„Stab“-Stift

von Bonald Decker

Wie in jedem Beruf gibt es natürlich auch in der Zahnheilkunde (und Endodontie) dankbare und weniger dankbare Aufgaben und „Anfragen“, die mit dem Wunsch der „bestmöglichen Bewältigung“an uns herangetragen werden.

Für mich zählen unter anderem die Behandlungen von Familienmitgliedern oder Kollegen zu den eher „ungeliebteren Herausforderungen“.

So wie in diesem Fall.

Es handelte sich um den Zahn eines (ehemaligen) Vorgesetzten, der mich um meine Einschätzung und mögliche Behandlung bat.

Stab-Stift I

Stab-Stift I

Die endodontische Erstbehandlung fand vor vielen Jahrzehnten statt und war Folge eines Frontzahntraumas Inklusive „Stab-Sift“ in jüngeren Jahren.

„Stab“ steht hierbei für „Stabilisierung“ und war bis dato ein für mich ungekannter zahnmedizinischer Begriff bei der Stiftversorgung…

 Spätestens mittels der angefertigten DVT-Aufnahme konnte die apikale Parodontitis an Zahn 21 verifiziert werden.

DVT Stab Stift

Als Therapie wählten wir (gemeinsam) die orthograde Revision inklusive Verschluss der Apikalregion mittels MTA.

Die weitere Versorgung erfolgte dann alio loco.

Ein Jahr später war der Kollege so freundlich uns das entsprechende Recallbild zur Verfügung zu stellen.

Leider nur in 2D.

Trotzdem freue ich mich, dass diese wenig „geliebte“ Behandlung erfolgreich gewesen zu sein scheint…

4 Gedanken zu „„Stab“-Stift

  1. Hallo Herr Decker,
    wenn viele Jahre alt, dürfte der Stab-Stift mit Phosphatzement befestigt gewesen sein. Allerdings hätte ich trotzdem Bedenken beim Entfernen, mit Ultraschall?, doch zu starke Kräfte einwirken zu lassen!? Wie haben Sie diese Problematik so geschickt vermieden?
    Viele Grüße
    Guido Vorwerk

    • Hallo Guido.
      Bonald berichtete mir, dass der Stift deutlich einfacher zu entfernen war , als dies im Vorfeld zu vermuten war. Dabei stellte sich das Ganze durch den vorgefundenen Phosphatzement dankbarer dar, als dies zb bei „GIZ-Fällen“ in der Vergangenheit bei Bonald der Fall war.Die suboptimale Passung half ferner. Kurz: Es war einfacher den Stift zu entfernen, als es Initial aussah. Lgc

  2. Hallo Herr Decker, habe aktuell einen ähnlichen Fall. Vielleicht können Sie kurz beschreiben, mit welcher Strategie (und welchem Zeitaufwand) man so einen Stift am besten herausbekommt,
    LG, P. Schönwälder

    • Hallo Herr Schönwälder.
      Bonald hat die Strategie verfolgt den Stift mittels Endo Guide Bohrern und Ultraschallinstrumenten freizulegen und dann zu entfernen. Die Passung war mäßig und so ließ sich der Stift recht schnell entfernen. Gefühlte 10 min.
      Vg ck

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