Wegen Praxisumbau (Dienstag um 11 Uhr kommen die neuen Behandlungsstühle, dann ist hoffentlich bis Mittwoch abend das Gröbste geschafft) gibt es heute keinen Beitrag auf WURZELSPITZE.
Archiv der Kategorie: Zahnmedizin
>>Das Ende vom Lied<< Zeitnahme – Teil 4
von Christian Danzl
Der letzte Satz vom Bericht Teil 3 war:
„Kurz: Bei den nächsten Problemen fliegt das Teil raus.“
Soweit war ich auch. Es kam aber anders.
Das Gerät verrichtete seinen Dienst mehr schlecht als recht. Aber es lief. Bei einer neuen Angestellten ging das Anlegen eines neuen Zeitkontos meist reibungslos – sofern der Chip Lust hatte.
Bis die Information vom Systemadministrator kam:
„Von Chipdrive gibt es keinen Support mehr. Keine Hotline, keine Chips, keine Karten.
Die sind zahlungsunfähig.“
Und wieder 400 g E-Schrott in der Praxis.
24 Monatsrecall
von Ostidald Wucker
Den Fall haben wir hier beschrieben. Nun war der Patient zum 24 Monatsrecall da. Klinisch sind alle Symptome verschwunden. Kein Druckgefühl mehr, welches er seit Jahren hatte, keine Fistel, keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Lockerung.
Röntgenlogisch ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Apikale Aufhellung (26) – Recall nach 36 Monaten
Von Bonald Decker
Über zwei Jahre ist es her, dass ich Ihnen diesen Fall mit Recall nach sechs Monaten vorgestellt habe.
Heute zeige ich Ihnen das sehr erfreuliche Kontrollergebnis drei Jahre nach Behandlungsabschluss inklusive prothetischer Neuversorgung durch den Zuweiser:

Und hier noch Ausgangssituation vs. 3-Jahres-Nachkontrolle

Ü Day 2016 Bad Kreuznach – Donald Becker und Freunde – Countdown läuft !

Wenn Eine/Einer der FvW schon immer mal wissen wollte, warum auf dieser Seite hier Donald Becker und Freunde schreiben (man ahnt, das Pseudonym wurde nicht zufällig gewählt), der muss sich nur noch 18 Tage (siehe Countdown- Zähler rechts oben) gedulden, denn dieses Geheimnis wird im Anschluss an den wissenschaftlichen Teil des diesjährigen Ü Days in Bad Kreuznach gelüftet werden.
Nur soviel sei vorab verraten:
Es wird vermutlich etwas lauter werden, denn dann stehen 11 Musiker aus dem benachbarten Ausland mit stromverstärkten Instrumenten auf der Bühne.
Der Beitrag wird kurz nach 13 Uhr starten und einen Zeitrahmen von ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen.
bewährtes Buch, neue Aufmachung
von Christian Danzl
In der Reihe „Farbatlanten der Zahnmedizin“ hat der Thieme Verlag vor nicht all zu langer Zeit einen „Re-release“ gelandet.
Der Klassiker von Axel Bumann und Ulrich Lotzmann „Funktionsdiagnostik und Therapieprinzipien“ wurde wiederveröffentlicht. Die erste Auflage aus dem Jahre 2000 wurde als Softcover wieder aufgelegt. Für 99,- statt 149,-.

Schröder’sche Lüftung
von Ronald Wecker
Diese Form der Behandlung einer symptomatischen apikalen Parodontitis habe ich in den vergangenen Jahren nur sehr selten sehen (müssen).

Nach der nicht erfolgreichen Darstellung der Kanalorifizien dieses 24 und dem Nachweis einer supragingivalen Perforation wurde offensichtlich nur ein Weg gesehen, Linderung zu erzielen. Inzision und Perforation der bukkalen Knochenlamelle.
Kann man so machen, sollte aber in Zeiten des Mikroskops meiner Meinung nach obsolet sein. Das nahtgesicherte Offenhalten der Inzision (die Patientin war nicht über den Zeitpunkt der Entfernung informiert worden!) trägt sicher nicht zu einer optimalen Abheilung der Inzisionswunde bei. „Old School“ würde mein Sohn sagen.
Geplant ist die zweizeitige Behandlung mit adhäsivem Perforationsverschluss in der ersten Behandlungssitzung.
Fragremover
von Ostidald Wucker
Die Patientin suchte unsere Praxis mit latenten Beschwerden am Zahn 36 auf. Ein Instrument wäre bei ihr abgebrochen und dies sollten wir entfernen.
Die Patientin ist Angstpatientin und gab an unter Kakophonie zu leiden.
Das von uns angefertigte Röntgenbild zeigte ein apikale Periodontits und 2 fakturiert Lentulos. Der Zahn sollte unbedingt erhalten werden.
Die Entfernung der Fragmente schätzten wir als lösbar ein.
Für die optischen Darstellung der Fragmente versuchten wir die das Fragment umgebende Guttapercha mit Ultraschall zu entfernen. Die hochfrequenten Töne des Ultraschalls ließen die Patientin plötzlich zusammenzucken. Der UltraschalleiAnsatz war damit hinfällig.
Mit grazilen Munce Discovery Burs entfernten wir die Guttapercha und versuchten dann mit einer Tubetechnik die Fragmente zu entfernen. Dies gelang nicht, da die Lentulos sehr fest saßen. Letzte Rettung war der Fragremover. Damit gelang die Entfernung der Lentulo-Fragmente unter sehr großem Zugkrafteinsatz.
Die endodontische Behandlung wurde durchgeführt. Mesiobukkal zeigte sich ein nicht überwindbare Stufe/Blockierung. Die vorhandene Restauration wurde provisorisch wieder befestigt. Die Erneuerung war bereits geplant. Nach Abschluss der Behandlung war die Patientin schmerzfrei.
Wir hoffen im Recall weiter über den Fall berichten zu können.
Was tun (II)?
Von Bonald Decker
Heute möchte ich Ihnen einmal den „Ball zuspielen“ und Sie um einen möglichen Behandlungsplan bei der zehn Jahre alten Jule bitten.
Kurz zur Vorgeschichte:
Die junge Patientin erlitt vor circa drei Jahren ein Frontzahntrauma, als sie mit den Oberkieferfrontzähnen auf eine Karusell-Stange stiess. Eine genaue Diagnose liess sich im Nachhinein für mich nicht mehr erheben. Nachfolgend sehen Sie das damals alio loco angefertigte Röntgenbild:

Bei vollkommender Beschwerdefrei befand sich Jule in regelmässiger Nachsorge der verunfallten Region. In der Vergangenheit waren keine Besonderheiten aufgefallen. Zu Beginn dieses Jahres bildete sich dann laut Anamnese jedoch eine Fistel Regio 21 aus, woraufhin alio loco dieses Röntgenaufnahme angefertigt wurde:

Leider vergingen aus verschiedenen Gründen weitere vier Monate, bis sich Jule erstmals bei uns vorstellte. Klinisch fanden sich keine Besonderheiten (keine Fistel, Klopfschall, Taschensondierungstiefen und Lockerungsgrad etc. ohne pathologische Befunde). Hier das von uns angefertigte Einzelzahn-Röntgenbild:

Aufgrund der unklaren Anatomie des Zahnes 21 entschieden wir uns zu der Anfertigung eines kleinvolumigen DVT’s (FOV 5x5cm):
Was denken Sie über diesen Fall und wie wäre Ihr Vorgehen? Über Anregungen hinsichtlich eines möglichen weiteren Prozederes (und ggf. auch zu einer möglichen Theorie hinsichtlich der Entstehung dieser Pathologie) würde ich mich sehr freuen.
P.S.:Bisher ist noch keine Therapie erfolgt
5 Prämolaren (5)
von Donald Becker
Längst sind wir hier in der Vorstellung der 5 Prämolaren über die unter dieser Unterschrift zusammengefassten Zahl an Beispielen hinaus, aber die Menge der anatomisch interessanten Fälle reisst einfach nicht ab.
Nachfolgend zwei weitere Exemplare:
Fall 1
54 jähriger Patient, Überweisung durch Hauszahnärztin, Zahn 24, Zustand nach WF vor vielen Jahren. Der Zahn bleib in all der Zeit bis heute asymptomatisch. Im Jahr 2015 dann Fistelbildung vestibulär in Regio 23/24, 10 mm von der Interdentalpapille entfernt.
Auf Grund der von uns im Rahmen der WF- Revision durchgeführten Maßnahmen verschwindet die Fistel. Aus der Wurzelkanalfüllung in zeitgemäßer Schilder- Technik mit erwärmter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT resultiert die Abfüllung eines massiven lateralen Kanals im Zentrum einer lateralen Knochendestruktion an Zahn 24.
Fall 2
40 jähriger Patient, symptomatischer Zahn 24, tiefreichende Infraktur mesial, Zustand nach initialer WK durch Hauszahnärztin, medikamentöser Einlage, Cavitverschluss, anschließend Überweisung an unsere Praxis. Dentinadhäsive Restauration durch die in unserer Praxis restaurativ tätige Kollegin. Wurzelkanalaufbereitung in Handinstrumentation und mittels maschineller Nickel- Titaninstrumente. Vertucci – Typ 2 (apikale Typ 2:1 ) – Konfiguration. Medikamentöse Einlagen. Aus der Wurzelkanalfüllung in zeitgemäßer Schilder- Technik mit erwärmter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT resultiert die Abfüllung diverser apikaler Ramifikationen.
Shimstockfolie
von Christian Danzl
Heute mal wieder etwas zum Basteln, nachdem wir ja nach Ostern noch in Übung sind ;-)
Eines vorweg, die Anleitung stammt nicht von mir, sondern von einer befreundeten Kollegin. Bei ihr in der Praxis herrscht ein großer Verbrauch an Shimstockfolie.
Sie braucht sie in ca. 3 x 15 mm großen Streifen, schon in eine Arterienklemme eingeklemmt.
Herstellung der Streifen:
Grundprodukt ist eine silber/goldfarbene Rettungsdecke. Dicke 12 µm. Diese ist tw. für unter einen Euro zu erstehen.
Um gleichmässig breite Streifen zu erhalten, wird sie durch den Aktenvernichter gejagt. Dieser macht keinen ganz sauberen Schnitt, sondern die Kanten sind etwas gekräuselt, was dem Streifen etwas Stabilität und somit bessere Handhabung verleiht.
Da der Aktenvernichter die Folie normalerweise einzieht, zerknüllt und nicht schneidet, wird die Folie zwischen zwei Blätter Papier eigelegt in den Papierschlitz eigebracht. Wenn das Schneidwerk anläuft, die 3 Blätter leicht auf Spannung halten. Und mit ein wenig Übung hat man die gewünschte Shimstockfolie. Danach nur noch auf gewünschte Länge bringen.
Ob mit diesem Vorgehen soviel Geld gespart wird, dass es am Ende des Jahres bemerkbar ist, sei dahingestellt, jedenfalls sind die so geschnittenen Folienstreifen gut handhab- und durch die Helferinnen konfektionierbar.
Fröhliches Basteln.
Oster-Pause
Bild
Wer hätte es gedacht?
von Ronald Wecker
Eigentlich ein recht unspektakulärer oberer Einser. Dachte ich.
Umso erstaunter war ich nach Anlegen der Zugangskavität an diesem 11, als ich auf den oberen Teil einer metallischen Wurzelschraube blickte. Nach Entfernung derselben konnte es dann zügig weitergehen. Dachte ich.
Mein Erstaunen wuchs, als ich auf den oberen Anteil eines frakturierten Reamers blickte. Dieser hatte sich, wie die Röntgenbilder der Wurzelfüllung vermuten lassen, offensichtlich in der nach labial gelegenen Resorptionslakune verfangen, rechtwinkelig abgebogen worden und war anschliessend frakturiert.
Auch apikal war dieser Zahn nicht ohne Hürde: das Foramen mündete nach palatinal und war erst nach recht mühsamen Erweitern mittel vorgebogenem Microopener erreichbar.
Der geneigte Leser möge selbst versuchen, die Erstaufnahme auf das Vorhandensein der „geborgenen“ Metallteile hin zu begutachten.
US, SAF, Eddy – oder alles was geht…
Von Ostidald Wucker
Die Patientin kam nach den fruchtlosen Behandlungen bei mehreren Kollegen zu uns. Geraten hatte es ihr mehrere Zahnärzte (7!) aus der Verwandtschaft. Sie hatte ihre Praxis geschlossen, da sie nicht mehr arbeiten kann wegen der starken Beschwerden.
Die Schmerzen kann sie nicht lokalisieren. Unten rechts ist es. Am Zahn 47 wurde vom Vorbehandler ein fakturiertes Inlay notdürftig repariert.
Die klinischen Befunde: 44,45,46,47 sensi positiv. Distal 47 erhöhte Sondierungstiefen (5mm). 44-46 keine erhöhten Sondierungstiefen. 17,16,15,14 sensi positiv, keine erhöhten Sondierungstiefen. Lockerungsgrade waren 0.
Der Schmerz lässt sich mit Kälte oder Wärme nicht provozieren. Die sequentielle Anästhesie in intraligamenterer Injektionstechnik im Unterkiefer ergab kein eindeutiges Bild.
Die Beschwerden waren nach der Anästhesie 46 etwas besser. Waren aber doch noch irgendwie vorhanden. Die Anästhesie an 47 zeigte noch weitere leichte Verbesserung. Die Anästhesie 17,16,15,14 brachte keine Veränderung. Nach einer Leitungsanästhesie im UK rechts waren die Schmerzen verschwunden. Es wurde ein DVT angefertigt.
Diagnosen: VD nicht im 2D detektierbare intraradikuläre Pathologie 46, Wurzelrest 48, Diff.-D. / VD Paro Endoläsion 47 mit Pulpanekrose, Sekundärkaries 47, 45, 16, 15
Das DVT zeigte ein apikal verbreitertes parodontales Ligament am Zahn 47. 46 war sehr schwierig zu beurteilen. Die mesiolinguale Wurzel zeigte apikal eine mögliche kleine Pathologie. Der PA Spalt war bis auf diese Stelle durchgehend verfolgbar.
Wir entschlossen uns am Zahn 47 zunächst die Karies zu entfernen und den Zahn adhäsiv aufzubauen für eine mögliche endodontische Behandlung. Nach der Kariesentfernung zeigte sich die punktuell eröffnete Pulpa klinisch als durchblutet. In Absprache mit der Patientin versuchten wir einen Versuch der Vitalerhaltung mit Natriumhypochloritdesinfektion und Abdeckung der Pulpa mit MTA.
Die Beschwerden waren am nächsten Tag noch stärker. Eine vollständige Anästhesie gelang nicht mehr, weder intraligamentär noch intrapulpal. Die Berührung der pluralen Gewebe war unmöglich. Nach einer lokalen Applikation von Ledermix auf die eröffnete Pulpa waren die Beschwerden endlich erträglich geworden.
Das c-förmige Kanalsystem wurde mit Profile und Mtwo Instrumenten aufbereitet. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit Zitronensäure 10% und Natriumhypochlorit 3% unter Einsatz von Ultraschallstahlfeilen NSK und SAF in der ersten Sitzung.
In der zweiten Behandlungssitzung brach die Ultraschallstahlfeile beim ersten Einsatz in der Kavität sofort ab. Eine optische Darstellung war unmöglich. Röntgenaufnahmen zeigten die ständige Lageveränderung des Fragmentes. Eine Entfernungsversuch mit ultraschallaktivierter Spüllösung gelang nicht. Die Patientin wurde über den Umstand aufgeklärt und darauf hingewiesen, daß für die Entfernung die optische Darstellung mit einem erhöhten Substanzverlust einhergeht.
Die Patientin wollte die unbedingte Entfernung. Die 7 verwandten Zahnärzte wollten alle nicht in meiner Haut stecken. Sie waren auch zu weit weg – NRW. Leider nicht weit genug um Tipps abzugeben.
In der nächsten Sitzung habe ich mich entschieden vor dem Substanzverlust noch einen Versuch mit dem Eddy und Natriumhypochlorit und Zitronensäure zur “Blindentfernung” des Fragmentes zu unternehmen. Nach 10 minütiger Beschallung sprang das Fragment aus dem Kanalsystem. Das war pures Glück.
Die weitere Aufbereitung erfolgte mit Profile Instrumenten bis 30.04 und 35.04. Abschließend erfolgte noch die SAF 2.0.
Die elektronische Längenmessung zeigte mir häufig unterschiedliche Längen an, so daß ich die Masterpointaufnahme mit 1mm kürzer Arbeitslänge durchführte. Die distalen Kanalstrukturen habe ich mittels Sqirrttechnik gefüllt, da die Masterpointspitzen nicht mehr auf Arbeitslänge gelangten – sie verbogen sich immer wieder anders an der Spitze. (Wahrscheinlich auf Grund der apikalen Anatomie.)
Mesial wurde mit gewohnter Obtruationstechnik gefüllt.
Die apikalen Verzweigungen im Röntgenbild haben mich dann in ihrer Häufigkeit überrascht. Das Risiko einer apikalen Extrusion von Sealer oder WF Material war bei der gewählten Wurzelfülltechnik sehr groß, daß es so ausging, war noch mal Glück.
Cone Beam Computed Tomography in Endodontics
Von Christoph Kaaden
Vor längerer Zeit bin ich der Vorankündigung des Quintessenz-Verlags gefolgt und habe das Buch „Cone Beam Computed Tomography in Endodontics“ bestellt. Leider hat es zahlreiche Monate gedauert, bis mir das Buch vor 14 Tagen zugestellt wurde.

Herausgeber sind Dr. Shanon Patel et al. Bereits in der Vergangenheit fanden sich u.a. hier und hier in der internationalen Literatur von den Autoren entsprechende Veröffentlichungen zu dieser Thematik. In dem Buch werden nun viele Bereiche und Themengebiete der DVT-Technologie auf insgesamt 11 Kapiteln sehr eingehend beleuchtet und gut zusammengefasst. Auch wenn die Wartezeit auf das Buch lang war hat sich die Geduld in meinen Augen gelohnt. Wer sich für die digitale Volumentomographie interessiert sollte dieses Buch als Anschaffung absolut in Betracht ziehen…
Calciumhydroxid- Überpressung (2)
von Donald Becker
Letzte Woche habe ich an dieser Stelle von einer ausgeprägten Calciumhydroxidüberpressung an der mesialen Wurzel von Zahn 36 berichtet. Hier nun – wie sich die Bilder doch gleichen – ein weiterer Zahn 36, ebenfalls mit massiver Überpressung von Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed). Und auch hier war die Überpressung nicht beabsichtigt.
Die zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 41 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf Grund einer starken Schmerzproblematik in Regio 36 auf Überweisung durch die Hauszahnärztin auf.
Die endodontische Behandlung gestaltete sich als unproblematisch, die Calciumhydroxidüberpressung war nicht gewollt. Typ 2:1 Konfiguration in der mesialen Wurzel. Lateraler Kanal im Bereich der Kanalvereinigung. Zum Zeitpunkt der WF am 25. Mai 2012 zeigte sich schon eine beginnende Knochenregenation, die mit einer Resorption des Calciumhydroxids einherging. Die Verlaufskontrollen nach 6, 20, 46 Monaten zeigten eine erfreuliche vollständige knöcherne Konsolidierung.
- 13. Januar 2012
- 31. Januar 2012
- 25. Mai 2012
- 14. Dezember 2012
- 21. Februar 2014
- 11. März 2016
Und weil so gut ins Thema past, gleich noch 3 weitere Fälle von heute hinterher:
Fall 2
Zahn 46.
Keine Überpressung, aber auch Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) als medikamentöse Einlage. Heutige Röntgenkontrolle nach annähernd 4 Jahren, vollständige knöcherne Konsolidierung des apikalen und interradikulären Knochendestruktionsprozesses.
- 12. Juni 2012
- 26. Juni 2012
- 18. September 2013
- 21. März 2016
Fall 3
Zahn 46.
Zustand nach WF durch Hauszahnarzt. Apikale Aufhellungen an den Zähnen 46, 47, sowie an Zahn 25. Überweisung durch einen unserer regelmäßigen Überweiser, einem Oralchirurgen, zu dem der Hauszahnarzt die Patientin geschickt hatte. Die 49 jährige Patientin hatte auf Grund parodontaler Probleme in der Vergangenheit schon eine Reihe von Zähnen verloren, besagter Zahn 25 sichert noch die weitspannige festsitzende Oberkieferversorgung. Nach endodontischer Behandlung des Zahnes 25 wenden wir uns den Zähnen 46 und 47 zu. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) an Zahn 46 für 9 Wochen.
Erste Röntgenverlaufskontrolle heute 6 Monate post WF 46.
- 23. Juli 2015
- 12. Oktober 2015
- 21. März 2016
Fall 4
Zahn 46.
47 jährige Patientin. Zustand nach WK/WF durch Hauszahnärztin im Mai/Juni 2015 und Metallkeramikrone 46. Seitdem immer wiederkehrende Beschwerden in Regio 46. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) für 16 Wochen. die Kontrollaufnahme zeigt eine vollständige Resorption des Calciumhydroxid bei beginnender knöcherner Konsolidierung sowohl an der mesialen als auch an der distalen Wurzel. Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT. Überpressung von Wurzelfüllmaterial im Bereich der mesialen Wurzel.
- 06. November 2015
- 17. November 2015
- 21. März 2016
- 21. März 2016
Vierunddreißigdreiundneunzig.
von Thomas Weber
Anno 1989 kam ich als wissenschaftlicher Assistent zu Professor Klaiber an die Uni Würzburg. Inspiriert von Artikeln von Leo Miserendino interessierte ich mich damals für Endoinstrumente, ihre Querschnitte, ihre Spitzengeometrie, und wo und wie sie was bewirken und warum. Klar, dass ich dazu dann in den Assistentenbesprechungen referieren und schließlich auch in der Endo-Ausbildung mitwirken musste.
Und damit übernahm ich auch manche Rettungsversuche verunglückter Kursendos.
Und damit bekam ich auch das Masseran-Kit unserer Abteilung in meine Box, das – bis dahin nahezu ungebraucht – im Schrank der Abteilung gehütet wurde. Wer kennt es noch?
Meine ersten abgebrochenen Feilen aus dem Studentenkurs entfernte ich tatsächlich mit dieser Werkzeugkiste, die schon damals fast 20 Jahre alt war, mit ihren Riesentrepanbohrern und Greifklemmen…. und das ohne Mikroskop oder Lupenbrille und ohne Ultraschall.
Natürlich: damals gab es keine vollrotierenden NiTi-Feilen, deren frakturierte Spitze im apikalen Drittel hinter einer Kurve saß. Aber es gab abgebrochene Hedströmfeilen, Kerr-Feilen und auch Metallstifte zuhauf und es war war schon ein Wunder, dass es überhaupt funktionierte, solche Dinge aus einem Kanal zu entfernen, obwohl natürlich viele Zähne mit extremer Schwächung ihrer Wurzel zurückblieben. Und mancher Zahn landete letztlich doch in der Chirurgie.
Heute gibt es Mikroskop, Ultraschallpräparation, perfektonierte Tube-Techniken oder den FragRemover. Und richtige Endo-Spezialisten mit breiter Aus- und Weiterbildung.
Eines brauchte man aber damals wie heute für die Entfernung frakturierter Instrumente: meist sehr viel Zeit und noch mehr Geduld.
Zeit, die ich als Assistent an der Uni hatte. Quasi unbegrenzt. Zeit, die heute in der Praxis eine Menge Geld kostet.
Nun, was darf sie denn dann kosten: die Entfernung eines frakturierten Instruments aus dem Wurzelkanal?
Die GOZ kennt eine solche Gebührenziffer gar nicht.
Offensichtlich bricht einem richtigen, standespolitisch in einer Körperschaft aktiven und bei GOZ-Beratungen beteiligtem Zahnarzt doch im Kanal nichts ab. Da ist vielleicht höchstens der Zahn nicht erhaltungsfähig und kommt raus.
Die PKV sieht das aber tatsächlich – und beachtenswerterweise – anders:
„Der PKV-Verband hat sich mit dem 8. Beschluss des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen zu dem Thema positioniert:
Die Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente aus dem Wurzelkanalsystem stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus
grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband hält als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2300 (Entfernung eines Wurzelstiftes) für angemessen.“
Wer jemals ein tief im Kanal frakturiertes Wurzelkanalinstrument entfernt hat, wird die “akzeptierte” Analogberechnung der PKV allerdings lachhaft finden: 34,93 € sei dafür „angemessen“?
Da kriegt man ja für einmal simples Zahnsteinentfernen beim Vollbezahnten zum Durchschnittssatz durch die Prophylaxehelferin mehr!
Meine Konsequenz: ich entferne keine Fragmente aus Wurzelkanälen mehr – als Analogleistung.
Wenn überhaupt, dann nur nach „freier Vereinbarung“.
Da kann die PKV erstatten oder auch nicht: mir ist das egal.
Warum die BZÄK meint in “Beratungsforen” mit Beihilfe und PKV gemeinsame Sache in der GOZ-Auslegung machen zu müssen, werde ich niemals verstehen.
Eine unzureichende Gebührenordnung wird durch noch unzureichendere Kommentierungen nicht besser.
Und die GOZ ist völlig unzureichend. Das zeigt überraschenderweise genau dieser Kommentar des PKV-Verbandes.
Und das ist dann doch wohl der eigentliche Skandal.
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Zum Nachlesen: https://www.pkv.de/w/files/goz-kommentierungfaq/gebuehrenteil.pdf
Von allem etwas …
von Ronald Wecker
… das war das Motto dieses 16.
Das zeitgemäss per Smartphone mitgebrachte alio loco angefertigte Röntgenbild zeigt neben einer apikalen Aufhellung an der mesialen Wurzel eine überextendierte Wurzelfüllung in DB.
Die Unvollständigkeit der Wurzelfüllung in der mesialen Wurzel lag vermutlich in der abrupten Krümmung nach distal und einer wie so oft suboptimalen Gestaltung der Zugangskavität begründet.
Eine häufige „Nebenwirkung“ unvollständiger Aufbereitung sind iatrogene Stufen, sodass es in diesen Fällen sinnvoll erschien, die Erschliessung der apikalen Anteile des gekrümmten Wurzelkanals aus dem in diesem Fall unaufbereiteten MB2 Kanalsystem durchzuführen.
Die in DB befindliche überextendierte Guttapercha konnte orthograd in toto entfernt werden. Das stark obliterierte palatinale Kanalsystem hatte seinen eigenen Reiz.
Die Aufbereitung der abrupt gekrümmten mesialen Kanäle wurde mit HyFlex-Feilen durchgeführt.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Leider kam es mesial zu einer CaOH2 Extrusion, die durch eine zusätzliche Sealerextrusion „ergänzt“ wurde. DB wurde nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obstruiert.
Nachdem die klinische Symptomatik (Druckdolenz, Perkussionsempfindlichkit) bereits nach der initialen Behandlung vollständig abgeklungen war, bin ich hinsichtlich einer mittelfristigen Ausheilung zuversichtlich.
Ostidald ist dann mal weg…
Liebe Leserinnen und Leser!
Ostidald bittet um Verständnis, daß heute der Beitrag ausfallen muss, da es keine Internetverbindung auf Ostidalds Reisen gibt. Aber schon nächste Woche hofft er wieder online zu sein.
Misserfolg nach Revitalisierung – Recall
Von Bonald Decker
Vor einigen Monaten hatte ich Ihnen hier einen Behandlungsfall nach erfolgloser Revitalisierungbehandlung vorgestellt. So sah der Abschluss der Behandlung seiner Zeit aus:

