Thomas System in Aktion

von Ronald Wecker

Gegossene Stiftaufbauten und zementierte Schrauben stellen bei der endodontischen  Revisionsbehandlung oftmals die erste zu überwindende Hürde dar.

Das Thomas-Stiftentfernungssystem wurde hier auf Wurzelspitze schon häufig erwähnt, ermöglicht es doch  sehr vorhersagbar die Überwindung solcher Hürden.

Nachfolgend das Vorgehen in bewegten Bildern.

Auf Tuchfühlung

von Jörg Schröder

Anlässlich eines Vortrages für die Studierenden des Postgraduate-Programmes an der ACTA in Amsterdam hatte ich in dieser Woche die Gelegenheit mich in Begleitung des Leiter des Endo-Departments, Dr. Hagay Shemesh, im Klinikgebäude umzusehen.

Mit „stark beeindruckt“ ist das Gesehene nur unzureichend beschrieben.

Das im Jahr 2010 bezogene Gebäude beherbergt auf 13 Stockwerken so ziemlich alles, was das zahnmedizinische Herz begehrt. Neben der Ausstattung der hier Lehrenden und Lernenden, so gibt es neben 3D-Phantomkurs-Simulatoren für die vorklinischen Semester, ein mehr als üppig ausgestattetes mikrobiologisches Labor, eine volldigitale Bibliothek mit Zugang zu allen Journals, fällt vor allem die offene und zur Kommunikation einladende Architektur ins Auge.

Die Studierenden des endodontischen Post-Graduate-Programms haben direkte Tuchfühlung mit den Leitern des Programmes und sitzen gemeinsam in einer kleinen Variante eines Großraumbüros. Ein Austausch der Studierenden unterschiedlicher Jahrgänge ist somit möglich und ausdrücklich erwünscht.

Umgebungsbedingungen wie diese, sowie solch flache Hierarchiestrukturen hätte ich mir während meines Studiums auch gewünscht.

ACTA 2 Klinisch Simodont

Einen guten Eindruck vermittelt folgendes Video:

Top Ten 2013

von Hans – Willi Herrmann

Traditionell zu Beginn des Jahres die „Top Ten“ der meistgelegenen Beiträge in 2013 sowie eine „All Time Greatest“- Liste der meistgelesenen Beiträge (bis 31.12.2013)  insgesamt seit Start des WURZELSPITZE- Blogs am 01. November 2008.

Auch diesmal wieder, wie in den Jahren zuvor und damit unangefochten an der Spitze der Jahres Top Ten wie auch der Gesamtliste stellen Devitalisierungsmittel wie Toxavit und Depulpin  das Top- Thema. Ich denke, man kann sagen, dass diese Nachfrage von Patientenseite herrührt und den offensichtlich stattfindenden regen Gebrauch solcher Mittel wiederspiegelt.

Ein trauriges Resultat, nachwievor.

Sehr erfreulich finde ich persönlich, dass es in diesem Jahr  so viele in 2013 erstmalig gelistete Themen mit hohen Klickzahlen in die Top Ten geschafft haben.
Das zeigt (bei im Übrigen mittlerweile mehr als 1,7 Millionen Besuchen, davon 660.000 in 2013) das nachhaltige Interesse an WURZELSPITZE und das viele, vermutlich die meisten Leser Wiederholungs- und Abonnement- Täter sind.

Interessant auch, daß „Die Mutter aller Fallberichte (!)“ im zweiten Jahr noch höher eingestiegen ist als im Ersterscheinungsjahr 2012.
Getoppt allerdings noch vom Beitrag „Zahnarzt neu in der Schweiz“.

Es scheint, dass das berufspolitische Thema „Auswanderung“ einen nicht unerheblichen Stellenwert hat und die hohe Klickzahl ein Indiz für die Brisanz der Thematik darstellt.

Das Thema Auslandszahnersatz hingegen, vor ein paar Jahren noch ein berufspolitischer Aufreger, scheint nicht mehr nachgefragt zu sein. Man könnte meinen, dass das fehlende Interesse mit einer nicht vorhandenen Nachfrage nach Auslandszahnersatz korreliert. Dabei ist es vermutlich genau umgekehrt und ein Zeichen dafür, dass besagter Auslandszahnersatz sich als Faktum in der deutschen Zahnmedizin etabliert hat.

Mit großem Bedauern stelle ich fest, dass dieser Prozess noch viel viel schneller vorangeschritten ist, als ich es vermutet hatte.

„Where´s the beef“ möchte ich daher heute anführen, als Antwort auf das vor Jahren von mir  diesbezüglich in den Raum gestellte“ Quo Vadis Zahnmedizin“.

Die Zahnmedizin als Spiegel unserer Gesellschaft, unserer Welt, unserer Zeit ?
Davon war auszugehen, aber ich halte nachwievor den Weg, Qualität unreflektiert den vorgegebenen finanziellen Resourcen zu opfern, für den falschen. Dies darüberhinaus schönredend zu negieren, ist nichts Neues und bezeichnend für den Geist, der dies initiiert.

Zugleich aber vielleicht die letzte winzige Chance für eine Wende zum Besseren.
Dann nämlich, wenn der 2013 viel beschworene „Wutbürger“ an Hand der im besagten Zusammenhang verwendeten Neusprech – Paraphrasen die ihm   vorgesetzten Potemkinschen Dörfer als solche entlarvt.  Und erkennt, ähnlich wie in der Banken-  und Euro- Frage, daß die vermeintlichen Interessen des Staates mit dem seinen nicht nur nicht deckungsgleich, sondern diametral entgegenlaufend sind.

In diesem Sinne  -„Geschichte wird gemacht, es geht  voran“ wünsche ich  allen WURZELSPITZE – Leser ein hoffentlich gutes, ausserordentliches Jahr 2014.

Hier kommen die  beiden Top Ten´s :

Top Ten 2013

  1. Toxavitnekrose
  2. Valplast- Prothese
  3. Zahnhals – Füllung
  4. Misserfolg? Zahn 26 mit Fistel
  5. Zahnarzt neu in der Schweiz – die Fortsetzung von: “Zahnarzt in Deutschland- Nichts wie weg”
  6. Misserfolg bei -Grossbaustelle-
  7. Mutter aller Fallberichte (I)
  8. ProTaper NEXT
  9. polar_eyes – Farbbestimmung für Fortgeschrittene
  10. Endodontie 2011 – VDW Reciproc und Re- Dent-Nova SAF – Entdecke die Möglichkeiten

Top Ten 2008 –  2013

  1. Toxavitnekrose
  2. Zahnhals – Füllung
  3. Endodontie 2011 – VDW Reciproc und Re- Dent-Nova SAF – Entdecke die Möglichkeiten
  4. Toxavit – Was in der Zeitung steht, stimmt, oder ?
  5. Wave One- Reziprokes RNiTi- Instrument von Maillefer
  6. Depulpin®-Einlage zur Devitalisierung eines Zahnes
  7. Veränderung als Chance – die Zukunft im Gesundheitswesen
  8. SAF System Video
  9. Was passiert bei der Zahnreinigung mit Airflow 
  10. Leica- M320 Dentalmikroskop – ein erster kurzer Praxistest

Getinge Claro

von Olaf Löffler

Nun ist er da. Und es war mal wieder so, wie wir es immer wieder erfahren. Man kauft ein Produkt und bekommt sofort notwendige Erweiterungen genannt damit das Produkt seine Funktion optimal erfüllt.
Das erleben wir in den letzten Jahren immer häufiger und in immer größerem Ausmaß. Man denke nur an den Flughafen Berlin Brandenburg und die Kostensteigerungen bei dem Leipziger Citytunnel oder beim Paulinum der Universität Leipzig.

In unserem Fall war es so, daß das von Getinge (Messepreis zur Fachdental) uns geschenkte Rampe nicht wirklich so hilfreich ist, wie gedacht. Rampe ist das Gestell, welches zur Aufnahme von Übertragungsinstrumenten und Hohlkörpern, wie Absaugkanülen gedacht ist. Immerhin war das ein Geschenk Höhe von Netto € 1600,00.

Die Größenangaben  des Gerätes, welche mir auf der Fachdental genannt wurden stimmten nicht. Ebenso waren die Angaben zur Installationsvorbereitung nicht genau. Das sind Probleme, welche Getinge unbedingt lösen muss. Bei uns konnte dies durch die Installationsfirmen noch geändert werden. Aber es hinterlässt einen wenig professionellen Eindruck, wenn immer improvisiert werden muss.

Hier unsere Eckpunkte für eine erfolgreiche Installation.
Installationsnotwendig sind:

  • Stromanschluss 400 V steckbar,
  • einmal Wasseranschluss,
  • zwei mal Abwasser Abfluß Waschmaschine,
  • Nachbarschrank mit Aufnahme für Reinigungschemie oder Unterbau für Thermodesinfektor
  • Höhe 85cm, Breite 60cm, Tiefe mindestens 63cm

Zum Gerät selber.
Es funktioniert und macht einen soliden Eindruck. Der Thermo erinnert ein bisschen an die ersten Volvos aus Schwedenstahl, nicht so ganz auf Maß passend aber äußerst robust. Die Einstellung der Reinigungschemie scheint zu stimmen und die Instrumente werden in den Waschtrays sehr gut gereinigt. Vorausgesetzt man hat eine Vorreinigung bereits im Sprechzimmer getätigt. Vorreinigung heißt, anhaftende Materialreste sofort abwischen.
Die Trocknung funktioniert hervorragend. Lediglich die Übertragungsinstrumente sollten noch mit Luft im Inneren getrocknet werden. Danach geölt und sterilisiert.

Für Hohlkörper und Übertragungsinstrumente haben wir die Dental Rampe von Medides (hier bereits vorgestellt) installiert. Wir werden weiter berichten.

Mal was für die Kinder

von Christian Danzl

2013-12-01-NY13-25246 - Arbeitskopie 2 2013-12-01-NY13-25247 - Arbeitskopie 2

Gesehen auf dem GNYDM.
Der Dino-Chair.
Behandlungseinheit für Kinder bis 12.
Der Behandlungsstuhl in Form eines Dinosauriers, Zahnarzteinheit sieht wie ein Rochen, dazu gibt es einen Fuchs der den Kopf dreht und im Bauch eine Schublade versteckt hat zur Aufbewahrung von Give-Aways.
Die Behandlungseinheit hat integrierte Gurte zur Sicherung sedierter Kinder, und ist ausgestattet mit einer LED-Behandlungsleuchte, Röntgenbildbetrachter, sowie einem Bildschirm für das Unterhaltungsprogramm.
Unter Umständen eine Alternative zur Kinderbehandlungsliege „Fridolin“ von Ultradent, München.

Der Vertrieb in Deutschland läuft, so wie es aussieht, über Multident/Arseus Dental.
Dort wird als Hersteller Dentronic angegeben, über den ich allerdings nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte.

Perforationsdeckung im Video

von Ronald Wecker

Der Verdacht einer iatrogenen Perforation ergab sich bereits aus dem präoperativem Röntgenbild. Irgendwie liess sich die im Bereich der Funktion gelegene Guttaperchaspitze nicht so recht mit der Längsachse einer der vorhandenen Wurzel in Einklang bringen.

Zunächst erfolgte die vorsichtige  Freilegung der Guttapercha. Diese konnte anschliessend unter Zuhilfenahme eines kleinen Greifinstrumentes in toto aus dem Knochen entfernt werden. Nach sonoabrasiver Präparation der Perforationsränder wurde der Pulpakammerboden nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA „instandgesetzt“ und mittels Flow-Komposite verstärkt.

Implantat versus Zahn – schon wieder! – Part (I)

Von Bonald Decker

nicht nur einmal haben wir von dem ungleichen Duell -Implantat versus Zahn- berichtet. Zuletzt vor einigen Wochen hier.

Nun „schreiben“ wir wohl leider das nächste „Kapitel“ dieser „traurigen“ Geschichte.

Diesmal scheint es einen unteren Frontzahn „erwischt“ zu haben.

Ausgangssituation OPG

Ausgangssituation OPG

In der Einzelzahn-Röntgenaufnahme stellte sich das Ganze so dar:

Ausgangssituation Einzelzahn-Rö

Ausgangssituation Einzelzahn-Rö

Als „Besonderheit“ zeigte sich diesmal, dass die Implantation (wohl) zu einer lateralen Perforation des Kanalsystems geführt hat. So deute ich auf jeden Fall die folgende Messaufnahme nach endometrischer Bestimmung des (Neo) Apex …

Messaufnahme nach Implantation

Messaufnahme nach Implantation

Was also nun?

Wie würden Sie weiter verfahren?

Entran-update

Von Christoph Kaaden

Seit Sommer 2008 arbeiten wir nun mit kabellosen Endomotoren von W&H.

Meine erste positive Beurteilungen über den Entran veröffentlichte ich im Oktober 2009 hier. Und zuletzt verlieh ich dem Produkt in unserem Adventskalender 2012 vier+ (von 5 möglichen ) Wurzelspitzen.

Gestern ist es nun also passiert.

5 1/2 Jahre nach Erstanschaffung und absoluter Zuverlässigkeit bei von bis zu sechs endodontischen Behandlungen am Tag hat einer der Entran einen (wohl irreparablen) Defekt entwickelt.

Entran defekt.001

Ich wünschte mir, dass alle von uns verwendeten Produkte eine ähnliche Haltbarkeit an den Tag legen würden. Dies ist leider nicht der Fall. So wie z.B. unser Monitor (für Röntgenbilder und mehr) an der Centro-Säule, der nach nur knapp 1 1/2 Jahren defekt ist. Aber mehr dazu in einem anderen Beitrag.

Wir haben heute auf jeden Fall direkt einen neuen kabellosen Motor bestellt.

Unnötig zu erwähnen, was für einen…

Danke Entran für tolle 5 1/2 gemeinsame Jahre…

Euronda Schutzbrille Cube Orange

von Hans – Willi Herrmann

Euronda Cube OrangeAuf der Infodental Mitte in Frankfurt am letzten Wochenende habe ich bei Euronda am Messestand die Schutzbrille Cube Orange entdeckt.

Sie sitzt gut bei angenehmem Tragekomfort und schließt sehr gut auch nach unten hin ab. Eine Schwachstelle unserer bisher genutzten Schutzbrillen beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop, weil sich beim liegenden Patienten doch eventuell etwas unter der dann nicht mehr optimal anliegenden Brille durchmogeln kann. Ich bin gespannt, ob sich die Brille (Preisempfehlung des Herstellers 22,90 Euro)  im Praxisalltag bewährt und werde berichten.

Apikale Aufhellung (26) – Recall nach 6 Monaten

Von Bonald Decker

Die alio loco angefertigte Diagnose-Röntgenaufnahme dieses unteren ersten Molaren eines 24 Jahre alten Patienten liess auf dem ersten (und auch zweiten) Blick nichts Gutes verheißen. Neben einer ausgeprägten Osteolyse imponierte ferner ein vestibulärer Fistelgang, der mittels eingebrachtem Guttapercha-Stift dargestellt werden konnte.

Ausgangs-Röntgenaufnahme

Ausgangs-Röntgenaufnahme

Obgleich die j-förmige Aufhellung ein radiologischer Hinweis auf eine mögliche Wurzellängsfraktur sein konnte, zeigten die klinischen Befunde (z.B. Taschensondierung) keinen Anhalt hierfür.

Daher entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für die Durchführung einer endodontischen Therapie in zwei Terminen.

Hier das post-operative Röntgenbild:

Post-operative Röntgenaufnahme

Post-operative Röntgenaufnahme

Sechs Monate später stellte sich der Patient zur klinisch-radiologischen Nachuntersuchung wieder bei uns vor. Seit dem ersten Behandlungstermin mit chemo-mechanischer Reinigung (NaOCl, EDTA und CHX-Spülung; PUI; apikale Aufbereitungsdurchmesser: 35.06 bzw. 40.06) und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage war der Zahn asymptomatisch. Das angefertigte Röntgenbild stimmt uns zuversichtlich, dass dieser „Erhaltungsversuch“ die richtige therapeutische Wahl war…

Recall nach 6 Monaten

Recall nach 6 Monaten

Halloween

von Olaf Löffler

Halloween – ein alter irischer Brauch. Manche sagen sogar keltischen Ursprungs. Wikipedia

Nun dieses Brauchtum blieb mir fremd. Zumal es heute wahrscheinlich kaum noch etwas mit dem Ursprung zu tun hat. im Mittelpunkt scheint heute das Erschrecken und die Geisterwelt zu stehen.

Erschreckend ist, was hier auf einer niederländischen Seite vorgestellt wird. http://dentidrill.nl.

Ein Video auf Youtube gaukelt dann noch den Wahnsinn in der Realität vor. Für mich der erste Schritt zur vorsätzlichen Körperverletzung.

 

 

Lösungsmittel

von Bodald Necker

Vor einiger Zeit flatterte ein Prospekt von einem Lösungsmittel für provisorischem Zement ins Haus.
Auf die Frage an die Helferinnen, ob so etwas hilfreich sei, erntete ich heftiges Kopfnicken.
Also wurde bestellt und getestet.
Das Testergebnis löste breites Grinsen aus.
„Es funktioniert!“
Die zu säubernde Objekt in den Löser einlegen, 10 min warten, abspülen, und beim Absprühen ist der Zement weg.
Meine Damen waren begeistert.
Bezogen haben wir es über HanChaDent.

 

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Tag des offenen Zahnes (III) – Update Fall III

Von Bonald Decker

 

Hier also das nächste Update unserer Beitragsreihe – Tag des offenen Zahnes –.

Die Prognose dieses Zahn hatte ich initial am Besten eingestuft, da sich während des ersten Termins  reichlich vitales Pulpagewebe fand. Daraus schloss ich, dass die bakterielle Infektion hier wahrscheinlich geringer einzustufen war, als bei den anderen (stark) nekrotischen Zähnen.

Tag des offenen Zahnes - Fall III

Tag des offenen Zahnes – Fall III

Bleibt also noch Fall I für einen der nächsten WURZELSPITZE-Beiträge…

Jahrestagungen der DGmikro und DGET

von Hans – Willi Herrmann

Bild 4Unsere Gastautor Tomas Lang hat mich in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Gesellschaft gebeten, auf die Jahrestagung der DGmikro am 27. und 28. September an der Uni Witten hinzuweisen. Das tue ich mit einem Link auf das Tagungsprogramm gerne und Bild 3erwähne in diesem Zusammenhang auch gleich die diesjährige 3. Jahrestagung der DGET, die vom 10. – 12.Oktober erstmalig als Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und der DGR2Z in Marburg stattfindet.

 

Kontakt gewünscht.

von Olaf Löffler

Über Matritzensysteme wurde bereits vielfach hier geschrieben.
Die größte Herausforderung stellen häufig funktionierende Kontaktpunkte dar. In einem kleinen Video haben wir unser Vorgehen im Rahmen der präendodotischen Füllung versucht darzustellen. Wir nutzen dazu eine Schalentechnik mit Flowmaterialien. Aber schauen Sie selbst.

Elektrischer Pulpa Tester – reloaded

von Christoph Kaaden

Im September werden es zwei Jahre, dass wir bei Ebay einen elektrischen Pulpa Tester bestellt haben. Nach diesem Zeitraum kann ich festhalten, dass sich diese kleine Anschaffung mehr als gelohnt hat. Regelmässig verrichtet das Gerät zuverlässig seine Dienste…

so regelmässig, dass meine beiden Assistentinnen angeregt haben ein Zweites zu ordern.

Zu dumm, dass „unser“ Modell bei Ebay nicht mehr erhältlich ist. Daher mussten wir auf ein Anderes ausweichen:

pulp-jpgDer Preis variiert je nach Anbieter zwischen 20 bis 50 Euro….

Von Bestellung bis Lieferung vergingen diesmal 16 Tage. Wir werden berichten, ob unsere Erfahrungen ähnlich positiv sind wie beim ersten Mal…

Anatomiekurs in Leipzig

von Christian Danzl

Am vorgestrigen Samstag fand im anatomischen Institut in Leipzig im Rahmen der Werstattgespraäche Leipzig ein Anatomie/Präparierkurs statt. Von 10.00 bis 15.00 Uhr wurde Präparate gezeigt und erklärt. Ebenso gab es die Möglichkeit selbständig, sowie unter Anleitung zu präparieren.
Es war sehr interessant, die Anatomie nach mehreren Jahren klinischen Arbeitens nochmals nahegebracht zu bekommen. Hier konnten Fragen beatwortet werden, die sich im Rahmen der vorklinischen Ausbildung noch gar nicht stellen.

Ein grosses Dankeschön nochmal an Dr. Sabine Löffler für die hervorragende Organisation und Leitung des Kurses.

