 % Erfolgsquote nach 1 Jahr
Biodentine benötigt eine wesentliche höher Abbindezeit als vom Hersteller angegeben

Outcome partielle vs. Volle Pulpotomy
Nach 1 Jahr 88% PP vs 91,6 % VP

Vorgeschriebenes Behandlungs-Protokoll
Kofferdam, NaOCl Waschung, OPM, TCS Zement

Take Home message
Mehr Forschung ist notwendig
Minimal invasive Vorgehensweisen werden empfohlen (was immer das heissen mag)
Pulp Exposure Management ist technically sensitive

Auch in unserem ENDO212 Podcast bei Spotify und bei Apple Podcast werden Tomas Lang und ich über die SSE- Jahrestagung sprechen, genauer gesagt über den oben genannten Vortrag und über Yoshi Terauchis Vorgehensweise, die Wurzelkanalfüllung alleinig mit MTA betreffend.

Falls alles klappt, wird diese Podcast- Folge am Sonntag abend auf Sendung gehen. Die angekündigte reguläre Podcast- Folge kommt dann eine Woche später.

Ein frei programmierbarer Endo- Motor mit Apexlocator für 599,9 Euro ?

Achtung, ich habe mit diesem Motor nicht gearbeitet, finde aber, dass die Produkte von Woodpecker den Vergleich zu den Geräten der etablierten Grosskonzerne nicht scheuen brauchen. Und den Preis finde ich sensationell, deshalb von meiner Seite hier der Hinweis auf ein aktuelles Angebot von Einfach Dental.

Ich habe mit Einfach Dental nichts zu tun, aber natürlich noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Screenshot

Recalls

Heute erreichten mich Recall-Röntgenbilder einer 53-jährigen Patientin, bei der wir vor einem Jahr endodontische Behandlungen an den Zähnen 16 und 37 durchgeführt haben…

beide Zähne wurden in jeweils zwei Terminen (1.: 90 Min; 2.: 60 Min.) behandelt.

Die Präparation der Kanalsysteme erfolgte mit reziprok arbeitenden Instrumenten (R-Pilot, Wave One Gold 20; RECIPROC blue 25 und Wave One Gold 35). Für die Wurzelkanalfüllung wurden Guttapercha und BC Sealer high flow verwendet.

Es sieht so aus, als wäre die Therapie erfolgreich gewesen…

Prä-op vs 1 Jahr post-op

Freu :-)

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3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (2)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier berichteten wir in ersten Teil.

Laser wie funktioniert das?

Der Laser arbeitet wie ein optischer Verstärker, der konzentriertes Licht ausstrahlt. Die Energie wird entweder in einem Gas, einer Flüssigkeit oder einem Kristall bereitgestellt. Das Licht wird an parallelen Spiegeln reflektiert, die sich an beiden Seiten des Lasers befinden. Jedes Mal, wenn das Licht das flüssige, feste oder gasförmige Medium durchläuft, wird es von den Spiegeln erneut reflektiert.
Dieser Vorgang setzt sich so lange fort, bis alle Strahlen in eine einzige Richtung verlaufen und dadurch gebündelt werden. 
 Einer von beiden Spiegeln ist teilweise durchlässig. So wird es möglich, dass das gebündelte Licht als Laserstrahl austritt. In diesem Laserstrahl sind alle Lichtteilchen nicht nur gleich, sondern strömen auch in die gleiche Richtung.
Quelle: Wikipedia

PIPS und SWEEPS

SWEEPS ist eine spezielle Form der laserinduzierten Spülung in der Endodontie und eine Weiterentwicklung des PIPS‑Verfahrens. Sie dient dazu, Wurzelkanäle effektiver zu reinigen und zu desinfizieren.

Grundprinzip
Bei SWEEPS wird die Faserspitze des Er:YAG‑Laser in eine mit Spüllösung gefüllte Pulpakammer gerichtet.
Die Laserimpulse erzeugen sehr schnell entstehende und wieder kollabierende Dampfblasen in der Spüllösung, die starke Flüssigkeitsbewegungen und Schockwellen im gesamten Kanalsystem auslösen.

Unterschiede PIPS und SWEEPS

PIPS („Photon‑initiated Photoacoustic Streaming“) arbeitet ebenfalls mit photoakustischen Schockwellen, nutzt aber eine andere Pulsstruktur und Tip‑Geometrie (Spitze).
SWEEPS verändert Tip‑Design und Pulserzeugung (Adaptive Structured Pulse, ASP), um die Blasenbildung und -implosion noch besser zu steuern und so die Reinigungswirkung weiter zu steigern.

Klinischer Nutzen

Durch die erzeugten Schockwellen und den Aufbau von Scherspannungen (primäre Kavitation) in der Spülflüssigkeit werden auch schwer zugängliche Bereiche, wie Isthmen, laterale Kanäle, Hohlräume etc. besser erreicht und von Biofilm, Geweberesten und Debris befreit.

Literaturtipp zu PIPS und LAI:
International Endodontic Journal
Principle and antimicrobial efficacy of laser-activated irrigation: A narrative review
Maarten Meire, Roeland J. G. De Moor
10. Februar 2024
https://doi.org/10.1111/iej.14042

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Demnächst mehr…

Die siebte Hand

Bei der SSE – Jahrestagung in Bern habe ich letzte Woche über Ergonomieaspekte und den Einsatz von 3D- Druckern zur Arbeitsplatzorganisation gesprochen. Vorgestellt habe ich unter anderem auch unsere 6-Handtechnik beim endodontischen Arbeiten und auch unsere „Siebte Hand“ gezeigt: Eine Halterung am OP- Mikroskop, die eine magnetfixierte Ablage von Endoinstrumenten gestattet. So kann z.B. blitzschnell zwischen dem Behandlungsspiegel und dem Fotospiegel hin und her gewechselt werden. Die Magnetkräfte sind stark genug, um die Endo- Instrumente sicher zu fixieren. Das hätte ich am Anfang nicht zu hoffen gewagt, kann aber seit mehr als einem Jahr Nutzung vermelden, das noch kein einziges Instrument sich unbeabsichtigt gelöst hat.


Ein Video, das die Halterung in Aktion zeigt, findet sich auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

ENDO 21 – Der Podcast Folge 4 – Wann ist die Endo fällig und welcher Zahn ist es ?

Museum Reinhard Ernst Wiesbaden

In dieser Folge (hier gehts zu Spotify oder Apple) geht es um Diagnostik, um Anamnese, was unsere diagnostischen Favoriten sind, wie man okkulte Kanäle in der Untersuchung erkennt und was unsere konkrete Vorgehensweise bei Klopftests ist.

Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF für 2026

Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF.

Ohne DVT wäre der Zahn vermutlich nicht therapierbar gewesen.
Zumindest nicht mit dem gleichen positiven Ergebnis.

Zahn 35.

Wieder einer dieser extrem schwierig zu therapierenden Unterkiefer-Prämolaren.
Vertucci Typ 3, also eine 1-2-1 Konfiguration, wobei dies der eigentlichen Situation nicht gerecht wird, gab es doch auf Pulpakammerboden – Niveau keinen Hinweis, das intraradikuläre eine Aufzweigung in 2 Kanäle vorhanden ist. Der gemeinsame koronale Kanalanteil solcher Prämolaren ist in der Regel zumindest andeutungsweise oval, aber hier war er kreisrund wie der Vollmond.

Hinzu kamen in diesem Fall, dass es sehr enge Kanäle waren und der gemeinsame apikale Kanalanteil stark gebogen war.

So stark, das man förmlich bis in die Fingerspitzen spüren konnte, welche Kräfte bei der Aufbereitung auf unsere Nickel- Titan- Instrumente einwirkten. Und ich jederzeit damit rechnete, das es Fraktur des Instrumentes kommen könnte. Man merkte sofort, wenn die Instrumente in den gekrümmen apikalen Kanalanteil vordrangen.

Weshalb ich (unter Berücksichtigung des Dentin-Checks) bei einer Aufbereitungslänge von 23,5 mm als finales Aufbereitungsinstrument ein 25.06-Instrument verwendete und auf eine größere apikale Aufbereitung verzichtete und meiner 35er-Instrumente in der Schublade lies.

Das Ergebnis ?
Wenn es 2026 so weiter geht, bleibt alles gut…

p.s.: Vorher sehen diese Zähne immer so einfach aus…

p.p.s.: Hinterher sehen all diese Zähne immer so einfach aus …

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (1)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:YAG-Lasers von Fotona – SkyPulse Versa – entschieden.

Warum gerade Laser?
Nach dem Ausfall des SAF-Systems (Self-Adjusting File) habe ich versucht, einen möglichst adäquaten Ersatz zu finden, um die Desinfektion und Reinigung des Wurzelkanalsystems zu optimieren. 
Dabei kam nur die LAI – (Laseraktivierte Spülung mit Er:Yag-Laser) als Verfahren in Frage.

Begründung:
Physikalische Grundlagen
Er:YAG-Laser (2940 nm) werden extrem stark in Wasser und Hydroxylapatit absorbiert, erzeugen im Spülmedium ausgeprägte Kavitationsblasen und photoakustische Schockwellen (PIPS/SWEEPS).
​Diodenlaser (ca. 810–980 nm) werden vor allem von Pigmenten (Melanin, Hämoglobin) absorbiert, dringen tiefer in Gewebe ein und wirken primär photothermisch/antimikrobiell, nicht primär hydrodynamisch. Deshalb wird damit wahrscheinlich keine Smearlayer- und Debrisentfernung erreicht.
Spülwirkung / Debris- und Smearlayer-Entfernung
Er:YAG‑LAI, insbesondere PIPS/SWEEPS, erzeugt turbulente Strömungen, die in In‑vitro‑Studien Biofilm und Smearlayer entfernen können.
​Diodenlaser im „klassischen“ Intrakanal-Modus (Faser im trockenen oder nur leicht feuchten Kanal) zeigen deutlich geringere bis keine Smearlayer‑Entfernung; die Dentintubuli bleiben teilweise verschmiert.

Voraussetzungen für Laseranwendung in der Zahnmedizin:
Die Voraussetzungen für die Laseranwendung in der Zahnmedizin umfassen vor allem fachliche Qualifikationen, rechtliche Schutzmaßnahmen und Geräteanforderungen. In Deutschland müssen Zahnärzte spezifische Fortbildungen absolvieren, um Laser rechtssicher einzusetzen. Alle Anwendungen erfordern strenge Sicherheitsvorkehrungen gemäß MPG, OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) und DGZMK-Richtlinien.
D. h., vor Einsatz eines Lasers in der Praxis sind Fortbildungen und Qualifizierungen notwendig.

Warum Fotona?
Anhand meiner Recherche war die LAI mit PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) nur mit den Geräten von Fotona umsetzbar.
Andere Dental‑Laser können zwar ebenfalls LAI oder „laseraktivierte Spülung“ anbieten, unterstützen aber typischerweise nicht die proprietären PIPS®‑ oder SWEEPS‑Modi von Fotona.
Ob dies von Bedeutung ist, kann ich bis heute nicht sagen, da ich selbst keine Vergleiche gemacht habe und die Studienlage unzureichend bis fehlend ist.

Erfahrung im Umgang mit dem SkyPulse Versa.
Anfänglich hatten wir größere Probleme mit dem Gerät. Auf Wurzelspitze haben wir berichtet.
Nach nun 3 Jahren Erfahrung müssen wir festhalten, dass die Einweisung durch das Dentaldepot nicht optimal war. Auch war die Unterstützung durch Fotona am Anfang nicht optimal. Die Ausfälle des Geräts waren nun mit Abstand betrachtet zu 80 % Anwender- und Wartungsfehler. Im letzten Jahr hatten wir keine Ausfälle, nach Einhaltung aller Wartungsarbeiten und Pflegeintervalle. Prüfungen des Gerätes müssen nach Wartungs-/STK-Protokoll für Lasergeräte nach § 11 MPBetreib m mindestens alle 24 Monate erfolgen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Demnächst mehr…

Endo21 Podcast Folge 2 – Frage und Antwort

Unsere erste ENDO21 Rubrik Frage&Antwort ist aufgenommen.

Bezugnehmend auf die Podcastfolge 2 „Management der tiefen Karies und Vitalerhalt der Pulpa“ wurden folgende Fragen gestellt: „Wie sollte eine Caries Profunda-Behandlung oder direkte Überkappung durchgeführt werden und welche Materialien sollten verwendet werden?“

Zu finden ist die Audio-Datei auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite.

Viel Spass damit.

https://www.patreon.com/c/wurzelspitze?l=de

ENDO 21 – Der Podcast Folge 3 – Pulpotomie – die neue Art der Wurzelkanalbehandlung?

Dentintubuli ? Kunstwerk Hamburg Kunsthalle !

In dieser Folge geht es darum, warum Tomas und ich am Anfang unseres dentalen Werkens die Endo gerne vermieden haben, um die Pulpotomie als hochgelobte neue Art der Wurzelkanalbehandlung, über MTA als Wunderstoff, über Obliterationen und warum das ein zweischneidiges Schwert ist.

Bestes Recall ever

Hier mein erfreulichstes Recall, seit ich vor 26 Jahren Examen gemacht habe…

bei dem heute 16-jährigen „Josh“ haben wir vor gut zwei Jahren eine endodontische Behandlung durchgeführt.

Die Ursache für die Pulpanekrose des Zahnes 11 (sowie die ungewöhnliche Wurzelform) bleiben unklar.

Innerhalb eines Jahres hatte der Junge eine massive Osteolyse in Regio 11 entwickelt.

Alio loco gelang es nicht, dass Kanalsystem zu finden.

Mit etwas Mühe&Vergrösserung gelang uns dies.

In zwei Terminen konnten wir die Behandlung abschliessen.

Hier die Recalls nach einem bzw. zwei Jahren:

Die vormalige „Zyste“ ist rein durch die endod. Massnahmen verheilt….

Ich LIEBE Endo

Betriebswirtschaft

In meiner Praxistätigkeit war die betriebswirtschaftliche Seite lange völlig außen vor.
Immer, wenn ich glaubte, jetzt bist Du halbwegs auf der Spur, bekam ich zeitnah einen Dämpfer.
Im letzten Jahr habe ich mal wieder ein Seminar zu diesem Thema besucht und dabei eine Online-Vorlesung in mehreren Folgen kennengelernt. Mein Eindruck: sehr empfehlenswert.
Für alle, die dies noch nicht kennen: Hier der Link.
BWL in der Praxis für Zahnärztinnen und Zahnärzte von Prof. Bischoff.

Wieder mal ein Zahn für die Zange, oder ? Fall 1 (II)

Wie hatte ich bei der Erstvorstellung dieses Falles geschrieben ?

„Die im Röntgenbild als mottenfraßähnliche Aufhellung an Zahn 21 imponierende Zahnhartsubstanzveränderung im ansonsten weitestgehend füllungsfreien Gebiss legt den Vedacht nahe, dass es sich eben nicht um eine massive Karies an diesem prominenten Oberkiefer-Frontzahn sondern vielmehr um eine externe Resorption handelt. Der Patient ist zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 51 Jahre alt, möchte den Zahn behalten, scheut aber ein wenig die zahnärztliche Behandlung an sich und auch die lange Anfahrt von ca 80 km und möchte natürlich prognostische Sicherheit, die Behandlung betreffend.“

Wie ging es weiter ?
Nach einer gewissen Bedenkzeit entschied sich der Patient für eine Behandlung bei uns in der Praxis. In der ersten Sitzung erfolgte nach Anästhesie palatinal die explorative chirurgische Aufklappung.

Hier ein paar klinische Fotos, welche den Zustand in situ belegen.

Das eingewucherte Granulationsgewebe hatte eine eher weiche, glibbrige Konsistenz. Es kam nur wenig zur Blutung und das Gewebe konnte relativ einfach als Ganzes ausgeschält werden.

Nach Entfernung des erweichten Dentins stellte sich der Zahn dann wie im letzten Bild zu sehen dar. Die Pulpa schimmert durch beziehungsweise ist minimal eröffnet.

Jetzt die Frage ?

Wie weiter vorgehen ?

Hier noch mein Abschlussbild nach Kavitätenverschluss. Verwendetes Material wie immer in solchen Fällen Shofu Beautifil Flow Plus F00 BW. Die weisse Farbe wegen der guten Abgrenzbarkeit von Füllung und Zahnhartsubstanz für eine zukünftige ZE Versorgung, sofern notwendig, das Material per se wegen seiner von mir geschätzten Eigenschaften, die Applikation betreffend.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

ENDO 21 – Der Podcast Folge 2- Wie erhalte ich die Pulpa und vermeide ich die Endo und warum das fatal sein kann

Hamburg, Regen…

Die erste Folge von Endo21 – der Podcast war eine Einführung: Was haben wir vor, wie läuft alles ab ? In der zweiten Folge, die am 04. Januar 2026 um 21 12 Uhr ersterscheint bei Spotify und Apple, starten wir mit der Endo.

