3 Jahre nach Wurzelspitzenresektion stellte sich die Patientin mit folgender Situation vor.
Seither rezidivierende Aufbissbeschwerden. Klinisch zeigt sich 36 mässig achsial und lateral perkussionsempfindlich. Im Bereich der medialen Wurzel besteht zudem eine palpatorische Druckdolenz.
Die Krone an 37 ist erneuerungsbedürftig, die Lücke 35 soll implantologisch versorgt werden.
An dieser Stelle haben wir erstmals von diesem Fall berichtet.
Wir haben uns für das Anfertigen eines DVT in Beratung und Entscheidungseinbeziehung mit dem Patienten entschieden. Auf diesem ist erkennbar, daß distoapikal und mesioapikal eine besonders enge Beziehung zum Mandibularkanal besteht.
Die Literatur findet man folgende Situationen:
„Liftner et al.6 führten an 46 Mandibeln eine röntge- nologische Untersuchung zum Verlauf des Canalis mandibularis durch. Dieser verlief bei den zweiten Molaren fast immer bukkal, bei den ersten Molaren in der Hälfte der Fälle lingual der Apizes.“*
„Denio et al. untersuchten anhand von 22 Humanmandibeln die Lage des Mandibularkanals. Sie stell-ten dabei in einem Drittel der Fälle einen S-förmigen Verlauf des Nervkanals fest. Dieser verlief zunächst unterhalb der Weisheitszahnapizes und setzte sich dann bukkal der zweiten Molaren, lingual der ersten Molaren und direkt unterhalb der zweiten Prämolaren fort.“*
distoapikal
distoapikal
distoapikal
distoapikal
Die apikalen Foramen in distalen Wurzeln unterer Moralen finden wir häufig apikal-distal, mit unter rechtwinklig abknickend und dadurch schwer zu instrumentieren. Eine mögliche geringe Sealerüberpressung (Puff) wird wahrscheinlich nicht in den Bereich des Manidibularkanals gelangen. Im mesialen Kanalsystem muss man mit dieser Situation eher rechnen.
Wenn man mal die Literatur betrachtet scheint die häufigste Ursache für eine Nervschädigung die Sealerüberpressung zu sein.
(*, **. Endodontie 8 (1999), Nr. 4, Seite 323
Schädigung des Nervus alveolaris inferiordurch überfülltes Wurzelkanalfüllmaterial
Teeuwen, R. )
Die Möglichkeit die Behandlung etwas weniger „apexnahe“ zu beenden kam für uns nicht in Betracht da es sich um eine infizierte Pulpanekrose handelte.
( Endodontie 10 (2001), Nr. 1, Seite 9-18, Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung,Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R. ) In nekrotischen Fällen setzen wir möglichst immer die SAF ein um ein Einpressen von Debris und Smearlayer möglichst gering zu halten.
Die Behandlung selbst zeigte kein außergewöhnlichen Besonderheiten. Das distale Wurzelkanalsystem zeigte einen ausgeprägten Isthmus und eine Verzweigung im apikalen Drittel. Die Aufbereitung erfolgte mit Mtwo- und Profile-Instrumenten. Nach der Aufbereitung bis #30 wurde die SAF mit NaOCl Spülung eingesetzt. Die apikale Aufbereitung wurde medial bis 35.06 durchgeführt, distal bis 35.04 und danach thermoplastisch vertikal mit Guttapercha gefüllt. Durch die geringere Taperung distal ist die Gefahr der Sealerüberpressung höher. Der apikale Kanalverlauf hat eine größere Taperung nicht zugelassen.
Bei aller Ähnlichkeit zum damaligen Fall kann ich nicht sagen, ob die selbe Person die endodontische Behandlung durchgeführt hat…was ich aber festhalten kann ist, dass sich unser Procedere nicht grossartig von dem damals Berichteten unterschieden hat:
Der Patient kam mit dicker Backe in die Praxis. Das Schwellungsmaximum lag in Regio 43/44 wobei der 44 schon fehlte und 43 und auch 45 vital waren.
Das kuriose an diesem Fall waren aber 46 und 47.
Beide wurzelkanalbehandelt, und bei beiden eine Längsfraktur der mesialen Wurzel.
Beide nicht schmerzhaft und perkussionsunempfindlich, und so wie es aussieht, nicht verantwortlich für den Abszess in Regio 44.
Ein Überweisung zum Chirurgen brachte auch keine weiteren Ergebnisse. Für die Größe der Schwellung wenig Pus und keine erkennbare Verbindung zu 46/47.
46/47 stehen sowieso an zur X, ich werde berichten…
Bei der Aufbereitung und der Obturation konfluierender Kanalsysteme kann die Frage, welches Kanalsystem zuerst erweitert oder gefüllt werden soll, einen entscheidenden Einfluss auf das Behandlungsergebnis haben.
In vorliegendem Fall waren die Kanäle MB und P durch den überweisenden Kollegen bereits initial aufbereitet und mit einer medikamentösen Einlage versehen worden. Das distobukkale Kanalsystem war im oberen Drittel erweitert worden.
Nach Wiedereröffnen der Zugangskavität und initialer Irrigation wurde zunächst das noch wenig bearbeitete distobukkale Kanalsystem erweitert, da davon auszugehen war hier apikal noch nicht erschlossene Kanalanteile anzutreffen. Unter endometrischer Kontrolle wurde DB bis zu einem apikalen Querschnitt von 0,25 mm erweitert. Das anschliessende ultraschallunterstützte Spülen liess erkennen, dass MB und DB eine Kommunikation aufwiesen.
Um zu beurteilen, ob eine Konfluation vorliegt und in welchem Winkel die beiden Kanäle aufeinandertreffen, wurde eine Guttaperchaspitze in den DB eingebracht und aus MB eine NiTi-Instrument der Dimension 20/06 per Hand soweit eingebracht, bis ein weicher Widerstand zu spüren war.
Nach Entfernen von Instrument und Guttaperchaspitze konnte an der Einkerbung der Guttaperchaspitze die Art und Weise des Aufeinandertreffens „abgelesen“ werden. Eine in MB eingebrachte Papierspitze liess über den Blick in DB den weiteren Verlauf von MB erahnen.
Daraufhin wurde das weitere Vorgehen angepasst. Während die Messaufnahme noch mit einem Instrument in DB auf Arbeitslänge und in MB bis zur Konfluation angefertigt wurde, wurde nun zunächst der gemeinsame Kanalanteil von MB aus final aufbereitet, da die Krümmung aus MB kommend weniger abrupt verlief. Die Masterpointaufnahme mit einer Guttaperchaspitze in MB auf Arbeitslänge und einer Guttaperchspitze in DB bis zur Konfluation zeigt den räumlichen Zusammenhang beider Kanalsysteme.
In der Folge wurden MB und P in warmer vertikaler Kompaktion (modifizierte Schildertechnik) und der DB in Squirting-Technik obturiert. Dabei erfolgte nach Einbringen von Sealer und Guttapercha in MB zuerst das Obturieren des DB um auch den Konfluationsbereich vollständig füllen zu können.
Eigentlich verlief die Behandlung dieses 36 sehr vorhersehbar. Nach initialer Kanaldarstellung konnte der zwischen MB und ML bis nach apikal verlaufende Isthmus mittels vorgebogener Endosonore-Feile bis zur Konfluation aufbereitet werden.
Auch der in D befindliche Dentikel konnte mittels Ultraschall „zerlegt“ und anschliessend herausgespült werden. Alles ging seinen geplanten Gang. Bis beim letzten ultraschallunterstützten Spülen vor der Messufnahme etwas feines Silbriges meinen Blick kreuzte.
Die Inspektion unter dem Mikroskop ließ ein im Pulpakavum kurz über dem Pulpakammerboden schwimmendes sehr feines Instrumentenfragment erkennen.
Der Versuch das kleine Stück abzusaugen endete damit, dass das Fragment dem fallenden Flüssigkeitspegel in den distalen Kanal folgte. Um ein Instrumenten-Ping-Pong von D nach MB/ML zu verhindern wurde daraufhin erst einmal das mesiale Orifizium mit Schaumstoff abgedeckt.
Anschliessend wurde der distale Kanal erneut durchgespült und so landete das kleine Instrumentenfragment glücklicherweise wieder am Pulpakammerboden. Um ein erneutes Abtauchen zu vermeiden, wurde ein Schaumstoffpellet so klein gezupft, dass es ohne im Fragment zu verfangen, in den distalen Kanal eingebracht werden konnte. Nun konnte das kleine Teil nach Absaugen der Flüssigkeit mit dem Microopener an den Rand der Zugangskavität bewegt und daraufhin entfernt werden.
Die nach erfolgreicher Entfernung durchgeführte Kontrolle aller eingesetzten Aufbereitungsinstrumente konnte keinen „Längenverlust“ nachweisen, sodass dieses kleine Stück eines Reamers ISO 008 oder 010 wohl aus der Notfallbehandlung stammen musste.
Nach warmer vertikaler Kompaktion erfolgte der dentinadhäsive Verschluss der Zugangskavität.
Der Patient hatte bereits einige Zähne verloren. Bedingt war dies durch eigenes Verschulden, so sagte er es uns und deshalb wollte er jetzt alles tun um die restlichen Zähne zu erhalten. Er nahm eine längere Anreise zu uns gern in Kauf.
Der Hauszahnarzt hatte ihn zu uns überwiesen mit der Bitte um Zahnerhalt 36. Auf Grund der engen Lagebeziehung zum Mandibularkanal und den darin liegenden Strukturen sollten wir die Behandlung fortführen. Zudem gelang es nicht den Zahn für längere Zeit zu verschließen ohne das erneute Beschwerden entstanden.
Im ersten Termin stellte sich folgender Befund dar:
Keine Lockerungsgrade, erhöhte Sondierungstiefen von 4-5mm zirkulär, Perkussionsschmerz vertikal und horizontal, Karies.
Diagnose: infizierte Pulpanekrose
Eine 39-jährige promovierte Juristin und ihr endodontisches „Problem“ wurde uns von einem MKG-Chirurgen überwiesen. Dieser hatte ursprünglich von der Hauszahnärztin der Patientin den „Auftrag“ erhalten an den Zähnen 36 und 46 eine Wurzelspitzenresektion nach „erfolglos durchgeführter“ endodontischer Therapie durchzuführen. Bei Betrachtung der Röntgenbilder war er jedoch der Meinung, dass diese gewünschte Therapieoption wenig (bis gar nicht) erfolgsversprechend sein würde.
Zum Abschuss freigegeben – Präoperative Situation
Nach Erläuterung der Vor- und Nachteile einer nicht-chirurgischen Revisionsbehandlung war es nicht schwer die Patientin von den „Vorzügen“ dieser Option zu überzeugen.
So führten wir diese in der weiteren Folge durch.
Zum Abschuss freigegeben – Postoperative Situation
Vor Kurzem stellte sich die Patientin zum Recall nach 6 Monaten wieder bei uns vor. Wie ich finde mit erfreulichen Ergebnissen. Und nicht nur ich bin dieser Meinung. Insbesondere die Patientin ist mehr als glücklich mit dem Verlauf. Schliesslich waren die beiden Zähne ihrer Aussage nach bereits zum „Abschuss“ freigegeben…
Im letzte Woche hier vorgestellten Patientenfall zeigte das angefertigte DVT eine ausgeprägte interne Resorption in der palatinalen Wurzel. Die knöcherne Begrenzung zur Kieferhöhle im Bereich der palatinalen Wurzel war aufgelöst.
Beides zusammen könnte unangenehme Folgen haben im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung. Klinisch war die Resorption nicht auszumachen, denn auch ein OP -Mikroskop vermag nicht, bildlich gesprochen, die Ausdehnung einer Höhle auszumachen, die sich hinter dem schmalen Höhleneingang verbirgt.
Die Behandlung verlief problemlos, die Patientin war nach der ersten Behandlung schmerzfrei und ist es bis heute geblieben. Der apikale Part des palatinalen Kanals (Durchmesser > 1 mm) wurde mit MTA gedeckt, der Resorptionsdefekt mit erwärmter Guttapercha in Squirt- Technik.
Anbei Röntgenbilder der Behandlung und eine erste Röntgenkontrolle 7 Monate post WF. Der im Röntgenbild (Zustand nach MTA – Applikation) sichtbare Materialüberschuss ist im Übrigen zum größten Teil kein MTA, sondern Calciumhydroxid.
Sie erinnern sich an die Umfrage vom 19. Mai diesen Jahres?
Hier die Auflösung:
Die Mehrheit lag richtig!
Gut 41% (Stand 01.06.2014) tippten auf beide Einser als Schmerzauslöser.
Nachdem der Wahrscheinlichere von Beiden, der 41 per LA schmerzfrei wurde (Perk -), war der 31 immer noch sehr perkussionsempfindlich und die Schmerzen in der UK-Front waren noch fast genau so stark. Dass es nicht nur der 31 war, bestätigte der Pusabgang nach der Trepanation von 41.
Die Zähne wurden aufbereitet bis 20/06, Spülung mit NaOCl, anschliessende Ledermix-Einlage und Cavit. WV am nächsten Tag. Schmerzen etwas besser, keine Schwellung. Eine Suche nach einem zusätzlichen Kanal verlief in beiden Zähnen erfolglos.
Nach zwei weiteren Tagen waren die Schmerzen weg.
Weitere Aufbereitung bis 25/06, nochmalige Desinfektion mit NaOCl und CHX, WF mit GP und Ah Plus mit anschliessender adhäsiver Insertation je eines Glasfaserstiftes, um die Frakturgefahr zu reduzieren.
Nach dem Urlaub der Patientin stehen die Zähne zur Überkronung an.
Die Besonderheit in diesem Behandlungsfall liegt in der systematischen Grunderkrankung in Form einer ektodermalen Dysplasie. Die dentalen Auswirkungen bestehen in einer Hypodontie, verzögertem Zahndurchbruch sowie dysplastischen Zähnen. Der Schmelz ist teilweise nur sehr dünn oder fehlt völlig. Häufig kommt es daher schon recht früh zu kariösen Defekten die eine endodontische Intervention notwendig werden lassen.
Das OPG (hier ein Ausschnitt) zeigt den Zahn 36 nach initialer Karietherapie.
Die Wurzel erscheinen wenig gespreizt. Erst das DVT lässt die endodontische Herausforderung erkennen: Ein c-förmiges Kanalsystem aus welchem im mittleren Wurzeldrittel eine Radix entomolaris nach distolingual abzweigt. Der weiterhin als „C“ nach apikal verlaufende bukkale Wurzelanteil gabelt sich zudem ca. 3 mm vor dem Foramen erneut in 2 Kanalanteile auf, um schliesslich in einem gemeinsamen Foramen zu münden.
Über den weiteren Therapieverlauf wird an dieser Stelle berichtet werden.
Das auch eine vermeintlich „einfache“ Behandlung ihren Reiz haben kann zeigte mir diese Woche der nachfolgende Fall:
Es handelte sich um einen einwurzligen unteren Prämolaren mit einem Wurzelkanalsystem, bei dem eine ehemals pulpapenetrierende Karies ursächlich für eine irreversible Pulpitits war.
Ausgangssituation-Aufnahme alio loco
Auch während der Behandlung imponierte der Fall nicht durch irgendwelche Besonderheiten.
Masterpoint-Röntgenaufnahme
Erst die Abschlussaufnahme liess mich „frohlocken“. Schliesslich ist es mit „lateraler Anatomie“ wie mit Sternen. Obgleich man weiss, dass sie da sind, sieht man sie nicht immer (bzw. sind wir leider nicht immer in der Lage sie darzustellen)
Abschluss-Röntgenbild nach warm-vertikal verdichteter Guttapercha & 2Seal
Die Patientin kam mit Schmerzen oben rechts in die Praxis. Als dafür verantwortlicher Zahn stellte sich der 16 heraus.
Die Ausgangsaufnahme liess buccal keine geraden Wurzeln erwarten.
Nach Sondierung der Orifizien wurden diese erweitert, um einen geraden Zugang für die Aufbereitung herzustellen. Med mit Ledermix. Verschluss mit Cavit und die Pat. bekam einen Termin zur Fertigstellung der Wurzelbehandlung.
Nach eigenen Angaben war die Patientin nach der Erstbehandlung schmerzfrei.
Die Aufbereitung erfolgte rein maschinell mit simultaner Längenmessung
Mit der ersten Feile (Scout RaCe 10/02) stellte sich heraus, dass die buccalen Kanäle eher kurz (15 und 16 mm) sind und die Krümmung beherrschbar sein wird.
Weitere Aufbereitung Scout RaCe 15 und 20/02 und Mtwo 25/06 in reziproker Bewegung, palatinal bis Mtwo 40/06.
Desinfektion mit NaOCl, US-aktiviert, WF mit formkongruentem Zentralstift.
Verschluss mit Komposit, Abdeckung der Orifizien mit weissem Flow-Komposit zur leichteren Orientierung bei einem evtl. re-entry.
Aussergewöhnlich bei diesem Zahn waren die kurzen, stark gekrümmten buccalen Wurzel (mb und mb2 mit weit nach medial verlagertem Eingang) im Gegensatz zur langen geraden palatinalen Wurzel.
Bereits das initiale Instrumentieren dieses 26 lies erahnen, dass die Kanäle deutliche, zum Teil multiplanare Krümmungen aufzuweisen hatten. MB2 zeigte sich umaufbereitet, in MB1 war unmittelbar nach Beginn der Krümmung eine deutlich Stufe zu überwinden.
Nachdem die Zugangskavität nach mesial in die vorhandene Kompositrestauraion hinein extendiert wurde, gelang es die noch jenseits der Krümmung befindliche Guttapercha mit einer vorgebogenen Endosonore-Feile zu entfernen. Anschliessend konnte mit der bewährten ProFile-Sequenz (15/04, 20/04 und 15/06) das stark eingeengte MB1-Kanalsystem instrumentiert werden. Allerdings war ein Einführen von Istrumenten größer als 25/06 nicht möglich.
