Von Bonald Decker
Diese Konstellation hatten wir in dieser Form bisher noch nicht…
Tochter und Mutter benötigen eine endodontische Behandlung eines bzw. zweier Frontzähne als (Spät-) Folge eines Frontzahntraumas.
Zunächst wurde diese Therapie bei der 11-jährigen Sophie als Folge einer lateralen Dislokation mit nachfolgender Pulpanekrose und Ausbildung einer apikalen Parodontitis notwendig.
Bei unserem zweizeitigen Vorgehen wurde nach medikamentöser Einlage der weit offene Apex in der weiteren Folge zunächst mit einem MTA-Plug verschlossen.
Nachfolgend dann Guttapercha/Sealer-Backfill und Kompositfüllung.
Bereits während des ersten Behandlungstermins ihrer Tochter beklagte die Mutter, dass auch sie aktuell schmerzhafte Veränderungen des Zahnfleisches im Bereich der Wurzelspitzen an ihren Oberkiefer-Inzisivi habe. Ihrer Aussage nach waren dort in der Vergangenheit bereits endodontische Behandlungen als Folge eines Zahnunfalles notwendig geworden. Bei der Betrachtung des alio loco angefertigten aktuellen Röntgenbildes wurde schnell klar, dass sich eine mögliche Behandlung um einiges schwieriger gestallten würde, als bei der Tochter:
präoperative Situation bei Z.n. Trauma mit nachfolgender endodontischer Therapie vor mehreren Jahrzehnten
Sophies Mutter entschied sich nach eingehender Aufklärung über die verschiedenen Behandlungsoptionen für eine Revision der Zähne 11 und 21.
In der auch hier zweizeitig durchgeführten Behandlung mussten zunächst die Metallschrauben mittels Ultraschallansätzen gelockert und entfernt werden, bevor nach Instrumentation der Kanalsysteme eine Ca(OH)2-Einlage folgen konnte. Wie bei ihrer Tochter wurde die Therapie bei bestehender Beschwerdefreiheit im Weiteren zunächst mit apikalen MTA-Plugs fortgesetzt.
MTA-Plugs an den Zähnen 11 und 21 bei Revisionsbehandlungen. Es zeigt sich, dass insbesondere bei Zahn 11 der MTA-Verschluss mittels indirekter Ultraschallaktivierung nachverdichtet werden sollte.
Nach Guttapercha/Sealer-Backfill erfolgte schliesslich der adhäsive Verschluss der Zugangskavität mittels Komposit.
Postoperative Situation nach Revisionsbehandlung der Zähne 11 und 21 bei insuffizienten endodontischen Vorbehandlungen
Die prothetische Neuversorgung ist später bei erkennbarer Remission der apikalen Osteolyse vorgesehen. Auf jeden Fall werden sich Tochter und Mutter zur Nachuntersuchung in circa sechs Monaten wiederherstellen.
Wir sind gespannt, wie sich bei beiden der weitere Heilungsverlauf darstellt.
Ich halte Sie auf dem Laufenden…

Mir ist schon mehrfach beim „Nachverdichten“ mit Ultraschall (Plugger wirklich leicht auf das MTA gesetzt und mit Ultraschallspitze berührt) das MTA nicht nur kompaktiert, sondern auch unkontrolliert über den Apex hinaus gepresst worden. Wie kontrollieren Sie das wenn kein Widerlager eingesetzt wurde? Einfach wirklich vorsichtig sein, denn Plugger nur auflegen und keinen Druck – auch keinen leichten – ausüben, und nur durch die Schwingungen die thixotrophen Eigenschaften nutzen?
Danke und Gruß,
Gregor
Genau so machen wir es. Mit einem MTA Puff habe ich aber auch kein wirkliches Problem. Passiert eigentlich nur bei Grosser apikaler Lyse.
Vg ck
Am traumatisierten Zahn sind vornehmlich zervikale Resorptionen gefürchtet, die durch das Bleichen verursacht werden. Die Dentinkanälchen im Zahnhalsbereich scheinen aber nicht durch die Füllung abgedeck zu sein, die Füllung liegt recht tief ?!?