von Ronald Wecker
Hier die Einzelbilder zum Fall „Entwarnung“ in voller Größe.

von Ronald Wecker
Hier die Einzelbilder zum Fall „Entwarnung“ in voller Größe.
von Ronald Wecker
Beim 18-Monats-Recall an diesem oberen Schneidezahn fiel sofort eine scharf abgegrenzte, homogene und weichteildichte Aufhellung im unteren Drittel der Wurzel auf, die bei keinem der Ausgangsbilder festzustellen war.
Da die Pulpanekrose einer Dislokationsverletzung folgte, bestand der Verdacht eines resorptiven Geschehens. Das angefertigte DVT zeigte klar, dass es sich bei der weniger röntgendichten Struktur um den Canalis incisivus und nicht um ein Resorptionsgeschehen handelt.
von Ostidald Wucker
Folgender Patientenfall.
Ein Patient meldet sich selber in unserer Praxis an. Nach der Diagnostik und einem Beratungsgespräch werden die Termine vereinbart.
Die folgenden Befunde wurden erhoben:
17 Sensibilität fraglich, anbehandelt und Ledermix-Einlage, zuvor Beschwerden in Form einer akuten Pulpitis, kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen, Füllungslage od. Ansonsten saniertes Restgebiß ohne Lücken.
Auf Grund einer eingeschränkten Mundöffnung, eines sehr flachen Gaumens und eines Würgereizes war die Darstellung der palatinalen Wurzel kritisch.
In der ersten Sitzung zeigte sich nach Füllungsentfernung und Darstellung der Kanaleingänge eine mögliche Ursache der Pulpitis. Eine Infrakturlinie zog sich von distal zum palatinalen Kanal und eine weitere Linie von mesial.
Wir haben die Kavität gereinigt und adhäsiv präendodontisch aufgebaut. Vorher Frakturlinien möglichst weit aufgezogen, sandgestrahlt und gebondet. Die Pulpa wurde mit Ledermix abgedeckt.
Im Anschluss haben wir den Patienten beraten und ihn informiert, daß dieser Befund „GAME OVER“ heißt, oder besser gesagt, es wäre ein unglaublicher Glücksfall, wenn es länger als 2-3 Jahre gut geht. Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Reinfektion über die Frakturlinien entsteht ist sehr groß. Wir haben die Extraktion und Implantation empfohlen. Der adhäsive Aufbau dient dem Gewinn von Bedenkzeit, bzw. der möglicherweise gewünschten Weiterbehandlung. Nun fragte der Patient, was würden Sie machen, wenn es Ihr Zahn wäre?
Take Our PollVon Christoph Kaaden
Bis zu 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen erleiden in jungen Jahren eine Zahnverletzung der ersten und/oder zweiten Dentition. Diese traumatischen Zahnverletzungen (z.B. Avulsion) können zu (sehr) ausgedehnten Verletzungen der Wurzelhaut führen. Kommt es hierbei zu Schädigungen von mehr als 20% der Wurzeloberfläche kann (ggf.) eine progrediente Wurzelresorption mit evtl. späterem Zahnverlust die Folge sein.
Bei einem avulsierten Zahn induziert die Reimplantation eine Entzündungsreaktion, bei der nekrotische Zellen des Zahnhalteapparates phagozytiert werden. In der weiteren Folge wird die Wurzeloberfläche dann wieder durch angrenzendes vitale Gewebe besiedelt. Da es sich hier jedoch zumeist um Zellen des umgebenden Knochens (und nicht des Parodontes) handelt, kommt somit Knochen in direkten Kontakt mit Wurzeloberfläche und führt schließlich zu einer dentoalveolären Ankylose.
Als einer der (ersten) klinischen Anhaltspunkte für eine (beginnende) Ankylose ist der metallische Klang bei Perkussion zu nennen.
Anbei unser jüngster Fall einer solchen Ersatzresorption.
Kurz zu den Hintergründen:
Bei dem 9 Jahre alten Rodrigo war Zahn 21 nach Avulsion alio loco erstversorgt, replantiert und geschient worden. Die nachfolgende notwendige endodontische Behandlung wurde uns übertragen.
Aufgrund der ungünstigen „Vorgeschichte“ (u.a. Replantation nach mehr als 60 min. trockener Lagerung) erfolgte nach chemo-mechanischer Reinigung des Kanalsystems zunächst „nur“ eine medikamentöse Einlage bei Verzicht auf eine definitive Wurzelkanalfüllung.
Das nachfolgende Kurzvideo verdeutlicht die Situation drei Monate nach Ca(OH)2-Einlage mit (beginnender) Ankylose und charakteristischem metallischen Klang bei Perkussion.
Die weitere Prognose des Zahnes ist daher leider als ungünstig einzuschätzen…
von Hans – Willi Herrmann
Letzte Woche habe ich hier über die Apexlokator- Funktion des Endopiloten geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich auf die Aufbereitungsfunktionen eingehen.
Über Jahre hinweg habe ich akkubetriebene Motoren benutzt und bin schweren Herzen mit dem VDW Silver/Gold Reciproc auf einen kabelgebundenen Motor zurückgegangen, da die VDW Reciproc- Instrumente einen in unserer Praxis gegenwärtig nicht wegzudenkenden Anteil an der Aufbereitung leisten.
Im Vergleich zu diesen beiden Geräten fallen die nachfolgenden Unterschiede ins Auge:
Fazit: Besser wärs mit einem kleineren Kopf, aber man kann mit leben, insbesondere wenn man das Andere nicht kennt.
2. Das Einspannen der Instrumente in den Winkelstückkopf ist deutlich schwieriger als bisher gewohnt. Während in meinen zuvor genutzten Winkelstückköpfen die Instrumenteschafte förmlich widerstandlos hineingleiten, ist dies bem Winkelstück des Endoplioten deutlich hakeliger und gelingt in einer Reihe von Fällen nicht sofort. Es ist auch kein Gewöhnungseffekt festzustellen. Mittlerweile haben wir unser bisheriges Procedere abgeändert und uns angewöhnt, die Längenbestimmung mittel SIlikonstopper erst nach dem Einspannen vorzunehmen, um ein versehentliches Verstellen während des Einspannens nicht zu produzieren. Das löst die Situation zwar nicht, vermeidet aber zumindest negative Auswirkungen auf das Behandlungsergebnis.
Fazit: Nervig. Und eigentlich das, was mich am meisten stört.
3. Die Eiffizienz des Arbeitens in reziproker Arbetisweise ist geringer als bei den von mir verwendeten VDW Silver Reciproc- und VDW Gold Reciproc- Motoren. Dieses Phänomen lässt sich leicht nachvollziehbar visualisieren, indem man in besagten Kanalanatomien, in denen das VDW Reciproc – Instrument nicht von selbst in den Wurzelkanal voranschreitet, zum Original – Motor wechselt, um dann festzustellen, daß das Instrument nun sehr wohl weiter in die Tiefe vordringt.
Fazit: Ich würde mir wünschen, der Hersteller würde sich der Sache annehmen. Dürfte machbar sein, sofern es nur ein Softwareproblem darstellt und nichts mit der Motorleistung selbst zu tun hat.
4. Für das kombinierte Arbeiten von reziproken und vollrotierenden Instrumenten im Wechsel benötige ich beim Arbeiten mit dem VDW Silver/Gold Reciproc Motor einen Tastendruck zum Wechsel der von mir genutzten Einstellungen. Beim Endo- Piloten sind es 6. Ich würde mir wünschen, man könnte reziproke Instrumente in den System – Profilen frei mit vollrotierenden Instrumenten kombinieren. Bis jetzt werden beide Instrumentengruppen in unterschiedlichen „Bibliotheken“ „aufbewahrt“.
Fazit: Man kann damit leben, insbesondere wenn die Einstellung von der Assistenz vorgenommen wird, aber es geht auch anders.
Fazit: Warum können nicht alle unsere Geräte so ein Teil haben ?
6. Touch- Display, Benutzeroberfläche, Einstellmöglichkeiten, Updatefähigkeit: Hier ist das Gerät bis heute ebenso richtungsweisend wie unerreicht. Wenn man bedenkt, dass nachwievor stetig neue Instrumentensysteme auf den Markt wie zuletzt hier und hier und hier gebracht werden und der Endopilot als offenes, Instrumentenhersteller unabhängiges Gerät in der Lage ist, solche Instrumente zu bedienen, dann ist das ein für die Zahnarztpraxis wertvolles Feature, daß gar nicht hoch genug gewürdigt werden kann.
Mein Tipp im Falle einer bevorstehenden Kaufentscheidung: Prüfen Sie das Gerät (auch im Vergleich zu anderen Geräten im Markt) und entscheiden sie für sich selbst, inwieweit die geschilderten Sachverhalte (allesamt Kleinigkeiten) für ihren Praxisalltag relevant sind oder nicht. Noch mal ins Gedächtnis rufen möchte ich die präzise und zuverlässige Apexlokator – Funktion. Alles in allem ist der Endopilot ein Allrounder, der, auch wenn er in Einzeldisziplinen nicht ganz das Ergebnis der Spitze erreicht, in der Summe der Eigenschaften vermutlich nur schwer zu schlagen ist.
Disclaimer: Der Endopilot in der beschriebenen Form als Aufbereitungsmotor mit integrierter Längenmessung wurde von der Firma Schlumbohm kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
von Bodald Necker
Eines vorweg.
Das ist kein Fall, den ich als Heldentat bei einem der einschlägigen Fachmagazine einreichen würde. Aber er zeigt, was „aggressives Abwarten“ mit sich bringen kann. Deshalb wollte ich Ihnen den 26 nicht vorenthalten. Es zeigen sich auf dem Rö auch noch andere Baustellen, wie ein 2-kanäliger 5er, ein 3-kanäliger 4er und eine WSR am 7er, die sind hier aber nicht das Thema.
Dieser 26 hat schon eine lange Endo-Karriere hinter sich. Das erste mal gesehen hab ich ihn 2001. Da kam er in die Praxis mit einer Endo, an deren Handschrift man der Vorbehandler kannte. Ein Molar, der mit 2 Silberstiften, und sonst mit nichts Sichtbarem gefüllt ist, kommt nur aus einer Praxis im Landkreis.
Er machte Probleme. Also Revision.
Silberstifte frei gelegt und mit der Pinzette raus gezogen. Fertig. Zumindest die Entfernung der gesamten WF.
Die Aufbereitung war nicht so einfach. Ein Mikroskop hatte ich damals auch noch nicht zur Verfügung. Kurz, die WF war nicht das was man sich so vorstellt. Der Zahn kam trotzdem zur Ruhe. Zumindest für einige Zeit. Nach 2 gut Jahren fing er an zu fisteln. Erneute Revision. Die mb-Wurzel sah nicht gut aus. Eine Längsfraktur war nicht aus zu schließen. Der Patient bestand auf WF und den Versuch des Zahnerhaltes. Ziehen könne man ihn ja immer noch.
Der Zahn gab wieder Ruhe. Längere Zeit. Dann hin und wieder eine Fistel, mal ein Missempfinden, mehr nicht. Größtenteils keine Probleme.
Hinweise auf Knochenverlust und Schädigung eines Implantatlagers konnte den Pat. nicht zur Extraktion bewegen.
So vergingen die Jahre. Kaufunktion war zwar eingeschränkt, aber das hat nicht gestört.
Vor Weihnachten stand der Patient vor meiner Tür und übergab mit breit grinsend ein Bild:
„Weisst Du, was das ist?“
„Nein.“
„Das ist die Wurzelfüllung aus meinem oberen linken 6er, den Du schon immer ziehen wolltest.“
„Und wo hast Du die her?“
„Hatte wieder mal eine Fistel. Und nachdem die Fistel aufging, stand was raus. Das hab ich dann mit der Pinzette rausgefischt. Die Wurzelfüllung kannst Du haben, aber Zahn behalt ich noch.“
Jetzt fragen Sie, liebe Leser: „Wo ist das aktuelle Röntgenbild?“
Ich habe leider noch keines, da der Patient seit dem noch nicht in der Praxis war.
Es tut ja nicht weh ;-)
Ich werde es nachreichen.
Vielleicht krieg ich den Zahn (oder was davon übrig ist) ja doch noch…..
von Jörg Schröder
Die endometrische Längenbestimmung ist aus unserer Praxis nicht mehr wegzudenken.
Bei Zähnen mit metallischen Restaurationen besteht insbesondere bei klein gehaltenen Zugangskavitäten immer wieder das Problem, dass durch kurzzeitigen Kontakt des zur Messung eingeführten Instrumentes mit dem Metall der Restauration eine falsch positive Messung angezeigt wird. das Endometriegerät zeigt die Überschreitung des apikalen Formens an, obwohl das Instrument noch weit vom Formen entfernt ist.
Der in unserer Praxis zur zusätzlichen Abdichtung des Kofferdams verwendete Opaldam schafft hier überzeugend Abhilfe. Vor der endometrischen Längenmessung wird der lichthärtende Opaldam mit Hilfe eines Microopeners dünn auf die durch die Bearbeitung aufgeraute Metalloberfläche aufgebracht. Falsch positive Messergebnisse können so vorhersagbar vermieden werden.
von Ostidald Wucker
Der Fall wurde hier vorgestellt.
Auf Grund der vorliegenden DVT Aufnahmen waren wenige Überraschungen in der Behandlung zu erwarten.
Trotz Anästhesie gab der Patient ein Schmerzgefühl an. Dies war bereits früher aufgefallen. Auf Kälte und elektronische Reize gab der Patient immer eine positive sensible Reaktion an.
Wir führen dies auf den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Pulpa/Wurzelkanalsystem) zurück, der Druckveränderungen schnell weiterleitet. Die Sensibilität war mit der Trepanation der Pulpakammer verschwunden.
Nach dem Gestalten der Zugangskavität war ein relativ lange Sekret-, richtiger Exsudatabsaugung (30 Minuten) notwendig.
Die Aufbereitung erfolgte bis #60.04 unter aktiver ultraschallgestützter Spülung mit Natriumhypochlrit und Zitronensäure. Es wurde Ca(OH)2 (Ultracal XS) eingebracht.
In der nächsten Sitzung wurde nach einer abschließenden Desinfektion mit Natriumhypochlorit der Zahn apikal mit ProRoot MTA verschlossen. Zur besseren Kontrolle des Plugs haben wir nach einem Hinweis von Stefan Verch mit einem individualisierten Guttaperchastift und nicht mit einer Papierspitze, bzw. Plugger gearbeitet. Die Bewegung konnte in meinen Händen besser kontrolliert werden und eine apikale Überpressung ließ sich durch eine entsprechende Längenmarkierung vermeiden. Das apikale Foramen war nicht einsehbar.
Im ersten Recall nach 3 Monaten war eine Heilungstendenz erkennbar und lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen.
Von Bonald Decker
Die Beitragsreihe -Grossbaustelle- inklusive Misserfolg geht in die nächste Runde…
heute ein kurzes Update zu der weiteren Entwicklung des Zahnes 14.
Nach eingehender Aufklärung und Beratung der Patientin über die verschiedenen Therapieoptionen entschied sich die Patientin für eine chirurgische Intervention im Sinne einer Wurzelspitzenresektion. Leider war es uns nicht vergönnt diese selber durchzuführen.
Hier das radiologische Ergebnis der also loco durchgeführten Behandlung.
Nähere Informationen zu dem genaueren chirurgischen Vorgehen inkl. verwendeten retrogradem Wurzelfüllmaterial stehen noch aus…
Ich werde berichten.
von Hans – Willi Herrmann
Rückblickend fallen mir spontan 3 Dinge ein, die sich im Laufe des letzten Jahres als hilfreiche Neuerungen in unserer Praxis bewährt haben. Darüber möchte ich in den nächsten Wochen berichten.
Den Endopiloten als kompakte 4 in 1 Endo – Lösung gibt es schon lange. So lange, daß ich mich nicht einmal mehr erinnere, wann dieser auf den Markt kam. Es muss aber auf jeden Fall jedoch nach Einführung des BeeFill- Gerätes zur Wurzelfüllung gewesen sein. Denn seitdem fristet die bis dato in Kombination mit dem System B- Gerät genutzte Obtura- Pistole in unserer Praxis ein Rentner- Dasein.
Das trifft in unserem Behandlungszimmer 1 ebenso auf die in den Behandlungsstuhl integrierte Elements Obturation Unit zu. Auch diese wurde durch die Kombi B&L Alpha + BeeFill ausser Funktion gesetzt und genau dies war der Grund, warum ich bislang aus Platzgründen dort auf den Endopiloten in Vollausstattung (der besagte Obtura- System B Kombi benutzt) verzichtet habe.
Nun gibt es neuerdings von Sybron Endo die TF Adaptive Files.
Ein NiTi- Instrumentensystem, dass vergleichbar mit Maillefer Wave One und VDW Reciproc ebenfalls in einer nicht kontinuierlich vollrotierenden Arbeitsweise eingesetzt wird und- sie vermuten es – eines besonderen Motors bedarf.
Da kam das Angebot von Schlumbohm, den Endopilot „Mini“ (so nenne ich praxisintern das Gerät zur Unterscheidung vom uns schon bekannten „normalen“ Endopiloten, der in Zimmer 2 seinen Dienst verrichtet) auszuprobieren, genau richtig.
Im ersten Teil dieses Anwenderberichtes möchte ich auf die Apexlokator – Funktion des Endopiloten eingehen, bevor ich mich in einem Extrabeitrag den Aufbereitungsfunktionen des Endopiloten zuwende: Vor kurzem hatte ich hier über die kombinierte Anwendung des ROOT ZX Mini und des VDW Raypex 6 berichtet. Und kann nun an dieser Stelle vermelden, dass aus dem „Dynamischen Duo “ Root ZX Mini und Raypex 6 nun ein „Treffsicheres Triumvirat“ geworden ist.
Zunächst jedoch das Procedere: Auch wenn der Endopilot eine simultane Messung im Rahmen der maschinellen Aufbereitung erlaubt, so habe ich das Gerät zunächst einzig zur elektrometrischen Längenbestimmung verwendet.
Die Apex- Messwerte des ROOT ZX Mini wurden als Goldstandard vorausgesetzt und in Bezug dazu der Endopilot zunächst auf seine Synchronität im Bezug zum ROOT ZX Mini überprüft.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop verbietet sich der Blick auf das LCD- Display. Ich orientiere mich daher an den akustischen Feedback- Signale des Endopiloten. Der – leider – wenn ich das von der letzten Begegnung mit Herrn Schlumbohm richtig in Erinnerung habe – systembedingt nicht in der Lage ist, den Apexpunkt analog zum ROOT ZX MIni mittels durchgängigem „Herzstillstand“- Signalton zu quittieren (sie wissen,was ich meine).
Stattdessen produziert der Endopilot zwei unterschiedliche Signaltöne in 2 unterschiedlichen Signalintervallen. Ein höherfrequentes schnellpiepsendes Signal zeigt den Apexpunkt an. Auch wenn ich mir den gewohnten Dauerton gewünscht hätte als Referenzsignal – nach kurzer Eingewöhnungszeit funktioniert die Zuordnung im Praxisbetrieb ohne Kontrollblick auf das Display.
Bleibt die Frage: Wie misst das Gerät denn nun, im Vergleich zum Morita- Goldstandard ?
Einwandfrei, präzise und reproduzierbar, das es eine Freude ist.
Hierzu muss man wissen, dass der Endopilot einen gegenüber dem bewährten Apexlokator- Establishment abweichenden Messalgorithmus benutzt.
Ich gebe zu, dass ich auf Grund dessen in den Vergleich mit einem gewisses Maß an Skepsis herangegangen bin, kann aber heute sagen, dass dies unbegründet war.
Auch der Gegencheck mit dem VDW Raypex 6 ergibt keine Auffälligkeiten im Meßergebnis, besticht lediglich durch die Konstanz der Ergebnisse. Der Endopilot ist, seine Apexlokator- Funktion betreffend, mittlerweile vollständig und vorbehaltlos in unseren Arbeitsablauf integriert.
Noch eine abschließende Bemerkung zum grundsätzlichen Messprocedere: Die erwähnte Doppelmessung mit zwei unterschiedlichen Geräten ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Behandlungsroutine und läuft dank eingespielter Teamabläufe flüssig und verzögerungsfrei im Praxisalltag ab.
Disclaimer: Der Endopilot in der beschriebenen Form als Aufbereitungsmotor mit integrierter Längenmessung wurde von der Firma Schlumbohm kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
von Bodald Necker
Vor einiger Zeit hab ich hier schon diesen Fall vorgestellt. Mit der Frage, was denn das im Kanallumen sei. Gerne hätte ich die Auflösung schon eher vorgestellt, der Patient hatte aber – trotz Schmerzen – immer wieder seine Termin abgesagt.
