von Ostidald Wucker
hier die Ergebnisse der Umfrage.
Der Patient, ein Kollege, fragte mich: „Was würden Sie machen, wenn es Ihr Zahn wäre?“
Meine Antwort lautete: „Wahrscheinlich, wenn ich ganz ehrlich bin, trotz der ungünstigen Prognose würde ich einen Erhaltungsversuch bei mir wagen. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Zahn länger als 2 Jahre erhalten bleibt ist nicht gegeben. Die Vernunft rät zum Behandlungsabbruch und Extraktion.“
Das läuft also unter dem Motto:“ Die Hoffnung stirbt zu letzt.“
Der Patient hat sich nach etwas Bedenkzeit für den Behandlungsversuch entschieden.
Im palatinalen Kanal haben wir uns entschieden möglichst tief adhäsiv zu arbeiten und die Kunststoffanteile möglichst gering zu halten um dem Schrumpfungsstress entgegen zu wirken. Dazu haben wir einen Glasfaserstift als eine Art Insert genutzt.
Anbei die weiteren Bilder und der Behandlungsverlauf.
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Hallo Ostidald,
d.h. die knappe Mehrheit der Befragten wäre unvernünftig? ;-) Bei einer aktuellen Verweildauer von 10 Jahren für ein Implantat ist es da nicht durchaus vernünftig, zu versuchen, den Zahn zu erhalten, zumal eine endodontische Maßnahme üblicherweise nicht sehr belastend für den Patienten ist (im Gegensatz z.B. zu einem kieferchirurgischen Eingriff wie einer WSR oder einer Implantatinsertion)? Dagegen würde für mich nur sprechen, wenn ohne Extraktion keine Beschwerdefreiheit zu erreichen wäre…Oder was ist hier der wesentliche Aspekt, der gegen einen Erhaltungsversuch spricht, außer der Tatsache, dass die mittel- und langfristige Haltbarkeit der Versorgung nicht gewährleistet ist?
Herzliche Grüße
Haya
Naja, eine WKB bei Osti ist vermutlich nicht so eine 29 Punkte pro Kanal Kassenversorgung. Da muss man evtl. für sich selber durchrechnen, ob man sich den Versuch leisten möchte. „Auf Karte“ gibt es in dieser Liga nachvollziehbarerweise nichts…
Vor dem Implantat sehe ich noch die Möglichkeit den 3. Molaren zu mesialisieren ( dafür könnte man ein temporäres Miniimplantat nutzen ). Bei guter Pflege könnte dieser Lückenschluss sogar länger als ein Implantat halten…
Viele Grüße, Kevin
http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/implantologie/story/kieferorthopaedische-implantologie-wie-kleine-schraeubchen-die-moderne-kieferorthopaedie-veraend.html
http://www.zwp-online.info/de/fachgebiete/kieferorthopaedie/miniimplantate/lueckenschluss-mit-miniimplantaten-im-lateralen-hartgaumen
http://www.uniklinik-duesseldorf.de/fileadmin/Datenpool/einrichtungen/poliklinik_fuer_kieferorthopaedie_id11/dateien/mesialslider_iuk.pdf
Ich finde diese Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ziemlich schwierig: Zum einen ist eine fachgerechte Implantatversorgung ja auch nicht kostenlos und andererseits, wie kann ich kostenmäßig erfassen, dass ich möglicherweise ein paar Jahre länger ohne Implantat an dieser Stelle auskomme, gerade auch vor dem Hintergrund der ebenfalls nicht unbegrenzten Haltbarkeit einer Implantatversorgung? Sicher spielt immer das Patientenalter, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die individuelle Erwartungshaltung und die generelle Wertschätzung den eigenen Zähnen gegenüber eine Rolle bei der Entscheidungsfindung. Für mich wäre zweifellos klar, dass ich die Erhaltung versuchen würde.
Viele Grüße
Haya
Ja Gott sei Dank! Jetzt kann man nur noch hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, zirkulär viel Substanz wegzuschleifen, um den Zahn mit einer Krone zu „stabilisieren“. Es wäre Schade um den verbliebenen Schmelz und das noch vorhandene Schmelz-Dentin-Interface…
So wie der Zahn jetzt ist, paßt doch Kofferdam, um eine Teilkrone adhäsiv zu befestigen. Die Kästen würde ich weitgehend in Komposit lassen.
„Subgingival margin can be restored with a composite base. This will support long-term (more than 15 years thus far) inlay and onlay restorations.11 (Dietschi)“
P Magne, R Spreafico. Deep margin elevation: a paradigm shift.The American Journal of esthetic dentistry, 2011
( es ist ja nicht so, dass es nur in der Endodontologie Wissenszuwachs gegeben hätte ;-) )
Viele Grüße, Kevin
http://www.dentalaegis.com/cced/2013/10/adhesive-dentistry-2013-and-into-the-future