 

2013-07-13-Ana3049 - Arbeitskopie 2

Der Kutschenprinz – Märchen oder Alptraum… Teil (1)

Bildschirmfoto 2013-06-27 um 13.09.02Es war einmal ein Prinz, der hatte auf Grund einiger größerer Investitionen in Schlossaustattung und Personal nur noch wenige Taler übrig.
Zugleich wurde ihm von einem bösen Räuberer seine Kutsche gestohlen. Der Räuberer und seine Kumpane hatte viel Spaß mit der gestohlenen Kutsche. Nur die Kutsche war nach der Spaßwoche vollkommen unbrauchbar geworden. Der Prinz musste sich nun mit seinen wenigen Talern nach einer neuen Kutsche umsehen.
Die neuen Kutschen waren alle sehr teuer. Deshalb hat der Prinz nach einem gebrauchten Kutschbock, der zudem wenig Reiz für die vielen bösen Räuberer hat gesucht.
Bei einem kleinen Kutschenreparateur hat er eine große, schöne, aber alte Kutsche gefunden. Eine deutsche Kutsche sollte es sein, weil diese den besten Ruf hegten und der Prinz seine Taler im eigenen Land verteilt wissen wollte, damit diese den eigenen Bürgern zugrunde kämen. Eine Garantie für Reparaturen wurde ihm gegeben
Die alte Kutsche schien gut intakt und wurde noch nicht zu viel geritten.
Der Prinz hatte lange Freude an seinen neuen alten Kutsche. Die Räuberer fanden die Kutsche nicht so toll, wie der Prinz. Das war gut für den Prinz. An einem Tag im Frühling wollte die Kutsche nicht mehr fahren. Der Prinz gab die Kutsche bei dem kleinen Kutschenreparateur ab. Der fand keine Ursache und hat den großen Premiumkutschenbauer weiter mit der Reparatur beauftragt.
Der große Premiumkutschenbauer tat sich auch schwer. Das war eine alte Kutsche, keiner wusste mehr so richtig über diese Kutsche bescheid.
Über eine Woche wurde gesucht und dann ein kleines Kästchen namens Steuerteil als Ursache gefunden. Vorsichtshalber sollte noch ein weiteres Kästchen ausgetauscht werden.
Die kleinen Kästchen waren recht teuer. Eines der Kästchen war bereits 2 Jahre vorher vom Premiumkutschenbauer gewechselt worden.
Der Prinz wollte seine Kutsche wieder und sagte „Macht alles bitte wieder ganz.“
Nach 2 Wochen fragte der Prinz beim kleinen Kutschenreparateur nach was mit seiner alten Kutsche ist. Der rief den großen Premiumkutschenbauer an.
Dieser sagte, die Kästchen sind in 2 Tagen da.
Nach einer weiteren Woche rief der Prinz wiederum seinen Kutschenreparateur an. Dieser rief umgehend den großen Premiumkutschenbauer an.
Die Kästchen waren noch immer nicht da. Wann die Kästelchen kommen, konnte niemand sagen.
Zum Glück hat der Prinz vom kleinen Kutschenreparateur eine kleine Ersatzkutsche bekommen. Die war aber sehr klein. Deshalb konnte der Prinz auch nicht
die in diesen Wochen liegenden Feiertage für eine geplante Reise verwenden. Die Ersatzkutsche war zu kurz. Es ging nicht alles hinein.
Nach der 4. Woche hat der Prinz selbst beim großen Premiumkutschenbauerchef nachgefragt. Dieser lies folgendes mitteilen:

Das Büro vom großen Premiumkutschenbauerchef hat uns als zuständige Fachabteilung mit der Bearbeitung beauftragt.
Wir bedauern sehr, dass Sie auf Grund der Ersatzteil-Lieferung Ihre Premiumkutsche 525 nicht nutzen können. Danke für Ihre offenen Worte und für die Gelegenheit, dass wir zu den Lieferschwierigkeiten Stellung beziehen dürfen.
Die aktuellen Lieferengpässe sind durch die weltweite Umstellung von Logistiksystemen geschuldet. Leider gab es einige Herausforderungen, die im Vorfeld trotz guter Planung nicht vorhersehbar waren. Umso mehr bedauern wir, dass gerade Sie durch diese Umstellung betroffen sind.
Sehr geehrter Herr Prinz die aktuelle Situation ist für Sie als Kunde und uns nicht zufriedenstellend. Seien Sie bitte versichert, dass wir unsere Kräfte bündeln, um Ihnen schnellstmöglich den gewohnten Premiumkutschenbauer Service zu bieten.
Sollten Sie zwischenzeitlich auf eine Ersatzkutsche angewiesen sein, werden wir Ihnen schnell und unbürokratisch eine Lösung über uns anbieten können.
Wir danken Ihnen im Voraus für Ihr Verständnis und den offenen Dialog.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.

Jetzt wird die kranke Kutsche wieder heil. So dachte der Prinz. Es geht endlich voran.
Nach der 6. Woche fragte der Prinz wieder beim kleinen Kutschenreparateur nach. Dieser rief wieder den großen Premiumkutschenbauer an.
Das Kästchen ist gekommen. Leider war es das falsche Kästchen. Es war die richtige Verpackung. Nur war ein anderes Kästchen drin.
Jetzt wurde der Prinz sehr traurig. Das Bündeln alle Kräfte des großen Premiumkutschenbauers war nicht ausreichend.
Die kleine Kutsche hat er wieder zurückgegeben, da er diese zusätzlich zu seiner alten großen Kutsche bezahlen musste. Unbürokratisch wäre nämlich nur die Bereitstellung gewesen, die anfallenden Kosten hätte der Prinz aus der eigenen Schatulle bezahlen müssen.
Zum Glück war der kleine Kutschenreparateur hundertmal schneller und unbürokratischer als der große Premiumkutschenbauer.
Was ist die Lehre aus der Geschicht?
Glaub niemals was man Dir mit Textbausteinen wohlfeil verspricht.

So geschrieben vom großen Premiumkutschenbauer:

Beim Premiumkutschenbauer sorgen wir dafür, dass die Freude am Fahren mit Ihrem Premiumkutschen lange andauert.

Mitt diesen Worten wird man auf der Premiumkutschenbauer- Seite im Zwischennetz bei Service und Zubehör begrüßt.
Bei Service steht dann weiter: Mit dem Kauf Ihres Premiumkutsche fängt unser Service erst richtig an.

Und demnächst gibt es wohl noch Teil 2, denn die Premiumkutsche war nach einem Wochenende bereits wieder entzwei… :(

Z A H N T R A U M A – Aufklärung tut dringend Not

von Bonald Decker

In jüngster Zeit mehren sich bei uns Fälle von unfallbedingten Zahnverletzungen, deren Erst- und/oder Primärversorgung leider (sehr) suboptimal erfolgten.

So wie bei Yannik (11 Jahre), dessen Röntgenaufnahme Sie nachfolgend sehen:

Trauma_T R A U M A.001

Ein D R A M A für den Jungen (und seine Eltern),da er die Zähne verlieren wird!

Dabei könnte es doch „so einfach“ sein…

Zahn (bzw. Zähne) nach dem Ausschlagen möglichst rasch in ein geeignetes Nährmedium geben (idealerweise in eine Zahnrettungsbox bzw. Dentosafe), um dann den Zahnarzt aufzusuchen. Sollte dieser unsicher sein, welche Therapie (und Nachsorge) angezeigt ist, so kann man es im Dental Trauma Guide optimal nachlesen…

und mit dieser Abfolge wäre schon sehr viel „gewonnen“.

Wenn dann auch noch die Nachsorge regelmässig erfolgt, kann man ggf. adäquat auf mögliche auftretende (Spät-)Folgen reagieren…

Leider ist dies bei Yannik nicht annähernd so erfolgt. Aber dies ist Stoff für einen separaten WURZELSPITZE Beitrag…

BITTE helfen Sie mit und klären Sie Patienten, Freunde, Verwandte, Lehrer, Sport-Trainer etc. etc. über das „richtige“ Verhalten nach einem Frontzahnunfall auf.

Werden Sie nimmer müde Zahnrettungsbox/Dentosafe und Dental Trauma Guide zu erwähnen.

Und wenn nur ein Kind dadurch eine „bessere“ Behandlung erfährt, hat sich der „Aufwand“ schon gelohnt!

So wie bei Anna (7 Jahre), die gestern zur Nachkontrolle Ihres Zahnes bei uns vorstellig wurde.

Hier Ihre Aufnahmen:

Z.n. Trauma mit horizontaler Wurzelfraktur an Zahn 21- 4 wöchige Schienung und regelmässiger Nachkontrolle des Vitalerhaltes des Zahnes mit sehr guter Prognose

Z.n. Trauma mit horizontaler Wurzelfraktur an Zahn 21 –                                                                         Therapie: Repositionierung; 4-wöchige Schienung mit nachfolgender regelmässiger Nachkontrolle des Vitalerhaltes des Zahnes. Prognose: sehr gut

Anna hatte mehr Glück als Yannik. Schon wegen der Art ihrer erlittenen Verletzung, bei der in nur ca. 3 Prozent aller Fälle mit einer Pulpanekrose zu rechnen ist.

Aber ohne die richtige Behandlung wäre es ggf. anders gekommen.

Das Lob für die optimale Primärversorgung gebührt der zuweisenden Kinderzahnärztin!

P.S.: An dieser Stelle möchte ich noch auf die internationale Dentale Trauma Tagung 2014 in Istanbul hinweisen. Näheres finden Sie hier.

ProFile – Dentsply

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Fall half uns wieder eine alte Bekannte. Die Profile. Bis zum heutigen Tag gibt es Behandlungssituationen in denen ich die Profile nicht missen möchte.

Im vorliegenden Fall war die Behandlung sehr schwierig und langwierig. Neben einer Arbeitslänge von mehr  25mm waren Stufenbildungen aus der vorhergehenden Behandlung dafür verantwortlich. Hinzu kam eine apikale Krümmung im distalen Wurzelkanal. Wir beobachten das sehr häufig an unteren Molaren. Für den Behandler stellen die mitunter rechtwinkligen Krümmungen ein Problem dar. Wir verwenden nach initialem Gleitpfad bis ISO 15 mit Handinstrumenten (Kerr Feile und Golden Medium) gern Profile Instrumente der Größe 15.02 – 25.02 um diese Krümmung apikal aufbereiten zu können. Von Nutzen ist die gutmütige Arbeitsweise und der Radial Land der Profile.

Im vorligenden Fall wurde als letzte Feile auf vollständiger Arbeitsläne distal die Profile 30.04 eingesetzt. Trotz aller endodontischen Inovationsfreuden hoffe ich, daß uns diese Feilenserie noch lange erhalten bleibt.

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Voxeltalk

von Christoph Kaaden

Über den klinischen Nutzen und Mehrgewinn an Informationen durch eine (präoperative) DVT-Aufnahme für eine vorhersagbarere endodontische Behandlung ist auf WURZELSPITZE mittlerweile zahlreiche Male berichtet worden.

Hier (I, II, III & IV) finden Sie bei Interesse nochmals eine Reihe dieser Beiträge.

Bei diesen handelt es sich in der Regel um  „Anwendungsbeschreibungen“, welche keine (theoretischen) Hintergründe zu dem zum Teil sehr komplexen Gebiet der digitalen Volumentomographie liefern.

Umso erwähnenswerter ist daher der von Marc I. Semper ins Leben gerufene Blog VOXELTALK.

 

 

Bild 1

Sein Initiator umschreibt dessen Intention wie folgt:

„Der Zweck dieses Blogs ist es die Grundlagen der DVT zu vermitteln,den diagnostischen Nutzen der DVT kritisch zu überprüfen und darzustellen, inwiefern deren Einsatz zu einer Verbesserung der Qualität der Diagnostik, der Behandlungsplanung und deren Langzeitergebnis führen kann.“ (Den kompletten Wortlaut finden Sie hier)

Beim Lesen der ersten Beiträge kann ich mir sehr gut vorstellen, wieviel Arbeit hier bereits investiert wurde. Nicht zu vergessen, dass die Texte ferner auch ins Englische übersetzt wurden!

Für jeden DVT-Interessierten wird VOXELTALK in Zukunft sicher einen der ersten Plätze in der Lesezeichenleiste einnehmen.

Bei mir auf jeden Fall.

Keep it up Marc!!!!

 

Petition für Netzneutralität

von Olaf Löffler

Die von Johannes Scheller eingerichtete Petition (Download Link) verdient es unterstützt zu werden.

https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_04/_23/Petition_41906.html

Zitat:

Die Petition 41906 fordert ein Gesetz, „das Internetanbieter (‚Provider‘) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen“.

Brückentag 1

von Christian Danzl

Brückentage eignen sich hervorragend, den Laden zu schliessen und einen Kurztrip zu machen. Wir im Süd-Osten der Republik haben das Glück in 4 Stunden mit dem Auto in Venedig zu sein. Ab und zu muss man es auch machen. Hier ein paar Eindrücke.

Halbe Rahmen

von Olaf Löffler

Über meine Erfahrungen mit Whitewall habe ich bereits hier geschrieben.

Fotoaufnahmen als Lumasec habe ich in der Praxis hängen. Diese Aufnahmen zeigen eine hohe Farbbrillanz und sind faszinierend. Leider auch sehr kostenintensiv. Allerdings ist dieses Verfahren für Schwarz/Weiss Aufnahmen nicht so gut geeignet. Deshalb habe ich nach der Möglichkeit gesucht entwickelte Bilder in Wechselrahmen selbst austauschen zu können. Mein Anspruch war, dies sollte nicht erkennbar sein und der Rahmen muss perfekt aussehen und er sollte kein Vermögen kosten.
Durch Zufall bin ich an den Hersteller Halbe Rahmen gekommen. Das Magnetrahmenprinzip dieser Firma schien mir vielversprechend. Im Online Shop kann man seinen Rahmen selber entwickeln, Passepartouts schneiden lassen und auch das Glas entsprechend den eigenen Vorstellungen konfigurieren. Heraus kommen perfekt verarbeitete Rahmen. Durch das Metallgerüst absolut stabil. Neben verschiedenen Sicherungen der Rahmen sind auch Speziellösungen für hochwertigste Kunstobjekte zu erhalten.

Ich habe keinen finanziellen oder materiellen Nutzen aus der Empfehlung erhalten. Mich haben die Produkte der Firma Halbe-Rahmen überzeugt und ich empfehle diese gerne weiter.

 

Dichtung (2)

von Olaf Löffler

Über die Abdichtung der Kavitätenränder vor einer Füllungstherapie wurde bereits hier geschrieben.

Passend dazu hier ein Beispiel, wie man dies mit Teflonband unter Verwendung von Garrisonmatritzen umsetzen kann.

Frühling wird…

von Olaf Löffler

In diesem Jahr ist der Winter unglaublich hartnäckig. Frau Holle scheint mit allen möglichen leistungssteigernden Drogen gedopt zu sein.

Mit einem kleinen Freeware Programm können wir uns zumindest die ersten Vögel aus dem Süden zurückholen.

Julian Opie – st ein britischer Maler, Bildhauer und Videokünstler. Auf seiner Webseite gibt es viele interessante Einblicke und diesen Download.

http://www.julianopie.com/downloads/flock.html

Einigermaßen schneefreie und angenehme Ostern wünschen Ihnen die Wurzelspitzeautoren

Quiz du jour (I)

von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen einen nicht ganz alltäglichen Fall vorstellen und Sie nach Ihrer Diagnose und Therapie fragen.

Zur Vorgeschichte:

Im Rahmen eines Prophylaxe Termins fiel bei der hier vorgestellten Patientin im Gaumen links Regio 25/26 eine ca. 2 x 2 mm grosse primär schmerzlose „Verletzung“ der Gingiva auf. Die Patientin selbst hatten das Areal bisher nicht negativ wahrgenommen.

2x2 mm grosser Gingivadefekt

2×2 mm grosser Gingivadefekt

Die „Öffnung“ liess sich  in die Tiefe nicht weiter sondieren und zeigte keine Blutung oder Pus-Sekretion.

Die weiteren klinischen Befunde (fokussiert auf Regio 24-27):

  • Taschensondierung: Regio 24-27 ohne Besonderheiten
  • Sensibilität:  24: positiv ;25-27: negativ
  • Perkussion/Druckdolenz: 24 – 27 ohne Besonderheiten
  • Aufbiss: 24 – 27 ohne Besonderheiten

Die angefertigten Röntgenaufnahmen sehen Sie nachfolgend:

Quiz.002

Einzelzahn-Röntgenaufnahme 25-27

Einzelzahn-Röntgenaufnahme 25-27

Zahnmedizinische Anamnese (fokussiert auf Regio 24-27):

Die letzten konservierend-prothetischen Behandlungen im 2. Quadranten liegen circa 10-15 Jahre zurück.

Allgemeinmedizinische Anamnese:

54 Jahre alte Patientin mit guten Allgemeinzustand. Ständige Medikamenteneinnahme: Thyroxin 75

Was denken Sie sieht man auf den klinischen Fotos, was könnte die Ursache (und Diagnose) sein und welche Therapie wählen Sie?

Brauchen Sie für die weitere Entscheidungsfindung ggf. weitere Informationen?

Viel Spass beim Quiz du jour

;-)

Sony Nex5 und HDadapter am Kaps – Bilder (1)

von Olaf Löffler

Hier nun die ersten Bilder.

Die Bilder wurden nicht nachbearbeitet. Für die Darstellung hier im Blog wurden die Bilder um 50% komprimiert. Ausgewählt wurden Bilder aus verschiedenen Behandlungen und der Vorbereitung eines Kurses.

SNHDA  015 SONY DSC SNHDA  013 SNHDA  012 SNHDA  011 SNHDA  010 SNHDA  009 SNHDA  008 SNHDA  007 SNHDA  006 SNHDA  005 SNHDA  004 SNHDA  003 SNHDA  002

Zahnschutz

von Christoph Kaaden

„So etwas“ will Moritz nicht, dass ihm noch mal passieren…

ein Zahnunfall beim Basketballspielen.

Zahnschutz.002

Zahnschutz.001

„Gemeinsam“ mit Moritz und seinen Eltern haben wir daher entschieden nach der ersten Behandlungsphase einen individuellen Zahnschutz anzufertigen.

Die Wahl fiel auf einen individuellen Mulit-Layer-Zahnschutz.

Das klinische Vorgehen hierfür ist recht schnell erläutert:

  • Abformungen von Ober- und Unterkiefer inklusive Bissnahme

Da der Zahnschutz in den allermeisten Fällen im Oberkiefer getragen wird (Ausnahme bei ausgeprägter Progenie) sollte darauf geachtet werden, dass Umschlagfalte, Lippen- und Wangenbändchen sowie Gaumen bis zum 1. Molaren gut dargestellt sind.

Die eigentliche Herstellung erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Im Vorfeld gilt es dabei zu berücksichtigen, bei welcher Sportart (mit damit ggf. verbundenen Krafteinwirkungen auf die Zähne) der Zahnschutz getragen werden soll. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der verschiedenen Kunstoffschichten. Da beim Basketball mit einer flächigen Krafteinwirlung zu rechnen ist wurde bei Moritz ein Multi-Layer Zahnschutz mit 2 und 4 mm Schichten hergestellt.

Zahnschutz.003

Dieser macht das erste Zahntrauma zwar nicht unvergessen und rückgängig, sollte aber verhindern, dass ähnliches wieder passiert…

Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle der sehr gelungene Artikel von Lang & Filippi zu dieser Thematik ans Herz gelegt.

Lächeln tut gut!

von Christian Danzl

Haben Sie sich schon mal die Gesichter der Patienten angeschaut, die in Ihre Praxis kommen?
Klar! Man redet ja mit den Patienten, dann sieht man ihnen unweigerlich auch mal ins Gesicht.
Das meinte ich nicht. Ich meinte eigentlich den Gesichtsausdruck. Welches „Gesicht machen“ sie an der Anmeldung?

Ein glückliches? Ein entspanntes? Ein fröhliches?

Bei der letzten Renovierung und Neugestaltung der Praxis, empfahl mir der Maler im Rezeptionsbereich eine Fläche mit Schultafel-Lack.
Dort könne man wöchentlich mit Kreide einen neuen Spruch hinschreiben.
Gute Idee.

Der erste Spruch war:

„Lächeln tut gut!“

1. Effekt
Jeder (Ausnahmen gibt es immer), der den Spruch das erste Mal gelesen hat, musste lächeln. Von vielen wurde der Spruch positiv kommentiert.
So ein banaler Spruch hebt die Stimmung an der Anmeldung.

2. Effekt
Der Spruch wurde nie weggewischt und durch einen anderen ersetzt, weil er viele positive Rückmeldungen und viele Leute zum Lächeln brachte.
Er blieb bis, wegen eines Wasserschadens, die Möbel (jetzt ohne Schultafellack und ohne Spruch) ersetzt wurden .

3. Effekt
Viele Patienten bemerkten, dass sie Spruch vermissten.

Übergangsweise hatten wir dann auf der Theke einen kleinen
„lächeln“- Aufsteller. Wieder mit positiver Resonanz.

2013-01-18-laecheln

Letzte Woche ist nun die beschriftete Leinwand 80 x 120 cm fertig geworden, die nun die Wand hinter der Rezeption schmücken wird.
Und vielen Patienten wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird….

2013-01-18-laecheln 2

Zur Nachahmung empfohlen!
Versuchen Sie es!
Die positiven Rückmeldungen heben die Stimmung an der Rezeption unweigerlich.

IDS

von Olaf Löffler

IDS -AppAlle 2 Jahre ist die IDS in Köln.
Hier die wichtigsten Kurzinfos.

Tickets für die IDS 2013 ab sofort erhältlich

Die Eintrittskarte (Tageskarte) online im Ticket- Shop 13 Euro statt 16 Euro an der Tageskasse.

Termine & Öffnungszeiten

Die IDS findet von Dienstag, 12. März bis Samstag, 16. März 2013 statt.
Der 1. Messetag (12. März) ist dem Dentalfachhandel und den Importeuren vorbehalten.

Öffnungszeiten für Besucher:  Täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr.

Hier weitere Details und unter diesem Link finden Sie das Messe App für iPhone und Android.

 

10 Euro

von Christian Danzl

Woran erkennt man einen Arzt im Supermarkt? –
Weil er alles in 10 Euro-Scheinen bezahlt.

Dieser Witz, der 2004 entstand, gehört nun der Vergangenheit an, denn

die „10 Euro“ sind weg!

Die unsäglichen 10 Euro Kassengebühr sind endlich wieder abgeschafft.

Warum unsäglich?
Warum fand ich sie so schlimm?

Was war denn die Kassengebühr?

Zum einen war es eine versteckte Erhöhung des Krankkassenbeitrages, den die Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten für die Krankenkassen unentgeltlich eintreiben mussten. Mit anfangs erheblichen Verwaltungsaufwand.