Egal, nun war er da und wir haben den Kanal aufgemacht.
Was haben wir gefunden?
Es war weder ein Stift jeglicher Form, noch ein abgebrochener Bohrer, es war einfach nur viel WK-Sealer, der sich apikal schön abgerundet auf dem Röntgenbild zeigte.
Nach der Trepanation zeigt sich im koronalen Bereich viel Guttapercha. Sobald an dieser manipuliert wurde, drang sofort Eiter an die Oberfläche. Die GP-Stifte konnten ohne Mühe mit Hedstrøm-Feilen entfernt, der Sealer konnte mit US-Spitzen von der Kanalwand „geschält“ werden. Desinfektion erfolgte mit NaOCl und US, der Kanal konnte getrocknet werden, medikamentöse Einlage mit Ah-Temp. Verschluss adhäsiv.
Der Apex war weit geöffnet, so dass vom Vorbehandler schon GP in den periapikalen Bereich extrudiert wurde. Dieses konnte auf Grund der gegebenen Zeitknappheit noch nicht entfernt werden. Das wird aber in der nächsten Sitzung erste Aufgabe sein.
von Ronald Wecker
Nachdem die erste der beiden Behandlungssitzungen vergangene Woche dargestellt wurde, folgt heute der zweite Teil.
Beim Verfolgen der sehr unregelmässig verlaufenden Strukturen des Pulpakammerhohlraums des 11 (kleine punktförmige Vertiefungen, kleine schlitzförmige Hohlräume ) kristallisierte sich neben einem zentral und parallel zur Zahnlängsachse verlaufenden Kanalsystem ein weiteres, deutlich bukkal gelegenes Kanalsystem heraus.
Während der angenommene Originalkanal stark obliteriert war, zeigte der bukkale Kanal ein eher weites Lumen. Als weitere Besonderheit ist zu erwähnen, dass der bukkale Kanal als eine Art blind endende „Sackgasse erwies. Eine Kommunikation zum Parodont bestand im Gegensatz zum Hauptkanal nicht.
Während der Hauptkanal zunächst nur als feiner weisser Punkt zu erkennen war, weitete er sich im apikalen Drittel deutlich und enthielt hier nur putrides Sekret.
Die Lage der im DVT zu erkennenden knöchernen Lyse auf Höhe des Überganges von mittlerem zu unterem Wurzeldrittel korreliert mit der Lage der Sealer-Extrusion im postoperativem Röntgenbild und erklärt als Portal of Exit den labial eingetretenen Knochenverlust.
Hinsichtlich der Gestaltung der Zugangskavität half das präoperativ angefertigte DVT den Zugang zu diesem ungewöhnlich geformtem Pulpakavum recht genau anzulegen. Eine noch konischere Ausformung war aufgrund der verzweigten Lagunen im mittleren Drittel nicht möglich.
Die kommenden Recalls werden zeigen, ob es zu einer vollständigen Remission der periapikalen Aufhellung kommen wird.
Von Bonald Decker
Wie in jeder (zahn)medizinischen Sparte gibt es auch in der Endodontie „dankbare“ und „weniger dankbare“ Behandlungen. Die Kombination aus „Silberstift-Revision“ bei einem zahnärztlichen Kollegen zähle ich persönlich eher zur letzteren Kategorie.
prä-operative Röntgenaufnahme; apikale Parodontitis bei einem vor ca. 10 Jahren endodontisch behandelten ersten unteren Molaren mit Silberstiften
Obgleich ich bei dieser Konstellation in der Vergangenheit schon einmal recht gute Erfahrungen machen durfte ist für mich der Erfolg solcher Behandlungen weniger vorhersagbar, als sonstige Revisions-Therapien.
Nach recht mühsamer Freilegung der Stifte vom Stumpf-Aufbaumaterial unbekannter Art (eine Art Mischung aus Kunststoff und Zement) und weiterer Ultraschall-Präparation stellte sich die Situation wie folgt dar.
Mich stimmte zunächst hoffnungsvoll, dass die Silberstifte etliche Millimeter aus den Kanaleingängen herausragten.Dies begünstigt eine Entfernung in aller Regel, da sich die Stifte dann körperlich (recht) gut fassen lassen. Sei es mittels Hülsentechnik oder Mini-Zange. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich dafür zu versuchen, die Stifte unter (sanfter) Zugbewegung zu entfernen. Dies gelang gut und führte bei allen Beteiligten zu einer gewissen Euphorie. Da ich in der Vergangenheit bei anderen Situationen (insbesondere bei der Instrumentenfragment-Entfernung) bereits „Lehrgeld“ gezahlt habe, verifizierten wir diesen Behandlungsschritt radiologisch:
Leider mussten wir also feststellen, dass der „worst case“ der Silberstift-Entfernung eingetreten war. Nur einer (mesio-bukkal) von vier Stiften konnte in toto entfernt werden. Bei den anderen verblieben kleine Anteile in den Apikalregionen.
Was also nun?
Mehr demnächst im zweiten Teil dieser Beitagsreihe…
von Olaf Löffler
Kabelsalat macht nicht glücklich.
Kabelsalat hatte ich in der Praxis nach Installation eines neuen Rechners im Röntgenraum. Falls die Frage kommt, nein es waren keine Hobbytechniker und es hinterließ keinen so guten Eindruck.
Da die Installationsfirma nicht aus der Nähe kam habe ich mir selbst Gedanken gemacht dieses Problem einfach und zugleich wartungsfreundlich zu lösen.
Im Bild sieht man die Ausgangssituation.
Es schien nicht einfach zu werden zumal in einer Praxis täglich Reinigungsprozeduren über die Fussböden laufen und schnell mal Kabel dabei „abgesteckt“ werden. Mit einem etwas Zeitaufwand und intensiver Recherche im Internet fanden ich eine, wie ich meine recht optimale Lösung. ( Danach Gefühl wie Tom Hanks und „Ich habe Feuer gemacht“ )
Einfach eine Kabelbox unter den Rechner und in dieser verschwinden alle Kabel, Switches usw.. Muss man an diese wieder heran kann man ohne weiteres den Rechner herunter nehmen, den Deckel der Box anheben und alles ist zugänglich.
Wo gibt es die -> hier.
von Hans – Willi Herrmann
Traditionell zu Beginn des Jahres die „Top Ten“ der meistgelegenen Beiträge in 2013 sowie eine „All Time Greatest“- Liste der meistgelesenen Beiträge (bis 31.12.2013) insgesamt seit Start des WURZELSPITZE- Blogs am 01. November 2008.
Auch diesmal wieder, wie in den Jahren zuvor und damit unangefochten an der Spitze der Jahres Top Ten wie auch der Gesamtliste stellen Devitalisierungsmittel wie Toxavit und Depulpin das Top- Thema. Ich denke, man kann sagen, dass diese Nachfrage von Patientenseite herrührt und den offensichtlich stattfindenden regen Gebrauch solcher Mittel wiederspiegelt.
Ein trauriges Resultat, nachwievor.
Sehr erfreulich finde ich persönlich, dass es in diesem Jahr so viele in 2013 erstmalig gelistete Themen mit hohen Klickzahlen in die Top Ten geschafft haben.
Das zeigt (bei im Übrigen mittlerweile mehr als 1,7 Millionen Besuchen, davon 660.000 in 2013) das nachhaltige Interesse an WURZELSPITZE und das viele, vermutlich die meisten Leser Wiederholungs- und Abonnement- Täter sind.
Interessant auch, daß „Die Mutter aller Fallberichte (!)“ im zweiten Jahr noch höher eingestiegen ist als im Ersterscheinungsjahr 2012.
Getoppt allerdings noch vom Beitrag „Zahnarzt neu in der Schweiz“.
Es scheint, dass das berufspolitische Thema „Auswanderung“ einen nicht unerheblichen Stellenwert hat und die hohe Klickzahl ein Indiz für die Brisanz der Thematik darstellt.
Das Thema Auslandszahnersatz hingegen, vor ein paar Jahren noch ein berufspolitischer Aufreger, scheint nicht mehr nachgefragt zu sein. Man könnte meinen, dass das fehlende Interesse mit einer nicht vorhandenen Nachfrage nach Auslandszahnersatz korreliert. Dabei ist es vermutlich genau umgekehrt und ein Zeichen dafür, dass besagter Auslandszahnersatz sich als Faktum in der deutschen Zahnmedizin etabliert hat.
Mit großem Bedauern stelle ich fest, dass dieser Prozess noch viel viel schneller vorangeschritten ist, als ich es vermutet hatte.
„Where´s the beef“ möchte ich daher heute anführen, als Antwort auf das vor Jahren von mir diesbezüglich in den Raum gestellte“ Quo Vadis Zahnmedizin“.
Die Zahnmedizin als Spiegel unserer Gesellschaft, unserer Welt, unserer Zeit ?
Davon war auszugehen, aber ich halte nachwievor den Weg, Qualität unreflektiert den vorgegebenen finanziellen Resourcen zu opfern, für den falschen. Dies darüberhinaus schönredend zu negieren, ist nichts Neues und bezeichnend für den Geist, der dies initiiert.
Zugleich aber vielleicht die letzte winzige Chance für eine Wende zum Besseren.
Dann nämlich, wenn der 2013 viel beschworene „Wutbürger“ an Hand der im besagten Zusammenhang verwendeten Neusprech – Paraphrasen die ihm vorgesetzten Potemkinschen Dörfer als solche entlarvt. Und erkennt, ähnlich wie in der Banken- und Euro- Frage, daß die vermeintlichen Interessen des Staates mit dem seinen nicht nur nicht deckungsgleich, sondern diametral entgegenlaufend sind.
In diesem Sinne -„Geschichte wird gemacht, es geht voran“ wünsche ich allen WURZELSPITZE – Leser ein hoffentlich gutes, ausserordentliches Jahr 2014.
Hier kommen die beiden Top Ten´s :
Top Ten 2013
Top Ten 2008 – 2013
von Ronald Wecker
Die Veröffentlichung dieses Behandlungsfalles hatte neben fachlich weiterführenden auch zum Teil sehr emotionale Kommentare zur Folge.
Bei der fachlichen Diskussion stand unter anderem die Frage im Vordergrund ob der auf elektrischen Reiz negativ reagierende Zahn 11 nicht doch vitale Gewebereste enthalten könne. Ausserdem wurde diskutiert, ob die im DVT zu erkennende Osteolyse dentalen Ursprungs war oder nicht.
Heute kann hier ein wenig Licht ins Dunkel gebracht werden.
Die im DVT intraradikulär zu erkennenden Hohlraume enthielten nur putride zerfallenes nekrotisches Gewebe. Ein durchgehender Kanalhohlraum fehlte.
Die Hohlräume wechselten, wie bereits im DVT zu erkennen, ihre Lage von palatinal nach bukkal und zeigten mehrere seitliche Abzweigungen. Anbei die ersten klinischen Bilder.
Der zweite Teil der zweizeitigen Behandlung wird an dieser Stelle in Kürze veröffentlicht.
von Olaf Löffler
Nun ist er da. Und es war mal wieder so, wie wir es immer wieder erfahren. Man kauft ein Produkt und bekommt sofort notwendige Erweiterungen genannt damit das Produkt seine Funktion optimal erfüllt.
Das erleben wir in den letzten Jahren immer häufiger und in immer größerem Ausmaß. Man denke nur an den Flughafen Berlin Brandenburg und die Kostensteigerungen bei dem Leipziger Citytunnel oder beim Paulinum der Universität Leipzig.
In unserem Fall war es so, daß das von Getinge (Messepreis zur Fachdental) uns geschenkte Rampe nicht wirklich so hilfreich ist, wie gedacht. Rampe ist das Gestell, welches zur Aufnahme von Übertragungsinstrumenten und Hohlkörpern, wie Absaugkanülen gedacht ist. Immerhin war das ein Geschenk Höhe von Netto € 1600,00.
Die Größenangaben des Gerätes, welche mir auf der Fachdental genannt wurden stimmten nicht. Ebenso waren die Angaben zur Installationsvorbereitung nicht genau. Das sind Probleme, welche Getinge unbedingt lösen muss. Bei uns konnte dies durch die Installationsfirmen noch geändert werden. Aber es hinterlässt einen wenig professionellen Eindruck, wenn immer improvisiert werden muss.
Hier unsere Eckpunkte für eine erfolgreiche Installation.
Installationsnotwendig sind:
Zum Gerät selber.
Es funktioniert und macht einen soliden Eindruck. Der Thermo erinnert ein bisschen an die ersten Volvos aus Schwedenstahl, nicht so ganz auf Maß passend aber äußerst robust. Die Einstellung der Reinigungschemie scheint zu stimmen und die Instrumente werden in den Waschtrays sehr gut gereinigt. Vorausgesetzt man hat eine Vorreinigung bereits im Sprechzimmer getätigt. Vorreinigung heißt, anhaftende Materialreste sofort abwischen.
Die Trocknung funktioniert hervorragend. Lediglich die Übertragungsinstrumente sollten noch mit Luft im Inneren getrocknet werden. Danach geölt und sterilisiert.
Für Hohlkörper und Übertragungsinstrumente haben wir die Dental Rampe von Medides (hier bereits vorgestellt) installiert. Wir werden weiter berichten.
von Stefan Klinge
Stefan Klinge hat hier bei WURZELSPITZE schon des öfteren Gastbeiträge veröffentlicht.
Nachfolgend diesmal eine 2 fache Premiere.
Zum einen wurde ein Video extra für diesen Blog erstellt, zum anderen – im Hinblick auf unsere zahlreichen internationalen Leser – gibt es eine eigen produzierte englischsprachige Version des Videos, die hier zu finden ist.
Der Autor schreibt hierzu einleitend: „Die Rettung hoffnungsloser Zähne ist immer eine Herausforderung, welche sicher nicht standardmäßig durchgeführt werden kann. Gelingt dies aber, ist es ein Gewinn für den Patienten oder die Patientin, da ein Implantat vermieden werden kann.“
by Stefan Klinge
von Hans – Willi Herrmann
Wir wünschen allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr 2014.
WURZELSPITZE legt eine kurze Weihnachtspause ein.
Am 02. Januar geht es dann wieder mit dem regulären Betrieb weiter.
Bis dahin eine schöne und geruhsame Zeit.
Ihr
Christian Danzl
Hans-Willi Herrmann
Christoph Kaaden
Olaf Löffler
Jörg Schröder
Wobei – so ganz stimmt das möglicherweise nicht.
Und vielleicht schauen Sie daher zwischenzeitlich doch ab und zu mal auf der Seite vorbei. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass zwischenzeitlich doch ein paar Beiträge veröffentlicht werden, die noch in der Pipeline stehen.
von Christian Danzl
Dennis Braunston widmet sich schon seit über 20 Jahren der Dentalfotografie, so hat er es uns zumindest beim NYGDM Anfang Dezember erzählt.
Zusammen mit DLCenters bietet er ein einfaches, funktionierendes Set für die Dentalfotografie an. OK, damit ist er sicher nicht allein.
Aber er hat auch ein Farbnahme-System entwickelt, das einfach über fast jede Digitalkamera funktioniert.
Es läuft über ein Digitalfoto der zu bestimmenden Zähne zusammen mit einem Norm-Farbmuster. Dieses kann auf seinen Shade-Arm platziert werden (um möglichst alles zu standardisieren). Das Foto wird in eine Software eingespielt, Weiss, Schwarz, Neutralgrau (neu, auf der HP noch nicht zusehen) und ein Zahnfarbmuster werden per Klick zugeordnet, die Farben werden online berechnet und die zu bestimmenden Zähne auf einer Grafik ausgegeben, in der markiert ist, wo sich welche Farbe befindet.
Es kann eingegeben werden, wie viele Farben auf dem Zahn unterschieden werden sollen.
Somit kann der einzelne Zahn von – einfach bis sehr komplex – in seine Farben aufgeschlüsselt werden.
Kosten wurden beziffert von ca. 600,- US$ pro Jahr, also ein Abo. Dies ist für den einzelnen Zahnarzt vielleicht nicht so interessant, ich könnte mir aber vorstellen, dass Zahnlabore in dieses System einsteigen und dann ihren Zahnärzten zur Verfügung stellen.
Ob dieses System so funktioniert, wie man es sich vorstellt, oder nicht, kann ich leider nicht sagen, es machte aber einen vernünftigen Eindruck.
Das Farbnahmesystem ist in Deutschland bis jetzt noch nicht verfügbar, soll aber kommen.
von Ronald Wecker
Der erste Teil der endodontischen Behandlung dieses 16 wurde hier letzte Woche im Video vorgestellt.
In einer zweiten Behandlungssitzung erfolgte dann die chemo-mechanische Aufbereitung der vier Kanalsysteme.
MB1 und MB2 kommunizierten nicht und zeigten getrennte Foramina. Der distobukkale Kanal wies auf den apikalen 1,5 bis 2 mm eine sehr abrupte Krümmung nach bukkal auf, die sich bei der Messaufnahme zunächst eher unspektakulär darstellte. Nach der Erweiterung auf 20/04 halfen Hyflex-Feilen den für die Warmfülltechnik erforderlichen Taper zu gestalten.
von Ostidald Wucker
Der Patient kam Anfang 2013 auf Überweisung seiner Hauszahnarztpraxis zu uns.
Er gab an zeitweilig latente, aushaltbare Beschwerden am Zahn 44 zu haben. Anamnestisch war nicht wirklich erruierbar seit wann die Beschwerden vorhanden sind. Es soll schon einige Zeit so sein. Die Sensibilität war negativ, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Es konnte kein Perkussionsschmerz provoziert werden und auch im Aufbiss waren keine Beschwerden. Der Lockerungsgrad war 0.
Das Röntgenbild zeigte eine Wurzelfüllung nahe der Wurzelspitze, der Parodontalspalt war nachverfolgbar, die okklusale Füllung war intakt.
Was tun. Ende ja oder nein.
Wir haben den Patienten beraten und dieser sah von einer endodontischen Behandlung ab, da ich ihm nicht versprechen konnte, daß Problem zu lösen.
Nun nach einem 3/4 Jahr kam der Patient wieder und wünschte die Behandlung. Die Beschwerden waren lästiger geworden und der Zahn reagierte leicht empfindlich auf Perkussion (vertikal).
Die Revision der Wurzelfüllung gestaltete sich unauffällig. Apikal war ein harter Widerstand tastbar und es konnte initial keine Patency etabliert werden. Nach einer Ca(OH)2 Einlage gab der Patient ein leichte Besserung an.
In der zweiten Behandlungssitzung gelang die Aufbereitung der apikalen Bereiche und die thermische Obturation des Kanalsystems. In beiden Behandlungssitzungen wurde mit Zitronensäure und Natriumhypochlorit unltraschallgestützt gespült.
Während der apikalen Präparation war deutlich verfärbtes Dentin, bzw. Debris im Spanraum der Feile unter dem Dentalmikroskop zu sehen. Ab ISO 40.04 und 40.06 konnte weißes Material im Spanraum beobachtet werden. Die Aufbereitung wurde bis ISO 45.04 durchgeführt. Nach zwei Tagen sagte uns der Patient auf telefonische Nachfrage, daß die Beschwerden deutlich geringer sind.
Und wie es so manchmal ist haben wir zwar Fotos gemacht, aber auf Grund eines Behandlerwechsels am Mikroskop waren die Okulare verstellt und sämtliche Fotos in der Schärfentiefe verschoben.
Von Christoph Kaaden
In der Vergangenheit gab es auf WURZELSPITZE schon zahlreiche Beiträge zum Thema Kofferdam. Wie z.B. die Kofferdamgeschichten Teil I, II und III und viele mehr.
Heute möchte ich ein weiteres kurzes Kapitel zu diesem Topic beitragen…
Neben der initialen Wahl der „richtigen“ Kofferdamklammer haben (ggf.) weitere Massnahmen (wie u.a. hier beschrieben) einen entscheidenden Einfluss auf die dauerhafte Isolation des Arbeitsfeldes während der Behandlung…
Mich persönlich „nervt“ während des endodontischen „Eingriffs“ kaum etwas mehr als das ungewollte Herunterspringen bzw. Abrutschen der Klammer von dem zu isolierenden Zahn nach z.T. sehr mühevoller Applikation.
Als „ganz einfache“ (wenn auch nicht kostengünstige) Variante hat sich bei uns die (temporäre) adhäsive Fixierung der Kofferdamklammer mittels RelyX™ Unicem bewährt. Diese erfolgt in aller Regel nach initialer Klammerpositionierung. Situationsabhängig ist jedoch auch denkbar, dass wir vorab mit Hilfe des Materials schnell und unkompliziert Retentionsflächen für die Klammer schaffen.