Mit der Frage – wie kann man Pulpen erhalten, indem man Karies NICHT entfernt.
Und wie genau verläuft der schmale Grat zwischen so viel wie notwendig aber auch so wenig wie möglich. Was also ist die ideale Art der Caries Profunda Behandlung ? Und wann ist die durchgeführte Caries Profunda Behandlung nur eine Vermeidungs-Strategie ?

ENDO21 – Der Podcast: Folge 1 – Eine Einführung

Die erste Folge unseres Endodontie- Podcasts „ENDO21 – Wurzelkanalbehandlung weitergedacht „geht heute abend pünktlich auf Sendung. Und von nun an dann immer Sonntags um 21:12 Uhr. Woche für Woche.

Abrufbar bei Spotify und auch bei Apple Podcasts

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Tomas Lang und ich reden darüber, warum man Podcasts machen sollte, warum ENDO21 so und nicht anders heisst und das einer von uns Podcasts liebt und der andere dem Medium reserviert gegenübersteht, sich aber trotzdem überreden liess. Es geht um Haftcreme als Hilfsmittel für die Kofferdam- Applikation, wir reden darüber, was falsch läuft an deutschen Universitäten und warum dies in anderen Ländern besser funktioniert.

Ganz wichtig.
Der Podcast lebt von den Rückmeldungen, Fragen und Kommentaren.
Also bitte zur jeweiligen Folge die Kommentar- Funktion hier nutzen.

Ziel ist es, auf die Fragen, Kommentare und Anregungen in einer speziellen Feedback – Folge einzugehen, exklusiv für unsere WURZELSPITZE -Patrons auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

Wieder ein Zahn für die Zange, oder ? (III)

Alle guten (oder schlechten ) Dinge sind drei.
Noch ein Resorptionsgeschehen an einem Zahn 21. 16 jähriger Patient. Traumageschehen. Zähne waren zu lange ausserhalb des Mundes nach Unfall.
Zeitgewinnen durch palliative Behandlung ?
Oder besser Finger weglassen ?

p.s.: Der Zahn 11 bleibt aussen vor. Es geht nur um Zahn 21…

Wieder ein Zahn für die Zange, oder ? (II)

Es geht natürlich immer noch ein bisserl mehr.
Wer in selbstvertrauendem Optimismus oder gegebenenfalls auch selbstvertrauender Selbstüberschätzung solche Fälle wie den zuletzt gezeigten Resorptionsfall als „machen wir schon“ abtut und dem eine Erfolgsgarantie einfordernden Patienten eine zwar nicht 100%ige, aber doch realistische langfristig vorhersagbare Prognose suggeriert, dem sei als nächste Stufe der Herausforderung dieser Fall hier in die Hand gegeben. Und ja, der Zahn des aus der Erinnerung heraus zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 20 jährigen Patienten ist kariesfrei und Beschwerden hat der Patient keine.

Und wieder der Frage: Wer springt? Wer verweigert das Hindernis ?

Wieder mal ein Zahn für die Zange, oder ? (I)

Die im Röntgenbild als mottenfraßähnliche Aufhellung an Zahn 21 imponierende Zahnhartsubstanzveränderung im ansonsten weitestgehend füllungsfreien Gebiss legt den Vedacht nahe, dass es sich eben nicht um eine massive Karies an diesem prominenten Oberkiefer-Frontzahn sondern vielmehr um eine externe Resorption handelt. Der Patient ist zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 51 Jahre alt, möchte den Zahn behalten, scheut aber ein wenig die zahnärztliche Behandlung an sich und auch die lange Anfahrt von ca 80 km und möchte natürlich prognostische Sicherheit, die Behandlung betreffend.

Was also raten ?

Einundzwanzig Zwölf Einundzwanzig Zwölf

2112 <=> 2112

Ok, Countdown läuft.

Am 21. Dezember um 21 Uhr 12 ist es soweit.

Die erste, nullte Folge unseres Endodontie-Podcasts ENDO21 geht auf Sendung.
Ist das, was man einen Trailer, eine sneak preview nennt.


Mehr als 21 Folgen haben wir, das sind Tomas Lang und ich, Ha-Wi Herrmann bereits vorproduziert. Für Tomas ist es business as usual, hat er doch schon weit über 100 Folgen seines Podcats-Formates INTRADENTAL abgeliefert.

Für mich ein absolutes Novum.
„Neuland“, um mit der ehemaligen Bundeskanzlerin zu sprechen.

Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht, kann es so gar nicht einschätzen, zumal ich bisher mit dem Medium stark fremdelte und bin jetzt einfach nur froh, dass es losgeht.

Wo kann man den Podcast beziehen ?
Zunächst bei Spotify, bei Apple dann – irgendwelchen Regularien geschuldet – ein paar Tage später.

Die Folgen kommen im Übrigen immer wöchentlich. Das erste Halbjahr 2026 ist also schon mal der Inhalt gesichert und falls das Feedback positiv ist, produzieren wir in gleichem Tempo weiter.

Also – los geht´s.

ENDO 21
Wurzelkanalbehandlung weitergedacht.
Mit Tomas Lang und Hans-Willi Herrmann

Obliteration OK Molaren (I)

Momentan häufen sich bei uns die klinischen Fällen bei denen es den Kollegen nicht möglich ist alle Kanalsysteme zu finden..

anbei unsere zwei jüngsten Beispiele der letzten Tage…

ich persönliche verwende gerne überlange Rosenbohrer (Munce) zur Darstellung.

Nach initialer Darstellung kommen dann reziprok arbeitende Instrumente zum Einsatz.

Zumeist R-Pilot und RECIPROC blue Instrumente.

Insgesamt versuche ich den Einsatz von Handsintrumenten möglichst gering zu halten…

Fall Eins. Zahn 26

Fall Zwei: Zahn 26

Vergebliche Kanalsuche mesio-bukkal (Zahnverfärbung durch Ledermix-Einlage)
Initiale Darstellung

Röntgenrätsel Auflösung

Diese Röntgenbilder erreichten uns.
Fragestellung:
26 mesial im Approximalraum zeigt sich eine „pulpadichte“ Struktur. Vor 2 Jahren war dies noch nicht zu sehen.

Was könnte das sein?

Hier handelt es sich um einen Milchzahnrest. Klinisch und röntgenlogisch zusammen war dies erkennbar.
Klinisch zeigte sich der Befund zuerst, da die Teilkrone dezementiert war. Der Patient gab an seit einiger Zeit im Approximalraum Beschwerden zu verspüren. Er hat mit dem Interdentlbürstchen besonders intensiv gereinigt, da er eine Entzündung des Zahnfleisches dort hatte.
In der Anamnese wurde die Einnahme monoklonaler Antikörper ermittelt. Deshalb wurde ein Röntgenbild angefertigt um differentialdiagnostisch eine Knochennekrose auszuschließen.

Circus Dentale – Ein Buch für den dentalen Weihnachts-Gabentisch

Christoph Mahlke, eifriger Wurzelkanalbehandler in eigener Praxis und langjähriger WURZELSPITZE-Leser hat sein erstes Buch geschrieben.
Und nicht zwingend, aber doch naheliegend, hat es die Zahnmedizin zum Thema. Vielleicht was für den Gabentisch und die hoffentlich besinnliche Zeit zwischen den Jahren, die endlich die Muße zum Schmökern daherbringt.
Aber lassen wir den Autor doch selbst zu Wort kommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wer von uns kennt ihn nicht? Den anstrengenden, aber manchmal auch urkomischen Alltag zwischen Wurzelspitze und OP-Mikroskop? Jeder von uns könnte sofort mehrere bemerkenswerte, seltsame oder lustige Geschichten erzählen, oder?

Im vergangenen Jahr habe ich darüber ein Buch geschrieben. Es heißt „Circus Dentale“ und erscheint im Chiemsee Verlag. Es ist das erste Buch, das sich vor allem unserem Berufsleben als Endosiasten widmet. Mit fachlichem Ernst, aber auch mit einem Augenzwinkern. Und ganz nebenbei streift es auch andere Fachrichtungen. Ein bisschen „Darm mit Charme“, ein bisschen „Geständnisse eines Küchenchefs“.

Ich lade euch herzlich ein, einen Blick hineinzuwerfen. Vielleicht entdeckt ihr euch selbst in der einen oder anderen Episode oder findet ein paar Momente zum Schmunzeln.

Liebe Grüße und eine nicht ganz so stressige Vorweihnachtszeit!

Christoph Mahlke

P.S.: Das Buch erscheint pünktlich vor dem Weihnachtsfest nächste Woche Dienstag und ist via Amazon bestellbar

Obliteration Zahn 33

Bei der nachfolgenden Patientin war anhand des OPGs u.a. aufgefallen, dass bei Zahn 33 eine apikale Parodontitis bei ausgeprägter Obliteration des Kanalsystems bestand.

Die Hauszahnärztin leitete daraufhin eine endodontische Therapie ein, die allerdings abgebrochen werden musste, da es nicht gelang das Kanalsystem zu lokalisieren

Röntgenaufnahme alio loco

Als sich die Patientin bei uns vorstellte, zeigte sich folgendes Bild.

Prä-OP
Kanalsuche viel zu weit bukkal

Wie zumeist war die Kanalsuche zu weit bukkal erfolgt…

Mit etwas Erfahrung und dem Wissen der DVT Informationen war das Auffinden kein wirkliches Problem.

Präparation bis ISO 35
Blick auf das Wurzelfüllmaterial – die weiteren Kanalabscnnitte wurden schrittweise mit Komposit gefüllt.
Post-OP

Trotz unnötigem Substanzverlust schätze ich die Prognose als gut ein…

Pr-OP vs. Post-OP

Röntgenrätsel

Diese Röntgenbilder erreichten uns.
Fragestellung:
26 mesial im Approximalraum zeigt sich eine „pulpadichte“ Struktur. Vor 2 Jahren war dies noch nicht zu sehen.

Was könnte das sein?

Der Bereich ist rot gekennzeichnet.

Geschichten aus dem Endozän – Der Ring ohne Worte

Ein Konzertabend in der Elbphilharmonie. Ein Dirigent von der Sorte „muss man einmal im Leben erlebt haben“. Ein Orchester, das klingt, als hätte jemand den Begriff Weltklasse neu definiert.
Und dann – an der Garderobe – ein Satz, der alles auf den Kopf stellt.

Wie kann ein Moment, der für den einen zu den größten überhaupt gehört, für den anderen „ganz grauenhaft“ sein?

Und – was hat das mit Endodontie zu tun?
Mehr, als man denkt.

Denn genauso wie ein musikalisches Meisterwerk kann auch die beste endodontische Arbeit von manchen Menschen komplett verkannt werden.

Warum das so ist, warum es uns trifft – und warum es trotzdem absolut kein Grund ist, sich entmutigen zu lassen – davon erzählt diese neue Episode der „Geschichten aus dem Endozän“.

Es geht um Leidenschaft.
Es geht um Erwartungen.
Es geht um Kritik – faire, aber vor allem um die ungerechtfertigte, die laute, die absurde.
Die Art von Kritik, die manchmal mehr über den Kritiker verrät als über die eigene Arbeit.

Die komplette Geschichte findet sich auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite.

Und es geht um die Frage:
Wie bleibt man seinen Weg treu, selbst wenn andere laut „GRAUENHAFT!!!“ rufen?

Perforierende Resorption Zahn 22 (I)

Im Februar diesen Jahres stellte sich der damals 58-jährige Patient erstmals bei uns vor. In der Oberkieferfrontzahnregion links hatte sich vor einiger Zeit erstmals ein Fistel gebildet.

Das daraufhin vom Hauszahnarzt erstelle Einzelzahnröntgenbild zeigt Folgendes:

Da der Patient maximal am Zahnerhalt interessiert war erfolgte bei uns eine weitere Röntgendiagnostik mittels DVT.

Hier ein Screenshot, der das Außmass der perforierenden internen Resorption zeigt…

Was nun?

Totgesagte leben länger… manchmal wenigstens

Was soll hier schon der Rede wert sein ?
Zwei Zähne, versehen mit Kunststoff-Füllungen, die aber eigentlich schon längst eine Kronenversorgung verdient gehabt hätten.

Das dazugehörige Röntgenbild zeichnet dann aber doch ein anderes Bild. Insbesondere der riesige Substanzverlust vestibulär an Zahn 33, von dem nicht klar ist, ob es sich dabei um eine profane profunde Karies oder um eine externe Resorption handelt, lässt auf die Frage nach einem möglichen Zahnerhalt eigentlich nur die Antwort zu: Sicher nicht. Hier scheint die Extraktionszange das einzig sinnvolle Werkzeug zu sein.

Wir sind trotzdem einen anderen Weg gegangen. Der Patient, Ehemann einer Klassenkameradin, fragte mich, und diese Frage wird uns ja immer wieder gestellt, ob es nicht doch eine Möglichkeit der Zahnerhaltung gäbe und was ich täte, wenn es mein Zahn wäre.

Und so haben wir es dann auch getan. Schritt für Schritt die Erhaltungsfähigkeit des Zahnes evaluiert und in der Behandlung vorangeschritten. Kariesexkavation, mikroinvasive Aufklappung zur Darstellung des Kavitätenrandes, Wiederherstellung der verloren gegangenen Zahnhartsubstanz durch Composite-Füllungen, Wurzelkanalbehandlung.
Und dann der Recall nach 6, 18, 42 und 90 Monaten.

Das zu Beginn gezeigte Foto ist also nicht der Ausgangsbefund.
Sondern die Situation 7,5 Jahre nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung.
Gut sichtbar an Zahn 44 die initiale Abdichtung am Kavitätenrand in opak hellweiss, was ich tue, um dem Hauszahnarzt bei der Kronenpräparation die Unterscheidung von Zahnsubstanz und Füllungsmaterial zu erleichtern. Letzteres ist bis heute nicht passiert.

Die Zähne haben dennoch die Zeit gut überstanden.
Und wir können davon ausgehen, dass diese Zähne, denen die Zange nahegelegt wurde, auch weiterhin noch eine längere Zeit im Mund bleiben werden.

Können wir also stolz auf das Erreichte sein ?
Der Patient freut sich jedenfalls.

Hier die Röntgenbilder.

16 mit Problemen (2)

Hier berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Zuletzt war die Patientin bereit, den Zahn 16 entfernen zu lassen, um endlich wieder beschwerdefrei zu sein. Die Beschwerden treten beim Essen auf und klingen erst nach einer Weile wieder ab.

Was tun?

  1. Anamnese prüfen:
    Zunächst sollte die allgemeine Anamnese des Patienten nochmals kontrolliert werden. Traten Veränderungen ein, wie ungewöhnliche Stresssituationen, Ernährungsumstellungen etc.
    Zudem sollten Veränderungen im Zahnbereich, wie neuer ZE oder Schiene, bekannt sein.
  2. Okklusions- und Artikulationsprüfung.
    Auch wenn diese bereits erfolgt sind, sind Veränderungen möglich. Meistens wurde dies unter Anästhesie kontrolliert und zuvor hatte der Patient lange Zeit den Mund geöffnet.Vodafone
    Bei Schmerzsensationen, wie in diesem Fall, prüfe ich, ob ich einen Schmerzpunkt auf der Okklusionsoberfläche identifizieren kann.
    ( Funktionelle Untersuchungstechniken zu möglichen Strukturveränderungen zu erkennen sind wichtig. Einzigste mir bekannte Fortbildung dazu, die ich empfehlenswert finde, ist: https://www.westerburgerkontakte.de/seminare/fdt-2-a-und-b-manuelle-funktions-und-strukturdiagnostik-sowie-therapie-5063.html )
  3. Palpation im Vestibulum und ggf. Lineal oder Polatonal auf schmerzauslösende Bereiche oder spürbare Schwellungen.

Bei der Patientin war der schmerzauslösende Bereich auf dem palatinalen Höcker.
Die Palpation ergab keine schmerzhaften Punkte oder Schwellungen.
In der allgemeinen Anamnese war tatsächlich eine stressbedingte Veränderung eingetreten. Sie hatte ein Schlafdefizit, da ihre Tochter seit einigen Wochen krankheitsbedingt nicht mehr durchschlief.
Aus diesen Daten und dem klinischen Bild des massiven Biofilms in der palatinalen Wurzel war der Verdacht naheliegend, dass die Ursache im palatinalen Bereich liegt. Die geschwollene Kieferhöhlenschleimhaut war ein weiterer Hinweis. Laut HNO liegt es an einer mangelnden Belüftung.

