Endometrie

von Jörg Schröder

Die endometrische Längenmessung ist neben dem Mikroskop und dem digitalen Röntgen eines der Geräte die ich um nichts in der Welt vermissen möchte.

Sie arbeitet in der Mehrzahl der Fälle äusserst zuverlässig und ermöglicht somit eine präzisere Aufbereitung. In einigen Behandlungssituationen ist eine verlässliche Längenmessung jedoch deutlich erschwert. Größere Seitenkanäle, ausgedehnte apikale Lysen aber auch mit Metallkeramikkronen versorgte Zähne sorgen ziemlich regelmäßig für nicht reproduzierbare Messergebnisse.

In letztgenanntem Fall der Metall-  bzw. Metallkeramikkrone führt der Kontakt zwischen dem Instrument und dem Metall der Krone zu einer falsch positiven Fehlmessung, d.h. das Gerät zeigt an, dass der Apex bereits erreicht ist bzw. bereits eine Überinstrumentierung vorliegt.

Bleibt die Ursache unerkannt und wird, wie von manchen Behandlern propagiert, auf eine Röntgenmessaufnahme verzichtet, kann daraus eine deutlich zu kurze Aufbereitung resultieren.

Um das Problem zu lösen kann bei Zähnen mit ausreichend großer Zugangskavität die Innenseite der Krone mit Opaldam ausgekleidet werden oder zunächst der Zugang etwas erweitert werden, wodurch das Instrument mit ausreichend Abstand zum Metall in den Kanal eingeführt werden kann.

Im Falle des im nachfolgenden Video gezeigten unteren Eckzahnes (distaler Brückenpfeiler, kleiner Durchmesser der klinischen Krone) war eine Erweiterung der Zugangskavität aus ästhetischen Gründen nicht gewünscht und der Platz im Inneren der Kavität für eine Auskleidung mit Opaldam zu gering.

Die dritte Möglichkeit die Endometrie zuverlässig arbeiten zu lassen ist das Abisolieren mit einer gekürzten Cappilary Tip Kanüle. Diesen Trick verdanke ich Hans-Willi Herrmann.

Es empfiehlt sich, um auch größere Instrumentenquerschnitte isolieren zu können, die gekürzten Kanülenteile zunächst auf kleine Feilendurchmesser aufzubringen (ISO 12,5 oder 15). Anschliessend wird die Isolierung auf das nächst größere Instrument aufgebracht und somit allmählich erweitert. Ein Einreissen kann so verhindert werden und das Kanülenstück lässt sich jedes Mal bis an das Griffende heranführen.

Im zweiten Teil des Videos wird das Einbringen einer NiTi-Feile zur Messaufnahme in einen unteren zweiten Molaren gezeigt. Dies gestaltet sich manchmal aufgrund stark eingeschränktem Interokklusalabstand bzw. starker Angulation der mesialen Kanäle unter Zuhilfenahme der Finger als schwierig. Das Anklemmen an die Feilenklemme der Endometrie ermöglicht ein sicheres Einbringen des Instrumentes unter indirekter Sicht und erspart im Vergleich zu Klemmpinzetten oder Arterienklemmen einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

69 Prozent (Teil 1)

von Hans – Willi Herrmann

Schon seit einigen Monaten hat unser Melag Steri Vacuklav 43 B  einen mehrere Zentimeter langen Riss in der Kunststoffverkleidung der Steritür, der zwar die Funktion in keinster Weise beeinträchtigt, trotzdem sehr unschön aussieht und mich an der Wertigkeit des Geräts und an der Richtigkeit der Kaufentscheidung zweifeln lässt.
Ein Servicetechniker, darauf angesprochen, antwortete nur kurz achselzuckend  und ohne lange nachdenken zu müssen, was auf eine gewisse Vertrautheit  schliessen lässt im Umgang mit solchen Reklamationen (die nicht nur Melag Geräte betreffen muss, sondern vermutlich Zeichen unserer Zeit ist) : Das ist halt so nach ein paar Jahren.

Find ich nicht, wenn ich unseren Steri  Vorgänger anschaue.
Auch von Melag.
Über 18 Jahre alt.
Vollmetall.
Einwandfrei in der Funktion in dieser Zeit. 2 mal musste in all der Zeit die Türdichtung gewechselt werden und einmal wurde die Heizeinheit ausgetauscht.  Da war unser Statim, ebenfalls seit 1993 in Betrieb, schon reparaturbedürftiger. Mittlerweile das 2 oder 3. Gerät und in regelmäßigen Abständen muss die Dichtung der Sterikasette ausgetauscht werden.

Aber alles kein Vergleich zum Melag 43 B.
Gestern wieder eine ultimative Fehlermeldung: Fehler 61. Keine Speisewasserzufuhr oder so ähnlich. Fakt ist, das Gerät funktioniert nicht und bedarf der Reparatur. Dabei wurde vor nicht allzulanger Zeit die Vakuumpumpe getauscht. Kostenpflichtig natürlich. Dumm nur, dass der Steri danach immer noch nicht ging und zur vollständigen (unnötig zu erwähnen, kostenpflichtigen) Wartung vor der Zeit weggegeben werden musste.

Warum wir dann nicht bei unserem alten Steri gebleiben sind, der ja nachwievor einwandfrei funktioniert ?
Weil es die RKI Richtlinien so vorsehen, die eine Sterilisation der hintersten Ritze des im Griff verborgenen Spiegelgewindes sicherstellen möchten.
Es ist müßig, darüber zu sinnieren, ob hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, oder nicht.
Legen wir also einfach, wie wir es immer getan haben,  den höchstmöglichen Standard als Basis des Patientenschutzes zugrunde und beschränken wir uns auf die harten Fakten, die da lauten, bestmögliche Hygiene kostet Geld.

Im Vergleich: Ein Steri des Jahres 1993 kostete umgerechnet 3000 Euro, einer des Jahres 2011 7000 Euro. Allerdings brauche ich, um (angesichts der unzureichenden Zuverlässigkeit des Gerätes) die kontinuierliche Hygienefähigkeit der Praxis sicherzustellen,  2 Stück davon. Macht 14.000 Euro. Die Steris saufen im Übrigen Aqua dest in vielfach größeren Mengen als dies der konventionelle Steri von früher benötigte, in regelmäßigen Abständen muss das Gerät zur Wartung und Reparatur. Und dann noch die Winkelstücke, ich habe vorletzte Woche wieder einmal 12 neue bestellt, unser Bestand an Winkelstücken liegt derzeit bei über 30.

Eine Steigerung der Praxisinvestitionen von über 400 Prozent über den Zeitraum von 18 Jahren.
Kennen wir ja auch von anderen Dingen.
1,42 Euro kostet der Liter Diesel heute.

Und 1993 ?
43 Cent.

Preissteigerungen also an allen Ecken und Enden.

Nur der sogenannte GOZ – Punktwert, der privatzahnärztlichen Rechnungen zugrunde liegt, ist seit 1988 unverändert.
Hier hat also keine Anpassung stattgefunden. Die privaten Krankenversicherungen kaufen also die entsprechenden Leistungen immer noch zum damals ausgehandelten Preis von 1988, also von vor 23 Jahren, ein.

Tanken also zum Dieselpreis von 1988.

So gesehen erscheint die Forderung der zahnärztlichen Standespolitik ( die vor 2 Wochen durch die Presse ging) eine Anpassung besagten Punktwertes um  69 Prozent vorzunehmen, nicht mehr als maßlos überzogen. Denn dies entspräche, um bei unserem Dieselpreis – Beispiel zu bleiben, lediglich einer Anpassung auf das Jahr 2003. Und der Preis an der Tankstelle läge damit  immer noch um die Hälfte unter dem heutigen Niveau.

Ist die 69 Prozent –  Forderung also berechtigt ?
Auch darüber liesse sich trefflich streiten. Aber auch  dieser Streit wäre ebenso müssig wie die Fragestellung, ob B – Steris wirklich eine Verbesserung der Patientensicherheit darstellen oder ob man nicht mit anderen Massnahmen bei weitaus geringerem finanziellen Aufwand eine wesentlich nachhaltigere Verbesserung des Patientenschutzes erzielen könnte.

Es geht hier also auch um volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte und im Hinblick darauf ist besagte standespolitische Kampagne nachwievor kontraproduktiv, sie ist, ungeachtet der nicht wegzuleugnenden betriebswirtschaftlichen Fakten der falsche Weg, ein zwar von seiner Papierform her bestechend schnelles, aber bereits vom Start weg totes (Renn-) Pferd, auf das seit rund 20 Jahren von zahnärztlichen Standespolitikern heftigst eingeprügelt wird, um es zu Höchstleistungen zu bewegen, dass aber, da post mortem,  trotzdem kein Rennen gewinnen kann.
Und so wird die medienwirksame 69 Prozent – Pressekampagne auch dieses Mal wieder das Gegenteil vom dem bewirken, wofür sie eigentlich gedacht war.

Als ich 1990 Examen machte, glaubte ich, wie viele meiner Kommilitonen, angesichts den Auswirkungen der ersten Gesundheitsreformen, dass nach den nächsten Jahren des „Downgrading“ sich die Rahmenbedingungen für Patienten und Behandler anschließend wieder verbessern würden.

Ich lag falsch und bin seit langem der Meinung, dass die Talsohle noch lange nicht erreicht ist und sich in absehbarer Zeit, damit meine ich mindestens die nächsten 10 -15 Jahr, an dieser Entwicklung nichts ändern wird.

Warum ich dies glaube ? Dafür gibt es eine ganze Reihe von Indizien.

Über einige davon werde ich am kommenden Dienstag, den 01. März,  im zweiten Teil dieses Beitrags, aus einem rund 1000 Kilometer entfernten Blickwinkel, berichten.

Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Zahnmedizin-Studium

von Christoph Kaaden

Das nachfolgende Video zauberte ein kleines Lächeln auf mein Gesicht und erinnerte mich doch sehr daran wie der Alltag im Zahnmedizin-Studium so war (und wohl immer noch ist)…

und eines wurde mir hier auch klar… es scheint (bzw. schien) keine Rolle zu spielen, ob man in Freiburg oder wie ich, in Regensburg studiert hat…

;-)

Saubermachen

von Olaf Löffler

Nach einigen Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Reziprok, werde ich mir nun, wie geplant die SAF ( Self Adjusting File ) anschauen. Diese steht nun seit einiger Zeit zum Einsatz bereit.

Für mich war bisher optisch nicht so richtig erkennbar, wie, bzw. ob die Feile arbeitet. Bei einem Versuch mit Wasser im extrahierten Zahn habe ich das nachfolgende Video drehen können.

Man sieht die Eintrübung der Spüllösung. Mit Natriumhypochlorit war dies nicht so deutlich zu erkennen. Nach dem Trocknen sieht man allerdings auch  unbearbeitete Bereiche in der Einziehungen.

Besonders wichtig erscheint mir aus dieser Situation der unbedingte geradlinige Zugang zum Kanalsystem.

Rennfahrer beim Zahnarzt

von Hans – Willi Herrmann

Falls ein Patient fragt, welche Nebenwirkungen eine Narkose beim Zahnarzt haben kann, dann kann man (unter anderem) auch auf dieses Video (Link von Mark Dreyer via ROOTS) verweisen.

1. Endodontie Symposium Sachsen

von Christoph Kaaden

Heute von mir ein Hinweis für kurzentschlossene Endo-Liebhaber…

unter dem Motto „Standortbestimmung und Visionen“ findet am 20. und 21. Januar 2011 erstmals in Dresden das Endodontie Symposium Sachsen statt. Neben zahlreichen Vorträgen am Donnerstagabend (bzw. Nacht) lockt der Freitagvormittag mit einer Reihe interessanter Workshops. Hier der link zu dem Programm mit näheren Informationen… Endo-Symposium_Sachsen

wir sehen uns in Dresden ;-)

Finger oder Pen?

von Christian Danzl

Das iPad hat sich in den Praxen der Wurzelspitze-Autoren schon einen festen Platz gesichert. Ob Aufklärung von Patienten mittels selbst erstellter Präsentationen, zeigen gerade importierter Röntgenbilder oder mit dem DM aufgenommene Bilder, die per EyeFi übertragen wurden ….
Brauchbare Apps für die Zahnarztpraxis gibt es genug.

Das schöne am Ipad ist die Bedienung über Touchscreen. Es ist aber auch ein Nachteil, denn man ist dauernd am Putzen, will man dem Patienten nicht ein verschmiertes Tablet präsentieren.

Bei mir hat sich ein Pen bewährt, mit dem das iPad bedient werden kann. Auf dem Markt sind viele Eingabestifte. Dieser hier ist leicht zu desinfizieren, da er keinen Clip hat und komplett aus Aluminium ist. Also keine lösungsmittelempfindliche Kunststoffteile ausser der „Spitze“.

Der Pen und die Spitze (Arbeitsende) sind relativ dick, so dass der Stift nicht optimal geeignet ist, um feine, genaue Zeichnungen auf dem iPad auszuführen, das war aber auch hier nicht die Vorgabe. Für die Anwendung in der Praxis, also navigieren durch die Apps, markieren und in Bildern etwas einzeichnen ist er gut geeignet.

Er funktioniert natürlich auch auf dem Touchpad.

Auslandszahnersatz: „Die Farbe des Geldes“ oder „Schneller als gedacht“

von Hans – Willi Herrmann

Auslandszahnersatz.

In den Anfangstagen von WURZELSPITZE, im Februar 2009,  habe ich zu diesem Thema unter der Überschrift Auslandszahnersatz – Hart aber fair ? geschrieben.
Die Resonanz auf den Blogbeitrag war gering, von Zahntechniker – Seite minimal bis „gefühlt nicht vorhanden“.
Eine erste Entwicklungseinschätzung von offizieller Seite gab es dann  hier im August 2009. Die Zuschriften auf diesen Beitrag  hierzu zumeist von Labors, die mehr oder weniger verdeckt im Sinne eines viralen Guerilla Marketings für ihr Auslandszahnersatz – Engagement  werben wollten.

Und heute ? Knapp 2 Jahre später scheint sich der billigere Zahnersatz bereits etabliert zu haben. Etabliert – nicht nur im Sinne von, „Ja das gibt es“, sondern im Sinne von, „Ja, dass machen wir, Herr Müller Maier Schmidt, selbstverständlich“.

Billigerer Zahnersatz als Verkaufsargument der Praxis,  zumindest als willkommener Türöffner im Sinne einer Fielmann – Preispolitik. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand.  Zahntechnik (sofern nicht im Eigenlabor der Zahnarztpraxis hergestellt, an dem der Praxisinhaber gewinnschöpfend partizipieren kann) wird ja,  finanziell gesehen, durchgereicht.
Jede Zahntechnik – Arbeit, ganz gleich ob in Manila  oder Wolfenbüttel gefertigt, generiert allerdings Mehrumsatz auf zahnärztlicher Seite.
Besteht daher in der Zahnarztpraxis  keine Vollauslastung, sind also noch Zuwachsreserven vorhanden,  ist dem Kollegen vielleicht die Butter auf dem Brot näher als die Wurst vor der Nase, zumal  letztere für den Praxisbetreiber scheinbar keinen höheren Nährwert aufweist. Auslandszahnersatz wird heutzutage von einer Reihe von Zahnarztpraxen aktiv beworben, zumindest jedoch auf Wunsch des Patienten als „normale“ Produktvariante geliefert. Und – je mehr gute Erfahrungen der Zahnarzt mit einer solchen Versorgung bislang gemacht hat, umso vorbehaltloser wird er eine solche Variante vertreten, gegebenfalls sogar enthusiatisch anbieten.

„Zahnersatz aus der Mitte“  scheint also in unserer Mitte angekommen.
Als Indiz hierfür  ein Branchenbericht der ortsansässigen Volksbank:

Ich zitiere einen (in sich ungekürzten) Teil des Reports :

„Es scheint sich abzuzeichnen, dass vor allem die Herstellung einfachen, niedrigpreisigen Zahnersatzes nach Asien auswandert. Gleichzeitig hat der „Zahntourismus” nach Osteuropa einen wahrnehmbaren Marktanteil erreicht. Bei hochwertigen und komplexen Versorgungen, vor allem in der Implantologie, wird weiterhin die spezialisierte Arbeitsteilung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker im Zentrum prothetischer Dienstleistungen stehen. Das sind neue, aber nicht unbedingt schlechte Voraussetzungen, um in einem umkämpften und im Umbruch befindlichen Markt perspektivisch bestehen zu können.

In erster Linie kommt es für den Zahntechniker darauf an, die Probleme und Erfordernisse seiner Kunden zu kennen und zu überlegen, wie er zum Problemlöser bei der Generierung prothetischer Umsätze werden kann. Hierzu sind ständiger Kontakt und das Gespräch mit den Zahnarztpraxen unabdingbar. So ist z.B. zu erkennen, dass die Zahnärzte besonders beim Zahnersatz einem härteren Wettbewerb ausgesetzt sind. Die Zahl der Patienten, die sich eine hochwertige Zahnersatzlösung nicht leisten können oder wollen, nimmt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu. Hier ist es erforderlich, dem Zahnarzt nicht nur Premiumlösungen, sondern auch für den Großteil der Patienten bezahlbaren Zahnersatz anbieten zu können.

Bisher scheint für viele Zahnärzte die Lösung beim preisgünstigen Zahnersatz aus dem Ausland zu liegen. Doch zunehmend lohnt es sich für Dentallabore, sich mit neuen Technologien und Materialien zu beschäftigen. CAD/CAM-Systeme und Fräszentren bieten mittlerweile den deutschen Labors viele Möglichkeiten, hochwertigen Zahnersatz in Deutschland günstig herzustellen und damit gegen die Auslandskonkurrenz zu bestehen. Darauf zu vertrauen, dass immer wieder gestartete Versuche, Zahnersatz aus Ostasien pauschal als minderwertig dazustellen, ist riskant und wohl auf Dauer nicht tragfähig. Die Anbieter qualifizieren ihre Mitarbeiter nach westlichen Standards. Materialien und Geräte, die dort eingesetzt werden, stammen in der Regel aus Europa oder werden nach europäischen Regeln zertifiziert, sind also auch in deutschen Labors zu finden.

Konkurrenz erwächst den Dentallabors nicht nur aus dem Ausland, sondern auch im Inland durch (industriebasierte) Fräszentren. Sie gehen direkt auf die Zahnärzte mit dem Angebot zu, zahntechnische Wertschöpfung, nicht zuletzt mit Hilfe der digitalen Abformung, in die Zahnpraxis zu verlagern. Ob dieses Angebot für die Zahnärzte lukrativ ist, wird auch vom marktgerechten Alternativangebot der Dentallabors abhängen.“

Und die nächste Runde des Preiskampfes ist bereits eingeleitet.

Vor zwei Wochen brachte ein Privatpatient ein Schreiben einer privaten Krankenversicherung mit, dass dem Kostenvoranschlag des Zahnlabors, der jeder unserer Heil – und Kostenpläne beiliegt, ein Alternativangebot zweier Auslandszahnersatz – Labors gegenüberstellte: Anvisierte Kostenersparnis ? 2 Drittel.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass eine nicht unbedeutende Zahl von Patienten solche Alternativen in Anspruch nehmen wird und  demnach der Zahnarzt sich mit der Situation konfrontiert sieht, mit besagten Labors zusammenzuarbeiten. Das Problem, daß sich daraus ergibt: Nachwievor rate ich jedem Kollegen, den  Erfolg seiner Zahnarztpraxis  darin zu suchen, eine möglichst hohe Qualität zu liefern. Dies mit einem Labor zu erreichen, daß viele 1000 Kilometer entfernt ist, erscheint mir, zurückhaltend formuliert – schwierig, realistisch eingeschätzt –  unmöglich.

Erschwerend kommt hinzu: Das Preisgefüge in der Zahntechnik wird sich zwangsläufig weiter nach unten bewegen als Folge des Konkurrenzdrucks, ganz gleich ob durch Menschen in Schwellenländern oder CNC Fräsmaschinen verursacht.
Selbst wer es als Zahntechniker schafft, seine Preise zu halten, der sieht sich zumindest einer wesentlich höheren Konkurrenzsituation ausgesetzt.

Der Druck nimmt also weiter zu.

Es wäre naiv, zu glauben, dass dies nicht mit negativen Folgen verbunden wäre, selbst wenn diese sich nicht in Tabellen pressen, sich nicht  aus Statistiken herauslesen lassen.

Und – was für Zahntechniker gilt, das gilt auch, zeitversetzt, für Zahnärzte.
Wer glaubt, dass eine solche Entwicklung isoliert die Zahntechnik betrifft und die Zahnärzte davon verschont bleiben, der hat nicht verstanden, dass es hier um Kostensparmodelle geht, die vollkommen unabhängig von der tatsächlichen Versorgungsituation lediglich an ihrem Einsparbenefit bewertet werden.

Der Grund ist einfach. Die Kostenersparnis ist sofort gegenwärtig und messbar. Damit verbundene Qualitätsdefizite sind  nicht zu erfassen und in ihren Auswirkungen zeitverzögert.

Was resultiert daraus ?
Die Zahnmedizin befindet sich, in ihrer Gesamtheit betrachtet, auf dem Weg zu einem niedrigeren Qualitätslevel.

Die Konsequenz ?
Mut zur Lücke. Und das ist kein flapsiges Bonmot, sondern  schon bald auch bei uns eine ebenso reale Situation wie der Zahntechnikimport.

Wer sind die Verlierer ? Es sind Zahntechniker, Zahnärzte, vor allem jedoch die Patienten. Letztere trifft es am schlimmsten, denn es geht nicht um ihren Geldbeutel, sondern um ihre körperliche Integrität.

Wie immer in solchen Fällen wird die Politik die Eigenverantwortlichkeit der Patienten hervorheben. Soll heißen,wenn Du Löcher hast, Zahnfleischprobleme oder gar ein Gebiss, dann bist du selber schuld daran.

Was soll man darauf antworten ?
Natürlich beinhaltet diese Aussage einen  wahren Kern. Wer allerdings sich mit der Zahnmedizin genauer befasst, der weiss, dass diese monokausale Argumentation an der Pathologie und der Eigendynamik dentaler Erkrankungen vorbeigeht, zu kurz greift.
Und ein fachlich geschulter näherer Blick auf das von Kameras eingefangene Talk Show – Lächeln vieler Politiker entlarvt die in Zeiten knapper Kassen vielbeschworene Eigenverantwortlichkeit als („offensichtlich“ im wörtlichen Sinne) kurz gebeinte Worthülse, die man nur dann so ansatzlos aus der Pistole geschossen heraus  postulieren kann, wenn man sich selbst weit weit auf der sicheren Seite der zahnärztlichen Versorgung positioniert weiß.

Links

von Olaf Löffler

Das Internet prägt unser Leben.

Es begann vor mehreren Jahrzehnten, eigentlich 1965. 1990 wurde es durch einen Beschluss der US-amerikanische National Science Foundation öffentlich zugänglich, auch außerhalb der Universitäten.

