Neue LED – Beleuchtung für Zeiss Pico

von Hans – Willi Herrmann

Seit einiger Zeit gibt es eine nachrüstfähige LED – Beleuchtung für das ZEISS Pico – Dentalmikroskop. WURZELSPITZE- Gastautor Andreas Habash hat hier und  hier darüber berichtet.

Ich hatte am Wochenende im Rahmen eines Arbeitskurses in Dresden die Gelegenheit, mit einem Zeiss Pico + LED- Licht aktueller Generation zu arbeiten. Es ist schon bemerkenswert, wie viel besser sprich leuchtstärker die LED´s für die Mikroskope geworden sind in den letzten Jahren. Und LEDs haben gegenüber Halogen und Xenon schon eine Reihe von Vorteilen (Geräuschentwicklung, Lichtfarbe, Preis, Alterungsbeständigkeit der Lichtleistung, Haltbarkeit).
Allerdings – in der hohen Vergrößerung war es dann aber ziemlich dunkel in der Kavität. Von den Tiefen des Wurzelkanals einmal ganz abgesehen.

Da trifft es sich gut, dass eine neue,  lichtstärkere Generation an LED- Einschüben für das ZEISS Pico in den Startlöchern steht.

Erste Bilder (man beachte die Seriennummer) habe ich nachfolgend angeführt.

Weitere Informationen zu Preis und Liefertermin gibt es bei Hanchadent.

Spanish Holiday (2)

von Ostidald Wucker

Letzte Woche haben wir berichtet, wie es in diesem Fall begann.
Für mich, als Behandler war diese Situationen unangenehm. Trotz aller Mühe kein Behandlungserfolg.

Als erstes gab mir der Patient mit vorwurfsvollen Blicken die Rechnung des spanischen Kollegen.

190,23 €.
Notfallbehandlung.

Schmerz Zahn 46 (!)  – nicht 47.

Der Patient schilderte mir gerade seine Erlebnisse beim Kollegen in Spanien. Unmengen an Eiter hat dieser ausgespült. Drei mal.
Ich unterbrach ihn und sagte, daß mich das überrascht.

Der Zahn 46 war zufälligerweise bei der Behandlung von 47 auf einer „mißglückten Messaufnahme“ zu erkennen. Es waren keine Veränderungen röntgenologisch sichtbar und die neue Krone mit dem bei uns wurzelbehandeltem Zahn ist intakt.
Der spanische Kolleg hat richtig diagnostiziert, daß es nicht der von uns zuletzt behandelte 47 war. Dieser war vollkommen symptomlos. Im aktuellen Röntgenbild konnte man Veränderungen apikal und im Bereich der Bifurcation erkennen.

aktuelles Röntgenbild

aktuelles Röntgenbild

46 war provisorisch mit Cavit verschlossen. Dieser Verschluss war undicht. (1) Auf Grund der kurzfristig freigemachten Behandlungszeit konnten wir die Behandlung von 46 beginnen.

Nach Entfernung des Cavits aus der Kroneneröffnung (2) zeigten sich ein Zugang zur mesialen Wurzel und ein Zugang zur distalen Wurzel. Das Pulpadach konnte auf Grund der zu kleinen Zugangseröffnung nicht komplett entfernt werden und die Kanaleingänge waren nicht vollständig dargestellt (3). Nach Erweiterung der Zugangskavität und Darstellung der Kanaleingänge und initialer Erschließung und Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte eine Kalziumhydroxideinlage. Distobuccal in Höhe der Kanaleingänge zeigte sich eine 3-4 mm große kugelförmige Kavität, welche ein Resorptionsgeschehen vermuten lässt (4, 5).
Der Zahn wurde danach mit Komposit verschlossen und ein Behandlungstermin vereinbart. Demnächst mehr.

Spanish Holiday (1)

von Ostidald Wucker

Der Patient kam sofort nach seinem Spanienurlaub in unsere Praxis. Er war sonnengebräunt und schien bestens erholt zu sein. Trotzdem sah man sofort – er war aufgebracht.
Die neue Krone mit dem gerade erst wurzelbehandelten Zahn musste aufgebohrt werden. Alles vereitert. In Spanien – im Urlaub! Dabei war der Zahn doch so gut wie neu.
In seiner Empörung wedelte er dabei mit der Rechnung des spanischen Kollegen.

Zur Vorgeschichte:
Der Zahn 47 wurde von uns 2011 behandelt. Zuvor hatten wir 2006 (!) eine Notfallbehandlung auf Grund einer akuten Pulpitis durchgeführt. Unter erheblichem Zeitdruck wurde damals die Kronenpulpa entfernt und Ledermix eingebracht. Ein Kontrolltermin und Weiterbehandlungstermin wurde vereinbart.
Zum Kontrolltermin war der Patient beschwerdefrei.
Auf Grund der Besserung hat er die von uns dringend empfohlene Weiterbehandlung abgelehnt. Damit hatte er fast 5 Jahre ohne empfundene Probleme gelebt.

Das konnte nicht gut gehen. Es kam, wie es kommen musste. Erneut stellten sich Beschwerden ein. Nun konnten wir die Behandlung durchführen.

Dieser untere zweite Molar hatte ein konfluierendes Kanalsystem und zeigte eine massive Infektion. Die Behandlung gelang mit den üblichen Mitteln:

  • abgesichertes Arbeiten unter Koffersdamisolation und vollständiger mikroskopgestützter Behandlung mit präendodontischem Aufbau in Adäsivtechnik,
  • Gestaltung einer endodontische Zugangskavität
  • Erschließung und Erweiterung des Kanalsystems mit Nickeltitanfeilen unter permanenter elektronischer Längenmessung,
  • intensive ultraschallaktivierte Natriumhypochlorid-Spülung,
  • Beseitigung von Debris durch den Einsatz von Zitronensäure,
  • vertikaler,thermoplastischer modifizierter Wurzelfüllung nach Herbert Schilder und adhäsiver Verschluss der Zugangskavität.
Und nun. Alles futsch? In Spanien ein flare up? War das möglich?
Hier die Behandlungsbilder. Die Fortsetzung demnächst an dieser Stelle.
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Ordentliches „Loch“ – Teil II

von Bonald Decker

vor Kurzem hatten wir hier den ersten Teil unseres Fallberichtes veröffentlicht.

So ging`s weiter…

Nach erfolgter Revision, MTA-Perforationsdeckung und chemo-mechanischer Reinigung des Kanalsystems in der ersten Sitzung folgte im zweiten Termin (bei vorhandener Beschwerdefreiheit) der Abschluss der Behandlung.

Zunächst die Kontrolle des MTA auf vollständige Aushärtung:

Anschliessend erfolgte die Wurzelkanalfüllung und die postendodontische Kompositrestauration…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir sind gespannt, wie sich der Zahn zukünftig „bewähren“ wird und hoffen auf einen WURZELSPITZE-Recallbeitrag zu diesem (für uns nicht alltäglichen) Fall

:-)

Ordentliches „Loch“ – Teil I

von Bonald Decker

Beim ersten Blick auf das nachfolgende Röntgenbild stelle sich mir sofort die Frage, warum das WF-Material nur bis in das mittlere Wurzeldrittel reicht…

gilt ein Oberkiefer-Frontzahn doch langläufig als endodontisch (vermeintlich) einfach zu behandelnder Zahn…

auf des „Rätsels Lösung“ kam ich erst, nachdem wir das bestehende WF-Material entfernt hatten…bei der damals (vor ca. 9 Jahren) durchgeführten Trepanation des Zahnes wurde das tatsächliche Wurzelkanalsystem „verpasst“ und bei der „Kanalsuche“ ein tiefreichender iatrogener „Schacht“ präpariert. Da dieser quasi parallel zu dem eigentlichen Kanalverlauf  angelegt wurde, stellte sich das 2D-Röntgenbild für mich trügerisch dar…

Hier noch ein paar weitere Informationen zu dem Fall sowie der bisher durchgeführten & geplanten Behandlung….

Anamnese:

Z.n. „Wurzelkanalbehandlung vor ca. 9 Jahren; damalige Diagnose nicht mehr nachvollziehbar; bis vor ca. 7 Tagen schmerzfrei; dann Schmerzen und submuköse Schwellung; Notfallbehandlung und Medikation (Antibiotika-Gabe) durch überweisenden Kollegen;

Röntgendiagnostik: insuffiziente Wurzelkanalfüllung; apikale Aufhellung

Befund (fokussiert auch Zahn 21):

Taschen-Sondierungstiefen: normal

Lockerungsgrad II

geringfügige vestibuläre Schwellung

Perkussion positiv

Unsere Therapie: Anästhesie, Trepanation, Revision, Darstellung des Kanalsystems, endometrische Längenmessung (unproblematisch, da Perforation weiter apikal lag), Präparation bis apikalen Durchmesser von 60.04; med. Einlage Ca(OH)2,Perforationsdeckung mit MTA Angelus, prov. Verschluss (Cavit & Ketac Molar)

Weiteres Procedere: Kontrolle des MTA auf Aushärtung; WF des Kanalsystems mit Guttapercha & Sealer, Verschluss der Zugangskavität mit Komposit; Nachkontrolle in 6 Monaten

Vorläufige Prognose: Gut; die Perforation liegt sehr weit apikal, was sich als günstig erweisen sollte

Teil II der Behandlung dann demnächst hier bei Wurzelspitze…

P.S: Dokumentation: Zeiss Pro Ergo mit Canon Legria am JS Adapter

Neustart (II) – Verkabelung

von Christoph Kaaden

Letzte Woche habe ich hier über unseren Praxis-Neustart geschrieben.

Hierzu heute der nächste Beitrag:

Im Zuge der „Multi-Media“-Ausstattung unseres Behandlungszimmers hatte ich recht konkrete Vorstellungen…

Ich wollte gerne 3 Monitore an der Behandlungszeile (12-Uhr Position hinter einer Glasscheibe) zur möglichen Darstellung von

– Abrechnungssoftware

– Röntgensoftware

und

– Mikroskop-Video-Bild

Ferner sollte ein Monitor an der Behandlungseinheit in der Lage sein, dass Mikroskop-Video-Bild bzw. wahlweise das Röntgenbild zeigen zu können (Hiermit hatten wir in den letzten Jahren bei den Patienten sehr gute Erfahrungen gemacht).

Als Röntgensensor haben wir uns im Vorfeld für einen Kodak 6100 Sensor entschieden, der mittels USB-Anschluss an der PC im Behandlungszimmer angeschlossen werden muss.

Zuletzt war auf „9 Uhr“ die Übertragung des Mikroskop-Video-Bildes auf einen Fernseher (zur besseren Mitbetrachtung der Behandlung u.a. für die Assistenz) gewünscht.

Zur vereinfachten Bearbeitung der von uns häufig mitgefilmten Behandlungen hatte mich ferner Oscar von Stetten (Danke Ossi!!!) in der Planungsphase auf die Idee gebracht, einen H264-Recorder „zwischenzuschalten“. Dieser ist in der Lage, das über die HD-Videokamera Aufgenommene gleich in eine MP4-Datei umzuwandeln, um diese dann auf einem Computer zu speichern… somit endlich kein „lästiges“ Auslesen der MC Karte mehr…!!!

Klingt kompliziert das Ganze…???

na ja…

was soll ich sagen…

so sieht die entsprechende Planungsskizze der „Verkabelung“ aus…

Um dies umsetzten zu können, müssen im Vorfeld u.a. einige Leerrohre vorgesehen werden, die einen entsprechenden Durchmesser (u.a. für den HDMI Stecker) aufweisen. Ferner sind z.T. (passive) HDMI bzw. USB Repeater notwendig.

Mein Dank für die quasi reibungslose „Planung und Umsetzung“ geht massgeblich an Holger Stölting (Fa. Advance Computer).

Und hier noch ein paar Impressionen des Ganzen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kannst Du mal schauen…

von Bodinald Wecker

… ich finde nur 2 Kanäle in dem 26. Das waren die ersten Worte eines sehr netten und kompetenten Kollegen.

Natürlich konnten wir schauen.

Es hat mich nicht gewundert, dass der Kollege nur 2 Kanäle gefunden hat, denn das Pulpacavum war grosszügig mit einem Pulpastein zugewachsen. Der distale und der distobuccale Kanal waren schon dargestellt, als der Patient bei mir auftauchte. Nach kurzer Zeit war der mesiobuccale Kanal gefunden und dann ging es auf die Suche des mb2.
Also mit dem Mounce-Discovery-Bur vom mb nach palatinal rübergezogen und geschaut, was sich so zeigt.

Das waren in der mb Wurzel schon mal 4 Eingänge. Das ist nichts besonderes, die reduzieren sich meistens doch auf 2 Kanäle. Also die Kanäle mit Rosenbohrern verfolgt.

Es bleiben 4. Die zwei mittleren werden sich jedoch im Laufe der Aufbereitung mit Sicherheit vereinigen.
Die initiale Aufbereitung erfolgte mit der Sequenz für schwierige Kanäle, die Michael Arnold aus Dresden vor einigen Jahren vorgeschlagen hat:
ProFile 15/04 aktiv – ProFile 20/04 passiv – Flexmaster 15/06 passiv.
Immer wieder wiederholen, bis der Apex erreicht ist.
Immer nass und unter Sicht (Mikroskop!) langsam mit Gefühl in den Kanal einführen, und beim Rausziehen kontrollieren, ob sich die Feile verform hat. Wenn ja, diese verwerfen.

Zum Schluss waren es dann noch 3 mesiale Kanäle. Der mb wurde aufbereitet bis 35/06, mb2 und mb3 bis 25/06.

WF erfolgte warm, vertikal.

Bei 5 Kanälen in einem oberen 6er wird immer fotografisch dokumentiert, die Bilder dem Patienten mit der Aufforderung mitgegeben, er solle sie beim Einreichen der Rechnung gleich mitschicken, da man darauf warten kann, dass der PKV-Sachbearbeiter mit 5 Kanälen überfordert ist, und nur (maximal) 4 Kanäle zur Erstattung freigibt. Den Sachverhalt im Nachhinein zu belegen ist unter Umständen schwierig, wenn, wie in diesem Fall, die WF-Kontrollaufnahme in Rechtwinkeltechnik ausgeführt wurde und mesial nur ein gefüllter Kanal erkennbar ist.

Der Tag im Leben eines Endo-Teams…

von Bonald Decker

eigentlich wollte ich heute einen anderen Beitrag einstellen.

Eigentlich.

Aber im Laufe des Behandlungsabends habe ich mich umentschieden und möchte kurz einen Tag im Leben eines (bzw. unseres) Endo-Teams vorstellen…

Hierzu jeweils die Eckdaten und wichtigsten Informationen zu den einzelnen Situation in Kurzform…(leider war unsere Fotodokumentationsvariante heute umzugsbedingt nicht verfügbar; daher also leider keine klinischen Fotos…)

Behandlungsbeginn 14:00 (Dienstag ist „unser langer Tag“ bis ca. 21:00 )

1. Patient: Nach erfolgter Beratung in Ersttermin über Diagnose, Therapie(optionen) und Prognose nun Behandlungsbeginn…

Lentulo-Entfernung

2. Patient: Zweiter Behandlungstermin (Diagnose: Z.n. Frontzahntrauma; jetzt apikale Parodontitis) nach initialer Trepanation und chemo-mechanischer Reinigung & med. Einlage (CaOH2)/ prov. Füllung. MTA-Plug (ohne Widerlager), Backfill mit Guttapercha / AH Plus; internes Bleaching für Beginn 2012 geplant.

 

MTA Apexifikation

3. Patient:

Z.n. Wurzelkanalbehandlung vor ca. 20 Jahren; Z.n. WSR vor ca. 8 Jahren, vor 2 Wochen beginnende Schwellung ausgehend von Zahn 46; Alio loco verordnete orale Antibiose; momentan Beschwerdefreiheit; Im Rahmen des Erstgesprächs Erläuterung der verschiedenen Therapien; Unsere Empfehlung: Entfernung des Zahnes 46 aufgrund von erheblicher Vorschädigung und parodontaler Situation; Patient (Orthopäde) wünscht Zahnerhalt mit allen Mitteln (da er aus eigenem Fachgebiet „Vorbehalte“ gegen Implantate hat!)

Revision bei Z.n. WSR und aktueller apikaler Parodontitis

Eine mögliche Wurzellängsfraktur bestätigte sich intraoperativ nicht. Die geschätzte Resektionswinkel mesial beträgt ca. 45 Grad (!) Die Messaufnahme zeigt die Instrumentenposition im mes-ling. Kanalsystem…

weiteres geplantes Procedere: Verschluss der Neoapices mit MTA (bei kontinuierlicher Beschwerdefreiheit) und weitere WF mit Guttapercha&Sealer sowie Glasfaserstift distal.

4. Patient:

Die „grosse“ Unbekannte…; Auf Wunsch des Vaters und der wohnlichen Situation der Patientin (im Ausland) Behandlungstermin _ohne_ „Erstkontakt“. Bei uns die _absolute_ Ausnahme! Unklarheiten über Ausgangsdiagnose (sowie Zahnart & Anzahl)…

die „Überraschung“ erfolgt nach Erhebung der Anamnese sowie der klinischen und radiologischen Befunde (daher auch eigentlich immer bei uns vorab Befundungs-/Beratungstermin).

Während die Situation von Zahn 17 auf den ersten Blick ggf. aufwändiger erscheinen mag, lag die tatsächliche heutige Herausforderung in der Gestaltung der adhäsiven Aufbaufüllung des Zahnes 15, die gefühlte 2/3 der Behandlungszeit ausmachte.

Später als gedacht war unser Behandlungstag beendet…

morgen (Mittwoch) gehts um 9.00 weiter…

:-)

mal schauen, was der morgige Endo-Tag so bringt…

 

;-)

 

PS: Danke Franzi für Ihren Einsatz :-)))))

Sony NEX 5N am Dentalmikroskop – Erste Bilder, erste Eindrücke

von Hans – Willi Herrmann

Mit der  NEX-5N hat Sony  die zweite Generation NEX-Systemkameras auf den Markt gebracht.

Lohnt sich der Umstieg ? Das fragen sich nicht nur  viele Spiegelreflexkamerabenutzer sondern auch Besitzer des gerade mal 1 Jahr alten Vorgängermodells.

Auf den ersten Blick kaum, denn rein äußerlich erinnert bis auf kleinere kosmetische Änderungen alles an die Vorgängerin NEX-5.

Unter der Oberfläche werkelt   nun der Bildsensor im APS-C-Format und Cropfaktor  1,5  mit 16 Megapixel Auflösung. Und glaubt man den Lobpreisungen des Herstellers und ersten Testberichten, dann  zaubert die NEX-5N eine Spitzen-Bildqualität aus dem Fotochip, die insgesamt  neue Bestwerte in der DSLR- und Systemkameraklasse unter 1.000 Euro setzt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die gesteigerte High ISO Leistung der Kamera, die in Kombination mit einer neuen JPG- Engine  überragend gute Leistungen beim Bildrauschen und  hohe Detailtreue in Bildbereichen mit feinen Kontrastunterschieden liefern soll.

Soweit die ersten Marketing- News.

Ich muss gestehen, dass mich die NEX 5 nie besonders gereizt hat.

Dies ist  insofern erstaunlich, da ich dem Konzept einer spiegellosen Systemkamera mit Wechselobjektiven als LEICA M- Besitzer  von jeher sehr zugetan bin.

Und die Entwicklungen von Olympus und Panasonic, das in die gleiche Richtung gehende  Micro 43 – System betreffend, mit großem Interesse verfolgt habe, denn eine solches Kamerakonzept unter Wegfall des Spiegelkastens bietet gleich mehrere Vorteile: Zum einen kleine, leichte Kameras und Objektive, was eine solche Kombi zum idealen hochwertigen Reisebegleiter werden ließe und – um im zahnmedizinischen Kontext zu bleiben – für das Dentalmikroskop eine ideale, weil tragbare Zusatzlast, bei der ein  nicht mehr  vorhandener Spiegelschlag unserem Streben nach einem verwacklungsfreien Bild entgegenkäme.

Ausprobiert habe ich daher im letzten halben Jahr 3 unterschiedliche Kameras am Dentalmikroskop: Die PANASONIC G3, die SONY NEX 5 und die SONY NEX 5N.

Welche würde das Rennen machen im Kampf um die Nachfolge der bislang an dieser Stelle dominierenden Spiegelreflex Kamera CANON 5 D MK 2 ?

Die Panasonic G3, um es kurz zu machen, schied schon kurz hinter den Startblöcken aus. Sie erlaubt nämlich keine Kontrolle von Videoaufnahmen mittels Fernseher über HDMI. Das war sehr bedauerlich, da die Kamera ansonsten einen guten Eindruck hinterlassen hatte, aber es ging nunmal  gerade darum, eine Kamera zu finden, die ein permanentes Livebild, dass einer Behandlungsassistenz die Mitbeobachtung des Mikroskopgeschehens gestattet, liefern könnte.

Dies kann die NEX 5 mit Bravour.

Sie liefert ein tadeloses HD Live – Bild, dass via HDMI auf einen großflächigen LCD-Fernseher ausgegeben werden kann und der  Endo – Assistenz zur Mitbeobachtung dient. Nach 30 Minuten schaltet die Kamera ab, ein kurzer Griff zum Ein/Ausschalter stellt den Ursprungszustand wieder her. Nervig, aber systemimmanent, zumindest was europäische Kameramodelle angeht. Wer die Möglichkeit hat, eine Kamera in USA zu ergattern, hat diese Probleme nicht, dafür aber vermutlich eine unterschiedliche Bildfrequenz, die Videoformate betreffend.

Warum dann also nicht die NEX 5 ? Aus zwei Gründen (denn ich lasse das  häßliche Aussehen einer extrem kleinen Kamera mit Riesenobjektiven aussen vor):

1. Die Fotoqualität.

Sie ist, wie ich schon hier schrieb und zeigte, akzeptabel, aber nicht ausserordentlich. Ich würde sie nicht einmal als „gut“, sondern eher als „noch befriedigend“ bezeichnen.

Es geht  definitiv besser. Punkt.

2.  Und für mich als ambitionierten Fotografen mindestens genauso unbefriedigend, die mangelhafte Bedienqualität dieser Kamera.

Mir fällt auf Anhieb keine Kamera ein, die einer schlechteres Bedien – Interface aufweist als die NEX 5.

Grauenhaft.

Die unterschiedlichen Einstellungen sind fast ausschließlich nur über verschachtelte Tastendruck- Menues zu erreichen und eine Reihe von Optionen sind  so versteckt und unlogisch zugeordnet, dass man auch nach längerer Eingewöhnungszeit immer wieder in Situationen kommt,  nach zeitintensivem ratlosem Suchen zur Bedienungsanleitung greifen zu müssen, nur um festzustellen, dass auch dort keine Lösung des Problems zu finden ist.

Seit 3 Wochen teste ich  nun die NEX 5N, der nachgesagt wird, dass sie in beiden Kritikpunkten deutliche Verbesserungen aufweist.

Fangen wir an mit der Bildqualität.

Mag sein, dass diese besser geworden ist gegenüber dem Vorgängermodell, aber am Dentalmikroskop ist davon auf den ersten Blick nicht viel zu erkennen. Die Verbesserungen sind also zumindest nicht auf Anhieb augenfällig. Ein paar Beispielbilder der letzten Tage sind beigefügt.

Und die Bedienung ?

Ist in der Tat besser geworden, aber immer noch grottig. Sony hat das Problem im Übrigen sehr wohl erkannt und mit dem neuen Modell NEX 7 grundlegend aus der Welt geschafft. Die NEX 7 erlaubt eine intuitive und schnelle Einstellung der unterschiedlichen Bildparameter mittels dreier Drehräder. Leider verwendet diese Kamera einen 24 Megapixel Chip, der  zwangsläufig in Sachen Lichtempfindlichkeit und Rauschverhalten der NEX 5 unterliegt und obendrein im Randbereich zu Farbfehlern neigt. Am Dentalmikroskop scheint die NEX 5N gegenüber der NEX 7 die bessere Wahl und ist obendrein mit einem Kaufpreis von 580 Euro gegenüber 1200 Euro  beim 7er Modell deutlich preisgünstiger.

Also doch die NEX 5N ?

Sie verfügt immerhin über eine Besonderheit, die uns Mikroskop -Nutzern sehr gelegen kommt. Sie setzt im sogenannten Anti Blur Mode aus mehreren maschinenpistolenartig geschossenen Bildern ein Foto zusammen und kann in gewissem Maße bewegungsbedingte Unschärfen ausfiltern.

Dieses Feature funktioniert überraschend gut, leider jedoch nicht mit Fernauslöser.

Und noch eine willkommene Neuerung. Das LIVE- Vorschaubild scheint über die bekannte 30 Minutengrenze erhalten zu bleiben. Ich habe die Kamera in diesem Modus über mehrere Stunden benutzt, ohne dass diese abschaltete und dabei auch keine Überhitzung des Chips (ein bei der NEX 7 nicht unbekanntes Phänomen) beobachten können.

Wer also eine günstige HD Videokamera sucht, die der Endo Assistenz ein sehr gutes Video Live- Bild der Behandlung liefern kann und wer darüber hinaus diese Kamera zur (zwar nicht hochwertigen aber im normalen Praxisalltag ausreichenden) Fotodokumentation einsetzen möchte, der kann zur SONY NEX 5N greifen. Für Besitzer einer NEX 5 und für Fotografen mit sehr hohen Ansprüchen an die Bildqualität lohnt der Umstieg vermutlich nicht.

