Bierflasche 1

von Bodald Necker

Der junge Mann kam zur Routineuntersuchung in die Praxis.
„Ach ja, vor ein paar Tagen hab ich beim Trinken aus der Bierflasche einen Schlag bekommen. Aber, jetzt tut es nicht mehr weh.“
Er gab den 11 an als den betroffenen Zahn.
Lockerung war mehr 0 als 1. Perkussion negativ. Sensibilität auf Kälte positiv.
Sonst keine Auffälligkeiten. Anamnestisch war nichts mehr in Erfahrung zu bringen, ob Blutung, Dislokation, oder größere Lockerung. Auf Nachfragen ernteten wir nur ein „Keine Ahnung“.
Ein Röntgenbild wurde angefertigt.
Der PA-Spalt war vergrößert. Eine Querfraktur im apikalen Drittel konnte nicht ausgeschlossen werden

3-4 Tage posttraumatisch

3-4 Tage posttraumatisch

Da keine Beschwerden mehr bestanden, die Lockerung sich sehr in Grenzen hielt, wurde der Pat. über noch mögliche Komplikationen und engmaschige Kontrollen aufgeklärt und mit Termin zur WV in einer Woche zur VitPr entlassen.

Doch genauso ernst, wie er das Trauma und seine möglich Folgen nahm, so ernst nahm er auch seinen nächste Termin. Er kam nicht.

Es ging ein mehr als ein halbes Jahr ins Land, bis er sich wieder blicken liess. Nicht wegen des 11, sondern wegen eines anderen Problems.
„Ach ja, und der da vorne vom letzten Mal ist dunkel geworden. Kann man den überziehen?“

Ja. Das hätten wir verhindern können.
Kältetest, wie erwartet, negativ, sonst klinisch keine Auffälligkeiten. Perkussion negativ, keine Schmerzen. Lockerung 0.
Eine kleine apikale Aufhellung ist zu erahnen, evtl. auch ein Resorptionsprozess oder die Dislokation eines apikalen Fragmentes.
Vielleicht bringt ein DVT mehr Klarheit.

ca. 8 Monate posttraumatisch

Mit der geplanten engmaschigen Kontrolle hätten wir die Endo, die jetzt nächste Woche ansteht, nicht verhindern können, aber zumindest die Verfärbung.
Naja, er ist nicht der einzige Patient, den seine Zähne nur dann interessieren, wenn etwas nicht gut aussieht oder wenn etwas weh tut.

Unauffälliger Zahn 47

von Donald Becker

Vor 14 Tagen habe ich hier diesen Zahn 47 hier vorgestellt, war bislang jedoch urlaubsbedingt die WF – Abschlusskontrolle schuldig geblieben, was ich hiermit nachholen möchte.

Auch in der Abschlussaufnahme ist von der in der 3D- Aufnahme sichtbaren Knochendestruktion nichts zu sehen.
Insofern erhebt sich schon jetzt die spannende Frage, wie die erste WF – Recall – Röntgenaufnahme, die nach 6 Monaten im Herbst ansteht, zu beurteilen ist, wenn, wovon ich ausgehen möchte, sich keine Verschlechterung einstellen wird.

Hier war kein DVT notwendig

von Bodald Necker

Wir hier auf Wurzelspitze sind froh um die Erweiterung der Diagnosemöglichkeiten, die uns das DVT beschert. Schwierige Behandlungen können besser geplant werden, Behandlungen, deren Ausgang infaust ist, können besser erkannt werden.
Allerdings gibt es auch immer noch Diagnosen, die man mit dem normalen Zahnfilm stellen kann. Da könnte man schon fast auf die klinische Untersuchung verzichten.
Allerdings sieht man es auf dem Röntgenbild selten so schön wie hier:

 

„J-förmiger“ Knochenabbau => Längsfraktur.
Eindrucksvoll bewiesen nach der Extraktion.

 

Zahnhalsfüllung revisited

von Christian Danzl

Dass bei mir das VOCO X-tra Base das SDR verdrängt hat, ist nix Neues. Neu ist jedoch, dass sich das X-tra Base in den Bereich der Zahnhalsfüllung drängt und das Quixfil langsam, aber sich ablöst. Es ist als Flow in der Spritze leichter auf zu tragen, als mit der Compulepistole, es lässt sich schön mit der Sonde verteilen und ziehen. Die Oberfläche wird schnell glatt und glänzt per se schon. Gut zu sehen auf den Bildern einer Perforationsdeckung mit X-tra base.
Zahnhalsbilder folgen.

Perforation gedeckt mit X-tra Base. Anschliessend erfolgte die Aufbereitung von ml und p. Der alio loco bereits gefüllte Kanal wurde revidiert.

Perforation. Vorbehandler hatte nur einen Kanal gefunden und diesen gefüllt. Beim Suchen der Kanäle wurde der Boden der Pulpakammer perforiert.

Verklebt wird bei der Zahnhalsfüllung immer noch mit G-Bond von GC, obwohl das neue Futurabond U von VOCO viel verspricht. Es enthält schon ein Silan, was für Keramikreparaturen hilfreich ist und es ist dualhärtend, was es für den Einsatz im Wurzelkanal prädestiniert. Ob es hält, was es verspricht, kann ich noch nicht sagen, ich werde berichten.

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen – Die Antworten Teil 4 : Fall 4

von Donald Becker

Einen „Resorptionsfall“ bin ich noch schuldig.
Es war der eine von den 4 Fällen, der nicht mit einer Resorption verknüpft war.
Hier die Geschichte dieses Zahnes:

Der beschwerdefreie Zahn 47 reagierte nicht auf den Kältetest, vestibulär fanden sich 9 mm Sondiertiefe, beim vom Hauszahnarzt überwiesenen 82 jährigen Patienten angesichts seines Alters nichts vollkommen Undenkbares.

Die Fragestellung, weshalb die Überweisung erfolgte: Besteht ein endodontisches Geschehen oder haben wir es mit einem rein parodontalen Problem zu tun ?

Zahn 48, 45

Kann der Zahn samt Brückenkonstruktion nach endodontischer Behandlung erhalten werden oder sollte die Extraktion beziehungsweise im Sinne einer pallativen Therapie das Belassen des Zahnes propagiert werden.

Gegenüber dem vorhandene Zahnfilm, der ein apikales Geschehen bestenfalls erahnen lies,  zeigte das DVT eine ausgeprägte Lyse des Knochens interradikulär und apikal.

Jeder hat so seine Vorlieben

von Christian Danzl

Die letzte Woche hier vorgestellten Endosonore Feilen kommen bei mir nicht zum Einsatz. Ich verwende zum Entfernen von Wurzelstiften (Glasfaser, wie auch Metall) eigentlich immer meine „Universalspitze“ E5 von NSK. Sie ist steifer als die Endosonore, nicht ganz so lange. Reicht allerdings doch fast immer aus, da sie sich schon vor der Kröpfung verjüngt, somit ist die volle Länge einsetzbar und man hat immer noch Sicht. Um das Arbeitsende effektiver zu machen wird sie nicht abgezwickt, sondern gespitzt. Mit einem Siliziumcarbid- (Siehe Bild), Korund- oder Arkansassteinchen. Entweder rund oder abgeflacht, je nachdem, was gerade gebraucht wird.

Verwendet wird diese Spitze bei mir auch zum Freilegen von Isthmen und Dentikeln, Suchen und Entfernen von abgebrochenen Instrumenten, erweitern von Kanaleingängen und natürlich zur Aktivierung von Spüllösungen.
Universalspitze eben.

Anatomiekurs in Leipzig

von Christian Danzl

Am vorgestrigen Samstag fand im anatomischen Institut in Leipzig im Rahmen der Werstattgespraäche Leipzig ein Anatomie/Präparierkurs statt. Von 10.00 bis 15.00 Uhr wurde Präparate gezeigt und erklärt. Ebenso gab es die Möglichkeit selbständig, sowie unter Anleitung zu präparieren.
Es war sehr interessant, die Anatomie nach mehreren Jahren klinischen Arbeitens nochmals nahegebracht zu bekommen. Hier konnten Fragen beatwortet werden, die sich im Rahmen der vorklinischen Ausbildung noch gar nicht stellen.

Ein grosses Dankeschön nochmal an Dr. Sabine Löffler für die hervorragende Organisation und Leitung des Kurses.

 

Röntgenbilder lügen…

von Ostidald Wucker

Röntgenbilder lügen. Das ist nicht neu. Trotzdem ist es immer wieder überraschend, wenn man einer Situation gegenüber steht, die plötzlich anders als erwartet ist.

Im vorliegenden Fall stellte sich die Patientin nach Überweisung in unserer Praxis vor. Zur Vorstellung waren akute Beschwerden vorhanden. Der Zahn 46 zeigte keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Patientin gab starke Aufbissschmerzen und Perkussionsschmerzen horizontal an. Die Krone war okklusal provisorisch verschlossen.

Das Röntgenbild zeigt im distalen Kanal Fremdkörper. Diese stammen wahrscheinlich von der Präparation der Zugangskavität durch die Krone hindurch und sind Späne/Partikel der verwendeten Metallegierung. Mesial war ein Fragment im apikalen Drittel zu lokalisieren.

Nach entsprechender Beratung, Aufklärung erfogte die Schmerzbehandlung mit Darstellung des Fragmentes. Es zeigte sich bereits eine Stufe in Höhe des Fragmentkopfes. Nickeltitaninstrumente haben die Eigenschaft sich gerade zu stellen. Damit liegt die Oberkante des Fragmentes immer an der mesialen Wand (Außenkurvatur) des mesiobukkalen Kanales an.  Die Ultraschallpräparation erfolgt an der Innenseite der Kurvatur der Kanalkrümmung. Um das Überstreifen einer Schlinge oder Kanüle zu ermöglichen wurde das Fragment mit einem Kissen aus Teflon dezent aufgerichtet. Durch Ultraschallkontakt entgegen der Uhrzeigerrichtung konnte das Fragmentes mobilisiert und entfernt werden. Eine Kontrollaufnahme zeigte zwei weitere Fragmente. Diese waren im Ausgangs Bild nicht zu erkennen.

Die Länge des Fragmentes 1 lässt einen Ermüdungsbruch vermuten.

War das Fragment 1 durch den Ultraschalleinsatz an der Spitze frakturiert?
Lange festsitzende Fragmente können durch den Ultraschalleinsatz einen weiteren Ermüdungsbruch zeigen. Im vergrößerten Röntgenausgangsbild könnte man eine Unterbrechung des Fragmentes apikal vermuten. Aber sicher sagen lässt sich das nicht.

Mittels DVT wäre die genaue Lage der Fragmente erkennbar gewesen. Im vorliegenden Fall wären diese Informationen hilfreich gewesen. Da es uns nicht in der Praxis zur Verfügung stand, konnte auf diese Diagnostik nicht intra operationem zugegriffen werden.

Die Entfernung des Fragmentes 2 gelang nach weiterer sonoabrasiver Präparation und optischer Darstellung im Isthmus. Die Schaumstoffabdeckung des mesiolingualen Kanales wurde entfernt und mittels hydrodynamischer Bewegung durch wechselseitige Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeit konnten beide Fragmente nacheinander entfernt werden. (Der Fremdkörper im distalen Kanal wurde bereits in der ersten Sitzung mit der Mikroabsaugung abgesaugt.)

Die Schumstoffpellets der Abdeckung des distalen Kanales erwiesen sich als Fragmentfänger.
Abschließend wurde das Kanalsystem nach Desinfektion thermisch obtruiert und adhäsiv verschlossen.

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen- Die Antworten Teil 3 : Fall 2

von Donald Becker

Der Patient, Mitte vierzig, beruflich bedingt aus dem nördlichsten Norden Deutschlands ins Rhein- Main- Gebiet umgezogen, war von dem endodontisch ebenso versierten wie renommierten Kollegen  Z aus F an uns zur Weiterbehandlung verwiesen worden.   Zahn 36 war Zustand nach WF und postendodontischer Stabilisierung mittels dentinadhäsiver Kompositrestauration, der Zahn 46, Grund des Praxisbesuchs, zeigte apikale Aufhellungen an beiden Wurzeln.

 

Und da war noch der Zahn 37.
Der Patient war schon vom Kollegen Z darauf hingewiesen worden, dass dieser im Bereich der Kronenpulpa eine Merkwürdigkeit aufwies, die auf ein Resorptionsgeschehen hindeutete.

Was ich davon hielte, fragte mich der Patient. Ich riet, wie der Kollege Z zur Wurzelkanalbehandlung 37. Ob ich denn sicher sein könne, dass der Zahn auch wirklich endodontisch behandlungsbedürftig sei, fragte der Patient, da er keinerlei Schmerzen oder auch nur irgendwelche Beschwerden an diesem Zahn habe.

„Nein, sei ich nicht“, antwortete ich.

Der Patient lehnte ab.

Anfang 2013 dann eine weitere Kontrollaufnahme des nachwievor für den Patienten klinisch unauffälligem Zahnes 37.
Der Patient plante eine KFO – Behandlung der Unterkieferfront und im Vorfeld einen Austausch der Krone 37 (die Verblendung war zwischenzeitlich  teilweise abgeplatzt). Aus diesem Grunde war es ihm nun wichtig, den unklaren Befund einer genauen Diagnose und vor allem Prognose zuzuführen.

Beim Vergleich der beiden Zahnfilme von 2010 und 2013 könnte man eventuell eine Zunahme des Resorptionsgeschehens vermuten, aber wir haben es angesichts des vergangenen Zeitraums hier, wenn überhaupt, mit einem eher marginalen,   keinesfalls einem eindeutigen, eine endodontische Therapie rechtfertigenden Befund zu tun.

Das daraufhin zur Abklärung angefertige DVT zeigte ein ausgedehntes Resorptionsgeschehen im Bereich der mesialen Kronenpulpa und des mesiobukkalen Kanaleingangs.

Der Patient stimmte nun einer Wurzelkanalbehandlung 37 zu, in deren Verlauf die interne Resorption mit ausgedehnten Resorptionslakunen  auch klinisch verifiziert werden konnte und deren Trabekelstruktur sich dann auch im koronalen WF- Anteil widerspiegelt.

Softwareversion 50 für den EndoPilot verfügbar

von Christian Danzl

Schlumbohm hat die aktuelle Softwareversion Nr. 50 für den EndoPilot veröffentlicht.
Es beinhaltet folgende Neuerungen:

Feilensystem / Aufbereitung

  • neue Feilen: Protaper Next von Dentsply und OneShape von MicroMega
  • in der Systemauswahl ist nun die Wahl vorwärts und rückwärts möglich
  • einfacheres Kalibieren des Winkelstüks auf der 2. Setup-Seite
  • MyFile Sequenzen wurden in MySequence 1-5 umbenannt
  • beim Feilenalarm kann direkt bei der Alarm-Anzeige der Zähler zurückgesetzt werden
  • die Graphik vom Apexlocator wurde verändert
  • Abbruch über Home-Button bei Favoriten Auswahl

Ultraschall

  • das zuletzt gewählte Ultraschall Instrument wird gespeichert (Satelec)
  • Auswahl Pumpenleistung im US Menü (Das Zusatzmodul „Peristaltik Pumpe“ wurde für den CoPilot entwickelt. Durch die Pumpe kann der CoPilot nun auch mit „Flüssigkeiten“ arbeiten.)
  • Pumpenleistung ist einstellbar

Allgemein

  • zusätzliche Einstellung „ohne Tastentöne“
  • allg. Software Optimierung
  • Switch wird unterstüzt (Die Zusatzkomponente „switch“ wurde für den EndoPilot „comfort plus“ entwickelt und ermöglicht einen komfortableren Arbeitsablauf. Durch „switch“ erübrigt sich das „Umstecken“ von Motor- und DownPack-Anschluss während der Behandlung)

Die Neuerung aus der Version 49 sind selbstverständlich weiterhin enthalten. Diese waren zum Beispiel:

  • neues Feilensystem F360 von Komet
  • Feilenverschleißoptimierung
  • Anfügen des neuen Feilen-Update-Moduls ohne Überschreibung der alten Daten möglich!
  • kein Sleep-Modus während der Apexmessung
  • automatische Erkennung bei Anschluss eines CoPiloten
  • Möglichkeit des Einstellens von Favoriten im Feilensystem

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen- Die Antworten Teil 2 : Fall 3

von Hans – Willi Herrmann

Fall 3

Zahn 47, 46

Die 62 jährige Patientin suchte wegen einer unklaren Schmerzsymptomatik im rechten Unterkiefer- Seitenzahnbereich  unsere Praxis auf.

Zahn 45 wurde deshalb schon extrahiert, die Schmerzen persistierten weiterhin, dann kam die Überweisung durch den Hauszahnarzt zur Revision der vorhandenen WF in Zahn 46.

Der Zahn 46 war bislang klinisch unauffällig, die Patientin konnte sich nicht erinnern, wann die WF ehemals erfolgte.

Auf den durchgeführten Klopftest reagierte der Zahn 46 leicht positiv, Zahn 47 reagierte nicht. Eine an Zahn 47 und 46 durchgeführte PA – Messung zeigte unauffällige Taschentiefen an beiden Zähnen.

Die Patientin machte auf uns einen zwiespältigen manischen Eindruck. Ein solch erster Eindruck kann trügen, aber als sich im Konzilgespräch mit dem Hauszahnarzt herausstellte, daß die Patientin, die vom Vorbehandler in der persönlichen Anrede nur mit Vornamen gesprochen hatte und der Eindruck entstand,dass sie diesen seit Kindertagen schon kannte, diesen erst seit wenigen Wochen zum ersten Mal aufgesucht hatte, konnte dies die Fragezeichen nicht entkräften.  Vermutlich jeder von uns kennt solche Patienten. Aussagen bezüglich der Symptomatik, insbesondere, was die Intensität der Schmerzsensation angeht, sind oft zu relativieren, da diese Patientengruppe zu drastischen Beschreibungen neigt. Im Gegensatz zum Hauszahnarzt, der nach dem Zahn 45 den Zahn 46 als Schmerzquelle ausgemacht hatte, vermutete die Patientin den Zahn 47 als Schmerzursache.

Auch wenn nichts auf den Zahn 47 als Grund der Beschwerden hindeutete, passte das im Rahmen der Anamnese zusammengestellte Schmerzprofil und die  klinischen Befunde nicht so recht zur  klinischen Situation des Zahnes 46. Insbesondere die heftige Heiß/Kaltempfindlichkeit irritierte, denn auch wenn der Zahn 46 radiologisch nicht einwandfrei war, so würde man zum Beispiel mit der um die distale Wurzel sichtbaren apikalen Aufhellung eine andere Beschwerdeproblematik vermuten.

Andererseits gab es im Zahnfilm 47 keinen Hinweis auf eine Karies oder eine pulpanahe Füllung. Wäre vielleicht ein Zahn im Oberkiefer die Schmerzursache ? Das diesbezüglich angefertigte OPG gab keine konkreten Hinweise.

Die Auflösung lieferte das DVT. Rein zufällig im Übrigen, ich hatte den betreffenden Befund  – eine externe Resorption, mesiovestibulär an Zahn 47 (im nachfolgenden Video ab 2.00 Minuten)- in keinster Weise vermutet.

Selbst mit dem Wissen um den vorhandenen Defekt war es danach im Übrigen nur schwierig möglich, klinisch die betreffende Stelle mit einer zahnärztlichen Sonde darzustellen. Und von aussen zu sehen war schon mal gar nix. Die ausgelöste Schmerzsensation bewies dann aber, dass dieser Defekt in der Tat für die seit einiger Zeit vorhandene Schmerzproblematik verantwortlich war. Aber auch mit diesem Wissen war es mir nicht möglich, an Hand des vorhandenen Zahnfilmes die Resorption zu diagnostizieren. Mit viel Fantasie liesse sich nun rückblickendvielleicht die Resorption im Zahnfilm erahnen. Eine gesicherte Diagnose jedoch auf besagten Zahnfilm vorab zu stützen wäre unmöglich. Fakt war jedoch, die Patientin – Manie hin oder her –  hatte den richtigen Zahn als Schmerzursache vermutet.

Der Patientin schlug ich die Deckung des vorhandenen Defekts mit einer dentinadhäsiven Kompositfüllung und nachfolgender Wurzelkanalbehandlung vor.
Angesichts der geringen und eher oberflächlichen Lokalisation der Resorption mit guter Prognose.

Die Patientin entschied sich jedoch für die Extraktion des Zahnes.

Epilog

Vor einigen Wochen suchte die Patientin wegen einer anderen Schmerzproblematik wieder unsere Praxis zur Beratung auf.

Zwischenzeitlich waren nicht nur der Zahn 47, sondern im gleichen zeitlichen Kontext mit der Extraktion 47 war auch der Zahn 46 entfernt worden.

wieder mal Separierringe

von Christian Danzl

heute als Allererstes ein Dank an unseren Leser Gregor S., er hat mich hier auf diese Ringe aufmerksam gemacht.
Letzte Woche sind sie gekommen.

Sie machen einen sehr soliden Eindruck, bauen eine vernünftige Spannung auf. Die Füsse sind gegabelt, so sind sie für einen weiter offenen Approximalraum und Interdentalkeile geeignet.

Bestellt bei GreKo-Dental, Heidelberg.

Artikel-Nummer 1.167.
Jedoch sind leider genau diese Ringe zum Zeitpunkt, als der Artikel geschrieben wird, nicht im Online-Shop erhältlich. Sehr ähnlich scheinen folgende Ringe zu sein:

Delta Clamp, Artikel-Nummer 1.299, die sind dafür aber günstiger.

Hersteller TOR VM, Moskau

Was zeigt das DVT (4) – Resorptionen – Die Antworten – Fall 1

von Hans – Willi Herrmann

Fall 1

Fall 1 war für mich angesichts des vorliegenden Röntgenbildes von Dezember 2011 eindeutig eine externe Resorption. Dezentral gelegen, unsymmetrisch, Ränder ausgefranzt, der Wurzelkanal in seiner Kontinuität erhalten.

Ein weiteres, exzentrisch angefertigtes Röntgenbild bestätigte die Vermutung einer externen Resorption.

Der Patient kam mit leichter extraoraler Schwellung im Bereich der rechten Wange. Im Bereich von 13 war die Wange druckdolent, der Druckschmerz hielt nach Palpation dann auch etwas länger an. Die Situation bestand seit etwa einer Woche, wobei die Schwellung im Laufe der letzten Tage zugenommen hatte.

Mit dem Heidemann-Spatel unter Dentalmikroskop- Kontrolle habe ich nach der externen Resorption gesucht und diese auf der palatinalen Seite gefunden, deutlich subgingival.

In der Behandlungssitzung wurde zunächst nach Anästhesie aufgeklappt, der bis an die Knochengrenze reichende Resorptionsdefekt präpariert und adhäsiv mit Floxkomposit verschlossen.

Anschließend wurde die Krone an Zahn 13 trepaniert und die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.

Den Zustand nach Defektdeckung und endodontischer Behandlung zeigt das WF – Kontrollbild von Januar 2012 .

schicker 5 Kanäler

von Bodald Necker

Der Patient wurde überwiesen zur Primärbehandlung. Der Kollege aus dem Nachbarort hatte beim Exkavieren der Karies die Pulpa eröffnet. Da der Zahn mit einer Krone versorgt werden soll, wollte der Kollege die Wurzelbehandlung in andere Hände geben.

Der Zahn kam mit fast ganz excavierter Karies und mit Cavit verschlossen.

Erste Aktion war die vollständige Kariesentfernung und eine adhäsiver, präendodontischer Aufbau
Der Zahn wies an sich keine Besonderheiten auf. Nachdem 4 Kanäle aufbereitet waren, wurde routinemässig nach zusätzlichen Kanälen, Isthmen und Kanalausbuchtungen gesucht.
Es fand sich mesiobuccal eine kleine Finne nach zentral, welche sich zu einem mesiozentralen Kanal formte.
Die vollrotierende Erschliessung mit Scout-RaCe Feilen 10/02, 15/02 und 20/02 war kein großes Problem, abschliessende Aufbereitung erfolgte mit Mtwo  bis 35/06. Desinfektion mit NaOCl 5% und US. Warme, vertikale Kondensation mit Guttapercha und Ah +. Nach Versäubereung der Kavität erfolgte ein adhäsiver Verschluss.

Auf der Abschlussaufnahme lässt sich durch überpressten Sealer distal der mesialen Wurzel ein Seitenkanal erkennen.

WF

Masterpoint

Ausgangszustand

Was zeigt das DVT (4) ? Die Fälle

von Hans – Willi Herrmann

Im heutigen Beitrag – angestossen durch eine Diskussion auf Zahnmed, der zahnmedizinischen Emailliste von Michael Logies – möchte ich das radiologische Erscheinungsbild von Resorptionen ein wenig in den Mittelpunkt des Interesses stellen.

4 Röntgenbilder habe ich hierzu ausgesucht.
2 davon zeigen eine externe Resorption, das 3. eine interne Resorption, im 4. Fall findet sich keinerlei Resorptionsgeschehen.
Zwei Patienten hatten Schmerzen, zwei keine Schmerzen.
Als Hinweis sei noch angegeben, das in jedem Röntgenbild maximal ein Zahn ein Resorptionsgeschehen zeigt.

Nun hoffe ich auf rege Beteiligung in den Kommentaren, sei es denn eine kurze Nennung, gerne jedoch auch mit präziseren Diagnosen, Therapievorschlägen und Prognosen.

akzessorischer Höcker

von Bodald Necker

akzessorischer Höcker

Die Patientin hat diesen zusätzlichen Höcker nicht nur an 37, auch an 47 ist er vorhanden. Rechts reizt er die Wangenschleimhaut nicht.

Links schon.

Fibrom

Vor einem Jahr hatte ich die Patientin zum Chirurgen geschickt, um es entfernen zu lassen. Letzte Woche war die Patientin wieder zur 01 in meiner Praxis.
Immer noch mit diesem haselnussgroßen Fibrom.
„Doch“, sagte sie, „es stört schon, und es tut weh wenn man drauf beisst.“

Anscheinend ist der Leidensdruck noch nicht groß genug…

Recall Zähne 47 46 mit apikalen Aufhellungen

von Donald Becker

Vor einigen Wochen wurde hier bei WURZELSPITZE dieser Fall mit apikalen Aufhellungen an Zahn 47 und 46 in klinischen Bildern und Zahnfilmen sowie im DVT vorgestellt. Hier nun das erste Recall Röntgenbild 6 Monate post WF im Vergleich zum Ausgangszustand.

Brückentag 2

von Christian Danzl

Der Mai bietet – besonders in Bayern – mehrere Brückentage. Wenn diese mit den Pfingstferien zusammenfallen, kann man auch mal das Auto stehen lassen und die Lufthansa bemühen.

Highline Park

Highline Park

Flatiron Building

Flatiron Building

MoMA

Garage im 3. Stock

vom Highline Park

vom Highline Park

Chelsea Market

Memorial Day Beleuchtung

Nebel ums ESB

Brückentag 1

von Christian Danzl

Brückentage eignen sich hervorragend, den Laden zu schliessen und einen Kurztrip zu machen. Wir im Süd-Osten der Republik haben das Glück in 4 Stunden mit dem Auto in Venedig zu sein. Ab und zu muss man es auch machen. Hier ein paar Eindrücke.