  1. Den Patienten fragen, ob er dieses Quartal schon mal beim Zahnarzt war und die Kassengebühr bereits bezahlt hat
  2. Grundsatzdiskussion über die KG
  3. nächste Grundsatzdiskussion, dass die beim Arzt geleistete KG nicht beim ZA gilt
  4. KG entgegennehmen
  5. Quittung ausstellen
  6. Aufklärung über die Sinnhaftigkeit der Aufbewahrung dieses Zettels für 3 Monate.
  7. Bei nur erfolgter Routine-Kontrolle, oder nicht KG-Pflichtigen Behandlungen, die KG zurückerstatten, erstellte Quittung wieder einziehen und vernichten

(auch andere Vorgehensweisen waren natürlich möglich, wie die KG erst erheben, wenn KG-pflichtige Behandlungen vorgenommen wurden)

Optional zu 4. oben
Patient zahlt die 10 Euro nicht, weil

  • er kein Geld dabei hat => Mahnung ausdrucken und mitgeben, oder zuschicken, wenn man keine Lust hat auf eine erneute Grundsatzdiskussion, warum jetzt schon eine Mahnung; als Beschwerdestelle die KK angeben
  • er es sich nicht leisten kann => zur KK schicken und Befreiung beantragen
  • er sie schon bezahlt hat, aber den Zettel gerade nicht dabei hat, oder weggeworfen (sieh Punkt 6 oben) => beim letzten Behandler anrufen und bereits erfolgte Bezahlung bestätigen lassen oder zu erfahren, dass die KG bezahlt wurde aber nicht für das aktuelle, sondern für das vergangene Quartal (weiter mit Punkt 2 oben)
  • er es nicht zahlen will, weil er es überhaupt nicht einsieht und überhaupt => Patienten schimpfen lassen, Ohren auf Durchzug, einigermassen nettes Gesicht machen, sich seinen Teil denken und Mahnung später zuschicken, weil man auch noch andere Arbeit hat, als sich dumm anreden zu lassen…

Zum anderen war es für die KK ein sehr effektives Mittel um Kosten zu sparen.
Kosten sparen durch Behandlungsverzicht.

Viele Patienten sind einfach nicht zum Zahnarzt gegangen, weil sie Angst hatten, 10 Euro zahlen zu müssen.
Wer?
Meist genau die, die man durch lange Jahre Überzeugungsarbeit (recall) routinemässig in die Praxis gezogen hat, und mit regelmässiger Kontrolle und rechtzeitiger Behandlung vor Zahnschmerzen bewahrt hat, weil sie sonst nur mit Schmerzen kamen. Also genau die, die sowieso nicht die Tapferkeitsmedaille beim ZA verliehen bekamen.

Erfolg für die Patienten?

Genau, es gibt wieder dicke Backen.

Als ich 1998 in der Praxis anfing, kannte ich die dicke Backe aus der Uni, aus Karikaturen, aus Büchern, aber in der Praxis sahen wir sie selten. Vielleicht eine pro Monat.

2004 kam mit der Gesundheitsreform die KG. Ein paar Jahre hatten wir Schonzeit, aber seit ca. 5 Jahren steigt die Zahl der dicken Backen kontinuierlich an (bei nicht veränderten Behandlungsprotokoll), so dass wir durchaus mehrere dicke Backen in de Woche sehen (möglich, dass wir hier zahlenmässig nicht repräsentativ sind, da wir in der Kurstadt auch immer viele Schmerzpatienten aus den Sanatorien behandeln).

Notwendige Behandlungen wurden also einfach aufgeschoben. Aus Defekten, die mit Füllungen zu versorgen gewesen wären, wurden durch Aufschub Wurzelbehandlungen oder Extraktionen.

Erfolg für den Zahnarzt?

Zum oben beschriebenen Verwaltungsmehraufwand kommt hinzu, dass die Bestellbücher gegen Ende des Quartals mehr oder weniger leer waren, da viele Patienten lieber auf’s neue Quartal gewartet haben, um nicht zweimal hintereinander die 10 Euro KG zahlen zu müssen, wenn sich die Behandlung sich über zwei oder mehr Sitzungen, also ins neue Quartal, hineinzieht.
Durch aufgeschobene Füllungstherapie kam es natürlich zu mehr Wurzelbehandlungen und zu mehr Extraktionen.
Das freut an sich den prothetisch und implantologisch ambitionierten Zahnarzt. Blöd nur, dass alle Behandlungen auch budgetiert sind, und somit auch nichts an Umsatz aufgeholt werden kann.

„Sie haben jetzt die Chance viel mehr privat zu liquidieren.“

Das ist der Spruch, den der ZA immer hört, wenn Leistungen für die Patienten gekürzt werden.
Es ist aber immer nur eine Halbwahrheit, denn meist ist es genau das Patientenklientel, welches durch die KG vom ZA-Besuch abgeholten wurde, wird sich auch das Geld für Zahnersatz sparen.

Die notwendige Füllung konnte nicht erbracht werden, da der Patient nicht kam, eine Extraktion wurde notwendig, somit wäre ZE notwendig, der wird aus Geld- oder Motivationsmangel nicht erbracht.

Verlierer Nummer 1: Der Patient, da jetzt mit Lücke statt Füllung
Verlierer Nummer 2: Der Zahnarzt, weder Füllung noch ZE gemacht

Sieger in allen Klassen:
Die Krankenkassen:

  • den Unmut über die KG bekamen hauptsächlich die Praxen zu spüren
  • Mehreinnahmen (bis zu 120,- ohne Notversorgungen), ohne diese Eintreiben zu müssen
  • deutlich weniger Ausgaben durch nicht gemachte Behandlungen
  • weniger Ausgaben für die Zukunft, da die Behandlungen budgetiert sind, und somit finanziell nicht einfach durch Mehrarbeit reinzuholen sind

Aber die 10 Euro KG sind ja jetzt abgeschafft.

Was wird besser?

Die Patienten werden finanziell entlastet.
Der Verwaltungsaufwand auf Behandlerseite wird weniger, den hat aber die GOZ 2012 kurz vorher schon mehr als ausgeglichen.

Wird der Behandler mehr verdienen?
Ich glaube nicht. Das Budget ist nach wie vor da, und das ist das, was den Behandler einschränkt. An die 10 Euro hat man sich gewöhnt, obwohl es immer noch Patienten gibt, die einen fragend angeschaut haben, wenn man nach der Kassengebühr gefragt hat.

Also, ein frohes neues Jahr, ohne Kassengebühr.

Adventskalender 2012 (6): Transparente Zähne

von Olaf Löffler

Der ersten transparenten Zahn, welchen ich selbst nach der Anleitung von Holm Reuver herstellte, hat mich überrascht. Unglaublich, was zu erkennen war. Ein Danke an dieser Stelle an Holm Reuver. Ein wunderschönes Beispiel seiner, man muss schon sagen Kunst findet man hier.

Hier dessen Anleitung:

Material

  • Salpetersäure 5 %ig 500ml
  • Spiritus 1L
  • Methylsalicylat  200m

Umsetzung:

  • Extrahierte Zähne mit Handinstrumenten grob von Weichgewebe reinigen.
  • Verbliebenes Weichgewebe mit NaOCl 3%ig im Ultraschallbad entfernen; dazu die Zähne in ein kleines, verschließbares Gefäß mit NaOCl legen, Vorsicht beim späteren Öffnen, während der Reinigung baut sich etwas Druck auf. Konkrementreste und Zahnstein lassen sich später nach der Demineralisierung einfach abwischen.
  • Falls die äußere Kontur der Wurzel nicht von Interesse ist , kann sie poliert werden (gibt weniger störende Lichtbrechungen bei der späteren Betrachtung) und bei dicken Wurzeln kann das Dentin ausgedünnt werden (die Prozessdauer der einzelnen Schritte des Transparentmachens kann durch das Ausdünnen des Dentins verkürzt werden und das Bild der endodontischen Hohlräume wird klarer); allerdings können mit dem entfernten Dentin auch unbemerkt Seitenkanäle beseitigt oder verkürzt werden und die Topographie der endodontischen Hohlräume kann nicht mehr in ihrer Beziehung zur Wurzeloberfläche beurteilt werden.
  • Entkalkung in HNO3 5%ig; einfach einige Zähne in ein Gefäß (z. B. Plastikbecher) legen und mit der Säure übergießen, so dass der Becher zu einem Drittel gefüllt ist, 2-4 Tage wirken lassen; die erforderliche Zeit hängt von der Dicke des Dentins ab. Die Zähne ab und zu bewegen und die Säure am besten mehrfach auswechseln, denn sie verbraucht sich.  Die Vollständigkeit der Entkalkung mit scharfer Kanüle testen (die Konsistenz ist jetzt wie al dente gekochtes Gemüse); feine Wurzellängsfrakturen, die nach der Extraktion möglicherweise noch verborgen geblieben sind, können nach der Entkalkung oftmals erkannt werden.
  • Wässern durch abspülen mit Leitungswasser.
  • Dehydrieren in Ethanol (Spiritus ist billiger und funktioniert auch); 70%ig beginnen für ca. 1/2-2 Stunden, dann 90%ig und 98%ig für etwa gleiche Zeitspannen abhängig von der Dicke des Dentins.
  • Überführen in Methylsalicylat (Bezug über Apotheke; pur verwenden; Achtung: keine Plastikgefäße verwenden, denn Methylsalicylat ist ein potenter Weichmacher; Filmdosen und medizinische Spritzen und vor allem Glasgefäße sind geeignet). Präparate mit Mull trocken tupfen und hinein in die magische Flüssigkeit; die Zähne werden innerhalb von 1 bis 2 Stunden transparent und können über lange Zeit so aufbewahrt bleiben. Anfangs schwimmen die Zähne und sinken mit fortgeschrittener Penetration des Methylsalicylats zu Boden; falls sie zu Beginn schon untergehen sind sie nicht ausreichend dehydriert (dann noch einmal in reinen Spiritus oder Ethanol 96%) oder nicht ausreichend demineralisiert (dann nochmals rehydrieren und längere Zeit in Salpetersäure).

Ein interessanter Fall eines oberen Moralen (17) anbei. Der Isthmus zwischen dem mesialen und dem palatinalen Kanal war nicht behandelt und führte wahrscheinlich zum Zahnverlust.

Transpa.001-001

Wettbewerbsverbote wurden gelockert

von Olaf Löffler

Ralf Gudden verdanken wir diese Information, bzw. den Link von seiner Liste Kinderzahnheilkunde.

http://www.wettbewerbszentrale.de/de/home/_news/?id=1247

Zitat:

30.10.2012 // Änderungen des Heilmittelwerberechts in Kraft getreten

In der letzten Woche ist das 2.Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher
und anderer Vorschriften in Kraft getreten (BGBl. I Nr.50 vom 25.10.2012,
Seite 2192). Neben dem Arzneimittelgesetz wurden zahlreiche andere
Vorschriften, unter anderem das Heilmittelwerbegesetz (HWG) geändert. Zum
Teil handelt es sich nur um redaktionelle Klarstellungen, zum Teil um eine
Anpassung an europäische Vorschriften (Humanarzneimittelrichtlinie
2001/83/EG) oder an die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs.

Die wesentlichsten Änderungen hat dabei der Verbotskatalog des § 11 HWG
erfahren. Einige Verbote wurden ganz gestrichen, etwa das Verbot, für
Arzneimittel oder Verfahren mit Gutachten oder wissenschaftlichen
Veröffentlichungen zu werben, Nummer 1 alter Fassung. Das Verbot für
„Vorher-Nachher-Abbildungen“ gilt nur noch für operative
plastisch-chirurgische Eingriffe, § 11 Absatz 1 Satz 2 HWG. Auch das Verbot,
sich in Berufskleidung oder bei der Arbeit abbilden zu lassen, wurde gekippt
(Nummer 6 alter Fassung). Der Arzt darf jetzt selbst im weißen Kittel werben
und muss nicht seine Ehefrau vorschicken.

Allerdings gilt es hier, die neugefasste Vorschrift des § 11 Absatz 1 Satz 1
Nummer 2 zu beachten: Das generelle Verbot, mit ärztlichen oder anderen
fachlichen Empfehlungen zu werben, gibt es in dieser Form nicht mehr. Das
Verbot in seiner jetzigen Fassung knüpft an die Personengruppe an. Danach
darf mit Angaben oder Darstellungen, die sich auf eine Empfehlung von
Wissenschaftlern, von im Gesundheitswesen tätigen Personen oder anderen
Personen, die aufgrund ihrer Bekanntheit zum Arzneimittelverbrauch anregen
können, nicht geworben werden. Damit dürfte in Zukunft auch die Werbung mit
Prominenten in der Arzneimittelwerbung grundsätzlich unzulässig sein.

Andere Verbote gelten nicht mehr generell, sondern nur dann, wenn die
Darstellung in bestimmter Art und Weise erfolgt. So ist die Wiedergabe von
Krankengeschichten zum Beispiel nur noch dann unzulässig, wenn diese in
„missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt.“ Erlaubt
dürfte also in Zukunft die sachliche Darstellung eines Krankheitsverlaufes
an einem Patienten sein. Von übertriebenen Darstellungen, die den Eindruck
erwecken, ein bestimmtes Mittel oder Verfahren habe bereits bei einer
Vielzahl von Patienten zu einer Heilung geführt, ist aber weiterhin
abzuraten. Diese Schilderungen erwecken schnell den irreführenden Eindruck,
dass das Mittel oder Verfahren zu einem sicheren Erfolg im Sinne einer
Heilung oder Linderung führt. Gerade im Gesundheitsbereich kann man aber
nicht mit pauschalen Erfolgszusagen werben, da eine Heilung oder Linderung
von zahlreichen Faktoren abhängt.

ck

Stop Motion Video mit Moleskine Notizbüchern

von Hans – Willi Herrmann

Dieses Video hat überhaupt nichts mit Zahnmedizin zu tun, ist aber einfach gut gemacht und daher wert, hier vorgestellt zu werden.

Kofferdam und Würgereiz

von Ostidald Wucker

Der Patient wurde zu uns überwiesen mit der Bitte die Zähne 17 und 46 endodontisch zu revidieren. 46 um den es in diesem und nachfolgenden Beiträgen geht, zeigte im Röntgenbild ein Approximalkaries. Auf Grund der subgingivalen Ausdehnung und der Kippung von 47 (48) kam eine ungünstige Ausgangssituation zu stande.
Besonders erschwerend zeigte sich ein stark ausgeprägter Würgereiz des Patienten.
Röntgenaufnahmen waren nahezu unmöglich.
Mittels Akkupunktur/Akkupressur konnten wir keine Verminderung des Reizes beobachten. Eine lokale Anästhesie in der Umschlagfalte an den Zähnen 41,31 brachte auch keine Besserung. Kofferdam half den Würgereiz für die Behandlung zu mindern. Das gelang aber nur für 30 Minuten. Röntgen war unmöglich.

Zu einem Kofferdamtraining hatten wir dem Patienten Vomex A Dragees verordnet.
In Rahmen dieses Trainings haben wir den Einfluss des Medikamentes gegen Reiseübelkeit getestet. Es konnte ohne Probleme geröngt werden und der Kofferdam wurde auch über einen längeren Zeitraum ohne Würgereiz akzeptiert. Nun konnten wir uns dem präendodontischem Aufbau des Zahnes widmen. Dieser wird im nächsten Donnerstagbeitrag näher vorgestellt.

Orthopantomogramm

Orthopantomogramm

1

Ausgangssitiuation Röntgen

Alter Hut (2)

von Olaf Löffler

Über den IFAP Index hatte ich bereits hier geschrieben.

Bisher habe ich den IFAP Index oft genutzt. Seit es das IFAP Praxiscenter gibt wurde es immer weniger. Irgendwie dauerte es oft eine halbe Ewigkeit bis das Center startete und es kam mir alles viel langsamer vor.
Nun wird das IFAP-Center auf IFAP Center 3 umgestellt und ich habe dem Schreiben entnommen, daß ab November Kosten entstehen. Monatlich oder vierteljährlich. Je nach Update.
Ein Grund nun mal etwas zu recherchieren, welche weiteren Arzeneimitteldatenbanken nutzbar sind.

Auf Wikipedia bin ich auf eine Übersicht mit Links gestoßen.

In der Praxis werden wir zukünftig die Onlinversion der Roten Liste nutzen. Danke für den Tipp an die Kommentatoren.

Crystal-Tip ein weiteres Update

von Olaf Löffler

Über Crystal-Tips wurde bereits mehrfach berichtet ( u.a. 1, 2, 3, 4)

Seit über einem Jahr benutzen wir nun dieCrystal-Tips. Wir verwenden ausschließlich die kurzen „high pressure“ Ansätze am Zahnärzteelement. Die langen Ansätze haben einen etwas zu hohen Druckverlust.

Allerdings sind die langen Ansätze für die Assistenzseite vorteilhafter. Besonders als Spanbläser in Verbindung mit der Absaugung oder beim Invertieren von Kofferdam. Der etwas geringere Druck des Luftstoßes ist in diesen Fällen hilfreich zusammen mit der größeren Reichweite.

In letzter Zeit beobachteten wir an den DCI Spritzen am Behandlungselement einen mehreren Sekunden andauernden Spraynebel nach dem Benutzen vom Wasserspray.

Zunächst schuldeten wir dies einer Charge vielleicht nicht ganz intakter Ansätze. Mit etwas Geduld ließ sich das Problem ja „aussitzen“. Nachdem dies aber eher zunahm fragten wir bei Herrn Schneider von Crystal-Tipnach. Er konnte uns sofort helfen. Die Dichtungsringe in den DCI Spritzen werden nach einiger Zeit porös. Das ist die Ursache des Problems. Noch am selben Tag bekamen wir einen Satz neuer Dichtungsringe.

Der Austausch ist Simpel und gelang sekundenschnell dank des mitgelieferten Imbusschlüssels. Es läuft nun alles wie geschmiert.
Danke an das Crystal-Tip Team für die schnelle und kompetente Hilfe.

 

 

 

Zur Strafbarkeit eines Zahnarztes / Arztes beim Einsatz von Cloud Computing in der Praxis

von Haya Hadidi

Cloud Computing ist ein Trend: Es verspricht sicher, einfach und all zeit verfügbar zu sein. (zur aktuellen Diskussion auf der Ebene der EU, s. z.B.http://www.trend-zeitschrift.de/2012/07/06/cloud-computing-%E2%80%93-zwischen-wachstum-und-datenschutz/):  Der professionelle oder private Anwender ist in der Lage, seinen Datenmengen und -anwendungen Herr zu werden, ohne eigenen Speicherplatz und IT-Ressourcen managen zu müssen. Dazu gehört, dass er sich z.B. auch nicht um das Backup seiner Daten oder auch das Virusscannen kümmern muss. Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter auf dem deutschen Markt, sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland. Dabei ist zu beachten, dass Cloud Computing eine Form der Auftragsdatenverarbeitung ist und nach den Vorschriften des § 11 Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) gesondert vereinbart werden muss.

Für Berufsgeheimnisträger wie z.B. Ärzte und Zahnärzte stellt sich jedoch die Frage, ob sie sich bei der Nutzung von Clouddiensten im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit möglicherweise wegen des unbefugten Offenbarens von Geheimnissen nach § 203 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar machen.

Was ist Cloud Computing? 

Unter Cloud Computing versteht man, dass Daten, Soft- und sogar Hardware nicht mehr ausschließlich lokal nutzbar sind, sondern dass Aufgaben wie Datenspeicherung, -bearbeitung und -ausführung auf sogenannten Cloud-Servern innerhalb einer mehr oder weniger – abhängig vom Umfang der genutzten Dienste- komplexen Netzwerkinfrastruktur erledigt werden können. Diese Dienste werden dem Nutzer üblicherweise in Echtzeit über weit verbreitete Schnittstellen, wie z.B. Webbrowser, bereitgestellt. Cloud Computing ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden: Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags veröffentlichte 2010, dass nach einer Schätzung der International Data Corporation (IDC) der Branchenumsatz europäischer Clouddienste von 971 Millionen Euro im Jahre 2008 auf etwa 6 Milliarden Euro im Jahre 2013 ansteigen wird (s. http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2010/cloud_computing.pdf).

Wie könnte sich ein Zahnarzt / Arzt strafbar machen, wenn er Clouddienste z.B. für seine Praxis nutzt ?

Nach § 203 StGB machtsich ein Zahnarzt / Arzt strafbar, wenn er unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm in seiner beruflichen Eigenschaft anvertraut oder sonst bekannt geworden ist.

Denkbar wäre es also, dass der Zahnarzt durch das Hochladen von Patientendaten auf einen Cloudserver, diese als fremde Geheimnisse den Clouddiensteanbietern offenbart. § 203 StGB bedroht die unbefugte Offenbarung von Geheimnissen mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe. Es handelt sich also um eine minder schwere Straftat, um ein sogenanntes Vergehen gemäß § 12 StGB. Auch ein Vergehen kann beispielsweise die Zahlung einer Geldstrafe aufgrund eines berufsgerichtlichen Verfahrens vor der Ärztekammer nach sich ziehen. Nach einem rechtskräftigen Urteil kann als Folge auch das Ruhen der Approbation und/oder der Kassenzulassung für einen bestimmten Zeitraum angeordnet werden.

Was ist ein Geheimnis im Sinne von § 203 StGB?

Ein Geheimnis ist eine Tatsache, die sich auf die Person des Betroffenen bezieht. Diese muss geheim sein. Das bedeutet, dass sie höchstens einem beschränkten Personenkreis bekannt sein darf. Außerdem muss der Betroffene auch ein Interesse an der Geheimhaltung durch den Geheimnisträger haben: Es muss sich also objektiv und subjektiv um ein Geheimnis handeln (s. § 203 StGB Rn. 4 ff.  in : Fischer, StGB, 56. Aufl. 2009). Alle Voraussetzung werden von Patientendaten wie z.B. Notizen zu durchgeführten  Behandlungen, Diagnosen, Röntgenbildern etc. erfüllt. Bei Patientendaten handelt es sich also um ein taugliches Tatobjekt.

Offenbaren?