Abschlussaufnahme nach MTA-Apexifikation
Vor Kurzem war der junge Patient zur Nachkontrolle sechs Monate nach Behandlungsabschluss bei uns. Hier die entsprechende Aufnahme:

Radiologische Nachkontrolle 6 Monate später – es zeigt sich eine Remission der apikalen Parodontitis

Gegenüberstellung: September 2015 zu März 2016
Ich bin guter Dinge, dass diese Behandlung auch entsprechend nachhaltig sein wird. Um dies zu fördern wäre in meinen Augen weiterhin ein intrakanalär adhäsiv befestigter Glasfaserstift wünschenswert…
Calciumhydroxid – Überpressung (1)
von Donald Becker
Zweimal Zahn 36.
Zweimal deutliche apikale Aufhellungen.
Zweimal für meine Verhältnisse weit überdurchschnittliche Überpressungen von Calciumhydroxid.
Ich habe kein Problem damit, wenn sich, insbesondere bei größeren und ausgeprägten apikalen Läsionen eine Überpressung von Calciumhydroxid ergibt. Aber in den beiden Fällen, die ich heute und nächste Woche vorstellen möchte, hätte es nicht ganz so viel sein müssen, hätte ich es vorbestimmen können.
Fall 1 habe ich im Jahr 2013 hier und hier zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Ob über den weiteren Verlauf der Behandlung berichtet wurde, weiss ich nicht mehr. Ich habe gesucht, aber nichts im Archiv gefunden diesbezüglich. Das muss aber nichts heißen, bei 2000 Beiträgen kann auch mal etwas übersehen werden.
Nachfolgend daher (eventuell als Wiederholung) der Verlauf der Behandlung und die Ergebnisse der Nachkontrollen.
Hier zunächst einige Folien zum Behandlungsverlauf:
Als medikamentöse Einlage wurde in diesem Fall Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) verwendet. Es wird mit einer Kunststoffkanüle appliziert. An der mesialen Wurzel kam es in diesem Fall zu einer deutlichen Überpressung. Metapex weist gegenüber dem früher von mir verwendeten „Ultracal XS“ Calicumhydroxid- Präparat der Firma Ultradent eine deutlich pastösere Konsistenz auf. In bestimmten Konstellationen kann es wie in diesem Fall zu einem höheren Maß an Überpressungen kommen im Vergleich zu Ultracal XS.
Aber auch bei größeren Überpressungen wie im vorliegenden Fall kommt es fast immer zu einer raschen und vollständigen Resorption des Calciumhydroxides, die naturgemäß mit einer gewünschten knöchernen Konsolidierung einhergeht.
Zur Verdeutlichung der schnellen Resorption des Calciumhydroxids habe ich die nachfolgenden Röntgenbildern nach dem Aufnahmedatum sortiert. Bemerkenswert sind vor allem die rasche Resorption innerhalb von weniger als 3 Monaten zwischen Bild 2 und 3, aber auch die Veränderung innerhalb einer Woche zwischen Bild 3 und 4.
- 16.03.2012
- 20.03.2012
- 12.06.2012
- 19.06.2012
- 13.12.2012
- 12.12.2013
- 09.12.2015
Fall 2 folgt dann nächste Woche.
Sensorspender – Alternative Update
von Christian Danzl
Hier hab ich schon vor zweieinhalb Jahren eine günstige Alternative zu den relativ teuren berührungslosen Desinfektionmittelspendern vorgestellt.
Hier nun nach 28 Monaten ein update:
Kurz:
Problemlos.
Einer machte mal Zicken. Er wurde eingeschickt und kam kostenlos repariert zurück. Jeder läuft noch mit dem ersten Satz Batterien.
Saraya bietet verschiedene brührungslose Spender an, hier die Übersicht. Auch diverse andere Spender, die sich auch auf der Patiententoilette gut machen sind im Programm.
Preisliste liegt mir keine vor, da aber die Desinfektionsspender im Gegensatz zu den anderen auf dem Markt befindlichen Geräten günstig war, gehe ich davon aus, dass es bei den anderen Geräten auch der Fall sein könnte.
Mutter aller Dentikel
von Ronald Wecker
Dentikel sind bei den in unserer Praxis raren Primärbehandlungen eine nicht gerade seltene Erscheinung. Ein derart schönes und den Pulpakammerboden vollständig bedeckendes Exemplar ist mir jedoch noch nie begegnet.
Bereits im präoperativen Einzelbild beeindruckt die Dicke des Dentikels.
Umso erstaunlicher ist es, dass es bei der alio loco durchgeführten Schmerzbehandlung gelungen war, zumindest den distobukkalen und den palatinalen Kanaleingang zu erreichen.
Die Entfernung des Dentikels erfolgte nach Trennung in zwei gleich große Hälften mittels Munce-Rosenbohrern. Beeindruckend die Menge an Gewebe, die sich zwischen Pulpakammerboden und Dentikelunterseite befand. MB1 und MB2 konfluierten im unteren Wurzeldrittel und endeten in einem gemeinsamen Foramen.
Interessant auch die Anordnung der Kanalsysteme im apikalen Wurzeldrittel. Anstelle der häufigen Anordnung in Form eines Dreieckes ordneten sich die Kanalquerschnitte in einer von bukkal nach palatinal verlaufenden Reihe an.
Recall 10 Jahre (2)
von Ostidald Wucker
Nun noch ein Recall nach 10 Jahren.
Der Patient erschien damals bei uns, da eine Resektion mit Zystenenfernung am Zahn 34 angeraten wurde. Am Zahn 44 führte genau diese Behandlung nicht zu einem Erhaltungserfolg.
Die Ursache für die mesiolaterale Aufhellung am Zahn 34 war der nicht behandelte linguale Kanal mit einem größeren Seitenkanal. Der Patient war sehr skeptisch ob es ohne chirurgischen Eingriff abgehen würde und der Zahn erhalten bleibt.
Nach 10 Jahren ist alles OK. Der Sealer (Kerr Pump Canal EWT ) im lateralen Kanal ist in diesem Fall resorbiert.
Internes Bleichen (III)
LED-Licht
von Oscar von Stetten
Seitdem ich eine Lupenbrille besitze (und das ist schon lange) habe ich eine koaxiale Beleuchtung an dieser. Zuerst mit Halogen, dann mit einer kleinen Xenon-Birne und Lichtleiter, als die LED kam mit LED.
Da ich Systemlösungen bevorzuge, habe ich die LED-Beleuchtungen immer beim Hersteller meiner Lupenbrille geordert. Leider, und ich muss Leider sagen, gab es immer Probleme mit den Steckverbindern (sicherlich hochwertige, medical-grade Klinkenstecker), Kabelbrüche, Akkuprobleme etc. etc.
Die letzte Leuchte hat aber bisher alles abgeschossen, ich vermute einen gleichzeitigen Kabelbruch, Klinkensteckerversager sowie Akkuprobleme. Abhilfe war nicht zu schaffen, damit ein Totalversager. Da ich ohne Licht an der Lupenbrille nicht mehr arbeiten kann, bestellte ich mir kurzerhand eine LED-Leuchte bei Jadent, die Diox 3. Meine Damen arbeiten mit dieser schon seit 1 Jahr und sind begeistert.
Montage kann selber erledigt werden, das ist nicht schwierig. Hygienisch einwandfrei, ganz im Zeitgeist eine Touch-Helligkeitseinstellung wie bei den I-Geräten mit Wischen oder Tippen erledigt. Kabel: stabil. Vielleicht ein wenig zu stabil….. aber es hält gut, knickt nicht weg, vernünftiger Stecker, gute Länge. Der Clip zum befestigen an der Hose: stabil. Gewicht: auf der Nase kaum merkbar, der Akku ist schon ein wenig gewichtig. spielt aber keine Rolle, hängt an der Hose. Apropos Akku: ich habe die Leuchte jetzt seit 15 Tagen in Gebrauch, ca 5h täglich. Der Akku musste noch nicht geladen werden, einen Helligkeitsabfall habe ich auch nicht festgestellt. Jetzt geht er mal ans Netz, nicht weil er leer ist, sondern weil ich befürchte, dass er während der Behandlung den Geist aufgibt.
Ausleuchtung des Arbeitsfeldes ist gut, bei korrekter Montage ist kein dunkler Ring um das Leuchtfeld zu erkennen. Das passiert immer dann, wenn das Licht nicht richtig fokussiert ist und nicht das gesamte Gesichtsfeld ausleuchtet.
Die Farbwiedergabe ist sehr gut. Es gibt diese LED auch mit Gelbfilter für die Komposite-Verarbeitung, bei uns hat sich das dimmen auf die niedrigste Stufe ebenso bewährt.
Fazit
Hätte ich doch nur…. kann ich nur weiterempfehlen. In der Kombination einfach gut.
Hohe Wertigkeit, im Gegensatz zu anderen LED-Lichtern.
Finieren der Präparation
von Christian Danzl
Nachdem ich hier und hier schon über Brownies zum Finieren von Kronen- und Teilkronen Präparationen berichtet habe, jetzt mal wieder ein Update.
Nach Shofou und Komet Brownies bin ich nun bei Arkansas-Steinchen (Komet) für die Turbine gelandet (FG).
Die Form lässt sich immer noch mit den grünen Siliziumcarbid Zurichtstein einstellen. Die Form hält deutlich länger, es gibt mehr taktile Rückmeldung, die Oberfläche ist noch glatter und vor allem gleichmässiger – das war zumindest die Aussage vom Zahntechniker. Ich umrunde die Präp. so lange ohne Druck, bis keine Unebenheiten mehr zu spüren sind.
Die Brownies nehme ich nach wie vor her, besonders was Übergänge und das Brechen von Kanten angeht, im Kronenrand sind sie aber durch die Arkansas-Steinchen verdrängt worden.
Auf den Fotos hinten links die originale Form, die beiden anderen bereits zurecht getrimmt und beide schon mehrmals in Gebrauch.
Drehzahl bei mir 40 – 150 trpm.
Trauma „Zweitversorgung“ – das Recall
von Ronald Wecker
Zweieinhalb Jahre nach der hier und hier beschriebenen Erstvorstellung stellte sich der Patient zum Recall vor.
Der avulsierte Zahn 11 (Trockenlagerung für 50 Minuten, dann Lagerung im DentoSafe) zeigt weiterhin einen ankylotischen Klopfschall im Sinne einer knöchernen Ersatzresorption, die bereits wenige Wochen nach der Erstversorgung zu beobachten war.
Der Vergleich mit dem Recall nach 11 Monaten lässt ein, wenn auch langsames Voranschreiten der Resorption vermuten.
Zahn 12 zeigt einen durchgehenden Parodontalspalt, wenngleich die ursprünglich runde Wurzelspitze deutlich abgeflacht erscheint.
Die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Zähne 21 und 41 und 42 reagieren reproduzierbar positiv auf elektrischen und Kältereiz.
Papierspitzenständer
von Christian Friedrichs
Ewig flogen bei uns auf dem Tray die Papierspitzen herum. Unterschiedliche Größen lagen beim Behandlungsbeginn ordentlich nebeneinander und hoffentlich mit der Spitze in die richtige Richtung. Alles wunderbar bis zum ersten Wackler mit dem Tray, bis zum ersten versehentlichen Ablegen eines Instrumentes auf den Spitzen oder der Kontamination mit irgendetwas. Organisatorisch und hygienisch empfanden wir das als sehr unbefriedigend.
Sterile Papierspitzen sind sehr teuer und einmal geöffnete Packung muss verworfen werden. Das Problem des Anreichens oder der Entnahme bleibt bestehen.
Wir haben uns vom Schlosser einen Papierspitzenständer drehen lassen, der uns diese Probleme gelöst hat. (Abb. 1-3)
In den massiven Metallständer sind vier Bohrungen eingebracht, die vier Größen (nicht genormter) Papierspitzen aufnehmen können. Die Tiefe der Bohrungen ist so gewählt, dass die Entnahme der Papierspitzen mit einer Pinzette immer in der gleichen Länge und im rechten Winkel möglich ist, ohne dass eine die Sterilität der Spitze kompromittierende Korrektur der Haltung erfolgen muss (Abb. 4,5). Der Ständer steht immer in der gleichen Ausrichtung auf dem Tray, so dass keine Überlegung zum Auffinden der gesuchten Spitze notwendig ist.
Im inneren Bereich finden sich 6 weitere Bohrungen, die zur Aufnahme der Guttapercha-Masterpoints nach dem Anpassen dienen. Die Dreierreihen stehen jeweils für mesial und distal, so dass sowohl für den Oberkiefer als auch für den Unterkiefer fast alle Konfigurationen abzubilden sind. (Abb. 1,6 – hier z.B. für OK-Molaren) Auch die Guttapoints fliegen also nicht mehr irgendwo auf dem Tray herum, sondern sind sicher und geordnet und bleiben unkontaminiert.
Der Platzbedarf auf dem Tray ist durch den Ständer minimiert, die Vorbereitung und die Behandlungsabläufe lassen sich standardisierter und damit sicherer, schneller und hygienischer gestalten. Der Ständer steht – weil er aus massivem Alu besteht – relativ sicher, so dass er auch den meisten meiner grobmotorischen Bewegungen widersteht. ;-)
Der Deckel hat eine innere Auflage, so dass er nicht auf die Papierspitzen drückt.
Sowohl der Ständer als auch der Deckel sind mit weiteren Bohrungen versehen (Abb. 7), so dass eine gute Dampfdurchlüftung während der Sterilisation möglich ist. Der Ständer wird komplett eingeschweißt und sterilisiert (Abb. 8).
Mit einem Preis von mehr als einhundert Euro sind die in kleiner Stückzahl handgefertigten Ständer recht teuer, sie haben sich bei uns allerdings im Alltag mehr als bezahlt gemacht.
Alles Gute von der Förde
Christian
- Vollbestückter Papierspitzenständer
- Ständer mit Deckel
- Ein Teil unserer Ständer
- Entnahme 1 Branchen flach auf den Ständer auflegen, Spitze entnehmen. Gute Abstützung sichere Entnahme rechter Winkel zw. Branchen und Spitze
- Entnahme 2 Die standardisierte Entnahme führt zu einer schnelleren und gleichmäßigeren Übergabe der Papierspitze in die Hand des Behandlers.
- Mögliche Positionierung von Masterpoints in den inneren Bohrungen, hier am Beispiel eines Ok-Molaren
- Durchleuchtung am „Apex“ der Bohrungen. Querbohrungen für die Dampfsterilisation
- Der eingeschweißte Ständer
Abb. 1: Vollbestückter Papierspitzenständer
Abb. 2: Ständer mit Deckel
Abb. 3: Ein Teil unserer Ständer
Abb. 4: Entnahme 1
Branchen flach auf den Ständer auflegen, Spitze entnehmen.
– Gute Abstützung
– sichere Entnahme
– rechter Winkel zw. Branchen und Spitze
Abb. 5: Entnahme 2
Die standardisierte Entnahme führt zu einer schnelleren und gleichmäßigeren
Übergabe der Papierspitze in die Hand des Behandlers.
Abb. 6: Mögliche Positionierung von Masterpoints in den inneren Bohrungen, hier am
Beispiel eines Ok-Molaren.
Abb. 7: Durchleuchtung am „Apex“ der Bohrungen. Querbohrungen für die
Dampfsterilisation.
Abb. 8: Der eingeschweißte Ständer
Internes Bleichen (II)
Von Bonald Decker
Auf meinen ersten Beitrag zum Thema –Internes Bleichen– gab es u.a. diese Fragen:
- Mit welchem Material wurde die WF abdeckt und bis auf welche Höhe (subkrestal/epikrestal/subgingival)?
- Welche Wartezeit wurde nach dem Entfernen des Bleichmittels eingehalten?
- Bringt eine EDTA Spülung etwas um die H202-Rückstände welche das Bonding kompromittieren könnten zu entfernen?
- Wie erfolgte der provisorische Verschluss während des Bleichens?
Gerne möchte ich versuchen diese Punkte nachfolgend zu beantworten.
Zu1.) Nach erfolgter Wurzelkanalfüllung achten wir darauf, dass das Material nicht zu weit in das Kavum extendiert wird. Ziel ist es WF-Materialien und Abdeckung mindestens subgingival enden zu lassen (Abb.4). Dies wird mittels Parodontalsonde überprüft (Abb.5).
Vor der Abdeckung des WF-Materials wird die Zugangskavität ferner von allen Füllungsmaterialien (Guttapercha, Sealer etc.) befreit. Dafür verwenden wir Rosenbohrer (Munce) und Diamanten. Nachfolgend wird die Kavität mit Alkohol und Microbrush ausgewaschen. Die Abdeckung des Wurzelkanalfüllmaterials erfolgt mit Rely X Unicem. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass das Material (möglichst) blasenfrei eingebracht wird.
Zu 2.)
Laut Wiegand & Attin ist ist die Adhäsion von Kompositen auf der gebleichten Zahnhartsubstanz zunächst verringert, so dass erst zwei Wochen nach Abschluss des Bleichens die definitive Versorgung vorgenommen werden sollte. Da laut der Autoren eine Kalziumhydroxideinlage zur Neutralisierung des sauren pH-Wertes beitragen kann und somit das Risiko des Auftretens von zervikalen Resorptionen vermindert wird folgen wir dieser Empfehlung nach Abschluss des Bleachings und vor der Kompositrestauration.
Zu 3.)
Wiegand & Attin empfehlen eine zwischenzeitliche Spülung der Kavität mit Natriumhypochlorit zur Auflösung verbliebener Peroxidreste.
Zu 4.) In aller Regel erfolgt bei uns der provisorische Verschluss während der Bleichphase mit Cavit und Ketac Molar.
Anbei einige Impressionen zu dem Vorgehen bei einem aktuellen Fallbeispiel.

Abb.1: Ausgangssituation radiologisch

Abb.2.: Ausgangssituation klinisch

Abb.3: Intrakoronale Verfärbungen

Abb.4: Zustand nach Wurzelkanalfüllung

Abb. 5: Überprüfung der Füllhöhe mittels Parodontalsonde

Abb.6: Zustand vor und nach internem Bleichen
Handgriff- Problem gelöst (2)
von Hans- Willi Herrmann
Auch in unserer Praxis wurde (wie schon hier beschrieben) vor einigen Wochen vom Zeiss – Kundendienst das ProErgo Handgriff- Problem durch Tausch der vorhandenen Handgriffe gegen neue Handgriffe angegangen.
Um ehrlich zu sein, an unserem Pro Ergo- Mikroskop Baujahr 2007 trat der Fehler schon so lange und tagtäglich auf, dass ich nicht mehr damit gerechnet hatte, dass sich diesbezüglich noch einmal etwas ändern würde.
Umso erfreulicher die kostenlose Umtauschaktion.
Und da es gegenwärtig in Emailforen wieder einmal en vogue scheint, das Zeiss Pro Ergo schlechtzureden, möchte ich noch auf folgenden Umstand hinweisen: Die Funktion der Handgriffe war in unserer Praxis in all der Zeit, in der ich mit diesem tollen Mikroskop – dessen Kauf ich niemals auch nur eine Sekunde gereut habe – arbeite (bis auf wenige Ausnahmen, die sich in den vergangenen 7 Jahren an 2 Händen abzählen liessen) immer gewährleistet, da der andere Handgriff weiterhin die Bedienung des Mikroskopes uneingeschränkt zuliess und durch Betätigung des intakten Griffes spätestens nach 2- 3 Auslösungen der funktionslose Griff wieder zur Normalität zurückfand.
Kein praxisrelevantes Problem also.
Aber natürlich bleibt ein „Geschmäckle“, denn vom Spitzenprodukt der Dentalmikroskopie erwartet man – insbesondere angesichts des Premium- Preises – uneingeschränkte und stets reibungslose Funktion. Zumal Zeiss im nach aussen getragenen Habitus keinen Zweifel daran lässt, das man nicht nur besagte Spitzenposition im Mikroskopbau innehat, sondern daneben/darunter lange, lange nichts nachkommt.
Und so hätte man erwarten können, dass wie bislang der zwar im Kollegenkreis immer wieder auftauchende, aber eben doch nicht konstant vorhandene und gegebenenfalls nicht unter Laborbedingungen reproduzierbare Fehler mit einem Achselzucken quittiert und in bekannter Altkanzlermanier ausgesessen wird.
Ein mittlerweile in der Dentalindustrie nicht unübliches, fast schon zur Normalität gewordenes Vorgehen. Dessen Folgen, die Hinwendung zu Billiganbietern in den nächsten Jahren erst, dann aber unleugbar zunehmend, sichtbar werden wird.
Mit fatalen Folgen für diejenigen renommierten Firmen, die heute noch in Großtankermanier unbeirrt am „Mia san Mia“- Denken festhalten.
Bei uns kam – wie oben erwähnt – erfreulicherweise nach Voranmeldung der Zeiss- Techniker.
Überprüfte die Handgriffe und tauschte.
Soweit so gut.
Zufällig erwähnte ich im Gespräch mit dem Techniker, dass wir vor 2 Jahren den Zoom-Motor des Pro Ergo getauscht hatten. Dank einer Einbauanleitung von Jörg Schröder war es kein Problem, den Wechsel selbst durchzuführen, das Ersatzteil hatten wir über einen Händler bestellt, der neben anderen Mikroskopen auch Zeiss – Mikroskope vertreibt.
Der Techniker erzählte, dass bei älteren Geräten bei bestimmtem Mikroskopen Motoren zum Einsatz kamen, die mit der zur Verfügung gestellten Ausgangsspannung langfristig Probleme hatten. Bei den neueren Jahrgängen trete dieser Fehler durch Anpassung der Komponenten nicht mehr auf. Er überprüfte darauf hin die zur Ansteuerung des Zoom- Motors notwendige Platine. Und tauschte vorsorglich. Ebenfalls kostenfrei.
Fazit
Über Zeiss wird viel gesprochen und natürlich wird das Schlechte immer gerne und häufig kolportiert, interessanterweise oft auch von Leuten, die gar nichts aus eigener Erfahrung in der Sache berichten könnten, es aber dennoch tun.
Über das Gute redet kaum jemand.
Ein solch kulantes Verhalten weit über die Garantiezeit hinaus wie im vorliegenden Fall ist heutzutage sehr selten geworden und verdient ausdrücklich der positiven Erwähnung.
Zahnradiergummi
von Christian Danzl
Momentan läuft in München auf dem neuen Messegelände noch (bis 01. März 2016) die Internationale Handwerksmesse und Garten München.
Ich war am Samstag mal dort um mich umzuschauen bezüglich Pools und Wintergärten und natürlich auch, weil auch die Bavarian BBQ Week dort angesiedelt ist.
Ganz interessant, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen oder gehört hätte.
Was interessant war, war an einem der mehreren Stände, die Körperpflegeprodukte (hardware) angeboten haben, also Nagelscheren, Nagelfeilen, Pinzetten, Scheren …
Bei remos fiel mir ein Zahnradierer ins Auge.
Da man nach einiger Erfahrung in der Szene weiss, dass man Zähne nicht ausradieren muss, weil sie von alleine sehr zuverlässig ausfallen, wenn man es wirklich drauf anlegt (und da glaube ich, kennt jeder genügend Fälle aus der Praxis ;-)), war klar, dass es das eigentlich nicht sein kann.
In der Tat ist er auch da, um Verfärbungen vom Zahnschmelz zu entfernen.
Das Material ist einem Brownie sehr ähnlich.
Ob’s funktioniert, weiss ich nicht. Eine PZR wird er nicht ersetzen können. Und ob man ihn für „zwischendurch“ braucht, wage ich zu bezweifeln, da schnell entstandene Beläge auch (fast) immer mit einer Zahnbürste entfernbar sind.
Ronald zieht um!
von Ronald Wecker
Liebe Wurzelspitze-Leser,
aufgrund eines kurzfristig geplanten und durchgeführten Umzugs fällt Ronalds Beitrag an diesem Freitag leider aus.
Sofern der Internetanschluss, wie vom Anbieter versprochen, mitzieht, wird es nächste Woche an dieser Stelle wieder Spannendes aus dem Endozän geben.
Externe Wurzelresorptionen (II)
Von Bonald Decker
Erinnern Sie sich noch an die junge Sofia, deren Situation ich hier vor Kurzem vorgestellt habe?
Vor ein paar Tagen stellte sich die junge Patientin bei einer Kieferorthopädin vor um dort abzuklären, ob ihre Situation eine Zahn-Transplantation erlaubt. Anbei die dort erstellten Unterlagen und Fotos:

Orthopantomogramm

En face der jungen Patientin

Profil-Foto

Intraorale Ansicht II

Modellansichten
Nach Auswertung der Modelle und der weiteren klinischen und radiologischen Befunde macht uns die Kieferorthopädin Hoffnung auf die Möglichkeit einer Transplantation von zwei Unterkiefer-Prämolaren an die Position der oberen zentralen Inzisivi. Begründet wird dies unter anderen durch die „günstige“ skelletale Lage des Unter- zum Oberkiefer (nach Auswertung des FRS). Eine (ausgeprägte) Wachstumshemmung der Mandibular als Folge der Zahnentfernung mit nachfolgendem Lückenschluss wird von KfO-Seite nicht befürchtet. Soweit so gut. In Kürze folgt noch das oralchirurgische Konsil. Über dessen Ausgang halte ich Sie auf dem Laufenden.
Saremco Dental
von Ostidald Wucker
Eine Patientin mit erheblichen Allergien wurde uns überwiesen. Die Empfehlung nach mehreren Test lautete: Saremco Kunststoffe aus deren Green Line.
Genauer gesagt Saremco ELS und als Adhäsiv Saremco CMF.
Diese Kunststoffe sind ohne TEGDMA und HEMA. Auf beide Stoffe war die Patientin allergisch.
Wir haben dies bei einem deutschen Depot bestellt und die Patientin 14 Tage später terminiert. Leider konnte nicht alles geliefert werden. Das rückständige Produkt ist erst in weiteren 10 Tagen lieferbar. Daraufhin haben wir andere Depots und Versender kontaktiert. Immer das selbe Ergebnis. In unseren digitalen Zeiten ziemlich dürftig. Lagerhaltung gibt es nicht mehr. Schlecht für Patienten mit derartigen Problemen.
Wir haben daraufhin direkt Saremco kontaktiert und es wurde uns per Post ein Muster innerhalb von 2 Tagen zugesandt. Ein großer Dank an Saremco.
Handgriffe – Problem gelöst
von Oscar von Stetten
Seit 2008 habe ich das ProErgo in meiner Praxis. Ein edles Sportgerät, das ich nicht mehr missen möchte.
Probleme gab es keine ausser dem notwendigen Lampenwechseln. 2011 fingen dann die ersten Probleme mit den Handgriffen an. Der rechte Handgriff stieg immer aus, das Gerät meldete einen Fehler „Handgrip right: connection lost“.
Interessanterweise war die Funktion nicht betroffen, die Knöpfe gingen immer noch und man konnte weiterarbeiten.
Da es mich nicht unmittelbar betraf, ignorierte ich die Fehlermeldung. 2012 war es dann soweit, wenn die Fehlermeldung erschien war auch die Funktion weg. Sowohl vom linken als auch vom rechten Handgriff. Nach einer Wartezeit von ca. 20sec. funktionierten dann wieder beide. Wenn… Es wurde teilweise so nervig, dass das ProErgo neu gestartet werden musste. Also habe ich bei Zeiss angerufen und gefragt. Leider konnte keine Lösung angeboten werden, die Schuld wurde auf die „Überzieher“ geschoben.
Daraufhin habe ich mir „refurbished“ Handgriffe bei einem Drittanbieter organisiert und siehe da: der Fehler tauchte wieder auf.
Da die überarbeiteten Handgriffe bis dato keinen Überzieher gesehen hatte, konnte damit kein Zusammenhang bestehen. Auch Besuche eines Zeiss-Technikers brachten weder eine eindeutige Fehlerursache noch eine Lösung zu Tage. Zwischenzeitlich meldete man einen „Erfolg“, die dementsprechend modifizierten Handgriffe zeigten jedoch wieder das Fehlverhalten.
Da weder Zeiss noch ich etwas an dieser misslichen Situation ändern konnten, bleib mir nichts anderes übrig als zu denken „Sie haben es wenigstens versucht“ und mit dieser nervigen Einschränkung zu leben.
Dann, überraschend kam Ende November 2015 ein Anruf, man habe den Fehler jetzt isoliert und eine bug-freie Handgriffversion zur Verfügung. Ob ich diese testen wolle. Ja, ich wollte.
Fazit: neue Handgriffe dran, keine Fehlermeldungen mehr, Ruhe im Karton, normales Arbeiten ohne permanente Resets und Arbeitsunterbrechungen wieder möglich.
Noch bin ich zurückhaltend, bei der ersten Handgriffversion hat es auch knappe 3 Jahre gedauert, bis der Fehler zu Tage kam. Aber zumindest hat sich etwas getan.
P.S.: ich habe die alten Handgriffschutzhüllen ersetzt gegen diese: bessere Passung, nicht ganz so eng wie die alten.
http://www.kondomotheke.de/Sonodom_34mm_150_Med_Schutzhuellen_trocken_,3609.html
Pic of the day – Dentin vergeht, Pulpa besteht
von Christian Danzl
Der Patient kam mit der Aussage, die Brücke sei locker.
Gut, soll vorkommen.
Ich solle einfach ziehen, sie ginge schon runter. Hab ich gemacht. Ich muss sagen, sowas hab ich vorher noch nie gesehen. Das komplett kariöse Dentin dieses Zahnes ist einfach mit der Krone abgerissen, aber die (ich muss zugeben nicht mehr ganz physiologisch aussehende) Pulpa darunter blieb einfach stehen.
Keine Schmerzen auf Berührung und die Pulpa liess sich nicht mit der Pinzette aus der Wurzel ziehen, da ist sie dann auch abgerissen. Schade eigentlich.
Kofferdam – die einfachste Lösung (2)
von Ostidald Wucker
Den Fall haben wir hier angefangen vorzustellen.
Nach der Entfernung der Guttaperchastifte haben wir mehr als 15 Minuten ein eitriges Exsudat abgesaugt. Die Entfernung des Guttaflows (Roeko) erwies sich als sehr schwierig auf Grund einer interradikulär gelegenen Stripperforation im koronalen Bereich der mesialen Wurzel und einer apikalen Perforation.
Nach ultraschallaktivierten Spülung mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Apikal ließ sich nicht alles Guttaflows (Roeko) entfernen.
In der zweiten Sitzung konnten noch alle im einsehbaren Bereich liegenden Guttaflowreste entfernt werden. Apikal konnte der weiter Verlauf des Kanalsystems auf Grund einer massiven Stufenbildung nicht sondiert werden. Da die Patientin vollkommen schmerzfrei war erfolgte der apikale Verschluß der Perforation mit ProRoot MTA und ebenso der Verschluss der Stripperforation. Das distale Kanalsystem wurde thermisch nach Schilder mit Guttapercha obturiert. Die Kavität wurde mit Composite verschlossen.
Apikal konnte ein Austritt des CaOH nicht verhindert werden obwohl dieses mittels längenmarkierter Kanüle bis kurz vor der apikalen Perforation inseriert wurde.
Die fehlende apikale Aufbereitung ist ein Risiko. Ob diese Bereiche desinfiziert werden konnten, oder nie infiziert waren wird die Zeit zeigen. Eine apikale Resektion und apikale Kürettage der mesialen Wurzel würde ich dann der Patientin empfehlen.
Anbei die weiteren Bilder.
Externe Wurzelresorptionen (I)
Von Bonald Decker
Insbesondere nach traumatischen Zahnverletzungen sind Wurzelresorptionen aufgrund verschiedener Ursachen leider häufig zu beobachten. Heute möchte Ihnen unsere zwei aktuellsten Fälle dieses Problemkreises vorstellen. Sie verdeutlichen (leider) die Wichtigkeit einer entsprechenden Erstversorgung bzw. der konsequenten Nachsorge.
Die erste Patientin ist die heute zehnjährige Sofia. Das junge Mädchen hatte sich Ende April 2013 u.a. die Zähne 11 und 21 totalluxiert. Nach circa fünfstündiger unphysiologischer Lagerung wurden die Zähne ohne weitere Vorbehandlung in Dormicum-Sedierung replantiert und semiregide geschient. Ein Lokalantibiotikum wurde nicht verschrieben; ein ausreichender Tetanusschutz bestand.
Zur endodontischen Behandlung würde Sofia dann an uns verwiesen. Die Erstvorstellung erfolgte gut vier Wochen nach dem Unfall. Bereits hier gab der Klopfschall einen starken Anhalt für einsetzende Ersatzresorptionen.
Nach eingehender Beratung mit Patientin und Eltern entschlossen wir uns zu einem mehrzeitigen Vorgehen mit Ledermix-Einlage und nachfolgender Ca(OH)2-Applikation. (sehen Sie hierzu ggf. auch folgende Artikel (I/II))
Anfang dieser Woche war die junge Patientin erneut zur Nachkontrolle bei uns. Leider ist das eingetreten, was zu erwarten war. Eine ausgeprägte Ersatzresorption mit Ankylose der Zähne 11 und 21.

Gib eine Beschriftung ein
Welchen Einfluss die Nichtbeachtung der internationalen dentalen Trauma-Richtlinien auf die Resorptionsprozesse hat lässt sich nicht klären. Ein Vorgehen gemäß der IADT-Vorgaben wäre aber sicherlich wünschenswert gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass die gegenwärtige Abklärung einer möglichen Zahntransplantation für Sofia eine Option darstellen. Hierzu folgen zeitnah Beurteilungen durch die Disziplinen der Kieferorthopädie und Oralchirurgie. Alternativ kommen eine Dekoronation (Fallbeispiel WS) mit nachfolgender Eingliederung eines herausnehmbaren Zahnersatzes in Betracht.
Als zweites möchte ich Ihnen den achtjährigen Lou vorstellen. Der Junge erlitt im Februar 2015 eine unkomplizierte Kronenfraktur an Zahn 21. Nachfolgend sehen Sie das damals alio loco angefertigte Röntgenbild:

Die weitere Krankengeschichte hat der zuweisende Kollege in Kurzform so zusammengefasst:

Hier das im Text erwähnte Röntgenbild:

Leider hat sich u.a. durch die bakterielle Besiedelung des Wurzelkanalsystems eine ausgeprägte externe infektionsbedingte Resorption entwickelt. Diese sehr schnell fortschreitende Dentinresorption hat innerhalb von Monaten zu einer massiven Destruktion der Wurzel geführt.
Trotz der sehr schlechten Prognose haben wir uns aktuell (zunächst) gegen die Entfernung des Zahnes entschieden. Unser Ziel der zeitnah eingeleiteten Therapie ist die Elimination der intrakanalären Infektion. Einen sehr guten Überblick zu den unterschiedlichen Resorptionsformen mit Ursachen und Therapieansätzen liefert diese Zusammenstellung von Prof. G. Krastl.
Anders als bei Sofia wäre diese Resorption wahrscheinlich vermeidbar gewesen wenn es gelungen wäre den Zeitpunkt der intrakanalären Infektion korrekt zu diagnostizieren um entsprechend handeln zu können. Wir hoffen trotzdem, dass es gelingt den Prozess zu stoppen und die Prognose des Zahnes zu verbessern.
Ich werde berichten wie es weitergeht…
Leica M320, das Zweite
von Wieland Kärger
Irgendwann im Jahre 2009 oder 2010 habe ich mich dazu entschieden, die Endo nicht nur zu einem beliebten Teil meiner zahnärztlichen Tätigkeit anzusehen, sondern ihr intensivere Aufmerksamkeit zu schenken. Inzwischen füllen die Wurzelkanäle meinen Arbeitstag quasi komplett aus. Schnell reichte damals die Lupenbrille nicht mehr aus und ein Mikroskop musste her. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich für das Leica M320, was im Juni 2011 in der Praxis Einzug hielt.
Seitdem habe ich über 1700 Wurzelkanalbehandlungen konsequent mit diesem Mikroskop durchgeführt. Bei geschätzter durchschnittlicher Behandlungsdauer von 2,5 h pro Zahn, sind das 4250 h „arbeitendes Mikroskop“ oder 177 Tage ununterbrochen Mikroskop „an“. Reparatur oder Wartungskosten bisher genau Null €. Damalige Investition: unter 20 T€.
Nun ging es an die Einrichtung eines zweiten Endozimmers mit der zentralen Frage: was für ein Mikroskop. Ja, ich habe mich wieder für das Leica entschieden. Mit einigen mehr oder weniger guten bzw. nützlichen Neuerungen oder Veränderungen. Ja, und ich habe es getan, ohne mir zur Probe mal ein PROergo o.ä. hinstellen zu lassen. Vielleicht ein Fehler? Ich war mit dem Leica bisher zufrieden (bis auf die Fotos – dazu gleich), eventuell aber nur aus Mangel am Vergleich. Denn was man auf der Messe oder auf einer Tagung durch ein Ausstellungsstück anschauen kann, ist recht weit von der Realität im Patientenmund entfernt, da sind sich sicher alle einig. Großes Manko am Leica ist die Kameratechnik. Fest eingebaut, nicht austauschbar oder „pimpbar“, ein K.-o.-Kriterium für alle Fotofreaks. Da ich keine Vorträge halte und meine Bilder auf großen Leinwänden präsentieren muss, ist die Qualität für mich akzeptabel. Jemand, der mit einem Bildbearbeitungsprogramm versiert umgehen kann, ist sicher in der Lage, durch das Darüberjagen diverser Filter noch einiges herauszukitzeln. Ich beschränke mich lediglich auf das Ränderbeschneiden und einen automatischen Optmierungsfilter. Unschlagbar ist aus meiner Sicht jedoch der Vorteil, dass man einfach ein HDMI-Kabel zwischen Mikroskop und Mitbetrachtungsmonitor hängt (ggf. noch einen Splitter) und fertig. Keine Einstellung des Bildausschnittes nötig, keine zusätzliche Kamera, kein Adapter, kein zusätzliches Kabel. Das zweite Ausschlusskriterium für viele Kollegen ist das Licht. LED bringt sicher nicht so viel wie Xenon, vor allem im apikalen Kanaldrittel. Hier knipst bei Xenon doch noch mal jemand das Licht da unten an, wo es bei LED bei großer Vergrößerung recht finster bleibt. Jeder Xenonnutzer weiß jedoch, dass eine Xenonlampe irgendwann kaputt geht und dann recht teuer ersetzt werden muss. Und Xenon nimmt im Laufe der Zeit an Intensität ab, was man als Nutzer schlecht oder spät bemerkt, wenn nicht regelmäßige Messungen durchgeführt werden.
Ich war gespannt, ob das neue Mikroskop, das vor 3 Wochen installiert wurde, die Kanäle heller ausleuchtet als das alte.
Das konnte ich, zumindest rein subjektiv, nicht feststellen.
Was ist sonst neu? Das „MultiFoc Objektiv“. Es ermöglicht einen größeren Focusbereich, der über einen Drehknopf am Objektiv zu justieren ist (so wie bei Zeiss). Bei ca. 8-facher Vergrößerung beträgt der Focusbereich 10 cm. Das alte Objektiv bietet bei gleicher Vergrößerung lediglich 1,5 cm Focusbereich, ließ sich aber durch leichtgängiges Drehen am gesamten Objektiv mit lediglich einem Finger der linken oder rechten Hand sehr komfortabel bedienen. Das geht jetzt nicht mehr. Ich brauche mindestens zwei Finger und der Drehknopf liegt auf der Seite der meist bevorzugten Hand oder mittig, wo man mit beiden Händen ungünstig hin kommt. Neu, zumindest für mich, ist ist der 0-180° Binokulartubus, der es ermöglicht die Okulare im Verhältnis zum Mikroskopkörper/Objektiv in transversaler Achse um 180° zu rotieren. Bisher hatte ich 45° und habe eigentlich nichts vermisst.
Weiterhin gibt es jetzt den sog. „ErgoOptic Dent“ zur geraden Ausrichtung der Okulare bei schrägem Betrachtunswinkel (bei Zeiss: MORA Interface). Für diejenigen, die z.B. UK-Molaren aus 9- bis 11-Uhr-Position behandeln essentiell. Ich behandle 100% der Kanäle von 12-Uhr-Position, daher nutze ich das nur bei UK-Molaren, die nach lingual gekippt sind. Schulter, Rücken und Nacken danken es.
Fazit
Für mich ein schönes Gerät mit unschlagbarem Vorteil im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Lupenbrillen – Vergleich
von Christian Danzl
Um eines gleich vorauszuschicken:
Dieser Vergleich ist höchst subjektiv, da es sich um meine persönlichen Erfahrungen handelt, die ich gemacht habe mit den beiden Brillen/Systemen. Es stehen hier, ausser der Masse der Brillen (in Gramm), wahrscheinlich keine allgemein gültigen Aussagen.
Meine erste Lupenbrille (dürfte so 1999 oder 2000 gewesen sein) war eine TP-710 von Sandy Grendel mit 2,5-facher Vergrößerung. Gallileisches System. Zum Anfangen vielleicht interessant. Man kommt etwas weiter weg vom Patienten, deutlich mehr gesehen hab ich damit nicht. Hatte auch kein Licht dazu.
Vorteile:
- 36 Gramm, man spürt sie nach kurzer Zeit einfach nicht mehr
- jederzeit optische Gläser nachrüstbar (durch Einschrauben in die Fassung)
- Optiken sind auf dem Schutzschild angebracht, das wiederum ist leicht abnehmbar und man kann die Brille auch so tragen (wenn man Gläser eingebaut hat, sonst bringt es nichts ;-))
Nachteil:
- Schutzschild mit Optiken ist schwierig zu reinigen
- Vergrößerung hier mit 2,5 zu gering
Meine zweite Errungenschaft, ca. 2005, war dann eine Orascoptic HiRes Plus mit 3,8-facher Vergrößerung und 42 cm Arbeitsabstand. Die Augen waren gut genug, aber ich wollte einfach weiter weg vom Patienten und somit meinen Rücken schonen.
Bestellt bei sds, Sigma Dental.
Das Brillengestell ist das Modell Classic. Sehr stabil, das Design kann seine amerikanische Herkunft nicht leugnen und ist (und war es auch damals schon) sooo weit jenseits von gut und böse, dass man es nicht zu kommentieren braucht.
Heute sind deutlich schmückendere Brillenfassungen im Angebot, vor gut 10 Jahren war die Auswahl noch sehr begrenzt.
Das optische System ist nach Kepler, also deutlich länger und schwerer (weil es ein auf dem Kopf stehendes Bild erzeugt, und das muss erst über zwei Prismen wieder umgedreht werden), als das Gallileische System, aber es erlaubt größere Vergrößerungen und ein größeres Gesichtsfeld (Vergleich der Systeme siehe hier).
Die HiRes ist ein TTL-System, die Optiken werden durch Löcher in den Brillengläsern eingeklebt.
Vorteile:
- leichter, als ein Flip-up System, da man keine Mechanik braucht. Alles, was man zur Befestigung der Optiken braucht, ist ein paar Tropfen Kleber. Alles in allem ohne Licht 80 Gramm, im Gegensatz zu den 134 Gramm der Zeiss EyeMag Pro F.
- kein unabsichtliches Verstellen
- größeres Sichtfeld durch die Lupe. Bei mir im scharfen Bereich ca. 10 cm Sichtfeld in Gegensatz zu 5 cm bei der Zeiss (siehe unten)
Nachteile:
- durch das TTL-System können die Optiken näher an die Augen ran, was ein größeres Gesichtsfeld durch die Optik erlaubt, „aussenrum“ ist man fast blind, da man fast nicht an den Optiken vorbeischauen kann
- Brille ist nicht „übertragbar“, da sie individuell an den Augenabstand eines Behandlers angepasst ist. Ein „mit der Praxis vererben oder verkaufen“ geht nicht ohne die Brille neu anpassen zu lassen
- wenn die Brille runterfällt, und eine Optik bricht aus der Aufnahme, wird es mitunter schwierig selber zu reparieren.
- die Lichtstärke durch die kleinen Frontlinsen ist sehr eingeschränkt und bedarf unbedingt einer zusätzlichen Beleuchtung
Nach den Erfahrungen (Notwendigkeit der Redundanz), die hier schon beschrieben sind, habe ich mir aktuell eine zweite Lupenbrille, diesmal mit einem Flip-Up System, gekauft. Eine Zeiss EyeMag Pro F bei Bajohr Optecmed. Vergrößerung 4,0, Arbeitsabstand 45 cm. Diesmal gleich mit Licht. Die Wahl fiel auf das „hauseigene“ Licht Bajohr LED Powerlight yellow (Orchid-F LED Light, Admetec Solutions Ltd, Haifa, Israel), mit zuschaltbarem gelb/orange Filter.
Vorteile:
- nach meinem subjektiven Empfinden ist die Optik von Zeiss besser als die von Orascptic, schärfer, heller, kontrastreicher
- man kann die Lupe von der Brille weg nach oben schwenken, um normal sehen zu können, man muss nicht die ganze Brille abnehmeen
- Brille und Optiken sind leichter zu reinigen
- sterilisierbarer Berührungsschutz und Objektivschutz sind dabei
- Gelb-Orange-Filter im Bajohr-Licht verbaut, Umschalten an der Bedieneinheit/Akku
- Lampenkopf ist schön klein, vorne fast mittig zwischen den Objektiven verbaut, es gibt also keine erkennbaren Schatten und mit ca. 15 g sehr leicht
- durch die weiter vom Auge entfernten Optiken sieht man mehr „aussenrum“ um den vergrösserten Bereich
Nachteile:
- durch die zusätzliche Halterung für Optik wir die Brille schwerer (134 g ohne Licht)
- die Optiken sind zusätzlich ca. 1 cm länger als die der Orascoptic und weiter nach vorne verbaut, das macht fast 50 g, die auf der Nase nach unten ziehen, dagegen ist die Orascoptic ausgewogen (Brille wurde am Nasensteg aufgehängt und die Vorderkante der Optiken mittig auf eine Briefwaage aufgelegt, siehe Bilder)
- der zuschaltbare Filter des LED-Lichtes tendiert mehr zu gelb, als zu orange, so dass die Lichtleistung beim Arbeiten mit lichthärtenden Materialen doch noch reduziert werden muss, um ein vorzeitigen Aushärten zu verhindern
- Licht ist über Tasten an der Bedieneinheit (mehr oder weniger stufenlos – 14 Stufen) zu steuern, was ich relativ fummelig finde, man muss immer die richtige Taste suchen. Ein Drehregler wäre hier einfacher zu finden und zu bedienen
- Taste für Farbfilter ist der kleinste und muss einige Sek. gedrückt werden, bis ein kleiner Filter in der Lampe vor die LED springt. Klar, besser als einen Filter auf den Lampenknopf zu stecken, aber noch deutlich verbesserungswürdig
- Akku/Bedieneinheit (Rückseite) und Gürtelclip sind aus einem Kunststoffteil gespritzt. Und der Gürtelclip ist definitiv nicht stabil. Einmal schief auf eine Behandlerstuhl mit Armlehnen gesetzt, und der Gürtelclip war abgebrochen. Das Teil wurde von Bajohr sofort, unbürokratisch und kostenlos ausgetauscht. Danke dafür. Aber der nächste Clip wird brechen, da mach ich mir keine Sorgen. Auch irgendwann ausserhalb der Garantiezeit. Wie das dann gehandhabt wird, weiss ich nicht. Der Clip ist meines Erachtens nicht direkt eine Fehlkonstruktion, aber eine doch eher unglückliche Konstruktion.
- Akkus haben keinen Überladungsschutz, zumindest ist in der Bedienungsanleitung nichts dergleichen erwähnt. Ob es den Akkus schadet, wenn sie dauernd am Netz hängen weiss ich nicht, gelöst hab ich es jedenfalls mit einem Steckdosen-Timer.
Ein Akku (zwei sind dabei) hält bei mir momentan zwei Arbeitstage. Hauptsache ist, wenn die Kapazität auch weniger wird, dass ein Akku länger Licht gibt, als der andere zum Laden braucht.
Die Sandy Grendel Brille war für mich zum normalen Arbeiten nur zum Einstieg. Wenn man richtig was sehen will, reicht eine 2,5fache Vergrößerung meines Erachtens nicht. Ob nur aber die leichtere, ausgewogenere Orascoptic oder die schwerere Zeiss mit der besseren und helleren Optik muss jeder für sich entscheiden. Die Problematik mit der Kabelführung für das Licht ist bei beiden nicht gelöst, ausser man kann sich mit der Firefly anfreunden, ich konnte es auf der Messe nicht.
Selbstverständlich gibt es noch andere Lupenbrille und Lichtsysteme. Dieser Beitrag bezieht sich nur auf meine eigenen, gekauften Lupenbrillen und Lichtsysteme und die damit gemachten persönlichen Erfahrungen. Diese sind weder allgemein gültig noch vollständig.
- je nach Winkel …
- … fast 50 g bei der Zeiss
- Die Orascoptic …
- … ausgewogen
- nach etlichen Jahren Staub in der Optik
- dieser Clip wird immer wieder brechen
- Weissabgleich im weissen Hntergrund: Licht eher gelb statt orange
- Weissabgleichim weissen Hintergrund: Licht tendiert nach blau
Mehrfachtrauma – der Verlauf
von Ronald Wecker
Im Sommer des vergangenen Jahres hatte ich hier und hier über die Behandlung eines Patienten berichtet, der sich drei Tage nach einem Fahrradunfall mit multiplen Verletzungen an dentalen Hart- und Weichgeweben in unserer Praxis vorstellte.