Nun nach 2o Jahren ist es aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Wir nutzen das Internet u.a. zur Informationsgewinnung, zum Austausch, zum Shoppen und um Informationen bereitzustellen.

Für alle diejenigen, welche das Internet gerne bereisen und neugierig sind, hier einige interessante nichtdentale Links. Fast alle sind mit dem Webby Award ausgezeichnet. Viel Spaß…

http://www.sensoproductions.com/
http://www.nawlz.com/
http://thinkingspace.economist.com/#/explore
http://www.tate.org.uk/modern/exhibitions/unilevermiroslawbalka/explore/
http://www.newyorker.com/
http://www.andreaslutz.com/
http://www.recordtripping.com/
http://www.moma.org/interactives/redstudio/popart/

Deep split

von Bonald Decker

anbei ein Kurzvideo eines aktuellen Behandlungsfalles, der für uns sicher nicht alltäglich war…

enjoy…

 

:-)

Little Toys and Tools (4)

von Olaf Löffler

Der heutige Beitrag entstammt dem Buch „Ästhetik mit Komposit“ von Burkhard Hugo.
Dieses Buch kann ich nur wärmstens empfehlen. Sehr schöne Fotodokumentationen, wunderbare Fallbeispiele und eine Unmenge an praxisrelevanten Details machen dieses Buch nicht nur lesens- sondern auch anschauenswert.

Hugo zeigt in diesem Buch unter anderem die Anwendung der Proxoshape- und Bevelshape-Feilen zur Kompositausarbeitung. Diese Feilen sind zusammen mit dem Prepcontrol-Kopf ein substanzschonendes und ergonomisches Hilfsmittel.

Ein Videobeispiel finden Sie hier und den Katalog von Intensiv mit den Feilen ab den Seiten 56 finden Sie hier.

Kälte

von Christian Danzl

In unserer Praxis wird der Kältetest zur Sensibilitätsprüfung mit Kältespray und Schaumstoffpellets gemacht. Die Handhabung ist einfach und der Test funktioniert relativ gut.

Aber eben nur relativ. Besonders bei älteren Patienten mit Zähnen, die schon Jahrzehnte überkront sind, stößt der Test schnell an seine Grenzen und vitale Zähne reagieren nicht mehr auf den Kältereiz.

Beholfen hatten wir uns für solche Fälle mit Einwegspritzen, die mit Wasser befüllt eingefroren wurden. Zum Kältetest wurde dann das vordere Ende mit dem Luer-Konus angetrennt, so dass man mit dem Stempel das Eis rausdrücken kann. Es funktioniert, ist aber umständlich.

Durch einen Fehler beim Bestellen (schlechtes QM ;-) ) wurden nicht die „normalen“ Schaumstoffpellets bestellt mit 5mm Durchmesser, sondern größere mit 8mm Durchmesser.

Die größeren Pellets speichern viel mehr Kälte, so dass bei „schwierigen“ Zähnen oft viel leichter eine Aussage getroffen werden kann.

Mac – Perian

 

Perian for Mac

von Olaf Löffler

Vor kurzer Zeit habe ich einen Vortrag in heimatlichen Gefilden halten dürfen. Das Thema lautete „Neue Materialien, Instrumente und Geräte zur Wurzelkanalaufbereitung und Wurzelkanalfüllung.“ Im Publikum sitzen hauptsächlich interessierte zahnmedizinische Fachassistentinnen, Helferinnen und stomatologische Schwestern. Und der Saal ist voll. Richtig voll. 600 Sitzplätze sind besetzt. Zusätzliche Stühle sind aufgestellt. Trotzdem stehen noch Zuhörer.

Um dem Auditorium einen möglichst praxisnahen Eindruck zu verschaffen habe ich die erwähnten Dinge in verschiedensten Videosequenzen vorgeführt. Der Aufwand für diesen Vortrag war immens. Um so ärgerlicher war, daß nicht alle Videos funktionierten. Trotz Technikcheck vorab. Was war passiert?

Wir hatten uns entschieden alle Voträge auf einem Rechner laufen zu lassen. Damit werden lästige Rechnerwechsel vermieden und es bleiben unruhige Pausen erspart.

Auf meinem Rechner lief vorher beim Check alles. Auf dem Mac des ersten Redners schien auch alles zu laufen. Es schien nur so. Nicht alle Videoformate wurden unterstützt.
Wir hatten aus Zeitmangel nicht den Vortrag noch ein weiteres mal komplett durchlaufen lassen.
Diese peinliche Situation ist nicht zu überspielen. Es heißt, Rechnerwechsel im Vortrag.

Damit dies Anderen erspart bleibt hier meine Fehleranalyse.

Wo lag das Problem? Auf dem „Vortrags-Mac“ fehlte ein wichtiges Tool. Perian. Wenn Perian installiert ist, bemerkt man es nicht. Unscheinbar und vollkommen ohne Meldungen verrichtet das Programm seinen Dienst. Genau so, wie man es sich wünscht.

Wenn es nicht installiert ist gibt es lediglich die magere Standard – Quicktime Unterstützung und es fehlen wichtige Videoformate.

Perian ermöglicht QuickTime-Anwendung Unterstützung für zusätzliche Medien:

  • File formats: AVI, DIVX, FLV, MKV, GVI, VP6, and VFW
  • Video types: MS-MPEG4 v1 & v2, DivX, 3ivx, H.264, Sorenson H.263, FLV/Sorenson Spark, FSV1, VP6, H263i, VP3, HuffYUV, FFVHuff, MPEG1 & MPEG2 Video, Fraps, Snow, NuppelVideo, Techsmith Screen Capture, DosBox Capture
  • Audio types: Windows Media Audio v1 & v2, Flash ADPCM, Xiph Vorbis (in Matroska), and MPEG Layer I & II Audio, True Audio, DTS Coherent Acoustics, Nellymoser ASAO
  • AVI support for AAC, AC3 Audio, H.264, MPEG4, VBR MP3 and more
  • Subtitle support for SSA/ASS, SRT, SAMI

Perian ist gratis. Eine Spende an die Entwickler ist hilfreich und wäre eine gute Geste der Wertschätzung an die Entwickler.

Schlussfolgerung: Nimm niemals einen anderen Rechner für deinen funktionierenden Vortrag, oder den kompletten Vortrag checken und wenn Videos nicht laufen – Perian installieren.

 

Endodontist vs. Endodontist Video

von Hans – Willi Herrmann

Keine  Ahnung, wer der Autor besagter Videos ist, aber er ist definitiv ein feinsinniger Kenner der Materie.

Video als  Tipp von Winfried Zeppenfeld, Flensburg, via ROOTS.

Little Toys and Tools (3)

von Olaf Löffler

Ultradentkanülen werden in unserer Praxis sehr häufig eingesetzt. Neben den Capillary Tips für die Mikroabsaugung und den Navitips für die Spülung gibt es seit kurzem eine weitere Variante.

Navitip als eine Art Pastenkanüle für Ultracal (29ga). Dies haben einen Außendurchmesser von 0,33 mm und lassen somit durch einen ebenso größeren Innendurchmesser (0,29mm) Ultracal einfacher aplizieren. Bei den „normalen“ Navitips (30ga=0,25mm) gelingt das in meiner Hand eher selten.

Tipp von Jörg Schröder: Vorher mit NaOCl und den Navitip spülen. Danach an die Ultracalspritze und vorsichtig das NaOCl ausspritzen. Danach gelingt das applizieren mit den Navitip immer.

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Praxishygiene

von Olaf Löffler

Es ist ein neuer Hygieneleitfaden des Deutschen Arbeitskreises für Hygiene in der Zahnmedizin (DAHZ) veröffentlicht.

Hier können Sie diesen finden.

WICHTIG für alle Praxisneugründer oder „Umzieher“:
… Keime aus dem Trinkwasser können an der Innenwandung der Leitungen sog. Biofilme bilden. Vor allem in Phasen der Stagnation des Wassers (z.B. über Nacht und am Wochenende bzw. Urlaub), und wegen relativ hoher Umgebungstemperaturen kann es zu Kontaminationen des Kühl- und Spülwassers kommen. Eine vielfach diskutierte Verkeimung des Wassers durch Mikroorganismen aus der Mundhöhle des Patienten und Einwanderung über die Übertragungsinstrumente ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Deshalb ist an der Übergabestelle öffentliches Trinkwassernetz/Dentaleinheit ein sog. freier Auslauf nicht gefordert.


Schwangerschaft und Medikation

von Olaf Löffler

Letzte Woche stellte sich in unserer Praxis eine neue Patientin mit akuten Beschwerden vor. Die Diagnose lautete irreversible Pulpitis an Zahn 26. Die Patientin befindet sich in der 20. Schwangerschaftswoche.

Sofort stellt sich die Frage nach dem Risiko verschiedenster Medikamente in der Schwangerschaft. Angefangen vom Anästhetikum bis hin zur medikamentösen Einlage.

Die Nachforschungen in den Weiten des Internets haben uns den folgenden Link finden lassen (http://embryotox.de).

 

Neues von der Fachdental München am 16.10.2010

von Christian Danzl

Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.

Was gibt es Neues zu berichten?

Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:

Schlumbohm

Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.

Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).

Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.

Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.

Leica Microsystems

Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.

  • Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
  • Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
  • Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
  • Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.

VDW

hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.

Der „Gold“ Endo-Motor ist jetzt auch für Reziprok-Technik geeignet.

Über die hier gezeigte Reziproc-Feile hat man sich ausgeschwiegen. Das allerdings sehr ausgiebig.

Schade.

Das nenne ich Service!

von Jörg Schröder

Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich an dieser Stelle von meinen unerfreulichen Erfahrungen mit den RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter berichtet.

Bereits nach kurzem Gebrauch  drückte die Fixierschraube für die Edelstahlstange beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wurde dadurch instabil und konnte nicht wie vorgesehen eingesetzt werden.

Wir hatten darauf hin beide defekten Haltersysteme an Beycodent mit der Bitte um Stellungnahme zurück geschickt.

Letzte Woche kamen per Post 2 neue Adapteringe von Beycodent sowie die für uns erfreuliche Mitteilung, dass der Austausch auf Kulanz und somit kostenlos erfolgt.

Zudem der Hinweis, die Rändelschraube nur sachte anzudrehen, da die eingebaute Blattfeder die Sensorhaltestange auch ohne  angedrehte Rändelschraube sicher zu halten vermag.

Das nenne ich Service!

11. Endodontie – Symposium April 2011 Berlin

von Hans – Willi Herrmann

So langsam wirds voll im  Endodontie – Veranstaltungskalender des Jahres 2011.

Am 08. und 09. April 2011 findet in Berlin das 11. Endodontie – Symposium des Quintessenz Verlages statt, zum 4.  Mal in Verbindung mit dem Seminar ENDO – Endodontic Practice Today.

Unter Leitung von Prof. M. Hülsmann und Prof. E. Schäfer umfasst das wissenschaftliche Programm folgende Topics:

Das Endodont: Kenntnisse und Perspektiven

R. Radlanski (Berlin): Wie entsteht das Enddodont?

K. Galler (Regensburg): Geweberegeneration in der Endodontie: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin?

Präparationsinstrumente und –techniken

E. Schäfer (Münster): Fortschritte in der Metallurgie der NiTi-Instrumente?

Z. Metzger (Tel Aviv, Israel): Fortschritte im Instrumentendesign: Von ProFile zu ProTaper und SAF

E. Schäfer (Münster): Mehrfachinstrumente oder Single use: Stand der Diskussion

Endochirurgie

E. Merino (León, Spanien): Apikalchirurgie: State of the art

J. Mente (Heidelberg): MTA zur Perforationsdeckung: Hat es sich bewährt?

Z. Metzger (Tel Aviv, Israel) Vertikalfrakturen

SAF System Präsentation

von Christoph Kaaden

Nach dem vor einigen Tagen hier vorgestellten Video über das SAF System möchte ich auf eine weiterführende Präsentation zu dieser Thematik hinweisen…

Herzlichen Dank an das Internetforum „Zahnmed„, aus dem der Hinweis zu diesem link stammt…

Endodontie 2011 – VDW Reciproc und Re- Dent-Nova SAF – Entdecke die Möglichkeiten

von Hans – Willi Herrmann

Wann sprechen wir von Fortschritten ?

Wenn etwas besser, oder genausogut und schneller oder kostengünstiger vonstatten geht.

Vielleicht haben wie demnächst das Glück, von einem bedeutsameren Fortschritt in der Entwicklung der Endodontie in der letzten Dekade zu sprechen, weil eine neue Methodik bessere und einfacher zu erzielende Ergebnisse ermöglicht.

Wird dem so sein ? Das werden die nächsten Jahre und unabhängige Untersuchungen zeigen.
Wir werden sehen.

Hier der Weg, die neuartige Vorgehensweise, welche eine einfache und sichere maschinelle Aufbereitung mit einer verbesserten Reinigungswirkung verbindet sowie den Einsatz bewährter Wurzelfüllmaterialien in einfacher „kalter“ Anwendung gestattet.

Schritt 1
Aufbereitung

1. Aufbereitung in GYT mit einer VDW Reciproc Feile 25.08.

Variante A: Initiale Erschließung mit ISO Handfeilen und Längenbestimmung, anschließend VDW Reciproc 25.08 in GYT

Variante B: Aufbereitung mit VDW Reciproc 25.08 in GYT mit simultaner elektrischer Längenmessung

Schritt 2
Reinigung und Desinfektion

Einsatz der SAF Feile

Schritt 3
Trocknung der Kanäle

Abschlussspülung mit höchstprozentigem Alkohol
Zur VDW Reciproc 25.08 Feile passende Papierspitzen zur Trocknung verwenden
Kavo Fine Air Luftpuster an die Papierspitze halten um durch Dochtwirkung eine zusätzliche Trocknung zu erreichen.

Optional Endox – Gerät zur Desinfektion und Trocknung zusätzlich einsetzen

Schritt 4
Wurzelkanalfüllung

Mit VDW 2 Seal Easymix (ein mit AH Plus vergleichbares Epoxy – Material) in einer Skini Syringe (Ultradent) mit Navi Tip – oder Capillary Tip-  Kanülen die Wurzelkanäle auffüllen.


Einen zur VDW Reciproc 25.08 – Feile passenden Guttaperchastift in den Wurzelkanal einbringen. Die Passung und Taperung des Guttaperchastiftes presst den Sealer in vorhandene Isthmen und Ramifikationen des Wurzelkanals, ohne dass komplizierte und verfahrenstechnisch aufwändige thermoplastische Verfahren hierfür zwingend notwendig wären.

Natürlich geht es immer besser.
Die Frage sei aber erlaubt, ob dem Patienten bei oben skizzierter Vorgehensweise nicht eine adäquate Behandlungsform zur Verfügung steht.

Die entscheidende Frage ist: Wie werden sich die beiden neuartigen Systeme in der Praxis bewähren ?

Zur VDW Reciproc  – Feile werde ich demnächst einen Praxisbericht hier einstellen. Und zum praktischen Arbeiten mit der SAF – Feile wird schon  an diesem Wochenende ein ausführlicher zweiteiliger Report von Oscar von Stetten erscheinen.

DICOM-Viewer

von Christian Danzl

Das CT wird durch die stetige Verbesserung und die immer feiner werdende Auflösung in der Zahnarztpraxis immer interessanter. Während früher die Technik noch sehr teuer war, fallen die Preise immer weiter in Bereiche, die ein CT auch für die Zahnarztpraxis interessant machen.

Auch werden die abbildbaren Volumina der CBCT (Cone Beam Computer Tomography) oder DVT (Dentale Volumen Tomographie) kleiner und somit für die Zahnarztpraxis geeigneter. Die Auflösung der Sensoren wird größer, die Umlaufzeiten kürzer auch die Strahlenbelasung sinkt in den Bereich der digitalen PSA.

Systeme auf dem Markt gibt es genug. Wenn ich einen Patienten zum DVT überweise bekomme ich einen USB-Speicher oder CD-ROM mit den Rohdaten und dem dazugehörigen Viewer. Der meisten Viewer laufen aber nur auf Windows.

Da ich aber auch auf MacOS die DVTs betrachen will, bin auf den Osirix DICOM-Viewer gestossen.

Dieser ist OpenSource und somit kostenlos (es gibt auch verschiedene kostenpflichtige Versionen).
Für den Anfang reicht aber die kostenlose Version. Dort sind die wichtigsten Funktionen enthalten.

Apple Online Seminare dazu gibt es hier.

Den japanischen Videopodcast auf iTunes von H. Fujisawa finde ich allerdings nicht besonders hilfreich.

Eine Version für das iPad ist auch angekündigt.

Guttapercha Fishing

von Ronald Wecker

Das Entfernen von Obturationsmaterialien gehört meines Erachtens neben dem Überwinden von Stufen zu den besonders schwierigen Behandlungsschritten einerRevisionsbehandlung.

Insbesondere sehr weit apikal oder sogar periapikal gelegene Guttaperchareste stellen eine große Herausforderung dar. Ihre möglichst vollständige Entfernung  ist eine Voraussetzung für eine optimale Desinfektion des Kanalsystems. Bleiben Teile von Obturationsmaterial im Kanal oder im Periapikalbereich zurück kann dies zum Misserfolg  der Revisionsbehandlung führen, da die oftmals zerklüftete Oberfläche Bakterien die Möglichkeit bietet sich im Kanal der desinfizierenden Spüllösung oder im Periapikalbereich dem Zugriff des Immunsystems zu entziehen.

Das Entfernen periapikal gelegener Obturationsmaterialien kann je nach klinischer Situation sowohl unter direkter visueller Kontrolle als auch ohne direkte Sicht erfolgen.

Bei direkter Sicht eignen sich besonders Microopener und Microdebrider wie es bereits vor einiger Zeit an dieser Stelle von Olaf Löffler beschrieben wurde.

Microdebrider haben eine einer Hedströmfeile ähnliche Form. Die Schneidekanten sind jedoch im Vergleich zur Hedströmfeile weniger scharf. Dies hat zur Folge, dass ein „Verhaken“ des zu entfernenden Fremdmaterials am Microdebrider zwar besser als bei einem Microopener, jedoch schlechter als bei einer Hedströmfeile erfolgt.

Kann das Entfernen des Fremdkörpers unter Sicht erfolgen, empfiehlt sich zunächst das Umfahren mittels Micropener um die Beweglichkeit des zu entfernenden Materials abzuklären. Ist das Fremdmaterial a) kleiner als das Foramen und b) beweglich kann versucht werden das Material mittels vorgebogener Microdebrider zu unterfahren und nach koronal zu mobilisieren. Eine CHX-Spülung mit einem gewissen Spüldruck kann anschliessend gelockerte Obturationsmaterialien nach koronal befördern.

In manchen Fällen ist das periapikal gelegene Fremdmaterial stark in Granulationsgewebe eingebunden. In diesen Fällen ist ein Mobilisieren mit Handinstrumenten  nicht möglich. Um das Material aus dem Gewebe herauszulösen, kann es sinnvoll sein mittels exakt vorgebogener Endosonore-Feilen der Größe ISO 20 diese mit niedriger Ultraschall-Energie zu bearbeiten.

Obturationsmaterialien, die sich periapikal befinden und aufgrund der Kanalkrümmung nicht direkt eingesehen werden können, sind nicht zwingend „unentfernbar“. Besser als ein vorgebogener Microdebrider eignen sich hier vom Kunststoffgriff befreite Hedströmfeilen der Länge 31 mm die in eine Arterienklemme, vorzugsweise eine gebogene, eingeklemmt wird.  Der Vorteil der Hedströmfeile liegt in ihren schärferen Schneidekanten (siehe oben).

Die aktuelle Foramengröße sollte bekannt sein um folgende Technik anwenden zu können:

Bei einer beispielhaften Aufbereitung des Kanalsystems in der Dimension 40/06 kommt als erstes Instrument eine Hedströmfeile der Größe 35 und einer Länge von 31 mm zum Einsatz. Die Vorbiegung muss so sein, dass das Instrument die  Krümmung des Kanals exakt wiedergibt und aufgrund des geringeren Durchmessers unter endometrischer Kontrolle ca. 0,5 mm über die ermittelte 0-Länge eingebracht werden kann. Sodann wird das Instrument um 180 Grad gedreht ohne dabei nach koronal bewegt zu werden. Anschliessend wird  das Instrument nach koronal bewegt. Die nun nicht mehr kanalkongruente Krümmung (Drehung um 180 Grad!) des Instrumentes erfasst das periapikal gelegene Material und kann es nach koronal ziehen. Geduld und Beharrlichkeit sind neben einem kleinem Quantum Glück zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Entfernungsversuch.

Anbei ein klinisches Beispiel:


Little Tools and Toys (2)

von Olaf Löffler

Das Thema Kofferdam ist schier unerschöpflich. Deshalb machen wir an dieser Stelle weiter.

Die Brinkerklammer 4 haben wir im ersten Beitrag vorgestellt. Diese Klammer nutze ich sehr oft auch an oberen Frontzähnen. Dort gestaltet sich die notwendige Befestigung des Kofferdams mit einer „kräftigeren“ Klammer im Prämolarenbereich schwierig, insbesondere wenn noch ein Aufbissblock zur Unterstützung der Mundöffnung eingesetzt wird.

In diesen Fällen bietet sich die Wedjets an. Kurze Latexstückchen lassen den Kofferdam sicher im Aproximalraum halten.

Wedjets sind in drei Größen erhältlich: extra klein (blau), klein (gelb) und groß(orange).

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SAF System Video

von Hans – Willi Herrmann

Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von  Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt  in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.

Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile,  ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der  Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.

Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.

HD-Video am DM

von Christian Danzl

Wie schon beschrieben habe ich am KAPS Dentalmikroskop eine HD-Videocamera mit 40″ HD-Ferseher als Mitbetrachter-Monitor.

Hier nun Bilder vom Aufbau mit einem Beispielfoto.

Zur Kamera:

Bei mir ist es eine Canon Legria HF 20.
Full-HD Video, Fotofunktion mit ca. 3 Megapixel. Funktioniert soweit ganz gut. Videoausgabe ist nicht überragend wegen relativ starker Vignettierung (was aber nicht verwundert, wenn ein 16:9 Bildschirm das runde Bild aus dem Mikroskop wiedergeben muss), allerdings deutlich besser als die interne VGA-Video-Kamera von KAPS und Videoausgabe über Nikon Coolpix 4500.

Die Fotofunktion liefert Bilder die ganz in Ordnung sind, aber auch nicht besser als die von der Nikon Coolpix. Obwohl ich immer noch glaube, dass der limitierende Faktor bei mir der alte stufenlose Vergrößerungswechsler ist. Die Legria hat eine schnurlose Fernbedienung, was das Fotografieren deutlich erleichtert.

Was an der Legria nicht gefällt, ist die Videoaufzeichnung in AVCHD-Format. Speicherkarte entnehmen und Videodateien auf den Rechner übertragen funktioniert nicht. Die Daten können nur direkt von der Kamera in iMovie übertragen werden, und dann auch nur, wenn die Kamera ans Netzteil angeschlossen ist. Da ich nicht dauernd die Kamera samt Netzteil vom Mikroskop abschrauben will, funktioniert es am besten, wenn das MacBook über USB an die montierte Kamera angeschlossen wird.