Die Patientin war mit einem weiteren Versuch des Zahnerhaltes einverstanden. Wollte aber aus Kostengründen keine weiteren Behandlungstermine. Deshalb entstand eine Hopp-oder-topp-Situation.
In dieser nachfolgenden Behandlungssitzung habe ich palatinal bis #60 (Mtwo) aufbereitet, da der Spanraum bis #50 nur wenig bis kein Wurzeldentin zeigte. Das apikale Foramen war nach Modifizierung der Zugangskavität einsehbar und mit einem aufgebogenen Microdebrider konnte ich zudem einen Großteil des sichtbaren Sealers periapikal entfernen. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und Debrisentfernung mit EDTA 17 % erfolgte der apikale Verschluss mit ProRoot MTA. Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und als Sealer wurde BC-Sealer Highflow verwendet.
Zum Recalltermin nach 6 Monaten erschien eine überglückliche Patientin, die seit dem letzten Behandlungstag vollkommen schmerzfrei war. In den letzten 6 Monaten hatte sie auch keine Sinusitis mehr. 
Anbei die Röntgenbilder. 

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

München – der Endgegner für Wohnungssuchende

Wer meint, in New York oder Tokyo eine Wohnung zu finden, sei schwierig, dem sei gesagt, für den wahren Endgegner muss man nicht um die halbe Welt reisen, sondern nur nach München.

Unsere Tochter hat ihr Studium erfolgreich hinter sich gebracht und, was heutzutage auch nicht mehr ganz so einfach ist, direkt im Anschluss ihre erste Stelle als Architektin angetreten.

Soweit so gut.
Aber es scheint möglicherweise eine kurze Episode in ihrem noch jungen Berufsleben zu werden, denn es ist offensichtlich unmöglich, in München eine Mietwohnung zu finden. Dabei sollten nur ganz wenige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Wohnung sollte einigermaßen zentral gelegen sein, weniger als 10.000 Euro Miete pro Monat kosten und nicht so aussehen, als habe diese als Kulisse für die Taten des Serienkillers aus David Finchers Film „Sieben“ gedient.

Übertrieben ?
Leider nicht, denn gerade Letzteres mit massiven Blutspuren im Hausflur wurde bei einer Besichtigung am Samstag vorgefunden und das ist auch der Grund, warum ich diesen Hilferuf absende.

Es gibt die Theorie der „six degrees of separation“.
Die These also, dass jeder Mensch auf der Welt über 5 Personen mit jeglicher Person auf der Welt in Kontakt kommen kann.

Und hier mein Aufruf.
Wer kennt jemanden, der eine Mietwohnung in München anbietet, oder jemanden kennt, der jemanden kennt …

Das es sich bei unserer Tochter um einen vorbildlichen Mieter handelt (sie nicht raucht, weder bewussteinserweiternde noch bewusstseineintrübende Drogen jemals genommen hat und dies auch zukünftig für sich ausschliesst, nicht laut Musik hört, keine Haustiere hat und ihre Eltern ihre Bonität sicherstellen) muss, glaube ich, nicht extra erwähnt werden.
Ich tue es dennoch, um wirklich auch die letzte Unsicherheit auszuräumen.

Für jegliche Hilfe (EMAIL h_w_h@gmx.de) sind wir unendlich dankbar.
Vielen vielen Dank im Voraus.

Cuba, quiero bailar la salsa…

„Kuba, ich will Salsa tanzen.“
Sangen die Gibson Brothers.

1979 war das.
Ich war 16.
Und der Song lief in der Tanzschule.

Das Lied ist der Patientin vermutlich ebenfalls noch im Kopf, denn sie ist ein Jahr älter als ich.
Und ihr war sicherlich gar nicht zum Tanzen zumute war, als sie im Januar 2022 im Urlaub auf Kuba von starken Zahnschmerzen an Zahn 47 heimgesucht wurde.

Der Zahn 47 war im Frühjahr 2021 vom Hauszahnarzt wegen einer Karies wurzelkanalbehandelt worden. Auf Kuba wurde der Zahn trepaniert und dann offengelassen.

Zurück aus dem Urlaub sorgte die Patientin einen endoversierten Kollegen auf, der aber nicht weiterkam und dann die Patientin an uns verwies. Sehr zum Unbill des Hauszahnarztes, der zur Patientin sagte, wir könnten auch nichts anderes machen, als er schon gemacht habe.

Die Behandlung bei uns sah zunächst die Entfernung des Metallstiftes in der distalen Wurzel vor, dann die WF- Revision. Der Zahn präsentierte sich mit einer massiven Gangrän im C- förmigen Kanalsystem.

Nach Wurzelkanalfüllung am 07.04.2022, welche die exotische Anatomie des Wurzelkanalssystems offenbart, zeigten die weiteren Nachkontrollen nach 6 Monaten, weiteren 12 und 24 Monaten am 18.11.2022, 17.11.2023 und 21.11.2025 die kontinuierliche Verbesserung der apikalen Knochensituation bis hin zur vollständigen Ausheilung.

WF – Kontrolle

Recall nach 6 Monaten

Recall nach 18 Monaten

Recall nach 42 Monaten

16 mit Problemen

Erstmals stellte sich die Patientin im Frühjahr 2024 in unserer Praxis vor.
Sie hatte Beschwerden am Zahn 16. Diese waren latent da. Nichts Dramatisches, sagte sie, aber so, dass sie auf der rechten Seite nichts Festes mehr kauen konnte.
Vor einigen Jahren wurde der Zahn 16 endodontisch behandelt. Dieser konnte als Ursache identifiziert werden.
Der klinische Befund: 
– Kunststofffüllung om, mit Verfärbungen am Füllungsrand, circumferent,
– Lockerungsgrad 0,
– keine pathologisch erhöhten Sondierungstiefen,
– Perkussionsschmerz okklusal.

Röntgenologisch fiel eine unvollständige, nicht randständige Wurzelfüllung auf. Apikal war im 2D Röntgen palatinal ein verbreiterter Desmodontalspalt erkennbar. Zudem periapikal gelegene Sealerreste. Im angefertigten 3D Bild imponierte distal apikal eine hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis mit trichterförmiger apikaler Veränderung des Foramen apikale. Mesial apikal zeigte sich ebenso eine hypodense, weichteildichte Struktur.

Die Therapie war eindeutig: Revision 16. Die Patientin wünschte den Erhaltungsversuch.
Nach Anästhesie, präendodontischem Aufbau unter Kofferdam und Entfernung des WF-Materials fiel ein Biofilm um die palatinale Guttapercha auf. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % mit Schall und Ultraschall sowie maschineller Aufbereitung bis apikal #25 erfolgte eine CaOH-Einlage.
Zum zweiten Termin nach 14 Tagen berichtete die Patientin über eine geringfügige Besserung. Aber der Zahn war noch nicht belastbar. Es erfolgte keine Wurzelfüllung, sondern die nochmalige Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % sowie die apikale Aufbereitung mesial und distal bis #35, palatinal bis #45 und danach die Einlage mit CaOHJ. Die palatinal apikal gelegenen Sealerreste konnten nur dezent orthograd entfernt werden.
Die CaOHJ Einlage sollte 3 Monate verbleiben.
Zur Kontrolle nach 3 Monaten berichtete die Patientin über mehr schmerzfreie Zeiten, aber in den letzten 2 Wochen über eine wiederkehrende lästige Beschwerdesituation.
Der Wunsch zur Entfernung des Zahnes kam nun erstmals auf.

Was nun? Was sollte man der Patientin raten oder tun?


50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (39) – Die Baustellenampel

Was haben eine nervige Baustellenampel, Schüler auf dem Zebrastreifen und eine auf Endodontie limitierte Praxis gemeinsam? Mehr, als man denkt. Eine alltägliche Beobachtung auf dem Weg zur Arbeit entpuppt sich als überraschende Parallele zum Praxisalltag – und zeigt, warum weniger manchmal deutlich mehr ist.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein kleiner Eingriff in den Verkehrsfluss den Blick auf Effizienz, Ruhe und strukturiertes Arbeiten verändern kann? Ein scheinbares Ärgernis wird zum Aha-Moment – und offenbart, weshalb klare Wege und definierte Abläufe nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Zahnmedizin den Unterschied zwischen Chaos und entspanntem Durchgleiten ausmachen.

Die Auflösung gibt es auf unserer Patreon- Homepage.
Vielleicht auch dort mal vorbeischauen…

Constantin – perforierende externe Resorption nach Trauma

Der heute 15-jährige Constantin erlitt 2019 beim Hochlaufen einer Rutsche ein Frontzahntrauma an Zahn 21 im Sinne einer Dislokation mit unkomplizierter Kronenfraktur.

Im Weiteren wurde der Zahn für einige Zeit geschient und der Zahnhartsubstanzdefekt mittels Kompositfüllung restauriert.

Bis zum März 2025 traten keine Probleme auf. Dann jedoch entwickelte der Junge ein ausgeprägtes Schmerzbild inklusive Schwellung, sodass alio loco nach anfertigen eines Röntgenbildes eine endodontische Therapie eingeleitet wurde.

Röntgenbild Regio 21 mit massiver externer Resorption (März 2025)

Wir sollten schliesslich entscheiden, ob ein Erhaltungsversuch Sinn ergab.

Trotz unklarer Prognose entschieden wir uns mit Patient und Eltern für eine endodontische Therapie.

perforierende externe Resorption Zahn 21
perforierende externe Resorption Zahn 21

Intrakanaläre Blutung aus Perforation

Als medikamentöse Einlage wählten wir Metapex (das beim Einbringen durch die Perforation in das periapikale Gewebe austrat)

Im zweiten Termin wurde die resorptionsbedingt perforierte Apikalregion mit MTA verschlossen und das restliche Kanallumen mit Sealer und Guttapercha aufgefüllt.

MTA Plug und Backfill mit Guttapercha & BC Sealer high flow

Diese Woche stellte sich der Junge zum ersten Recall nach gut sechs Monaten wieder bei uns vor.

Es sieht so aus, als würde die Therapie deutlich anschlagen…

Recall sechs Monate post op (inkl. Resorption des ausgetretenen Metapex)
Prä- vs. 6 Monate post-op

Dentapen – ein Resümee über 4 Jahre

von Olaf Löffler

Vier Jahre lang war der Dentapen ein fester Bestandteil unseres Praxisalltags – begleitet von vielen positiven Patientenreaktionen, technischen Besonderheiten und auch unerwarteten Herausforderungen.

Nun ist seine Einsatzzeit vorerst vorbei, und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wie hat sich das Gerät im täglichen Einsatz bewährt?
Welche Auswirkungen zeigte es bei Patienten und Behandlern?
Und lohnt sich die Investition überhaupt?

Wer das vollständige Resümee lesen möchte, findet den ausführlichen Artikel auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite. Dort veröffentlichen wir regelmäßig zusätzliche Inhalte, Hintergründe und Praxisberichte für alle, die sich für moderne Zahnmedizin und insbesondere die Endodontie interessieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Es ist zum Heulen (II)

Letzte Woche Mittwoch folgte also die angekündigte Trepanation und Med.-Einlage (Ledermix).

Das sehr junge Mädchen hat suuuuuuper mitgemacht und so konnten wir die erste Hürde nehmen.

Der Rest wird ein Spaziergang (= Med Wechsel) und dann gilt es „Daumen zu drücken“…

Ein Zahn mit Ansage – Recall

Über diesen Fall habe ich hier berichtet.

Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 18 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche voranschreitende Heilungstendenz.

Röntgenbild zum Wochenbeginn – oder – Danke DVT

Ist doch ein einfacher Zahn, dieser Zahn 36.

Ja, war er auch.

Aber nur, weil wir dank DVT wussten, wonach und wo wir suchen mussten.

Hier die Röntgenbilder ohne viel Aufhebens.
Röntgenbild 1 vor Behandlungsbeginn ,die Krone war verlustig gegangen.


Dann das Kontrollröntgen nach WF.
Immer noch ein sehr unauffälliger Zahn, wenngleich man in der distalen Wurzel eventuell schon einen zweiten Kanal erahnen kann.

Und die erste WF- Recall-Kontrolle 7 Monate nach Wurzelkanallfüllung, die nun endlich die wahre Anatomie, nämlich 5 Kanäle mit separatem Kanalausgang erkennen lässt, Zwischenzetilich erfolgte die Versorgung des Zahnes mit einer Krone durch den Überweiser. Auf die progrediente Karies distal von Zahn 35 wurde der Patient erneut hingewiesen.

ELM – Welche Apexlokatoren nutze ich und vor allem – wie nutze ich diese ????

Apexlokatoren gehören längst zur Standardausstattung – doch wer täglich damit arbeitet, kennt ihre Eigenheiten: nervöse Anzeigen, abweichende Messwerte, unsichere Grenzbereiche.
In meinem neuen Beitrag exklusiv für unsere Patreon-Unterstützer zeige ich, welche Geräte sich in meiner Praxis langfristig bewährt haben, warum der Wechsel vom Root ZX zum Root ZX Mini nicht nur technisch, sondern organisatorisch Sinn ergab – und weshalb das Raypex 6 plötzlich positiv überraschte, obwohl seine Vorgänger alles andere als überzeugend waren.

Außerdem erkläre ich, wie wir in der Praxis mit der systemimmanenten 95 %-Problematik umgehen – und wie wir über viele Jahre grundsätzlich mit zwei Geräten parallel gemessen haben, aber ohne dadurch Zeit zu verlieren.

Und schließlich: Das eine Gerät, das inzwischen fast alle anderen ersetzt hat – und das ich uneingeschränkt empfehlen kann, eine Aussage, die ich – wer mich kennt, weiss – nicht leichtfertig getroffen habe.

RET nach 1,5 Jahren – Johanna

Im Februar 2024 haben wir bei der heute 13-jährigen Johanna eine reparative endodontische Therapie durchgeführt.

Prä-OP

Hier der Verlauf.

Post-OP

Gestern war das junge Mädchen zur 1,5 Jahres-Nachkontrolle da.

Wie wertet ihr den Verlauf und wie soll es weitergehen?

Rändelschraube

Über den Beycodent Sensorhalter hatte ich erstmals 2009 geschrieben.
Inzwischen gab es einige Beiträge dazu.
Bis heute ist der Halter bei uns im Einsatz für Röntgenaufnahmen im Oberkiefer.
Leider wurden in den Jahren einigee technische Änderungen vorgenommen, welche für mich wenig sinnvoll erschienen. Im letzten gekauften Halter wurde die Rändelschraube (hier von Jörg Schröder beschrieben) durch eine Imbusmadenschraube ersetzt. Leider konnte der Halter damit nicht wirklich gut fixiert werden. Über Jahre haben wir damit gekämpft, bis letztens der Halter mit Sensor kurz vor der Aufnahme herausgefallen ist.

Manchmal muss so etwas passieren um ein latentes, nerviges Problem endgültig zu lösen.
Nach etwas Rechersche fand ich Rändelschrauben M4 aus Edelstahl, bestellte diese und ersetzte die Kunststoffrändelschrauben der alten Halter und die Madenschrauben der neuen Halter.

Hygienisch ist dies den Kunststoffschrauben nun überlegen. Die Befestigung der Halter ist nun komfortabel und funktioniert einwandfrei.
Falls jemand dies nachtun möchte, hier die Beschreibung der Schrauben.

Ganter Normelemente | Flache Rändelschrauben | Rändelschrauben
(niedrige Form) | DIN 653-M4-12-NI | 4 Stück | Edelstahl | Gewinde: M4x12

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ELM-Kriterien – Was einen guten Apex-Lokator wirklich ausmacht

Elektronische Längenmessung – für viele eine Selbstverständlichkeit in der modernen Endodontie. Schnell, präzise, zuverlässig. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis aber kennen wir alle diese Momente: springende Anzeigen, unruhige Signale, widersprüchliche Werte. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Woran liegt’s – am Gerät, an der Technik oder an uns?

Die Wahrheit ist komplexer, als die bunten Prospekte versprechen. Denn ein Apex-Lokator ist kein Messschieber, sondern ein sensibles bioelektrisches System, das mit wechselnden Leitfähigkeiten, Flüssigkeiten und Frequenzen jongliert.
Doch welche Geräte liefern wirklich stabile, reproduzierbare und klinisch verlässliche Ergebnisse? Und warum reicht die reine „Messgenauigkeit in Millimetern“ oft nicht aus, um Qualität zu beurteilen?

In unserem neuen Beitrag werfen wir einen Blick hinter die glänzenden Oberflächen moderner Apex-Lokatoren. Wir sprechen über Dynamik, Reaktionsverhalten, Stabilität – und darüber, was wirklich zählt, wenn man dem Gerät blind vertrauen möchte.

Den vollständigen Beitrag findet ihr exklusiv auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite – für alle, die verstehen wollen, was ihr Apex-Lokator misst, warum er es misst – und wann man ihm besser nicht trauen sollte.

Das Morita Root ZX 3 – oder macht es überhaupt noch einen Unterschied, welchen Apexlokator ich verwende ???

Auf der ESE 2 Jahrestagung in Paris wurde bei Morita am Stand ein neuer Apexlokator präsentiert: Das Root ZX 3.
Das ist heute kaum noch eine Meldung wert, oder ?
Sind solche Geräte doch mittlerweile unverzichtbare Grundausstattung jeder Zahnarztpraxis.