Die RelyX™ Unicem-Klammer-Fixierung erfüllt für mich eine Vielzahl wünschenswerter Kriterien (u.a. sehr schnelle Applikation) und findet mehrfach die Woche bei uns Anwendung.
Daher lautet unser Motto bei der Kofferdamklammer-Fixation:
Wenn`s ganz sicher halten muss…
Temporäre Fixation der Kofferdam-Klammer mit RelyX™ Unicem
P.S.: Die Entfernung des Materials zum Ende der Behandlung gelingt in aller Regel bei uns (sehr) problemlos bei bzw. durch Abnahme der Klammer ;ggf. unterstützt durch den gezielten Einsatz eines Schall-Scalers.
P.P.S: Es besteht beim Autor kein Interessenkonflikt in Form einer finanziellen oder persönlichen Beziehungen zu Dritten, deren Interessen vom Beitragsinhalt positiv oder negativ betroffen sein könnten.
von Donald Becker
Über diesen symptomatischen, mit einer Fistel versehenen, hochgradig gelockerten (weil mit einer Wurzelresorption behafttet) und damit – machen wir uns nichts vor – im wortwörtlichen Sinne mehr als „infaust“ einzustufenden Zahn 21 habe ich hier berichtet.
Und mich – gemäß dem Motto „Nie aufgeben !“ – zunächst für den Versuch des Zahnerhaltes durch WF- Revision entschieden.
Nach Entfernung der vorhandenen Wurzelkanalfüllung, Beseitigung einer Stufe, Herstellung der apikalen Durchgängigkeit, Wurzelkanalaufbereitung, medikamentösen Einlagen, Wurzelkanalfüllung und nachfolgendem koronalen Bleaching in Walking Bleach- Technik präsentiert sich der Zahn nicht nur seit der ersten Behandlungssitzung schmerzfrei, sondern darüber hinaus (für die vorhandene Ausgangssituation) bemerkenswert befestigt.
Er weist nun einen Lockerungsgrad von etwas mehr als 1 auf und zeigt gegenüber seinem Pendant 11 (mit einem Lockerungsgrad 1) eine nur unwesentlich stärkere Beweglichkeit.
Ein – wie ich finde – sehr erfreuliches Ergebnis.
von Christian Danzl
Gesehen auf dem GNYDM.
Der Dino-Chair.
Behandlungseinheit für Kinder bis 12.
Der Behandlungsstuhl in Form eines Dinosauriers, Zahnarzteinheit sieht wie ein Rochen, dazu gibt es einen Fuchs der den Kopf dreht und im Bauch eine Schublade versteckt hat zur Aufbewahrung von Give-Aways.
Die Behandlungseinheit hat integrierte Gurte zur Sicherung sedierter Kinder, und ist ausgestattet mit einer LED-Behandlungsleuchte, Röntgenbildbetrachter, sowie einem Bildschirm für das Unterhaltungsprogramm.
Unter Umständen eine Alternative zur Kinderbehandlungsliege „Fridolin“ von Ultradent, München.
Der Vertrieb in Deutschland läuft, so wie es aussieht, über Multident/Arseus Dental.
Dort wird als Hersteller Dentronic angegeben, über den ich allerdings nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte.
von Ronald Wecker
Der Verdacht einer iatrogenen Perforation ergab sich bereits aus dem präoperativem Röntgenbild. Irgendwie liess sich die im Bereich der Funktion gelegene Guttaperchaspitze nicht so recht mit der Längsachse einer der vorhandenen Wurzel in Einklang bringen.
Zunächst erfolgte die vorsichtige Freilegung der Guttapercha. Diese konnte anschliessend unter Zuhilfenahme eines kleinen Greifinstrumentes in toto aus dem Knochen entfernt werden. Nach sonoabrasiver Präparation der Perforationsränder wurde der Pulpakammerboden nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA „instandgesetzt“ und mittels Flow-Komposite verstärkt.
von Olaf Löffler
Über schrumpfungsoptimierte Kunststoffe wurde hier und hier bereits mehrfach geschrieben. SDR® (Dentsply) und X-tra base (Voco) wurden genannt.
Von Voco haben wir X-tra base seit kurzer Zeit neben dem Dentsplyprodukt in der Anwendung. Insbesondere in der postendodontischen Versorgung beim Auffüllen der Kavitäten nach präendodontischem Aufbau und nach Wurzelfüllung haben sich das gute „Anfließverhalten“ gezeigt. Wir setzen das Material nicht in der beschriebenen Bulkfüllungstechnik ein, sondern schichten damit wie gewohnt in ca. 2mm Inkrementen.
Das X-tra base in Caps ist mit einer längeren und biegbaren, langen Kanüle ausgestattet. Damit sind kleine Mengen des Materials besser platzierbar und das Handling unter dem Mikroskop erscheint und einfacher. Das Anfließverhalten scheint fast gleich zu sein. Im Xtra base hatten wir einmal Lufteinschlüsse im Röntgenbild gesehen – siehe Rö.
Anbei einige Beispiele.
Von Christoph Kaaden
Vor einiger Zeit habe ich über den „neuen“ WordPress Blog VOXELTALK von Marc I. Semper berichtet….
binnen kürzester Zeit hat dieser (zurecht) bereits breite Akzeptanz und Zusprache gefunden…
heute möchte ich Ihnen einen entsprechenden Ausblick auf 2014 liefern, der allerdings (oder „zum Glück“) primär nicht mit der Endodontologie vergesellschaftet ist.
Ab Januar 2014 wird der international sehr renommierte Prof. Dr. Tore L. Hansson wöchentlich seinen neu gegründeten Blog – kondyläre Asymmetrie TACAR- (des Kiefergelenks) ins Leben rufen. Gerade für diejenigen, die sich mit dieser sehr komplexen Thematik näher beschäftigen wird dieser sicher ein zukünftiges Highlight darstellen und liefert eine interaktive Plattform mit dieser Thematik …
von Donald Becker
Wie stand so schön am letzten Freitag in einem Kommentar zu diesem Beitrag hier, in dem es um die präoperative Anfertigung eines DVT´s bei einem symptomatischen Zahn eines jugendlichen Patienten als Zustand nach zurückliegendem Trauma ging:
„Mit Kanonen auf Spatzen schiessen“.
Ich oute mich jetzt mal.
Es ist nicht mein Patientenfall, aber ich hätte in diesem Falle (genau wie der Kollege) vermutlich ebenfalls vorab ein DVT gemacht.
Die Frage sei aber in diesem Zusammenhang erlaubt: Woran macht man fest, wann vorab ein DVT gemacht werden sollte ?
Wäre es nicht auf jeden Fall sinnvoll, zunächst einmal ohne DVT in den Zahn hineinzuschauen ?
So wie wir es die letzten 100 Jahre ja auch gemacht haben.
Es kann ja nicht alles schlecht gewesen sein, was wir bis dato getan haben.
IMHO (hier halte ich mal die englische Formulierung für passender als ein eingedeutschtes „meiner unerheblichen Meinung nach“) befindet sich das DVT in einer Rolle, in der sich, die Endodontie betreffend, das Dentalmikroskop vor 15 Jahren wiederfand. In einem Schwebezustand, eine wie auch immer geartete Evidenz, den diagnostischen Nutzen betreffend, ausweisen oder ausschliessen zu können.
Und solange diese Frage nicht erschöpfend geklärt ist, muss weiterhin erlaubt sein, zu hinterfragen: Gibt es überhaupt einen adäquaten zusätzlichen Nutzen, der den entsprechenden aparativen und finanziellen Mehraufwand und vor allem die damit zwangsläufig verbundene zusätzliche Strahlenbelastung rechtfertigt ? (Diese beträgt lt. Auskunft des Herstellers für unserer Gerät bei dem von uns verwendeten FoV ca. 20 MicroGray und bewegt sich damit in der Größenordnung eines analogen OPG´s, wie es in der Zahnmedizin seit mehreren Jahrzehnten bekannt und anerkannt ist).
Das Problem ist – eine diesbezüglich verwendbare allgemein gültige Antwort liegt (wenn überhaupt möglich) frühestens erst in ein paar Jahren vor.
Wie also bis dato im jeweiligen konkreten Einzelfall verfahren ?
Just zu dem Zeitpunkt, als der „Kanonen auf Spatzen“ – Kommentar bei Wurzelspitze eingestellt wurde, saß in unserer Praxis ein Patient wegen einer Wurzelkanalbehandlung 36 (Zustand nach initialer WK 36 durch den Hauszahnarzt, auf Grund einer Schmerzproblematik, seitdem schmerzfrei) im Behandlungsstuhl. Die parodontale Situation des ehemals pulpitischen, aber vitalen Zahnes ist einwandfrei, Taschentiefen zirkulär 2 mm, Lockerungsgrad 1.
Hier nun meine Frage:
Sehen Sie im Zahnfilm irgendwelche Befunde, welche die Anfertigung eines DVT´s rechtfertigen würden ?
Gibt es irgendwelche möglichen Befunde, die im DVT sich darstellen könnten, die im Zahnfilm verborgen bleiben ?
Take Our PollIch persönlich würde im vorliegenden Fall für „auf das DVT kann verzichtet werden“ voten. Für mich sieht der Zahn unauffällig aus, und ich habe keinen Hinweis, dass dieser Zahn im Wurzelbereich(von einem nicht eindeutig deutbaren winzigen, leicht röntgenopaken Punkt in der mesialen Wurzel abgesehen) eine irgendwie geartete Besonderheit aufweisen könnte.
Es wurde im konkreten Fall aus Gründen, die ich nachliefern werde, ein DVT vorab erstellt.
Im DVT zeigten sich daraufhin 3 Befunde, die im Zahnfilm nicht sichtbar zu machen sind.
Haben Sie eine Idee, welche Befunde dies sein könnten ?
Dann, werter Leser, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion.
von Christian Danzl
Hand auf Herz!
Wie viele Unterkiefer Leitungsanästhesien sitzen bei Ihnen auf’s erste Mal?
100% ? – Uiuiuiui. Vielleicht doch noch mal überdenken.
95% ? – Respekt!
90% ? – nicht schlecht
80% ? – immer noch passabel
70% würde heissen, Sie müssten fast bei jeder 3. LA nachanästhesieren.
Keine 100% Trefferquote zu haben ist aber auch nicht verwunderlich, wenn man sich überlegt, dass so eine UK-LA ja Hauptsächlich im „Blindflug“ stattfindet. Man will möglichst vor dem Muskel einstechen, muss um die Kurve und um dann, je nach Anatomie, mehr oder weniger tief auf den Knochen, neben den Nerv, zu treffen.
Abhilfe bzw. Erleichterung auf diesem Gebiet verspricht eine französische Entwicklung, die auf dem GNYDM diesen Jahres vorgestellt wurde (auf der nächsten IDS werden sie sicher auch sein):
Axes Repère
Eine „Zielvorrichtung“ für die UK-Leitungsanänthesie.
Hier eine Videoanleitung zur Handhabung.
Ein Foto davon durften wir auf der Messe leider nicht machen (warum weiss ich nicht genau, denn einen Flyer mit Abbildungen bekamen wir mit und auf der Website ist alles genau zu sehen), deshalb nur die Verweise auf die Website.
So, nun der Preis: 399,-€
Auf den ersten Blick nicht unerheblich. Eine Karpulenspritze ist dabei, dann bleiben immer noch gut 350,- € für ein einfaches Plastikspritzgußteil.
Aber:
Wenn man überlegt, dass durchaus ein paar Münder vermessen werden müssen, um die optimale Form zu erreichen, Modelle, Prototypen, Spritzgussform(en) hergestellt werden müssen, wahrscheinlich erst für eine Kleinserie, Marketing (Messestände, Internetauftritt….), Vertrieb usw. verwundert der Preis weniger.
Auch unter dem Gesichtspunkt, dass man dieses Teil nur einmal im Leben kaufen wird.
Jetzt fragen Sie sich:
Wer braucht sowas?
Hab ich mich auch gefragt, denn bei mir sitzen die Leitungen relativ sicher.
Immer?
Definitiv nicht.
Wenn der Patient den Mund weit aufmacht, die Zunge aus dem Weg ist und ruhig hält, zu 99%.
Aber wenn nicht?
Übergewichtiger, bruxender Pykniker mit Spritzenangst, „breiter“ Zunge, sehr eingeschränkter Mundöffnung und starkem Speichelfluss als Worstcase?
Da ist man um jede Hilfe froh.
Ob das Teil in solchen Extremfällen einwandfrei funktioniert, weiss ich leider nicht.
von Oscar von Stetten
Seit Jahren bin ich ein grosser Fan des Kaps-Fototubus.
Bei korrekter Justage hat er ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis und gute Qualität zu bieten.
Nun kam Anfang des Jahres eine aktualisierte Ausgabe von Kaps auf den Markt.
Warum aktualisiert?
Ganz einfach: er wurde auf die Nex-Reihe von Sony, die sich zu Recht grosser Beliebtheit erfreut, berechnet. Die Brennweite muss ein wenig gestiegen sein, denn er ist ein wenig länger als der alte Tubus.
Von aussen sieht man ansonsten nicht viel an Änderung.
Nex dranschrauben und loslegen.
Performance? Ausgezeichnet.
Der Tubus kann vom Zahnarzt selber justiert werden, wenn der Bedarf da ist, andererseits kann er von einem Servicetechniker auch direkt am OPMI justiert werden. Warum das so sein kann? Weil überall mit Toleranzen gearbeitet wird. Und bereits 100µ schon mal über Wohl oder Wehe entscheiden.
Wer über die LiveView-Funktion fokussiert und Fotos macht wird das nicht zwangsläufig brauchen, derjenige der Fotos macht ohne Fokussierhilfe über einen Monitor wird sich über eine einfache Justage freuen.
Ein besonderes Highlight der Neuauflage: Ich konnte Kaps davon überzeugen, auch für Zeiss-Mikroskope ein fixes Zeiss-Attachement zu verwenden. Die alten Tuben bekam zur Grössenanpassung einen Überwurfring mitgeliefert, der über Madenschrauben befestigt wird. Diese Lösung war fehlerbehaftet, so konnte durch ungleichmässiges Anziehen der Madenschrauben die optische Ebene durch Verkanten schon mal schräg gestellt werden. Die mechanische Stabilität war auch nicht zu 100% gegeben.…. Vergangenheit ;-)
Ansonsten hatte ich bisher keinen Fotoadpater am DM, der Belichtungszeiten von bis zu 1/1600 bei ISO400 erreicht. Zwar mit Xenon 180, aber der Adapter hat definitiv Reserven.
Probleme? Ja. Bei höchster Vergrösserung mit maximaler Lichtleistung am DM hat der Tubus eine merkliche Streulichtproblematik. Sieht man das? Ja. Lösung? Ganz einfach, nicht bei höchster Vergrösserung fotografieren. Die einfachste Variante. Macht man sowieso nicht.
Vorteil gegenüber anderen NEX-fähigen Lösungen: Justierbarkeit und vor allem die T2-Adapter können getauscht werden. Wenn man also bereits eine andere APS-C-Kamera sein eigen nennt kann man sich von Kaps den T2-Adapter tauschen lassen und seine Kamera weiterverwenden.
Fazit
Wer vor einer Neuanschaffung oder Aufrüstung steht sollte sich diesen Adapter mal genauer anschauen. Die Bilder sind out-of-the-cam ohne weitere Nachbearbeitung. Ich bin zufrieden.
von Andreas Habash
Nachdem seit 01.01.2010 der Steri K5+ der Firma Getinge täglich bis zu 12 mal problemlos seinen Dienst tut, haben wir uns vor über einem Jahr für den Getinge Claro als RDG entschieden.
Dieses Gerät läuft auch problemlos und wartungsfrei.
Die uns gelieferte Injektorrampe der Firma Getinge haben wir aber sehr schnell gegen eine spezielle Injektorrampe der Firma MEDIDES (www.medides.de) getauscht.
Die Hauptvorteile sind
Je nach Bedarf der einzelnen Praxis kann man die Bestückung individuell anpassen lassen.
Ein klares „must have“ für Getinge Claro Nutzer.
Den Chef und Hersteller der Rampe, Herrn Sager, erreicht man für Preisanfrage und Abklärung der Konfiguration unter info@medides.de.
Hier einige Bilder zur speziellen Dental Injektorrampe der Firma MEDIDES.
von Ronald Wecker
Im Alter von ca. 6 Jahren wurde bei einem Sturz der Vorgänger dieses 11 in den Kiefer intrudiert. Der Zahn 11 brach in der Folge sehr stark verzögert durch und wurde kürzlich in eine festsitzende lieferorthopädische Therapie einbezogen.
Nunmehr 6 Jahre nach Trauma stellt sich der junge Patient mit dem folgenden Befund vor.
Zahn 11 reagiert negativ auf Kälte und elektrischen Reiz. Die vestibuläre Apikalregion ist druckdolent. Eine Fistelung besteht nicht. Radiologisch fällt neben der fast vollständigen Obliteration der oberen Kanaldrittel eine kugelige Verdickung des apikalen Wurzeldrittels auf.
Das DVT zeigt eine fehlende labiale Knochenlamelle, eine laterale Aufhellung, aber auch immer wieder, irregulär angeordnete Hohlräume im Innern des obliterierten Wurzelkanals.
Der Behandlungsplan sieht neben einer Probetrepanation ohne Anästhesie und unter Kofferdam, bei negativer Sensibilität die orthograde endodontische Therapie des Zahnes vor. Dem DVT können dabei für die Ausrichtung der Zugangskavität und das Aufbereiten der obliterierten Anteile wichtige Anhaltspunkte entnommen werden.
Interessant finde ich das fast vollständige Fehlen einer apikalen Aufhellung.
To be continued.
Von Christoph Kaaden
Vor zwei Wochen hatte ich in diesem Beitrag über unser Projekt -Praxis Logo- berichtet…
nach einigem hin und her habe ich mich also hierfür entschieden:
Entworfen hat es der Grafik-Designer Holger Hartz.
Mich würde Ihre Meinung hierzu interessieren…
von Oscar von Stetten
Auf der IDS 2013 konnte man auf dem Zeiss-Stand eine ins Pico integrierte Recordingeinheit sehen. Explizit als „Technologiemuster“ ausgewiesen wurde die Einheit nun vor ca. 8 Wochen in unser Pico eingebaut. Im Zusammenspiel mit der für das Pico erhältlichen integrierten Full-HD-Kamera eine sehr nette Ergänzung.
Die Eckdaten lesen sich gut:
Streaming (live) ins Netz
Speicherung auf USB-Stick
Speicherung auf ein beliebiges Netzwerkverzeichnis
Capture Film / Bild
Wir sind gegenüber Videokameras und deren Fähigkeiten, Fotos zu machen, sehr skeptisch eingestellt. Das haben wir auch gegenüber Zeiss in der Vergangenheit häufig kommuniziert. Die Kamera sind wir schon gewohnt, das gelieferte Livebild ist in Ordnung, vergisst man nicht die Tatsache, dass wir es „nur“ mit einer 1-CCD-Kamera zu tun haben. Dafür ohne Kabelsalat und Adapterdrucheinander.
Bisher war das capturen von Filmen oder Bildern mit einer externen Verkabelung und einem externen Gerät, wie dem z.B. von uns stets und immer noch empfohlenen BlackmagicDesign Pro.h264-Recorder, verbunden. Der Workflow ist jedoch, abgesehen von einer guten Integration in z.B. Fotostation von Carsten Schafflhuber, etwas holprig. Man hatte Filme auf einem Speichermedium, die erst eingelesen, beschnitten und bearbeitet werden mussten. Oft nahm man alles auf, obwohl nur bestimmte Teilabschnitte der Therapie von Interesse waren. Stills (Photos) aus einem Film zu extrahieren ist nach wie vor ähnlich umständlich.
Uns störte die externe Verkabelung immer mehr, scheint ein Alterseffekt zu sein ;-) zudem war ein zusätzliches Gewicht am Pico für die Stabilität der Mechanik nicht von Vorteil. Wir haben ein Pico Mora, unser Dokumentationsausgang ist ein 80:20. Für die meisten Standalone / SLR Kameras viel zu wenig Licht, auch mit Xenon. Natürlich könnte mit der Nex-Serie von Sony ein adäquater Ersatz vorhanden sein, unsere Erfahrungen zeigen allerdings, dass es dafür den richtigen Fotoadapter braucht. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Den Bereich der High-ISO-Fotografie am Mikroskop wollen wir auch nicht näher betrachten, darum geht es hier nicht.