Neue Visionen – Neue Möglichkeiten

von Christoph Kaaden

Endlich ist er „da“…

der Endodontie Kalender 2012 

Mit neuen Visionen & Möglichkeiten möchte Michael Arnold zusammen mit zahlreichen Autoren über neue Möglichkeiten in der Endodontologie auf der Basis aktueller Forschung informieren.

Dies gelingt nicht nur aufgrund der optisch ansprechenden zwölf Kalenderseiten, sondern insbesondere durch spannende und sehr versiert gelöste Behandlungsfälle eindrucksvoll.

Online zu bestellen gibt es den Kalender hier.

Kleine Helferlein

Von Christian Danzl

Letzten Freitag und Samstag fand in Salzburg die Jahrestagung der OEGENDO statt. Da das fast direkt vor meiner Haustür ist bin ich mal hingefahren.

Auf der Dentalausstellung gab es einige neue Dinge.

  • Von Thomas gibt es für ihr Endocart und auch für alle anderen Einheiten eine neue Wasserspritze, ähnlich der DCI-Spritze. Ist aus Kunststoff, ohne Heizung innen, aber mit geänderter Taster-Belegung, nämlich mit der deutschen Version mit „Luft-links“


    Ist an jeder Einheit nachrüstbar, die Starz Tipz Einweg Spritzenaufsätze passen hier ohne Adapter. Zu beziehen auch über HanChaDent.
  • Bei Coltene gab es ganz normale Luer-Lock Spritzen, die für verschiedene Spüllösungen unterschiedliche Farben (gelb, rot, blau grün) haben, dazu gibt es einen neuen Spritzenwärmer für vier 10 ml-Spritzen und zwei Composite-Spritzen.
  • die bewährte digitale HD-Adapter von HanChaDent mit der Sony Nex 5 wurde upgedated auf die Sony Nex 5N. Mit besserem Video 1080p mit 50 frames, 16 MP Foto und neuer verbesserter HDR-Funktion.

Das ganze gibt es nächste Woche auch zu sehen auf der 10. Jahrestagung der DG-Endo /1. Jahrestagung der DGET in Bonn.

Neuer Mikroskop – Behandlerstuhl

von Hans – Willi Herrmann

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Armlehnstuhl für das ergonomischere Arbeiten unter dem Dentalmikroskop zuzulegen, der hat jetzt als Alternative zu den bereits etablierten Stühlen von Jadent, Jörg &  Sohn oder Global, eine weitere Option zur Auswahl.

Der Stuhl wird auf Anfrage 14 Tage zum Probearbeiten zur Verfügung gestellt. Erhältlich ist er via Hanchadent.

Praxiskurs & Teamtraining

von Christoph Kaaden

Vor Kurzem habe ich hier über die Möglichkeiten einer Online-Fortbildung im Rahmen der kommenden AMED-Tagung berichtet…

wem dies zu „virtuell“ ist, dem liegt eventuell ein auf Einladung von Zeiss ausgerichteter Praxiskurs und/oder ein Teamtraining mehr.

Nähere Informationen hierzu finden sich hier.

Ein Unterkiefermolar

von Bostidald Wucker

In der letzten Woche, genauer gesagt am Mittwoch hat mich ein Unterkiefermolar etwas aus dem Zeitplan geworfen.

Der Patient stellte sich vor einiger Zeit als überwiesener Schmerzpatient vor. Die akute Pulpitis wurde behandelt und der Zahn adhäsiv präendodontisch aufgebaut.
Auf Grund einige gesundheitlicher Probleme musste der nächste Termin des Patienten mehrfach verschoben werden. So vergingen 4 Monate. Der Patient war nahezu schmerzfrei. Nur ab und zu waren leichte latente Beschwerden.

Die Behandlung erwies sich als Routinebehandlung und lief im gewohnten Rhythmus ab. Eine erkennbare Ursache für die latenten Beschwerden konnte ich (zunächst) nicht festellen.

Nach der abschließenden Desinfektion mit Ultraschall und dem Trocknen der Kavität störte mich eine kleine Unregelmäßigkeit am Isthmus des mesiobukkalen Kanaleingangs (1). Mit einem Muncebohrer zog ich den Isthmus tiefer auf. Durch Spaneinpressungen zeigte sich dann einen weitere Kanaleingang. Nach vorsichtigem Erweitern konnte ein dritter Kanal in der mesialen Wurzel dargestellt und präpariert werden (2). Weitere Kanalstrukturen konnten nicht dargestellt werden (3,4,5).

Nach Abschluss der Behandlung ist der Patient vollkommen schmerzfrei.

 

Tsunami-Endodontics – Teil 5 – Fotos

von Christian Danzl

Einen herzlichen Dank an Oscar von Stetten, Stuttgart, der mir heute Morgen um 8.00 Uhr aktuelle Bilder der SF 65 zur Verfügung gestellt hat.

DVT – Das Verdruss-Teil oder Der vielseitige Tausendsassa?

von Oscar von Stetten

Dass das DVT ohne Zweifel einen Quantensprung in der ZHK darstellt ist nicht von der Hand zu weisen. Es ermöglicht eine allgemein verfeinerte Diagnostik und vor allem Visualisierung, falls nötig. Gerade in der Implantologie/Chirurgie/Paro super, prä-chirurgisch sich auf eventuelle Schwierigkeiten vorbereiten zu können. Keine Frage. Seien wir ehrlich, wir Zahnärzte sind stark visuell orientiert. Den Benefit in einer Patientenkommunikation sei hier noch gar nicht erwähnt. In einigen Fällen hilft sogar erst das DVT, zu einer Diagnose und daraus folgend, zu einer Therapie  zu gelangen.

Nichtsdestotrotz: ist ein Scan bei jedem Patienten ohne wenn und aber notwendig? Da uns die Erfahrungen fehlen, kann ich sogar den Drang des Behandlers nachvollziehen, jeden Patienten einem Scan zu unterziehen, denn nur dadurch steigt die persönliche Wissenbasis und die Einschätzungsfähigkeit der Bilddaten. Das Phänomen ist von unseren 2D-Bildern bekannt, seine eigenen kann man am besten lesen, denn man weiss, was sich wie darstellt. Ein Lernprozess. Ehrlich, mich würde es jedesmal in den Fingern jucken……

Jedoch: inwiefern beeinflusst das DVT unsere Handlungsweise. Seit langem ist bekannt, dass die Grösse einer Läsion sich im 2D-Bild nur unzureichend darstellt. Hat es uns in irgend einer Weise von der Therapie einer apikalen Parodontitis abgehalten? Wird es erneut zu einem Exodontismus kommen, weil „die apikale Aufhellung ist ja doch noch vorhanden“? Wobei wir nicht einmal gesichert wissen, was sich da apikal überhaupt darstellt. Nair et. al. haben uns histologisch ja schon ein wenig den Weg gewiesen. Was ist denn die Konsequenz aus all diesen Studien, inwiefern sollte sich unser Behandlungsprotokoll anpassen, ändern, ergänzen? Müsste man sich nicht Gedanken über die Erfolgskriterien machen, die den neuen bildlichen Darstellungen entsprichen? Darüber wird nicht gesprochen…. obwohl exakt diese Punkte meiner Meinung genauso viel Beachtung und Diskussions-bedarf finden sollten, wie die technischen Parameter der DVT´s und die faszinierenden Bilder.

Was mich zu einem weiteren Punkt bringt: die geliebte Industrie. Technische Parameter sind so eine Sache…. Die bunten, 4-Farb-Hochglanz-Drucksachen für die Bewerbung der Geräte sehen auf den ersten Blick toll aus. Da werden strahlende ;-) Behandler gezeigt, die mit zufriedenen Patienten die DVT-Aufnahmen durchgehen. Liest man sich die technischen Parameter durch, dann springt stets der Wert des isometrischen Voxels ins Auge. 76µ, wir haben den Kleinsten!! (absolut konträr zu dem sonst verbreiteten Verhalten ;-) ). Okay. die anderen haben ein 125µ grosses Voxel, aber die anderen sind ja vieeel schlechter, denn die haben ja nur ein 200µ grosses….. Was genau soll ich denn mit solchen Angaben anfangen? Fragen wir doch mal den lieben Vertreter, ob die dargestellten Voxel bereits das Nyquist-Phänomen eingerechnet haben oder nicht. Ist das tatsächlich die native Auflösung des DVT´s oder ist es eine Interpolation der Grauwerte über Sub-Pixeling-Verfahren? Wenn man jemanden ärgern will, dann sind dies die richtigen Totschlagfragen ;-), das Verständnis dafür hilft jedoch enorm dabei zu verstehen, warum man nicht wirklich eine VRF mittels DVT diagnostizieren kann, wenn diese nicht bereits eine gewisse Grösse zeigt. Eigentlich sollte die Technik für uns als Endanwender vollkommen transparent sein.

Dann bekommt man eine DVD mit Beispielscans überreicht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig die Beispielbilder mit realen Patientenaufnahmen zu tun haben. Und wie frustig manchmal die Fehlersuche sein kann. Und noch frustiger, wenn exakt an dem Ort, an dem die für mich interessante Struktur liegt eine Auslöschung oder Überstrahlung zu finden ist, was auf den Beispiel-DVT´s nie der Fall zu sein scheint.

Bildverarbeitung eines DVT´s IST definitiv Rocket-Science ;-)

Ist es nicht eher so, dass wir doch stellenweise nicht wissen, wie wir mit den befundeten Pathologien umgehen sollen? Um eine solide Datenbasis dafür zu schaffen, wird es noch sehr viel Zeit brauchen, das ist richtig. Und, da sind wir uns sicher alle einig, wenn man eine Diskussion schnell beenden möchte, taucht stets die Frage nach der Evidenz auf. Oder dem Patientenbenefit. Solche Reibereien werden immer wieder auftauchen und exakt diese Reibereien sind es, die die Sache nach vorne bringen können. Das ist nichts schlimmes oder verwerfliches.  Von solchen Sachen lerne ich persönlich immer gerne und viel, ich muss nicht jeden Fehler selber machen.

Aber wer nun glaubt, das DVT ist das Allheilmittel für alle Problematiken, der irrt in meinen Augen. Es ist ein zusätzliches Diagnostikum, ein Tool. Und solange der Wurzelkanalverlauf nicht auf Knopfdruck automatisch freigestellt werden kann (oder Pixel eines bestimmten Grauwertes nicht in der Opazitität geändert werden können), solange wird man immer noch ein gerüttelt Mass an 3D-Vorstellungs-vermögen brauchen. Die Software müsste mehr auf endodontische Vorlieben angepasst werden (z.B.: ein Implantat macht erstaunlich wenig Strahlenartefakt, eine dichte WF leidlich schon). Eines sei noch gesagt: das DVT wird in der Zukunft sehr viele Fragen aufwerfen, auf die wir keine oder nur sehr wenige Antworten haben. Ich bin mir sicher, dass uns viele Erkenntnisse nicht wirklich gut schmecken werden. Der Einfluss ist schon messbar, auch wenn es schwierig wäre. Z.b. Fragmententfernung: wie viel Zeit ohne DVT, wie viel Zeit mit DVT. Letztendlich ist DIE Messung der Outcome. Dummerweise ist der Outcome von einem ganzen Strauss Faktoren abhängig, so dass man sicher nicht alleine auf einen Einfluss des DVT´s schliessen könnte. Also: der Einfluss wird so schnell nicht messbar sein. Aber es kann eine persönlich gefühlte Einschätzung geben, inwiefern dieses Gerät das eigene Handeln beeinflusst und vielleicht auch verändert hat. Mit Evidenz hat das nichts zu tun, aber daran sind wir in der ZHK doch schon seit langem gewohnt.

Fakt ist: das DVT ist schon da, es wird immer mehr Akzeptanz finden und in nicht all zu ferner Zeit sich breitbasig etabliert haben. Doch nun sind tatsächlich die Universitäten gefragt, welche die Geräte ja meist nicht nur für eine einzige Abteilung nutzen, sondern für mehrere. Welche Datenbasis existiert hier wohl? Mir persönlich ist eine Fakultät in Deutschland bekannt, die seit mindestens 2002 ein DVT betreibt. Was da wohl für Schätzchen schlummern.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Verbreitung des Mikroskopes.

Little Toys and Tools (8)

von Olaf Löffler

Der letzte Beitrag in dieser Rubrik war ein kurzer und einfach zu bewerkstellender Trick. Heute möchte ich noch ein kleines Hilfsmittel erwähnen, welches in meiner Praxis mindestens einmal am Tag in der Anwendung ist. Sicher ebenso in den Praxen vieler Kollegen. Gerade diese kleinen, scheinbar banalen  Dinge lassen die Arbeit stressfreier gelingen und werden doch selten genannt.

Vorstellen möchte ich heute die Aufbissblöcke, welche bei uns Standard in der Behandlung sind. Diese sind in 4 verschiedenen Größen erhältlich.

gelb = klein
violett = mittel
grün = groß
blau = sehr groß

Der gelbe, der violette und der grüne Aufbissblock sind bei uns am häufigsten in der Anwendung. Die Aufbissfläche weist eine gezackte Gummikontur auf. Die Blöcke sind verschleißarm und sterilisierbar.

Bezogen haben wir diese über die Firma ADS Systems in Vaterstetten.

Neuer Zeiss Tubus (2) – Vier gewinnt !

von Hans – Willi Herrmann

Auch ich hatte – ebenso wie Oscar von Stetten, der darüber gestern berichtete – in den letzten Wochen die Gelegenheit, mit dem neuen ZEISS Tubus „4in1“ zu arbeiten. Hier meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema:

Der Tubus wurde von mir auf mein ZEISS Pro Ergo montiert. Der Umbau lief innerhalb von 2 Minuten ab und war vollkommen unkompliziert. Die vorhandenen Okulare wurden umgesteckt und konnten so weiterverwendet werden.

Der mir vorliegende Tubus besteht eigentlich aus 4 Komponenten unterschiedlicher Funktion. Da wäre zunächst der Vergrößerungswechsler zu nennen, der eine 50%ige Vergrößerung ermöglicht, dann die Winkeloptik, die wir z.B. vom Global Mikroskop als Carr-Extender kennen und schließlich der Falttubus und Drehteller. Beginnen wir mit letzteren:

Falttubus plus Drehteller
Wann ist eine solcher Falttubus von Vorteil ?
Spontan fallen mir 2 Szenarien ein.
Zum einen bei Mikroskopen ohne Variozoom, wie zum Beispiel beim PICO oder bei unserem PRO Magis.  Diese Mikroskope (wie fast alle anderen auch) besitzen einen festgelegten Arbeitsabstand.

Meist 25 cm, selten 20 oder 30 cm.

Es ist offensichtlich, dass eine solcher „fester“ Arbeitsabstand in vielen Fällen nur ein Kompromiss sein kann.
Ein schätzungsweise 2 Meter großer Endodontist wird vor einem solchem Mikroskop ganz anders sitzen als sein knapp  40 cm kleinerer Kollege. Natürlich kann die variable Positionierung des  Patienten über den Behandlungsstuhl in einem gewissen Bereich die körperlichen Eigenheiten des jeweiligen  Behandlers ausgleichen, aber machen wir uns nichts vor, optimale Ergonomie sieht anders aus. Mit dem Falttubus  kann man also viel viel mehr als bisher das Mikroskop in der Höhe an den Behandler anpassen. Siehe dazu auch die in der Galerie beigefügten Bilder (zum einen mit, zum anderen  ohne Winkeloptik).

Je mehr also der Behandler – bezogen auf seine Größe – von der Norm abweicht, umso deutlicher kommt vermutlich der Nutzen des Falttubus zum Tragen.

Könnte ich, weder sonderlich groß noch sonderlich klein, also drauf verzichten ?
Vermutlich ja, aber da gibt es ja noch Szenario 2: Bei einem am Mikroskop vorhandenen Mitbeobachtertubus ermöglicht der Falttubus eine Anpassung des Mikroskopes in der Höhe an Assistenz und Behandler, die auch hier umso wichtiger wird, je mehr die Teammitglieder voneinander in der Größe abweichen. Von daher – Daumen hoch für den Falttubus.

Und was ist mit dem Drehteller ?
Der bringt ein wenig Mora – Interface – Feeling ins Spiel. Soll heißen, der Tubus lässt sich „verdrehen“, so dass man das Mikroskop schwenken, aber denoch aufrecht vor dem Mikroskop  sitzen kann. In Kombination mit der Magnetbremsenjustage kann so mit dem PRO Ergo das Mora Interface des PICO simuliert werden.  Ein Druckknopf an der Oberseite des Vergrößerungswechslers arretiert oder löst die Drehfunktion. Eine praktikable Lösung, die sicher funktioniert.

Die Winkeloptik
Während der Falttubus eine bessere Positionierung in der Senkrechten gestattet, ermöglicht die Winkeloptik, wie schon zu Beginn erwähnt,  eine ergonomischere  Positionierung in der Waagrechten.

Bei Global gibt es das –  als Carr Extender bekannt – schon seit über 10 Jahren.
Jetzt endlich auch bei Zeiss.

Ich bin sicher, dass viele Kollegen die Winkeloptik  sehr schnell zu schätzen wissen werden. All die nämlich, die unter Beschwerden im Nacken und Schultergürtelbereich beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop leiden.
Und das sind nicht wenige, es wird nur nicht drüber gesprochen.

Rückenschmerzen weg, Nackenschmerzen da.
Unter Mikroskopnutzern gar nicht so selten, weil viele Kollegen gezwungenermaßen  oder unbeabsichtigt eine Abwinklung der Halswirbelsäule eingehen. In Kombination mit einer unphysiologischen Haltung der Arme (fehlender Armlehnstuhl)  auf Dauer ein sicherer Kandidat für Schmerzproblematiken.

Die Winkeloptik „entfernt“ den Behandler von Mikroskop und optischer Achse direkt über dem Patienten, richtet ihn demnach de facto auf und verringert damit die „Halswirbelsäulenknickproblematik“.
Eigentlich sind es ja nur ein paar Zentimeter und eine 45 Grad Abwicklung, aber es ist ein deutlicher Unterschied, die Sitzhaltung betreffend, der beim ersten Abreiten schon positiv auffällt.

Zweiter Daumen hoch !

Der Vergrößerungswechsler

Es gibt nicht wenige Leute, die die Vergrößerungseigenschaften des ZEISS PRO Ergo bemängeln.
Ich gehöre nicht dazu, stimme aber zu, dass das Zeiss PRO Ergo mit einer geringen Minimalvergrößerung beginnt und demnach auch nicht so weit hoch vergrößert wie andere Mikroskope. Auch mein PRO Magis kann das besser. Trotz direktem Vergleich hat mir dennoch eigentlich nie was gefehlt. Und ich finde, dass gerade die geringe Anfangsvergrößerung das PRO Ergo für die gesamte Zahnheilkunde interessant macht.
Was auch gut ist, denn wer 60.000 Euro investiert, der will auch was haben für sein Geld und es nicht nur in der Endo, sondern auch in der Kons und Prothetik oder auch in der Chirurgie einsetzen.

Allen Anderen, denen die bisherige Maximalvergrößerung nicht aussreichend war, bietet ZEISS nun den Vergrößerungswechsler an. 50 % Bildausschnittvergrößerung bei bemerkenswert geringem (physikalisch bedingtem und daher nicht zu verhindernden) Lichtverlust, das ist der Deal.

Gibt es über die erhöhte Vergrößerung hinaus noch Vorteile ?
Auf jeden Fall. In der Praxis macht es Spaß, in Sekundenbruchteilen aus der Übersichtsvergrößerung in die Totale zu wechseln. Hoch, runter, hoch  mit einem Dreh.

Also noch mal Daumen hoch !

Und noch ein Benefit.
Während der Behandler nach den Details schaut, hat die Assistenz durch den Mitbeobachtertubus oder via Monitor das unvergrößerte Bild als Überblick im Auge. Der Mitbeobachtertubus setzt nämlich unterhalb des Vergrößerungswechlsers an. Daher bleibt dieser für die Assistenz unsichtbar.

Noch ein Detail am Rande.
Es gibt eine Version mit und ohne Strahlenteiler.
Oscar von Stetten arbeitete ohne Strahlenteiler. Ich mit integriertem Strahlenteiler, was den Vorteil hat, dass weniger Licht verloren geht. Inwieweit sich das praktisch auswirkt, kann ich nicht sagen, da ich nur die eine Variante kenne und auch damit erst seit kurzem arbeite, denn die Winkeloptik gab es bei mir erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zu den anderen beiden Tubusbestandteilen. Was aber zeigt, dass Falttubus und Winkeloptik separat von einander erworben werden können. Inwieweit das Sinn macht, dürfte vermutlich vom vorhandenen Altbestand der Praxis an Mikroskopanbauteilen und vom Preis der Einzelteile abhängen.

Fazit
Jedes der 4 Komponenten bringt eine signifikante und sinnvolle Verbesserung des Status Quo. Oscar von Stetten hat die 4er Kombi gestern mit „Gut“ bewertet. Ich setze noch eins drauf.  Ich finde den neuen „4in1″ -Tubus“ sehr gut, eigentlich hervorragend.

Ich habe nichts, aber auch gar nichts daran auszusetzen.
Von meiner Seite gibt es daher  eine klare Kaufempfehlung, sofern….ZEISS so weise ist, den Preis der Falttubus-Drehteller – Kombi „zurückhaltend sensitiv“ im Markt zu platzieren.

Neuer Zeiss Tubus (1) – Fortgeschrittenes optisches Origami

von Oscar von Stetten

Auf der IDS wurde am Zeiss-Stand ein neuer Tubus vorgestellt. Er kann sowohl stark gefaltet als auch in alle Lagen gedreht werden. Zudem bietet er den Vorteil, mittels einer einfachen Handbewegung die effektive Vergrösserung um 50% zu erhöhen. Für die ProErgo-Nutzer kann das schon ein Vorteil sein, denn man muss nicht auf das Rein- oder Raus-Zoomen warten, sondern kann von der Übersichts- in die Arbeitsvergrösserung schnell und einfach wechseln. Ebenso könnten die Pico-Nutzer von diesem Tubus profitieren. Haptisch ist das Ding top, aber was anderes erwarte ich von einer Firma mit Premium-Anspruch auch nicht.

Auf dem Messestand erschien mir der neue dem alten optisch leicht überlegen (heller). Allerdings war das nur ein erster Eindruck. Ein genaues Bild kann man sich sicher nur in der täglichen Arbeit machen. Freundlich auf dem Stand gefragt, war Zeiss gerne zu einer Leihstellung bereit.

Seit ca. 4 Wochen arbeiten wir nun mit dem Falttubus. Wichtig: man sollte die Winkeloptik mitordern, ansonsten kann es sehr eng werden, hat man einen Dokumentationsaufbau am DM. Der Drehteller ist inzwischen die gesamte Zeit über entriegelt, so dass ich vor allem in der allgemeinen ZHK (Prothetik, Kons) das Mikroskop schnell schräg stellen kann, und dennoch gerade davor sitze. Natürlich ist es umständlicher als das Pico-Mora, kann aber diesen gewissen Makel beim ProErgo sehr gut kompensieren. Die Optik ist tatsächlich gefühlt etwas besser (das Ausmessen der optischen Qualität erfordert eine Menge know-how und seeeeeehr teueres Equipment), ich vertraue dahingehend den Aussagen von Zeiss (und wurde bis dato nicht enttäuscht). Der grosse Faltbereich und der damit erreichbare Distanzausgleich zwischen Mikroskopkörper und mir ist inzwischen auch schon zur Gewohnheit geworden. Am Anfang ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, nun mag ich es (fast) nicht mehr missen. Auch die „ein-Hebel-schnell-50%-mehr-Vergrösserung“ ist inzwischen vermehrt im Gebrauch, wobei ich in der Endodontie den Tubus fast immer in der höheren Vergrösserung betreibe. Warum? Weil ich mehr sehe ;-)

In der allgemeinen ZHK ist das schnelle Hoch-Runter auf jeden Fall sehr angenehm,   in der Präparation ist man sehr schnell in der Lage, aus der Übersicht in die Arbeitsvergrösserung gehen.

Fazit
Gut!

Wie, nichts zu meckern?
Nö, zumindest nichts wichtiges. Alles in allem ein sauberes Stück Ingenieurskunst.

In meinen Augen ist der Tubus eine sinnvolle Anschaffung beim Neukauf. Für die Nachrüstung schwanke ich noch ein wenig, dafür müssten die Konditionen super sein.

Teil 2 folgt morgen.

…tiefer Fall (4)

von Bigidald Wucker

Die letzte Röntgenaufnahme zeigte, daß sich das Instrumentenfragment im Kanal bewegen lässt. Die Viskösität des Ultracals (Calziumhydroxidpräparat von Ultradent) ermöglichte das „Aufschwimmen“ des Fragmentes.

Durch eine geeigneten Applikationstechnik wäre eine Lifttechnik zum Fragmenttransport vorstellbar. Dabei könnte die Konfluation der mesialen Kanäle hilfreich sein. Kritisch war der breite Isthmus zu sehen, da das Fragment in diesem hängen bleiben könnte.

Welche Probleme außer dem „Hängenbleiben“ könnten entstehen?

  • Das Überpressen von Calziumhydroxid.
  • Das Calziumhydroxid nicht vollständig entfernt werden könnte.
  • Das im „falschen Kanal“ eingesetzt, daß Fragment periapikal landet. Dies insbesondere, wenn die Konfluation oberhalb des Instrumentenfragmentes liegt.
  • Das Calziumhydroxid darf nicht zu schnell appliziert werden, damit der „Auftrieb“ funktioniert.