Liegt denn nun auch ein Offenbaren darin, dass die Daten in die Cloud hochgeladen werden? Offenbaren ist jedes Mitteilen eines zur Zeit der Tat noch bestehenden Geheimnisses. Dies kann auch in der Verschaffung von Zugang zu Dateien gesehen werden, wenn die Offenbarung sowohl Tatsache als auch Person des Berechtigten umfasst. Genau dies tut der Zahnarzt ja im Normalfall, wenn er die Dateien auf den Server hochlädt. Man mag nun annehmen, dass dieses Problem nicht mehr gegeben sei, wenn die Dateien verschlüsselt auf dem Server abgelegt werden. Zumindest bei amerikanischen Clouddiensten, wie z.B. bei Apples iCloud-Dienst, ist dies jedoch nicht der Fall: „So kann Apple trotz verschlüsselter Speicherung in der angebotenen iCloud auf die Kundendaten im Klartext zugreifen“ (so Foresman, C. (2012): „Apple holds the master decryption key when it comes to iCloud security, privacy.“, Ars technica, 03.04.2012, http://arstechnica.

com/apple/news/2012/04/apple-holds-the-master-key-when-it-comesto-

icloud-security-privacy.ars aus: Marit Hansen, Vertraulichkeit und Integrität von

Daten und IT-Systemen im Cloud-Zeitalter, DuD 2012, S. 407 ff.).

Unbefugt? 

Das Offenbaren müsste auch unbefugt sein. Eine Befugnis ist gegeben, wenn die Mitteilung der Patientendaten – oder eben auch das Speichern der Daten in der Cloud – z.B. auf einer Einwilligung beruht. Praktisch könnte der Zahnarzt also, wenn er eine Cloud für die Daten benutzen möchte, eine Einwilligung seiner Patienten einholen, ähnlich der Einwilligung der Weitergabe von Patientendaten an Verrechnungsstellen. Zwar ist die Einwilligung im Bereich des Strafrechts grundsätzlich formfrei möglich (s. Fischer, aaO, Rnr. 33), aus eigenem Interesse für den Fall eines späteren Streits sollte die Einwilligung jedoch schriftlich eingeholt werden. Nun könnte man meinen, durch die Einwilligung sei nun das Problem leicht lösbar. Die Frage ist nur, wie damit umgegangen werden soll, wenn Patienten nicht einwilligen oder ihre Einwilligung später widerrufen. In diesem Fall müsste auf die Verwendung der Cloud verzichtet werden, was den Betrieb einer parallelen Datenstruktur außerhalb der Cloud bedeutenden würde. Dies ist jedoch im Einzelfall unwirtschaftlich und umständlich und daher keine stets erstrebenswerte Lösung.

Lösungsmöglichkeiten

Was gibt es nun für Ansätze, einer möglichen Strafbarkeit zu entgehen, aber dennoch die Cloud zu nutzen?

Zum einen sind technisch-organisatorische Lösungsmöglichkeitendenkbar, d.h. es wird z.B. ein Clouddienst verwendet, in welchem sichergestellt ist, dass die Daten verschlüsselt  abgelegt werden können und auf welche dann im entschlüsselten Zustand auch nur der Zahnarzt Zugriff hat. Nachteil dieser Lösung ist jedoch, dass die Daten nicht so schnell für Anwendungen verfügbar sind und zahlreiche Zusatzdienste der Clouddienste nicht mehr nutzbar sind, als Backupvariante ist dies jedoch vorstellbar (s. hierzu: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/verschluesselte-cloud-so-machen-sie-ihre-wolke-sicher-a-828372.html).

Schließlich wäre noch eine vertragsrechtliche Lösung denkbar: Erfolgt das Offenbaren gegenüber „berufsmäßig tätigen Gehilfen“ so ist der Arzt straffrei, da die Gehilfen (z.B. die Zahnarzthelfer/innen) als befugte Mitwisser zwar nicht selbst Adressat des Anvertrauens sind, aber an dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient teilnehmen. Dies können z.B. auch ehrenamtlich oder nur zeitweise in der Praxis tätige Personen sein, wie z.B. Familienangehörige. Nicht umfasst sind jedoch zum einen Personen, deren Tätigkeitsbereich nicht notwendig mit der Kenntnis des Geheimnisses zusammenhängen (z.B. Reinigungspersonal, Boten, Kraftfahrer, Pförtner) und externe Dienstleister, wie z.B. Mitarbeiter zahntechnischer Labors, EDV-Wartungskräfte. Als Lösungsmöglichkeit in Betracht kommt also der Abschluss eines Doppelarbeitsverhältnisses bzw. der Arbeitnehmerüberlassung mit den betroffenen Externen. Für große Clouddiensteanbieter ist dies jedoch nicht denkbar, da regelmäßig eine unbestimmte Anzahl wechselnder Personen mit den personenbezogenen Daten in Berührung kommen.

Fazit

Es gibt derzeit leider keine für jeden Fall empfehlenswerte Variante der Cloudnutzung für Berufsgeheimnisträger. Zwar gibt es Möglichkeiten der gesetzeskonformen Nutzung, diese haben jedoch Nachteile in der Handhabbarkeit. Es wäre daher aus Sicht der Berufsgeheimnisträger wünschenswert, dass sich die Auslegung des Begriffs des „berufsmäßig tätigen Gehilfen“ dahingehend ändert, dass hiervon auch externe IT-Dienstleister erfasst werden (so auch: Maisch / Seidl in: Cloud-Nutzung für Berufsgeheimnisträger – § 203 StGB als „Showstopper“?, Datenschutz Berater S. 127 ff., 2012). Derzeit ist dies jedoch nicht der Fall und es sollte in jedem Einzelfall geprüft werden, ob sich der Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB strafbar macht.

Melag

von Olaf Löffler

Mit unserem Melag hatten wir schon einige Probleme.

Am Montag kommt  bei unserem Melag Vacuklav 40-B die Meldung „Wasserqualität schlecht“.
Die zuständige Helferin tauscht die Mischbettharzpatronen.
Ein Set ist immer vorrätig, da ansonsten keine Sterilisierung möglich ist. Das wäre der Supergau für die Praxis.

Plötzlich herrscht Aufregung. Die neuen Patronen lassen sich nicht einsetzen.
Der Innendurchmesser der Patronenöffnung ist knapp 1mm kleiner.
Die Kontrolle der bestellten Meladempatronen ergab, die Patronen müssen passen.
Meladem 40 Mischbettharzpatrone lautet die korrekte Bezeichnung.

Anruf bei unserem Servicetechniker. Er kommt umgehend vorbei. ( An dieser Stelle mal ein außerordentliches Lob an Herrn Neumann und Henry Schein Leipzig für die oftmals prompte Hilfe. )
Auch er ist erstmal ratlos. Ein Anruf bei Melag klärt das Problem. Es gibt jetzt zwei Sorten von Patronen. Bei der Bestellung muss man die Seriennummer angeben, damit man die richtigen Patronen bekommt.
Melag hat die Depots laut eigener Aussage bereits informiert.

Ob alle Händler das wissen?
Die Kontrolle und Seriennummerabstimmung der vorrätigen Mischbettharzpatronen ist unbedingt angeraten.

Melag hat uns die Patronen getauscht, nach zwei Tagen, auf Kulanz.
Wir haben mit Hilfe des Servicetechnikers die nichtpassenden Patronen mit etwas Kraft aufgesetzt. Hoffentlich lassen diese sich auch wieder ohne Probleme entfernen. Eine andere Lösung gab es nicht für uns.

Zwei Tage ohne Vacuum – Steri – undenkbar. Wird sich etwas ändern?
Ich glaube es nicht. Die Industrie ist leider nicht in der Lage die berechtigten Hygieneanforderungen des Robert Koch Institutes technisch reibungslos umzusetzen. Die Praxen sind mit Improvisationslösungen und zusätzlichen finanziellen Mitteln gefordert.
Müssen die Praxen zwei Steris anschaffen, einen als Reservegerät? Bei den derzeitigen Gerätekosten und Honoraren – undenkbar, aber wahrscheinlich nicht vermeidbar.

Unsere Probleme mit dem Vacuklaven haben wieder ein neues Kapitel bekommen.

Neustart (VIII) – Bewährte Anschaffungen (I)

von Christoph Kaaden

letzte Woche habe ich hier über unsere bisherigen (teilweise suboptimalen) Erfahrungen mit dem von mir ausgewählten Dentalmikroskop berichtet.

Der heutige Bericht ist der erste von einer Reihe von zukünftigen Beiträgen über (für uns sehr) bewährte Anschaffungen in Zuge des Praxis-Neustarts…

die Anschaffung und Integration des Dentalmikroskops für und in den täglichen (endodontischen) Praxisalltag ist weit mehr als der Kauf eines (optischen) Hilfsmittels.           Er bedeutet eine Änderung der Philosophie mit umfassenden Abwandlungen der bisher gewöhnten Arbeitsweisen. Zusätzliche Neuanschaffungen von Instrumenten und Einrichtungsgegenständen sind ferner sinnvoll bzw. notwendig.

Hierzu zählt insbesondere die Wahl des OP-Stuhls, da eine suffiziente Abstützung der Arme während der Behandlung für Behandler _und_ Assistenz unerlässlich ist.

Nach reichlicher Information über in Frage kommende Modelle (u.a. Coburg Medicalift 3014 von Jörg&Sohn) entschieden wir uns für den von JADENT vertriebenen ERGOsit

Nach einem 3/4 Jahr im Einsatz kann ich diese Anschaffung mehr als empfehlen. In meinen Augen kommt man bei der Wahl eines OP-Stuhls um den ERGOsit kaum herum…

ob „Regular“ oder „Support“ ist ein stückweit Geschmacksache; auf die Führungsschienen für die Armlehnen und den Fuss-Aktivator sollte man in meinen Augen jedoch in keinem Fall verzichten.

P.S.: An dieser Stelle noch eine Frage in eigener Sache… hat jemand der WS-Leser Erfahrungen mit dem von Jadent angebotenen Endocart ?

Mac at Camp

von Olaf Löffler

Auf ein besonderes Event jenseits der Zahnmedizin möchte ich heute hinweisen.

Seit 2006 findet Mac at Camp in Naumburg statt. Aus einer Idee und dem Engagement einiger „mac-verrückter“ Leute ist ein Treffen mit Tradition geworden. Wie beschreiben Sie es so schön auf Ihrer Seite:
„…von Mac-Enthusiasten für Mac-Enthusiasten, die gemeinsam ein paar nette, sonnige und entspannte Tage verbringen möchten.“

Dieses Jahr ist fast ausgebucht. Das Programm ist interessant und sicher für den Einen oder Anderen ein Grund nächstes Jahr mal einige Sommertage an der Saale und ihren Weinbergen zu verbringen.

Rimbacher Latex (3)

von Olaf Löffler

In diesem Artikel wurde bereits über den etwas Anderen, aber nützlichen Einsatz des oben genannten Produktes berichtet.
Bei uns hat sich dieses Produkt ebenfalls als Schutzhülle der Sanyo Kamera E60 bewährt.
Dazu muß man lediglich nach dem „Aufziehen“ auf die Kamera das Objektiv freischneiden.
Wichtig dabei ist, daß man den Schnitt in vertikaler Richtung führt und nicht horizontal!

Anbei einiger Bilder.

Videoconverter

von Christian Danzl

Die wichtigsten Dinge des Bloggens hab ich ja hier schon beschrieben.
Probleme hatte ich jedoch immer noch mit Video-Dateien. Speziell mit dem AVCHD-Format (.MTS-Dateien), welches meine Canon Legria HF 200 auswirft. Man kann sie direkt in iMovie importieren, wenn

  • die Kamera direkt am Computer angeschlossen ist
  • das Netzkabel an der Kamera angeschlossen ist

Aber nicht, wenn man die Speicherkare in den Kartenleser steckt und an den Mac anschliesst.
Das heisst: Jedesmal Kamera abbauen, oder mit dem MacBook ans Mikroskop.
Geht.
Ist aber ziemlich umständlich.

Windows-User haben es vielleicht hier einfacher???

Nach längeren Recherchen und mit Hilfe des Kollegen Arne Neumann aus Hannover bin ich dann auf den Wondershare Videoconverter Pro für Mac gestossen. Dieser importiert die Dateien direkt von der Karte und wandelt das Video in fast jedes Format um. Ausserdem kann man die Filme spiegeln, freistellen und schneiden.

Hier ein Beispielfim, noch mit dem Wasserzeichen der Testversion.
Auf dem Video ist zu sehen, wie Teflonband aus der Furkation entfernt wird. Dieses diente als Widerlager beim adhäsiven Verschluss einer kariösen Pulpabodenperforation.

Lichtfeldkamera

von Olaf Löffler

Durch einen Zufall bin ich beim Surfen im Internet auf das Thema Lichtfeldkamera vor einer geraumen Zeit gestoßen. Es klang interessant, doch hatte ich es im täglichen Praxisstress schnell vergessen. Dann kam in einer Mail wieder dieses Thema. Da war doch was… Am letzten Wochenende habe ich nach einiger Recherche wieder die Informationen gefunden.

Von Revolution der Fotografie bis nichts als Schall und Rauch gingen die verschiedensten Kommentare.

Die beschriebenen Vorteile dieser Fotografie könnten auch im Bereich der Mikroskopfotografie interessant werden. Man sollte das Thema beachten.

Um ein wenig Interesse darauf zu richten, hier ein Link mit interessanten Fakten.

Viel Spass beim Lesen.

Thank you Perian

von Olaf Löffler

Mal wieder was aus der Apple Ecke. Etwas, was alle Referenten und Videofreunde betreffen kann, wenn beispielsweise Keynote eingesetzt wird um Videos in Vorträgen zu präsentieren.
( Perian ermöglicht als Freeware den Einsatz verschiedenster Codecs in quicktimebasierten Programmen. )

Die Entwickler der Software Perian haben leider bekannt gegeben, daß dieses Projekt nicht mehr fortgeführt wird.

Schade. Perian war für Macuser ein sehr hilfreiches Tool.

Die letzte Version kann man hier laden und noch einige Infos erfahren.

Thank you Graham Booker, David Conrad, Alexander Strange, Augie Fackler, Allan Hsu, Graham Booker, Sky Huvard and Chris Forsythe

was hilft beim Bloggen?

von Christian Danzl

Wurzelspitze läuft nun fast seit 4 Jahren.
Bloggen ist nicht schwer, das kann fast jeder.

Was braucht man dazu?

  • Als erstes die Idee. Die war da. Von HaWi Herrmann.
    Warum einen Blog?
    Die ganzen Themen, die jahrelang in mail-Newsgroups (roots, Endonews, Endo2, Wurzelkanal, auf den Logies-Listen) behandelt wurden, verschwanden, nachdem der Thread „durchgekaut“ war, einfach in der Versenkung. Man brauchte also ein Medium, in dem das Wissen, das verteilt werden soll nicht sooo tief in der Versenkung verschwinden kann. Hier erweist sich ein Blog als deutlich besser als eine Newsgroup oder ein Forum.
  • Man braucht Leute, die bloggen (hatten wir).
  • Und man braucht Ausdauer, denn – da waren wir fünf und einig – wenn nicht regelmässig jeden Werktag (außer Samstag) ein neuer Artikel im Blog steht, wird es für die Leser uninteressant zu folgen.

Hardware:

  • Computer mit Internet-Zugang.
  • Digital-Kamera (ohne Bilder ist es langweilig und theoretisch)
  • Videokamera (Filme werden die Fotos verdrängen)
  • Dentalmikroskop mit Dokumentationsmöglichkeit (Foto und Video)

Software:

  • Eine Software-Plattform haben wir bei WordPress schnell gefunden. Bedienbar vom Computer und vom iPad (geht) oder iPhone (macht nicht wirklich Spass).
  • Programme, um Fotos bearbeiten und verwalten zu können, bei mir Aperture. Zum direkten Malen in Bilder oder Beschriften nehme ich am liebsten Skitch.
  • Und zum Übertragen der Bilder vom Praxisrechner oder vom iPhone zum Rechner daheim, wo meist die Blogs geschrieben werden, eignet sich ein USB-Stick, aber die Dropbox geht besser, weil man bei der immer weiss wo sie ist, und sie irgendwo liegen lassen ist seeehr schwer.

Aber das Wichtigste, das sind Sie, liebe Leser.
Denn wenn der Blog nicht gelesen wird, macht es keinen Sinn zu bloggen.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank für Ihre Treue!

Unterkieferfrontzahn

von Ostidald Wucker

Der Unterkieferfrontzahn wird sehr selten wurzelbehandelt im Vergleich zu anderen Zähnen. Karies mit einer irreversiblen Pulpitis sind kein häufiges Problem, Fehlentwicklungen, bzw. Strukturstörungen (Dentinogenesis imperfecta, Amelogenisis imperfecta) können ursächlich dafür in Frage kommen.
Traumatische Geschehen verurachen eine Behandlung sehr häufig.

In dem vorliegenden Fall war dies als wahrscheinlichste Ursache der Behandlungsnotwendigkeit anzusehen. ( Attrition als Zeichen eines chronischen Traumas. ) An Hand des Röntgenbildes ist zu erkennen, daß es Probleme in der Behandlung gab.

Quelle: Arnold, Differenzierung von Unterkieferfrontzähnen mit Hilfe des Dentalmikroskops, Endodontie 2010;19(2):153–163

Apical fishing …

von Ostidald Wucker

Heute mal wieder ein Versuch einer Falldarstellung in Videoform.
Es ist nicht ganz einfach eine komplette Behandlung zu filmen und dabei noch konzentriert zu arbeiten. In diesem Fall wird durch den Zahn hindurch periapikal gelegenes Fremdmaterial entfernt. Auf Grund der resorptionsbedingten geringen Zahnlänge war dies optisch einfacher darzustellen.
Damit es nicht zu langwierig wird, sind Schnitte und Zeitraffersequenzen eingefügt.

Tatoo oder Gravur?

von Ostidald Wucker

Der endodontische Schnappschuss gelang uns diesmal mit Röntgenstrahlen.
Der Anfangsbuchstabe des Patienten haben wir in die Guttapercha der mesialen Wurzel graviert. Oder war es die Anzahl der Kanäle geteilt durch 2 als Guttatatoo…

Keine Ahnung wie das entstanden ist…

Abschlusskontrolle

Abschlusskontrolle

Neustart (VI) – Patientenaufklärung und Beratung

von Christoph Kaaden

Mit der Anschaffung einiger technischer Neuerungen (wie z.B. dem 40 Zoll Flachbild-Fernseher zur Übertragung des Mikroskopbildes für die Assistenz) haben sich für uns eine Reihe weiterer Anwendungsmöglichkeiten ergeben.

Als _die_ Beste hat sich binnen kürzester Zeit die Nutzung des Fernsehers für die Patientenaufklärung und Beratung herauskristallisiert.

Während ich „früher“ z.T. kleine Zeichnungen oder Ähnliches zur Erläuterung der Situation und des Vorgehens auf einem Stück Papier (oder „schlimmer“, auf die Trayauflage skizziert habe) nutze ich nun eine Kombination folgender Dinge:

Die Idee ist eigentlich recht simpel.

AppleTV erlaubt eine Synchronisierung von IPad und Fernseher. So ist es mir nun möglich, meine Skizzen auf dem IPad anzufertigen während der Patient diese ganz ungezwungen am TV verfolgen kann.

_Endlich_ ist es nun nicht mehr notwendig, dass der Patient gezwungen ist mir über die Schulter zuschauen, damit er etwas sehen kann…

Wie bei jedem „normalen“ Gespräch kann ich dem Patienten mit dieser Variante gegenübersitzen, während er bei Bedarf ggf. den Blick auf den Beratungsbildschirm richten kann.

Eine, wie ich finde, sehr komfortable wie auch professionelle Lösung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die über Adobe Ideas erstelle Datei kann ferner im Anschluss sehr einfach weiterverarbeitet werden (Z.b. Zuordnung in die digitale Patientenakte) und dem Patienten auf Wunsch problemlos mitgegeben werden.

Für uns ist diese Form der Patientenaufklärung binnen kürzester Zeit (quasi) unverzichtbar geworden…

Probieren Sie es aus… Sie (und besonders ihre Patienten) werden es „lieben“

:-)

P.S.:

Vielleicht fragt sich der ein oder andere, wie ich das Röntgenbild („so schnell“) auf`s IPad bekomme…

ganz einfach…

ich fotografiere es mit der integrierten IPad-Kamera von dem PC Monitor ab, um es dann mit dem digitalen Zeichenblock zu verwenden und zu bearbeiten.

Die Qualität reicht (mir) auf alle Fälle spielend aus und übersteigt im Übrigen auch meine Zeichenkünste bei Weitem…

;-)

Recall

von Ostidald Wucker

Um den Erfolg einer Therapie zu erkennen sind Nachuntersuchungen wichtig und sinnvoll. Zum einen für den Patienten, zum anderen für den Behandler. In unserer Praxis wird im endodontischen Recall der Zustand auf Symptomfreiheit, die aktuellen Sondierunsgtiefen und mindestens ein Röntgenbild erhoben, bzw. erstellt.

Wir halten uns an die Angaben in der Stellungnahme der DGZMK („Good clinical practice“: Die Wurzelkanalbehandlung):

  • Der Erfolg der Wurzelkanalbehandlung soll über mindestens 4 Jahre in regelmäßigen Abständen klinisch und röntgenologisch überprüft werden.
  • Empfohlene Zeitintervalle sind: 6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre und 4 Jahre nach Abschluss der Behandlung.

Die ersten 2-3 Nachuntersuchungen werden in der Regel von nahezu jedem Patienten wahrgenommen. Leider wird es ab dem 24. Monat, bzw. 2 Jahren kritisch die Patienten innerhalb unserer Praxissoftware zu „recallen“, da die Software größere Abstände als 2 Jahre nicht unterstützt. Das ist sehr schade, da das händische Recallen große Ressourcen bindet. Aber vielleicht ändert sich bald etwas…

Anbei ein aktueller 1 Jahres Recallfall.

Kurzbeschreibung:
Anamnese: Heftige Beschwerden linksseitig, Ausstrahlend zum Ohr, seit 8 Tagen.
Diagnose: 36 infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, 37 Karies profunda.
Therapie: Wurzelkanalbehandlung nach Kariesentfernung 36, Füllungstherapie 37.