Die Installation der Einheit in unser vorhandenes Gerät wurde von einem Servicetechniker der Fa. Zeiss vorgenommen und dauerte ca. 2 Kaffees und 3 Stunden. Warum ein Techniker? Weil die Kamera als Nachrüsteinheit nach dem Einbau noch justiert werden muss. Da die Recordingeinheit ihren grössten Vorteil, die Netzwerkanbindung, erst mit einem eingerichteten und vorbereitetem Netzwerk ausspielen kann, gibt es VOR Installation einen kurzen Fragebogen mit den wichtigsten Punkten wie z.B. IP-Adresse, Netzwerkverzeichnis etc. Hat man diese Daten vorab, wird die komplette Einheit vom Techniker Nutzungsfertig hinterlassen. Wir haben allerdings knapp 4 Tage für die Einrichtung gebraucht, weil
a.) der Fragebogen bei uns nicht vor Installation ankam
b.) unser Elektriker beim Verlegen der Netzwerkleitungen und dem Messprotokoll wohl nicht soooo sauber gearbeitet haben
c.) unser SBS irgendwo gezickt hat und das sehr mühsam herauszufinden war
ALLE aufgelaufenen Fehler waren jedoch nie auf die Recordingeinheit zu schieben, die hat stets funktioniert. Unser Dank an Zeiss für die schnelle und unkomplizierte Hilfe bei der Durchsicht der Fehlerprotokolle an dieser Stelle…. wir mussten nicht einmal mit Veröffentlichung drohen ;-)
Dennoch, es war eine schöne Chance, mal wieder wie früher, mit einem Netzwerktester durch die Praxis zu krauchen und Kabel durchzumessen.
Der Techniker war wieder weg und wir überlegten jetzt, wie das denn jetzt mit den Bildern und Videos geht. Noch komplizierte, umständliche Workflows und Insellösungen gewohnt hat es uns ein wenig verstört dass die Recordingeinheit mittels der mitgelieferten Fernbedienung einfach das macht, was sie machen soll. Bilder und Filme. Fertig. Nichts mehr dazu zu sagen. Es funktioniert einfach. Man kann die Qualität der Filme einstellen, man kann wählen in welchem Format die Fotos abgespeichert werden, das wars. Die üblichen Parameter wie Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung gehen auch noch. Vollkommen unspektakulär……
Na ja, es gibt auch Pferdefüsse….. die Kamera ist auch über einen integrierten Webserver steuerbar. Um diese Möglichkeit zu nutzen, benötigt man zumindest unter Windows, den allerneuesten Internet Explorer….. Mac´s gehen gleich ;-) Dafür können Mac´s die Filme nicht ohne weiteres abspielen, das hat etwas mit den leidigen Codecs zu tun, aber es gibt Workarounds. Wer sich den VLC installiert, hat gar keine Probleme mehr, zur Not kann man mit diesem Programm auch die Videos recodieren, aber auch das ist ein anderes Thema….
Die Positionen der IR-Sensoren für die Fernbedienung am Gerät sind (so wurde mir versichert) in langen Testreihen eruiert worden. Wir sind zwar nicht sicher, wer das getestet hat und wie die Positionen zustande kamen, am Anfang ist es etwas fummelig bis man weiss, wohin die FB gerichtet werden muss. Allerdings ist das kein großes Problem, es gibt bei Amazon ein kleines Kästchen, einen sogenannten IR-Verlängerer mit Batteriebetrieb (z.B. http://www.amazon.de/gp/product/B00492TI9O/ref=oh_details_o01_s00_i00?ie=UTF8&psc=1). Zentral gesetzt erleichtert dieses Teil die Aufnahme enorm. Warum man das braucht kann ich abschliessend nicht beurteilen. Das Capturen und Filmaufnehmen startet wirklich SOFORT nachdem man den entsprechenden Knopf gedrückt hat, dabei läuft das Livebild ungestört weiter, nach Abschluss einer Aufnahme kann eine erneute Aufnahme erst nach ca. 4 Sekunden gestartet werden. Hilfreich wäre es, die erneute Aufnahmebereitschaft mit zwei Piepsern wieder akustisch anzuzeigen. Die Einheit ist upgradefähig, wenn es eine neue Firmware gibt, kann man diese per USB-Stick aufspielen.
Zeiss liefert die Kamera zusätzlich mit einer Smart-Recording Funktion aus. Dabei werden ständig die letzten 30 Sekunden gespeichert, damit man auch das aufzeichnen kann was in der Vergangenheit geschehen ist. In unserem täglichen Praxisablauf habe ich dafür bisher so was von keine Verwendung gefunden. Wobei Reaktionen von Kollegen recht positiv waren. Am besten vorführen lassen ;-)
Beispielbilder findet man angehängt. Natürlich erreicht ein Full-HD-Frame nicht die Qualität einer dSLR oder einer Mirror-Less. Man schaut 2.1MP gegenüber 16MP an. Wo liegen denn jetzt die wirklichen Vorteile aus unserer Sicht?
1.) plug´n´play. Einstecken, los geht´s. Keine komplizierten Anleitungen, keine Programmorgien Es funktioniert auf Anhieb
2.) vollkommen transparent
3.) einfacherer Workflow
4.) angenehme Kabelführung, kein zusätzliches Gewicht am Pico-Kopf
5.) ziemlich lange gleich bleibende Rausch- und Schwarzwerte, das liegt jedoch an der Kamera
6.) Nur zwei Knöpfe auf der FB nötig, die Recordingeinheit ist auch in der Lage, die gespeicherten Bilder/Filme wiederzugeben und auch zu navigieren.
Es ist also keine separate Abspielstation von Nöten, nicht einmal ein PC. Die komplette Patienten- und Ordnerverwaltung kann über die Box abgewickelt werden. Ob es eine Möglichkeit der Tastaturanbindung gibt, damit man den Patientennamen und Nummer nicht fummelig über eine FB eingeben muss, kann ich nicht sagen. Das Webinterface ist dafür ehrlich angenehmer…..
Richtig Spass macht das Ganze mit einer Bildverwaltungssoftware, bei uns Reveal. Über die Browsersteuerung kann ich direkt aus der Reveal heraus ein Foto aufnehmen oder den Film aufzeichnen, dieser wird direkt Patientenbezogen in Reveal importiert und kann dort weiter bearbeitet werden. Das schöne: ich kann, während der Film im Reveal läuft, mit einer Taste ein Frame capturen. Ich brauche also nicht zwangsläufig eine separate Videosoftware…. aber es reicht mir ein Programm. Die Edit-Funktion ist natürlich nur rudimentär, aber für unseren Bedarf reicht es völlig aus. Wenn wir Filme für Fortbildungen brauchen, werden die in gewohnter Weise woanders bearbeitet…
Fazit:
Für die tägliche Dokumentationsroutine völlig ausreichend. Das schöne ist, mit der Kamera kann man auch in hohen Vergrösserungsstufen ohne grössere Probleme Bilder machen, die noch verwertbar sind. Das geht mit anderen Lösungen nicht ohne weiteres.
Bilder mit dem Mikroskop aufzunehmen funktioniert inzwischen recht reproduzierbar und zuverlässig. Das ist weniger eine Frage der Technik. Die Bequemlichkeit und ein simpler Workflow ist IMHO vielmehr eine Frage der Bildverwaltungssoftware. Wenn alles einfach läuft, wird man auch standarisiert dokumentieren können ohne schlechte Laune zu bekommen.
Wer als Einsteiger den Einarbeitungsaufwand und die zusätzlichen Investitionen scheut (und die damit verbundenen Arbeit), macht damit sicher nichts verkehrt. Für diejenigen, die auf 10x5m Leinwänden präsentieren, könnte es nicht reichen. Wobei ich die Bilder letztens mal auf eine 5x5m Leinwand geworfen hatte und so schlecht sahen die dann auch nicht mehr aus ;-)
Vergleicht man die Qualität der gelieferten Bilder mit dem, was weltweit so dokumentiert und veröffentlicht wird, liegt man mit dieser Lösung in den oberen 30%, ohne den ganzen Aufwand treiben zu müssen, den man mit externen Lösungen hat…. Aber: ob es reicht oder nicht, muss jeder für sich selber entscheiden. Es bleibt zu hoffen, dass man im Laufe der Zeit durch Firmware-Updates mehr rausholt, ich denke da an z.B. HDR, Cross-polarization-Aufnahmen etc. Aber das sind nur Hirngespinste, Möglichkeiten bietet die Einheit zumindest.
Bleibt zum Schluss nur die Frage, warum gibt es denn für das ProErgo nicht auch………….
von Christian Danzl
Wenn die Endo dann doch versagt hat, kommt oft das Implantat.
Im Frontzahngebiet hat sich bei uns das Bone-level Implantat von Straumann bewährt.
Wenn es um die Ästhetik geht, auch mit einem Zirkon-Abutment. Da sich die Gingiva im Laufe der Jahre doch mal zurückziehen könnte, lassen wir auch das Abutment vom Zahntechniker einfärben. Möglichst übergangslos vom Kronenrand.
von Haya Hadidi
Wer sich mit diesem Management-Konzept näher beschäftigen möchte, dem sei die Beschäftigung mit der entsprechenden Literatur empfohlen, die seitens des Charthouse-Verlags vertrieben wird. Bei meiner Internetrecherche habe ich auch zahlreiche Coaching- und Trainingsangebote zu diesem Thema gefunden, die ggf. ebenfalls in Anspruch genommen werden können. Ich habe in meinem eigenen beruflichen Umfeld positive Erfahrungen mit Team-Coachings gesammelt.
von Ronald Wecker
Die überwiesene Patientin brachte ein sehr ausführlich gehaltenes Überweisungsschreiben mit, in welchem der überweisende Kollege um die endodontische Weiterbehandlung des Zahnes 25 bat. Der s-förmige Kanalverlauf und offensichtlich stark obliterierte Kanaleingänge hatten ihn bewogen von der Durchführung der Behandlung Abstand zu nehmen.
Die Patientin gab an, dass sich vor ca. 3 Wochen an Zahn 25 eine bukkal gelegene Fistelung eingestellt hatte, die nach der Erstversorgung (Trepanation 25 und Einlage von CaOH2) zwar deutlich kleiner geworden war, jedoch nicht vollständig abgeheilt war.
Klinisch war die nicht aktive, jedoch vorgewölbte und gerötetete Fistelung zwischen Zahn 24 und 25 gelegen. Die mitgebrachte aktuelle Röntgenaufnahme zeigte neben einer apikalen Aufhellung an Zahn 25 auch eine unvollständige Wurzelfüllung des überkronten und mit einem gegossenen Stiftaubau versorgten Zahn 24.
Um nicht dem Offensichtlichen zu erliegen (negativer Sensibilitätstest 25, Perkussionsempfindlichkeit achsial und lateral Zahn 25, palpatorische Druckdolenz Zahn 25 und, nicht zu vergessen, das Überweiserschreiben) kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen, alle anderen, in der in Frage kommenden Region befindlichen Zähne als Verursacher auszuschliessen.
Da eine Sondierung des Fistelganges, der weiteren Aufschluss über die vermutliche Ursache hätte geben können, ohne Inzision nicht möglich gewesen wäre, wurde zu genaueren Diagnostik ein DVT angefertigt.
Im Ergebnis, das nachfolgende Video zeigt es deutlich, wurde die Patientin darüber informiert, dass auch an Zahn 24 ein Behandlungsbedarf besteht.
Das DVT zeigt deutlich eine distal gelegene laterale Aufhellung an Zahn 24. Die Wurzelfüllung ist unvollständig und der Apex ist von einer apikalen Aufhellung umgeben.
Die Auswertung des DVT ergab ausserdem, dass die Aufbereitung der konfluierenden Kanäle in Zahn 25 leichter zu bewerkstelligen ist, wenn mit dem nicht in mehreren Ebenen gekrümmten palatinalen Kanalsystem begonnen wird. Der Sealeraustritt nach mes ial lässt fast an eine x-förmige Kanalkonfiguration des 25 denken, die sich aber auch nicht mit vorgebogenen Instrumenten verifizieren liess. Der weiter koronal gelegene Sealeraustritt korreliert mit dem ebenfalls im DVT zu erkennenden hohen Seitenkanal. Die bei der Erstbehandlung beinahe entstandene Perforation zwischen beiden Kanälen (orangefarbene Markierung) wurde adhäsiv abgedeckt.
von Ostidald Wucker
Anbei ein Fall aus unserem Recall. Im distalen Kanalsystem des Zahnes mussten wir in der ersten Behandlung eine erhebliche apikale Sekretion beobachten. Trotz 15 minütiger Absaugung war nur eine Verlangsamung der Sekretion zu verzeichnen. Die ultraschallgestützte Natriumhypochlorit-Spülung zur Desinfektion und Gewebeauflösung sowie zur Entfernung von Smearlayer und Debris die Spülung mit Zitronensäure gehören als Standard zu allen unseren Behandlungen.
Nach Kalziumhydroxydeinlage konnte in der nachfolgenden Sitzung die Wurzelfüllung im getrockneten Kanalsystem problemlos durchgeführt werden. Im Ausgangsröntgenbild war die Ausdehnung zu erkennen. In den nachfolgenden Mess- und Kontrollaufnahmen war das Geschehen an der distalen Wurzel kaum zu erkennen. Im Recall zeigte sich jetzt eine deutliche Heilunsgtendenz. Es könnte also alles gut werden. Die Krone wird gerade erneuert.
Von Bonald Decker
nicht nur einmal haben wir von dem ungleichen Duell -Implantat versus Zahn- berichtet. Zuletzt vor einigen Wochen hier.
Nun „schreiben“ wir wohl leider das nächste „Kapitel“ dieser „traurigen“ Geschichte.
Diesmal scheint es einen unteren Frontzahn „erwischt“ zu haben.
In der Einzelzahn-Röntgenaufnahme stellte sich das Ganze so dar:
Als „Besonderheit“ zeigte sich diesmal, dass die Implantation (wohl) zu einer lateralen Perforation des Kanalsystems geführt hat. So deute ich auf jeden Fall die folgende Messaufnahme nach endometrischer Bestimmung des (Neo) Apex …
Was also nun?
Wie würden Sie weiter verfahren?
Von Donald Becker
Hier war guter Rat teuer.
Die Patientin, ein 17 jähriges Mädchen, war von einem Überweiser an uns verwiesen worden, nachdem ihn eine Kollegin in einer Mail um Hilfe gebeten hatte:
„Hallo XXX,
hier die Rö-Bilder des Zahnes 21. Nach langer Suche hatte ich irgendwann den Kanal gefunden.
Die Meßaufnahme war 15 mm ( RH: inz).
Abgefüllt ist der Zahn mit einem Gutta Stift Gr. 50. Leider fistelt der Zahn jetzt. Vielleicht hast du ja eine Idee.
Danke dir
Liebe Grüße
YYY“
Ich möchte daher die Frage des Hauszahnarztes weitergeben, vielleicht haben Sie, liebe Leser, eine Idee:
Wie sollte im vorliegenden Fall konkret vorgegangen werden und welche Prognose hat die von Ihnen präferierte Therapie ?
Anbei noch 2 OPG – Bilder und ein Video des angefertigten DVT´s.
Eine Bemerkung noch zu den „beiden“ OPG`s.
Es handelt sich bei beiden Bildern um die gleiche Aufnahme, es wurde also nur ein OPG erstellt. Die Bilder zeigen vielmehr das Original – OPG und die veränderte Aufnahme nach Anpassung der Frontzahnschicht auf die patientenspezifische Situation. Ein Feature, das unser Röntgengerät bereithält. Man sieht eine verbesserte Erkennbarkeit der Frontzahnbereichs, die in diesem Falle sich in einem (für mich tolerablen) wellenförmigen Verlauf der OK- Eckzahn- und Prämolarenwurzeln niederschlägt.
Hier noch das Video.
von Christian Danzl
Es wurden hier schon langfristig funktionierende Spender vorgestellt.
Eine günstige Alternative, der Saraya GUD 1000, kommt aus Japan, allerdings, wie so oft, Made in China. Drauf gestossen bin, als ich dem Dental-Depot meines Vertrauens einen Besuch abgestattet habe.
Auf die Frage, ob der günstige Spender auch funktioniere, bekam ich als Antwort ein klares Ja. Bis jetzt keine Beanstandungen.
Dann hab ich mal bestellt. Letzte Woche sind sie gekommen. Sie funktionieren mit 1l Euro-Flaschen und benötigen 4 Mono-Batterien.
An der Wand oder auf dem Tisch.
Ich werde berichten.
von Ronald Wecker
Als ich im März 2011 hier auf Wurzelspitze die ersten Bilder unseres VeraViewEpocs 3De einzustellte, gab es nachfolgend zum Teil heftige Diskussionen um Sinn und Notwendigkeit einer solchen Untersuchungsmethode.
Die Kommentare der Kritisierenden reichten damals von „da kann man auch einfach einmal aufklappen und nachschauen“ bis „das hätte ich im Mikroskop irgendwann auch schon gesehen„.
Nach nunmehr fast drei Jahren des klinischen Einsatzes kann ich sagen, dass die Nutzung der dreidimensionalen Röntgendiagnostik den gesamten Behandlungsablauf in unserer Praxis (positiv) beeinflusst hat.
Bereits im Erstgespräch können fallbedingte Risiken und mögliche Komplikationen sehr viel besser erkannt und entsprechend erläutert werden. Die seit dem Inkrafttreten des Patientenrechtegesetzes erhöhten Anforderungen an die präoperative Aufklärung sind ohne großen Aufwand zu erfüllen.
Im vorliegenden Fall lässt das DVT neben der ausgeprägten Lyse erkennen, dass es keine enge räumliche Beziehung zum N.alveolaris inferior gibt. Eine Gefährdung dieser Struktur hätte im Einzelbild nicht ausgeschlossen werden können.
Die distale Wurzel zeigt ein vermutlich anresorbiertes, weit offenes Foramen. Der Einsatz eines kollagenen Widerlagers und die Obturation mit MTA wird wahrscheinlich. Die Aufklärung kann darauf abgestimmt werden (MTA, Kollagen equinen Ursprungs).
Der mesiolinguale Kanal weist einen weit nach apikal reichenden schlitzförmigen Querschnitt auf. Es ist aufgrund der Lage und Ausdehnung der apikalen Lyse zu vermuten, dass er nach lingual mündet (Lage der Portal of Exits, POE’s). Somit ist der Einsatz deutlich nach lingual vorgebogener Handinstrumente einzuplanen, um die vermutete Anatomie „gängig“ zu machen.
Der mesiobukkale Kanal scheint bis fast zum radiologischen Apex zu reichen. Bei der radiologischen Überprüfung der endometrischen Längenmessung ist zu erwarten, dass die Längen für MB deutlich von der des ML abweichen werden.
Das Einbringen einer medikamentösen Einlage birgt im distalen Kanal die Gefahr, dass es zu einem „Auswaschen“ des CaOH2 über das weite distale Formen in den Periapikalraum kommen könnte. Zwar hat dies wahrscheinlich keine therapeutische Relevanz, kann aber schon einmal, berechtigterweise, skeptische Nachfragen verursachen.
Denn wie pflegt der hier mitschreibende Kollege Dr. Kaaden zu sagen: „Vorher ist Aufklärung, hinterher Rechtfertigung“.
Die präzisere Behandlungsplanung führt zu einem exakteren Kostenplan und versetzt die Mitarbeiterinnen in die Lage am Tag der Behandlung alle benötigten Instrumente und Materialien vorbereiten zu können, sodass ein reibungsloser Behandlungsablauf ermöglicht wird. Backward -Planning oder „zu -wissen-was-kommen-wird“ sind Begriffe die häufig im Zusammenhang mit komplexen prophetischen oder implantologischen Behandlung Verwendung findet.
Der Einsatz des DVT ermöglicht nun auch in der Endodontie eine solche Vorgehensweise.
von Olaf Löffler
Eigentlich wollte ich heute über unseren neuen Getinge Claro WD15 Thermodesinfektor schreiben. Doch es gibt noch nicht viel zu schreiben. Außer…
Das Gerät im September bestellt, war erst jetzt lieferbar.
Zum Einbau ergab sich ein neues Problem. Das Gerät ist 85cm hoch. Die deutschen Einbaumaße sind 82,5 cm.
Wir müssen jetzt schnell die Möbel anpassen und auf das neue Einbaumaß bringen. Diese Überraschungen sind unschön. Für die Zukunft heißt das jetzt alle Maße bei Geräten, welche neu angeschafft werden vorher zu erfragen und sich nicht auf die Angaben „passt schon“ zu verlassen.