Das letzte Röntgenbild lies die Lifttechnik als wahrscheinlich funktionierend erscheinen.

CaOH Einlage

CaOH Einlage

Wir setzten dazu Ultracal aus der Spritze ein. Als Applikationskanüle diente ein Capillarytip, ebenfalls von Ultradent. Diese wurde  möglichst passgenau an den Kanalwänden anliegenden in den mesionlingualen Wurzelkanal, den Kanal ohne Instrument, eingesetzt. Die Kanäle wurden zuvor nicht getrocknet um eine bessere Gleitwirkung des Ultracals an den Kanalwänden zu erhalten. Mit leichtem Druck wurde nun Ultracal langsam appliziert bis sich dies im benachbarten Wurzelkanal zeigte. Danach sollte eine Röntgenaufnahme zur Lagebestimmung des Fragmentes erfolgen. Wir haben diese nicht angefertigt, da das Instrumentenfragment in der Mikroskopvergrößerung zu sehen war. Mittels eines leicht an der Spitze angulierten und individualisierten Mircoopeners haben wir das Fragement entfernen können.

Fragment

Fragment

Die Sekretion apikal war verschwunden. Das Calziumhydroxid wurde mittels EDTA- und Natriumhypochlorid-Spülungen und der Verwendung von Ultraschall aus den Kanälen entfernt. Im Anschluss wurden die Kanäle weiter aufbereitet und der Spanraum auf Calziumhydroxidreste kontrolliert. Nachdem saubere und calziumhydroxidfreie Dentinspäne im Spanraum der Nickeltitanfeilen an der Instrumentenspitze wiederholt vorhanden waren wurde die Aufbereitung beendet. Im Anschluss an eine abschließende ultraschallgestützte Desinfektion der Wurzelkanäle wurde thermisch vertikal obturiert.

Anbei die Röntgenaufnahmen und Recallaufnahmen dieses Falles.

Kritisch sehe ich die Überpressung des CaOH. Das nahezu unkontrollierte Applizieren mit leichtem Druck sollte wohlüberlegt und nur im absoluten Ausnahmefall erfolgen. Eine Kontrolle der klinischen Darstellungsmöglichkeit des Fragemntes mit dem Dentalmikroskop muss Bedingung vor Einsatz dieser Technik stattgefunden haben. Eine Überpressung durch unangebracht hohen Druck des CaOH in den Kanal des N. mandibularis oder im Oberkiefer in den Sinus muss ausgeschlossen werden.
Diese Technik sollte nur in Ausnahmesituation wohlüberlegt in der Hand erfahrener Endodontologen erfolgen.

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LED am Mikroskop (z.B. ZEISS Pico am Stativ S 100)

von Andreas Habash

Bisher war die Standardbeleuchtung an den meisten Dentalmikroskopen Halogen oder Xenon, wobei eine Umrüstung nicht immer ganz einfach war.

Umso mehr fand ich die Idee interessant einfach die Halogenbeleuchtung gegen eine LED Beleuchtung „auszutauschen“.

Zufällig habe ich auf eine Lösung gefunden, die nun seit drei Tagen im Praxiseinsatz ist.
Es handelt sich um den „Opmi Pico Retrofit Einsatz“ der Firma CJConsultation.
Dieser Einsatz ersetzt in den ZEISS Stativen der S100 Reihe einfach die Halogenbeleuchtung
Die Umrüstung von Halogen auf LED ist also in wenigen Schritten möglich und dauert nur Minuten.

Die Leistung der LED ist stufenlos regelbar.

Anbei einige Bilder zum Retrofit Einsatz.
Der erste Eindruck ist sehr positiv.

In unserer Praxis musste die LED aber gleich gegen 100W Xenon antreten.
Im Vergleich zu unsere externen 100W Xenon Beleuchtung machen sich folgende Punkte jetzt schon sehr deutlich bemerkbar:
geringere Hitzeentwicklung
geringere Lautstärke des eingebauten Lüfters
mehr „Lichtausbeute“ als aus der 100W Xenonlampe

Link zum Adapter: http://www.cjconsultation.de/29.html

Jadent – Pioniere der Dentalmikroskopie

Von Hans – Willi Herrmann


Auf dem Greater New York Dental Meeting,  einem nordamerikanischen  Pendant zur IDS oder den Infodental – Messen kam ich am ZEISS USA – Stand mit einem ZEISS – Repräsentanten aus Deutschland ins Gespräch.
Wie das so geht. Man redet über dies und das. Schnell   steht die Frage im Raum, mit welchem Mikroskop man selbst arbeitet und irgendwann fiel  die Zahl 1997, das Jahr in dem ich anfing, mit dem ZEISS PRO Magis zu arbeiten.

Skeptische Blicke meines Gegenübers, der in verantwortlicher Stelle bei ZEISS tätig ist, einer jüngeren Generation angehörend: „Bisher waren alle Leute, die ich kennengelernt habe, und die schon so lange mit dem Mikroskop arbeiten, alte Männer“ . Und das „alte Männer“ klang wie „also richtig alte Männer“.

Offensichtlich hat sich in den letzten 15 Jahren was getan, die Wahrnehmung und Durchsetzung von Dentalmikroskopen in Deutschland betreffend.  Heute ist das Dentalmikroskop etabliert.

Ich stieß 1990 auf das  Dentalmikroskop, das damals noch Operationsmikroskop hieß. Durch ein Buch von Martignoni und Schönenberger, mit hochvergrösserten Fotos von Zähnen, die mich so begeisterten, dass für mich feststand, dass ich irgendwann mit einem Mikroskop zahnmedizinisch arbeiten würde. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass dies schon 4 Jahre nach Niederlassung in eigener Praxis der Fall sein würde. Und erst recht nicht, dass ich als Praxisstarter dafür 75.000 DM ausgeben würde.

Das sich dieser Wunsch schneller als erhofft erfüllte, ist auch das Verdienst von Jadent. Die waren nämlich Mitte/Ende der neunziger Jahre bei zahnärztlichen Kongressen mit Lupenbrillen und Zeiss  Mikroskopen vor Ort und gaben mir dort die Gelegenheit, mich von den Möglichkeiten der Dentalmikroskopie zu überzeugen. Und machten  es möglich, dass ich das Pro Magis in meiner Praxis ausprobieren konnte.

Fakt ist, die Janik  – Brüder haben an das Mikroskop geglaubt und das viele Jahre hinweg in einer Zeit, in der man den Eindruck gewinnen musste, dass nicht einmal die Mikroskophersteller selbst die Zahnmedizin als Markt sahen, geschweige denn aktiv in diesem Segment tätig wurden.

Die Begegnung in New York hat mich veranlasst, darüber nachzudenken, was wohl gewesen wäre, wenn es „die  Jadents“  nicht gegeben hätte.
Natürlich wäre ich mit Sicherheit irgendwann beim Mikroskop gelandet.
Vermutlich aber doch deutlich später, als es defacto der Fall war.

P.s.: Anfang April habe ich Klaus Janik wiedergetroffen, Tür an Tür beim Quintessenz – Endodontie  – Symposium in Berlin. Sein Mikroskop – Portfolio umfasst gegenwärtig Zeiss, Leica und Kaps. Die Auswahl ist gegenüber damals dadurch gewaltig gewachsen. Geblieben ist die fachkundige Beratung und die Begeisterung für die Sache.

Liebe Brüder Janik,  von mir an dieser Stelle vielen Dank für eurer Engagement. Ich bin sicher, ich bin nicht allein mit meinen positiven Erfahrungen.

…tiefer Fall

von Bigidald Wucker

Die Patientin kam mit dem Wunsch die Brücke und den Zahn  zu erhalten. Eine frühere Implantation scheiterte und nun lag die letzte Hoffnung im Zahnerhalt.
Diagnose:  Sekundärkaries, infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, Fistelbildung, kombinierte Paro-Endo Läsion, Bifurcationsbefall Grad 1, Fragment mesial.

Die Prognose war kritisch zu sehen. Trotzdem wurde von Patientenseite ein Zahnerhaltungsversuch mit allen Mitteln gewünscht, da eine nochmalige Implantation von chirurgischer Seite abgelehnt wurde. Grund war ein erhöhte Nikotinkonsum.

Nach Brückenentfernung war ein großer ausgedehnter kariöser Defekt erkennbar.

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Monitörchen

von Oscar von Stetten

2006 auf einer Tagung der SSE in Bern ist das Konzept eines Monitors direkt am DM zur Mitbeobachtung und/oder Fokuskontrolle in mein Bewusstsein getreten. Es war ein Gerät der Fa. Leica, welches mit einem damals revolutionären 7“-TFT-Monitor am Arm, direkt vor dem Behandler hängend, auf der Ausstellung gezeigt wurde. Leider war es damals nicht eindeutig zu eruieren, wo man denn diese Lösung bekommt und ob man diese an Fremdfabrikate adaptieren kann. Und, das ist mir in Erinnerung geblieben, die Qualität war unterirdisch…….

Ich nutze zur Fokuskontrolle/Mitbeobachtung grosse LCD-Panels, dieses Vorgehen hat Vorteile, sicher aber auch Nachteile. Einen kleinen Monitor ans DM zu basteln, mit dieser Idee konnte ich mich bisher nicht anfreunden. Zu gross waren die Einschränkungen der Auflösung, Bildqualität, Skalierung, des Preises. Zudem Full-HD der Standard wird, was Video angeht. Ob 2k, 4k sich jemals in unserem Bereich durchsetzen werden, sei mal dahingestellt. Aber „normales“ Full-HD wird uns zumindest in den nächsten 10 Jahren begleiten. Aber welchen Monitor nimmt man dafür? Einen professionellen Monitor von Marshall für knappe 2,2k€? Na ja, viel Geld. Sehr viel Geld. Versuche mit Autozubehör-Monitoren waren ernüchternd. So ernüchternd, dass ich nicht gewillt war, Löcher in mein ProErgo zu bohren oder Halterungen fertigen zu lassen. Warum Löcher? Damit ich die immer noch nötige Kabellage gut führen kann. Beim Hersteller des Mikroskopes gibt es jetzt wahrscheinlich den einen oder anderen asthmatischen Anfall  ;-)

Als ich mit dem Kollegen Bijan Vahedi nach einer IDS-Festlichkeit noch hungrig über den Kölner Bahnhof schlich, sahen wir zwei Studenten der Medienwissenschaft die Anzeigetafel des Bahnhofs filmen. Auf der Kamera: ein 7“ Monitor mit HDMI-Verbindung! Schnell kam man ins Gespräch und der Monitor der Firma Lilliput 668GL-70NP/H/Y gefiel uns auf Anhieb. Batteriebetrieb ist möglich, HDMI-Eingang und Komponenteneingang. Leider sagten die Studis, dass der Monitor schwierig zu besorgen wäre, in der Bucht um die 350€ kostet und kaum zu kriegen ist.

Zufällig sah ich auf einem Flyer der Firma enjoyyourcamera.de exakt diesen Monitor. Zum Preis von 199.-€. Die Bestellung war schnell aufgegeben und zwei Tage später lag das Gerät vor mir. Der erste Eindruck: Klasse! Sauber verarbeitet, Fernbedienung liegt bei. Ein normaler HDMI-Stecker und kein Mini-HDMI. Das Gewicht: um die 500g.

Akku eingelegt, 2h laden lassen und dann mal Spasseshalber meine 3CCD-Kamera am DM angeschlossen, per Komponentensignal. Super Bild, sehr gute Skalierung, gute Helligkeits/Kontrastwerte.  Full-HD-Bild: genau das gleiche. Die Batterie hält gerade die  5 Stunde durch, mal sehen, wie lange es noch geht. Gut ist, dass der Akku einfach zu wechseln ist. Der Bildschirm verfügt über eine Powersaving-Funktion. Wenn kein Signal anliegt, schaltet er ab. Eines der sehr guten Features: er hat eine Mirror/Flip-Funktion. Wenn man eine Consumer-Cam ohne optische Teile am DM betreibt, dann gibt es ein Problem mit der Orientierung. Dieser Monitor kann diese Fehlorientierung ausgleichen und ein seitenrichtiges Bild anzeigen. Für die Assistenz natürlich von immensem Vorteil zur Mitbeobachtung. Der Monitor besitzt zudem ein Stativgewinde, so dass man ihn ohne Probleme auf einen Schwanenhals setzen kann.

Fazit: nettes Teil zum netten Preis. Schwanenhälse gibt es in vielen Längen, so dass das Konzept auch für Nicht-ProErgo-Nutzer interessant wird, da man den Monitor nicht zwangsläufig am Mikroskopkopf befestigen muss und so die Mechanik des Armes nicht über Gebühr strapaziert.

In einigen Wochen kann ich sicher mehr über die Praxistauglichkeit berichten.

Einen kleinen Ausruf in Richtung der Industrie kann ich mir dennoch nicht verkneifen: es wäre toll, zumindest die Option einer Befestigung solcher Monitorlösungen zu haben. Löcher mit Blenden, gerne auch freigegebene Tragsysteme, wenn die Preise realistisch bleiben (zur Orientierung: Schwanenhals kostet um die 40€). In der ZHK braucht man keine 17“-Monitore o.ä., es reichen kleine. Da wird mit Riesenaufwand an Optiken und allem gearbeitet aber kleine, pragmatische Lösungen sucht man dennoch vergeblich. Bleibt nur zu hoffen, dass mit steigenden Verkaufszahlen auch der Druck wächst, im Kleinen innovativ zu werden.

Das Dental Makroskop

von Jörg Schröder

Während im Bereich der Dentalmikroskope technisch immer ausgefeiltere und aufwändiger gestaltete Weiterentwicklungen auf den Markt gebracht werden und das Ende der Möglichkeiten sicher noch nicht erreicht ist, ich denke z.B. an eine Anzeige der elektrischen Längenmessung im Stil eines On-Screen-Displays, geht ein Berliner Kollege einen völlig gegensätzlichen Weg.

Mit geringem materiellem Aufwand, jedoch mit hohem persönlichem Engagement hat Klaus-Peter Jurkat eine Vergrößerungshilfe entwickelt und zur Marktreife gebracht, die auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint.

Das Dental-Makroskop ist ein monokkulares Gerät, welches sich mit geringem Aufwand in die tägliche Praxisroutine eingliedern lässt. Es ermöglicht, ausgerüstet mit einer Beleuchtung mit Hochleistungs-LEDs, eine bis zu 12-fach vergrößertes Betrachtung, allerdings nur mit einem Auge.

Ein räumliches Sehen, wie im Dentalmikroskop, wird nicht ermöglicht, sodass sich zumindest im Bereich der Endodontie der Einsatz auf eine verbesserte Diagnostik, sowie das Arbeiten im oberen und mit einigem Training unter Umständen auch im mittleren Kanaldrittel normal weiter Kanalsysteme beschränken wird.

Ein Video zum Makroskop gibt es hier.

Für seine Idee und deren Umsetzung erhielt Klaus-Peter Jurkat den „Dental Innovation Award“ 2010.

Dental Video Award

von Olaf Löffler

Für alle Foto- und Videografen am Zeiss-Mikroskop besteht die Möglichkeit bis zum 30.06.2011 am Dental Video Award von Zeiss teilzunehmen.

Die möglichen Formate wären:
Fotos: jpg oder tif, max. Datengröße: 10 MB
Videos: max. 4 Minuten, MPEG-2, MPEG-4 avi, wmv, mov, flv, max. Datengröße: 30 MB

Hier geht es weiter zur Anmeldung und Upload.

IDS 2011 Rückblick (6) – Sigma Dental

von Hans – Willi Herrmann

Im Oktober 2007 habe ich mir für meine Orascoptic Lupenbrille ein LED  – Licht von Sigma Dental zugelegt.

Mit Abstand einer der besten Investition für meine Praxis in den letzten fast 20 Jahren. Mir fällt ausser dem ROOT ZX – Gerät  auf Anhieb nichts ein, dass mit so wenig Kapitaleinsatz soviel an Gewinn für das tagtägliche Arbeiten bereitstellt wie dieses Licht.

Bis dato hatte ich 14 Jahre mit einem Orascoptic – Halogenlicht mit Lichtleiter gearbeitet. Tat seine Dienste, fesselte mich jedoch an den Arbeitsplatz, weshalb wir die Lichtquelle nur für ZE – Präparationen aufbauten und anschlossen.  Die LED ION gibt einem vollständige Bewegungsfreiheit und damit einen Riesengewinn an schattenfreier Beleuchtung.

Aber – von nun an – wehe, wenn vergessen wird, die Batterien aufzuladen. Selbst eine kurze 01 zehrt an den Nerven, weil man alle 5 Sekunden gezwungen ist, die Stuhllampe nachzuführen.

Sie merken es, ich bin glücklich mit meinem Lupenlicht. Allerdings ließ nach mehr als 3 Jahren tagtäglichen Arbeiten der Akku in der letzten Zeit immer mehr nach. Gegen Ende eines langen  Arbeitstages war aus dem hellen Licht dann doch eher eine vor sich hin glimmende Funzel geworden und in den meisten Fällen würde auch ein Steckdosentankstopp in der bei uns kurzen  Mittagspause zum Nachladen nicht ausreichen.

Ich fuhr also nach Köln zur IDS mit dem Vorsatz, einen zweiten Akku zu kaufen.

Er wäre es mir wert gewesen, aber ich kam ohne ihn zurück.

Denn bei Sigma – Dental schlug man mir vor, die Akkus meines Battery Packs auszutauschen. Für rund 100 Euro um eine Vielfaches (vermutlich 6- 700 Euro) günstiger als ein Zweitakku.

Und –  damit ich nicht auf mein Licht verzichten muss, bot man mir bei Sigma Dental an, ich solle  meinen Akku erst dann  einschicken, wenn ich den neuen Akku in der Praxis hätte.

Vorbildlich.

Bei Sigma Dental hat sich, wie ich dann am Stand feststellen konnte,  im Übrigen im Bezug auf Lupenbrillen einiges getan in der Zwischenzeit.

Ich bin mit meiner Orascoptic 4,3 TTL nachwievor sehr zufrieden, aber im Vergleich zu den neuen stylischen Modellen sieht mein Nasenfahrrad sehr sehr altbacken, sprich wirklich ausgesprochen häßlich aus. Und für kleine Kinder wirkt es vermutlich auch ein wenig furchteinflößend, was der  Grund ist, warum ich sie dort beim Erstkontakt zunächst weglasse.

Das ist bei den neuen sportlichen Modellen, die so aussehen, als seien sie vom Mountain – Biken entliehen, nicht mehr der Fall. Die sehen richtig cool aus.

Ich hätte gerne meine vorhandenen Gläser in ein solches Gestell umgebaut, aber dafür müsste ich die Brille für eine gewisse Zeit aus der Hand geben.
Keine Chance. Ich kann und will nicht darauf verzichten. Ich hoffe also drauf, dass mein Gestell irgendwann wieder in Mode kommt. :-)

Noch was Neues ?
Über das neue LED ION Ultra Smart – Licht haben wir schon hier berichtet.

Was  ich aber  noch nicht kannte, ist eine andere neue Lupenbrille,  die  Orascoptic FREEDOM.
Mit integrierter LED – Beleuchtung, die völlig ohne Kabel auskommt.

Lithium Ionen Akkus in den Brillenbügeln,  vom Gewicht her austariert, erlauben ständige Betriebsbereitschaft und das bei sehr geringem Gewicht.
Kein Vergleich zum Gewicht des Lichtleiters der Halogenlampen von früher, man spürt das Mehrgewicht der Akkus zumindest kurzzeitig gegenüber meiner TTL  kaum.

Wer sich also vom Stromkabel der LED ION gestört fühlt, oder immer wieder an der Stuhllehne des Behandlerstuhls hängenbleibt, der sollte sich diese Brille mal anschauen.

Das mit dem Hängenbleiben an der Armlehne kenne ich.
Ich werde deshalb trotzdem nicht wechseln, denn seitdem ich den Tipp von Winfried Zeppenfeld beherzigt habe, passiert mir dieses Missgeschick nicht mehr.  Einfach das Kabel am Hemdkragen einfädeln und hinter dem Rücken unter dem Arbeitshemd zum Akku verlaufen lassen.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt, kleine Dinge, große Wirkung.
Danke, Winfried.

Eine Sache hab ich noch, allerdings erst zu Hause entdeckt, im Katalog, den ich vom Stand mitgenommen hatte.

Eien Blendschutzbrille.
Für die Patienten, die unter dem Mikroskop behandelt werden, sicherlich eine Alternative zu unseren bisherigen orangenen Brillen.
Ich werds ausprobieren.

IDS 2011 Rückblick 1 – Zeiss

von Hans – Willi Herrmann

Ich habe zwei ZEISS – Mikroskope und weiss daher ziemlich genau, dass ich dieses Jahr kein weiteres PRO ergo zukaufen werde. Zum ZEISS – Stand kam ich daher eher zufällig. Zum Glück – denn mir haben  zwei Neuheiten in der Produktpalette so gut gefallen, dass ich meinen IDS Rückblick 2011 genau damit beginnen möchte:

Neuheit 1:
Ein neuer Mikroskop – Kopf für das ZEISS PRO ergo.  Endlich – hat der Mikroskop – Kopf  die Ergonomie, die der Carr-Extender beim Global schon vor vielen Jahren im Hinblick auf die Kopfposition des Behandlers als sinnvoll vorgegeben hat.  Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zur optimalen Ergonomie für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop.

Was bewirkt dieser Mikroskopkopf ?
Der Behandler sitzt deutlich weiter weg vom Mikroskop, muss den Kopf nicht mehr oder kaum noch  im Nacken beugen. Die Wirbelsäule und die Nacken – und Schultermuskulatur wird es danken. Ich kenne eine Reihe von  Mikroskop – Besitzern, die wissen (wenn sie das hier lesen) genau, was ich meine.

Darüberhinaus erlauben die nun möglichen  unterschiedlichen Winkeleinstellungen der Okulare eine bessere Anpassung an die Größe des Behandlers.

Und dann wäre da noch der Extender, der eine zusätzliche 50 %ige Vergrößerung erlaubt. Ein  praktisches Feature, da es den Zoombereich des PRO ergo nach oben hin den Vorgaben der Festbrennweiten der anderen Mikroskope  annähert.
Bei wohlgemerkt erstaunlich geringem Lichtverlust.

Der neue Mikroskopkopf, für mich wäre es ein Pflichtkauf bei der Zusammenstellung eines ZEISS PRO ergo´s.

Neuigkeit 2:
Eine vollständig in den Mikroskopkörper integrierte HD – Kamera.
Saubere Lösung.
Echtes Full HD.
Zunächst beim Pico, aber auch das PRO ergo wird früher oder später  nicht aussen vor bleiben.

Externe Lösungen sind günstiger, reichen jedoch in der Summe ihrer positiven Eigenschaften nicht an die ZEISS – Lösung heran. Und – wer eine Kamera als Videoquelle für die Assistenz zur Mitbeobachtung sucht, der ist bei ZEISS mit diesem Produkt genau richtig, denn die Assistenz ist auf diese Art viel viel näher am Okularbild des Behandlers als mit all den anderen bisherigen Lösungen.

Eine genauere Betrachtung der neuen Kamera demnächst hier bei Wurzelspitze.

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Op am offenen Herzen

von Jörg Schröder

Ein wenig mulmig war mir schon. Schliesslich hatte ich so etwas noch nie gemacht.

Was war passiert?

Mitten in einer Behandlung gab es beim Betätigen des motorischen Zooms meines ProErgo hässlich knarzende Geräusche. Beim Versuch den Fehler noch einmal zu reproduzieren ging plötzlich gar nichts mehr. Ein Verändern der eingestellten Vergrößerung war nicht mehr möglich. Ein elektrisches Handgriffproblem schien ausgeschlossen, da sowohl Fokus als auch Autofokus und Helligkeitsregulierung funktionierten.

Nach der Behandlung griff ich sofort zum Telefon und schilderte Herrn Ermerling von der Firma Hanchadent mein Problem. Nach telefonischem Briefing machte ich mich daran den Mikroskopkopf zu zerlegen.

Ein wenig kam ich mir so vor als ob ich versuchen würde an einem automobilen Oberklassenmodell aus Baden-Württemberg den Zylinderkopfdeckel abzuschrauben ohne auch nur im Entferntesten eine Ahnung davon zu haben was sich darunter befindet.

Nachdem Strahlenteiler nebst Kameras und Okkularen entfernt waren scheiterte der Versuch weiter ins Innere vorzudringen am Fehlen eines Torx-Schlüssels der Größe 10. Also ab in den nächsten Baumarkt.

Mit neuem Werkzeug konnte dann die Abdeckung des Mikroskopkopfes entfernt werden und der Blick ins Allerheiligste war frei. Nach Lösen von 4 weiteren Schrauben, konnte ich das Varioskop nach oben entnehmen. 2 weitere Schrauben später hielt ich den Stellmotor des motorischen Zooms in Händen. Das Zahnrad des defekten Motors liess sich nicht mehr frei drehen. So schien zumindest die Ursache gefunden.

Ein weiteres Problem tauchte jedoch auf: Nach dem Entfernen des Motors stellt sich der Zoom automatisch auf die kleinste Vergrößerungsstufe ein. Und wann das Ersatzteil eintreffen sollte, stand noch in den Sternen. Um das Mikroskop wenigstens mit eingeschränktem Komfort nutzen zu können habe ich den Zoom manuell auf eine geschätzte Vergrößerung von ca 2/3 der Maximalvergrößerung eingestellt und sodann den defekten Stellmotor wieder eingebaut um die Stellung des Zooms zu fixieren.

