Hygiene in der Praxis

von Olaf Löffler

Aufregung herrscht, wenn Praxisbegehungen angekündigt werden. Grund sind die aktuellen Richtlinien und dazu differierenden Auslegungen von Zahnarztfunkionären und Hygieneexperten, bzw. solcher die meinen dies zu sein.
Der Zahnarzt steckt in einer Zwickmühle. Die Verantwortung trägt er allein.
Die Anforderungen in den letzten Jahren sind geradezu explodiert. Die gegenüberstehende Honorierung wird diesen Kosten in der Praxis nicht gerecht. Nun fragt man sich welche dramatischen Ereignisse liegen vor, daß die plötzlich erhöhten Forderungen notwendig macht.

In der jüngeren Geschichte fällt einem neben der BSE-Kriese vor allem die EHEC Erkrankungen wieder ein. Ein Grund für mich da noch mal nachzuschauen, was war und was wurde getan. Bei der Recherche kommt man unweigerlich bei foodwatch heraus. Thilo Bode, bekannt durch Greenpeace Deutschland ist der Gründer und Geschäftsführer von foodwatch.

Foodwatch prangert die Aufarbeitung der EHEC Epedemie an und bringt einige Hintergundinformationen und Hinweise an die Öffentlichkeit. Für mich ist dies Information genug um die Aktion zu unterstützen und nachdenklich zu werden in Zeiten von QM und RKI Richtlinien…

4 Gedanken zu „Hygiene in der Praxis

  1. Hallo Olaf,
    mir ist die Verbindung zwischen EHEC, dem möglicherweise nicht ausreichend strukturierten Umgang damit seitens der Behörden und den Praxisbegehungen nicht klar geworden. Wie genau meinst Du das?

    Herzlicher Gruß aus Berlin

    Bernard

    • Hallo Bernard,
      meinen tu ich gar nichts.
      Es macht mich nur nachdenklich, wie das Problemen gelöst, bzw. nichtgelöst wurde.
      Herzliche Grüße
      Olaf

  2. Unsere Praxis war vor Kurzem bei einer Fortbildung bezüglich aktueller RKI Richtlinie/ Empfehlung, wo gesagt wurde das die Praxen einen validierten Thermodesinfektor benutzen und eine Wasserdesinfektionsanlage für das gesamte Wassersystem betreiben MÜSSEN! Natürlich hatte die mit anwesende Firma auch gleich passende Angebote vorbereitet… Bei einem Anruf bei der KZV war die Kollegin am anderen Ende der Leitung schon nicht mehr überrascht, sie sagte nur “ Da gab es wohl wieder eine Fortbildung oder besser Verkaufsveranstaltung, Sie ind heute schon der 10 besorgte Anrufer deswegen!“ …. Ich finde es schade das die Industrie hier die Richtlinien mit bestimmt, laut Aussage heißt es da manchmal „wir haben hier ein Produkt das wir verkaufen wollen, schafft bitte den Bedarf…“ Auf meine Frage an eine der höchsten Personen bezüglich Hygiene in Deutschland, warum hier in Deutschland so ein hoher materieller Aufwand betrieben wird, und woanders in der Welt – siehe WHO- bedeutend minimalistischer vorgegangen wird, hieß es nur “ was die dort machen reicht völlig aus, hier in Deutschland – und Europa – ist aber sehr viel Geld im Spiel. Da wird alles auf den Markt geworfen was zu Geld gemacht werden kann, und weil die Politik immer von Wachstum und Arbeitsplätzen spricht, werden dann auch Bedürfnisse generiert um den Absatz zu schaffen. Die Industrie hatte schon die Korken knallen lassen weil es hieß das Übertragungsinstrumente ( Winkelstücke ) nicht aufbereitet werden können, dass war dann aber selbst für deutsche Verhältnisse zu teuer und wurde für die Zeit jedenfalls etwas angepasst“.

    Bei der Hygiene kommt es mir immer vor als wäre diese die Schwester der Hydra: schlägt man einen Kopf ab – bewältigt also ein Problem oder Risiko – wachsen zwei Probleme nach. Hygiene ist absolut wichtig und richtig, dass wir als Behandler aber die gesamten Kosten aller Neuerungen tragen müssen nicht.

    Ich erinnere mich an einen Artikel von Dr. Felix Blankenstein, wo jeder Restaurantbesucher mit starkem Zahnfleischbluten nach einem Schnelltest an der Tür in Semi-Kritisch, Kritisch etc. eingeteilt wurde, damit sein Tisch und sein Besteck entsprechend der RKI Richtlinie aufbereitet wird :-) ….

    Was ist jetzt aber mehr zum Lachen: so ein Satiretext oder wie in Wirklichkeit AUSSERHALB von kleinen Praxen mit der RKI umgegangen wird?

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