von Jörg Schröder
Anlässlich eines Vortrages für die Studierenden des Postgraduate-Programmes an der ACTA in Amsterdam hatte ich in dieser Woche die Gelegenheit mich in Begleitung des Leiter des Endo-Departments, Dr. Hagay Shemesh, im Klinikgebäude umzusehen.
Mit „stark beeindruckt“ ist das Gesehene nur unzureichend beschrieben.
Das im Jahr 2010 bezogene Gebäude beherbergt auf 13 Stockwerken so ziemlich alles, was das zahnmedizinische Herz begehrt. Neben der Ausstattung der hier Lehrenden und Lernenden, so gibt es neben 3D-Phantomkurs-Simulatoren für die vorklinischen Semester, ein mehr als üppig ausgestattetes mikrobiologisches Labor, eine volldigitale Bibliothek mit Zugang zu allen Journals, fällt vor allem die offene und zur Kommunikation einladende Architektur ins Auge.
Die Studierenden des endodontischen Post-Graduate-Programms haben direkte Tuchfühlung mit den Leitern des Programmes und sitzen gemeinsam in einer kleinen Variante eines Großraumbüros. Ein Austausch der Studierenden unterschiedlicher Jahrgänge ist somit möglich und ausdrücklich erwünscht.
Umgebungsbedingungen wie diese, sowie solch flache Hierarchiestrukturen hätte ich mir während meines Studiums auch gewünscht.
Einen guten Eindruck vermittelt folgendes Video:

Bei dem Video dachte ich zuerst einen Trailer für „Star Trek: The Next Preparation“ zu sehen, und die ersten beiden Bilder wirken wie computergeneriert. Gibt es was ähnliches in Deutschland? Ich weiß ja nicht ob sich in den letzten 5 Jahren was in Berlin getan hat, aber damals war es im Vergleich zu dem Video eine Ausbildung wie von einem anderem Stern, leider von der anderen Seite der Skala…:-( …
Sie sprechen mir aus der Seele.
Wer weiss, wie stark die Industrie darin verwickelt ist….
Nichtsdestotrotz, da hätte ich auch gerne studiert.
Der Großteil der Kosten wurde von staatlicher Seite gedeckt!!! Und hier im Land hapert es schon manchmal an weniger großen Vorhaben.
Hallo zusammen,
sehr schick, in der Tat. :-) In den Niederlanden herrscht ja bekanntlich ein völlig anderes Gesundheitssystem (s. z.B.hier http://www.zahnaerzteblatt.de/page.php?modul=HTMLPages&pid=619). Insgesamt ist es in Deutschland mit der Zahngesundheit gut, aber verbesserungsfähig – mehr in die Forschung zu investieren ist in Deutschland aber eher nicht zu erwarten (z.B.hier http://www.gruene-bundestag.de/themen/gesundheit/zahnmedizinische-versorgung-gut-aber-verbesserungswuerdig/seite-1-zahnmedizinische-versorgung-gut-aber-verbesserungswuerdig_ID_4384646.html)…Daher wird es wohl so ein Modell wie in Holland hier eher nicht geben.
Herzliche Grüße
Haya
Dazu noch, nicht mehr ganz aktuell, aber m.E. lesenswert: http://www.med.uni-magdeburg.de/jkmg/wp-content/uploads/2013/03/JKM_Band-28_Kapitel09_Br%C3%BCckmann_Hahn.pdf
LG
H
In die Forschung vielleicht nicht, aber in die Ausbildung.
LGJS
Die ACTA sollte zumindest teilweise als Vorbild für den Unikliniksneubau in Mainz gelten ( die Professoren waren ein paar Tage in Amsterdam zu Besuch). Hauptsächlich sollte das ringförmige Kojenprinzip, die Integration von Vorklinik in Klinik und die Patientenanmeldung übernommen werden.
In der ACTA haben wohl mehrere Stühle zusammen ein Büro, ein Labor (mit Cerec) und je einen Assistenzzahnarzt aus Kons und Prothetik. Somit können die Studenten auch kursüberschreitend Patienten behandeln und ein oft vom Patienten unerwünschter Behandlerwechsel nach dem Semester bliebe aus.
Neu in der ACTA ist wohl auch das die Patientenaufnahme „abteilungsunabhängige Voranmeldung“ ebenfalls von Studenten mitbetrieben wird, die dann direkt in die Kojen/Kurse überweisen und ein bisschen EDV und Abrechnungserfahrung sammeln dürfen.
Natürlich hätte das alles nur mit einem deutlich begrenzteren Budget in RLP stattgefunden, Genehmigungen für eine Klimaanlage in den neuen OPs sollte es nicht geben usw..
Leider wurden vorerst wieder alle Mittel für den bereits auf dem Papier geplanten und seit mehreren Jahrzehnten versprochenen Neubau gestrichen ;)