Ich arbeite seit rund 2 Jahren mit dem Root ZX 3.
Genauer gesagt mit einer speziellen Version mit Zusatzfunktion, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Messeinheiten meines Gerätes und die des Root ZX 3 sind identisch und im Kopf überschlagen komme ich zu dem Ergebnis, das wir im Laufe der Jahrzehnte vermutlich mehr als 20 verschiedene ELM-Geräte in Gebrauch hatten.

Von denen immer wieder gesagt wird, dass es heutzutage keinen Unterschied mehr macht, welches davon zur Anwendung kommt.

Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

Es gab in dieser Zeit immer wieder Geräte, die sich für das Arbeiten überhaupt nicht empfohlen haben. Und es gibt zwei unterschiedliche Aspekte diesbezüglich. Zum einen natürlich die Genauigkeit der Messung an sich. Das erkennt man am besten, in dem man Messungen mit zwei unterschiedlichen Geräten durchführt und die Ergebnisse miteinander vergleicht. Das ist der Grund, warum ich über viele Jahre hinweg zwei Geräte am Patienten parallel genutzt habe. Was im Übrigen, wenn man einen diesbezüglich optimierten workflow sich zunutze macht, keinen Mehraufwand darstellt, aber immer wieder hilfreiche Zusatzinformationen liefert.

Zum Anderen ist aber auch die Art und Weise, wie diese Messung zustande kommt und sich präsentiert. Diese beiden Aspekte sind schwer in Worte zu fassen. Vielleicht mit dem Begriff Souveränität. Am Ende des Tages oder sagen wir besser im Laufe der Zeit kristallisiert sich einer gewisse Affinität zu dem einen oder anderen Gerät heraus. Und abschliessend ist es immer ein Gerät, das als Favorit sich seinen Stammplatz sichert. Sprich, es gab immer ein Gerät, dass primär zur Messung genutzt wird und dann noch ein zweites, dass dann im Nachgang zur Absicherung des Messergebnisses dient. Woran erkennt man bei unterschiedlichen Messergebnissen den Favoriten? Weil es das Geräte ist, dessen Messergebnis man im Zweifelsfalle mehr vertraut. Und das sich dann im Nachgang als das richtig gemessen habende herausstellt.

Und dann gibt es noch, nennen wir es eine Hall of Fame.
Das sind die Geräte, die wir herbeiholen, wenn wir es mit einer wirklich schwierigen Situation zu tun haben: Diese Geräte sind: Das Original Root ZX, das Raypex 6, die ELM Messeinheit des Endo-Piloten.

Wie schlägt sich nun in diesem Illustren Kreis das Root ZX 3?

Ganz einfach. Es ist das Gerät, dass wir allen anderen Geräten gegenüber vorziehen und zwar ohne Zögern. Weil es die beschriebene Souveränität in der Messung an den Tag legt, die von keinem der anderen Geräte erreicht wird und ich will sogar soweit gehen, mit deutlichem Abstand.

Woran man diese Ausnahmestellung ermessen kann?
Dass ich nach einer entsprechenden Zeit der Evaluierung in Abkehr der als von mir heilig gesetzten Regel, mit zwei Geräten parallel zu messen, das Root ZX 3 nun als primär einziges Gerät einsetze und die Zweitmessung mit einem Alternativ- Geräte nun nur noch eine Option für die wirklich schwierigen Fälle ist, wobei ich mich nicht erinnern kann, wann wir zuletzt darauf zurückgreifen mussten.

Also ein Paradigmenwechsel in meinem Handeln?
Ein (zu) grosses Wort, zeigt aber, dass wir es in der Tat hier mit einer besonderen Situation zu tun haben im positiven Sinne.

Daher mein Tipp.
Wer einen neuen Apexlokator braucht, der sollte sich unbedingt das Root ZX 3 anschauen.

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Infraktur Zahn 26

Im Sommer 2020 wurde bei dem heute 55-jährigen Patienten eine „alte“ Amalgamfüllung gegen einen Kompositaufbau getauscht.

Prä-Op – alio loco

Schon damals fiel dem behandelnden Zahnarzt eine Infraktur über die mesiale Randleiste auf. In der weiteren Folge zeigte sich eine apikale Parodontits, weswegen eine endodontische Behandlung eingeleitet wurde. ‚

Zustand nach Kompositaufbau und alio loco begonnener endodontischer Therapie Zahn 26

Bei der intrakoronalen Inspektion imponierte die beschriebene Infraktur mesial. Eine weitere Ausdehnung über den Kavitätenboden oder in einen der Kanalsysteme fand sich nicht.

Deutlich ausgeprägte Infraktur mesial

Im Januar 2021 konnten wir die Behandlung abschliessen.

Vor Kurzem erreichte uns das Recall-Röntgenbild. Leider ist seit dem Abschluss keine prothetische Weiterbehandlung erfolgt.

Ich hoffe sehr, dass sich dies zeitnah ändert, damit die Infraktur möglichst keinen weiteren Verlauf nimmt…

26, 27 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47. 36 konnten wir nicht erhalten, wegen einer Längsfraktur.


Diagnosen und Befunde:
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,

27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries.



Der Zahn 26 war mit einer Krone versorgt. 27 wurde bereits endodontisch anbehandelt. Dies war dem Patienten aber nicht mehr in Erinnerung. Beide Zähne waren symptomfrei. Durch die negativen Sensibilitätsproben an 26 und 27 kam es zur genaueren Untersuchung.
Im Zahnfilm zeigte sich der Verdacht einer P. apicalis am 26. und 27. mesial apikal. Zudem war an 27 die endodontische Zugangspräparation zu vermuten.
Im angefertigten DVT stellte sich die Situation eindeutiger dar. 
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., 27 P. apicalis, retinierier 28.

Die Prognose für 26 sahen wir als günstig an. Durch die ausgedehnte apikale Resorption palatinal und die Möglichkeit eines persistierenden periapikalen Biofilms entstand die Prognose.
27 sahen wir im Bereich 70–80 %. Die Krümmungen im Bereich der mesialen Wurzel sind erschwerend, aber aus meiner Sicht technisch lösbar. Für den Zahn 26 hatten wir eine entsprechende Langzeitmedikation (ca. 3 Monate) mit CaOH J in der Planung.

Die endodontische Therapie startete mit dem Zahn 26, wie oben geplant. Die Krone wurde entfernt, da eine ausgedehnte Sekundärkaries imponierte. Nach Kariesex und präendodontischem Aufbau, Zugangspräparation, erfolgte die Desinfektion und chem. Reinigung mit 3,5 % NaOCl und Zitronensäure (10 %). Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, Profile 15.04 und Wave Gold #20, #25, pal. M2 50.04, 60.04.
Es wurde CaOH J für 3 Monate inseriert.
In diesem Zeitraum erfolgte die endodontische Therapie am Zahn 27. Nach präendodontischem Aufbau (Anmerkung: dieser erfolgt nahezu ausnahmslos, bei uns nach Kariesentfernung, Abdeckung offener Kanalsysteme mit Teflon unter Verwendung eines Sandstrahlers mit AlO 60 µm). Die Desinfektion und chem. Reinigung des Kanalsystems gelang mit 35 % NaOCl und Zitronensäure 10 %. Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, #15, Profil 15.04 und Wave Gold #20, #25, #35 (p). Für 14 Tage wurde CaOH eingebracht.
Die Wurzelfüllung an 26 und 27 erfolgte in vertikaler thermischer Obturation mit Guttapercha und Totalfill Highflow. Am Zahn 26 wurde die apikale Resorptionslakune mit MTA weiß und kollagenem Widerlager mit Resorba verschlossen.

Es wurden Röntgenkontrollen nach 6, 12 und 24 Monaten angefertigt.
2025 erfolgte ein DVT zur Darstellung des Zahnes 28 für die chirurgische Entfernung. Im angefertigten DVT ist eine nahezu vollständige apikale Regeneration am Zahn 26 p und 27 zu erkennen.
Offensichtlich hatte der Patient das voraus bereits im Gefüh ….
Nur weiß ich jetzt aus Afrika,dassß ein gutes Gefühl nichts zu sagen ha ….
Eine gewisse Demut muss man unbedingt behalten!





Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Es ist zum Heulen (I)

Heute kontaktierte uns eine Mutter mit Bitte um einen Termin für ihre 8-jährige Tochter.

Hier die Information zu der Situation von ihr:

„Am 07.08.2025 hatte meine Tochter im Freibad einen Unfall, bei dem ihr linker Schneidezahn vollständig herausgeschlagen wurde. Wir sind anschließend zur Uni-Kinik gefahren, wo der Zahn etwa zwei Stunden nach dem Unfall replantiert wurde. Bis dahin lagerte der Zahn in Milch.

Zur Stabilisierung erhielt sie eine Schiene bis zum 25.08.2025. Im Anschluss wurden Vitalitätstests (Kälte- und Elektrotstests) durchgeführt, bei denen sie jedes Mal eine Reaktion zeigte. Bis heute hat sie keine Beschwerden, jedoch zeigen die Röntgenaufnahmen auffällige Befunde.“

Was soll ich beim Anblick der Bilder und der Vorgeschichte sagen…

Unfalltag Anfang August 2025 – alio loco
alio loco
alio loco
weitere vier Wochen später – alio loco

es ist schlicht zum Heulen…

P.S.: dieser Fall ist wieder ein guter Beleg dafür, warum Prof. Filippi den Kältetest bei der letzten DGET Tagung „verteufelt“ hat…

36 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47.

Zahn 36.
Diagnosen und Befunde:
Z.n. WKB, P. apicalis, Instrumentenfragment, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries

Nach Kronenentfernung und Karies zeigte sich i der mesialen Wurzel ein Längsriss.

Zusammen mit dem erheblichen Substanzverlust durch die Sekundärkaries war der langfristige Erhalt des Zahnes nicht mehr gegeben. Deshalb wurde die Behandlung abgebrochen.

MTA und RET nach dentalem Trauma – Luis – Recall

Heute war Luis zum Recall bei uns…

es sieht weiterhin positiv aus…

:-)

3D- Druck in der Praxis – Wenn ´s mal der ganz kleine Sauger sein muss …

Hat jemand eine Idee, wofür diese beiden Konstrukte sein könnten ?

Wurzelkanäle trockne ich mit Papierspitzen.
Aber manchmal, bei nachhaltiger Exsudation aus dem Wurzelkanal ist es sinnvoll, diese Flüssigkeiten mittels Mikrokanüle abzusaugen. Dazu wird ein Luerlock- Adapter verwendet, der in die Aufnahme des kleinen Speichelsaugers eingebracht wird.

Unsere Behandlungseinheiten haben, wie vermutlich die meisten der verwendeten zahnärztlichen Arbeitsliegen zwei Saugschlauchaufnahmen. Eine dünnere für den Speichelsauger, eine dickere für den großen Sauger. Kommt nun der Luerlock-Adapter zum Einsatz, ist der kleine Speichelsauger nicht mehr nutzbar. Falls nun im Mund Speichel abgesaugt werden muss, steht nur noch der riesig grosse Speichelsauger zur Verfügung. Für Patienten wie für die absaugende Assistenz, die unter dem Kofferdam agieren muss, gleichermaßen unbefriedigend.

Der 3D Druck musste wieder einmal her. – und welche Tricks, Adapter und Druckvarianten am Ende herauskamen, warum es gleich vier unterschiedliche Versionen gibt und wie sich diese in der Praxis bewährt haben – das erzählen wir für unsere WURZELSPITZE Patrons in einem neuen Beitrag auf unserer Patreon- Homepage.
.

Geschichten aus dem Endozän – Patienten-Email (II)

Heute also noch ein kurzes Update zu der Patienten-Email.

Nachdem wir der Patientin geschrieben haben, dass ein modifiziertes „Angebot“ nicht möglich ist erhielten wir folgende Antwort:

47 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46.

Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 47.
Diagnosen:
Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries

Nach Kariesentfernung und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie in zwei Sitzungen im Abstand von 14 Tagen.
Der Kontaktpunkt wurde, wie bereits beschrieben, reinigbar eröffnet.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 2 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

Geschichten aus dem Endozän – Patienten-Email

Vor einigen Tagen erreichet uns nachfolgende Mail. Wir waren im Vorfeld von der Hauszahnärztin gebeten worden eine endodontologische Behandlung an Zahn 46 durchzuführen. Nach der Erstuntersuchung und Beratung erhielt die Patientin, wie üblich alle notwendigen Unterlagen.

Wir haben ihr auf jeden Fall freundlich geantwortet, dass natürlich alle angeführten Positionen für die erfolgreiche Behandlung des Zahnes notwendig sind und wir uns ausser Stande sehen gewisse Positionen wegzulassen, damit die Therapie möglichst günstig wird.

Ich frage mich, was bei uns (und ggf in der Zahnärzteschaft allgemein) „falsch“ gelaufen ist, dass Patienten diese Gedanken haben. Nach dem Motto: Die schlagen ja sowie so unnötige Positionen drauf um möglichst gut abzurechnen..

hhhmh

Schmuck mit Nebenwirkungen ?

So richtig lässt sich die Historie der Regio 41 der kürzlich vorstellig gewordenen Patientin (heute Ende 40) nicht mehr rekonstruieren…

sie gab an, als jüngere Frau ein intraorales Piercing getragen zu haben, dass durch seine stetige „Interaktion mit den Unterkieferfrontzähnen dazu geführt habe, dass der rechte erste Inzisivus eine endodontische Behandlung benötigte…

Behandlung alio loco

trotz dieser Vorgeschichte wäre sie dennoch in der weiteren Folge nicht bereit gewesen auf diesen Schmuck und seiner negativen Wirkung zu verzichten.

Schlussendlich sei der Zahn deswegen verloren gegangen…

was folgte war eine Implantation nach zweimaligem Knochenaufbau (nachdem der erste Anlauf mit Fremdmaterial gescheitert war).

Nun zeigte sich leider, dass Zahn 42 eine progrediente externe Resorption entwickelt…

Behandlung alio loco

beim Anblick der Bilder gehen mir eine Reihe Gedanken durch den Kopf…

unter anderem frage ich mich, ob der „Schmúck mit Nebenwirkungen“ wirklich ursächlich für den Zahnverlust war? Oder könnte etwas „anderes“ zumindest einen Anteil daran gehabt haben?

Höre ich andere Gedanken?

46 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet.
Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 46.
Diagnosen:
P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries

Befunde:
Der Lockerungsgrad ist 0, es besteht kein Perkussionsschmerz und der Zahn ist symptomfrei.
Die Sensibilität ist negativ.

Nach Kariesentfernung, Gingivektomie und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie. Diese Therapie wurde in zwei Sitzungen geplant.
Der approximale distale Bereich von 46 konnte nicht zum Zahn 47 mit einem suffizienten Kontaktpunkt aufgebaut werden. Beim Aufbau von 47 war die Kippung nach mesial eine von mir unterschätzte Schwierigkeit. Deshalb haben wir den Kontakt so gestaltet, dass er mit Interdentalbürstchen schnell reinigbar ist.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 4 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Zwischenzeitlich wurde die Behandlung von 47 durchgeführt. Dies im nächsten Beitrag.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (IV) – „« Le roi est mort, vive le roi »“

« Le roi est mort, vive le roi »


So scheint es.
Was unsere Wurzelkanal Sealer angeht.

Der neue König ?
Die sogenannten „biokeramischen“ Sealer.

Der alte König ?
Alle anderen Sealer.
Die von nun an mausetot sind.

So zumindest war für mich der Eindruck nach dem letzten Mittwoch.
In einer hochkarätig besetzten DGET – Abend-Fortbildung waren diese Sealer besprochen worden.

Und – um im königlichen Kontext und einer angemessenen Semantik zu bleiben – es wurde das hohe Lied auf diese neuen Materialien gesungen. Wer dem beiwohnte, der konnte eigentlich nicht umher kommen – sofern er nicht schon längst mit diesen Materialien arbeitete – schleunigst auf diese vielversprechenden Sealer umzusteigen.

„Ist gut für mich gelaufen“, sagte dann auch am nächsten Tag meine Kollegin in der Praxis.
Die, im Gegensatz zu mir, solche Sealer einsetzt. Und sich freute wie eine Schneekönigin.

Ein paar Wochen zuvor, in Paris bei der ESE – 2 Jahres- Tagung hatte ich schon einmal einem Vortrag mit dieser Thematik beigewohnt. Insofern war es für mich interessant, zu erfahren, inwieweit hier entweder unisono oder kontrovers die Thematik gesehen wurde, Der Redner – ein französischer Kollege. Frédéric Bukiet. Sein Vortrag war überschrieben:
Is hydraulic condensation with Calcium Silicate-Based Sealers as Simple as It Seems?

Und auch wenn die Überschrift eine gewisse Skepsis suggerierte, so war auch hier nach wenigern Minuten klar, dass auch dieser Referent ein Befürworter dieser Materialklasse war.
Allerdings.

