Aller guten Dinge sind Drei? Die Auflösung

von Jörg Schröder

Nach Erläuterung der Befunde habe ich dem Patienten eine erneuten chirurgischen Intervention vorgeschlagen.

Eine orthograde Revision hätte einen zusätzlichen Hartsubstanzverlust des ohnehin schon mechanisch stark kompromittierten Zahnes mit sich gebracht.

Eine Zahnentfernung schied als Erstmassnahme aus, wäre aber bei einem im Op-Situs zu erkennenden Rissgeschehen unumgänglich gewesen.

Der Verlust der retrograden Füllmaterialien und ein nicht aufbereiteter und ungefüllter Isthmus zwischen den beiden Kanalsystemen kann als Ursache der seit Jahren persistierenden apikalen Pathologie angesehen werden.

Aufgrund des weit nach kausal ins Vestibulum hineinreichenden Defektes habe ich die Fotodokumentation auf das Minimale und weniger beschränkt. Schade, aber mein Hauptaugenmerk lag wohl ein wenig woanders. ;)

Die retrograde Präparation erfolgte mittels Ultraschallansätzen nach B. Khayat. Die Obturation mit einem biokeramischen Putty-Material.

16 Monate nach dem nunmehr dritten chirurgischen Eingriff zeigt sich im Einzelbild eine recht erfreuliche Entwicklung.

 

 

Misserfolg bei -Grossbaustelle- Ursachenforschung (I)

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit berichtete ich hier über den bisherigen Behandlungsmisserfolg eines Oberkiefer-Prämolaren nach Revision bei unserer „Grossbaustelle

Über die grosse Resonanz auf den Beitrag (immerhin 45 Kommentare!) habe ich mich gefreut. Obwohl ich bisher noch keine „wirkliche Auflösung“ für die Gründe des Misserfolges liefern kann möchte ich in diesem Zuge versuchen einige Punkte kurz zu „beantworten“ und ferner eine wissenschaftliche Untersuchung anzuführen, die ich als mögliche Ursache für die Progredienz der apikalen Parodontitis heranziehe.

Die nach sechs Monaten angefertigte 2D-Recall-Aufnahme zeigte eine zunehmende apikale Parodontitis. Persönlich sehe ich den Mehrnutzen einer möglichen daraufhin zusätzlich angefertigten DVT-Aufnahme bei unauffälligen klinischen „Parametern“ (wie „forcierter“ Taschensondierung etc.) in diesem Fall nicht. Insbesondere deshalb, weil ich mir daraus keine weitere therapeutische Konsequenz erwarte.

Meine Empfehlung hinsichtlich des weiteren Vorgehens an die Patientin lautete daher:

– Extraktion

oder

– explorative chirurgische Darstellung Region 14 mit nachfolgender möglicher minimalinvasiver Wurzelspitzenresektion inklusive retrogradem Verschluss.

Eine Entscheidung der Patientin steht noch aus.

Aber warum kam es zu dem Misserfolg…?

Eine (absolute) Antwort habe ich (bisher) nicht.  Aber die nachfolgende Untersuchung liefert für mich eine  mögliche (iatrogene) Ursache…

Die Revision hat evtl. zu Rissbildungen innerhalb der Wurzel geführt und damit den Misserfolg begünstigt:

Ich werde über den weiteren Verlauf der Behandlung berichten und hoffe diesen im Weiteren“aufzuklären“…