Was zeigt das DVT ? (3)- Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Im hier vorgestellten Fall suchte die Patientin unsere Praxis zur Revision der vorhandenen Wurzelkanalfüllung an Zahn 46 auf. Anlass war eine vor 9 Monaten aufgetauchte, auf Antibiotikagabe ansprechende extraorale, den Unterkieferrand umfassende Schwellung der linken Gesichtshälfte.

Das angefertigte DVT zeigte, den Zahn 46 betreffend, eher unauffällige Verhältnisse.
Zwar weist die distale Wurzel eine kleine apikale Aufhellung auf, als Ursache für eine massive Schwellung, wie von der Patientin beschrieben, erscheint der Befund aber eher atypisch.

Stattdessen zeigte sich im DVT (ein reiner Zufallsbefund wohlgemerkt) das Vorhandensein eines Speichelsteines im Ausführungsgang der Glandula sublingualis bzw. Glandula mandibularis. Der Speichelstein liegt einige Millimeter unterhalb des Mundbodens und ist daher klinisch nicht sichtbar. Selbst nachdem ich weiß, wo er aufzufinden ist, findet sich im Mund zunächst kein Hinweis. Komprimiert man den Mundboden mit dem Fingern oder einem Spiegel zeichnet sich der Speichelstein sichtbar ab, um nach Wegnehmen des Druckes sofort wieder in der sublingualen Tiefe des Mundbodens zu verschwinden.

Therapie
Chirurgische Exzision des Speichelsteines.

Eine Revision der Wurzelkanalfüllung erscheint nicht kausal notwendig, um eine erneute Schwellung zu verhindern, entsprechende Termine wurden gestrichen.

2D vs. 3D

von Bodald Necker

um es gleich vorauszuschicken, bei diesem Fall liegt kein DVT vor.
Jedoch stellten uns die klassischen 2D-Röntgenbilder vor Rätsel.
Zahn 12 und 13 sollten entfernt werden, da sie nicht mehr erhaltungswürdig sind.
Doch woher kommt plötzlich der Wurzelrest in Regio 14?


Auf vorhergehenden Bildern war er nicht als solcher zu erkennen.
Überlagerung?


Möglich. Denn der gegossene Stiftaufbau, der im Zahn 13 zu erkennen ist, scheint nicht unbedingt in der gleichen Achse zu liegen, wie die WF. Könnte als eine Überlagerung sein.

Ein DVT hätte hier Klarheit im Vorfeld geschafft.
Aber was wäre hier, in diesem Fall, der Nutzen gewesen?
Die Zähne 12 und 13 sollten gezogen werden. Dann wird der Wurzelrest 14 mit entfernt.
Meiner Meinung nach brächte das DVT hier keinen Vorteil, denn auch auf dem 2D-Bild ist zu erkennen, dass sich die Überraschungen in Grenzen halten werden, auch wenn plötzlich ein „neuer“ Wurzelrest auftaucht.

Also Lokalanästhesie und Extraktion.
Schon nach der Entfernung des 13 war das Rätsel gelöst.
Längsfraktur der Wurzel an 13 mit Dislokation des Fragmentes um mehr als einen halben Zentimeter.

Da die Zähne sowieso zur Extraktion anstanden war es hier kein Problem, wenn es um Zahnerhaltung gegangen wäre, hätte man mit einem DVT deutlich genauere Informationen erhalten. Ich gehe davon aus, dass aber in diesen Fall zwei zusätzliche exzentrische Bilder Klarheit gebracht hätten.

Ü-Day 4 in Salzburg

von Christian Danzl

Man kann es schon Tradition nennen, dass der Überweisertag von WURZELSPITZE nun zum vierten Mal stattfand.
Nach München, Leipzig und Berlin fand die Fortbildungsveranstaltung, welche die WURZELSPITZE-Praxen für ihre Überweiser als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit organisieren, diesmal in Salzburg statt.

Wie bei den vorherigen Ü-Days, fand auch wieder ein Team-Day (nun schon der  fünfte)  statt, eine interne Fortbildung für unsere Praxismitarbeiter.

Freitags tagsüber (Team-Day) wurden folgende Themen behandelt

Notfall/Erste Hilfe – Kurs
Michael Fraunhofer „entmystifizerte“ die erste Hilfe bei Notfällen auf seine einzigartige Weise und komprimierte das Thema so konsequent, dass jeder der Teilnehmer bei einem Notfall weiss, worauf es ankommt und was zu tun ist.

Patientenaufklärung von Dr. Andrea Keller und Dr. Sebastian Riedel

Psychologische Aspekte der Kinderbehandlung von Dr. Dinah Fräßle

Freitag abends fand ein „Get Together“ mit Überweisern, Freunden von WURZELSPITZE und den Praxisteams statt.

Samstag von 09.00 bis 13.00 Uhr (Ü-day) referierten für Überweiser und Freunde von Wurzelspitze:

Hans-Willi Herrmann über die DVT-gestütze Endodiagnostik,
Olaf Löffler über den präendodontischen Aufbau,
Christian Danzl über die Zugangskavität,
Jörg Schröder über die Entfernung von Wurzelstiften und
Christoph Kaaden über vertrauensbildende Massnahmen in der Endodontie

Mein Dank als Gastgeber gilt allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Fotos demnächst.

Was zeigt das DVT ? (3)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Die 35 jährige Patientin ist vom Hauszahnarzt überwiesen zur WF – Revision 46.
Ihr zweites Kind ist nun 6 Monate alt und endlich  findet sie  die Zeit zur Vorstellung in unserer Praxis.
In der Schwangerschaft hatte sie eine zwar nur leicht schmerzhafte, aber dafür umso mehr entstellende Schwellung der rechten unteren Gesichtshälfte, den  Unterkieferrand umfassend. Das Geschehen  wurde mit Antibiotikagabe therapiert und verschwand Gott sei Dank nach ein paar Tagen wieder. Zwischenzeitlich kam die Schwellung in geringer Form noch eins, zwei mal wieder, aber kein Vergleich zum Erstbefund und ohne Schmerzen.

Soweit die Schilderungen der Patientin.

Klinisch zeigt sich der Zahn 46 vollkommen unauffällig.
Taschenmessung an 6 Messpunkten ergibt an Zahn 46 Taschentiefen von 2 mm, der Klopftest an 46 ist negativ, der Kältetest natürlich auch.

Hier das Röntgenbild und wieder die Frage nach der Therapie.
Die Auflösung gibt es übernächste Woche.

Neues aus Frankreich?

von Christian Danzl

Diesmal hab ich es nicht geschafft auf die IDS zu kommen. Deshalb kommen die Neuerungen etwas später bei mir an.
Bei Durchblättern der Beilage eines, mir regelmässig unaufgefordert zugeschickten, Fachblattes für hochwertige Zahnmedizin, bin ich auf einen neuen Endomotor von Satelec gestossen. Nennt sich Endocenter. So wie es aussieht ist es eine erweiterte Version des  iEndo dual, der zusätzlich zur rotierenden Aufbereitung eine frei programmierbare reziprokierende Bewegung zulässt.
Dieser ist erweitert worden um eine Ultraschalleinheit mit integrierter Pumpe für Spülflüssigkeiten.
Auf der Homepage von Sattele ist zu lesen (Zitat):
„SATELEC® is the first and only manufacturer worldwide to combine an electric motor (rotary and reciprocal) and ultrasonic functions with an outstanding irrigation system.“

Ja, was soll man dazu sagen.
Schlumbohm hat auf der IDS eine Peristaltikpumpe für das Ultraschall-Handstück seines EndoPilot/CoPilot vorgestellt. Auslieferung wird Mitte Mai beginnen. So alleine ist Satelec auf dem Markt also nicht, wenn es darum geht, einen reziprokfähigen Endomotor und ein Ultraschallhandstück mit Flüssigkeitszufuhr zu kombinieren.

Mit dem kleinen, aber nicht unbedeutenden, Unterschied, dass Schlumbohm zusätzlich Funkfußanlasser, Akkupack, Downpack/Backfill-System, passendes Cart, Updateservice und einen kontinuierliche Apexlocator dazu anbieten kann.

Leider sind die Peristaltikpumpe und andere Neuheiten für den EndoPilot in verschiedenen Ausbaustufen noch nicht auf der Homepage zu sehen, sie werden dort aber in Kürze erscheinen.

Stahlmöbel

von Christian Danzl

Viele Behandlungszeilen in zahnärztlichen Behandlungszimmern sind keine spezifischen Dentalmöbel, sondern, wenn überhaupt, modifizierte Küchenzeilen.

Diese (Küchenzeilen) gibt es auch in Stahl, was auch für Zahnarztpraxen interessant ist.
Pulverbeschichtet und in vielen RAL-Farben lieferbar.

Informationen hier: Popstahl

VDW Gold Reciproc Version 2.0

von Hans – Willi Herrmann

Der VDW Gold Reciproc- Motor wurde mir im Rahmen einer kostenlosen Teststellung im August 2012 zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu einem bis dato an seiner Stelle verwendeten VDW Silber Reciproc der ersten Stunde zeichnet sich der neue VDW Gold Reciproc durch zwei bedeutsame Unterschiede aus:

Zum einen durch die  Möglichkeit der Nutzung eines in das Gerät integrierten Apexlokators, zum anderen besitzt das Gerät auch im „Reziprok“ – Modus eine Sicherheitsfeature im Sinne eines „Auto Reverse Control“ bei Überbelastung.

Gleich zu Beginn: Über die ELM – Funktion des Gerätes kann ich im Praxisalltag nichts sagen, weil ich diese nicht nutze. Das hat nichts damit zu tun, dass ich (in der Tat) kein Freund der alleinigen maschinellen Aufbereitung bei simultaner Längenmessung bin, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zum linksseitig montierten Endopiloten von Zimmer 2 der Aufbereitungsmotor in Zimmer 1 auf dem Arztelement auf der rechten Seite des Behandlungsstuhls seinen Platz findet.
Und daher für meinen Weg der separaten und wiederholt immer wieder stattfindenden ELM zu umständlich die benötigten Kabel herbeigeholt und weggelegt werden müssten. Dieses Manko kann selbst die Zweitassistenz und ein Arbeiten in 6 Hand – Technik nicht wettmachen.

Auch den vom Hersteller als RECIPROC REVERSE Komfortfunktion angepriesenen Überlastschutz der Reciproc – Instrumente habe ich für mich zu Beginn als unnötiges Feature angesehen. Schließlich zeichnet sich ja die VDW Reciproc- Feile von vorneherein dadurch aus, dass sie so gut wie „unkaputtbar“ ist. Die bislang 2 Feilenbrüche einer Reciproc- Feile kann ich für meine Person als seit mehreren Jahren nicht aufgetretenes Ausnahmeereignis aus der Testphase mit Prototypen einordnen.

Nach mehr als einem halben Jahr Arbeiten mit dem Gold Reciproc hat sich meine Ansicht, die RECIPROC REVERSE – Funktion betreffend, vollständig gewandelt.
Nicht nur für Anfänger, aus didaktischen Gründen, auch in meinem Praxisalltag hat sich diese Sicherheitsfunktion bewährt.
Ich möchte sie nicht missen und bedauere den Tag, an dem der VDW Gold Reciproc seine Heimreise nach München antreten wird.

Und wer die VDW Reciproc- Feile in der von ihrem Erfinder Ghassan Yared propagierten (ich sach mal „dosiert druckvollen“) Arbeitsweise  einsetzt, der sollte auf jeden Fall auf einen Motor mit  RECIPROC REVERSE – Funktion zurückgreifen, zu groß sind einfach die Vorteile im Einsatz einer solchen Kombination im Vergleich zur bisherigen Version.

Dichtung

von Christian Danzl

Bei der Wurzelkanalbehandlung ist der Kofferdam täglicher Begleiter. An der Uni hab ich ihn gehasst, aber man lernt mit ihm umzugehen. Irgendwann überwiegen die Vorteile, dann kommt die Übung dazu, dann kann man ihn fast überall anlegen. Auch an Zähnen und in Situationen, wo man es nie für möglich gehalten hat, es jemals zu schaffen.

Aber es klappt nicht immer sofort, so ab zu dichten wie man will. Besonders im Bereich der restaurativen Zahnmedizin.
Teilkronen, die ein wenig tiefer präpariert sind, als es einem lieb ist, stellen oft eine neue Herausforderung im Bereich der zervikalen Abdichtung dar.
Klar, man kann ein neues Tuch nehmen, die Löcher anders stanzen. Aber wenn der KD schon mal liegt und nur an einer Stelle leckt, die man gerne trocken hätte, macht es oft keinen Spass wieder von vorne an zu fangen.
Das bei mir bewährte Teflon-Band ist immer eine Möglichkeit, aber nicht immer die beste und einfachste.
Gerade im Approximalbereich haben sich bei mir die Wedjets oft als schnelle wirkungsvolle Abdichtung bewährt.

Was zeigt das DVT (2) – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Der Fall von letzter Woche zeigte apikale Aufhellungen an den Zähnen 46 und 47 als Zufallsbefund bei für die Patientin vollkommen unauffälliger klinischer Situation (keine Beschwerden, geschweige den Schmerzen an den Zähnen 46, 47, die vorhandene Fistel blieb der Patientin verborgen). Hier noch einmal  Ausgangsröntgenbild und intraorales Foto des Fistelgangs.


Die Behandlungsbedürftigkeit stand für mich ausser Frage, Wurzelkanalbehandlung der Zähne 46 und 47.

Diese Therapieentscheidung zu treffen hätte es für mich keines DVT´s bedurft, da stimme ich GS in seiner Einschätzung zu.

Kollege K fragte nach Perkussionsbefunden, Sensibilitätstests und PA – Befund. Perkussion war negativ, der Sensibilitätstest mittels Kältespray beim  Untersuchungstermin am 02.04.2012  an Zahn 47 negativ, bei 46 aber noch positiv nach 1 Sekunde. Beim nächsten Termin am 02.07.2012 reagierte der Zahn 47 weiterhin negativ, der Zahn 46 schwach positiv nach 2 Sekunden, wobei  im Hinblick auf die stattgefundene Überkronung diese Ergebnisse immer mit einer gewissen kritischen Skepsis betrachtet werden sollten. Distal 47 zeigte sich eine 6 mm Tasche, ansonsten waren beide Zähne parodontal unauffällig mit Taschen kleiner 3 Millimeter.

OS stellte die Frage in den Raum, ob vielleicht der Zahn 46 nicht betroffen sein sollte. Dem war aber nicht so. Eine durchgeführte Probetrepanation ohne Anästhesie zeigte: Beide Zähne waren devital und es entleerte sich Sekret aus den instrumentierten Kanälen.

Was zeigt nun das DVT ?

Die Ausdehnung des Knochendefektes hat an zwei Stellen das Dach des Nervkanals des N. alveolaris inferior nicht nur erreicht, sondern dieses vollständig abgetragen. Es besteht die Gefahr, dass durch den Einsatz von Spülflüssigkeiten, medikamentösen Einlagen und Wurzelfüllmaterialien, sofern diese über den periapikalen Raum in den Alvoelarkanal gelangen, der N. alv. inf. reversibel oder gegebenfalls sogar dauerhaft geschädigt werden könnte. Das dieses Ereignis kein hypothetisches sein muss, belegen zwei anekdotische Berichte der letzten Zeit von Kollegen, bei denen es in einem Fall sogar zu einer dauerhaften Parästhesie des N. alv. inf. gekommen ist.

Eine eindringliche Aufklärung der Risiken diesbezüglich im Hinblick auf die anstehende Behandlung ist Pflicht. Schließlich ist die im Raum stehende Beeinträchtigung an Lebensqualität eine erhebliche und der Eingriff ist im Hinblick auf eine gegenwärtig nicht vorhandene Symptomatik als elektiv einzustufen.  Und mit der Therapie Option „Belassen“ bzw. „Extraktion“ stehen zwei adäquate Alternativen zur Auswahl.

Setzt aber nicht eine Wurzelbehandlung grundsätzlich eine entsprechende Risiko- Aufklärung voraus ?

Das ist richtig, allerdings ist es für den Patienten nicht immer einfach, aus der Fülle der Informationen, die er in kurzer Zeit verarbeiten muss, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denken wir nur an die Liste an Risiken, die im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung sich auftun können. Instrumentenfraktur, Fraktur und Abplatzungen der Kronenverblendungen, Perforation, Wurzelfraktur, Schmerzen, Parästhesie durch Leitungsanästhesie, klinischer Misserfolg. Die Liste ist längst nicht vollständig. Das DVT kann in diesem Fall die vorhandene Knochendefektsituation und die sich daraus ergebenden möglichen Konsequenzen eindringlich verdeutlichen. Mit dem vorhandenen Zahnfilm  wäre dies nicht möglich gewesen, den vorhandene Befund in seiner Ausdehnung zu visualisieren, entsprechende Erläuterungen beschränken sich demnach auf vage Vermutungen. Meine Erfahrung ist in solchen Fällen, dass dem Patienten oft die Ernsthaftigkeit der Situation verborgen bleibt.

Nachfolgend zwei Screenshots und ein Video Snapshot des DVT´s zur Verdeutlichung des beschriebenen Sachverhaltes.

Auch die Behandlung per se wurde natürlich zwangsläufig durch die im DVT visualisierte anatomische Situation geprägt. So wurde durch verschiedenste Vorsichtsmaßnahmen noch mehr als unter normalen Umständen darauf geachtet, dass es nicht zu einer Penetration von

Spülflüssigkeiten/Medikamenten/Wurzelfüllmaterial in den periapikalen Raum hinein kommen würde. Zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in der Praxis vorhanden würde heute darüber hinaus das Endovac- System im Rahmen der Wurzelkanaldesinfektion zu Einsatz kommen, verringert es doch das Risiko unbeabsichtigter Überpressung von Spülflüssigkeiten, in diesem Falle ein besonders willkommener Vorteil. Zur Reduktion von Überpressungen durch warme Wurzelfülltechniken wurden die Guttaperchaspitzen sämtlich mit Lösungsmitteln im Sinne der „Chloropercha“- Technik an die apikale Situation angepasst. Das Ausmaß an Überpressung von WF – Material sollte so in diesem Falle trotz geringerem apikalen Gegenlagers sehr gering gehalten werden. Ob dies gelungen ist, mag ein jeder für sich selbst beurteilen. Parästhesien des Nervus aleveolaris inferior traten zu keiner Zeit der Behandlung und bis heute nicht auf.

Hier noch die WF – Kontrollaufnahme unmittelbar post WF.

Netz-Fundstück der Woche – 08.04.2013

von Christian Danzl

Hier mal wieder ein Fund aus dem Netz.
Kollege Fuller zeigt eine Endo am oberen Einser in 6 Minuten.

Vom Zeitaufwand eher eine sportliche Leistung.
Mein Kommentar als deutscher Kassenzahnarzt:
So bringt man die Kassenendo  in die Gewinnzone ;-)

Das Video ist relativ wenig geschnitten, die Behandlungszeit könnte also ungefähr stimmen.
Ob jetzt die Behandlung komplett in dieser Zeit erfolgt ist, sei dahingestellt, ist auch egal.
Jedenfalls präsentiert der Kollege hier ein sehr schnelle Behandlung, die vom Ergebnis auf dem Abschluss-Röntgenbild gar nicht soooo schlecht aussieht.
Ohh! Ich kann die Aufschreie der Leser hier schon hören!
„Die Endo IST schlecht!“
Sie haben Recht! Ich möchte so eine Endo auch nicht in meinem Einser haben.
Aber wenn Sie ehrlich sind, haben sie schon sehr viele Röntgenbildern von Endos an oberen Einsern gesehen, die DEUTLICH schlechter ausgesehen haben, oder?

Aber darum geht es mir nicht.
Mir hier nicht darum, wie der Kollege seine Patienten behandelt, das muss er selber verantworten.

Wieso stelle ich dieses Video hier vor?

Mich hat das Tempo der Behandlung fasziniert.
Wo liegt bei der hier gezeigten Behandlung der Zeitgewinn?

Nun, er verzichtet auf verschiedene Massnahmen bei der Endo, die bei uns als unverzichtbar gelten:

– Mundschutz für den Behandler (geht hier nicht anders, weil er verständlich reden muss)
– Kofferdam
– ordentliche Aufbereitung (zumindest für hier vorherrschende Lehrmeinungen)
– ausreichende chemische Desinfektion (dafür gibt es eine Laserdesinfektion)
– Strahlenschutz für Patient, Helferin und Behandler

Ist es das, was ihn schnell macht?
Ich glaube nicht.
Das kleine Behandlungszimmer, wo es kleine Wege gibt, ist sicher ein Teil des Tempos, aber der Hauptgrund ist das 4-händige Arbeiten mit dieser wahnsinnig schnellen Helferin.
Sie ist voll bei der Sache, reicht ihm die benötigten Instrumente und Materialien <just in time> an, weiss jeden Schritt im Voraus, jeder Handgriff sitzt.
Wie so oft, ist auch hier die Helferin der Schlüssel zum Erfolg (der hier klar im Tempo liegt und nicht auf der perfekt durchgeführten Therapie)

Mein Held in diesem Video ist ganz klar die Helferin.

Perimandibulärer Abszeß

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde mir nach einer Notbehandlung mit stationären Aufenthalt in einer Universitätsklinik überwiesen. Eine extraorale Inzision mit anschießender Drainage in Intubationsnarkose war notwendig gewesen. Ausgehend vom Zahn 37.  Die Antibiose mit Unacid war abgeschlossen. Der Eingriff fand 14 Tage zuvor statt.

Zuvor waren Beschwerden und Schwellung innerhalb von 4-5 Tagen entstanden. Eine Wurzelbehandlung war an dem Zahn begonnen.

Die Patientin hatte noch Beschwerden, zeigte eine deutliche Schwellung der linken Gesichtshäfte. Die Mundöffnung war noch stark eingeschränkt. 37 war horizontal und vertikal perkussionsempfindlich, zeigte als maximalen Sondierungswert 5mm und keine Temperaturempfindlichkeit. Der Zahn 37 war trepaniert und und mit einem Wattebausch verschlossen.

Die Patientin war trotz der besonders heftigen Leidensphase gewillt den Zahn zu erhalten.
Wir sahen einen möglichen Behandlungserfolg kritisch, da die Mundöffnung 2,5 cm Schneidezahnabstand betrug. Eine Kofferdamklammer war nicht platzierter. Das intraorale Röntgen wurde durch die geringe Mundöffnung und einen gleichzeitig vorhandenen Würgereiz stark behindert.

Nach physiotherapeutischen Übungen konnten wir einige Tage später mit Hilfe einer Abstützung auf der gegenüberliegenden Seite den Kofferdam anlegen. Die vorhandene Goldrestauration war fest und nahezu spaltfrei. Wir entschlossen uns diese zu belassen. Die Gestaltung der Zugangskavität, Darstellung der Kanaleingänge und initiale Aufbereitung und Desinfektion der Wurzelkanäle war auf Grund der geringen Mundöffnung sehr mühsam und selbst unter mikroskopischer Kontrolle kaum einsehbar. In der mesialen Wurzel konnten sensible Pulpaanteile mit einer intraligamentären Anästhesie desensibiliert und entfernt werden. Beim Einfädeln der Wurzelkanalinstrumente durfte die Zunge nicht zu stark berührt werden, da dies einen sofortigen Würgereiz auslöste. Weder Akupunktur, noch Akupressur halfen uns weiter. Nach einer CaOH-Einlage erfolgte ein Verschluss mit Glasionomerzement. Die Vielzahl der erschwerenden Begleitumstände in der Behandlung förderten nicht unseren Optimismus.  In der nachfolgenden Sitzung erfolgte die weitere Aufbereitung und nach einer abschließenden Desinfektion und thermischen Obturation der Wurzelkanäle erfolgte der adhäsive Verschluss.

Die Recallbilder zeigen eine klinisch unauffällige Situation, die Röntgenbilder zeigen einen deutlichen Heilungsverlauf und lassen die Leidensgeschichte nicht mehr erahnen.

Was zeigt das DVT ? (2)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsbefund bei der 01.
Ein Fistelgang in Regio 47 vestibulär bei für die Patientin vollkommen unauffälliger klinischer Situation. Der Zahnfilm zeigt eine ausgedehnte apikale Aufhellung an 46 und 47, zusätzlich einen massiven um die distale Wurzel sich bis nach zervikal erstreckenden lateralen Knochendefekt.

Vorgeschlagene Therapie: Wurzelkanalbehandlung an Zahn 46 und 47.

Die Patientin überlegte lange, ob sie eine solche Therapie durchführen lassen solle, willigte aber nach mehreren Monaten Bedenkzeit ein.

Ein DVT wurde vor der endodontischen Behandlung angefertigt.

Die Fragestellung für diese Woche: Ermöglicht das DVT über den Zahnfilm darüberhinausgehende Informationen oder wäre es in diesem Falle verzichtbar gewesen ?

Alltäglicher Jammer

von Ronald Wecker

Der Alltag in einer endodontologischen Praxis besteht leider nicht nur aus erfolgreich gelösten Behandlungsfällen und der Freude über positive Langzeit-Recalls.

Immer wieder stellen sich Patientin  zur Beratung vor, bei denen die Erhaltungsfähigkeit der zu beurteilenden Zähne nicht mehr gegeben ist. Oftmals scheint es dabei nach Erhebung der zahnbezogenen Anamnese, dass eine adäquate und dem aktuellen endodontischen Kenntnisstand entsprechende Erstbehandlung einen Zahnerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit ermöglicht hätte.

Besonders frustierend empfinde ich es, wenn an einem Beratungsvormittag gleich drei von vier zu beurteilenden Zähnen als nicht erhaltungsfähig bezeichnet werden müssen.

Hier die „Vertreter“ vom gestrigen Tag:

 

Matrizenentfernung

von Christian Danzl

Zur Schaffung eines ordentlichen Approximalkontaktes bei Kompositfüllungen eignen sich Teilmatrizensysteme ganz gut. Ob der Kontakt streng genug ist lässt sich meist beim Entfernen der Matrize erkennen. Wenn die Matrize am Approximalkontakt zwischen den Zähnen festgehalten wird und sich nicht leicht herausziehe lässt, ist der Kontakt gut.
Oft jedoch klebt die Matrize an der Füllung fest und lässt sich nur schwerlich lösen. Besonders gut an der Matrize klebt Komposit, wenn es mit One-Bottle-Systemen, wie Gænial-Bond von GC verklebt wird. Besonders bei Füllungen, die approximal sehr ausgedehnt sind, hält die Matrize besonders gut.
Mit einer starken Pinzette lässt sich die Matrize nicht mehr, auch nachdem man sie an den zugänglichen Stellen mit einem Heidemann-Spatel gelöst hat, herausziehen.
Beim Garrison Matrizen-System wird eine kleine Zange zum Entfernen der Matrizen mitgeliefert. Die Arbeitsenden sind Wolframcarbid belegt. Die Matrizen sie werden gut gehalten, aber durch die ungünstige Form reisst die Matrize oft ab, auch die gelochten Triodent-Matrizen in Verbindung mit der dazugehörigen Pinzette reissen aus.
Flachspitz-Zangen eignen sich auch nur bedingt, bei den grazilen Ausführungen verbiegen sich die Branchen leicht bei anderen Einsätzen. Nicht viel, aber es braucht auch nicht viel, um eine dünne Metallmatrize nicht mehr fest greifen zu können. Die stabileren Ausführungen sind oft zu dick, um weit genug in den Approximalraum zu kommen.