Bei der Inspektion des palatinalen Kanalsystems fiel zu Beginn der Behandlung eine kleine, nach mesial gerichtete Finne auf, die sich im weiteren Verlauf als tiefe, an dieser Stelle für mich unerwartete Aufgabelung herausstellte. Nach Einsatz vorgebogener Handinstrumente und vorgebogener Hyflex-Feilen liess sich diese Aufgabelung unter endometrischer Kontrolle bis zum physiologischen Foramen aufbereiten.
Die hier dargestellte Aufgablung ist Ansporn genug um auch in Zukunft kleinsten Hinweisen auf zusätzliche Anatomie nachzugehen.
Der Patient war nach der ersten Sitzung vollständig beschwerdefrei.
Nach der Instrumentenentfernung, Aufbereitung und Spülung mit NaOCL (PUI) und Zitronensäure haben wir das vergrößerte apikale Foramen mit ProRoot MTA (Dentsply) verschlossen. Zuvor erfolgte der in der ersten Sitzung auf Grund von Zeitmangel nicht gemachte präendodontischen Aufbau des Zahnes. Die Wurzelfüllung erfolgte in mittels modifizierter thermischer Obturation nach Schilder. Der schichtweise adhäsive Verschluss mit Composite und Glasfaserstift bildete den Abschluss der Behandlung.
Hier nun die weitere Bilder als „selbstsprechende“ Galerie.
Erinnern Sie sich noch an unseren „Kanonenrohre“-Fall ?
Falls nicht, hier ein kleiner Rückblick:
Im Januar 2011 starteten wir damals mit der Behandlung von stark kompromittierter Frontzähne und hatten hier den ersten Teil vorgestellt.
Der Abschluss der Behandlung war schliesslich im Sommer 2011 und ist in diesem damaligen Beitrag nachzulesen.
Durch regelmässigen Kontakt mit dem Patienten (und Kollegen) wusste ich von ihm, dass mit den Zähnen seiner Meinung nach „alles in Ordnung“ war. Fistelbildung oder Schwellung waren seither nicht mehr aufgetreten. Trotzdem war ich auf das Ergebnis des für Mai 2014 angedachten ersten radiologischen Recalls gespannt.
Zustand nach Revisionsbehandlung mit apikalen MTA plugs von ehemals resezierten Frontzähnen
Und hier noch mal die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Therapiestadien:
6 Monate ist es her, dass hier an dieser Stelle der nachfolgende Behandlungsfall vorgestellt worden war.
Letzte Woche stellte sich der Patient zum ersten Recall vor. Klinisch war der Zahn seit der Behandlung des 23 symptom- und beschwerdefrei. Die Fistelung ist vollständig abgeheilt.
Radiologisch lässt sich eine deutliche Ausheilung der periapikalen Lyse erkennen.
Im folgenden Fall wurde uns der Patient mit akuten Beschwerden überwiesen. Als Ursache wurde uns eine Instrumentenfraktur angegeben. Der Patient war über das Fragment aufgeklärt. Die Beschwerden ließen ihn sofort bei uns vorstellig werden. Im angefertigten Röntgenbild zeigten sich 2 Fragmente.
Zur Abklärung der Lagebeziehung des Fragmentes wurde ein DVT angefertigt.
Das DVT zeigt auch den Grund für die akute Situation. Ein Teil des Wurzelkanalsystem wurde nicht behandelt. Wir konnten ihn nicht überzeugen, daß das abgebrochene Fragment nicht die Ursache der Beschwerden war. Er verlangte die umgehende Entfernung. Das heißt um schmerzfrei zu werden, daß wir neben der vollständigen Aufbereitung des palatinalen Kanals auch die Darstellung des Fragments und deren Entfernung einplanen müssen. Der geschätzte Zeitaufwand beträgt 2- 2,5 Stunden.
Ein Termin war damit nicht sofort möglich. Wir konnten durch Umbestellen und Ausdehnung der Sprechstunde das Terminproblem zu lösen. An dieser Stelle möchte ich allen Mitarbeitern herzlich danken, welche diese kurzfristigen Behandlungszeiten ermöglichen und die kurzfristigen und dadurch stressigen Umbestellaktionen ausführen.
Nach der Instrumentenentfernung zeigte sich, daß das apikale Formen vergrößert ist. Der Zahn wurde mit eine Ca(OH)2-Einlage versehen und provisorisch die Zugangskavität verschlossen. Weiter geht es nächste Woche.
Gut 15 Monate ist es her, dass hier über den damals 16-jährigen Moritz und die Umstände seines Zahnunfalls berichtet wurde. Seit dieser Zeit erfolgten regelmässige Nachkontrollen, um die weitere Entwicklung der ursprünglich nach Avulsion replantierten (aber zuvor nicht physiologisch gelagerten) Zähne 11 und 21 zu beobachten.
Wie die klinische Untersuchung mit fehlender Zahnbeweglichkeit bei metallischem Klopfschall vermuten liess, zeigt sich radiologisch mittlerweile eine Ankylose mit fortgeschrittener Ersatzresorption.
Ausgeprägte Ersatzresorption bei Zustand nach Avulsion der Zähne 11 & 21 und nachfolgender Replantation bei unphysiologischer Lagerung
Dies war leider u.a. laut Dental Trauma Guide unter diesen Umständen so zu erwarten. In absehbarer Zeit wird daher wahrscheinlich eine Dekoronation die weitere Therapie der Wahl darstellen, um für eine spätere Implantation möglichst gute Voraussetzungen zu schaffen…
Ich werde weiter berichten…
P.S.: Wie beurteilen Sie die radiologische Situation von 12 und 22 approximal, soweit beurteilbar? Klinisch finden sich keine Auffälligkeiten…
Besonders schwer sah der UK- Prämolar 34 jetzt nicht unbedingt aus.
Die vorhandene WF (vom Oktober 2009) schien okay.
Mehr noch, sie war durchgeführt worden von einem Kollegen, den ich in meiner Assistenzzeit als sehr sorgfältigen Behandler kennengelernt hatte und dem die Endo sehr am Herzen lag.
Warum also der Misserfolg ?
Ein Routine- Zahnfilm, im Februar 2013 nach dem Umzug des Patienten in unsere Gegend beim neuen Hauszahnarzt durchgeführt, hatte eine apikale Aufhellung am seit Erstbehandlung vollkommen symptomlosen Zahn 35 offenbart. Und zwei Kollegen, unabhängig voneinander, rieten zur WSR. Die vorhandene Angst allem Zahnärztlichen gegenüber und die wage Hoffnung, einer chirurgischen Intervention davonzukommen liess den Patienten dann den Weg in unsere Praxis finden.
Was dem konventionellen Zahnfilm verborgen blieb, offenbarte sich im DVT.
Ein zweiter lingual gelegener Kanal, der erst im zentralen Kanal selbst bei ca 12.5 mm nach lingual abzweigte.
Und – darüberhinaus – deutlich vor dem zentralen Kanal endete. Was sicherlich mit dem Apexlokator sich gezeigt hätte, jedoch – auf Grund der deutlich Längendifferenz zum Hauptkanal – für Stirnrunzeln beim Behandler geführt hätte. Ein Umstand, der sicherlich nicht dazu beigetragen hätte, die Stimmung des starken Angstpatienten positiv aufzuhellen.
Die endodontische Revisionsbehandlung gelang komplikationslos. Das radiologische Endergebnis gab sich ähnlich umspektakulär wie das Ausgangsröntgenbild.
Wird die Behandlung gelingen ?
Das wird der Recall zeigen – ich werde hier berichten.
Eine WSR hätte vermutlich keine Verbesserung erreicht.
Wenn der zweite Kanal erkannt worden wäre, so wäre dennoch vermutlich zuviel nekrotisches, infiziertes Material im lingualen Kanal unbearbeitet verblieben.
Bereits die klinische Diagnostik liess die Notwendigkeit einer endodontischen Intervention an den Zähnen 16 und 18 erkennen. 18 und 16, mit vollkeramischen Teilkronen versorgt, reagieren nicht auf elektrischen oder thermischen Reiz, sind perkussionsempfindlich und zeigen palpatorsiche Druckdolenzen. Zudem berichtet der Patient über häufige Sinusitiden im Verlauf der letzten 6 Monate.
Im 2D-Röntgenbild wiesen sowohl 18 als auch 16 apikale Aufhellungen auf. Die periapikale Situation an 17 war nicht eindeutig zu beurteilen.
Das präoperativ angefertigte DVT gibt entscheidende Hinweise hinsichtlich der Behandlungsbedürftigkeit des 17. Der in den Augen des Autors aber entscheidende Zugewinn betrifft Informationen und Befunde, die für die Behandlungstaktik von großer Bedeutung sind.
Das Fehlen der knöchernen Begrenzung zum Sinus maxillaris beeinflusst Wahl, Abfolge und Längeneinstellung der eingesetzten Irrigationshilfsmittel und -lösungen.
Die besondere Geometrie der Kanalverläufe im Zahn 18 bestimmt die Wahl der rotierenden Aufbereitungsinstrumente und deren Abfolge. Zudem wird die Planung der Behandlungszeiten erheblich vereinfacht. Auch ist eine exaktere Einschätzung der Behandlungsrisiken, sowie eine bessere Prognoseeinschätzung möglich.
Allerdings war zu sehen, daß der Zahn auf durch seine Achsrotation nicht in Achsengerecht im Strahlengang war. Damit war ein genaue Projektion eventuell nicht gegeben.
Die Patientin gab an, daß eine WSR mit retrograder Füllung auf Grund obliterierter Kanäle erfolgte. Nach WSR im September 2013 bestand fortwährend ein chronisch apikaler Abszess (Fistelbildung).
Derzeit bestehen keine Beschwerden auf Perkussion, kein Loslassschmerz und kein Aufbissschmerz. Auf Palpation vestibulär reagiert die Patientin empfindlich. Es sind keine erhöhten Sondierungstiefen über 3mm messbar, der Lockerungsgrad beträgt 0. Die Patientin wurde über die Möglichkeit der orthograden Revision aufgeklärt und beraten. Anbei die klinischen Bilder und ein Screenshot des angefertigten DVT.
Diese Konstellation hatten wir in dieser Form bisher noch nicht…
Tochter und Mutter benötigen eine endodontische Behandlung eines bzw. zweier Frontzähne als (Spät-) Folge eines Frontzahntraumas.
Zunächst wurde diese Therapie bei der 11-jährigen Sophie als Folge einer lateralen Dislokation mit nachfolgender Pulpanekrose und Ausbildung einer apikalen Parodontitis notwendig.
Präoperative Ausgangssituation:apikale Parodontitis bei Zustand nach lateraler Dislokation
Bei unserem zweizeitigen Vorgehen wurde nach medikamentöser Einlage der weit offene Apex in der weiteren Folge zunächst mit einem MTA-Plug verschlossen.
MTA plug bei Foramen apicale von ca. ISO 080
Nachfolgend dann Guttapercha/Sealer-Backfill und Kompositfüllung.
postoperative Situation nach MTA-Apexifikation bei Zustand nach Frontzahn-Trauma
Bereits während des ersten Behandlungstermins ihrer Tochter beklagte die Mutter, dass auch sie aktuell schmerzhafte Veränderungen des Zahnfleisches im Bereich der Wurzelspitzen an ihren Oberkiefer-Inzisivi habe. Ihrer Aussage nach waren dort in der Vergangenheit bereits endodontische Behandlungen als Folge eines Zahnunfalles notwendig geworden. Bei der Betrachtung des alio loco angefertigten aktuellen Röntgenbildes wurde schnell klar, dass sich eine mögliche Behandlung um einiges schwieriger gestallten würde, als bei der Tochter:
präoperative Situation bei Z.n. Trauma mit nachfolgender endodontischer Therapie vor mehreren Jahrzehnten
Sophies Mutter entschied sich nach eingehender Aufklärung über die verschiedenen Behandlungsoptionen für eine Revision der Zähne 11 und 21.
In der auch hier zweizeitig durchgeführten Behandlung mussten zunächst die Metallschrauben mittels Ultraschallansätzen gelockert und entfernt werden, bevor nach Instrumentation der Kanalsysteme eine Ca(OH)2-Einlage folgen konnte. Wie bei ihrer Tochter wurde die Therapie bei bestehender Beschwerdefreiheit im Weiteren zunächst mit apikalen MTA-Plugs fortgesetzt.
MTA-Plugs an den Zähnen 11 und 21 bei Revisionsbehandlungen. Es zeigt sich, dass insbesondere bei Zahn 11 der MTA-Verschluss mittels indirekter Ultraschallaktivierung nachverdichtet werden sollte.
Nach Guttapercha/Sealer-Backfill erfolgte schliesslich der adhäsive Verschluss der Zugangskavität mittels Komposit.
Postoperative Situation nach Revisionsbehandlung der Zähne 11 und 21 bei insuffizienten endodontischen Vorbehandlungen
Die prothetische Neuversorgung ist später bei erkennbarer Remission der apikalen Osteolyse vorgesehen. Auf jeden Fall werden sich Tochter und Mutter zur Nachuntersuchung in circa sechs Monaten wiederherstellen.
Wir sind gespannt, wie sich bei beiden der weitere Heilungsverlauf darstellt.
Die Patientin, zum damaligen Zeitpunkt 69 Jahre alt, kam zu uns, auch wenn ihre Hauszahnärztin ihr keine Hoffnung gemacht hatte, die Prognose des Zahnes 27 betreffend.
Diese Aussage war aber vemutlich weniger der tatsächlichen Ausdehnung der apikalen Läsion zuzuschreiben (denn die Einschätzung wurde ohne vorab angefertigtes Röntgenbild getroffen) als vielmehr einer prinzipiell vorhandenen Skepsis, endodontische Behandlungen betreffend.
Die Patientin entschied sich dennoch für den Versuch des Zahnerhaltes durch endodontische Maßnahmen und suchte unsere Praxis auf.
Zahn 27 machte Schwierigkeiten beim Kauen. Das Beissen fester Speisen war sehr unangenehm. Ansonsten war der Zahn parodontal unauffällig (Taschentiefen circulär 2 mm, Lockerungsgrad 0).
Im Zahnfilm zeigte sich an Zahn 27 eine deutliche apikale Aufhellung, deren reales Ausmaß der Knochendestruktion sich allerdings erst im DVT in wahrer Größe darstellte.
Sollte die Hauszahnärztin also doch Recht behalten und wäre der Zahn in der Tat nicht erhaltungsfähig ?
Die Patientin wollte dennoch den Versuch des Zahnerhaltes von Zahn 27, der von mir als erhaltungswürdig eingestuft worden war, wagen.
Der Verlauf der Behandlung an sich gestaltete sich problemlos, wenn man von den (dem geringen periapikal vorhandenen Gewebswiderstand geschuldeten) etwas stärkeren Sealerüberpressungen absieht.
Klinische und röntgenologische WF- Kontrollen nach 6,12 und 24 Monaten zeigten unauffällige Ergebnisse bei seit Erstbehandlung vorhandener Beschwerdefreiheit. Die össäre Situation betreffend schien sich im Laufe der Zeit eine Konsolidierung im Sinne einer Knochenregeneration einzustellen.
Eine zwischenzeitlich aufgetretene Parkinson- Erkrankung nahm die Patientin bei der Zweijahreskontrolle zum Anlass, die tatsächliche Knochensituation genauer überprüfen zu lassen, um im Sinne einer von paramedizinscher Seite vorgeschlagenen „Herddiagnostik“ den Zahn 27 als Verursacher der Erkrankung einordnen zu können. Aus diesem Grunde kann hier der seltene Fall eines Folge-DVT gezeigt werden, dass eine genauere Beurteilung der erfolgten Konsolidierung ermöglicht, als es zweidimensionale Aufnahmen zuliessen.
(Anmerkung des Autors: Leider werden offensichtlich die Videos dieses Beitrags je nach Wiedergabegerät nur unvollständig oder gar nicht korrekt wiedergegeben. Bisher ist nicht ersichtlich, womit dieser Umstand in Zusammenhang steht und wie das Problem aus der Welt zu schaffen ist.)
Die Zähne 11 und 12 standen vor fast 2 Jahren zur Wurzelkanalbehandlung an.
Der 11 mit apikaler Parodontitis, der 12 ohne.
Bei 11 entstand apikal ein Puff, beim 12 nicht.
Nach fast 2 Jahren wurden die beiden Frontzähne extrahiert, da die Patientin die stark nach vestibulär geneigten Zähne nicht mehr haben wollte. Ersatz wurde an die bestehende Teleskopprothese angefügt – mit deutlich verbesserter Ästhetik.
Nach Extraktion war zu sehen, dass das Puff am 11 nicht nur Sealer (Ah +) war, sondern, dass dieser mit Guttapercha deutlich überfüllt war. Die GP stand um 1,5 mm über.
Trotzdem war nach knapp zwei Jahren die apikale Aufhellung, zumindest röntgenologisch, verschwunden.
Das soll jetzt nicht heissen, dass eine Überextension der GP wünschenswert oder gar gefordert sei, im Gegenteil. Aber es scheint Fälle zugeben, wo eine gewisse Überextension die Heilung nicht verhindert.
Irgendwie ist’s auch in mir drin: Das Streben nach einem schönen „Look“ im Röntgenbild.
An meiner Kindheit kann es eigentlich nicht gelegen haben, da ich familiär unbelastet zur Zahnmedizin gekommen bin. Dennoch gefallen mir in Vorträgen und Präsentationen röntgen-ästhetisch vollkommene Behandlungsergebnisse besser als deren Gegenteil. Gleichmässiger Konus, nicht zuviel Hartsubstanz geopfert, womöglich mit minimal-invasiver Zugangskavität, dabei 4 Seitenkanäle mit geringstmöglichem Austritt der beteiligten Sealermasse. So erscheint es wünschenswert.