Von Christoph Kaaden
Im Zuge meiner Praxisneugründung im Januar 2012 und den damit verbundenen grossen und kleinen Aufgaben stand anfangs auch der Neuentwurf eines Praxislogos auf der „To-do-Liste“… aufgrund diverser Gründe rückte dieses Projekt jedoch auf meiner Aufgabenliste immer und immer weiter nach hinten und schien „Gefahr“ zu laufen davon gänzlich zu verschwinden…
dies änderte sich schlagartig, als ich kürzlich durch ein Gespräch mit einem Patienten auf eine Internet-„Lösung“ meines Problems namens –12designer– aufmerksam gemacht wurde.
Hierbei handelt es sich (Zitat der Homepage) um „ein innovatives Portal zur Durchführung von Kreativ-Projekten als Wettbewerb. Egal ob Logos, Flyer, Visitenkarten, Briefpapier, Grafiken, Aufkleber, Plakate, Webseiten, Illustrationen, Banner, Namensfindung, Sound und Multimedia-Videos – kurz alles, was gestaltet wird, findet über 12designer den richtigen Kreativen. Auch bei der Namensfindung für Ihr Startup oder ein neues Produkt hilft die Community.“
Kurzentschlossen habe ich dort eine Ausschreibung zur Logo-Gestaltung für unsere endodontische Praxis gestartet und war über die Resonanz mehr als (positiv) erstaunt.
120 Entwürfe von 32 Designern sind in der Ausschreibungsfrist bei mir eingegangen… mit zum Teil in meinen Augen sehr sehr kreativen Ideen und Vorschlägen…
vorgestern war Deadline und es galt sich zu entscheiden…
bevor ich Ihnen in einem weiteren Beitrag unser neues Logo tatsächlich zeige bleibt für mich ein kurzes Fazit zu ziehen.
Kurzum. Ich kann das Kreativ-Portal 12designer bisher sehr empfehlen, da es mir die Möglichkeit geboten hat zusammen mit unzähligen kreativen Köpfen einen weiteren Punkt von unserer Aufgabenliste zu streichen…
von Hans – Willi Herrmann
Um ehrlich zu sein – bislang hatten andere Apexlokatoren als unser Root ZX- Gerät in unserer Praxis keine reelle Chance.
Dafür hatte ich einfach zu gute Erfahrungen mit diesem Gerät gemacht in den letzten 20 Jahren. Und wenn ich als Crosscheck einmal andere Geräte hatte mitlaufen lassen, so war es Ihnen nie gelungen, dem Root ZX seinen Stammplatz streitig zu machen.
Und siehe da, der Quercheck mit diesem ergab bei diesem Zahn „sinnvollere“ Werte.
Ein solches Ereignis nimmt man dann zum Anlass, bei der nächsten unsicheren Messung wieder darauf zurückzugreifen. Und so hat sich im Laufe der Zeit als Resümee – aufbauend auf meinen langjährigen Erfahrungen – folgendes Procedere herausgebildet:
Entweder
das verwendete Root ZX Mini weißt eindeutige, verlässliche und reproduzierbare Messungen auf. Dann vertraue ich einzig auf dieses Messgerät und diese Messung.
In den Fällen, in denen keine eindeutigen Messungen erzielt werden können oder die Messungen nicht verlässlich und nicht reproduzierbar erscheinen, setze ich zusätzlich das Raypex 6 – Gerät ein:
Eine Wurzelkanallänge gilt dann als eindeutig, wenn mit beiden Geräte (die unterschiedliche Messverfahren einsetzen) ein identisches Ergebnis erzielt werden kann.
Fazit
Durch den zusätzlichen Einsatz des Raypex 6 in schwierigen Situationen konnte die Präzision der Messungen noch einmal gesteigert werden.
Ausserdem zeigt sich immer wieder, dass in den Fällen mit diskrepanten Messergebnissen mit fortschreitender Aufbereitung sich die abweichenden Messergebnisse der beiden Geräte immer mehr annähern und schließlich übereinstimmen, was dann als Validitäts- Kriterium gewertet werden kann.
Ich möchte auf Grund der gemachten guten Erfahrungen auf dieses Messprocedere nicht mehr verzichten.
von Bodald Necker
Hier habe ich vor 3 Jahren noch gemutmasst:
„… die 10 Jahre kriegen wir hin.“
Jetzt ist es soweit. Die Kompositfüllung am 16 ist 10 Jahre in situ.
Mängel?
Ja.
Okklusal ist ein kleiner Teil der Füllung ausgebrochen. Vor kurzem erst, nach Auskunft des Patienten. Die Stelle war kariesfrei, also oberflächlich angeraut und adhäsiv repariert.
Mängel behoben.
Sonst nichts auszusetzen, auch nicht an der mb Zahnhalsfüllung.
Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt…
von Ronald Wecker
32 Jahre nach orthograder Pastenfüllung und anschliessender Wurzelspitzenresektion zeigte Zahn 32 eine allmählich zunehmende klinische Symptomatik mit palpatorischer Druckdolenz und achsialer Perkussionsempfindlichkeit.
Die genaue Ursache der Pulpanekrose konnte damals nicht ermittelt werden. Nach rezidivierenden Fistelungen wurde die endodontische Therapie von Zahn 31 und 32 eingeleitet und das Ganze dann chirurgisch „beendet“. Weshalb 31 im Gegensatz zu 32 mit einer retrograden Amalgamfüllung bedacht wurde, bleibt ebenfalls unergründet.
Beide Zähne waren bis dahin vollkommen unversehrt gewesen. Ein Trauma war dem Patienten nicht erinnerlich.
Nach Anlegen der Zugangskavität konnte die im koronalen Drittel befindliche Guttapercha entfernt werden. Die apikalen Wurzeldrittel waren mit einer pastösen Wurzelfüllmasse gefüllt. Bereits nach initialer Irrigation schien das gereinigte Lumen einen c-förmigen Querschnitt zu haben. Nach vollständiger Entfernung der alten Obturationsmasse erschien das Kanallumen zum Teil mit einem an der mesialen Kanalwand anhaftenden Dentin-„Zylinder“ ausgefüllt zu sein, der sich im weiteren Behandlungsverlauf mittels Ultraschall in toto entfernen liess.
Die Obturation mit MTA erfolgte in gleicher Sitzung. Gespannt bin ich auf die histologische Beurteilung des „Präparates“.
von Ostidald Wucker
Die Diagnose war bei dem hier geschilderten Fall gefragt.
3 Möglichkeiten standen zur Auswahl.
Meine Diagnose lautete: P. apicalis.
Die Perforation oder externe Resorption ist auch an Hand eines DVT nur eine Verdachtsdiagnose. Wir können an Hand der Anamnese einen Verdacht erhärten oder ausschließen.
Als Verdachtsdiagnose ist für mich die externe Resorption am wahrscheinlichsten. Das Schmerzgeschehen entstand ca. 12 Monate nach der endodontischen Behandlung. Bis dahin waren keine Beschwerden vorhanden. Der Zahn war klinisch unauffällig. Das anamnestisch ermittelte Traumageschehen erhärtet diesen Verdacht.
Eine Perforation wäre wahrscheinlich in der endodontischen Behandlung aufgefallen. Zumindest, wenn man ein Längenmessgerät benutzt. Der Behandler hat mit Längenmessgerät gearbeitet und den Perforationsverdacht nicht bestätigt. Die verwendete thermische Obturation hätte bei einer Perforation eine Sealer- und /oder Guttaperchaüberpressung gezeigt.
Von Christoph Kaaden
Seit Sommer 2008 arbeiten wir nun mit kabellosen Endomotoren von W&H.
Meine erste positive Beurteilungen über den Entran veröffentlichte ich im Oktober 2009 hier. Und zuletzt verlieh ich dem Produkt in unserem Adventskalender 2012 vier+ (von 5 möglichen ) Wurzelspitzen.
Gestern ist es nun also passiert.
5 1/2 Jahre nach Erstanschaffung und absoluter Zuverlässigkeit bei von bis zu sechs endodontischen Behandlungen am Tag hat einer der Entran einen (wohl irreparablen) Defekt entwickelt.
Ich wünschte mir, dass alle von uns verwendeten Produkte eine ähnliche Haltbarkeit an den Tag legen würden. Dies ist leider nicht der Fall. So wie z.B. unser Monitor (für Röntgenbilder und mehr) an der Centro-Säule, der nach nur knapp 1 1/2 Jahren defekt ist. Aber mehr dazu in einem anderen Beitrag.
Wir haben heute auf jeden Fall direkt einen neuen kabellosen Motor bestellt.
Unnötig zu erwähnen, was für einen…
Danke Entran für tolle 5 1/2 gemeinsame Jahre…
von Hans – Willi Herrmann
Sie sitzt gut bei angenehmem Tragekomfort und schließt sehr gut auch nach unten hin ab. Eine Schwachstelle unserer bisher genutzten Schutzbrillen beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop, weil sich beim liegenden Patienten doch eventuell etwas unter der dann nicht mehr optimal anliegenden Brille durchmogeln kann. Ich bin gespannt, ob sich die Brille (Preisempfehlung des Herstellers 22,90 Euro) im Praxisalltag bewährt und werde berichten.
von Noel Shabraq
Der Patient wurde überwiesen zur Endorevision.
Ein Zahnarzt, der Onkel des Patienten, hatte den Zahn versorgt, mit Wurzelkanalbehandlung, Glasfaserstift und Krone.
Gut zwei Jahre keine Probleme. Danach hin und wieder Missempfinden, Druckschmerz.
Also Revision.
„Schau es Dir mal an. Da ist ein Glasfaserstift drin, den kriegst Du schon raus… .“
Das ist das Schöne an den Glasfaserstiften, man kann sie relativ leicht entfernen.
Also Injektion, Kofferdam, Krone trepaniert, im Kunststoffaufbau den Stift gesucht und dargestellt. Ultraschallspitze eingespannt und los.
Es ist ein eher langwieriges Unterfangen einen, gut in Komposit eingeklebten, GF-Stift mit US zu entfernen, wenn eine bestehende Krone (vorerst) noch erhalten werden soll. Deutlich schneller ging es mit den Munde-Discovery Burs. Unter Sicht konnte der Stift gut raus gebohrt werden, die Kleberreste waren dann gut mit US zu entfernen.
Anschliessend ging es weiter mit der Excorporation der GP-Füllung.
Aber was fällt auf, wenn ein GF-Stift mit US entfernt wird?
Glasfasern, überall zerfledderte Glasfasern.
Ich weiss nicht, wie sich, speziell diese Glasfaserfragmente, beim Aspirieren (und dazu wird es unweigerlich beim Patienten und vor allem beim zahnärztlichen Personal kommen) im Respirationstrakt langfristig verhalten.
Eine Empfehlung kann aber sein, zumindest beim Einsatz des US, mit Wasser zu arbeiten, um die Partikel nicht im ganzen Behandlungszimmer zu verteilen – auch wenn die Sicht beim Arbeiten deutlich eingeschränkt ist.
von Ronald Wecker
Das präoperative Bild zeigt neben einer resizierten Wurzelspitze und zwei kleinen röntgenopaken periapikal gelegenen Fremdkörpern eine mehr oder weniger homogene Wurzelfüllung.
Im mittleren Wurzeldrittel fällt ein Bereich mit etwas geringerer Röntgenopazität auf, der sich klinisch als adhäsiv befestigter Glasfaserstift herausstellte.
Nach Anlegen der Zugangskavität und initialem Entfernen der koronalen Füllungsanteile kam es zu einer unerwartet starken Geruchsbelästigung, die von dem massiv kontaminiertem Komposit-Glasfaserstift-Verbund herrührte.
Die Ursache dafür trat wenig später zu Tage: Es löste sich die vollständig aus Schmelz bestehende palatinale Rückwand kurz nach der ultraschallunterstützten Spülung. Über dieses koronale Leakage war es zu einer Konatmination der im Kanal befindlichen Materialien gekommen, die letztlich die apikale Parodontitis verursacht hat.
Nach vollständiger Entfernung aller Obturationsmaterialien und intensiver Irrigation konnte das apikal gelegene Neo-Foramen eingesehen werden. In der zweiten Behandlungssitzung erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers die Wurzelfüllung mit MTA, sowie der adhäsive Verschluss. Die periapikal gelegenen Fremdmaterialien konnten nicht visualisiert werden und wurden daher belassen.
Was mich besonders erstaunte war der schwarze, geradezu teerige Film, der sich entlang der gesamten Grenzfläche Komposite/Wurzelkanal nach apikal ausdehnte. Ein ungewöhnliches koronales Leakage machte es möglich.
Von Bonald Decker
Die alio loco angefertigte Diagnose-Röntgenaufnahme dieses unteren ersten Molaren eines 24 Jahre alten Patienten liess auf dem ersten (und auch zweiten) Blick nichts Gutes verheißen. Neben einer ausgeprägten Osteolyse imponierte ferner ein vestibulärer Fistelgang, der mittels eingebrachtem Guttapercha-Stift dargestellt werden konnte.
Obgleich die j-förmige Aufhellung ein radiologischer Hinweis auf eine mögliche Wurzellängsfraktur sein konnte, zeigten die klinischen Befunde (z.B. Taschensondierung) keinen Anhalt hierfür.
Daher entschieden wir uns gemeinsam mit dem Patienten für die Durchführung einer endodontischen Therapie in zwei Terminen.
Hier das post-operative Röntgenbild:
Sechs Monate später stellte sich der Patient zur klinisch-radiologischen Nachuntersuchung wieder bei uns vor. Seit dem ersten Behandlungstermin mit chemo-mechanischer Reinigung (NaOCl, EDTA und CHX-Spülung; PUI; apikale Aufbereitungsdurchmesser: 35.06 bzw. 40.06) und medikamentöser Ca(OH)2-Einlage war der Zahn asymptomatisch. Das angefertigte Röntgenbild stimmt uns zuversichtlich, dass dieser „Erhaltungsversuch“ die richtige therapeutische Wahl war…
von Donald Becker
Der Patient, heute Ende 40, suchte im Februar 2011 wegen Beschwerden in Regio 35 unsere Praxis auf.
Ein angefertigter Zahnfilm des nicht auf einen durchgeführten Kältetest reagierenden, überkronten und als Brückenpfeiler dienenden Zahnes 35 ergab eine 6 * 12 mm messende apikale Aufhellung.
Der Zahn 35 wurde daraufhin am 09. Februar 2011 initial wurzelkanalbehandelt.
Nach Calciumhydroxideinlage erfolgte dann am 01. Juni 2011 die Wurzelkanalfüllung.
Am 23.Oktober 2013 suchte der Patient wieder unsere Praxis auf.
Die Röntgenkontrolle zeigte eine vollkommene knöcherne Konsolidierung der ehemals vorhandenen apikalen Knochendestruktion.
Der Patient, vor etlichen Jahren beruflich bedingt von unserem Praxisstandort weggezogen, ist mir aber aus einem anderen Grund nachhaltig in Erinnerung geblieben:
Er suchte im März 2000 mit extremen Zahnschmerzen unsere Praxis als Notfallpatient auf. Er hatte 2 Tage nicht geschlafen und verlangte die Extraktion des bereits irgendwann einmal alio loco wurzelkanalbehandelten Zahnes 25.
Die Symptomatik war nicht eindeutig, aber im Gegensatz zum Patienten vermutete ich nicht den Zahn 25, sondern den ebenfalls klopfempfindlichen und schwach auf den Kältetest reagierenden Zahn 24 als Schmerzauslöser.
Der Patient, Koch und Restaurantchef, beruflich stark eingebunden, bestand jedoch darauf, das ich zunächst seinen Zahn 25 behandle. Originalzitat: „Ich wette mein Haus darauf, dass es dieser Zahn ist, der die Schmerzen verursacht.“ Bei der WF- Revision fand sich mit dem damals noch weithin unbekannten Operationsmikroskop ein zweiter Wurzelkanal im Zahn 25, dessen bisherige Nichtbearbeitung als Grund für die Schmerzproblematik hätte dienen können.
Die Schmerzen blieben jedoch weiterhin bestehen, worauf der Patient nach einer weiteren schlaflosen Nacht mir am nächsten Tag die Erlaubnis gewährte, nun auch den Zahn 24 endodontisch zu behandeln. In diesem war es deutlich schwieriger, die 2 vorhandenen Wurzelkanäle aufzufinden, es fand sich zunächst nur einer, aber im Hinblick darauf, dass schon Zahn 25 2 Kanäle besaß, konnte ich sehr sehr sicher davon ausgehen, dass der Zahn 24 nicht weniger Kanäle haben würde.
Nach durchgeführter initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 24 mit Instrumentation des einzigen auffindbaren Wurzelkanals verschwanden die Schmerzen und mit Ihnen der Patient, der die nächsten 3 WK – Termine verfallen liess. Erst im Juli 2001, also mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn, konnte mit der Wurzelkanalfüllung an Zahn 24 (der zweite Wurzelkanal war schließlich doch noch auffindbar) die Behandlung abgeschlossen werden.
Diesen Fall habe nach Behandlungsende in der Zahnmed- Liste von Michael Logies vorgestellt und sah mich daraufhin harter Kritik von Seiten eines endodontisch engagierten Kollegen ausgesetzt. Das seiner damaligen Mail vorangesetzte und mir bis heute unvergessene „Chapeau, Herr Kollege!“ klang zwar auf den ersten Blick anerkennend, war aber aus seinem Munde zynisch zu verstehen, unterstellte er doch im Nachfolgenden angesichts eines von seiner Vorgehensweise abweichenden Behandlungsprotokolls eine Fehlbehandlung.
Umso mehr freue ich mich, das bei besagtem Patienten, der in den Jahren 2005, 2007, 2009 unsere Praxis zu Nachkontrollen aufsuchte, alle bislang von uns endodontisch behandelten Zähne 15, 24, 25 und zuletzt, wie oben aufgeführt, auch Zahn 35 bis heute erhalten werden konnten.
Der Patient hat im Übrigen Besserung gelobt, seine parodontale Situation betreffend. Wenn er seinen bisherigen Turnus beibehält, werde ich vermutlich 2016 nach der nächsten Verlaufskontrolle an Zahn 35 berichten können, ob er sich zwischenzeitlich dazu entschliessen konnte, engmaschige reguläre Zahnarzt- und Prophylaxetermine wahrzunehmen.
von Ostidald Wucker
Der Patient stellte sich mit plötzlich auftretenden Beschwerden vor. Druckgefühl am Zahn 26. Vestibulär war eine Schwellung palpierbar. Erhöhte Sondierungstiefen waren nicht erkennbar. Grund der vorhergehenden Wurzelbehandlung waren die Folgen eines Traumas, Kronenfraktur 26, 27 und Jochbogenfraktur. 27 wurde extrahiert. 26 wurzelbehandelt.
Anbei das Röntgenbild.
Und hier Screenshots des angefertigten DVT:
von Bodald Necker
Es war 2005, als sich der junge Mann mit Schmerzen oben rechts vorstellte. Es endete mit einer Wurzelkanalbehandlung am 16. Damals schon mit der Aufklärung über die Notwendigkeit einer Kronenversorgung am wurzelbehandelten Zahn, sobald dieser beschwerdefrei und röngenologisch unauffällig ist.
Der Patient kam länger nicht mehr zu uns in die Praxis – warum auch immer.
Dieses Jahr kam er wieder zur Routineuntersuchung und meinte: „Oben rechts sollte mal eine Krone gemacht werden. Ich hab’s bis jetzt leider immer noch nicht geschafft.“
Die Frage nach Missempfinden am zu behandelndem Zahn verneinte er.
Perkussion war negativ, Sondierungwerte unauffällig.
Also zum Röntgen.
Was fällt auf nach 8 Jahren?
Wie würden Sie in diesem Fall verfahren?
Take Our Pollvon Ronald Wecker
Der Blick auf das präoperative Röntgenbild liess mich klinisch nichts Gutes erwarten.
Nach der klinischen Untersuchung war ich jedoch angenehm überrascht:
Sondierungstiefen maximal 2,5 mm zirkulär, keine Zahnbeweglichkeit, keine Fistelung, keine Schwellung, keine Perkussionsempfindlichkeit. Ein zum Zeitpunkt der akuten Beschwerden (vor ca. 5 Wochen) vom Patienten mitgebrachtes analoges Röntgenbild zeigt zwar den interradikulären und den distalen Knochenabbau. Apikal waren keine Aufhellungen zu erkennen.
Welchen Rat würde der geneigte Wurzelspitzeleser dem Patienten geben?