Die bisher beste Lösung ist bei uns der Nadelhalter nach Crile-Wood. Die Matrize wird, mit dem von okklusal kommenden Nadelhalter, gegriffen und der Nadelhalter um seine eigene Achse gedreht.
Somit hat sich bis jetzt jede Matrize beim ersten Versuch problemlos entfernen lassen.

Die antihaftbeschichteten Garrison Composi-Tight Slick Bands Matrizen hab ich noch nicht getestet. Aber auch diese werden sich mit dem Crile-Wood am leichtesten entfernen lassen.

Crile-Wood

Buchvorstellung „Adhäsive Zahnheilkunde“

von Christian Danzl

Zitat aus dem Vorwort des Autos:
„Noch ein Buch über Adhäsivtechnik? Na klar!“

Dieses Buch ist ein Update über die Adhäsivtechnik, einem Bereich der Zahnheilkunde, der jeden in der Praxis täglich begleitet.  Da kann es nicht schaden, wenn man mal wieder auf den aktuellen Stand gebracht wird.
Der Herausgeber Prof. Dr. Roland Frankenberger hat es geschafft in diesem Buch Wissenschaftler und Praktiker zu Wort kommen zu lassen.
Das Buch umfasst folgende Kapitel:

  1. Adhäsive: R. Frankenberger/U. Blunck
  2. Lichpolymerisation: C.-P. Ernst
  3. Komposit-Restaurationen: M. Lehnhard
  4. Keramik-Veneers: J. Hajtó
  5. Keramik-Inlays: A. Jacobi
  6. CAD/CAM und adhäsive Zahnheilkunde: S. Reich
  7. Adhäsive Stiftsysteme: M. Naumann, R. Frankenberger
  8. Aesthetic under control: T. Schwenk, M. Striegel
  9. Reparatur/Korrektur zahnärztlicher Restaurationen: R. Frankenberger

Mit knapp 380 Seiten und vielen Abbildungen ein durchaus gelungenes Buch für den Praktiker.
Erschienen im Deutschen Zahnärzte Verlag 2013 für 149,-
ISBN 978-3-7691-3427-8

Liebling, ich habe die Turbine geschrumpft

von Christian Danzl

Letzte Woche war mal wieder eine von den netten Damen in der Praxis, bei denen wir unsere Küretten bestellen, da. Sie hat immer wieder was neues im Gepäck. Diesmal wieder was von NSK.

Eine neue Mini-Turbine, wenn mal wieder gar kein Platz ist:
Die S Max pico. Für Ultra-Kurzschaftbohrer. Mit 9 W nicht der Drehmomentbulle, wie die Ti Max X 700 mit bis zu 22 W, aber das ist auch nicht ihr Einsatzgebiet.

Aber das wäre doch sehr einseitig, da es doch Kolleginnen und Kollegen gibt, die keine Turbinen verwenden. Für die gibt es einen kleinen Schnellläufer:
Ti Max Z85. Für Kurzschaftbohrer. Mit Mini-Kopf.

Konstruktionsbedingt ist der Kopf des Schnellläufers immer noch deutlich größer, als der der Turbine.

Auf den Bildern der Größenvergleich zu einer KaVo GentleForce Lux 7000 B.

Gedanken zu den „weißen Strichen“

von Ostidald Wucker

Der weiße Strich (die Wurzelfüllung) muss bis zur Wurzelspitze, oder besser nahe an den Apex reichen.
Das ist ein Kriterium in der endodontischen Behandlung. In der Gebührenordnung (BEMA) der gesetzlichen Krankenversicherung wird dies gefordert.

Richtlinie B III Nr. 9.1 a) „Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung des Wurzelkanals bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze gegeben sind.

Beim Lesen entstehen Fragen.

Was wenn der Wurzelkanal nicht in der Wurzelspitze endet?

Selbst wenn der Kanal dort endet, erfordert es hellseherische Fähigkeiten um zu sagen es ist lösbar oder den Abbruch in der Behandlung um dann dem Patienten zu sagen: Die Kosten müssen sie übernehmen, die Behandlung wird nicht den Richtlinien entsprechen.
Wer hat sich das erdacht?

Wie umgeht man das Problem? Es werden vor Behandlungsbeginn alle möglichen Kostenpläne, Aufklärungsbögen und Flyer erstellt und mitgegeben. Der Patient erhält ein Buch mit eng bedruckten Seiten. Vieles ist unverständlich.

Dann heißt es auch hier:

„Die ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Wurzelbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht derzeit die Aufbereitung des Kanals mit Handinstrumenten sowie die Pastenfüllung mit Einstifttechnik vor. Alle modernen und (zeitlich) aufwändigen Verfahren zur Wurzelkanalbehandlung entsprechen demzufolge nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot.“

Da stellt sich die Frage: Ist die Aufbereitung mit Handinstrumenten gegenüber Nickeltitaninstrumenten in maschineller Aufbereitung nicht deutlich zeitaufwendiger? Demzufolge auch unwirtschaftlicher?
Nein, ist sie nicht. Die Aufbereitung eines Wurzelkanals wird in Deutschland von den gesetzlichen Krankenversicherungen im Schnitt mit ca. 25-30 Euro honoriert. 4 Nickeltitanisntrumente kosten zwischen 40 und 60 Euro. Handarbeit ist deutlich wirtschaftlicher. Insofern am Ende das gleiche Ergebnis steht.

Oder die Instrumente werden mehrmals eingesetzt. Da kommen wir zu anderen Problemen, die hier nicht betrachten werden sollen.
(Der Zeitaufwand spielt bei einer Zahnbehandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland keine Rolle, denn es wird pauschal honoriert.)

Folgendes Zitat zu den Nickeltitaninstrumenten 1998:

„…Diese neuartigen Instrumente vereinigen zahlreiche Merkmale, die besonders im gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil sind. Eine schnellere, vor allem aber sichere Aufbereitung scheint dadurch möglich zu sein.“

Endodontie 7 (1998), Nr. 1, Seite 41
Aufbereitung gekrümmter Wurzelkanäle
Herrmann, H.-W.

Inzwischen können wir sagen, bei entsprechend fachgerechter Anwendung ist dem so. Quelle

Die Wurzelbehandlung mit Nickeltitaninstrumenten ist bei Backenzähnen mit mehreren Wurzelkanälen mittels Nickeltitaninstrumenten schneller und wirtschaftlicher.

Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich für den Behandler an Hand von zweidimensionalen Röntgenbildern dreidimensionale Objekte verlässlich zu beurteilen zu müssen. Dazu noch eine sichere Voraussage zu treffen ist nahezu unmöglich.
Wir behandlen keine Röntgenbilder.

Und selbst wenn es gelingt mit den weißen Strichen muss es nicht heißen, daß es ein Behandlungserfolg ist. Will der Behandler sicher gehen, kann er eine Wurzelbehandlung nicht zu Lasten der GKV beginnen.

Anbei ein Beispiel aus unserer Praxis. Die weißen Striche waren bei der Erstbehandlung nahe dem Apex. Trotzdem der pathologische Befund.
Also was ist schief gelaufen?
Der weiße Strich war nicht dick genug.
Muss heißen es fehlte nicht an Länge, es fehlte an Desinfektion und unzureichender Behandlung der infizierten Bereiche.
Die Revision der Erstbehandlung mit verkeiltem Thermafill-Carrier benötigte einen hohen Zeitaufwand von 4 Stunden. Es ist kein spektakuläres aber ein erfolgreiches Ergebnis.

Die Kosten trug der Patient.

Vertikale Kondensation

von Christian Danzl

Wenn bei einer Wurzelkanalbehandlung die Aufbereitung, Desinfektion und Trocknung der Wurzelkanäle abgeschlossen ist, gibt es verschiedene Wege sie mit Sealer und Guttapercha (oder ähnlichem) zu füllen.
Am weitesten verbreitet dürfte die Einstifttechnik sein, bei der der Kanal mit Wurzelkanalsealer aufgefüllt wird und ein mehr oder weniger formkongruenter Guttaperchastift nachgeschoben wird. Einfach, schnell, stellt keine großen Ansprüche an die Aufbereitung, ist aber weit weg von High-End.
Bei der lateralen Kondensation wird nach dem Sealer ein Guttaperchastift eingebracht und anschliessend mit einem Spreader Platz für einen weiteren Stift geschaffen, dieser wird so weit wie möglich eingebracht, anschliessend wird wieder mit dem Speader Platz geschaffen … bis der Kanal gefüllt ist. Man kann so die meisten Kanäle gut 3-dimensional füllen, wenn die Krümmungen nicht zu stark sind. Zeitraubend.
Bei der warmen vertikalen Kondesation wird nach dem Sealer eine Füllspitze eingebracht, diese wird mit einem Heat-Plugger stückweise erweicht, der entstehende Überschuss entfernt und die im Kanal verbleibende GP-Spitze mit einem Plugger nach apikal verdichtet. Das wird wiederholt bis man auch die Guttapercha auf den letzten 3 mm vor Apex erweicht und an die Kanalmorphologie angepasst hat. So wird apikal ein relativ dichter Verschluss erzielt. Der Rest des Kanals wird dann mit warmer Guttapercha aufgefüllt.

Der Heatplugger (z.B. Touch’n Heat, System B) kann aber auch ersetzt werden durch ein Ultraschallgerät mit einer Spitze, die vorne plan ist, wie ein Plugger (z.B. NSK E5/E6). Durch die Schwingung wird die GP sehr plastisch und lässt sich schön in Nischen einbringen.
An sich gleiches Vorgehen, wie mit dem Heatpluger.

Vorteile:
– es braucht kein Heatplugger angeschafft werden, wenn ein US-gerät vorhanden ist
– Erwärmen/Verpressen der WF und Kondensieren mit einem Gerät möglich
– treibt die GP besser in Ecken und Nischen

Nachteile:
– Gefahr der Schartenbildung an der Kanalwand bei zuviel Leistung
– Hitzeentwicklung schlecht kontrollierbar
– Vorbiegen der US-Spitzen ist deutlich schwieriger bei Heatpluggern

Dieses System ist jetzt nicht neu, man muss auch nicht umsteigen, aber man kann in bestimmten Fällen die Guttapercha besser verpressen. Und man kann, wenn man ein US-Gerät in der Praxis hat, das System der vertikalen Kondensation ausprobieren ob es für einen selber Sinn macht auf warme vertikale Kondensation umzusteigen und sich dafür Geräte anschafft.

Keine Verbesserung

von Christian Danzl

Wir haben umgestellt auf, hier in Wurzelspitze vorgestellte, Spülspritzen von mit verschiedenfarbigen Kolben. Diese kamen zum Einsatz bei der Endo. So konnten die Spritzen mit unterschiedlichem Inhalt (NaOCl, CHX, Alkohol, Zitronensäure…) sofort an der Farbe des Kolbens unterschieden werden.
Nach einigen Monaten Erfahrung mit den neuen Spritzen haben wir nicht mehr nachbestellt.

Um eines vorweg zu nehmen: Die Spritzen sind gut, an denen gibt es nichts auszusetzen.

Für die Behandler in unserer Praxis haben sie sich aber als nicht besser herausgestellt, als  die die wir bereits benutzten. Denn die farbmarkierten Spritzen haben zwei Eigenschaften, die uns persönlich beim Arbeiten unter dem Mikroskop nicht gefielen gefallen.

1. Sie sind für unseren Geschmack zu groß und unhandlich, besonders, wenn sie voll aufgezogen waren. Der Durchmesser ist auch grösser, so dass mehr Druck aufgewandt werden musste um die Flüssigkeit auszudrücken.

2. Farbig war nur der Kolben und nicht der Zylinder. Man konnte unter dem Mikroskop nicht erkennen, ob einem die richtige Spüllösung angereicht wurde, da der Kolben nicht in  das Sichtfeld kam.

Wir nehmen wieder die bewährten Spritzen und zur leichteren Unterscheidung wird nun vorne am Zylinder (leichter sichtbar unter dem Mikroskop) mit farbigem Klebeband die Farbmarkierung angebracht.
Momentan mit Gewebeband, mal sehen vielleicht ergibt sich noch was anderes.

Die restlichen grossen bunten Spritzen werden weiter eingesetzt bei uns, wie gesagt, nichts daran auszusetzen dran, aber nicht mehr zur Endo unter dem Mikroskop.

Wie würden Sie entscheiden – Teil 1

von Bodald Necker

Liebe Leser, hin und wieder steh ich in der Praxis vor einem Problem, deren verschiedene Lösungswege mich nicht glücklich machen.

Letzte Woche hatte ich wieder so einen Fall.

Die Klinische Krone am Zahn 35 ist kariös sehr stark zerstört. Nach Karies Ex ist die Zahnkrone weg. Bis fast auf Knochenniveau, keine Chance auf 2 mm Ferrule. Pulpa ist nicht eröffnet, Zahn ist vital macht keinerlei Probleme. Nachbarzähne und auch der betreffende Zahn stehen gut im Knochen, keine erhöhten Sondierungstiefen.

Wie würden Sie den Zahn definitiv versorgen?

Take Our Poll

Zahnschutz

von Christoph Kaaden

„So etwas“ will Moritz nicht, dass ihm noch mal passieren…

ein Zahnunfall beim Basketballspielen.

„Gemeinsam“ mit Moritz und seinen Eltern haben wir daher entschieden nach der ersten Behandlungsphase einen individuellen Zahnschutz anzufertigen.

Die Wahl fiel auf einen individuellen Mulit-Layer-Zahnschutz.

Das klinische Vorgehen hierfür ist recht schnell erläutert:

  • Abformungen von Ober- und Unterkiefer inklusive Bissnahme

Da der Zahnschutz in den allermeisten Fällen im Oberkiefer getragen wird (Ausnahme bei ausgeprägter Progenie) sollte darauf geachtet werden, dass Umschlagfalte, Lippen- und Wangenbändchen sowie Gaumen bis zum 1. Molaren gut dargestellt sind.

Die eigentliche Herstellung erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Im Vorfeld gilt es dabei zu berücksichtigen, bei welcher Sportart (mit damit ggf. verbundenen Krafteinwirkungen auf die Zähne) der Zahnschutz getragen werden soll. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der verschiedenen Kunstoffschichten. Da beim Basketball mit einer flächigen Krafteinwirlung zu rechnen ist wurde bei Moritz ein Multi-Layer Zahnschutz mit 2 und 4 mm Schichten hergestellt.

Dieser macht das erste Zahntrauma zwar nicht unvergessen und rückgängig, sollte aber verhindern, dass ähnliches wieder passiert…

Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle der sehr gelungene Artikel von Lang & Filippi zu dieser Thematik ans Herz gelegt.

Endo-Prophylaxe – Flosser

von Christian Danzl

Da in unsere Praxis einige Endos überwiesen werden, machen wir mehr Endos als eine normale Durchschnittspraxis. Das machen wir auch gerne.
Aber die beste Endo ist und bleibt immer noch, die, die verhindert wurde. Und zwar nicht durch die Zange, sondern durch nicht entstandene Karies.

Dass Zähneputzen der Karies abträglich ist ist nichts neues.
Dass es sich bei Benutzung der Zahnseide ebenso verhält ist ebenfalls nichts neues.

Zähneputzen geht bei den meisten Leuten, Zahnseide jedoch ist für die wenigsten Leute eine regelmässige Tätigkeit.

Kann man verstehen.

Während das Zähneputzen nebenbei, z.B. vor dem Fernseher, verrichtet werden kann, fordert die Anwendung der Zahnseide zwei Hände, deutlich mehr Aufmerksamkeit und oft einen Spiegel.

Zahnseide ist lästig, deshalb nicht beliebt.

Bei der Professionellen Zahnreinigung weisen unsere „Reinigungskräfte“ immer wieder darauf hin, regelmässig zur Anwendung kommt die Zahnseide im häuslichen Bereich trotzdem wenig.

Deshalb haben wir jetzt umgestellt, von Zahnseide von der Rolle auf „konfektionierte Zahnseide“, also Flosser. Eine kleine handliche Kunststoffgabel mit einem Stück aufgespannter Zahnseide. Die Interdentalpflege wird deutlich einfacher: Man benötigt keine zweite Hand mehr und auch keinen Spiegel mehr.
Bis jetzt waren die Patienten davon begeistert.

Es gibt sie von verschiedenen Herstellern mit verschiedenen Merkmalen:
Zahnseide mit Fluorid getränkt, Arbeitsende abwinkelbar, Griff spitz und als Zahnstocher verwendbar.

Wir haben mal verschiedene Modelle zum Testen bestellt.

Unser Favorit:

Das Modell von TePe (unten, dunkelblau). Stabil, liegt sicher in der Hand und lässt sich gut „reinbeissen“

Röntgenbilder

von Christian Danzl

Die letzten Tage haben wir gesehen, dass die Ansprüche an die Röntgenfrequenz bei der Endo von Behandler zu Behandler sehr unterschiedlich sind.
Ich gehe davon aus, dass Einigkeit besteht in der Notwendigkeit einer präendodontischen Ausgangsaufnahme und einer postendodontischen Kontrollaufnahme.
Sicher gibt es Kollegen, die auch das für zuviel halten, aber es gibt auch das andere Ende.
Wieviele Röntgenbilder machen Sie bei der Wurzelkanalbehandlung eines „normalen (Erstbehandlung, 4 Kanäle, keine apikale Veränderungen) oberen 6ers“?

Take Our Poll

Saving Hopeless Teeth (XXXI) und Erfolgsraten 1

von Ostidald Wucker

Die Patientin kam um sich noch einmal zu vergewissern, ob der Zahn gezogen werden muss. Geplant war die Extraktion und eine anschließende Versorgung mit Zahnersatz.
Klinisch zeigte sich der Zahn unauffällig. Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen, kein Perkussionsschmerz und kein Aufbisschmerz vorhanden.
Eine Orthopantomogrammaufnahme führte zu dem Zufallsbfund und der Einschätzung – Extraktion.
Gerade die Symptomlosigkeit war der Grund der Nachfrage bei uns.

Die erste Wurzelbehandlung erfolgte vor mehren Jahren. Danach wurde die Keramikrestauration eingegliedert. Es gab keine Röntgenkontollen und er Zahn war beschwerdefrei.

Im Beratungsgespräch schätzten wir die Situation als behandelbar ein und empfahlen keine Extraktion.

Nun steht die Frage woran ermessen wir die Prognose?

Sind Prognose und Erfolgsrate gleichzusetzen?

Oft hört man unterschiedliche Angaben. Deshalb von mir die Umfrage, wie schätzen Sie die Prognose/oder Wahrscheinlichkeit des Behandlungserfolges dieses Zahnes ein?

Take Our Poll

Zahnschmerzen sind grausam – die Fortsetzung

von Hans – Willi Herrmann

Bei den 3 hier letzte Woche vorgestellten Fällen habe ich das gemacht, was ich immer tue.

Anästhesie, Kofferdam, Sondierung der Kanäle mit Handfeilen ISO 006 bis 010, Bestimmung der Wurzelkanallänge.
Danach Instrumentation mit einer VDW Reciproc 25- Feile auf Apex minus 0,5 mm in den Fällen, in denen sich die Wurzelkanallänge mittels Apexlokator  einwandfrei und reproduzierbar bestimmen lässt.

In Fällen, in denen die Apexmessung zwar durchführbar,  aber zu diesem frühen Zeitpunkt der Wurzelkanalbehandlung noch nicht eindeutig und reproduzierbar ist,  Aufbereitung mit VDW Reciproc 25 auf Apex minus 2 mm unter permanenter Kontrolle mittels Apexlokator.

In Fällen, in denen es nicht möglich ist, mit den Handinstrumenten bis auf Apexlänge zu kommen, erfolgt zunächst eine koronale Aufbereitung mit der VDW Reciproc 25, danach apikale Sondierung mit Handinstrumenten bis ISO 010. Anschließend wie oben beschrieben der apikale Einsatz der VDW Reciproc 25 – Feile.

Gespült wurde intermittierend mit 3%iger NaOCl- Lösung, auf 50 Grad erwärmt.

Am Ende der Behandlung wurden die Wurzelkanäle mit Papierspitzen getrocknet und danach in jedem Wurzelkanal das Endox – Gerät mit jeweils einem Stromstoss apikal angewandt.

Im Anschluss daran Ledermix – Einlage mittels Ultradent Skinny Syringe- Spritze und Kanüle in die Kanäle appliziert.

Abdeckung der Wurzelkanaleingänge mit Teflon- Band.
Abschließend Verschluß der Trepanationsöffnung mit einer Fuji F9 – Glasinonomerzementfüllung.

Alle 3 Patienten waren am nächsten Tag beschwerdefrei.
Und sind es bis Ende der Behandlung geblieben.
Alle 3 Wurzelkanalbehandlungen wurden zwischenzeitlich abgeschlossen.

Der von unserer Seite  obligatorische Anruf beim Patienten am Tag nach der Behandlung ergab, daß bei  allen dreien die zum Teil über einen Monat lang vorhandenen Beschwerden, welche zum Teil  starken Schmerzcharakter besaßen, verschwunden waren.

Für die Patienten wie von Zauberhand, insbesonders nach der langen Zeit.
Vor allem erstaunlich für diese im Hinblick darauf, dass ein Verschluss des Zahnes zwischen den Behandlungssitzungen als nicht zielführend eingestuft worden war und die Patienten dies im bisherigen Verlauf der Behandlung, wann immer der Versuch unternommen wurde, den Zahn zu verschliessen, als problematisch erlebt hatten.

Wo sind die Gründe für den Misserfolg zu suchen ?

Im Falle des Zahnes 47 wurde die vorhandene Krone abgetrennt.
Es fand sich eine zerbröselte Ausbaufüllung und Sekundärkaries. Der Zahn wurde mit einer dentinadhäsiv verankerten Kunststoffrestauration aufgebaut.
Gab diese Maßnahme hier den Ausschlag ? Vermutlich nicht, denn der Zahn war ja ohnehin offen, da spielte vermutlich die undichte Krone keine Rolle. Ist der stabile, bakteriendichte Aufbau eine Grundvoraussetzung adäquaten Arbeitens ?  Definitiv.

Im Falle des Zahnes 25 wurde die vorhandene Krone ebenfalls entfernt, um mehr Übersicht zu haben. Die vorhandene Krone war dicht und es gab keinen Hinweis für eine koronale Reinfektion durch die Krone, wenn man davon absieht, dass der Zahn einen Monat lang offen, die Trepanationsöffnung mit einem medikamentengetränkten Wattepellet versehen war.

Bei Zahn 44 wurde die vorhandene Krone (sie war relativ neu und zirkulär dicht, der Zahn kariesfrei) belassen.

An der bis dato durchgeführten Aufbereitung kann es in diesen Fällen sicher nicht gelegen haben. Die Wurzelkanäle sind in den Röntgenbildern einwandfrei zu sehen und schon röntgenologisch als erweitert zu erkennen. Intraoperativ zeigten sich in allen drei Fällen, dass die Aufbereitung auf jeden Fall soweit durchgeführt worden war im Vorfeld, dass eine ausreichende Wirkung der Spülflüssigkeiten und Medikamente vorausgesetzt werden kann.

Woran lag es also dann ?

An den eingesetzten Spüllösungen  ?
Den verwendeten medikamentösen Einlagen ?
Am Offenlassen des Zahnes ?

Es gibt keinen Grund, darüber zu spekulieren, solange man weiss, daß  die oben beschriebene Vorgehensweise funktioniert.
Dem Patient ist es ohnehin egal, Hauptsache, es wird ihm geholfen.
Denn – wie schon zu Beginn geschrieben – Zahnschmerzen sind grausam.
Und das vornehmste Ziel des Zahnarztes ist es, den Patienten von seinen – teils unerträglichen Schmerzen zu befreien und – ihm seinen Zahn zu erhalten.

Absolute Trockenlegung – continued

von Christian Danzl

Absolute Trockenlegung bei der Wurzelkanalbehandlung ist in meinen Augen nicht zwingend notwendig.
Jeder muss selber wissen, wes er will und tut. Will ich bei einer Endo 50 oder mehr Watterollen durch den Mund des Patienten schleusen? Macht es mir etwas aus, wenn in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit Speichel in den trepanierten Zahn fliesst? Kann der Patient damit umgehen, wenn ihn während der Behandlung hin und wieder ein Desinfektionsmittel am Zäpfchen kitzelt?
Das muss jeder selber wissen und verantworten.

Ich jedenfalls will o.g. nicht. Ich bin froh, wenn ich mich nicht auf die „Nebenschauplätze“ konzentrieren muss, sondern auf die eigentliche Belange der Endo.
Man kann das ganze schon irgendwie ohne Kofferdam handeln. Irgendwie geht es immer. Es ist zwar mehr Stress und Arbeit ohne Kofferdam, aber es geht schon, wenn man sich gegen dem Kofferdam sträubt.

Aber nur solange, solange man ohne Vergrößerung arbeitet.

Solange man alles im Blickfeld hat: Die Zunge des Patienten, die Watterollen, die Helferin und ihr Engagement an diesem Tag, den Speichelzieher, den Spiegel mit dem man selber abhält…….

Kommt aber jetzt eine vergrößernde Sehhilfe zum Einsatz (Lupenbrille, Mikroskop) wird das Blickfeld sehr eingeengt.
Dann ist man ohne Kofferdam auf Gedeih und Verderb auf die Helferin angewiesen, dass diese das Arbeitsfeld trocken hält, und den Patienten nichts verschlucken lässt, was er nicht soll.
Das funktioniert in meinen Augen definitiv nicht.

Diesmal hier eine (bei uns) neue Errungenschaft im Bereich der absoluten Trockenlegung:

Latexfreier Kofferdam, bereits auf einem flexiblen Rahmen aufgespannt. Nennt sich „Flexi-Dam framed“, von Hygienic. Das Tuch selber erinnert sehr an den Flexi-Dam von Roeko (wer welche Firma und deren Produkte in letzter Zeit wen übernommen hat, weiss ich nicht) mit all seinen Vor- und Nachteilen. Also die Löcher mindestens eine Nummer kleiner stanzen als bei Latex.
Es ist sicher kein „must have“, schadet aber nicht, wenn mal ein latexfreier KD gebraucht wird und dieser schon aufgespannt ist.

Lächeln tut gut!

von Christian Danzl

Haben Sie sich schon mal die Gesichter der Patienten angeschaut, die in Ihre Praxis kommen?
Klar! Man redet ja mit den Patienten, dann sieht man ihnen unweigerlich auch mal ins Gesicht.
Das meinte ich nicht. Ich meinte eigentlich den Gesichtsausdruck. Welches „Gesicht machen“ sie an der Anmeldung?