Dabei ist es zumindest den allermeisten Patienten ziemlich egal, warum die Behandlung letzten Endes erfolgreich war. Die Beschwerden sind abgeklungen, es fehlt jede klinische Symptomatik und auch die radiologische Kontrolle zeigt nach einiger Zeit eine vollständige Remission der apikalen Aufhellung.
Ein eher „hässliches“ Endergebnis zeigt der heutige Fall: Koronales Drittel bis zur abrupten multiplanaren Krümmung weit aufbereitet, da der Zugang an 38 mit vorgebogenen Instrumenten (einer meiner ersten Hyflex-Fälle) sonst nicht möglich gewesen wäre. Cola-Flaschen-Design als Resultat. Von gleichmässigem Konus keine Spur. Die distale Aufgabelung nie instrumentiert, aber immerhin obturiert. Und dennoch freut mich das Ergebnis sehr. Weil eben auch die „Hässlichen“ ausheilen können.
Diese Patientin muss sich mit Ihrem Zahnproblem zunächst vorgekommen sein, wie beim Pingpong…
Von „ihrem“ Zahnarzt wurde sie an eine universitäre Einrichtung zur Abklärung der Beschwerden Regio 13 verwiesen. Von dort erfolgte dann die Überweisung zum Oralchirurgen. Dieser war jedoch der (berechtigten) Meinung, dass sich das „Problem“ primär nicht chirurgisch lösen lassen würde… und so stellte sich die Patientin schließlich bei uns vor:
Zahn 13 war vor mehr als zehn Jahren zunächst endodontisch und einige Zeit später zusätzlich mittels Wurzelspitzenresektion therapiert worden. Die Zahnverfärbung bestand bereits kurze Zeit nach Abschluss der endodontischen Behandlung.
Bei unserer Erstuntersuchung zeigte sich eine aktive „Fistel“ Regio 13. Die Zähne 14,12 und 11 reagierten wiederholt positiv auf Sensibilitätstest (Kälte und EPT). Alle anderen klinischen Befunde waren unauffällig.
Nach Erläuterung aller Optionen entschied sich die Patientin für eine Revisionsbehandlung mit nachfolgendem internen Bleichen.
Wie von uns häufig beobachtet war einer der Gründe für die Zahnverfärbung die zu weit ins Pulpakavum aufgefüllten Wurzelfüllmaterialien.
Situation intraoperativ- kaum war die Kompositfüllung entfernt imponierten bereist Guttapercha&Sealer
Die weitere Revision der Wurzelfüllmaterialien gestaltete sich unproblematisch und erlaubte schliesslich den Neoapex unter höherer Vergrösserung zu beurteilen.
Situation intraoperativ – nach vollständiger Entfernung aller WF-Materialien ist der Neoapex einsehbar.
Nach eingehender Spülung (wie bereits schon mehrfach an anderer Stelle beschriebenen) applizierten wir eine medikamentöse Ca(OH)2-Einlage und verschlossen die Zugangskavität temporär. Einige Wochen später erfolgte dann nach Abklingen aller Symptome die Wurzelkanalfüllung mittels MTA-Apexifikation (ohne kollagenes Widerlager) und nachfolgendem Guttapercha/Sealer-Backfill.
MTA plug und Abschluss der Behandlung radiologisch
Neben der Beseitigung ihrer Beschwerden konnten wir die Patientin ferner auch ästhetisch zufrieden stellen, da sich durch die Bleichbehandlung auch in diesem Punkt ein ansprechendes Ergebnis erzielen liess.
Klinische Situation prä- und postoperativ
Zukünftige Kontrolluntersuchungen müssen die Nachhaltigkeit der Behandlung noch untermauern. Bisher lässt sich aber für uns ein positives Fazit der Behandlung ziehen. So scheint sich das anfängliche „Pingpong“ für die Patientin gelohnt zu haben.
P.S.:Beim Anblick der Röntgenbilder bin ich immer noch „überrascht“, dass Zahn 12 keine Beteiligung an der ausgeprägten Osteolyse haben soll. Aber alle erhobenen Befunde liessen keinen gegenteiligen Schluss zu.
Vorgestellt haben wir den Fall hier.
Der Patient wünschte den unbedingten Versuch des Zahnerhaltes trotz unserer kritischen Einschätzung.
Nach dem präendodontischem Aufbau, der Defektdarstellung und Kariesentfernung erfolgte die Aufbereitung des Zahnes mittels microabrsasiver Ultraschallpräparation. Das eingebrachte Ultracal (Ultradent) zeigte sich im Fistelmaul. Nach der ersten Behandlung hatte sich die Fistel verschlossen. Der apikale Defekt war größer Iso 120.
Das ProRoot MTA haben wir ohne kollagenes Widerlager eingebracht, da der mehr labial gelegene Defekt nicht vollständig einsehbar war. Weitere Zahnsubstanz wollten wir nicht opfern. Das Überpressen von MTA Überschüssen haben wir als notwendiges Übel akzeptiert.
Auf der im vergangenen Jahr in Lissabon stattgefunden ESE-Tagung in Lissabon hatte ich die Gelegenheit mich mit Winfried Zeppenfeld aus Flensburg über seine in einem Poster veröffentlichen Behandlungsergebnisse nach Pulpotomie auszutauschen. Meine Erfahrungen mit dieser Art der endodontologischen Therapie beschränkten sich bis dahin auf eine Hand voll Fälle.
Ein Postgraduate-Student des Endo-Programms an der ACTA in Amsterdam erzählte mir vor kurzem, dass er derzeit ca. 100 Fälle mit einer Misserfolgsquote von ca. 10 % seit fast 5 Jahren im Recall nachverfolgt und gab den letzten Anstoss, diese Therapieform in Fällen einer Pulpaeröffnung vermehrt ins Kalkül zu ziehen.
Neben einer suboptimal ausgefallenen Wurzelfüllung des 16 fällt in nachfolgendem Röntgenbild der ausgedehnte kariöse Defekt an Zahn 14 auf. Akute Beschwerden lagen nicht vor. Nach absoluter Trockenlegung wurde der Defekt mit einem sterilen diamantierten Instrument unter Kühlung mit steriler Kochsalzlösung eröffnet und anschliessend versäubert. Die Blutung sistierte nach ungefähr 2 Minuten. Auf langsam rotierende Hartmetallinstrumente (Rosenbohrer) wurde bewusst verzichtet, da hier eine Gefahr des Verpressens von Dentinspänen in das Pulpagewebe gegeben ist.
Die Abdeckung der Pulpawunde erfolgte mit MTA Angelus in der weissen Darreichungsform. Anschliessend wurde die Kavität adhäsiv verschlossen.
Zwei Dinge bleiben zu hoffen: Beschwerdefreiheit für den Patienten und dass nicht eines Tages bei einer also loco durchgeführten Routinekontrolle die „zu kurze“ Wurzelfüllung moniert und eine „richtige“ Wurzelkanalbehandlung durchgeführt wird.
Zahnerhalt mit allen Mitteln ist eine anzukreuzende Option auf unseren Überweisungsscheinen. Selten wird diese Option angekreuzt, oder wenn, dann ist es bereits zu spät und es gibt kein „Mittel“ mehr.
In dem hier vorliegenden Fall eines oberen Frontzahnes, genauer gesagt 21 stellt sich nun wieder die Frage. Die Diagnose lautet Z.n. Trauma, externe oder interne Resorption, asymptomatische P. apicalis, chronischer apikaler Abszess.
Befund: keine erhöhten Sondierungstiefen, kein Lockerungsgrad, Fistel vestibulär, Sensibilität negativ, kein Perkussionsschmerz
Was spricht für die Option Zahnerhalt mit allen Mitteln. Der Zahn 22 fehlt und ist als Brückenglied ersetzt. Sollte der Zahn 21 ersetzt werden müssen, wird es mit Implantaten ein ästhetisches Problem (Rot/Weißästhetik) geben. Eine Brückenversorgung wird ebenso ästhetisch problematisch werden.
Im Allgemein ist der Begriff „Hausgemacht“ positiv behaftet. Zum Beispiel bei kulinarischen Gaumenfreuden wie „hausgemachten Spätzle“ oder „hausgemachter Marmelade“. Hier zeugt der Ausdruck von Qualität und besonderer Hingabe. Leider gibt es natürlich auch eine negative Seite und die sprichwörtlichen „hausgemachten Probleme“. So eventuell „passiert“ im nachfolgenden Fall…
Bei einer 49 Jahre alten Patientin wurde laut Zuweiserin eine endodontische Behandlung an Zahn 15 notwendig. Im Vorfeld war es hier im Zuge einer Kariestherapie zur Pulpaeröffnung im kariösen Dentin mit nachfolgender Pulpektomie gekommen. Leider kam es in der weiteren Folge zu einer Instrumentenfraktur im bukkalen Kanalsystem. Hier die uns überlassenen Röntgenbilder:
Instrumentenfraktur während Wurzelkanalbehandlung
Bei dem eventuell hausgemachten Problem fällt auf, dass zur mechanischen Bearbeitung der Kanalsysteme wohl Hedström-Instrumente zum Einsatz gekommen waren. Diese „Feilen“ werden in aller Regel aber u.a. aufgrund ihres grossen Schneidekantenwinkels zur initialen Erschliessung und Instrumentation als eher ungeeignet angesehen. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich zum Beispiel hier (Seite 12-14) rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen dieser Instrumentengruppe im Vergleich zu Räumern oder K-Feilen betrachtet. Zur Freude der Patientin liess sich das Fragment mit moderatem Aufwand und ohne übermässigen zusätzlichen Substanzverlust entfernen. Der Behandlungsabschluss erfolgte dann im zweiten Termin mittels Verschluss der Kanalsysteme mit warm vertikal verdichteter Guttapercha/Sealer und mehrflächiger Kompositrestauration.
Zustand nach Fragmententfernung und endodontischer Therapie mit Wurzelkanalfüllung und koronaler Kompositfüllung
Auch, wenn nicht mit letzter Gewissheit festgehalten werden kann, dass die Wahl der Aufbereitungsinstrumente der entscheidende Grund für die Instrumentenfraktur war scheint die Benutzung von Hedström-Feilen zur (initialen) Präparation aufgrund der Instrumentengeometrie (u.a. wegen des grossen Schneidekantenwinkels) von Kanalsystemen als eher ungeeignet. Ggf. hätte sich diese Behandlungskomplikation bei der Verwendung von K-Feilen oder Räumern vermeiden lassen…
Der Patient kam 8 Jahre nach der Eingliederung seines Zahnersatzes das erste Mal wieder in die Praxis, weil ein Stück der Verblendung abgeplatzt war. Er wollte es repariert haben.
Der Aufforderung den ZE zu entnehmen kam er sofort nach.
Aber er entnahm nicht nur den abnehmbaren Teil, sondern auch den festsitzenden Teil und das alles in einem Stück.
„Da stimmt aber was nicht, da haben Sie zuviel herausgenommen!“, meinte die Helferin.
„Wieso? Das hab ich immer schon so gemacht!“
„Das glaub ich nicht.“
„Immer schon, ganz sicher!“
Der Zustand war doch schon einige Jahre so. Die Mundhygiene war nicht gut, das fortgeschrittene Alter (89) hat auch oft keinen positiven Einfluss auf die Putzgewohnheiten, aber trotzdem waren die „Teleskopzähne“, obwohl stark dunkel verfärbt, nirgends kariös.
Nach einiger Zeit ist es dem Patienten dann doch noch in den Sinn gekommen, dass es anders gewesen sein könnte. Zumindest hat er sich den festsitzenden Teil wieder fest einsetzen lassen, und die abnehmbare Prothese funktioniert wieder normal.
Der bisher krümmste Verlauf eines unteren zweiten Moralen habe ich in diesem DVT als Nebenbefund sehen können. Das möchte ich der Wurzelspitzleserschaft nicht vorenthalten. Der Patient ist mir unbekannt. Ich fand die Kombination aus Krümmung und Radix entomolaris sehrspannend. Besonders anspruchsvoll erscheint die apikale Aufteilung der mesialen Wurzel.
In Anlehnung an einen Werbespotmit Franz Beckenbauer habe ich heute den Beitragstitel gewählt. Die „Idee“ dazu kam mir während der Revisionsbehandlung dieses oberen seitlichen Schneidezahnes:
Aber bei dem Blick in die Zugangskavität zu Beginn der Behandlung lag für mich dieses Wortspiel auf der Hand:
Ostereiversteck ? Singulärer Guttapercha-Stift in einem See aus Sealer
Wir haben uns „erlaubt“ dieses endodontische Osterei zu modifizieren.
postoperatives Osterei
Mittels Revision, chemo-mechanischer Reinigung gefolgt von apikalem MTA-Stop und Backfill mit Guttapercha & Sealer.
Intra- und postoperative Röntgenaufnahmen; aufgrund einer in der Vergangenheit schräg resezierten Wurzelspitze weichen WF-Endpunkt und „Wurzelspitze“ stark voneinander ab
Wenn alles so gut weiter läuft wie bisher (Schmerzfreiheit nach dem ersten Termin) hoffen wir auf die erfolgreiche Nachuntersuchung in der Weihnachtszeit. Dann wünschen wir uns eine Remission der apikalen Osteolyse…
wenn dem so wäre, dann wären für den Zahn quasi Ostern und Weihnachten zusammengefallen
eine nette Kollegien aus dem Nachbarort hat uns die Patientin zur Endo-Beratung geschickt. Sie wollte wissen, ob der Zahn 11 noch zu retten sei.
Klinisch zeigt sich bei der 25 Jahre alten Patientin ein schmerzfreier 11 ohne Lockerung und auffällige Sondierungswerte. Er war nur dunkel verfärbt. Die Patientin gab an, vor Jahren einen Schlag darauf bekommen zu haben, gemacht wurde damals nichts.
Auf dem Röntgenbild war der Wurzelkanal nur noch sehr schlecht zu sehen und apikal war eine Transluzenz erkennbar.
Wenn der Kanal zu finden ist, sollte der Zahn erhalten werde können.
Also machten wir uns beim nächsten Termin auf die Suche.
Der Kanaleingang war unter Vergrößerung und mit überlangen Rosenbohrern schneller gefunden, als gedacht.
Aufbereitung erfolgte bis Apex auf 40/06.
Eine Sondierung mit ISO 20 einen Millimeter über den Apex hinaus liess etwas Pus aus dem Kanal steigen. Nicht viel. Vorerst.
Dann entleerte sich spontan etwas mehr. Durch leichten Druck mit der Fingerbeere auf die apikale Region des Einsers entleerte nun mehrmals schwallartig insgesamt gut eine teelöffelgroße Menge Pus.
Wir liessen die Patientin noch 20 min aufrecht sitzen, bis kein Exsudat mehr aus dem Wurzelkanal kam, Spülung mit NaOCl, Med mit CaOH2, Cavit.
Auf die anschliessende Frage, ob die Patientin denn vorher keine Schmerzen hatte, sagte sie: „Nein. Aber jetzt ist es besser.“
Obwohl der größte Teil der vorhandenen Obturationsmassen entfernt und eine medikamentöse Einlage eingebracht worden war, zeigte sich der Zahn 37 nicht beschwerdefrei.
Nach initialer Darstellung der bereits deutlich erweiterten Kanalsysteme konnte ein feiner Isthmus zwischen Mb und ML ausgemacht werden an dessen Innenseite geringe Reste von Guttapercha anhafteten. Mittels vorgebogenem Micropener konnte der im mittleren Kanaldrittel befindliche Rest der Guttapercha zunächst gelöst und dann nach Korona entfernt werden. Die periapikal gelegenen Reste konnte aufgrund einer deutlichen Blutung von periapikal in der ersten Sitzung immer nur für kurze Zeit visualisiert werden. Nach einer Einlage von CaOH2 für 2 Wochen war der „Fischzug“, das Entfernen der periapikal gelegenen Guttapercha , in der zweiten Sitzung geplant. Nach Erweiterung des Isthmus bis zur apikal befindlichen Kommunikation konnten mittels Microdebrider die Guttaperchareste entfernt werden. Deutlich erkennt man die bakterielle Kontamination der Guttapercha.
Es erwies sich als hilfreich zunächst mit NaOCl zu spülen, um Gewebereste aufzulösen und nachdem dies geschehen war, nur noch mit CHX zu spülen, um ein weiteres Auflösen periapkal gelegener Gewebe zu verhindern, da es sonst zu einer unerwünschten Verlagerung der Guttapercha kommen könnte.
Die Obturation erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA.
Trotz druckloser Applikation des Ultracal mittels Navitip und radiologisch kontrolliertem Abschluss der medikamentösen Einlage am Foramen, können in den weiteren Röntgenbildern deutliche Reste des CaOH2 im Periapikalraum erkannt werden. Dieses Phänomen tritt regelmässig an Zähnen auf, die große periapikale Lysen zeigen und bei denen es in der ersten Sitzung zu deutlicher periapikaler Blutung gekommen war.
Ich kann nicht ausschließen, daß eine apikale Veränderung besteht. Wurde ein zweiter mesiobukkaler Kanal behandelt? 17 zeigt diese Variante deutlich geringer als der erste obere Molar.
Folgende Dinge fallen mir an den Röntgenbildern auf:
1. In keinem Bild kann ich eindeutig einen apikalen Prozess ausschließen. Einmal ist die Werbung des Sensorherstellers die Ursache, beim anderen Bild ist die Projektion des distalen und palatinalen Kanalsystems überlagert.
2. Die suboptimale Zugangskavität lässt nicht einen behandelten mb2 Kanal vermuten. Das Röntgenbild lügt wahrscheinlich. Wir versuchen dreidimensionale Objekte auf zwei Dimensionen dreidimensional zu beurteilen. Das kann nur in den seltensten Fällen gelingen.
3. Die aufnahmetechnisch bedingte Angulation im Oberkiefer und die Projektion des Jochbeins scheint hier nicht zu störend zu sein.