Recall

Recall

BIG FIVE – Endodontie

von Olaf Löffler

Im endodontischen Bereich haben sich in den letzten Jahrzehnten neue Möglichkeiten der Behandlungsdurchführung eröffnet.

Die „Big Five“ der modernen Endodontie in unserer täglichen Praxis sind:

– die elektronische Längenmessung,
– der Einsatz des Dentalmikroskops,
– die Verwendung von vollrotierenden oder reziprok rotierenden Nickeltitaninstrumenten
– die ultraschallgestützte Spülung zur hydrodynamischen Präparation
– die digitalen Röntgentechnologien

Natürlich könnten jetzt auch Materialien, wie MTA oder der präendodontische adhäsive Aufbau und der Einsatz von Kofferdam genannt werden. Dies sind Dinge, welche aus unserem Behandlungskonzept nicht wegzudenken sind. Aber besonders entscheidend sind für mich die oben aufgeführten Dinge.

In der kleinen Umfrage haben unsre Leser die Möglichkeit Ihre „big five“ zu benennen.
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

Oster-„Ei“

von Bonald Decker

Geschickt wurde uns der Patient, weil seinem Hauszahnarzt die Kombination aus großer apikaler Aufhellung und unvollendetem Wurzelwachstum nicht „geheuer“ war.

Einige Tage vor Erstvorstellung bei uns hatte der junge Patient (16 Jahre) eine submuköse Schwellung Regio 12 entwickelt, die sich durch die Trepanation des Zahnes 12 drainieren liess und so schnell rückläufig war. Ferner wurde dem Patienten ein Antibiotikum verschrieben.

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis einige Tage nach Behandlungsbeginn war keine Schwellung mehr ersichtlich. Über den offenen Zahn entleerte sich (weiterhin) geringe Mengen Sekret.

Röntgenologisch zeigte sich folgendes Bild:

Die weitere Untersuchung ergab, dass auch Zahn 11 devital war und eine apikale Parodontitis aufwies. Ferner imponierte ein diskretes Fistelmaul mesio-palatinal (!). Die Zähne 13 und 14 reagierten bei der Sensibilitätsprobe positiv. Anamnestisch lag im Alter von ca. 11 Jahren ein Frontzahntrauma in der entsprechenden Region vor (wahrscheinlich komplizierte Kronenfrakturen).

Folgende erste Therapieschritte wurden von uns nach eingehender Darlegung aller Optionen durchgeführt.

Therapie:
Anästhesie, Gruppen-Kofferdam-Applikation; Trepanation Zahn 11 und Modifikation der Zugangskavität Zahn 12, Ultraschallaktivierte Spülung mit NaOCl, EDTA und CHX, medikamentöse Einlage (CaOH2) nach Trocknung der Kanalsysteme und fehlender Sekretion, provisorischer Verschluss (Cavit&Ketac molar) der Zugangskavitäten.

Leider entwickelte sich bereits einige Tage danach erneut eine Schwellung in Regio 12. Daraufhin wurde Zahn 12 erneut eröffnet und bei fortlaufender Sekretentleerung nicht wieder verschlossen.

Ein Schritt, der bei uns zur absoluten Ausnahme zählt…

Um ein besseres Bild von der tatsächlichen Ausdehnung des Entzündungsprozesses zu haben wurde daraufhin eine DVT-Aufnahme der Region angefertigt.

Schnell scheint (uns) bei der Betrachtung der Bilder klar, dass eine alleinige nicht-chirurgische orthograde Behandlung wenig (bis gar nicht) erfolgsversprechend sein wird.

Daher ist jetzt ein kombiniertes Vorgehen aus „chirurgischer“ Dekompression (wie z.B. hier nachzulesen) und anschließender endodontischer Behandlung geplant. Eine mögliche Penetration des Nasenbodens durch die große Osteolyse hätte diesen Behandlungsplan übrigens (wohl) zunichte gemacht.

Die weiteren Nachuntersuchungen müssen dann zeigen, ob dieser eingeschlagene „konservative“ Weg den gewünschten Erfolg zeigen wird.

Eines scheint aber klar… alle anderen Behandlungsoptionen (z.B. Zystektomie) bedeuten weitreichende und gravierende Konsequenzen für den jungen Patienten.

Neustart (III) – Kinderkrankheiten (I)

von Christoph Kaaden

Zu unserer “Multi-Media”-Ausstattung des Behandlungszimmers habe ich bereits an dieser Stelle berichtet…

nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass eine solche Ausstattung auch eine Kehrseite hat…

eine Kehrseite, die das tägliche Arbeiten (sehr) erschwert oder im schlechtesten Fall unmöglich macht…

in unserem Fall trifft dies z.T. auf die „PC-Anlage“ im Behandlungszimmer zu…

und so kämpfen wir mit den „Kinderkrankheiten“ eines Neustarts…

eine dieser möchte ich heute vorstellen…

Im Rahmen unserer Behandlungszimmerplanung galt es u.a. die „Hinterkopf-Behandlungszeile“ zu konzipieren.

Nach eingehender Beratung und Besprechung über unsere Anforderungen folgten wir den Empfehlungen von Dental-Depot und Möbelfirma (spezialisiert auf die Einrichtung von Zahn-/Arzt-Praxen).

Hierzu zählte u.a., dass man (wir) den PC des Behandlungszimmers in einem der Oberschränke unterbringen solle. Dies schien uns aus diversen Gründen eine gute Idee.

Das Thema „Wärmeentwicklung“ sollte durch die (liebevoll) „ausgeschnittene offene“ Rückwand des Schrankes „gelöst“ werden…

Diese „Lösung“ bzw. „Empfehlung“ erwies sich bereits nach kürzester Zeit als „Wunschdenken“.

Als Konsequenz schaltete sich der PC nach recht kurzer Betriebsdauer automatisch ab, um eine Überhitzung zu vermeiden. Somit war damit u.a. auch das Anfertigen von Röntgenbildern unmöglich.

Ein Punkt, der insbesondere in einer „Endo-Praxis“ von grosser Bedeutung ist…

als „Lösung“ des Problems würde uns von der Einrichtungsfirma vorgeschlagen, weitere „Lüftungsöffnungen“ in Decke und Boden des PC-Fachs bohren zu lassen, um so eine bessere Luftzirkulation zu erlauben…

gesagt, getan…

das Resultat…

fünf Löcher, (quasi) null (positive) Wirkung…

extrem unbefriedigend…

aus verschiedenen Gründen.

Ein „ständig“ abstürzender PC, der z.T. dazu führte, dass man Patienten nicht wunschgemäss behandeln konnte.

Man könnte auch sagen …

„Alptraum“

und das für gut 12.000 Euro, die man in die Behandlungszeile investiert hat…

die Lösung des Problems verdanke ich einem extrem findigen und engagierten Kollegen und Freund der sich eine kleine Ventilator-Einheit für unseren PC-Schrank ausgedacht und dann ge-/eingebaut hat.

Dr. Florian Krekel

Im Zuge unserer Blog-Staffel “ Neustart“ werden Sie diesen Namen noch häufiger lesen… was daran liegt, dass Florian uns nicht nur bei der Bewältigung der PC-Wärmeentwicklungs-Krankheit geholfen hat, sondern auch noch diverse andere kleine und grosse Wunder bei uns vollbracht hat…

hier aber zunächst seine Lösung unseres PC-Wärme-Problems.

Ein Einbau von fünf (vier oben und einen unten) kleinen Ventilatoren zur besseren Luftzirkulation. Um die Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten hat Dr. Krekel ferner eine Silikonunterlage zwischen Schrankholz und Lüfter eingelegt.

Die Ventilatoren stammen von der Firma Papst  und haben einem Durchmesser von 60 mm (Typ 612Fl (mit 12 V und 19 m3/h bei gerade mal 16db).

Bestellt hat er diese bei www.pcsilent.de

Und so sieht das Ganze jetzt  fertig aus…

Die Temperatur innerhalb des PC-Fachs misst ein kleiner Thermostat, der bei Übersteigen der eingestellten „Kerntemperatur“ das Lüftersystem aktiviert (und nach Abkühlung auch wieder abschaltet).

Seit dem beschrieben Einbau ist das Wärme-Problem für uns gelöst und erlaubt nun endlich einen reibungslosen Behandlungsablauf.

Eigentlich hätte ich gedacht (oder besser erwartet), dass sich die „Dental-Profis“ im Vorfeld darüber Gedanken gemacht habe (wenn man es so verkauft)…

aber (leider) weit gefehlt…

umso dankbarer bin ich unserem „Retter“ für seinen Erfindungsgeist und sein Engagement…

D A N K E

Florian

und nicht nur dafür…

;-)

Wasserschaden – endlich abgewickelt

von Christian Danzl

So nun ist der Wasserschaden vom August letzten Jahres endlich komplett abgewickelt.

In der Nacht zum 4. August letzten Jahres ist ein Warmwasserzirkulationsrohr in der Zwischendecke über dem Büro und dem Wartezimmer gerissen. Mehrere Stunden lief heisses Wasser durch die Deckenlampen in Büro und Wartezimmer.

Schaden:

  • Server und Bürocomputer standen „im Regen“
  • Teppichboden vollgesogen
  • Büromöbel (Schreibtische, Schränke) haben sich über den Teppichboden auch vollgesogen
  • Trockenbauwände nass
  • abgehängete Decke (Trockenbau) incl. Einbaulampen durchnässt und unbrauchbar
  • mehrere elektrische Geräte zerstört

Zu tun war:

  • Computer erneuern, Server neu aufsetzen
  • Teppichboden raus
  • Trockenbaudecke runter
  • Wände anbohren um Trocknungebläseanschliessen zu können
  • Bautrocker und Gebläse um die Wände zu hinterlüften
  • nach Trocknung (2 Wochen) neuer Boden
  • Büromöbel wieder provisorisch Aufgestellt
  • Wände neu tapeziert und gestrichen
  • neue Trockenbaudecke
  • neue Büromöbel

Es hätte schlimmer kommen können, aber der „saugende“ Boden (in diesem Bereich ist Teppichboden auf einer Fehlbodendecke verlegt) hat den Totalausfall verhindert, der Teppich saugte sich voll und liess das Wasser ins untere Stockwerk durch. So hatte das Wasser nicht die Möglichkeit bis in die Behandlungszimmer vorzudringen und dort alle Möbel und die Behandlungseinheiten unbrauchbar zu machen. Somit haben sich mehrere hundert Liter Wasser nicht in der gesamten Praxis verteilt, sondern sind „abgeflossen“. Was den Schlecker Markt unter meiner Praxis nur bedingt erfreut hat.

Ich hatte schon oft überlegt, den Teppichboden durch einen PVC-Boden zu ersetzen, nach dieser Erfahrung, habe ich diese Idee wieder komplett verworfen.

Ein Gutes hat die Sache natürlich: Das komplette Büro und die Rezeption ist neu und auf die neuen Bedürfnisse angepasst.

Hingezogen hat sich alles von Anfang August bis Anfang Januar, da sich die Gutachter der Versicherungen und einige wenige Handwerker teilweise sehr viel Zeit liessen um auf der Baustelle zu erscheinen.
Zum Schluss hat sich auch die Versicherung beim Zahlen schön Zeit gelassen, obwohl die Rechnungen nicht höher waren als die Kostenvoranschläge, und diese waren schon im September bewilligt.

Ärgerlich. Aber überstanden.
Eine interessante Erfahrung, ohne die ich allerdings auch leben könnte.

 

Ordentliches „Loch“ – Teil II

von Bonald Decker

vor Kurzem hatten wir hier den ersten Teil unseres Fallberichtes veröffentlicht.

So ging`s weiter…

Nach erfolgter Revision, MTA-Perforationsdeckung und chemo-mechanischer Reinigung des Kanalsystems in der ersten Sitzung folgte im zweiten Termin (bei vorhandener Beschwerdefreiheit) der Abschluss der Behandlung.

Zunächst die Kontrolle des MTA auf vollständige Aushärtung:

Anschliessend erfolgte die Wurzelkanalfüllung und die postendodontische Kompositrestauration…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir sind gespannt, wie sich der Zahn zukünftig „bewähren“ wird und hoffen auf einen WURZELSPITZE-Recallbeitrag zu diesem (für uns nicht alltäglichen) Fall

:-)

Fortsetzung (Das Jahr des DVT)

von Bostidald Wucker

Bereits hier haben wir den Fall vorgestellt. Die Patientin suchte unsere Praxis erstmals auf Grund akuter Beschwerden Ende 2011 auf. Die Behandlung erstreckte sich über einen längeren Zeitraum, da die Patientin im Ausland arbeitete.

Nach Abschluss den endodontischen und parodontologischen Behandlung Zeit für eine Zwischenvorstellung.

Die begonnene Wurzelbehandlung zeigt keine Verbesserung der Symptome. Deshalb wurde ein DVT angefertigt. Auf dem DVT konnte ein frakturiertes, jedoch noch verbliebenes Wurzelzementfragment erkannt werden. Dieses wurde operativ entfernt und mit Komposit der Defekt verschlossen. Die Fistel verschwand innerhalb von wenigen Tagen. Ein vertikaler und lateraler Perkussionsschmerz verblieb. Nach apikaler Aufbereitung auf #60 (Mtwo 60.04) infolge chronischer Sekretion und Einlage von Pulpomixine ( leider nicht mehr lieferbar) konnte eine rasche Besserung der Symptomatik beobachtet werden. Abschließend erfolgte die Wurzelfüllung und der adhäsive Verschluss.

Die konservierend/prothetische Versorgung wird nach parodontologischem 6 Monatsrecall geplant. Die Ästhetik ist deshalb derzeit ein Kompromiss. Es gelang zumindest die rosafarbene Verfärbung großteils mechanisch zu entfernen.

Die Patientin ist schmerz- und symptomfrei. Sondierungstiefen wurden p.o. noch nicht ermittelt.

Ordentliches „Loch“ – Teil I

von Bonald Decker

Beim ersten Blick auf das nachfolgende Röntgenbild stelle sich mir sofort die Frage, warum das WF-Material nur bis in das mittlere Wurzeldrittel reicht…

gilt ein Oberkiefer-Frontzahn doch langläufig als endodontisch (vermeintlich) einfach zu behandelnder Zahn…

auf des „Rätsels Lösung“ kam ich erst, nachdem wir das bestehende WF-Material entfernt hatten…bei der damals (vor ca. 9 Jahren) durchgeführten Trepanation des Zahnes wurde das tatsächliche Wurzelkanalsystem „verpasst“ und bei der „Kanalsuche“ ein tiefreichender iatrogener „Schacht“ präpariert. Da dieser quasi parallel zu dem eigentlichen Kanalverlauf  angelegt wurde, stellte sich das 2D-Röntgenbild für mich trügerisch dar…

Hier noch ein paar weitere Informationen zu dem Fall sowie der bisher durchgeführten & geplanten Behandlung….

Anamnese:

Z.n. „Wurzelkanalbehandlung vor ca. 9 Jahren; damalige Diagnose nicht mehr nachvollziehbar; bis vor ca. 7 Tagen schmerzfrei; dann Schmerzen und submuköse Schwellung; Notfallbehandlung und Medikation (Antibiotika-Gabe) durch überweisenden Kollegen;

Röntgendiagnostik: insuffiziente Wurzelkanalfüllung; apikale Aufhellung

Befund (fokussiert auch Zahn 21):

Taschen-Sondierungstiefen: normal

Lockerungsgrad II

geringfügige vestibuläre Schwellung

Perkussion positiv

Unsere Therapie: Anästhesie, Trepanation, Revision, Darstellung des Kanalsystems, endometrische Längenmessung (unproblematisch, da Perforation weiter apikal lag), Präparation bis apikalen Durchmesser von 60.04; med. Einlage Ca(OH)2,Perforationsdeckung mit MTA Angelus, prov. Verschluss (Cavit & Ketac Molar)

Weiteres Procedere: Kontrolle des MTA auf Aushärtung; WF des Kanalsystems mit Guttapercha & Sealer, Verschluss der Zugangskavität mit Komposit; Nachkontrolle in 6 Monaten

Vorläufige Prognose: Gut; die Perforation liegt sehr weit apikal, was sich als günstig erweisen sollte

Teil II der Behandlung dann demnächst hier bei Wurzelspitze…

P.S: Dokumentation: Zeiss Pro Ergo mit Canon Legria am JS Adapter

Auslegungskriterien unklarer Bestimmungen in der GOZ 2012

 von Rechtsanwältin Doris Mücke, Bad Homburg

Mit der Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte durch die neue GOZ/2012 beabsichtigte der Verordnungsgeber u.a. die Anpassung des Gebührenverzeichnisses der GOZ/87 an die medizinische und technische Entwicklung und die Klärung häufig aufgetretener gebührenrechtlicher Streitfälle durch Klarstellung der Berechenbarkeit dieser Leistungen.

Trotz der weitgehenden Klarstellung der bekannten streitigen Positionen bedarf es leider auch nach der Novellierung der Gebührenordnung juristischer Kenntnisse, um zu einer fundiert begründeten Berechnung einzelner neu geregelter oder nicht geregelter Leistungen zu kommen.
Betroffen hiervon sind einzelne auf den ersten Blick wiederum nicht ganz eindeutige Regelungen im Leistungsverzeichnis, die bereits zu unterschiedlichen Aussagen über deren Berechenbarkeit seitens der Zahnärztekammern bzw. Bundeszahnärztekammer geführt haben (vgl. z. B Pos. 2390, 2197 etc.). Desweiteren ergibt sich Auslegungsbedarf durch die Neureglung des § 6 GOZ, der in Abs. 1 die analoge Berechnung nicht im Gebührenverzeichnis aufgenommener selbständiger zahnärztlicher Leistungen zulässt, da der Verordnungsgeber den Anspruch fallengelassen hat, dass das Gebührenverzeichnis den Stand der aktuellen Zahnmedizin abschließend beschreibt.

Insbesondere im Bereich der endodontischen Leistungen bildet das Leistungsverzeichnis die modernen Behandlungsmöglichkeiten nur unzureichend ab, so dass sich insbesondere hier die Frage nach der analogen Berechnungsfähigkeit dieser nicht aufgenommenen oder bedachten Leistungen stellt.
Anzuknüpfen ist dabei an der Vorgabe des Verordnungsgebers, dass es sich um „selbständige“ zahnärztliche Leistungen handeln muss, Leistungen also, die nicht methodisch notwendiger Bestandteil anderen Leistungen (Zielleistungen) sind, d.h. sie dürfen nicht inhaltlich von der Leistungsbeschreibung der Zielleistungen umfasst und in deren Bewertung berücksichtigt sein. Insoweit stellt sich z.B. die Frage der gesonderten analogen Berechnung der präendodontischen Kompositfüllungen, der Entfernung von Fragmenten und Entfernung alter Wurzelfüllungen etc.

Sowohl bei der Frage der Berechenbarkeit einzelner Leistungen nach dem Gebührenkatalog als auch bei der Frage der analogen Berechenbarkeit einzelner Leistungen gilt es folgende juristische Grundsätze zu beachten:

1. Maßgeblich für die Berechenbarkeit einer Leistung ist der Wortlaut des Gesetzes bzw. der Verordnung, hierbei sind die Regelungen im Allgemeinen Teil wie auch in dem Leistungsverzeichnis zu beachten.

2. Nur für den Fall, dass diese Regelungen unklar sind, sind die sog. Auslegungskriterien heranzuziehen, wie z.B. systematische Stellung der Regelung im Gesetz bzw. der Verordnung, die Sinnhaftigkeit der auslegungsbedürftigen Regelung und schließlich auch der Wille des Verordnungsgebers, der vorrangig in der amtlichen Begründung zu suchen ist. Unter Berücksichtigung vorstehender juristischer Grundsätze lässt sich eine stichhaltige Antwort auf die Frage der Berechenbarkeit einzelner Leistungen finden.

Eine detaillierte Erörterung der Sachverhalte und konkrete Hilfestellung bei der Verfassung notwendiger Vereinbarungen mit dem Patienten sowie notwendigerweise in der Korrespondenz mit Kostenstellen gibt das Seminar “ Die Neue GOZ 2012 – GOZ-Fachseminar mit Schwerpunkt Endodontie“ am 25.02.2012 in Bad Homburg.
Für nähere Infos senden sie eine Email an D.Muecke@t-online.de.

Little Toys and Tools (10)

von Olaf Löffler

In dieser Reihe mal wieder ein kleiner Tipp für den Praxisalltag.
Praxisgefertigte, direkte Provisorien sind mitunter etwas rauh und zeigen eine hohe Plaqueaffinität. Das Hochglanzpolieren ist aufwendig und zeigt oftmals nicht den erhofften Erfolg.

Mit dem heutigen Tool gelingt es schnell und einfach die Provisorien zu verbessern.
Nach dem Herstellen, Ausarbeiten, Anpassen und Einprobieren erfolgt in unserer Praxis
der Schritt des Oberflächenfinishs.
Das desinfizierte Provisorium wird mit einem lichthärtenden Lack benetzt und anschließend im Lichtofen für fünf Minuten ausgehärtet.

Wir verwenden dazu seit vielen Jahren Kanilight Universallack von der Firma Kanidenta.

Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte

von Christian Danzl

das dritte mal hintereinander ist das „Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte“ erschienen. Als Kooperation von Rebmann Research und dem Deutschen Sparkassen Verlag.

Es enthält auf gut 1.500 Seiten interessante Informationen zu den Themen:

  • Trends, Zukunft
  • Gesundheitssystem in Deutschland
  • innovative Versorgungsstrukturen
  • Entwicklung bei den KK
  • Finanzentwicklung bei Niedergelassenen
  • Abrechnung
  • Praxisausstattung
  • Manegement
  • Qualität im Gesundheitswesen
  • Recht und Steuern

Zu beziehen direkt bei Rebmann Research oder über Ihre Sparkasse.