Im Gegensatz zu den deutschen Kollegen wurde deutlich differenzierter auf die verschiedenen „Reibungspunkte“ eingegangen. Aushärteproblematik, Löslichkeit, Inkompatibilität mit warmen Füllverfahren, Frage der Revidierbarkeit. Vor allem aber auch, das eine gewisse Diskrepanz zwischen den in vitro-Studien und der klinischen Realität besteht. Auch die im Vergleich zu den anderen Sealern teils exorbitant höheren Kosten wurden in Paris (Siehe Foto Vortrags-Folie) angesprochen.

Was zählt letztendlich ? Jörg Schröder würde sagen und Christoph „Nur der BVB“ Kaaden würde zustimmen: „Grau ist alle Theorie – entscheidend ist aufm Platz“

Wie das Ganze also in der klinischen Praxis abschneidet !
Die Studien hierzu: Nicht besser, nicht schlechter.

Am Ende brachte Frédéric Bukiet – ohne das eine Material auf einen ungebührlich hohen Sockel zu setzen und ohne die anderen Materialien schlecht zu reden – die Problematik in 2 Sätzen zusammengefasst auf den Punkt:

Warum einen teuren Sealer verwenden, der die klinische Erfolgsrate nicht verbessert????
Weil´ s Zeit spart und einfacher geht.

Dieser ehrliche Einschätzung kann ich zustimmen.
Warum ich dennoch die Entwicklung zwiespältig sehe und sogar so weit gehe, zu sagen, das das Material der Endodontie nicht zum Vorteil, sondern zum Nachteil gereicht, darüber schreibe ich auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Homepage kommenden Freitag…

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (38) – Wenn ´s mal nicht so läuft

Es gibt diese Tage, an denen es nicht so läuft, wie es soll.
Die Erstassistenz meldet sich krankheitsbedingt nicht zur Arbeit. Die Zweitassistenz muss bei einem Schmerzpatienten der Kollegin aushelfen. Und plötzlich ist da das Gefühl, dass der sonst so reibungslose Behandlungsablauf aus dem Tritt gerät.

Was sich zunächst nur nach einem „etwas chaotischen Vormittag“ anhört, entpuppt sich schnell als eindrucksvolle Erinnerung daran, warum Spezialisierung und Struktur in der Endodontie so wertvoll sind. Denn erst, wenn gewohnte Abläufe ins Wanken geraten, erkennt man, wie viel Präzision, Teamarbeit und System hinter scheinbar selbstverständlicher Routine steckt.

In diesem neuen Beitrag der Reihe „50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (38) – Wenn’s mal nicht so läuft“ geht es nicht um Misserfolg, sondern um Einsicht.
Darum, warum Perfektion kein Zufall ist – und warum man sie erst richtig zu schätzen weiß, wenn sie einmal fehlt

Für unsere WURZELSPITZE–Patreon-Unterstützer ist der Artikel in voller Länge auf unserer Patreon-Seite lesbar.
Wenn Sie uns dort unterstützen, erhalten Sie exklusiven Zugriff auf alle Beiträge der Serie – und helfen mit, dass wir weiterhin tief in die Welt der Endodontie eintauchen können.

10 Jahres Recall 21 und 22

Hallo aus München

Heute auch von mir ein langfristiges Recall.

Die Zähne 21 und 22 der heute 58-jährigen Patientin weisen eine lange dentale Historie auf.

Neben einem Zahntrauma in der Jugend „runden“ endodontische Bemühungen“ und eine apikale „Kürretage“ die Historie der Zähne „ab“.

Als wir die Situation im Februar 2015 beurteilen sollten imponierte eine Fistel Region 21

Das DVT zeigte, dass beide Zähne eine apikale Pathologie besassen…

In insgesamt zwei Terminen führten wir die endodontischen Revisionsbehandlungen durch. Nachfolgend das Abschlussbild von damals

Abschluss-Röntgenaufnahme nach Wurzelkanalfüllung Zahn 21 und MTA Apexifikation 22

Vor ein paar Tage erhielten wir das 10-Jahres-Recall vor geplanter prothetischer Neuversorgung.

Es sieht aus, als wäre die Behandlung von damals erfolgreich gewesen.

Zum Glück wird jetzt endlich die prothetische Versorgung angegangen …

Fragment im Recall

Hier hatten wir über diesen Behandlungsfall berichtet.
Die Patientin war wieder zum Recall da. 7 Jahre postoperativ.

Ein Wiedersehen unter die Lupe genommen – warum das Mikroskop unverzichtbar ist

Kürzlich, bei  einem meiner Vorträge über den Status Quo  in der Endo traf ich eine Studienkollegin wieder, die ich seit unserer Examenszeit nicht mehr gesehen hatte.

Im Anschluss an die Veranstaltung lachten wir über gemeinsame Zeiten.  Es war, als wären nicht 35 Jahre vergangen, sondern die Zeit stehengeblieben.  Bis sie die Frage stellte: Lohnt sich die Anschaffung eines Operationsmikroskops überhaupt noch, wenn man nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hat? Genau genommen sagte sie, die Anschaffung eines Operationsmikroskopes lohnt sich nicht mehr, wenn man nur noch ein paar Jahre bis zum Ruhestand hat.

Wäre mein Frau dabei gewesen, sie wäre unwillkürlich zusammengezuckt.
Wohlwissend, dass ich auf eine solche Aussage reagieren würde wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten hat.

Denn die Idee, dass sich ein Mikroskop nur lohnt, wenn man noch Jahrzehnte vor sich hat, ist ungefähr so plausibel wie die Aussage, man solle im Herbst keinen Mantel mehr kaufen, weil es ja bald danach wieder Frühling wird.

Auch wenn wir uns Jahrzehnte lang nicht gesehen hatten. Ich wusste, nicht schöne Worte, nur klare Fakten würden meine Studienkollegin überzeugen können – daher hier meine 3 KO- Argumente in der  Sache:

1
Ein Mikroskop ist kein dekoratives Spielzeug. Sondern ein Werkzeug, das die Art, wie man Zahnmedizin  im Allgemeinen und Endodontie im Speziellen betreibt, grundlegend verändert: Man sieht Dinge, die einem verborgen geblieben sind: Winzige zusätzliche Kanäle. Haarrisse, versteckte Isthmen.

Dinge, die man bisher übersehen hat.
Nicht aus Nachlässigkeit. Sondern, weil sie bislang einfach nicht sichtbar waren. Auch nicht mit Lupenbrille. Es ist, als ob man jahrelang durch trübes Milchglas gesehen hat und plötzlich mit einem Fernglas durch ein geputztes Fenster schaut.

Es liegt auf der Hand, dass sich dadurch die Behandlungsqualität verbessert. Und zwar auf vielen Ebenen. Bessere Behandlungsqualität bedeutet höhere Patientenzufriedenheit. Daraus resultiert höhere Behandlerzufriedenheit. Weniger Misserfolge. Spart Zeit und Nerven. Erhöht das Betriebsergebnis.  

2
Aber es geht nicht nur um die Zähne der Patienten. Es geht auch um uns. Denn wer einmal mit Mikroskop gearbeitet hat, weiß: Rücken und Nacken danken es einem jeden einzelnen Tag. Statt in krummen Verrenkungen über dem Behandlungsstuhl zu hängen, sitzt man aufrecht und  entspannt. Ich hatte in den wenigen Jahren ohne Mikroskop mehr Rückenbeschwerden als in den vielen Jahrezehnten danach. Und Gesundheit ist unser kostbarstes Gut. Das an Bedeutung sogar noch gewinnt, je älter man wird. 

3
Bleibt noch das Argument: „Das Mikroskop kostet doch ein Vermögen.“ Auch das kann ich nicht gelten lassen. Sehr gute Mikroskope gibt es heute schon in der Preisklasse von 20 – 30.000 Euro. Man investiert also  nicht in den – manche Vorurteile sind einfach nicht totzukriegen – sprichwörtlich Zahnärzten nachgesagten Porsche und schon gar nicht in eine Luxus-Yacht, sondern gerade mal in ein Auto der Einsteiger-Klasse.  Und jetzt mal ehrlich – wer würde allen Ernstes auf die Idee kommen, mit dem Bus zur Praxis zu fahren, weil er das Geld für einen Dacia Logan nicht ausgeben möchte.  Das ist einfach nur lächerlich. Zumal – im Gegensatz zum Auto- das Mikroskop in den 5 Jahren bis zur Rente nur erstaunlich wenig an Wert verliert und in dieser Zeit sich selbst mehr als amortisiert.  

Mit dem Mikroskop lässt sich in den fünf Jahren nicht nur solide, sondern ausgesprochen gut Geld verdienen. So gut, dass sich die Anschaffung in aller Regel schon nach ein bis zwei Jahren längst bezahlt gemacht hat. Will man die Praxis irgendwann verkaufen, ist das Mikroskop ein attraktives Add On im Exposé. Und wenn man es nicht mitverkaufen möchte oder kann, lässt es sich separat veräußern und bringt einen großen Teil der Kosten zuverlässig zurück. Ganz zu schweigen davon, dass die Investition ins Mikroskop 5 Jahre lang steuerlich geltend gemacht werden kann

Dazu kommt: Die Konkurrenz schläft nicht.
In immer mehr Praxen gehört das Mikroskop mittlerweile zur Grundausstattung. Die Jungen haben den Wert des Mikroskopes für die Zahnmedizin längst erkannt. Wer als „alter Sack“ darauf verzichtet, läuft Gefahr, im direkten Vergleich zum Mitbewerb im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ auszusehen. Patienten können die Qualität unserer Arbeit oft nicht beurteilen. Und da hilft uns das Mikroskop in zweifacher Hinsicht. Zum einen gibt es bei den Patienten eine Faszination für Technik. Ein Mikroskop in der Zahnmedizin ist High Tech. Eine Lupenbrille auf der Nase, sorry, die kann da nicht mithalten.  

Und es gibt noch einen weiteren Bonus: Stichwort Dokumentation. 

Mit der eingebauten Fotokamera lassen sich Arbeitsschritte festhalten und Befunde glasklar illustrieren. Der Patient sieht auf einem großen Fernseher an der Wand nicht nur, dass gearbeitet wird, er sieht, was gearbeitet wird – und warum Behandlungsbedarf besteht. 

Das schafft Transparenz.
Einsicht für notwendige Behandlungsmaßnahmen. 
Daraus entsteht Vertrauen.  

Und oft auch eine ganz neue Gesprächsebene.

Und schließlich ist da noch scheinbar banaler, aber nicht zu unterschätzender Punkt: die Leidenschaft. Nach Jahrzehnten im Beruf kann der Alltag manchmal etwas eintönig wirken. Ein Mikroskop bringt frischen Wind, eröffnet neue Möglichkeiten  und schärft wieder den Blick  für das, was unseren Beruf eigentlich ausmacht: die Faszination für das Kleine, Verborgene, Komplexe. Für Präzision. Und die erfolgreiche Beherrschung dessen, was dentale Meisterschaft ausmacht. Und darauf darf man dann auch zurecht stolz sein.

Kurz und knapp:
Meine Antwort war eindeutig.

Ja, es lohnt sich.

Auch für fünf Jahre.
Vor allem für die letzten fünf Jahre.

Mehr Qualität.
Mehr Gesundheit.
Mehr Geld.
Mehr Zufriedenheit. 

Diese fünf Jahre, liebe Kollegin, wirst du mit einem Mikroskop intensiver, entspannter und erfolgreicher erleben als ohne.

Und wenn das Alles die Investition nicht wert ist, dann weiss ich es auch nicht.

Ungewöhnlicher Frontzahn – Recall nach sechs Monaten

Gestern war Maja zur Nachkontrolle ihres ungewöhnlichen Frontzahnes bei uns…

sieht aus, als wären wir auf dem richtigen Weg… insbesondere in der Apikalregion des „Hauptkanals“…

Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Der Patient hatte eine lange Zeit wenig auf seine Gesundheit geachtet. An den Zähne zeigten diese Jahre besonders. Er wurde mir überwiesen, mit der Bitte die Zähne 47, 46, 36, 26 mit allen Mittel zu erhalten.

Die Ausgangsbefunde gaben ein wenig hoffnungsvolles Bild.

Diagnosen und Befunde:
46 P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries

47 Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries

36 Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries

26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,

27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries


Nach klinischer Befundung und Diagnostik hatte ich kein so gutes Gefühl für den langfristigen Erhalt der Zähne …
Nach der Beratung und Besprechung, meinte der Patient: ich habe ein sehr gutes Gefühl und wir sollten mit der Therapie beginnen.

Gerade dieser Satz (Ich habe ein sehr gutes Gefühl.) hatte ich in der letzten Woche meines Urlaubs auch gehört.

Wir waren auf einer Fotopirsch im afrikanischen Busch. Unser Guide fragte unseren Fahrer zu Beginn der Tour, warum die Tankanzeige auf Reserve ist. Er meinte, die geht nicht genau, er hat aber ein sehr gutes Gefühl.
Nachdem wir wenig Tiere sahen, aber 2 Mal defekte Reifen hatten (nur ein Ersatzrad war dabei),
mussten wir uns von einem anderen Fahrzeug ein Rad borgen. Da hatten wir auf jeder Seite und Achse ein anderes Rad mit völlig unterschiedlichen Profilen. Da hatte ich kein gutes Gefühl mehr. Nach dem 2. Radwechsel wurden zudem Geräusche am gewechselten Rad immer deutlich hörbarer. Auf unsere dringende Bitte, das Rad zu kontrollieren, musste unser Fahrer feststellen, Das war doch nicht richtig fest… Und jetzt brannte noch die Reservelampe an der Tankanzeige. Unser Fahrer meinte: „Oh, jetzt habe er auch kein gutes Gefühl mehr.“
Die Stimmung war dann nicht mehr gut. Aber Fahrer und Guide konnten uns dann doch noch zu 3 Löwen führen und alles war gut.
Auf dem Weg in unser Quartier mussten wir durch eine aufgescheuchte, sehr große Elefantenherde fahren, welche den Weg blockierte. Das gab noch mal Aufregung und danach durch einen Fluß mit einigen Krokodilen und Hippos. Inzwischen wurde es dunkel.
Kurz nach der Furt ging unser Motor aus. Er sprang nicht wieder an. Das Benzin war alle.
Wir saßen fest. Es war dunkel, 2 Meilen hinter uns waren die Elefanten (Elefanten vergessen nichts). 200 Meter neben uns waren Hippos, die zu ihren Futterstellen marschieren wollten, und wir saßen im offenen Jeep, hatten tolle Bilder, aber ein ganz schlechtes Gefühl…
Zum Glück konnte Hilfe per Funk geholt werden und wir waren einige Zeit später wieder gesund in unseren Zelten.

Demnächst mehr zu den o.g. Fällen…

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (III)

Nach Paris bin ich, von Kaiserslautern aus, bequem und vor allem pünktlich mit dem Zug gefahren. Ich erreichte den Kongress am Vormittag nach der Frühstückspause. Der Vortragssaal in Halle I war extrem gefüllt. Ich hatte Glück, noch einen Platz zu erwischen, aber es sassen etliche Zuhörer auf den Treppenstufen. Dieses Bild zog sich hier durch alle Vorträge des ersten Tages, die ich besuchte.

Tag 2 – Auf meinem Stundenzettel stand ein Vortrag, auf den ich besonders gespannt war. Es ging um Ergonomie in der Endodontie- Ergonomics in endodontic practice – der Vortragende war Jean-Pierre Siquet, ein belgischer Kollege. Diesen Vortrag wollte ich auf gar keinen Fall verpassen und so fand ich mich sicherheitshalber inmitten der Frühstückspause bereits eine Viertelstunde früher im Vortragssaal 2 ein.

Ausser mir noch anwesend ?
Der Referent, dann Dan Rechenberg, der Moderator der Session und noch geschätzt 5 weitere KollegInnen.

In einer Vortragshalle, die vermutlich weit mehr als 1000 Zuhörer fasst.
Der Saal füllte sich bis Vortragsbeginn auch nicht wesentlich, soviel kann ich schon vorwegnehmen. Nicht unbedingt das Schönste für einen Referenten und extrem bedauerlich, denn das Thema hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient gehabt.

Hier eine frustrane Zahl aus dem Vortrag: 74 Prozent der Behandler, so eine Umfrage unter amerikanischen Endodontisten, leiden unter gesundheitlichen Problematiken, durch ihre Arbeit verursacht. Und auch ich kann rückblickend berichten, dass ich von 1990 – 1997 mehr „Rücken“ hatte als in der gesamten Zeit danach.

Der Wendepunkt ?
Das Operationsmikroskop.

Aber über diesen Punkt sind vermutlich viele (oder fast alle) der Leser hier drüber hinaus. Bestes Indiz – Beim kürzlich erfolgten Auftakt des neuesten Jahrgangs des Masterstudiengangs Endodontologie des Uni Düsseldorf ergab mein Nachfragen an meinem Vortrags-Tag, dass ausnahmslos jeder Teilnehmer mit dem Operationsmikroskop arbeitet.