4. Die Panoramaaufnahme ist nicht optimal zur Beurteilung endodontischer Problematiken.
Die klinische Situation ist unauffällig. Kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Füllungen sind o.B.. Das OPTG war von 2008. Die Zahnfilme sind aktuell. Der Zahn 17 hat eine Amalgamfüllung seit der Behandlung 1998.
Der Patient wollte unseren Rat. Wir heben ihm zu einer DVT Aufnahme geraten. Gleichzeitig haben wir ihn aufgeklärt, wenn ein koronales Lekage beim präprothetischem Aufbau erkennbar ist, dann sollte man revidieren unabhängig von den Röntgenbildern.
Wir haben zunächst ein DVT angefertigt. Hier die Bilder des Zahnes in einer Dual Curved Anordnung mit 1mm Einzelschritten.
Die palatinale Wurzel zeigt apikal eine Verbreiterung des Parodontalspaltes. Die anderen apikalen Bereiche sind unauffällig. Röntgenologisch würden wir derzeit keine Revision durchführen. Ein mesiobukkal zweiter Kanal ist nicht zu erkennen.
Beim Anblick des Ausgangsröntgenbildes bin ich zunächst etwas „erschrocken“…
Präoperatives Röntgenbild…
Ein solch resorptives Geschehen, insbesondere bei einem Molaren, sehen wir im Praxisalltag sehr selten. Ferner war der Umfang der Resorption und dessen Ausprägungsgrad zunächst unklar.
Aufgrund der erhobenen Befunde (u.a. Sensibilitätstest positiv, Taschensondierung o.p.B…) lautete meine präoperative Diagnose: -interne Resorption-.
Als (mögliche) Ursache machte ich eine chronische Reizung der Pulpa im Sinne einer chronischen Pulpitis durch die pulpanahe Füllung „verantwortlich“
Intraoperativ bestätigte sich diese Diagnose:
Situation intraoperative
Blick auf das linguale Resorptionsgeschehen
Nachdem intraoperativ die Erhaltungswürdigkeit bejaht werden konnte erfolgten die weiteren Therapieschritte wie gewohnt.
Hier die postoperative Aufnahme:
Postoperatives Röntgenbild nach interner Resorption
Hier und hier wurden die Angelhaken schon vorgestellt. Zum Einsatz kamen sie in diesem Fall, genauer gesagt hier. Die markierten Sealer/GP-Rest sollten noch entfern werden.
Es war letzt keine Sache von 10 Sekunden, aber die Angelhaken erleichterten die Entfernung der unerwünschten Überbleibsel sehr.
Da dieser 25 im 2D Bild im mittleren Wurzeldrittel eine abrupte Minderung des Kanalquerschnitts und eine enge räumliche Beziehung zur Kieferhöhle aufwies, wurde präoperativ ein DVT angefertigt.
Darin zeigte sich im bewegten Viewer-Bild ein sehr kleiner, mittenzentrierter Kanalhohlraum etwas apikal der vermuteten Obliteration.
Klinisch zeigte sich die vorhandene Vollkeramikkrone als fest mit dem Zahnstumpf verbunden. Auch unter dem Mikroskop war keine koronale Unrichtigkeit zu erkennen. Bereits beim ersten Spülen mittels NaOCl bemerkte der Patient einen sehr unangenehmen Geschmack. Nach „Verdünnen“ mittels Wasserspray und intensivem Absaugen wurde nach der Ursache gesucht. Da der Kofferdam unversehrt erschien (Inspektion unter dem Mikroskop nach Entfernung des Opaldams, erneutes Legen des Opaldams) und die Krone definitiv dicht war (keine Mobilität, kein Spalt intrakoronal zu erkennen) kam nur noch ein Austreten von Spülflüssigkeit über das apikale Foramen in Frage.
Nach weiterer vorsichtiger Debrisentfernung stellte sich apikal dann eine vollständige Obliteration des Originalkanals apikal der Stelle dar, bis zu der also loco weit aufbereitet worden war. Beim erneuten Spülen mit NaOCl beklagte der Patient erneut den sehr unangenehmen Geschmack der Spüllösung.
Die daraufhin erneute aufgenommene Suche nach einem Kofferdamleck, ein apikales Austreten wurde aufgrund der Obliteration ausgeschlossen, konnte unter Dehnen des Kofferdams und starker Vergrößerung die kleine Perforation entdeckt werden. Normal aufgespannt befand sie sich unter dem Bügel der Kofferdamklammer und wurde vermutlich durch ein nicht bemerktes Aufbeissen des 36 auf den Klammerbügel kurz nach Legen des Kofferdams verursacht.
Nach Abdichtung mittels Opaldam konnte die Behandlung dann wie geplant beendet werden. Der Fehler steckt eben oft im kleinen Detail.
Vor einiger Zeit haben wir hier über ein ungleiches „Duell zwischen „Implantat versus Zahn“ berichtet.
Heute das Update zur aktuellen Situation:
Das „Wichtigste“ zuerst.
Das Implantat musste (u.a. aufgrund fehlender Osseointegration) entfernt worden.
Dem Zahn soll(te) noch eine „Chance“ gegeben werden. Unter anderem aufgrund von Beschwerdefreiheit haben wir diesem „Wunsch“ entsprochen.
Da die laterale Perforation der Zahnwurzel einen Durchmesser von (nur) ca. ISO 030 aufwies entschieden wir uns für eine Wurzelkanalfüllung mittels Guttapercha und Sealer (AH plus). Von einer Instrumentation apikal der lateralen Implantat-Verletzung haben wir abgesehen, da dies in meinen Augen die Situation (wahrscheinlich) verschlechtern statt verbessern würde. Insbesondere, da es sich initial um ein vitales Wurzelkanalsystem handelte.
Wurzelkanalfüllung und post-operatives Röntgenbild
Prä-operatives vs. post-operatives Röntgenbild
Über den weiteren Verlauf werde ich weiter berichten.
Die Betrachtung des präoperativen Röntgenbildes hatte beim Behandler in diesem Fall offensichtlich nicht zu allen für eine erfolgreiche Behandlung notwendigen Erkenntnissen geführt. Erst nach Anfertigung eines intraoperativen DVT konnte die rückblickend auch schon präoperativ vorhandene Wurzelstruktur über der mesiobukkalen Wurzel des 26 als Milchzahnwurzelrest identifiziert werden.
Nach dem Motto: „Was noch nie dagewesen war, kann auch nicht im Bereich des Möglichen liegen.“ Aber ganz von vorne:
Der Grund für die periapikale Aufhellung an der mesialen Wurzel dieses 26 erschien klar: Nur einer der beiden medialen Kanäle war offensichtlich bearbeitet worden. Im klinischen Bild liess sich dies recht schnell unter dem DM bestätigen. Nach der ersten Messaufnahme „erschien“ jedoch die Wurzelstruktur mesial merkwürdig verlängert und die Instrumente schienen deutlich nach distal abzuweichen.
Da die Endometrie absolut reproduzierbare Werte anzeigte, wurde ein weiteres Bild aus anderer Angulation erstellt. Auch hier schien die mesiale Wurzel des 26 plötzlich länger und nach mesial gekrümmt. Klinisch gab es keine taktilen Hinweise auf eine solche Verlaufsform. Daher wurde nach temporärem speicheldichten Verschluss ein intraoperatives DVT angefertigt.
Und das zeigte die Ursache der Verwirrung und gab zeitgleich Entwarnung.
Exakt hinter (palatinal) der mesialen Wurzel und mesial der palatinalen Wurzel von 26 befand sich ein Wurzelrest ohne periapikale Pathologie, der bei der Erstellung der Messaufnahme einen aberranten Wurzelverlauf der mesialen Wurzel vortäuschte.
Auf Befragung hin konnte sich der Patient dann auch erinnern, dass er in früher Jugend einmal eine sehr unangenehme und langwierige, offensichtlich aber nicht vollständige Entfernung eines Milchmolaren erlebt hatte.
Der Patient möchte den Lückenschluss des Zahnes 16 angehen. Die Lücke besteht seit mehr als 10 Jahren. Implantologische (Implantat 16) und kieferorthopädische (Aufrichtung 17) Therapien möchte der Patient nicht.
Es bleibt also nur Brücke 17 -15. Ist die 1998 durchgeführte Ende ok?
Was würden Sie tun?
Der Blick auf das präoperative Röntgenbild dieses alio loco „anbehandelten“ zweiten Unterkiefer-Molaren ließ für mich nichts „Gutes“ vermuten.
Unter anderem, weil sich mesial wie distal die Kanalverläufe in den unteren Abschnitten nicht bis apikal nachvollziehen liessen.
Intraoperativ zeigte sich dann für mich eine bis dato nie gesehene (oder sollte ich besser sagen „nie erkannte“) Anatomie. Neben den beiden üblichen mesio-bukkalen und lingualen Kanalsystemen liessen sich jeweils eine weitere bukkale bzw. linguale „Ramifikation“ sondieren und instrumentieren.
Blick in Zugangskavität mit Fokus auf mesio-bukkal. Bei entsprechender Angulation fiel sehr weit bukkal eine sondierbare Ramifikation auf; die selbe Anatomie lag lingual vor
Während bei allen vier mesialen Kanalsystemen eine vollständige Gängigkeit vorlag war diese distal zu keiner Zeit für mich erzielbar…
Hier das Abschlussröntgenbild, dass die komplexe Anatomie dieses Zahnes verdeutlicht.
Abschlussröntgenbild eines 2. Unterkiefer-Molaren mit komplexer Anatomie
Dieser Fall hat von Allem (von jeder Fragestellung) etwas zu bieten.
Deswegen stehen zur Erstvorstellung, vor Allem die Fragen nach Problemstellungen während einer eventuellen Behandlung, der Prognose des langfristigen Zahnerhaltes und der Alternativen zur Debatte.
Röntgenaufnahme im Rahmen der Erstvorstellung der Patientin:Zahn 12 und 13 mit LEO im Brückenverbund:
Zustand nach WF vor 6 Jahren, jeweils Insertion von vermutlich rigiden Stiften und WSR vor 2 Jahren (alles alio loco).
danach immer wiederkehrende, teils andauernde, Schmerzsymptomatik.
Fistel ausgehend von Zahn 12.
Perk +, Vipr -, Taschentiefe (6 Messpunkte) max. 3 mm, Lockerungsgrad jeweils I
Z.n. WSR in deutscher Uniklinik (inkl. Demo für die Studierenden während der OP).
Ein DVT ist nicht vorhanden, in der Einzelaufnahme scheint allerdings zumindest Zahn 12 sehr schräg reseziert worden zu sein, evtl. ist eine leichte Drehung des Zahnes 13 zu vermuten, ein Zementspalt zwischen Stiften und Wurzelkanalwand ist nicht sicher auszumachen.
Fragestellungen:
Können die Kronen zuverlässig trepaniert werden und sind diese erhaltungswürdig oder müssen diese zwingend entfernt werden?
Lassen sich die Stifte entfernen?
Ist eine Fraktur der Wurzel sicher auszuschliessen?
Lässt sich das Wurzelkanalsystem vollständig erschliessen?
Liegen unter Umständen Instrumentenfragmente im Kanalsystem?
Wie lässt sich eine sichere Obturation apikal gewährleisten (Zahn 12 mit deutlich erweitertem Foramen, Zahn 13 vermutlich ebenfalls)?
muss ggf. mit MTA gearbeitet werden?
Wie ist der langfristige Zahnerhalt einzuschätzen?
Welche Alternativen sind denkbar und sinnvoll / ergibt ein endodontischer Erhaltungsversuch Sinn?
Sicher scheint nur eines zu sein:
Die Prognose ist ungewiss!
Ich werde über zu treffende Entscheidungen berichten.
Wo sehen Sie Unwegsamkeiten und Probleme und wie würde Ihr Behandlungsregime in diesem Fall aussehen?
Welche Alternativtherapie würden Sie empfehlen?
Immer noch stellen sich erstaunlich viele Patienten in unserer Praxis vor, bei denen noch resektive Massnahmen an oberen ersten Moralen durchgeführt wurden, obwohl zuvor ganz offensichtlich nur 3 Kanalsysteme aufbereitet und abgefüllt werden konnten.
Nachfolgend ein „schönes“ Beispiel mit dazugehörenden Lateralschäden (iatrogene Beschädigung der mesialen Wurzel von Zahn 17, bindegewebig „ausgeheilter“ Resektionsdefekt mit Sinusverbindung).
In den Recalls erkennt man, wie schnell die Zeit vergeht.
Wie versprochen das nächste Recallbild des bereits hier, hier, und hier vorgestellten Falles. Die prophetische Versorgung wird nun unbedingt empfohlen.
Der Lockerungsgrad ist 1. Die Sondierungstiefen liegen zwischen 3-5 mm.
Ausgangsbild Panoramaaufnahme
Folgende Möglichkeiten wären denkbar. (Im Oberkiefer 26 ist eine Implantatversorgung geplant.)
1. Kieferorthopädische Aufrichtung 37 mit Implantation 36.
2. Brücke 37-35 um ein weiteres Kippen des Zahnes 37 zu vermeiden.
3. Krone 37 mit Kontaktpunktherstellung am Zahn 35 adhäsiv ohne Präparaten.
Der Wunsch nach „Zahnerhalt mit allen Mitteln“ bei zum Teil hoffnungslosen Fällen wird von Patienten (und Zuweisern) regelmässig geäussert. Nachfolgend möchte ich Ihnen in dem heutigen Beitrag einen solchen Patientenfall vorstellen.
Im Sommer 2012 wurden wir gebeten eine Einschätzung zur Prognose eines Zahnes 12 vor geplanter kieferorthopädischer Behandlung abzugeben. Die damals 11-jährige „Besitzerin“ des Zahnes gab (im Beisein ihre Mutter) an, dass sie vor einigen Jahren einen Schulunfall erlitten habe. Hierdurch sei der kleine rechte obere Schneidezahn in Richtung Gaumen verschoben worden. Ferner habe das Zahnfleisch in dieser Gegend stärker geblutet.
Laut weiterer Anamnese sei der Zahn daraufhin von einem Zahnarzt wieder in Position gedrückt und für einige Zeit geschient worden. Eine weitere Therapie schloss sich nach Schienenentfernung nicht an. Im Zuge einer kieferorthopädischen Erstuntersuchung im Sommer 2012 sei dann aufgefallen, dass der beschriebene Zahn eine sehr kurze Wurzel aufweisen würde. Weitere Angaben liessen sich nicht erheben.
Alio loco angefertigtes OPG vor geplanter KFO-Behandlung
Anhand des alio loco angefertigten OPGs bestand der Verdacht, dass damals eine horizontale Wurzelfraktur vorlag, wobei sich die beiden Fragmente stark disloziert darstellten.
Bei unserer klinischen Untersuchung zeigte Zahn 12 einen Lockerungsgrad II bei unauffälligen Taschensondierungswerten. Die Sensibilitätstestungen waren nicht aussagekräftig. Dafür der radiologische Befund umso mehr:
Einzelzahn-Röntgenaufnahme Regio 12 bei Z.n. Frontzahntrauma mit nachfolgender Wurzelresorption
Radiologisch macht es den Anschein, dass die klinische Krone einzig von einem kleinen mesialen Wurzelanteil noch in situ „gehalten“ wird. Mit etwas „Phantasie“ erkennt man ferner noch die stark resorbierten apikalen Wurzelanteile.
Meine Empfehlung fiel damals daher eindeutig aus. Unter keinen Umständen sollte der Zahn kieferorthopädisch bewegt werden. Ferner machte ich Kind und Mutter wenig Hoffnung auf einen (langfristigen) Zahnerhalt.
Vorgestern stellte sich die junge Patientin gemeinsam mit ihrer Mutter erneut vor, um die Situation neu bewerten zu lassen. Ihrem eigenen Empfinden nach gab die nun 12-Jährige an, dass der Zahn (subjektiv) fester geworden sei und sie keine Einschränkungen in der täglichen Nutzung empfand.
Die klinischen Untersuchungsergebnisse unterschieden sich nicht signifikant von denen im Sommer 2012. Einzig der Zahnbeweglichkeit war nun Grad I(-II). Richtig erstaunt war ich dann beim Anblick des aktuellen Röntgenbildes:
Situation 9 Monate nach Erstuntersuchung
9 Monate nach unserer Erstuntersuchung scheint es, als wäre es zu einer Art knöchernen „Einwachsung“ in die klinische Krone gekommen. Klinisch und radiologisch gab es keine akuten Entzündungszeichen.
Für mich ein „kleines Wunder“ dessen Nachhaltigkeit ich nicht abschätzen kann. Aber mit jedem Monat oder Jahr, die dieser für mich zunächst schier hoffnungslose Zahn weiter problemlos und funktionstüchtig im Mund verbleiben kann, ist viel gewonnen.
Von dem Wunsch der jungen Patientin nach „perfekter“ kieferorthopädischer Einordnung des Zahnes in den Zahnbogen habe ich dennoch abgeraten. Man sollte sein Glück nicht herausfordern.
Zwischenzeitlich ist die Behandlung des hier und hier vorgestellten Zahnes 36 abgeschlossen und ich möchte über den Verlauf der Behandlung informieren und das Behandlungsergebnis im Röntgenbild darstellen. Man kann trefflich darüber streiten, ob man nicht auch ohne DVT die radix entomolaris und den „middle mesial canal“ aufgefunden und bearbeitet bekommen hätte. In besagtem Fall war ich zumindest erstaunt darüber, wie wenig, um nicht zu sagen gar nicht sich klinisch einen Hinweis auf die radix entomolaris finden liess. Der reguläre distale Kanal lag zudem – wie im DVT – Screenshot links zu sehen – mittig zwischen den beiden mesialen Kanälen ohne Verbindung auf Pulpakammerniveau. Ein Befund, der im Normalfall die Existenz eines weiteren Kanals unwahrscheinlich erscheinen lässt.