Hier noch ein paar Entscheidungshilfen:
Take Our Poll
von Olaf Löffler
Halloween – ein alter irischer Brauch. Manche sagen sogar keltischen Ursprungs. Wikipedia
Nun dieses Brauchtum blieb mir fremd. Zumal es heute wahrscheinlich kaum noch etwas mit dem Ursprung zu tun hat. im Mittelpunkt scheint heute das Erschrecken und die Geisterwelt zu stehen.
Erschreckend ist, was hier auf einer niederländischen Seite vorgestellt wird. http://dentidrill.nl.
Ein Video auf Youtube gaukelt dann noch den Wahnsinn in der Realität vor. Für mich der erste Schritt zur vorsätzlichen Körperverletzung.
Von Bonald Decker
Vor einiger Zeit hatte ich hier über eine, in meinen Augen, zu minimal-invasiv angelegte Zugangskavität berichtet und in diesem Zuge unsere Modifikationen dargestellt.
Heute möchte ich Ihnen noch das Abschlussröntgenbild zu der Behandlung nachreichen.
Das Behandlungsprotokoll hierfür unterschied sich nicht zu dem hier schon häufiger beschriebenen Vorgehen (u.a. zwei Behandlunsgtermine; medikamentöse Einlage Ca(OH)2 etc etc.
Ich hoffe auf eine Nachuntersuchung nach prothetischer Neuversorgung durch den Zuweiser, um die Nachhaltigkeit unserer Behandlung beurteilen zu können.
von Hans – Willi Herrmann
Mit jenem Beitrag, dem Stichwort „Babyschritte“ und dem sprichwörtlichen Slogan „Jede noch so lange Reise beginnt mit einem einzigen Schritt“ ging es los am 1. November 2008.
Heute, rund 1500 Beiträge, knapp 1,6 Millionen Aufrufe und 4 Ü- Days (in München, Leipzig, Berlin und Salzburg) später können wir vermelden, dass WURZELSPITZE keine Eintagsfliege war. Und das Konzept, welches von mir im Rahmen des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen vorgestellt wurde, sich bewährt hat.
Ein Bestandteil des von mir Angestrebten (und ebenfalls schon damals in Bozen angekündigt) fehlt allerdings noch, um das Ganze abzurunden.
Ein internes Diskussionsforum, dass (im Gegensatz zu bestehenden Angeboten) die aktive Mitarbeit aller Teilnehmer als elementare und obligate Grundverpflichtung voraussetzt.
Hier 3 Eckpunkte:
Ein solches Unterfangen und der damit von administrativer Seite zu leistende Aufwand setzt natürlich eine gewisse Mindestzahl an Teilnehmern voraus. Wenn nicht genügend Interesse besteht, dann werden wir uns sicherlich nicht diesen Klotz auch noch ans Bein binden.
Besteht überhaupt Interesse ?
Um Bob Dylan zu zitieren, die Zeiten ändern sich und angesichts vorhandener, zahlenmäßig nicht unerheblichen Alternativen und den an verschiedenen Orten dahinsichenden oder bereits gar mit Totenstarre überzogenen etablierten Formaten konventioneller Natur wage ich keine Prognose abzugeben, ob es eines solchen zusätzlichen Angebotes überhaupt bedarf.
Nachfolgend möchte ich daher die Leser zur Beteiligung an einer winzig kleinen, als Stimmungsbarometer dienenden Umfrage (Umfrageschluss 01. November) aufrufen.
Take Our Pollvon Christian Danzl
Die Zahl der Zahnärzte, die ein Dentalmikroskop nutzen steigt immer weiter.
Sei es zur Wurzelkanalbehandlung, zur Chirurgie, zur minimalinvasiven Behandlung oder zu, was auch immer. Es gibt viele Gründe mehr sehen zu wollen.
Dem Wunsch mehr zu sehen, folgt meist der Wunsch, sein Tun auch andern zu zeigen, oder es zu dokumentieren.
In letzter Zeit wurde die Dokumentation etwas einfacher.
Jetzt wird das ganze noch etwas komfortabler. Durch die WLAN-Funktion der spiegellosen Sony NEX 5 R/T oder NEX 6 kann das Live-Bild direkt über WLAN an ein iPad/Tablet (auch iPad 1. Gen., somit wäre für ein altes iPad auch wieder Verwendung gefunden ;-) ) ausgegeben werden (die NEX 5 T unterstützt auch NFC). Dieses kann per Schwanenhals an verschiedene Mikroskope angebracht werden und somit als (zusätzlicher) Monitor genutzt werden. Plattform ist PlayMemories.
Auch das Auslösen ist über das iPad möglich, die Bilder können gleich gespeichert, verarbeitet, weitergeschickt oder dem Patienten gezeigt werden.
So kann, wenn man auf’s Stromkabel verzichtet und die NEX im Akku-Betrieb laufen lässt, die Dokumentation und die Mitbeobachtung kabellos ablaufen.
Wieder ein Kabel weniger.
Strike!
Zu beziehen über Hanchadent.
von Ronald Wecker
Die Betrachtung des präoperativen Röntgenbildes lies deutlich erkennen, dass der stark röntgenopake Wurzelstift deutlich ausserhalb der Zahnachse gesetzt worden war.
Um eine labiale Perforation auszuschliessen wurde zudem ein DVT erstellt.
Nach Anlegen der Zugangskavität dann die Überraschung: Es war kein metallischer, sondern ein Zirkonoxidstift , der den Zugang zum Kanalsystem verlegte.
Sofort kamen mir Berichte über die besonderen Schwierigkeiten bei der Entfernung solcher Stifte in den Sinn, insbesondere, wenn sie adhäsiv befestigt waren.
Bislang konnten in unserer Praxis jedoch Zirkonstifte mit dem gleichen Prozedere entfernt werden, mit dem auch ähnlich geformte Titanstifte entfernt worden waren:
Nach Reduktion des Aufbaumaterials wird die Zementfuge so lange mit einer feinen Ultraschallfeile „bearbeitet“, bis der Stift nennenswert freiliegt. Sodann wird mittels Ultraschallansatz der Stift möglichst nahe am Übergang zum noch im Komposit befindlichen Anteil kreisend umfahren. Dabei lösen sich nach und nach die noch verblieben Kleberrese vom Stift ab.
Wichtig dabei ist, dass im Gegensatz zum Titanstift der Ultraschallansatz nicht am höchsten Punkt des Stiftes (bester Hebelarm) angesetzt wird, da es dadurch zu Frakturen des Keramikstiftes kommen kann.
Interessant war in diesem Fall, dass die Endometrie initial keine reproduzierbare Werte ergab, sodass zunächst eine medikamentöse Einlage erfolgte. In der zweiten Behandlungssitzung war die Arbeitslänge ca. 1mm „länger“. Dieses Phänomen beobachte ich in der ersten Behandlungssitzung häufiger bei Zähnen mit größeren apikalen Aufhellungen, wenngleich laut Herstellern der ELM-Geräte diese unabhängig von Flüssigkeiten im Kanal und unabhängig von der Größe der apikalen Lyse korrekt messen sollen.
Die klinischen Beschwerden (starke Perkussionsempfindlichkeit, palpatorische Druckdolenz) waren bereits nach der ersten Behandlungssitzung abgeklungen. Die kommenden Recalls werden zeigen, inwieweit es zu einer Ausheilung der apikalen Lyse kommen wird.
von Olaf Löffler
Über die Probleme mit unserem Belag Autoklaven haben wir bereits hier berichtet. Andere Autoren berichteten hier.
Unsere ausgebrochene Türverkleidung hatten wir bereits im do it your self Verfahren repariert. Bis jetzt hält es.
Nur beobachten wir jetzt an der Oberkante der Tür Risse. Diese werden immer länger. Nun wird der Austausch der Tür notwendig. Wie hoch die Kosten werden wissen wir derzeit nicht. Ärgerlich ist das allemal.
Für die Anschaffung eines zweiten Autoklaven planen wir nicht mehr mit Melag-Geräten.
Derzeit konzentrieren wir uns auf Lösungen der Firma Getinge. Wir werden berichten, wie sich die Geräte im Praxisalltag schlagen.
Von Bonald Decker
Anbei unser jüngstes Beispiel welches leider abermals verdeutlicht, dass noch sehr (sehr) viel Aufklärungsbedarf rund um das Thema Zahntrauma besteht.
Und zwar an „allen Fronten“!
Hier zunächst das Ausgangsröntgenbild:
Man erkennt einen Unterkiefer-Frontzahn 31 mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, der mittels Komposit an den Nachbarzähnen befestigt wurde. Ferner erscheint der Zahn im Vergleich zu den Nachbarzähnen in Supraposition zu stehen.
Soweit eigentlich nichts „Besonderes“…
Dies ändert sich (für mich) im Zuge der Anamneseerhebung, bei der Patient (6 Jahre) und Mutter über die Umstände des Zahntraumas berichten.
Es handelte sich um eine vor ca. 3 Wochen im Schulsport erlittene Avulsion des Zahnes. Dieser wurde dann in der weiteren Folge von der Schul-Krankenschwester als Milchzahn „identifiziert“ und daher als nicht replantationsfähig bzw. nötig eingestuft. Insbesondere aus diesem Grund wurde von der Lagerung des verunfallten Zahnes in der vorhandenen (!) Zahnrettungsbox abgesehen.
Erst, als die Mutter (Humanmedizinerin) ihren Sohn einige Stunden später von der Schule abholte, wurde von ihr das wahre Dilemma erkannt.
Die Replantation des für mittlerweile ca. 6 (!) Stunden im Taschentuch trocken gelagerten Zahnes erfolgte dann bei einer Kinderzahnärztin…
Aufgrund der genannten Umstände ist die Prognose dieses Zahnes als schlecht anzusehen. Bei Einhaltung einer optimalen „Rettungskette“ hätte diese (wahrscheinlich) positiver bewertet werden können.
Was bleibt für mich als Fazit?
Alleine die Anschaffung einer Zahnrettungsbox hilft noch lange nicht verunfallte Zähne zu „retten“. Es Bedarf ferner auch der Aufklärung und Schulung möglicher „Ersthelfer“…
Helfen Sie also mit das Projekt „Zahntrauma- Aufklärung tut Not“ voranzutreiben, damit solche Situationen zukünftig vermieden werden können…
von Sebastian Manns
Mit Hingabe habe ich diesen Beitrag (http://wurzelspitze.blog/2013/07/09/amalgam-reparatur/) und vor allem die Kommentare dazu gelesen. Das ich Amalgam reparieren müsste, kommt extrem selten vor, allerdings ist mein wichtigstes Instrument für jeden Reparaturfall zweifelsohne der Dento-Prep Microblaster (mit 50µm Aluminiumoxidpulver) zum Anstrahlen der Oberflächen. Seit Jahren ist das Gerät quasi im Dauereinsatz (vor allem bei konventioneller dentinadh. Füllungstherapie oder vor dem adhäsiven Zementieren) und hat sich meines Erachtens sehr bewährt.
Der Dento-Prep-Microblaster ist ein Mikro-Pulverstrahlgerät der Fa. Ronvig, das ganz unkompliziert an die Turbinenkupplung angeschlossen wird, voll sterilisierbar und innerhalb von 20 Sekunden einsatzbereit ist: Schublade auf, Gerät raus, Pulverbehälter füllen, an Turbinenkupplung aufstecken (Wasser ausschalten!), los geht´s. Ich verwende ausschließlich 50 µm Aluminiumoxid-Pulver. Optional gibt es zum Gerät auch eine Abstrahlbox, um damit extraoral zu arbeiten, diese wie ich glaube sogar mit Absaugung. Wie gut das funktioniert kann ich nicht sagen, da ich ein separates Sandstrahlgerät laborseitig habe.
Im Prinzip macht man mit dem Dento-Prep das Gleiche intraoral, wass der Zahntechniker schon jahrelang mit seinen Werkstücken tut, er strahlt sie an bzw. ab, um sie zu reinigen, die Oberfläche zu vergrößern und eine Art mikroretentive Fläche zu schaffen. Es lassen sich mit dem Gerät wohl auch kleine initiale kariöse Läsionen „präparieren“, diese Technik kommt bei mir jedoch nicht zur Anwendung.
Es geht mir beim Anstrahlen primär um saubere und mikroaufgerauhte Oberflächen mit entsprechender Oberflächenvergrösserung. Absoluter Dento-Prep-Spitzenreiter sind in meiner Praxis die dentinadhäsiven Zahnhalsfüllungen (vor allem bei gleichzeitiger Kariesfreiheit des Defektes). Wer kennt das nicht – Patienten, die nach langer Odysee mit Fluoridierungsmassnahmen und Lasereinsatz wegen „empfindlicher Zahnhälse“ ganz erstaunt sind, dass man doch etwas gegen die Hypersensibilität tun kann.
Prinzipiell sind 2 Wege denkbar, wenn Fluoridierungsmassnahmen, Versiegelungen, Laser… nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben: Parodontalchirurgie (z.B. mit freiem Bindegewebstransplantat) oder die (minimalinvasive) dentinadhäsive Füllungstherapie.
Variante 1 stand für mich in meiner Praxis nicht zur Debatte, da ich die langfristige Erfolgswahrscheinlichkeit sehr gering einstufte, da der Patient starker Raucher ist.
Also Variante 2 mit Dento-Prep:
Zum Vorgehen:
Bild2: Angestrahlte Oberfläche des kariesfreien Defektes an 34 (ohne rotierendes Arbeiten), man sieht schön die etwas matte Oberfläche. Bei Zahnhalsfüllungen lege ich nicht jedesmal Kofferdam, da ich diesen häufig bei der Behandlung nach apikal ziehen musste mit daraufhin unausweichlichem und unkontrollierbaren Speichelzutritt. Nach einer gewissen Erfahrungsphase legte ich einen Retraktionsfaden, um die Sulkusflüssigkeit ohne Kofferdam eindämmen zu können, aber auch diese Technik verlies ich wieder zu Gunsten der intraligamentären Anästhesie (wie auch in diesem Fall). Durch die ILA benötige ich in den meisten Fällen keinen Retraktionsfaden mehr, da die vasokonstrikt. Zusätze der Anästhesie die Sulkusflüssigkeit für die Dauer der Behandlung im Zaum halten. Im Anschluss wird der dentinadhäsive Verbund vorbereitet (ätzen,primen,bonden, Lichtpoly.), danach 1. Schicht mit Flowmasse (Dentinfarbe), später mit Schmelzmassen, ganz analog zur sonstigen Füllungstherapie.
Bild3: Zustand direkt nach dem Schichten
Bild4:
Bild5: Fertige Füllung (mit leichtem „Polierschaden“ an der distalen Papille), leichter Farbunterschied zwischen Füllungs- und Zahnfarbe auf dem Bild zu sehen (und auch hier erst entdeckt), im Patientenmund unauffällig. Ich gebe für den Dento-Prep und auch den Prep-Control-Kopf eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Weitere Infos findet man in einschlägigen Suchmaschinen. Fazit: „… und er hat nicht mal gebohrt!!!…“
von Christian Danzl
Ich gebe zu, es dauert noch ein wenig, bis dieses Event stattfindet.
Das Penn Endo Global Symposium Vienna 2014.
Die Österreichische Gesellschaft für Endodontie veranstaltet ihre Jahrestagungen abwechselnd in Salzburg und Wien. Am vergangenen Wochenende fand die Tagung in Salzburg statt.
Nächstes Jahr ist wieder Wien dran.
04. bis 06. Dezember 2014, Palais Ferstel.
Dann das erste Mal in Zusammenarbeit mit der University of Pennsylvania.
Mit sehr interessanten Referenten.
von Ronald Wecker
Angesichts der Ausdehnung der apikalen Lyse war im Vorfeld der Behandlung durchaus zu erwarten, dass eine Kommunikation der Kanalsysteme von 11 und 12 über die apikale Lyse bestehen könnte.
Dass der Austausch der Spülflüssigkeit dann doch so eindeutig und rasch erfolgte lässt erahnen, wie wenig Weichgewebe innerhalb der knöchernen Krypte verblieben war.
Interessant zudem, dass sich der Periapikalbereich nach reichlichem Abfluss putriden Sekretes aus Zahn 11 und intensiver ultraschallunterstützter Irrigation deutlich weniger röntgendicht darstellt als zu Beginn der Behandlung. Das zweite Röntgenbild zeigt den Zustand nach medikamentöser Einlage.
von Ostidald Wucker.
Hier wurde der Fall vorgestellt. Das Ergebnis hat mich sehr interessiert. Oft sehen wir unsere eigene Arbeit weniger kritisch als die Ergebnisse aus anderen Praxen.
Meine Einschätzung des Falls nach dem Recall lautet folgendermaßen.
Ich sehe nur etwas gutem Willen eine mögliche Heilungstendenz an dem Zahn 14. Aber das ist auf Grund der etwas anderen Aufnahmeangulation nicht sicher erkennbar. Die apikale Osteolyse scheint im Kontrollbild der WF deutlich abgegrenzter zu sein. Aber das kann auch projektionsbedingt sein. Die Lageveränderung des Puffs gefällt mir nicht.
Es sieht zwar toll aus derartige Seitenkanäle mit weißen Strichen zu sehen. Aber leider sagt das nichts über die Desinfektion des Areals aus.
Am Zahn 13 ist ein durchgehender Parodontalspalt erkennbar. Die Ausgangssituation zeigt eine mögliche Erweiterung des parodontalen Ligamentes. Daher kann man hier von einer Heilungstendenz ausgehen.
Mein Fazit: 13 zeigt eine Heilungstendenz und 14 ohne erkennbare Heilungstendenz.
Das nächste Recallergebnis werde ich wieder hier einstellen.
Von Bonald Decker
Nachdem ich 2010 bereits unter der Überschrift „Implantat versus Zahn“ über diesen ungleichen „Kampf“ berichtet habe, möchte ich dieser Thematik heute einen weiteren Beitrag widmen.
Aus aktuellem Anlass.
Die Überweisung des 63-jährigen Patienten erfolgte durch eine kieferchirurgische Praxis mit Bitte um Weiterführung der endodontischen Behandlung des Zahnes 24. Als Diagnose stand auf der Überweisung:“Infiltrat ausgehend von Zahn 24„.
Zwei Wochen zuvor war in der zuweisenden chirurgischen Praxis Regio 25 eine Implantation durchgeführt worden. Gut eine Woche später beklagte der Patient daraufhin eine Schwellung Regio 24 sowie eine erhebliche Aufbiss- und Perkussionsempfindlich des Zahnes 24.
Als sich der Patient erstmalig bei uns vorstellte waren die akuten Symptome durch die begonnene Wurzelkanalbehandlung (laut Zuweiser: Trepanation und medikamentöse Einlage) und die systemische Antibiotikagabe (quasi) abgeklungen.
Klinisch und radiologisch stellte sich die Ausgangssituation für uns initial wie folgt dar:
Nach Entfernung der provisorischen Füllung wurde schnell klar, dass der Zahn neben einer möglichen Schädigung durch die Implantation ein weiteres Problem in Form einer Perforation des Pulpakammerbodens aufwies.
Die Mesialkippung des Zahnes hatte wohl eine Fehleinschätzung hinsichtlich der zu wählenden Lage der Trepanationsöffnung begünstigt. Die eigentlichen Orifizien fanden sich deutlich weiter distal…
Als bisher positiv anzumerken ist, dass mittels endometrischer Längenmessung kein Anhalt für eine mögliche (laterale) Verletzung der Wurzel durch die Implantation zu verifizieren war. Eine ferner zusätzlich angefertigte Röntgenmessaufnahme erlaubte keine aussagekräftige Beurteilung der Situation…
Unsere bisherige Therapie lautete daher: Darstellung und chemo-mechanische Reinigung der Kanalsysteme und Verschluss des (scheinbar) knöchern begrenzten Perforationsdefektes mittels MTA. Bei Beschwerdefreiheit ist der Abschluss der Behandlung mittels Wurzelkanalfüllung und adhäsiver Deckfüllung vorgesehen…
ich werde berichten..
Für den Patienten bleibt „festzuhalten“: „Ein Unglück kommt selten allein.“
von Donald Becker
Im Beitrag „Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument“ stellte ich den Fall einer 26 jährigen Patientin vor, die als dringlicher Sehmerzfall unerwartet notfallmäßig unsere Praxis aufsuchte. Ich fragte die Leser nach ihren Einschätzungen, den Fall, seine Prognose und eine mögliche Therapie, sowohl die Notfallsituation als auch diesich anschließende weitere Behandlung betreffend.
Hier zunächst die Ergebnisse der Umfragen jeweils mit meinen Ansichten und Vorgehensweisen ergänzt:
1. Notfallbehandlung
In der nachfolgend aufgeführten Liste sehen sie das Ergebnis der Abstimmung.