Ob das bei anderen Videoformaten einfacher funktioniert, weiss ich leider nicht.

Die Fotos können übrigens ganz normal von der Karte gelesen werden.

Zahnarzt neu in der Schweiz – die Fortsetzung von: „Zahnarzt in Deutschland- Nichts wie weg“

von Torsten Hatzky

Nun wohnen  wir seit ca.  1 Jahr und  8 Monaten in der Schweiz. Natürlich war es spannend, nach so vielen Jahren der Berufstätigkeit noch mal ganz neu anzufangen. Und es kamen Patienten. Anfangs nur sehr wenige, aber es war und ist eine stetige Steigerung zu verzeichnen. Aber es kamen nicht so viele wie gedacht. Man hatte uns von verschiedener Seite gewarnt, dass es wenigstens zwei Jahre dauern würde, bis die Praxis gut läuft. Das habe ich nicht geglaubt. Selbst heute gibt es immer noch Tage, an denen Termine frei bleiben und wir freuen uns über jeden, der kommt. Nur in einer einzigen Woche waren wir mal komplett ausgebucht. Das hatte ich so nicht erwartet. Meine erste Praxis in Südwestdeutschland war nach einem Jahr nahezu voll ausgelastet. Nach zwei Jahren habe ich es kaum noch geschafft, alle Patienten zeitnah und gründlich zu versorgen.  Der Unterschied liegt in einem völlig anderen „Zahnarzt-Verhalten“ der Schweizer. In Deutschland, zumindest war es bei meiner ersten Praxis1988 so, kamen nicht wenige Patienten nur aus Neugierde, um dann später wieder woanders hinzugehen. Als Richtzahl konnte ein guter Zahnarzt damit rechnen, dass von fünf Patienten maximal drei dauerhaft in der Praxis blieben. Ein paar Spezialitäten aus der Hightech- Ecke des Dentalhändlers waren unter Umständen recht hilfreich, um den Zulauf zu erhöhen.

Hier sind bislang nur Patienten zu mir gekommen, die keinen Zahnarzt hatten. Der Schweizer wechselt seinen Zahnarzt normalerweise nicht. Gründe, die doch dazu führen könnten, sind: Ortswechsel des Patienten, Abgabe der Zahnarztpraxis an einen Nachfolger (wenn der Patient mit dem den Nachfolger nicht so gut auskommt), wenn ein Zahnarzt aus Gesundheits- oder Altergründen den Umfang seiner Praxis reduzieren muss. Unzufriedenheit mit dem Zahnarzt ist extrem selten und kommt erst auf, wenn der Zahnarzt mehrere Male in Folge Fehler macht. Sehr unwahrscheinlich ist der Fall, dass ein Patient wechselt, weil ein anderer Zahnarzt ein digitales Röntgen, einen Laser oder etwas anders „Tolles“ zu bieten hat.

Aber die Zahnärzte verhalten sich hier auch anders. Die Mehrzahl (ich kann   natürlich nur für meine Region sprechen) versorgt Ihre Patienten auf hohem fachlichen Niveau. Falls sinnvolle Therapien, insbesondere Paro und Implantologie in der Praxis nicht angeboten werden, wird viel häufiger als in Deutschland zum Spezialisten überwiesen.   Wenn eine Praxis so ausgelastet ist, dass die Wartezeit auf einen Termin zu lang ist, wird ein rigoroser Aufnahmestopp für Neupatienten verhängt, bis sich die Lage wieder normalisiert hat. Gute Praxen haben ihr festes Klientel und nehmen, wenn überhaupt, nur Familienmitglieder von Stammpatienten neu an.  Von Deutschland weiß ich, dass Zahnärzte meist  jeden aufnehmen, den sie bekommen können. Hauptsache, er geht nicht zum Nachbarkollegen.  Notfalls wird halt etwas schneller oder abends etwas länger gearbeitet. Und beim Kampf um Neupatienten wird manchmal ohne Grund die Arbeit eines Kollegen schlecht geredet.

Die korrekte Bezahlung der zahnärztlichen Leistungen macht es ganz offensichtlich möglich, fast grundsätzlich „lege artis“ zu arbeiten. In Deutschland hatte ich früher sehr oft  bei Neupatienten das Problem, dass Kofferdam nicht bekannt war und sie auch nicht bereit waren, ihn ohne lange Diskussion zu akzeptieren. Hier ist das anders. Man kennt es, ja es wird meist auch  erwartet. Auf jeden Fall wird so gut wie nie darüber diskutiert.

Hier werden selten mehr als 8-10 Patienten pro Tag bestellt.  Die umschichtige Behandlung von zwei Patienten nahezu zeitgleich in zwei Zimmern gibt es offenbar kaum mal. Wie mir glaubhaft erzählt wurde, haben Zahnärzte aus Deutschland, die dieses missachtet hatten, ihre teuer gekauften Praxen innerhalb eines Jahres zugrunde gerichtet. Der Patient in der Schweiz verlangt für sein Geld wesentlich mehr Zuwendung und vor allem eine ganz besonders gründliche Beratung.

So wundert es nicht, dass hier die Qualität zahnärztlicher Arbeiten ein gutes Stück besser ist. Obwohl das Spektrum auch von mangelhaft bis erstklassig reicht, sehe ich insgesamt wesentlich mehr Arbeiten, die die Bewertung  gut oder sehr gut verdienen. Speziell beim Zahnersatz ist dies so. So habe ich bislang nur ganz wenige Arbeiten gesehen, bei denen der Verdacht bestand, dass von Anfang an geschludert worden ist.  Bei einer suboptimalen Arbeit lohnt es sich auch mal zu fragen, wo sie gemacht wurde.  Nicht selten erfährt man dann, dass es anlässlich einer Reise in Ungarn, Bulgarien oder sonst wo in der Welt geschah. Nicht wenige Patienten versuchen so, günstiger zu ihrem Zahnersatz zu kommen. Die Schweizer Zahnärzteorganisation SSO hat mal solche Arbeiten routinemäßig überprüfen lassen mit dem Ergebnis, dass die Mängelquote signifikant über der von in der Schweiz gefertigten Arbeiten lag.

Es gibt aber noch andere Unterschiede:

Zum einen gibt es sie bezogen auf das Patientenalter:  Bei Patienten ab einem Alter vom ca.45 Jahren sieht man recht viele mit schlechtem Gebiss-Status, vielen fehlenden Zähnen, umfangreichen, oft überlasteten Füllungsrestaurationen. Bei den jüngeren Patienten haben ganz offensichtlich die Prophylaxe-Bemühungen, die die Schweizer Zahnärzte zusammen mit der Regierung in vorbildlicher Weise eingeführt haben, Früchte getragen. Ich hatte in dieser Altersgruppe früher nie so viele absolut kariesfreie Patienten gesehen. Bei denen, die Füllungen hatten, waren diese meist von geringer Ausdehnung. Nahezu alle diese Patienten gehen ein Mal pro Jahr zur Vorsorgeuntersuchung. Das wird dann generell mit einer professionellen Zahnreinigung verbunden. Dazu arbeitet in nahezu jeder Praxis mindestens eine Prophylaxe-Assistentin oder DH. Bissflügelaufnahmen werden  hier übrigens viel häufiger gemacht als in Deutschland, oft sogar im Jahresturnus. Und welch Wunder: Es gibt nie Diskussionen über die Strahlenbelastung.  Die Patienten wurden hier bislang nicht von übereifrigen Politikern, die weit über alle vernünftigen Ziele hinausgeschossen sind, unnötig aufgehetzt. Interessant ist auch das Thema Amalgam. Gute Amalgam-Restaurationen bleiben generell im Mund. Nur dann, wenn sie schadhaft sind, sollte ein anderes, möglichst verträglicheres und zahnfarbenes Material verwendet werden.

Für die Versorgung der anspruchsvolleren Patienten gibt es hier in fast jeder Praxis ein Cerec- Gerät. Sämtliche Cerec- Restaurationen  sind  im Schweizer Zahnarzttarif enthalten (CHF 700-1000.-) So haben die Patienten die Möglichkeit, zu recht günstigen Preisen eine langlebige Füllungstherapie  zu bekommen. Da ein laborgefertigtes dreiflächiges Inlay allein beim Zahntechniker zwischen CHF 500.- und 550.-  kostet, ist diese Therapieform hier kaum anzuwenden. Ähnlich verhält es sich mit partiellem Zahnersatz. Hier gilt die Modellguss-Prothese mit Klammen als Standartversorgung. Kombi-Arbeiten mit Teleskopen, Geschieben oder Stegen sind absolute Ausnahmen. Auch Implantate werden offenbar deutlich  seltener als in Deutschland gesetzt.

Eine zahnmedizinische „Problemgruppe“ bilden Patienten aus den so genannten „bildungsferneren“ Schichten und häufig auch solche mit Migrations- Hintergrund. Hier ist das Zahnbewusstsein oft sehr schlecht. Diese Patienten kommen normalerweise erst zum Zahnarzt, wenn Schmerzen auftreten. Dann ist es meist zu  spät und ich muss Zähne extrahieren, die mit einer Endo gut zu retten gewesen wären. Wenn überhaupt, werden dann sehr oft Composite- Füllungen mit stark überzogener Indikation gelegt. Eine Füllungstherapie durchzuführen, scheitert oft an der Bereitschaft, dafür Geld bereitzustellen oder auch  am niedrigen Einkommen. Die Terminmoral dieser Leute ist schlecht und auch mit der Bezahlung meiner Rechnung klappt es bisweilen nicht. Häufiger als in meiner früheren Praxis habe ich einen finanziellen Totalverlust hinnehmen müssen. Hier sichern wir uns inzwischen etwas besser ab, z.B. mit Voraus- und Abschlagszahlungen. Besonders wichtig ist dies beim Notfalldienst am Wochenende.

Da fast alle Patienten nahezu immer alles aus eigener Tasche bezahlen müssen, wird insbesondere dann, wenn mehr als eine Füllung nötig ist, zunächst eine ausführliche Offerte erstellt. Diese Leistung kann nicht berechnet werden, selbst dann nicht, wenn eine umfangreiche prothetische Planung damit verbunden ist. Um unterschiedlichen Erwartungen gerecht zu werden, mache ich sehr oft mehrere  verschiedene Therapievorschläge.  Dann kann es auch vorkommen, dass nach längerem Nachdenken die Behandlung aufgeschoben wird, bis das nötige Geld angespart ist. Nicht selten werden Therapieformen aus finanziellen Gründen gewählt, bei denen die Indikation überzogen ist, wie z.B. mehrflächige Composite- Füllungen mit dem Ersatz von zwei, drei oder gar vier Höckern als Dauerversorgung anstelle eine Krone oder Teilkrone. Oder: Eine Kunststoff-Interimsprothese mit gebogenen Draht-Klammen anstelle einer Modellguss- Prothese.

Wesentlich besser als ich das von früher gewohnt war, scheint das Verhältnis der Zahnärzte untereinander zu sein,  Als meine Praxiseröffnung nahte, habe ich beim Nachbarkollegen im selben Ort angerufen um anzufragen, ob ich mich mal vorstellen könne.  Am sogleich vereinbarten Termin wurde ich außerordentlich freundlich empfangen. Nach einem informativen Gespräch  hat er mir gleich das „Du“ angeboten und obendrein  die nächste Urlaubsvertretung übertragen.  Seinen Vorschlag zur Mitarbeit in der regionalen Study-Group habe ich gern angenommen.

Und so habe ich schon bald  die anderen Kollegen der näheren Umgebung kennen gelernt.  Und wieder gab es eine Überraschung für mich: Obwohl sie theoretisch direkte Konkurrenten sind, haben alle ein überaus freundschaftliches Verhältnis zueinander. Es gab nie irgendwelche Anzeichen von Misstrauen oder Missgunst.  Im Gegenteil: Von allen Seiten schlug mir  freundliches Interesse entgegen.  Und wenn sich in den anderen Praxen neue Schmerzpatienten meldeten und keine Zeit für Ihre Behandlung  war, wurden diese oft an mich verwiesen. Das ist bis heute so geblieben und hat mir sehr geholfen.

Fazit:

Es macht mir Freunde, in einem Alter, in dem mancher schon langsam an den Ruhestand denkt, noch einmal neu durchzustarten, auch wenn es finanziell zur Zeit immer noch „eng“ ist. Dass die meisten Neupatienten inzwischen auf Empfehlung anderer kommen zeigt, dass meine Arbeit gern angenommen wird. Das gibt mir viel Bestätigung. Ganz wichtig auch: Ich fühle mich korrekt bezahlt. Das höhere Honorar muss man natürlich „relativ“ sehen.  Ihm stehen auch ein deutlich höherer Zeitaufwand bei der Behandlung sowie höhere Praxiskosten gegenüber. Privat stehen den angenehm niedrigen Steuern wiederum höhere Lebenshaltungskosten entgegen. Trotzdem bleibt mehr übrig und ich kann nachts wieder durchschlafen. In Deutschland hatte ich in den letzten Jahren oft mit sorgenvollen Zukunftsgedanken wach gelegen.  Die Lebensqualität und die Stimmung der Bevölkerung in der Schweiz sind wesentlich besser als in Deutschland. Wir, d.h. meine Frau und ich, sowie mit etwas Verzögerung auch unsere Tochter, haben den Schritt nicht bereut,

Was ich aus heutiger Sicht anders machen würde:

Eine Praxisübernahme wäre gegenüber der Neugründung wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen, weil die mühsame Startup-Phase  weggefallen wäre. Auch hätten wir die Entscheidung zur Auswanderung besser ein paar Jahre früher getroffen. Dann hätte man vielleicht auf eine erneute Kreditaufnahme verzichten können.

Ein paar Tipps an alle, die auswandern wollen (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit und nicht nur auf die Schweiz bezogen):


  • Unbedingt den Schritt mit allen Familienangehörigen und nahe stehenden Verwandten abstimmen. Es sollten alle an einem Strang ziehen.
  • Ganz wichtig: Kein Schnellschuss! Ausreichend lange recherchieren (Internet, Reisen, Bücher, private Kontakte). Ein paar Wochen oder Monate genügen nicht
  • Finanzielle Situation prüfen. Dazu eventuell die Kreditwürdigkeit bei der Hausbank klären. Den Verkauf der alten Praxis rechtzeitig versuchen und auch einen Misserfolg einplanen.
  • Die zahnmedizinische Situation im neuen Land genau abklären. Kontakt suchen zu deutschen Kollegen, die dort schon arbeiten, zu Dentalhändlern, Niederlassungsberatern und Banken.
  • Zahnmedizinische Versorgungslage der avisierten Region abklären.
  • Ganz wichtig: Wirtschaftliche Lage der Region klären. Gibt es Bevölkerungswachstum oder Abwanderung. Letzteres wäre fatal.
  • Bei einer Praxisübernahme den finanziellen Ertrag der Praxis unbedingt von einem unabhängigen Gutachter prüfen lassen.  (Mir wurde hier von einem Betrugsfall berichtet, bei dem ein unkritischer deutscher Zahnarzt nur knapp einer Pleite entging, weil der alte Praxisinhaber im letzten Jahr mit massiv überhöhten Preisen zwar die Gewinnmarge erhöht, jedoch damit die meisten Patienten aus der Praxis getrieben hatte).
  • Frühzeitig Kontakt mit Behörden des neuen Landes aufnehmen zur Abklärung eventueller Einwanderungsbeschränkungen,  Anerkennung des Staatsexamens, Mitnahme von Umzugsgut und Vorschriften für vorhandene Fahrzeuge.

Stufenplan advanced

von Ronald Wecker

Vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle eine Vorgehensweise zum Überwinden iatrogener Stufen vorgestellt. Dieser Stufenplan fand auch in vorliegendem Behandlungsfall Anwendung.

Erschwert wurde das Ganze durch die Tatsache, dass unmittelbar nach der Stufe eine s-förmige Krümmung zur Gegenseite erfolgte. Damit nicht genug gabelte sich MB und ML nach dem „S“ in zwei eigenständige Kanäle mit jeweils eigenem Foramen auf.

Aber der Reihe nach:

Zunächst wurde der koronale Zugang optimiert. Dann wie im Stufenplan beschrieben, bis o,5 mm vor die Stufe mit größeren Tapern erweitert. Sodann konnte eine ProFile 15/04 in der von Michael Arnold beschriebenen Weise pickend eingesetzt werden um den verblockten Originalkanal zu erschliessen.

Nun wurde ein Reamer ISO 008 so vorgebogen, dass er der ersten Krümmung entsprach und anschliessend bis kurz vor Beginn des „S“ vorgeschoben. Nun eine Drehung um 180 Grad ohne das Instrument nach apikal zu schieben. Nachfolgend gelang es, den Kanal apikal des „S“ zu instrumentieren. Wichtig ist ein häufiges Rekapitulieren um das „S“ zum Instrumentieren mit rotierenden Instrumenten vorzubereiten.

Der nächste Schritt ist die rotierende Aufbereitung. Eine ProFile 15/04 wird per Hand durch das „S“ bewegt. Die Arbeitslänge muss dabei nicht noch erreicht werden. Es muss nur das „S“ passiert werden. Dann kann das Instrument rotierend eingesetzt werden.

Der im Mikroskop zu beobachtende Austausch der Spülflüssigkeiten liess einen gemeinsamen Kanalverlauf vermuten, eine Annahme der der Behandler aufgrund der bereits aufgetretenen Schwierigkeiten gerne gefolgt wäre.

Das nach rotierender Aufbereitung des MB durchgeführte Austasten mit vorgebogenen Handinstrumenten liess jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass ML separat verläuft.

Auch hier war geduldiges Handinstrumentieren das Mittel zum Erfolg. Abschliessend erfolgte die maschinelle Aufbereitung sowie die Obturation in Schilder-Technik.

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Little Tools and Toys (1)

von Olaf Löffler

Unter diesem  Titel möchte ich in loser Folge einige Dinge vorstellen, welche mir in meinem Praxisalltag helfen und trotzdem oft unerwähnt bleiben.

Beginnen möchte ich mit dem Thema Kofferdam. Dieser ist eines der unbeliebtesten Hilfsmittel in der Zahnmedizin.  Zu unrecht, wie ich meine und sicher auch einige Kollegen.

Ich möchte den Kofferdam nicht missen und empfinde diesen als unabdingbar in vielen Bereichen der Zahnmedizin.

Das Anlegen und Halten des Gummituches kann bei stark zerstörten Zähnen erschwert sein. In diesen Situationen kommen in meiner Praxis mitunter spezielle Klammern zum Einsatz. Die sogenannten Lieblingsklammern des Chefs.

Einer meiner Favoriten ist die Brinkerklammer 4. Gedacht zur Geweberetraktion an Prämolaren und Frontzähnen. Die Klammer ist sehr grazil und übt damit nur wenig Kraft auf den Zahn aus. Lediglich an dem zu versorgendem Zahn kann damit der Kofferdam nach Invertierung sanft gehalten werden. Der Kofferdam sollte daher  an einem anderen Zahn mit kräftigerer Klammer fixiert sein.  Dazu das beigefügte Bild zweier untere Prämolaren mit subgingivaler Präparationsgrenze.

Brinkerklammer B4

Brinkerklammer B4

Horizontale Wurzelfraktur (II)

von Bonald Decker

Im Rahmen der Blogreihe „horizontale Wurzelfraktur“ möchte ich heute den klinischen Fall einer jungen Patientin vorstellen.

Diese 15-Jährige hatte am Tag zuvor ein Frontzahntrauma erlitten. Sie war auf einem Hindernisparcour von ihrem Pferd abgeworfen worden und anschliessend frontal mit dem Gesicht gegen eine Hindernisstange geschlagen.

Bei der am Unfalltag alio loco durchgeführten Notfallbehandlung wurden zunächst die stark nach palatinal dislozierten Zähne 12-21 reponiert und mittels Titan-Trauma-Splint (TTS) geschient. Anschliessend erfolgte die Versorgung der Risswunden mittels Einzelknopfnähte. Da für den Ausschluss möglicher (Mittelgesichts-) Frakturen eine CT-Aufnahme geplant war, wurde bei der Behandlung auf die Anfertigung dentaler Röntgenaufnahmen verzichtet.

Abb.1/2.: Intra- und extraorale Situation ein Tag nach Erstversorgung alio loco

Abb.3/4.: Einzelzahnaufnahmen Regio 13-22 ein Tag nach Erstversorgung alio loco

Bei Betrachtung der von uns angefertigten Einzelzahn-Aufnahmen imponiert neben dem radiologischen Verdacht einer horizontalen Wurzelfraktur an den Zähnen 12-21 eine röntgenopake Substanz im Wurzelkanallumen des Zahnes 11 bei fehlender palatinaler Zugangskavität…

Die Erklärung hierfür lieferte die Auskunft des Erstbehandlers, der angab bei der Erstversorgung den stark dislozierten und extrem gelockerten Zahn 11 komplett aus der Alveole entnommen zu haben, um so extraoral eine Wurzelkanalbehandlung initiieren zu können. Nach Inspektion des Zahnes fiel dann allerdings auf, dass eine horizontale Wurzelfraktur vorlag…im Anschluss wurde daraufhin das pulpale Gewebe „retrograd“ extipiert, das Wurzelkanallumen gespült und dieses schliesslich mit einer medikamentösen Einlage (CA(OH)2) versorgt. Anschliessend wurde der Zahn reponiert und geschient.

Die bestehenden Befunde und Diagnosen sowie die bereits durchgeführten Behandlungen veranlassten uns zu folgendem weiteren Vorgehen:

  • Reevaluation nach 7 Tagen
  • Belassung der Schienung des Zahnes 11 für insgesamt 2 Wochen
  • Anschliessend orthograd durchzuführende Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 11 mit MTA-Verschluss der Apikalregion
  • „Herausnahme“ des Zahnes 11 aus dem Schienungsverbundes bei Belassung der Schienung
  • Entfernung der TTS nach 4 Wochen
  • Regelmässige Reevaluation der Zähne 12 und 21 hinsichtlich Sensibilität und klinischer Symptome…

Abb.5/6.: Intra- und extraoral Situation 7 Tage nach Erstversorgung

Abb. 7-9.: Zahn 11: Blick in Wurzelkanallumen nach Trepanation und anschliessendem Verschluss des Neoapex mit MTA

Abb.10/11.: Einzelzahnaufnahmen der Regio 11 intraoperativ (nach medikamentöser Einlage) bzw. postoperativ nach Verschluss des Kanallumens an Zahn 11 mittels MTA, Guttapercha/Sealer sowie adhäsivem Verschluss der Zugangskavität.

Die retrospektive Analyse dieses Falles fällt prinzipiell sehr vielschichtig und umfassend aus, welche den Umfang des heutigen Beitrages ggf. sprengen würde.