Ein glückliches? Ein entspanntes? Ein fröhliches?

Bei der letzten Renovierung und Neugestaltung der Praxis, empfahl mir der Maler im Rezeptionsbereich eine Fläche mit Schultafel-Lack.
Dort könne man wöchentlich mit Kreide einen neuen Spruch hinschreiben.
Gute Idee.

Der erste Spruch war:

„Lächeln tut gut!“

1. Effekt
Jeder (Ausnahmen gibt es immer), der den Spruch das erste Mal gelesen hat, musste lächeln. Von vielen wurde der Spruch positiv kommentiert.
So ein banaler Spruch hebt die Stimmung an der Anmeldung.

2. Effekt
Der Spruch wurde nie weggewischt und durch einen anderen ersetzt, weil er viele positive Rückmeldungen und viele Leute zum Lächeln brachte.
Er blieb bis, wegen eines Wasserschadens, die Möbel (jetzt ohne Schultafellack und ohne Spruch) ersetzt wurden .

3. Effekt
Viele Patienten bemerkten, dass sie Spruch vermissten.

Übergangsweise hatten wir dann auf der Theke einen kleinen
„lächeln“- Aufsteller. Wieder mit positiver Resonanz.

Letzte Woche ist nun die beschriftete Leinwand 80 x 120 cm fertig geworden, die nun die Wand hinter der Rezeption schmücken wird.
Und vielen Patienten wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird….

Zur Nachahmung empfohlen!
Versuchen Sie es!
Die positiven Rückmeldungen heben die Stimmung an der Rezeption unweigerlich.

CJ Consultation 2 fach Apo – Vergrößerungswechsler

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit habe ich hier über den Zeiss-Falttubus für unser Zeiss Pro Ergo Mikroskop berichtet, der gleich mehrere Funktionen vereinigt. Unter anderem einen integrierten Vergrößerungswechsler, der den Vergrößerungsbereich des Pro Ergo sinnvoll erweitert.

Beim Neukauf eines Zeiss -Dentalmikroskopes würde ich diesen Falttubus mir vermutlich zulegen, weil er- insbesondere im Hinblick auf das Arbeiten mit Assistenz am Mitbeobachtertubus – ein Plus an Ergonomie bringt.

Warum nur beim Neukauf ?
Bei bereits vorhandenem konventionellen Tubus schlägt der Mehrpreis, der ja de facto die Investition in 2 Tuben widerspiegelt, stark durch. Aus diesem Grund habe ich bislang auf die Nachrüstung meiner Zeiss – Mikroskope mit dem Falttubus verzichtet, auch wenn ich prinzipiell von den Qualitäten dieses Zubehörteils überzeugt bin.

Seit kurzem gibt es für Bestandskunden aber immerhin die Möglichkeit, die Funktionalität eines Vergrößerungswechslers für die Zeiss -Dentalmikroskope nachzurüsten.

Die Firma CJ Consultation bietet einen 2-stufigen apochromatischer Vergrößerungswechsler für Dentalmikroskope an.

Dieser wird vom Hersteller wie folgt beschrieben:
„Der neue CJ Consultation 2 fach Wechsler 0,77/1,3 vereint brillante Optik mit erhöhter Flexibilität des Vergrößerungsvermögen. Durch Drehen des Knopfes kann die Vergrößerung der Objekte um 2×30% vergrößert bzw. verkleinert werden. Gerade für das ProErgo wo Vergrößerungswerte von 24 fach aufgrund der Varioskopbrennweite unerreicht bleiben gibt es die Variante mit Festfaktor 1,3 welche nur einen minimalen Aufbau von ca. 30 mm hat.
Durch die apochromatische Korrektion entstehen keine Farbsäume und es ist kein sichtbarer Lichtverlust erkennbar.“

Ich hatte die Möglichkeit diesen Wechsler für einen Zeitraum von 3 Wochen an meinem Zeiss Pro Ergo – Dentalmikroskop auszuprobieren.

In dieser Zeit verrichtete der Wechsler unauffällig seinen Dienst. Tat also das,was er tun sollte und zwar ohne irgendwelche negativen Auffälligkeiten. Unauffällig ist also in diesem Fall eine positive Eigenschaft. Es fehlt natürlich der direkte Vergleich zum Zeiss- Pendant. Und es ist schon zu lange her, dass ich diesen in der Praxis hatte, um konkret dazu etwas sagen zu können. Interessenten kommen demnach nicht umhin, die Unterschiede  für sich selbst anzutesten.

Zwei Fotos des Wechslers habe ich hier beigefügt.

Einen Unterschied gibt es allerdings, der zumindest für die Assistenz mit Mitbeobachtertubus oder für die Assistenz, die über eine an den Strahlenteiler angedockte Kamera zuschaut, von Bedeutung ist.

Beim Jung- Wechseler haben sie die Möglichkeit, den Wechsler über oder unter dem Strahlenteiler zu montieren, im Gegensatz zum Zeiss -Gegenstück, der prinzipbedingt oberhalb des Strahlenteilers residiert.

Was spricht für oder gegen die Montage oberhalb des Strahlenteilers ?

Die lichtschluckende und gegebenenfalls qualitätsmindernde Wirkung des Wechslers schlägt sich nicht in den Fotos nieder, dafür fehlt natürlich aber auch die Möglichkeit, eben besagte Vergrößerung im Bild festzuhalten.

Bei Montage unterhalb des Strahlenteilers ist die Assistenz in der Lage, an der  vergrößernden Wirkung des Wechslers teilzuhaben, ebenso wie die Kamera. Allerdings geht dies unter anderem zu Lasten der Belichtungszeit, die zwangsläufig etwas in die Höhe gehen muss.

Was nun als das jeweils Bessere zur Anwendung kommt, ist nicht nur situationsbedingt sondern auch vom Gusto des Behandlungsteams abhängig.

Insofern ist es nicht schlecht, wenn man diesbezüglich wählen kann.

Nachfolgend noch drei Bilder, die einen Eindruck der Vergrößerungseigenschaften des Wechslers vermitteln sollen.


 

Disclaimer
Der CJ Consultation 2 fach Apo – Vergrößerungswechsler wurde uns von CJ Consultation kostenlos für eine Zeit von 3 Wochen zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Nach dieser Zeit wurde das Gerät für uns kostenfrei  zum Hersteller zurückgesandt. Der hier niedergeschriebene Artikel gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder. Es gab keine Vergütung von Seiten des Herstellers oder Dritter für die Erstellung dieses Artikels.

Misserfolg? Zahn 26 mit Fistel

von Bodald Necker

Der Patient wurde überwiesen mit Bitte um Wurzelbehandlung am 26. Das Röntgenbild zeigt eine deutliche apikale Aufhellung am mb-Kanal, klinisch ist buccal eine Fistel erkennbar. Der Patient hat hin und wieder leichte Beschwerden.

Nach Trepanation, Anlegen der Zugangskavität und Ausräumen der Reste der Kronenpulpa, zeigten sich im Bereich der mesiobuccalen Wurzel 3 Kanaleingänge. Der Kanäle p, db und mb waren sofort patent. Mb2 weigerte sich anfangs, aber mit einer 006er K-Feile liess sich auch dieser Apex passieren. Nur mb 3 war nicht gängig und liess sich auch nach längerem Suchen nicht apikal öffnen (wenn überhaupt ein eigener Apex vorhanden ist…).
Aus dem mb Kanal drang gelbliches Sekret in die Pulpakammer. Dieses wurde ausgespült und die Kanäle aufbereitet, gespült mit NaOCl, getrocknet und Calciumhydroxid als Medikament eingelegt. Neuer Termin zur WV.

Am nächsten Termin war die Fistel verschlossen, keine Beschwerden. Also den prov. Verschluss entfernt, Med ausgespült, nochmalige Desinfektion mit NaOCl. Bei der Trocknung des mb Kanals mit Papierspitzen lief die Pulpakammer wieder voll mit gelblichem Sekret. Dieses wurde wieder abgesaugt, der Apex weiter eröffnet mit einer 15er Feile und aufsteigendes Sekret abgesaugt bis nichts mehr kam. Calciumhydroxid, Cavit, neuer Termin.

Nach 14 Tagen keine Beschwerden, aber wieder Fistel. Gelbliches Sekret beim Trocknen des mb Kanals, gleiches Spiel.

Letzte konservative Chance für den Zahn über die Feiertage. Desinfektion, Calciumhydroxid.

Wieder keine Beschwerden, aber hin und wieder eine Fistel.

Abklärung beim Chirurgen mittels DVT. Entschluss zur WSR nach WF.

Termin beim Chirurgen wurde vereinbart. Am Tag vor der WSR erfolgte die WF (wieder Sekret aus mb, dieser liess sich anschliessend wieder trocknen). Diese erfolgte „zweizeitig“, zuerst wurden die Kanäle p und db gefüllt und verklebt, anschliessend wurde die mb-Wurzel versorgt. So konnte verhindert werden, dass  Sekret aus der mb Wurzel in die anderen, bereits gereinigten und desinfizierten Kanäle kontaminiert.

Da sich nach mehreren Sitzungen mit Desinfektion und medikamentösen Einlagen die Situation nicht entspannt hat, haben wir uns zur chirurgischen Weiterführung der Therapie entschieden.

Wir werden sehen, ob sich die Fistel verschliesst und zu bleibt.

War es nun ein Misserfolg?
Zumindest konnte mit Aufbereitung, Desinfektion und medikamentöser Einlage die Fistel nicht beseitigt werden. Wie es nach erfolgter WF und ohne WSR ausgesehen hätte, werden wir nicht erfahren.

Wenn die Fistel und die apikale Aufhellung abheilen, kann man es zumindest als Erfolg der  konservativen und chirurgischen Behandlung werten.

Rein konservativ war es bis jetzt kein Erfolg.

Masterpoint

Ausgangszustand

Wurzelfüllung

3 Kanäle mesiobuccal, db bereits adhäsiv verschlossen

WF distobuccal, Kanaleingang gesäubert für adhäsiveb Verschluss

10 Euro

von Christian Danzl

Woran erkennt man einen Arzt im Supermarkt? –
Weil er alles in 10 Euro-Scheinen bezahlt.

Dieser Witz, der 2004 entstand, gehört nun der Vergangenheit an, denn

die „10 Euro“ sind weg!

Die unsäglichen 10 Euro Kassengebühr sind endlich wieder abgeschafft.

Warum unsäglich?
Warum fand ich sie so schlimm?

Was war denn die Kassengebühr?

Zum einen war es eine versteckte Erhöhung des Krankkassenbeitrages, den die Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten für die Krankenkassen unentgeltlich eintreiben mussten. Mit anfangs erheblichen Verwaltungsaufwand.

  1. Den Patienten fragen, ob er dieses Quartal schon mal beim Zahnarzt war und die Kassengebühr bereits bezahlt hat
  2. Grundsatzdiskussion über die KG
  3. nächste Grundsatzdiskussion, dass die beim Arzt geleistete KG nicht beim ZA gilt
  4. KG entgegennehmen
  5. Quittung ausstellen
  6. Aufklärung über die Sinnhaftigkeit der Aufbewahrung dieses Zettels für 3 Monate.
  7. Bei nur erfolgter Routine-Kontrolle, oder nicht KG-Pflichtigen Behandlungen, die KG zurückerstatten, erstellte Quittung wieder einziehen und vernichten

(auch andere Vorgehensweisen waren natürlich möglich, wie die KG erst erheben, wenn KG-pflichtige Behandlungen vorgenommen wurden)

Optional zu 4. oben
Patient zahlt die 10 Euro nicht, weil

  • er kein Geld dabei hat => Mahnung ausdrucken und mitgeben, oder zuschicken, wenn man keine Lust hat auf eine erneute Grundsatzdiskussion, warum jetzt schon eine Mahnung; als Beschwerdestelle die KK angeben
  • er es sich nicht leisten kann => zur KK schicken und Befreiung beantragen
  • er sie schon bezahlt hat, aber den Zettel gerade nicht dabei hat, oder weggeworfen (sieh Punkt 6 oben) => beim letzten Behandler anrufen und bereits erfolgte Bezahlung bestätigen lassen oder zu erfahren, dass die KG bezahlt wurde aber nicht für das aktuelle, sondern für das vergangene Quartal (weiter mit Punkt 2 oben)
  • er es nicht zahlen will, weil er es überhaupt nicht einsieht und überhaupt => Patienten schimpfen lassen, Ohren auf Durchzug, einigermassen nettes Gesicht machen, sich seinen Teil denken und Mahnung später zuschicken, weil man auch noch andere Arbeit hat, als sich dumm anreden zu lassen…

Zum anderen war es für die KK ein sehr effektives Mittel um Kosten zu sparen.
Kosten sparen durch Behandlungsverzicht.

Viele Patienten sind einfach nicht zum Zahnarzt gegangen, weil sie Angst hatten, 10 Euro zahlen zu müssen.
Wer?
Meist genau die, die man durch lange Jahre Überzeugungsarbeit (recall) routinemässig in die Praxis gezogen hat, und mit regelmässiger Kontrolle und rechtzeitiger Behandlung vor Zahnschmerzen bewahrt hat, weil sie sonst nur mit Schmerzen kamen. Also genau die, die sowieso nicht die Tapferkeitsmedaille beim ZA verliehen bekamen.

Erfolg für die Patienten?

Genau, es gibt wieder dicke Backen.

Als ich 1998 in der Praxis anfing, kannte ich die dicke Backe aus der Uni, aus Karikaturen, aus Büchern, aber in der Praxis sahen wir sie selten. Vielleicht eine pro Monat.

2004 kam mit der Gesundheitsreform die KG. Ein paar Jahre hatten wir Schonzeit, aber seit ca. 5 Jahren steigt die Zahl der dicken Backen kontinuierlich an (bei nicht veränderten Behandlungsprotokoll), so dass wir durchaus mehrere dicke Backen in de Woche sehen (möglich, dass wir hier zahlenmässig nicht repräsentativ sind, da wir in der Kurstadt auch immer viele Schmerzpatienten aus den Sanatorien behandeln).

Notwendige Behandlungen wurden also einfach aufgeschoben. Aus Defekten, die mit Füllungen zu versorgen gewesen wären, wurden durch Aufschub Wurzelbehandlungen oder Extraktionen.

Erfolg für den Zahnarzt?

Zum oben beschriebenen Verwaltungsmehraufwand kommt hinzu, dass die Bestellbücher gegen Ende des Quartals mehr oder weniger leer waren, da viele Patienten lieber auf’s neue Quartal gewartet haben, um nicht zweimal hintereinander die 10 Euro KG zahlen zu müssen, wenn sich die Behandlung sich über zwei oder mehr Sitzungen, also ins neue Quartal, hineinzieht.
Durch aufgeschobene Füllungstherapie kam es natürlich zu mehr Wurzelbehandlungen und zu mehr Extraktionen.
Das freut an sich den prothetisch und implantologisch ambitionierten Zahnarzt. Blöd nur, dass alle Behandlungen auch budgetiert sind, und somit auch nichts an Umsatz aufgeholt werden kann.

„Sie haben jetzt die Chance viel mehr privat zu liquidieren.“

Das ist der Spruch, den der ZA immer hört, wenn Leistungen für die Patienten gekürzt werden.
Es ist aber immer nur eine Halbwahrheit, denn meist ist es genau das Patientenklientel, welches durch die KG vom ZA-Besuch abgeholten wurde, wird sich auch das Geld für Zahnersatz sparen.

Die notwendige Füllung konnte nicht erbracht werden, da der Patient nicht kam, eine Extraktion wurde notwendig, somit wäre ZE notwendig, der wird aus Geld- oder Motivationsmangel nicht erbracht.

Verlierer Nummer 1: Der Patient, da jetzt mit Lücke statt Füllung
Verlierer Nummer 2: Der Zahnarzt, weder Füllung noch ZE gemacht

Sieger in allen Klassen:
Die Krankenkassen:

  • den Unmut über die KG bekamen hauptsächlich die Praxen zu spüren
  • Mehreinnahmen (bis zu 120,- ohne Notversorgungen), ohne diese Eintreiben zu müssen
  • deutlich weniger Ausgaben durch nicht gemachte Behandlungen
  • weniger Ausgaben für die Zukunft, da die Behandlungen budgetiert sind, und somit finanziell nicht einfach durch Mehrarbeit reinzuholen sind

Aber die 10 Euro KG sind ja jetzt abgeschafft.

Was wird besser?

Die Patienten werden finanziell entlastet.
Der Verwaltungsaufwand auf Behandlerseite wird weniger, den hat aber die GOZ 2012 kurz vorher schon mehr als ausgeglichen.

Wird der Behandler mehr verdienen?
Ich glaube nicht. Das Budget ist nach wie vor da, und das ist das, was den Behandler einschränkt. An die 10 Euro hat man sich gewöhnt, obwohl es immer noch Patienten gibt, die einen fragend angeschaut haben, wenn man nach der Kassengebühr gefragt hat.

Also, ein frohes neues Jahr, ohne Kassengebühr.

Adventskalender 2012 (10) – Schlumbohm Endopilot/Copilot

von Christian Danzl

Endo Pilot mit CoPilot

Für mich ist der Schlumbohm Endopilot mit dem Copilot und dem zugehörigem Wägelchen DAS Endo-Cart.
Aufbereitung, simultane Längenmessung, Ultraschall, Warmabfüllsystem und kabelloser Fussanlasser, das alles „steckdosenunabhängig“ dank Akkupack.
Besonders gefällt mir, dass regelmässige Updates vom Hersteller gebracht werden.
Im jüngsten Update wurde auf dem Touchscree eine „Home“-Taste etabliert um schnell in Hauptmenü wechseln zu können, die Feilenbibliothek wurde erweitert, der 2-kanalige Fussanlasser wurde in der Funktion erweitert. Neben Start/Stop und Festlegung der Aufbereitungslänge bei der ELM mit dem rechten Pedal und Umschalten zwischen Aufbereitung und und Ultraschallbetrieb mit dem linken Pedal, kann jetzt auch durch einen kurzen Links-Klick die nächste gespeicherte Feile angewählt werden. Das Ultraschall-Handstück wird jetzt mit mehr Leistung angefahren. Zusätzlich ist noch – anlog zur Feilenbibliothek – eine US-Spitzen-Bibliothek angelegt. Dort kann man die aufgeschraubte US-Spitze direkt anwählen, Minimal- und Maximalwerte sind hinterlegt, sodass man sich nicht groß an den Leistungsbereich der Spitze hinarbeiten muss.
Die neuen Geräte werden ausgeliefert mit einem US-Handstück von Satelec.

Was demnächst kommen wird ist eine

  • Peristaltik-Pumpe für Spülflüssigkeiten und eine
  • Weiche für den Endopilot, wenn er ohne Copilot betrieben wird. Mit der Weiche wird umgangen, dass man beim Wechsel von der Aufbereitung zum Downpack umstecken muss.

Von mir gibt´s 4 Wurzelspitzen.

Adventskalender 2012 (1)

von Hans – Willi Herrmann

Fast schon ist es rum, das Jahr 2012.
Der Countdown (ich bin zuversichtlich – über das unmittelbar bevorstehende Ende des Maya -Kalenders hinaus) zählt runter.

Und wir – hier in WURZELSPITZE – möchten das Jahresende mit einem Adventskalender der zahnärztlichen Art einleiten. Von morgen an, Tag für Tag, bis zum Heiligen Abend wollen wir Instrumente, Geräte, Materialien aufzählen, die uns kontinuierlich, in unserer täglichen Praxis, teilweise sogar über viele Jahre hinweg, die Arbeit erleichtern.

Gewissermaßen eine Liste der „Best of´s“. Wobei es gut möglich sein könnte, dass nicht nur ein Autor, sondern sogleich mehrere das betreffende Hilfsmittel beleuchten. Und-  soweit kann ich schon mal die Diskussionen im Vorfeld wiedergeben – gegebenenfalls unterschiedliche Erfahrungen preisgeben. Dann nämlich, wenn der Gegenstand der Besprechung, von dem einen enthusiastisch gelobt, bei einem anderen „Wurzelspitzler“ ehe gemischte oder gar zwiespältige Gefühle auslöst.

Zunächst jedoch noch eine Info, die WURZELSPITZE- Blogstatistik betreffend. Nochmals früher als gedacht, nämlich am gestrigen 30. November und mit einem neuen Monatsmaximum von über 80.0000 „visits“ hat WURZELSPITZE die „magische“ 1 Million-Klicks- Marke überschritten.

Was braucht´s zur Heilung ?

von Ronald Recker Der Patient suchte unsere Praxis am 14.12.2010 mit Schmerzen an Zahn 15 und einer vestibulären Schwellung  in Regio 15 auf. Die vorhandene Krone an Zahn 15 war vor einiger Zeit verloren gegangen.  Jetzt – kurz vor dem geplanten Weihnachtsurlaub in Ägypten – machte der Zahn Probleme. Der Zahn 15 wurde mit einer Kompositrestauration  versehen, anschließend trepaniert,  initial aufbereitet und mit einer Ledermix – Einlage und abschließendem Glasionomerzementverschluss der Trepanationsöfnung versehen. Am nächsten Tag war der Patient beschwerdefrei, die Woche darauf trat er, wie vorgesehen, seinen Urlaub an. In der zweiten Behandlungsitzung am 25.01.2011 wurde der Zahn vollständig aufbereitet, der Masterpoint eingemessen und für die WF – Sitzung eingetütet. Nach der medikamentösen Einlage mit CaOH2 und dem abschließenden Glasionomerzement – Verschluss verließ der Patient die Praxis. Und kam knapp  2 Jahre nicht wieder. Erst der Verlust des Kompositaufbaus mitsamt F9 -Verschluss veranlasste den Patienten, einen neuen Termin zu vereinbaren. So saß er nun am 07. November 2012 wieder auf unserem Stuhl, etliche Wochen nach dem Verlust des Aufbaus, aber immer noch ohne Schmerzen. Diese waren unmittelbar nach der ersten Sitzung verschwunden und seitdem bis zu diesem Tage nie wieder aufgetaucht. Auch die ehemals vorhandenen Aufbissbeschwerden hatten sich nicht mehr eingestellt. Leider war der Zahn zwischenzeitlich weiter kariös weggefault. Koronal war kaum noch harte Zahnsubstanz vorhanden. Eigentlich sehr sehr schade, denn apikal war der ehemals vorhandene Knochendefekt vollständig ausgeheilt. Ein wenig sauberes Calciumhydroxid war im Übrigen mit dem Dentalmikroskop noch apikal auszumachen. Auch im Kontroll – Röntgenbild ist es zu sehen. Und jetzt die Fragen… Hätte das Ganze überhaupt heilen dürfen ? Und hätte nicht nach der langen Zeit sich ein Misserfolg wiedereinstellen müssen ? Hätte sich nicht spätestens nach Verlust der Deckfüllung der Misserfolg rasch wiedereinstellen müssen ?

Anatomie eines Feilenbruches – Teil 2

von Noel Schabrack

Hier ging es los. Heute der 2. Teil.
So, die Feile war nun dargestellt. Zumindest der obere Ende war im mesio-buccalen Kanal zu erkennen.

Eine gespitzte NSK E5 Ultraschall-Spitze wurde aufgeschraubt und los ging es mit dem zirkulären Freilegen der Feile. Ich mache es ohne Wasser, die Helferin pustet den entstehenden Staub mit dem Luftbläser weg, so dass ich gut sehen kann, was ich gerade mache.
Schon nach kurzer Zeit war die Feile nicht mehr zu sehen. Also Spülung und wieder trockenen.
Die Feile war immer noch nicht zu sehen.

Mögliche Ursachen:

  • die Feile hat sich schon gelöst und ist herausgeflogen – bei der Lage und Länge der Feile eher unwahrscheinlich, ausserdem sieht man das normalerweise
  • die Feile liegt anders als vermutet

Wenn die Feile anders liegt als vermutet, muss man wieder suchen.
Aber wo?

Erste Frage:
Wo liegt sie sicher nicht?
Das ist relativ leicht zu beantworten.
Sie wird nicht buccal liegen, da im unteren 7er, wenn er zwei Wurzeln hat – und Hinweise auf drei oder mehr Wurzeln gab es auf dem Röntgenbild nicht, der mb Kanal eine starke Krümmung nach zentral aufweist.
Die mesiale und distale Richtung kann man mit dem Röntgenbild ausschliessen.

Also muss ich nach zentral weitersuchen. Der Kanaleingang wurde mit dem Rosenbohrer nach zentral erweitert – und schon war die Feile wieder zu sehen.

Nun musste die Feile weiter freigelegt werden. Es wird wieder zirkulär Dentin abgetragen. Sobald buccal vom Fragment Dentin abgetragen wurde, und ein Freiraum entstand, drückte sich das Fragment wieder nach buccal an die Wand. Das heisst ganz klar, dass das Fragment gebogen ist, und es sich gerade richtet, sobald es die Möglichkeit dazu hat.
Das heisst aber auch, dass, wenn buccal weiter Dentin abgetragen wird bis das Fragment spannungsfrei ist, buccal mit Sicherheit die Wurzel perforiert wird.
Also muss das Dentin dort abgetragen werden, wo die Perforationsgefahr am geringsten ist. Und das ist an der Innenkurvatur des Fragmentes.

So wurde das Fragment freigelegt, indem nach zentral Dentin abpräpariert wurde. Nach einiger Zeit hat sich das Fragment im Kanal entspannt und es lag locker, es kam jedoch nicht um die Kurve, erst nach weiterem Substanzabtrag konnte sich die abgebrochene Feilenspitze ganz lösen.
Im Laufe der Freilegung wurde klar, wie stark die Krümmung des Kanals nach zentral wirklich war.
Anschliessend wurde mit NaOCl desinfiziert und als Medikament Calciumhydroxid eingelegt. Zum nächsten Termin wird nochmals desinfiziert und abgefüllt.

Kofferdamgeschichten (3)

von Jacqueline Franzke 

Während meines Studiums an der P. J. Safarik-Universität in Kosice/Slowakei war Kofferdam auf dem Lehrplan nicht vorgesehen. Ich erfuhr davon nicht mal in der Theorie, wobei ich rückblickend sagen kann: das Studium war qualitativ, vor allem in praktischer Hinsicht sehr gut.

Meine Mitbewohnerin im Internat war aus Schwerin und mit einem pensionierten Privatzahnarzt (Privatzahnärzte waren selten in der DDR) über Ihre Schwiegereltern befreundet. Eines Tages brachte sie von einem Heimurlaub eine Klammerzange und eine handvoll Klammern mit als Geschenk des alten Zahnarztes für mich mit, mit seinen Worten: Dieses Instrumentarium sei äußerst wichtig und ich würde es in meinem Berufsleben unbedingt brauchen. Er hätte es schon von seinem Vater.

In alten Lehrbüchern las ich darüber. Aber ich glaubte, dass in Zeiten von Absauganlagen das Ganze doch vielleicht etwas überholt wäre. Aber vergessen konnte ich die Worte nie.