Bye, bye OOO – Hello JOE ?

von Marc Semper

Zum 1. Januar 2012 wurde die Endodontie-Sektion des Triple O eingestellt [1]. Eine kurze Ära geht zu Ende, die zum einen für hervorragende Literatur stand, wie auch mit großen Namen verbunden war. Diese Sektion wurde im Jahre 1995 in die Zeitschrift aufgenommen und wichtiger Bestandteil dieses Journals. Hervorzuheben ist die Arbeit von Dr. Larz Spångberg, der von 2000 bis 2011 als Section Editor fungierte.

Warum hat man sich zu diesem Schritt entschlossen?
Das Journal of Endodontics [JOE] unter der Leitung von Dr. Kenneth Hargreaves gehört mittlerweile auch zur „Elsevier-Familie“. Zu den Top-5-Zeitschriften für Zahnmedizin – in Bezug auf die Impact-Faktor [2] – gehörend, soll nun das JOE als die Standard-Publikation für die endodontische Spezialität dienen. Die Fokussierung des Triple O wird auf den Bereichen Chirurgie, Medizin, Pathologie und Radiologie liegen. Grundsätzlich ist diese Entscheidung der Herausgeber im Sinne der Konzentration auf ein Journal sicher sinnstiftend. Wichtig bleiben wird das Triple O für diejenigen Endodontologen, die sich intensiver mit den radiologischen Untersuchungsverfahren befassen und natürlich seiner Literaturdatenbank wegen. Wichtig wäre es aber auch gewesen, die Leser im Vorfeld über diese sicher nicht spontane Verlagsentscheidung in Kenntnis zu setzen. OOOOE kostet in 2012 auch ohne E $ 327.

[1] M W Lingen, Looking back as we move forward, Editorial, OOO, 113 (1)

[2] The Journal of Endodontics is ranked 3rd out of 74 journals in the Dentistry, Oral Surgery & Medicine category on the 2010 Journal Citation Reports®, published by Thomson Reuters, and has an Impact Factor of 3.291. http://www.jendodon.com/aims

Hat die Insolvenz von Kodak Auswirkungen?

von Olaf Löffler

Wird die Insolvenz von Kodak den zahnmedizinischen Bereich in Deutschland tangieren?

Unter diesem Aspekt habe ich etwas im Internet recherchiert, bei Carestream angefragt und folgende Quellen/Statements für Sie gefunden.

  • Auf meine Mailanfrage bei Carestreamdental*:
    Bis dato habe ich keine offizielle Stellungnahme auf meine Mailanfrage erhalten.
    Sobald mir dies zugestellt wird, werde ich es hier veröffentlichen.
* Unternehmensportrait
Carestream Dental und Kodak Dental Systems Produkte:
Fazination im Detail ˆ Innovationen für die Gesundheit
Mit einem Umsatz von 1,8 Mrd. € – davon 350 Millionen im Dental-Bereich – zählt Carestream Health, Inc. mit Hauptsitz in Rochester, New York, zu den führenden Herstellern von zahnmedizinischen und medizinischen Bildverarbeitungssystemen und IT-Lösungen. Die Produktpalette reicht von molekularen Bildverarbeitungssystemen bis zu Röntgenfilmen und digitalen Röntgenprodukten für den Markt der zerstörungsfreien Materialprüfung. Carestream Health entstand im Jahr 2007 bei der Übernahme der Eastman Kodak Company‚s Health Group durch die in Toronto, Kanada, beheimatete Onex Corporation (TSX: OCX). Aufgrund seines innovativen Produktportfolios und der umfassenden globalen Vertriebs-, Service- und Distributionskapazitäten sind Produkte von Carestream Health in nahezu 90 % der Krankenhäuser und Zahnarztpraxen weltweit zu finden. Carestream Health beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und ist in mehr als 150 Ländern aktiv. Um der wachsenden Bedeutung des Dentalmarktes Rechnung zu tragen und den Service weiter zu verbessern, konzentriert Carestream Health den Dentalbereich seit Ende 2010 in dem eigenständigen Unternehmensbereich Carestream Dental. Als einziger Komplettanbieter bedient Carestream Dental das gesamte Spektrum vom Film bis zum 3D-Röntgen. Hier bündeln 1.200 Mitarbeiter Aktivitäten und Know How der gesamten Dental-Produkt-Range. Zu Carestream Dental gehört auch einer der weltweit führenden Entwickler für digitales Röntgen, die Trophy Radiologie S.A. in Paris, in deren französischen Laboratorien Forschung und Innovation des Unternehmens ansässig sind. Die meisten Dental-Produkte wurden bis jetzt exklusiv unter der Marke Kodak Dental Systems vertrieben. Die Carestream Dental Bildverarbeitungs- und Praxisverwaltungssysteme ermöglichen Zahnmedizinern die Optimierung ihrer Arbeitsabläufe und der Patientenversorgung, indem Bilder und Daten einfach und effektiv erfasst, weitergegeben und genutzt werden können. Weitere Informationen zu Carestream Dental erhalten Sie unter http://www.carestreamdental.com.

Made in Germany

von Olaf Löffler

Notstand am Dienstag nachmittag. Plötzlich ging die Tür des Autoklaven nicht mehr zu.
Die Plastikverkleidung der Tür hing locker an selbiger herum und die Tür konnte nicht vercshlossen werden. Der geplante Sterilisationsvorgang musste ausfallen.

Gut ist, wenn man ein Reservegerät hat. Ein Leihgerät steht nicht sofort zur Verfügung.

Was war passiert? Am Rand der Verkleidung waren kleine Stücke ausgebrochen.
Die nun bloßliegenden Stifte erinnern an parapulpäre Stifte. Unglaublich erscheint, daß man beim Hersteller in die dünne Plastikverkleidung auch noch eine Führung zur Türöffnung ohne Verstärkung eingebaut hat.

Der Anruf beim Depot brachte die Bestätigung – bekanntes Problem.
Kosten ca. um die 500,00 € + Mwst.

Das Gerät, ein Melag Vakuklav 40 B ist seit Februar 2008 im Einsatz.

Wie ein roter Faden zieht sich die Defektanfälligkeit neuer Geräte durch unsere Praxis. Die Rückfragen bei Kollegen ergeben oftmals ein gleiches Bild.

Garantieansprüche von 6 Monaten im gewerblichen Bereich werden für mich immer unverständlicher angesichts der Preisintensität und der Preissteigerungen medizinischer Geräte.
Wenn ich heutzutage diese doppelt bereithalten muss um arbeitsfähig zu bleiben sind deutliche Kostensteigerungen im Gesundheitswesen unausweichlich. Diese sind nicht der Altersstruktur der Patienten oder dem Bürokratiewahn geschuldet.

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Neustart (II) – Verkabelung

von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über unseren Praxis-Neustart geschrieben.

Hierzu heute der nächste Beitrag:

Im Zuge der „Multi-Media“-Ausstattung unseres Behandlungszimmers hatte ich recht konkrete Vorstellungen…

Ich wollte gerne 3 Monitore an der Behandlungszeile (12-Uhr Position hinter einer Glasscheibe) zur möglichen Darstellung von

– Abrechnungssoftware

– Röntgensoftware

und

– Mikroskop-Video-Bild

Ferner sollte ein Monitor an der Behandlungseinheit in der Lage sein, dass Mikroskop-Video-Bild bzw. wahlweise das Röntgenbild zeigen zu können (Hiermit hatten wir in den letzten Jahren bei den Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht).

Als Röntgensensor haben wir uns im Vorfeld für einen Kodak 6100 Sensor entschieden, der mittels USB-Anschluss an der PC im Behandlungszimmer angeschlossen werden muss.

Zuletzt war auf „9 Uhr“ die Übertragung des Mikroskop-Video-Bildes auf einen Fernseher (zur besseren Mitbetrachtung der Behandlung u.a. für die Assistenz) gewünscht.

Zur vereinfachten Bearbeitung der von uns häufig mitgefilmten Behandlungen hatte mich ferner Oscar von Stetten (Danke Ossi!!!) in der Planungsphase auf die Idee gebracht, einen H264-Recorder „zwischenzuschalten“. Dieser ist in der Lage, das über die HD-Videokamera Aufgenommene gleich in eine MP4-Datei umzuwandeln, um diese dann auf einem Computer zu speichern… somit endlich kein „lästiges“ Auslesen der MC Karte mehr…!!!

Klingt kompliziert das Ganze…???

na ja…

was soll ich sagen…

so sieht die entsprechende Planungsskizze der „Verkabelung“ aus…

Um dies umsetzten zu können, müssen im Vorfeld u.a. einige Leerrohre vorgesehen werden, die einen entsprechenden Durchmesser (u.a. für den HDMI Stecker) aufweisen. Ferner sind z.T. (passive) HDMI bzw. USB Repeater notwendig.

Mein Dank für die quasi reibungslose „Planung und Umsetzung“ geht massgeblich an Holger Stölting (Fa. Advance Computer).

Und hier noch ein paar Impressionen des Ganzen:

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Luftmangel


von Jörg Schröder

Montage scheinen für Überraschungen der besonderen Art prädestiniert zu sein.

Defekte Anrufbeantworter, unwillige Kopierer, undichte Gipsabscheider nutzen offenbar das Wochenende um pünktlich zum Wochenbeginn Ihren Dienst einzustellen.

Im Behandlungszimmer 3 war der Behandlungsstuhl nicht in Gang zu bringen. Kein Strom, kein Wasser, keine Druckluft. Relativ ungünstig an einem komplett einbestellten Behandlungstag. Zumal sich in den weiteren Behandlungszimmern der gleiche Fehler zeigte. An eine Patientenbehandlung war nicht zu denken.

Da unsere Einheiten druckluftbetrieben sind, lag der Gedanke nah, dass ein schadhafter Komressor die Ursache sein könnte. Also auf in den Keller und nach unserem Dürr Duo Tandem geschaut. Eines der beiden Manometer stand auf 0 das andere bei 6 bar.  Es schien kein Teil zu fehlen. Dennoch war auf der in die Behandlungszimmer führenden Leitung kein Druck. Das Rätsel konnte per Telefondiagnose unseres Depot-Technikers gelöst werden.

Der nunmehr 19 Jahre seinen Dienst verrichtende Kompressor war damals mit einem zusätzlichen Druckregler ausgeliefert worden, da zu dieser Zeit die wenigsten druckluftbetriebenen Endgeräte über eigene Druckminderer verfügten.

Offenbar hatte nach der langen Einsatzzeit die Kunststoff-Fassung des Druckminderers ihre Weichmacher verloren und den Einstellknopf mit 6 bar in Richtung Kellerdecke geschossen. Die Bruchfläche war so glatt, daß das Fehlen des Regelknopfes zunächst nicht auffiel.

Der innerhalb einer halben Stunde nach Anruf erschienene Techniker musste lediglich das defekte Teil entfernen und den Druckmindererkreislauf überbrücken. Nicht auszudenken, wenn sich das Teil während einer Wartung im Beisein von Personen verabschiedet hätte.

Den Duo Tandem würde ich mir jederzeit wieder kaufen. 19 Jahre hat er seine Arbeit mit minimaler Wartung verrichtet und wird dies nach Aussage des Technikers auch noch eine Weile tun. Das nenne ich Robustheit.

Neustart

von Christoph Kaaden

Seit 09.Januar 2012 praktizieren wir also nun in neuen Räumlichkeiten…

nach insgesamt fünf Monaten Umbau (vom Büro in eine Zahnarztpraxis) und jeder Menge positiver und negativer Erfahrungen möchte ich diesem Projekt in den nächsten Wochen und Monaten einige Blogbeiträge widmen.

Ziel ist es dann, unsere vorab durchgeführten Planungen, deren Umsetzung und die gemachten (neuen) Erfahrungen hier vorzustellen. Schliesslich muss nicht jeder von uns das Rad neu erfinden und in diesem Zusammenhang jeden Fehler selber machen….

Unsere Erfahrungsberichte werden u.a. die Wahl

  • des Bodenbelags
  • der Dentaleinheit (Planmeca Compact I)
  • des Mikroskopstühls
  • des Röntgensystems (Kodak/Carestream)
  • der Abrechnungssoftware (Evident)
  • des Autoklaven (Getinge K5)
  • des Mikroskops (Zeiss ProErgo) & Dokumentationsmöglichkeiten
  • und viele weitere Pukte umfassen.

Nachfolgend einige Impressionen der neuen Praxis

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P.S.: Und weil der Beitrag von gestern so „schön“ gepasst hat werde ich auch über unsere Erfahrungen mit dem Schreiner & Co berichten…

Evident Online-Schulung

von Christian Danzl

Als ich mit dem Bohren angefangen habe, war unsere Praxissoftware Adent, lief auf 286er Rechnern unter DOS. Wichtigster externer Datenspeicher war die 1.44 MB Diskette, die Bildschirme waren tiefer als breit und für eine Software-Schulung musste man in eine große Stadt fahren.

Es hat sich einiges geändert.

Aus Adent ging Evident hervor. Die Rechner wurden deutlich leistungsfähiger, gleichzeitig die Programme komplexer und trotzdem bedienungsfreundlicher. Gespeichert wird auf Flash-Speichern (weil die CD in der Zwischenzeit kam und ging) oder online. Die Software-Schulungen wurden dadurch aufwändiger und mehr. Die Fahrten in die große Stadt blieben, sie wurden nur zahlreicher.

Bis jetzt.

EVIDENT bietet Online-Schulungen an. Sogenannte Webinare.

Alles was man braucht ist ein internetfähiger Computer und ein Telefon mit Lautsprecher. Somit wandern die Fortbildungen von München (bei uns) in die Praxis.

Man lädt sich das Programm für’s Webinar über den Eviden-link herunter, installiert und startet es. Code für das Webinar und Telefonnummer für werden eingegeben, schon kommt der Anruf und man ist über Konferenzschaltung akustisch verbunden mit der Zentrale und den anderen Teilnehmern. Das Bild kommt online auf den Rechner.

Letzte Woche war bei uns in der Praxis die Premiere.
Evident-Schulung zur neuen GOZ 2012.

Die Damen waren aufgeregt, ob alles klappt mit den Downloads, ob die Programme laufen, ob die Telefonverbindung hält.

Alles hat geklappt. Problemlos.

Dauer dieses Webinars gut 90 min. Man sitzt (mehr oder weniger) gemütlich und ungestört von anderen Teilnehmern in der Praxis (oder wo auch immer) hört sich den Vortrag an.

Obwohl den Teilnehmern während des Vortrags „die Stimme entzogen“ wird, kann man sich für Fragen jederzeit anmelden und durchgestellt werden.

Vorteile:

  • spart Zeit, da An- und Abreise entfallen
  • keine Fahrtkosten
  • wird eher genutzt als eine „große Fortbildung“, da es einfacher ist
  • kostengünstiger
  • man kann das Erlernte sofort vor Ort ausprobieren

keine Vorteile wo auch nicht Nachteile wären:

  • eher für kurze Fortbildungen geeignet
  • persönlicher Austausch der teilnehmenden Praxen untereinander so gut wie nicht möglich

In meiner Praxis war es sicher nicht die letzte Fortbildung dieser Art.

2011 – Das Jahr des DVT

von Bostidald Wucker

Das beeindruckendste Bild des Jahres 2011 aus meiner Praxis möchte ich kurz vor Weihnachten vorstellen. Die Patientin stellte sich mit akuten Beschwerden in unserer Sprechstunde vor.

Zustand nach Trauma vor einigen Jahren mit Kronenfraktur und folgender Wurzelbehandlung. Das damals angeklebte Zahnfragment brach in Folge eines erneuten Zahnunfalls ab und wurde wieder adhäsiv reponiert.

Kurz danach traten Beschwerden auf.
Zudem zeigte sich ein rötliche Verfärbung unter dem Fragment.
Die Sondierungstiefen waren erhöht, mesiolabial 6mm, labial 6mm, distolabial 3mm, distopaltinal, palatinal 3mm, mesiopalatinal 5mm.
Klopfschall unauffällig.
Perkussionsschmerz war lateral und inzisal vorhanden und im Vestibulum zeigte sich eine Fistel.

Eine endodontische Notfallbehandlung mit Entfernung des Wurzelfüllmaterials und Einlage von CaOH2 zeigte keine Besserung der Symptomatik bei fortbestehender Fistelbildung.

Ein nun angefertigtes DVT zeigte die teilweise Absprengung eines Wurzelzementfragmentes.
Die Fistelbildung könnte nun möglicherweise Ursache einer parodontalen Infektion im Fragmentspalt sein.

Über den weiteren Verlauf in diesem Fall werden wir 2012  berichten.

Begrenztes Platzangebot

von Bostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit dem  Überweiserwunsch: „Zahnerhalt von 27 mit allen Mitteln“ in unserer Praxis vor.
Auf den ersten Blick sah es nicht unlösbar aus und erschien sogar relativ problemlos, wenn man von der subgingivalen Sekundärkaries absah und der langen Zahnkontur im Röntgenbild (trotz starker Angulation des Röntgenstrahls). Nach einer ausführlichen Beratung und Patienteninformation zu den Chancen und Risiken wurden die entsprechenden Termine vereinbart. Die veranschlagte Behandlungszeit war mit ca. 5 Stunden avisiert.

Die ersten Probleme traten beim präendodontischen Aufbau auf Die Mundöffnung des Patienten war eingeschränkt. Zur Unterstützung erfolgte die Behandlung mit einem bereits früher vorgestellten Aufbisskeil von Ultradent. Damit ließ sich der erste Teil, der präendodontischer Aufbau recht gut absolvieren. Mit der Präparation der Zugangskavität trat die eingeschränkte Mundöffnung als Hindernis zunehmend mehr in den Vordergrund. Die direkte Sicht wurde stark eingeschränkt, da nur kurzschaftige Präparationsinstrumente genutzt werden konnten.

Die größte Hürde beginnt, wenn die gemessenen Arbeitslängen in so einem Fall bei 25mm, oder noch mehr liegen. Durch ein Erweiteren der Zugangskavität nach bukkal oder palatinal kann ein „Einfädeln“ der Wurzelkanalinstrumente erreicht werden. In fast ausweglosen Situationen wird in meiner Praxis durchaus die bukkale Schmelzwand geopfert um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Vorteil ist mehr Licht und besserer Zugang mit dem Instrumentarium.

In dem hier vorliegenden Fall konnte durch das Fehlen des anterioren Zahnes der präendodontische Aufbau mesial verkürzt werden. Zusätzlich wurde der Kofferdam und der Kopf des Endowinkelstücks mit einer Gleitmasse ( Vaseline ) bestrichen um ein leichtes Gleiten über den Kofferdam zu ermöglichen.

Unsere Maßnahmen bei eingeschränkte Mundöffnung:

kleine Mundspiegel ( Röder )
– Aufbissblock ( bei uns Ultradent ) oder dem hier vorgestellten Modell
– Individualisierung der Zugangspräparation
– Gleitmittel für Endowinkelstückkopf
– Präparieren einer „Rutschbahn“ zum Kanaleingang in der Zugangskavität
– geradlinige Zugangsgestaltung
– gegebenenfalls vorher physiotherapeutische Vorbehandlung

Mit diese Maßnahmen lassen sich schwierigere Fälle durchaus passabel lösen ohne das der Puls auf 180 ist.

Skylight

von Christoph Kaaden

einem Hinweis von Florian Grummt verdanke ich den kurzen nachfolgenden Beitrag.

Es handelt sich dabei um einen Adapter für Smart Phones am Mikroskop.

Das nachfolgende hier zu sehende Video stellt die Idee hinter dem Produkt Skylightscope vor…

eine, in meinen Augen, simple, wie brillante Idee, die Unterstützung mehr als verdient.

Nochmals Gedanken zur neuen GOZ

von Christian Danzl

Sie wird uns wohl treffen, die neue GOZ.

Was sie uns bringt, sind vorerst Kosten.

Kosten, die erst mal wieder hereingeholt werden müssen.

  • Fortbildungskosten: Bis die Helferinnen einigermassen fit in der neuen GOZ sind, wird wohl eignes Geld in Abrechnungskurse fliessen. Es wird darauf hinauslaufen, dass jede Helferin in der Praxis, die etwas mit Abrechnung zu tun hat, in nächsten Jahr irgendwo einen Kurs für die neue GOZ besuchen wird, einen Abendkurs, welcher im Obmannskreis günstig veranstaltet wird, bis hin zu einem Intensiv-Seminar für die Praxismanagerin.
  • Softwarekosten: Komischerweise wurde nicht festgesetzt, dass die Softwarehersteller die Updates für die Abrechnungsprogramme gratis liefern müssen.
  • Zeit: Etliche Kosten, die indirekt anfallen über Mehrarbeit. Mehrarbeit beim Rechnungen schreiben, beim Begründungen schreiben für die Versicherungen und beim Aufklären der Patienten.
  • Und letztendlich Kosten, die anfallen, wenn es um Rechtsstreitigkeiten mit den Versicherern geht, die vor Gericht ausgetragen werden müssen.

Was wird sich noch ändern?

Was tun mit den neuen Preisen?
Einfach hinnehmen?
Oder darauf reagieren?

Die alten Preise übernehmen und die Patienten müssen für abgewertete Behandlung selber zuzahlen, wenn über die Steigerungsgrenze bei der alten GOZ schon erreicht war?

Das wird den klassischen „2,3-Abrechner“ nicht treffen. Aber einige Kollegen bieten Behandlungen an, die weit jenseits des Durchschnitts liegen, qualitativ hochwertiger, viel zeitaufwändiger, die werden sehr schnell die Grenzen überschreiten.

Oder die Behandlungsqualität anpassen?