We have come a long way, deutsche Endodontie !
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als bei der DG Endo-Jahrestagung in Frankfurt Anfang/Mitte der Zweitausender Jahre Cliff Ruddle hoch erstaunt war im positiven Sinne, das von mehr als 200 Teilnehmern rund 80 den Arm hoben auf seine Frage hin.

Zum Inhalt des Vortrages – Ergonomie des Arbeitsplatzes, die Wichtigkeit und der Nutzen festgelegter Abläufe, definierter Behandlungsabläufe, die Notwendigkeit definierter Behandlungsprotokolle und Checklisten, sowie das hohe Lied des vierhändigen Arbeitens.

Nichts Neues also, zumindest für diejenigen, die das Glück hatten, an unserem DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER – Event Ergonomie teilgenommen zu haben. Denn das, was notgedrungen in 45 Minuten im Vortrag nur erwähnt, angerissen werden konnte, das waren wir in der Lage, nicht nur im Detail auszubreiten, sondern darüber hinaus im Plenum zu diskutieren und vor allem auf der Bühne live am Behandlungsstuhl via 4K Kamera übertragen auf der Leinwand präsentieren zu können.
4 händiges Arbeiten live ? CHECK ☑️
6 händiges Arbeiten !!! CHECK ☑️☑️

Christoph Kaaden beim Aufbau der Bühne für „DIE3“

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Morita, die dieses Event durch viel unterstützende Arbeit und Bereitstellung von Geräten und Resourcen überhaupt erst möglich gemacht hat und geht an die Firma CJOptik für die Bereitstellung des Flexion-Operationsmikroskopes sowie an Michael Ermerling von Hanchadent für seinen Support, das OPM betreffend. Und an alle Teilnehmer und die schöne Gemeinschaft, die sich im Laufe der 3 Teile von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER herausgebildet hat und die dieses Event so familiär (im positivenSinne) und damit spaßspendend für uns hat werden lassen.

All das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich dem Vortrag des Kollegen beiwohnte.
Wie privilegiert wir alle waren als Referent und Teilnehmer bei „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER“ und wie privilegiert ich bin als Behandler, in einem wunderbaren Team Tag für Tag sechshändig arbeiten zu dürfen. Denn die Realität in deutschen Praxen (in den umliegenden europäischen Praxen sowieso) sieht heute so aus, dass man froh sein kann, wenn man auch nur 4 händig arbeiten kann am Patient.

Nun aber zurück zum Vortrag – Was ich für mich mitgenommen habe ?
Statt wie bisher leidlich 2 mal die Woche besser nun konsequent 3 mal die Woche Ausgleichssport zu machen. Was wurde empfohlen? Yoga, Walken und Rennradfahren. Ich weiss nicht, in wie weit hier persönliche Vorlieben zum Tragen kamen. Ich würde (zwar ohne Yoga, aber immerhin mit den anderen 2 von 3) weiter gestreut empfehlen, alles an Sport zu machen, was die autochtone Rückenmuskulatur stärkt. Und würde hierzu noch ergänzend das Klettern in einer Kletterhalle als besonders geeignet hinzufügen.

3 mal pro Woche 30 Minuten, idealerweise ergänzt mit kurzen Übungen während des Behandlungstages zwischen den einzelnen Behandlungen?

Das macht möglicherweise den entscheidenden Unterschied zwischen jahrzehntelangem belastungsfreiem Arbeiten oder frühzeitiger Krankheitsproblematik!

Soll von nun an keiner sagen, er habe es nicht gewusst…



Was schon die Alten wussten…

Es war lange Zeit vermutlich eines der meistzitierten Bücher in der Zahnmedizin. Die Mikroorganismen der Mundhöhle von W. D. Miller.

Das Herausragende an Willoughby D. Millers Werk „Die Mikroorganismen der Mundhöhle“ aus dem Jahr 1889 liegt darin, dass es als grundlegendes Werk der wissenschaftlichen Zahnmedizin gilt und erstmals die Ätiologie der Karies auf eine klare biologische Basis stellte. Miller entwickelte darin die „chemisch-parasitäre Theorie“, wonach Mikroorganismen in der Mundhöhle Kohlenhydrate zu Säuren abbauen, die den Zahnschmelz entkalken und so Karies hervorrufen. Mit dieser Erkenntnis widerlegte er ältere mechanische und vitalistische Vorstellungen und legte den Grundstein für moderne Konzepte der Kariesprävention und Mundhygiene. Gleichzeitig brachte er die damals noch junge Bakteriologie, die er bei Robert Koch kennengelernt hatte, in die Zahnmedizin ein und trug so maßgeblich dazu bei, die Disziplin von einer handwerklich-technischen Tätigkeit zu einer medizinisch-biologisch fundierten Wissenschaft weiterzuentwickeln.

Sein beruflicher Werdegang unterstreicht diesen Brückenschlag zwischen Forschung und klinischer Praxis. Geboren 1845 in Alexandria, Ohio, absolvierte Miller zunächst eine zahnärztliche Ausbildung am Pennsylvania College of Dental Surgery in Philadelphia. 1879 promovierte er an der Universität Würzburg in Medizin und trat kurz darauf in das Labor von Robert Koch in Berlin ein, wo er die neuesten Methoden der Bakteriologie erlernte. Ab 1884 wirkte er als erster Professor für Zahnerhaltung an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, wo er Forschung, Lehre und klinische Tätigkeit miteinander verband und die deutsche Zahnmedizin zu internationalem Ansehen führte. Sein wissenschaftliches Hauptwerk erschien 1889 in Berlin und machte ihn weltweit bekannt. 1907 folgte er einem Ruf in die USA, um als Dekan der neu zu gründenden Dental School an der University of Michigan in Ann Arbor tätig zu werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Miller noch im selben Jahr auf einer Rückreise in Newark an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs verstarb.

So verbinden sich in Person und Werk Millers eine international geprägte Laufbahn mit einem wissenschaftlichen Durchbruch, der die Zahnmedizin nachhaltig geprägt hat.

Vor kurzem hat es endlich geklappt. Die Erstausgabe von 1889 konnte ich nun erstehen und darf sie nun mein eigen nennen. Über Kofferdam lässt sich Miller allerdings erst in der erweiterten Zweitausgabe von 1892 aus, die ebenfalls in meinem Besitz ist.

Und siehe da, Miller, einer der grössten Zahnärzte seiner Zeit, ist ein Fan des Kofferdams. Er würde den Kopf schütteln, wenn er wüsste, dass mehr als 160 Jahre nach Einführung der Kofferdam immer noch in deutschen Praxen ein stiefmütterliches Dasein führt. Schön auch, wie er den Kollegen den Spiegel vorhält und für die Einmalanwendung plädiert, weil die geringen Kosten eine Wiederaufbereitung nicht rechtfertigen. Und dann gibt es noch die Passage, in der Miller die mangelnde Hygienebereitschaft unter Kollegen angeprangert hat, die dazu geführt hat, dass Begehungen durch Beamte des Gesundheitsamtes in Erwägung gezogen wurden.

Ob es was genützt hat ????
Manche Dinge ändern sich leider nie…

Falsche Ausgangsdiagnose – Yannick

Heute stelle ich die Behandlung des aktuell neunjährigen Yannick vor.

Bei dem Jungen war im November 2022 in Regio 21 anhand des OPGs der Verdacht einer überzählige Zahnanlage gestellt worden.

Bei dem Versuch der Entfernung (in ITN durch einen Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen) zeigte sich jedoch, dass in Wirklichkeit ein Dens evaginatus vorlag.

Im weiteren OP-Verlauf wurde daraufhin der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen, wobei es zu einer kleinflächigen Pulpaeröffnung kam.

Intraoperative Situation – Bild alio loco

Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und die Aufklärung der Mutter über die besondere Situation. Es wurde angeraten, den Zahn nun endodontisch behandeln zu lassen.

Soweit die Informationen aus dem uns übermittelten Arztbericht.

Entgegen der ursprünglichen Empfehlung rieten wir Eltern und Patient zu dem Versuch der Vitalerhaltung.

Ausgangssituation November 2022

Dafür wurde unter Lokalanästhesie das Fremdmaterial palatinal entfernt und eine partielle Pulpotomie durchgeführt. Nach Blutstillung mittels NaOCl wurde die Pulpawunde mit Biodentine abgedeckt. Nach vollständiger Aushärtung des Materials folgte eine adhäsive Kompositfüllung.

Nachfolgend die radiologischen Kontrollen, die den Erfolg der Therapie durch das Fortschreiten des Wurzelwachstums zeigen.

Abschluss-Röntgenbild und weitere Nachkontrolle

„Sehr hohe WSR“

Im Gespräch mit Oral- oder Kieferchirurgen taucht immer mal der Begriff hohe WSR auf. Damit meint man die Reduktion der Wurzelspitze bis ins mittlere, manchmal koronal Wurzeldrittel.

Heute hier ein Beispiel einer entsprechenden Therapie am Zahn 26. Kann man als sehr hohe WSR bezeichnen. Das Wurzeldentin wurde fast vollständig entfernt. Eine Wurzelfüllung ist nicht erkennbar. Nach dem 26 therapiert war, sollten wir den Zahn 27 revidieren.
Die Zahnfilmaufnahme gelang nicht besser, da ein ausgeprägter Torus palatinus die Positionierung des Sensors extrem einschränkte.

Im danach angefertigte DVT ist die Situation erkennbar. Game over…

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (II)

Wer die 2-Jahrestagung der European Society of Endodontology (ESE) besucht, profitiert nicht nur durch das (hoffentlich) hochkarätige wissenschaftliche Programm, sondern immer auch durch eine bemerkenswert gut bestückte Industrieausstellung.

Und wer hatte den größten Stand auf der ESE – 2 Jahrestagung in Paris ?
Die chinesische Firma Woodpecker.

In einer Dimension, wie sie früher nur dem Endo- Giganten Maillefer vorbehalten war.
Bei Dentsply Sirona geht es heutzutage deutlich kleiner zu, zumindest die Endo betreffend. Und VDW, in den deutschsprachigen DACH- Gebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz) ehemals die unangefochtene Nummer 2 ist sogar schon fast vollständig aus dem Scheinwerferlicht der Endo-Bühne zurückgetreten.

Woodpecker hingegen hat sich im Laufe der Jahre vom früher in der Einschätzung seiner Mitbewerber arrogant-mitleidig belächelten Schrott- Anbieter zum endodontischen Vollanbieter entwickelt und präsentierte sich in Paris als ein Unternehmen, das inzwischen ein nahezu vollständiges Portfolio für die moderne Endodontie vorweisen kann. Von Feilensystemen über endodontische Motoren, Obturationstechnologien, Ultraschallgeräte bis hin zu Bildgebungssystemen – die Bandbreite der Produkte zeigt den Anspruch, Anwendern eine ganzheitliche Lösung aus einer Hand anzubieten.

Was die gezeigten Produkte angeht – Das Design wirkt durchdacht und modern, die Verarbeitung hochwertig. Wirklich beeindruckend, mit welcher Konsequenz Woodpecker in den vergangenen Jahren seine Produktpalette ausgebaut und professionalisiert hat.

Neueste Innovation? Ein Operationsmikroskop.
Auch hier ein ansprechendes modernes Design mit adäquater Haptik. Ob es auch langfristig den hohen Anforderungen im klinischen Alltag standhält, muss die Praxis zeigen . Es ist – glaube ich – kein Geheimnis, dass ich hier – keine Experimente – nur auf ZEISS und CJ-Optik setze. Aber die Signalwirkung ist jedoch unübersehbar: Woodpecker drängt nun auch in das High-End-Segment der Endodontie.

Auffällig war auch die Art und Weise, wie Woodpecker mit den Messebesuchern umging. Neben einer professionellen Präsentation setzten sie stark auf aktive Kundenbindung: Produktsamples, Demonstrationen und direkte Ansprache machten deutlich, dass hier ernsthaft um Vertrauen und Marktanteile geworben wird.

Im Gegensatz dazu wirkten viele etablierte Hersteller vergleichsweise passiv. An manchen Ständen hatte man den Eindruck, dass die Firmen ihre Produkte lediglich „ausstellen“ – in der Annahme, dass Qualität und Bekanntheitsgrad alleine für den Verkauf sorgen. Oft gab es kaum mehr als nüchterne Broschüren, die wenig Begeisterung oder konkreten Nutzen vermittelten. Endo-Instrumente zum Ausprobieren? Der Appetit kommt ja oft beim Essen ? Nicht nur bei KOMET Fehlanzeige. Tut mir leid, aber so gewinnt man keine Marktanteile, man verliert sie höchstens.

Ein weiterer Punkt, den man nicht übersehen darf: der Preis. Woodpecker bietet seine Geräte und Instrumente in aller Regel deutlich günstiger an als die etablierten Marken – und das bei inzwischen sehr solider Qualität. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten macht dieser Preisvorteil den entscheidenden Unterschied.

Zumal die Strategie vieler Platzhirsche immer weniger verfängt: Geräte, die ohnehin in Asien gefertigt werden, werden umgelabelt und hier als Premiumprodukte zu deutlich höheren Preisen verkauft. Und bei gut laufende Endo-Instrumenten wird Jahr für Jahr an der Preisschraube gedreht. Natürlich nur nach oben, die Firma Rolex macht es vor. Mal sehen, was der Markt hergibt, so vermutlich die Denke der Preisgestalter bei den etablierten Marken. Das mag lange funktioniert haben, doch auf einer Messe wie dieser wird klar: Wenn ein Hersteller wie Woodpecker hochwertige Produkte zu realistischen Konditionen anbietet, wird es für die Konkurrenz schwer, den Premium-Aufschlag noch glaubwürdig zu rechtfertigen.

Für viele europäische Anbieter, insbesondere auch für die deutschen Firmen, muss der Woodpecker-Auftritt ein starkes Warnsignal sein. Während sie sich stark auf Tradition und Reputation, auf in der Vergangenheit Geleistetes verlassen, demonstrierte Woodpecker Dynamik, Innovationsfreude und einen klaren Willen, den Kunden aktiv zu gewinnen.

Die Parallele zur Automobilindustrie drängt sich auf: Auch da waren deutsche Marken lange tonangebend, aber die Dynamik kam irgendwann von anderen. Von Tesla und aus China. Und genau so fühlte es sich in Paris an – Woodpecker fährt gerade mit Vollgas, während andere eher im Leerlauf rollen.

Für uns als Anwender bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Markt in den nächsten Jahren weiterentwickelt – klar ist aber schon jetzt: Die etablierten Hersteller werden sich anstrengen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (I)

Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung. Die, nur einen Schattenwurf entfernt vom Mitterrandschen Triumphbogen – dem Grande Arche – im Viertel La Defense gelegen streng genommen gar nicht in Paris, sondern vor den Toren der französischen Hauptstadt stattfand.

Das aber nur als Fun Fact am Rande, denn natürlich zählt wie immer nur die Frage, was gab es Neues ?

Für mich zu allererst – ENDLICH – ist es offiziell. Am Stand von Dentsply Sirona wurde ein neues reziprokes Instrument vorgestellt. Und nein , keines der mehr oder weniger unverhohlen plagiatisch abgekupferten reziproken Clones der Konkurrenz, sondern ein wirklich neues Instrument. Wurde auch Zeit, immerhin sind es im nächsten Januar 15 Jahre, seit das Original Reciproc-System auf den Markt kam. Da das Instrument nun erstmalig der dentalen Öffentlichkeit vorgestellt wurde, darf ich jetzt auch darüber berichten, auch wenn auf der Homepage von Dentsply Sirona/VDW noch nix zu finden ist.

Für mich gibt es 3 Neuerungen, die das Instrument IMHO interessant machen.
Zunächst, am Augenfälligsten, das System besteht nicht mehr aus 3 , sondern aus 4 Instrumenten. Auch hier – Endlich!

Im Rahmen der Produktentwicklung des Original Reciproc – Systems hatte ich mich damals energisch gegen das 3 Instrumenten-System 25 40 50 ausgesprochen, weil ich die Diskrepanz zwischen dem 25er und dem 40er Instrument zu gross fand . Aber zum damaligen Zeitpunkt war von Marketing – Seite sowohl bei VDW wie auch bei Maillefer die DREI als ein unverzichtbares Feature unwiderruflich gesetzt. Mit der Diskrepanz 25 40 bin ich bis heute auf Kriegsfuss. Daher in meinem Arbeiten zunächst die Kombination Reciproc -MTwo 25 35 und später Reciproc Wave One Gold, denn Maillefer hat mit seinem wunderbaren Wave One Gold-System 20 25 35 45 genau die richtige Abstufung gefunden.