Genau 7 Tage hatte ich daraufhin das zweifelhafte Vergnügen die Zugangskavität mit ca. 12-facher Vergrößerung anzulegen bevor mich ein Express-Versand erlöste. Der Einbau war unkompliziert und dank der vorangegangenen Erfahrung am offenen DM-Herzen deutlich adrenalinärmer.

Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Ermerling der mich bei dieser OP bestens telefonisch unterstützte und dafür sorgte dass das Ersatzteil in kurzer Zeit bei mir eintraf.

Eine bebilderte Beschreibung des Vorgehens gibt es hier:

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GH1 – Fotos am Dentalmikroskop – Update

von Jürgen Wettlauffer

Vor ein paar Tagen hatten wir hier DM – Beispielfotos der Panasonic GH 1 eingestellt. Jetzt hat uns der Fotograf, Jürgen Wettlauffer, seine  Fotos in größerer Auflösung geschickt.

Frakturierte Mtwo

von Bodald Necker

letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.

Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.

Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.

Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.

Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.

Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.

Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.

DM – Fotos mit der Panasonic GH 1

von Jürgen Wettlauffer

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Update zum Zumax-Mikroskop

von Günther Stöckl

 

nach den Erfahrungsberichten mit Zumax hier die aktuellen Neuerungen.

  • das LED mit dem 6-fach-Wechsler ist nun seit fast 2 Monaten im Einsatz. Es ist nicht so hell wie das 150W Xenon, aber deutlich heller als das 150 W Halogen.
    Größter Vorteil: Lautlos.
    Beim Laserfilter kommt es durch den individuellen Weissabgleich zu keinen Farbstichen mehr.
  • Mit dem Target-Okular kann der richtige Bildausschnitt fotografiert werden, ohne über den externen Monitor gehen zu müssen.
  • Adapter für Sony NEX und HD-Camcorder funktionieren gut.

Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Erfahrungen mit dem Zumax

von Günther Stöckl

Wie kam ich vor mehr als zwei Jahren dazu ein in Deutschlandvöllig unbekanntes Mikroskop zu importieren?

2004 hatte ich das Endo-Curri der Endoplus gemacht, da mein Chef kein Interesse hatte Patienten hochwertige Endodontie anzubieten musste ich mir damals alles mit meinem bescheidenen Assi-Gehalt besorgen. Mein erstes Mikroskop war dann damals ein relativ neues Low-budget Mikroskop (Optomic). Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Handhabung mit dem Mikroskop kam ich immer mehr in die Endo rein und so reichte mir schon bald mein Optomic nicht mehr. Ich verlängerte meinen Assi Vertrag für den Kauf eines Denta 300.

Im März 08 wollte ich dann meine eigene Praxis eröffnen und ich wollte in jedem Behandlungszimmer vernünftig mit Mikroskop arbeiten können. Damals nahm ich erstmal direkt mit Zumax Kontakt auf. Auf Grund von Importhindernissen hätte ich das Mikroskop nur über den Umweg Russland-Polen bekommen können, dies war mir zu heikel und ich legte mir ein Seiler Revelation zu.

Nachdem alles in geordneten Bahnen lief und das dritte Zimmer zum Ausbau stand war ich wieder auf der Suche nach einem Mikroskop und wandte mich erneut an Zumax, dieses Mal bestanden keine große Hindernisse im Import und ich kaufte auf gut Glück das Mikroskop.

Nach 4 Wochen stand es schließlich in meiner Praxis.

Was kann man erwarten:

In meinen Augen besticht dieses Mikroskop mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.

Man kann und darf dieses Mikroskop nicht mit den High-End Modellen anderer Hersteller vergleichen (das wäre durch den Preis auch nicht gerechtfertigt), aber mit einem Pico oder Denta 300 nimmt es das ZUMAX allemal auf.
Ich finde es hat eine gute Optik. Die modulare Aufbauweise bietet für  spätere Aufrüstungen gute Voraussetzungen. Ich hatte Zumax empfohlen die Standardvariate nur mit 180° inclinable binoculars anzubieten, leider ist dies bei ADS nocht nicht so angekommen. Entscheidend für eine gute Positionierbarkeit sind der binocular extender und der binocular rotation ring beide Teile zusammen bilden das MORA-Interface nach (ähnlich ist es auch beim Seiler) gelöst. Als Lichtquellen gibt es Xenon, Metallhalid, Halogen und LED.

Mein 1. Zumax hat noch Halogen, das Mikroskop in LED Version ist grade im Schiff zu mir unterwegs. Über die Lichtleistung kann ich daher nix sagen, da mein Möller mit einer 150W Xenonlösung und mein Seiler mit ner 300W Xenonlösung ausgestattet ist. Für die Dokumetation ist ein Beam-Splitter verfügbar mit Adaptern für Photo- und Videolösung. Ähnlich dem Pico ist eine integrierte Videolösung verfügbar, ich habe Zumax allerdings aus Qualitätsgründen davon abgeraten dies auf dem deutschen Markt zu vermarkten.

Sehr zu empfehlen ist auch die optionale Doppel Irisblende.
Ein Target-Objektiv hängt ebenfalls momentan als Prototyp an meinem Zumax, mit ihm soll die Notwendigkeit der Fokussierung und Bildausschnittauswahl auf einem externen Monitor verringert werden.
Ebenfalls sind wir gerade dabei den Laserfilter (für Diode, Er:YAG und Co2) etwas zu verbessern, hatte Zumax vor 3 Monaten nur eine Vorsatzlinse, gibt es nun einen integrierten Filter in einer Höheneinheit. Ob es hierbei zu Farbveränderungen im Normalbetrieb und bei der Dokumentation kommt, kann ich momentan noch nicht sagen, da der Prototyp erst seit Samstag an meinem Zumax hängt. Ich möchte aber die Entwicklung eher in Richtung der GLOBAL-Lösung sehen, bei der man verschiedene Filter einsetzen aber eben auch aus dem optischen Weg nehmen kann.

Die Adaptation für die CENTRO-Säule ist ebenso in der Endphase der Produktentwicklung.
Für mich bestand die Anforderung für mein Mikroskop immer in einer vernünftigen Optik und einem vernünftigen Handling. Die Annehmlichkeiten eines motorischen Zooms oder dergl. sind mir den Aufpreis bei diesen Modellen nicht wert. Ich kann lieber in allen meinen Zimmern mit Mikroskop arbeiten als nur in einem (was so bei dem Preis eines Pro Ergo oder dergl. durch meinen finanziellen Rahmen wäre).

Als weiterer Punkt ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit Zumax zu nennen, innerhalb relativ kurzer Zeit werden meine Änderungswünsche umgesetzt und die Prototypen zum Test verschickt.


Sony NEX 5 + HD Adapter am ZEISS PRO ergo – Beispielbilder

von Hans – Willi Herrmann

Anbei ein paar Bilder eines Milchmolaren 75 mit interner Resorption  bei einem erwachsenen Patienten.

Aufgenommen mit der Sony NEX 5 am HD – Adapter von Hanchadent am ZEISS PRO ergo mit Xenon – Beleuchtung.
Die Bilder sind nicht nachbearbeitet, 2 der 5 Bilder stellen eine leichte Auschnittsvergrößerung da.

Die Bilder wurden in einer Galerie abgelegt, so dass bei Interesse die Originalgrösse als auf 50 % komprimiertes JPG bei 72 dpi abgerufen werden kann. Die Original Metadaten wurden mit ausgegeben und können so ebenfalls  ausgelesen werden. Videos sehen naturgemäß besser aus, auch hier werde ich zu gegebener Zeit ein Beispiel einstellen.

wieder mal kein Standard-Zahn

    von Bodald Necker
    Der Patient kam mit Schmerzen an einem anbehandelten Zahn per Überweisung vom Chriurgen zu uns.
    Der Vorbehandler wollte den Zahn ziehen, um anschliessend ein Implantat zu setzen. Der Patient suchte selbständig den Weg zum Chirurgen, um sich über Alternativen zu informieren. Der MKG schickte ihn mit dem Auftrag einer Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis weiter. 

    Nach Vitalextirpation und Aufbereitung wurde Calciumhydroxid als Medikament eingelegt und der Patient eine Woche später zur WF einbestellt.

    Bei der Masterpoint-Aufnahme stach mir eine kleine Strukur neben der Guttapercha ins Auge. Es sah verdächtig nach zweitem Kanal aus, obwohl bei der Aufbereitung nichts zu sehen war.
    Eine weitere Suche nach einem anderen Kanal blieb erfolglos.
    Da nichts zu finden war wurde der Kanal abgefüllt.

    Die Abschlussaufnahme brachte es ans Licht. So wie sich das NaOCl per Ultraschall seinen Weg gesucht hatte, hat sich auch der Sealer seinen Weg gesucht. Ohne Sicht.

    Ob die Desinfektion in diesem Kanalanteil gereicht hat werden wir sehen. Jedenfalls war ich über die Voids in der WF nicht erfreut. :-(

„Mehr Licht“…

von Stefan Klinge

…..sollen die letzten Worte Goethes auf dem Sterbebett gewesen sein. Im Gegensatz zu ihm konnte ich mir diesen Wunsch vor zwei Wochen erfüllen und habe die LED Lichtquelle für das Global G6 angeschafft.

Seit gut einem Jahr arbeite ich nun mit dem Mikroskop und der Novalux Standartlichtquelle –  einer Metal-Halid Lampe. Ich kam soweit  gut damit zurecht, hospitierte dann bei Jörg Schröder und war beeindruckt über die Helligkeit einer Xenonbeleuchtung.
Xenon kam für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, ein  Flüssigkeits – Lichtleiter hätte  aufgrund der Kabellänge keinen entscheidenden Vorteil zum Fiberglas – Kabel gehabt.

Der Austausch der Lichtquellen war denkbar einfach und in wenigen Minuten erledigt. Da das Gehäuse direkt angeschlossen wird, entfällt der Lichtleiter. Schon beim ersten Probelauf gab es den „AHA – Effekt“ .

In Verbindung mit normalen Rhodium Spiegeln ist die volle Lichtleistung erträglich. Mit Spiegeln wie dem Ultra FS von Hahnenkratt empfinde ich es bei bis zu 5-facher Vergrößerung als unangenehm. Die Helligkeit ist aber auf 20.000 Lux dimmbar.
Die Intensität wird mit 50.000 Lux (lt. Global ) bzw. 57.000 Lux (lt. Sigma) angegeben. Die Farbtemperatur liegt bei 6.600 Kelvin. Die Lebensdauer der Lampe beträgt  50.000 Stunden. 

Es ist möglich, die Lampe auch für kurze Zeit ( Patientenwechsel ) auszuschalten. 
Die Version mit Folientastatur für On/Off und Dimmer ist einfach zu reinigen. Etwas umständlich ist hier allerdings die Handhabung während der Behandlung, da man zwischen Vergrößerungswechsler und Handgriff der linken Seite hindurch an das Tastenfeld muss.  Es ist allerdings auch eine Version mit Schalter und Drehknopf erhältlich, die zur linken Seite hin bedienbar sind. Die Reinigung des Knopfes und des Kippschalters  stellt dabei sicher höhere Anforderung an die Hygiene.
Da die LED ohne aktive Lüftung auskommt, fehlt auch das typische Grundrauschen im Hintergrund. Der Wärmeaustausch findet über Kühlrippen statt.
Die Dimmfunktion kann allerdings nicht so recht überzeugen, da die Lampe sehr verzögert auf die Bedienung anspricht. Das mag aber bei der Version mit Drehknopf anders sein.  Diese Version stand allerdings nicht zur Verfügung.

Pro:

  • Einfacher Austausch Metal-Halid > LED
  • Gute Lichtausbeute auch bei Standartspiegeln
  • Dimmfunktion
  • Einfach zu reinigende Folientastatur
  • Keine Geräuschbelästigung
  • Gutes Preis – Leistungsverhältnis

Contra:

  • Dimmer spricht verzögert an
  • Folientastatur ist umständlich zu erreichen
  • Farbfilter etwas schwergängig

Sony NEX 5 am Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Die Möglichkeiten der Foto / Video Dokumentation am Dentalmikroskop sind sehr übersichtlich (um es mal zurückhaltend zu formulieren).
Umso erfreulicher, dass nun mit der Kombi Sony NEX 5 und HD  Adapter von Hanchadent eine weitere vielversprechende Lösung zur Verfügung steht. Vielversprechend zum einen  wegen des in der Kamera  verwendeten Sensorchip (ein APS C – Format, welches mehr als die 13-  fache Fläche des früheren  Kompaktkamera – Goldstandards Nikon Coolpix aufweist) und weil  die NEX 5 gegenüber digitalen SLR Kameras durch Verzicht auf den Reflexspiegel und Wegfall des damit konstruktiv verbundenen Spiegelschlags geringere Bewegungsunschärfen aufweisen sollte.

Die Kamera/Adapterkombination ist nun  schon mehrere Monate im Markt und wie immer sind die Meinungen, Qualität und Nutzen des Kameraeinsatzes  betreffend,  inhomogen.

Hier ein erster Kurzcheck am Zeiss Pro Ergo, Bild – und Videomaterial werden folgen.

1. Plug and Play ?
Kamera anschliessen, kurzer Vergleich der Schärfeebenen Auge, Kamera. Identisch. Sehr gut. Im Vergleich zur Canon 5D ein Riesenvorteil und in der Praxis ein wichtiger Punkt für die Kaufentscheidung.

2. Fotoqualität ?
Geht so. Wer eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Standard erwartet, wird enttäuscht sein. Was andererseits bedeutet, dass nicht wenige mit den erzielbaren Ergebnissen hoch zufrieden sein werden. Die Knackpunkte: Wenns dunkel wird im Zahn, kommt der Sensor an seine Grenzen. Details im Wurzelkanal im Foto festzuhalten wird zunehmend grenzwertiger, je tiefer es in den Kanal hineingeht.

Videoqualität ?
Gut. Als Mitbeobachterquelle für die Assistenz brauchbar. Die Wahlmöglichkeit des Videoformats zwischen AVCHD und MP4 erleichtert die Verwaltung mit Lightroom 3.0, da sich Dateien des letztgenannten Formats problemlos in Lightroom verwalten und am Mac mit Quicktime direkt aus Lightroom heraus abspielen lassen.

Benutzerführung ?
Das geht bei vielen anderen Kameras wesentlich einfacher, besser, intuitiver, aber da man nicht allzuoft Änderungen vornimmt, ist dies ertragbar.

Saubermachen

von Olaf Löffler

Nach einigen Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Reziprok, werde ich mir nun, wie geplant die SAF ( Self Adjusting File ) anschauen. Diese steht nun seit einiger Zeit zum Einsatz bereit.

Für mich war bisher optisch nicht so richtig erkennbar, wie, bzw. ob die Feile arbeitet. Bei einem Versuch mit Wasser im extrahierten Zahn habe ich das nachfolgende Video drehen können.

Man sieht die Eintrübung der Spüllösung. Mit Natriumhypochlorit war dies nicht so deutlich zu erkennen. Nach dem Trocknen sieht man allerdings auch  unbearbeitete Bereiche in der Einziehungen.

Besonders wichtig erscheint mir aus dieser Situation der unbedingte geradlinige Zugang zum Kanalsystem.

Rimbacher Latex (2) oder „Zusammen ist man weniger allein“

von Hans – Willi Herrmann

Als Hygiene – Hüllen für das Dentalmikroskop Zeiss Pro Ergo haben sich bei uns Schutzhüllen von Rimbacher Latex bewährt.

Könnte ich schreiben und es damit gut sein lassen.

Aber das wäre nur die reine Sachinformation und in Wirklichkeit, wie immer im Leben, gibt es eine Geschichte, die dahinter steht und die ein wenig reflektiert, warum es Sinn macht, einen Blog wie diesen zu betreiben.
Also hole ich weiter aus: Vor einiger Zeit hat an dieser Stelle Oscar von Stetten über den Einsatz von Kondomen als Hygienehülle für das Zeiss Pro Ergo berichtet.

Zu dieser Zeit verwendeten wir ebenfalls zweckentfremdete Hygienehüllen für dieses Mikroskop.
Allerdings aus dem Dentalbereich, nämlich Hüllen unserer Bluephase UV – Lampe. Kondome hatten wir auch als Mikroskopschutz  ausprobiert, aber die von uns verwendeten waren nicht optimal, was nicht nur damit zusammenhing, dass man besagten Hüllen ihre Herkunft zu offensichtlich ansah, sondern vor allem auch damit, dass sie die Funktion der Kippschalter einschränkten.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Oscar von Stetten auf die Kondome gestossen war, hatte Christian Danzl mit Hygienehüllen aus dem ärztlichen Bereich (für Ultraschallsonden)  experimentiert und mir  bei einem Treffen ein paar davon zum Testen in die Hand gedrückt. Diese haben gegenüber den Kondomen den Vorteil, dass sie sich, wenn man beim Aufspannen sehr  behutsam verfährt, auch mit dem  Zeiss Pro Magis – Mikroskop unserer Praxis verwenden lassen, eine willkommene Verbesserung. Aufs Pro Ergo passten sie nicht, wir mussten uns also zunächst weiter mit den Plastikwabbelhüllen der Bluephaselampe behelfen.
Egal, wir orderten die Hüllen  für das Pro Magis direkt vom Hersteller.
Der Lieferung lagen ein Produktkatalog und Probemuster bei. Und so sind wir dann, im zweiten Anlauf, auf die Rilaco Joy – Kondome der Firma Rimbacher Latex gestossen.

Funktionieren sehr gut am Pro Ergo.
Wir ordern jetzt immer die 1000 Stück Bulkpackung, kaufen dementsprechend günstig ein und verwenden unsere früheren Plastik-Schutzhüllen nur noch bei Patienten mit Latex – Allergie.

Ein „Danke Schön“ also an Christian Danzl und Oscar von Stetten, denn ohne Euch und eure Blog-  Beiträge wären wir nicht auf dieses Produkt gestossen.

Neuralgiforme Beschwerden (2)

von Bonidald Wicker

die Ergebnisse Stand 03.01.2011:

 

Hier fing alles an.

Die Schmerzen der Patientin lassen den schmerzverursachenden Zahn nicht erkennen. Eine endodontische Problematik an 26 ist zu erkennen. Es ist der Verdacht einer apikalen Veränderung im Röntgenbild naheliegend. Die Pulpakammer zeigt eine Verschattung, welche ein Füllmaterial, oder eine Einlage mit einem Wattebausch vermuten lässt. Die klinische Inspektion zeigt eine insuffiziente Kronenversorgung.

In Absprache mit der Patientin haben wir uns für die sofortige endodontische Behandlung des Zahnes 26 entschieden. Die Krone wurde zur Schmerzbehandlung zunächste belassen und die Präparation der Zugangskavität erfolgte durch die Krone. Die Pulpahöhle war mit einem Wattebausch gefüllt. Die mesialen Kanäle zeigten ebenso wie der distale Kanal ein nektrotisches infiziertes Gewebe. Im palatinalen Kanal zeigte sich eine pulpitisch heftig blutende Pulpa. Nach Spülung, Aufbereitung und CaOH Einlage erfolgte der provisorische Verschluss.

Der Anruf am nächsten Tag  bei der Patientin ergab, keine Beschwerden.

Nach weiteren 2 Tagen stand die Patientin erneut vor der Praxistür. Die Beschwerden waren wieder da. Jedoch weniger heftig.
Die klinische Untersuchung und der Sensitest ließen den Zahn 25 eindeutig als Ursache erkennen.
Nach der endodontischen Behandlung von 25 sind sämtliche Beschwerden verschwunden.

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ICR Recall

von Bonidald Wecker

Diese Woche habe ich ein Recallbild einer Behandlung aus 2008 erhalten.

Ausgangssituation damals war ein Röntgenbild, welches klassisch eine invasive cervikale Resorption Typ 3 nach Heithersay zeigte. Der Patient wollte den Zahn unbedingt erhalten. Das Resorptionsgewebe reichte bis zur Pulpa, so daß nach Entfernung dessen eine Wurzelbehandlung notwendig wurde.

Die klinische Inspektion zeigte neben einer generalisierten P. marginalis und Gingivitis keine kariöse Läsion des Zahnes. Ein Traumageschehen wurde durch den Patienten ausgeschlossen. Die funktionelle Untersuchung ergab eine Überbelastung des Zahnes. Dies könnte in Zusammenhang mit der P.marginalis als auslösender Faktor in Betracht kommen.

Nach 2 Jahren zeigt sich ein stabiler und schmerzfreier Zustand.

 

ICR Recall

ICR Recall

ICR Recall

Spiegelgriff doppelseitig für Minispiegel unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Das unterstehende Bild zeigt zwei Spiegelgriffe.

Der obere ist von Hartzell /USA.

Der untere ist aus deutscher Produktion und zu seiner Entstehung gibt es eine kleine Geschichte mit Bezug zu Wurzelspitze und die geht so:

Ende August.
Fortbildung im Rahmen des Masterstudiengangs Endodontie in Düsseldorf. Jörg Schröder, WURZELSPITZE – Autor, referiert und demonstriert Arbeitsergonomie unter dem Dentalmikroskop. Im Gepäck dabei obiger doppelseitiger Minispiegelgriff aus USA. Ein Masterstudiengangteilnehmer, Dr. Theo van Beek , ist davon besonders angetan und nutzt den Kontakt zu einem zahnmedizinischen Gerätehersteller, um diesen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Instrumentes zu überzeugen.

3 Wochen später.
Jetzt bin ich in Düsseldorf beim Masterstudiengang und referiere über Nickel – Titan – Aufbereitungskonzepte. Und erlebe die Premiere des neuen Spiegelgriffs made in Germany.  In weniger als 1 Monat von der Idee zum fertigen Produkt. Wenn alles so schnell ginge, hätte ich um den Produktionsstandort Deutschland keine Sorge.

Den Spiegelgriff kann man  beziehen bei Hanchadent.

Hama – Funkfernauslöser fürs Arbeiten am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Mit den digitalen Spiegelreflexkameras kommt der lange Zeit in Vergessenheit geratene Fernauslöser wieder zu neuen Ehren, erschließt er doch so manche Möglichkeiten, die im abschließenden Bildresultat mehr als überzeugend sind. Nicht nur, wenn bei langen Verschlusszeiten, wie sie zum Beispiel für Nachtaufnahmen erforderlich sind, schon die bloße Kameraberührung zu Verwacklern führen könnte, oder in der Naturfotografie mittels Funkauslöser Abstand zum Objekt geschaffen werden muss, ist er ein probates Hilfsmittel. Auch in der Mikroskop – Fotografie ist er von Nutzen und so ist die Neuvorstellung eines Fernauslöser – Systems der Firma Hama auch für die Zahnmedizin von Interesse.

Hama stellt drei Fernauslöser als Kabel-, Timer- und Funkvariante vor, die in puncto Kameraanschluss auf einem einfachen Systemgedanken beruhen. Darauf weist bereits die Produktbezeichnung DCCS (Digital-Camera-Connecting-System) hin. Der Fernauslöser an sich ist die Basis, für alle gängigen Kameramodelle mit Remote Control gibt es ein spezifisches Anschlusskabel, das separat erhältlich ist. Sollte also die Kamera einem Neukauf weichen oder aber mehrere Modelle im Einsatz sein, muss nur das entsprechende Kabel ausgetauscht werden.

Zwar gibt es No Name – Billig – Auslöser, für unter 20 Euro, aber zumindest mein Exemplar reagierte nicht im Zusammenspiel mit der Canon 5D Mk 2.

Den  Hama – Funkfernauslöser habe ich heute auf die Kamera montiert, er funktionierte auf Anhieb. Mal sehen wie er sich im Alltag bewährt. Heute zumindest schon mal bestens.

Nähere Infos zum Produkt gibt es hier.

Reziprok-Technik ProTaper F2

von Christian Danzl

Ghassan Yared wird seine Reziprok-Technik auf der Jahrestagung der DG-Endo vorstellen. Hier ein Video von der Aufbereitung eines 22. Ein Gleitpfad wurde vollrotierend mit einer Pathfile erstellt.

Kaps Videoadapter f54, Canon Legria HF 20

 

Akutes Zahntrauma mit Pulpaeröffnung

von Tomas Lang

Der hier vorgestellte Fall ist nunmehr ca. 2,5 Jahre her. Ein Kollege, welcher damals kurz zuvor eine meiner Fortbildungen besucht hatte, rief mich an und bat mich, einen Fall für ihn zu übernehmen.

Der Patient lebt in Afrika mit seinen Eltern und hat sich beim Wasserrutschen auf dem Schulgelände einen Zahn ausgeschlagen. Die Eltern saßen zu der Zeit bereits im Flugzeug auf dem Weg nach Deutschland, da sowohl der lokale Zahnarzt als auch die nächstgelegene Zahnklinik sagten, dass sie nicht die richtigen Materialien zur Versorgung vorrätig hätten.

Und so schlug der damals 8jährige Junge ca. 24h nach dem Unfall in meiner Praxis auf. Zu meiner großen Verwunderung war das herausgeschlagene Zahnfragment in einer Zahnrettungsbox (Dentosafe). Diese hatte die Schule in Afrika vorrätig!

Da die Pulpa seit 24h exponiert war, imponierte bereits eine ödematöse Schwellung mit beginnender oberflächlicher Nekrose. Daher habe ich in diesem Fall eine partielle Pulpotomie durchgeführt.