Eine Nachbetrachtung ist daher für einen späteren Zeitpunkt geplant… über Kommentare und Anmerkungen zu diesem Fall würde ich mich freuen…

Resistenzen

von Christian Danzl

Der Einsatz von Antibiotika in der Medizin bringt uns nicht nur Vorteile. Außer mit Nebenwirkungen haben wir auch mit Resistenzen zu kämpfen, die die Wirksamkeit der Therapie in Frage stellen.

Wer wissen will, welche Bakterienstämme gegen welche Antibiotika resistent sind wird hier fündig.

Das aktuelle AVP-Bulletin (in der Print-Version, Band 37, Ausgabe 5, September 2010) hat wieder die aktuelle Liste zur Resistenzenlage veröffentlicht. Wer das AVP-Bulletin nicht in der Print-Version abonniert hat, kann es – sobald die nächste Ausgabe erschienen ist, hier downloaden.

Die letzte Liste der Antibiotika-Resistenzen zum Download finden sie hier, auf Seite 49.

Wieder mal ein Ärgernis

von Christian Danzl

Nachdem der Videotubus und der Kamera-Adapter von KAPS gekommen ist, ich die Canon Legria HF 20 an mein Dental-Mikroskop geflanscht hatte, fehlte nur noch der Fernseher für die Ausgabe des HD-Bildes.

Also am Mittwoch ab zum „local dealer“ und einen LCD 40″ HD-Ferseher von Philips gekauft.

Fernseher an die Wand, Kamera eingerichtet, und – läuft.

Und läuft.

Genau 2 (!) Tage lang. Donnerstag und Freitag.

Am dritten Tag (Montag) hat hat der Fernseher seinen Dienst quittiert.

Schade eigentlich!

Aber kein Problem, kann ja mal vorkommen.
Also Anruf beim Händler. Dem war es merklich unangenehm, dass er sagen musste, dass er nicht zuständig ist, weil Philips einen eigenen Kundendienst hat, der das regelt.

Nun gut.
Der Händler hat den Anruf bei der Philips-Hotline für mich selbstverständlich übernommen und mir mitgeteilt, dass sich die Firma wegen Reparatur-Termin bei mir meldet.

Also warten.

Ein Tag, zwei Tage, drei Tage. Nichts.

Am Freitag dann, nachdem der Händeler nochmal bei der Hotline angerufen hat, kam der Anruf, sie kämen am nächsten Donnerstag. Das wäre dann also heute.

Na da lass ich mich mal überraschen!

Neugerät, keine 10 Stunden gelaufen, Händler hat keinen Zugriff auf Service und dieser lässt sich dann fast 2 Wochen Zeit!

Mein nächster Fernseher ist bestimmt von einer anderen Marke. Sicher.

Internationale Traumatologie-Tagung 2011

von Christoph Kaaden

am 01.- und 02.Februar 2011 findet in Dubai die nächste internationale orale Traumatologie-Tagung statt.

Weitere Informationen zu diesem sehr empfehlenswerten Event gibt es hier.

Hätten Sie gewusst, dass?

von Olaf Löffler

Dieser Beitrag richtet sich hauptsächlich an alle Mac-User und an die, die es demnächst werden wollen.

Hätten Sie gewusst,

  • dass in Mail mit der Tastenkombination (CMD)+(Y) alle Bilder/Dokumente in einer Vorschau angezeigt werden?
  • dass  Ihr Mac mit (CTRL)+(ALT)+(CMD)+CDAuswurftaste ohne Nachfrage alle Programme schließt und sich ausschaltet?
  • dass mit (CMD)+(Shift)+(4) ein Rahmen auf dem Bildschirm gezogen werden kann und der Inhalt dessen als Bildschirmfoto gespeichert wird?

Dann ist der Hinweis auf die Veranstaltung MAC Plus für Sie vielleicht uninteressant.

Andernfalls bieten wir Ihnen mit diesem Workshop im kleinem Kreis engagierter Kollegen ein informatives Wochenende.

Im Mittelpunkt steht die Apple iWork-Suite.

Besonders die Applikationen Pages und Keynote sind für den Einsatz im Praxis-Bereich und bei Vorträgen aufgrund ihrer intuitiven Bedienung, des besonderen Designs sowie aufgrund der geschmackvollen und zugleich wenig aufdringlichen Animationen einmalig.  Die Besonderheiten dieser beiden Programme werden vorgestellt. Darüber hinaus erhalten Sie wertvolle Einführungen zu Mac-Programmen für die tägliche Arbeit, wie CD/DVD-Brennen,  Tipps und Tricks zur effektiven Mail-, Adress- und Terminverwaltung und der Einsatz des iPad im Praxisbterieb wird vorgestellt.

Auch der Einsatz von Windows – inzwischen auf den aktuellen Macs ein Kinderspiel – für den Einsatz Ihrer Praxissoftware wird auf dem Seminar thematisiert.

Alles zum Mitmachen steht hier.
Die Eindrücke vom letzten Mal.

Mehr als ärgerlich!

von Jörg Schröder

Schon lange waren wir in unserer Praxis auf der Suche nach einem funktionierenden Rechtwinkelhaltersystem für unsere digitalen Kodak-Sensoren. Nach einigen frustierenden Erfahrungen mit bunten Kunststoffhaltern verschiedener Anbieter haben wir uns auf Empfehlung von Olaf Löffler den aus Edelstahl und Kunststoff gefertigten RAYFIX RWS BEYCODENT® Sensor-Halter angeschafft.

Für stolze 255,- Euro netto.

Dieses Set enthält neben einem Adapterring auch zwei Edelstahlstangen nebst Sensorhalter. Mit ihm gelingen ohne große Einarbeitung reproduzierbare Röntgenbilder in Rechtwinkeltechnik.

Bereits nach ca. 4 Wochen ein trauriges Ereignis: Die Fixierschraube für die Edelstahlstange drückte beim Koppeln von Adapterring und Sensorhalter die Halteschrauben für die Stangenaufnahme aus dem Kunststoffgewinde.

Der gesamte Halter wird dadurch instabil und kann nicht wie vorgesehen eingesetzt werden. Zunächst glaubten wir noch an einen Handhabungsfehler. Der sofort georderte Ersatz für 165,80 Euro (netto) zeigte ebenfalls nach einigen Wochen dasselbe Fehlerbild.

Also den Adapterring ein drittes Mal bestellt und bei der Firma Beycodent nachgefragt. Der zuständige Mitarbeiter war nicht am Platz. Ein Rückruf wurde zugesagt. An der Art der gestellten Fragen und dem Gesprächsverlauf bei unserem Anruf konnte man den Eindruck gewinnen, dass das geschilderte Problem am anderen Ende der Leitung bekannt war. Schade.

Der versprochene Rückruf des zuständigen Mitarbeiters blieb im übrigen aus. Nicht nur schade, sondern ärgerlich.

Beim näheren Betrachten der Konstruktion (Maschinenschrauben in einem Kunststoffgewinde)  verwundert es nicht, dass es bereits bei bestimmungsgemässem Gebrauch zu einem Ausreissen der beiden kleinen Fixierschrauben kommt.

Was bleibt abschliessend zu sagen?

1. Weiterempfehlen kann ich diesen Halter der Firma Beycodent aus oben genannten Gründen zur Zeit nicht.

2. Die Ausprägung der Kundenorientierung der Firma Beycodent und die Qualität der gelieferten Adapterringe scheinen auf ähnlichem Niveau zu liegen.

Und das ist einfach mehr als ärgerlich.

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und noch ein Endochuckbeispiel

von Olaf Löffler

Über den Einsatz des Endochuck wurde bereits einiges geschrieben und einige Beispiele vorgestellt.

Heute nun noch etwas zum Thema Fremdkörperentfernung periapikal
und sonoabrasive Mikropräparation, um diesen darzustellen.

Das ist ein weiterer Versuch einen Fall, mit bewegten Bilder darzustellen.
(Hier gehts zum Film)

Treat the tooth with sunshine

von Christoph Kaaden

eigentlich hatte ich für heute einen anderen Beitrag vorgesehen….

eigentlich…

aber beim Anblick des heute Abend zu begutachteten Zahnes habe ich meine Meinung kurzfristig geändert.

Obwohl in diesem Blog häufiger von der „Rettung“ (vermeintlich) hoffnungsloser Zähne berichtet wird, war hier beim besten Willen keine Zahnerhaltung mehr sinnvoll möglich…

und so fiel mein Therapievorschlag „neudeutsch“ formuliert so aus:

„Treat the tooth with sunshine…“

;-)

PS: Irgendwie erinnert mich dieser Zahn doch sehr an das hier vorgestellte „Objekt“

PPS: Ist es nicht immer wieder erstaunlich, was der menschliche Körper über Jahre toleriert?

Lentuloentfernung Frontzahn- leider kein Routinefall

von Donald Becker

Eigentlich hätte alles ganz schnell gehen müssen…

Denn ein abgebrochenes Lentulo aus einem Oberkieferfrontzahn zu entfernen, gehört normalerweise, was Fragmententfernung angeht, zu den einfachen Sachen.

Hier, bei dieser Überweisung nach Wurzelkanalbehandlung 21 und initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 11 war alles ganz anders.

Was vermutlich damit zusammenhing, dass sich 2 Lentulos ineinander verkeilt hatten und die Beweglichkeit der Einzelfragmente fast vollständig hemmten.

Mehr als 90 Minuten dauerte es, bis beide Fragmente entfernt werden konnten. Tube -Technik, Fragmentpinzette, ein  selbstgebautes IRS – Instrument, all diese Massnahmen scheiterten und so halfen nur Geduld und zielgerichtetes Arbeiten unter dem Dentalmikroskop mit Ultraschall und Komet – Rosenbohrern.

Was im Video letztendlich so spielerisch leicht aussieht, ist das Ergebnis von 1,5 Stunden Vorarbeit.

Die notwendig gewordenen Wurzelkanalbehandlungen an Zahn 11 und 21 sind im Übrigen das Resultat eines ein paar Wochen zurückliegenden Arbeitsunfalls. Beide Zähne sind schmerzfrei.

Was wäre die Alternative gewesen zur Fragmententfernung ?
In diesem Falle die Extraktion, denn eine suffiziente Wurzelkanalbehandlung mit den beiden Fragmenten in situ wäre nicht möglich gewesen. So gesehen rechtfertigt der Zahnerhalt den in diesem Falle extrem  hohen Zeitaufwand.

Saving hopeless teeth (XXI)

von Ronald Wecker

Beim Anblick des Röntgenbildes des überweisenden Kollegen kamen mir starke Zweifel, ob sich der Stift an 11 entfernen lässt, ohne dass es zu einer den Zahnerhalt gefährdeten Längsfraktur kommt. Die Krone nebst sporadisch auftretender Fistelung war schon einige Jahre in situ.

Nach Vorgespräch und Rücksprache seinem Behandler entschied sich der Patient zu einem Erhaltungsversuch. Das kurzfristige Ein-Jahres-Ergebnis lässt hoffen.

Zur Entfernung des Stifts kam das an dieser Stelle schon öfters beschrieben Thomas-System zum Einsatz. Aufgrund einer im apikalen Drittel befindlichen lateralen Perforation gestaltete sich das Einbringen des kollagenen Widerlagers und des MTA besonders schwierig. Eine kleine laterale Extrusion liess sich nicht vermeiden.

Die provisorische Versorgung erfolgte mittels dentinadhäsivem Stiftaufbau, durch den hindurch in der Obturationssitzung der erneute Zugang gelegt wurde.

Auch hier, wie im Fall von letzter Woche erwähnt, ist es die mechanische Prognose die über Wohl oder Wehe entscheiden wird.

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DEXIS Platinum Sensor

von Olaf Löffler

Der Bericht von Jörg Schröder über seine Kodaksensorprobleme (hier der Link) hatte zur Folge, daß ich angesprochen wurde, ob ich nicht den Dexis Platinum Sensor testen möchte. Der Produktname ist wahrscheinlich die Idee eines langweiligen Marketingstrategen oder soll zeigen: „Jungs das Ding ist richtig teuer…“ ;)

Natürlich habe ich nicht nein gesagt. Meine Eindrücke und die Bilder werde ich hier vorstellen und berichten. Etwas Zeit benötige ich dafür. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen und meine Eindrücke zum Kodak 6100 Sensor, welcher in unserer Praxis eingesetzt wird schildern.

Das sind die Aussagen von ic med, welche den Dexis Sensor zur Verfügung stellen:

  • Bildqualität auf Kodak-Niveau
  • Perfekt Size Sensor (trotz kleiner Gehäuse Abmessungen, eine große aktive  Bildfläche  32 x 25,6 mm)
  • die „Alternative“ DEXprotect (kostenlose Softwareupdates und Vorab-  Austausch des Sensor bei Ausfall, unabhängig von der Ursache! (700,- bis 350,-  € /Jahr)
  • DEXIS Software mit Anbindbarkeit an jeder PVS und herstellerunabhängige Anbindung von digitalen Geräten (z.Bs. OPG Kodak oder Dürr IO Kamera, etc.)
  • Verwaltung und Bedienung alles Geräte in EINER Software (DEXIS)
  • exklusiver direkter Vertrieb und Support durch ic med. (Kulanz ist hier eine nicht nur theoretische Option!)

Vorab das erste Vergleichsbild einer Kodak6100-Aufnahme (Abschluss-Kontrolle) und einer DesxisPlatinum-Aufnahme (12 Monats Recall) des selben Falls.

Kodak 6100

Kodak 6100

DEXIS Platinum Sensor

DEXIS Platinum Sensor

Von Platinzahnärzten und Spezialisten

von Hans – Willi Herrmann

Was erwartet man eigentlich von einem Spezialisten ?
Was versteht man unter einem Spezialisten ?

Für mich ist ein Spezialist jemand, der Aussergewöhnliches auf einem bestimmten Gebiet leistet. Ein Spezialist für Endodontie demnach ist jemand, der sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung durch besondere Leistungen auszeichnet.

Bedarf es dafür eines besonderen Titels ?
Mit Sicherheit nicht.
Ein Doktortitel macht keinen besseren Arzt. Ein Spezialistentitel per se keinen besseren Endodontisten.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von „wirklichen Spezialisten“ für bestimmte Bereiche der Zahnmedizin, welche im Laufe ihres Beruflebens sich eine besondere Eignung erworben haben, die sich in adäquaten Behandlungsergebnissen äußert.
Hic Rhodos, hic salta ! Diese Kollegen können springen.
Jederzeit und aussergewöhnlich weit. Und daher  bedürfen diese keiner vollmundigen Anpreisung auf Werbemitteln gleichwelcher Art. Sie führen keinen vollmundigen Titel in ihrem Namen.
Weil sie es nicht brauchen. Weil sie wissen, dass es nicht rechtens ist. Oder sagen wir besser nicht fair wäre, den Patienten und Kollegen gegenüber, denn das mit dem „nicht rechtens sein“ ist neuerdings so eine Sache.

Dem gegenüber steht eine immer größere werdene Zahl von „Titelträgern“.
Der in der Überschrift beschriebene Platinzahnarzt ist  da noch eine eher harmlose, weil sich mit dieser Phrase  selbst entlarvende Peinlichkeit.  Möglicherweise ein   standortbedingtes Phänomen, denn nur rund 100 Megter entfernt fand sich in der gleichen Stadt längere Zeit ein Praxisschild mit der Zeile „Tätigkeitssschwerpunkt Implantologie in Vorbereitung“.

Und damit sind wir bereits mitten in der  Problematik, denn natürlich zielt der öffentliche Verweis auf  solche Titel darauf ab, Patienten für die eigene Praxis zu gewinnen.

Während der Begriff „Platinzahnarzt“ von jedem halbwegs im Leben stehenden Patienten als Blendwerk, als unnützer Tand aussortiert werden wird, ist dies bei anderen Titeln nicht ganz so offensichtlich.

Ein Tätigkeitsschwerpunkt zum Beispiel suggeriert qualitätsverbessernde Konzentration auf einen bestimmten Teilbereich.
Verspricht einen Routinier, der Besonderes leisten kann.

Und dann der Master, ein Meister seines Faches.

Gehts noch prestigeträchtiger ?Möglicherweise, denn Spezialist sticht Master sticht Tätigkeitsschwerpunkt sticht Zahnarzt.

Der Spezialist also. Die Spitze der ärztlichen Kompentenzpyramide ? Das Halbgott in Weiss – Professorenanalogon des neuen Milleniums ?

Wohl kaum.

Denn der  Titel „Spezialist“ scheint nicht geschützt oder genau definiert.

Was offensichtlich dazu führt, dass  heute jeder Zahnarzt, der meint, sich so zu benennen zu müssen, einen solchen Titel auf seine Briefbögen, auf  sein Praxisschild, auf seine Internethomepage schreiben darf.

Letztlich eine Folge des Vorbeck – Urteils von 1997, dass die Möglichkeit der Aussendarstellung einer Zahnarztpraxis im Internet grundsätzlich zuließ. Während bis dato, über Jahrzehnte hinweg, die für die Einhaltung eines strikten Webeverbotes zuständigen Zahnärztekammern mit Argusaugen selbst das zentimetergenaue Ablängen von Praxisschildern bebeckmesserten, befinden wir uns  heute, gerade mal 13 Jahre später, diesbezüglich in einem fast vollständigen Reglementierungs – Vakuum. In dem Jeder  eigentlich Alles darf, sofern er nicht vorgibt, routinemäßig Amalgam in Gold verwandeln zu können.

Das wir uns nicht missverstehen. Mit Oliver Pontius (Bad Homburg) und Helmut Walsch (München) gibt es 2 Behandler, die in den USA im Rahmen einer mehrjährigen universitären Weiterbildung den Titel „Endodontischer Spezialist“ erworben haben.  Es gibt daneben in Deutschland Spezialistentitel der Deutschen Gesellschaft für Endodontie und der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, denen ein genau definierter Anforderungskatalog zugrunde liegt. Die European Society of Endodontology hat in diesem Monat ein  Konsenspapier zur Definition von Minimalkriterien für die Erteilung eines Spezialisten – Titels veröffentlicht.

Im Gegensatz dazu tauchen  in den letzten Jahren eine Vielzahl von „Endodontie – Spezialisten“ auf, die, merkwürdigerweise in der Endo – Szene (die in Deutschland eine immer noch sehr überschaubare ist) vollkommen unbekannt sind, jedoch dafür umso lauter ihre besondere Befähigung in ihrer Aussendarstellung zur Schau stellen.
Bezeichnenderweise findet sich auf ihren zumeist aufwändigen und professionell durchgestylten Homepages kein konkreter Hinweis, auf welchen Kriterien die Titelverleihung „Spezialist“ sich gründet.

Eine fatale Fehlentwicklung.
Und die Zahnärztekammer täte gut daran,  dieses Geschehen genaustens zu analysieren und die Titelinflation der letzten Jahre wieder in einen ehrlichen und (hier ist der Begriff mal ausnahmsweise wirklich angebracht)  evidenzgestützten Zustand zurückzuführen.

Geschieht dies nicht, wird es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Behandler, deren Marketingbemühungen nicht mit ihren Behandlungsfähigkeiten proportional korrelieren, den Ruf zeitgemäßer Zahnmedizin (und das nicht nur in der Endodontie, das gilt für andere Teilbereiche der Zahnmedizin genauso) )ruinieren werden und das Vertrauen der Patienten in die Zahnmedizin schwinden lassen wird.

Warum bislang keine Reaktionen von den Kammern ?

Ein Aspekt ist sicherlich, daß zwischenzeitlich, neben den einschlägigen Fachgesellschaften und privaten Anbietern, eine ganze Reihe von  Zahnärztekammern selbst zum Ausrichter und Anbieter solcher Weiterbildungsreihen wurden. Wer Fortbildungen initiiert, dem fällt es nicht leicht, strenge Regeln zu errichten, denen die eigenen Kurse nicht genügen.  Und vollends zum Problem würde dies, wenn bislang versucht worden wäre, mit dem Hinweis auf eine „Schildfähige Weiterbildung“ den Zustrom an Teilnehmern zu erhöhen.

Die Konsequenz aus all dem, zum gegenwärtigen Zeitpunkt ?

Für den Patienten: Misstraue dem Titel, sofern er nicht eindeutig und nachweisbar belegt ist.   Und nicht vergessen. Es gibt hervorragende Behandler ohne Spezialisten-, Master-, Gold, Platinum, Diamond – Tätigkeitsschwerpunkt – Titel.

Für die Kollegen:  Belege die geführten Titel oder verzichte darauf, denn eine solche Vorgehensweise ist irreführend und unfair Patienten und Kollegen gegenüber.

Für die Kammern: Wer Titel führen möchte, muss diese anzeigen und deren Rechtmäßigkeit einwandfrei belegen. Die Kriterien zur Erteilung eines Titels müssen präzise definiert, veröffentlicht und frei zugänglich sein. Sie sollten für den Patienten verständlich und nachvollziehbar erläutert und kommentiert sein.

Made in PRC – Teil 4

von Bodald Necker

Der Zahnersatz aus Fernost geht in die finale Phase.

„Wie jetzt?“, werden sie denken „Ist der immer noch nicht eingesetzt?“

Genau. Immer noch nicht eingesetzt.
Letztes mal wollte das Labor nochmals einen Unterfütterungs-Abdruck, da der Impregum-Sammelabdruck nicht alle Schleimhautareale abgeformt hat. Sehen wir anders, aber was soll’s, wir haben’s gemacht.

Letzte Woche meldete sich das deutsche Vertragslabor, sie hätten einen Anruf aus dem ausländischen Labor bekommen, sie könnten den Termin nicht einhalten, da umfassende Änderungen am Zahnersatz vorgenommen werden müssten.

Na, dann wird es ja jetzt passen…..

Eines ist für alle Beteiligten klar geworden:

Sollte sich wieder Jemand in unserer Praxis nach Billig-Zahnersatz erkundigen, werden alle aus tiefster Überzeugung mit einem klaren, deutlichen, herzerfrischenden „NEIN“ antworten.
Und garantiert mit einem freundlichen Lächeln auf dem Gesicht.

Saving hopeless teeth (XX)

von Ronald Wecker

Die Ausgangssituation erschien alles andere als rosig: massive Metallstifte, 11 und 21 bereits 2x resiziert, seit ca. 6 Monaten zunehmende Druckdolenzen vestibulär.

Zudem an 21 vestibulär eine isolierte Sondierungstiefe von 7mm. Eine vertikale Wurzelfraktur erschien sehr wahrscheinlich und damit der Erhalt zumindest von 21 sehr fraglich.

Die alio loco ausgesprochene Empfehlung von 2 Einzelimplantaten ist angesichts der präoperativ zu stellenden endodontischen Prognose nachzuvollziehen, birgt allerdings bei relativ hoher Lachlinie ästhetische Risiken.