Eine dentinädhäsive Füllung muss nicht in Inkrementttechnik ausgeführt werden. Weder Farbschichtung, selektives Ätzen, 3-Flaschen-Bondingsystemesystem, noch eine sauteueres Komposit der letzte Generation mit anschliessender Höchstglanzpolitur müssen Anwendung finden, wenn eine Kunststofffüllung gemacht wird.
Aus reduzierter Bezahlung wird bei vielen Kollegen schlicht, aber ergreifend, nur reduzierte Qualität resultieren.
Da sind wir wieder bei der deutschen Gleichschalterei und Mittelmässigkeit. Durch mittelmässige bis schlechte Bezahlung wird nur eine adäquate Behandlung induziert

Die Kronen und die Inlay-Positionen sind erhöht worden. Die Zahntechniker werden sich freuen. Wahrscheinlich sind für diese auch die Positionen erhöht worden. Wenn über die Füllung kein Geld mehr zu verdienen ist, wird eben schneller eine Krone oder Teilkrone gemacht.
(Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass hier keine Lobbyisten am Werk waren, die Schleifmaschinen uns Scanner unters Volk bringen wollen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja nicht der Sache denen, und dem Patienten auch nicht. Denn zu dessen Wohl wurde die GOZ ja wohl doch erneuert.)

Aber habe ich den Verdacht, dass der eine oder andere Kollege, sein Behandeln mehr dem Überleben der Praxis anpassen werden muss, als der optimalen Versorgung der Patienten.

Aber so ist das im Deutschland nach der Wende. Wir in der Zahnmedizin haben das Beste aus beiden deutschen Staaten. Den Sozialismus und den Kapitalismus.

Den Sozialismus haben wir auf der Einnahmen-Seite, da regelt uns der Staat was genau für welche Behandlung eingenommen werden darf. Auf der Ausgaben-Seite haben wir den blanken Kapitalismus, da diktiert uns Industrie und Staat, wieviel Geld für was ausgegeben werden muss.

Ob uns die neue GOZ auch einen Nutzen bringt wird sich erst zeigen müssen. Wenn mit den erhöhten Positionen die abgesenkten Positionen inclusive der entstehen Kosten nicht aufgefangen werden können, war mal wieder alles umsonst (von der nicht ausgeglichenen Inflation will ich hier gar nicht).

Für die, die jeden Tag in der Praxis stehen und das Desaster der zahnbürsten-verachtenden Zunft ausbügeln müssen.
Und für die Helferinnen, für die die neue GOZ die nächste Nullrunde beim Einkommen einläuten wird.

Einige Praxen werden das wohl nicht lange überleben, wenn man mit den Privatpatienten die Verluste bei den Kassenpatienten noch schlechter abfedern kann.
Aber anscheinend ist es so gewollt. Kosten sparen im Gesundheitssystem durch Nichtbehandlung.
Das passt ins System.

Wo keine Praxis (Arzt, Zahnarzt, Masseur, Physiotherapeut….) ist, entstehen auch keine Kosten für das Gesundheitssystem (soviel ich weiss bleiben die KK-Beiträge für die Versicherten gleich hoch, auch wenn der letzte Arzt im Umkreis von 30 Kilometern aus finanziellen Gründen seine Praxis schliessen musste), weil niemand behandelt wird. Behandlungen aufschieben ist das Mittel der Wahl. Hinter uns die Sintflut.

Und da wundert sich noch einer über den Erfolg Piraten-Partei?

Der endodontische Schnappschuß

von Ostidald Wacker

Der Kollege 35 zeigte ein Lächelmund hinter seiner langen Stiftnase und nicht ganz vorteilhaften Kronenmütze.
Leider gab es keine Rettung für Ihn und seinen Kollegen…

Akzeptabel oder nicht?

von Olaf Löffler

Das vorliegende Röntgenbild wurde im Rahmen einer Erstuntersuchung angefertigt. Der Zahn ist beschwerdefrei und zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen.

36

36

Dazu nun eine kleine Umfrage:

Neue Visionen – Neue Möglichkeiten

von Christoph Kaaden

Endlich ist er „da“…

der Endodontie Kalender 2012 

Mit neuen Visionen & Möglichkeiten möchte Michael Arnold zusammen mit zahlreichen Autoren über neue Möglichkeiten in der Endodontologie auf der Basis aktueller Forschung informieren.

Dies gelingt nicht nur aufgrund der optisch ansprechenden zwölf Kalenderseiten, sondern insbesondere durch spannende und sehr versiert gelöste Behandlungsfälle eindrucksvoll.

Online zu bestellen gibt es den Kalender hier.

Die neue GOZ (5)

von OLaf Löffler

Im Bundesrat wird demnächst u.a. auch über den §12 der neuen GOZ entschieden.
Hier der Wortlaut:

2. Zu Artikel 1 Nummer 12 (§ 12 GOZ)
Artikel 1 Nummer 12 ist wie folgt zu fassen:
§ 12 wird wie folgt gefasst:
§ 12
Überprüfung
Die Bundesregierung prüft die Auswirkungen der Neustrukturierung und –
bewertung der Leistungen der Gebührenordnung für Zahnärzte. Sie
berichtet dem Bundesrat bis spätestens Mitte des Jahres 2015 über das
Ergebnis der Prüfung und die tragenden Gründe.“ ‚
Begründung:
Die Novellierung führt nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit
(BMG) auf der Basis des nach der aktuellen GOZ abgerechneten
Honorarvolumens (Stand: 2008) zu Mehraufwendungen in Höhe von rund 6
Prozent. Dieser Umfang der Erhöhung beruht auf der Annahme des BMG, dass
durch die verschiedenen Anhebungen der Punktzahlen die in der
Vergangenheit üblichen Überschreitungen des Schwellenwertes (2,3-facher
Steigerungsfaktor) nicht mehr auftreten werden. Sollten sich diese Annahmen
als nicht praxisgerecht erweisen, ist mit Mehrausgaben über den vom BMG
angenommen Wert von 6 Prozent zu rechnen. Diese Mehrausgaben wären von
den öffentlichen Kostenträgern der Beihilfe, privaten Krankversicherungsunternehmen,
aber auch Privatpersonen (insbesondere Mitgliedern der gesetzlichen
Krankenversicherung bei Inanspruchnahme außervertraglicher Leistungen) zu
tragen.
Eine Kostensteigerung über den angenommen Wert von 6 Prozent hinaus wäre
nicht sachgerecht.
Auf der Grundlage des von der Bundesregierung zu erstellenden Berichts ist
über eine Anpassung der Vorgaben der Gebührenordnung für Zahnärzte zu
befinden.
Meine Gedanken:
Dieser Teil der GOZ zeigt, daß es eine betriebswirtschaftlichen Grundlagenberechnung der zahnärztlichen Praxen zur neuen Gebührenordnung nicht gewollt war. Das heißt für mich, daß die marktwirtschaftlichen Grundlagen schon lange ausgedient haben und die Planwirtschaft Einzug gehalten hat.
„Zurück in die Zukunft“ der Weg in eine Mangelmedizin wird bereitet.
Die Mangel wird in Form fehlender Kostenübernahme durch Kostenerstatter und/oder des Mangels an finanziellen Mitteln des Erkrankten und/oder des mangelnden Wissens aus aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen des Arztes/Zahnarztes sein.
Folge wird ein weitere Krise sein. Die Krankseinkrise.
Wohl dem der (dabei) nicht erkrankt.

Wasser in der Luft

von Olaf Löffler

Plötzlich war Wasser in der Druckluft – im Prophylaxezimmer und in der Druckluft im Steri.
Eine undenkbare Situation 3 Jahre nach dem Umzug und dem Neuaufbau der Praxis.

6 Monate haben wir gebraucht um festzustellen woher das Wasser in unserer Druckluft kommt und sicher auszuschließen, daß es nicht noch andere Ursachen gibt. Die Kosten dafür sind vierstellig, über den Zeitaufwand reden wir lieber nicht.

Es hat sich herausgestellt, daß an unserem Power Tower der Firma Dürr die Trockenluftanlage defekt ist, bzw. so nach und nach ihren Dienst eingestellt hat. Der Power Tower ist seit Februar 2008 in Betrieb. Nach genau 3 Jahren benötigen wir eine neue Trockenluftanlage. Kosten € 1450,00+ Mwst + Einbau.

Die Firma Dürr bot uns als Kulanz €400,00 weniger an für ein gerade 3 Jahre altes Gerät.

Nun darf ich gespannt wie lange die neue, technisch verbesserte Trockenluftanlage hält. Die Kulanz der Firma Dürr habe ich abgelehnt. Das Vertrauen in die Firma ist verschwunden.

Henry Schein als Einrichter führt den Umbau ohne Kostenberechnung durch. Das nenne ich Service, zumal wir kaum Verbrauchsmaterialien dort bestellen.

Die neue GOZ (4)

von Olaf Löffler

Einige Informationen zur aktuellen GOZ von der ZA AG.

Zitat:
GOZ-Referentenentwurf – ein Minusgeschäft

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der GOZ-Referentenentwurf wirklich? Der aktuell vorliegende Referentenentwurf zur GOZ ist für Zahnärzte von immenser wirtschaftlicher Bedeutung. Bislang wurde publiziert, dass er für die Zahnärzte mit einem Plus von 6 Prozent verbunden sei. Die ZA hat diese Aussage statistisch überprüft.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Anhörung im Bundesgesundheitsministerium zur GOZ-Novellierung am 09. Mai in Bonn präsentiert:

Die ZA-Statistik belegt, dass die Umsetzung des GOZ-Referentenentwurfs für die Zahnärzte einen Honorarverlust von 4,5 Prozent bedeutet.

Damit Sie sich orientieren können, hier die Ergebnisse unserer ZA-Statistik als Übersicht der Leistungsbereiche. Es ist die mit Abstand aktuellste und größte Statistik. Immerhin 300 000 Rechnungen aus 2010 haben wir ausgewertet.

Leistungsbereich

Honorar 2,3fach alt zu 2,3fach neu

Honorar  Durchschnittsfaktor alt zu 2,3fach neu

A.
Allgemeine zahnärztliche Leistungen

-2,33 %

  -4,88 %

B.
Prophylaktische Leistungen

 1,10 %

   4,09 %

C.
Konservierende Leistungen

 10,49 %

   5,10 %

D.
Chirurgische Leistungen

-5,56 %

  -17,08 %

E.
Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodonts

 -7,71 %

  -1,99 %

F.
Prothetische Leistungen

 19,29 %

  -0,9 %

G.
Kieferorthopädische      Leistungen

 0,31 %

  -8,33 %

H.
Eingliederung von Aufbissbehelfen und Schienen

 5,04 %

  -7,51 %

J.       Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen

 -14,55 %

  -20,83 %

K.
Implantologische Leistungen

 -30,37 %

  -42,95 %

L.
Zuschläge zu bestimmten chirurgischen Leistungen

 -4,21 %

  -4,94 %

insgesamt:

 3,24 %

  -4,53 %

Die neue GOZ (3)

von Olaf Löffler

Die Zeitplanung zur neuen GOZ kann spannend werden – nach Meinung des Gesetzgebers ist ausreichend Vorbereitungszeit, wie man nachlesen kann.

Zu Artikel 3 (Inkrafttreten)
Das Inkrafttreten der neuen Gebührenverordnung zum 1. Januar 2012 stellt den Beteiligten eine ausreichende Zeit zur Vorbereitung und Umstellung auf die neuen Regelungen zur Verfügung.

Die abschließende Beratung im Bundesrat soll 4.November 2011 stattfinden.
Für eine Praxis mit Bestellsystem und dem Anspruch Kostenpläne für geplante Behandlungen zu erstellen ist der Zeitraum bis zum 01.01.2012 zu kurz.
Macht ja nichts, denn es gibt ja eine Übergangsregelung.

Die Übergangsregelung
In Nummer 2 wird eine Übergangsregelung getroffen für Fälle, in denen die Behandlung vor Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen, aber erst nach deren Inkrafttreten beendet werden.
Für die in den genannten Gebührenpositionen zusammengefassten Komplexleistungen, deren Erbringung sich typischerweise über einen Zeitraum von mehreren Sitzungen erstrecken kann, wird die Weitergeltung der vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung geltenden Verordnung bestimmt, wenn die Leistung vor dem Inkrafttreten begonnen und noch nicht beendet wurde.

Die Gebührenordnung für Zahnärzte in der vor dem … [einsetzen: Datum des Inkrafttre- tens nach Artikel 3] geltenden Fassung gilt weiter für
1. Leistungen, die vor dem Inkrafttreten der Verordnung vom … [einsetzen: Datum und Fundstelle dieser Verordnung] erbracht worden sind,

2. vor dem Inkrafttreten der Verordnung vom … [einsetzen: Datum und Fundstelle dieser Verordnung] begonnene Leistungen nach den Nummern 215 bis 222, 500 bis 523 und 531 bis 534 des Gebührenverzeichnisses der Gebührenverordnung für Zahnärzte in der vor dem … [einsetzen: Datum des Inkrafttretens nach Artikel 3] geltenden Fassung, wenn sie erst nach Inkrafttreten der Verordnung vom …[einsetzen: Datum und Fundstelle dieser Verordnung] beendet werden…

Die Übergangsregelung greift demzufolge in der Prothetik und bei Einlagefüllungen.
Macht ja nichts, dann schreiben wir jetzt die Pläne nach der neuen GOZ. Nur sind die Softwarehersteller schon soweit?

Die neue GOZ (2)

von Olaf Löffler

Im letzten Beitrag haben wir die Punktezahlen alt gegen neu gegenübergestellt.
Was heißt das nun real in heutiger Zeit?

Der Punktwert entspricht genau 0,0562421€. Dieser bleibt unverändert. Er liegt somit
weiterhin 3,64% unter  dem Punktwert der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).

Wikipedia führt dazu folgendes auf:
Preisentwicklung
Bezogen auf das Basisjahr 1988 hat es in Deutschland von Januar 1988 bis Januar  2008 einen Preisanstieg um 53% gegeben – was einer durchschnittlichen jährlichen  Steigerung von 2,15% entspricht – während das GOZ-Honorar unverändert blieb und  damit praktisch abgewertet wurde.
Im Gegensatz zu den Ärzten und Zahnärzten haben die Gebührenordnungen anderer  freier Berufe (Rechtsanwälte, Notare, Architekten, Steuerberater) einen Automatismus,  der sie an die allgemeine Preisentwicklung ankoppelt. Die Honorare dieser freien Berufe  errechnen sich überwiegend aus einem Prozentanteil eines Marktwertes (Rechtsanwalt:  Streitwert für ein Auto oder Haus; Notar: Wert des Kaufvertrages; Architekt: Baukosten  für ein Haus; Steuerberater: Betriebsgewinn), der zusammen mit der allgemeinen  Inflation allmählich steigt. So steigen in diesen freien Berufen die Honorare auch ohne Änderung der Honorarordnung mit der allgemeinen Inflation allmählich an.

Das Thema Inflation fällt mit der Gebührenordnung unter den Tisch.  Die Mietverträge, Wartungsverträge, etc. vieler Kollegen führen spezielle Klauseln zur Inflationsanpassung. Das heißt es werden die durchschnittlichen prozentualen Kostensteigerungen jährlich neu eingerechnet und bleiben somit am Unternehmen Zahnarztpraxis hängen. Ähnlich verhält es sich mit den Material- und Anschaffungskosten.

Die Inflation seit 1988, dem Jahr des Inkrafttretens der bis jetzt existierenden GOZ und des weiterhin bestehnden Punktwertes von 0,0562421€, beträgt kumuliert fast 60%. (Quelle: ZAAG)

Die derzeitige internationale Finanzlage lässt inflationäre Erscheinungen nicht ausschließen.
Wird die Einzelpraxis einen deutlichen Anstieg der Inflation überleben?

Feuerlöscherchen?

von Christian Danzl

Nach unserem frisch überstandenem Wasserschaden fragt man sich, was es Schlimmeres gibt?

Die Antwort ist klar:

Feuer.

Nicht umsonst sind Feuerlöscher vorgeschrieben. Die Menge, Löscheinheiten und Wartung sind ja jetzt durch QM kein Problem mehr.  ;-)

Was tun, wenn es dann doch mal zu einem kleinen Feuer kommt?

Feuerlöscher!

Ich schätze, dass aus Kostengründen 80% der Feuerlöscher, die in den Praxen hängen, ABC-Pulver-Löscher sind.
Das heisst im Bandfall bei einem 6-Kg-Löscher: 10 sek. löschen und danach 5 Stunden putzen – wenn man davon ausgeht, dass das (hoffentlich Klein-)feuer gelöscht ist und die Feuerwehr nicht benötigt wird.

Da in einer Zahnarztpraxis ab und zu mit offener Flamme hantiert wird, Spiritusbrenner für das Wachsmesser, Bunsenbrenner im Praxislabor und im Advent der unvermeidliche Adventskranz, usw. ist ein unkontrolliertes Entflammen von leicht brennbaren Materialien nicht ausgeschlossen.

Hilfsmittel zum Feuerlöscher bei einem Entstehungsbrand:

– Löschdecken sind Kleinlöschgeräte aus unbrennbarem Gewebe, um entstehende Feuer durch Luftabschluss zu ersticken.

– Feuerlöschsprays sind Löschhilfen, sie sind keine Feuerlöscher nach Norm, da

  • die Löschmittelmindestmenge nicht erreicht wird
  • die vorgeschriebe Wurfweite nicht erreicht wird
  • der Sprühwinkel zu gering ist
  • die Haltbarkeit mit 3 Jahren weit von den 20 Jahren eines Feuerlöschers entfernt ist
  • das EN3-Niveau unterschritten wird
  • thermische Stabilität unzureichend ist

Trotzdem können sie durchaus Kleinbrände löschen und sie verursachen durch Löschschaum keine löschpulverbedingten Putzorgien.

Sie sind NICHT geeignet und auch NICHT dazu gedacht Feuerlöscher zu ersetzen.
Es kann aber eine Person mit dem griffbereiten Löschspray/Löschdecke einen entstehenden Brand schon eindämmen, evtl. löschen, während eine weitere Person einen Normlöscher zum „Einsatzort“ bringt. So kann durchaus Schlimmeres verhindert werden.

Die Kosten sind mit ca. 15,- bis 25,- Euro überschaubar („Strassenpreis“).

Misserfolg du Jour (5)

von Bonald Decker

Nicht nur Ronald Wecker muss gelegentlich (schmerzlich) erfahren, dass es endodontische Misserfolge gibt…

wir auch…!

Hier ist ein solcher:

Bei der Nachkontrolle 2009 war noch „alles in Ordnung“ und die Patientin entschied sich gegen eine prothetische Versorgung des Zahnes (wie auch von 36)

2011 stelle sich die Patientin erneut vor. Die Situation sieht radiologisch auf den ersten Blick recht „unspektakulär“ aus… wäre da nicht die lingual gelegene Fistel.

Kurz zu den Hintergründen des Falles:

Diagnose: Irreversible Pulpitis

Behandlungsprotokoll (in Stichworten): Präpartionsgrösse: 40.06; WF-Technik: warm vertikale Kompaktion; postendodontische Restauration: Adhäsiv: Clearfil SE Bond; Komposit (Enamel HFO)

Und hier die dreidimensionale Darstellung des Problems:

Die Diagnose „vertikale Längsfraktur“ bedeutet leider das „Aus“ für den Zahn…

Reisebericht – Schottland

von Christian Danzl

Heute mal weg von den Zähnen und ab in den Urlaub.

Diesmal Schottland.

Auf der Suche nach des Ursprüngen des Malt-Whisky hat es uns nach Schottland getrieben.
Ursprünglich wäre der erste Halt auf der Rundreise von und nach Edinburgh die Insel Islay und die darauf angesiedelten Brennereien (Ardbeg, Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila, Kilchoman, Lagavulin, Laphroaig, Port Charlotte, Port Ellen) gewesen, passte aber dann, wegen ausgebuchter Fähre nicht in Programm, was aber nicht so schlimm  war, da meine zwei Mitreisenden den sehr torfigen und rauchigen Whisky dieser Insel nicht besonders schätzen.

Also war Oban (Diageo) die erste Brennerei, die sich unserer Besichtigung nicht entziehen konnte. Relativ klein mit einem Ausstoß von 1 Mio Flaschen pro Jahr. Interessante Führung, Verkostung von 2 Whiskys, einer direkt aus dem Fass und der 14-jährige Standard-Whisky.

Weiter führte die Reise durch das Great Glen vorbei Loch Ness über Fort William, Inverness (leider kein Quartier bekommen), Nairn, Forres nach Elgin (Region Moray). Sitz des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail.

Von da in Richtung Süden erstreckt sich der Malt-Whisky-Trail. Auf Strassenschildern sind hier die Brennereien ausgeschildert, die zu Besichtigen sind. Ca. 15 km südöstlich von Elgin liegt der kleine Ort Rothes (Speyside). Von hier sind im Umkreis von ca. 10 km viele Brennereien zu besichtigen.

Glen Grant, derzeit im Besitz von Campari. Netter Garten, Café, kurze, übersichtliche Führung, moderner Verkaufsraum, Whisky-Verkostung mit zwei Standardwhiskys. War nicht unser Geschmack.

The Macallan, Edrington Group. Schöne Führung, zeigt viel von der Herstellung der verschiedenen Fässer (Bourbon Cask, Sherry Cask) und deren Einfluss auf Geschmack und Farbe des Whiskys. Enttäuschende Verkostung mit einem 10-Jährigen Sherryfass Whisky ohne Hinweise und Anleitung.

Aberlour, z.Zt. Pernod Ricard, 2-stündige Führung, viel Informationen über Geschichte, Herstellung (verarbeiten 34t Gerste täglich), Lagerung. Mit Abstand die beste Verkostung:
frisch gebrannter Spirit (vor der Fassabfüllung, klar, noch kein Whisky, da der Spirit erst 3 Jahre im Holzfass lagern muss, um sich Whisky nennen zu dürfen); zwei Fassstärken á 16 Jahre, einer Bourbon, einer Sherry; ein 10-järiger; ein 16-jähriger und der a bunadh. Hervorragende Erklärung, auf was zu achten ist, welche Aromen sich wann freisetzen und der Möglichkeit einen, nur in der Brennerei erhältlichen Whisky, selber abzufüllen.
Aberlour war die einzige, von uns besuchte, Brennerei, die ihren Whisky mit Freude und Stolz präsentiert hat.