Die Pulpa wurde anschließend mit MTA überkappt mit Zinkoxid-Phosphat-Zement überschichtet und das koronale Fragment adhäsiv wiederbefestigt. Wie man in dem unteren Video erkennen kann, ist der Junge bei der Behandlung eingeschlafen – war er doch in den letzten 24h in Dauerstress gewesen. Ein besonders erhebender Moment für mich war, als ich ihn nach der Behandlung aufweckte ,ihm den Spiegel gab und sein eigener Zahn wieder hergestellt war.

Mittlerweile ist der kleine Junge gewachsen und war bisher nach einem und zwei Jahren zur Kontrolle erschienen. Der betroffene Zahn ist wieder normal vital und die Apexifikation verläuft regelrecht.

Lediglich, wenn man genau hinschaut, erkennt man das MTA als leicht dunklen Schatten unter der Zahnoberfläche.

Hier würde ich, wenn ich den Fall noch einmal machen könnte, dass weisse MTA verwenden.

Die Versorgung von Traumata ist diffizil und nur erfolgreich, wenn man sofort die richtigen Entscheidungen trifft. Dazu kommt, dass solche Fälle recht selten in der Praxis aufschlagen.

Der Dänische Kollege Ove Andreasen hat daher eine exzellente Homepage zur Entscheidungsfindung aufgestellt, welche zu jedem Traumafall evidenzbasiert die richtige Entscheidungskette vorgibt. Ich kann nur jedem Kollegen empfehlen, vor Therapiebeginn einen Blick auf die Homepage zu werfen.

Frontpage

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Und hier ein Video von der Behandlung.

Neues von der Fachdental München am 16.10.2010

von Christian Danzl

Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.

Was gibt es Neues zu berichten?

Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:

Schlumbohm

Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.

Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).

Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.

Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.

Leica Microsystems

Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.

  • Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
  • Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
  • Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
  • Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.

VDW

hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.

Der „Gold“ Endo-Motor ist jetzt auch für Reziprok-Technik geeignet.

Über die hier gezeigte Reziproc-Feile hat man sich ausgeschwiegen. Das allerdings sehr ausgiebig.

Schade.

Update LED Labomed Mikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Der Markt für Dentalmikroskope im 10000 Euro – Bereich wird größer.
Neben dem Zumax  -DM aus China, das in Deutschland über ADS vertrieben wird, ist nun auch das Labomed- Mikroskop aus USA in Deutschland erhältlich.

Im Juni hatte ich die Gelegenheit im Rahmen eines Arbeitskurses,  mit dem Labomed – Mikroskop zu arbeiten, welches statt herkömmlicher Beleuchtung eine LED – Beleuchtung aufweist.  Der Preis erschien interessant, die Lichtquelle aber eher duster.

Letzteres hat sich, wie ich bei einem weiteren Arbeitskurs im August feststellen konnte, zum Positiven hin geändert, die LED Lichtquelle wurde modifiziert und ist nun deutlich heller.

Der Hersteller hat folgende Informationen zur neuen LED geschickt:

„Helligkeit bei einem f 250 mm Objektiv 55.000 Lux und einem Leuchtfeld von 85 mm

Farbtemperatur: 5.800 K

Elektronisch geregelt, somit keine Farbtemperaturänderung.“

Nähere Informationen zum Labomed – Mikroskop gibt es bei Hanchadent.

HD-Video am DM

von Christian Danzl

Wie schon beschrieben habe ich am KAPS Dentalmikroskop eine HD-Videocamera mit 40″ HD-Ferseher als Mitbetrachter-Monitor.

Hier nun Bilder vom Aufbau mit einem Beispielfoto.

Zur Kamera:

Bei mir ist es eine Canon Legria HF 20.
Full-HD Video, Fotofunktion mit ca. 3 Megapixel. Funktioniert soweit ganz gut. Videoausgabe ist nicht überragend wegen relativ starker Vignettierung (was aber nicht verwundert, wenn ein 16:9 Bildschirm das runde Bild aus dem Mikroskop wiedergeben muss), allerdings deutlich besser als die interne VGA-Video-Kamera von KAPS und Videoausgabe über Nikon Coolpix 4500.

Die Fotofunktion liefert Bilder die ganz in Ordnung sind, aber auch nicht besser als die von der Nikon Coolpix. Obwohl ich immer noch glaube, dass der limitierende Faktor bei mir der alte stufenlose Vergrößerungswechsler ist. Die Legria hat eine schnurlose Fernbedienung, was das Fotografieren deutlich erleichtert.

Was an der Legria nicht gefällt, ist die Videoaufzeichnung in AVCHD-Format. Speicherkarte entnehmen und Videodateien auf den Rechner übertragen funktioniert nicht. Die Daten können nur direkt von der Kamera in iMovie übertragen werden, und dann auch nur, wenn die Kamera ans Netzteil angeschlossen ist. Da ich nicht dauernd die Kamera samt Netzteil vom Mikroskop abschrauben will, funktioniert es am besten, wenn das MacBook über USB an die montierte Kamera angeschlossen wird.

Ob das bei anderen Videoformaten einfacher funktioniert, weiss ich leider nicht.

Die Fotos können übrigens ganz normal von der Karte gelesen werden.

Wieder mal ein Ärgernis

von Christian Danzl

Nachdem der Videotubus und der Kamera-Adapter von KAPS gekommen ist, ich die Canon Legria HF 20 an mein Dental-Mikroskop geflanscht hatte, fehlte nur noch der Fernseher für die Ausgabe des HD-Bildes.

Also am Mittwoch ab zum „local dealer“ und einen LCD 40″ HD-Ferseher von Philips gekauft.

Fernseher an die Wand, Kamera eingerichtet, und – läuft.

Und läuft.

Genau 2 (!) Tage lang. Donnerstag und Freitag.

Am dritten Tag (Montag) hat hat der Fernseher seinen Dienst quittiert.

Schade eigentlich!

Aber kein Problem, kann ja mal vorkommen.
Also Anruf beim Händler. Dem war es merklich unangenehm, dass er sagen musste, dass er nicht zuständig ist, weil Philips einen eigenen Kundendienst hat, der das regelt.

Nun gut.
Der Händler hat den Anruf bei der Philips-Hotline für mich selbstverständlich übernommen und mir mitgeteilt, dass sich die Firma wegen Reparatur-Termin bei mir meldet.

Also warten.

Ein Tag, zwei Tage, drei Tage. Nichts.

Am Freitag dann, nachdem der Händeler nochmal bei der Hotline angerufen hat, kam der Anruf, sie kämen am nächsten Donnerstag. Das wäre dann also heute.

Na da lass ich mich mal überraschen!

Neugerät, keine 10 Stunden gelaufen, Händler hat keinen Zugriff auf Service und dieser lässt sich dann fast 2 Wochen Zeit!

Mein nächster Fernseher ist bestimmt von einer anderen Marke. Sicher.

und noch ein Endochuckbeispiel

von Olaf Löffler

Über den Einsatz des Endochuck wurde bereits einiges geschrieben und einige Beispiele vorgestellt.

Heute nun noch etwas zum Thema Fremdkörperentfernung periapikal
und sonoabrasive Mikropräparation, um diesen darzustellen.

Das ist ein weiterer Versuch einen Fall, mit bewegten Bilder darzustellen.
(Hier gehts zum Film)

Lentuloentfernung Frontzahn- leider kein Routinefall

von Donald Becker

Eigentlich hätte alles ganz schnell gehen müssen…

Denn ein abgebrochenes Lentulo aus einem Oberkieferfrontzahn zu entfernen, gehört normalerweise, was Fragmententfernung angeht, zu den einfachen Sachen.

Hier, bei dieser Überweisung nach Wurzelkanalbehandlung 21 und initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 11 war alles ganz anders.

Was vermutlich damit zusammenhing, dass sich 2 Lentulos ineinander verkeilt hatten und die Beweglichkeit der Einzelfragmente fast vollständig hemmten.

Mehr als 90 Minuten dauerte es, bis beide Fragmente entfernt werden konnten. Tube -Technik, Fragmentpinzette, ein  selbstgebautes IRS – Instrument, all diese Massnahmen scheiterten und so halfen nur Geduld und zielgerichtetes Arbeiten unter dem Dentalmikroskop mit Ultraschall und Komet – Rosenbohrern.

Was im Video letztendlich so spielerisch leicht aussieht, ist das Ergebnis von 1,5 Stunden Vorarbeit.

Die notwendig gewordenen Wurzelkanalbehandlungen an Zahn 11 und 21 sind im Übrigen das Resultat eines ein paar Wochen zurückliegenden Arbeitsunfalls. Beide Zähne sind schmerzfrei.

Was wäre die Alternative gewesen zur Fragmententfernung ?
In diesem Falle die Extraktion, denn eine suffiziente Wurzelkanalbehandlung mit den beiden Fragmenten in situ wäre nicht möglich gewesen. So gesehen rechtfertigt der Zahnerhalt den in diesem Falle extrem  hohen Zeitaufwand.

Neuer Lichtleiter

von Christian Danzl

Ich gebe es offen zu, ich habe kein Zeiss Mikroskop. Ich bin dem ProErgo-Boom nicht erlegen. Mir ist es schlichtweg zu teuer.

Ich bin mit meinem KAPS im großen und ganzen seit gut sieben Jahren zufrieden. Aber es freut einen dann doch, wenn es wieder mal Neuerungen gibt. Wie zu Beispiel einen neuen Lichtleiter.

Er ist auf der Lampenseite abgewinkelt und nicht mehr so hitzeempfindlich wie das Vorgängermodell, das heisst, dass ihm die Hitze der Xenonlampe nicht mehr viel anhaben kann. Das Lichtfeld ist sehr homogen, auch eine deutliche Verbesserung zu meinem bisherigen.

Ich habe ihn mal für 30 Tage zum Testen, aber ich glaube, dass ich nicht mehr zurückschicken werde.

Brille am Mikroskop

von Olaf Löffler

Als Brillenträger am Mikroskop zu arbeiten ist gewöhnungsbedürftig. Oft stört die Brille. Ohne Brille kann es jedoch, insbesondere bei größeren Sehschwächen zu Problemen im visuellen Kontakt zur Umgebung ohne Mikroskop kommen. Deshalb ist die Brille wiederum häufig unverzichtbar.

Ich kenne Kollegen, welche die Brille bei der Arbeit mit dem Mikroskop (trotzdem) absetzen. Andere ersetzen diese durch Kontaktlinsen und wieder andere Kollegen wechseln oft zwischen Lupe und Mikroskop. Letzteres besonders, wenn das nahe Sehen mit dem zunehmenden Alter eingeschränkt ist (Presbyopie).

Bei der Arbeit Ohne Brille war es möglich das Mikroskop etwas mit den Augenbrauen und der Nase zu navigieren. Mit einer Brille geht dies schwieriger oder gar nicht. Die Brille muß dazu fest am Kopf sitzen, zum Wechsel, beispielsweise auf eine Lupenbrille,  jedoch schnell abnehmbar sein.

Weiterhin problematisch ist, daß die Brillen sehr schnell verschmutzen und ständig geputzt werden müssen. Mit Papier zerkratzen die Kunststoffgläser nach einiger Zeit. Glas als Alternative lastet schwerer auf der Nase.

Durch den Okkularkontakt werden Kunststoffgläser ebenfalls schnell zerkratzt. Mineralische Gläser sind deshalb sinnvoller.

Peter Brandstätter aus Wien hat eine Brillen – Lösung, welche mich faszinierte. Er benutze diese als Lesebrille. Die Fassung ist jedoch groß genug, um auch als Fernbrille zu funktionieren.

Vorteile dieser Magnetbrille sind:
– sie ist fest am Kopf fixiert,
– gleichzeitig schnell abnehmbar und
– es gibt diese in verschiedenen Größen
– alles ist desinfizierbar, da kein Textilanteil vorhanden ist.

Obwohl als Lesebrille konzipiert habe ich die Magnetbrille bei meinem Optiker mit meiner normalen Brillenstärke für die Ferne bestellt und bin angenehm überrascht. Das Sehfeld ist zwar etwas kleiner, aber es beeinträchtigt mich nicht.

Dies ist natürlich sehr subjektiv.

Mein Fazit:
Kann man probieren und wenn es nicht gefällt: Die Lesebrille kommt mit großer Sicherheit und dann müssen nur noch die Gläser angepasst werden. ;)

Saving hopeless teeth (XIV) Knochenersatzmaterial

von Bodald Necker

OK. Um eines gleich voraus zu schicken:

Die endodontische Behandlung erfolgte in diesem Fall nicht nur von orthograd.
Ein Chirurg war auch dabei. Allerdings nur, um das Knochenersatzmaterial wieder zu entfernen, welches der Vorbehandler alio loco großzügig eingebracht hat.

Die 25 jährige Patientin kam im September letzten Jahres auf Empfehlung eines MKG-Chirurgen zu mir in die Praxis mit Bitte um eine orthograde Revision. Klinisch war buccal 22 nicht nur ein Fistelmaul erkennbar, röntgenologisch zeigte sich ein unzureichend wurzelgefüllter 22 mit einer gut 1 cm großen apikalen Aufhellung, die ihrerseits wieder unregelmässig verschattet war. Mein Verdacht auf früher eingebrachtes Knochenersatzmaterial wurde von der Patientin bestätigt.

Vorgehen:

Die alte WF wurde entfernt. Durch den vom Vorbehandler großzügig erweiterten Apex drohte ein Guttaperchastück in die Läsion zu rutschen, es konnte aber mit etwas Glück doch noch orthograd entfernt werden. Nach weiter Aufbereitung und chemischer, us-gestützter Desinfektion wurde Calciumhydroxid eingebracht und mit Cavit verschlossen.

WV in 14 Tagen, zur Kontrolle, ob sich die Fistel verschlossen hat. Wenn ja könnte man über eine orthograde WF nachdenken, wenn nicht würde ich ein kombiniertes ortho- und retrogrades Vorgehen bevorzugen.

Zu nächsten Termin war die Fistel unverändert. Der Verdacht drängte sich auf, dass in diesem apikalen Prozess, welcher das Knochenersatzmaterial beherbergt auch noch diverse Bakterien ihr Unwesen treiben und eine Ausheilung verhindern.

Durch die großzügige Eröffnung des Apex schien mir ein apikaler MTA-Plug angemessen, der Rest des Kanals wurde konventionell mit Guttapercha obturiert. Koronal erfolgte ein adhäsiver Kompositverschluss.

Am nächsten Tag hat der Chirurg meines Vertrauens unter dem Mikroskop (wie immer) das Knochenersatzmaterial und die Wurzelspitze entfernt und trotz des MTA-Plugs zur Sicherheit nochmal eine retrograde Füllung gelegt.

Nach 8 Monaten stellte sich die Patientin bei mir komplett fistel- und beschwerdefrei vor.

Die Rö-Kontrolle zeigt eine deutliche Heilungstendenz, so dass eine Kronenversorgung des Zahnes demnächst in Frage kommen wird.

Gib‘ mir ein C!

von Ronald Wecker

Der erste Blick auf das präoperative Röntgenbild, sowie die Aussage des Überweisers, er könne nur 2 Kanalsysteme in einer für ihn nicht nachvollziehbaren räumlichen Beziehung zueinander darstellen, liess bei diesem 37 ein c-förmiges Kanalsystem vermuten.

Nach Entfernen der Verschlussfüllung konnte mesiolingual ein kreisförmig ausgearbeitetes Orifizium, distal hingegen bereits eine Art „C“ dargestellt werden.

Die Unterschiede in der Dentinfarbe wiesen bei der vollständigen Freilegung des „C’s“ den Weg.

Der Austausch der Spülflüssigkeit, sowie eine eingebrachte Papierspitze zeigte eine Kommunikation aller Kanalanteile an. Das Kanalsystem verlief stark gewölbt unterhalb des bukkal gelegenen „Dentindoms“ wie ein im Raum gekrümmter Spalt.

Apikal zeigte sich ein weites Foramen von mindestens ISO 70. Darunter gab es eine ausgedehnte knöcherne Krypte. Diese Tatsache bestimmte das Vorgehen bei der Obturation:

Um den nicht einsehbaren Teil des spaltförmigen Kanalsystems optimal zu verschliessen ist einer reine Injektionstechnik der Vorzug zu geben. Der notwendigerweise aufzubauende hydraulische Druck hätte jedoch sehr wahrscheinlich eine massive Extrusion von Guttapercha und Sealer in den Periapikalraum zur Folge gehabt.

Deshalb erfolgte die Obturation Bereichs oberhalb des Foramens nach Anlegen eines periapikalen Widerlagers mit MTA. Um ein Einpressen in den mesiolingualen Kanalanteil zu verhindern wurde dieser mit einer Papierspitze ausgeblockt. Nach röntgenologischer  Kontrolle des MTA-Plugs erfolgte dann die Obturation des „C“ in Squirt-Technik.

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Anschliessend wurde nach Insertion mehrerer Quarzfaserstifte als Schrumpfungshemmer der mittlere und koronale Kanalanteil dentinadhäsiv verschlossen.

Neben dem vorläufigen Behandlungsergebnis hat mich am meisten die Aussage des Patienten  gefreut, nachdem wir uns gemeinsam ein paar Videosequenzen angeschaut hatten: „Ohne Mikroskop wäre das doch gar nicht zu behandeln!“.

Leica -M 320 Dentalmikroskop – ein erster kurzer Praxistest

von Oscar von Stetten

Die Firma Leica war so freundlich, uns für eine Woche das M320 zur Verfügung zu stellen. Der erste Eindruck: klein, einfach, ohne SchnickSchnack. Was uns ein wenig verwundert hat: keine Kabel, keine Lichtleiter, schmaler Arm, schmaler Fuss. Die Verarbeitung war nicht das, was wir erwartet haben. Das betrifft allerdings nur die Armkonstruktion. Sei es dem Umstand geschuldet, dass das Gerät auf Messen gezeigt wurde und wird, so dass sich leichte Aufbau- und Transportschäden nicht 100% vermeiden lassen. Der Mikroskopkopf war hervorragend verarbeitet, der Mehrfachwechsler rastet satt ein, im Gegensatz zu der Tür meines Minis. Schön: ein Neigungsschalter. Wenn das Mikroskop in Parkposition ist, geht das Licht von alleine aus, wird es in die Arbeitsposition geschwenkt, geht es automatisch an.

Was gleich ins Auge fällt: Als hygienisch einwandfrei beworben, offenbaren sich ungeschützte, damit offene Schraubenlöcher. Diese werden zur Balancierung des Mikroskops benötigt. Eine Tätigkeit, die einmal erfolgt, eigentlich keine permanente Nachjustierung benötigt. Abdeckungen aus Kunststoff würden das ganze näher an die beworbene hygienische Oberfläche bringen.

Weiterer Schwachpunkt: der rechte Vergrösserungswechsler liegt sehr nah am Griff, so dass eine Verstellung der Vergrösserung den gezielten Zwei-Finger-Einsatz benötigt, aber die Gefahr birgt, dass man das Mikroskop aus seiner Position bewegt, weil man am Griff angestossen ist. Der linke Vergrösserungswechsler liegt dagegen sehr gut, allerdings hat man bei der mikroskopgestützten Zahnheilkunde meist den Spiegel in der linken Hand. Und wenn man den Spiegel bereits gut positioniert hat, wird man diese Position nicht aufgeben.

Der Lichtkasten steht weit ab. Weiter, als man es von anderen Geräten gewohnt ist. Bei den herkömmlichen Dentalmikroskopen findet man auf der Rückseite nur den Eingang für den Lichtleiter, aber nicht diesen Aufbau. Der Lüfter des Lichtkastens ist nicht laut und stört beim Arbeiten auf 12-Uhr -Position auch nicht. Bei einer 9-Uhr Sitzposition kann der Lüfter schon mal die Assistenz mit dem Luftstrom ein wenig irritieren.

Optimierbar wäre auch die Lüftung der LED-Leuchte. Vor  allem, weil der Lüfter und das Gitter nicht ohne weiteres zu reinigen sind. Ob es eine sehr gute Idee ist, mit Druckluft dort rein zu blasen, wage ich zu bezweifeln. Lüfter können das übel nehmen und dann den Dienst quittieren, ohne dass es sofort bemerkt wird. Die LED-Beleuchtung stirbt dann den Hitzetod. Ja, Hitzetod. LED bedeutet nicht zwangsläufig „kalt“.  Highpower-LED´s produzieren eine Menge Abwärme auf engsten Raum. Und die muss weg.

Durch die Ausladung des Lichtkastens wird die Sicht der Assistenz auf das Behandlungsfeld ein wenig eingeschränkt. Ein höherer Arbeitsabstand wäre besser. 30 cm z.B., aber das muss jeder für sich individuell erfahren. Man erhält durch die Vergrösserung des Arbeitsabstandes einfach mehr Platz zum Behandeln, ohne dass man mit den Instrumenten am Gerät anstösst. Und das Arbeitsfeld wird für alle übersichtlicher, die Patientenlagerung einfacher, eine ergonomische Sitzposition von Assistenz und Behandler oft erst dann möglich.

Die Lichtqualität ist gut und vollkommen ausreichend für das Arbeiten bis 16-fach. Darüber hinaus wird es schon ein bisschen dunkel, aber das ist einfach der LED-Technik und der Physik geschuldet. Die Leica-Optik ist ohne Fehl und Tadel, aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Der Farbeindruck durch die Okulare ist gut. Über dem Lichtkasten ist das Fach für die SD-Karte angelegt, auf diese werden die Bilder und/oder Filme gespeichert. Mit einer EyeFi-Karte kommen uns interessante Anwendungen in den Kopf.

Zwischeneinwurf: man darf LED nicht mit Xenon vergleichen. Das ist unfair und führt zu nichts. Die LED-Technik steht noch am Anfang der Entwicklung und dafür ist es schon sehr weit gediehen. Noch sehe ich nicht, dass LED Xenon vollkommen verdrängt. Aber die Entwicklung ist rasant.

Die Griffe sind die baugleich mit den Griffen von KaVo. Abnehmbar, sterilisierbar. Die Neigung der Griffe ist auch verstellbar, leider nur mit Werkzeug.

Die Okulare enthalten ein Highlight. Eine stufenlose Winkelnivellierung für die Betrachtung, die eine Schrägstellung des Mikroskopkopfes bei gerade stehenden Okularen ermöglicht, ähnlich wie das MORA-Interface von Zeiss. Cave: Ähnlich, nicht gleich.

Jammern auf hohem Niveau: der Feintrieb sitzt bei Leica-Mikroskopen am Objektiv (wo denn auch sonst ;-) ). Er wird durch einen Ring verstellt. Ergonomischer wäre eine Hebelverstellung analog dem Global, oder eine horizontal angeordnete Drehschraube wie bei Kaps oder Zeiss. Warum? Weil dann die Handbewegung nicht so gross ausfällt und man den Feintrieb mit zwei Fingern betätigen kann ohne Gefahr, das Mikroskop aus seiner Lage zu bewegen. Und das mit der rechten Hand, weil man in der linken ja den abgestützten und positionierten Spiegel hält. Aber das ist wie vieles in der ZHK Geschmackssache.

Beim Ständer ist noch anzumerken, dass das Stromkabel und das evtl. vorhandene HDMI-Kabel der optional eingebauten Kamera nicht integriert wurden. Das Konzept der unsichtbaren Kabel wurde hier leider unterbrochen. Da sollte Leica noch nachlegen, es wäre so schön, die Kabel durch den Ständer zu führen und am Fuss ein Anschlusspaneel zu integrieren. Dann würde kein Kabel mehr stören, zumindest nicht optisch. Und auch nur bei der Ständervariante.

Bislang kein Wort zur Kamera? Mit Absicht, denn die besprechen wir in einem weiteren Artikel. Sie hat Vor-, aber auch Nachteile.

Mein Fazit:

Gute Ideen, gute Ansätze. Optik sehr gut, Licht auch ausreichend. Mechanik genügend für das Gewicht, stabil. Gut zu balancieren, Kopf leicht und kompakt (bis auf den Lichtkasten ;-) ). Die integrierte Dokumentation sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Ein Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Für Einsteiger hervorragend. Und es hat Potential zur Weiterentwicklung.

Würde ich es mir kaufen?

Ich habe vor 10 Jahren mit einem Leica M300 begonnen. Heute wäre es wahrscheinlich ein M320.

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LED am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich an einem Dentalmikroskop aus USA gearbeitet.

Nein, nicht Global, sondern günstiger Preis (10450 €), angeblich LEICA Optik (wobei das ein weit gefaßter Begriff ist mittlerweile) und – neu für mich bis dato – mit LED Beleuchtung.

Diese soll angeblich in ihrer Intensität einer Halogen – Beleuchtung entsprechen oder eine solche sogar übertreffen. Für mich jedoch eine große Enttäuschung, denn das Bild in den Okularen entsprach von seiner Helligkeit einer (Achtung Insider Scherz) 20 Watt Glühbirne.

Ich hoffe, daß andere LED – Lichtquellen, die  für Dentalmikroskope neuerdings angeboten werden, besser sind, denn das hier gestern war definitiv nichts.

Sehr gut hingegen die angedockte Sony Kamera, um Klassen besser als das, was Zeiss in dieser Preisklasse anbietet.

Nährere Infos zum Labomed – Mikroskop gibt es bei Hanchadent.

Nachtrag zum Leica-Mikroskop M320

von Oscar von Stetten

Das LEICA Mikroskop M 320 wird in Deutschland von KaVo vertrieben.

Für weitere Infos steht Hr. Thomas Heiler gerne zur Verfügung, damit wird auch die Kontaktaufnahme deutlich erleichtert.