Nach ausführlicher Beratung entschied sich der Patient für einen Erhaltungsversuch. Nach nunmehr 6 Monaten scheint es die richtige Entscheidung gewesen zu sein:

Beide Stifte „schwammen“ präoperativ in den Kavitäten. Am Herausfallen wurden sie nur durch den als Aufbaumaterial verwendeten Laborkunststoff (im Bild rot) gehindert. Periapikal zeigten sich ausgedehnte knöcherne Krypten. Zahn 21 war zudem bei der Präparation des Stiftbettes nach palatinal perforiert worden.

Beide Zähne wurden zweizeitig behandelt. Als temporäre Versorgung diente unter dem stuhlgefertigten Provisorium ein adhäsiv befestigter Glasfaserstift sowie ein dentinadhäsiver Aufbau. In der 2. Behandlungssitzung wurde der erneute Zugang zum Kanalsystem durch diesen Aufbau hindurch angelegt. Die Obturation wurde nach Anlegen eines periapikalen kollagenen Widerlagers mit MTA Angelus durchgeführt.

6 Monate postoperativ zeigen sich bereits deutlich verbesserte periapikale Verhältnisse. Die Sondierungstiefe vestibulär an 21 beträgt nunmehr 3 mm.

Hinsichtlich der röntgenologischen „Ästhetik“ stören nur die bei der Unterschichtung der laborgefertigten Schalenprovisorien reichlich in den Provisorienkunststoff  „eingegliederten“ Luftblasen.

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Brille am Mikroskop

von Olaf Löffler

Als Brillenträger am Mikroskop zu arbeiten ist gewöhnungsbedürftig. Oft stört die Brille. Ohne Brille kann es jedoch, insbesondere bei größeren Sehschwächen zu Problemen im visuellen Kontakt zur Umgebung ohne Mikroskop kommen. Deshalb ist die Brille wiederum häufig unverzichtbar.

Ich kenne Kollegen, welche die Brille bei der Arbeit mit dem Mikroskop (trotzdem) absetzen. Andere ersetzen diese durch Kontaktlinsen und wieder andere Kollegen wechseln oft zwischen Lupe und Mikroskop. Letzteres besonders, wenn das nahe Sehen mit dem zunehmenden Alter eingeschränkt ist (Presbyopie).

Bei der Arbeit Ohne Brille war es möglich das Mikroskop etwas mit den Augenbrauen und der Nase zu navigieren. Mit einer Brille geht dies schwieriger oder gar nicht. Die Brille muß dazu fest am Kopf sitzen, zum Wechsel, beispielsweise auf eine Lupenbrille,  jedoch schnell abnehmbar sein.

Weiterhin problematisch ist, daß die Brillen sehr schnell verschmutzen und ständig geputzt werden müssen. Mit Papier zerkratzen die Kunststoffgläser nach einiger Zeit. Glas als Alternative lastet schwerer auf der Nase.

Durch den Okkularkontakt werden Kunststoffgläser ebenfalls schnell zerkratzt. Mineralische Gläser sind deshalb sinnvoller.

Peter Brandstätter aus Wien hat eine Brillen – Lösung, welche mich faszinierte. Er benutze diese als Lesebrille. Die Fassung ist jedoch groß genug, um auch als Fernbrille zu funktionieren.

Vorteile dieser Magnetbrille sind:
– sie ist fest am Kopf fixiert,
– gleichzeitig schnell abnehmbar und
– es gibt diese in verschiedenen Größen
– alles ist desinfizierbar, da kein Textilanteil vorhanden ist.

Obwohl als Lesebrille konzipiert habe ich die Magnetbrille bei meinem Optiker mit meiner normalen Brillenstärke für die Ferne bestellt und bin angenehm überrascht. Das Sehfeld ist zwar etwas kleiner, aber es beeinträchtigt mich nicht.

Dies ist natürlich sehr subjektiv.

Mein Fazit:
Kann man probieren und wenn es nicht gefällt: Die Lesebrille kommt mit großer Sicherheit und dann müssen nur noch die Gläser angepasst werden. ;)

PathFile Video

von Hans – Willi Herrmann

Enge Wurzelkanäle sind immer eine Herausforderung und benötigen in der Regel eine Menge Zeit und Können sowie eine ganze Reihe an grazilen Handfeilen.
Und manchmal ist nicht einmal all das ausreichend.

Wenn man weiss, worauf man achten muss, aber auch nur dann, ist eine rein maschinelle Erschliessung dieser engen, gemeinhin als „obliteriert“ bezeichneten Wurzelkanäle  in bestimmten Fällen der einfachere und effizientere Weg.

Das nachfolgende Video gibt einen Hinweis darauf, wie so etwas aussehen kann.
Zur Anwendung kamen PathFiles der Firma Maillefer.

Saving hopeless teeth (XIV) Knochenersatzmaterial

von Bodald Necker

OK. Um eines gleich voraus zu schicken:

Die endodontische Behandlung erfolgte in diesem Fall nicht nur von orthograd.
Ein Chirurg war auch dabei. Allerdings nur, um das Knochenersatzmaterial wieder zu entfernen, welches der Vorbehandler alio loco großzügig eingebracht hat.

Die 25 jährige Patientin kam im September letzten Jahres auf Empfehlung eines MKG-Chirurgen zu mir in die Praxis mit Bitte um eine orthograde Revision. Klinisch war buccal 22 nicht nur ein Fistelmaul erkennbar, röntgenologisch zeigte sich ein unzureichend wurzelgefüllter 22 mit einer gut 1 cm großen apikalen Aufhellung, die ihrerseits wieder unregelmässig verschattet war. Mein Verdacht auf früher eingebrachtes Knochenersatzmaterial wurde von der Patientin bestätigt.

Vorgehen:

Die alte WF wurde entfernt. Durch den vom Vorbehandler großzügig erweiterten Apex drohte ein Guttaperchastück in die Läsion zu rutschen, es konnte aber mit etwas Glück doch noch orthograd entfernt werden. Nach weiter Aufbereitung und chemischer, us-gestützter Desinfektion wurde Calciumhydroxid eingebracht und mit Cavit verschlossen.

WV in 14 Tagen, zur Kontrolle, ob sich die Fistel verschlossen hat. Wenn ja könnte man über eine orthograde WF nachdenken, wenn nicht würde ich ein kombiniertes ortho- und retrogrades Vorgehen bevorzugen.

Zu nächsten Termin war die Fistel unverändert. Der Verdacht drängte sich auf, dass in diesem apikalen Prozess, welcher das Knochenersatzmaterial beherbergt auch noch diverse Bakterien ihr Unwesen treiben und eine Ausheilung verhindern.

Durch die großzügige Eröffnung des Apex schien mir ein apikaler MTA-Plug angemessen, der Rest des Kanals wurde konventionell mit Guttapercha obturiert. Koronal erfolgte ein adhäsiver Kompositverschluss.

Am nächsten Tag hat der Chirurg meines Vertrauens unter dem Mikroskop (wie immer) das Knochenersatzmaterial und die Wurzelspitze entfernt und trotz des MTA-Plugs zur Sicherheit nochmal eine retrograde Füllung gelegt.

Nach 8 Monaten stellte sich die Patientin bei mir komplett fistel- und beschwerdefrei vor.

Die Rö-Kontrolle zeigt eine deutliche Heilungstendenz, so dass eine Kronenversorgung des Zahnes demnächst in Frage kommen wird.

Zahnhalsfüllung – Nachtrag

von Christian Danzl

Im Lokschuppen Rosenheim ist derzeit eine Gewürzausstellung.

Dort hab ich ein Rezept zur Behandlung von Zahnhalskaries gefunden…

Es erscheint aus heutiger Sicht nicht besonders kostenintensiv, damals war es das mit Sicherheit.
Über die Wirkung wurde leider keine Angabe gemacht :-(

Hübscher Schnickschnack

von Jörg Schröder

Mittlerweile gibt es auch für nicht in Forschung und Lehre hauptberuflich Engagierte ausreichende Gelegenheiten moderne Präsentationstechnik einzusetzen.

Ob zu Großmutter 80. Geburtstag, anlässlich eines Studiengruppentreffens oder auf großer Bühne – nie war es leichter nahezu professionelle Präsentationen zu erstellen.

Zwar ist es richtig, dass der Informationsgehalt einer Präsentation nicht davon abhängt, ob der Folienhintergrund unifarben  oder im feinen Look gebürsteten Titans daherkommt.

Klar ist aber auch, dass eine Stunde gelbe Schrift auf blauem Grund die Zuhörer schneller ermüdet als eine etwas abwechslungsreichere Darbietung desselben Inhaltes.

Eine Mail in einer internationalen Endodontie-Newsgroup weckte meine Neugier und ich klickte auf www.keynotethemepark.com . Für Benutzer der Präsentationssoftware „Keynote“ stehen hier für relativ wenig Geld recht interessante Themen und Elemente zum Download bereit.

Wobei es nicht unbedingt Titan sein muss.

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EPT sei Dank

von Bonald Decker

Der nachfolgende Fall wurde uns vor einiger Zeit zur endodontischen Therapie überwiesen.

Kurz zur Vorgeschichte: Der junge Patient hatte vor ca. 18 Monaten ein Frontzahntrauma mit folgenden Diagnosen erlitten: Avulsion Zahnes 21; extrusive Dislokation Zahn 22 (≤ 1mm)

Obgleich damals initial eine adäquate Behandlung durch den Hauszahnarzt durchgeführt wurde (Replantation bzw. Repositionierung mit anschliessender Schienung), wurde eine weiterführende Behandlung bzw. Nachsorge verpasst. Erst dank der Aufmerksamkeit eines neuen Kollegen in der Behandlerpraxis wurde ca. 18 Monate nach der Erstversorgung ein aktuelles Röntgenbild angefertigt.

Nachdem die Überweiser zu der Überzeugung kamen, dass beide Zähnen eine apikale Aufhellung bei negativem Sensibilitätstest (Kälte) aufwiesen wurde eine Behandlung der Zähne durch uns vorgeschlagen.

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis bestätigten sich zunächst die bereits erhobenen Befunde. Allerdings fiel uns eine deutliche (Teil-)Obliteration des Wurzelkanalsystems an Zahn 22 ins Auge. Der zusätzlich durchgeführte elektrische Sensibilitätstest (EPT:Elektrischer Pulpa Tester; Elements Diagnostic Unit; SybronEndo) zeigte bei diesem Zahn Hinweise auf eine sensible Pulpa. Daher beschränkten wir uns zunächst auf die Behandlung des Zahnes 21 (zweizeitiger apikaler MTA-Verschluss mit anschliessendem Guttapercha/Sealer-Backfill und adhäsiver Deckfüllung nach Ca(OH)2-Einlage) und vereinbarten regelmässige Nachkontrollen der betroffenen Zähne.

Bereits 6 Monate postoperativ zeigt sich eine deutliche Remission der apikalen Aufhellung. Ferner scheint nun an Zahn 22 ein „normal“ ausgebildeter PA-Spalt erkennbar. Diese radiologische Erkenntnis deckt sich weiterhin mit dem abermals positiven Sensibilitätstest mittels EPT.

Bei aller Freude über das bisher erzielte Ergebnis bleibt für uns das Fazit, dass insbesondere bei komplexen Fällen für eine korrekte Diagnosestellung mit der sich daraus ergebenden Therapie möglichst viele Befunde herangezogen und erhoben werden sollten…  und dies bedeutet ggf. auch dem „Mehreinsatz“ zusätzlicher diagnostischer Hilfsmittel. Zum Wohle unserer Patienten… Dem EPT sei (in diesem Falle) Dank

PS: Einen lesenswerten Artikel zu diesem Thema gibt es u.a. hier

Dens in dente

von Festan Cherv

Im vorliegenden Fall stellte sich eine 20 jährige Frau mit einem dunkel verfärbten, auf Kältereiz nicht reagierenden 12 vor. Klinisch war der Zahn leicht perkussionsempfindlich. Es waren keine Anzeichen für traumatische Taschentiefen oder eine Fistel gegeben.  Im Rahmen einer Retentionstherapie nach KFO war der Zahn palatinal mit einem Draht und Komposit gefasst. Das Röntgenbild zeigte eine apikale Läsion, die den Verdacht auf eine Gangrän bestätigte.

Die sichtbare Anatomie zeigte eine Anomalie: der Zahn 12 enthielt einen Dens in dente, eine Einstülpung palatinal, die sich tief in die Wurzel erstreckte.

Die Diagnose lautete daher Gangrän eines devitalen Zahnes mit einem Dens in dente. Die apikale Läsion schien primär vom Dens in Dente auszugehen. Als Ursache für die Gangrän war zum einen die insuffiziente Verklebung des Drahtes palatinal mit ausgedehnter Karies unter dem Komposit sowie die kieferorthopäischen Kräfte der abgeschlossenen KFO Therapie zu diskutieren.

Der Dens in Dente schien der Klasse II oder III nach Oehlers anzugehören. Die Klasse II unterscheidet sich von der Klasse III durch das eigenständige Foramen des Dens in Dente bei Klasse III Fällen.

Aufgrund der Gangrän war eine endodontische Behandlung beider vermuteter Wurzelkanalsysteme indiziert. Nach Trepanation stellten sich zwei Kanaleingänge für das eigentliche Kanalsystem wie an den mesialen und distalen Rand  neben dem Zugang des Dens in Dente gequetscht dar; Sondierungen führten zu immer wieder veränderlichen Längen. Es wurde vermutet, daß die Kontinuität durch den Dens in Dente unterbrochen oder verlegt war. Bei eindeutiger Kanalverlaufsbestimmung wäre ein Behandeln der offensichtlichen zwei Kanäle des eigentlichen Zahnes und ein separates Behandeln des Dens in Dente- bei Belassen der Anatomie des Dens in Dente –  indiziert gewesen. Aufgrund der Unübersichtlichkeit des Kanalverlaufes wurde in diesem Fall jedoch die Entfernung des Dens in Dente erwogen.

Da die zweidimensionalen Röntgenaufnahmen keine weiteren Aufschlüsse über den Kanalverlauf brachten, wurde ein Accuitomo DVT angefertigt. Der Behandler entschied sich aufgrund des verdrängenden Verlaufs des Dens in Dente für eine Entfernung des Dens in Dente.

Dies gelang mit Hilfe des Dentalmikroskops, auch wenn die Schmelzanteile des Dens in Dente eine herkömmliche Entfernung mit Rosenbohrern erschwerten.

Nach Entfernung des Dens in Dente konnte das lateral-mesiale Foramen des Dens in Dente und die apikalen Verläufe der normalen Wurzelkanäle dargestellt  werden; nach einer CaOH Einlage, Hypochlorit- und CHX Spülung sowie Ultraschallaktivierung wurden die apikalen Wurzelkanalstümpfe thermoplastisch gefüllt, indem zwei Guttaspitzen nacheinander mit Sealerbeschickung der apikalen Spitze der Gutta appliziert und dann unter dem Dentalmikroskop abgeschnitten und verdichtet wurden . (Beefill) Die anschließende Abdichtung des Foramens des Dens in Dente wurde mit MTA vorgenommen. Der Zahn wurde nach Aushärtung des MTA mit einem Glasfaserstift, der umgekehrt eingesetzt wurde ( weil der ausgedehnte Hohlraum so voluminöser von dem Glasfaserstift ausgefüllt werden konnte), adhäsiv versorgt.

Einen schönen Überblicksartikel findet man von Manuela Baumgart, Stefan Hänni, Beat Suter und Adrian Lussi der Klinik für Zahnerhaltung,Präventiv- und KinderzahnmedizinUniversität Bern in der Schweizerischen Monatszeitschrift SSO Volume 07/2009.

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Valo LED Polymerisationslampe (Ultradent) – Ein Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann


Die Valo LED Lampe von Ultradent  ist nicht ganz neu auf dem Markt und sowohl Olaf Löffler als auch Stefan Verch haben sich hier bei Wurzelspitze schon euphorisch darüber geäußert.

Ich hatte in den letzten Monaten die Möglichkeit, diese Lampe auszuprobieren.
Hier meine Erfahrungen kurz zusammengefasst:

Zunächst war ich ein wenig enttäuscht.
Vielleicht hatte ich, angesichts der euphorischen Berichte, zuviel erwartet.

Ich glaube jedoch eher, daß es daran lag, dass ich schon zu lange mit Akku LED Polymerisationslampen gearbeitet hatte. Denn die Valo LED Lampe ist für mich die beste kabelgebundene Lampe auf dem Markt und hätte ich bislang mit konventionellen Lampen gearbeitet, wäre ich überglücklich gewesen, mit einer Lampe zu arbeiten, die erfreulich,  ja erstaunlich   klein ist, aber denoch gut in der Hand liegt und deren Kabel so gut wie nicht spürbar ist. Nach über 3 Jahren des kabellosen Arbeitens war es für mich jedoch  wieder eine Umstellung, mit einer kabelgebundenen Lampe zu arbeiten. Nichts, woran man sich nicht wieder gewöhnen könnte, wenn man müsste, aber solange meine Bluephase einwandfrei funktioniert,  ist das Bessere, in diesem Falle das Freierbewegliche der Feind des Guten. Sofern der Akku mitmacht, wohlgemerkt, denn bei Ultradent hat man sich nicht ohne Grund für eine akkulose und damit in diesem Aspekt fehlerunanfällige Lösung entschieden. Und  – ich könnte mir gut vorstellen, daß Kollegen, die mit akkubetriebenen Geräten schlechte Erfahrungen gemacht haben, gerne auf die Valo zurückgreifen werden.

Noch zwei Dinge, die mir aufgefallen sind.
Bestimmte Areale (zum Beispiel unter permanentem  Dentalmikroskopeinsatz und mit Ultraschallansätzen rein indirekt präparierte Zahnhalskavitäten an einem endständigen Zahn 46 distal) sind schwierig zu erreichen. Der Kopf der Valo ist nämlich gerade, trägt also keinen der bekannten gebogenen Glaslichtleiter. Ein Schrägstellen der Lampe ist notwendig, wird jedoch durch die Mundöffnung im Einzelfall limitiert.  Des weiteren ist durch den fehlenden Lichtleiter generell auch  die Aufsicht auf die Kavität von okklusal eingeschränkt. Man kann nicht so einfach am Lampenkopf vorbeischauen. Nicht in jedem Fall, aber in bestimmten Situationen ist dies zwar kein Drama, aber doch gewöhnungsbedürftig oder zumindest auffällig.

Das wars aber schon mit den kleinen Nörgeleien. Bitte nicht missverstehen, ich möchte nicht Erbsenzählen, nicht im Baedeckerschen und erst recht nicht  im Beckmesserschen Sinne. Denn die Valo eine sehr gute Lampe, die handlich  und zuverlässig ihren Dienst tut.  Und – wenn man die nachwievor in der Mehrzahl der Praxis betriebenen Halogenlampen als Referenz heranzieht – ein Riesenfortschritt. An der Einheit montiert (innerhalb von Sekunden machbar)  immer funktionsbereit und auch unter Hygienegesichtspunkten einwandfrei, die vorhandenen und praktikablen Einmalschutzhüllen zur Verhinderung von Kreuzkontaminationen vorausgesetzt.

Ich schreibe über besagte kleine,  subjektive Auffälligkeiten, damit sich Jeder, der sich  ernsthaft für  eine Valo interessiert, speziell diese Aspekte genauer anschauen und für sich selbst bewerten kann,  ob er damit seinen Frieden machen und dann bewußt seine Entscheidung für das Gerät treffen kann.  Sicherlich eine gute Investition, die Valo ist ihr Geld wert. Ungeachtet dessen gibt es Gründe (wie Alles im Leben Geschmacksache), akkubetriebene Geräte zu verwenden.

Apropos Zuverlässigkeit.
An unserer Bluephase Lampe (mittlerweile Generation 2) ist wieder einmal ein Defekt zu beklagen.
Das Display leuchtet nicht mehr.

Was darf eine PZR kosten?

von Christian Danzl

Samstag Vormittag, Radio Bayern 3. Hier wird der Bürger regierungsnah informiert (vgl. „Democracy„, Gerhard Polt, Der Standort Deutschland).

Und hier wurde informiert!

Klare Aussage:

Eine professionelle Zahnreinigung darf 60,- € kosten.

Mehr nicht.

Und wer mehr zahlt, zahlt definitiv zu viel! Und wird mal wieder vom geldgierigen Zahnarzt über den Tisch gezogen (es gibt ja auch Zahnarztpraxen, die sogar 80,- bis 180,- Euro verlangen sollen!!!).

Bestandaufnahme, Plaqueindex, Blutungsindex, Beläge anfärben, Aufklärung, Munghygieneinstruktion, Unterweisung in Putztechnik, Zahnseide, Interdentalbürsten, Taschentiefenmessung, 32 Zähne von Ablagerungen sub- und supragingival, von harten und weichen Belägen befreien, dunkle Verfärbungen wegpolieren, Sandstrahlen, Intensivflouridierung ……

Was erzähl ich hier? Wer hier mitliest, weiss, was es für ein Aufwand ist, ein Gebiss auf Hochglanz zu bringen.
Nicht nur Arbeitsaufwand. Auch materieller Aufwand. Verbrauchsmaterialien, Verschleissteile…

Klar. 60,- € mag durchaus ein reeller Preis sein für eine PZR, aber nicht für für das volle Programm und nicht in jedem Gebiss und in jeder Praxis.

Ich würde sagen, dass 60,- € OK sind für 5 min bis zu 45 min Behandlungsdauer, je nach Praxisstruktur und -lage. Da kann man sich selber ausrechnen, wieviel von der o.g. Liste abgearbeitet werden kann.

Aber, wer mehr als 60,- zahlt, zahlt zuviel!
Das war die klare Aussage.

Und da sind wir wieder bei der deutschen Gleichmacherei. Egal wie lange, egal wie viel, und Hauptsache billig.

Und ganz wichtig: der Arzt/Zahnarzt verdient sowieso zuviel. Schon mal ganz pauschal.

Auf welche Aussagen werden wir wohl vergeblich warten:

  • ein Friseurbesuch darf nicht mehr kosten als 40,- €
  • ein Neuwagen darf nicht teuerer sein als 8.000,- €
  • Steuersätze dürfen nicht höher sein als 15 %
  • eine Krankenkasse darf mehr als 150,- € im Monat kosten
  • die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte darf nicht mehr als 200.000,- € kosten

Auf welche Aussagen wir wetten können:

  • alle Ärzte/Zahnärzte rechnen falsch ab
  • Zahnersatz ist billiger aus dem Ausland, der Zahntechniker vor Ort ist zu teuer
  • Krankenkassen haben Milliardendefizit, Behandlungen zu teuer

So, und jetzt ab zur Verwaltungshelferin und die PZR billiger machen!!!
Nicht, dass nächste Woche im Radio die Praxen verlesen werden, wo die PZR zu teuer ist ;-)


Süsser Laden

von Olaf Löffler

Hier ein interessanter Link für alle die es gern süss wollen und dennoch ihre Umsatzzahlen beim Zahnarzt drücken wollen.