Meine Erfahrungen an der DDR-Poliklinik waren ähnlich, wie die von Olaf Löffler, es gab ein Set pro Abteilung irgendwo im Schrank. Das wurde hervorgeholt, wenn winzigste Keramik-Zahnhalsinlays mit Harvard eingesetzt wurden.

Dann kam die Wende und ich hatte ein Baby und konnte geradeso noch meine Vorbereitungszeit von 2 Jahren zusammenkratzen. Ich hatte nur die Wahl zwischen der Niederlassung und einem Berufswechsel, denn eine Anstellung war nicht zu haben.

Also war ich 1992 mit 27 Jahren in der Niederlassung ohne Patientenstamm. Von nichts eine Ahnung würde ich heute sagen, aber dass die Endodontie zum Fundament einer qualitativ hohen Zahnmedizin gehörte, war mir damals schon klar. Und ich erinnerte mich an die Worte des alten Zahnarztes und zur Erstaustattung der Praxis gehörte deshalb ein Kofferdam-Set von Ivory.

Ich hatte den festen Willen ab sofort Kofferdam bei jeder Endo und sonstigen Gelegenheit einzusetzen und meine 2 Mitarbeiter waren die ersten „Opfer“. Unter Anleitung des Büchleins von Ivory haben wir Kofferdam „gelernt“. Später haben wir zusammen noch einen Kurs zum Thema besucht und meine Mitarbeiter freuten sich, dass sie es viel besser machten, als die anwesenden Zahnärzte.

Gerade habe ich einer neuen Mitarbeiterin, die schon 30 Berufsjahre in der Assistenz hat, diese „neue Technik“ beigebracht. Sie ist begeistert.

Anatomie eines Feilenbruchs – Teil 1

von Noel Schabrack

Heute mal wieder eine Überweisung zur Fragmententfernung. Die Patientin stand mittags um 12.00 Uhr in der Praxis, sie komme direkt vom Kollegen aus dem Nachbarort, er habe gerade eine Endo-Feile abgebrochen, es sei noch eingespritzt, ob man die gleich entfernen könne. Sie hatte ein Rö dabei.
Theoretisch, ja.
Praktisch eher nicht, obwohl gerade am Spätnachmittag ein 90 min Termin abgesagt wurde.

Zuerst mal Aufklärung.
Risiken, Erfolgschancen, Kosten.
Anschliessend die geforderten 24 h Bedenkzeit.

Da wird es schwierig mit „sofort“.
Die Patientin wurde aufgeklärt und mit einem Termin nach Hause entlassen.

Zum vereinbarten Termin wurde nochmals ein Röntgenbild angefertigt.
Anschliessend erfolgte unter Kofferdam der erneute Zugang, Korrektur der Trepanationsöffnung, da diese viel zu klein war, Darstellung der Kanaleingänge und deren Erweiterung um einen gerade Zugang zu erreichen.
Dabei wurde ausgiebig gespült, um freie Sicht zu haben, denn Debris war auch noch genügend in den Kanälen.
Die Darstellung des Fragmentes erfolgte mit Gates-Bohrern und einem abgeschnittenen Gatesbohrer, um ein Plateau am oberen Ende des Fragmentes zu erreichen.
In keinem Kanal, auch nicht in den schon aufbereiteten konnte Patency hergestellt werden.

Wenn man liest wieviel Vorbereitung noch notwendig war, nur um das Fragment darzustellen, fragt an sich, ob diese Arbeiten nicht schon vor der Aufbereitung notwendig gewesen wären.
Sagen wir mal so:
Wenn die Vorarbeiten gemacht worden wären, wäre die Feile – wahrscheinlich – nicht gebrochen.

So wie es aussieht wurden hier grundliegende Regeln nicht beachtet, was dann in der Summe – und vielleicht auch noch in Kombination mit einem wiederaufbereitetem Instrument – zur Fraktur führte:

  • die Trepanationöffnung war zu klein, sie war zwar lang, aber viel zu schmal
  • die Kanaleingänge waren somit auch nicht begradigt
  • es wurde zu wenig gespült, sodass noch viel Debris im Kanal war und man nichts sehen konnte

Die Feile musste schon um zwei starke Kurven um überhaupt in den Kanal zu gelangen. Zuerst nach mesial, um den Eingang zu erreichen, dann nach lateral, um in den Kanal zu kommen.
Man kann davon ausgehen, dass ein so einem Fall (endständiger Zahn 47, aufgrund der zu kleinen Trepanationsöffnung muss die Feile von distal eingeführt werden, um nur in die Nähe des mesiobuccalen Ofificiums zu kommen, keine Sicht, somit keine Kontrolle) die Feile erst nach mehrmaligen Fehlversuchen in den Kanal eingeführt werden kann. Dies bringt zusätzlichen Stress auf die Feile und begünstigt einen Ermüdungsbruch.

Dann kommt noch die eigentliche Kanalkrümmung dazu, die bei diesem Zahn stark Richtung zentral geht.
Eigentlich hatte die Feile keine Chance.

Zahnerhalt „austherapierter“ Zähne durch endochirurgische Maßnahmen

von Donald Becker

Beide Fälle wurden vor Jahren bei WURZELSPITZE schon vorgestellt.

Hier nun Ergebnisse nach 41 bzw. 64 Monaten.

Für „austherapierte“ Zähne, die einer Extraktion zugeführt werden sollten, sicherlich ein schönes Ergebnis, das Patienten wie Behandler gleichermaßen erfreut und zeigt, dass man NIE aufgeben sollte.

Ich empfehle die Nutzung der „Diakarusell“ – Funktion von WordPress, da diese durch Anklicken des ersten Bildes und anschließender Nutzung der Pfeil Rechts- Taste die komfortable Ansicht ganzer Vorträge erlaubt. Eine Funktion, die sicherlich in der Zukunft öfters hierfür genutzt werden wird, sofern die Resonanz diesbezüglich positiv ausfällt.

Saving Hopeless teeth 28/3 – follow up

von Bodald Necker

Nachdem hier und hier die Behandlung beschrieben wurde, wollten wir mal sehen, wie es weiter ging.
Der Zahn machte für ein paar Wochen keine Beschwerden, also wurde er mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Titan mit Kunststoffverblendung, zementiert.
Nach gut einem halben Jahr kam der Patient wieder zur Routinekontrolle.

Klinisch zeigte sich der Zahn mit Lockerung 0 bis 1, also deutlich fester als vor der Behandlung. Der Patient ist seit der Entfernung der alten WF beschwerdefrei gewesen. Die Sondierungstiefen mesial und distal haben sich verringert, die Wurzeln mb und db liegen immer noch großzügig frei. Hier mache ich mir aber auch keine großen Hoffnungen, dass der Knochen wieder groß zurückkommt, die palatinale Wurzel scheint gut im Knochen zu stehen, wenn sich der Knochen an den beiden buccalen Wurzeln so weit regeneriert, so dass diese einigermassen abgestützt sind, sollte der Zahn noch das eine oder andere Jahr halten.
Röntgenologisch könnte man eine Verkleinerung der Aufhellung, insbesondere palatinal, erkennen. Wenn die Heilung so fortschreitet, wie sie momentan erkennbar ist, bin ich mehr als zufrieden.

4 Jahre Wurzelspitze

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Tagen , genaugenommen am 01. November, ist WURZELSPITZE 4 Jahre alt geworden.

Vor 2 Jahren schrieb ich dazu hier zu diesem Anlass:

“ Die Bilanz:

654 Beiträge.
Mehr als 16.000 Besuche pro Monat.
212.906 Besuche insgesamt.

Und fast immer unter den TOP 100 und immer mal wieder unter den TOP 50 der meistgelesenen deutschsprachigen Blogs bei WORDPRESS.“

Und unsere damals in weiter Ferne liegenden, utopischen Ziele und Visionen, die Zukunft von WURZELSPITZE betreffend, waren:

„Ansonsten ist es unser großes Ziel nun, die 1 Million – Besuchermarke zu knacken.
Oder auf 1000 Besucher pro Tag zu kommen.

Innerhalb den nächsten 4 Jahre,vielleicht sogar früher.

Utopisch ? Sicherlich. Aber nicht unmöglich.
Schauen wir mal, wie es in 2 Jahren aussieht.

Wird es dann WURZELSPITZE noch geben ?
Keine Ahnung, aber im Moment sieht´s gut aus. “

Nun – zwei Jahre später können wir sagen, WURZELSPITZE gibt es immer noch  und hier sind die aktuellen Zahlen:

Zum ersten November 2012, also nach 4 Jahren WURZELSPITZE, haben wir im letzten Monat ein Besuchermaximum von über 70.000 Besuchen pro Monat erreicht, exakt 70.985 Besuche für Oktober 2012, das entspricht einer täglichen Klickzahl von durchschnittlich 2290 Besuchen.

Insgesamt gab es bis zum 04.November 2012 927.130 Besuche.
Ein Überschreiten der magischen 1 Million- Marke scheint noch in diesem Jahr möglich, selbst wenn erfahrungsgemäß im Dezember feiertagsbedingt die Besuche der Seite deutlich zurückgehen.

1211 Artikel wurden bis heute geschrieben, es gab 2504 Kommentare. Bei allen Gastautoren möchte ich mich im Namen des WURZELSPITZE – Teams bedanken für ihre Beiträge und bei den Kommentatoren für ihr Feedback.

Einzig die Zahl derer, die sich unter FvW als „Liker“ des Blogs geoutet haben, hätte man, gerade angesichts der hohen Zugriffszahlen, deutlich höher erwartet. Das ist schade, wird doch die Motivation für das wochentagtägliche Abliefern von Beiträgen (die über einen so langen Zeitraum konstant aufrechtzuhalten nicht einfach ist) gerade aus diesen Rückmeldungen und anspornenden Kommentaren gebildet.

Noch besteht WURZELSPITZE, allen Motivationserosionen zum Trotz. Wir freuen uns über das Erreichte, dass wie so oft zu Beginn belächelt und als nicht nachhaltig, sinnlos,  als Eintagsfliege abgetan wurde. Das Gegenteil ist  der Fall und selbst wenn dies heute der letzte Beitrag sein sollte, so bin ich sicher, würden wir die magische Millionen – Grenze erreichen.

Das war immer unser Ziel, das nun in greifbare Nähe gerückt ist. Wie es dann und ob überhaupt es dann weitergeht ?

Man wird sehen.

Lange Rosenbohrer

Von Christian Danzl

Überlange, kleine Rosenbohrer nach Art der Munce-Bohrer sind nicht oft zu finden. Es gibt sie von Drux und von Öko-Dent. Diese haben den Nachteil, dass sie im Gegensatz zu den Munce-Bohrern am Arbeitsende nicht ausgedünnt sind, was oftmals problematisch ist, wenn wenig Platz, wenn z.B. am oberen 7er bei geringer Mundöffnung der mb2 gesucht werden muss.
Komet hat nun auch endlich überlange Bohrer auf den Markt gebracht. Diese sind vorne deutlich schlanker als die von Drux und Öko-Dent, jedoch nicht ganz so schlank wie die Munce-Bohrer. Erhältlich momentan in der Größen 006, 010 und 014. Sie sind farbcodiert in weiss, rot und grün. Weitere Grössen sollen folgen.
Es ist der schon bekannte H1SML nach Dr. HaWi Herrmann, nur eben jetzt in 34 mm Länge. Er wurde vor einem Jahr schon mal angekündigt, ist aber jetzt endlich lieferbar.

Brownie

von Christian Danzl

in den letzten Jahren hat sich Bereich der indirekten Restaurationen vieles getan. Eine Bewegung weg vom Metall und hin zu Keramik ist zu verzeichnen. Vollgusskronen und Goldinlays fristen mittlerweile ein Schattendasein und kommen fast nur noch bei Bruxern und anderen stark belasteten Konstruktionen zum Einsatz.
Vollkeramik, wie Emax und Zirkon, sind weiter auf dem Vormarsch.
Mit dem Material hat sich auch die Präparationsform ein wenig geändert. Während die Form für Metall eine gewisse Varianz verträgt, kann eine nicht gebrochene Kante und damit einhergehende Spannungen im Material bei einer Vollkeramikkonstruktion zum Bruch der Restauration führen.
Bewährt haben sich bei mir in der Praxis Sof-flex Scheiben zum Abrunden der Präparationen. Das letzte Finish lässt sich sehr gut mit Brownies herbeiführen.
Shofu bietet Brownies FG-Schaft an, die sogar den Drehzahlen der Turbine standhalten.
Ich benutze sie aber lieber im Schnelläufer.
Auf einem Zurichtstein in die Richtige Form gebracht (siehe Bild) lassen sich so auch Kronenpräparationen – insbesondere die Präpgrenze bei der Stufe – sauber finieren.
Die Abformung wird schöner und die Kronen passen erkennbar besser durch die glatte Oberfläche.

links: Original – rechts: zurechtgetrimmt, nach dem Einsatz

Neue Feilen hat das Land – Teil 17

von Christian Danzl

… diesmal von Komet.

Heisst F360.

Wie der Name schon vermuten lässt, arbeiten die Feilen vollrotierend (was in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist;-) ).
Sie sind gedacht für den Generalisten, der ein unkompliziertes Aufbereitungssystem sucht.
Komet verspricht, die meisten Fälle – nach Eingangserweiterung und Etablierung eines Gleitpfades – mit 2 Feilen bearbeiten zu können.
Standardfeilen sind eine 25/04 und eine 35/04. Sollten diese nicht ausreichen, stehen noch eine 45/04 und eine 55/04 zur Verfügung. Wie schon gesagt arbeiten die Feilen vollrotierend, im Bereich zwischen 250 und 350 U/min, alle mit 1,8 Ncm Drehmoment (somit ist keine Drehmomentumstellung am Antrieb notwendig)
Durch die Beschränkung auf einen 04er Taper und einem S-förmigen Querschnitt (ähnlich Komet EasyShape, VDW Mtwo und VDW reciproc) wird eine sehr gute Flexibilität der Feilen erreicht, was der Einhaltung des Kanalverlaufs zuträglich sein soll.

Warum jetzt dieses System wählen, und nicht ein anderes?

Schnell und einfach ist es in der Handhabung. Die Feilen sind schnittfreudig, arbeiten mit dem 04er Taper relativ schnell, sie werden steril im Blister geliefert und das sie für den Einmalgebrauch gedacht sind, fällt auch die Aufbereitung flach.
Sicher soll es sein. Durch single-use wird die Frakturgefahr wegen zyklischer Ermüdung reduziert und durch das selbe Drehmoment aller Feilen, werden falsche Einstellungen am Motor minimiert.
Preislich hält sich das Ganze auch im Rahmen. So liegt die Feile knapp über 5,- €, es ist kein spezieller Antriebsmotor notwendig, ein drehmomentbegrenztes Endowinkelstück ist ausreichend (Selbstredend arbeiten diese Feilen auch im Endo Pilot, der seit einiger Zeit auf im Komet-Vertrieb ist. Da sogar mit elektrischer Längenmessung während der Aufbereitung).
Selbstverständlich werden passende Papier- und Guttaperchaspitzen mit angeboten, sowie ein trägerbasiertes Warmabfüllsystem (F360 Fill Verifier aus Kunststoff, F360 Fill Obturatoren und der F360 Fill Ofen). Die Feilen sind in den Längen 21, 25 und 31 mm lieferbar.
Kein Vorteil, wo nicht auch ein Nachteil auftaucht:
Da auf den 06 Taper verzichtet wird, kann es sein, dass das Spülen das Kanals nicht so einfach ist wie bei einem größeren Taper.

Sollte einem bei der Aufbereitung der 04er Taper nicht genug sein, kann man ja auch jederzeit eine 06er Feile eines anderen Systems „nachschieben“, sei es eine EasyShape oder eine AlphaKite, wenn man bei Komet bleiben möchte, oder eine Feile eines anderen Herstellers.

Komet F360

Großes Loch

von Bodald Necker

Ein Anruf vom Kollegen aus dem Nachbarort. Er hat bei einer Revision 27 nur einen Kanal gefunden. Ob ich die Endo übernehmen könne.
Auf dem mitgeliefertem Röntgenbild war schon zu erkennen, dass auch mit relativer Sicherheit nur ein Kanal vorhanden war, also doch kein Kanal bei der Primärbehandlung übersehen wurde.
Nach Inspektion des Kanalsystems war klar, es war ein seltener Fall von einem oberen 7er mit nur einem Kanal.
Der Kollege hatte schon die meiste der Guttapercha ausgeräumt. Mit einem Microopener konnte noch ein Stück GP aus dem periapikalen Bereich gefischt werden. Nachdem der Kanal von der GP befreit war, hatte man freien Blick auf die Kieferhöhlenschleimhaut.
Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl und Ultraschall.
Das Formen war weit offen, sodass MTA das Mittel der Wahl war. Mittels eines Gelatine-Schwämmchens wurde die KH-Schleimhaut abgedeckt, um eine Extension des MTA zu verhindern. Um die Dicke des Schwammes röntgenologisch zu kontrollieren wurde eine dicke GP-Spitze bis zum Gelastypt-Schwamm in den Kanal eingeführt und mit einem Schaumstoff-Pellet fixiert. Anschliessend wurde MTA eingebracht und mit warmer Guttapercha der Rest des Kanals aufgefüllt. Anschliessend wurde die Wurzelfüllung mit Komposit adhäsiv verschlossen.

Licht 3

von Christian Danzl

Über die Fotografie im Dentalbereich haben wir hier auf Wurzelspitze schon oft berichtet. Geeignete günstige Kameras für den Dentalbereich gibt es wenige. Im Spiegelreflexbereich ist es nicht schwierig. Gehäuse der Wahl, ein passendes Makroobjektiv und einen Makroblitz (ob Zange oder Ring ist eigentlich egal).
Aber der Blitz ist oft eine etwas schwierige Sache.
Es bedarf etwas Übung. Blende, Stellung und Stärke der einzelnen Blitze (beim Zangenblitz).
Der Blitz bedeutet aber auch mehr Gewicht vorne ab Objektiv, was den Autofokus belastet, wenn man ihn nicht ausstellt (was oft empfohlen wird).
Meist sehr teuer, wenn man bei Originalzubehör des Kameraherstellers bleibt, etwas günstiger wenn man zum Blitzspezialisten greift, deutlich billiger wenn man zu eher unbekannten Marken greift.
Alternative waren in letzter Zeit LED-Ringlichte, die man statt dem Makroblitz auf das Objektiv aufgeschraubt hat, hier gab es aber hin und wieder Probleme mit der richtigen Ausleuchtung des Objektes, da der Focus der Beleuchtung nicht einzustellen war. So blieb bei der falschen Entfernung des Objekts das Zentrum des Bildes dunkler.

Nachteil des Systeme, die am Filtergewinde des Objektives befestigt werden:
Wenn kein Filtergewinde vorhanden ist, wie bei Kompaktkameras, auch kein Makroblitz.

Möglicher Ausweg:

LED-Video-Leuchten.
Sie sind auf dem Blitzschuh der Kamera zu befestigen, oder über eine Schiene, die am Stativgewingde zu befestigen ist.
Sie sind mit der heutigen LED-Technik hell genug.
Durch ihrer große Fläche erzeugen sie sehr wenig Abschattung im Makrobereich, die Ausleuchtung ist mit der einer Softbox zu vergleichen.
Größter Vorteil in meinen Augen ist das konstante Licht, so sieht man durch den Sucher schon gut, wie das Bild ausgeleuchtet ist.

Der Preis richtet sich nach Hersteller (bekanntes Markenprodukt oder chinesisches NoName Produkt), Anzahl und Leistung der LEDs und Ausstattung (Dimmer, Filter, Akku, Blitzfunktion, Qualität).

Anbei Bilder von
Manfrotto ML 360HP Midi Plus mit eingebautem Li-Ionen-Akku, Blitzfunktion (über Synchronkabel, 4 x heller als Dauerlicht), längs und quer verwendbar, erweiterungsfähig, 36 LEDs, Lichttemperatur 5.600K und 420 Lux in einem Meter Abstand für eineinhalb Stunden und
Nanguang CN-126 (BV & Jo electronics), 126 LEDs, Lichttemperatur 5.400K, 9,6 W, dimmbar, für 6 Mignon-Zellen, oder verschiedene Sony oder Panasonic Lithium Akkus, 900 Lux in einem Abstand von 1 m.

Beide selbstverständlich Made in China.

Schmerzhafte Blockierung

von Ostidald Wucker

Ein Anruf aus einer Überweiserpraxis: „Eine Patientin mit starken Beschwerden braucht noch heute einen Notfalltermin. Röntgenbilder kommen umgehend per Mail.“

Die Patientin bekommt am selben Tag einen Termin. Seit Wochen bestehen die Beschwerden, entstanden nach einer angefangenen Wurzelbehandlung.

Der Zahn 46 wurde bereits in mehreren Praxen behandelt und zeigt starke Aufbissbeschwerden, keinen Loslassschmerz, keine erhöhten Sondierungstiefen. Ein dezenter Palpationsschmerz lässt sich von vestibulär in Höhe der distalen Wurzel registrieren.
Die Nachbarzähne zeigen eine positive Sensibilität auf Kälte. 16 ist ebenso symptomlos.
Die Patientin gibt an, daß in den letzten Behandlungsversuchen die Anästhesie kaum Wirkung zeigte.

Nach Leitungsanästhesie und intraligamentärer Anästhesie gelingt es den Zahn schmerzfrei zu behandeln. Es zeigen sich Verblockungen in der distalen und mesialen Wurzel in allen Kanälen.
Die eingeplante Zeit von einer Stunde als Notfallbehandlung ist nicht ausreichend. Nach 1,5 Stunden haben wir die Blockierungen in der mesialen Wurzel unter Verwendung von Zitronensäure 10% und mit vorgebogenen Kerr – Handfeilen #10 aufgelöst.
Distal konnte kein Ansatzpunkt gefunden werden. Nach einer abschließenden Spülung mit Natriumhypochlorit wurde Kalziumhydroxid appliziert.

Auf telefonische Nachfrage gab die Patientin am nächsten Tag unveränderte, sogar noch verstärkte Beschwerden an. Diese waren auf einen noch bestehenden Fehlkontakt am behandelten Zahn zurückzuführen. Nach entsprechender Korrektur stellte sich Beschwerdefreiheit ein.

Im Folgetermin konnte die Blockierung in der distalen Wurzel mit EDTA 17% (Vista) und Handinstrumenten gelöst werden. Die Aufbereitung Wurzelkanäle erfolgte weiter mit Mtwo und Profileinstrumenten. Die Wurzelfüllung erfolgte in thermisch vertikaler Obturationstechnik. Die Gesamtbehandlungszeit betrug 5,5 Stunden.

Was war Grund der Beschwerden? Wahrscheinlich sind zusammengepresstes Pulpagewebe und infiziertem Debris in den Wurzelspitzenbereichen die Ursache gewesen.

Ein Fall wie gemacht für diesen Blog namens Wurzelspitze…

Schwerarbeit

von Ostidald Wucker

Die Wurzelbehandlung wurde nach provisorischer Eingliederung einer definitiven Brücke angefangen. Der Brückenpfeiler 47 reagierte zunehmend schmerzhaft auf Kauen und Belastung. Nach begonnener Wurzelbehandlung verringerten sich die Beschwerden. Die Patientin war jedoch nie schmerzfrei. Deshalb wurde sie in unsere Praxis überwiesen.
Die Patientin wünschte den unbedingten Zahnerhalt.

Nach klinischer Inspektion und Röntgenaufnahmen mussten wir die Prognose des Zahnes als kritisch einstufen. Ferrule von 2mm war nicht zirkumferrend erreichbar.
Die Patientin wünschte trotzdem den Behandlungsversuch.
Nach Gingivektomie und Kariesentfernung wurde der Zahn präendodontisch aufgebaut.

In der Ausgangsaufnahme konnten wir mehrere Instrumentenfragmente nicht erkennen. Lediglich ein Fragment war zu vermuten. Die nach dem präendodontischem Aufbau angefertigte Aufnahme zeigte zwei Fragmente im apikalen und periapikalen Bereich. Die Entfernung der Fragmente 1 und 2 gelang mit individualisierten Mircopener. Zuvor wurde das größere Fragment mit Ultraschall und einer Endosonorefeile#10 dargestellt. Die Spitze dieses Fragmentes war frakturiert und konnte danach mit Ultraschall entfernt werden.

Die Wurzelfüllung gelang mit Proroot MTA weiss und thermischer Obturation der mesialen Kanäle. Auf eine Matrix als Widerlager wurde verzichtet, da der Mandibularkanal nicht eindeutig lokalisierbar war.
Die Brückenversorgung wurde vom Hauszahnarzt erneuert.

Wir werden den Fall im Rahmen unseres endodontischen Recalls beobachten.

Der nächste Stift

von Bodald Necker

Nachdem die letzte Woche mit einem Stift endete, geht diese Woche mit einem Stift los.
Der Patient wurde zur Endo an 26 überwiesen. Nachdem diese abgeschlossen war, stand er 14 Tage später mit einer abgebrochenen Krone an 12 da.
Der Zahn war anderenorts wurzelbehandelt, und vor der Kronenversorgung mit einem geschraubten Stahlstift versorgt worden. Der Bruch verlief ziemlich genau entlang des Kronenrandes, der Stahlstift brach ca. 2 mm tiefer.
Um den Zahn zu erhalten und mit einer neuen Krone verzogen zu können musste das im Wurzelkanal verbliebene Fragment des Stiftes, entfernt werden. Eine anschliessende komplette Revision der Wurzelfüllung bot sich an.

Zur Stiftentfernung:

Der Rest des Stiftes saß fest in der Wurzel, es war kein Riss im Dentin zu erkennen, welcher den Verdacht einer Längsfraktur aufwarf. Karies war auch nicht zu erkennen.
Die Entfernung erfolgte mit Ultraschall. Es wurden verschiedene Spitzen verwendet, als effektivste Spitze erwies sich bei mir wieder die NSK E5 Spitze.
Diese ist im Urzustand an der Spitze plan, da sie für laterale Kondensation gedacht ist. Da dies im Schlumbohm US meine Standard-Spül-Spitze ist, und die Kante an der vorderen Planfläche leicht Scharten in die Kanalwand schlägt, wird die Kante an der Spitze mit einem Arkansas-Stein gebrochen.

Wenn die Spitze benötigt wird, um Dentin ab zu tragen, kann man sie auch anspitzen. Entweder mit einem Arkansas-Stein im Winkelstück oder man geht mit aktivierter Spitze über einen Zurichtstein.

Mit einer scharfen Spitze ist der Dentinabtrag deutlich höher. Da aber leider das US-Handstück vom Schlumbohm Copilot vom Hersteller aus (noch) nicht auf volle Leistung programmiert ist (ich hoffe im nächsten Update ist es verbessert!), bin ich nach kurzer Zeit umgestiegen auf mein „gutes, altes“ Satelec P5 boost.
Mit der gespitzten Spitze wurde Dentin zirkulär um den Stift abgetragen, bis dieser sich löste. Anschließend apikal vom Stift die Zementreste entfernt bis die Wurzelfüllung frei lag, diese wurde entfernt, der Kanal erweitert mit EDTA, NaOCl gespült mit Calciumhydroxid versorgt, provisorisch verschlossen, ein Provisorium angefertigt und der Patient entlassen.
WF und die prophetische Versorgung folgen.