Nachfolgend seine Kontaktdaten:

Saving hopeless teeth (XV)

von Bonald Decker

Dieser Patienten wurde uns zur weiteren Therapie überwiesen, nachdem es in einem sehr (sehr) frühen Stadium der notwendig gewordenen endodontischen Therapie zu einer Komplikation gekommen war…

Bei näherer Betrachtung der von uns angefertigten Röntgenbilder fallen ein paar Dinge auf:

Die suboptimal angelegte primäre und sekundäre Zugangskavität mit dem sich daraus ergebendem nicht geradlinigen Zugang zu den Kanalsystemen führte in der weiteren Folge zu einer Instrumentenfraktur.

Genauer, zu zwei Frakturen.

Nach Entfernung der mesialen Karies und Optimierung der Zugangskavität richtete sich unser Augenmerk zunächst auf das Management der drei „komplikationslosen“ Kanalsysteme (ml, db & dl). Nach deren chemo-mechanischen Reinigung folgte die Darstellung des ersten Instrumentenfragmentes. In der weiteren Folge gelang es zunächst das eine, und schliesslich auch das zweite Bruchstück mittels Ultraschallansätze zu entfernen.

Die finale Präparation der vier Kanäle erfolgte bis zu den Grössen 35.06 (mesial) bzw. 40.06 (distal). Während distal im apikalen Anteil eine Konfluation der Systeme bestand, mündeten die beiden mesialen jeweils in separaten apikalen Foramina.

Die abschliessende Obturation der Wurzelkanäle erfolgte mit Guttapercha und 2Seal in mod. Schilder Technik. Abschliessend wurde die Zugangskavität adhäsiv mit Komposit versiegelt.



Abschliessende Gedanken:

Die Instrumentenfraktur zählt zu einer der möglichen Komplikationen während der Wurzelkanalbehandlung und stellt per se keinen Behandlungsfehler dar. Trotzdem gilt es vorab zu überlegen, wie solche Negativerlebnis zu vermeiden sind.

In dem vorliegenden Fall muss neben der suboptimal gestalteten Zugangskavität die Wahl der Hedströminstrumente zur initialen Bearbeitung der Kanalsysteme als mögliche Ursache angesehen werden. Diese sind aufgrund des größen Schneidekantewinkels bei der initialen Wurzelkanalinstrumentation als ungeeignet anzusehen.

Ausserdem empfiehlt es sich bei dem Verdacht von evtl. konfluierenden Kanalsystemen dies frühzeitig zu überprüfen, um eine Instrumentenfraktur aufgrund einer plötzlich auftretenden (massiven) Krümmung am Konfluationspunkt zu vermeiden.

Anatomie unterer Molaren (4)

von Bodald Necker

Untere Molaren haben verschiedenste Variationen der Wurzelkanalanordung.

Hier ein Beispiel für eine 3-1 Konfiguration. Also 3 mesiale Kanäle und ein distaler Kanal.

Nach der Trepanation des Pulpadaches sah es zunächst nach einer 2-2 Konfiguration aus. Die beiden distalen Kanäle vereinigten sich sehr schnell zu einem einzigen. Mesial wurden 2 Kanäle aufbereitet. Nachdem die Kanäle vollständig aufbereitet, desinfiziert und getrocknet waren, war der Eingang eines mesio-zentralen Kanal zu erahnen.
Nachdem die Sondierung mit einer 006er K-File nicht bis zum Apex vordrang, wurde der sehr enge Kanal aufbereitet/gängig gemacht mit Sequenz ProFile 15/04, ProFile 20/04, Flexmaster 15/06  in Wiederholung bis zum Apex.
Aufbereitung aller Kanäle bis 40/06.

Stufenplan

von Ronald Wecker

Die Überwindung iatrogener Stufen stellt oftmals ein große Herausforderung dar. Insbesondere wenn im Vorfeld bereits sehr engagiert versucht wurde, den apikalen Kanalanteil instrumentell zu erschliessen. Stufen im oberen und mittleren Kanaldrittel sind unter dem Dentalmikroskop in aller Regel problemlos zu überwinden, da ein Arbeiten unter direkter Sicht möglich ist. Der Originalkanal kann anhand der „endodontischen Landkarte“ und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der klinischen und radiologischen Untersuchung dargestellt und in der Folge auch instrumentiert werden.

Schwieriger gestaltet sich das Ganze, wenn die Stufe hinter einer Krümmung liegt und auch das  initiale „Scouten“ mit vorgebogenen Handinstrumenten erfolglos bleibt. Das Katheterisieren mit rotierenden Instrumenten (z.B. mit einer ProFile 15/04 ) erfordert ein gezieltes Ansetzen der Instrumentenspitze. In der täglichen Praxis hat sich in solchen Fällen folgendes Vorgehen bewährt:

1. Anlegen einer optimalen Zugangskavität, die einen geradlinigen Zugang zum Kanaleingang ermöglicht. Dies kann im Einzelfall bedeuten, dass unter Umständen mesiale Randleisten oder auch bukkale oder linguale Höckerspitzen deutlich reduziert werden müssen.

2. Ausmessen der Strecke „Refeferenzpunkt – Stufe“

3. Erweiterung des koronal der Stufe gelegenen Kanalanteils mit rotierenden Instrumenten.

Meine Favorit für diesen Arbeitsschritt ist das Mtwo-System, da dieses über eine ausserordentlich gute laterale Schneidfähigkeit verfügt. Die Instrumente werden in einer bürstenden Bewegung eingesetzt. Ziel ist es den Kanaleingang zu erweitern und gleichzeitig so zu verlegen, dass vorgebogene Instrumente eingesetzt werden können ohne dass die Vorbiegung verloren geht. Ausserdem wird der Einsatz rotierender Instrumente möglich.

4. Wichtig ist, dass die zur Erweiterung eingesetzten Instrumente kürzer als die Strecke „R-Punkt- Stufe“ sind. Der Geübte wählt eine um 0,5 mm kürzere Länge. Für den Anfang empfiehlt es sich die Arbeitslänge um 1 mm kürzer einzustellen. So wird, bei gleichzeitigem Achten auf das exakte Arbeiten bis zum  Refernzpunkt, wirkungsvoll verhindert, dass die Stufe stärker ausgebildet wird.

Das beschriebene Vorgehen ermöglicht in Kombination mit anatomischen Wissen, der Kenntnis möglicher Kanalverläufe und ein wenig detektivischem Spürsinn ein vorhersagbares Überwinden iatrogener Stufen.

Ach so, eines soll nicht unerwähnt bleiben: es hilft ein wenig zu sein wie er.

Endlich – mal was Neues – das LEICA M320 F12 Dentalmikroskop !

von Oscar von Stetten

Leica….

Ein Name, der bei Fotografen Glanz in die Augen treten lässt. Zumindest in meine. Die optischen Qualitäten der Objektive sind IMHO das beste auf dem Markt. Irre.

Kaum jemand weiss, dass Leica auch im Bereich der Medizin als Mikroskophersteller tätig ist. Aber es ist sehr leise um Leica geworden. Schade, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Und Leica hat das Potential.

Nun kommt Bewegung auf den Markt. Der erste Hersteller hat es geschafft, zeitgemässe Technik in ein neues Gerät zu integrieren. Keine Kabel mehr, kein verlustreicher Lichtleiter mehr, hygienisch einwandfreie Oberflächen, schönes Design. Auch die Dokumentation ist endlich integriert worden. Sowohl Video als auch Foto.

Leider nur in 720p, die Bilder in 3MP. aber das ist etwas, was wohl vollkommen ausreichen wird. Mit Fernbedienung.

Ich bin sehr gespannt, wie dieses Gerät performt. Die Anfrage wegen einer Leihstellung ist bereits gestellt. Sobald diese erfolgt, folgt mehr.

Sehr spannend. Der Preis ist heiss ;-) Auf dem Papier hat das Mikroskop eindeutig Killerqualitäten. Was ich mir wünschen würde, wäre ein Vario-Mikroskop mit diesen Eigenschaften. Aber wer weiss, vielleicht kommt ja was nach. Leica holt auf jeden Fall auf.

Leica_M320_F12_Dental_bro_de

Radix entomolaris – Apikale Aufhellung (20)

von Ronald Wecker

Dieser Patientenfall hatte einige Schwierigkeiten parat. Neben einer Instrumentenfraktur am Zahn 35 war ein Radix entomolaris am Zahn 36 vorhanden. Diese „dritte“ Wurzel ist nicht oft zu beobachten.

Die Radix entomolaris kommt in 3-4% der europäischen Bevölkerung am ersten unteren Molaren vor. Ähnlich verhält es sich in der afrikanischen Bevölkerung. In der asiatischen Population, wie Chinesen, Eskimos und auch amerikanische Indianer ist ein Wahrscheinlichkeit des Vorkommens von 5% bis über 40% möglich.

Die Schwierigkeit der Radix entomolaris liegt nicht im unbedingt in der schwierigen Kanalstruktur, sondern in der außergewöhnlichen Lage. Der Kanaleingang liegt fast immer extrem weit distolingual. Deshalb kann dieser mit einer Perforation verwechselt werden.

Weiterhin wird im Röntgenbild diese anatomische Besonderheit nicht immer gleich sichtbar. Deshalb sind exzentrische Aufnahmen vor Behandlungsbeginn sinnvoll. Neben der parodontalen Sondierung, ist die klinische Untersuchung der Zahnkrone wichtig. Ein zusätzliche Höcker (Tuberculum paramolare)  in Kombination mit einer zervikalen Prominenz oder Konvexität, kann auf das Vorhandensein einer zusätzlichen Wurzel hinweisen.

Die Spurensuche auf dem Pulpaboden hilft oft bei der Suche nach einer Radix entomolaris. Die dunklen Verbindungslinien zeigen in Richtung des distolingualen Kanaleingangs. Dazu ist mitunter die Entfernung eines Dentinüberhanges notwendig.

radix entomolaris

radix entomolaris

Instrumententfernung 1

von Bodald Necker

Eine Bekannte brauchte eine Wurzelkanalbehandlung. Gut. Soll sie eine haben. Aber wie das so ist, wenn man Bekannte, Freunde oder Familienangehörige behandelt: Es geht was schief. Hier war es die ProTaper F2, die den Wurzelkanal nicht mehr vollständig verliess. Egal. Sie muss wieder raus.

Vorgehen war wie folgt:

  • Erweitern des Kanals bis zum Fragment mit Gates-Glidden rot
  • das Arbeitsende (Olive) des GG von der Spitze zur Hälfte wegschleifen
  • mit dem modifizierten GG wieder bis zum Instrument in den Kanal, um ein Plateau um das abgebrochene Instrument zu schaffen
  • mit einer Ultraschall-Spitze das Instrument im oberen Bereich zirkulär freilegen
  • das IRS-System von Maillefer applizieren und Instrument rausdrehen

fertig.

Ohne direkte Sicht unter dem Dentalmikroskop wäre dies ein sinnloses Unterfangen gewesen.

Da es eines meiner ersten Instrumente war, die ich entfernt habe, dauerte die Entfernung deutlich länger als das Schreiben dieses Beitrages.

Schutzhüllen für Mikroskopgriffe – Gib AIDS keine Chance (2)

von Christian Danzl

Einfache, preisgünstige Schutzhüllen für das Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop hat Oscar von Stetten an dieser Stelle schon vorgestellt. Leider sind diese Überzieher nicht für die kleinen Griffe von Kaps geeignet. Hier bin ich bei Praxisdienst fündig geworden. Latex-Fingerlinge 100 Stück zu 0,89 €.

Anatomie unterer Molaren (1)

von Ronald Wecker

An dieser Stelle berichtete Christoph Kaaden kürzlich über anatomische Besonderheiten.

Nachfolgendes Beispiel zeigt eine weitere Spielart.

Bereits bei der initialen Instrumentierung zeigte sich eine Kommunikation zwischen MB und ML. Das Besondere dabei war eine wirkliche X-Bein-Konfiguration, das heißt daß es eine wirkliche Kreuzung beider Kanäle mit getrennten Foramina gab.

Der distale Kanal zeigte neben dem apikalen Knick eine breite Kommunikation zu beiden mesialen Kanalsystemen, die während der ultraschallgestützten Irrigation nicht aufgefallen war.

Erst nach der Obturation beider mesialer Kanäle zeigte sich plötzlich an der mesialen Kanalwand des distalen Kanalsystems eine kleine Menge Guttapercha.

Da es sich um eine Primärbehandlung handelte konnte die Guttapercha nur aus einer Kommunkation zu den mesialen Kanälen stammen.

Die Röntgenkontrolle 6 Monate postoperativ zeigt dies deutlich.

Drei „lugelnde“ Augen & ein Lächeln

von Christoph Kaaden

Die Behandlungssitzung neigt sich dem Ende entgegen. Die WF bei dem  Patienten ist unter “Dach&Fach”, die Kavität versäubert und bereit für die adhäsive Deckfüllung.…

und beim Blick durch das Mikroskop scheinen mich erneut drei „lugelnde“ Augen (und ein Lächeln) “anzuschauen”, als würden sie sagen:

“Ok Doc, Zeit fertig zu werden für heute, der Frühling steht vor der Tür!

Geh raus und geniess den Rest des Tages”.

PS: Dieses Bild ist mit der recht neu an unserem Mikroskop installierten HD Videokamera Canon Legria HF20 (in der Fotofunktion) aufgenommen und erfüllt „meine“ Ansprüche quasi vollends…

Vertrackt!

von Ronald Wecker

Fragmente im mittleren Kanaldrittel mit einer Länge von 3-4 mm stellen normalerweise kein wirkliches Problem dar. Schon gar nicht unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes. Und erst recht nicht an einem unteren Eckzahn.

Normalerweise.

Nicht jedoch wenn das Kanalsystem eng und schlitzförmig gestaltet ist und zudem nach distal und bukkal gekrümmt verläuft. Und erst recht nicht, wenn das Instrumentenfragment die Spitze eines diamantiertern Ultraschallansatzes ist.

So geschehen am heutigen Tag. Zahn 33 mit einer recht ungewöhnlichen Kanalgeometrie. Es sah zunächst nach 2 Kanalsystemen aus. Nachdem die Zugangskavität des Überweisers verändert war, konnten 2 durch einen schmalen Isthmus getrennte Kanäle sondiert werden.

Die vorgebogene Endosonor-Feile vermochte den koronalen Teil des Schlitzes jedoch nach meinem Dafürhalten nicht rasch genug zu erweitern. Also musste ein diamantierter Ansatz her. Der erst Kontakt mit dem Dentin war das Aus für die Arbeitspitze. Die Schwerkraft tat ihr Übriges und das Teil stürzte kopfüber nach apikal. Der Microopener konnte das Teil bewegen und so war es schnell  nach oben gezogen. Das Vorhaben es nun mit einem leicht forcierten Spüleinsatz mit CHX nach koronal zu befördern war nicht von Erfolg beschieden. Statt bukkal saß das Fragment jetzt lingual und noch etwas tiefer.

Die Idee es nun mit Ultraschall zu entfernen war prinzipiell richtig, jedoch sollte man a) vorher koronal so viel Platz schaffen daß das Fragment auch in leicht schräger Lage entfernt werden kann und b) das diamantierte Fragment tunlichst nicht so mit dem Ultraschallansatz treffen, daß es noch weiter nach apikal rutscht. Weil sich dann nämlich die Diamantierung als wenig hilfreich entpuppt. Sie sorgt für einen hervorragenden TugBack der unschönen Art. Die starke Lingualkippung des Zahns erschwerte zudem den Zugang. Nach ca. 40 Minuten hatte ich es dann endlich geschafft. Das Stück war mittlerweile 3x „Aufzug“ gefahren und hatte sich um 180 Grad gedreht. Das dünne Teil nach oben gerichtet konnte es wenigstens nicht mehr ganz so tief fallen und liess sich am Ende widerstandslos mit einer feuchten Papierspitze an der Kanalwand hochziehen.

Dies übrigens ein Vorgehen, welches ich vor wenigen Tagen in einem Fragment-Entfernungskurs von Michael Arnold gelernt habe.

Fortbildung kann nützlich sein.

Neue Komet- Rosenbohrer für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.

Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.

Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch  eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht  irgendwann dann auch noch geben wird.

Endochuck (2)

Endochuck NSK

Endochuck NSK

von Olaf Löffler

Die ersten Schritte mit dem Endochuck können durchaus frustran sein. Nicht immer ist die richtige Funktion gewährleistet.
Das Problem ist die Übertragung der transversalen sinusartigen Schwingungen. Die Überwurfmutter sollte handfest mit dem entsprechenden Schlüssel angezogen werden. Der Gummiring muss intakt sein. Sollte die Feile zu stark, oder zu schwach vibrieren kann man dies durch leichtes Versetzen der Endodonorefeile im Endochuckansatz beeinflussen. Die Funktionsprobe sollte immer unter Kontakt zu einem Gegenstand stattfinden um einen schnellen Bruch der Feile oder der Endochucküberwurfmutter zu vermeiden. Es bedarf einer peniblen Pflege und Kontrolle der Gummiringe nach jedem Einsatz.
In meiner Praxis haben sich die NSK Ansätze bestens bewährt. Wie bereits früher beschrieben jedoch immer mit dem Ultraschallgerät vom selben Hersteller.
Vorrangig verwende ich die Iso-Größen 20, 25, 30. Kleinere Iso-Größen brechen sehr schnell. Diese kommen bei der Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente zur Anwendung.

Die vollständige Präparation des Wurzelkanals mit Ultraschall ist abzulehnen, ebenso ist der präzise Einsatz des Endochuck nur unter optischer Kontrolle mit dem Dentalmikroskop möglich.

Für die mikroskopgestützte sonoabrasive Mikropräparation ist der Endochuck das kostengünstigste und oftmals optimalste Instrument zusammen mit der entsprechenden Endosonorefeile.

Anwendungen der mikroskopgestützten sonoabrasiven Mikropräparation sind beispielsweise:

  • die substanzschonende Präparation von Isthmen,
  • das Darstellen und eventuelle Freilegen von frakturierten Instrumenten,
  • das Teilen insuffizienter retrograder Füllungsmaterialien von orthograd,
  • die Mikropräparation artifizieller apikaler Foramen nach Überinstrumentation, WSR etc. zur Fremdkörperentfernung von orthograd.

Endochuck (1)

von Olaf Löffler

Endochuck mit Endosonore #25

Endochuck mit Endosonore #25

Vor einigen Jahren hörte ich erstmals in einem Vortrag vom „Endochuck“. Ich musste unweigerlich an Chuck Berry denken. Roll over Beethoven, Rock´n Roll Music – diese Songs schossen mir durch den Kopf.
Im Vortrag hatte ich den Namen nicht deutlich verstanden. Nur chuck blieb hängen. Bilder von diesem „Chuck Endo“ gab es in dem Vortrag nicht.

Erst als ich das Teil nach langer erfolgloser Suche in diversen Katalogen in den Händen hielt wurde mir bewusst, daß es nichts weiter als ein Feilenhalter mit Einspannvorrichtung und Überwurfmutter ist …

Das ich dieses Ding zukünftig fast täglich benutzen werde, ahnte ich noch nicht. Dieses kleine unscheinbare Teil konnte einen zur Verzweiflung bringen und ebenso die unmöglichsten Dinge erreichen lassen. In meiner Praxis wird in schwierigen endodontischen Situationen ein Großteil der Musik mit dem Endochuck gespielt.

Das in verschiedenen Winkeln von 120 und 80/90 Grad gebogene Instrument gibt es von verschiedensten Herstellern für die jeweiligen Systeme. In meiner Praxis kommt der 120 Grad Ansatz zur Anwendung. Bei diesem kann man die Instrumentenspitze am optimalsten einsehen.

Der Endochuck sollte unbedingt hersteller- und systemabhängig benutzt werden, da es entweder keine Funktion und/oder im schlimmsten Fall zur Deformation des Gewindes am Ultraschall-Handstück kommt.

Im Zusammenspiel mit der Endosonore Feile Iso 25 von Dentsply wird der Endochuck beispielsweise zum Auspräparieren des Zementspaltes bei der Stiftentfernung verwendet.

Ein kleines Video dazu finden Sie hier.

Ten years after – auf ein Neues

von Hans – Willi Herrmann

Zum Ende des letzten Milleniums taten sich eine Reihe von mikroskopbegeisterten Zahnmedizinern zusammen und gründeten eine Studiengruppe für Mikroskopie in der Zahnheilkunde, mit dem Ziel, den Einsatz des Operationsmikroskopes in der Zahnmedizin bekannt zu machen. Eine nachhaltige Entwicklung, denn aus dieser Keimzelle renommierter Behandler bildete sich 2001 die DG Endo.

Das ist jetzt nicht einmal 10 Jahre her, aber scheint lange genug, um, genau wie Alvin Lee, in Vergessenheit geraten zu sein. Wie anders wäre nachfolgender Brief zu erklären, der mich kürzlich erreichte und  in dem auf  die Gründung einer  Deutschen Gesellschaft für mikroskopische  Zahnmedizin Bezug genommen wird.

Noch ist die DGmikro  mit 7 Mitgliedern sehr überschaubar.
Aber auch die DG Endo hat klein angefangen.  Allerdings – diese Anmerkung  sei mir (der 1997 seine ersten Gehversuche mit dem Operationsmikroskop machte, die „gute alte Zeit“ also noch miterlebt hat) gestattet,  gute Fortbildungen zum Dentalmikroskop gab es schon vor mehr als 10 Jahren.

Hier der Brief:

Sehr geehrter Dr. Herrmann,

ich lese schon seit einiger Zeit immer wieder sehr interessiert Ihren Blog. Viele der Artikel sind sehr aufschlussreich und helfen im täglichen Praxisalltag weiter. Wie auch Sie behandeln mein Partner und ich seit jetzt fast 3 Jahren mit dem Dentalmikroskop und haben nach anfänglichen Schritten in der Endodontie nun auch viele andere Bereich der Zahnheilkunde mikroskopisch erschlossen. Da wir auf dem Gebiet der mikroskopischen Behandlung nur sehr sporadisch gute Fortbildungen fanden bzw. sehr endo-lastige Fortbildungen ausgeschrieben wurden, entschieden wir Anfang 2009 einen Verein zu Gründen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat die Benutzung des Dentalmikroskopes in fast allen Bereichen der Zahnheilkunde zu forcieren. Mittlerweile sind wir selber erstaunt, welche Anwendungsmöglichkeiten das Mikroskop heutzutage bietet.

Mitte 2009 war es dann endlich soweit. Die Deutsche Gesellschaft für mikroskopische Zahnheilkunde e.V. erblickt in Köln am Rhein das Licht der Welt. Er hat zwar noch bis zum Start des Jahres 2010 gebraucht bis der Verein im WorldwideWeb vertreten war, nun aber sind wir startklar für unsere Aufgabe.

Als noch kleiner Verein sind wir im Moment noch in den Kinderschuhen und bemühen uns nun unablässlich darum, dass der Verein und somit auch das „Vereinsleben“ wächst. Dies bedeutet, dass wir im Moment noch auf einen kleine Anzahl von Mitgliedern schauen, die hungrig auf die ersten größeren Fortbildungen warten. Die ersten „Qualitätszirkel“-Treffen in Köln wurden schon durchgeführt. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn viele mikroskopisch interessierte Zahnärzte sich unserer Idee anschliessen würden, damit die DGmikro wächst und gedeiht.

Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn auch wir eine kleine Erwähnung in Ihrem Blog finden würden. Natürlich ist auch jeder Kollege herzlich bei der DGmikro willkommen.

Mit freundlichem Gruß,
Nikolas Ganß

Es geht voran – aber sehr langsam

von Hans – Willi Herrmann

Vorgestern, am Sonntag, habe ich mit Olaf Löffler telefoniert.
Es ging um die WURZELSPITZE – Arbeitskurse und um den gemeinsamen Aufbau und die Koordination der unterschiedlichen Kursabschnitte der einzelnen Kurse.

Resumee: Es kostet Alles viel mehr Zeit, als ursprünglich geplant.
Was nicht so schlimm ist, weil wir uns Ende letzten Jahres, beim Teamday 2009 entschlossen haben, entgegen der normalen Gepflogenheiten des ZM – Business  unsere Kurse nicht zu bewerben.

Im Klartext: Wir haben uns entschieden, für die Kurse nicht zu werben, sofern diese Werbung mit Abhängigkeiten verbunden ist oder auch nur der Anschein entstehen könnte, dass Abhängigkeiten vorhanden sein könnte.
Soll heißen, kein Sponsorship durch irgendwelche Firmen, sowohl in direkter als auch in indirekter Form.

Das bedeutet: Im Moment werden diese Kurse nur durch die Erwähnung in diesem Blog beworben.

Die Konsequenz daraus ist jedoch zwangsläufig, dass der potentielle Interessentenkreis sehr klein bleibt.
Zu klein vermutlich.
Das stört uns nicht. Immerhin sind wir alle bei WURZELSPITZE in der glücklichen Situation, diese Kurse nicht zum Lebensunterhalt zu benötigen. Im Gegenteil, wenn wir in unseren Praxen unserem Tagwerk nachgehen, dann ist dies mit Sicherheit (den Aufwand, der hinter den Kursen steht, eingerechnet) das unter ökonomischen Gesichtspunkten weitaus Sinnvollere. Und damit ist nicht einmal die Arbeit, die die Erstellung der Vorträge mit sich bringt, berücksichtigt.