Die dritte Dimension (II)

von Christoph Kaaden

Die Erkenntnis ist eigentlich alles andere als neu. Bereits 1961 konnten Bender and Seltzer in-vitro nachweisen, dass „konventionelle“ dentale Röntgenaufnahmen häufig nicht in der Lage sind tatsächliche Ausmasse apikaler Parodontopathien darzustellen. Dies gilt insbesondere für den Unterkiefer. Das Fazit Ihrer Untersuchungen lautete daher:

Lesions in cortical bone can be detected roentgenographically only if there is perforation of the bone cortex, erosion from the inner surface of the bone cortex, or extensive erosion or destruction from the outer surface. Lesions in cancellous bone cannot be detected roentgenographically. Extensive disease of bone may be present even when there is no evidence of it on roentgenograms.

Bender IB, and Seltzer S: Roentgenographic and direct observation of experimental lesions in bone I. J Am Dent Assoc 62:152-60, 1961

Der nachfolgende Fall unterstreicht diese Erkenntnisse eindrucksvoll. Während sich die Einzelzahnaufnahmen als wenig aussagekräftig erwiesen zeigte die angefertigte DVT-Aufnahme ein anderes Bild. Hier konnte eine knapp 10 Millimeter grösse apikale Osteoloyse endodontischen Ursprungs des alio loco behandelten Zahnes 47 als Ursache für das bestehende Beschwerdebild ausgemacht werden. Die weiterhin intakte bukkale bzw. linguale Kortikalis verhinderte eine adäquate Beurteilung durch die Einzelzahnaufnahmen…

Ich will meine Zähne gebleicht haben !

von Hans – Willi Herrmann

Vermutlich kann ein Aussenstehender nicht nachvollziehen, wieviel Wahrheit, wieviel Tragik im nachfolgenden Video steckt. Dabei läuft es genau so ab, Tag für Tag. Gewiss nur selten so geballt, aber frustrierend genug.

Danke an Michael Logies, den Wallenhorster Kollegen und Betreiber der „Zahnmed“ -Internetnewsgroup, für den Link.

„Rote Liste forte“

von Christian Danzl

Zahnärzte sind – im Gegensatz zu Allgemeinärzten und Internisten – nicht Helden des Rezeptblockes. Meist beschränkt sich das Rezeptieren auf Antibiotika und Analgetika oder auch mal ein Fluoridpräparat. Somit ist der normale Zahnarzt nicht immer der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen von Wirkung und Nebenwirkung bei Arzneimitteln geht.

Trotzdem ist das Wissen um die Medikamente, die der zu behandelnde Patient einnimmt, hin und wieder von großer Wichtigkeit für die Therapie beim Zahnarzt.

Eine große Hilfe ist hierfür die Rote Liste, oder auch das hier von Olaf Löffler vorgestellte iPhone App, besonders, wenn es darum geht sich einen schnellen Überblick ber Dosierung und/oder Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu Verschaffen.

Hin und wieder sind jedoch auch Hintergrundinformationen zu Medikamenten für den Zahnarzt interessant. Diese sind zu erfahren auf den Homepage der Arzneimittelkomission der deutschen Ärzteschaft AkdÄ.

Hier finden sich Informationen über Arzneimittelsicherheit (Drug Safety Mail, Rote Hand Briefe), Arzneimitteltherapie (neue Arzneimittel, Therapieempfehlungen…), Stellungnahmen von BMG, der europäischen Kommission, des G-BA und des IQWiG, sowie ein Online-Formular zum Melden von UAW.

Sehr interessant ist auch das Archiv des AVP-Bulletins.
Zitat:
„Arzneiverordug in der Praxis (AVP).
Besondere Schwerpunkte bilden kritische Übersichten über den therapeutischen Stellenwert von Arzneimitteln, Belange der Arzneimittelsicherheit im Sinne unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) und Preisvergleiche für ausgewählte Wirkstoffe.“

Die Seite ist für den Zahnarzt nicht absolut unverzichtbar, aber sie liefert gelegentlich schöne Hintergrundinformationen.

Gib‘ mir ein C!

von Ronald Wecker

Der erste Blick auf das präoperative Röntgenbild, sowie die Aussage des Überweisers, er könne nur 2 Kanalsysteme in einer für ihn nicht nachvollziehbaren räumlichen Beziehung zueinander darstellen, liess bei diesem 37 ein c-förmiges Kanalsystem vermuten.

Nach Entfernen der Verschlussfüllung konnte mesiolingual ein kreisförmig ausgearbeitetes Orifizium, distal hingegen bereits eine Art „C“ dargestellt werden.

Die Unterschiede in der Dentinfarbe wiesen bei der vollständigen Freilegung des „C’s“ den Weg.

Der Austausch der Spülflüssigkeit, sowie eine eingebrachte Papierspitze zeigte eine Kommunikation aller Kanalanteile an. Das Kanalsystem verlief stark gewölbt unterhalb des bukkal gelegenen „Dentindoms“ wie ein im Raum gekrümmter Spalt.

Apikal zeigte sich ein weites Foramen von mindestens ISO 70. Darunter gab es eine ausgedehnte knöcherne Krypte. Diese Tatsache bestimmte das Vorgehen bei der Obturation:

Um den nicht einsehbaren Teil des spaltförmigen Kanalsystems optimal zu verschliessen ist einer reine Injektionstechnik der Vorzug zu geben. Der notwendigerweise aufzubauende hydraulische Druck hätte jedoch sehr wahrscheinlich eine massive Extrusion von Guttapercha und Sealer in den Periapikalraum zur Folge gehabt.

Deshalb erfolgte die Obturation Bereichs oberhalb des Foramens nach Anlegen eines periapikalen Widerlagers mit MTA. Um ein Einpressen in den mesiolingualen Kanalanteil zu verhindern wurde dieser mit einer Papierspitze ausgeblockt. Nach röntgenologischer  Kontrolle des MTA-Plugs erfolgte dann die Obturation des „C“ in Squirt-Technik.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anschliessend wurde nach Insertion mehrerer Quarzfaserstifte als Schrumpfungshemmer der mittlere und koronale Kanalanteil dentinadhäsiv verschlossen.

Neben dem vorläufigen Behandlungsergebnis hat mich am meisten die Aussage des Patienten  gefreut, nachdem wir uns gemeinsam ein paar Videosequenzen angeschaut hatten: „Ohne Mikroskop wäre das doch gar nicht zu behandeln!“.

Glück gehabt

von Bonald Doppeldecker

Über die Wurzelspitzenresektion wurde hier schon viel geschrieben.

Heute möchte ich einen Fall vorstellen, welcher viel Zeitaufwand benötigte und mir während der Behandlung (Entfernung von retrogradem Füllungsmaterial) einige Adrenalinspitzen verschafft hat.
Dem Patienten musste ich zu Behandlungsbeginn sagen, daß sein Zahn gegen fast alle Therapieoptionen ein gewisse Resistenz zeigte und man vernünftigerweise eine alternative Behandlungsoption ohne Zahnerhalt mit größeren Erfolgschancen wählen sollte. Der Patient wollte jedoch noch einen Versuch wagen.

Für den Behandler können solche Fälle einen gewissen sportlichen Reiz haben. Wenn der Zahn erhalten werden kann, symptomlos ist und auch noch eine röntgenologische Heilung zeigt, ist der Behandler ein Held.

Ist das so? Nein, es war Glück. Pures Glück für den Patienten und manchmal ist so eine riskante Entscheidung doch gut gewesen. Schaun wir mal wie lange es währt…

Die Chancen vor der Resektion wären deutlich besser gewesen, aber wie sagt man so schön: „Hätte der Hund nicht, dann…“.

Zum Fall selbst. Die retrograden Füllungen konnten von orthograd distal komplett entfernt werden. Mesial war retrogrades Füllungsmaterial in einem isthmenartigen Bereich fest anhaftend und nicht ohne große substanziellen Verluste erreichbar. Deshalb wurde dies belassen.

Die Spülung erfolgte schall- und ultraschallgestützt mit Zitronensäure und NaOCl. Die abschließende Wurzelfüllung gelang mit ProRoot MTA weiss (Dentsply).

Glücksfall

Glücksfall

ÖG Endo – Gründungskongress

von Christoph Kaaden

am 22./23. Oktober 2010 findet in Wien der Internationale Gründungskongress der Österreichischen Gesellschaft für Endodontie, kurz „OEGENDO“ statt.

Die Agenda verspricht ein breit gefächertes Programm mit namhaften Referenten wie Gilberto Debelian und Gianluca Gambarini.

Besonders gespannt darf man wohl auf die Ausführungen von Ghassan Yared zur Wurzelkanalpräparation mit einem einzigen Instrument sein…

Der Leuchtmittelmarkt

von Hans – Willi Herrmann

Letzten Montag bei Praxisbeginn stellen wir fest, daß eine ganze Reihe von Birnen über das Wochenende den Geist aufgegeben haben.
Im Flur. In der Patiententoilette. Am Behandlungsstuhl. Jeweils exotische „Leuchtkörper“, die es im Elektrofachhandel meist nur auf Bestellung gibt. Keine Ahnung warum die Birnen im Verbund die Funktion eingestellt haben, aber ich weiß wenigstens seit einiger Zeit, wo ich schnell und kostengünstig Ersatz bekomme, nämlich hier, beim Leuchtmittelmarkt.
Hier gibt es auch eher selten nachgefragte  Glühbirnen, die in der Zahnarztpraxis des öfteren gebraucht werden, im Fachhandel vor Ort aber möglicherweise nicht vorrätig sind.

Meist wird schon am nächsten Tag geliefert, spätestens jedoch nach 2 Tagen sind die Leuchtmittel in der Praxis.
Auf Rechnung, bei niedrigem Preis. Und die Auswahl ist riesig.

Made in PRC – Teil 3

von Bodald Necker

In der Zwischenzeit war der Patient zum Einsetzen da.
Besser: Er wäre zum Einsetzen da gewesen, wenn der ZE gepasst hätte.

Also, neue Abdrücke und wieder über das deutsche Labor nach China.

Nach 14 Tagen war er wieder da, der ZE. Es wurde wieder eine Einprobe bestellt, es wurde aber wieder ein fertiggestellter ZE geliefert. Also wieder keine Einprobe.

Gut.

Fast gut.

Der OK-ZE hat gepasst, der vom UK nicht.

Vielleicht das nächste mal…..

Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Der (mögliche) deutliche Mehraufwand auf zahnärztlicher Seite wird sich irgendwo in der Kalkulation niederschlagen müssen. Wir, und wahrscheinlich sehr viele andere Kollegen werden nicht bereit sein, schlechtere zahntechnische Arbeiten durch gesteigerten zahnärztlichen Aufwand (mehrere zusätzliche Termine, erneute Abformungen) unbezahlt zu kompensieren.
Somit ist der Preisvorteil des fernöstlichen zahntechnischen Anteils verspielt.

Letztlich wird der Billigzahnersatz aus Billiglohnländern genauso teuer werden, wie vor Ort angefertigter ZE. Zumindest, wenn es um aufwändigere Arbeiten geht.

Hier noch ein paar Eindrücke…..

Frontzahntrauma – die Auflösung

von Ronald Wecker

Die Abstimmung zeigt, dass offensichtlich mehrere Therapieoptionen möglich sind.

Das Abwarten der Revaskularisierung bei avulsierten und massiv intrudierten Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum ist nicht zu favorisieren. Da es in beiden Fällen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zu einer Zerstörung des Nerv-Gefässbündels gekommen ist, sollte das in der Folge nekrotisch gewordene Pulpagewebe ca. 7-10 Tage nach Reposition/Trauma entfernt werden, um das Risiko eines resorptiven Geschehens zu minimieren.

Sowohl die chirurgische Reposition beider Zähne, als auch das Belassen von 11 in der elongierten Position bei gleichzeitiger chirurgischer Reposition von 12 oder die kieferorthopädische Reposition von 12 wäre denkbar gewesen.

Ursprünglich hatte ich aufgrund der Tatsache, dass sich 12 mit seiner mesialen Frakturkante mit 11 verkeilt hatte daran gedacht beide Zähne chirurgisch zu reponieren. Eine antiresorptive Therapie wäre sicher sinnvoll gewesen. Das Zahnunfallzentrum in Basel empfiehlt dazu den Einsatz von Emdogain und Dexamethason. Im vor einiger Zeit hier von Christoph Kaaden vorgestellten Dental Trauma Guide wird  dazu eine Lagerung in 2%-iger Natriumfluoridlösung für 20 Minuten empfohlen.

Nun zusammengefasst wie es wirklich ablief:

6 Tage nach Trauma und Reposition 11 wurde eine systemische Antibiose mit Doxycyclin eingeleitet. Nach Entfernung der rigiden Schienung wurde ein Titan-Trauma-Splint von 13 nach 21 eingeliedert.

10 Tage nach Trauma wurde zunächst 11 initial endodontisch therapiert. Das nekrotische Pulpagewebe wurde entfernt und der Kanal nach ultraschallunterstützter Irrigation mit CaOH2 gefüllt. Anschliessend wurde die semirigide Schiene entfernt um Zahn 12 chirurgisch zu reponieren. Zahn 11 zeigte maximal Beweglichkeit Grad 1.

Nach Auflösung der Verkeilung mit einem sehr feinem Finierdiamanten wurde versucht den Zahn mit einer diamantierten grazilen Zange zu reponieren. Aufgrund der tiefen Intrusion und dem Verlust eines Großteils der klinischen Krone misslang dies. Die Zange konnte nicht angesetzt werden, ohne dass sie abrutschte. Nach Entfernung eines distopalatinal von 11 gelegenen knöchernen Sequesters (1×3 mm) wurde unter dem Mikroskop und unter relativer Trockenlegung die Pulpakammer an 12 eröffnet und nach Aufbereitung CaOH2 eingelegt. Dank sehr guter Assistenz gelang dies gut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die nach Sequesterentfernung gelegten Einzelknopf- und Matratzennähte wurden 2 Tage später entfernt. Im Nahtentfernungstermin wurde ein Attachment zur kieferorthopädischen Extrusion geklebt. Diese begann weitere 5 Tage später.

In der Folge wird der Verlauf der Behandlung regelmässig klinisch und röntgenologisch überprüft. Klinische Kontrollen erfolgen wöchentlich in den ersten 4 Wochen nach Trauma. Die periapikale Situation wird 4, 12, 24 Wochen nach Trauma überwacht. Die weiteren Röntgenkontrollen erfolgen jährlich.

Nicht unerwähnt kann bleiben, dass die wertvollen Tips und Hinweise von Dr. Gabriel Krastl und Prof. Dr. Andreas Filippi, beide am Zahnunfallzentrum in Basel tätig, massgeblich zum bisher positiven Verhandlungsverlauf beigetragen haben. Ihnen gilt mein besonderer Dank.

5 Jahresrecall

von Donald Wecker

Die Patientin sah der Behandlung skeptisch entgegen. Die Chancen wurden von meiner Seite mit unter 80% angegeben.
Erst mussten beide Stifte entfernt werden. Der Gewindekontrast der Stifte im Röntgen ließ eine moderate Schwierigkeit vermuten. Eine Perforation, oder „Fastperoration“ durch die Stiftbohrung war durchaus zu erwarten. Dazu kam die Infektion des Kanalsystems, welche sich in Form einer apikalen Periodontitis, oder besser Läsion endodontischen Ursprungs präsentierte.

Die Behandlung zog sich über mehrere Sitzungen hin. Heute sieht man den wahrscheinlichen Behandlungserfolg.

5Jahresrecall

5Jahresrecall

Ist der Behandlungserfolg vorhersagbar?

Meiner Meinung nach, nein. Die möglichen Probleme sind oftmals im konventionellen Röntgenbild und bei der ersten klinischen Insprektion nicht erkennbar.

Wird uns die digitale Volumentomographie die Vorhersagbarkeit bringen. Was meinen Sie?

Saving hopeless teeth (XVIII) Apikale Aufhellung (23)

von Bonald Decker

Zugegebenermaßen könnte ich bei der initialen Befundung und Beratung der nachfolgenden Patientin keine absolute Einschätzung über die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Revisionsbehandlung geben. Die Ausdehnung der apikalen Aufhellung und die bestehende Furkationsbeteiligung hätten auch eine Extraktion ohne Zweifel gerechtfertigt.

Nachdem prä- wie intraoperativ u.a. eine vertikale Wurzelfraktur als Ursache für den massiven Entzündungsprozess sehr unwahrscheinlich erschien konnten wir die Behandlung nach zweimaliger Ca(OH)2-Einlage mit der Wurzelkanalfüllung und postendodontischen adhäsiven Füllung abschliessen.

Circa 18 Monate postoperativ zeigt die klinische und radiologische Nachuntersuchung ein positives Bild. Während die apikale Parodontitis quasi ausgeheilt erscheint, liegt nach wie vor eine Beteiligung der Furkation vor. Gemessen an der Ausgangssituation besteht allerdings eine nicht unbegründete Hoffnung, dass auch hier eine weitere Remission zu verzeichnen sein wird.

Urlaub? – Urlaub!

von Christian Danzl

Es war immer schon so, und es wird immer so bleiben. Wenn die Sommerferien in einigen Bundesländern vorbei sind, gehen die in Bayern erst los.

Während die Kollegen von Wurzelspitze schon wieder hinter dem Mikroskop sitzen, habe ich mich gerade von meinem gelöst….

Die einen fahren in die Alpen zum Urlaub machen, die anderen wohnen und arbeiten da.

Die „Hausberge“ von Bad Reichenhall, Hochstaufen, Zwiesel, Predigtstuhl und das Lattengebirge laden wieder mal ein, erzwungen zu werden.

Eine kleine Tour zum Einstieg, auch gut mit Kindern zu erklimmen, ist der dem Predigtstuhl vorgelagerte Dötzenkopf. Er ist in gut einer Stunde zu besteigen und bietet eine schöne Aussicht auf Bad Reichenhall und auch nach Salzburg.

Frontzahn(alb)traum(a)

von Ronald Wecker

16-jähriger Patient, Frontzahntrauma vor 5 Tagen,

11 Avulsion, Lagerung in Wangentasche über mehr als 60 Minuten

12  Intrusion mit unkomplizierter Kronenfraktur,

13 Konkussion,

Erstversorgung alio loco: unvollständige Reposition 11, rigide Schienung 11/21 mit Metallnetz und Komposit palatinal, Nahtversorgung der Gingiva in regio 12, keine systemische Antibiose

Klinischer Befund:

Verlust von mehr als 50% der klinischen Krone von 12, subgingivale Lage der Restzahnsubstanz, 12 hat mesial Kontakt zur Wurzelfläche von 11,

Infrakturen an distaler Inzisalkante 11, 11 zeigt sich klinisch ca. 2mm länger als 21.

Palatinal keine Formkongruenz zwischen Alveole und Wurzeloberfläche

EPT und Kaltsensibilität negativ für 11 und 12, positiv für 13, 21, 22 und alle UK-Frontzähne

normaler Klopfschall 11 und 12, keine Mobilität an 11 und 12

Alter Hut

von Olaf Löffler

Das ist ein alter Hut, dachte ich. Das ifap Center kennt jeder.

Letztens war ich bei einem Kollegen und habe mit ihm einen Fall besprochen. Während des Gespräches entstanden Fragen nach einigen Medikamenten des Patienten. Der Kollege hatte eine alte, ziemlich zerlesene Rote Liste in Buchform. Diese datierte wohl aus dem Jahr 2003. Ein aktuelles Exemplar war nicht vorhanden. Auf meinen fragenden Blick erhielt ich als Antwort, was die Rote Liste derzeit kosten würde: „78€ + Versand!“

Dem Kollegen zeigte ich darauf hin das ifap Center. Vor 2006 ifap INDEX. Dies ist eine kostenfreie, allerdings werbefinanzierte Software, wenn man eines der hier aufgelisteten Programme nutzt. Die aktuelle Version wird als CD ROM quartalsweise kostenfrei zugesandt.

Oder man nutzt das Gratis App auf dem iPhone oder iPad.

Frontzahnnotfall Sonntagmittag Stuttgart

von Donald Becker

Letzter Urlaubstag. Sonntagnachmittag.
Meine Frau, unsere Tochter und ich  sind auf einer Radtour. Kurz vor Meisenheim, auf einer ebenso idyllischen wie abgelegenen Kopfsteinpflasterbrücke, klingelt mein Handy. Steve Jobs sei Dank, denn vor dem Iphone hatte ich mein Handy  nie am Mann.

Eine Patientin ist am Telefon.
Ihre 10 jährige Tochter hat sich mit einer Getränkeflasche ein Stück ihres Oberkieferfrontzahnes abgeschlagen. Es ist auch  ihr letzter Urlaubstag, sie sind in Stuttgart. Ob sie notfallmäßig einen Zahnarzt vor Ort aufsuchen solle.

Der Zahn ist mir nicht unbekannt. Die Fraktur ist Folge eines Sportunfalls mit 7 Jahren. Die Pulpa war eröffnet, ich hatte damals eine direkte Überkappung mit MTA vorgenommen. Ich biete der Mutter an, nach dem Zahn ihrer Tochter  zu schauen. Zwei Stunden Autofahrt von Stuttgart bis Bad Kreuznach, das würde reichen, um mit dem Fahrrad wieder heimzukommen.

Das abgeschlagene Zahnfragment ist vorhanden. Die Mutter hat es zu Desinfektionszwecken in eine Kontaktlinsenlösung gelegt. Ich rate ihr, in einer Apotheke einen Dentosafe, eine Zahnrettungsbox,  zu kaufen und das Fragment darin zwischenzulagern. Notfalls auch isotone Kochsalzlösung, die dürfte zumindest auch sonntags mittags auf jeden Fall erhältlich sein.

Am frühen Abend sehe ich Mutter und Kind. Die Überkappungsstelle ist nachwievor mit MTA und Glasionomerzement verschlossen. Keine akute Gefahr. Der Zahn reagiert nach 3 Jahren immer noch sofort positiv auf eine Sensibilitätsprüfung mittels Kältespray.

Und das  Zahnfragment ?  Liegt in Kochsalzlösung.

Die übereinstimmende Auskunft dreier Notfallapotheken in der Landeshauptstadt des Musterländle:  „Dentosafe!?! Kennen wir, haben wir aber nicht vorrätig“, so die einhellige Auskunft.

Das Zahnfragment habe ich wieder angeklebt. Ohne das MTA und dessen Abdeckung mit einem Liner wäre die Passung Fragment / Restzahnsubstanz besser, der Klebespalt deutlich geringer. Aber ich gehe davon aus, daß, sofern keine Getränkeflasche dazwischenkommt, die vorhandene Klebung wieder einige Jahre halten wird.

Made in PRC – Teil 2

von Bodald Necker

Nun ist der chinesische Zahnersatz per Post gekommen.

Wie ist er geworden?

Meiner Meinung nach sieht er aus wie aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nicht schlecht, aber gut auch nicht. Die Verblendungen sind einfach, ohne Struktur und lieblos, die Präzision Aussen- und Innenteleskop ist „poor“, Friktion stimmt zwar, aber wie lange?

Was war auffällig?