Und genau diese Differenzierung 20 25 35 45 findet sich nun auch im neuen Reciproc-System wieder. Allerdings in schlanker Form, mit deutlich geringerem Taper und reduziertem koronalem Durchmesser. Den ich, zweiter Punkt, gut finde. Auch wenn sich das System damit nur für die kalten WF- Verfahren qualifiziert, was heutzutage Single Cone in Kombination mit biokeramischem Sealer bedeutet. Beides nicht „my cup of tea“, aber dennoch habe ich die neuen Instrumente gerne eingesetzt, vor allem ein ganz bestimmtes. Das kleinste, gelbe – ein 20.035.

Was ich daran so gut finde?
Das ich – Punkt Nr. 3 – mit diesem Instrument auch sehr enge Kanäle maschinell erschliessen kann. Ohne wie bei den sogenannten „Gleitpfad-Instrumenten“ das Risiko eines Instrumentenbruch befürchten zu müssen. Im Gegenteil- ich kann das 20er Instrument, wie ich es vom Original 25er Reciproc der ersten Generation gewohnt bin, mit deutliche apikal gerichtetem Druck einsetzen. Und es ist ist ein Stück weit beeindruckend, zu sehen, wie dieses Instrument auch in wirklich engen Kanälen seinen Weg nach apikal findet.

p.s.: Fotos würde ich gerne zeigen – und den Namen benennen.
Aber wegen eines NDA ist es mir erst möglich, wenn diese Info von Dentsply – Sirona offiziell und für jeden zugänglich freigegeben wird.

Fluch und Segen der Überweisung (I)

Hallo aus dem Urlaub,

Die Spezialisierung auf die Endodontologie (oder jede andere Teildisziplin) macht insbesondere für die Autoren von WURZELSPITZE Sinn.

Auf unserem Blog finden sich zahlreiche Beträge zu den Vorteilen dieser Entscheidung :

Hier mein Favorit:

Heute zeige ich eine Kehrseite der Medaille für mich, die leider auch an der Tagesordnung steht…

nachfolgende Mail erreichte uns von einem Zuweiser:

That`s it…

keine weitere Info

kein NICHTS

und hier die übermittelten Röntgenbilder…

und jetzt?

Aaargggh

Blindflug – Recall

Hier und hier hatte ich erstmals berichtet.

Die Patientin war zum 6 Monatsrecall in unserer Praxis. Seit der letzten Behandlung waren die Beschwerden vollständig verschwunden. Die deutliche Heilungstendnez lässt eine positive Prognose für den Zahn 46 zu.

Das Holm Reuver Gedächtnis-Röntgenbild 20250908

Es ist doch einfach nur ein Oberkiefer- Backenzahn, oder ?
Was kann schon so schwierig sein, den endodontischen Zahnerhalt betreffend.

Die WF- Kontrolle offenbart dann aber doch die nicht ganz so banale Anatomie des palatinalen Wurzelkanals. Wieder ein Holm Reuver Gedächtnis- Zahn vom Feinsten. Und wie immer meine Frage: Sind die kalten WF-Verfahren, biokeramischer Sealer hin oder her, in der Lage, diese Anatomie adäquat abzudichten ???

p.s.: Die drei Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel entziehen sich geschickt dem Auge des Betrachters, oder ?

Rhizarthrose (I)

Olaf Löffler hat hier vor einiger Zeit über die Wichtigkeit unserer Augen für unserer Tätigkeit berichtet.

Ebenso wichtig sind natürlich unsere Hände.

In diesem Zusammenhang möchte ich für eine Verschleisserkrankung sensibilisieren, die ebenfalls einen grossen Einfluss auf unser tägliches Tun haben kann:

Die Rhizarthrose.

Hierbei handelt es sich eine die Arthrose des Daumensattelgelenks – also ein Verschleiß des Gelenkknorpels, der Schmerzen, Kraftverlust und Bewegungseinschränkungen verursacht. Diese Form der Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen der Hand, betrifft vorwiegend Frauen (Verhältnis 3:1) und kann durch Überbelastung oder genetische sowie hormonelle Faktoren bedingt sein.Die Behandlung erfolgt je nach Stadium mit konservativen Maßnahmen wie Ruhigstellung, Medikamenten und Physiotherapie oder, bei fortgeschrittenem Verschleiß, operativ. 

Interessant ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es mit dem Lipofilling eine weitere Therapieform gibt,

Diese Eigenfetttransplantation scheint laut Studienlage eine vielversprechende Behandlung zu sein. Allerdings ist diese derzeit in Deutschland nicht erlaub, da das Paul-Ehrlich-Institut die Injektion von Eigenfett in Gelenke als „Advanced Therapy Medicinal Product“ (ATMP) einstuft. Forschungsprojekte, wie am LMU Klinikum, untersuchen das therapeutische Potenzial dieser Methode, die bei erfolgreicher Zulassung die Schmerzen lindern und die Funktion des Daumensattelgelenks verbessern könnte. Erste Veröffentlichungen hierzu gibt es aus dem Jahr 2012. Aktuell ist die Behandlung in Deutschland aber nicht möglich, trotz wissenschaftlicher und fachlicher Bestrebungen, sie zu etablieren. 

Ggf. ist jedoch der Blick über unsere Landesgrenzen hinaus hilfreich, um hier diese Therapieform „zu finden“…

Screenshot

Wie bei jeder Erkrankung ist es von Vorteil im Frühstadium zu reagieren. Häufig werden die Erstsymptome aber nicht erkannt btw falsch gedeutet.

Die Anfangssymptome umfassen Schmerzen an der Daumenbasis, besonders bei Belastung und Drehbewegungen wie Flaschenöffnen, sowie ein Gefühl von Instabilität und Kraftverlust im Daumen. Weitere Anzeichen können eine leichte Morgensteifigkeit, Schwellungen und hörbare Reibegeräusche (Krepitation) im Daumensattelgelenk sein. 

Grundsätzlich erscheint es sinnvoll, dass wir auch (prophylaktisch) physiotherapeutische Übungen in Betracht ziehen. Dazu gibt es von Liebscher & Bracht sehenswerte Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=WRqs_1Fdqsk







21 Recall – 17 Jahre – hopeless teeth

Hier wurde der Fall zuletzt von mir vorgestellt.

Jetzt haben wir ein aktuelles OPTG erhalten, welches die zuletzt 2022 kontrollierte Situation als stabil vermuten lässt. Warum vermuten, im OPTG ist der Frontzahnbereich nicht wirklich befundbar durch mögliche Überlagerungen der HWS. Ein Zahnfilm war noch nicht indiziert und ist für 2027 geplant.
17 Jahre diesen Zahn zu erhalten, hatte ich zum Behandlungszeitpunkt nicht für möglich gehalten.

Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter … (IV)

Hier noch ein paar ergänzende Informationen zum Fall. Und damit wir uns richtig verstehen. Im Nachfolgenden geht es nicht darum, jemanden zum Einzig Wahren zu bekehren. Wenn ich eins gelernt habe in vielen Jahren als Referent, dann, dass es sinnlos ist, Zahnärzte von etwas überzeugen zu wollen, was sie nicht möchten.

Toxavit als devitalisierende Einlage?
Kein einziges Mal verwendet in meiner gesamten Zeit als Zahnarzt.
Ist es notwendig ? Sicherlich nicht.
Trotzdem wird es viele hunderttausende Male verwendet pro Jahr in Deutschland.

Und ähnlich ist es, wenn es um die Frage geht, pusbehaftete Zähne offenlassen – Ja oder Nein. Der gezeigte Fall ist also lediglich als Denkanstoss gedacht.

Dahingehend, dass, wenn es in diesem sicherlich aussergewöhnlichen Fall mit riesiger apikaler Aufhellung und massivster Pussekretion möglich ist, den Zahn post endodontischer Behandlung eben nicht offenlassen zu müssen, sondern ihn verschliessen zu können, dann sollte man in den minderschweren Fällen doch ebenso verfahren können. Und von dort ist es dann nur noch eine kleiner Weg zur Erkenntnis, brauche ich es überhaupt, das Offenlassen von Zähnen…

Die letzte Woche vor dem Weihnachtsurlaub.
Es ist Dienstag.
Noch 3 mal Arbeiten, denn Donnerstag ist unser letzter Arbeitstag vor Weihnachten. Freie Termine? Schon lange nicht mehr. Und was immer ist, kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, die Überweiser rufen an wegen Schmerzpatienten, die unbedingt noch drankommen müssen. Klar, deren Terminkalender ist genauso voll wie unserer, da fällt die Indikation zur Überweisung an uns wesentlich leichter. Das merken wir. Am verstärkten Überweisungsaufkommen insbesondere auch von Überweisern, die sonst eher selten bis gar nicht überweisen.

Eins ist jedoch klar.
DIESER Patient auf Überweisung am 17.12.2024 in unserer Praxis MUSS drankommen.
Daran lässt der klinsiche und vor allem der röntgenologische Befund keinen Zweifel. Er hat Schmerzen, was nicht verwunderlich ist bei seinem Befund.

Es wäre nun ein Leichtes, den Zahn zu trepanieren und dann offenzulassen.
Die sicherlich zeitsparentste Variante von allen. Und natürlich reizvoll im Hinblick darauf, dass wir von genau dieser Zeit ohnehin zu wenig haben im Moment so kurz vor Weihnachten.

Warum ich es trotzdem nicht mache???
Weil ich als blutjunger Zahnarzt genau so verfahren habe mit einem Zahn 12. Ein eher geringes Entzündungsgeschehen, rein äußerlich unauffälig. Am nächsten Tag kam die Patientin wieder mit einem Phönix- Abszess. Den Begriff kannte ich bis dato nicht. Er bezeichnet die akute Exaberation eines chronischen apikalen Geschehens. Dramatisch bis zum Auge dick zugeschwollen stellte sich die Patientin keine 24 Stunden wieder vor, wo Tags zuvor noch gar nix gewesen war. Wie das? Ich hatte doch lehrbuchmäßig alles richtig gemacht. Ubi pus ibi evacua. Seitdem verschliesse ich ausnahmslos alle Zähne, auch die mit viel Pus. Einen Phönix- Abszess habe ich in meinem Patientenklientel in der gesamten Zeit nicht wieder gesehen.

Zurück zum Schmerzpatienten. Und zu ein paar individuellen Besonderheiten. Der Patient steht Tag für Tag in der Öffentlichkeit. vergleichbar eines Fernsehschauspielers, den die Kamera formatfüllend ins Bild rückt. Eine dicke Backe macht ihn gewissermaßen arbeitsunfähig, die gilt es zu vermeiden. Und der Patient muss ab Weihnachten für 2 Wochen ins Ausland. Weit weg. Wie stellt man sicher, dass er dort, zehntausende Kilometer von zu Hause keine Schwierigkeiten bekommt in dieser Zeit. Viel Zeit bleibt uns nicht. 2 Tage um genau zu sein, um alles ins Lot zu bringen.

Wie wäre die Vorgehensweise im Szenario Trep und Offenlassen ? Wie ginge es weiter ? Wann wäre der Zahn verschlossen worden ? Am Tag danach ? Oder 2 Tage später ? Am letzten Arbeitstag vor Weihnachten ?

Ich habe die Erstbehandlung am 17.12.2024 vorgenommen. Kanalaufbereitung. Medikamentöse Einlage mit Ledermix. Antibiotische Abdeckung mit Amoxicillin. Eine Inzision war nicht notwendig. 2 Tage später Schmerzfreiheit, aber wie im Video zu sehen nach Spülung mit dem Laser immer noch starker Pusabfluss. Wieder zum Abschluss der Behandlung Ledermix und Verschluss der Trepanationsöffnung.

Der Patient stellt sich terminlich bedingt erst am 27.02.2025 wieder bei uns vor. Keine Schmerzen und auch keine sonstigen Beschwerden in all der Zeit. Kein Pus mehr nach Trepanation. medikamentöse Einlage mit Metapex Plus zum Abschluss der Behandlung. 16 Wochen Wartezeit. Dann die WF am 10. 07. 2025.


Röntgenbild des Tages 20250829

Ohne Frage, dieser Zahn 36 ist ein Zahn, der unter die Rubrik Herodontics fällt. Und das 2D – Röntgenbild gibt nur andeutungsweise den wahren Grad der massiven Knochendestruktion (Interradikulär/distal) wieder, den dieser Zahn erfahren hat.

Wunsch des Patienten, ein ärztlicher Kollege, ist der unbedingte Versuch des Zahnerhaltes.

Die endodontische Behandlung lässt sich gut an.
Zum Abschluss der 2. Sitzung wird ein Calciumhydroxid- Präparat eingebracht.
Mit deutlicher Überpressung nach apikal hin im Bereich der mesialen Wurzel.

6 Wochen später stellt sich der Patient bei uns in der Praxis wieder vor.
Viel zu früh, denn es waren 16 Wochen Liegedauer des Calciumhydroxides besprochen. Der sehr angenehme, leider aber auch ein wenig ängstliche Patient war in Sorge, weil der von mir für die ersten Tage angepriesene merkwürdige medikamentöse Geschmack des verwendeten Metapex Plus eben nicht vollständig verschwunden war. Ausserdem reagierte der Zahn minimal auf Krafteinwirkung beim Kauen an bestimmten Stellen, ab und zu auf Heiss und Kalt und einmal war auch ein Pochen aufgetaucht, das aber ein solitäres Ereignis geblieben war.

Die intraorale Inspektion ergab keine Auffälligkeiten, vor allem keinen Hinweis auf eine Undichtigkeit der sehr grossen alio loco angefertigten Komposit-Restauration, was angesichts der beschriebenen anhaltenden Geschmackssensation am wahrscheinlichsten gewesen wäre. Und im Kontroll-Röntgenbild??? Eine vollständige Resorption des überpressten Cacliumhydroxid- Materials. Und genau das liebe ich so an Metapex Plus. Es wird sehr schnell abgebaut, was ich als Indiz werte für eine beginnende Reossifizierung.

Beschwerden machen die Überpressungen im Übrigen bei Metapex Plus keine, selbst wenn diese noch wesentlich größer sind als die hier vorliegende. Ich weisse die Patienten bei grösseren Überpressungen immer darauf hin, dass gegebenenfalls der Überschuss, falls gewünscht, chirurgisch entfernt werden könnte, was aber bislang in den vielen Jahren nie notwendig war. Im Gegenteil – die Natur regelt das wie im vorliegenden Falle aufs Beste selbst..

Normalerweise hätte ich in einem solchen Fall weiter abgewartet.
Aber um die manifesten Ängste des Patienten zu zerstreuen, habe ich in den Zahn hineingeschaut.

Sollte ein Leakage vorliegen, erkennt man es in der Regel an einer Verfärbung des Calciumhydroxides, ausserdem bleibt das Material feucht.
Beides war hier nicht der Fall, das Calciumhydroxid sauber und trocken, weshalb ich es dabei beliess, schallaktiviert und laseraktiviert zu spülen und die medikamentöse Einlage in den vorhandenen 6 Kanälen auszutauschen.

Sieht man in der Röntgenbildern schon einen Verbesserung der ossären Situation ?
Was nach den gerade mal 6 Wochen ausserordentlich wäre.

Es gibt Hinweise. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn der Projektionswinkel der Aufnahmen fast identisch ist, so ist doch hier, nachgerade mal 1,5 Monaten wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

Wir werden also sehen,
Anfang November.
Falls der Patient nicht früher wieder auftaucht.

Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter … (III)

Über diesen Fall eines Dens Invaginatus eines Zahnes 22 mit riesiger apikaler Aufhellung habe ich zuletzt hier berichtet.
Die Heilungstendenz im DVT ist eindeutig, ein sehr erfreuliches Ergebnis.


Insbesonders wenn man berücksichtigt, wie viel Pus sich im Knochenresorptionsdefekt aufgestaut hatte. Anbei ein Video. welches das Ausmaß der Pusabsonderung nach Trepanation aufzeigt.

Hand aufs Herz ?
Wer hätte den Zahn 21 nach Trepanation offen gelassen ?

Wer ist eigentlich nächste Woche in Paris bei der ESE- Zwei-Jahres-Tagung ?

Wer ist eigentlich nächste Woche in Paris bei der ESE- Zwei-Jahres-Tagung ?

Nach dem Urlaub…

Am ersten Tag nach meinem Urlaub wurde ich mit vielen kollegialen Nachfragen, Telefonrückrufersuchen, Auskunftsersuchen, Schmerzfällen konfrontiert, so viel, wie ich es noch nie in meiner mehr als 35 jährigen Berufstätigkeit wahrgenommen habe.
Zudem funktionierte nach Windows11 Umstellung vor dem Urlaub die Röntgensoftware (Wozu brauchen wir SQL Datenbanken?) nicht richtig, schwierige Patientenfälle waren bestellt und eine langjährige Überweiserpraxis teilte mir mit, daß jetzt abrupt ein Schlussstrich gemacht wird, weil Kostenstrukturen, Bürokratie etc. nicht mehr tolerierbar sind. Ab Mittwoch geschlossen! Unser täglicher Wahnsinn hatte wieder zugeschlagen.