Insofern sind wir ganz entspannt und ohne Eile. Kommt ein Kurs zustande, dann freuen wir uns, denn wir referieren nach wie vor aus Spass an der Freud. Allerdings ist nach über 15 Jahren Vortragstätigkeit die unbedingte Euphorie der frühen Jahren dem Gemütszustand gewichen, dies nicht um jeden Preis haben zu müssen.

Die Kurse werden also stattfinden, sofern sich genügend Leute finden.
Das wird mal schneller, mal langsamer der Fall sein, vielleicht auch gar nicht.

2nd Congress of the European Society for Microscope Dentistry

von Hans – Willi Herrmann

Zwei Termine für internationale Fortbildungen habe ich für 2010 fest vermerkt.

Das 9. Roots Summit in Barcelona vom 03. – 5.06.2010, auch wenn ich nur einen einzigen Tag teilnehmen kann.

Und die 2. internationale Tagung der europäischen Gesellschaft für mikroskopgestützte Zahnmedizin.
Diese findet vom 16. – 18. September 2010 in Vlinius/ Litauen statt.

Das Referentenaufgebot verspricht eine hochkarätige Fortbildung, die ich mir, wenn irgend möglich, nicht entgehen lassen möchte.

Zur Homepage der ESMD geht es hier.

Auflösung Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Zunächst muss ich vorausgehend feststellen. Es war ein gemeines Rätsel.
Die Behandlung des Zahnes hat mich sehr viel Aufmerksamkeit gekostet, so daß ich vergaß noch mehr Bilder in den Zwischenschritten aufzunehmen.
Aber so ist das oftmals im Leben. Hinterher erkennt man, was für einen Moment man gerade verpasst hat .

Dennoch war dieser Fall erwähnenswert. Es sah auf den ersten Blick nicht schwierig aus (Bild 03-001), ja es war ziemlich eindeutig. Zumal das mikroskopbewaffnete Auge und ein kleines bisschen Erfahrung auf meiner Seite waren. Trotzdem kamen mir nach einiger Zeit Bedenken, ob ich wirklich noch mehr Substanz entfernen sollte. Diese Informationen hatte ich vorenthalten. Nun zur Lösung:

Die Dentinstruktur und Färbung zeigte mehrere Hinweise. Nachforschungen im Bereich des roten Kreises zeigten alsbald, daß es sich hier um eine isthmenartige Reste der Kronenpulpa entlang der Entwicklungslinien handelte. Am deutlichsten erschien es mir die Struktur um den blauen Kreis zu verfolgen. Man konnte eingepresst Späne des Rosenbohrers erkennen. Diese konnten jedoch nur wenige Zehntel Millimeter verfolgt werden. Dann verschwanden die Spuren. Oftmals bebachte ich im Bereich der distalen Kanäle eine isthmenartige Struktur. Diese führt zu einem 8-förmigen Kanaleingang, welcher durchaus auch aus zwei, nach wenigen Millimetern konfluirenden, Kanälen bestehen kann. Mitunter sind ebenso kommaförmige distale Kanäle im mittleren Wurzelkanalbereich erkennbar. Durch eine Sekundär- und/oder Tertiärdentinbildung können diese Strukturen nicht mehr oder kaum erkennbar sein.

Der Bereich des gelben Kreises zeigte sich nach vorsichtigem Abtragen von ca. 4-5 mm des Dentins wieder eingepresste Späne in Form eines weisslichen Halbkreises. Mit den Muncebohreren gelang es nun zügig die nichtobliterierten Bereich des distalen Kanals zu erreichen. Diese wurden anschließend mit einer Profile 15.04 initial bis zum apikalen Drittel erschlossen.

Das Ergebniss der Umfrage:

  • Gelber Kreis  18 Prozent – richtige Antwort
  • Roter Kreis    33 Prozent
  • Blauer Kreis  50 Prozent

Weihnachtsrätsel

von Olaf Löffler

Weihnachten ist da, die ruhelose und hektische Vorweihnachtszeit wurde nicht von einer Gesundheitsreform begleitet. Nun sind einige Tage Zeit etwas Ruhe zu tanken und das Jahr Revue passieren zu lassen. Damit die Zahnmedizin nicht ganz aus dem Blickfeld gerät ein kleines Weihnachtsrätsel von Wurzelspitze.

An diesem oberen 17 gibt es mehrere Spuren um den koronal obliterierten Kanal 17 zu finden.
Im Bild 1.001 sehen Sie die Originalaufnahme. Im Bild 1.002 die markierten Kreise, welche möglicherweise den Kanaleingang darstellen.

Wo ist der distale Kanal an diesem 17 zu suchen?

Bild1 .001

Bild1 .001

Bild1 .002

Bild1 .002

Platzangst

von Jörg Schröder

… bekommt man recht schnell, wenn man zum Beispiel nach Öffnen der Motorhaube in den „Maschinenraum“ moderner Automobile schaut. Da möchte man kein Marder sein. Nirgendwo ein überflüssiger Zwischenraum. Alles vollgepackt mit Kabeln, Leitungen und Aggregaten.

Ähnliches hatte ich erwartet, als ich vor der Aufgabe stand , die Kabel meiner Dokumentationsgeräte (Fotokamera, Fokussiermonitor, Videorekorder) am bzw. im Gehäuse meines ProErgo zu verlegen. Doch weit gefehlt. Unter den Verkleidungen geht es platzmässig recht großzügig zu.

Insgesamt 7 verschiedene Kabel konnte ich mittlerweile weitgehend unsichtbar verlegen. Selbst ein sehr gut abgeschirmtes und somit dickes HDMI-Kabel verläuft jetzt im „Bauch“ meines Mikroskopes.

Die vorhandenen Kunstoffabdeckungen können mit jeder Laborfräse einfach modifiziert werden und ermöglichen so den Austritt der Versorgungskabel aus der Mikroskopverkleidung.

Sieht ordentlich aus und staubt nicht ein. Nur auf der letzten Strecke zur Videokamera am linken Strahlenteilerausgang müssen zwei Kabel offen verlegt werden.

Spiegelauflage selbstgemacht (2)

Spiegelbild

von Olaf Löffler


In Wiesbaden zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endodontie (DG Endo) hatte ich Gelegenheit,mich etwas länger mit Herrn von Schauenbrug von der Firma Roeder zu unterhalten.

Die Firma Roeder hat eine großes Sortiment erstklassiger Mundspiegel in ihrer Produktlinie parat.
Im gemeinsamen Gespräch haben wir Lösungsmöglichkeiten gesucht , um den Spiegel besser reproduzierbar am Gegenkiefer, Zahnreihe, Klammerbügel oder auch Kofferdammrahmen positionieren zu können. Dies ist hilfreich in der Fotodokumentation und besonders in der Videodokumentation.

Wichtig erschien dabei:

  • schnelle reproduzierbare Positionsfindung
  • individualisierbare Formung der Positionierungshilfe
  • mechanische Stabilität
  • unproblematische und einwandfreie Hygienefähigkeit

Das Interesse von Seiten der Firma Röder ist da, jedoch benötigt es noch mehr Input bis zur konkreten Ausführung. Für weitere Anregungen und Ideen bin ich dankbar. Bitte diese einfach in die Kommentare einfügen.

Erste Ideen waren auf der Spiegelrückseite eine kleine Kugel anzubringen, an welcher man mit Kunststoff oder Silicon einen „POSITIONIERER“ modellieren kann.
Am Spiegelschaft könnte solch eine kleine Retention ( Durchmesser ca.2-3mm ) auch zur besseren Positionierung dienen.

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt? (2)

von Oscar von Stetten

(eine Antwort auf diesen Blogbeitrag )

Sicher stellt ein Investitionsvolumen von 60k€ für ein Dentalmikroskop für viele eine Hürde dar. Wobei damit noch lange nicht Schluss ist. Folgeinvestitionen werden folgen. Das Armamentarium muss angepasst werden, evtl. ein Zimmerumbau usw. usw. Eine endlose Geschichte ;-)

Aber warum ist eigentlich immer das Gefühl da, dass es unbedingt das ProErgo sein muss?

Wohl weil viele Referenten mit dem ProErgo arbeiten. Dabei mag der falsche Eindruck entstehen, dass nur und nur das ProErgo den Erfolg ermöglicht. Dabei ist das Mikroskop nur ein Werkzeug. Mehr nicht. So banal es klingen mag. Ein Tool, vergleichbar einem Ultraschallansatz für die Endo.

Ich persönlich habe mit einem Leica-Gerät begonnen. Nach kurzer Zeit war ich nicht mehr zufrieden, weil es mir keinerlei modulare Erweiterungsmöglichkeiten bot.

Ein anderes Fabrikat wurde angeschafft. Aber auch dieses reichte mir nach einer gewissen Zeit nicht mehr.

Nun arbeite ich seit knapp 1,75 Jahren mit dem ProErgo. Fazit: das Kaps ist manchmal besser. In der Kons oder der Prothetik. Warum? Weil es mir mehr Mobilität bietet, nicht so sperrig ist, einfach mobiler. In manchen Bereichen, wie z.B. der Endodontie (die ja per se eine sehr statische Behandlungssituation ist), hat das ProErgo die Nase vorn. Aber alleine die Unterschiede der Geräte auf dem Markt zu beschrieben würde eine komplette Blogwoche füllen ohne den Anspruch, komplett zu sein. Darum geht es auch nicht.

Muss es nun immer das ProErgo sein? Meiner Meinung nach nicht. Arbeiten kann man sicher auch mit anderen Mikroskopen. Und auch sicher sehr gut arbeiten. Denn Erfolg ist immer eine Kombination aus Werkzeug und Werkzeugnutzer. Letztendlich ist es (fast) immer eine emotionale Entscheidung, was man sich kauft. In diesem Preissegment sicher noch viel mehr als bei anderen Dingen. Geht man alleine nach der optischen Güte, der Mechanik etc. wird man über kurz oder lang zwangsläufig beim ProErgo ankommen.

Und:  Wenn man diesen Luxus in der Behandlung länger hatte (ProErgo), gewöhnt man sich daran. Mir geht es immer so, wenn ich am Kaps arbeite. Ich suche immer die Funktionstasten. Und noch manche andere Sache dazu. Macht es das Kaps damit zu einem minderwertigeren Gerät? Ganz sicher nicht, denn es besitzt ebenfalls seine Vorzüge.

Wie beziffert man also die Bequemlichkeit während der Behandlung? Ist es mehr oder weniger wert? Ich meine: das ist eine rein persönliche Entscheidung.

Man sollte aber bedenken: wir reden von einem Gerät, welches mich ca. 6-7h als wichtiges Tool am Tag begleitet. Und das ist mir der Luxus in Form eines ProErgo für mein Wohlbefinden wert.

Träumereien

der sandmann ist davon Olaf Löffler

Die Bayern haben es jetzt schriftlich. Kofferdam gehört zur Endo. Oder besser, zumindest zur modernen endodontischen Behandlung mit privater Zuzahlung.

In Ihrer Anlage 1 zur Vereinbarung zur besonderen zahnärztlichen Versorgung bei der endodontischen Behandlung der BKK.

Der zu behandelnde Zahn soll vor der WB in denjenigen Fällen mittels Kofferdam isoliert werden, in denen nicht anderweitig verhindert werden kann, dass:

a.)   durch Speichelzutritt eine zusätzliche bakterielle Kontamination des Endodonts aus der Mundhöhle entstehen kann;
b.) ein Verschlucken oder die Aspiration von Wurzelbehandlungsinstrumenten vermieden wird
c.) die Mundhöhle nicht vor ausschließlich intrakanalikulär anzuwendenden Spüllösungen geschützt werden kann.

Der Kofferdam wurde 1864 von Barnum erstmals eingesetzt und gilt als Fluch und Segen in der Zahnmedizin. Fluch für den, der es weniger oft praktiziert oder gerade das Bohren erlernt und Segen für den, der es routiniert in der Behandlung einsetzt und es dabei als effektives Hilfsmittel schätzt. Insbesondere in der endodontischen Behandlung ist ein Kofferdam hilfreich und wie ich meine wichtig, auch aus den o.g. Gründen. Sicher verhindern kann man die angeführten Komplikationen damit nicht, wenn der Kofferdam nicht zusätzlich abgedichtet oder ein präendodontischer Aufbau adhäsiv inseriert wurde.

Weiterhin heißt es in der Anlage 2 zur Vereinbarung zur besonderen zahnärztlichen Versorgung bei der endodontischen Behandlung; Wurzebehandlung-/Füllung:

Zusätzliche Leistungen, wie beispielsweise elektrometrische Längenbestimmung, endodontische Behandlung unter dem OP-Mikroskop, hydrodynamische Spültechniken, sowie Kosten für die Anwendung besonders kostspieliger Einmalinstrumente und Materialien ( z.b. Nickel-Titan-Instrumente), können ebenfalls zusätzlich berechnet werden.

„Unter dem OP Mikroskop“ ist sicher eine unglückliche Formulierung. Ob mit den genannten Dingen die Qualität in breiter Front steigen wird, werden wir so schnell nicht erfahren. Ich möchte es bezweifeln.
Allein der Kauf eines Mikroskopes wird nicht die Qualität erhöhen.
Beim Lesen dieser Zeilen musste ich unwillkürlich an das Zitat von Prof. Kim: “ You can only treat, what you can see, you can only see, what you know…“ denken.

Es wird die Abrechenbarkeit von Nickel-Titan-Instrumenten erwähnt. Wie dies genau geschehen soll war für mich nicht erkennbar.

Fragwürdig für mich ist neben einigen Ungereimtheiten, wie Qualitätssteigerung auf Dauer unter einem Budget,  unter Degression und Wirtschaftlichkeitsprüfungen funktionieren soll. Und wieder drängt sich mir ein Vergleich auf. Walter Ulbricht prägte auf dem V. Parteitag der SED 1957 die Losung: „Überholen ohne einzuholen.“

Geklappt hat es wohl nicht ganz, oder sind wir noch immer dabei es zu tun ???

Apikale Aufhellung (19)

von Ronald Wecker

Das 1 Jahres Endorecall zeigt eine fast vollständige Ausheilung der apikalen Parodontitis nach WSR.

Der Patient stellte sich mit einer chronischen Fistelung über mehrere Monate in unserer Praxis vor. Pathologische Sondierungstiefen sind/waren nicht vorhanden. Der Zahn zeigte eine apikale Druckdolenz auf Palpation und war ansonsten frei von Perkussionsschmerzen.

Die WSR erfolgte ca. 2 Jahre vor unsere Therapie.

In der Leitlinie WSR ist eine röntgenologische oder andersartige Nachkontrolle nicht erwähnt. Unter ergänzende Maßnahmen sind Therapievarianten wie die Schrödersche Lüftung erwähnt.

Wie oft wird eine WSR in der Praxis im Recall nachuntersucht?

Ein weitere Fall ist ein unterer Molar, welcher eine Ausheilungstendenz zeigt. Das retrograde Wurzelfüllungsmaterial ließ sich nicht vollständig von orthograd entfernen. Trotzdem ist die apikale Läsion deutlich radiologisch verringert.
Die Beschwerden des Patienten sind nahezu verschwunden.

WSR.

Schutzhüllen – Update

von Oscar von Stetten

Nach dem ersten Blogeintrag schreib mich Kollege Christian Danzl aus Bad Reichenhall an und schickte mir den folgenden Link:

http://www.rimbacherlatex.de/med_prod.html#schutzhulle

Daraufhin bestellte ich ein Gros der grössten Schutzhüllen. Ein Gros sind 144 Stück für knapp 13€. Das sind knapp 9 Cent pro Stück. Noch günstiger als die Lösung des Kollegen Hans-Willi Herrmann. Für das ProErgo ist die Lösung leider nicht zu gebrauchen, die Schutzhüllen spannen zu sehr über die Wipptasten, so dass die Hülle bei Betätigung reisst.

Aber: sie passen perfekt über das neue Griffdesign eines Kaps-Mikroskopes. Diese Griffe sind denen des ProMagis/ProDent ähnlich, so dass es auch bei diesen Mikroskopen kein Problem geben dürfte.

Das es die Schutzhüllen in 3 verschiedenen Grössen gibt, werden wohl auch alle anderen Griffe der auf dem Markt verfügbaren Mikroskope mit diesen Hüllen zu versorgen sein. Eine insgesamt überzeugende Lösung, preislich bis her ungeschlagen. Vielleicht eine Überlegung wert.


 

 

Licht

 

von Oscar von Stetten

Auf der Industrieausstellung bei der DGEndo-Tagung fiel mir sofort auf dem Stand der Firma Jadent ein sehr heller Lichtspot auf. Dann habe ich auch noch auf dem Mikroskoparm die Aufschrift „LED inside“ (abb1) entdeckt.

Sehr spannend, wurde ich just am Tag vorher von einem Teilnehmer nach einer Beleuchtungsalternative zu Halogen, Xenon oder Metallhalide gefragt. Mein Wissensstand war, dass LED noch nicht so weit war. So kann man sich täuschen.

Das Licht ist sehr hell und das obwohl die nominellen Werte nicht so berauschend klingen. Aber dennoch, der Spot war blendend. Neugierig wie sich das Licht klinisch bewährt bat ich Jadent um eine Leihstellung. Diese erfolgte am Dienstag, leider wurde das Mikroskop am Donnerstag wieder abgeholt. Damit bleib mir nicht genug Zeit, Fotos mit dem Mikroskop zu schießen um über die Belichtungszeit eine halbwegs vernünftige Einschätzung zu erhalten. Aber das wird sicher nachgeholt werden.

Was ich aber sagen kann (nach 7 Behandlungen mit diesem Mikroskop): exzellent. Das Licht ist hell genug bis zur 16x Vergrösserung, um damit noch ordentlich arbeiten zu können. Erstaunlich. Das Beste: keine Lüftergeräusche, keine Hitzeentwicklung, alles im Standard-Lichtkasten des Kaps montiert.  Meine Hand hielt ich etwa 2 min. über dem Lichtaustritt und hatte keine Verbrennungen 3. Grades.

Beim Xenon würde ich mich das nicht trauen ;-)

Flugs den Leuchtkasten aufgeschraubt und mal nach der LED-Zelle geschaut. Verblüffend. Verblüffend klein. Sehr klein sogar für die Lichtmenge und den guten Eindruck. Kein Vergleich mit den Zusatzgeräten für Xenon. (abb 2,3)

Von oben fotografiert sieht man die Zelle mit einer Sammellinse.  Offensichtlich reicht die Linse aus, um das Licht gut und gleichmässig in den Lichtleiter zu schicken. Dieser ist auch nicht mehr den Hochtemperaturen wie beim Xenonlicht ausgesetzt, was der Langlebigkeit sicher zugute kommt. (abb4)

Man bemerkt sofort, der Durchmesser ist kleiner als bisher. Was Luft nach oben lässt.  (abb5)

Vorläufiges Fazit:

Die LED-Beleuchtung hat mich begeistert. Es hat viele Vorteile, wie z.B. eine lange Lebensdauer, keine Hitzeentwicklung, keine lauten Lüftergeräusche. Das Spektrum des Lichtes ist angenehmer, tageslichtähnlicher als Xenon, was aber in der Natur der Sache liegt.

Weiterer Vorteil: gute Integration im Gerät. Kein zusätzlicher Leuchtkasten, kein zusätzlicher Stromanschluss mehr, keine Fernbedienung o.ä.

Die momentan verfügbare Lösung zeigt, dass es prinzipiell geht und dass diese Art des Lichts auch einsetzbar ist. Wenn man das Kaps mit einem Mitbwerber von der Beleuchtungseite vergleicht, fällt auch die verschiedene Farbtemperatur auf.

 

Aber Vorsicht: Es geht dabei ausschliesslich um die Farbtemperatur, um nichts anderes. Ein weiterführender Vergleich zwischen diesen zwei Geräten scheidet aus mehreren Gründen aus. Definitiv. Ein ungleicher Vergleich, so in etwa zwischen einem Passat und einem Bentley.

Würde ich es mir kaufen? Um eine definitive Empfehlung auszusprechen habe ich nicht lange genug mit dem Gerät gearbeitet. Aber das erste Gefühl ist gut. Und meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

 

Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Seiler

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)

 

Bewegte Bilder (4)

Von Jörg Schröder

In den vergangenen Wochen wurde an dieser Stelle bereits über erste Erfahrungen in der Videodokumentation mit  FullHD-Camcordern berichtet.

Trotz aller Freude über die schönen Videosequenzen muss ich aber feststellen, dass der benötigte Bearbeitungsaufwand angefangen vom Herunterladen in FullHD-Qualität bis zum fertigen Videoclip trotz der guten Software iMovie09 erheblich ist.

Nutzt man die zur Verfügung stehenden Tools auch nur ansatzweise aus (Bildausschnitt so platzieren, dass die Übergänge ruckelfrei erscheinen, Bearbeiten der Tonspur, Anlegen von Hintergrundmusik, das Herausfiltern der aussagekräftigsten Videosequenzen) dann ist für einen Clip von ca. 4 Minuten Länge mit einer Gesamtbearbeitungsdauer von mindestens 90 – 120 Minuten zu rechnen.

Daher wird in meinen Augen die Fotodokumentation weiterhin ihre Berechtigung haben. Das Einbinden der klinischen Bilder in die Überweiserschreiben oder eine zeitnahe Nachbesprechung der erfolgten Behandlung mit dem Patienten ist problemloser in den Praxisablauf zu integrieren.

Für die zahnärtzliche Fortbildung eröffnet sich jedoch mit dem Medium FullHD-Video eine große neue Welt.

Anstatt ein klinisches Bild wortreich zu erläutern (wie z.B. das Einbringen von MTA auf der Pluggerspitze, das Verdichten mittel steriler Papierspitzen) vermittelt ein Video die zu transportierende Botschaft besser und eleganter. Zudem besteht die Möglichkeit für den Referenten bei vorhandener Internetanbindung auf einen großen Pool von Videos zuzugreifen, ohne dass dafür nennenswerter Speicherplatz benötigt wird. YouTube und ähnliche Plattformen machen es möglich.

Ich bin überzeugt davon, dass dies erst die Spitze des Eisbergs ist, die wir sehen und das Videodokumentation in einigen Jahren einen festen Platz in vielen Praxen haben wird.

Weissabgleich am Dentalmikroskop – Das Outing.

von Hans – Willi Herrmann

Ich oute mich jetzt.

Seit fast  12 Jahren arbeite ich jetzt mit dem Dentalmikroskop.

Und ich habe noch nie einen Weissabgleich vorgenommen.

So. Jetzt ist es raus. Nicht das ich es hätte nicht tun können.

Nein, ich wollte nicht.
Ganz ehrlich, ich sehe wenig Sinn drin in einem solchen Weissabgleich am OPM, auch wenn ich grundsätzlich nichts dagegen habe, Taschentücher unter Mikroskope zu halten. Ist ne gute Sache. Ehrlich. Gibt ein gutes Gefühl.

Jedoch, die Frage sei erlaubt. Warum mache ich einen Weissabgleich ?
Und mindestens genauso wichtig, was mache ich bei einem Weissabgleich in der Dentalfotografie ?

Ketzerische Antwort: ich mache einen Weissabgleich, weil oder sagen wir besser damit ich ein Fotoprofi bin. Oder so ausschaue.  Alle Dentalfotoprofis machen Weissabgleich. Da muss es doch richtig sein. Oder ? Und deshalb macht man es dann auch.

Sie merken, für mich ist das ein wenig ein Reizthema. Warum ? Weil, wenn man die Sache zu Ende denkt, es ein typischer Fall von Guru- Gehabe ist. Viel Lärm um wenig. Weil, um ein wirklich brauchbares Ergebnis zu bekommen, muss ich noch einen weiteren Schritt tun, und wenn ich diesen Schritt tue, dann kann ich mir Schritt 1 sparen.

Ich will versuchen, es zu erklären, aber dazu muss ich weiter ausholen.

Zu Beginn der Fotografie hatte der Fotograf neben der Kamera als Werkzeug keinerlei Hilfsmittel, die ihm eine adäquate Bilderzeugung erleichterten. Entfernung und Belichtung musste er nach eigener Erfahrung und Gutdünken je nach Situation und Sujet einstellen.
Was in Merksätzen wie „Sonne lacht, nimm Blende 8“ seinen Widerhall gefunden hat.

Heute sind in die Kamera integrierte oder externe Belichtungsmesser vorhanden, um die richtige Belichtung zu finden.
Das klappt in den meisten Fällen sehr gut, aber jeder, der schon mal Bilder im Schnee gemacht hat, weiss, dass es Ausnahmesituationen gibt.  Der weisse Hase im Schnee, die schwarze Katze im Kohlenkeller, mal wird das Bild deutlich unter, mal deutlich überbelichtet wiedergegeben.
Warum ? Weil der Belichtungsmesser von einer durchschnittlichen Hell/Dunkelverteilung ausgeht, die fotografiert wird. Der Belichtungsmesser wurde also auf eine bestimmte Standardsituation geeicht. Und immer, wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es suboptimale Ergebnisse. Will man diese vermeiden, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist es in solchen Fällen, eine Spotmessung (idealerweise auf eine 18% Standard Graukarte) durchzuführen. Bei der Spotmessung visiert man ein bildwichtiges Detail an, stellt die Kamera manuell danach ein bzw. speichert den Messwert bei Automatik-Kameras zwischen, richtet danach die Kamera auf den gewünschten Ausschnitt aus und drückt dann ab. Dieses Verfahren hört sich kompliziert an, ist es nach einiger Gewöhnung aber nicht. Die Spotmessung bietet so bei geringem Mehraufwand und mit etwas Erfahrung eine wesentlich bessere Kontrolle über das Belichtungsergebnis.