Von Elgin ging die Fahrt dann über Aberdeen, Stonehaven, Dundee nach St. Andrews, bekannt durch Universität und Golf, und am nächsten Tag weiter über Anstruther, wo es angeblich die besten Fish & Chips gibt, nach Edinburgh.

Tips für die Reise:

  • optimale Reisezeit sind Juli und August
  • es gibt kaum Hotels, aber sehr viele Bed & Breakfast, diese sind aber in der Hauptreisezeit oft voll. Es empfiehlt sich im Voraus zu buchen, wenn man nicht stundenlang suchen will
  • am besten kommt man mit dem Auto voran (Fahrer vorher bestimmen, wenn es zur Brennerei geht ;-), wenn auch im Vergleich zu Deutschland sehr langsam. Die Strassen sind klein, eng und kurvig. Viele Wohnwägen und Wohnmobile in der Hauptreisezeit. Hier also mehr Zeit einplanen
  • es gibt in Schottland auch viele verschiede Brauereien, deren Ales sehr unterschiedlich schmecken
  • unbedingt Haggis probieren, hier war er besonders gut
  • preisgünstig Essen in den Pubs, beim Inder und natürlich Fish & Chips,
    das legendäre „deepfriedmars“ haben wir leider nicht entdeckt ;-(
  • sehr viele verschiede Whiskys zu Preisen von 2,80 Pfund für einen Standard Single Malt wie Highland Park 12y, Laphroaig 10y oder Glenfiddich 12y bis hin zu 50 Pfund für einen Yamazaki, limited Edition von 1984 gibt es im Highlander Inn inCraigellachie. Sehr empfehlenswert!
  • Empfehlenswerte Hotels:
    Mansionhouse Hotel, Elgin
    Dowans Hotel, Aberlour
  • Dank des derzeit guten Wechselkurses zum Englischen Pfund kann man vor Ort gut Whisky kaufen, besonders Raritäten, die auf dem deutschen Markt nicht oder nur sehr schwer erhältlich sind.
  • Easy Jet ist nicht erste Wahl, wenn es ums Fliegen geht

 

Warmwasser von oben

von Christiano de Acqua Alta

Zweiter Tag in meinem Urlaub. 10 vor 8.00 Uhr klingelte das Telefon. Die Praxis war dran.

Rohrbruch. Wartezimmer und Backoffice sind unter Wasser.

10 min später stehe ich in der Praxis. Das Wasser läuft aus der Zwischendecke. Eine Warmwasserzirkulationsleitung ist durchgerostet.
Die Helferin, die die Praxis aufgesperrt hat, hat hervorragend gehandelt. Sie hörte etwas plätschern, dachte sofort an einen Rohrbruch, schaltete den Strom mit dem Hauptschalter NICHT ein. Suchte den Ursprung des Geschens, fand ihn im Backoffice, machte die Sicherungen raus und rettete die Rechner. Durch den Server ist das Wasser leider gelaufen, der war nicht mehr zu retten. Dank Datensicherung war es für die Hard/Software-Betreung kein Problem, noch am gleichen Tag einen Ersatzsrever zu installieren, so dass der Kollege am nächsten Tag wieder arbeiten konnte. Somit hatten wir bis jetzt nur einen halben Tagarbeitsausfall.

Dann kommt der Rest von Wasserschaden. Versicherung. Hausversicherung über den Vermieter, für Bodenbeläge, Tapeten, Decken. Eigene Inventarversicherung und Elektronikversicherung für Einrichtung und Hardware.

Warum langweile ich Euch heute mit diesem Thema?

Ich habe letztes Jahr die Praxisversicherungen neu abgeschlossen und auf den neuesten Stand gebracht, da ich zu einem anderen Versicherer gewechselt habe. Ich wollte für die ganzen Versicherungen, privat wie geschäftlich, einen Ansprechpartner haben. Es ist vielleicht nicht unbedingt die billigste Lösung, aber man spart sich sehr viel Lauferei, und im Schadensfall ist es fast unbezahlbar für die Schadenabwicklung nur „über die Strasse“ gehen zu müssen.

Also, wenn die Praxisversicherungen (oder auch die Privaten) schon länger laufen, loht es sich, die Verträge mal wieder durchzuschauen und evtl. auf den neusten Stand bringen. Es kann auch nicht schaden, sich von einem Mitbewerber mal ein Angebot machen zu lassen, was das Versicherungspaket  woanders kostet.
Aber das sollte doch auch im QM-Ordner stehen, „wenn ich mich nich irre“ – um es mit Sam Hawkens zu sagen ;-)

Nach der Abwicklung werde ich die Policen auch nochmal durchgehen und evtl. wieder updaten und auch die Ausfallversicherung auch an nicht-krankheitsbedingte Ausfälle angleichen. Dieser Wasserschaden lief glimpflich ab, da im Urlaub die Praxis nicht auf voller Leistung läuft.

Ob sich ein eventueller nächster Wasserschaden wieder an die Urlaubszeit hält ist nicht sicher.

Extraktion oder Erhaltungsversuch (2)

von Bonidald Wicker

Der Patient möchte beide Zähne erhalten. Die Prognose ist kritisch. Würden Sie einen Erhaltungsversuch unternehmen?

Das Ergebniss der Umfrage:

Nein   57%
Ja      43%

Die knappe Mehrheit der Abstimmer haben sich gegen den Zahnerhaltsversuch entschieden.

Zum besseren Verständniss möchte ich nun einzeln auf die Zähne 37 und 47 eingehen. Beginnen möchte ich mit 47 ( Grund: Schmerzsymptomatik) .

Die Diagnose ergab für 47 Endo-Paroläsion (primär endodontische Läsion mit sekundärer parodontaler Läsion*). Es war keine Sensibilität messbar und laut Patientenangaben wurde eine Wurzelbehandlung vor einigen Jahren durchgeführt. Ähnliche vertikale Knocheneinbrüche waren lediglich am Zahn 37 messbar. Der allgemeine parodontale Zustand entsprach einer adulten P. marginalis mit einem generellen PSI Score von 3, außer S6 und S4 mit 4 durch die Zähne 37 und 47.

Die Prognose von 47 wurde von uns als kritisch eingestuft und dem Patienten wurden die möglichen Behandlungen vorgestellt.

  • Extraktion und anschließende Implantation nach Augmentation.
  • Endodontische Therapie und Hemisektion der distalen Wurzel, evtl Extraktion der Weisheitszähne im Falle kritischer Plaquanlagerungen.
  • Endodontische Therapie mit SRP (Scaling und Root Planing) ggf. offenes Verfahren
Der Patient wollte trotz der bedenklichen Prognose alle Möglichkeiten der Zahnerhaltung ohne Hemisektion ausschöpfen.
Scaling und Root Planing sind bei einer Läsion primär endodontalen Ursprungs kontraindiziert. Die massive subgingivale Plaquebesiedelung im vorliegendem Fall bedürfen wahrscheinlich einer zeitnahen Entfernung. Mit einem offenen Verfahren könnte die Schädigung am Wurzelzement geringer ausfallen. Die SRP wird nach der endodontischen Therapie geplant.
Im zeitlichen Zusammenhang sollten individuelle prophylaktische Behandlungen stattfinden.
Demnächst mehr.
* Klassifikationen nach Siomon et al.
(Simon, H.J.; Glick, D.H.; Frank, A.L.:
The relationship of endodontic-periodontic lesions.
J Periodontol 1972; 43:202-208)
  1. Primäre endodontale Läsionen
  2. Primäre endodontale Läsionen mit sekundärer parodontaler Beteiligung
  3. Primäre parodontale Läsionen
  4. Primäre parodontale Läsionen mit sekundärer endodontaler Beteiligung
  5. Echte Kombinierte Läsionen
47

47

Ihre Diagnose ist gefragt

von Olaf Löffler

Welche Verdachtsdiagnose würde Sie bei der Ansicht dieses OPG zur abgegrenzten Verschattung im aufsteigenden Ast des Unterkiefers links vermuten?

Patienteninfos: medizinische Anamnese unauffällig, 40 Jahre, weiblich

 

Die Auflösung folgt.

Embryotox (2)

von Olaf Löffler

Eine wichtige Nachricht, bzw. Aktualisierung erscheint mir als eigenständiger Beitrag und nicht als Kommentar zu einem bereits bestehenden Bolgbeitrag wichtig.

Es handelt sich um den Hinweis hier im Blog auf die Seite Embryotox.

Seit 2010 existieren Studien, welche eine Paracetamolmeidkation in der Schwangerschaft kritisch sehen. Hinweise darauf sind hier zu finden.
Auf Embryotox wird auf die genannten Studien hier eingegangen und ein entsprechendes Fazit gezogen.

Little Toys and Tools (9)

von Olaf Löffler

Heute mal ein Tipp aus dem Bereich der Patientendokumentation zur Kollegeninformation. Wir übermitteln der Überweiserin/ dem Überweiser neben dem Arztbrief die angefertigten Röntgenbilder und klinische Bilder aus der Behandlung mit Kurzkommentaren zur Behandlung. Gerade bei den mit der Mikroskopkamera aufgenommen Bildern sind die gewohnten optischen Bezugspunkte für den Hauszahnarzt nicht erkennbar. Somit ist es schwierig eine Orientierung auf dem Bild zu haben.

Um dies zu erleichtern haben wir einen Endokompass entwickelt. Dieser wird nun auf allen Fotodokumentationen abgebildet (siehe Beispiel). Die Fotos sind alle gleich ausgerichtet und ermöglichen eine schnelle Orientierung.

Die Idee dafür habe ich auf einer DG Endo Jahrestagung erhalten. Dr. Sashi Nallapati aus Jamaika zeigte in einem hervoragenden Vortrag einige klinische Bilder entsprechenden Orientierungsmarken.

Thanks  Sashi Nallapati.

Traumatische Zahnverletzung – 2D & 3D (II)

von Bonald Decker

vor ein paar Tagen haben wir hier über den ersten Teil der Behandlung des jungen Toni berichtet. Nachfolgend möchten wir die 3D-Aufnahmen der Oberkier-Frontzahnregion vorstellen, die das Ausmass der knöchernen Osteolyse eindrucksvoll darstellt…

Vielleicht geht es Ihnen ferner wie uns und Sie sind von der Qualität (und „Zeichengenauigkeit“) dieser neuen DVT-Generation ähnlich beeindruckt

Welches Lesegerät für die eGK?

von Christian Danzl

Sie wird wohl kommen, die elektronische Gesundheitskarte.

Uns wird die Anschaffung von Lesegeräten empfohlen, um unsere Leistungen, die wir im Gesundheitsystem erbringen auch weiterhin abrechnen zu können. Der Kauf wird finanziell von den KZVen bezuschusst (selbstverständlich durch bereits von uns bezahlten Beiträgen).

Welches Lesegerät aber kaufen?

Zumindest eines, das von der Gematik, der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, zugelassen ist.

Meiner Meinung nach ist diese Frage als erstes an den Hersteller der Praxissoftware zu richten. Diese haben meist schon Empfehlungen bezüglich Modell und Anbindung, welches mit der jeweiligen Software am besten funktioniert, oder über das die meisten Erfahrungen vorliegen.

Desweiteren ist zu klären ob es ein reines eGK/KVK-Lesegerät werden, oder ob es ein Hybridlesegerät, also mit integriertem Bezahlterminal sein soll, wie zum Beispiel beim Hypercom Artema medHybrid. Dies würde zumindest das Kabel- und Gerätegewirr an der Anmeldung vermindern.

Eine weitere Option ist eine Tastatur mit integriertem eGK-Lesegerät, wie z.B. die Cherry-Tastatur G87-1504. Auch dieses System verringert verschiedenen Geräte, die rumstehen.

Jedoch bleibt auch zu bedenken, dass bei Kombigeräten der Ausfall eines Teiles oft zum Totalausfall des gesamten Gerätes zur Folge haben, und der Ersatz – sollte kein Wartungsvertrag vorhanden sein – evtl. mehrere Tage dauern könnte.

Aber was bringt uns die eGK ausser Kosten für Anschaffung, Installation, Updates (unter 1.000,- € wird das neue Lesegerät wohl kaum in einer Praxis installiert sein) noch?

Wir werden es sehen.

Noch kann der Patient wählen, was darauf gespeichert wird.
Minimal sind es die Stammdaten, also Name, Geburtsdatum, Adresse und Versichertenstatus, wie bei der jetzigen KVK auch, neu hinzukommen sind Informationen über den Zuzahlungsstatus und ein Bild des Patienten.

Über die anderen Funktionen (in Vorbereitung) kann der Versicherte noch entscheiden, ob sie aktiviert werden sollen:

  • Versichertenstammdaten online prüfen/aktualisieren
  • Notfalldaten
  • Datenaustausch zwischen Ärzten
  • elektronische Fallakte

Ob diese Funktionen auch in Zukunft optional bleiben oder Pflicht werden wird, wird sich zeigen.

Diese Optionen nicht zu nutzen hiesse, dass die eGK sinnlos wäre und definitiv nur Geld koste würde. Den Kassen, somit den Behandlern und letztlich den Patienten für ihre Behandlung.

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass die Daten auf diese Karte absolut sicher sind, und es datenschutzrechtlich keinerlei Bedenken gibt, selbst wenn lt. Gematik „mehrere Dutzend Terabyte Daten“ (S. 2, Absatz 2) mit „über 10.000.000.000 Datentransaktionen“ durchs Netzgeschickt werden.

Auch gehe ich davon aus, dass ich definitiv KEINE Werbemails über Gesundheitsprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel in meinem e-mail Postfach finden werde, die gerade zu meinem aktuellen Gesundheitszustand passen.

Völlig unbegründete Argumente gibt die eGK würde man hier finden hierhier und hier.

Tausend Meilen

von Christian Danzl

Heute mal wieder etwas, was mit der Zahnmedizin nur wenig zu tun hat.

Letztes Wochenende fand wieder die Mille Miglia (Storica) statt. Das Revival des legendären Autorennes von 1927 bis 1957.
Das Rennen hatte immer verschiede Routen durch Italien, startete und endete immer in Brescia.

Seit 1977 findet die „Mille Miglia Storica“ statt, die aber jetzt auf Gleichmässigkeit und nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist.

Die diesjährige Route ist hier.

Ein Video, aufgenommen am 12. Mai kurz nach dem Start in Sirmione/ Gardasee und am 15. Mai in Brescia beim Zieleinlauf ist hier zu sehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Patientenvideos

von Christoph Kaaden

einem Hinweis von Holger Dennhardt (Landshut) verdanke ich den Verweis auf eine Reihe von (Patienten-) Videos, in denen zahlreiche Themen rund um die Endodontologie sowie weitere zahnmedizinische Aspekte veranschaulicht werden.

Hier einige der links:

Wurzelkanalbehandlung

Kofferdam

Wurzelspitzenresektion

Ich bin auf Ihre & Eure Meinungen zu diesen Videos gespannt…

…tiefer Fall (3)

von Bigidald Wucker

Die Behandlung begann nicht planmäßig.
Auf Grund akuter Beschwerden musste kurzfristig ein Behandlungstermin gefunden werden.
Das bedeutet, wir benötigen mindestens 60, besser 120 Minuten.

Letztendlich haben wir uns  60 Minuten Behandlungszeit schaffen können, nach der Sprechstunde.
Zuallererst versuchten wir die Brücke zu entfernen. Diese ließ sich nicht am Pfeilerzahn 45 lockern. Deshalb wurde die Krone an 45 belassen und nur das Brückenglied und die Krone an 47 entfernt.

Zunächst wurde die Karies excaviert. Die Darstellung des Instrumentenfragmentes gelang nicht. Ein Röntgenbild zeigte warum es nicht gelingen konnte. Die Lage des Instrumentenfragmentes war verändert. Eine optische Darstellung des Fragmentes war nicht möglich, jedoch konnte das Fragment passiert werden.

Alle Kanäle zeigten eine starke Sekretion.

Nach einer Calziumhydroxydeinlage (Ultracal – Ultradent) wurde eine Kontrastaufnahme angefertigt. Nach Auswertung des Röntgenbildes vereinbarten wir einen weiteren Termin.

Die Hoffnung stirbt zuletzt…
Was machte uns optimistisch?

Wir konnten das Fragment mit dem Calziumhydroxid bewegen. Demnächst mehr.

… wird nicht mehr repariert

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, laufen unsere Optilux Demetron 401 Polymerisationslampen  immer noch.

Alle.

Bis auf eine. Die hat jetzt Aussetzer. Das heisst, die Lampe geht hin und wieder aus. Wahrscheinlich ein Wackelkontakt.

Meine Helferinnen – nicht erst seit QM – angehalten, dass die Geräte in der Praxis funktionieren, haben die Lampe ins Depot geschickt, mit Bitte um Reparatur.

Sie kam postwendend zurück mit der Bemerkung vom Hersteller:

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert.“

Das heisst: Die Lampe wurde nicht mal angeschaut, ob es sich um einen Bagatellschaden handelt, der mit ein paar Handgriffen repariert werden kann. Es war auch keine Aussage von fehlenden Ersatzteilen – was ich erwartet hätte. Aber nicht mal die Mühe hat man sich gemacht.

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert“, was soviel heisst, wie
„Reparieren – wovon träumen Sie nachts? Ihre Lampe interessiert uns nicht mehr, kaufen Sie uns doch gefälligst eine Neue ab! Da verdienen wir wenigstens was. Da könnte doch jeder daherkommen und das alte Zeug repariert haben wollen.“

Analog:
„Diesem Zahn eine neue Füllung machen???? Den haben Sie doch schon seit 20 Jahrem im Mund!!! Lassen Sie sich doch ein Implantat setzten.

Da ist die Praxis schnell leer…
Ich würde ja nichts sagen, wenn es eine Billig-Lampe wäre, aber für die dieses Polymerisationslicht wurden damals schon 1.600,- DM aufgerufen (wohlgemerkt für 2 Meter Kabel, 1 Trafo, 1 Halogenleuchtmittel, 1 Zeitschalter, 1 Taster, 2 Kunststoffgehäuse, Lüfter und Lichtleiter – Herstellungskosten großzügig bemessen 50 Mark).

Wie schon geschrieben, bin ich mit der Lampe sehr zufrieden gewesen, und ich hätte mich für einen Ersatz beim gleichen Hersteller umgeschaut.

Aber sicher nicht wenn solche Aussagen vom Kundendienst kommen.

Eigentlich muss ich wahrscheinlich auch noch froh sein, dass die Lampe zurückgeschickt, und nicht gleich einbehalten wurde. So wurde sie jetzt dem örtlichen Elektriker/RF-Techniker zur Reparatur übergeben.

Würgereiz

von Christian Danzl

Als Zahnarzt steht man jeden Tag wieder vor kleinen und großen Herausforderungen. Zu den größeren Herausforderungen im normal verlaufenden Praxisalltag gehören Patienten mit starkem Würgereiz. Man braucht ihnen nur den Mundspiegel zu zeigen und schon ist die Magensäurefreiheit der Einrichtung und des Bodens in Gefahr (komischerweise habe ich es noch nie solchen Patienten gesehen, dass beim Essen die Bissengröße oder Gabelbeladungen aufgrund Würgereizes kleiner wären als bei anderen Menschen).

Was tun mit diesen bedauernswerten Patienten? Denn sie würgen ja nicht, um das Team der Zahnarztpraxis spasseshalber an die Belastungsgrenze zu führen, sondern leiden selber stark in so einer Situation

Ablenkung ist eine Möglichkeit. Wenn der Abdruck im Mund ist und aushärten soll, gilt es ein paar Minuten zu überbrücken. Die Helferin lässt abwechselnd das linke und dann das rechte Bein heben.

Eine andere Möglichkeit wäre die Aktivierung des Akupunkturpunktes KG 24 in der Kinnmulde (KG, Konzeptionsgefäß, einer der acht ausserordentlichen Meridiane, er verläuft von der Symphyse des Os pubis auf der Mittellinie ventral nach kranial bis zur Unterlippe und endet dort am Rand des Lippenrotes). Mit Druck auf diesen Punkt lässt sich der Würgereiz vorübergehend eindämmen und manchmal sogar ausschalten.

Diesen Tip, und auch verschiedene andere Interessante beschreibt Jochen M. Gleditsch in seinem Buch „Mundakupunktur„.

2D vs. 3D

von Jörg Schröder

Im zweidimensionalen Röntgenbild diagnostizierbare Aufhellungen sind aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Summationsaufnahme handelt in ihrer wahren Ausdehnung oft nicht beurteilbar.

Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht den Unterschied zur dreidimensionalen Röntgendiagnostik recht anschaulich.

Der Patient konnte sich übrigens nicht an eine an 36 durchgeführte Wurzelspitzenresektion erinnern. Die Frontalschnitte des DVT lassen deutlich das Gegenteil erkennen.

Mundschutz

von Christian Danzl

Michael Jackson hat ihn oft getragen. In Asien sieht man ihn auch viel auf den Strassen.
Wir tragen ihn auch mehrere Stunden am Tag.

Der Mundschutz.

Was bringt er eigentlich?

Er verhindert, dass Flüssigkeitsspritzer oder größere, herumfliegende Partikel direkt in den Respirationstrakt gelangen.

Mehr aber auch nicht.
Luft und Aerosol wird fast ungefiltert eingeatmet, da die Ränder nicht dicht abschliessen und somit die Luft „am Filter vorbei“ angesaugt wird. Ein Filtereffekt tritt erst ein, wenn man die Ränder des Mundschutzes an der Gesichtshaut festklebt.

Abhilfe soll der Crosstex Isolator Plus bringen. Durch eine andere Faltung des Fliesses, eine weiter Metalleinlage, nicht nur an der Nase, sondern auch am Kinn, und zwei Gummibändern, die, statt hinter den Ohren zu greifen, um die Kopf gehen, liegt der Isolator Plus sehr gut am Rand an und dichtet sauber ab.

Preislich bewegt er sich im gleichen Bereich, wie andere FFP 2 Einwegschutzmasken auch.