8 Monate nach dem Unfall stellt sich die Situation wie folgt dar:
Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hat sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten.
Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagieren reproduzierbar auf elektrischen Reiz.
Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigt keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlt jedoch.
Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 weist einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf. Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 schreitet weiter voran.
Die 10 Wochen nach Trauma zu beobachtende ampullenförmige Erweiterung der apikalen Foramina an den Zähnen 21,22 und 23 lässt sich radiologisch nicht mehr erkennen, sodass hier von einem „transient apical breakdown “ ausgegangen werden kann.
Derzeit werden die Möglichkeiten für eine funktionell und ästhetisch ansprechende definitive Versorgung der beim Unfall beschädigten Oberkieferfrontzähne eruiert. Dazu zählen kieferorthopädische, parodonologische und implantologische Beratung und Planung.
Kofferdam – die einfachste Lösung
von Ostidald Wucker
Die Patientin hatte stellte sich mit akuten Aufbissbeschwerden bei ihrem Hauszahnarzt vor. Es drängte, da die Patientin ein Auslandsjahr machen wollte. Der Zahn 37 wurde trepaniert, offen gelassen und die Patientin hatte 1 Jahr keine Beschwerden.
Nach dem Jahr wurde der Zahn endodontisch behandelt und gefüllt.
Jetzt ist alles wieder gut, dachte die Patientin vor nicht all zu langer Zeit.
Sie begann eine Lehre in einer Praxis mit kieferchirurgischem Schwerpunkt.
Wenige Monate nach Lehrbeginn begannen die Beschwerden, welche sich innerhalb von einem Wochenende in einen perimandibulären Abszess steigerten. Dieser wurde in der Ausbildungspraxis behandelt. Zeitgleich wurde die Patientin uns überwiesen. Es wurde keine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. (Röntgenlogisch könnte man dies als indiziert betrachten.)
Ein Beispiel für einen endodontisch vorausschauenden und informierten Kieferchirurgen!
In unserer Behandlung zeigte sich, daß die Patientin eine eingeschränkte Mundöffnung hat und zusätzlich ein stark erhöhter Speichelfluss besteht. Mit dem angelegten Kofferdam und einem Aufbissblog kontralateral war das Problem deutlich geringer ausgeprägt.
Wahrscheinlich wäre dies die einfachste Lösung gewesen, die darauffolgenden Probleme gar nicht in diesem Ausmaß entstehen zu lassen.
Das Kofferdam anlegen dauerte 60 Sekunden mit 20 Sekunden Aushärten des Fastdam zur Abdichtung.
Anbei die ersten klinischen Bilder dieses Falles und das Ausgangsröntgenbild.
Demnächst alles weitere…
Prämolaren-Zweibein
Von Bonald Decker
Unterkiefer-Prämolaren können aufgrund anatomischer Variationen zu den eher undankbar endodontisch zu behandelnden Zähnen zählen. Heute möchte ich Ihnen unseren jüngsten Behandlungsfall dieser Kategorie vorstellen. Nachdem es alio loco nicht gelungen war der Anatomie des ersten Prämolaren gerecht zu werden erfolgte die Zuweisung an uns.

Alio loco angefertigte Röntgenaufnahme Regio 44/45. Pulpapenetrierende Karies 44 bukkal;nicht erhaltungswürdiger Zahn 45 mit ausgeprägtem kariösen Defekt und apikaler Parodontitis bei endodontischer Vorbehandlung
Im ersten Behandlungstermin gelang es die circa sechs Millimeter unterhalb des Wurzelkanaleingangs liegende Aufteilung darzustellen und die zwei Wurzelkanalsysteme daraufhin zu bearbeiten.
Die in der Literatur beschriebene Prävalenz für zwei Wurzelkanäle variiert je nach Untersuchungsmethode zwischen 1 und 29 Prozent . Wobei untere erste Prämolaren eine solche Differenzierung häufiger aufweisen als untere Zweite.
Vor einigen Tagen konnten wir die Therapie bei vollständiger Beschwerdefreiheit abschliessen. Nachfolgend sehen Sie die von uns angefertigten Röntgenaufnahmen. 
P.S.: Koronal des Wurzelfüllmaterials wurde ein zusätzlicher Glasfaserstift eingebracht.
P.P.S: Zahn 45 soll alio loco zeitnah entfernt werden.
5 Prämolaren (4)
von Donald Becker
Hier ein weiteres Prämolaren – Update aus der 5 Prämolaren– Reihe, das wieder einmal die Vorteile von DVT und Wave One Gold (in Kombination mit der VDW R25) aufzeigt. Die in diesem Zahn 44 vorliegende Anatomie sah zunächst nach einer Vertucci- Klassifikation 3 (1-2-1), später dann nach einer Vertucci- Klassifikation 7 (1-2-1-2) aus. Beide Varianten haben im vorliegenden Fall gemeinsam, daß einem-im Rahmen der WF- Revision von koronal in die Wurzel hineinblickend- der Eindruck eines einzelnen Kanals vermittelt wird. Die interne Abzweigung war hier so weit ins mittlere Kanaldrittel hinein verlagert, dass diese selbst mit dem Dentalmikroskop nicht zu sehen war.
Es sei denn man weiss von ihrer Existenz und sucht – unter gezielter Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität -aktiv danach. Und genau dieses Wissen vermittelte das zur Diagnostik durchgeführte DVT.
Die Erschließung des lingualen Kanals wurde mittels einer vorgebogenen Wave One Gold 20, ähnlich wie in jenem Fall im Video zu sehen, durchgeführt.
Was früher ein zeitaufwändiges und obendrein hochgradig techniksensitives Procedere war, ist heute – dank Wave One Gold – ein Kinderspiel.
Das orthograde WF- Röntgenbild
verschleiert das Ausmaß des Kanalkomplexität. Die mesialexzentrische Aufnahme vermittelt einen besseren Einblick in die tatsächlich vorliegende Anatomie.
Lupenbrille – Kabel
von Christian Danzl
Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die „Outdoor“-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine „professionelle“ Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.
Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:
Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .
Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.
Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.
Diesmal aber dann gleich mit „professionellem“ LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.
Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:
Sie hat kein Kabel.
Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine „Kabelführung“ dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es „krallt“ sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.
Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.
Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(
Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.
X-Bein
von Ronald Wecker
Erst kürzlich hatte einer meiner Praxispartner anlässlich unseres wöchentlichen Fallbesprechungsabends berichtet, dass er bei oberen Molaren mit konfluierenden mesialen Kanälen häufig Folgendes beobachten konnte:
In vielen Fällen konnte er mit einem vorgebogenen Microopener unterhalb der zwischen den Kanaleingängen gelegenen Dentinbrücke ein nach distopalatinal verlaufendes Kanalsystem tasten. Und dies, obwohl zunächst alles nach einer 2-in-1-Situation aussah.
Mit diesem Verdacht im Kopf und unter Nutzung des präoperativ angefertigten DVT konnte genau diese Kanalkonfiguration in vorliegendem Behandlungsfall freipräpariert werden.
Als „Zugabe“ gab es eine tiefe Aufgabelung in DB, die aber ebenfalls bereits am präoperativen DVT zu vermuten war. Die nach palatinal weisende Aufhellung und die nicht mittenzentrierte Lage der Obturation sprachen für ein weiteres Kanalsystem. Klassisch für eine solche Konfiguration ist der dünne, isthmusartige Ausfüllen vom DB Kanaleingang nach P.
Das bei der vorangegangenen Behandlung das in MB2 eingeführte NiTi-Instrument frakturierte, ist angesichts des vorgefundenen Kanalverlaufes nicht verwunderlich.
Etwas kniffelig gestaltete sich die warme vertikale Kompakten in Schilder-Technik. Wegen der kleinen Kanalquerschnitte konnten beide Guttaperchapoints nicht gleichzeitig eingebracht werden. Beim Abtrennen des ersten Points war daher eine ruhige Hand gefragt, um ein unbeabsichtigtes Verbringen von erwärmter Gutspreche in den noch unobturierten Kanal zu verhindern.
Wenngleich das radiologische Erscheinungsbild aufgrund der schmal-ovalen Kanalquerschnitte von MB1/MB2 und DB ästhetisch zu wünschen übrig lässt, bin ich gespannt auf das erste Recall nach 6 Monaten.
Recall 10 Jahre
von Ostidald Wucker
Selten funktionieren Recalls nach 10 Jahren. Meistens reagieren die Patienten nicht auf unsere Erinnerung. Zum einen sind sie verzogen oder telefonisch nicht mehr unter der angegeben Rufnummer erreichbar. Das ist sehr Schade, denn die Nachkontrolle hilft schon genauere Aussagen über den Langzeiterfolg in der Endodontie zu sagen.
Hier habe ich ein 10 Jahresrecall. Der Ausgangsbefund war ein ein Zufallsbefund und ich war damals sehr zurückhaltend eine Prognose abzugeben. Interessant an dem Fall ist die Wanderung der apikalen Puffs aus der Erstbehandlung und die Dauer bis zur Vollständigen Heilung des apiakalen Prozesses.
Internes Bleichen
Von Bonald Decker
Insbesondere Frontzähne, die eine Pulpanekrose aufweisen können sich in der weiteren Folge (stark) verfärben. Dies stellt für den betroffenen Patienten ggf. ein nicht zu unterschätzendes ästhetisches Problem dar.
Heute möchte ich Ihnen kurz einen Fall vorstellen, bei dem wir nach erfolgter endodontischer Behandlung ein internes Bleichen zur Korrektur der ausgeprägten Farbveränderung vorgenommen haben.
Zur detaillierten Erläuterung der Hintergründe dieser Thematik empfiehlt sich diese Stellungnahme der DGZMK.
Hier zunächst die radiologische Ausgangssituation:

Radiologische Ausgangssituation (Anfertigung alio loco) bei Zustand nach Frontzahntrauma vor 10 Jahren (Skistock vs. Zahn)

Grosses Bild: Klinische Situation des Zahnes 21, Sensibilitätstests (EPT & CO2) negativ – Kleines Bild: Intrakoronale Situation nach Trepanation mit deutlicher Rotfärbung des Dentins
Das von uns in solchen Fällen präferierte Bleaching-Material nach erfolgter Wurzelkanalfüllung ist Opalescence® Endo der Firma Ultradent.
Hier finden Sie eine Kurzanleitung hinsichtlich der empfohlenen klinischen Anwendung.
In dem vorliegenden Fall genügte eine einmalige Anwendung des Bleichmaterials für 2-3 Tage, um dieses Ergebnis zu erzielen:

Grosses Foto: Zustand nach internem Bleichen – Kleines Bild: Zustand nach Wurzelkanalfüllung, internem Bleaching und Kompositrestauration einige Wochen nach Abschluss der ästhetischen Korrektur

Prä-OP vs. Post-OP
Mit dieser recht simplen Vorgehensweise konnte die zunächst alio loco geplante Überkronung umgangen werden und es gelang die ästhetische Beeinträchtigung suffizient zu korrigieren.
Fragmententfernung mit Fragremover
von Donald Becker
Dieses Fragment war ein richtiges Biest.
Und der Kanal, in dem es abgebrochen war, so eng und obliteriert, dass es im nachhinein nicht verwunderte, dass es zum Instrumentenbruch kam.
Hier war guter Rat teuer.
Ein maschinelles Instrument, vermutlich 15.01 oder 15.02, in Vollrotation in den Kanal eingeschraubt. Auf Kanaleingangsniveau frakturiert.
Anpacken konnte man es nicht. Passieren auf Grund des extrem engen Kanals unmöglich. Nicht mal die Spitze eines ISO 006-, 008-, 010- Instrumentes war noch irgendwo in den Kanal hineinzubekommen.
Und zu versuchen, mittels Ultraschall das Fragment loszubekommen, hätte lediglich zur Zerlegung in kleinere Fragmente geführt.
Bliebe noch die Hohlnadeltechnik, der ich aber in diesem Fall, gerade weil/obwohl ich diesbezüglich über viel Erfahrung verfüge, auf Grund der vorliegenden Besonderheiten wenig Erfolgswahrscheinlichkeit zutraute.
Mit einem Prototyp des Fragremovers gelang die Entfernung.
Es war nicht ganz einfach, diese Schlinge über das Fragment zu ziehen, aber danach gelang die Entfernung sicher und problemlos.
Kurz oder lang? Das DVT kann helfen.
von Ronald Wecker
Wer kennt diese Situation nicht? Die Endometrie zeigt reproduzierbar das Erreichen der Arbeitslänge an, nach Betrachten der Messaufnahme oder der Masterpointaufnahme kommen jedoch Zweifel hinsichtlich der Korrektheit der Arbeitslänge auf.
Das in diesem Fall zwecks Beurteilung der Periapikalregionen des 16 und 46 angefertigte DVT 8×4 cm ließ bereits präoperativ erkennen, dass das Foramen des 45 nach bukkal mündet.
Diese Vorabinformation, sowie die Bestimmung des Abstand des Foramen vom radiologischenApex im DVT konnte im Behandlungsverlauf an den intraoperativ erstellten Röntgenaufnahmen verifiziert werden. Hilfreich war dabei die Verwendung eines Haltersystems, das einen reproduzierbaren Strahlengang und somit verzerrungsarme Röntgenbilder ermöglicht.
Die apikale rundliche Erweiterung spricht für eine nach vollständiger Pulpanekrose arretierte interne Resorption. Die (zu kurze) Initialbehandlung hatte vermutlich zunächst apikal vitales Pulpagewebe zurückgelassen. Die laterale Sealerspur „passt“ zur lateralen Ausdehnung der periapikalen Aufhellung.
CableDrop
von Olaf Löffler
Röntgensensoren sind ungemein teuer und gleichzeitig ziemlich empfindlich.
Schnell passiert ein Kabelbruch und dann wird ein neuer Sensor fällig. Die Kosten dafür liegen dann bei mehreren tausenden Euro.
Die betriebswirtschaftlich Amortisierung verlangt aber lange Laufzeiten der Sensoren. Deswegen werden in unserer Praxis die Sensoren wie „Augäpfel“ gehütet.
Wir haben diese am Röntgengerät son installiert, daß sie zwar problemlos abnehmbar aber auch gleichzeitig stabil und fest damit verbunden sind. Die Kabel der Sensoren haben wir am Röntgengerät mit CableDrops der Firma Blutlounge gesichert. Dies hat sich bewährt und wir können mittlerweile auf eine fast zehnjährige Sensornutzung ohne Austausch zurück blicken.
Man sollte allerdings aufpassen, daß man nicht günstige Plagiate bestellt. Diese sind nicht so flexibel in der Kunststoffzusammensetzung und die Klebverbindung ist unzuverlässig.
Quiz du jour -reloaded -update
Von Bonald Decker
Vor einiger Zeit habe ich Ihnen hier und hier die ersten beiden Teile unseres Quiz du jour -reloaded vorgestellt. Heute möchte ich Ihnen ein kurzes Update zur Weiterentwicklung der Situation geben.
Seit dem letzten Termin bei uns Ende November sind einige Wochen vergangen.
Nach Beurteilung der Lippenschwellung durch die behandelnde Abteilung für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie wurde dort mit Patient und Mutter eine abwartende Haltung vereinbart. Als Grund für die Schwellung werden statt der Fremdkörper intra- und extraorale Narbenzüge/gewebe gesehen.
Hier die Gegenüberstellung der Situationen von Oktober 2015 zu Januar 2016:

Seit dem Unfall mit Avulsion des Zahnes 21 sowie ausgeprägter extrusiver Dislokation des Zahnes 22 sind mittlerweile circa fünf Monate vergangen. Die endodontische Behandlung an Zahn 21 wurde circa zwei Monate nach dem Unfall alio loco eingeleitet. Bei uns erfolgten bisher zwei Behandlungstermine, bei denen an den Zähnen 21 und 22 im ersten Schritt eine zweiwöchige Ledermix-Einlage eingebracht wurde. Im zweiten Schritt folgte danach die Ca(OH)2-Applikation.
Gestern führten wir drei Monate nach Behandlungsbeginn eine klinisch-radiologische Kontrolle durch. Während sich Zahn 22 primär unauffällig präsentierte zeigte sein „Nachbar“ klinische und radiologische Anzeichen einer rasch fortschreitenden Ersatzresorption.

Als weiterer Schritt ist von unserer Seite zunächst der Abschluss der endodontischen Behandlung des Zahnes 22 geplant. Hinsichtlich des linken zentralen Inzisivus sind mit Patient und Mutter weitere Kontrollen und das spätere mögliche Vorgehen einer Dekoronation besprochen worden.
ich werde weiter berichten…
Seitenkanal – Dejavu
von Donald Becker
Erinnern Sie sich noch an diesen Fall hier ?
Eine vermutete vertikale Wurzelfraktur, die sich nach Aufklappung als laterale Knochendestruktion darstellte, verursacht durch einen sehr großen Seitenkanal an Zahn 21. Die Therapie – nicht wie vermutet die Extraktion des Zahnes, sondern vielmehr Kavitätenpräparation mittels WSR Retropräp- Ultraschallspitzen und Verschluss mittels in Säure- Ätz- Technik dentinadhäsiv verankerter Flowcomposite-Füllung. Besagte Patientin war letzte Woche zur Routine- Kontrolle in unserer Praxis. Was ich nicht gedacht hätte- es ist bereits 10 Jahre her, dass wir die Behandlung in Angriff nahmen. Für einen Zahn, der damals eigentlich hätte gezogen werden sollen, ein schönes und erwähnenswertes Ergebnis.
Duplizität der Ereignisse
Am gleichen Tag behandelten wir den Zahn 11 einer 51 jährigen Patientin.
Im Oktober 2013 war diese zur Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 27 überwiesen worden. Auch über diesen Fall hatte ich hier bei WURZELSPITZE berichtet. Es handelte sich um einen Zahn mit einer großlakunigen Resorption im apikalen Bereich der Palauinseln Wurzel. Hier hatten wir im Juni 2015 die WF- Kontrolle 17 Monate post WF durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit hatte die Patientin angesprochen, dass der bereits vor einigen Jahren also loco wurzelkanalbehandlete Zahn 11 ihr zeitweilig Probleme bereitete und sie eine WF- Revision wünschte. Die angefertigten Röntgenaufnahmen zeigten neben einer apikalen auch eine laterale Aufhellung, deren Lokalisation und der im Zentrum der Knochendestruktion sitzende, bereits im Zahnfilm sichtbare Seitenkanal auffallende Ähnlichkeit mit besagtem Fall von vor 10 Jahren aufwiesen.
Die Revision gestaltete sich als unproblematisch, ebenso wie die Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha von Haut- und Seitenkanal. Der Röntgenkontrolle in 6 Monaten sehe ich optimistisch entgegen.
- 21 Zustand vor WF- Revision
- 21 Röntgenmessaufnahme
- 21 Masterpointaufnahme
- 21 Kontrolle nach medikamentöser Einlage
- 21 WF- Kontrolle
Schon wieder Dentalfotografie – Olloclip
von Christian Danzl
Nachdem ich hier und hier schon die Systeme Manfrotto KLYP+ und Exo-Lens vorgestellt habe hier heute ein System von Olloclip.
Olloclip scheint mir sehr universell. Es werden Clip-Linsen angeboten für iPhone 4,5 und 6 jeweils S,C und Plus, sowie iPad (Mini 1,2,3 und 4, Air 1 und 2) und Samsung Galaxy.
Sinnvoll für die Dentalfotografie auch hier wieder Makrolinse, Polfilter und evtl. ein Televorsatz, falls eine Porträt-oder Profilaufnahme gebraucht wird, denn das 28er Weitwinkel (35mm Äquivalent) des Iphone 6 ist nicht direkt als formatfüllendes Porträtobjektv geeignet.
Praktisch für die Praxis finde ich 2 Clips:
- Telephoto + CPL Lens für rund 100,-
das 2-fach Tele verdoppelt die Brennweite auf 50-60 mm und der Polfilter nimmt die nichtmetallischen Reflexe (mehr oder weniger) weg - die neue Makro Pro Lens für ca. 70,-
mit 7, 14 und 21-fach Vergrößerung. Brauchbar scheint mit die 7-fache Vergrößerung. Auffällig ist ein starke kissenförmige Verzeichnung.
Lieferung erfolgt mit Linsenclip (21er ist eine feste Linse, die 14er wird per Schraublinse zur 7er reduziert), 3 verschiedenfarbige Clipträger, die man sich per Schlüsselring und -band um den Hals hängen kann, sowie Linsenkappen, Abstandhalter und Stoffbeutel.
Zumindest die Makrolinse funktioniert NICHT mit einer Diplayschutzfolie.
Ein Stativgewinde, wie bei Manfrotto oder Exo-Lens ist NICHT im Lieferumfang, wird es aber im Rahmen einer zusätzlich erhältlichen Hülle ab Februar geben.
X-Bein mit Kommunikation
von Ronald Wecker
Das 6-Jahres Recall dieses unteren zweiten Molaren gibt Anlass zur Freude, zeigt es doch gesunde periapikale Verhältnisse nach einer zurückliegenden Primärbehandlung.
Aufgrund einer irreversiblen Pulpitis wurde dieser 37 vor 6 Jahren endodontisch behandelt. Aufgrund der besonderen Anatomie (X-Bein-Konfiguration mesial, Kommunikation der mesialen Kanäle mit dem distalen Kanalsystem) erfolgte die Behandlung damals aus Zeitgründen zweizeitig.
Das X-Bein wurde erst bei der Einprobe der Masterpoints entdeckt, da nur jeweils einer der Guttaperchapoints auf Arbeitslänge einzubringen war. Die beiden Röntgenbilder der Einprobe zeigen dies auf schöne Weise.
Bei der Obturation fiel auf, dass plötzlich im distalen Kanalsystem Sealer und Guttapercha „auftauchte“. Während im apikalen Drittel eine modifizierte Schilder-Technik eingesetzt wurde, erfolgte die Obturation der mittleren und oberen Wurzeldrittel in Squirting-Technik.
Postendodontisch wurde der Zahn mit einer vollkeramischen Teilkrone versorgt.
Bleibt nur zu hoffen, dass das 10-Jahres-Recall genauso aussieht.
Eine Fallvorstellung (2)
von Ostidald Wucker
Hier hatte ich den Fall vorgestellt und hatte um Ihre Meinungen zur Therapie gebeten. Nun möchte ich an dieser Stelle den weiteren Verlauf vorstellen. Interessant ist das insofern, daß wir hier bereits ein 4jähriges Recall vorstellen können.
Das Ausgangs DVT hier noch einmal zur Ansicht.
36 wurde zweizeitig mit einer CaOH Einlage behandelt. Distal und mesial konnte das retrograde WF-Material nicht vollständig entfernt werden. Wir haben mit Natriumhypochlorit 5% und Zitronensäure 10% gespült. Beides Wurde mit Schall- und Ultraschall aktiviert. Die Wurzelkanäle wurden mechanisch mit Ultraschall “aufbereitet”.
Der apikale Verschluss und Wurzelfüllung erfolgte mit ProRoot MTA. Wir haben kein Widerlager benutzt, Das MTA wurde manuell mit Plugger und Papierspitze verdichtet.
Der Patient hat die anschließend geplante chirurgische Therapie bis heute nicht in Anspruch genommen.
Er wechselte den Arbeitsort und wurde nach 4 Jahren wieder bei uns vorstellig. Wir fertigten Röntgenaufnahmen und ein DVT an.
Nach der gemeinsamen Besprechung der letzten Röntgenaufnahmen teilte mir der Patient mit, daß er dieses Ergebnis erwartet habe, sogar etwas enttäuscht sei, daß keine vollständige Heilung erfolgte. Er nähme schließlich auch die Globuli, welche ihm seine Mutter empfohlen habe.
Von uns empfohlene Zahnärzte im neuen Wohnort besucht er nicht. 47 ist nach mehrjährigem Kronenverlust in Kontakt zu 17/16.
Wir ist das Ergebnis zu bewerten?
Eine Längsfraktur am Zahn 36 kann ich nicht ausschließen. Den Zahnerhalt sehe ich langfristig kritisch. Präimplantologisch ist es eine Verbesserung der ossären Struktur mit deutlicher Verkleinerung der apikalen Osseolysen.
Sobald wir wieder Recallbilder bekommen, werden wir diese einstellen.
Revitalisierung nach 5 Jahre
Von Bonald Decker
Nachdem ich vor Kurzem hier einen Misserfolg nach Revitalisierungstherapie vorgestellt habe möchte ich heute einen positiven Recallfall vorstellen.
Fünf Jahre ist die Behandlung von Jona nun her. Als Einlage kam damals eine Kombination aus Metronidazol und Ciprofloxacin zur Anwendung. Obwohl der koronale MTA-Verschluss nicht besonders „sexy“ aussieht scheint er seinen Zweck erfüllt zu haben.