Mit der digitalen Fotografie ist noch eine zusätzliche Varianz hinzugekommen.
Bei der analogen Fotografie ist durch die Wahl des Speichermediums Film das Farbergebnis in einem genau definierten Rahmen festgelegt. Auch wenn es unter den verschiedenen Filmmarken teils beachtliche Farbunterschiede gibt und auch die Art der Filmbearbeitung einen großen Einfluss auf das Endergebnis Bild und Dia hat, so kann man doch davon ausgehen, dass bei standardisierter Filmbearbeitung und gleichem Film im Wiederholungsfall mit konstanten Ergebnissen gerechnet werden kann, was die Farbcharakteristik des Bildes angeht.

Dies ist in der digitalen Fotografie in viel viel größerem Rahmen variabel.
Das bietet gerade uns in der Dentalfotografie neue Möglichkeiten, stellt uns aber auch vor neue Probleme.

Jetzt nämlich müssen wir der Kamera nicht nur sagen, was ein „durchschnittliches“ Grau ist, um richtig zubelichten, sondern auch noch, was eigentlich weiss ist, damit die Farben des Bildes korrekt wiedergegeben werden. Die Kamera braucht also gewissermaßen eine Farb – Referenz, an der sie sich ausrichten kann.

Anbei zwei Bilder, geschossen mit einer Profikamera, im Abstand von Zehntelsekunden. Das gleiche Motiv, die gleiche Belichtungsituation, aber zwei vollkommen unterschiedliche Farbstimmungen.

Weissabgleich-2Weissabgleich

Wohlgemerkt, dies kann passieren unabhängig davon, ob ein Weissabgleich gemacht wurde oder nicht.

Fakt ist, der Weissabgleich führt zu einer Änderung der Farbtemperatur, die Aufnahme betreffend. Tageslichtaufnahmen liegen bei 5500 Kelvin, Kunstlicht bei 3400 Kelvin. Arbeite ich unter dem Dentalmikroskop oder mache Fotos im Schein der Halogenlampe meines Behandlungsstuhls, so kann ich mittels Weissabgleich den „Farbstich“ der Lichtquelle kompensieren.

Soweit so gut. Hier hilft ein Weissabgleich mit Taschentuch durch das Dentalmikroskop.

Aber reicht das ? Reicht uns das ? Klare Antwort: Nein, es reicht nicht.

Denn unsere Kamera weiss immer noch nicht, was genau in unserem Bild jetzt nun wirklich „weiss“ ist. Wir können es der Kamera auch nicht sagen, dazu müsste es eine Farb – Spotmessung mit einer Weisskarte geben, die im Bild platziert wird.

Und damit sind wir bei des Pudels Kern, sofern es den ein weißer Pudel wäre.

Mit einem Weissabgleich ala „Taschentuch vor die Linse gehalten“ (der Trick ist ja nicht neu und nicht auf Mikroskope beschränkt) schaltet man zwar idealerweise den Farbstich der Lichtquelle aus, hat aber noch lange keine Gewähr, dass die Farbwiedergabe des jeweiligen Sujets der Realität entspricht.

Und dies gilt umso mehr, je weniger alltäglich die fotografierte Situation ist (und machen wir uns nichts vor, großformatig fotografierte Prämolaren oder kofferdamumrahmte Trepanationseingänge sind weit vom fotografischen Mainstream entfernt.)

Die Lösung ist einfach. Sie lautet: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zum Propheten.

Wir nehmen Adobe Lightroom, nutzen die Weissabgleich -Funktion der Pipette (siehe Blogbeitrag von Oscar von Stetten) und richten diese auf einen weißen Gegenstand, den wir in unserem Bild platziert haben.

Zu Beginn habe ich weisse Silikonstopps auf die Zähne aufgebracht (die alten Hasen bei ENDO2 wissen es vielleicht noch), aber schnell festgestellt, dass eine weiße Watterolle es noch einfacher und besser tut (siehe auch Kommentar von Andreas Habash zum Blogbeitrag von gestern).

Watterolle einlegen, Foto machen, Watterolle raus, und jetzt kann man soviele Fotos machen wie man will, all diese Fotos können dann im Computer innerhalb von Sekundenbruchteilen angepasst werden über die Synchronisierungsfunktion.

Naja, aber schaden kann ein Weissabgleich mit dem Taschentuch doch nicht, oder ?

Nein, schaden tut es nicht. Insofern – wer es tun möchte, der soll es tun.

Hier noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

Weissabgleich mit SilikonstopperWeissabgleich WatterolleWeissabgleich Watterolle-2Weissabgleich Watterolle 3

Und hier noch 3 Bilder mit Oraseal. Da ich das eigentlich immer bei der Endo verwende, habe ich immer meine Weiss – Referenz mit im Bild. Bild 1 ist das Original, Bild 3, die Korrektur mittels Oraseal und Lightroom – Pipette, die im Übrigen in allen möglichen und unmöglichen Situationen, wie auch Oscar von Stetten gestern schon schrieb, sensationell funktioniert.

Ja und Bild 2, das ist mein Weissabgleich. Vollautomatisch. Den habe ich nämlich als Vorgabe in Lightroom hinterlegt und beim Import oder auf Knopfdruck wandelt das Programm das Halogenlicht des Dentalmikroskops in Tageslicht um. Nur für den Fall, dass ich mal vergesse, eine Watterolle einzulegen. Die Kamera macht nämlich auch nichts anderes als eine Farbtemperaturverschiebung und so ist es egal, ob es am Mikroskop oder im  Computer geschieht.

Aber ich gebe zu, am Mikroskop ist es beeindruckender.

Weissabgleich der Kamera

von Oscar von Stetten

 

Der Vorschlag des Kollegen Habash zum einfachen Weissabgleich der Kamera beim Fotografieren am Dentalmikroskop hat mich begeistert. So einfach, keine Graukarte o.ä., ein einfaches Taschentuch.

Aber: spielt die Farbe des Kofferdams vielleicht auch eine Rolle?

Flugs eine Sammelaktion gestartet und ein paar Testbilder geschossen. Offensichtlich spielt die Farbe des Kofferdams auch eine Rolle. Alle Bilder sind in Lightroom mit dem Automatischen Farbton korrigiert worden, mehr wurde nicht durchgeführt. Normalerweise ist diese Funktion bei Lightroom sehr gut. Aber in diesem Fall wird die Funktion durch die Farben der Umgebung massiv gestört. Was hilft also in solchen Fällen?

Die Pipette. Mit der Pipette kann man sich einen Bereich im Bild aussuchen, der am weissesten ist. Damit kann man die Tonwertkorrektur manuell und vorhersagbar durchführen. Es wird das „weiss“ in dem individuellen Bild bestimmt und die anderen Tonwerte daran kalibiriert. In schwierigen Fällen hilft diese Methode enorm, einen halbwegs vernünftigen Farbeindruck zu erhalten. Wenn der Bildschirm denn kalibriert ist…. aber das ist ein ganz anderes Thema.

Wieviele Kanäle…

von Olaf Löffler

Diese Woche hatte ich die Ehre eine Wurzelkanalbehandlung an einem oberen ersten Molaren durchführen zu dürfen. Der Patient war einer meiner Überweiserkollegen.
Neben der Länge der schmerzfreien Behandlung war für den Kollegen am beeindruckensten, daß dieser obere Molare 4 Kanäle hat.

Für mich war das nicht ungewöhnlich. In meinen endodontischen Behandlungen gab es seit Einsatz des Mikroskopes 2 obere Sechsjahresmolare, in welchen ich nur einen mesiobukkalen Kanal gefunden habe.
Vorher gab konnte ich nur im absoluten Einzelfall mal einen mesiobukkalen zweiten Kanal erkennen. Nun interessierte mich, wann wurde erstmals das Vorkommen von mehr als 3 Kanälen beschrieben. Dabei konnte ich in Schuhmachers Anatomie der Zähne lesen, daß der obere erste Molar dreikanalig ist. Witzigerweise waren darüber Bilder von einem 4 kanaligen 6ern, darunter stand ( nach O.Keller 1928) . In Pubmed kam ich dann zu weiteren Ergebnissen.

In der oft zitierten Studie von Hess * 1917 ist zu lesen, daß Preiswerk 1908 und Fischer 1907 bereits eine Differenzierung des mesiobukkalen Kanals vornamen. 1913 beschrieb Hans Moral** den mesiobukkalen zweiten Kanal und die verschiedensten anatomischen Kanaleingänge.
1969 hat Weine***, die bis heute aktuelle Klassifizierung vorgenommen.
Typ I:    ein Kanal, ein Foramen
Typ II: zwei Kanäle, die sich vor dem Apex vereinigen und ein gemeinsames Foramen haben
Typ III:  zwei Kanäle, zwei getrennte Foramina
Typ IV: ein Kanal, der sich vor dem Apex in zwei Kanäle verzweigt (1984)

Vertucci**** hat noch weitere Formen hinzugefügt und Kulid und Peters***** haben 1990 die apikalen Verläufe in ihre Klassifikation mit einbezogen.

Weineklassifikation

Nun noch die Behandlunsgdokumentation dieses Eingangs beschriebenen Falls. Dabei handelt es sich um eine Weineklassifikation Typ II und nach Kulid und Peters um den Typ 2C, welcher in dieser Studie mit einer Häufigkeit von 2,4% innerhalb der Klasse 2 angegeben wird. Die Klasse 2 wird mit einer Häufigkeit von 49,4% beschrieben.

16.001-001

* Hess, W., Zur Anatomie der Wurzelkanäle des menschlichen Gebisses mit Berücksichtigung der feineren Verzweigung. Schweizerische Vierteljahresschrift für Zahnheilkunde, 1917; 27; 1-53
** Moral, H., Über das Vorkommen eines vierten Kanales im oberen Molaren.  Österr.-Ung. V.f.Z. 1915 H.3
*** Weine FS, Healey HJ, Gerstein H, Evanson L., Canal configuration in the mesiobuccal root of the maxillary first molar and its endodontic significance, Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1969 Sep;28(3):419-25
**** Vertucci FJ.,Root canal anatomy of the human permanent teeth.
Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1984 Nov;58(5):589-99
***** Kulild J C, Peters D D., Incidence and Configuration of Canal Systems in the Mesiobuccal Root of Maxillary First and Second Molars.,Journal of Endodontics July 1990 (Vol. 16, Issue 7, Pages 311-17

Bewegte Bilder (3)

von Christoph Kaaden

Dank des Adapters von Jörg Schröder bin ich seit sehr kurzem auch in der Lage meine ersten Erfahrungen mit einer HD Kamera am Mikroskop zu machen…

Obwohl noch (viel) Luft nach oben ist, bin ich mit den ersten „Gehversuchen“ zufrieden. Insbesondere, weil ich eigentlich ein echter Foto-„Dummy“ bin.

Bei der von mir verwendeten Kamera handelt es sich um eine Canon Legria HF 20, die mir für erste Tests freundlicherweise von meinem Kollegen Christian Diegritz ausgeliehen wurde. Als Vorteilhaft erweist es sich, dass diese ohne einen weiteren Zwischenring auf den Adapter geschraubt werden kann und so bei vollen Zoom (bis 15x möglich) keine Vignettierung auftritt. Ferner imponiert mit die Tiefenschärfe, die mit diesem Gerät erreichbar ist.

Aus  Zeitgründen habe ich die Aufnahmen bisher nur  im Autofokus-Modus erstellt, was einige Probleme mit sich bringt. In nächster Zeit gilt es daher für mich Erfahrungen mit der manuellen Fokus-Einstellung zu sammeln. Selbiges gilt für die Foto-Funktion der Canon.

Insgesamt steht mein Fazit aber schon fest. Innerhalb der nächsten Wochen werde ich mir eine HD Kamera anschaffen und in den Praxisalltag integrieren. Die Investitionsumfang ist überschaubar, der Nutzen hingegen gewaltig.

Zu sehen ist das erste Video übrigens hier.


Bewegte Bilder (2)

von Jörg Schröder

Aller Anfang ist schwer. Weiss man, vergisst man aber auch gerne immer wieder.

So ging es mir bei der „Einführung“ der Videodokumentation meiner endodontischen Behandlungen in den täglichen Praxisablauf. Ungewohnte Bedienungsabläufe, neue Kamera und ein nicht zu unterschätzender Archivierungsaufwand. Diese Stressfaktoren führen anfangs dazu, dass die noch nicht verinnerlichten Abläufe einfach ausgelassen werden und „nur“ fotografiert wird. Es gilt einmal mehr den inneren Schweinehund zu überwinden.

Doch auch hier wird Hartnäckigkeit belohnt. Bereits die ersten Versuche zeigen, dass mit wenigen simplen Massnahmen ein deutlich verbessertes Endprodukt entsteht: Der Ausschnitt ist besser zentriert, der Spiegel wird ruhiger gehalten, das Bild ist besser fokussiert. Und durch entsprechendes Arrangieren der einzelnen Filmsequenzen , hier in iMovie 09, nimmt sowohl der Informationsgehalt als auch die Betrachtungsqualität zu.

Zu sehen auf YouTube. Zahn 27 mit ungewöhnlicher Anatomie (2-in 1-in 4)  und einem Instrumentenfragment.

Bewegte Bilder

von Jörg Schröder

Schon seit längerer Zeit habe ich mir gewünscht,  bewegte Bilder aus dem Wurzelkanal aufzunehmen. Zum einen um Behandlungsabläufe besser erläutern zu können, zum anderen um den Workflow bei der Bilddokumentation zu vereinfachen. Denn das Erstellen guter Photos ist in unserer Praxis mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden: Entfernen des Spritzschutzes vom Mikroskopobjektiv, Austauschen der Spiegel (Carr-Spiegel statt oberflächenverspiegelte Rhodium-Spiegel) erneutes Fokussieren, Erhöhen der Xenon-Lampenleistung und Fernauslösung durch die Mitarbeiterin.

Wäre es nicht schön, wenn die Kamera, die das Livebild auf dem Mitbeobachterbildschirm erzeugt gleichzeitig auch die Dokumentation bewältigen kann? Und das in Full-HD. Und für relativ kleines Geld zu haben. Die in meinem Pro-Ergo eingebaute 1CCD Videokamera hat keine ausreichende Bild-Qualität und das Geld für eine 3CCD Kamera möchte ich nicht ausgeben. Im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens entdeckte ich beim Rumstöbern einen Full-HD-Camcorder der während der Aufnahme auch ein Livebild auswerfen kann.

Auf der letzten SSE- Tagung in Basel erzählte ich Oscar von Stetten von dieser Idee. „So eine Kamera gibt’s noch nicht“ . Da ich nicht locker liess und Oscar noch Geschenke für seinen Sohn brauchte, betraten wir das nächste MANOR-Kaufhaus. 30 Minuten und eine Livevorführung später  war ich Besitzer einer Sony HDR SR 10E.

Erste Versuche an Oscar’s ProErgo und das Experimentieren mit verschiedenen Adaptern führten zu einer recht simplen Lösung: das Anflanschen der Kamera direkt an den Strahlenteiler. Den Rest erledigte mein Vater: er zeichnete meinen Wunschadapter und liess ihn in einer auf Kleinserien spezialisierten CAD-CAM-Firma herstellen.

Adapter mit montiertem Camcorder

Vor 2 Wochen dann der erste Einsatz,  der recht viel versprechende  Ergebnisse brachte. An einigen Details muss noch gefeilt werden. Das Schneiden des Films und das Hinzufügen von Musik war fast das größte Vergnügen. Mit iMovie 09 dauerte es gute 30 Minuten und der Film war fertig.

Einziger Wermutstropfen: beim Hochladen auf YouTube gab es offenbar urheberrechtliche Probleme mit den von mir gewählten Musiktiteln. Zu sehen auf YouTube.

Fiat lux

von Christian Danzl

In meinem Kaps Dental-Mikroskop arbeiten seit Jahren 150W-Halogenbirnen. Eine nach der anderen. Die eine hält länger die andere weniger lang. Es reicht zum Arbeiten, zum Fotografieren so einigermassen mit der Canon Power Shot G2. Das war alles ausreichend
(das live-Bild der Canon war allerdings nicht ausreichend. 320 x 240 Pixel auf einem 23″-LCD-Fernseher mit PAL-Auflösung macht keinen Spass – aber es war besser als nichts). Und die Alternativen waren teuer, nicht viel besser und/oder nicht mehr im Handel. Ich war im großen und ganzen (mehr oder weniger) zufrieden.

Bis der Stuttgarter Zahnarzt Oscar von Stetten mir anbot, sein Xenon Licht und die Video-Kamera zu testen, weil er es momentan nicht im Gebrauch hat. Ein paar Tage später kam ein Paket mit der Post. Darin waren ein Kaps Xenon samt Lichtleiter und die Videokamera von Kaps. Die Kamera mit ein paar Handgriffen eingebaut – dank des modularen Konzepts von Kaps; Die 180W Xenon-Beleuchtung wurde auf die Wandhalterung gestellt und der Lichtleiter angeschlossen.

Erster Eindruck:

LICHT!

Mit allen Vor- und Nachteilen.

Vorteile:

  • Licht. Bis zum Apex, wenn der  Wurzelkanalverlauf es zu lässt. Man hat das Foramen mit 150W Halogen auch gesehen, aber deutlich schlechter und man musste sich sehr anstrengen
  • Farbtemperatur ist dem Tageslicht ähnlicher
  • Verschlusszeiten beim Fotografieren sind verwacklungsunfreundlicher und man kann abblenden um die Schärfentiefe zu erhöhen

Nachteile:

  • Licht. Das Licht ist sehr hell. Zu hell, wenn die Helferin in das OP-Gebiet schauen muss.
    Ein Mitbetrachter-Tubus oder ein Mitbetrachter-Monitor ist unumgänglich.
  • Licht. Auch das längere Arbeiten unter dem starken Licht macht sich bei mir bemerkbar. Besonders, wenn die Umgebungsbeleuchtung nicht angepasst ist.
  • Licht. Zum Thema UV-Belastung beim Behandler und die Folgen habe ich noch nichts finden können. Aber ich bin nicht scharf darauf, mit einem Katarakt in Rente zu gehen, aber mit der Gewissheit etliche Apices besser gesehen zu haben.
  • Licht. Die Patienten sind nicht begeistert, wenn ihnen mal durch Zufall das Xenon-Licht in die Augen gespiegelt wird. Wir habe dieses gelöst durch eine dunkle Schutzbrille für Patienten.
  • Wenn eine Xenon-Lampe kaputt geht, dann tut sie das meistens mit einem riesigen Knall und vielen Scherben – habe ich mir sagen lassen. Bis jetzt funktioniert noch alles.

Fazit:

Schon nach ein paar Tagen war klar: Der Umstieg auf Xenon wird bei meinem Kaps unumgänglich werden…

Saving hopeless teeth VIII – Lentulo & WSR

von Bonald Decker

diesen Fall „verdanke“ ich einem Oral-Chirurgen, mit dem unsere Praxis in anderen Belangen regelmässig zusammenarbeitet.

Dieser Kollege sah keine Indikation für die ihm von einem anderen Zahnarzt „angewiesene“  WSR an Zahn 27. Aus diesem Grund riet er dem Patienten an, weitere Meinungen hinsichtlich anderer Therapieoptionen bei qualifizierten Kollegen einzuholen.

Bis zur  Erstvorstellung in unserer Praxis war sich der Patient zu keinem Zeitpunkt über die (gravierenden) Befunde seines Zahnes (und der benachbarten Strukturen) bewusst, war jedoch Willens, auf unseren Therapievorschlag einer nicht-chirurgischen Revisionsbehandlung des Zahnes 27 einzugehen.

Das hier gezeigte Endergebnis konnte in zwei Terminen erreicht werden und  lässt auf eine gute Langzeitprognose des Zahnes hoffen.

 

Saving hopless teeth.001Saving hopless teeth.002

 

PS: Die Krone an Zahn 26 ist laut des Patienten brandneu        :-/

Aktenzeichen XY gelöst

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nicht Ruhenwalde, Ruhethal heißt der Ort, von dem ich gestern geschrieben habe.
Ein ortskundiger Kollege und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE  hat mich informiert und er schreibt:
„Der gesuchte Ort heißt Ruhethal (Gemeinde Guttau) und liegt in einer Gegend, wo Wölfe wieder heimisch geworden sind.
Dort, in Ostsachsen ist allgemein eher eine Kombination von hoher Zahnarztdichte, schwindender Bevölkerung und unterdurchschnittlicher Kaufkraft zu verzeichnen.
OP-Mikroskope gehören also keineswegs zum Standard.“

Das ist aber auch bei uns in Bad Kreuznach nicht anders.
1998 begann der erste Kollege, mit eigenem Dentalmikroskop zu behandeln.

Heute,  bald 12 Jahre später, scheint er immer noch der  einzige zu sein, zumindest ist  bisher nicht bekannt geworden, dass noch weitere Dentalmikroskope in Verwendung wären.

Wo bitte liegt Ruhenwalde ?

von Hans – Willi Herrmann


 

Ruhenwalde.


Noch nie vorher gehört ?

Ich bis heute auch nicht.

Und wenn ich mich nicht verhört habe, und der Ort heißt wirklich so, dann findet nicht einmal Google auch nur einen einzigen Eintrag im World Wide Web zu diesem Thema

Vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, denn der Ort in der Nähe von Bautzen zählt nur 14 Einwohner.

Nicht unbedingt der Standort, an dem man eine Zahnarztpraxis vermuten würde.

Und schon recht nicht einen Kollegen, der mit einem Dentalmikroskop arbeitet.

 

Aber genau so ist es.

Und nicht einmal irgendein Dentalmikroskop steht dort, nein,  um ein Zeiss Pro Ergo handelt es sich.

Ein Pro Ergo in der Eremitage.
Wir reden von 50. 000 Euro, Leute.

 

Frei nach Ol Blue Eyes, Frank Sinatra oder nach Liza Minelli. „If you can make  it there, you can make it everywhere“.

 

Gibt es ein schöneres Indiz dafür, dass das Dentalmikroskop in der Zahnmedizin angekommen ist ?

Wohl kaum.

 

Mit dem Routenplaner habe ich den Ort im Übrigen auch nicht gefunden.

 

Hat mich der Kollege veräppelt ???



OK Molar mit 10 Kanälen

Von Ronald Wecker

Schmerzpatient von dieser Woche.

Im Notdienst (Praxis in einer großen deutschen Stadt) wurde der Zahn 16 trepaniert.
Eigentlich sollte der Zahnnerv abgestorben sein. Trotzdem blutete es massiv nach Trepanation.
Immerhin konnten  3 Kanäle „gefunden“ werden.

Wieder zu Hause Vorstellung beim Hauszahnarzt.
Hier erneute Trepanation und die Vermutung dass etwas nicht stimmt. Überweisung wegen Verdacht auf das Vorliegen einer Perforation.
So kam der Patient zu uns.

Die mitgeschickten Röntgenbilder sprechen eine deutliche  Sprache:

Im Vergleich zum Bild von 2008 liegt eine völlige Zerstörung des Pulpakammerbodens vor, das alio loco eingebrachte Messinstrument zeigt eine nicht mittenzentrierte Lage.

Präoperatives Rö-Bild

Rö-Bild alio loco 2008

Messaufnahme alio loco 2009

Nach entsprechender Aufklärung, Erläuterung des Heil-und Kostenplans wurde durch Umorganisieren noch am gleichen Tag ein Behandlungstermin ermöglicht.

Das ganze Ausmass der Perforation zeigt sich nach der Entfernung der provisorischen Verschlussfüllung .
Der Pulpakammerboden fehlt vollkommen, alle Kanaleingänge weisen Überhänge des Pulpakammerdachs auf. Instrumentiert scheint lediglich der palatinale Kanal zu sein.

Zugangskavität und Ledermixeinlage

Perforation des Pukpkammerbodens

Der Knochen im Bereich der Perforation säuberlich an 5 Stellen perforiert. Zum Teil ISO Durchmesser 50, wie die später zur Schaffung eines kollagenen Widerlagers verwendeten Plugger zeigen.

Versäuberte Perforationsränder

Kollagen vor dem Einbringen

Nach Reinigung der Perforationsränder, großvolumiger CHX-Spülung und Entfernung der in den periapikalen Knochen eingepressten Reste der medikamentösen Einlage wurden die Perforationen im Knochen mit Kollagen verschlossen, um eine Extrusion des MTA zu verhindern.

Kollagenes Widerlager eingebracht

Perforationsverschluss mit MTAEs erfolgte die Abdeckung der Perforation mit MTA.

Ein Folgetermin wurde ebenfalls kurzfristig vereinbart.

Der Anruf am nächsten Tag beim Patienten ergab eine völlige Beschwerdefreiheit des behandelten Zahns. „Vielen Dank für die hervorragende  Behandlung“.

Soweit, so gut.

Dann die Mitteilung des Patienten, er wünsche die weitere Wurzelkanalbehandlung von seinem Hauszahnarzt durchführen zu lassen.
Die Überweisung habe nur die  Perforationsdeckung zum Ziel gehabt.
Und ob ich versichern könne, dass  es  nun gefahrlos möglich sei, mit der Wurzelkanalbehandlung weiterzumachen.
Und ob es nicht die Möglichkeit gäbe, daß ich in der geplanten Sitzung den 4. Kanal gerade soweit darzustelle, dass dann der Hauszahnarzt die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchführen könne.

Der Hauszahnarzt, der kein Mikroskop besitzt.

Gefrustet gehe ich nach Hause.

Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.