In der mesialen Wurzel gelang es, die Instrumentenfragmente zu passieren. Nach Aufbereitung des regulären distalen Kanals bis 60.04 und der anderen Kanäle bis 35.06 wurde nach medikamentöser Einlage schließlich mit der Wurzelkanalfüllung die endodontische Behandlung, sowie in darauf folgender Sitzung mit der postendodontischen Stabilisierung die Gesamtbehandlung in unseren Händen abgeschlossen. Die Behandlung in Röntgenbildern finden sie in der nachfolgenden Galerie:
Zahn 36, radix entomolaris, Instrumentenfragmente
Masterpoint 36, Instrument im mittleren mesialen Kanal
Bereits das präoperative Einzelbild liess erahnen, dass die Entfernung des längeren Lentulofragmentes keine einfache sein würde. Das ebenfalls angefertigte DVT ergab zudem ein resorptives Geschehen im Bereich der Wurzelspitze der mesiobukkalen Wurzel des 27.
Dadurch bestand die Gefahr, dass bei einem ungeplanten Agieren mit Ultraschallansätzen das Fragment nach palatinal in den Bereich der periapikalen Lyse verbracht werden könnte.
In Behandlungsfällen wie dem hier gezeigten bietet das DVT die Möglichkeit das therapeutische Vorgehen noninvasiv zu planen und den Patienten bereits präoperativ eine recht genaue Einschätzung zur Durchführbarkeit der Fragmententfernung zu geben.
Das Vorhandensein eines unbehandelten MB2 und der tief hinabreichende Isthmus zwischen MB1 und MB2 war dabei von entscheidender Bedeutung. Etwas vereinfacht wurde es zudem dadurch, dass das nicht erhaltungswürdige Implantat in regio 26 zwei Wochen vor der endodomtischen Revisionsbehandlung entfernt wurde. Somit war ein geradliniger Zugang zum koronalen Fragmentanteil möglich.
Nach Entfernung der Obturationsmassen wurde zunächst der schlitzförmige Isthmus anfangs hantelförmig und dann bohnenförmig erweitert. Um ein Verbringen nach periapikal zu vermeiden wurde das Fragment immer nur in einem Sektor von ca. 110 Grad und immer in einer nach bukkal gerichteten Bewegung mit Ultraschall bearbeitet.
Nun wird das Röntgen-Recall zeigen müssen, ob die Behandlung auch im biologischen Sinne erfolgreich war.
Unterkiefer Frontzähne sind nicht leicht endodontisch zu behandeln. Die optimale Zugangspräparation unterliegt den Kanalanatomievarianten. Bereits hier haben wir darüber geschrieben.
Hier nun ein weiter Fall, der Dank des DVT minimalinvasiv abgeschlossen werden konnte.
Der Patient stellte sich in unserer Praxis mit einem rötlichen Schimmer im supragingivalen Bereich, fast das ganze Kronendrittel vor. Die Sensibilität war nicht messbar. Lockerungsgrad 0, Sondierungstiefen in der 6 Punktmessung betrugen 2-3 mm.
Der Verdacht einer externen Resorption oder internen Resorption bestand. Im Röntgenbild konnten wir eine etwas größere Ausdehnung der Pulpa zum Nachbarzahn erkennen. Zur Abklärung wurde ein DVT angefertigt.
Das DVT zeigte uns keinen Anhalt für ein externes resorptives Geschehen.
Die 62 Jahre alte Patientin Frau W.S. stellte sich erstmal im Mai 2012 bei ihrem Zahnarzt mit Beschwerden unklarer Genese Regio 26 und 27 vor. Sie berichtete über eine lokal begrenzte (moderate) Schmerzhaftigkeit in diesem Bereich. Die klinische Untersuchung (Perkussion, Sensibilitätstest etc.) ergab ausser einer erhöhten Taschensondierung wohl keine Besonderheiten. Radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.
Was zeigt das DVT?
Die daraufhin laut Patientin durchgeführte Parodontaltherapie (Scaling and root planing) führte zu einer raschen Beseitigung der Beschwerden.
Im Sommer 2013 traten die vor gut einem Jahr beschriebenen Beschwerden erneut auf. Die wieder durchgeführten Untersuchungen ergaben keine aussergewöhnlichen Besonderheiten bei weiterhin positiver Reaktion der Zähne 26 und 27 auf Kältereiz.
Im Oktober 2013 kam es schliesslich zu einer akuten Exazerbation mit Ausbildung eines submukösem Abszesses in der Regio 26. Hier der radiologische Verlauf:
Was zeigt das DVT?
Was zeigt das DVT?
Die notwendige chirurgische Intervention (nach Anfertigung eines OPGs) im Sinne einer Inzision und Drainage der putriden Schwellung (in Kombination mit einer oralen Antibiotikagabe für 7 Tage) erfolgte in einer kieferchirurgischen Klinik. Weitere Behandlungsschritte erfolgten nicht.
Bei der von uns ein paar Tage später durchgeführten klinischen Untersuchung reagierten die Zähne 24,26 und 27 positiv auf Kältereiz. Zahn 25 zeigte keine Sensibilität. Die Zähne 26 und 27 wiesen einen Lockerungsgrad von II auf.
Die daraufhin angefertigte DVT-Aufnahme verdeutlichte einen ausgeprägten radiologischen Befund einer fast 20mm grossen Osteolyse, die sich über die Zähne 26 und 27 erstreckte. Als Nebenbefund war auch eine Radix relicta Regio 28 zu vermerken.
Bei der daraufhin durchgeführten endodontischen Therapie der Zähne 26 und 27 fand sich in beiden palatinalen Kanalsystemen vitales Gewebe, welches (ggf.) die positive Reaktion auf Kältereiz bei vorausgegangenen Untersuchungen erklären könnte.
Hier das Abschluss-Röntgenbild der Behandlung in insgesamt drei Terminen:
Was zeigt das DVT?
Ich bin froh, dass wir uns in diesem Fall für die weiterführende Diagnostik im Sinne eines DVTs entschieden haben. Der ausgeprägte Befund der Osteolyse endodontischen Ursprungs war mir in den bisherigen 2D-Röntgenaufnahmen verborgen geblieben…
Hätten Sie es gesehen?
P.S.: Wir halten Sie über das zukünftig durchgeführte Recall auf dem Laufenden.
Vor ca. 1 Jahr erlitt dieser 8,5 jährige Patient eine unkomplizierte Kronenfraktur an den Zähnen 11 und 21.
Die Dentinwunden waren also loco adhäsiv abgedeckt worden, regelmässige Sensibiltätsprüfungen wurden durchgeführt. Seit etwa 3 Wochen reagierte 11 nicht mehr positiv auf Kälte. Auch hatte sich die Kompositversorgung an 11 mittlerweile gelöst. Die vorhandene „Zugangskavität“, vom Behandler ohne Lokalanästhesie durchgeführt, war nicht geeignet eine endodontische Therapie durchzuführen.
Angesichts des Lebensalter des Patienten, ein Röntgenbild lag zu dieser Zeit noch nicht vor, zog Herr Wecker zunächst ein Revitalisierungsverfahren in Betracht.
Radiologisch und klinisch zeigte sich das apikale Formen mit ISO 90 jedoch als zu klein für ein solches Verfahren. Desinfektion und Obturation mit MTA erfolgten einzeitig. Der dentinadhäsive Aufbau wird, da die Compliance des jungen Patienten nach 1.15h etwas nachliess, in einer zweiten Sitzung erfolgen.
Wann ist eine DVT sinnvoll ? In diesem Beitrag vom Dezember 2013 wurde ein Fall vorgestellt, den ich vermutlich in meiner Prä- DVT – Zeit als nicht DVT – notwendig eingestuft hätte. Die überweisende Hauszahnärztin schlug vor, ein DVT vorab anzufertigen, da ihr ein Instrument im Wurzelkanal frakturiert war.
Nachfolgend ein DVT- Video und ergänzende Sreenshots des Falles, das zeigt/die zeigen, dass es sich nicht nur um ein, sondern um zwei Fragmente handelt. Darüber hinaus sieht man einen mittleren mesialen Kanal und eine Radix entomolaris. Die Gegenüberstellung zweidimensionaler und dreidimensionaler Röntgenbilder macht deutlich, welche dieser Befunde inwieweit in den jeweiligen Aufnahmen zu erkennen sind.
Ein neuer, frisch zugezogener Patient kam zu uns in die Praxis.
Routineuntersuchung bei meinem Assistenzzahnarzt. Dieser holte mich hinzu, da er etwas „komisches“ gefunden hatte. Denn der Patient klagte über „etwas Lockeres“ an der Implantatkrone an 11, wenn er hinten mit der Zunge rangehe.
Zahn 11, bzw. das Implantat, das an Stelle des 11 inseriert war, hatte einen „Ring“ um den Hals. Und dieser war locker und ein wenig drehbar.
„Was ist das?“, fragte mich der Kollege.
Einen Verdachte hatte ich schon, liess aber noch ein Röntgenbild anfertigen um den Knochen um das Implantatbett zu beurteilen.
Klar war zumindest, dass der Ring um das Implantat dort, wo er war, nichts zu suchen hatte, deshalb wurde er auch entfernt. Und der Verdacht hat sich bestätigt:
Es war eine Draht-Naht.
Beim Implantieren wurde mit der Naht ein Knochenblock augmentiert. Normalerweise verbleibt der Draht an Ort und Stelle und stört nicht, aber dieser hat sich nach koronal verabschiedet und wurde somit für den Patienten mit der Zunge tastbar.
Die Erfolgsaussichten für die ganz offensichtlich notwendige endodontische Revisionsbehandlung schienen nach zweimaliger WSR und deutlicher Schwellung im Gaumendach nicht besonders hoch zu sein.
26 Monate nach orthograder Revision und MTA-Verschluss lässt das Recallbild zumindest aus biologischer Sicht wieder Hoffnung aufkeimen. Das Risiko einer Vertikalfraktur jedoch bleibt.
Nicht zu findende „Kanäle“ stellt eine der Hauptgründe dar, warum Patienten an uns verwiesen werden. So auch im nachfolgenden Fall:
Mit der Aussage ihres Zahnarztes:
„Ich komme nicht weiter und finde nur zwei Kanäle. Wenn jemand die „Restlichen“ behandeln kann, dann ein Spezialist“
stellte sich die Patientin erstmals bei uns vor.
Nachfolgend die präoperative Röntgenaufnahme des Zahnes 36, die uns mit der Zuweisung der Patientin übermittelt wurde.
Präoperative Röntgenaufnahme (alio loco) Zahn 36
Aus der Vergangenheit haben wir (zum Teil „schmerzlich“) gelernt, dass es „immer gut„ ist, vor Beginn der zugewiesenen Behandlung ein eigenes „präoperatives“ Röntgenbild zu machen…
diese „Regel“ sollte sich in diesem Fall bewähren.
Nachfolgend unsere präoperative Röntgenaufnahme (nach endodontischer Erstbehandlung inklusive Entfernung der Krone alio loco).
eigenes „präoperatives“ Röntgenbild Zahn 36
Anhand dieser Aufnahme bestand der „begründete“ Verdacht, dass es bei der endodontischen Erstbehandlung (möglicherweise) zu einer Perforation des Pulpakammerbodens gekommen war.
Diese radiologische Verdachtsdiagnose konnte klinisch (leider) bestätigt werden und bedeutete eine Modifikation des zunächst angedachten Behandlungsprotokolls.
Neben der chemo-mechanischen Aufbereitung erfolgte daher im ersten Behandlungstermin auch der Verschluss der Perforation mittels MTA.
Im zweiten Behandlungstermin konnte der Zahn dann bei Beschwerdefreiheit mittels Guttapercha & Sealer obturiert und mittels Komposit-Füllung verschlossen werden.
postoperative Röntgenaufnahme nach endodontischer Behandlung inklusive Perforationsdeckung an Zahn 36
Unser Fazit dieses Behandlungsfalles lautet daher:
Komplikationen einer zahnärztlich-endodontischen Behandlungen lassen sich nicht zu 100% Prozent vermeiden. Glücklicherweise erlauben aktuelle Therapieansätze ggf. auch solche Komplikationen vorhersagbar zu behandeln, um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Es ist jedoch immer gut, wenn man vorab (anhand diagnostischer Massnahmen) möglichst wenige Überraschungen erlebt…
Gegossene Stiftaufbauten und zementierte Schrauben stellen bei der endodontischen Revisionsbehandlung oftmals die erste zu überwindende Hürde dar.
Das Thomas-Stiftentfernungssystem wurde hier auf Wurzelspitze schon häufig erwähnt, ermöglicht es doch sehr vorhersagbar die Überwindung solcher Hürden.
Der Patient, ein Kollege, fragte mich: „Was würden Sie machen, wenn es Ihr Zahn wäre?“
Meine Antwort lautete: „Wahrscheinlich, wenn ich ganz ehrlich bin, trotz der ungünstigen Prognose würde ich einen Erhaltungsversuch bei mir wagen. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Zahn länger als 2 Jahre erhalten bleibt ist nicht gegeben. Die Vernunft rät zum Behandlungsabbruch und Extraktion.“
Das läuft also unter dem Motto:“ Die Hoffnung stirbt zu letzt.“
Der Patient hat sich nach etwas Bedenkzeit für den Behandlungsversuch entschieden.
Im palatinalen Kanal haben wir uns entschieden möglichst tief adhäsiv zu arbeiten und die Kunststoffanteile möglichst gering zu halten um dem Schrumpfungsstress entgegen zu wirken. Dazu haben wir einen Glasfaserstift als eine Art Insert genutzt.
Anbei die weiteren Bilder und der Behandlungsverlauf.
Ganz ehrlich- die Röntgenaufnahme 45 bis 47 sah für mich harmlos aus. Kein Grund, eine WF – Revision nicht in Angriff zu nehmen. Nach der Sichtung des DVT´s war meine Einschätzung nicht mehr ganz so positiv. Das 46 und 47 jeweils eine Radix entomolaris besaßen und bei beiden Zähnen nur 2 der 4 Wurzelkanäle bearbeitet waren, ordnete ich noch unter normalen Praxisalltag ein. Aber da war der im DVT nach zentral hin nun deutlich sichtbare Verlust an Zahnhartsubstanz im Bereich der distolingualen Wurzel (Perforation oder Resorption?) von Zahn 46 und der wog schwer. Sollte man hier nicht besser dem Implantat den Vorzug geben gegenüber einem Versuch des Zahnerhaltes 46 mit nicht vorhersagbarer Prognose?
Und was war mit dem Zahn 47 apikal los.
Die Wurzelkontur auf der vestibulären Seite lies mich vermuten, dass hier eine (offensichtlich unvollständige) WSR vorgenommen worden war. Die Patientin bestätigte dann auf Nachfrage, dass in diesem Bereich mal eine „Zahnoperation“ vorgenommen worden war. Auch hier stelle ich die Frage i nden Raum, ob man den Versuch des Zahnerhaltes 47 wagen soll angesichts der zur Verfügung stehenden Alternativen.
Ich habe angesichts der Ausdehnung des distolingualen Hartsubstanzdefektes für die Extraktion des Zahnes 46 plädiert mit nachfolgender Implantation. Und angesichts dessen, dass nun hier ohnehin implantiert würde die Patientin darauf hingewiesen, dass man versuchen kann, den Zahn 47 zu erhalten, dass aber alle Argumente pro Implantat 46 auch auf den Zahn 47 zutreffen.
Beim 18-Monats-Recall an diesem oberen Schneidezahn fiel sofort eine scharf abgegrenzte, homogene und weichteildichte Aufhellung im unteren Drittel der Wurzel auf, die bei keinem der Ausgangsbilder festzustellen war.
Da die Pulpanekrose einer Dislokationsverletzung folgte, bestand der Verdacht eines resorptiven Geschehens. Das angefertigte DVT zeigte klar, dass es sich bei der weniger röntgendichten Struktur um den Canalis incisivus und nicht um ein Resorptionsgeschehen handelt.
Folgender Patientenfall. Ein Patient meldet sich selber in unserer Praxis an. Nach der Diagnostik und einem Beratungsgespräch werden die Termine vereinbart.
Die folgenden Befunde wurden erhoben:
17 Sensibilität fraglich, anbehandelt und Ledermix-Einlage, zuvor Beschwerden in Form einer akuten Pulpitis, kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen, Füllungslage od. Ansonsten saniertes Restgebiß ohne Lücken.
Auf Grund einer eingeschränkten Mundöffnung, eines sehr flachen Gaumens und eines Würgereizes war die Darstellung der palatinalen Wurzel kritisch.
Ausgangsbild
Ausgangsbild
In der ersten Sitzung zeigte sich nach Füllungsentfernung und Darstellung der Kanaleingänge eine mögliche Ursache der Pulpitis. Eine Infrakturlinie zog sich von distal zum palatinalen Kanal und eine weitere Linie von mesial.
Wir haben die Kavität gereinigt und adhäsiv präendodontisch aufgebaut. Vorher Frakturlinien möglichst weit aufgezogen, sandgestrahlt und gebondet. Die Pulpa wurde mit Ledermix abgedeckt.
1
2
3
4
Im Anschluss haben wir den Patienten beraten und ihn informiert, daß dieser Befund „GAME OVER“ heißt, oder besser gesagt, es wäre ein unglaublicher Glücksfall, wenn es länger als 2-3 Jahre gut geht. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Reinfektion über die Frakturlinien entsteht ist sehr groß. Wir haben die Extraktion und Implantation empfohlen. Der adhäsive Aufbau dient dem Gewinn von Bedenkzeit, bzw. der möglicherweise gewünschten Weiterbehandlung. Nun fragte der Patient, was würden Sie machen, wenn es Ihr Zahn wäre?
Eines vorweg.