1 / 7

P. apicalis im Recall

von Ostidald Wucker

Der Patient kam mit starken Aufbissbeschwerden zu uns. Der Zahn 47 zeigte keine positive Sensibilität auf Kälte. Die Sondierungstiefen waren zirkulär durch eine P. marginalis adluta erhöht. Distal zeigte sich einer Infraktur im Zahnschmelz.

Nach der Inlayentfernung, Kariesex und präendodontischem Aufbau wurden die Kanäle aufbereitet, gespült (PUI) und CaOH appliziert. Distoapikal zeigte sich eine kontinuierliche, pulsierende Sekretierung. Es wurde eine provisorische glasfaserverstärkte Teilkrone adhäsiv inseriert.

14 Tage später erfolgte nach einer abschließenden ultraschallaktivierten Spülung mit NaoCl und Zotronensäure der Verschluss des Wurzelkanalsystems mittels thermisch vertikaler Obturation.

Die Recallbilder zeigen eine deutliche Heilungstendenz. Die Versorgung mit einer Teilkrone wurde dem Patienten nochmals unbedingt empfohlen.

Neues Licht

von Christian Danzl

Sooo neu, nun auch wieder nicht, da es angeblich schon ein Jahr auf dem Markt ist.
Die nette Dame von Coltene hat es letzte Woche beim Besuch in der Praxis dabei.
Coltolux LED Pen

Klein, schlank, sehr handlich, hell genug (1.200 mW/qcm) und bezahlbar (unter 400,-)

Das Leuchtmittel sitzt direkt im Kopf, also kein Lichtleiter notwendig. Ob dies nun besser oder schlechter ist, als eine Konstruktion mit Lichtleiter, sei dahingestellt. Über den Akku (Laufzeit, Ladezeit, einfach zu wechseln oder nicht) kann ich nichts sagen.

Das Oberteil lässt sich abnehmen, die Stromübertragung zur LED erfolgt über einen verbauten Clinch-Stecker. Einfach und wahrscheinlich unverwüstlich.

Ist momentan mein Favorit, sollte ich eine Polymerisationslampe ersetzen müssen.

Recall des Tages – Zahn 37 mit apikaler Aufhellung

Von Donald Becker

Recallfall von gestern, dem 11.09.2012
Hier die Behandlung im Rückblick

10.09.2010 Untersuchung und Beratung:

Die 31 jährige Patientin leidet seit 16 Monaten an einer Trigeminusneuralgie. Im Rahmen diesbezüglicher Diagnostiken wird am devitalen Zahn 37 eine apikale Aufhellung sowie eine vestibulär gelegene Fistel festgestellt und die Patientin mit der Frage eines möglichen Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung zu uns überwiesen (Bild 1).

Ich habe den Zahn als erhaltungswürdig und erhaltungsfähig eingestuft, die Patientin ist sich jedoch auf Grund ihrer „Angst vorm Zahnarzt“ nicht sicher, ob sie den Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung erhalten haben oder doch nicht lieber extrahiert haben möchte und bittet um Bedenkzeit. Sie entscheidet sich 2 Tage später doch für die Wurzelkanalbehandlung.

24.09.2010 Sitzung 1
Initiale Aufbereitung, Pulpomixine als medikamentöse Einlage

22.10.2010 Sitzung 2
Vollständige Aufbereitung, Ultracal XS als medikamentöse Einlage, CaOH2- Pulver, Teflon, Fuji F9 Glasionomerzement

12.11.2010 Sitzung 3
Ultraschallaktivierte Spülung mit NaOCl 3% wie in den Sitzungen davor und danach , CaOH2 Einlage,weiteres Procedere wie in Sitzung 2

14.01.2011 Sitzung 4
WF bei bereits deutlich sichtbarer Knochenregeneration im WF – Röntgenbild (Bild 2)

22.02.2011 Sitzung 5
Postendodontische Stabilisierung mittels intrakanalär verankerter dentinadhäsiver Komposit- Restauration (Bild 3)

11.09.2012 Recall 21 Monate post WF

Vollkommene  knöcherne Regeneration der ehemals vorhandenen apikalen Knochendestruktion (Bild 4)

Crystal-Tip ein weiteres Update

von Olaf Löffler

Über Crystal-Tips wurde bereits mehrfach berichtet ( u.a. 1, 2, 3, 4)

Seit über einem Jahr benutzen wir nun dieCrystal-Tips. Wir verwenden ausschließlich die kurzen „high pressure“ Ansätze am Zahnärzteelement. Die langen Ansätze haben einen etwas zu hohen Druckverlust.

Allerdings sind die langen Ansätze für die Assistenzseite vorteilhafter. Besonders als Spanbläser in Verbindung mit der Absaugung oder beim Invertieren von Kofferdam. Der etwas geringere Druck des Luftstoßes ist in diesen Fällen hilfreich zusammen mit der größeren Reichweite.

In letzter Zeit beobachteten wir an den DCI Spritzen am Behandlungselement einen mehreren Sekunden andauernden Spraynebel nach dem Benutzen vom Wasserspray.

Zunächst schuldeten wir dies einer Charge vielleicht nicht ganz intakter Ansätze. Mit etwas Geduld ließ sich das Problem ja „aussitzen“. Nachdem dies aber eher zunahm fragten wir bei Herrn Schneider von Crystal-Tipnach. Er konnte uns sofort helfen. Die Dichtungsringe in den DCI Spritzen werden nach einiger Zeit porös. Das ist die Ursache des Problems. Noch am selben Tag bekamen wir einen Satz neuer Dichtungsringe.

Der Austausch ist Simpel und gelang sekundenschnell dank des mitgelieferten Imbusschlüssels. Es läuft nun alles wie geschmiert.
Danke an das Crystal-Tip Team für die schnelle und kompetente Hilfe.

 

 

 

Drahtschlingentechnik zur Entfernung von Instrumentenfragmenten aus dem Wurzelkanal

von Nils Widera 
Die Entfernung frakturierter Instrumente stellt im Alltag der endodontischen Tätigkeit (für mich) eine besondere Herausforderung dar.Auf der einen Seite erwarten Überweiser und Patient das gerade dieses Missgeschick vom „spezialisierten“ Kollegen mit seinem Wundermikroskop gelöst werden müsste. Auf der anderen Seite wissen wir selbst nicht immer genau, unter welchen Umständen die Fraktur zu Stande kam.

Handelt es sich um ein neues Instrument welches sich eingeschraubt hat oder führte Materialermüdung aufgrund mehrfacher Aufbereitungszyklen zum Worst Case?

Schließlich sitzt man vor dem Mikroskop und hofft das Altmetall mit etwas Glück und Geschick nach 30 Minuten entfernt zu haben. Und dann stellt man fest – Torsionsfraktur – das Instrument sitzt unter Spannung im Kanal und auch noch von bukkal nach oral gekrümmt.

Jeder der oft endodontisch tätig ist, hat eine solche oder eine ähnliche Situation schon einmal erlebt.

Es gibt diverse Hilfsmittel und Techniken  die ich hier nicht alle erwähnen möchte. Die Schlingentechnik nach M. Arnold brachte einen Kollegen aus Ohorn/ Sachsen auf den Gedanken, diese Schlinge irgendwie flexibler zu gestalten. Und so kamen wir auf die Idee, einen Draht durch eine möglichst dünne Spülkanüle zu führen. Wenn man das zweimal schafft, entsteht am Austrittsende der Kanüle eine flexible Schlaufe, die man dann in der Art eines Lassos um dass Fragment legen kann und durch Zug an den beiden Enden strafft. Das Fragment drückt sich gegen das Ende der Kanüle und kann mit etwas Gefühl herausgezogen werden .

Soweit die Theorie.

In der Praxis stellten sich folgende Fragen:  1. Gibt es einen Stahldraht in entsprechend feiner Ausführung? 2. Kann dieser extrem dünne Draht eine ausreichende Zugfestigkeit aufweisen?

Die Recherche im Internet und Anrufe bei diversen Herstellern führten schließlich zur Firma „Feindrahtwerk Sassenscheid“. Dort wird ein säure – und rostbeständiger Sonderstahldraht mit dem Namen  „W.-Nr. 1.4301“ und einem Durchmesser  von unglaublichen 0,05 mm hergestellt. Das entspricht in etwa der Dicke eines menschlichen Haares. Die Zugfestigkeit wird mit ca. 2200 N/qmm angegeben.

Nachdem also ein entsprechendes Muster in der Praxis angekommen war, machte ich mich unter zu Hilfenahme des Mikroskops an das Fädeln. Die dünnste Kanüle mit der es gelang, war eine 0.3 mm Spülkanüle. Die Sterilisierbarkeit stellt so kein Problem dar und es ist sehr gut möglich, leichte Krümmungen oder Biegungen  in die Kanüle zu bekommen. Die Größe der „ Lasso – Schlaufe“ lässt sich sehr gut regulieren.

Im nachfolgend dargestellten Fall handelte es sich um eine Torsionsfraktur einer Feile im mesiolingualen Kanal des Zahnes 47. Längeres Arbeiten mit dem US brachte keine Bewegung und da der Kanal und damit auch das Fragment stark nach bukkal gekrümmt war, führte die Spannung dazu, dass das sichtbare Fragmentende permanent gegen die linguale Kanalwand drückte.

So startete ich also einen Versuch mittels Lassoschlaufe. Da der Draht so super fein ist, liess er sich erstaunlich gut um den sichtbaren Fragmentanteil legen. Danach wird der Draht mit sehr viel Gefühl von der Assistenz mittels eines chirurg. Nadelhalters vorgespannt. Dann muss man leider ohne Sicht selbst vorsichtig eine ausreichende Spannung erzeugen und die Kanüle aus dem Kanal ziehen. Nach dem zweiten Versuch hat das im vorliegenden Fall zum Erfolg geführt und ich war sehr erstaunt, wie viel Zugkraft der Feindraht aushält.

Natürlich ist diese Methode der Fragmententfernug nur eine von vielen Möglichkeiten, aber – die entsprechende Situation vorausgesetzt –  ist es sicherlich sinnvoll, sie einmal auszuprobieren.

Frakturierte Instrumente entfernen – noch ein Werkzeug

Von Winfried Zeppenfeld

Frakturierte Instrumente sind immer ein Ärgernis (vor allem, wenn man sie selbst abgebrochen hat), in jedem Fall aber eine endodontische sportliche Herausforderung . Dieses frakturierte Instrument (etwa 5 mm einer MTwo 04/10) ließ sich leicht darstellen und mit Ultraschall lockern. Schon kurz nach der Freilegung bewegte es sich etwa 0,5 mm auf und ab. Unglücklicherweise war die mesiolinguale Wurzel dieses 46 ausgesprochen stark gekrümmt und das gelockerte Instrument ließ sich nicht aus dem Kanal entfernen, weil es immer wieder an die Außenseite der Kurvatur dieses stark gekrümmten Kanals stieß und sich dadurch seiner Entfernung widersetzte. Straight line access hätte einen subcrestalen Zugang erfordert und war deshalb keine sinnvolle Option. Ich habe versucht, das Instrument um die Ecke zu bugsieren und mit der Schlingentechnik nach Michael Arnold herauszuziehen – leider vergeblich. Mein Versuch mit einem ultrafeinen Draht von Nils Widera war ebenso frustran.

Ein Versuch, das Instrument in eine Kanüle anzukleben und so herauszuziehen scheiterte ebenfalls, weil zwischen der Kanüle und dem Instrument ein so großer Winkel war, dass das die Kanüle sich nicht über das Instrument schieben ließ. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass mir eine Hand fehlte: ich hätte eine Hand gebraucht, um den Spiegel zu halten, eine weitere, um die Schlaufe über das Instrument zu bugsieren und eine dritte, um die Drahtschlaufe beim Herausziehen in Position zu halten.
Als nächsten Versuch habe ich eine Sonofeile von Acteon an der Spitze zu einem „U“ gebogen, dieses U hinter die Instrumentenspitze gemogelt und dann Ultraschall aktiviert. Eine Zehntelsekunde später war das Instrument durch die Vibration draußen, nachdem ich vorher 45 min vergeblich herum getrickst hatte.
Wahrscheinlich würde statt des „U“ auch reichen, die Spitze rechtwinkelig umzubiegen, so dass sie gerade hinter das frakturierte Instrument gedreht werden kann.

Gelockertes frakturiertes Instrument, das gegen die Außenseite der Kurvatur stößt und sich dadurch nicht entfernen lässt

 

 

 

 

An der Spitze zum „U“ gebogen Sonofeile mit dem entfernten Instrument

Hygienefähige Tastaturen in der Zahnarztpraxis – ein Vergleich

von Hans – Willi Herrmann

Über die reine Behandlungstätigkeit hinaus fallen administrative Arbeiten in der Zahnarztpraxis an, sei es die Notwendigkeit der Dokumentation als auch der Erfassung der angefallenen Abrechnungspositionen.  Dies geschieht heute zum größten Teil im Behandlungszimmer, teilweise während der Behandlung. Dadurch kommt es gegebenenfalls zu einer Kontamination der Computertastatur. Und daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Reinigung, will man nicht Gefahr laufen, Keime im Sinne einer Kreuzkontamination von einem Patienten auf den anderen zu übertragen.

Normale Computertastaturen sind für eine Reinigung nicht geeignet.
Desinfektionsmittel können Schäden an der Tastatur verursachen und dabei geht es nicht allein um Schäden durch agressive Desinfektionsmittel, sondern vielmehr alleine durch Kurzschlüsse bei Feuchtigkeitszutritt, weil diese Tastaturen nicht gegen Feuchtigkeit abgekapselt sind.

Lösung 1 – Die „normale“ Computertastatur

Schreibgefühl/ Schreibkomfort – sehr gut

Kosten – ab wenigen Euro

Reinigungsfähigkeit  – nicht gegeben

…scheidet also aus. Was wären die Alternativen und wie schneiden diese ab ?

Lösung 2 – Cleankeys – Glastastatur

Kosten: Um 300 Euro (aus der Erinnerung)

Reinigungsfähigkeit – optimal

Schreibgefühl/ –  suboptimal, gewöhnungsbedürftig  – es gibt keine Tasten- nur Schreibflächen. Dementsprechend fehlt jeglicher Druckpunkt und damit auch eine taktile Rückmeldung beim Schreiben. Zwar gibt es ein akustisches Signal beim Schreiben, dass im Sinne einer Rückmeldung das Treffen des Schreibfeldes signalisieren soll, aber das ist nur ein schwacher Ersatz für das fehlende Schreibgefühl. Dennoch  – wenn man sich an die Tastatur gewöhnt hat, dann kann man damit akzeptabel gut arbeiten, man verfasst ja keine Romane, sondern nur kurze Eingaben und dafür ist die Tastatur okay. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.

Lösung 3 – Silikon Roll -Tastatur

Kosten: ca. 10 – 15 Euro

Die bei  Pearl erhältliche Tastatur ist wasserdicht.
Und somit desinfizierbar im Sinne von „sie funktioniert ohne Probleme weiter“, wenn man dies tut. Das Schreibgefühl  wurde in der Praxis unterschiedlich beurteilt. Es gab Mitglieder des Praxisteams, die damit lieber schrieben als mit der Cleankeys – Tastatur, was ich für mich nicht bestätigen kann.  Mir war der Druckpunkt der Tasten zu fest und ungenau, zumal die Wackligkeit der Tasten ein reproduzierbares Schreiben zusätzlich erschwerte. Aber auch die scheinbar vorhandene Desinfektionsfähigkeit hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Fakt ist nämlich, dass die herausragenden Tasten eine vollständige Desinfektion nicht zulassen. Man kommt schlicht und einfach nicht in die vielen vorhandenen Ritzen zwischen den einzelnen Tasten. Das Foto zeigt die Staubansammlung der ungenutzten freiherumliegenden Tastatur nach mehreren Monaten. Eine Tauchdesinfektion der gesamten Tastatur wäre denkbar, dass hierfür notwendige Szenario (Bereithaltung und Tausch mehrerer Tastaturen im Wechsel, Einrichten eines ausreichend großen Tauchbades, in dem die (rollfähige)Tastatur eingebracht wird), ist jedoch nicht wirklich praxisgerecht, weil aufwändig.

Lösung 4 – Cherry – Tastatur mit Silikon – Schutzhülle

Kosten ca. 80 Euro.

Schreibgefühl / Schreibkomfort – sehr gut, wie wir es von diesen Tastaturen gewohnt sind. Die Silikonhülle, über deren Preis man besser nicht sinniert oder gar versucht, ihn mit Materialaufwand und Herstellungskosten zu rechtfertigen, behindert nicht beim Schreiben. Die Silikonhülle hält auch lange, Bedenken das nach wenigen Wochen der Überzug undicht und damit nicht mehr zu gebrauchen wäre, sind unbegründet. Das Reinigungsmanko bleibt aber auch hier und wer nach einiger Zeit die Hülle von der Tastatur abzieht, der sieht, wieviel Schmutz sich dort im Laufe der Zeit ansammelt. Lösungsansatz wäre hier ähnlich wie bei der Silikontastatur die Tauchdesinfektion der Schutzhülle in einem speziell dafür vorgesehenen Tauchbad.

Lösung 5 Keywi – Tastatur

Kosten ca. 300 Euro.

Das Schreibgefühl mit der Keywi – Tastatur  ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und mit einer guten Computertastatur wie der Cherry-Tastatur nicht einmal annähernd vergleichbar. Im Gegensatz zur Cleankeys Tastatur sind jedoch kugelsphärenartige, linsenförmige Tasten vorhanden wie bei den guten alten Dieter Rams Braun – Taschenrechnern. Sie verfügen über einen Druckpunkt, es bedarf jedoch einer deutlichen, bewußten Kraftanstrengung, um das Schreiben eines Buchstabens auszulösen. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.

Was die Deinsfektionsfähigkeit angeht, so ist diese grundsätzlich gegeben, ähnlich wie bei der Cleankeys- Tastatur. Längerfristig muss sich aber zeigen, ob der Materialmix aus Kunststoff und Silikondichtung den Desinfektionsmitteln trotzen kann, ohne Veränderungen zu zeigen.

Lösung 6 – „Der  Christo – Melitta Wrap“

Einpacken einer handelsüblichen Computertastatur mit einer hauchdünnen transparenten „Melitta“ – Folie.

Nachdem alle Schreibarbeiten beim jeweiligen Patienten gemacht worden sind, entfernt man die dünne Plastikfolie und ersetzt diese durch eine neue. Auch so kann eine Kreuzkontamination vermieden werden. Diese Lösung hat darüber hinaus den besonderen Charme, dass der Behandler, sofern er persönlich  nach Ende der Schreibtätigkeit die Folie entfernt, sich sicher sein kann, dass die neu adaptierte Folie bislang unkontaminiert ist. Dies ist sogar ein Vorteil gegenüber allen bislang genannten Verfahren, den eine per se reinigungsfähige Tastatur garantiert ja nicht automatisch, dass die Reinigung auch wirklich erfolgt ist.

Nachteilig bei der Melitta – Folien Variante ist, dass die Folie bei entsprechendem Lichteinfall spiegelt und, sofern sie nicht fest genug adaptiert wurde, beim Schreiben an den Fingern leicht kleben bleiben kann. Beides ist tolerierbar, aber gegebenenfalls nervig. Je öfter es vorkommt, umso mehr.

Lösung 7 Handschuhwechsel

Einfach, setzt aber – und da liegt bei aller Banalität die Schwierigkeit – höchste Disziplin voraus. Zum Schreiben ausnahmslos die Handschuhe ausziehen und nach dem Schreiben die Handschuhe wieder anziehen bzw. neue Handschuhe anziehen. So verfahre ich, weil es, insbesondere bei warmen Temperaturen deutlich schneller geht. BTW wer so verfährt, hat nach entsprechender Zeit die Kosten für eine hygienefähige Tastatur in Wechselhandschuhe gesteckt.

Wie würden Sie entscheiden (2)

von Noell Schabrack

Ein neuer Patient kam zu uns mit Schmerzen am 17.
Das Röntgenbild stellte sich folgendermassen dar:

Krone wurde abgenommen und eine Wurzelbehandlung vorgenommen.

Im Unterkiefer zeigte sich folgende Situation:

Früher war ich entsetzt über derartige Bilder, es hat sich aber im Laufe der Zeit relativiert, weil man schon etliches gesehen hat. Ich wundere mich eigentlich nur noch, wie lange solche „Konstruktionen“ doch im Munde verweilen.

Wie verhalten Sie sich in so einem Fall gegenüber dem Patienten?
Konkret  bezogen auf die distale Kronenrandgestaltung an Zahn 17  und den perforierenden Stiftaufbau und die parakanaläre WF an Zahn am 35 sowie  die Verwendung des Zahnes 37 als Brückenanker.

Nichts sagen über den Vorbehandler?

Zum Rechtsanwalt schicken?

Oder irgendwas dazwischen?

Take Our Poll

IC Keys „Hygienetastatur“

von Hans – Willi Herrmann


Über den Einsatz unterschiedlicher Tastaturen in der Zahnarztpraxis habe ich schon des öfteren berichtet.

Ein weiterer Zwischenbericht steht zur Veröffentlichung bereit, aber jetzt  ist mir noch folgende Alternative in die (bislang nur sprichwörtlichen) Hände gefallen.

Es handelt sich um die IC-KEYS- Tastatur. Diese ist  wasserdicht und kann lt. Aussage des Herstellers IC medical jederzeit mit Wasser und Reinigungsmitteln gereinigt und mit allen handelsüblichen Desinfektionsmitteln desinfiziert werden kann. IC-KEYS ist wasserdicht nach Schutzart IP 64.

Zur Reinigung  wird die Tastatur  über eine Tastenkombination gesperrt.

Für uns hat die Tastatur ihren Reiz in der Möglichkeit der Wireless – Anbindung, da unsere Rechner teilweise weit weg vom Behandlungszimmer stationiert sind und die Verbindung von Tastatur und Maus über mittlerweile vorsintflutliche PS2- Steckverbindungen erfolgen muss. Zur Verfügung stehende USB – Adapter funtionierten nicht dauerhaft zuverlässig, notwendige Resets der PC´s waren immer mal wieder die Folge, ein nicht akzeptabler Zustand.

Empfohlen wurde mir  die IC Keys – Tastatur durch DentalSynergie, den Deutschland- Vertrieb der WamKey -Produkte.

Ich hoffe, demnächst auch über praktische Erfahrungen berichten zu können. Der Preis wird gegenwärtig mit 299 Euro + MWS  angegeben und bewegt sich damit im Bereich der Mitbewerber.

Keramik-Kinder-Kronen

von Christian Danzl

Nachdem wir eine Kinderzahnärztin in der Praxis eingestellt haben, hat es nicht lange gedauert, bis auch Kinderkronen bei uns Einzug gehalten haben.

Die Mädchen sind meist sehr stolz auf ihre Prinzessinnenzähne und die Jungs auf ihre Ritterzähne auch.

Der Zahnarzt ist froh, dass die Zähne gut restauriert sind, die Eltern auch.
Aber lange nicht alle:

„Gibt es die Kronen denn nicht in weiss??????“

Das ist die Frage, die in letzter Zeit häufiger gestellt wird (komischerweise oft von zugezogenen ethnischen Gruppen, die vorher für ihre goldenen Zähne bekannt waren).

„Ja. Gibt es!“, ist seit neuestem die Antwort

„Weisse“ Zirkonkronen für Milchmolaren.

Pro Zahn in zwei verschiedenen Größen, zumindest bei den EZ-Pedo Kronen.

Sie sind zwar fürchterlich zu verarbeiten, weil viel mehr präpariert werden muss, die Kronen nicht nachgeben, somit nicht „raufschnappen“ und aufwändiger zementiert werden müssen.

Das geht dann nicht mehr ohne Zuzahlung.

Wurzelspitze macht Sommerpause.

Wurzelspitze macht Sommerpause.

Vom  16. Juli bis zum  31. Juli 2012.

Ab dem 01. August schreiben wir wieder über Großes und Kleines, Altbewährtes und Innovativ-Neues aus dem Bereich der Zahnmedizin.

Zwei an einem Tag

von Hans – Willi Herrmann

… ist nicht nur der Titel eines der diesjährigen Hollywood – Kinostreifen, sondern in der Tat finden am 2. und 3. November 2012  gleichzeitig die beiden Jahrestagungen der DGET und des VDZE statt.

Leider nicht am gleichen Ort, sondern räumlich mehrere hundert Kilometer getrennt, in Leipzig und Wiesbaden.

Tagungsprogramme finden sich hier (DGET) und hier (VDZE).

Saving hopeless teeth…

von Ostidald Wucker

In diesem Fall gelang es einen bestehenden Zahnersatz funktionsfähig zu erhalten. Die Patientin hatte zu uns besonderes Vertrauen gefasst, da wir vor mehreren Jahren bereits einen durch einen Stiftaufbau perforierten Zahn 23 erhalten haben. Damals waren noch keine Konuskronen angefertigt. Die Pfeilerwertigkeit erschien uns zweifelhaft. Nach nunmehr 6 Jahren scheint es doch zu funktionieren…

Der Zahn 24 war frakturiert. Die Primärkrone ließ sich nahezu spaltfrei aufsetzen und Ferrule blieb auch nach Kariesentfernung erhalten. Das Kanalsystem war vollständig oblitertiert und musste mühsam mit Ultraschall und Nickeltitaninstrumenten aufbereitet werden.

Nun hoffen wir, daß der Zahnersatz wieder problemfrei weitere Jahre funktioniert und 24 und 23 sich weiter gemeinsam stützen und schützen…

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im zweiten Teil meines Praxisberichtes befasse ich mich genauer mit der Dürr VistaScan Mini Plus – Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

Wie schon im ersten Teil beschrieben steht der Scanner auf der Hinterkopfzeile im Behandlungszimmer 1.
Hier finden rund 80 Prozent unserer endodontischen Behandlungen statt und aus diesem Grund wurde der Scanner dort platziert, damit insbesondere die intraoperativen Röntgenaufnahmen mit geringstmöglicher Zeitverzögerung (45 – 50 Sekunden)  zur Verfügung stehen, was im Praxisbetrieb auch einwandfrei funktioniert.

Der Mini Plus trägt hierzu seinen Teil bei, gestaltet sich doch der „Einleseprozess“ einfacher und schneller als beim Urmodell, dem großen Bruder. Bei letzterem werden die Speicherfolien nämlich zunächst in einen Bildschlitten überführt, der wiederum in den Scanner eingesteckt werden muss, damit anschließend das Bild mittels besagtem Schlitten in den Scanner eingeschoben werden kann. Beim Mini Plus wird das Bild nach Aufreissen der Schutzhülle direkt in den Scanner eingeführt, der Zwischenschritt über den Bildschlitten entfällt.
Es geht demnach schneller, allerdings wird der Zeitgewinn mit dem Nachteil erkauft, dass das  von Hand zugeführte Bild in der Regel nicht parallel eingeführt wird, was einen treppenartigen Versatz der Bilddaten bewirkt. Dieser wird zwar softwareseitig korrigiert, ist aber IMHO mit einem leichten Qualitätsverlust verbunden, der vermutlich jedoch  in den allermeisten Fällen gänzlich unbemerkt bleiben wird.