Gemeinsamen mit Patient und Mutter freue ich mich über dieses Behandlungsergebnis. Es bekräftigt ich darin dieser Therapieform weiterhin Beachtung zu schenken.
UK Molaren mit apikalen Aufhellungen – 6 Monats-Recall
von Donald Becker
Der Patient kam Ende September 2014 auf Empfehlung seiner Arbeitskollegin. Im OPG, dass zur PAR- Diagnostik vom Hauszahnarzt vorgenommen wurde, zeigten sich massive apikale Aufhellungen an den Zähnen 36 und 37. Die Zähne waren vor mehr als 12 Jahren endodontisch behandelt worden, der Patient war in all der Zeit schmerzfrei, Zahn 36 und 37 waren klinisch unauffällig.
Am 02. Februar 2014 wurden die Zähne 36 und 37 zunächst von meiner restaurativ tätigen Praxiskollegin mit dentinadhäsiven Composite- Restaurationen versehen. Im Anschluss nahm ich die Trepanation und die initiale Wurzelkanalbehandlung an 36 und 37 vor. Am 10. Februar und am 27. Februar erfolgten weitere Aufbereitungssitzungen. Die Revision gestaltete sich als schwierig und sehr zeitaufwändig. Ein angefertigtes DVT war insofern eine große Hilfe, dass dadurch der in den distalen Wurzeln vorhandene tiefe Split des Wurzelkanals in zwei Kanäle von Beginn an visualsiert werden konnte. Leider konnte in der distalen Wurzel des Zahnes 37 keine Patency erreicht werden. Im Anschluss an die letzte Aufbereitungssitzung wurde eine Calciumhydroxideinlage für 16 Wochen liegen gelassen.
Am 07. Juli wurde mit der Wurzelkanalfüllung die eigentliche Wurzelkanalbehandlung abgeschlossen. Einen zwischenzeitlich vereinbarten Termin zur postendodontischen Stabilisierung konnt der Patient unfallbedingt nicht wahrnehmen. Er stellte sich am 13. Januar 2016 zum Recall 6 Monate nach WF vor.
Die röntgenologische Kontrolle zeigte eine für die Kürze der Zeit sehr erfreulich zu nennende, weit fortgeschrittene knöcherne Rekonsolidierung. Die nächste Kontrolle soll im Januar 2017 erfolgen.
Aus 7 mach 13
von Bodald Necker
Wieder einmal kam der Patient zur „01“.
Ich muss gestehen, ich warte schon immer auf ihn, um die Haltbarkeit bzw. den Verschleiss der Kompositfüllung an seinem 16 zu dokumentieren.
Vor kurzem war es wieder soweit.
Der erste Artikel zu dieser Füllung ist hier.
Weitere Bilder der Füllung im Laufe der Jahre sind hier, hier und hier zu sehen.
Hier nun der aktuelle Zustand der Kompositfüllung, die bereits vor fast 13 Jahren gelegt wurde.
Meine Prognose: Die hält noch länger ;-)
Warum hält diese Füllung (wie auch andere Füllungen) dann doch länger als von einem, der es eigentlich wissen muss, prognostiziert wurde?
Es sind einige Gründe dafür:
- Der Patient putzt seine Zähne regelmässig (er ist nicht Held der Mundhygiene, aber bestimmt im oberen Drittel mit dabei). Und alle die hier mitlesen und vom Fach sind, wissen, dass dies leider in Deutschland immer noch nicht überall Standard ist.
- Er ist vollbezahnt. So kann sich der normale Verschleiss der Zähne auf die maximale Fläche verteilen, und jeder einzelne Zahn wird so wenig wie möglich verschlissen.
- Die Füllung ist nicht überextendiert, wenn auch an der Obergrenze. Sowie auch die anderen Zähne nicht mit übergrossen Kunststoff-Füllungen versorgt sind.
- Es ist keine quick n‘ dirty Füllung.
Karies wurde vollständig entfernt, Präparationsrichtlinien wurden befolgt, Kavität wurde nach Vorschrift konditioniert und mit Seitenzahnkomposit gefüllt.
Allerdings, wenn eine Amalgamfüllung nach Richtlinien und lege artis gelegt wird, wird diese unter Umständen doch noch viel länger halten.
Perforierende interne Resorption – das Recall
von Ronald Wecker
Im Sommer 2015 hatte ich an dieser Stelle über die Behandlung dieses oberen seitlichen Schneidezahns berichtet.
7 Monate nach der endodontischen Therapie zeigt sich der Zahn klinisch vollkommen symptomfrei. Radiologisch ist eine deutliche Verkleinerung der lateralen Aufhellung zu erkennen. Ob es ein langfristiger Behandlungserfolg werden wird, wird die Zukunft zeigen.
Eine Fallvorstellung
von Ostidald Wucker
Der Patient stellte sich in mit Beschwerden Regio 46 in unserer Praxis 2010 vor. Wir wurden ihm von Kollegen empfohlen.
Er war länger nicht beim Zahnarzt gewesen. Grund dafür war seine starke berufliche Einspannung. Nun war noch eine Krone (16) herausgefallen und es ließ sich der Besuch nicht mehr verschieben.
Folgende Anamnese erstellten wir:
47 j Patient, Mediziner, keine Allgemeinerkrankungen
Trauma: Jochbeinfraktur nach Fahrradsturz vor mehr als 15 Jahren,
Zahnm. Anamnese:
pulpitischer Schmerz 47 Sensi +, Krone 16 dezemntiert, Sensi +
2001 WSR 36 Hamburg KCH Praxis, 4-5 Jahre zuvor erfolgte die prothetische Sanierung.
Röntgenbefund OPG 2010
36 ausgedehnte, weichteildichte, scharf abgegrenzte doppelkammerige apikale Aufhellung. Sinus: li, re. VD Schleimhautverdickung.
Jochbein re. Osteosyntheseplatte.
Unklarer Verlauf des Mandibularkanals im Bereich der Regio 35/36.
Ein DVT wurde angefertigt.
Unsere Therapieempfehlung bestand in der Wiedereingliederung der Krone 16, individualprohylaktischer Rehabilitation, Füllungstherapie, endodontische Therapie 47 und provisorische Versorgung.
Den Zahn 36 wollte der Patient mit allen Mitteln erhalten. Die empfohlene Extraktion lehnte der Patient ab.
Deshalb 36 endodontische Revision, langzeitprovisorische Versorgung und Vorstellung in kieferchierurgischer Praxis zur Beratung ->Zystektomie, bzw. kieferchirurgischer Therapie.
Der Patient suchte daraufhin eine kieferchirurgische Praxis auf.
Die Therapieempfehlung und Diagnose lautete: rad. Zyste, WSR + piezzo-mechanische retrograde Aufbereitung und apikaler Verschluss. Die Wurzelfüllung muss dadurch nicht erneuert werden.
Wir rieten dem Patienten von dieser Therapie ab. Ein weiterer Oralchirurg, der zu diesem Fall von dem Patienten konsultiert wurde, befürwortete unseren Therapieansatz. Zunächst endodontische Revision 36. Danach die chirurgische Therapie.
Wie würden Sie dem Patienten raten?
Fragmententfernung – mal anders
Von Christoph Kaaden
Das IPad erfüllt in unserer Praxis eine Reihe von Aufgaben (wie u.a. hier beschrieben). Vor Kurzem kam es leider bei der Benutzung des Kopfhörers zum Bruch des Klinkensteckers innerhalb der dafür vorgesehenen Buchse.
Wie auf der Nahaufnahme zu erkennen handelte es sich (wohl) um einen (Ermüdungs-) Bruch des dreipoligen Sterosteckers kurz unterhalb des ersten Schaftes (gemeinsame Masse/Rückleitung).
Der weitere Anteil (für rechten und linken Tonkanal) sass innerhalb der Buchse fest und liess sich auf Anhieb mit nichts entfernen. Die daraufhin von mir durchgeführte You-Tube-Suche nach einer Problemlösungen ergab u.a diesen bzw. diesen Entfernungsvorschlag.
Leider führten beide Varianten in meinem Fall nicht zu dem gewünschten Erfolg. Daraufhin entschloss ich mich zu einer „endodontischen“ Herangehensweise mittels Eingeschrauben eines Hedström-Instrumentes. Obgleich es mir nicht gelang dies achsengerecht zu positionieren reichte die erzielte Friktion aus, um das verbliebene Stecker-Fragment durch leichte Zugbewegung zu entfernen.
Wofür so ein Hedström-Instrument doch alles gut sein kann…
;-)
Weck, Worscht, Woi oder 2016 …
Mein guter Vorsatz für 2016 ?
Am 31. Dezember diesen Jahres werde ich meinen letzten Beitrag für WURZELSPITZE schreiben.
Seit 1997 bin ich zahnmedizinisch im Internet unterwegs. Was davor war, daran habe ich keine Erinnerung mehr, also kann es nicht sonderlich relevant gewesen sein. Aber ich erinnere mich noch sehr genau an meine erste zahnmedizinische Begegnung mit einem Kollegen im Netz. Er hieß Michael Logies und wir stehen noch heute in Kontakt miteinander.
Ich schrieb in seiner Zahnmed- Liste und in ROOTS, gründete mit Endonews das erste deutschsprachige Endodontie-Forum. Danach rief ich die Gruppe „Wurzelkanal“ ins Leben, ein Zusammenschluss engagierter Endodontisten zum virtuellen und persönlichen Erfahrungsaustausch. Seit 2008 dann dieser Blog hier.
Wir starteten WURZELSPITZE mit 50 Klicks pro Tag im ersten Monat.
Mehr als 2100 Beiträge und 7 Jahre später erreichen wir (in den letzten beiden Jahren ziemlich konstant) 750.000 Besuche im Jahr.
Eine Erfolgsstory.
Auf jeden Fall.
Es hat sich, wie die Zahlen zeigen, fast Alles so viel besser entwickelt hat, wie wir es uns nur wünschen konnten (die einzige Ausnahme in all der Zeit ist der „Literaturpate“, dessen Limitierung auf aktive Foranten nicht den nötigen Zuspruch erhalten hat, aber selbst daraus konnten wir wichtige Schlussfolgerungen ableiten).
Vor vielen Jahren, ich war meines Einsatzes in Kursen, Vorträgen und in Emailforen müde, sagte mein Freund und Kollege Harald Vögele zu mir: “Hör nicht auf. Wenn Du dein Wissen für Dich behältst, profitieren deine Patienten davon. Wenn Du dein Wissen weitergibst, kannst Du den Nutzen verhundertfachen, weil viele Kollegen nun in deinem Sinne den Patienten helfen können”.
Und dann war da und ist bis heute einer meiner Leitsätze: „Ich bin felsenfest der Meinung, dass unsere Welt eine bessere wird, wenn jeder von uns, nur ein bisschen nicht für sich selbst, sondern selbstlos für andere tut.“
Ich wollte immer mein erworbenes Wissen, das Erlernte, Erfahrene, Erarbeitete weitergeben. 1994 habe ich meine ersten Vorträge gehalten. Über den Nutzen und die Anwendung von Kofferdam in der Zahnmedizin. Diaprojektor. Kabelfernbedienung. Gelbe Schrift auf blauem Grund. „We have come a long way“.
Und nun ist es an der Zeit, „The Times they are A-Changin“, wie schon Robert Zimmermann konstatierte und zur E- Gitarre griff, Andere an meine Stelle treten zu lassen.
22 Jahre sind eine lange Zeit.
Es war schön und nun ist es gut.
Ich gebe die „Gießkanne“- die trefflich als Metapher für dieses Blog dienen mag – ab. In der Gewissheit, dass Andere kommen werden, um das Pflänzlein „Endodontie“ weiter gedeihen und wachsen zu lassen.
Es ist dennoch kein grundsätzlicher und strikter Abschied.
Ich ziehe mich nicht vollends auf ´s Altersteil zurück, sondern werde Zahnmedizin und Endodontie in der Lehre wie bisher und in anderer Form weiterhin auch noch ein wenig verbunden bleiben.
Ich sammle, bündele meine Kräfte für eine langgehegte, aber bislang nicht verwirklichte Idee. Die – eben nicht mit der Kanne weit und diffus verstreuend, sondern stattdessen eine kleine, vermutlich nur mit der Lupe aufzufindende Gruppe von Kollegen ansprechen kann- gewissermaßen das Gegenteil dieses Blogs hier ist.
Eine Idee, die aber auch 25 Jahre Berufserfahrung des Referenten voraussetzt.
Das Projekt hat den Namen „Weck, Worscht, Woi“ und ist zum einen, nach über 300 Vorträgen und Kursen exakt die Fortbildung, die ich nach über 2 Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit der Endodontie machen möchte.
Um meine Fähigkeiten und Kenntnisse genau so, und bis ins kleinste Detail, den interessierten Kollegen zu vermitteln.
„Weck, Worscht, Woi“ ist eine Monographie meines endodontischen Arbeitens und man könnte es am besten als die Essenz meines endodontischen Wissens und Könnens mit lückenlosen Aneinanderreihung von praxisrelevanten Details charakterisieren.
Mehr dazu finden sie hier.
Enterococcus und noch mehr
von Olaf Löffler
Ein interessanter Artikel über Kaffeemaschinen, bzw. über die sogenannten Kapselmaschinen ist auf Nature zu finden.
http://www.nature.com/articles/srep17163
Besonders interessant finde ich die Darstellung der „Fundstücke“ und deren Lokalisation.
http://www.nature.com/articles/srep17163/figures/1
Der Enterococcus mischt mal wieder mit. Pseudonyms ist „koffeinsüchtig“.
Wir haben ein solches Gerät in der Praxis. Die Reinigung wird laut Nestle so durchgeführt.
https://www.nespresso.com/ch/de/machine-assistance
Ob das wirklich reicht. Ich zweifle jetzt.
Adventskalender 2015 – 24. Dezember
von Hans – Willi Herrmann
Ein Türchen des diesjährigen Adventskalenders, das größte, ist noch ungeöffnet.
Es ist in diesem Jahr einem Gerät gewidmet, dem ich in über 20 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Endodontie bislang keine besondere Bedeutung beigemessen habe.
Die Rede ist von der Gerätegruppe der Laser, die seit 1988 in meinem zahnmedizinischen Kosmos bekannt sind. Damals wurde, in etwa zeitgleich mit dem ersten CEREC- Gerät an der Uni Mainz der ADL – Laser vorgestellt. Keine Ahnung, ob es die Firma überhaupt noch gibt, Fakt ist jedoch, dass dem Laser (der in jedem Bereich der Zahnmedizin als Ei des Kolumbus (was sonst) beworben wurde) bislang der entscheidende Durchbruch verwehrt blieb.
Weil all die angepriesenen Vorteile (man muss nur die bis vor kurzem veröffentlichten entsprechenden Studien für den Endo – Bereich, – für andere Teilbereiche der Zahnmedizin ist es ähnlich – genau lesen, um zur Erkenntnis zu kommen, dass) sich auf konventionellem Wege mit gleichen oder besseren Ergebnisse erreichen lassen. Teils mit deutlich weniger Zeit, deutlich weniger Aufwand, aber vor allem immer ohne die teilweise immens hohen Kosten für das Gerät ans sich und seinen Unterhalt.
Im Rahmen meiner assistenzzahnärztlichen Tätigkeit hatte ich kurz nach dem Studium die Möglichkeit, mehr als ein Jahr mit einem Neodym YAG – Laser zu arbeiten. Die gemachten Erfahrungen bestätigten meine bis dato Einschätzung. Seit dieser Zeit beschränkten sich meine Berührungspunkte auf das Lesen entsprechender Studien, die allesamt suboptimal ausfielen und auf die Beurteilung der Ergebnisse von Patientenfällen, bei denen Laser alio loco eingesetzt wurden. Bedauerlicherweise trugen auch diese nicht dazu bei, dass bestehende Urteil, die Laseranwendung betreffend, zu revidieren.
Im Gegenteil.
Dann kamen Artikel und Studien David Jaramillos zu PIPS und vor allem sein Vortrag auf der DGET Jahrestagung 2014 in Hamburg.
Und damit REM – Bilder von absolut sauberen Dentintubuli.
Ein bisher nicht dagewesener Quantensprung, die Wurzelkanalreinigung betreffend.
Jetzt wissen wir alle, inwieweit selektiertes Bildmaterial ein in vivo nur suboptimal vorhandenes Ergebnis vortäuschen kann. Allerdings erweckt Jaramillo nun ganz und gar nicht den Eindruck, hier wieder einmal profitorientiert den Laser in die Zahnmedizin einschleusen zu wollen, sondern – im Gegenteil und insbesondere wenn man mehrmals die Gelegenheit hatte, ihn persönlich kennenzulernen er macht den Eindruck des integren und engagierten Wissenschaftlers.
Für mich stand danach fest, ich wollte den Laser für den Bereich Endo ausprobieren.
4 Monate hatte ich die Möglichkeit, den Erbium Yag- Laser AdvErL Evo der Firma Morita in der Praxis einzusetzen.
Längst nicht auch nur annähernd genug Zeit, um ein Fazit stellen zu können, will man nicht nur dem Laser, sondern vor allem der Gesamtsituation im Sinne einer umfassenden praxisrelevanten Bewertung gerecht werden zu wollen.
Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass der Vorteil der maschinellen NiTi- Aufbereitung der letzen 20 Jahre in der verbesserten Formgebung und effizienteren Aufbereitung zu sehen ist, die Reinigungsleistung jedoch ähnlich schlecht einzustufen ist wie mit Handinstrumenten und wenn wir weiter dem altbekannten bon mot Bedeutung beimessen, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was in den Wurzelkanal abschließend eingebracht, sondern vielmehr, was im Vorfeld herausgeholt wird, dann zeigt nachfolgendes Video exemplarisch den Wert des Morita AdvErL Evo Lasers, die Wurzelkanalreinigung betreffend. Im Video sieht man den Zustand das Wurzelkanals nach maschineller Aufbereitung. Was dann, durch Einsatz des Lasers, an Debris noch aus dem Kanal herauskommt, ist nicht anders als ungemein beeindruckend zu bezeichnen.
Themenwechsel und Gedankensprung.
Vergleichsweise unbemerkt – betrachtet man sein weithin bekanntes „lautes“ Auftreten – wird Ende dieses Jahres ein engagierter Zahnerhalter die zahnärztliche Bühne verlassen.
Wenige werden dies bedauern.
Dafür hat er sich mit der ihm eigenen Art (er sagte mir mal, „Wenn ich in ein Zimmer möchte, dann nehme ich nicht die Tür, ich nehme den Vorschlaghammer und schlage die Wand ein“ zu viele Sympathien verscherzt.
Dennoch wird er fehlen.
Die Rede ist von Rüdiger Osswald.
Ein sicherlich oft unbequemer aber nicht desto trotz in der Sache wichtiger Streiter für den (endodontischen) Zahnerhalt. Er gehörte zu den wenigen, die sich dem wissenschaftlichen und politischen Mainstream energisch widersetzten. Mögen ihm nicht Wohlgesonnene letzteres noch von Eigeninteresse motiviert wissen, so ist sein Einsatz für CHKM nicht so banal abzutun, sofern man bereit ist, unvoreingenommen sich der Sache zu nähern.
Warum ich dies schreibe ?
In den letzten Beiträgen ist immer wieder angeklungen, wie schwierig es sein kann, im Wurzelkanal vorhandenes Calciumhydroxid vollständig zu entfernen. Der Laser scheint hier- das mein Eindruck nach 4 Monaten – sehr hilfreich zu sein. Der Versuchsaufbau ist einfach. Kann der Laser nach Einsatz von Eddy und XPEndo noch Calciumhydroxid aus dem Wurzelkanal entfernen, so ist – und dies geschieht regelmäßig – zumindest der Nachweis erbracht, dass er dazu fähig ist, während die anderen Verfahren dies in der vorgegebenen Zeit nicht vermochten. Bei der Gegenprobe sollte nach Einsatz des Lasers es nicht mehr möglich sein, mit Eddy und XPEndo noch Calciumhydroxid aus dem Kanal zu befördern. Auch dies gelingt routinemäßig.