Das ist kein Fall, den ich als Heldentat bei einem der einschlägigen Fachmagazine einreichen würde. Aber er zeigt, was „aggressives Abwarten“ mit sich bringen kann. Deshalb wollte ich Ihnen den 26 nicht vorenthalten. Es zeigen sich auf dem Rö auch noch andere Baustellen, wie ein 2-kanäliger 5er, ein 3-kanäliger 4er und eine WSR am 7er, die sind hier aber nicht das Thema.
Dieser 26 hat schon eine lange Endo-Karriere hinter sich. Das erste mal gesehen hab ich ihn 2001. Da kam er in die Praxis mit einer Endo, an deren Handschrift man der Vorbehandler kannte. Ein Molar, der mit 2 Silberstiften, und sonst mit nichts Sichtbarem gefüllt ist, kommt nur aus einer Praxis im Landkreis.
Silberstifte
Er machte Probleme. Also Revision.
Silberstifte frei gelegt und mit der Pinzette raus gezogen. Fertig. Zumindest die Entfernung der gesamten WF.
Die Aufbereitung war nicht so einfach. Ein Mikroskop hatte ich damals auch noch nicht zur Verfügung. Kurz, die WF war nicht das was man sich so vorstellt. Der Zahn kam trotzdem zur Ruhe. Zumindest für einige Zeit. Nach 2 gut Jahren fing er an zu fisteln. Erneute Revision. Die mb-Wurzel sah nicht gut aus. Eine Längsfraktur war nicht aus zu schließen. Der Patient bestand auf WF und den Versuch des Zahnerhaltes. Ziehen könne man ihn ja immer noch.
Z.n. 2. Revision
Der Zahn gab wieder Ruhe. Längere Zeit. Dann hin und wieder eine Fistel, mal ein Missempfinden, mehr nicht. Größtenteils keine Probleme.
Hinweise auf Knochenverlust und Schädigung eines Implantatlagers konnte den Pat. nicht zur Extraktion bewegen.
So vergingen die Jahre. Kaufunktion war zwar eingeschränkt, aber das hat nicht gestört.
Vor Weihnachten stand der Patient vor meiner Tür und übergab mit breit grinsend ein Bild:
„Weisst Du, was das ist?“
„Nein.“
„Das ist die Wurzelfüllung aus meinem oberen linken 6er, den Du schon immer ziehen wolltest.“
„Und wo hast Du die her?“
„Hatte wieder mal eine Fistel. Und nachdem die Fistel aufging, stand was raus. Das hab ich dann mit der Pinzette rausgefischt. Die Wurzelfüllung kannst Du haben, aber Zahn behalt ich noch.“
excorporierte Wurzelfüllung
Jetzt fragen Sie, liebe Leser: „Wo ist das aktuelle Röntgenbild?“
Ich habe leider noch keines, da der Patient seit dem noch nicht in der Praxis war.
Es tut ja nicht weh ;-)
Ich werde es nachreichen.
Vielleicht krieg ich den Zahn (oder was davon übrig ist) ja doch noch…..
Auf Grund der vorliegenden DVT Aufnahmen waren wenige Überraschungen in der Behandlung zu erwarten.
Trotz Anästhesie gab der Patient ein Schmerzgefühl an. Dies war bereits früher aufgefallen. Auf Kälte und elektronische Reize gab der Patient immer eine positive sensible Reaktion an.
Wir führen dies auf den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Pulpa/Wurzelkanalsystem) zurück, der Druckveränderungen schnell weiterleitet. Die Sensibilität war mit der Trepanation der Pulpakammer verschwunden.
Nach dem Gestalten der Zugangskavität war ein relativ lange Sekret-, richtiger Exsudatabsaugung (30 Minuten) notwendig.
Die Aufbereitung erfolgte bis #60.04 unter aktiver ultraschallgestützter Spülung mit Natriumhypochlrit und Zitronensäure. Es wurde Ca(OH)2 (Ultracal XS) eingebracht.
In der nächsten Sitzung wurde nach einer abschließenden Desinfektion mit Natriumhypochlorit der Zahn apikal mit ProRoot MTA verschlossen. Zur besseren Kontrolle des Plugs haben wir nach einem Hinweis von Stefan Verch mit einem individualisierten Guttaperchastift und nicht mit einer Papierspitze, bzw. Plugger gearbeitet. Die Bewegung konnte in meinen Händen besser kontrolliert werden und eine apikale Überpressung ließ sich durch eine entsprechende Längenmarkierung vermeiden. Das apikale Foramen war nicht einsehbar.
Im ersten Recall nach 3 Monaten war eine Heilungstendenz erkennbar und lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen.
heute ein kurzes Update zu der weiteren Entwicklung des Zahnes 14.
Nach eingehender Aufklärung und Beratung der Patientin über die verschiedenen Therapieoptionen entschied sich die Patientin für eine chirurgische Intervention im Sinne einer Wurzelspitzenresektion. Leider war es uns nicht vergönnt diese selber durchzuführen.
Hier das radiologische Ergebnis der also loco durchgeführten Behandlung.
Zustand nach also loco durchgeführter Wurzelspitzenresektion
Nähere Informationen zu dem genaueren chirurgischen Vorgehen inkl. verwendeten retrogradem Wurzelfüllmaterial stehen noch aus…
Vor einiger Zeit hab ich hier schon diesen Fall vorgestellt. Mit der Frage, was denn das im Kanallumen sei. Gerne hätte ich die Auflösung schon eher vorgestellt, der Patient hatte aber – trotz Schmerzen – immer wieder seine Termin abgesagt.
Egal, nun war er da und wir haben den Kanal aufgemacht.
Was haben wir gefunden?
2 Guttaperchastifte
viiiiiieeel Sealer
Eiter
Es war weder ein Stift jeglicher Form, noch ein abgebrochener Bohrer, es war einfach nur viel WK-Sealer, der sich apikal schön abgerundet auf dem Röntgenbild zeigte.
Nach der Trepanation zeigt sich im koronalen Bereich viel Guttapercha. Sobald an dieser manipuliert wurde, drang sofort Eiter an die Oberfläche. Die GP-Stifte konnten ohne Mühe mit Hedstrøm-Feilen entfernt, der Sealer konnte mit US-Spitzen von der Kanalwand „geschält“ werden. Desinfektion erfolgte mit NaOCl und US, der Kanal konnte getrocknet werden, medikamentöse Einlage mit Ah-Temp. Verschluss adhäsiv.
Der Apex war weit geöffnet, so dass vom Vorbehandler schon GP in den periapikalen Bereich extrudiert wurde. Dieses konnte auf Grund der gegebenen Zeitknappheit noch nicht entfernt werden. Das wird aber in der nächsten Sitzung erste Aufgabe sein.
Beim Verfolgen der sehr unregelmässig verlaufenden Strukturen des Pulpakammerhohlraums des 11 (kleine punktförmige Vertiefungen, kleine schlitzförmige Hohlräume ) kristallisierte sich neben einem zentral und parallel zur Zahnlängsachse verlaufenden Kanalsystem ein weiteres, deutlich bukkal gelegenes Kanalsystem heraus.
Während der angenommene Originalkanal stark obliteriert war, zeigte der bukkale Kanal ein eher weites Lumen. Als weitere Besonderheit ist zu erwähnen, dass der bukkale Kanal als eine Art blind endende „Sackgasse erwies. Eine Kommunikation zum Parodont bestand im Gegensatz zum Hauptkanal nicht.
Während der Hauptkanal zunächst nur als feiner weisser Punkt zu erkennen war, weitete er sich im apikalen Drittel deutlich und enthielt hier nur putrides Sekret.
Die Lage der im DVT zu erkennenden knöchernen Lyse auf Höhe des Überganges von mittlerem zu unterem Wurzeldrittel korreliert mit der Lage der Sealer-Extrusion im postoperativem Röntgenbild und erklärt als Portal of Exit den labial eingetretenen Knochenverlust.
Hinsichtlich der Gestaltung der Zugangskavität half das präoperativ angefertigte DVT den Zugang zu diesem ungewöhnlich geformtem Pulpakavum recht genau anzulegen. Eine noch konischere Ausformung war aufgrund der verzweigten Lagunen im mittleren Drittel nicht möglich.
Die kommenden Recalls werden zeigen, ob es zu einer vollständigen Remission der periapikalen Aufhellung kommen wird.
Wie in jeder (zahn)medizinischen Sparte gibt es auch in der Endodontie „dankbare“ und „weniger dankbare“ Behandlungen. Die Kombination aus „Silberstift-Revision“ bei einem zahnärztlichen Kollegen zähle ich persönlich eher zur letzteren Kategorie.
prä-operative Röntgenaufnahme; apikale Parodontitis bei einem vor ca. 10 Jahren endodontisch behandelten ersten unteren Molaren mit Silberstiften
Obgleich ich bei dieser Konstellation in der Vergangenheit schon einmal recht gute Erfahrungen machen durfte ist für mich der Erfolg solcher Behandlungen weniger vorhersagbar, als sonstige Revisions-Therapien.
Nach recht mühsamer Freilegung der Stifte vom Stumpf-Aufbaumaterial unbekannter Art (eine Art Mischung aus Kunststoff und Zement) und weiterer Ultraschall-Präparation stellte sich die Situation wie folgt dar.
y Klinische Situation vor und während der Silberstift-Entferung
Mich stimmte zunächst hoffnungsvoll, dass die Silberstifte etliche Millimeter aus den Kanaleingängen herausragten.Dies begünstigt eine Entfernung in aller Regel, da sich die Stifte dann körperlich (recht) gut fassen lassen. Sei es mittels Hülsentechnik oder Mini-Zange. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich dafür zu versuchen, die Stifte unter (sanfter) Zugbewegung zu entfernen. Dies gelang gut und führte bei allen Beteiligten zu einer gewissen Euphorie. Da ich in der Vergangenheit bei anderen Situationen (insbesondere bei der Instrumentenfragment-Entfernung) bereits „Lehrgeld“ gezahlt habe, verifizierten wir diesen Behandlungsschritt radiologisch:
Fragmente der Silberstifte in apikalen Wurzelabschnitten
Leider mussten wir also feststellen, dass der „worst case“ der Silberstift-Entfernung eingetreten war. Nur einer (mesio-bukkal) von vier Stiften konnte in toto entfernt werden. Bei den anderen verblieben kleine Anteile in den Apikalregionen.
Was also nun?
Mehr demnächst im zweiten Teil dieser Beitagsreihe…
Die Veröffentlichung dieses Behandlungsfalles hatte neben fachlich weiterführenden auch zum Teil sehr emotionale Kommentare zur Folge.
Bei der fachlichen Diskussion stand unter anderem die Frage im Vordergrund ob der auf elektrischen Reiz negativ reagierende Zahn 11 nicht doch vitale Gewebereste enthalten könne. Ausserdem wurde diskutiert, ob die im DVT zu erkennende Osteolyse dentalen Ursprungs war oder nicht.
Heute kann hier ein wenig Licht ins Dunkel gebracht werden.
Die im DVT intraradikulär zu erkennenden Hohlraume enthielten nur putride zerfallenes nekrotisches Gewebe. Ein durchgehender Kanalhohlraum fehlte.
Die Hohlräume wechselten, wie bereits im DVT zu erkennen, ihre Lage von palatinal nach bukkal und zeigten mehrere seitliche Abzweigungen. Anbei die ersten klinischen Bilder.
Der zweite Teil der zweizeitigen Behandlung wird an dieser Stelle in Kürze veröffentlicht.
Der erste Teil der endodontischen Behandlung dieses 16 wurde hier letzte Woche im Video vorgestellt.
In einer zweiten Behandlungssitzung erfolgte dann die chemo-mechanische Aufbereitung der vier Kanalsysteme.
MB1 und MB2 kommunizierten nicht und zeigten getrennte Foramina. Der distobukkale Kanal wies auf den apikalen 1,5 bis 2 mm eine sehr abrupte Krümmung nach bukkal auf, die sich bei der Messaufnahme zunächst eher unspektakulär darstellte. Nach der Erweiterung auf 20/04 halfen Hyflex-Feilen den für die Warmfülltechnik erforderlichen Taper zu gestalten.
Der Patient kam Anfang 2013 auf Überweisung seiner Hauszahnarztpraxis zu uns.
Er gab an zeitweilig latente, aushaltbare Beschwerden am Zahn 44 zu haben. Anamnestisch war nicht wirklich erruierbar seit wann die Beschwerden vorhanden sind. Es soll schon einige Zeit so sein. Die Sensibilität war negativ, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Es konnte kein Perkussionsschmerz provoziert werden und auch im Aufbiss waren keine Beschwerden. Der Lockerungsgrad war 0.
Das Röntgenbild zeigte eine Wurzelfüllung nahe der Wurzelspitze, der Parodontalspalt war nachverfolgbar, die okklusale Füllung war intakt.
Ausgangsbild
Was tun. Ende ja oder nein.
Wir haben den Patienten beraten und dieser sah von einer endodontischen Behandlung ab, da ich ihm nicht versprechen konnte, daß Problem zu lösen.
Nun nach einem 3/4 Jahr kam der Patient wieder und wünschte die Behandlung. Die Beschwerden waren lästiger geworden und der Zahn reagierte leicht empfindlich auf Perkussion (vertikal).
Die Revision der Wurzelfüllung gestaltete sich unauffällig. Apikal war ein harter Widerstand tastbar und es konnte initial keine Patency etabliert werden. Nach einer Ca(OH)2 Einlage gab der Patient ein leichte Besserung an.
In der zweiten Behandlungssitzung gelang die Aufbereitung der apikalen Bereiche und die thermische Obturation des Kanalsystems. In beiden Behandlungssitzungen wurde mit Zitronensäure und Natriumhypochlorit unltraschallgestützt gespült.
Abschlusskontrolle
Messaufnahme
Während der apikalen Präparation war deutlich verfärbtes Dentin, bzw. Debris im Spanraum der Feile unter dem Dentalmikroskop zu sehen. Ab ISO 40.04 und 40.06 konnte weißes Material im Spanraum beobachtet werden. Die Aufbereitung wurde bis ISO 45.04 durchgeführt. Nach zwei Tagen sagte uns der Patient auf telefonische Nachfrage, daß die Beschwerden deutlich geringer sind.
Und wie es so manchmal ist haben wir zwar Fotos gemacht, aber auf Grund eines Behandlerwechsels am Mikroskop waren die Okulare verstellt und sämtliche Fotos in der Schärfentiefe verschoben.
Über diesen symptomatischen, mit einer Fistel versehenen, hochgradig gelockerten (weil mit einer Wurzelresorption behafttet) und damit – machen wir uns nichts vor – im wortwörtlichen Sinne mehr als „infaust“ einzustufenden Zahn 21 habe ich hier berichtet.
Und mich – gemäß dem Motto „Nie aufgeben !“ – zunächst für den Versuch des Zahnerhaltes durch WF- Revision entschieden.
Nach Entfernung der vorhandenen Wurzelkanalfüllung, Beseitigung einer Stufe, Herstellung der apikalen Durchgängigkeit, Wurzelkanalaufbereitung, medikamentösen Einlagen, Wurzelkanalfüllung und nachfolgendem koronalen Bleaching in Walking Bleach- Technik präsentiert sich der Zahn nicht nur seit der ersten Behandlungssitzung schmerzfrei, sondern darüber hinaus (für die vorhandene Ausgangssituation) bemerkenswert befestigt.
Er weist nun einen Lockerungsgrad von etwas mehr als 1 auf und zeigt gegenüber seinem Pendant 11 (mit einem Lockerungsgrad 1) eine nur unwesentlich stärkere Beweglichkeit.
Der Verdacht einer iatrogenen Perforation ergab sich bereits aus dem präoperativem Röntgenbild. Irgendwie liess sich die im Bereich der Funktion gelegene Guttaperchaspitze nicht so recht mit der Längsachse einer der vorhandenen Wurzel in Einklang bringen.
Zunächst erfolgte die vorsichtige Freilegung der Guttapercha. Diese konnte anschliessend unter Zuhilfenahme eines kleinen Greifinstrumentes in toto aus dem Knochen entfernt werden. Nach sonoabrasiver Präparation der Perforationsränder wurde der Pulpakammerboden nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA „instandgesetzt“ und mittels Flow-Komposite verstärkt.
Wie stand so schön am letzten Freitag in einem Kommentar zu diesem Beitrag hier, in dem es um die präoperative Anfertigung eines DVT´s bei einem symptomatischen Zahn eines jugendlichen Patienten als Zustand nach zurückliegendem Trauma ging:
„Mit Kanonen auf Spatzen schiessen“.
Ich oute mich jetzt mal.
Es ist nicht mein Patientenfall, aber ich hätte in diesem Falle (genau wie der Kollege) vermutlich ebenfalls vorab ein DVT gemacht.
Die Frage sei aber in diesem Zusammenhang erlaubt: Woran macht man fest, wann vorab ein DVT gemacht werden sollte ?
Wäre es nicht auf jeden Fall sinnvoll, zunächst einmal ohne DVT in den Zahn hineinzuschauen ?
So wie wir es die letzten 100 Jahre ja auch gemacht haben.
Es kann ja nicht alles schlecht gewesen sein, was wir bis dato getan haben.
IMHO (hier halte ich mal die englische Formulierung für passender als ein eingedeutschtes „meiner unerheblichen Meinung nach“) befindet sich das DVT in einer Rolle, in der sich, die Endodontie betreffend, das Dentalmikroskop vor 15 Jahren wiederfand. In einem Schwebezustand, eine wie auch immer geartete Evidenz, den diagnostischen Nutzen betreffend, ausweisen oder ausschliessen zu können.
Und solange diese Frage nicht erschöpfend geklärt ist, muss weiterhin erlaubt sein, zu hinterfragen: Gibt es überhaupt einen adäquaten zusätzlichen Nutzen, der den entsprechenden aparativen und finanziellen Mehraufwand und vor allem die damit zwangsläufig verbundene zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigt ? (Diese beträgt lt. Auskunft des Herstellers für unserer Gerät bei dem von uns verwendeten FoV ca. 20 MicroGray und bewegt sich damit in der Größenordnung eines analogen OPG´s, wie es in der Zahnmedizin seit mehreren Jahrzehnten bekannt und anerkannt ist).