Davon abgesehen funktioniert der Scanner im Praxisalltag einwandfrei.

Meine zunächst vorhandene Unsicherheit, einen eventuellen Datenverlust betreffend (auch das ein Grund, warum wir zunächst die analogen Röntgenfilme als „Backup“ mitlaufen liessen), erwies sich als unbegründet.
In den vergangenen 2 Jahren gab es keinen einzigen Zwischenfall, bei dem das Bild in irgendeiner Weise im Rahmen des Scanprozesses verloren gegangen wäre oder nicht auswertbar gewesen wäre.

Lediglich ganz zu Beginn haben wir ein Bild verloren, weil versehentlich die Folie mit der Rückseite zum Scanner hin in das Gerät eingeführt wurde.
Typischer Anfängerfehler, vergleichbar dem nicht gelöschten Licht in der Dunkelkammer. Seitdem warnt ein von uns angebrachter Schriftzug „Bild mit Schrift nach vorne einführen“ vor versehentlicher Fehlbedienung. Bis heute mit Erfolg, das Ereignis ist ein einmaliges  geblieben hast.

Der Scanner hat sich demnach als ausgesprochen alltagssicher erwiesen.
Am Anfang verunsicherte uns eine periodisch wiederkehrende, überdurchschnittlich oft zu Beginn des Arbeitstages bei der ersten Nutzung auftauchende Fehlermeldung sinngemäß „Datenübertragung nicht möglich“. Wir brachen die Aktion ab und riefen erneut die Scan- Routine auf.
Manchmal jedoch fror das Programm auch an dieser Stelle ein.
Es  half zunächst nur der Programmschluss über ALT – F4 und der anschließende Neustart.

Die Daten waren danach ausnahmslos sicher vorhanden und konnten problemlos in DBS  Win übertragen werden.

Irgendwann erkannten wir die die Ursache des „eingefrorenen“ Programms.
Das  oben erwähnte Fenster mit der Fehlermeldung versteckte sich hinter allen geöffneten Fenstern der anderen Programme.  Es wurde nur sichtbar, wenn die Fenster der anderen geöffneten Programme ausgeblendet und das Fenster von DBS Win verkleinert und soweit verschoben wurde, daß das Fehlermeldungsfenster sichtbar wurde und dann in den Vordergrund geklickt werden konnte. Für diejenigen , die sich ein wenig auskennen, wir haben es hier mit einem modalen Fenster zu tun, dass jedoch nicht obligat im Vordergrund erscheint. Liebe Dürrianer, dieses „Feature“ liesse sich sicherlich einfach beheben und würde die Arbeit mit dem Programm im Praxisalltag erleichtern.

Was gibt es zur Weiterverarbeitung der Röntgenaufnahmen in DBS Win zu sagen ?

Funktioniert, soll heißen man kommt nach kurzer Eingewöhnung gut damit zurecht. Umgehauen hat mich das Programm jedoch nicht,  es besitzt den Charme und die Haptik einer Windows- Software der Jahrtausendwende.  Das macht die Konkurrenz besser.

Ich muss gestehen, dass ich im Praxisalltag nur wenige Basisfunktionen nutze.
In der Regel die drei Schieberegler zur Bildbearbeitung (Kontrast, Helligkeit, Gamma – Wert), um das Bild möglichst gut am Bildschirm darstellen zu können. Ausserdem die Längenmessung, die in 2 Varianten existiert, eine einfache gerade Linie und eine sich aus mehreren Punkten zusammensetzende Strecke. Letztere nutzen wir mit sehr guten Ergebnissen.

Alles, was darüber hinaus geht an bildbearbeitenden Funktionen fristet in unserer Praxis ein Schattendasein. In Fehlfarbendarstellungen oder zum Beispiel dem 3 D Embossing- Effekt  habe ich bislang keinen Sinn für die Endodontie entdecken können, mag sein, dass es in anderen Teilbereichen der Zahnmedizin anders ist, wenngleich mir auch hier  die Vorstellungskraft fehlt, wozu dies nützlich sein soll.

Darüber hinaus gibt es noch andere Filtereinstellungen, zum Beispiel zur Kariesdiagnostik oder eine weitere speziell für die Endodontie.

Insbesondere den Endo -Filter habe ich zu Beginn sehr häufig benutzt. Er führt sicherlich in einer Reihe von Fällen mittels „One Click“ zu einer  verbesserten Diagnostik,neigt aber in der Regel zu sehr kontrastreichen und „geschärften“ Bildern und schiesst oftmals über das Ziel hinaus mit entsprechend mediokren Ergebnissen.

Ich verwende ihn heute kaum noch und versuche stattdessen, über die drei oben beschriebenen Helligkeitsreglern das entsprechende Optimum aus dem Bild herauszuholen.

Ein Schärfe – Regler, wie ich ihn von Bildbearbeitungen aus dem Fotobereich kenne, wäre von großem Vorteil, hier sollte Dürr unbedingt nachbessern und sich ein Beispiel an den Mitbewerbern nehmen, die es schaffen, mehr aus den Ausgangsdaten herauszuholen.

Wie sieht es aus, wenn wir Röntgenbildern in den anderen beiden Behandlungszimmern anfertigen müssen ?
Zimmer 2 ist mit Zimmer 1 durch einen Verbindungsgang von etwa 4 Metern verbunden. Röntgenbilder lassen sich auch in solchen Fällen mit nur wenigen Sekunden mehr an Wartezeit erstellen.

Lediglich unsere ZMF in Zimmer 3 muss längere Laufwege absolvieren und ist zudem gehandikapt, dass der Zugang zum Scanner in der Regel durch die Behandlung in Zimmer 1 erschwert ist. Dieser Fall tritt aber eher selten auf, so dass er im Praxisalltag nicht negativ ins Gewicht fällt.

Wesentlich unangenehmer hingegen erschwert sich der Arbeitsablauf mit dem Scanner, wenn, zum Beispiel beim Erstellen eines PA – Status, mehrere Zahnfilme unmittelbar nacheinander aufgenommen und entwickelt werden müssen.
Zwar sind in unserer Praxis genügend Speicherfolien vorhanden, um einen solchen Status in einem Rutsch am Patienten aufnehmen zu können, die Entwicklung dieser gestaltet sich jedoch zum Geduldsspiel, müssen doch alle Folien nacheinander der Reihe nach eingelesen und jeweils der Scan – Vorgang abgewartet werden.

Beim „guten alten“ Dürr XR 24 Röntgenentwickler konnten diese Filme in der Regel parallel eingelegt werden, so dass nach etwa 1 Minute die Assistentin den Röntgenraum verlassen und sich in den nächsten 6 Minuten mit anderen Dingen beschäftigen konnte.
Jetzt ist sie die ganze Zeit am Gerät eingebunden und der Zeitgewinn zur analogen Entwicklung ist dahin, bei großen Zahnstaten verkehrt sich die Zeitersparnis sogar ins Gegenteil.
Hier wäre vermutlich der von Dürr angebotene VistaScan Perio Plus Scanner von Vorteil, der eine zeitgleiches Einlesen mehrerer Zahnfilme erlaubt.
Für uns lohnt sich das Gerät jedoch nicht, die Mehrkosten amortisieren sich nicht angesichts des seltenes Anlasses multipler beinahesimultaner Aufnahmen.
Dann würde ich eher einen zweiten VistaScan Mini Plus- Scanner als Anschaffung für unsere Praxis in Erwägung ziehen, aber auch dazu besteht nach 2 Jahren bislang kein Anlass.

Was gibt es weiter zu berichten ?
Der 3. Teil meines Praxisberichtes beschreibt unseren Workflow im konkreten Praxisablauf Schritt für Schritt für einen optimalen Arbeitsablauf. Dieser erscheint (nach der Wurzelspitze- Sommerpause) voraussichtlich am 07. August.

saving hopeless teeth – Folge 29

von Bodald Necker

Auch hier wieder: Der Patient wollte partout diesen (stark angeschlagenen) Zahn nicht mit einer Implantatversorgung ersetzen lassen. Die Wurzel war bereits resiziert und mit einer retrograden WF versorgt, aber der Zustand der klinischen Krone war bedenklich.
Da aber die Wurzelspitze kein apikales Geschehen (zumindest im 2D-Röntgen) erkennen liess, wurde die Sache mit entsprechender Aufklärung (Gefahr der Längsfraktur, Notwendigkeit der chir. Kronenevrlängerung vor Kronenversorgung) angegangen.

Die bereits über den Wurzelrest eingewachsene Gingiva wurde mit dem hier empfohlenen CeraTip entfernt.
Nach Kariesexcavation war wahrlich nicht mehr viel von der Krone übrig.

Der obere Rand der Kavität wurde mit G-Bond von Morita beschickt und ein Aufbau mit Venus Flow Baseliner (zur optischen Abgrenzung) und mit Gradia Flow von Hand geschichtet, um eine Kofferdamklammer anbringen zu können.

Die WF war relativ schnell entfernt und die Retro-WF war in Sicht, diese war dem entströmenden Geruch nach aus Jodoromzement. Da diese röntgenologisch und klinisch (Sichtkontrolle unter DM) dicht erschien, wurde auf deren Entfernung von orthograd verzichtet.
Der ganze Wurzelkanal war bis zur Retro-Füllung einsehbar und liess sich schnell trocknen. Deshalb erfolgte keine klassische WF mit Sealer und Guttapercha. Der Kanal wurde mit Phosphorsäuregel geätzt, Bondig erfolgte mit Syntac Classic. Der unterste Bereich zur Retro-Füllung wurde mit Gradia-Flow abgedeckt und anschliessend zwei GF-Stifte auf die verbleibende Länge des Kanals verklebt. Der Aufbau wurde für ein Provisorium beschliffen.

Bei Beschwerdefreiheit für 12 Wochen wird eine chirurgische Kronenverlängerung angesetzt, um anschliessend das jetzt gefertigte LZ-Provisorium durch eine endgültige Krone ersetzen zu können.

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

Wir benutzen seit 2 Jahren die Dürr Speicherfolien / VistaScan Mini Plus Scanner System – Kombi. Demnach habe ich mir offensichtlich Zeit gelassen mit diesem Praxisbericht. Und die Länge des Zeitraums bis zum Erscheinen dieses Blogbeitrags   ist nicht der Tatsache geschuldet, dass soviel Zeit notwendig gewesen wäre, um ein solches Urteil fällen zu können. Sondern ist vielmehr zurückzuführen auf den Umstand, dass  a) die  Zeit rast und b)  (das ist schon ein erster Hinweis auf die Bewährung des Systems in unserer Praxis) – ich ganz einfach vergessen habe, dass wir schon so lange damit arbeiten.

Aber der Reihe nach.
Müsste ich ein Attribut wählen, welches in einem Wort und griffig die Dürr -Speicherfolien beschreibt, dann würde ich „unauffällig“ im Sinne von „nicht existent“ wählen.

Wird aber der Sache in sofern nicht gerecht, als dass es sich hier ja um einen positiven Befund handelt.
Es gab nämlich keinerlei Umgewöhnung beim Umstieg vom analogen Film auf das digitale Speicherfolien – Medium.

Ein Phänomen, das auch immer wieder  in unserer Praxis von Hospitanten, die selbst mit Sensoren arbeiten, anerkennend genannt wird.

Einfache Platzierung mit und ohne Kofferdam.
Kein übermäßiges Würgen.
Große Filmfläche.

In jedem unserer 3 Behandlungszimmer haben wir eine Röntgeneinheit am Stuhl.

Sensor hin- und herschleppen ?
Auf einen gerade in Benutzung befindlichen Sensor warten ?
Für uns kein Problem. Wir legen in jedes unserer Zimmer eine gewisse Auswahl an Speicherfolien zur sofortigen Benutzung bereit.

Und demnach ist alles so, wie wir es von den analogen Filmen her kennen.
Kann man dem System ein größeres Kompliment machen ?
Wohl kaum.

Das Beste zweier Welten. Analoge Handhabung, digitale Weiterverarbeitung.

Einzig die Lokalisation unserer Entwicklungseinheit hat sich verändert.
Während der Dürr XR 24 -Entwickler weiterhin seinen Dienst im Röntgenraum leistet, steht der Dürr VistaScan Mini Plus  -Scanner in  meinem meistgenutzten Behandlungszimmer. Dort also, wo ca. 80 Prozent unserer Endo – Behandlungen stattfinden. Ohne großartig Platz wegzunehmen wohlgemerkt. Denn der Scanner hat den Platzbedarf einer DIN A4 – Seite und befindet sich daher wenig raumfordernd sofort erreichbar auf unserer Hinterkopfzeile.

Damit ich für die Endo möglichst schnell meine Röntgenaufnahmen zur Verfügung habe. So war es gedacht und so funktioniert es auch.

Reproduzierbare 45 Sekunden nach Auslösung steht uns der desinfizierte und danach mit 25 LP/mm eingescannte Zahnfilm auf dem Monitor zur Verfügung.
Das fertige Röntgenbild wohlgemerkt. Keine Vorabschau des Scan- Vorgangs, dessen Existenz aus Marketinggründen schon nach 6 Sekunden angepriesen wird, aber in der Praxis keinerlei Relevanz besitzt, ausser vielleicht  der Tatsache, dass man schon ein wenig früher über das Gelingen oder Nichtgelingen der Aufnahme informiert wird, wenngleich auch diese Info in der Regel mehr als 20 Sekunden benötigt.

Alles in allem sind die genannten 45 Sekunden für uns eine für uns akzeptable Wartezeit. Zu Beginn unseres Umstiegs wie ein Wimpernschlag vorüberziehend,  hatten wir doch für das analoge Pendant bislang ziemlich exakt 6 Minuten benötigt.

Aber natürlich nicht vergleichbar mit den 5 – 10 Sekunden, die gerade mal vergehen, bis ein sensorbasiertes Röntgenbild auf dem Monitor des Computers erscheint.
Berücksichtigt man allerdings die gegebenenfalls schwierige und damit zeitaufwändige Positionierung des Sensors im Vergleich zur Speicherfolie, dann relativiert sich der Zeitvorteil wieder, denn es zählt ja nicht nur die Zeit des Wartens nach Auslösung, sondern auch die Zeit vor der Aufnahme.

Unser Dürr Entwickler blieb weiterhin in Gebrauch, für benötigte OPG´s.
Und bot uns so die Möglichkeit, Speicherfolie und Röntgenfilm miteinander zu vergleichen.

Bringt man nämlich einen analogen Zahnfilm hinter der Dürr- Speicherfolie an, so ist man in der Lage, beim selben Objekt beide Speichermedien zu belichten. Vorausgesetzt man verwendet  die Belichtungszeit des analogen Films.
Diese liegt bei uns in der Regel nur eine Belichtungsstufe höher als die der Speicherfolie, ein Schelm der Arges denkt. Natürlich ist man der Lage, die Belichtungszeit zu reduzieren, das Bildergebnis ist dann aber suboptimal, so dass man sehr schnell doch wieder bei höheren Zeiten landet. Der uns zur Verfügung gestellte Kodak – Sensor reagierte im Übrigen noch drastischer auf eine Unterbelichtung, so dass sich im Endeffekt sogar eine dem Analogfilm vergleichbare Belichtungszeit einstellte, sich also gar keine Strahlenreduktion erzielen liess.

Unabhängig davon – der Trick mit den hintereinandergelegten digitalen und analogen Filmmedien  gab mir Gelegenheit, beide Systeme direkt miteinander zu vergleichen.

Was ich nicht gedacht hätte – der Zahnfilm schnitt (zunächst) sehr gut ab. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, anerkennend festzustellen, dass ich in der Lage war, selbst kleine Details im analogen Zahnfilm zu erkennen, auch wenn dieser um ein Vielfaches kleiner sich präsentierte als sein digitales Gegenstück auf dem 24 Zoll Monitor.

Andersrum betrachtet. Den vielleicht insgeheim stande pede erhofften Quantensprung des Aufspüren  einer Vielzahl neuer Details im digitalen Röntgenbild gab es nicht. Keine Entdeckung neuer unbekannter Welten.

Hätte ich also beim analogen Röntgenfilm bleiben können ? Oder sollen ?

Auf keinen Fall.
Einfache Frage, ans Team und an mich selbst, nach den ersten 2 Wochen.

Wollten wir auf das neue System verzichten ? Sollten wir es (rein hypothetisch) zurückgeben ?

Keiner wollte. Warum nicht ?

Hier  3 KO -Facts für das Dürr – System.

1. Wesentlich schneller. 45 Sekunden vs. 6 Minuten

2. Gleichbleibende Entwicklungsergebnisse – Kein Vergleich zur Röntgenchemie mit den allmählich immer schwächer kontrastierten, zuweilen auch plötzlich hell und fad aus dem Entwickler kommenden Aufnahmen. Keine arbeitsintensiver und fehleranfällige Wechsel- und Reinigungsarbeit an der Entwicklungsmaschine.

3. Einfache Längenmessung – Die wurde zwar von mir in der Vergangenheit ebenfalls sehr präzise am Röntgenbild durchgeführt (in der Regel auf den halben Millimeter genau), aber das war mein Job. Mit dem Dürr- System macht diese meine Endo – Assistentin. Entweder vorab oder „on the fly“ während der Behandlung unmittelbar nach Erscheinen des Bildes. Das Messergebnis ist für mich jederzeit einsehbar und wird automatisch dokumentiert. Da kann kein analoger FIlm mithalten.

Wie gehts nächste Woche an dieser Stelle weiter ?
Teil 2 widmet sich einer genaueren  Betrachtung der Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

saving hopeless teeth Folge 28/2

von Bodald Necker

Diesen Montag nun der zweite Teil.
Nach erneutem Zugang wurde mittel Ultraschall das Calciumhydroxid entfernt, die Aufbereitung verifiziert, die Kanäle mb, mb2 und db wurden weiter aufbereitet bis 40/06, p blieb bei ISO 80.
Nach nochmaliger Desinfektion und Masterpoint folgte die WF warm vertikal in mb, mb2 und db. Der Isthmus zwischen mb und mb2 konnte nach chemischer Aufbereitung und Säuberung gefüllt werden.
Der palatinale Kanal wurde wegen der notwendigen großen Aufbereitung mit ProRoot MTA grau gefüllt. Auf ein kollagenes Widerlager wurde verzichtet. Der Rest des Kanals wurde mit warmer GP gefüllt.
Nach der groben Versäuberung der Kanaleingänge mit Alkohol und Microbrush wurden die WFs mit einem überlangen Rosenbohrer zurückgebohrt, so dass ein sauberer adhäsiver Verschluss mit Venus Baseliner (weiss) gewährleistet werden kann. Besonders im Bereich der interradikulären Perforationsdeckung wurde darauf geachtet, dass die WF unterhalb der Füllungsgrenze zu liegen kommt um eine bessere Abdichtung zu erreichen.

Vor dem adhäsiven Verschluss wurde gesamt Kavität mittels Microbrush und Ätzgel gesäubert und konditioniert.

Die Röntgenkontrolle zeigt p und mb passende Längen, während db etwas zu lange erscheint.

Wenn der Zahn die nächsten vier Wochen beschwerdefrei bleibt, wird er mit einem laborgefertigtem Langzeitprovisorium versorgt.

Dürr Scanner – Welcher ist der Richtige ?

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange wartet man eigentlich, bis man ein endgültiges Urteil fällt ?

Im Falle der Dürr- Speicherfolien sind es mittlerweile  2 Jahre, in denen wir diese in der täglichen Praxis nutzen.

Eigentlich Zeit genug, aber dazu später.

Wie alles anfing, im Vorfeld der Kaufentscheidung,  lässt sich unter anderem hier, hier  und hier nachlesen.

Der Entschluss zur Neuinvestition war zu Beginn 2010 gefallen.
Ich hatte mich gegen einen Sensor und für ein Speicherfoliensystem entschieden.

Und zwar für das Dürr – System.
Auf Grund der Tatsache, dass ich im Rahmen meiner Fortbildungstätigkeit das System an mehreren Stellen in Aktion gesehen hatte und die Ergebnisse für mich akzeptabel waren, was heißen soll, daß diese die mir bekannten Ergebnisse des Kodas 6100 – Sensors zwar nicht übertrafen, aber doch recht ordentlich daran heranreichten.

Das war zumindest mein ( zugegeben bei geringer Fallzahl) subjektiver Eindruck.

Aber mit der grundsätzlichen Entscheidung für das Dürr – System war die Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen.

Denn Speicherfolien müssen eingelesen werden.  Und Dürr hat für diesen Zweck 3 unterschiedliche Scanner im Angebot. Es galt also eine weitere Entscheidung zu treffen für das betreffende Lesegerät.

Das erste und größte der drei Modelle sieht ein wenig aus wie der Warp – Antrieb von Raumschiff Enterprise  oder die vergrößterte Version des Fusions – Antriebs des Zeitreisen- De Lorean aus „Zurück in die Zukunft 1“. Der VistaScan Plus liest nicht nur Zahnfilme unterschiedlichster Größen (0 -4) sondern auch OPG´s ein.
Und wird daher von Dürr den Kollegen empfohlen, die beim Umstieg in die digitale Röntgenpraxis ihr  „analoges“ OPG -Gerät nicht in den Müll geben möchten, aber dennoch an den Vorteilen der digitalen Röntgenentwicklung teilhaben möchten. Darunter subsummiert sich der Verzicht auf die konventionelle analoge Entwicklung mittels Röntgenchemie und Entwicklungsgerät, eine schnellere Bildentwicklung und konstante Bildergebnisse, weil der Faktor der Chemikalienalterung und Abnutzung wegfällt. Im Vergleich zum „rein digitalen“ OPG ist der VistaScan Plus um einiges kostengünstiger, aber deutlich teurer als das Einsteigergerät VistaScan Mini.

Gerät Nummer 2 ist der Dürr VistaScan Perio Plus, der mehrere Zahnfilme auf einmal einlesen kann.

Und – als kleinstes und kostengünstigstes Gerät von Dürr gibt es den Dürr VistaScan Mini Plus. Er liest immer nur einen Zahnfilm zur selben Zeit ein.

Welchen also nehmen ?

Die Entscheidung fiel mir schwerer als gedacht. Und zwar – paradoxerweise -nicht weil ich keines der Geräte vor der endgültigen Kaufentscheidung, sondern gerade weil ich durch einen glücklichen Zufall (das Wunschgerät war nicht sofort lieferbar) die Gelegenheit hatte, sowohl den VistaScan Plus als auch den VistaScan Mini in der Praxis auszuprobieren.

Letztendlich habe ich dann den VistaScan Mini gekauft. Und mich so bewußt gegen den VistaScan Plus entschieden, obwohl ich den Eindruck hatte, dass dieser eine etwas bessere Bildqualität aufweist. Das war zumindest meine Empfindung, unmittelbar nachdem ich auf den VistaScan Mini gewechselt hatte.

„Kann nicht sein, sagte der Dürr- Aussendienstmitarbeiter, der mich beratend betreute. Eine eigene laienhafte, jedoch von Dürr dementierte Erklärung hätte ich trotzdem. Beim VistaScan Plus werden die Speicherfolien durch einen „Folienschlitten“ in das Gerät eingeführt. Eine absolut parallele Einführung ist so  gewährleistet. Beim VistaScan Mini führt man die Speicherfolie von Hand zu. Dies wird nur in den seltensten Fällen absolut gerade erfolgen, was man in der Regel an einem leicht treppenartigen Versatz der Bildkanten erkennen kann. Zwar korrigiert die Software diese Fehlstellung in Sekundenbruchteilen automatisch, aber vielleicht gehen im Rahmen dieses Rekonturierungsprozesses ja doch ein paar Feinheiten verloren.

Kaufentscheidend wirkte letztendlich, dass der VistaScan sich auf Grund seiner Größe nicht optimal in unser Behandlungszimmer integrieren ließ.
Zwar wäre er im Röntgenraum oder in unserem Sterilsationsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet, problemlos zu stellen gewesen. Ich hatte jedoch die Vorstellung,  die Speicherfolien so schnell wie möglich entwickeln zu wollen und suchte daher eine Bereitstellung unmittelbar am Behandlungsstuhl.

Das die Bildverarbeitung durch effizienteres Handling mit dem Mini auch noch wesentlich schneller und einfacher geht als mit dem großen Gerät nahm ich gerne billigend in Kauf.

Und die OPG´s ?
Wollte ich zunächst weiterhin analog entwickeln. Ein digitales OPG kam für mich nicht in Frage, die Fallzahlen in unserer auf Endodontie spezialisierten Praxis in den letzten Jahren gingen gegen Null und auch die Investition in die Dürr OPG – Speicherfolien- VistaScan Plus – Variante machte wirtschaftlich keinen Sinn, zudem die Folie gegenüber der rein digitalen Variante deutliche Abstriche in der Bildqualität erkennen liess und auch die Entwicklungszeit gegenüber der Sensor- Variante deutlich höher anzusiedeln ist.

Der Perio Plus war im Übrigen sofort aus dem Rennen. Er kann prinzipiell nicht mehr als der Mini, nämlich auch nur Zahnfilme einlesen, ist aber deutlich teurer. Ob dieser Sofortausschluß  so eine gute Idee gewesen war,  würde sich allerdings erst einige Zeit nach dem Kauf zeigen.

Noch war alles rosig.
Und dann gab sich sogar eine Gelegenheit, den Kodak – Sensor und die  Dürr – Speicherfolien am gleichen Objekt unmittelbar in Folge zu testen. Das Ergebnis fiel unterwartet positiv für die Speicherfolie aus, das Sensorbild zeigte sich (insbesondere vor Anwendung der Softwarealgorithmen zur Bildbearbeitung) eher flau und verwaschen.

War es also die richtige Entscheidung gewesen ? Die Antwort darauf  und   wie es mir in den letzten 2 Jahren ergangen ist mit dem VistaScan Mini finden sie nächste Woche hier bei WURZELSPITZE.

saving hopeless teeth – Folge 28/1

von Bodald Necker

Dem Patienten (männlich, 52J) wurde schon vor Jahren geraten, sein Gebiss einer Grundsanierung zu unterziehen. Da ihm aber KFO, Umstellungsosteotomie und Prothetik ins Haus standen hat ihn der Mut verlassen und er hat es aufgeschoben. Also hatte er weiterhin nur auf den 6ern Kontakt, die Front war gut 15 mm offen.
Eine Versorgung mit Kronen fand alio loco in Laufe der Jahre statt, die Fehlstellung wurde aber beibehalten. Der 16 hatte schon vorher Probleme mit Karies, brauchte eine Wurzelbehandlung, wurde aber vor der Überkronung mit einem gegossenem Stiftaufbau versorgt.