Es herrscht Einigkeit, das zurückgebliebenes Calciumhydroxid aus unterschiedlichen Gründen als suboptimal und ungewollt anzusehen ist. Weiterhin ist seit vielen Jahren bekannt, dass Calciumhydroxid die ihm zugeschriebenen Eigenschaften nicht in der ihm angepriesenen Form zu erfüllen vermag. Trotzdem wurde allzuoft, allzu häufig viel zu lange und wird weiterhin mantraartig unreflektiert an diesem Mittel festgehalten, obwohl es EBD basiert deutlich schlechter ist als sein Ruf. Zieht man genau diese EBD heran, wird man feststellen, das CHKM deutlich besser ist als sein Ruf und es erhebt sich die Frage, auf welchen Studien die Abwertung dieses Materials basierten und ob diese Studien einer neutralen Beurteilung mit harten Kriterien heute noch standhalten.
Ist also CHKM deutlich besser als sein gründlich ruinierter Ruf ?
Bevor ich also ein Material verwende, für dessen möglichst vollständige Entfernung als Voraussetzung einer adäquaten Wurzelkanalfüllung ich eines teuren Lasers bedarf, dann möchte ich gerne wissen, ob dieses Material die in es gesetzten Erwartungen erfüllt.
Und welcher Tag – wenn nicht Heilig Abend – wäre besser geeignet, dafür zu bitten, daß im Sinne eines fairen Umgangs mit Menschen und Methoden offen und vorbehaltlos die benötigten Medikamente auf ihre Eigenschaften hin untersucht werden.
In diesem Sinne
Frohe Weihnachten !
Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät des Morita AdvErL Evo Lasers kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
ÜDay 2016 – Teaser
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier auf einige Fortbildungen zum Thema Frontzahntrauma verwiesen. Alternativ zu dem Kopenhagen-Termin Ende April 2016 gibt es noch eine weitere Veranstaltung mit interessanten Vortragstiteln
;-)
- „Das Erwachen der Macht“ – Klinische Anwendung eines Lasers in der Endodontie – Hans-Willi Herrmann, Jörg Schröder
- „Vorsicht Falle“ – Röntgendiagnostik und endodontische Therapie in der Praxis – Olaf Löffler
- „Rette mein Lächeln !“ – Endodontischer Zahnerhalt in der ästhetischen Zone – Christoph Kaaden
- „Primum non nocere“ – gilt das auch für Patientendaten? Ein Überblick über relevante Datenschutzvorschriften für die Zahnarztpraxis und praktikable Lösungsmöglichkeiten – Haya Hadidi
- Die Patientenaufklärung – Herausforderung und Chance für Behandler
Was gilt es zu beachten und was sind mögliche Folgen? – Haya Hadidi
Hier ein kleiner Teaser zu einer der Präsentationen
Adventskalender 2015 – 22. Dezember
von Hans – Willi Herrmann
Auf den VDW Eddy – eine schallaktivierte Polyamid – Spülspitze – treffen beide Kriterien zu, die seine Nennung im Adventskalender rechtfertigen. Er kann etwas besser als alles bisherig Verwendete und kommt daher obligat in jedem Fall in unserer Praxis zur Anwendung.
Was kann er besser ?
Die Aktivierung von Spülflüssigkeiten ?
Hier ist die viel beschworene wissenschaftlich untermauerte Evidenz gefragt, diesen Punkt zu klären. Ich als Praktiker kann nur anführen, dass die Flüssigkeiten in Wurzelkanal und Pulpacavum so ordentlich durcheinandergewirbelt werden, dass es zumindest rein subjektiv mit den bisherigen Varianten locker mithalten kann.
Definitiv besser ist aber folgendes: Die Kunststoffspitze macht keine negativen Veränderungen der Kanaloberfläche und sie bricht bei Benutzung so gut wie nie, demnach wesentlich, wesentlich weniger und ist daher wesentlich, wesentlich sicherer als die bis dato so hochgelobten und teilweise diese Eigenschaft im Namen tragenden, aber diesem Anspruch nicht gerecht werdenden Metallspitzen.
Schon mal versucht, solch ein dünnes Metallfragment aus einem vollständig präparierten und vielleicht sogar apikal offenen Wurzelkanal zu entfernen ?
Allein diese Problematik rechtfertigt schon den Einsatz des Eddys.
Woher aber weiss ich so genau, dass der Eddy in dieser Hinsicht deutlich besser ist als alles bisher dagewesene ?
Weil die Idee für den Eddy keine neue ist.
Winfried Zeppenfeld sprach darüber schon vor mehr als 7 Jahren und präsentierte einem überschaubaren Kreis von Kollegen auch als proof of concept eine Anleitung zum Selbstbau, die dementsprechend fleißig genutzt und angewendet wurde.
Kleiner Wermutstropfen.
So schön und praktisch es ist, nun eine industriell gefertigte Variante zu haben, in zwei Aspekten schlägt die DIY- Variante ihren professionellen Nachfolger: Die Materialkosten betrugen nur ein Drittel oder ein Viertel des Eddys und der Prototyp war sterilisierbar und demnach etliche Male wiederverwendbar.
Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Neues von der Messe – Teil 3
2D vs. 3D (XXXII)
von Ronald Wecker
Der klinisch deutlich dunkel verfärbte und nicht auf elektrischen Reiz reagierende Zahn 12 sollte einer endodontischen Behandlung zugeführt werden.
Im präoperativen Einzelbild imponierte neben einer nicht mit dem Pulpakammerhohlraum in Verbindung stehenden intrakoronalen Aufhellung mit röntgenopakem Randbereich, dass sich die apikale Hälfte der Wurzel von Zahn 13 sehr scharf und ohne die sonst übliche knöcherne Zeichnung darstellt.
Zudem erscheint die apikale Hälfte der Wurzel des 14 zu fehlen. Die Zähne 14 und 13 reagieren positiv auf elektrischen Reiz. Das angefertigte DVT zeigt zum einen das wahre Ausmass der Läsion und einen Zufallsbefund an Zahn 21. Eine klinische Symptomatik besteht nicht. Der Patient ist beschwerdefrei. Die Zähne 13 und 14 zeigen eine normale Beweglichkeit. Die Sondierungstiefen sind unauffällig.
Die Anregung zur endodontischen Behandlung kam vom aufmerksamen überweisenden Kollegen.
Der Behandlungsplan sieht vor, zunächst den Zahn 12 endodontisch zu behandeln. Parallel dazu wird ein erfahrener MKG konsiliarisch einbezogen, der die verschiedenen Behandlungsoptionen mit dem Patienten erörtern wird (chirurgische Intervention mit und ohne vorangehende Dekompression, Defektheilung, augmentative Massnahmen.)
Die Möglichkeit der Vitalerhaltung der Zähne 13 und 14 hat oberste Priorität, scheint jedoch insbesondere am Zahn 14 fraglich zu sein. Zahn 21 bedarf derzeit keiner Therapie. Die negative Sensibilitätstestung stellt keine Indikation für eine endodontische Intervention dar.
An ein zurückliegendes Trauma – die Horizontalfraktur des 21 lässt sich anders kaum erklären – kann sich der Patient nicht erinnern.
Wie hätte die Planung ohne das DVT ausgesehen? Wie hätte die Aufklärung ohne das DVT erfolgen können?
2015 Fallvorstellung 2
von Ostidald Wucker
Und noch zwei Fälle aus 2015, welche in meiner Erinnerung hängen geblieben sind.
Bei beiden Fällen haben wir die SAF eingesetzt. Diese gehört seit 2014 zum Standardprotokoll in fast jeder Aufbereitung.
Ausnahmen wären beispielsweise:
– schwer zugängliche Zähne mit geringer Mundöffnung ohne halbwegs geradlinigen Zugang,
– Kanaldurchmesser größer 2mm, bzw. Kanäle in denen die SAF rotieren würde.
Beide Fälle zeigen starke Krümmungen der Zahnwurzeln.
Der erste Fall zeigt ein extrem gekrümmtes Kanalsystem eines unteren Weisheitszahnes. Hier sollte im Überweisungsauftrag der Zahn mit allen Mitteln erhalten werden, da eine Implantation als Alternative nicht in Frage kam.
Die Diagnose lautet: infizierte Pulpanekrose, P. apicalis.
Der Patient wurde über die außergewöhnlich hohe Gefahr der Instrumentenfraktur aufgeklärt und wollte ebenso den Erhaltungsversuch wagen. Die Aufbereitung erfolgte in diesem Fall mit Profile und TwistedFile Instrumenten. Mesiobukkal konnte Patency nicht etabliert werden. Die SAF 1.5 wurde pro Kanal für 4 Minuten auf der gesamten Arbeitslänge nach Aufbereitung bis #25 eingesetzt. Interessant für uns ist die Frage – Wird es zur Heilung trotz fehlender vollständiger apikaler Aufbereitung kommen? Es sieht nicht danach aus.
Im zweiten Fall wurde die apikale Krümmung mit Handinstrumenten und Profilinstrumenten aufbereitet. Die apikale Krümmung konnte sehr gut mit der SAF bearbeitet werden. Die Aufbereitung distal erfolgte bis #30.
Der Masterpoint distal gelangte überraschend nicht auf die genaue Arbeitslänge. Das Röntgenbild zeigte das Problem. Ein Fragmentenstück der SAF, nicht optisch erkennbar, war die Ursache. Das Entfernen war problemlos unter Einsatz des Eddy und Spüllösung möglich.
An der SAF war selbst haben wir unter mikroskopischer Kontrolle das fehlende Teil nur sehr schwer erkennen können. Bereits vor einiger Zeit haben wir einen ähnlichen Fall beschrieben. Damals konnten wir das apikal gelegene Fragment im Kanal sehen.
Jahr der Frontzahntrauma-Fortbildungen
Von Christoph Kaaden
Fortbildungen zum Thema Frontzahntrauma sind im Vergleich zu anderen leider rar gesät. Im kommenden Jahr verhält es sich anderes und es bieten sich dem Fortbildungswilligen einige „hochkarätige“ Optionen.
Los geht`s am 09. April 2016. Die Universität Würzburg lädt unter dem Motto:
–Frontzahntrauma! Was nun?– herzlich ein.
Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. G. Krastl (u.a.Zahnunfallzentrum Würzburg) sollen „in diesem Seminar Wege aufgezeigt werden, die die eigene Praxis zu einem Teil eines FZT-Netzwerkes machen, das sich mit allen Aspekten des FZT befasst. Ansprechen werden sollen alle, die aus ihren Bereichen wie Kinderzahnheilkunde, Chirurgie oder Endodontie Erfahrung im Umgang mit FZT haben und für Kollegen/innen in der näheren Umgebung zu einer/einem Ansprechpartin/Ansprechpartner oder der Anlaufstelle für einen professionellen Umgang mit Frontzahntrauma-Patienten/innen werden.“
Sicherlich eine sehr gute Idee, die hoffentlich sehr viel Zuspruch und Unterstützung erfährt.
Zum Ende des gleichen Monates findet dann eine weitere hochkarätige Fortbildung zum Thema >Treatment Challenges in Dental Traumatology< in Kopenhagen/Dänemark statt. Etliche international renommierte Referenten berichten dann über behandlerische Herausforderungen in der dentalen Traumatologie.
Näheres zu den genauen Themen finden Sie hier.
Und das absolute Highlight folgt dann im Zeitraum vom 11.-13 August 2016. Dann lädt die IADT zur internationalen Traumatagung nach Brisbane, Australia ein.
Für uns Europäer nicht gerade der nächste Weg, aber das Programm weiss zu überzeugen…
Dies finden sie hier sowie hier nähere Informationen zu den Hauptrednern.
Vielleicht begibt sich ja der ein oder andere von Ihnen nach Down Under.
Ich hoffe also möglichst viele der WURZELSPITZE Leser auf einer dieser tollen Veranstaltungen zu treffen. Sollten Sie noch weitere lohnenswerte Veranstaltungen zu dieser Thematik kennen bitte ich Sie die Kommentarfunktion zu nutzen…
Adventskalender 2015 – 15. Dezember
von Hans – Willi Herrmann
Letzte Woche habe ich das Kriterium für die Aufnahme eines Hilfsmittels in die Kategorie „Adventskalender 2015“ benannt: die regelmäßige, sprichwörtlich tagtägliche, oder gar obligate Anwendung.
Es gibt aber noch ein anderes Kriterium, das zur Aufnahme berechtigt: Wenn ein Hilfsmittel irgendetwas besser kann als alle bisherig verwendeten.
Dies trifft auf das FKG XPEndo– Instrument zu.
Eine sehr dünne, sehr flexible NiTi- Schlaufe, die nicht der Aufbereitung, sondern der Reinigung dient.
Das Handling ?
Gewöhnungsbedürftig.
Wobei, stimmt nicht ganz.
Das Handling im Wurzelkanal ist einfach.
Rotieren lassen, 900 RPM, immer im Kanal auf und abbewegen.
Fertig.
Gewöhnungsbedürftig ist das Einführen in die Wurzelkanäle.
Weil das Instrument im Urzustand gerade ist, sich aber nach Herausnehmen aus der Kunststoffröhrchen- Zwangsverpackung krümmt und dadurch das Einführen in den Wurzelkanal erschwert wird. Es wird die Anwendung von Kältespray empfohlen, um das „transforming“ zeitlich zu verzögern. Anfangs müht man sich auf diese Weise beflissentlich ab, um dann irgendwann dazu überzugehen, auf dieses „Vorbereiten“ ganz zu verzichten und durch Ausrichten der Instrumentenspitze zum Kanaleingang hin das Einführen des Instrumentes zu ermöglichen. Klappt in der Regel wesentlich besser als das Crypto- Management und geht wesentlich schneller.
Aber warum der ganze Aufwand ?
Weil – ich mit Calciumhydroxid arbeite.
Und jeden, der dies tut und – nach mehreren Minuten Ultraschall- oder schallaktiviertem Spülens durch das Dentalmikroskop in die Tiefe des Wurzelkanals blickt, um dann immer noch weiß nach oben blitzend CaOH2 Reste im Kanal vorzufinden- der Frust packt.
Selbst der Eddy kann daran nichts grundsätzlich ändern.
Genaueres dazu beim nächsten Mal, denn natürlich gehört er ebenfalls in diesen Adventskalender, aber Fakt ist. Es kommt immer wieder vor, dass selbst nach 60 Sekunden Beschallung eines Kanals sich, je nach Kanalanatomie, immer noch Calciumhydroxidreste vorfinden lassen.
Oder – jetzt kommt das XPEndo- Instrument ins Spiel – sich mit Hilfe dessen noch Calciumhydroxidreste aus dem Kanal befördern lassen.
Großes Plus.
In die andere Waagschale muss allerdings der stolze Preis von rund 31 Euro pro Instrument geworfen werden. Da erscheinen plötzlich die 5 Euro für einen Eddy- Ansatz fast schon vernachlässigbar gering.
Aber es ist natürlich genau umgekehrt.
Wenn man bei einem Spülansatz wie dem Eddy die Frage der Wirtschaftlichkeit in den Raum stellt, ja angesichts seines Preises stellen muss, dann braucht über das XPEndo- Instrument gar nicht weiter nachgedacht werden. Eigentlich schade, denn es kann was.
Aber selbst für mich als Hardcore- XPEndo Fan und bei aller Sympathie für das Instrument, ist dieser Gedankengang des „Sorry, aber das ist zu teuer und das zahlt mir keiner“ nachvollziehbar.
Irgendwann, irgendwo, irgendwie ist auch für den leidensfähigsten Hiob die Grenze des „Die Materialien gehen im Honorar auf, weil im Vergleich zur Gesamtsumme vernachlässigbar gering“ weit überschritten.
Dabei wäre die Lösung des Problems ebenso einfach wie naheliegend.
Und es ist, für den Falladaschen „Kleinen Mann“ und dessen gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar, warum diese Dinge in die noch nicht allzulang zurückliegende GOZ 2012 – Reform nicht integriert wurden:
Es bedarf einer aufwandgerechten Vergütung der dem Patientenfall geschuldeten Materialien. Kostenneutral selbstverständlich, aber die Auslagen des benötigten Materialbedarfs sollten gedeckt sein.
Jeder, wirklich jeder Handwerker hat dies.
Eine Schraube, eine Schelle, ein Rohr, jedes benötigte Kleinteil.
Was verwendet wird, wird berechnet.
Warum auch nicht ? Und dazu kommt der aufwandspezifische Arbeitslohn. Fertig ist die Laube.
Trägt im Übrigen zur Kostentransparenz bei. Und kein Handwerker und erst recht nicht der Kunde käme auf die Idee, diese Kostentransparenz aufzugeben gegenüber eines Pauschalhonorares, in dem alle verwendeten Materialien im Arbeitslohn aufgehen.
Ich stelle mir gerade die kürzlich im Rahmen unseres Praxisumbaus in Anspruch genommenen Elektro – und Sanitärinstallateure vor, wenn ich Ihnen den Vorschlag gemacht hätte, für ihre Arbeit ein Pauschalhonorar zu zahlen, in dem auch noch alle verwendeten Materialien abgegolten seien. Die Berechnung des Pauschalhonorares ergäbe sich aus der durchschnittlichen Schwierigkeit aller Arbeiten dieses Typus und man ginge davon aus, dass pro Jahr nur eine bestimmte Anzahl dieser Arbeiten anfallen würden.
Es könne und würde demnach im Einzelfall nicht garantiert werden, dass die in unserer Praxis geleistete Arbeit durch das entsprechend vorab festgelegte Honorar adäquat vergütet würde. Müsse es auch nicht, der Handwerker habe ja im nächsten Fall, beim nächsten Kunden die Chance, mit dem vorab und grundsätzlich vereinbarten Pauschalhonorar besser hinzukommen.
One more thing.
Wie Inspektor Colombo.
Er war schon fast aus dem Zimmer, sie kennen das, „eine Sache hab´ich noch“. Ganz beiläufig eine letzte Finte gesetzt, die Verdächtigen aufs Glatteis geführt:
Sollte gegen Ende des Jahres auf Grund hoher Inanspruchnahme vieler Kunden die Anzahl der zugeteilten Arbeiten überschritten werden, dann müsse der Handwerker diese Arbeiten umsonst oder mit reduziertem Honorar erbringen. Aufträge ablehnen, was in einem solchen Falle naheliegend wäre, dürfe er nicht. Falls Reparaturen notwendig seien, dann müsse er diese auch durchführen. Selbst wenn dies bedeutet, auf sein Honorar zu verzichten und darüber hinaus alle entstehenden Kosten aus eigener Tasche zu zahlen.
Und jetzt stellen sie sich bitte das Gesicht der Handwerker vor, wenn ich Ihnen dies, ohne eine Miene zuverziehen, allen Ernstes vorschlagen würde.
Nur für einen kurzen Moment.
Lassen sie das Szenario auf sich wirken.
Was denken die wohl ?
Jetzt bin ich aber ganz schön abgewichen.
Wie kamen wir eigentlich auf das Thema ?
Richtig. XPEndo.
31 Euro pro Einmalinstrument.
Ich prophezeie, das Instrument wird, um beim Medium Fernsehen zu bleiben und mit Frau Geiss zu sprechen, verkaufszahlenmäßig in Deutschland „nicht der Burner“.
Ich sag´s noch mal: Eigentlich schade. Das Instrument kann was.
Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Neues von der Messe – Teil 2
von Christian Danzl
Zwei weitere interessante Dinge sind mir auf dem GNYDM noch aufgefallen.
Zum einen ein Behandlungs-Klappstuhl. Ein durchaus stabil aussehender Behandlungsstuhl für den Patienten aus Alu-Profil mit integriertem Schwebetray und – mehr oder weniger eleganter – Op-Leuchte.
Mit einem mobilen Behandlungscart und einer mobilen Absaugung kann schnell mal eine Behandlungseinheit improvisiert werden. Interessant für Hausbesuche, daheim, in Krankenhäusern, in Senioren- und Behindertenheimen.