Das Problem ist – eine diesbezüglich verwendbare allgemein gültige Antwort liegt (wenn überhaupt möglich) frühestens erst in ein paar Jahren vor.
Wie also bis dato im jeweiligen konkreten Einzelfall verfahren ?
Just zu dem Zeitpunkt, als der „Kanonen auf Spatzen“ – Kommentar bei Wurzelspitze eingestellt wurde, saß in unserer Praxis ein Patient wegen einer Wurzelkanalbehandlung 36 (Zustand nach initialer WK 36 durch den Hauszahnarzt, auf Grund einer Schmerzproblematik, seitdem schmerzfrei) im Behandlungsstuhl. Die parodontale Situation des ehemals pulpitischen, aber vitalen Zahnes ist einwandfrei, Taschentiefen zirkulär 2 mm, Lockerungsgrad 1.
Hier nun meine Frage:
Sehen Sie im Zahnfilm irgendwelche Befunde, welche die Anfertigung eines DVT´s rechtfertigen würden ?
Gibt es irgendwelche möglichen Befunde, die im DVT sich darstellen könnten, die im Zahnfilm verborgen bleiben ?
Ich persönlich würde im vorliegenden Fall für „auf das DVT kann verzichtet werden“ voten. Für mich sieht der Zahn unauffällig aus, und ich habe keinen Hinweis, dass dieser Zahn im Wurzelbereich(von einem nicht eindeutig deutbaren winzigen, leicht röntgenopaken Punkt in der mesialen Wurzel abgesehen) eine irgendwie geartete Besonderheit aufweisen könnte.
Es wurde im konkreten Fall aus Gründen, die ich nachliefern werde, ein DVT vorab erstellt.
Im DVT zeigten sich daraufhin 3 Befunde, die im Zahnfilm nicht sichtbar zu machen sind.
Haben Sie eine Idee, welche Befunde dies sein könnten ?
Dann, werter Leser, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.
Im Alter von ca. 6 Jahren wurde bei einem Sturz der Vorgänger dieses 11 in den Kiefer intrudiert. Der Zahn 11 brach in der Folge sehr stark verzögert durch und wurde kürzlich in eine festsitzende lieferorthopädische Therapie einbezogen.
Nunmehr 6 Jahre nach Trauma stellt sich der junge Patient mit dem folgenden Befund vor.
Zahn 11 reagiert negativ auf Kälte und elektrischen Reiz. Die vestibuläre Apikalregion ist druckdolent. Eine Fistelung besteht nicht. Radiologisch fällt neben der fast vollständigen Obliteration der oberen Kanaldrittel eine kugelige Verdickung des apikalen Wurzeldrittels auf.
Das DVT zeigt eine fehlende labiale Knochenlamelle, eine laterale Aufhellung, aber auch immer wieder, irregulär angeordnete Hohlräume im Innern des obliterierten Wurzelkanals.
Der Behandlungsplan sieht neben einer Probetrepanation ohne Anästhesie und unter Kofferdam, bei negativer Sensibilität die orthograde endodontische Therapie des Zahnes vor. Dem DVT können dabei für die Ausrichtung der Zugangskavität und das Aufbereiten der obliterierten Anteile wichtige Anhaltspunkte entnommen werden.
Interessant finde ich das fast vollständige Fehlen einer apikalen Aufhellung.
Die ersten Recallergebnisse des hier und hier vorgestellten Falles sind vorhanden.
Der Patient gibt Beschwerdefreiheit an. Zudem hat er das Gefühl, daß der Zahn deutlich fester geworden ist. Leider war die Einstellung der Stromstärke nicht optimal und mit 4mA zu gering.
Die überwiesene Patientin brachte ein sehr ausführlich gehaltenes Überweisungsschreiben mit, in welchem der überweisende Kollege um die endodontische Weiterbehandlung des Zahnes 25 bat. Der s-förmige Kanalverlauf und offensichtlich stark obliterierte Kanaleingänge hatten ihn bewogen von der Durchführung der Behandlung Abstand zu nehmen.
Die Patientin gab an, dass sich vor ca. 3 Wochen an Zahn 25 eine bukkal gelegene Fistelung eingestellt hatte, die nach der Erstversorgung (Trepanation 25 und Einlage von CaOH2) zwar deutlich kleiner geworden war, jedoch nicht vollständig abgeheilt war.
Klinisch war die nicht aktive, jedoch vorgewölbte und gerötetete Fistelung zwischen Zahn 24 und 25 gelegen. Die mitgebrachte aktuelle Röntgenaufnahme zeigte neben einer apikalen Aufhellung an Zahn 25 auch eine unvollständige Wurzelfüllung des überkronten und mit einem gegossenen Stiftaubau versorgten Zahn 24.
Um nicht dem Offensichtlichen zu erliegen (negativer Sensibilitätstest 25, Perkussionsempfindlichkeit achsial und lateral Zahn 25, palpatorische Druckdolenz Zahn 25 und, nicht zu vergessen, das Überweiserschreiben) kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen, alle anderen, in der in Frage kommenden Region befindlichen Zähne als Verursacher auszuschliessen.
Da eine Sondierung des Fistelganges, der weiteren Aufschluss über die vermutliche Ursache hätte geben können, ohne Inzision nicht möglich gewesen wäre, wurde zu genaueren Diagnostik ein DVT angefertigt.
Im Ergebnis, das nachfolgende Video zeigt es deutlich, wurde die Patientin darüber informiert, dass auch an Zahn 24 ein Behandlungsbedarf besteht.
Das DVT zeigt deutlich eine distal gelegene laterale Aufhellung an Zahn 24. Die Wurzelfüllung ist unvollständig und der Apex ist von einer apikalen Aufhellung umgeben.
Die Auswertung des DVT ergab ausserdem, dass die Aufbereitung der konfluierenden Kanäle in Zahn 25 leichter zu bewerkstelligen ist, wenn mit dem nicht in mehreren Ebenen gekrümmten palatinalen Kanalsystem begonnen wird. Der Sealeraustritt nach mes ial lässt fast an eine x-förmige Kanalkonfiguration des 25 denken, die sich aber auch nicht mit vorgebogenen Instrumenten verifizieren liess. Der weiter koronal gelegene Sealeraustritt korreliert mit dem ebenfalls im DVT zu erkennenden hohen Seitenkanal. Die bei der Erstbehandlung beinahe entstandene Perforation zwischen beiden Kanälen (orangefarbene Markierung) wurde adhäsiv abgedeckt.
Anbei ein Fall aus unserem Recall. Im distalen Kanalsystem des Zahnes mussten wir in der ersten Behandlung eine erhebliche apikale Sekretion beobachten. Trotz 15 minütiger Absaugung war nur eine Verlangsamung der Sekretion zu verzeichnen. Die ultraschallgestützte Natriumhypochlorit-Spülung zur Desinfektion und Gewebeauflösung sowie zur Entfernung von Smearlayer und Debris die Spülung mit Zitronensäure gehören als Standard zu allen unseren Behandlungen.
Nach Kalziumhydroxydeinlage konnte in der nachfolgenden Sitzung die Wurzelfüllung im getrockneten Kanalsystem problemlos durchgeführt werden. Im Ausgangsröntgenbild war die Ausdehnung zu erkennen. In den nachfolgenden Mess- und Kontrollaufnahmen war das Geschehen an der distalen Wurzel kaum zu erkennen. Im Recall zeigte sich jetzt eine deutliche Heilunsgtendenz. Es könnte also alles gut werden. Die Krone wird gerade erneuert.
nicht nur einmal haben wir von dem ungleichen Duell -Implantat versus Zahn- berichtet. Zuletzt vor einigen Wochen hier.
Nun „schreiben“ wir wohl leider das nächste „Kapitel“ dieser „traurigen“ Geschichte.
Diesmal scheint es einen unteren Frontzahn „erwischt“ zu haben.
Ausgangssituation OPG
In der Einzelzahn-Röntgenaufnahme stellte sich das Ganze so dar:
Ausgangssituation Einzelzahn-Rö
Als „Besonderheit“ zeigte sich diesmal, dass die Implantation (wohl) zu einer lateralen Perforation des Kanalsystems geführt hat. So deute ich auf jeden Fall die folgende Messaufnahme nach endometrischer Bestimmung des (Neo) Apex …
Als ich im März 2011 hier auf Wurzelspitze die ersten Bilder unseres VeraViewEpocs 3De einzustellte, gab es nachfolgend zum Teil heftige Diskussionen um Sinn und Notwendigkeit einer solchen Untersuchungsmethode.
Die Kommentare der Kritisierenden reichten damals von „da kann man auch einfach einmal aufklappen und nachschauen“ bis „das hätte ich im Mikroskop irgendwann auch schon gesehen„.
Nach nunmehr fast drei Jahren des klinischen Einsatzes kann ich sagen, dass die Nutzung der dreidimensionalen Röntgendiagnostik den gesamten Behandlungsablauf in unserer Praxis (positiv) beeinflusst hat.
Bereits im Erstgespräch können fallbedingte Risiken und mögliche Komplikationen sehr viel besser erkannt und entsprechend erläutert werden. Die seit dem Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes erhöhten Anforderungen an die präoperative Aufklärung sind ohne großen Aufwand zu erfüllen.
Im vorliegenden Fall lässt das DVT neben der ausgeprägten Lyse erkennen, dass es keine enge räumliche Beziehung zum N.alveolaris inferior gibt. Eine Gefährdung dieser Struktur hätte im Einzelbild nicht ausgeschlossen werden können.
Die distale Wurzel zeigt ein vermutlich anresorbiertes, weit offenes Foramen. Der Einsatz eines kollagenen Widerlagers und die Obturation mit MTA wird wahrscheinlich. Die Aufklärung kann darauf abgestimmt werden (MTA, Kollagen equinen Ursprungs).
Der mesiolinguale Kanal weist einen weit nach apikal reichenden schlitzförmigen Querschnitt auf. Es ist aufgrund der Lage und Ausdehnung der apikalen Lyse zu vermuten, dass er nach lingual mündet (Lage der Portal of Exits, POE’s). Somit ist der Einsatz deutlich nach lingual vorgebogener Handinstrumente einzuplanen, um die vermutete Anatomie „gängig“ zu machen.
Der mesiobukkale Kanal scheint bis fast zum radiologischen Apex zu reichen. Bei der radiologischen Überprüfung der endometrischen Längenmessung ist zu erwarten, dass die Längen für MB deutlich von der des ML abweichen werden.
Das Einbringen einer medikamentösen Einlage birgt im distalen Kanal die Gefahr, dass es zu einem „Auswaschen“ des CaOH2 über das weite distale Formen in den Periapikalraum kommen könnte. Zwar hat dies wahrscheinlich keine therapeutische Relevanz, kann aber schon einmal, berechtigterweise, skeptische Nachfragen verursachen.
Denn wie pflegt der hier mitschreibende Kollege Dr. Kaaden zu sagen: „Vorher ist Aufklärung, hinterher Rechtfertigung“.
Die präzisere Behandlungsplanung führt zu einem exakteren Kostenplan und versetzt die Mitarbeiterinnen in die Lage am Tag der Behandlung alle benötigten Instrumente und Materialien vorbereiten zu können, sodass ein reibungsloser Behandlungsablauf ermöglicht wird. Backward -Planning oder „zu -wissen-was-kommen-wird“ sind Begriffe die häufig im Zusammenhang mit komplexen prophetischen oder implantologischen Behandlung Verwendung findet.
Der Einsatz des DVT ermöglicht nun auch in der Endodontie eine solche Vorgehensweise.
Jetzt ist es soweit. Die Kompositfüllung am 16 ist 10 Jahre in situ.
Mängel?
Ja.
Okklusal ist ein kleiner Teil der Füllung ausgebrochen. Vor kurzem erst, nach Auskunft des Patienten. Die Stelle war kariesfrei, also oberflächlich angeraut und adhäsiv repariert.
Mängel behoben.
Sonst nichts auszusetzen, auch nicht an der mb Zahnhalsfüllung.
32 Jahre nach orthograder Pastenfüllung und anschliessender Wurzelspitzenresektion zeigte Zahn 32 eine allmählich zunehmende klinische Symptomatik mit palpatorischer Druckdolenz und achsialer Perkussionsempfindlichkeit.
Die genaue Ursache der Pulpanekrose konnte damals nicht ermittelt werden. Nach rezidivierenden Fistelungen wurde die endodontische Therapie von Zahn 31 und 32 eingeleitet und das Ganze dann chirurgisch „beendet“. Weshalb 31 im Gegensatz zu 32 mit einer retrograden Amalgamfüllung bedacht wurde, bleibt ebenfalls unergründet.
Beide Zähne waren bis dahin vollkommen unversehrt gewesen. Ein Trauma war dem Patienten nicht erinnerlich.
Nach Anlegen der Zugangskavität konnte die im koronalen Drittel befindliche Guttapercha entfernt werden. Die apikalen Wurzeldrittel waren mit einer pastösen Wurzelfüllmasse gefüllt. Bereits nach initialer Irrigation schien das gereinigte Lumen einen c-förmigen Querschnitt zu haben. Nach vollständiger Entfernung der alten Obturationsmasse erschien das Kanallumen zum Teil mit einem an der mesialen Kanalwand anhaftenden Dentin-„Zylinder“ ausgefüllt zu sein, der sich im weiteren Behandlungsverlauf mittels Ultraschall in toto entfernen liess.
Die Obturation mit MTA erfolgte in gleicher Sitzung. Gespannt bin ich auf die histologische Beurteilung des „Präparates“.
Die Diagnose war bei dem hier geschilderten Fall gefragt.
3 Möglichkeiten standen zur Auswahl.
Meine Diagnose lautete: P. apicalis.
Die Perforation oder externe Resorption ist auch an Hand eines DVT nur eine Verdachtsdiagnose. Wir können an Hand der Anamnese einen Verdacht erhärten oder ausschließen.
Als Verdachtsdiagnose ist für mich die externe Resorption am wahrscheinlichsten. Das Schmerzgeschehen entstand ca. 12 Monate nach der endodontischen Behandlung. Bis dahin waren keine Beschwerden vorhanden. Der Zahn war klinisch unauffällig. Das anamnestisch ermittelte Traumageschehen erhärtet diesen Verdacht.
Eine Perforation wäre wahrscheinlich in der endodontischen Behandlung aufgefallen. Zumindest, wenn man ein Längenmessgerät benutzt. Der Behandler hat mit Längenmessgerät gearbeitet und den Perforationsverdacht nicht bestätigt. Die verwendete thermische Obturation hätte bei einer Perforation eine Sealer- und /oder Guttaperchaüberpressung gezeigt.
Der Patient wurde überwiesen zur Endorevision.
Ein Zahnarzt, der Onkel des Patienten, hatte den Zahn versorgt, mit Wurzelkanalbehandlung, Glasfaserstift und Krone.
Gut zwei Jahre keine Probleme. Danach hin und wieder Missempfinden, Druckschmerz.
Also Revision.
„Schau es Dir mal an. Da ist ein Glasfaserstift drin, den kriegst Du schon raus… .“
Das ist das Schöne an den Glasfaserstiften, man kann sie relativ leicht entfernen.
Also Injektion, Kofferdam, Krone trepaniert, im Kunststoffaufbau den Stift gesucht und dargestellt. Ultraschallspitze eingespannt und los.
Es ist ein eher langwieriges Unterfangen einen, gut in Komposit eingeklebten, GF-Stift mit US zu entfernen, wenn eine bestehende Krone (vorerst) noch erhalten werden soll. Deutlich schneller ging es mit den Munde-Discovery Burs. Unter Sicht konnte der Stift gut raus gebohrt werden, die Kleberreste waren dann gut mit US zu entfernen.
Anschliessend ging es weiter mit der Excorporation der GP-Füllung.
Aber was fällt auf, wenn ein GF-Stift mit US entfernt wird?
Glasfasern, überall zerfledderte Glasfasern.
Ich weiss nicht, wie sich, speziell diese Glasfaserfragmente, beim Aspirieren (und dazu wird es unweigerlich beim Patienten und vor allem beim zahnärztlichen Personal kommen) im Respirationstrakt langfristig verhalten.
Eine Empfehlung kann aber sein, zumindest beim Einsatz des US, mit Wasser zu arbeiten, um die Partikel nicht im ganzen Behandlungszimmer zu verteilen – auch wenn die Sicht beim Arbeiten deutlich eingeschränkt ist.
Das präoperative Bild zeigt neben einer resizierten Wurzelspitze und zwei kleinen röntgenopaken periapikal gelegenen Fremdkörpern eine mehr oder weniger homogene Wurzelfüllung.
Im mittleren Wurzeldrittel fällt ein Bereich mit etwas geringerer Röntgenopazität auf, der sich klinisch als adhäsiv befestigter Glasfaserstift herausstellte.
Nach Anlegen der Zugangskavität und initialem Entfernen der koronalen Füllungsanteile kam es zu einer unerwartet starken Geruchsbelästigung, die von dem massiv kontaminiertem Komposit-Glasfaserstift-Verbund herrührte.
Die Ursache dafür trat wenig später zu Tage: Es löste sich die vollständig aus Schmelz bestehende palatinale Rückwand kurz nach der ultraschallunterstützten Spülung. Über dieses koronale Leakage war es zu einer Konatmination der im Kanal befindlichen Materialien gekommen, die letztlich die apikale Parodontitis verursacht hat.
Nach vollständiger Entfernung aller Obturationsmaterialien und intensiver Irrigation konnte das apikal gelegene Neo-Foramen eingesehen werden. In der zweiten Behandlungssitzung erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers die Wurzelfüllung mit MTA, sowie der adhäsive Verschluss. Die periapikal gelegenen Fremdmaterialien konnten nicht visualisiert werden und wurden daher belassen.