Ich habe mich für die WF- Revision als Notfall- Behandlungsmaßnahme entschieden. Natürlich ist dies die zeitaufwändigste Alternative und wirft vermutlich – wie auch in unserem Falle – den Zeitplan der Praxis über den Haufen. Solche „unerwünschten Nebenwirkungen“ lassen sich durch entsprechende praxisorganisatorische Maßnahmen (Einrichten von Schmerzzonen) möglicherweise zwar nicht gänzlich ausschalten, aber doch auf ein in der Regel vertretbares Maß verringern.
Der systemischen Antibiotikagabe im Rahmen der endodontischen Therapie stehe ich generell sehr skeptisch gegenüber.
Ich sehe ihre Indikation auf deutlich raumgreifende eitrige Entzündungen (die sprichwörtlichen „dicken Backen“) beschränkt, wobei auch hier immer eine solche Maßnahme mit einer kausal therapierenden (sprich wurzelkanalaufbereitenden) einhergehen muss. Als schmerzausschaltende Maßnahme ist die alleinige Antibiotika- Gabe im Übrigen nicht geeignet, diesbezüglich gibt es Studien, welche die Unwirksamkeit belegen.
2. Weiterführende Therapie
3. Prognose
Für mich ein überraschend positives Ergebnis. Ich persönlich würde in einem Fall wie dem vorliegenden für „nicht vorhersagbar“ stimmen. Wir müssen von einer massiven Infektion des Wurzelkanalsystems ausgehen und wissen nicht, ob es uns möglich sein wird, besagtes Fragment zu entfernen. In diesem Fall wäre dann aber davon auszugehen, dass sowohl die Reinigung und Desinfektion wie auch die nachfolgende Wurzelkanalfüllung in dem zu erzielenden Ergebnis als kompromitiert anzusehen sind.
von Bodald Necker
Vor einiger Zeit flatterte ein Prospekt von einem Lösungsmittel für provisorischem Zement ins Haus.
Auf die Frage an die Helferinnen, ob so etwas hilfreich sei, erntete ich heftiges Kopfnicken.
Also wurde bestellt und getestet.
Das Testergebnis löste breites Grinsen aus.
„Es funktioniert!“
Die zu säubernde Objekt in den Löser einlegen, 10 min warten, abspülen, und beim Absprühen ist der Zement weg.
Meine Damen waren begeistert.
Bezogen haben wir es über HanChaDent.
von Thomas Seitner
Die Remotedesktop- Verbindung: Sperriges Wort für ein hilfreiches Tool
Einige kennen das Problem: -das neue DVT ist installiert, alles läuft zügig auf dem Aufnahme-Computer im Röntgenraum. Aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen (zu alter und zu langsamer PC, falsches Betriebssystem etc.) wird im Behandlungszimmer (oder Beratungszimmer, Büro) aber kein Viewer dafür installiert. Irgendwie wäre es aber doch schön, bei dem einem oder anderen kniffligen Fall „live“ durch die Kanäle „fahren“ zu können und nicht nur mit den angefertigten Screenshots arbeiten zu müssen. Hierfür gibt es eine einfache und kostengünstige Möglichkeit: die sogenannte „Remotedesktop Verbindung“. Es handelt sich um eine „Fernsteuerung“ mit 1:1 Bildübertragung des gesteuerten Rechners. Dadurch dass nur die Bildschirmgrafik, aber keine Daten übertragen werden, lässt sich z.B. selbst der 3D Viewer des Röntgenprogrammes sogar per WLan ohne merkbare Verzögerung bedienen. In den meisten Windows Varianten (Prof. Versionen) ab Win XP findet sich das nötige Programm unter dem „Zubehör“ bereits auf der Festplatte. Aber auch bei anderen Betriebssystemen wie Apple, iOS, Android etc. sind die Vorrausetzungen gegeben. Die Einrichtung ist in der Regel schnell geschehen: das Remoteprogramm starten, die IP Adresse des zu steuernden Computers eingeben und los geht es. Eventuell muss der zu steuernde PC noch für den Remotezugriff freigeben werden. Eine Anleitung findet sich unten. Eine Möglichkeit die IP Adresse unter Windows heraus zu finden ist die Eingabe von: „cmd“ im „Ausführen“ Menü. Danach „ipconfig“ und die Adresse kann abgelesen werden. Eine Verknüpfung der Remote Applikation kann zur schnelleren Bedienung mit aussagekräftigem Namen auf dem Desktop in der gewünschten Voreinstellung gespeichert werden. Ein Nachteil sei nicht verschwiegen: während der Bildschirm im Behandlungszimmer sichtbar ist, ist er am Röntgen PC gesperrt. Allerdings lässt sich diese Sperre am ferngesteuerten PC nach Sicherheitsabfrage sofort wieder aufheben.
Links:
von Ronald Wecker
…, denn 6 Jahre nach einer Wurzelspitzenresektion zeigte sich seit nunmehr 4 Wochen eine deutliche Fistel labial von Zahn 11. Darüber hinaus war die Periapikalregion von 21 deutlich palpationsempfindlich.
Anamnestisch war zu erfahren, dass während des chirurgischen Eingriffs ein Knochenersatzmaterial in die knöcherne Krypte eingebracht wurde. 4 Wochen später kam es, wie bereits vor der WSR zu einer erneuten Fistelung labil von 21.
Der Patient, mittlerweile im aussereuropäischen Ausland beheimatet, suchte einen Endodontologen auf und unterzog sich einer erneuten ortho-und retrograden Revisionsbehandlung. Dann geschah lange Zeit nichts. Bis die bekannte Fistelung labial des 21 wieder auftrat.
Das präoperative DVT lässt eine apikale Aufhellung apikal des 21 erkennen.
Nach Darstellung und orthograden Entfernung der retrograden Füllung konnte apikal jedoch die erwartete knöcherne Krypte nicht visualisiert werden. Erst nach Sondieren mit einem vorgebogenen Microopener entlang des distalen Wurzelanteils kam es zu ener deutlichen Entleerung putriden Sekreten. Nach Einlage von CaOH2 und adhäsivem Verschluss wurde die klinische Situation eine Woche später beurteilt. Zur großen Überraschung zeigte sich die Fistelung unverändert.
Bei erneuter Betrachtung des DVT erschien es als nicht unwahrscheinlich, dass Zahn 23 als eine weitere Ursache der apikalen Parodontitis in Frage kommt.
Nach Anlegen einer Testkavität fiel der elektrische Sensibilitätstest an 23 negativ aus. Das Pulpakavum war vollständig leer. Nach chemomechanischer Aufbereitung und medikamentöser Einlage mit CaOH2 war die Fistelung labial von 21 3 Wochen später abgeheilt. 21 wurde nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA gefüllt. Bei der Betrachtung der Messaufnahme sowie des Masterpoints könnte der Eindruck einer Begradigung entstehen. Das DVT lässt jedoch klar das schräge Enden des Foramens erkennen.
Nicht immer ist das Offensichtliche auch das Zutreffende.
von Ostidald Wucker
Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden Regio 13, 14 überwiesen. Mit Ibuprofen Tabletten hielt sie sich über Wasser. Der Zahn 13 war trepaniert. Die Schmerzen bestanden unverändert weiter.
Die klinische Situation zeigte ausgeprägte Sekundärkaries an den Zähnen 13, 14. Die Sondierungstiefen waren im Sinne einer P. marginalis erhöht und es bestand eine Gingivitis. Der Lockerungsgrad betrug bei beiden Zähnen 0.
Die Patientin möchte einen herausnehmbaren Zahnersatz unbedingt vermeiden und wollte gerne den Erhaltungsversuch.
Nach Entfernung der Kronen mit Füllungen zeigte sich eine stark zerstörte Restsubstanz. Nach Entfernung der Sekundärkaries und Dentindesinfektion erfolgte der präendodontische Aufbau. Die Wurzelkanäle waren im bis nahezu zum Beginn des mittleren Wurzeldrittels obliteriert. Die Entfernung des Reizdentins erfolgte mit Munceburs und Profile 15.04. Die Weiter Aufbereitung gelang mit MTWO Instrumenten. Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte in der zweiten Sitzung die thermische Obturation und der prophetische Aufbau unter Verwendung von Glasfaserstiften. Die Zähne wurden von uns mit provisorischen Kronen versorgt.
Nun sind die ersten Bilder aus dem Recall da. Heilt es?
Wie ist Ihre Einschätzung?
Von Bonald Decker
Meine jüngsten WURZELSPITZE-Beiträge befassten sich alle mit unserem „Grossbaustelle„-Fall…
Zuletzt handelten die Beiträge massgeblich von dem bisherigen Misserfolg der Behandlung an Zahn 14 (I / II).
Nähere Einzelheiten zu der Gesamtsituation und Entwicklung folgen in zukünftigen Beiträgen…
Heute möchte ich Ihnen das alio loco angefertigte OPG sieben Monate post-op zusammen mit dem 9 Monats-Recall von Zahn 37 vorstellen…
Insbesondere in der Einzelzahn-Röntgenaufnahme von Zahn 37 stellt sich die Situation aktuell in meinen Augen positiv dar…es handelte sich in diesem Fall um eine c-förmige Wurzelkanalkonfiguration, bei der u.a der Einsatz von Ultraschall-Instrumenten zur Präparation eine zentrale Rolle spielte.
Die Obturation der komplexen Anatomie nach Revision erfolgte mittels apikalem MTA-Verschluss mit nachfolgendem Guttapercha/Sealer-Backfill.
Auch im Sinne der Zähne 35 und 36 ist eine zeitnahe Weiterversorgung dieses Quadranten sehr wünschenswert…
und jetzt sind Sie “ wieder dran”…
wenn Sie wollen…
was denken Sie über die Entwicklungen dieses Falles?
Feuer frei…
P.S.: Über den weiteren Verlauf des Falles halte ich Sie sicher auf dem Laufenden…
von Kelban Frock
Frage:
Bei dem Patienten (39 J.) war im Jahr 2008 umfangreicher festsitzender Zahnersatz, vor allem im Oberkiefer geplant. Der im Röntgenbild gezeigte damalige Zustand des 46 bestand seit mehreren Jahren unverändert und praktisch beschwerdefrei (geringe apikale Druckdolenz, sporadisch minimale Ruhebeschwerden). Der Zahn war klinisch fest, kariesfrei und marginal parodontal unauffällig.
Welche Therapie hätten Sie durchgeführt – und warum?
Revision der mesialen Wurzelkanäle ?
Revision aller Wurzelkanäle ?
Hemisektion ?
Entfernung der mesialen Wurzel ?
Extraktion ?
Oder irgend etwas Anderes ?
Auflösung:
Es wurde bei uns zunächst eine Teilrevision nur der beiden mesialen Wurzelkanäle durchgeführt. Nach mehrfacher Spülung und medikamentöser Einlage trat keine Beschwerdefreiheit ein. Nach Absprache mit dem Patienten erfolgte eine Überweisung zum Oralchirurgen zwecks Hemisektion und Entfernung der mesialen Wurzel. Dort wurden auf Wunsch des Patienten jedoch nach erneuter Aufbereitung, Spülung und medikamentöser Einlage und nachfolgender Beschwerdefreiheit mesial Wurzelkanalfüllungen und Wurzelspitzenresektion durchgeführt. Anschließend wurde – wieder in unserer Praxis – der Zahn mit einem Glasfaserstift und einer Aufbaufüllung versorgt. Nach Begutachtung und Befürwortung der prothetischen Planung erfolgte die Überkronung. Die Röntgenkontrolle nach einem Jahr zeigt eine weitgehende Ausheilung und knöcherne Durchbauung der früheren Knochenkavität. Der Patient befindet sich weiterhin in unserer Kontroll-Behandlung, demnächst soll eine Langzeit-Röntgen-Kontrolle des (beschwerdefreien) 46 erfolgen.
Anschlussfrage:
Unter welchen Voraussetzungen führen Sie eine Teilrevision durch?
von Bodald Necker
Hier hatte ich schon mal was geschrieben zum Thema Praxisbeschallung. Lange Zeit lief es bei mir in der Praxis über die vorhandene Infrastruktur, wie WLAN und Airplay.
iTunes und Airplay funktioniert bei mir gut, die Dateien musstne aber auch nicht weit gesendet werden. Internetradio und WLAN ging langfristig nicht ohne Frust, da immer wieder der Stream zum Endgerät abriss oder der Repeater sein Netz nicht fand (ich muss zugeben, dass ich kein professionelles WLAN habe mit Antenne in jedem Behandlungszimmer).
Funktionierende Multiroom-Systeme gibt es einige auf dem Markt (LINN, Naim-Audio), aber die sind meist in einem Preisbereich, in dem ich nicht einsteigen wollte.
Mehr oder weniger durch Zufall bin ich wieder auf das SONOS-System gestossen, welches ich schon kannte, ich hab mich aber nie damit beschäftigt.
Die scheint jetzt für die Praxis eine sehr gute Lösung zu sein.
Das System ist einfach zu installieren/erweitern, alles was man braucht ist ein Router, an dem entweder ein Player (Play:3, Play:5) oder die Bridge (WLAN-Modul) angeschlossen wird. Die Bridge oder die Player bauen ein eigenes WLAN auf und jede Komponente erweitert dies wieder, so dass sehr wenig Empfangsprobleme gibt.
Jeder Player braucht nur einen Stromanschluss, sie beinhalten jeweils WLAN, Verstärker und Lautsprecher. Man kann alle Player gleich ansteuern, so dass alle Komponenten die gleiche Quelle wiedergeben (ohne Zeitversatz!) oder man kann auf verschiedenen Playern verschiedene Quellen anhören.
Steuerung erfolgt über iOS-/Android-Geräte oder Mac/PC (Lautstärke- und Mute-Taster sind an jedem Player) einzeln oder gruppiert.
Als Quelle fungieren Internetradio via tune in, gebührenpflichte Straemingdienste wie Napster, Spotify o.ä., amazoncloud player oder die vorhandene Musikbibliothek, über iTunes, Airplay, iOS-Geräte oder NAS-Laufwerk (über LAN, auch ohne Computer).
Der Klang ist eigentlich ganz OK, er hängt aber sehr stark von Klangeinstellungen und Aufstellung der Player ab, des weiteren lassen sich zwei Play:3 zu einem Stereopaar verbinden und es lässt sich ein Subwoofer dazu kombinieren. Das verbessert zwar den Klang, treibt aber auch den Preis in die Höhe.
Von Bonald Decker
Vor einiger Zeit berichtete ich hier über den bisherigen Behandlungsmisserfolg eines Oberkiefer-Prämolaren nach Revision bei unserer „Grossbaustelle“
Über die grosse Resonanz auf den Beitrag (immerhin 45 Kommentare!) habe ich mich gefreut. Obwohl ich bisher noch keine „wirkliche Auflösung“ für die Gründe des Misserfolges liefern kann möchte ich in diesem Zuge versuchen einige Punkte kurz zu „beantworten“ und ferner eine wissenschaftliche Untersuchung anzuführen, die ich als mögliche Ursache für die Progredienz der apikalen Parodontitis heranziehe.
Die nach sechs Monaten angefertigte 2D-Recall-Aufnahme zeigte eine zunehmende apikale Parodontitis. Persönlich sehe ich den Mehrnutzen einer möglichen daraufhin zusätzlich angefertigten DVT-Aufnahme bei unauffälligen klinischen „Parametern“ (wie „forcierter“ Taschensondierung etc.) in diesem Fall nicht. Insbesondere deshalb, weil ich mir daraus keine weitere therapeutische Konsequenz erwarte.
Meine Empfehlung hinsichtlich des weiteren Vorgehens an die Patientin lautete daher:
– Extraktion
oder
– explorative chirurgische Darstellung Region 14 mit nachfolgender möglicher minimalinvasiver Wurzelspitzenresektion inklusive retrogradem Verschluss.
Eine Entscheidung der Patientin steht noch aus.
Aber warum kam es zu dem Misserfolg…?
Eine (absolute) Antwort habe ich (bisher) nicht. Aber die nachfolgende Untersuchung liefert für mich eine mögliche (iatrogene) Ursache…
Die Revision hat evtl. zu Rissbildungen innerhalb der Wurzel geführt und damit den Misserfolg begünstigt:
Ich werde über den weiteren Verlauf der Behandlung berichten und hoffe diesen im Weiteren“aufzuklären“…
von Olaf Löffler
Aufregung herrscht, wenn Praxisbegehungen angekündigt werden. Grund sind die aktuellen Richtlinien und dazu differierenden Auslegungen von Zahnarztfunkionären und Hygieneexperten, bzw. solcher die meinen dies zu sein.
Der Zahnarzt steckt in einer Zwickmühle. Die Verantwortung trägt er allein.
Die Anforderungen in den letzten Jahren sind geradezu explodiert. Die gegenüberstehende Honorierung wird diesen Kosten in der Praxis nicht gerecht. Nun fragt man sich welche dramatischen Ereignisse liegen vor, daß die plötzlich erhöhten Forderungen notwendig macht.
In der jüngeren Geschichte fällt einem neben der BSE-Kriese vor allem die EHEC Erkrankungen wieder ein. Ein Grund für mich da noch mal nachzuschauen, was war und was wurde getan. Bei der Recherche kommt man unweigerlich bei foodwatch heraus. Thilo Bode, bekannt durch Greenpeace Deutschland ist der Gründer und Geschäftsführer von foodwatch.
Foodwatch prangert die Aufarbeitung der EHEC Epedemie an und bringt einige Hintergundinformationen und Hinweise an die Öffentlichkeit. Für mich ist dies Information genug um die Aktion zu unterstützen und nachdenklich zu werden in Zeiten von QM und RKI Richtlinien…
von Ronald Wecker
Vor mehr als einem Jahr wurde dieser Fall hier auf Wurzelspitze erstmals vorgestellt.
Nach Entfernung der Invagination unter dem Dentalmikroskop wurde aufgrund des noch weit offenen Formens ein regenerativer Behandlungsversuch unternommen.
Das radiologische Recall nach etwas mehr als einem Jahr zeigt, dass sowohl Wurzellängen- als auch Wurzeldickenwachstum fortgeschritten sind.
Es besteht somit die Hoffnung, dass das zu Behandlunsgbeginn formulierte Ziel, den Zahn bis ins implantationsfähige Alter zu erhalten, erreicht werden kann. Jedes darüber hinaus erreichte Jahr des komplikationslosen Verbleibens ist als willkommenes Geschenk zu sehen.
von Hans – Willi Herrmann
Es ist Ende September und ich habe keine Ahnung, ob es bereits Lebkuchen und Spekulatius in den Supermärkten gibt.
Aber das erste Weihnachtsgeschenk lag schon am 24. September bei mir in der Post.
Der VDZE hat mit dem Elsevier- Verlag eine Übereinkunft erzielt, seinen Mitgliedern den Zugang zur Onlineausgabe des JOE zu ermöglichen.
Für 20 Euro im Jahr.
Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die Druckversion 180 Euro kosten würde.
Heute stehen demnach dem endodontischen Interessierten an wissenschaftlichen Journalen die „Endodontie“, das IEJ, das JOE und die ENDO Endodontic Practice Today zur Verfügung, zu einem Bruchteil des Preises, den man noch vor ein paar Jahren hierfür zahlen musste.
Und WURZELSPITZE gibts sogar noch als Zugabe umsonst obendrein.
In diesem Sinne – schon jetzt eine schöne Vorweihnachtszeit.
von Bodald Necker
Dieses Röntgenbild wurde mir zugeschickt mit der Frage:
„Was ist das in dem Kanal?“
Vorgeschichte:
Der Patient war zur Wurzelkanalbehandlung an Zahn 21 im deutschsprachigen Ausland. Der Patient bemerkte während der Behandlung ein relativ lautes Knacken, welches vom Behandler aber nicht kommentiert wurde.
Nach einiger Zeit fing der Zahn an zu schmerzen. Ein Kollege im Inland war nun nach Wohnortwechsel mit der weiteren Behandlung des Zahnes betraut.
Versuch der Revision scheiterte an einer Blockade im mittleren Kanaldrittel.
Rückfrage beim Vorbehandler bezüglich des eingebrachten Materials (metalldichte Verschattung) brachte nichts, ausser der Bemerkung:
„Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört. Ich habe die Wurzelbehandlung ordentlich gemacht, der Zahn geht mich nichts mehr an.“
Jetzt kommt das Röntgenbild zu mir mit der Frage, was das sein könnte.
Apikal zeigt sich leicht extrudiertes Material, sowie eine kleine Osteolyse, evtl. auch eine geringe Resorption/Lyse der Wurzelspitze. Und eben eine metalldichte Verschattung im mittleren und unteren Kanaldrittel, bei der es beim Überweiser kein Durchkommen gab (soviel ich weiss, kamen dort weder Bohrer, US, noch chemische Mittel zum Einsatz).