Zum anderen ein Matrizensystem von Walser-Dental aus Radolfzell (nein, auf der IDS bin ich nicht drauf gestossen). Ein automatisches System mit vielen verschiedenen Matrizen (ganzer Zahn oder Approximalbereich), die sich mit Federwirkung von selbst an den/die Zahn/e anpassen.
Nach Angaben am Messestand, sind die Matrizen ca. 50 bis 100 mal verwendbar. Ob ein akzeptabler Approximalkontakt erzielt werden kann, weiss ich nicht.

Set mit Matrizen für verschiedenste Aufgaben

Anwendungsvideos hier.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Mal wieder Trauma …
von Ronald Wecker
… und mal wieder wäre es für die Pulpa des hier betroffenen 11 vielleicht vorteilhaft gewesen, wenn die Informationen zu möglichen Behandlungsoptionen in der nach dem Unfall aufgesuchten Praxis verfügbar gewesen wären.
AcciDent oder der DentalTraumaGuide hätten die optimale Behandlung „gewusst“.
So kam es, dass obwohl der junge Patient (14J.) 20 Minuten nach der komplizierten Kronenfraktur in zahnärztlicher Behandlung war, das koronale Fragment (obwohl noch am Retainer „baumelnd“) jedoch verworfen und die vitale Pulpa exstirpiert wurde.
Mit einer Pulpotomie , einer Abdeckung mit einem biokeramischen Material und einem Reattachment des koronalen Fragmentes hätte der Defekt farb- und formkongruent versorgt werden können. Ob die Pulpa langfristig vital geblieben wäre, ist nicht sicher, aber ein Versuch wäre es wert gewesen.
So waren die Weichen für die endodontische Behandlung gestellt.
2015 Fallvorstellung 1
von Ostidald Wucker
Das Jahr 2015 geht dem Ende entgegen und es ist an der Zeit die Fälle des Jahres 2015 noch einmal vorüberziehen zu lassen. Manche Fälle werfen Fragen auf, die nicht einfach zu klären sind, obwohl auf den ersten Blick alles gut aussieht.
Beginnen möchte ich mit dem Fall eines unteren Prämolaren.
Die Hauszahnärztin hatte mir ein Röntgenbild zugesandt und sofort wurde mein Interesse geweckt. Einen dreiwurzeligen unteren Prämolaren sieht man nicht so oft und wenn, dann meistens im Stadium der völligen Unversehrtheit. Dieser nun war bereits anbehandelt und sollte revidiert werden.
Der Patient hatte akute Beschwerden. Nachdem wir ihm in der ersten Sitzung schmerzfrei behandelt hatten haben wir in einem Beratungsgespräch auf entstehende Kosten und Folgen, sowie Alternativen der Behandlung hingewiesen. Nach einer längeren Bedenkzeit wurde die Behandlung durchgeführt.
In der ersten Behandlung stellten wir die Aufzweigung des Hauptkanals im apikalen Drittel dar. Ziel war den möglichst geradlinigen Zugang zu jedem Kanal zu gewährleisten. Der distolinguale Kanal war bereits anbehandelt. nach der Sondierung mit einer #10 K Feile haben wir die apikalen Kanäle mit der Profile 15.04 rotierend, pickend aufbereitet. Nach der Erweiterung bis #25 erfolgte der Einsatz der SAF 1.5.
In der Masterpointaufnahme fiel mir der nicht zentral gelegene Kanalverlauf mesiobukkal auf. Ein nochmaliges Sondieren brachte keine Hinweise auf einen anderen Kanalverlauf.
Im abschließenden Röntgenbild ist eine unbehandelte Struktur zu vermuten. Diese habe ich rot auf dem Röntgenbild gekennzeichnet.
Warum wurde diese Struktur nicht aufbereitet, bzw. gefunden?
Hat ein zu forcierte Einsatz der Profile 15.04 zu einer Kanaltransportation oder statt der Aufbereitung des Hauptkanals zu Aufbereitung eines Seitenkanals geführt?
Wie wäre das zu vermeiden?
Vielleicht mit der bereits hier erwähnten Technik des Sondierens mit einer an der Spitze vorgebogenen Profile 15.04 (nicht rotierend), bzw. bei verblockten Kanälen
mit der Technik von Cliff Ruddle durch pickende Bewegungen ohne Rotation mit eine #8/#10er C-Pilot-Feile, ebenfalls leicht vorgebogen.
Das DVT lässt den Schluss zu, daß der Kanalverlauf richtig eruiert wurde. Allerdings könnte es noch unbehandelte Kanalanteile geben (blaue Pfeile), oder zeichnet sich das parodontale Ligament ab (roter Pfeil).
Wie ist Ihre Meinung?
Leider liegen uns keine weiteren Recallaufnahmen vor, da der Patient alle Aufforderungen zum Recall ignorierte und uns nur mitteilte, daß alles wunderbar sei.
Adventskalender 2015 – 08. Dezember
von Hans – Willi Herrmann
Die Wave One Gold Instrumente habe ich letzte Woche hier erwähnt.
Als Newcomer 2015, der es geschafft hat, sich in der Praxis zu etablieren.
Einen Stammplatz zu erobern.
Regelmäßig eingesetzt werden.
Wenn diese Kriterien dazu herangezogen werden, sich hier eine Erwähnung in dieser Rubrik zu sichern, dann hat es das nächste Gerät auf jeden Fall geschafft.
Weil es nämlich, seit März, seit der IDS 2015, in jedem einzelnen Endo- Fall bei uns in Verwendung ist.
Augenfälliges Design- Merkmal – Es ist kabelos.
Und damit (nachdem mit dem Maillefer XSmart iQ / VDW Connect Drive wir nun über ein akkubetriebenes Reciproc- Winkelstück verfügen) das letzte fehlende Puzzleteil, ergonomisches Endodontie-Arbeiten unter dem Dentalmikroskop betreffend.
https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2015/03/meta_genesys-1.jpgDie Rede ist von Meta Biomeds Genesys– Backfill- Gerät. Erste Erfahrungen gabs hier.
Und in diesen Beiträgen ist schon viel gesagt worden, die Beweggründe betreffend, warum ich als alter Hase mich überhaupt auf einen Newcomer eingelassen habe, und wie das Gerät sich in der Praxis bewährt hat.
Daher hier – am Ende des Jahres- nur ein kurzes Fazit, den nun schon 8 Monate währenden Test betreffend.
Einwandfrei.
Keine Beanstandungen bislang.
Eventuelle Befürchtungen, Heizverhalten und Akkukapazität betreffend, haben sich nicht bewahrheitet.
Und ergonomisch mit Abstand besser als alles andere, was es bisher gab.
Kein lästiges Aufbauen, keine Kabel, die im Weg hängen und zur Benutzung von der Assistenz aus dem Weg gehalten werden müssen.
Es macht Spass, damit zu arbeiten.
Mein Rat: Wer gegenwärtig ein neues Backfill- Gerät benötigt, der sollte sich auf jeden Fall das Meta Biomed Genesys Backfill anschauen, bevor er eine Kaufentscheidung trifft.
Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät sowie 10 Kartuschen kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Weitere Kartuschen wurden von mir käuflich erworben.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Neues von der Messe – Teil 1
von Christian Danzl
Vom 27. November bis zum 2. Dezember fand wieder das GNYDM, Greater New York Dental Meeting statt.
Im Grunde eine Dentalmesse, wie jede andere auch, aber es gibt dort Dinge, die in Europa nicht – oder nur sehr schwer – zu bekommen sind. Ob man sie jedoch braucht, ist eine andere Frage.
Diesmal war der asiatische Markt (oft mit „Wühltisch“ zum günstigen Direkktauf) sehr stark vertreten, auch der Trend zum DVT/3D-Röntgen war nicht zu übersehen. Sehr viele Hersteller haben ihre neuen DVTs präsentiert.
Was allerdings auffällig war, dass die Diskussion über den Zusatznutzen nicht so übereifrig diskutiert wird, wie bei uns in Deutschland, wo zwar fast jeder wegen Knieschmerzen sofort ins CT kommt, aber …..Egal, das ist nicht das Thema hier.
Bahnbrechende Neuerungen habe ich auf der Messe nicht gesehen. Hier einige interessante Sachen:
Meta Biomed hat einen All-in-one Endo-Motor vorgestellt (Aufbereitung mit simultaner Längenmessung, Ultraschall und Warmabfüllsystem) vorgestellt – ähnlich dem Schlumbohm EndoPilot. Ob er in Deutschland erhältlich sein wird, weiss ich nicht.
Sheer-Vision hat mit der Firefly ein kabelloses Lupenbrillenlicht präsentiert, es ist eine „kleine Taschenlampe“, ca. 5 cm lang, die auf einem Halter auf der Lupe eingeklickt wird und durch Drehen der Lampe im Halter aktiviert wird. Wenn der Akku leer ist wird jeweils die ganze Lampeneinheit gewechselt.
Und mein „Favorit“, die iBrush 360, eine vollrotierende Zahnbürste. Hat mich eher an eine Schmutzmaschine aus dem Hotel erinnert ;-)
Ach ja, und genau wie bei uns, die meisten Besucher waren immer dort, wo es gratis Zahnbürsten und Prophylaxebedarf gab.
Vertucci Typ VII
von Ronald Wecker
Das Kanalsystem oberer Prämolaren wird gelegentlich in ihrer Komplexität unterschätzt.
Dieser 25 wies eine Anatomie entsprechend des Typ VII der VERTUCCI-Klassifikation auf.
Ein schlitzförmiges Kanalorificium teilte sich im mittleren Drittel in zwei eigenständige Kanäle auf um sich 3 mm tiefer wieder zu vereinen, um sich auf den apikalen 2,5 mm wieder zu teilen und in 2 getrennten Foramina zu enden.
Das präoperative DVT lässt die apikale Aufgabelung und die bereits nach periapikal verbrachte Guttapercha erkennen. Ein Umstand, der angesichts der Nähe des Sinus maxillaris, welcher die Behandlungsstrategie und Technik sowohl hinsichtlich der Aufbereitung- als auch der Spültechnik entscheidend bestimmte.
Nach Darstellung der ersten Aufgabelung konnte ein Microopener gezielt so vorgebogen werden, dass er, wenn er im bislang nicht aufbereiteten palatinalen Kanal eingebracht wurde, im bukkalen Kanalsystem eine Bewegung des dort verbliebenen Obturationsmaterials hervorrief.
Daraufhin wurde mittels Endosonorefeile die zwischen P und B gelegene Dentinbrücke entfernt, um die apikale Region einsehen zu können. Überraschenderweise konnte ein bis dahin unentdecktes Instrumentenfragment aus dem Bereich unterhalb der ehemaligen Dentinbrücke herausgespült werden
Nach Darstellung der apikalen Aufgabelung wurde mit Hilfe von im Durchmesser allmählich zunehmenden Hedströmfeilen das letzte und zum Teil periapikal gelegene Guttaperchastück nach koronal entfernt. Dabei erscheint es wichtig, die Guttapercha zunächst unter endometrischer Kontrolle zu passieren, sie dann mit den größeren Hedströmfeilen zu erfassen und nach oben hin zu entfernen.
Die Obturation erfolgte in modifizierter Schilder-Technik. Das gesamte Kanalsystem ergab nach Abschluss der mechanischen Aufbereitung einen langen schmaler Schlitz mit apikaler Aufgabelung.
Lateraler Kanal (2)
von Ostidald Wucker
Im dem hier erstmals besprochenen Fall war das Auffinden des lateralen Kanals durch eine starke Reizdentinbildung erschwert.
Der HZA versuchte den Wurzelkanal zu finden. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wurde der Patient uns überwiesen.
Trotz des DVT und des im Röntgenbild zu vermuteten Kanals haben wir mehr als 60 Minuten gebraucht den „Abzweig“ darzustellen, bzw. aufzufinden.
Ohne die 3-dimensionale Information wäre eine gezieltes Auffinden des Kanals unmöglich gewesen.
Nach Entfernung des Reizdentins und der apikalen Aufbereitung erfolgte die Darstellung des lateralen Kanals. Die Sondierung gelang deutlich einfacher mit einer vorgebogenen Profile 15.04 als mit vorgebogenen Handinstrumenten. Die Aufbereitung des lateralen Kanals erfolgte mit Profile Instrumenten bis zur #20. Ein weitere, etwas apikaler gelegene Vertiefung konnte nicht weiter verfolgt werden.
Nach US aktivierter Natriumhypochloritspülung und dem Einsatz der SAF 2.0 im Hauptkanal mit Zitronensäure und NaOCl erfolgte die Wurzelfüllung in thermisch-vertikaler Obturationstechnik.
Ob der Versuch der gezielten, minimalinvasiven Aufbereitung und Desinfektion des lateralen Kanals gelang werden wir nachverfolgen und hier einstellen.
Anbei die klinischen Bilder und Röntgenaufnahmen.
Misserfolg nach Revitalisierung
Von Bonald Decker
“Gefühlt” haben wir in den letzten Jahren ca. 25 Revitalisierungsbehandlungen vorgenommen. Eine ganze Reihe dieser Therapien resultierten in den gewünschten Zunahmen an Wurzellänge und Wanddicke des entsprechenden Zahnes. Für mich ein echter “Erfolg”.
So wie in unserem absoluten „Prime“-Fall hier
Aber wir hatten auch eine Reihe von Fällen, in denen sich radiologisch keine Veränderung des Wurzelwachstums erkenne liessen. Hier zur Erinnerung ein solcher Fall.
Mit den Ergebnissen war ich bisher trotzdem zufrieden, da durch die Behandlungen immer die Symptome verschwanden und sich der apikale Befund (deutlich) verbesserte…
Mir sind aber auch kritische Stimmen zu dieser Therapie bekannt, da diese nicht vorhersagbar anschlägt…
vor Kurzem war es nun „auch“ bei uns so weit…
der oben gezeigte Fall des Stillstand wandelte sich zum Misserfolg.
Hier noch kurz die Eckdaten des Falles:
Am 1.7 2015 stand der Junge dann mit einer kleinen submukösen Schwellung und ordentlichen Schmerzen vor der Tür…
Ein solcher primärer Misserfolg lässt mich auf jeden Fall wieder demütiger mit dieser Thematik umgehen.
Hatten Sie ggf. schon ähnliche Erfahrungen nach Revitalisierung?
P.S.: Bei der Wiedereröffnung des Zahnes im Notfalltermin fand sich intrakanalär kein eingesprosstes Gewebe o.ä. Das Kanalsystem war quasi komplett leer…
P.P.S.: Es ist noch eine Bleaching geplant, daher habe ich bisher auf einen Glasfaserstift verzichtet…
Adventskalender 2015 – 1. Dezember
von Hans – Willi Herrmann
Ich möchte auch in diesem Jahr die Adventszeit zum Anlass nehmen, Geräte/Instrumente/Materialien, die sich in unserer endodontischen Praxis besonders bewährt haben, auszuzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf den Newcomern, also denjenigen Dingen, die 2015 erstmalig bei uns zum Einsatz kamen und die wir innerhalb kürzester Zeit so ins Herz geschlossen haben, dass wir nicht mehr darauf verzichten wollen.
Eröffnen möchte ich den bunten Reigen (im Hintergrund läuft gerade im Radio Ponchiellis Tanz der Stunden aus „La Giaconda“; das bewirkt zwangsläufig die blumigen Redewendungen) mit den Wave One Gold – Instrumenten der Firma Maillefer.
Über die Vorzüge dieser Instrumente habe ich im September, unter anderem mit beigefügtem Video hier berichtet und in jenem Artikel auch schon eine Reihe von Gründen genannt, warum ich diese Instrumente so schätze. Seitdem sind weitere 3 Monate vergangen und die Wave One Gold haben ihren Stammplatz im Team weiter ausgebaut. Zu Lasten der VDW MTwo- Instrumente, wohlgemerkt, mit denen ich seit nunmehr bald 12 Jahren standardmäßig arbeite. Und das alleine ist schon einmal eine Ansage.
An zwei Beispielen der letzten Woche möchte ich den besonderen Nutzen herausstellen:
Zum einen behandelte ich einen Unterkieferprämolaren mit einem im zentralen Kanal tiefer intrakanalär abgehenden zweiten lingual gelegenen Kanal. Ich habe ein gelbes Wave One Gold- Instrument vorgebogen und bin dann tastend im Kanal nach unten, bis ich das Instrument mit der Spitze in den Kanaleingang einführen konnte. Bei deutlichem Widerstand erfolgte dann die Betätigung des Anlassers und los ging es mit der maschinellen Aufbereitung. Weitere Instrumente nun einzuführen ist von nun an nach dieser initialen Bearbeitung deutlich einfacher möglich, wenngleich weiterhin die vorgebogenen größeren Wave One – Instrumente von Vorteil sind. Auf konventionellem Wege hätte ich hier deutlich weiter nach vestibulär aufziehen müssen. Auch die maschinelle Aufbereitung wäre deutlich schwieriger gewesen.
Zweiter Fall.
Ein Zahn 27 bei extrem eingeschränkter Mundöffnung und extrem geringer interokklusaler Distanz. Selbst Instrumente von 21 mm Arbeitslänge liessen sich nicht einführen, weder mit Handstück noch von Hand. Hier war guter Rat teuer. Letzendlich war es möglich, die Wave One Gold Instrumente vorzubiegen, um dann unter Sicht die Instrumentenspitze des gebogenen Instrumentes in den Kanaleingang einzulochen. Danach erfolgte wieder die Betätigung des Anlassers und die maschinelle Aufbereitung der Wurzelkanäle. Es ist in diesem Zusammenhang im Übrigen sehr erfreulich , dass die Aufbereitung bis 35/100 mm mit 3 Instrumenten durchgeführt werden konnte. In solche schwierigen Situationen ist jedes Instrument, das nicht benutzt werden muss, ein riesiger Vorteil.
Eingehen möchte ich noch auf folgende Fragen, die ich in diesem Beitrag zur IDS 2015- Neuheit „Wave One Gold“in den Raum gestellt habe:
„Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.
Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?“
Nach mehr als einem halben Jahr tagtägliches Arbeiten mit diesen Instrumenten kann ich sagen: Es kam bislang zu keiner Instrumentenfraktur eines Wave One Gold- Instrumentes. Ich persönlich halte die VDW Reciproc 25- Instrumente für weniger bruchanfällig als die Wave One Gold 20 und 25.
Bislang klinisch zum Tragen kam dies nicht.
Ich rate aber dennoch sicherheitshalber dazu, in schwierigen Kanälen die Instrumente während der Benutzung routinemäßig auf Aufdrehung hin zu untersuchen (kommt immer mal wieder in schwierigen Kanälen vor) und dann gegebenenfalls auszutauschen.
In Fällen, in denen eine VDW Reciproc 25 nicht auf Arbeitslänge geht, leisten die gelben und roten Wave One Gold – Instrumente gute Dienste. Diese Art der Hybrid- Technik ist zur Routineanwendung in unserer Praxis geworden.
Ich möchte nicht mehr darauf verzichten wollen.
Kabelhalter
von Christian Danzl
Mit meinem EndoPiloten bin ich sehr zufrieden. Er funktioniert. Und er wird vom Hersteller immer wieder erweitert und verbessert. Aber ein „Problem“ hat mich immer gestört.
Wohin mit dem Kabel der elektrischen Längenmessung, wenn man nach der Aufbereitung zum Röntgen geht.
Es gibt zwar einen Platz, wo das Kabel eigehängt wird, es machbare keinen Spass, wenn dort die benutzte Schleimhautelektrode herumhängt.
Lösung fand ich im Haushaltswarenbedarf.
Ich habe einen Kabelhalter für Bügeleisen am Cart befestigt. Hier lässt sich das Kabel problemlos einhängen und es stört nicht mehr.
DVT ohne relevanten Zusatznutzen?
von Ronald Wecker
Durch meinen Praxispartner bin ich kürzlich auf drei Artikel eines als Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), sowie als Berater bei den Privaten Krankenversicherungen tätigen Kollegen hingewiesen worden, die in einem kostenfrei erhältlichen, eher als unwissenschaftlich zu bezeichnenden, aber mit hoher Auflage an die deutschen Praxen verteilten Printmedium erschienen sind.
Die in den Artikeln getätigten Aussagen spiegeln die profunde Unkenntnis des Autors zum Einsatz des DVT in der Endodontie wider.
Unter anderem wird hier geschrieben:
“Unerwähnt blieben die Endodontologen, denen gleichwohl ein neues Indikationsgebiet eröffnet wurde. Gerade bei endontischen Fragestellungen, die zur diagnostischen Klärung ihres eng umschriebenen Arbeitsfelds einer hohen Ortsauflösung mit hoher Strahlendosis ohne die Darstellung von Artefakten bedürfen, ist die DVT-Diagnostik objektiv kaum jemals zu rechtfertigen.“
Und:
“Endodontie: Die „möglichen“ Indikationen für einen DVT-Einsatz in der Endodontie sind mit einer seltenen Ausnahme letztlich ohne medizinische Relevanz. Die Indikation zur „Beurteilung der Qualität von eingebrachten Wurzelfüllungen“ beispielsweise kann nur als zweifelhafter Ausdruck der Förderung der Geräteamortisation gewertet werden. Das komplexe Kanalsystem mit seiner großen Anzahl für die Instrumentierung nicht erreichbarer, das heißt persistierender infizierter/nicht instrumentierter Räume, und die bis heute nicht abgeschlossene Diskussion über zu verwendende Desinfektionsmaterialen sowie die Häufigkeit ihrer Anwendung lassen den Einsatz hoher Strahlendosen als kontraindiziert erscheinen. Die meisten der „möglichen Indikationen“ werden um eine Zehnerpotenz besser durch hochauflösende zweidimensionale Röntgenverfahren erfasst.“
Dazu passend ein Behandlungsfall aus dieser Woche. Nach zweimaliger WSR klagt die Patientin weiterhin über eine palpatorische Druckdolenz labial , sowie über eine Perkussionsempfindlichkeit. Das hochauflösende zweidimensionale Röntgenbild zeigt einen eher unauffälligen Befund.
Die retrograde Füllung hätte unter Umständen etwas länger ausfallen können. Angesichts der zwei adhäsiv befestigten Glasfaserstifte ein von retrograd eher schwierigeres Unterfangen.
Zum Befund im DVT unter besonderer Berücksichtigung der Ausführungen des oben erwähnten Kollegen mache sich der geneigte Leser seine eigenen Gedanken.
Und hier handelt es sich hier „nur“ um einen einwurzeligen und gemeinhin als „einfach“ zu behandelnd eingeschätzten Zahntyp.
Lateraler Kanal
von Ostidald Wucker
Einen gefüllten lateralen Kanal im Röntgenbild zu sehen, führt in der Regel zu einem Lächeln auf dem Gesicht des Behandlers, denn dies ist in der Regel ein Zeichen einer gut gelungenen Aufbereitung und Desinfektion des Kanalsystems.
Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET hat mich der Beitrag „Apikale Wurzelkanaltopografie zum Anfassen“ von Holm Reuver besonders fasziniert. Zum einen die unglaublich schönen Bilder, zum anderen die Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen für die Therapie. Deshalb an dieser Stelle ein Danke für diese m inspirierende Präsentation.
10 hintereinander extrahierte Zähne wurden im Röntgenbild und im transparenten Präparat vorgestellt. Dabei waren mehrere Frontzähne. Jeder dieser im Röntgen absolut einfach erscheinenden Frontzähne hatte eine spezielle Wurzelkanalanatomie.
Holm Reuver hat empfohlen mit einer vorgebogenen Profile 15.04 die apikale Anatomie nach einer Aufbereitung bis zum mittleren Wurzelkanaldrittel zu sondieren. Durch das vorsichtige zirkumferente Sondieren von Hand ist die Möglichkeit gegeben größere Verzweigungen zu sondieren und aufzubereiten ohne diese vorher zu verblocken.
In einem Fall aus unserer Praxis war die laterale Anatomie bei einem Frontzahn bekannt und nicht unbedingt apikal gelegen. Unser Problem, wie kann ich diese Kanalstruktur gezielt finden, aufbereiten und füllen.
Wir werden dazu demnächst berichten.
Hier vorab die Ausgangssituation.
Anamnese/Befund: 41 jährige Patientin ohne allg. med. Erkrankungen. Keine Erinnerung an Trauma oder Unfall. Erhöhte Sondierungstiefen bis 3-4mm im Sinne einer Gingivitis. Sekundärkaries 21 mesial. Überstehende Füllungsränder 11, 22, 21. Lockerungsgrad 21 =0. Perkussion horizontal = 0. Laterale Perkussion leicht schmerzhaft. Palpationsschmerz in der Region der Fistel.
- Rö- Ausgangssituation
- klinische Situation
- DVT Screenshot
EDDY-Anwendung klinisch
Von Bonald Decker
Vor längerer Zeit ist hier über die IDS Neuerung EDDY berichtet worden.
Heute möchte ich Ihnen mittels eines kleinen Videos eine mögliche Anwendungsart dieses Ansatzes zur schallaktivierten Spülung verdeutlichen.
Während der primären Aufbereitungsphase erfolgt die Entfernung des „groben“ Debris mittels Spülkanüle. Gefolgt von einer kurzen EDDY-Aktivierung der Spüllösung und einem neuerlichen „Nachspülen“ mittels Kanüle.
Nach dem Abschluss der Instrumentation erfolgt dann eine intensive Spülung mit simultaner EDDY-Anwendung. Während der Schallansatz von dem Behandler (bzw. der Behandlerin) geführt wird obliegt der Assistentin der Einsatz von Spülkanüle und Absaugung. Dieses Vorgehen gewährleistet einen hohen Durchsatz an Spüllösung.
P.S.:Bei der EDDY-Anwendung ist ferner wichtig zu beachten, dass der Ansatz möglichst nicht freischwingend aktiviert wird bzw. immer Kontakt zu Zahnhartsubstanz haben sollte. Somit lassen sich unerwünschte Frakturen des Polyamid-Ansatzes in erheblichem Mass reduzieren.
5 Prämolaren (3)
von Donald Becker
Zahn 15 mit Fistel vestibulär in Regio 14/15.
65 jähriger Patient, symptomloser Zahn.
3 Wurzelkanäle. Sieht spektakulär aus, war es aber nicht, die Aufbereitung betreffend.
Im Gegenteil relativ einfache Instrumentierung, allerdings waren hier reziproke Instrumente ( in diesem Fall VDW Reciproc 25, Maillefer Wave One Gold 20 und 35) sehr hilfreich.
Wie es der Zufall so will, ergab es sich, daß nur einen Tag später sich eine 35 jährige Patientin mit Zahn 14 mit ebenfalls 3 Kanälen vorstellte, obwohl sich doch statistisch nur in 0.5 % der Fälle im lokalen Patentenklientel eine solche Konstellation finden lassen sollte. Eigentlich hätte man also ausgehen können, für 200 OK- Prämolaren erst mal Ruhe zu haben.
Auch hier verhältnismäßig einfache Aufbereitung. Und wieder konnten die reziproken Instrumente ihre Vorteile voll ausspielen.
Neuer Endo-Access-Bohrer
von Christian Danzl
Komet hat ein neues rotierendes Instrument zum Anlegen der Zugangskavität vorgestellt.
Nach Vorbild des Batt-Bohrers mit nicht schneidender Spitze, jedoch ist der Arbeitsbereich nicht diamantiert, sondern als verzahnte Hartmetallfräse ausgeführt.
Dies verspricht höhere Leistung und Laufruhe beim Abtrag von metallischen Versorgungen und Zahnhartsubstanz.
Multiple Fragmente
von Ronald Wecker
Das präoperative Röntgenbild ließ einen spannenden Behandlungsfall vermuten.
In der mesialen Wurzel befanden sich 3 Instrumentenfragmente und apikal der palatinalen Wurzel befand sich Obturationmaterial im periapikalen Raum.
