Folgen eines Milchzahntraumas (2)

von Ronald Wecker

Die Veröffentlichung dieses Behandlungsfalles hatte neben fachlich weiterführenden auch  zum Teil  sehr emotionale Kommentare zur Folge.

Bei der fachlichen Diskussion stand unter anderem die Frage im Vordergrund ob der auf elektrischen Reiz negativ reagierende Zahn 11 nicht doch vitale Gewebereste enthalten könne. Ausserdem wurde diskutiert, ob die im DVT zu erkennende Osteolyse dentalen Ursprungs war oder nicht.

Heute kann hier ein wenig Licht ins Dunkel gebracht werden.

Die im DVT intraradikulär zu erkennenden Hohlraume enthielten nur putride zerfallenes nekrotisches Gewebe. Ein durchgehender Kanalhohlraum fehlte.

Die Hohlräume wechselten, wie bereits im DVT zu erkennen, ihre Lage von palatinal nach bukkal und zeigten mehrere seitliche Abzweigungen. Anbei die ersten klinischen Bilder.

Der zweite Teil der zweizeitigen Behandlung wird an dieser Stelle in Kürze veröffentlicht.

14 Gedanken zu „Folgen eines Milchzahntraumas (2)

  1. Gesundes Neues Jahr! In solch einem Fall würde ich gerne eine navigierte Aufbereitung via Bohrschablone wie beim Implantieren haben wollen, dann könnte man sicher verhindern das zu viel Substanz im mittleren Wurzeldrittel beim „Buddeln“ geopfert wird. Hat das schon mal jemand probiert? Falls jemand die Möglichkeiten dazu zum Probieren und Dokumentieren hat wäre das sicher ein Fortschritt in den Therapieoptionen, der mal beleuchtet werden könnte.

    Viel Erfolg!

    Gregor

    • Die Idee ist sicher gut, wenn die oberen Drittel keine Pulpakavum-„Lagunen“ enthalten. Da wird es ohne „Buddeln“ nicht gehen, fürchte ich. Aber als Ausgangspunkt/Orientierungsschacht bestimmt sehr hilfreich.

      Ronald will das Labor einmal kontaktieren.

      Herzliche Grüße

      Jörg

        • MÖÖÖH? Hatte doch brav den Namen drin wie immer….. Gerne nochmal:

          die Idee der Schablone scheitert IMHO momentan an zwei Sachen:
          1.) matching eines kleinen FOV mit der Schablone
          2.) Preis

          Kollege Seitner aus Singen hat sich sehr,sehr eingehend mit dieser Idee beschäftigt, vielleicht hat er neue Infos zu dem Thema.

          Mit herzlichem Gruss
          O

          • ich hatte dich schon im verdact aber da war auch noch anonym in der IP Adresse. und nur „O“ habe ich nicht gecheckt.

            Der Preis ist sicher (zu) hoch. wäre mehr aus Interesse für 1 oder 2 Fälle. da müsste man evtl die ROI etwas weiter nach palatinal schieben, oder?

            LGJ(örg)

          • Hi Jörg,

            kein Problem, Regeln sind zum befolgen da.

            Ja, weiter palatinal, aber auch die Aufnahmegeometrie des Lego-Steins, ääähhhh, Matching-definitionskalibirierungskörpers bereitet das eine oder andere Problem. Aber wie gesagt, Tom hat sich da sehr, sehr weit eingefuchst und soviel ich weiss auch eine Lösung gefunden.

            Mit herzlichem Gruss
            O(scar)

          • Das brauchst Du nicht (Roi verschieben). Ich habe letztes Jahr ca. 30 Implantatfälle mit kleinem Volumen (4×4) gemacht (Front und Seite, OK und UK ) und kann sagen- es geht! Bis zu 4 Implantate ohne Probleme-also jeweils einen Quadrant. Das gleiche würde auf Zähne zutreffen. Preislich habe ich einen Modus gefunden, wie die laborgefertigte Schablone mit Titanröhrchen tutto completto ca.160.- Euro (ohne Aufnahme!) Fremdlaborkosten kostet und damit in einem machbaren Bereich liegt. Es ginge sicher hier noch billiger wenn man intelligent rationalisiert. Das Problem beim trepanieren wäre erst mal lange Diamantbohrer zum trepanieren.Hier bräuchte man mindestens 25mm Länge. Auf die gleiche Art könnte man auch Guided Surgery für die WSR machen- da ich davon aber so wenige habe- würde ich gerne mal mit Kollegen die davon mehr haben – Testschablonen erstellen. Bei Interesse gerne PM an mich. LG tom

          • Lieber Tom,
            klar kann man dies theoretisch auch für Trepanationen anfertigen, vorausgesetzt, dass ein Kanallumen erkennbar ist. Sogar passende Bohrhülsen für FG-Schaft könnte man aus der orthopädischen Chirurgie beschaffen und modifizieren. 27 mm Länge des rotierenden Instrumentes sollten ausreichen. Problem, je länger der Arbeitsteil des rotierenden Instrumentes, desto länger die Bohrhülse. Abgesehen von der Dimensionierung der Trepanationsdiamanten stellt sich hier aber auch noch die Frage nach der Achsausrichtung der Trepanation. Insbesondere, und eigentlich machte es ja dort hauptsächlich Sinn, bei stark obliterierten Zähnen, hier speziell Inzisiven, muß eine gradlinige Trepanation bis zum Beginn eines Kanallumens erfolgen. In den meisten Fällen dürfte eine Trepanation von inzisal oder buccal resultieren. In der chirurgischen Anwendung hat Buchanan hier schon vorgearbeitet: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21086799?dopt=Citation. Den Artikel kannst Du in DVT-Data abrufen.
            Liebe Grüße
            Marc

    • Ronald hat den Zugang zunächst mit einem diamantierten konischen Diamanten angelegt. Im Dentin dann Munce Discovery Burs 34mm. Intermittierende Spülungen und Entziffern der endodontischen Landkarte, bis der erste Hohlraum eröffnet war.

      Herzliche Grüße

      Jörg

  2. Diamant aus dem Endo Guide Set? Und ließ sich vom ersten Hohlraum aus so etwas wie ein Kanalverlauf darstellen ohne Munce-Bohrer? Bin gespannt auf die Fortsetzung…

    LG Bernard

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