Die anfangs gut aussehenden Modelle haben ein wenig gelitten. Einige Gipsteile sind geklebt worden, ein Gips-Zahn mit Klebewachs fixiert. Transportschaden? Oder runtergefallen, wie es halt mal passieren kann? Wir sind gespannt, ob die Arbeit reingeht…

Wir haben also das erhalten, was wir erwartet haben. Wir haben keine tolle Arbeit erwartet und haben sie auch nicht bekommen.

Wird die Arbeit halten?

Ich glaube ja. Mindestens 2 Jahre, wahrscheinlich länger. Auch wenn mal was daran zu reparieren ist.

Wer macht das dann, wenn die 2 Jahre Gewährleistung abgelaufen sind?

Ich weiss es noch nicht, aber wahrscheinlich der Techniker vor Ort. Gegen ganz normale Bezahlung.

Alles entscheidende Frage:

Würden wir es wieder machen?

Nein. Wenn es irgendwie geht.

Wie es dem Patienten gefällt?

Der hat es noch nicht gesehen, eingesetzt ist die Arbeit noch nicht.
Aber ich werde berichten.

Schönen Urlaub!

von Jörg Schröder

Wurzelspitze macht bald Urlaub. Ich darf schon jetzt eine zahn- und kanalfreie Zeit geniessen.

Ich wünsche allen eine entspannte Zeit mit ihren Lieben.

eCard (2)

von Olaf Löffler

Überrascht hat mich die Meldung zur Einführung der eKarte.

Die ersten Reaktion im Blog hatten mich sehr nachdenklich gemacht und veranlasst nocheinmal etwas nachzulegen.

Die ersten Leser fanden den Beitrag eher unwichtig. Thomas Weber hat durch seinen Kommentar etwas mehr Beachtung für diesen Artikel gebracht. Danke Thomas.

Sind die Folgen dieser Einführung bekannt? Welches Prozedere erwartet die Praxen?

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Zitat: Südwestpresse, Ulm vom 19.06.2010 – Hinweis von Thomas Weber

In einer Blitzaktion hat der Bundestag mit den Stimmen von Union und FDP neue Regeln zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte verabschiedet. Das Gesetz verpflichtet die Krankenkassen Online-Dienste bereitzustellen, mit denen alle 187 000 Ärzte und Zahnärzte die Stammdaten auf der künftigen Versicherten-Chipkarte prüfen sollen. Die Pflicht gilt, sobald die neuen Kärtchen bereitstehen. Jedes Quartal soll dieser Abgleich stattfinden. Zu den Versichertenstammdaten gehören sensible Informationen wie Teilnahme an Chronikerprogrammen zu Brustkrebs oder Diabetes. Bisher war diese Kontrolle im Gesetz nicht vorgesehen.

Vor der Entscheidung haben Ärzte, Datenschützer und Patientenverbände an Gesundheitsminister Phillip Rösler (FDP) appelliert, den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Er war erst am Dienstag dem Gesundheitsausschuss zugestellt und gestern – kurz vor dem Fußball-WM-Spiel – im Parlament beschlossen worden. Die Kritiker erklärten: Arztpraxen seien keine „Patientenkontrollstellen“ der Kassen. Bis die Daten geprüft seien, vergingen bis zu 20 Minuten. Funktioniere der Abgleich nicht, könnten Ärzte Kranke nur gegen Rechnung behandeln. Die Einführung der E-Karte koste bis zu 14 Milliarden Euro. Für die Tests hätten die Kassenmitglieder bereits 1,5 Milliarden Euro bezahlt. Der deutsche Ärztetag hat die E-Karte und diesen Stammdatenabgleich noch im Mai abgelehnt.

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Unsere Praxen werden per DSL ( soweit vorhanden ) Online angebunden sein. Die Absicherungen der Praxisserver wird nicht unbeträchtliche jährliche Kosten bringen.

Es werden Rezeptionshelferinnen mit dem Datenabgleich über Stunden beschäftigt sein. Insbesondere, wenn nur die Kartenlesegeräte online angebunden sein sollten, was am Quartalsanfang zu Problemen führt, wenn deutschlandweit Ärzte und Zahnärzte auf den Zentralrechner zugreifen.

Der administrative Aufwand wird an die Praxen delegiert. Der Nutzen für den Patienten ist gering bis nicht erkennbar.

Hier noch einige Links – für Sie und Ihre Patienten:

1. Mythos Gesundheitskarte

2. Einführung durch die Hintertür

3. Ärztezeitung

4. Ärzte als Spitzel

5. hier im Blog

Übergabe Entran

von Bonald Decker

In verschiedenen Blog- Beiträgen ist bereits über die Vorzüge des kabellosen Arbeitens in der Endodontie berichtet worden (Entran & Hot Tip/Hot Shot). Die so ermöglichten Arbeitsabläufe stellen für uns eine erhebliche Erleichterung hinsichtlich eines ergonomischen Arbeitens dar.

Ich möchte die jüngsten Beitrage von Christian Danzl über seine Erfahrungen mit dem Endo-Mate TC2 sowie Jörg Schröders Video zur Endo-Teamarbeit zum Anlass nehmen und mit einem Kurzvideo einen Einblick in unser Arbeiten mit den kabellosen Motoren ENTRAN zu gewähren.

Im „Hintergrund“ erkennt man abermals, welchen enormen Beitrag die Assistenz während der Behandlung leistet, indem sie die entsprechenden Instrumente und Geräte vorbereitet und „mikroskopgerecht“ übergibt und abnimmt…

PS: Um die Anonymität des Patienten zu wahren, habe ich das Video so beschneiden müssen, dass das Gesicht des Patienten nicht zu erkennen ist. Daher ist die Kameraeinstellung nicht ganz optimal…


C Shape Zahn 37

von Donald Becker

Der Patient kam 2007 zu uns.

Er hatte Beschwerden an Zahn 46 und 37, beide 6 Monate zuvor wurzelkanalbehandelt. Beide nachwievor  schmerzhaft. Der 37 jetzt akut, bei deutlicher apikaler und lateraler Aufhellung.

So war es auch an Zahn 36 abgelaufen und letztendlich war der Zahn dann vom Hauszahnarzt gezogen worden.

Wir haben die Wurzelkanalfüllung 37 revidiert.

Es fand sich ein C Shape – Kanalsystem, dessen Ausmaß erst  in Augenschein genommen werden konnte, nachdem wir die Hartsubstanz über dem Kanalsystem mit Ultraschall entfernt hatten. Es war offensichtlich, dass allein schon wegen dieser Obstruktion eine suffiziente Wurzelkanalfüllung bislang nicht möglich gewesen war.
Der Blick durch das Dentalmikroskop offenbarte aber auch, daß das durchgeführte  kalte WF – Verfahren in diesem Falle keine ausreichende  Abdichtung gewährleisten konnte.

Nach WF – Revision, Präparation, Desinfektion und Calciumhydroxideinlage war die  WF in thermoplastischer Füllweise nur noch Routine, wie eigentlich die gesamte Behandlung in diesem Fall  für uns zu den eher leichten Aufgaben gehörte.

Jetzt 3 Jahre später ist der Patient wieder da.
Mit akuten Beschwerden im Oberkiefer.

Die im Rahmen der heutigen Behandlungssitzung angefertigte Röntgenkontrollaufnahme von 37  zeigt eine komplette Ausheilung des ehemals vorhandenen apikalen Prozesses.

An der vielgepriesenen postendodontischen koronalen Abdichtung kann es nicht gelegen haben. Die ehemals vorhandene Kunststofffüllung ist nicht mehr vorhanden, es steht nur noch der von uns direkt nach WF angefertigte Verschluss der Trepanationsöffnung.


NSK Endo-Mate TC2

von Christian Danzl

Wie hier schon öfters berichtet wurde, bin ich ein Anhänger der Ghassan-Yared-Technik. Sie bringt mir persönlich in der Praxis oft eine große Erleichterung bei der Wurzelkanalaufbereitung. Der größte Nachteil – auch schon öfters beschrieben – ist die Abhängigkeit vom ATR Endo-Motor.  War eigentlich nicht so schlimm, da ich ja einen habe.

Aber trotzdem schielte ich immer neidvoll auf die neueren kabellosen Endo-Motoren wie den Entran von W&H, den NSK Endo-Mate TC2 und die damit verbundene Möglichkeit mit 2 Motoren arbeiten zu können – ein Motor arbeitet im Wurzelkanal, während der andere von der Helferin mit der nächsten Feile der Sequenz bestückt wird. Somit kann man sich mehr auf die Aufbereitung konzentrieren und wird nicht immer durch den Feilenwechsel aufgehalten. Natürlich kann man dieses Spiel auch mit zwei kabelgebundenen Motoren machen, aber ohne Kabel ist es deutlich einfacher.

Nach langem Überlegen habe ich mit doch dazu entschlossen 2 NSK Endo-Mate TC2 zu kaufen. Es wurden die NSK, da ich noch einen alten Maillefer X-Smart Motor habe, dieser ist mit dem NSK Endo-Mate DT Motor nahezu baugleich und somit sind die Köpfe kompatibel.

Fazit nach zwei Wochen Betrieb:

Ich habe mich fast geärgert, dass ich diesen Schritt nicht schon deutlich eher gemacht habe. Die Motoren sind leicht, handlich, äußerst laufruhig, die Kraft reicht überall hin und die Akku-Standzeiten sind vollkommen ausreichend (nach zwei Wochen in einer Generalisten-Praxis musste ich noch nicht nachladen). Es gibt 5 programmierbare Speicherplätze und eine akustische Warnung, wenn man sich der Drehmomentgrenze nähert. Durch Wechsel auf einen anderen Kopf mit Schleifkontakt gibt es auch noch die Möglichkeit ein ELM-Gerät anzuschiessen um während der Aufbereitung die Aufbereitungslänge zu überwachen. Noch ein schönes Detail ist, dass die Akkus Standart-Akkus sind: AAA Micro-Zellen, das heißt, man ist in 1-2 Jahren, sollten die Zellen nach dieser Zeit schon schwächer werden, beim Akkutausch nicht gleich wieder ein halbes Vermögen los.

Der ATR-Motor kommt jetzt nur noch für GYT zum Einsatz.

Finale

von Hans – Willi Herrmann

2 Jahre war die Vorgabe.

2 Jahre hatten wir uns gegeben, um die 100.000 Besucher Marke zu erreichen. Oder auch nicht. Dann würden wir weitersehen.

Jetzt sind wir, weit vor der Zeit, bei 160.000 Besuchern.

Mit –  in den letzten 3 Monaten – jeweils mehr als 15.000 Besuchern.

Ein Erfolg.

Definitiv. Denn es gibt keine Werbung für den Blog, die Verbreitung erfolgt über Mund zu Mund- Propaganda.

Ein großer Erfolg demnach.

Aber auch viel Arbeit. Viel Zeit, die investiert wurde.

Ich habe gestern kurz überschlagen. Vermutlich mehr als 200 der 566 Artikel habe ich geschrieben.  Bei einem durchschnittlichen Zeitaufwand von 30 Minuten immerhin mehr als 2,5  Arbeitswochen, die ich investiert habe. Ein Sommerurlaub. Für diesen Blog.

Zuviel Zeit.

Ich habe beschlossen, ich werde zukünftig kürzer treten. Und beschlossen,  keine täglichen Beiträge mehr zu schreiben.

Noch 5 Arbeitstage bis zum Urlaub.
Noch 1 Beitrag von jedem Autor bis zur Sommerpause.

Externe Resorption

von Ronald Wecker

Rückblickend hatte ich mich schon länger gewundert, warum sich bei diesem Patienten seit geraumer Zeit die Gingiva im Interdentalraum 15/16 als deutlich gerötet gezeigt hatte. Die Sondierungstiefen betrugen maximal 3mm, die Mundhygiene war gut. Dennoch kam es reproduzierbar zu Sondierungsblutungen, die der etwas engen Zahnstellung zugeordnet wurden.

Vor 2 Wochen berichtete der Patient über zunehmende Missempfindungen in regio 16. Bei der genauen Inspektion fiel eine kleine Unregelmässigkeit im Gingivalsaum von Zahn 16 auf. Die Parodontalsonde verschwand auf Anhieb mehrere Millimeter in Richtung palatinal. Das angefertigte Röntgenbild liess ein resorptives Geschehen vermuten.

Nach Entfernung der mit 17 verblocken Metallkeramikkrone zeigte sich das wahre Ausmass der Zerstörung. Die komplette Bukkalfläche sowie die Hälfte der mesialen Randleiste waren der Resorption bereits zum Opfer gefallen.

Nach Lappenbildung und relativer Trockenlegung konnte der Defekt dentinadhäsiv mit einem hochviskösen Komposit aufgebaut werden. Die Pulpa war großflächig durch das resorptive Geschehen eröffnet worden und wurde im Sinne einer Pulpotomie temporär versorgt. Die definitive endodontische Therapie wird folgen. Bereits nach 3 Tagen konnten die Nähte entfernt werden. Der Zahn ist seitdem vollkommen beschwerdefrei.

Ein präoperatives DVT hätte hier nach Entfernung der Metallkeramikkrone sicherlich genauere Auskunft über das wahre Ausmass der resorptiven Zerstörung geben können und die Entscheidung von Behandler und Patient zu Gunsten der prognostisch günstigeren implantologischen Versorgung beeinflusst. Über den weiteren Behandlungsverlauf wird hier an dieser Stelle berichtet.

QM und iPad

von Olaf Löffler

Das QM Handbuch der Wurzelspitzepraxen nimmt immer mehr Gestalt an. Ein besonderes Lob gilt unseren Mitarbeiterinnen, welche die Praxisinhaber beim Aufbau des QM Systems engagiert unterstützen.

Nach einem theorielastigen Freitag, welcher geprägt war vom Erstellen weiterer Arbeitsanweisungen, Checklisten und Prozessbeschreibungen kamen mir weitere Ideen zu den Einsatzmöglichkeiten des iPads in der Praxis.

Durch die Möglichkeit der Stichwortsuche kann es beispielsweise im QM Bereich sehr hilfreich sein, schnell auf Dokumente im QM Handbuch zugreifen zu können, auch wenn kein Computer zur Hand ist. Die derzeitige iWorksuite für iPad ist etwas eingeschränkt. Dies wird sich bestimmt, oder besser hoffentlich noch ändern ( mit iOS4 ?).

Dem Einsatz von iWork und dem iPad ist übrigens der nächste Kurs MacPlus in den Werkstattgesprächen Leipzig gewidmet.

1 1/2 Stunden – Teil I

von Bonald Decker

Letzte Woche rief mich ein Freund an, der seit Jahren als Mund-Kiefer-Gesichtschirurg in eigener Praxis tätig ist.

Er bat mich das Au-Pair-Mädchen seiner Familie weiterzubehandeln, dem er vor einigen Tagen einen OK-Molaren aufgrund starker Schmerzen trepaniert habe. Laut seiner Aussage habe der Zahn eine massive Karies (gehabt), die (zum Grossteil) entfernt wurde. Nach erfolgter Trepanation, Vitalextirpation und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage sei der Zahn nun mit einem Schaumstoffpellet und einem provisorischem Material verschlossen…

nach diesen Informationen bat ich ihn, dass die junge Dame bei nächster Gelegenheit einen Termin für 1 1/2 Stunden in unserer Praxis vereinbaren solle…

„EINEINHALB STUNDEN???“

klang es mir aus dem Handy entgegen…

Mir war klar, dass ihm dieser Zeitaufwand enorm und wahrscheinlich überzogen vorkommen musste. Bei der Betrachtung der klinischen und radiologischen Situationen war mir jedoch sehr schnell klar, dass ich mit meiner ersten zeitlichen Einschätzung nicht übertrieben hatte…

Nach knapp 90 Minuten war die Patientin vorab eingehend über die Behandlung und Alternativem aufgeklärt, der Quadrant mittels Kofferdam isoliert, der Zahn kariesfrei, mit einer adhäsiven Aufbaufüllung versorgt (das Anlegen der Matrize dauerte alleine gefühlte 15 Minuten), 4 Wurzelkanalsysteme präpariert und mit einer medikamentösen Einlage versorgt. Nach Verschluss der Zugangskavität mit einer zweischichtigen provisorischen Füllung (ohne Watte- od. Schaumstoffpellet ;-) ) war der Behandlungstermin beendet.

Wie wohl der befreundete MKG-Chirurg reagiert wenn er „erfährt“ das die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist?

Ich weiss es zum jetzigen Zeitpunkt nicht… werde es aber wohl erfahren und hoffe, dass er (wie ggf. auch andere) bei der Betrachtung der Bilder erkennt, warum eine solche Behandlung zeitlich umfangreich ist.

Endodontie ist Teamarbeit!

von Jörg Schröder

„Endodontie ist Teamarbeit !“ Das erfährt jeder, der sich in seiner Praxis überwiegend mit Endodontie befasst, früher oder später am eigenen Leib.
Der Behandler ist ohne Team, insbesondere beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop, nur halb so gut. Von der verschwendeten Behandlungszeit und schlimmstenfalls mediokren Behandlungsergebnissen ganz zu schweigen.

So allmählich setzt sich auch die Erkenntnis durch, dass Fortbildungen zum Thema „Teamarbeit unter dem Dentalmikroskop“ notwendig sein werden, um unsere Mitarbeiterinnen entsprechend aus- und weiterzubilden.

Mit den endodontischen Besonderheiten der Teamarbeit unter dem DM befasst sich im Rahmen der diesjährigen Frühjahrsakademie der DGEndo der Kurs von Hans-Willi-Herrmann und Jörg Schröder. An 8 vollausgestatteten Arbeitsplätzen können zahnärztliche Teams ihre Zusammenarbeit unter dem Mikroskop optimieren lernen.

Fortbildung vom Team für’s Team.
Listen. Watch. Do.

Für die Leser von WURZELSPITZE gibt es hier eine bereits eine kleine Vorschau.

The value of magnification

von Glenn van As

Microscope magnification comes in handy for many things in dentistry. We find the value of magnification to be important in diagnosis of problems. As we increase from 2.1 times magnification through to 20 times magnification the amount of visual information presented to the eye increases as the square of the magnification.

So at 2X magnification the human eye sees 4 X the amount of visual information as does the naked eye ( no magnification).

At 8X magnification we see 64X the visual information of the naked eye and 16X what we see at 2x mag.

At 20X mag we see 400X the visual information that we see with no magnification and in fact 100X that of 2X loupes.

In this case we had a patient with pain that was constant and he felt it was in the premolar region. The first premolar was the abutment of a bridge. The molars both had periodontal disease ( between 26 and 27).

On closer inspection one can see how the increasing value of magnification shows a vertical fracture from mesial to distal that was complete. With staining of methylene blue and separation of the facial and lingual pieces the understanding of the diagnosis of vertical fracture of tooth 25 becomes evident and the treatment ( extraction and replacement with an implant) can be undertaken.

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Neuer Gastautor

von Hans – Willi Herrmann

Und kommt der Prophet nicht zum Berg…

Von Anfang an schwebt eine englische Version unseres WURZELSPITZE – Blogs in unseren Köpfen. Bis jetzt ist nichts passiert diesbezüglich und ich gehe davon aus, daß -mangels Zeit – auch in absehbarer Zeit das Projekt ROOT TIP weiterhin auf Eis liegen wird.

Beim ROOTS Summit in Barcelona habe ich mich gefragt, ob wir nicht den umgekehrten Weg gehen sollten. Wenn wir schon nicht in Englisch schreiben,warum nicht englischsprachige Kollegen als Autoren zu WURZELSPITZE bringen.

Gesagt, getan.
Mit Glenn van As (ein Allgemeinzahnarzt aus Vancouver / Kanada)   ist unser erster internationaler Gastautor (weltweit bekannt als ein Mikroskopanwender der zweiten Stunde) ein Kollege, der seit mehr als einer Dekade national und international als ein echter blues brother „im Dienste des Herrn unterwegs ist“ und sich die Verbreitung der  Dentalmikroskopie auf die Fahnen geschrieben hat.

So wundert es nicht, dass sein erster Beitrag dem Nutzen der Vergrößerung gewidmet ist.
Als Auftakt einer ganzen Beitragsreihe, die sich mit  der Ergonomie der Dentalmikroskopie und der Integration des Dentalmikroskops in die allgemeinzahnärztliche Praxis befasst.

Welcome on board, Glenn !

e-Card

von Olaf Löffler

Jetzt soll sie doch kommen. Die e-Card.

Unheimlich ist mir diese Entscheidung, wenn man die Schnelligkeit der digitalen Welt betrachtet. Dem rasanten Wechsel der Kommunikationsmittel ist mancher nicht mehr gewachsen.

Und nun fällen Politiker Entscheidungen, welche in Ihrer Denkweise nicht unbedingt den Hauch vorausschauender Visionen spüren lassen.
Getrieben von der Weltgeschichte wirkt das Parlament und freut sich übers Atemholen dank einer Sportveranstaltung, welche früher die schönste Nebensache der Welt war.

Bevor wir nun weiter den dumpfen Tönen der WM-Fanfaren lauschen, ist es Zeit die Onlinepetition zum Stopp der e-Card zu unterschreiben.

Patriotismus

von Christoph Kaaden

Seit ein paar Tagen rollt der Ball wieder bei der Fussballweltmeisterschaft in Südafrika…

insbesondere in dieser Zeit scheint der Patriotismus für das eigene Vaterland besonders ausgeprägt zu sein…

und auch vor Zähnen macht – Schwarz – Rot – Gold nicht halt…

;-)


Ultradent Tilos System für Wurzelkanalaufbereitung

von Hans – Willi Herrmann

Im Vorfeld des ROOTS Summit IX in Barcelona wurde das neue Tilos – System der Firma Ultradent vorgestellt.
Es ist die Weiterentwicklung des Endo AET Systems. Die grundlegende Vorgehensweise einer oszillierenden maschinellen Aufbereitung wurde beibehalten und um Nickel- Titan – Feilen ergänzt.

Angesichts der Allgegenwärtigkeit rotierender Nickel-Titan-Systeme erscheint heutzutage ein solcher „Oldtimer“ eher unsexy und es gehört Mut und ein gehöriger Glaube an die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise dazu, ein so unkonventionelles System auf den Markt zu bringen.
Aber ganz so abwegig ist das Tilos -System ja gar nicht. Zum einen ermöglicht es eine circumferente Bearbeitung besser als rotierende Systeme, die ja allzuoft in einen ovalen unregelmäßig geformten Kanal ein mittiges kreisrundes Loch bohren. Und Torsionsbruch – Frakturen der Nickel – Titan Instrumente sind prinzipbedingt ausgeschlossen.

Schönes Detail am Rande – Eine Metallöse im Griff der Handinstrumente ermöglicht den komfortablen Einsatz eines Apex – Lokators durch Einklipsen.

Einen ersten Einblick in das System gibt das nachfolgende Video.


Saving hopeless teeth (XVII) Apikale Aufhellung (22)

von Ronald Wecker

Zustand nach zweimaliger Resektion, starker Substanzverlust, Sekundärkaries: eine Ausgangssituation, wie man sie sich „besser“ nicht wünschen könnte.

