Entwarnung

von Ronald Wecker

Beim 18-Monats-Recall an diesem oberen Schneidezahn fiel sofort eine scharf abgegrenzte, homogene und weichteildichte Aufhellung im unteren Drittel der Wurzel auf, die bei keinem der Ausgangsbilder festzustellen war.

Da die Pulpanekrose einer Dislokationsverletzung folgte, bestand der Verdacht eines resorptiven Geschehens. Das angefertigte DVT zeigte klar, dass es sich bei der weniger röntgendichten Struktur um den Canalis incisivus und nicht um ein Resorptionsgeschehen handelt.

7 Gedanken zu „Entwarnung

  1. Ich bin nicht gundsätzlich gegen die Verwendung eines DVT aber hätte hier nicht eine weitere Zahnfilmaufnahme mit verändertem Winkel die Gleiche Information gegeben – nämlich: „der Zahn ist OK“
    Ich möchte jetzt nicht anfangen im Kaffeesatz zu lesen aber man könnte die „Canalis incisivus-Strukturen“ auch auf anderen Röntgenbildern erkennen…

    • Unter Umständen wäre der Verdacht eines resorptiven Geschehens nicht aufgekommen, wenn der Zahn nicht traumabedingt geschädigt worden wäre und das Recallbild in der (fast) gleichen Projektion aufgenommen worden wäre. Angesichts des nicht gerade kleinspannigen definitiven Zahnersatzes (laut Patientin ca. 1,5 Jahre alt, halte ich den jetzt erfolgten sicheren Ausschluss einer Resorption schon für wertvoll genug, da sich in keinem der Prä, intra- oder postoperativen Bildern sich diese Struktur so klar abzeichnete und Herr Wecker sich auf Nachfrage nicht erinneren konnte, die oben genannte anatomische Struktur schon einmal so deutlich erkannt zu haben.

      Herzliche Grüße

      Jörg Schröder

    • Hallo,

      wenn man das 3D-Bild vor Augen hat, dann beginnt man automatisch, die 3D-Information auf das 2D-Bild zu übertragen und Strukturen zu sehen und zu interpretieren, die ein2D-Bild eigentlich nicht hergibt ;-)
      @Jörg: ich hätte das auch gemacht, es hätte mich irre gemacht nicht zu wissen was da zu sehen ist…..

      LGO

  2. Lieber Kollege Wecker,
    ich bin leider im Lesen von DVTs nicht ganz so erfahren, so dass ich ihre Interpretation nicht ganz verstehe. Außerdem wäre es schön, wenn sie die Kontrollaufnahmen einmal ganz umbeschnitten zeigen würden. Im DVT scheint doch bukkal der Zahnwurzel 11 auch etwas zu passieren. Und welche Achse hat Ihr Röntgenbild bei den anderen Aufnahmen haben müssen, dass die Überlagerung mit dem C. incisivus NICHT zu sehen war. Ich bin wie sie sehen, nicht von der Darstellung des DVT überzeugt und würde die klassische Röntgentechnik hier nicht unter bewerten. Wäre ein 2. Bild in einer leicht mesial oder distalen exzentrischen Belichtung nicht hilfreich?

    • Die Einzelbilder finden Sie unter dem Datum des heutigen Sonntages auf „Wurzelspitze“.

      Bei keinem der orthgrad (Antwort auf die Frage in welcher Projektion die Bilder aufgenommen wurden) aufgenommenen Bilder stellt sich die scharf abgegrenzte Aufhellung ausschließlich in der Zahnwurzel abgebildet dar.Zudem in allen anderen Bildern nicht so weichteildicht und homogen. Das Recallbild ist im übrigen mesial exzentrisch aufgenommen worden.

      Welche Veränderung meinen Sie, die sich bukkal (im DVT linkes unteres Quadrat und dort rechts des Zahnes)befindet?

      Herzliche Grüße, auch von Herrn Wecker

      Jörg Schröder

      • Also, ein sehr interessanter Fall, der uns die Möglichkeiten und Risiken der zahnärztlichen Röntgendiagnostik vor Augen führt.
        bzgl. der Veränderungen meinte ich die im DVT, Bildteil unten links, sagit. Ebene, Höhe 0 bis +3, dort ist bukkal eine Ausformung der WF und gleichzeitig eine Einziehung von bukkal zu vermuten.
        Ich denke, dass hier auch eine Rolle spielen mag, dass der Behandler bei der Diagnostik mit der DVT-software die 3 . Dimension beim Bewegen durch die Schichten wesentlich besser erkennt, als die statischen Aufnahmen uns Lesern der Wurzelspitze ermöglicht.
        Sehr interessant!
        Mfg E Kramer

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