Nach 3 Wochen afrikanischer Gelassenheit und Entschleunigung wollte ich eigentlich gleich wieder gehen…

Aber dann hatte ich noch ein 6 Monats-Recall zu befunden und die Doku zu kontrollieren, welches liegen geblieben war.
Die Bilder möchte ich nicht vorenthalten, denn sie geben in diesem Fall Anlass zur Freude und zeigen die Sinnhaftigkeit unsere Arbeit.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (37) – Der Bodybuilder am Strand von Saint Tropez

Ein Mann, der auf den ersten Blick mehr einschüchtert als Vertrauen weckt, entpuppt sich als Sinnbild für Disziplin, Authentizität und echtes Können. Was Krafttraining, Saint-Tropez und Endodontie miteinander zu tun haben? Mehr, als man denkt …

Den ganzen Beitrag findest Du exklusiv auf der WURZELSPITZE Patreon Seite.

Schreihals

Nachdem ich die Tage schon mit Batman (oder auch Star Wars) im Zahn zu tun hatte ergab sich ein „Treffen“ der anderen Art bei einer unser letzten Behandlungen…

aber sehen Sie selber:

„Schreihals“ aka DT
Post-OP

Implantat vs Revision (III) – was empfiehlt man diesem Patienten?

Und hier noch die MTA-Apexifikation in bewegten Bildern…

in solchen Fällen mag ich es, wenn das Material etwas weicher angemischt wird und ich es mit der Papierspitze adaptieren kann. Auf ein Widerlager habe ich hier verzichtet (und findet bei uns auch nur sehr selten Anwendung)

Der XXL-Kalender – es geht in die 2026er Runde

Verrückt.
Als wärs gestern gewesen, als ich meinen 2025er XXL-Kalender an die Wand gepinnt habe.
Und jetzt sind schon so viele Termine für 2026 im Vorlauf, das es höchste Zeit ist, die 2026-Version in Auftrag zu geben.

Wie hilft mir der Kalender?
Er gibt mir Überblick.

Und dokumentiert meine täglichen Aufgaben, die ich mir für 2025 ins Aufgabenheft geschrieben habe.

Ich mache also weiter. Mit dem Kalender und mit meinen Vorsätzen.
Und alle unsere Patreon- Unterstützer haben die Möglichkeit, kostenlos ihr eigenes XXL-Kalender-Exemplar zu erhalten.

Hierzu einfach nur auf die WURZELSPITZE Patreon Seite gehen, und unter diesem Beitrag die Postadresse in die Kommentar-Spalte eintragen.

Batman

Bild des Tages…

oder bin ich mit dem Gesehenen alleine?

Implantat vs Revision (II) – was empfiehlt man diesem Patienten?

Hier habe ich vor einiger Zeit diesen Fall vorgestellt.

Ästhetik spielt für diesen Patienten nicht wirklich eine Rolle… daher war er von der Idee der Revision angetan…

unser Procedere…?

wie immer…

Zwei Termine a 60 Min

Nach Abklingen der Symptome apikaler MTA Verschluss- in dem Fall gefolgt vom einem Glasfaserstift…

Kontrolle der vollständigen Entfernung aller Materialien

Apikaler MTA Stopp
Finales Resultat inkl ´Glasfaserstift

Fazit:

Dett wird – würde Jörg S sagen

;-)

Frühjahrsakademie der ÖG Endo 13.-14.06.2025 in Wien – Ein Nachdenk- Tagungsbericht (III)

Ein Nachdenk-Tagungsbericht zum Anlass der Frühjahrsakademie der ÖG Endo fehlt noch.
Vielleicht der Wichtigste.

Kennen Sie Paul Harvey?
Mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht.
Aber ich bin mit ihm aufgewachsen.
Gross geworden.
Habe ihm Tag für Tag zugehört.

Damals in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern. Mit AFN, dem Radio der Amerikanischen Streitkräfte. Paul Harvey hatte dort eine tägliche Rubrik, in der er Geschichten mit einem besonderen Twist am Ende erzählte. Die immer endete mit dem Satz: And now you know….kurze Kunstpause … the rest of the story.

Und bei der Frühjahrsakademie der ÖG Endo hat mir jemand genau so eine Geschichte – seine Geschichte – erzählt. Er fragte mich, ob ich noch wüsste, wann wir uns das erste Mal getroffen hätten.

Natürlich wusste ich es.

2003 war das.
Schüchtern hat er sich mir vorgestellt als junger Zahnarzt. Ich war nicht viel älter, aber doch schon deutlich weiter in meinem Bestreben, die Endodontie betreffend. Immerhin hatte ich auf dem Event, wo wir uns trafen, in der Vergangenheit schon 2 Vorträge gehalten und auch diesmal wieder sollte ich reden. Wir trafen uns in einem Hotel in Disneyland. Anaheim Kalifornien. Zum ROOTS Summit.

Er hatte sich relativ spät angemeldet und jetzt gab es keine Zimmer mehr.
Oder fast keine. Das eine 45 Minuten Fahrt entfernt. Zu weit. Dann gab es nur noch ein anderes. Ein Doppelzimmer, dass er mit einem Fremden teilen müsste.

Natürlich hatte er keine Lust, das Zimmer mit einem Fremden zu teilen, aber noch viel weniger Lust, jeden Morgen und Abend nach den Vorträgen durch die Suburbs von Anaheim mit dem Mietauto zu fahren. Die Wahl fiel also schweren Herzen auf das Doppelzimmer mit Anhang.

Als der Kollege, nennen wir ihn Joe, am frühen Nachmittag seine Behausung für die nächsten Tage betrat, war sein zukünftiger Mitbewohner nicht jemand seines Alters, sondern ein Mann in seinen Sechzigern. Also nicht unbedingt das, was man sich als junger Mensch als Roommate für die nächsten Tage vorgestellt hatte. Man versucht sich ja, alles schönzureden, etwa im Sinne von, wer weiss, vielleicht wird das Ganze ja ganz lustig und ich treffe meinen zukünftigen Trauzeugen.
Dem war leider nicht so.

Erster Schock also.
Der nächste folgte auf den Fuss.

Marvin, wie sich der alte Mann vorstellte, war gerade dabei, den Inhalt einer Mezcal-Flasche in einen grossen Cafe to Go – Becher abzufüllen. In USA in der Öffentlichkeit mit Alkohol rumzulaufen war streng verboten, daher dieser Trick. „Lifehack“ würde man heute sagen.
Ein Alkoholiker offensichtlich.

Marvin hielt Joe die Mescalin-Flasche hin, fragend, ob er auch einen Schluck wolle.
Was Joe höflich ablehnte.

Und dann nahm Marvin das alte Mann aus der Neuen Welt, Joe, den schüchternen Jungen aus der alten Welt unter seine Fittiche und machte ihn in den nächsten Tagen bekannt mit Jedem vor Ort, der Rang und Namen hatte in der Endo.

Man stelle sich vor, man käme zufällig am roten Teppich der Oscar-Verleihung vorbei, bliebe am Rand stehen und dann käme ein Kerl daher, den man nicht kennt und würde sagen, „Hi ich bin Marvin, komme mit mir zur After Show-Party, ich kenn sie alle“. Und würde dich dann jedem Einzelnen dort vorstellen. George Clooney, Brad Pitt, Leonardo di Caprio. „Hi George, may I introduce you to a good friend of mine from Old Europe. Joe, this is George Clooney!.“ Und das Ganze drei Tage lang. Seien Wir ehrlich, wie cool wäre das denn ???


Der junge Kollege ist – nachvollziehbar – vollkommen angefixt.
Fliegt zurück, kontaktiert des Zeiss- Aussendienst-Mitarbeiter, sucht das Gespräch mit seinem Chef an der Uni-Klinik, erzählt diesem, das er von nun an nur noch Endo und zwar unter dem Mikroskop machen möchte, was dieser bewilligt. Er kauft ein auf eigene Kosten ein OP- Mikroskop und der Rest ist Geschichte. Heute betreibt er mit einem Kollegen zusammen eine grosse und renommierte Endodontie- Praxis.

So kann ein einziges kleines Detail – Kein Zimmer frei – ein Berufsleben von Grund auf zum Positiven verändern.

And now you know – the rest of the story.

Lentulo Entfernung (I)

Bei der heute 47-jährigen Patientin waren vor gut 30 Jahren endodontische Behandlungen an den Zähnen 12-22 durchgeführt worden.

Da jetzt eine prothetische Neuversorgung geplant war, wurden wir mit der vorgeschalteten Revision der Zähne beauftragt…

Leider saß der Lentulo fester als erhofft und das Ziehen an der BTR-Pen Schlaufe führte nur dazu, dass das Fragement in die Länge gezogen wurde…

daher änderte ich unser Vorgehen und lockerte das Stück mittels Ultraschall bis es schliesslich in toto entfernt werden konnte…

ich werde weiter berichten…

Diese Perforation wäre vermeidbar gewesen,… (I)

wenn man die entsprechenden „Spuren“ am Kavitätenboden richtig gedeutet hätte…

zur Vorgeschichte…

der Zuweiser hatte entschieden die Revision bei diesem 36 alleine durchzuführen.

Schon bei der Erstbehandlung vor vielen Jahren gab es alio loco Probleme die mesialen Kanalsysteme zu finden…

und auch dieses Mal blieb die Suche erfolglos…

Ausgangssituation- Rö alio loco
Zustand nach alio loco begonnener Revision – Verdacht auf Perforation mesial

glücklicherweise konnte uns die mesiale Entwicklungslinie den richtigen Weg zu den Orifizien weisen…

die kleinen Perforationen haben wir mit Biodentine verschlossen…

demnächst mehr zu diesem Fall…

Super-GAU – Dentapen defekt (II)

Letzte Woche habe ich hier von unserem Dentapen-Drama berichtet…

gestern nun kam das neue Modell…

endlich.

Die Bestellung muss bei Merz Dental übrigens telefonisch erfolgten.

Preislich liegt der Neue bei 1544,03 (Brutto)

In der Anwendung scheint der Motor ein kleinwenig lauter zu sein… dies mag aber auch nur ein subjektives Gefühl sein…

ein Punkt ist in der klinischen Anwendung hingegen neu. Die automatische Aspiration erfolgt nur noch, wenn man zweimal kurz hintereinander auf den entsprechenden Knopf drückt und nicht generell.

In meinen Augen eine sinnvolle kleine Änderung, da ich zum Beispiel bei einer Infiltration im Oberkiefer normalerweise nicht Aspirieren würde…

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Die Idee? Die Ideen …

Noch ein Podcast über Endodontie?
Ja – aber ein anderer.
Einer, der das macht, was mir bisher immer gefehlt hat:
Diskussion. Widerspruch. Perspektivenwechsel.

Herrmann & Lang. Endo 21.
Ein Zwiegespräch über Wurzelkanalbehandlung.

Mit allem, was dazu gehört.
Vom Erstgespräch bis zum Recall.
Von Strategie bis Detail.
Und das in kompakten 21 Minuten pro Folge – genau lang genug, um Substanz zu liefern, aber kurz genug für den Alltag.

Was als Idee für 20 Folgen begann, wächst gerade deutlich über sich hinaus – es gibt viel zu sagen. Und noch mehr zu fragen.

Denn genau das machen wir:
Tomas Lang bringt seine Podcast-Erfahrung mit – ich bringe meine Erfahrung ein und frage kritisch nach.
Gemeinsam reden wir über Endo – so, wie man es sonst nur im direkten Austausch erlebt.

Die ersten Folgen sind aufgenommen.
Ab Ende August geht’s los. Vermutlich 2 Jahre lang.

Und wer mehr will, bekommt mehr:
Für unsere WURZELSPITZE-Patrons gibt’s nach jeder Folge eine exklusive Aftershow.
Dort greifen wir eure Fragen auf und vertiefen, was im Podcast angestoßen wurde.

Fragen stellen, mitreden, weiterdenken –hat mir bisher bei Podcasts immer gefehlt.
Jetzt machen wir genau das.

Zusammen ist man weniger allein.


Der Anlass ?
Ein Vortrag.

Ein Zwiegespräch.
Mit Tomas Lang, in einem Schloss bei Essen.
Was als Jubiläumsfolge seines INTRADENTAL – Podcasts begann, wurde zum Anfang von etwas Neuem.

Ein neuer Podcast.
Eine gemeinsame Reihe.
Zwei Meinungen, zwei Wege – aber ein Ziel: Endodontie von A bis Z, im echten und teilweise kontrovers geführten Dialog.

Wie es dazu kam? Was daraus wird? Und warum ich mich habe dazu hinreissen lassen, obwohl das Medium mir fremd ist?
Erzähle ich bald.

Unsere WURZELSPITZE-Patrons auf Patreon wissen natürlich schon ein bisschen mehr … 😉

Super-GAU – Dentapen defekt (I)

Zu Beginn der letzten Vormittagsbehandlung der Super-GAU…

während der Applikation bricht unser geliebter Dentapen ab und schaltet sich aus…

alle Versuche das Gerät wieder zum Leben zu erwecken scheitern… es scheint, als wäre er defekt…

Ein Anruf bei Septodont bringt die Ernüchterung. Es gibt keinen Support mehr…

als Bezugsquelle für einen neuen Pen werden wir hier fündig…

Auf alle Fälle wohl auch „günstiger“ als bei Aera angeboten…

ich werde berichten

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.



Neue Dinge werfen ihre Schatten voraus…

Bald gibt’s was Neues.
Noch will ich nicht zu viel verraten – nur so viel: Es hat mit Podcasts zu tun.
Und mit dem Wunsch, Dinge ein bisschen anders zu machen.
Ein Medium, mit dem ich bisher nichts zu tun haben wollte. Weder passiv noch aktiv. Ich habe lange überlegt, warum ich mit Podcasts hadere – und was mir dabei fehlt.

Jetzt probiere ich etwas aus. WIR probieren etwas Neues aus.
Denn ich habe mich zusammengetan mit jemandem aus der Zahnmedizin, der für dieses Medium brennt.
Wir wollen das Beste aus zwei Welten verbinden – fundiertes Wissen und neue Formate.

Was genau?
Erzähle ich bald.

Und für unsere WURZELSPITZE-Patrons – Auf Patreon erfahrt ihr schon jetzt und in den nächsten Tagen genauer, worum es gehen wird…

Fälle, die man sich nicht wünscht, oder aus der Rubrik – muss ich nicht haben.

Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden vom HZA überwiesen.
Er kam nicht weiter.
Es wurde leider kein Ausgangsbild, außer ein OPTG angefertigt und die Problematik dieses UK 3ers stellt sich nicht im OPTG dar. Deshalb kam es bei einem vermeintlich einfachen Eckzahn zu großen Problemen.

Der Zahn 43 zeigte ihm Röntgenbild des HZA, eine Messaufnahme mit einem Instrument, welches nicht kongruent im vermuteten Wurzelkanalverlauf zu sehen war.
Blockierungen, Stufenbildung und ggf. Perforation waren zu vermuten.
Das angefertigte DVT zeigte in der apikalen Schnittgebung keine eindeutige Kanalstruktur.
Die Feile der Messaufnahme landete wahrscheinlich in einer lateralen Kanalstruktur.

Die Aussichten den Zahn erfolgreich zu behandeln stuften wir mit unter 50% ein – Prognose ungünstig.
Trotzdem wollte der Patient einen unbedingten Erhaltungsversuch. Nach mehreren Beratungen hatten wir uns breitschlagen lassen.
Unsere einzigste Chance sahen wir in der apikalen Desinfektion durch Sweeps mit dem Fotona Skypuls.

In der Therapie stellte es sich, wie vermutet da. Nach 45 Minuten haben wir den Versuch der apikalen Erschließung der bukkalen Kanalstruktur aufgegeben. Der linguale bisher nicht behandelte Wurzelkanalließ sich nach Anlegen einesGleitpfades mit Handinstrumenten#6,#8,#10 und R-Pilot, Wave Gold #20, #25 erschließen. Die Desinfektion erfolgte mit Sweeps (Fotona Skypuls 2×30 s PIPS NaOCl 3%) und EDTA 17%.
Die Beschwerden waren nach dem ersten Behandlungstermin verschwunden.
Die Wurzelfüllung gelang in thermisch-vertikaler Warmfülltechnik mit Guttapercha und Sealer Totall Fill HiFlow.
Das 6 Monats Recall zeigte uns eine Heilungstendenz und lässt uns etwas hoffnungsvoller in die Zukunft schauen. Ich werde berichten, wie sich dieser Fall weiter entwickelt.

Nun ist erstmal Urlaub, im September geht es wieder weiter…

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Charlotta RET im 2,5 Jahres-Recall

Und auch Charlotta war die Woche zum Recall bei uns.

Mittlerweile sind zweieinhalb Jahre vergangen…

höre ich Meinungen ?