Ich leite die Frage an Sie weiter.
Was ist das in dem Kanal?
Take Our Pollvon Ronald Wecker
es ist die Woche der großen Durchmesser gewesen.
Das apikale Foramen, vielleicht in diesem Fall besser die apikale Öffnung, hatte bei diesem unteren Prämolaren eine durchaus ungewöhnliche, dennoch nahezu symmetrische Form. Nach Einlage von CaOH2 konnte in der zweiten Behandlungssitzung die Obturation erfolgen.
Die periapikale Knochenkrypte wurde zuvor mit einem kollagenen Widerlager ausgefüllt.
Das 6-Monats-Recall zeigt eine erfreuliche Restitution des periapikalen Hartgewebes.
von Ostidald Wucker
Für den endodontisch tätigen Praktiker sind Recallbilder von eigenen Behandlungen ein wichtiges Kriterium um das eigene Tun prüfen zu können und vor allem dies auch über einen möglichst langen Zeitraum zu kontrollieren.
Deshalb sind wir interessiert, alle unsere Patienten in ein entsprechendes Kontroll-Recall aufzunehmen. Leider gelingt dies nicht immer. Häufig kommt es zu ein bis zwei Kontrollterminen. Diese liegen in der Regel zwischen 9 Monaten und 18 Monaten. Mittels integrierter Recallfunktionen in der Praxissoftware ist dies leicht zu automatisieren. Allerdings sind Kontrolluntersuchungen nach mehr als 2 oder 5 Jahren nicht mehr zu realisieren. Die Softwareeinstellungen lassen oft eine speziell längeres Terminintervall nicht zu, da es eine Zeitbefristung gibt. Zumindest ist es derzeit bei Dampsoft so.
Möglicherweise liegen diesem Problem auch mir nicht bekannte juristische Aspekte zu Grunde. Der Patient verliert bei diesen langen Zeitabständen die Kontrolle, ebenso die Praxis ohne elektronische Unterstützung. Es sind daher mögliche Langzeitkontrollen sehr schwierig umzusetzen. Leider blieb meine Anregung bisher ungehört.
Unsere Nachuntersuchungen werden nach 3 oder 6,12, 24 Monaten geplant. Danach nach 5 Jahren und nach ca. 10 Jahren. Mitunter ist der Patient für eine Behandlung eines anderen Zahnes überwiesen, dann variieren wir auch etwas in den Nachkontrollen um dem Patienten zusätzliche Wege zu ersparen.
Anbei zwei mehr als 5 jährige Nachuntersuchungen
Von Bonald Decker
Hier also das nächste Update unserer Beitragsreihe – Tag des offenen Zahnes –.
Die Prognose dieses Zahn hatte ich initial am Besten eingestuft, da sich während des ersten Termins reichlich vitales Pulpagewebe fand. Daraus schloss ich, dass die bakterielle Infektion hier wahrscheinlich geringer einzustufen war, als bei den anderen (stark) nekrotischen Zähnen.
Bleibt also noch Fall I für einen der nächsten WURZELSPITZE-Beiträge…
von Hans – Willi Herrmann
Als VDW 2005 in Deutschland das MTwo – System vorstellte und dessen Erfinder, Prof. Malagnino, den Verzicht auf Handinstrumente und die rein maschinelle Erschließung von Wurzelkanälen vorschlug, war in der Endoszene der kollektive Aufschrei groß.
3 Jahre später, mit der Einführung der Pathfile- Instrumente durch Maillefer war diese zunächst hart kritisierte Idee dann schon „mainstream“ geworden, wenngleich offiziell eine Handinstrumentation bis zur ISO Größe 10 vorgeschrieben und nur hinter vorgehaltener Hand die rein maschinelle Erschließung propagiert wurde.
Mit dem proglider – Instrument, bei der ESE – Zweijahrestagung in Lissabon vorgestellt, bringt nun demnächst Maillefer ein weiteres „maschinelles Gleitpfad“- Instrument auf den Markt. Die initiale Erschließung bis zu einer ISO 10 – Feile wurde am Stand nachwievor als notwendig benannt, wenngleich die Produktbroschüre schon die Vorteile der rein maschinellen Erschließung hervorhebt. Der Spitzendurchmesser des proglider beträgt 16/100 mm. Darüber hinaus besitzt das Instrument einen vom ProTaper – Instrument her bekannten progressiven Taper. Und – richtig gelesen – der Singular ist korrekt, ein einzelnes Instrument soll die Arbeit der 3 bisherigen PathFile – Instrumente schultern, was am Plexiglas- Block vollkommen unproblematisch, ja sanft und dennoch effizient gelingt.
Leider kann ich bislang von praktische Erfahrungen, die über den berühmt-berüchtigten Plexiglasblock hinausgehen, nicht berichten, die am Stand vorhandenen Instrumente waren limitiert und für die ESE – Teilnehmer beschränkt.
Die Markteinführung ist für November 2013 Frühjahr 2014 geplant.
von Bodald Necker
Vielleicht kennen Sie das aus der Praxis: Ein Schmerzpatient sucht Ihren Rat, er/sie weiss nicht genau, wo es weh tut. Es sind mehrere Stellen. Oben links UND unten rechts, vielleicht auch noch unten links der letzte Zahn.
Doch nach genauerer Anamnese, Sensibilitätsprüfungen, Perkussions- und Provokationstests ist es meistens doch immer nur ein Zahn, der akut schmerzt.
Also aus „Läusen und Flöhen“ werden dann doch nur „Flöhe“
Meistens.
Hin und wieder sind es aber doch zwei schmerzende Zähne.
Wie in diesem Fall: 16 und 26
Der 20 jährige Patient kam am Freitag Mittag mit großen infusffizienten Füllungen an den oberen 6ern mit Restkaries darunter, beide mit stark überhöhter Sensibilität auf Kälte und Perkussionsempfinglichkeit. Das restliche Gebiss war kariesfrei und füllungsfrei.
Zuerst buccale und palatinale Infiltration am 26. Kariesentfernung, die Pulpa war erwartungsgemäss eröffnet, Kofferdam, VitE, WK, Phys, Med, prov. Verschluss ……. das übliche Spiel.
Dann das gleiche an 16.
WV die Woche darauf. Der Pat. war schmerzfrei, also WF und Füllung.
Aufbereitung erfolgte mit 2-Feilensystem:
Gleitpfad maschinell mit FKG Scout-RaCe 10/02 auf Arbeitslänge, anschliessend VDW Mtwo 25/06 im reziproken Modus auf AL, WF Single-Cone Guttapercha Maillefer 25/06, nur jeweils der palatinale Kanal hatte ein größeres Lumen, hier wurde warm vertikal verdichtet mit anschliessendem backfill.
Der mb2 liess sich jeweils ohne Probleme auffinden, instrumentieren und Füllen.
von Hans – Willi Herrmann
Die große Anzahl der gewonnenen Fotos in der Kürze der wenigen vorhandenen Zeit ausserhalb des ESE- Kongresses ist ein starkes Indiz für die hohe fotografische Qualität Lissabons, aber auch für die gute öffentliche Mobilitätsinfrastruktur der portugiesischen Hauptstadt, welche die notwendigen schnellen Ortswechsel erst möglich machte. Mein Dank geht an Diogo Guerreiro für seine Gastfreundschaft und – wie so oft in der Vergangenheit – an Jörg Schröder für seine Reisebegleitung
von Haya Hadidi
Hallo allerseits,
aus der Zahnmed-Emailliste von Michael Logies erreichte mich eine Frage zum Urheberrecht, die ich im Folgenden gerne juristisch abstrakt beantworten möchte. Selbstverständlich gibt die Antwort nur meine persönliche Meinung wieder – letztinstanzliche Urteile zu diesem Thema habe ich bei meiner Recherche nicht gefunden.
Der Fall
Ein angestellter Zahnarzt hat im Rahmen seiner Tätigkeit Fotos von Patientenzähnen gefertigt, die in die Patientenakte aufgenommen wurden. Diese Patienten hat er ausschließlich für den Praxisinhaber während der Zeit seiner Anstellung in der Praxis behandelt. Das Arbeitsverhältnis wurde beendet.
Die Fragestellung
1. Darf der Zahnarzt die Fotos mitnehmen?
2. Kann er die Löschung der Fotos aus der Patientenakte verlangen?
Abwandlungsfrage: Ändert sich etwas, wenn die Fotos zu Lernzwecken und für Fallbesprechungen angefertigt werden, ausschließlich aus Eigeninitiative des angestellten Zahnarztes, d.h. nicht im Auftrag des Praxisinhabers zur Dokumentation von Behandlungen?
Lösung des Ausgangsfalls
Ja, der angestellte Zahnarzt darf die Fotos mitnehmen bzw. behalten. Er ist Urheber der Fotos, § 7 in Verbindung mit § 72 UrhG. Als solcher hat er grundsätzlich alle Rechte an den Fotos, die ihm als Urheber zustehen, s. §§ 11 ff. UrhG. Aufgrund der Tatsache, dass er die Fotos im Rahmen seiner angestellten Tätigkeit erstellt hat, steht dem Praxisinhaber als Arbeitgeber jedoch das Nutzungsrecht als Teil der Patientenakte zu, auch ohne schriftliche Vereinbarung, dies folgt aus § 43 UrhG (so die h.M., vgl. LG Köln Urteil v. 20.12.2006, Az. 28 O 468/06 = MMR 2007, 465 f. – Bewerbungsfotos im Internet, m. w. Nachw.). Veröffentlichen in Zeitschriften oder anderweitig z.B. für Falldarstellungen im Internet verwenden darf er sie ohne Genehmigung des Urhebers aber nicht, gemäß der sogenannten Zweckübertragungslehre. Diese fußt auf dem Rechtsgedanken des § 31 Absatz 5 UrhG, wonach sich Art und Umfang eines übertragenen Nutzungsrechts nach dem Vertragszweck richten. Da die Fotos der Dokumentation der Krankengeschichte der Patienten dienen, die der fotografierende Zahnarzt im Rahmen seines Arbeitsvertrags mit dem Praxisinhaber behandelt hat, steht das entsprechende Nutzungsrecht dem Praxisinhaber auch zu. Nutzungen außerhalb der Patientenakte sind davon aber nicht umfasst und müssten im Arbeitsvertrag gesondert übertragen werden. Nein, eine Löschung darf er nicht verlangen. Aufgrund des Nutzungsrechts darf der angestellte Zahnarzt die Löschung der Dateien aus den Patientenakten nicht verlangen.
Lösung der Abwandlungsfrage
Ja, der angestellte Zahnarzt darf die Löschung aus der Akte verlangen, soweit es keinen nachvollziehbaren Bezug zum betrieblichen und vertraglichen Zweck gibt. Wenn also die Fotos z.B. zufällig und ohne medizinischen Hintergrund der Akte zwar beigefügt wurden, ohne dass man diese Tätigkeit als Pflicht aus dem Arbeitsvertrag einstufen könnte, erlangt der Praxisinhaber auch kein Nutzungsrecht. Dies wiederum bedeutet, dass der Urheber auch die Löschung der Fotos verlangen kann. Eine Aufnahme in die Patientenakte ist jedoch grundsätzlich ein Indiz für den Bezug zum Arbeitsverhältnis, so dass man nur auf der sicheren Seite ist, wenn diese nicht erfolgt ist, die Speicherung z.B. separat und ohne Bezug zum Patienten erfolgte.
Anmerkung
Die Rechte des Patienten sind nicht betroffen, soweit eine Individualisierung durch die Fotos ausgeschlossen ist. Dies ist bei Zahnfotos üblicherweise der Fall, so dass das Recht am eigenen Bild des Patienten hier nicht betroffen ist.
von Ronald Wecker
Bereits das präoperative Röntgenbild lässt erahnen, dass es um die Wandständigkeit der Obturationsmaterialien in diesem Fall nicht besonders gut bestellt ist.
Die endodontische Behandlung erfolgte im Alter von ca. 9 Jahren. An einen chirurgischen Eingriff konnte sich heute 28-jährige Patientin nicht erinnern. Neben der deutlich erkennbaren apikalen Pathologie zeigte sich klinisch eine sein einigen Wochen bestehende labial gelegene aktive Fistelung.
Die Behandlung erfolgte zweizeitig mit einer zwischenzeitlichen Einlage aus CaOH2. Da die um einen massiven Metall-Stift herum angefertigte Komposit-Restauration aus ästhetischen Gründen erhalten werden sollte, wurde in vorliegendem Fall der Metall-Stift unter Einsatz der Endoguide-Instrumente „herausgeschält“ und anschliessend durch Ultraschalleinsatz gelockert und entfernt.
Die Bilder der kontaminierten Obturationsmaterialien sprechen für sich.
Ein Jahr postoperativ zeigt sich der Zahn klinisch befund- und symptomfrei. Radiologisch ist eine deutliche Ausheilung zu erkennen.
von Bonald Decker
Wie in jedem Beruf gibt es natürlich auch in der Zahnheilkunde (und Endodontie) dankbare und weniger dankbare Aufgaben und „Anfragen“, die mit dem Wunsch der „bestmöglichen Bewältigung“an uns herangetragen werden.
Für mich zählen unter anderem die Behandlungen von Familienmitgliedern oder Kollegen zu den eher „ungeliebteren Herausforderungen“.
So wie in diesem Fall.
Es handelte sich um den Zahn eines (ehemaligen) Vorgesetzten, der mich um meine Einschätzung und mögliche Behandlung bat.
Die endodontische Erstbehandlung fand vor vielen Jahrzehnten statt und war Folge eines Frontzahntraumas Inklusive „Stab-Sift“ in jüngeren Jahren.
„Stab“ steht hierbei für „Stabilisierung“ und war bis dato ein für mich ungekannter zahnmedizinischer Begriff bei der Stiftversorgung…
Als Therapie wählten wir (gemeinsam) die orthograde Revision inklusive Verschluss der Apikalregion mittels MTA.
Die weitere Versorgung erfolgte dann alio loco.
Ein Jahr später war der Kollege so freundlich uns das entsprechende Recallbild zur Verfügung zu stellen.
Leider nur in 2D.
Trotzdem freue ich mich, dass diese wenig „geliebte“ Behandlung erfolgreich gewesen zu sein scheint…
von Olaf Löffler
„Die Wurzelspitzenresektion als Sanierungsmaßmahe“ J. Koch-Langentreu, 1947, Urban&Schwarzenberg / Wien
In diesem Buch fiel mir am Wochenende in die Hände. Es ist schon einige Zeit in meinem Besitz. Bisher hatte ich noch keine Zeit für die antiquarische Literatur gefunden.
Beim Blättern fiel mir auf Seite 35 die Überschrift: Die Vorbehandlung des Wurzelkanales ins Auge.
Der Autor schreibt auf Grund seiner dreißigjährigen Erfahrung für den Praktiker. Das Werk ist reich an Fotografien und Röntgenbildern, die in erstaunlich guter Qualität abgedruckt sind.
Aber lesen Sie selbst, welche Forderungen bereits 1947 beschrieben wurden.
Zitat:
…Während bei der normalen Wurzelbehandlung an die endgültige Wurzelfüllung eine Reihe von Forderungen gestellt werden, welche die Unzahl von Methoden und Medikamenten zum Teil erfüllen, zum Teil nicht erfüllen und auch nie erfüllen können, lautet unsere Forderung an die Füllung des Wurzelkanals vor der Resektion nur dahin, daß der Kanal restlos ausgefüllt wird, daß dieser gute Randschluß auch dauernd erhalten bleibt, d.h. daß keine Schrumpfung eintritt, welche den ganzen Erfolg der Wurzelspitzenresektion in Frage stellen würde, und schließlich, daß kein Reiz auf die umgebenden lebenden Gewebe ausgeübt wird. Es empfiehlt sich daher, zur Resektion unter allen Umständen den Kanal neu zu füllen…
Quelle: „Die Wurzelspitzenresektion als Sanierungsmaßmahe“ J. Koch-Langentreu, 1947, Urban&Schwarzenberg / Wien,
von Hans – Willi Herrmann
Maschen wir uns nichts vor: Nachdem vermutlich mittlerweile das zweihundertfünfzigste „neue“ Nickel – Titan – System vorgestellt wurde (welches natürlich jedes Mal mit dem Marketing Claim, Feuer und Rad gleichzeitig erfunden zu haben, beworben wird), fällt es schwer, noch wirklich innovative oder zumindest andersartige NiTi – Lösungen zu finden. Reziprok /Wave One wie auch die SAF- Feile , 2010 bzw 2009 vorgestellt, waren zuletzt solche Lösungen.
Und seitdem ?
Im Westen nichts Neues, um mit Remarque zu sprechen.
Wie also schafft es das BT 2 – Instrument, die Arbeit dieser 7 Instrumente zu schultern ? Das Geheimnis liegt in der namensgebenden Instrumentenspitze. BT steht für „Booster Tip“ und darunter versteht der Hersteller eine Fasung der Instrumentenspitze, die aus den 3 Scheidekanten der Instrumentenschneide 6 Kanten werden lässt. Dadurch schneidet die Spitze nicht nur effizienter, sondern darüber hinaus bereits entsprechend einer konventionellen 15/100 mm- Spitze.
Die finale Aufbereitung erfolgt mit dem BT 3 – Instrument. Dieses entspricht einer Race 35.04, der jedoch ebenfalls ein Booster Tip spendiert wurde.
Die Markteinführung des BT Race- Systems ist für November 2013 geplant.
von Bodald Necker
Der Fall wurde hier und hier beschrieben, das erste follow up hier.
Wie sieht es nach einem Jahr aus?
Gut.
Der Zahn ist komplett symptomlos, hat mittlerweile Lockerung 0 und ist in Funktion, so weit es die Bisssituation zulässt.
Klinisch liegt die Furkation immer noch frei, ist aber auch nicht größer geworden.
Bild der röntgenologischen Kontrolle anbei.
von Ronald Wecker
Klinisch zeigte Zahn 16 keinen Hinweis auf eine Vertikalfraktur.
Im Einzelbild ist eine Aufhellung, beginnend auf der Höhe des mittleren Wurzeldrittels zu erkennen.
Nach Betrachtung des DVT wurde der Patientin empfohlen, sich implantologisch beraten zu lassen.
Um letzte Sicherheit für ihre Entscheidungsfindung zu erlangen, bat sie um eine klinische Inspektion unter dem Dentalmikroskop.
Nach Anlegen der Zugangskavität und Entfernung der Wurzelschraube wurde ein von der mesiobukkalen Wand der Zugangskavität bis zum palatinalen Kanaleingang verlaufender Haarriss deutlich.
von Olaf Löffler
Die Fachdental in Leipzig wollte ich zunächst nicht besuchen. Nachdem ich aber in den Messejournalen las, daß die Firma Geringe vertreten sein wird nahm ich mir doch etwas Zeit für einen Besuch.
Wir beabsichtigen einen weiteren Autoklaven anzuschaffen und haben uns für den Getinge 5+ entschieden. Mit seinen kurzen Aufbereitungszyklen und der großen Trayaufnahme erscheint er uns genau richtig. Nun hoffen wir, daß er im Alltag neben unserem Melag bestehen wird.
Getinge stellte auch Thermodesinfektoren aus und dazu konnte man sich Trays der Firma Directadental anschauen. Diese interessanten Traylösungen möchte ich Ihnen diese nicht vorenthalten. Hier finden Sie viele Informationen in Deutsch, Englisch und natürlich der Landessprache Schwedisch. Den aktuellen Flyer als pdf kann man hier erhalten.
Die Kosten dieser Trays liegen allerdings deutlich über vergleichbaren Trays aus der Zirc Reihe der Firma Loser. Kommentare zu anderen Wasch-Trays oder Erfahrungen mit den genannten Trays sind ausdrücklich erwünscht.
Von Bonald Decker
Sie erinnern sich sicher noch an meinen Beitrag zum „Tag des offenen Zahnes“…
Fall II konnte gestern abgeschlossen werden.
Durch eingehende chemo-mechanische Reinigung mit nachfolgender medikamentöser Einlage war es nach dem ersten Behandlungstermin möglich den Zahn provisorisch (Cavit & Ketac Molar) zu verschliessen, ohne, dass sich erneut massive Schmerzen einstellten.
Bei vorhandener Beschwerdefreiheit haben wir daraufhin gestern die Wurzelkanalfüllung vorgenommen und den Zahn abschliessend adhäsive restauriert.
Hier also prä- und postoperative Röntgenaufnahme:
Demnächst berichten wir von dem Behandlungsverlauf der anderen „Kandidaten“…