Die Frage des vom Oralchirurgen überwiesenen Patienten, ob dieser Zahn erhaltungsfähig wäre, liess sich nur Schritt für Schritt klären. Die Ursachen für die persistierende apikale Parodontitis waren schnell gefunden:

Die stark randspaltige Goldgussfüllung mit ausgedehnter Sekundärkaries harmonierte gut mit der nicht wandständigen Wurzelfüllung. Zudem war ein mesiobukkales Kanalsystem unaufbereitet geblieben. Nach dentinadhäsivem Aufbau, chemo-mechanischer Aufbereitung und einer CaOH2-Einlage heilte die mesiobukkal gelegene Fistelöffnung vollständig ab.

Die Obturation der Kanalsysteme mit MTA erfolgte aufgrund ausgedehnter apikaler Lysen nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers.

Die röntgenologische Kontrolle nach einem Jahr zeigt eine fast vollständige Ausheilung der apikalen Parodontitis.

Sensor oder Speicherfolie?

von Olaf Löffler

Die „Für und Wider“ – Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt.
Es werden Kostenaspekte vorgebracht, es werden Qualitätseinbußen beachtet. Die Ergonomie kommt etwas zu kurz weg.

Bringt mir ein Sensor mehr Ergonomie?
Das kann ich nur für mich und meine Praxis beantworten. Ich sage ja.

Beispiel:
Was ist in diesem Fall passiert?
Der Sensor war schlecht positioniert und ich musste diesen korrigieren. Das hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Der Sensor war mit Halter, welcher an der Röntgenröhre befestigt ist noch im Mund. Ich konnte diesen sofort besser positionieren. Das nächste Bild ist i.d. R. in Ordnung. Wird dies auch so einfach gehen, wenn ich alles neu einstellen muss. Kann ich die manchmal geringe Korrektur der Positionierung ebenso sicher erreichen?

Beispiel

Beispiel

Die Positionierung des Sensors ist für mich leichter handhabbar, als die Positionierung mit dem Zahnfilm. Ich sehe darin kein Problem, insofern man die von mir früher beschriebenen Sensorhalter nutzt.

Kosten und Reparaturanfälligkeit des Sensors ist ein weiteres Kapitel. Die Kosten eines Sensors sind für mich nicht nachvollziehbar und bewertbar. Sie sind jedoch abschreckend hoch und werden daher das Hauptargument gegen den Kauf sein.

Ich nutze den Kodak 6100 seit seiner Einführung. Dieser Sensor ist bisher nicht defekt gewesen und funktioniert ohne Probleme. Allerdings ist bei mir der Sensor an der Röhre befestigt und wird kaum umhergetragen.

Übrigens fertige ich alle Röntgenaufnahmen am Patienten in der endodontischen Behandlung selber an und kann daher als praktizierender Anwender berichten.

Übungszahn

von Christoph Kaaden

Endodontische Arbeitskurse sind in aller Regel stark von Abschnitten geprägt, in denen praktische Schulungen eine zentrale Rolle einnehmen.

Speziell bei Übungen zur maschinellen Präparation von Wurzelkanälen muss jedoch häufig auf Kunststoffblöcke ausgewichen werden, da natürliche, extrahierte Zähne zumeist garnicht bzw. nur im begrenzten Mass zur Verfügung stehen.

Jeder, der mit diesen jedoch schon Erfahrungen sammeln „durfte“, erkennt schnell die Limitationen dieser artifiziellen Wurzelkanäle, da hier u.a. das Schneidverhalten der Instrumente je nach Typ mehr oder minder stark von der tatsächlichen klinischen Realität abweicht.

Für Anfang Juli ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Neuerung zu erwarten.


Gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops hatte ich beim Roots Summit in Barcelona die Möglichkeit, Eindrücke und Erfahrungen mit diesen neuen artifiziellen Oberkiefer-Molaren von VDW zu sammeln.

Mein Fazit, wie auch das der Teilnehmer, stand schnell fest. Dieser Übungszahn kommt dem Natürlichen bisher am Nächsten (bei genauem Suchen findet sich „sogar“ ein mb2) und stellt hierfür eine sinnvolle Alternative dar. Für einen Stückpreis von 12,50 Euro kann man sie zukünftig hier beziehen. Rechnet man 4 Plastikblöcke, die ein solcher Zahn ersetzen kann, gegen, so wird der Mehrwert um so deutlicher.

Das Ipad in der Zahnarztpraxis

von Hans – Willi Herrmann

Jetzt ist es da, das Ipad.
Wie ich schon berichtet habe, hat sich meine Begeisterung über dieses neue Produkt von Apple ziemlich in Grenzen gehalten. Gekauft habe ich es dennoch sofort. Für unsere Zahnarztpraxis. Denn da macht es Sinn. Und das war auch der Grund, warum ich nicht in aller Ruhe abgewartet habe, bis Apple die Version 2.0 auf den Markt gebracht hat.

Das Ipad ist in einer Reihe von Einsatzgebieten gegenüber dem konventionellen Computern von Vorteil.

Hier 4 Knock Out – Fakts, warum das Ipad für unsere Zahnarztpraxis einen Gewinn darstellt:

1. Patienteninformation.

Fotos, Texte, Grafiken.
In Keynote eingebunden und präsentiert auf Fingerwink.

Sofort verfügbar und immer in Griffweite.
Das ist moderne Patientenaufklärung at its best.
Hyperlinks erlauben einen contentspezifische Gesprächsführung, die so individudell und spontan sich entwickelt, wie es jeder einzelne Patient ist.
All dies war bislang undenkbar. Eine PC gestützte Kommunikation kann diese Funktionalität nicht einmal annähernd bieten, denn das Ipad ermöglicht eine Auge in Auge-Kommunikation Patient Behandler im Behandlungsgespräch. Es ist verbindendes Element und nicht, wie bis dato, Trennmittel.

2. Qualitätsmanagement

Unser QM ist im Computer und damit in der Praxis schnell verfügbar.

Aber doch nicht so ubiquitär, wie es idealerweise sein könnte.

Ein Beispiel ? Bestandsabgleich der Materialien. Geht jetzt mit dem Ipad wirklich direkt vor Ort.
Und auch die QM-Checklisten, jetzt sind sie wirklich überall verfügbar.

3. Internet

Meine Praxis-Computer hängen (bis auf eine Ausnahme) nicht am WWW. Mein Sicherheitsprinzip ist Abschottung. Mit dem Ipad kann jeder in der Praxis jetzt schnell und einfach ins Internet.

4. Fachspezifische App´s
Es wird nicht lange dauern und speziell auf die Zahnmedizin zugeschnittene Apps werden für das Ipad verfügbar sein. In unserer Praxis wird zunächst die Kommunikation mit dem Dentallabor (Stichwort Farbbestimmung) davon profitieren und ein paar weitere Ideen hätte ich darüber hinaus auch noch.

Und zu guter Letzt.
Wenn man erst mal ein Ipad hat, dann gibt es natürlich doch eine Reihe von Dingen, für die man es nur all zu gerne einsetzt, auch wenn man vorher Stein und Bein geschworen hat, dass dem nicht so sei.
Und auch dieser Beitrag wurde mit dem Ipad geschrieben und wer es hat, der wird es vermutlich nach und nach immer mehr mit sich rum schleppen, viel viel mehr und intensiver zumindest als dies bisher mit einem konventionellen Laptop der Fall war.

Meine Vermutung ? Das Ipad wird bleiben. Schon jetzt hat es seine Existenzberechtigung.
Nicht für alle, aber doch für so viele, dass die kommende Version 2.0 das Ipad auch auf breiter Basis zum Must have werden lässt.

Ghassan Yared Technik – Fortsetzung

von Bodald Necker

Über die Ghassan-Yared Technik ist hier schon einiges geschrieben worden.

Hier mal ein Film, wie es aussieht.
ATR Visio-Endo-Motor (umprogramiert auf reziproke Bewegung. 4/10  Kreisdrehung CW alternierend mit 2/10 Kreisdrehung CCW) mit W&H 16:1 Untersetzungs-Winkelstück. Statt der von Yared beschriebenen ProTaper F2 mit einer VDW M2 25/06. Aufbereitung eines Plastik-Blockes.

Das Video ist in Echt-Zeit, d.h. der Kanal im Plastik-Block ist in ca. 1 Minute aufbereitet. Der „Behander“ ist ein sehr endo-erfahrener Kollege, aber es war sein erster Kontakt mit der Yared-Technik.

Outside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Als ob das Wetter es gewusst hätte begann es heute morgen in Barcelona zu regnen. Das Roots Summit 2010  ist vorbei. Der Himmel trug Trauer. Da fiel mir das Abschiednehmen ein wenig leichter.

3 Tage lang trafen sich in Barcelona Endodontie-Verrückte aus aller Welt. Die polnischen und russischen Rooter waren sogar mit jeweils eigenen Übersetzern angereist. Die fast durchweg hervorragenden Präsentationen wurden simultan ins Englische oder ins Spanische übersetzt.

Der ROOTS zu Grunde liegende Gedanke von „Share & Care“ war an jeder Ecke zu spüren. Das von Noemi Pascual und Nuria Campo organisierte Event konnte nicht nur mit interessanten Vorträgen glänzen. Hervorragendes Essen  & Trinken in aussergewöhnlicher Lage bildeten den Abschluss eines jeden Tages.

Was mir vor allem in Erinnerung bleiben wird ist die freundschaftliche und zum Teil geradezu familiäre Stimmung. Die Bilder der Beach-Paella-Party sprechen für sich. Ich kann mich nicht erinneren jemals an 6 aufeinander folgenden Tagen soviel gelacht zu haben.

Mein Dank dafür geht an Amir, Carlos, Christoph, Corinna, Enrique, Glenn, Ha-Wi, Dimitri, Noemi, Nuria, Marc, Marga, Rafael, Rob, Sashi, Thomas, Torsten, Winnie, Wolfgang und noch viele andere.

Und eines ist klar: wenn irgendwie möglich möchte ich beim nächsten Summit dabei sein können.

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Inside Roots Summit 2010

von Jörg Schröder

Das diesjährige Roots Summit findet derzeit in Barcelona statt.

Noemi Pascual und Nuria Campo haben eine wirklich herausragende Veranstaltung auf die Beine gestellt. Neben der neu ins Leben gerufenen „New Speakers Generation“  Veranstaltung die in ihren Kurzvorträgen viele Gebiete der Endodontie streifte, waren auch die Hands-On-Kurse und die Veranstaltungen auf dem Main-Podium sehr gut besucht.

Am heutigen Donnerstag war die deutsche Endodontologie durch Peter Kiefner, Christoph Kaaden und Hans-Willi Herrmann aktiv vertreten. Christophs Vortrag mit dem Thema „Endodontics meets Ergonomics“ wurde von der hochkarätigen internationalen Jury zu einem der beiden besten Kurzvorträge auserwählt. Die Preisverleihung und Bekanntgabe des Gewinners findet am Freitag statt. Hans-Willi Herrmann konnte das Auditorium mit einem herausragenden Beitrag zum Thema “ Negotiating and Shaping Difficult Canal Anatomies“ begeistern.

Was mir in Erinnerung bleiben wird sind die persönlichen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen die man ansonsten nur als Buchstabenkombination in der Mailadressse kennt:

Veiko Vengerfeldt, Estland, Rafael Michaelis, Belgien, Carlos Murgel, Brasilien, Glenn van As, Kanada, Jose Hoyo, USA, Rob Kaufmann, Kanada,  Maarten Meire, Belgien  und viel andere.

Zwei Jahrzehnte (2)

von Lodlan Reckleb

Geplant ist,  daß Instrument zu entfernen und Patency zu etablieren. Sollte dies nicht möglich sein kommt Plan B. Das Endox.  Von diesem erhoffen wir uns die Desinfektion des Instrumentes und der Umgebung.

Nach Eröffnung des Zahnes zeigte der mesiolinguale Kanal einen erheblichen Pusaustritt (Bild 1 und 2). Nach Absaugen und Desinfektion mit NaOCl und Ultraschall konnten wir die Kanaleingänge erkennen (Bild 3).
Nachdem wir die sekundäre Zugangskavität etabliert hatten konnten wir das Instrument darstellen (Bild 4). Dabei musste die Zugangskavität stark nach mesiolingual ausgedehnt werden um eine Sicht auf das Fragment zu bekommen. Die Instrumentenentfernung gelang bereits durch den Ultraschalleinsatz.

Andere Länder, selbe „Probleme“…

von Christoph Kaaden

Die Diskussionen über die Qualität endodontischer Behandlungen in Deutschland, die Zukunft der Endodontologie und der „Trend“ zu Spezialisierungen erhitzen die Gemüter innerhalb und ausserhalb unseres Berufsstandes…

Interessant war es daher für mich in der „ehrwürdigen“ Times zu lesen, dass auch in Nachbarländern (in denen es z.B. eine Fachzahnarztausbildung „Endodontologie“ gibt) solche Diskussion geführt werden, bzw. geführt werden müssen. Hier der link zu dem Artikel mit einigen interessanten Informationen.

GYT – ProTaper F2 im Vergleich

von Christian Danzl

Über die Ghassan-Yared-Technik wurde hier schon hin und wieder berichtet. Auch über die ATR-Motoren, die man dafür braucht, und wie man sie einstellt.

Nochmals eine kurze Zusammenfassung, der von Ghassan Yared beschriebenen Wurzelkanalaufbereitungstechnik:

  • Etablierung eines Gleitpfades mit einer K-Feile ISO 008
  • mit einer ProTaper F2 Nickel-Titan-Feile den Wurzelkanal in reziproker Drehung aufbereiten.
  • die NiTi-Feile dreht dabei abwechselnd 4/10 Umdrehung im Uhrzeigersinn und 2/10 Umdrehungen im Gegenuhrzeigersinn
  • regelmässige Spülung mit NaOCL 3%
  • bei sehr engen Kanälen empfiehlt Yared einen Gleitpfad bis ISO 15 zu erstellen
  • für einen größeren Taper wird nach der reziproken Aufbereitung eine „ausbürstende Bewegung“ in normaler Drehrichtung mit der F2 empfohlen

Die Technik hat meiner Meinung nach dramatische Vorteile:

  • es wird nur eine (teuere) NiTi-Feile gebraucht
  • Torsions- und Ermüdungsbrüche sind seltener
  • größtenteils ist die Aufbereitung erheblich schneller

Durch die Zeit- und Materialersparnis ist die Aufbereitungsmethode deutlich weniger preisintensiv.

Nachteil: Man braucht eine ATR-Motor, oder einen anderen, auf reziproke Arbeitsweise einstellbaren Motor. Ich kenne gegenwärtig keinen anderen Motor, der dies kann.

Soweit zur Technik. Yared hat seine Methode mit einer ProTaper F2 beschrieben.

Doch funktionieert diese Technik mit anderen Feilen?
Getestet habe ich die Technik mit folgenden Feilen (jeweils in 25/06 – was am ehesten einer PT F2 entspricht):

  • Komet Alpha Kite
  • Komet Easy Shape
  • FKG Easy RaCe
  • VDW Mtwo

Ergebnis:
Am schnellsten und schneidefreudigsten erschien mir die Easy RaCe, gefolgt von der VDW M2, und Komet Easy Shape, danach „das Original“  ProTaper F2 und schliesslich die Komet Alpha Kite.

Das Ergebnis ist mein persönliches Empfinden. Ein anderer Behandler wird durchaus zu einem anderen Ergebnis gelangen.

Anmerkung:

Wo Licht ist, wird auch Schatten sein:
Je schneidefreudiger die Feile ist, desto höher wird die Bruchgefahr sein. Und bei der Easy RaCe ist das Klicken – wo sich die Feile apikal klemmt und sich dann wieder löst – deutlich vernehmbar. Und deutlich öfter als bei den anderen getesteten.

LED am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich an einem Dentalmikroskop aus USA gearbeitet.

Nein, nicht Global, sondern günstiger Preis (10450 €), angeblich LEICA Optik (wobei das ein weit gefaßter Begriff ist mittlerweile) und – neu für mich bis dato – mit LED Beleuchtung.

Diese soll angeblich in ihrer Intensität einer Halogen – Beleuchtung entsprechen oder eine solche sogar übertreffen. Für mich jedoch eine große Enttäuschung, denn das Bild in den Okularen entsprach von seiner Helligkeit einer (Achtung Insider Scherz) 20 Watt Glühbirne.

Ich hoffe, daß andere LED – Lichtquellen, die  für Dentalmikroskope neuerdings angeboten werden, besser sind, denn das hier gestern war definitiv nichts.

Sehr gut hingegen die angedockte Sony Kamera, um Klassen besser als das, was Zeiss in dieser Preisklasse anbietet.

Nährere Infos zum Labomed – Mikroskop gibt es bei Hanchadent.

2 Tage Ipad – Auch auf die Gefahr hin, Spielverderber zu sein…

von Hans – Willi Herrmann

Die gute Nachricht vorweg – mein Ipad kam am Donnerstag morgen schon, einen Tag früher als offiziell angekündigt.

Und – schon nach diesen beiden Tagen zeichnet sich ab, dass es in meiner Praxis genau den Zweck erfüllen wird, für den ich es gekauft habe. Es scheint also keine Fehlinvestition zu werden.

Soweit so gut.

Darüber hinaus hat mich das Ipad jedoch merkwüdig unberührt gelassen.
Und ich sage dies als jemand, der der Marke Apple seit seiner Jugend emotional stark verbunden ist.

Warum ist dem so ? Keine Ahnung.
Es sieht ja nicht schlecht aus.
Macht was her. Aber – Wenn das alles ist, dann ist das Ipad in der Tat nichts anderes als ein nettes Gadget.
Und damit eigentlich  sehr sehr unnötig.
Mir fehlt der Mehrwert dieses Gerätes.
Irgendetwas, was das Ipad einzigartig macht, zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Davon merke ich gegenwärtig nichts.

Sicher, das Ipad kann eine Reihe von Dingen und diese vielleicht sogar ein wenig glatter, ein wenig schöner als die bisherigen Geräte dies taten.
Aber – und das ist jetzt ein großes Aber, es kann nichts, was ich nicht bisher schon mit den Geräten, die  bei mir rumstehen oder die  ich mit mir rumschleppe, auch tun konnte. Und diese altehrwürdigen Geräte können im Einzelfall besagte Dinge  sogar besser als das Ipad. Ach ja, und OS X ist ein tolles Betriebssystem, nur leider kann es  das Ipad nicht vorweisen.

Ich glaube, letztendlich wird das Ipad nicht bewirken, dass ich mein Iphone, mein Powerbook zu Hause lasse. Das Ipad ist also nicht stattdessen, sondern maximal zusätzlich mit dabei. Und damit ist es eigentlich unnötiger Ballast.

Insofern kann ich den ganzen Hype um das Ipad als „lifechanging device“ nicht  nachvollziehen, nicht einmal ansatzweise.

Würde ich auf meine Imacs, auf meine Powerbooks verzichten wollen ? Niemals. Was ist mit dem Iphone ? Ich würde es wirklich vermissen.

Und wie wäre es ohne das Ipad ?
Eigentlich wie immer.

Und das ist definitiv viel zu wenig.

Wer’s sehen kann ist klar im Vorteil.

von Ronald Wecker

Häufig kommt im Rahmen praktischer Arbeitskurse die Frage auf, ob es nicht ausreicht, wenn das Dentalmikroskop nur zum Auffinden der Kanaleingänge eingesetzt wird. Der Rest der Wurzelkanalbehandlung  könnte ja dann in gewohnter Weise mit oder ohne Vergrößerungshilfe durchgeführt werden.

Das das Durchführen der gesamten Behandlung unter Zuhilfenahme des Dentalmikroskopes durchaus sinnvoll ist zeigt vorliegender Behandlungsfall.

Die Überweisung erfolgte, weil die Darstellung der Kanaleingänge unter Lupenvergrößerung nicht möglich war. Nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich zunächst, dass der vermeintliche Pulpakammerboden in Wahrheit das stark „abgesunkene“ Pulpakammerdach war.

Bereits nach kurzer Zeit konnten die Kanalorifizien mittels langschaftiger Rosenbohrer dargestellt werden.

Das palatinale Kanalsystem erschien relativ weit und liess bereits  initial ein klemmungsfreies Einbringen einer feinen Spülkanüle zu. Unter dem Mikroskop fiel auf, dass neben etwas trübem Sekret ein nadelförmiges Objekt in heller Dentinfarbe herausgespült wurde. Anstatt der routinemässigen Verwendung vollrotierender Nickel-Titan-Instrumente zum Etablieren des Gleitpfades wurde darauf hin der koronale Kanalanteil zunächst mit Gates-Glidden-Instrumenten erweitert. Die visuelle Inspektion liess erkennen, dass das Kanallumen ca. 3mm unterhalb des Einganges fast vollständig durch einen nicht wandadhärenten Dentikel verschlossen war. Mit Hilfe eines Microopeners konnten die koronalen 2/3 mit etwas Geduld entfernt werden.

Das apikale Kanaldrittel zeigte eine ampullenförmige Erweiterung, sodass der Dentikel zuerst mittels Ultraschall zerkleinert werden musste, um die restlichen Anteile nach koronal bewegen zu können.

Beim Anblick des Dentikels erinnerte ich

mich an so manchen Fall eines oberen Molaren bei dem es in den Jahren der mikroskoplosen Behandlung nach initialem Scouting des palatinalen Kanals zu einer plötzlichen Blockade des Kanalsystems mit hartem apikalem Widerstand kam. Insbesondere ab Verwendung von Handinstrumenten der Größe ISO 25 und größer. Wahrscheinliche Ursache war das unbemerkte Mobilisieren eines Dentikels und das anschliessende Apikalverschieben desselben. Je größer das eingesetzte Instrument umso „sicherer“ war die anschliessende Verblockung.

Der durch das Durchführen der gesamten endodontischen Behandlung erzielte Informationsgewinn wiegt die insbesondere zu Beginn des Arbeitens mit dem Mikroskop sehr flache Lernkurve und das Gefühl der fehlenden Orientierung mehr als auf. Das „Entdecken“ von Kanalkommunikationen, die Verwindung der eingesetzten rotierenden NiTi-Instrumente, die Debrismenge in den Spanräumen, die Menge und Art der herausgespülten Dentinspäne bzw. des alten Obturationsmaterials oder wie im vorliegenden Fall die Obliteration des Kanals durch einen intrakanalären Dentikel haben entscheidenden Einfluss auf die weitere Vorgehensweise und können bei Nichterkennen das Behandlungsergebnis kompromittieren.

Und wieder ein Rätsel

von Godlan Reckweb

In der letzten Woche haben wir Röntgenbilder von einer anderen Praxis bekommen. Dieser Patient wird uns aufsuchen. Noch ist nichts über die Vorgeschichte des Falles bekannt.

Erstaunlich ist das Röntgenbild, welches wir bekamen. Was ist zu erkennen?

Dazu eine kleine Umfrage.