Das präoperativ angefertigte DVT ließ erkennen, dass das kurze Fragment in MB2 lag und die in MB1 befindlichen Fragmente einklemmte. Hinzu kam, dass die distobukkale Wurzel mit der palatinalen Wurzel fusioniert war und 2 Kanalsysteme beherbergte.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach präendodontischem Aufbau wurde in der ersten Sitzung zunächst die periapkal gelegene Guttapercha aus P „geborgen“. Nach initialer Darstellung von DB1 und DB2 wurde dann der zwischen MB1 und MB2 gelegene Isthmus mit feinen Ultraschallfeilen erweitert, sodass in der Folge das schräg von palatinal nach bukkal eingeklemmte Fragment entfernt werden konnte.
Anschließend konnte sowohl das innerhalb von MB1 befindliche als auch das teilweise periapikal gelegene Instrument entfernt werden.
In der zweiten Behandlungssitzung war der zuvor deutlich aufbiss- und perkussionsempfindliche Zahn bereits beschwerdefrei. Die Obturation in P und MB erfolgte mit MTA, die übrigen Kanalsysteme wurden in Warmfülltechnik obstruiert.
Mit Hilfe des DVT konnte die Behandlung vorhersagbar ausgeführt werden, da sowohl die Abfolge der Fragmententfernung, als auch die Präparation des Zugangs, sowie die Art der Entfernung des periapikal gelegenen Fremdmaterials im Vorfeld geplant werden konnte.
Das erste Recall nach 6 Monaten zeigt eine deutliche Heilungstendenz. Der Zahn ist seit der endodontischen Behandlung beschwerdefrei. Der Substanzdefekt erscheint aufgrund der Überlagerung der einzelnen Kanalsysteme bzw. des schräg erfassten schmalen Isthmus in der mesialen Wurzel im 2D-Röntgenbild deutlich größer als in Wirklichkeit.
Odontopaste
von Olaf Löffler
Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET stellte Prof. Dr. Gabriel Krastl/Würzburg in einem sehr eindrucksvollen Vortrag „Diagnostik und Therapie infektionsbedingter Resorptionen“ eine echte Ledermix Alternative aus Australien vor.
Ein Danke an dieser Stelle nach Würzburg.
Für mich einer der wichtigen klinischen Hinweise dieser Tagung.
Odontopaste heißt die Alternative. Es wird statt Tetracyclin, Glindamycin verwendet und Triamcinolonacetonid – einen entzündungshemmenden Wirkstoff auf Steroid-Basis. Es ist wasserlöslich und daher wahrscheinlich einfach zu entfernen.
Odontopaste ist bei Henry Schein zu bestellen.
Quiz du jour – reloaded – Part II
Von Bonald Decker
Das Feedback auf unseren ersten Teil des „Quiz du jour – reloaded“ war überschaubar. Heute folgt Teil I der „Auflösung“.
Neben den multiplen Befunden und Informationen fiel mir auf, dass die Unterlippe circa drei Monate nach dem initialen Trauma immer noch eine signifikante Schwellung aufwies:
Bei der erneuten Betrachtung der mitgebrachten alio loco angefertigten Röntgenaufnahmen fiel mir auf, dass Zahn 21 eine mehrflächige Kompositrestauration aufwies:
Auf genauere Nachfrage äusserten Patient und Mutter nun weitere Informationen hinsichtlich der genauen Unfallverletzungen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass bei Zahn 21 neben der Avulsion auch eine unkomplizierte Kronenverletzung vorgelegen hatte. Ferner berichteten beide von einer Weichgewebsverletzung der Unterlippe, die genäht werden musste.
Aufgrund der kombinierten Befunde musste ich an diese Publikation denken.Eine daraufhin bisher nicht angefertigte Röntgenaufnahme der Unterlippe links brachte dann eine mögliche Erklärung für die persistierende Schwellung:
Neben der endodontischen Behandlung wird daher nun wohl auch eine explorative Eröffnung der Unterlippe notwendig um den/die Fremdkörper (=wohl Zahnfragmente) zu entfernen…
5 Prämolaren (2)
von Donald Becker
Eine Ansammlung von Prämolaren mit teils exotischer Anatomie innerhalb weniger Tage war der Grund für den Start dieser Beitragsserie.
Für mich gehören Unterkieferprämolaren zu den am schwierigsten endodontisch zu behandelnden Zähnen überhaupt. Gefolgt von Unterkieferfrontzähnen, aber das ist ein anderes Thema.
Im vorliegenden Fall hatten wir bereits 2 Prämolaren bei diesem Patienten endodontisch behandelt. Alle zeichneten sich dadurch aus, dass die extrem engen Kanäle nur äußerst zeitaufwändig mittels sehr vieler dünner Handinstrumente bis nach apikal erschlossen werden konnten. Der Zahn 45 war von den drei behandelten noch der leichteste von allen, aber auch dieser zeigte sich im apikalen Drittel äußerst schwierig zu erschliessen.
Angesichts der obliterierten Kanäle hätte ich vermutet, dass es eher unwahrscheinlich sein würde, laterale Anatomie darzustellen. Das Gegenteil war der Fall. Die WF- Kontrollaufnahmen von Zahn 45 zeigten mehrere gefüllte Seitenkanäle, so dass davon ausgegangen werden kann, dass eine hierfür notwendige Reinigung dieser Strukturen der Wurzelkanalfüllung vorausgegangen sein muss.
Zum Zeitpunkt der WF an Zahn 45 war die erste Röntgenverlaufskontrolle an Zahn 25 6 Monate post WF fällig. Die vorhandene WF war von uns revidiert worden, ein zweiter Kanal, bislang unbearbeitet, wurde anschließend von uns dargestellt und aufbereitet. Auch bei diesem Zahn findet sich laterale Anantomie im WF- Bild. Apikal und lateral im Knochen zeigen sich bereits deutliche Anzeichen von Knochenregeneration. Ein ebenfalls sehr erfreuliches Ergebnis.
- Zahn 45 vor endodontischer Behandlung
- Zahn 45 post WF
- Zahn 25 vor WF Revision, aikale und laterale Aufhellung
- Zahn 25 post WF, exzentrische Aufnahme
- Zahn 25 post WF, orthograde Aufnahme
Kronenersatz
von Maximilian Weber
Das glücklicherweise kleine Trauma (zurückprallendes Holzscheit) führte zu einer Fraktur der Keramikverblendung am Brückenglied des Zahnes 12.
Eine komplette Neuanfertigung des Zahnersatzes (8-gliedrige Brücke plus Modellguss) war dem Patienten zu teuer, aber es sollte doch wieder so aussehen wie vorher.
Einzige sinnvolle Möglichkeit, neben einem Kunststoffaufbau, war eine Krone über Krone (hier besser Krone über Brückenglied).
Die Verblendung wurde mit Rotringdiamanten auf ein Mindestmass reduziert, Ziel war es eine dünne Schicht Keramik über dem Opaker stehen zu lassen, um
– optisch durchscheinendes Metall nicht abdecken zu müssen, und
– an der Keramik einen besseren Haftverbund erreichen zu können, als am Metall.
Der Zahntechniker hat ein „Käppchen“ aus Zirkonoxidkeramik gefertigt und verblendet, innen wurden makromechanische Retentionsrillenen gefräst.
Käppchen und der „Stumpf“ wurden sandgestrahlt, und das Käppchen mit RelyX eingesetzt.
Wir werden sehen, ob es hält.
Ähnliche Versorgungen, allerdings Metallkäppchen mit Keramikverblendung, haben wir schon öfters gemacht, die hielten bis jetzt alle.
Optisch waren sie aber leider immer kompromissbehaftet.
Makrofotos in der Praxis
von Christian Danzl
Hin und wieder sind in Praxis Makroaufnahmen zu machen. Wenn es um kleine Dinge geht, Objektgröße um 1 cm, nutze ich meist die Kamera am Dental-Mikroskop. Aber das ist nicht immer da, wo ich es gerade brauche.
Eine Alternative zu SLR-Kameras mit Makroobjektiv oder makrofähige Kompaktkameras bietet das iPhone – wenn man es mit Vorsatzlinsen ausstattet.
Manfrotto bietet das KLYP+ – System an. Für iPhone 4/4S/5/5S/6/6Plus.
Es besteht aus einer Telefonhülle aus Hartplastik (leider nicht hosentaschentauglich, es eignet sich nicht als Standardhülle), verschiedenen Vorsatzlinsen, einem LED-Licht und einer Stativhalterung. Die Linsen werden per Gewinde vor die iPhonekamera geschraubt, Licht und Stativhalterung werden auf die Hülle aufgeschoben.
Die Makrolinse gibt es in einem Kit mit einem leichten Televorsatz (1,5x).
Das Makro ist zweigeteilt Eigentlich ein Weitwinkel, bei dem man eine Linse abschrauben kann. Der Focus liegt ca. 2 cm vor der Linse. Die Bilder sind erstaunlich scharf, zumindest im mittleren Bereich, die Randbereiche driften ins Unscharfe. Auch chromatische Aberrationen – wer hätte es gedacht – sind durchaus ein Thema.
Das System ist mit der Makrolinse durchaus für einfache Bilder geeignet, um z.B. dem Techniker auf dem Modell etwas zu zeigen, leider ist die intraorale Anwendung wegen des kurzen Arbeitsabstandes von 2 cm und wenig Schärfentiefe (um die 2mm) auf Frontzähne limitiert. Natürlich ist auch bei diesem Arbeitsabstand die Beleuchtung des Objektes manchmal ein Problem.
- 37 mit c-förmigem Kanal und durch multiple Apices extrahierten Sealer
- 37
- 37
- Riss durch Dehydratation, keine Längsfraktur
- Tintenrollerspitze
- System mit Telefonhülle, Licht, Objektivvorsätzen incl. Abdeckungen und Stativhalterung
- Telefonhülle mit adaptieren Makrovorsatz
- Focus auf dem Lineal
Quiz du jour -reloaded
von Bonald Decker
Unser letztes Quiz du jour liegt schon einige Jahre zurück. Erinnern Sie sich noch an Teil I und II?
Heute möchte ich Ihnen einen neuen Fall dieser „Quizreihe“ vorstellen und Sie nach Ihrer Diagnose und Therapie fragen.
Der Kurzbrief der Zuweisen liefert einen kleinen Eindruck über die Vorgeschichte:
Hier noch die uns übermittelten Röntgenbilder:
Aufnahmen vor der Replantation wurden uns keine übermittelt.
Laut Anamnese betrug die extraorale Verweildauer mit unphysiologischer Lagerung circa zwei Stunden. Zahn 22 war laut Patient durch das Trauma (Fahrradsturz) um etliche Millimeter Richtung palatinal disloziert.
Bei der Erstvorstellung Anfang November zeigte 21 klinische Anzeichen einer (beginnenden) Ersatzresorption. Die palatinale Zugangskavität war mit Cavit verschlossen. Laut Zuweiserin war am 26.10.2015 Ledermix als medikamentöse Einlage in das Kanalsystem eingebracht worden.
Zahn 22 reagierte negativ auf thermische und elektrische Stimulation bei sonst unauffälligen Befunden.
Anbei noch ein Foto der Mundregion des jungen Patienten…
Was denken Sie über diesen Fall und wie würde Ihr weiteres Vorgehen aussehen?
Gilt es noch Weiteres zu beachten? Brauchen Sie für die weiteren Entscheidungsfindung ggf. weitere Informationen?
Viel Spass beim Quiz du jour reloaded…
;-)
Hygiene- Tastatur – Vergleich: MediBoard / CleanBoard / Mini-CleanBoard (Keywi)
von Torsten Hatzky
Als kürzlich eine Teil-Erneuerung unserer EDV notwendig wurde, sollten die neuen Tastaturen auf jeden Fall hygienefähig sein. Bislang hatte ich aus Platzgründen in den Behandlungszimmern 12“ Notebooks, und die Hygiene habe ich bisher nur durch Disziplin eingehalten: Vor der Behandlung alle erforderlichen Info`s für den nächsten Patienten einsehen, dann erst Handschuhe an. Nach der Behandlung: Handschuhe aus und die erforderlichen Eingaben machen. Das geht schon, aber ich möchte mich nicht dafür verbürgen, dass meine Mitarbeiterinnen dies auch in jedem Fall so gemacht haben – besonders wenn ich es nicht sehen konnte ….. und wenn es mal hektisch wurde, habe ich mich auch manchmal dabei ertappt, dass ich den Weg der korrekten Vorgehensweise versehentlich verlassen hatte.
Bei meiner Recherche fand ich diesen Bericht. Beim Durchstöbern des Webshops vom Hersteller Hoffmann u. Krippner konnte ich feststellen, das es inzwischen zusätzlich zum bekannten MediBoard 2.0 zwei weitere und vor allem kleinere Tastaturen gab. Da HaWi das MediBoard in seinem Langzeitbericht sehr gelobt hatte habe ich, davon ausgehend, dass diese sich nur bezüglich der Grösse unterscheiden, gleich zwei der neuen MiniCleanBoards bestellt.
Sie wurden schnell geliefert, und wir haben sie umgehend in Betrieb genommen. Alle waren spontan vom schönen Design und der „Desinfektions- Erinnerungs-Funktion“ begeistert: Man kann die Tastatur über eine Tastenkombination ganz einfach funktionslos schalten. So können bei der Wisch-Desinfektion keine versehentlichen Eingeben gemacht werden. Danach wird sie mit derselben Kombination wieder aktiviert. Eine kleine LED schaltet von Rot auf Grün und im Hintergrund beginnt eine Zeituhr abzulaufen. Nach 180 Minuten schaltet die LED von Grün auf Gelb und zeigt , dass man doch mal wieder desinfizieren könnte. Macht man dies nicht, erfolgt nach 360 Minuten der Wechsel zu Rot, was anzeigen soll, dass man nun unbedingt desinfizieren muss, auch wenn in der Zwischenzeit überhaupt nicht dran geschrieben wurde. Einen Wechsel des Patienten kann die Tastatur natürlich nicht registrieren. Man kann aber als selbstverständlich voraussetzten, dass in Zusammenhang mit der Aufbereitung des Behandlungsplatzes die Tastatur auch gereinigt wird.
Soweit erst mal ein sehr erfreulicher Eindruck. Nach den ersten Eigaben kam aber leider die grosse Ernüchterung: Das Schreiben macht auf dieser Tastatur keine Freunde. Auch nach mehreren Tagen wurde dies nicht besser. Die Tasten lassen sich nur schwer erfühlen, da sie sich kaum vom Untergrund abheben. Folge: Man spürt nicht wo man ist, und driftet allzu oft irgendwo hin ab. Ausserdem ist der Kontakt unter den Tasten zu klein, so dass man auch deswegen allzu oft daneben trifft. Flüssiges Schreiben ist selbst für eine unserer Mitarbeiterinnen, die fließend 10-Finger-blind zu schreiben gewohnt ist, nicht möglich. Man muss immer ganz genau hinschauen, wo man hindrücken will, damit man wirklich trifft. Und dann ist auch noch der Anschlagdruck gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig die Rückmeldung des erfolgten Tips recht unpräzise. Folge: Ich habe noch nie so viele und vor allem ungewöhnliche Tipfehler gemacht. So kam es oft dazu, dass das gleiche Zeichen zweimal getippt war, nachdem es beim ersten Anschlag nicht geklappt hatte. Dies konnten meine Mitarbeiterinnen ebenfalls bestätigen und es wurde der Wunsch geäussert, die Tastaturen zurückzugeben.
Nach Rückfrage bei der Schweizer Niederlassung des Herstellers hatte man zunächst einmal wenig Verständnis für unser Problem und ich bekam die Info, dass die Tastatur ja eigentlich nur für kurze Eingaben gedacht sei und nicht für längere Texte. Das wurde aber im Web-Shop nirgendwo zur Sprache gebracht. Jedoch bot man an, uns zwei andere Tastaturen für weitere Versuche zuzuschicken.
So hatte ich Gelegenheit, sowohl das etwas grössere CleanBoard und im Vergleich dazu auch das MediBoard zu testen. Das Foto zeigt alle drei Tastaturen im Grössenvergleich. Gleich vorab: Das etwas grössere CleanBoard hat die selbe praktische Erinnerungsfunktion, schreibt sich aber kaum besser als das MiniCleanBoard. Für kurze Eingaben ist es aber okay. Ich habe mir aber in letzter Zeit immer mehr angewöhnt, aus forensischen Gründen sehr ausführlich zu dokumentieren. So kommen doch recht schnell längere Texte zusammen, die noch dazu in kürzester Zeit geschrieben werden müssen.
Ich kann mir aber vorstellen, dass andere Kollegen dies anders handhaben und mit den CleanBoard Tastaturen hinreichend klar kommen. Sinnreich ist vielleicht auch die Anwendung am Rechner eines digitalen Röntgen-Systems, wo nur schnell die entsprechende Patientendatei geöffnet werden muss und sonst kaum andere Eingaben notwendig sind. Vom Preis her sind sie auf jeden Fall sehr attraktiv: Nur wenig mehr als die Hälfte des Preises, der für das grosse MediBoard zu zahlen ist.
Ganz anders war dann der Eindruck beim MediBoard. Hier konnten wir alle nach nur kurzer Eingewöhnungszeit fliessend längere Texte eingeben, ohne durch technische Unzulänglichkeiten bedingte Fehler. Ich selbst schreibe inzwischen überaus gern damit. Die Tasten haben offensichtlich einen aufwendigeren technischen Aufbau, was sich leider im deutlich höheren Preis niederschlägt. Die Desinfektions-Erinnerungs-Funktion bietet diese Tastatur nicht und man kann sie nicht durch Tastendruck funktionslos schalten. Weiterhin negativ: Sie nehmen leider viel Platz weg und die als Track-Pad gestaltete Maus-Funktion funktioniert mit Latex-Handschuhen nur arg widerwillig. Hier wäre noch Verbesserungspotential.
Da die anderen, zum Teil auch hier vorgestellten Optionen mir nicht so gut gefallen haben, war dann doch schnell entschieden: Das MediBoard wollen wir haben!
Nach erneuter Kontaktaufnahme mit der Herstellervertretung und deutlichem Hinweis auf die unzureichende Beschreibung im Web-Shop, erklärte man sich schliesslich doch bereit, gegen eine Bearbeitungsgebühr von 10% (für die erforderliche Neuverpackung), die bereits gelieferten Mini-CleanBoards zurückzunehmen, wenn ich dafür 2 MediBoard bestelle.
Diese haben wir nun schon mehr als 2 Wochen im Einsatz und sind bislang sehr zufrieden damit.
Disclaimer:
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Orthograde Entfernung eines retrograden Silberstiftes mit dem Fragremover
von Basel Merci Neuwer
Ein während der endodontischen Behandlung des Zahnes 21 angefertigtes DVT zeigte als Zufallsbefund eine große apikale Aufhellung an Zahn 11 mit konsekutivem Therapiebedarf.
- Klinische Ausgangssituation
- Ausgangs-DVT
- Ausgangs-Röntgen ZF
Zahn 11 mit Status post resectionem zeigte im Röntgenbild einem massiven, konfektionierten Metall- und einem Silberstift für den retrograden Verschluss.
Nach Abwägung der Chancen und Risiken wurde die Indikation zum Zahnerhalt durch orthograde Revision gestellt.
Die Entfernung des aus einer Goldlegierung bestehenden Stiftes gestaltete sich schwierig. Das relativ weiche Material absorbierte vermutlich einen Großteil der Ultraschallschwingungen. Die Zementfuge ließ sich auf diese Weise nicht aufbrechen. Dafür zeigte der Stift Wirkung in dem er im mittleren Drittel brach.
Für eine erfolgreiche Entfernung musste der Stift nun bis ins untere Drittel freipräpariert werden.
Nachfolgend wurde der retrograde Silberstift im koronalen Anteil mit Ultraschall freigelegt. Auf eine vollständige Freistellung wurde verzichtet, da zu befürchten stand, dass der gelockerte Stift in den Periapikalbereich entschwindet.
Mit der Drahtschlinge des Fragremovers konnte der Silberstift im freigelegten Anteil sicher gefasst, durch Rüttelbewegungen gelockert und letztendlich entfernt werden.
- entfernter Silberstift
Aus meiner Sicht hätte keine andere Technik so vorhersagbar und schnell die orthograde Entfernung des Silberstiftes leisten können. Nach abgeschlossener Desinfektion wurde der Neoapex auf ca. 3 mm Länge mit MTA verschlossen. Auf die Guttapercha-Trennschicht folgte ein adhäsiver Aufbau mit GF-Stift, Befestigungs-Composite und Composite-Flow.
- MTA
- Abschlusskontrolle
Ich hoffe, dass die DVT-Nachkontrolle in 12 Monaten den Zahn 11 in situ mit Heilungstendenz zeigt und der Patientin eine weitere chirurgische Intervention erspart bleibt.
Fistel mit unklarer Ursache – 2D versus 3D
von Ostidald Wucker
Der Patient stellte sich bei uns mit einer Fistel in der Regio 25/26 vor. Die Zähne 24 und 25 wurden bereits vorher endodontisch behandelt. Die Fistel blieb unverändert. Daraufhin wurde 25 erneut revidiert und mit einer CaOH Einlage versehen. Die Fistel blieb unverändert. Nun erhoffte sich der Patient Hilfe von uns.
Der Befund: 24,25,26 Lockerungsgrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen, Kronenversorgung an den Zähnen 24 und 26. Insuffiziente Füllung am Zahn 25 mit fehlendem Kontaktpunkt zum Zahn 26. Gingivitis acuta.
Sensibilität 26 positiv fraglich (buccal negativ, palatinal positiv), 24, 25 negativ.
Wir fertigten einen Zahnfilm von 25, 26 an und anschließend ein DVT der Region 24-26.
Im DVT war eine weichteildichte, hypodense, zum Knochen abgegrenzte ca. 4x2x3mm große Struktur an der mesialen Wurzel (approximal zum Zahn 25) im oberen Wurzeldrittel erkennbar. Es zeigte sich der Verdacht eines lateralen Kanals zu dieser dargestellten Osteolyse in Form einer lateral gelegenen P. apicalis. Differentialdiagnostisch kommt eine Längsfraktur in Frage.
Der Patient wünschte die Behandlungsfortführung am Zahn 25 und Abklären der Ursache der Fistel Regio 25/26.
Unsere Therapie bestand in der endodontischen Behandlung und koronalen Rekonstruktion des Zahnes 25, sowie die Abklärung der Ursache der Fistel durch den Zahn 26.
In der Behandlung des Zahnes 26 zeigte sich eine Pulpanekrose mesiobukkal. Palatinal und distal wiesen eine Restsensibilität mit einer pulpalen Blutung im Sinne einer Pulpitis auf. Der vermutete laterale Kanal zeigte sich klinisch als Wurzellängsfraktur.
Der Patient wurde über die unsichere Prognose beraten und entschied sich für die Extraktion des Zahnes 26.
Anbei die Bilder und Röntgenbilder zum geschilderten Fall.
- Die Darstellung des Fistelgangs ist eine frühere Röntgenaufnahme
Neustart (XI) – 2000
Von Bonald Decker
Fast vier Jahre nach dem ersten Beitrag zu unserem Praxisneustart kann von einem solchen nun wirklich keine Rede mehr sein…
gestern Abend um 17:30 war es so weit. Der zweitausendste Patient seit dem 09.Januar 2012 kam zur Behandlung seines zweiten oberen Molaren. „Pikanterweise“ handelte es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen…
was könnte man sich Schöneres vorstellen…
;-)
Hier ein paar Impressionen der Behandlung:
Als Besonderheiten zeigten sich eine eher ungewöhnliche Anatomie mesio-bukkal sowie ein weit offener Apex palatinal, (ca.ISO 070) der die Anwendung von MTA bei der Obturation „notwendig“ machte.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten des Projektes „B5“ sehr herzlich bedanken! Nur durch die Unterstützung und das Zusammenwirken von vielen vielen Personen war dieser Neustart 2012 möglich.
Vielen Dank Ihnen und Euch allen für die Unterstützung!
Hoffentlich Allianz versichert ?
von Hans – Willi Herrmann
Die Patientin brachte letzte Woche zur ersten endodontischen Behandlungssitzung ein Schreiben der Allianz- Krankenversicherung mit.
Es bezog sich auf unseren Heil- und Kostenplan, den wir anläßlich einer WF- Revisionsbehandlung erstellt und der Patientin zur Abklärung der Kostenübernahme ausgehändigt hatten. Das die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen der endodontischen Behandlung grundsätzlich verneint wurde, ohne dass irgendjemand vorhandene Röntgenbilder begutachtet hatte, ist peinlicher Offenbarungseid des „Nicht Zahlen Wollens“ aber nichts Neues.
Zusätzlich jedoch wurde die Erstattung der VDW Flexmaster- und VDW MTwo- Instrumente negiert. Als Untermauerung dieser Vorgehensweise wurde ein gemeinhin bekanntes, weil in diesem Zusammenhang vor 2012 oft zitiertes Gerichtsurteil von 2004 angeführt. Spätere erlassene Urteile, die die privaten Krankenversicherer zur Erstattung verurteilten, wurden nicht aufgelistet.
Seit Inkrafttreten der GOZ 2012 dürfen anfallende Materialkosten, Nickel- Titan- Einmalinstrumente betreffend, dem Patienten in Rechnung gestellt werden können. Eine begrüßenswerte wie längst überfällige Neuerung, verwende ich in meiner Praxis doch schon seit 2002 alle endodontischen Instrumente als Ein-Patienten- Instrumente.
Dabei ist es unerheblich, ob der Hersteller eine Wiederaufbereitung für dieses Instrument rein technisch als möglich erachtet: Ich verwende alle Instrumente nur bei einem Patienten, weil nur so eine Kreuzkontamination mit Prionen als Auslöser der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit sicher ausgeschaltet werden kann.
Des weiteren werden im vorliegendem Fall einer schwierigen Revisionsbehandlung die frakturgefährdeten Nickel- Titan- Instrumente sehr stark beansprucht, so dass insbesondere bei den kleinen Größen gegebenenfalls sogar mehrere Instrumente gleicher Größe zur Anwendung kommen müssen, um das Aufbereitungsziel zu erreichen. Auch dabei spielt keine Rolle, ob der Hersteller das Instrument als Einmalinstrument deklariert hat oder eine Wiederaufbereitung grundsätzlich für technisch möglich hält. Durch die starke Beanspruchung wird das Instrument zwangsläufig im Laufe des Arbeitens zum Einmalinstrument.
Was nun tun, die verweigerte Kostenübernahme betreffend ?
Mit der Versicherung diesbezüglich korespondieren und hoffen, dass – den genannten Argumenten folgend – doch noch eine Kostenübernahme, die Flexmaster- und MTwo – Instrumente erfolgen wird ?
Oder – auf andere, allerdings deutlich teurere, vom Hersteller von vorneherein als Einmalinstrument konzipierte Instrumente zurückgreifen – deren Kostenerstattung aus rein formalen Gründen die Versicherung sich nicht entziehen kann.
Dies wäre der einfachere Weg.
Ich werde beides tun und berichten, für welche Lösung die Allianz sich entscheiden wird.


































































































































































































































































































