Was mich besonders erstaunte war der schwarze, geradezu teerige Film, der sich entlang der gesamten Grenzfläche Komposite/Wurzelkanal nach apikal ausdehnte. Ein ungewöhnliches koronales Leakage machte es möglich.
Die alio loco angefertigte Diagnose-Röntgenaufnahme dieses unteren ersten Molaren eines 24 Jahre alten Patienten liess auf dem ersten (und auch zweiten) Blick nichts Gutes verheißen. Neben einer ausgeprägten Osteolyse imponierte ferner ein vestibulärer Fistelgang, der mittels eingebrachtem Guttapercha-Stift dargestellt werden konnte.
Ausgangs-Röntgenaufnahme
Obgleich die j-förmige Aufhellung ein radiologischer Hinweis auf eine mögliche Wurzellängsfraktur sein konnte, zeigten die klinischen Befunde (z.B. Taschensondierung) keinen Anhalt hierfür.
Daher entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für die Durchführung einer endodontischen Therapie in zwei Terminen.
Hier das post-operative Röntgenbild:
Post-operative Röntgenaufnahme
Sechs Monate später stellte sich der Patient zur klinisch-radiologischen Nachuntersuchung wieder bei uns vor. Seit dem ersten Behandlungstermin mit chemo-mechanischer Reinigung (NaOCl, EDTA und CHX-Spülung; PUI; apikale Aufbereitungsdurchmesser: 35.06 bzw. 40.06) und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage war der Zahn asymptomatisch. Das angefertigte Röntgenbild stimmt uns zuversichtlich, dass dieser „Erhaltungsversuch“ die richtige therapeutische Wahl war…
Der Patient, heute Ende 40, suchte im Februar 2011 wegen Beschwerden in Regio 35 unsere Praxis auf.
Ein angefertigter Zahnfilm des nicht auf einen durchgeführten Kältetest reagierenden, überkronten und als Brückenpfeiler dienenden Zahnes 35 ergab eine 6 * 12 mm messende apikale Aufhellung.
Der Zahn 35 wurde daraufhin am 09. Februar 2011 initial wurzelkanalbehandelt.
Nach Calciumhydroxideinlage erfolgte dann am 01. Juni 2011 die Wurzelkanalfüllung.
Am 23.Oktober 2013 suchte der Patient wieder unsere Praxis auf.
Die Röntgenkontrolle zeigte eine vollkommene knöcherne Konsolidierung der ehemals vorhandenen apikalen Knochendestruktion.
Der Patient, vor etlichen Jahren beruflich bedingt von unserem Praxisstandort weggezogen, ist mir aber aus einem anderen Grund nachhaltig in Erinnerung geblieben:
Er suchte im März 2000 mit extremen Zahnschmerzen unsere Praxis als Notfallpatient auf. Er hatte 2 Tage nicht geschlafen und verlangte die Extraktion des bereits irgendwann einmal alio loco wurzelkanalbehandelten Zahnes 25.
Die Symptomatik war nicht eindeutig, aber im Gegensatz zum Patienten vermutete ich nicht den Zahn 25, sondern den ebenfalls klopfempfindlichen und schwach auf den Kältetest reagierenden Zahn 24 als Schmerzauslöser.
Der Patient, Koch und Restaurantchef, beruflich stark eingebunden, bestand jedoch darauf, das ich zunächst seinen Zahn 25 behandle. Originalzitat: „Ich wette mein Haus darauf, dass es dieser Zahn ist, der die Schmerzen verursacht.“ Bei der WF- Revision fand sich mit dem damals noch weithin unbekannten Operationsmikroskop ein zweiter Wurzelkanal im Zahn 25, dessen bisherige Nichtbearbeitung als Grund für die Schmerzproblematik hätte dienen können.
Die Schmerzen blieben jedoch weiterhin bestehen, worauf der Patient nach einer weiteren schlaflosen Nacht mir am nächsten Tag die Erlaubnis gewährte, nun auch den Zahn 24 endodontisch zu behandeln. In diesem war es deutlich schwieriger, die 2 vorhandenen Wurzelkanäle aufzufinden, es fand sich zunächst nur einer, aber im Hinblick darauf, dass schon Zahn 25 2 Kanäle besaß, konnte ich sehr sehr sicher davon ausgehen, dass der Zahn 24 nicht weniger Kanäle haben würde.
Nach durchgeführter initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 24 mit Instrumentation des einzigen auffindbaren Wurzelkanals verschwanden die Schmerzen und mit Ihnen der Patient, der die nächsten 3 WK – Termine verfallen liess. Erst im Juli 2001, also mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn, konnte mit der Wurzelkanalfüllung an Zahn 24 (der zweite Wurzelkanal war schließlich doch noch auffindbar) die Behandlung abgeschlossen werden.
Diesen Fall habe nach Behandlungsende in der Zahnmed- Liste von Michael Logies vorgestellt und sah mich daraufhin harter Kritik von Seiten eines endodontisch engagierten Kollegen ausgesetzt. Das seiner damaligen Mail vorangesetzte und mir bis heute unvergessene „Chapeau, Herr Kollege!“ klang zwar auf den ersten Blick anerkennend, war aber aus seinem Munde zynisch zu verstehen, unterstellte er doch im Nachfolgenden angesichts eines von seiner Vorgehensweise abweichenden Behandlungsprotokolls eine Fehlbehandlung.
Umso mehr freue ich mich, das bei besagtem Patienten, der in den Jahren 2005, 2007, 2009 unsere Praxis zu Nachkontrollen aufsuchte, alle bislang von uns endodontisch behandelten Zähne 15, 24, 25 und zuletzt, wie oben aufgeführt, auch Zahn 35 bis heute erhalten werden konnten.
Der Patient hat im Übrigen Besserung gelobt, seine parodontale Situation betreffend. Wenn er seinen bisherigen Turnus beibehält, werde ich vermutlich 2016 nach der nächsten Verlaufskontrolle an Zahn 35 berichten können, ob er sich zwischenzeitlich dazu entschliessen konnte, engmaschige reguläre Zahnarzt- und Prophylaxetermine wahrzunehmen.
Der Patient stellte sich mit plötzlich auftretenden Beschwerden vor. Druckgefühl am Zahn 26. Vestibulär war eine Schwellung palpierbar. Erhöhte Sondierungstiefen waren nicht erkennbar. Grund der vorhergehenden Wurzelbehandlung waren die Folgen eines Traumas, Kronenfraktur 26, 27 und Jochbogenfraktur. 27 wurde extrahiert. 26 wurzelbehandelt.
Es war 2005, als sich der junge Mann mit Schmerzen oben rechts vorstellte. Es endete mit einer Wurzelkanalbehandlung am 16. Damals schon mit der Aufklärung über die Notwendigkeit einer Kronenversorgung am wurzelbehandelten Zahn, sobald dieser beschwerdefrei und röngenologisch unauffällig ist.
Der Patient kam länger nicht mehr zu uns in die Praxis – warum auch immer.
Dieses Jahr kam er wieder zur Routineuntersuchung und meinte: „Oben rechts sollte mal eine Krone gemacht werden. Ich hab’s bis jetzt leider immer noch nicht geschafft.“
Die Frage nach Missempfinden am zu behandelndem Zahn verneinte er.
Perkussion war negativ, Sondierungwerte unauffällig.
Also zum Röntgen.
Was fällt auf nach 8 Jahren?
die palatinale WF scheint zu lange
palatinal sowie mb/mb2 scheint die WF auf den letzten Millimetern dünner geworden zu sein, möglicherweise durch Resorption des Sealers
ein apikales Granulom ist nicht eindeutig zu erkennen.
Der Blick auf das präoperative Röntgenbild liess mich klinisch nichts Gutes erwarten.
Nach der klinischen Untersuchung war ich jedoch angenehm überrascht:
Sondierungstiefen maximal 2,5 mm zirkulär, keine Zahnbeweglichkeit, keine Fistelung, keine Schwellung, keine Perkussionsempfindlichkeit. Ein zum Zeitpunkt der akuten Beschwerden (vor ca. 5 Wochen) vom Patienten mitgebrachtes analoges Röntgenbild zeigt zwar den interradikulären und den distalen Knochenabbau. Apikal waren keine Aufhellungen zu erkennen.
Welchen Rat würde der geneigte Wurzelspitzeleser dem Patienten geben?
Vor einiger Zeit hatte ich hier über eine, in meinen Augen, zu minimal-invasiv angelegte Zugangskavität berichtet und in diesem Zuge unsere Modifikationen dargestellt.
Heute möchte ich Ihnen noch das Abschlussröntgenbild zu der Behandlung nachreichen.
Das Behandlungsprotokoll hierfür unterschied sich nicht zu dem hier schon häufiger beschriebenen Vorgehen (u.a. zwei Behandlunsgtermine; medikamentöse Einlage Ca(OH)2 etc etc.
Schlüsselloch-Endodontie
Ich hoffe auf eine Nachuntersuchung nach prothetischer Neuversorgung durch den Zuweiser, um die Nachhaltigkeit unserer Behandlung beurteilen zu können.
Die Betrachtung des präoperativen Röntgenbildes lies deutlich erkennen, dass der stark röntgenopake Wurzelstift deutlich ausserhalb der Zahnachse gesetzt worden war.
Um eine labiale Perforation auszuschliessen wurde zudem ein DVT erstellt.
Nach Anlegen der Zugangskavität dann die Überraschung: Es war kein metallischer, sondern ein Zirkonoxidstift , der den Zugang zum Kanalsystem verlegte.
Sofort kamen mir Berichte über die besonderen Schwierigkeiten bei der Entfernung solcher Stifte in den Sinn, insbesondere, wenn sie adhäsiv befestigt waren.
Bislang konnten in unserer Praxis jedoch Zirkonstifte mit dem gleichen Prozedere entfernt werden, mit dem auch ähnlich geformte Titanstifte entfernt worden waren:
Nach Reduktion des Aufbaumaterials wird die Zementfuge so lange mit einer feinen Ultraschallfeile „bearbeitet“, bis der Stift nennenswert freiliegt. Sodann wird mittels Ultraschallansatz der Stift möglichst nahe am Übergang zum noch im Komposit befindlichen Anteil kreisend umfahren. Dabei lösen sich nach und nach die noch verblieben Kleberrese vom Stift ab.
Wichtig dabei ist, dass im Gegensatz zum Titanstift der Ultraschallansatz nicht am höchsten Punkt des Stiftes (bester Hebelarm) angesetzt wird, da es dadurch zu Frakturen des Keramikstiftes kommen kann.
Interessant war in diesem Fall, dass die Endometrie initial keine reproduzierbare Werte ergab, sodass zunächst eine medikamentöse Einlage erfolgte. In der zweiten Behandlungssitzung war die Arbeitslänge ca. 1mm „länger“. Dieses Phänomen beobachte ich in der ersten Behandlungssitzung häufiger bei Zähnen mit größeren apikalen Aufhellungen, wenngleich laut Herstellern der ELM-Geräte diese unabhängig von Flüssigkeiten im Kanal und unabhängig von der Größe der apikalen Lyse korrekt messen sollen.
Die klinischen Beschwerden (starke Perkussionsempfindlichkeit, palpatorische Druckdolenz) waren bereits nach der ersten Behandlungssitzung abgeklungen. Die kommenden Recalls werden zeigen, inwieweit es zu einer Ausheilung der apikalen Lyse kommen wird.
Anbei unser jüngstes Beispiel welches leider abermals verdeutlicht, dass noch sehr (sehr) viel Aufklärungsbedarf rund um das Thema Zahntrauma besteht.
Und zwar an „allen Fronten“!
Hier zunächst das Ausgangsröntgenbild:
Zahntrauma_Aufklärung tut Not.001
Man erkennt einen Unterkiefer-Frontzahn 31 mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, der mittels Komposit an den Nachbarzähnen befestigt wurde. Ferner erscheint der Zahn im Vergleich zu den Nachbarzähnen in Supraposition zu stehen.
Soweit eigentlich nichts „Besonderes“…
Dies ändert sich (für mich) im Zuge der Anamneseerhebung, bei der Patient (6 Jahre) und Mutter über die Umstände des Zahntraumas berichten.
Es handelte sich um eine vor ca. 3 Wochen im Schulsport erlittene Avulsion des Zahnes. Dieser wurde dann in der weiteren Folge von der Schul-Krankenschwester als Milchzahn „identifiziert“ und daher als nicht replantationsfähig bzw. nötig eingestuft. Insbesondere aus diesem Grund wurde von der Lagerung des verunfallten Zahnes in der vorhandenen (!) Zahnrettungsbox abgesehen.
Erst, als die Mutter (Humanmedizinerin) ihren Sohn einige Stunden später von der Schule abholte, wurde von ihr das wahre Dilemma erkannt.
Die Replantation des für mittlerweile ca. 6 (!) Stunden im Taschentuch trocken gelagerten Zahnes erfolgte dann bei einer Kinderzahnärztin…
Aufgrund der genannten Umstände ist die Prognose dieses Zahnes als schlecht anzusehen. Bei Einhaltung einer optimalen „Rettungskette“ hätte diese (wahrscheinlich) positiver bewertet werden können.
Was bleibt für mich als Fazit?
Alleine die Anschaffung einer Zahnrettungsbox hilft noch lange nicht verunfallte Zähne zu „retten“. Es Bedarf ferner auch der Aufklärung und Schulung möglicher „Ersthelfer“…
Helfen Sie also mit das Projekt „Zahntrauma- Aufklärung tut Not“ voranzutreiben, damit solche Situationen zukünftig vermieden werden können…
Angesichts der Ausdehnung der apikalen Lyse war im Vorfeld der Behandlung durchaus zu erwarten, dass eine Kommunikation der Kanalsysteme von 11 und 12 über die apikale Lyse bestehen könnte.
Dass der Austausch der Spülflüssigkeit dann doch so eindeutig und rasch erfolgte lässt erahnen, wie wenig Weichgewebe innerhalb der knöchernen Krypte verblieben war.
Interessant zudem, dass sich der Periapikalbereich nach reichlichem Abfluss putriden Sekretes aus Zahn 11 und intensiver ultraschallunterstützter Irrigation deutlich weniger röntgendicht darstellt als zu Beginn der Behandlung. Das zweite Röntgenbild zeigt den Zustand nach medikamentöser Einlage.
Hier wurde der Fall vorgestellt. Das Ergebnis hat mich sehr interessiert. Oft sehen wir unsere eigene Arbeit weniger kritisch als die Ergebnisse aus anderen Praxen.
Meine Einschätzung des Falls nach dem Recall lautet folgendermaßen.
Ich sehe nur etwas gutem Willen eine mögliche Heilungstendenz an dem Zahn 14. Aber das ist auf Grund der etwas anderen Aufnahmeangulation nicht sicher erkennbar. Die apikale Osteolyse scheint im Kontrollbild der WF deutlich abgegrenzter zu sein. Aber das kann auch projektionsbedingt sein. Die Lageveränderung des Puffs gefällt mir nicht.
Es sieht zwar toll aus derartige Seitenkanäle mit weißen Strichen zu sehen. Aber leider sagt das nichts über die Desinfektion des Areals aus.
Am Zahn 13 ist ein durchgehender Parodontalspalt erkennbar. Die Ausgangssituation zeigt eine mögliche Erweiterung des parodontalen Ligamentes. Daher kann man hier von einer Heilungstendenz ausgehen.
Mein Fazit: 13 zeigt eine Heilungstendenz und 14 ohne erkennbare Heilungstendenz.
Das nächste Recallergebnis werde ich wieder hier einstellen.
Nachdem ich 2010 bereits unter der Überschrift „Implantat versus Zahn“ über diesen ungleichen „Kampf“ berichtet habe, möchte ich dieser Thematik heute einen weiteren Beitrag widmen.
Aus aktuellem Anlass.
Die Überweisung des 63-jährigen Patienten erfolgte durch eine kieferchirurgische Praxis mit Bitte um Weiterführung der endodontischen Behandlung des Zahnes 24. Als Diagnose stand auf der Überweisung:“Infiltrat ausgehend von Zahn 24„.
Zwei Wochen zuvor war in der zuweisenden chirurgischen Praxis Regio 25 eine Implantation durchgeführt worden. Gut eine Woche später beklagte der Patient daraufhin eine Schwellung Regio 24 sowie eine erhebliche Aufbiss- und Perkussionsempfindlich des Zahnes 24.
Als sich der Patient erstmalig bei uns vorstellte waren die akuten Symptome durch die begonnene Wurzelkanalbehandlung (laut Zuweiser: Trepanation und medikamentöse Einlage) und die systemische Antibiotikagabe (quasi) abgeklungen.
Klinisch und radiologisch stellte sich die Ausgangssituation für uns initial wie folgt dar:
Nach Entfernung der provisorischen Füllung wurde schnell klar, dass der Zahn neben einer möglichen Schädigung durch die Implantation ein weiteres Problem in Form einer Perforation des Pulpakammerbodens aufwies.
Die Mesialkippung des Zahnes hatte wohl eine Fehleinschätzung hinsichtlich der zu wählenden Lage der Trepanationsöffnung begünstigt. Die eigentlichen Orifizien fanden sich deutlich weiter distal…
Als bisher positiv anzumerken ist, dass mittels endometrischer Längenmessung kein Anhalt für eine mögliche (laterale) Verletzung der Wurzel durch die Implantation zu verifizieren war. Eine ferner zusätzlich angefertigte Röntgenmessaufnahme erlaubte keine aussagekräftige Beurteilung der Situation…
Unsere bisherige Therapie lautete daher: Darstellung und chemo-mechanische Reinigung der Kanalsysteme und Verschluss des (scheinbar) knöchern begrenzten Perforationsdefektes mittels MTA. Bei Beschwerdefreiheit ist der Abschluss der Behandlung mittels Wurzelkanalfüllung und adhäsiver Deckfüllung vorgesehen…
ich werde berichten..
Für den Patienten bleibt „festzuhalten“: „Ein Unglück kommt selten allein.“