Dass das eine lange Zeit gut gehen kann ist klar, es muss aber nicht.
So stellte sich im Laufe der Zeit ein Knochenabbau (nicht nur) am 16 ein. Buccal lag die Furkation grosszügig über längere Zeit frei. Die Karies tat ihr Werk, Bakterien fanden ihren Weg in den Periapikalbereich, Schmerzen blieben am wurzelbehandeltem Zahn aus und als der Patient sich bei mir vorstellte, konnte man ihm die Extraktion des 16 mit ruhigem Gewissen empfehlen.
Allerdings mit dem Wissen, dass eine neue Versorgung schwierig werden würde:
Entweder jetzt die Prozedur mit KFO, Osteotomie und Prothetik,
oder
prothetisch die verfahrene Situation wieder manifestieren und auf die weitere Kompensierung der Fehlstellung hoffen.
Also Aufklärung und Empfehlung der X.

Für was entscheidet sich der Patient natürlich in einem Falle wie diesem: Massiver Knochenversust buccal, kariöse Perforation der Pulpahöhle zwischen den buccalen Wurzeln und apikalen Granulomen?

Natürlich für den Zahnerhalt!

Also die Therapie, die ihm nicht angeboten wurde.

Ob es denn nicht einen Versuch wert sei?
Was ist es wert? Mehrere Stunden Behandlungszeit mit Entfernung der Krone, des Stiftaufbaus, der Karies, Deckung der Perforation, Aufbaufüllungen, Entfernung der alten WF, weitere Aufbereitung, Desinfektion, medikamentöse Einlagen, WF, Stiftaufbau, Krone. Einige Tausend Euro für eine (unter Umständen) sehr begrenzte Zeit? Das konnte nur der Patient entscheiden, ob es IHM das wert ist.

Klar, wenn alles funktioniert (Perforationen können abgedichtet werden, bei der Entfernung des Stiftaufbaus bricht der Zahn nicht, die alte WF lässt sich entfernen, Patency kann überall hergestellt werden, Bakterienbesiedlungen können eliminiert werden, WF und Aufbau klappen), heilt der Knochen wieder einigermassen aus und der Zahn kann noch lange funktionieren.

Das reicht für den Versuch des Zahnerhaltes, auch wenn die Chancen des Zahnerhaltes für die nächsten 2 Jahre mit deutlich unter 50% beziffert wurden.
Die Aufklärung über die Prognose und dass diese Therapie nicht die erste Wahl ist, lasse ich mir schriftlich bestätigen.

Verlauf:
Krone, Stiftaufbau, Karies liessen sich entfernen, Perforation wurde gedeckt, alte WF ging gut raus, Patency konnte in allen Kanälen hergestellt werden, Aufbereitung erfolget ohne Probleme. Med momentan mit Calciumhydroxid.

Fortsetzung folgt

Videoconverter

von Christian Danzl

Die wichtigsten Dinge des Bloggens hab ich ja hier schon beschrieben.
Probleme hatte ich jedoch immer noch mit Video-Dateien. Speziell mit dem AVCHD-Format (.MTS-Dateien), welches meine Canon Legria HF 200 auswirft. Man kann sie direkt in iMovie importieren, wenn

  • die Kamera direkt am Computer angeschlossen ist
  • das Netzkabel an der Kamera angeschlossen ist

Aber nicht, wenn man die Speicherkare in den Kartenleser steckt und an den Mac anschliesst.
Das heisst: Jedesmal Kamera abbauen, oder mit dem MacBook ans Mikroskop.
Geht.
Ist aber ziemlich umständlich.

Windows-User haben es vielleicht hier einfacher???

Nach längeren Recherchen und mit Hilfe des Kollegen Arne Neumann aus Hannover bin ich dann auf den Wondershare Videoconverter Pro für Mac gestossen. Dieser importiert die Dateien direkt von der Karte und wandelt das Video in fast jedes Format um. Ausserdem kann man die Filme spiegeln, freistellen und schneiden.

Hier ein Beispielfim, noch mit dem Wasserzeichen der Testversion.
Auf dem Video ist zu sehen, wie Teflonband aus der Furkation entfernt wird. Dieses diente als Widerlager beim adhäsiven Verschluss einer kariösen Pulpabodenperforation.

Tsunami-Endodontics Teil 6 NSK

von Christian Danzl

Unter Tsunami-Endodontics finden sich hier, hier, hier und hier schon Einträge.
Auch NSK hat was im Portfolio.
Der V-S50 Spitzenhalter mit den Spülspitzen V-S 51 bis 53 (auch diamantner lieferbar) für Ultraschall-Geräte ist schon länger im Angebot. Funktioniert, mir persönlich ist jedoch die E5-Spitze deutlich lieber.
Der Spitzenhalter ist auch für den Airscaler lieferbar: V-S 75.

Jetzt gibt es dazu NiTi-Spitzen, die ähnlich dem SF 65 von Komet sind. Sie können einfach in den V-S 75 eingespannt werden.

Diese Spitzen funktionieren im Airscaler sehr gut, im US dagegen ist die Spülwirkung eher mittelmässig, da das flexible NiTi die hochfrequente Schwingung des US absorbiert und die Spitze wenig schwingt. Zumindest in der vorliegenden Länge.

Die Schwingung um die 6 kHz des Airscalers harmoniert jedoch sehr gut damit.
Die NiTi-Spitzen sind vorne jedoch sehr spitzig, nachdem ich die Spitze auf einem Abziehstein etwas entschärft hatte ging sie deutlich leichter in die Kanäle.

Bilder mit dem Plastik-Block: Original geht die Spitze 18 mm in den „Kanal“da sie sich in der ersten Scharte fängt, abgerundet geht sie locker auf Länge.

Da die Spitze ja aus Nickel-Titan-Legierung ist, fällt das Vorbiegen leider flach :-(

Unterkieferfrontzahn (3)

von Ostidald Wucker

In dem hier vorgestellten Fall kam es, wie auf dem Röntgenbild zu erkennen ist zu Problemen. Der Patient wurde zu uns überwiesen.

Dem Überweiser ist es nicht leicht gefallen den Patienten zu uns zu schicken. Ein Unterkieferfrontzahn dürfte doch nicht so schwer zu behandeln sein…
Aber irgendwie ging es nicht weiter.

Die Instrumentenfraktur(en) wurden nicht bemerkt.

Was waren die Ursachen für diese Probleme?

Die Zugangskavität.
Sie war falsch angelegt und in der Dimension zu gering. Das Ausmaß des Wurzelkanalsystems konnte nicht erkannt werden. Gerade Unterkieferfrontzähne sind nicht zu unterschätzen.
Die Bandbreite der anatomischen Varianten ist groß. Häufig sind zwei Wurzelkanäle in teilweise konfluierenden Verläufen vorhanden, bandförmige Verbindungen (Isthmen) sind zwischen den Kanälen möglich und es gibt Varianten mit zwei separaten Kanälen bis nahe an die Wurzelspitze.

Deshalb sollte die Zugangskavität sich an der Zahnform orientieren und sich nicht auf die linguale Fläche beschränken. Die inzisale Substanzschonung lässt nur eine eingeschränkte Sicht zu und ist oftmals der Grund von nicht erkannten Kanalbereichen.

In der Literatur werden auch labile Zugangskavitäten vorgestellt. Der Substanzverlust ist geringer als bei lingualer Präparaten.
( Logani A, Singh A, Singla M, Shah N. Labial access opening in mandibular anterior teeth – An alternative approach to success. Quintessence Int 2009;40:597-602. )

Zum genannten Fall nun das weitere Vorgehen.

Nach der präendodontischen Zugangskavität und Darstellung des Instrumentenfragmentes konnte dies entfernt werden. In der ersten Messaufnahme war ein (weiteres) Fragment zu sehen. „Dank“ dieses Fragmentes war für uns die Aufteilung des Kanalverlaufes im apikalen Bereich nach Ultraschallpräparation optisch erkennbar. Ein weiterer Hinweis war die nicht mittige Darstellung des Kanals in der Messaufnahme. Nach Entfernung dieses weiteren Fragmentes konnten auch dieser Kanalbereich behandelt werden.
Die Entscheidung zur Überweisung hat dem Patienten eine realistische Chance zum Zahnerhalt gebracht. 100% vorhersagbar ist eine Instrumentenentfernung für unsere Praxis jedoch nicht.

Anbei die Bilder des Behandlungsfalles.

Eine empfehlenswerte Literatur in deutscher Sprache ist in der Zeitschrift „Endodontie“ zu finden.

Die Differenzierung einkanaliger und mehrkanaliger Unterkieferfrontzähne mit Hilfe des Dentalmikroskops. Arnold, Michael, Endodontie, Seite: 153 – 163, Erscheinungsdatum: 31.05.2010, ISSN: 0940-9505

was hilft beim Bloggen?

von Christian Danzl

Wurzelspitze läuft nun fast seit 4 Jahren.
Bloggen ist nicht schwer, das kann fast jeder.

Was braucht man dazu?

  • Als erstes die Idee. Die war da. Von HaWi Herrmann.
    Warum einen Blog?
    Die ganzen Themen, die jahrelang in mail-Newsgroups (roots, Endonews, Endo2, Wurzelkanal, auf den Logies-Listen) behandelt wurden, verschwanden, nachdem der Thread „durchgekaut“ war, einfach in der Versenkung. Man brauchte also ein Medium, in dem das Wissen, das verteilt werden soll nicht sooo tief in der Versenkung verschwinden kann. Hier erweist sich ein Blog als deutlich besser als eine Newsgroup oder ein Forum.
  • Man braucht Leute, die bloggen (hatten wir).
  • Und man braucht Ausdauer, denn – da waren wir fünf und einig – wenn nicht regelmässig jeden Werktag (außer Samstag) ein neuer Artikel im Blog steht, wird es für die Leser uninteressant zu folgen.

Hardware:

  • Computer mit Internet-Zugang.
  • Digital-Kamera (ohne Bilder ist es langweilig und theoretisch)
  • Videokamera (Filme werden die Fotos verdrängen)
  • Dentalmikroskop mit Dokumentationsmöglichkeit (Foto und Video)

Software:

  • Eine Software-Plattform haben wir bei WordPress schnell gefunden. Bedienbar vom Computer und vom iPad (geht) oder iPhone (macht nicht wirklich Spass).
  • Programme, um Fotos bearbeiten und verwalten zu können, bei mir Aperture. Zum direkten Malen in Bilder oder Beschriften nehme ich am liebsten Skitch.
  • Und zum Übertragen der Bilder vom Praxisrechner oder vom iPhone zum Rechner daheim, wo meist die Blogs geschrieben werden, eignet sich ein USB-Stick, aber die Dropbox geht besser, weil man bei der immer weiss wo sie ist, und sie irgendwo liegen lassen ist seeehr schwer.

Aber das Wichtigste, das sind Sie, liebe Leser.
Denn wenn der Blog nicht gelesen wird, macht es keinen Sinn zu bloggen.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank für Ihre Treue!

Video Maschinelle Arbeitsbewegungen bei vollrotierenden Nickel – Titan – Instrumenten

von Hans – Willi Herrmann

Die „Echternacher Springprozession“ ist nach bald 15 Jahren schon so etwas wie Allgemeingut geworden, aber ich bin am Wochenende gefragt worden, ob es eine Möglichkeit gäbe, das  im Rahmen des Curriculums der DGET gezeigte Video zum Thema sich noch einmal in Ruhe anschauen zu können und dieser Bitte komme ich gerne nach.

Im Nachfolgenden also ein Video zu maschinellen Bewegungen bei vollrotierenden Nickel- Titan – Instrumenten. Es zeigt pickende und bürstende Bewegungen ebenso wie besagte „Echternacher Springprozession“ und im Vergleich zur Original MTwo- Arbeitsbewegung des „simultanous shaping“ meine Alternative für Fortgeschrittene, den „Echternacher Pinselstrich“.

mal wieder MTA

von Bodald Necker

Patient, männlich 68 Jahre, parodontal vorgeschädigt, massiver Bruxer.

Er kam mit dicker Lippe. Nicht zuviel riskiert :-) , sondern Schwellung ausgehend vom 21. Leichte Schmerzen. Zahn trepaniert, Pusabgang, Inzision deutlicher Pusabgang, Streifen eingelegt, Zahn offen gelassen, WV am nächsten Tag.

Schwellung war deutlich zurückgegangen, keine Schmerzen. Streifen entfernt, Aufbereitung bis Apex bis 40/06 Mtwo, Spülung der Wunde mit CHX, des Zahnes mit CHX, EDTA und NaOCl, Calxciumhydroxid-Einlage, Cavit. WV in 2 Tagen.

Schwellung war weg. Wunde verheilt. Erneute Desinfektion und Calciumhydroxideinlage, Cavit und Spülung des Fistelkanales mit CHX. WV nach dem Wochenende.

Weiterhin keinerlei Beschwerden, Zahn fistelte jetzt jedoch. Eröffnung des Apex bis ISO 55 (AL 25 mm), Apex -1 mm (AL 24) bis ISO 70. Spülung des Zahnes mit CHX, Spülflüssigkeit kam aus dem Fistelmaul. Calciumhydroxideinlage und Cavit.

Nach 2 Tagen war die Fistel geschlossen, nochmals Desinfektion des Wurzelkanales und Med-Wechsel, WF in einer Woche zur WF.

Von der Fistel war nichts mehr zu sehen, nochmalige Desinfektion Der weit offene Apex wurde verschlossen mit einem MTA-Plug. Durch die präparierte apikale Box konnte auf ein Kollagen-Widerlager verzichtet werden. Eingebracht wurde das MTA mittels Machtou-Pluggern von Maillefer und verdichtet mit Ultraschall, sowohl direkt mit der E5 US-Spitze von NSK, als auch indirekt durch Aktivierung des Machtou-Pluggers mit der E5-Spitze. Backfil mit GP, Verschluss mit weissem (Baseliner) Flow-Komposit (Venus, Heraus Kulzer) zum leichteren Auffinden der WF bei eventuellem Re-Entry, und Gradia (GC).

Unterkieferfrontzahn (2)

von Ostidald Wucker

Das Röntgenbild zu dem Fall wurde ohne Kommentar von mir eingestellt.
Bevor ich mehr darüber berichte, möchte ich noch eine kleine Umfrage starten.

Take Our Poll

Ich musste die Umfrage mit NEIN beantworten.
Wenn man genau hinschaut, dann sieht man es an einer kleinen Stufenbildung. Dazu müssen Sie zweimal auf das Röntgenbild klicken um es maximal vergrößern zu können.

Zeiss- Dentalmikroskop „Manuelles Pro Ergo“

von Hans – Willi Herrmann

Schon bemerkenswert, welche Entwicklung der Markt und das Angebot an Dentalmikroskopen in den letzten 20 Jahren genommen hat. Als ich 1997 anfing, mit dem Mikroskop zu arbeiten, gab es Modelle um die 40.000 DM, mit denen man beim besten Willen nicht wirklich suffizient arbeiten konnte und es gab das Zeiss Pro Magis. Ergonomisch eine Klasse für sich, allerdings auch, was den Preis anging,  alles in allem habe ich rund 75.000 DM hingelegt, bis es in seiner endgültigen Form in der Praxis stand.

Heute hingegen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote in allen möglichen Preisklassen. Das Pro Ergo steht nach wie vor an der Spitze der „bezahlbaren“ High End – Mikroskope (es gibt bei Zeiss in der Produktpalette noch einige Angebote zum Beispiel aus der Neurochirurgie, die preislich sogar deutlich höher angesiedelt  sind).

Warum also kein kostengünstigeres Mikroskop kaufen für das zweite Behandlungszimmer ?
Weil die Diskrepanz an Leistung mir den geringeren Preis nicht wert war. Soll konkret heißen, die billigeren Mikroskope, und da zählte ich immer auch das Zeiss Pico hinzu, konnten mir zu wenig, dass ich den Preisvorteil für mich in Anspruch genommen hätte.

So wurde das zweite Mikroskop ein Zeiss Pro Ergo. Das steht bei Vollausstattung dann mit über  60.000 Euro in den Büchern.

Vorletzte Woche habe ich bei Jadent dann zum ersten Mal ein Dentalmikroskop gesehen, dass ich für mich als interessante Alternative zum Pro Ergo sehen könnte.
Es hört auf den wenig griffigen Namen „Manuelles Pro Ergo“ und ist dahingehend gegenüber dem Zeiss Pro Ergo in der Ausstattung reduziert, dass ich mit den Abstrichen(Verzicht auf Motorzoom und Motorfokusierung, Festbrennweiten statt Zoomobjektiv, keine Magnetbremsen, besitzt aber den vom Pro Ergo bekannten riesigen variablen Arbeitsbereich von 20 – 41 cm), denke ich, leben könnte, bei dementsprechendem geringeren Kaufpreis.

Würde ich heute eine Praxis neu einrichten, ich würde ernsthaft in Erwägung ziehen, mit einem „manuellen Pro Ergo“ anzufangen, um dann später ein zweites hinzuzunehmen.

Noch mehr freuen würde ich mich, wenn Zeiss mir das oben genannte Gerät mit Magnetbremsen liefern würde, aber dies wird vermutlich auf ewig ein Traum bleiben.

Zusätzlicher Kanal

von Bodald Necker

Der Patient hat sich zum wiederholten Mal selber zu uns überwiesen.
Er hat vor kurzem den HZA gewechselt. Der neue HZA wollte Zahn 34 überkronen. Und er war der Meinung, die Endo müsse vorher revidiert werden. Da stand der Patient auf und sagte, er wisse, wo er dies machen lassen würde…

Zahn 34, eine schön mittenzentrierte WF, die auf dem Röntgenbild gar nicht so schlecht aussah. Allerdings war sie eher dünn, im oberen Drittel nicht unbedingt randständig, Voids waren erahnbar, etwas zu kurz und es sah verdächtig nach apikalem Granulom aus.

Der Zahn machte zwar keine Beschwerden, aber eine Revision war sicher keine Übertherapie.
Das zeigte sich auch nach der Trepanation. Im Kanal war es eindeutig feucht, die GP löste sich schnell. Ein länglicher, mittiger Kanal.

Aufbereitung bis 35/06, 20 mm ab buccalem Höcker, ausgiebige Spülung mit CHX, EDTA und NaOCl, Calyxl-Einlage, Cavit.

Beim nächsten Termin wurde Patency hergestellt und aufbereitet bis 40/06. Vor dem letzten Desinfizieren des Kanals wurden die restlichen Überhänge der Trepanations-öffnung nochmals überprüft und mit dem Munce-Bohrer versäubert. Lingual zeigte sich ein relativ großer Überhang. Zu groß. Zumindest für einen Zahn mit nur einem Wurzelkanal.

So war es auch. Unter dem lingualen Bereich des Pulpadaches zeigte sich ein kleinerer unberührter Wurzelkanal.

Er zweigte stark nach lingual ab, er war mit 006er, 008er und 010er K-Feilen einigermassen zu katheterisieren, Patency konnte hergestellt werden. Aufbereitung ebenfalls bis 40/06, jedoch 24 mm Länge.
Nächstes Mal die WF.

Dass der Vorbehandler diesen Kanal wegen seiner „exponierten“ Lage übersehen hat, wundert mich nicht, zumal ja auch auf den Röntgenbildern wenig Hinweise auf einen zweiten Kanal oder eine zweite Wurzel erkennbar waren. Im Nachhinein würde ich die apikale Region des Ausgangsbildes wie folgt interpretieren:

Somit lässt sich auch konstatieren, dass die buccale WF durchaus nicht zu kurz war, sondern, dass sie durch die linguale Wurzel auf dem 2D-Röntgenbild nur „optisch verlängert“ wurde.

Nicht nur Molaren und untere Frontzähne, sondern auch „einfache“ Zähne haben hin und wieder eine Überraschung in der Hinterhand.

Wäre ein DVT hier Vorteile gebracht?

Ja. Die genaue Anatomie (2 Wurzeln, unterschiedliche Länge) wäre schneller erkannt worden. Auch die apikale Lyse wäre schöner dargestellt.

Wäre es notwendig gewesen?

Nein. Die zweite Wurzel (bzw. Wurzelkanaleingang) war klinisch durch das DM nicht zu übersehen. Desweiteren ist auf dem Ausgangsbild im koronalen Wurzeldrittel ein zweiter PA-Spalt erkennbar und dass ein pathologisches Geschehen an der Wurzelspitze ist, lässt sich auch auf dem 2D-Bild erahnen.

Unterkieferfrontzahn

von Ostidald Wucker

Der Unterkieferfrontzahn wird sehr selten wurzelbehandelt im Vergleich zu anderen Zähnen. Karies mit einer irreversiblen Pulpitis sind kein häufiges Problem, Fehlentwicklungen, bzw. Strukturstörungen (Dentinogenesis imperfecta, Amelogenisis imperfecta) können ursächlich dafür in Frage kommen.
Traumatische Geschehen verurachen eine Behandlung sehr häufig.

In dem vorliegenden Fall war dies als wahrscheinlichste Ursache der Behandlungsnotwendigkeit anzusehen. ( Attrition als Zeichen eines chronischen Traumas. ) An Hand des Röntgenbildes ist zu erkennen, daß es Probleme in der Behandlung gab.

Take Our Poll

Quelle: Arnold, Differenzierung von Unterkieferfrontzähnen mit Hilfe des Dentalmikroskops, Endodontie 2010;19(2):153–163

Wenn ich auch nur mit dem Gedanken spielen würde, ein Dentalmikroskop zu kaufen…

von Hans – Willi Herrmann

… dann würde ich auf jeden Fall vorab zur Entscheidungsfindung nach Aalen fahren zu Jadent.

Denn dort sind, Seite an Seite, eine so große Auswahl an unterschiedlichen Dentalmikroskopen verschiedener Hersteller und Preisklassen aufgebaut, wie ich es bislang noch nie bei einem Händler gesehen habe.

Die Palette reicht vom untersten Preissegment mit China – Mikroskop bis hin zum Zeiss Pro  Ergo. Vertreten sind Produkte der Firmen Alltion, Global, Kaps, Leica, Zeiss.
Alle betriebsbereit, so dass in ruhiger Atmosphäre und bei fachkompetenter Beratung eine Auswahl getroffen werden kann.
Und – ein Händler, der (mir fällt von den namhaften Herstellern spontan nur Möller und Wedel ein, die ich dort nicht vorgefunden habe) alles anbieten kann, hat zumindest keine Notwendigkeit, ein Produkt, dass er nicht im Angebot hat,“suboptimal zu promoten“. Denn der Kunde braucht sich ja nur aus den vielen vorhandenen Dentalmikroskopen das Mikroskop seiner Wahl auszusuchen.
Eine Win-Win- Situation.

Praxisbeschallung

von Bodald Necker

Mit Musik geht alles besser.

Ein alter Spruch, der oft stimmt. Zumindest bei mir. Ich persönlich finde Musik in der Praxis beim Behandeln ganz angenehm, besonders bei langwierigen Behandlungen, bei denen die Geräuschkulisse niedrig ist, wie z.B bei der Endo. Viele Patienten finden Musik beim Behandeln angenehm, einige wollen nichts hören, andere wiederum fragen vorwurfsvoll: „Gibt es heute keine Musik?!“

Über die Hardware zur Beschallung hab ich mir lange genug den Kopf zerbrochen, bin aber zu keiner überzeugenden UND bezahlbaren Komplettlösung für mehrere Zimmer  gekommen.

Software war eigentlich kein Thema, da sich im Laufe der Jahre etliches an CDs und MP3s angesammelt hat. Aber man kennt die Lieder doch dann irgendwann auswendig. Dauernd neu kaufen macht auch keinen Spass – zumindest, wenn es um „praxiskompatible“ Musik geht, also mehr oder weniger alles, was sich unter „easy listening“ einordnen lässt. UKW-Radio ist zwar „ubiquitär verfügbar“, aber wer will sich schon den ganzen Tag mit Werbung zudröhnen lassen?

Also läuft momentan viel Internetradio, meist smoothjazz.com. Alternativ Smoothjazz Tampa Bay, SmoothLounge oder DeLuxe Radio.
Die Sender laufen über einen Internetradio, der in die vorhandene HiFi-Anlage einspeist.
Läuft relativ zuverlässig über WLAN, LAN wäre mir lieber, ich wollte aber keine neuen Kabel ziehen.

Die Vorzüge des Internet Radios sind:

  • man kann die Sender nach Genre aussuchen (wenn der Patient unbedingt Volksmusik will …)
  • viele Sender mit wenig bis keiner Werbung
  • größere Abwechslung als die eigene Diskothek
  • lassen sich über den Rechner im Behandlungszimmer empfangen (wenn man das wirklich will?) via iTunes, WinAmp, Songbird, etc., oder direkt über ShoutCast, Radio.de, etc.

Nachteile:

  • evtl. Belastung des Netzwerks
  • ohne schnelle Internetverbindung geht nicht viel

Wenn direkt über den Rechner im Behandlungszimmer gespielt wird, ist dies meist die günstige Lösung, man braucht man nur noch Aktiv-Lautsprecher. Wenn’s gut klingen soll, ist zu überlegen, ob man die Musik nicht nach der Soundkarte am 3,5 mm Klinkenstecker abgreift, sondern direkt über USB und einen D/A-Wandler, wie den DAC707. Möglichkeiten Geld zu investieren gibt es genug. Man muss nur überlegen, was es für einen selber kosten darf.
Wenn man die Musik nicht über den Rechner spielen will – was mir sinnvoller erscheint, weil ich mit meinem Praxis-Netzwerk möglichst wenig Verbindung zum Internet habe will –  braucht man ein Internetradio. Erhältlich als Stand-alone oder zum Integrieren in eine Musikanlage (Alternativ Aktiv-Lautsprecher).

Wenn die Beschallung nur im Behandlungszimmer stattfindet, und nicht an der Anmeldung und im Wartebereich, sollte dies auch GEMA-frei möglich sein. Für weitere Informationen diesbezüglich: https://www.gema.de.

Licht

von Christian Danzl

Wie viele Kollegen, habe auch ich mich für eine Lupenbrille entschieden.
Schon vor langer Zeit. Damals war es eine Brille von Sandy Grendel.
Sie war sehr leicht und mit einer 2,3-fachen Vergrößerung geeignet als erste Lupenbrille.

Aber damit kommt man schnell an die Grenzen. Also muss eine neue Brille her. Die Wahl fiel auf die Orascoptic, 3,8-fach, Keppler’sches System.
Die Umstellung war anfangs mühsam, da der Schärfentiefebereich im Vergleich zur 2,3-fachen Vergrößerung deutlich kleiner war.
Und es war einfach dunkler. So kam die Brille seltener zum Einsatz als sie sollte.
Was auch daran lag, dass ja auch schon lange ein Mikroskop in der Praxis war und man ja da auch „ausweichen“ konnte.

Irgendwie wollte ich aber doch eine Beleuchtung für die Lupe.
Es gab mittlerweile verschiedene Lichtsysteme auf dem Markt.
Eines heller, kleiner und ausdauernder als das andere. Jeder Kollege hatte seinen Geheimtipp, aber auch triftige Gründe, warum er gerade das andere nicht nahm.
Was mich immer noch störte war
– einerseits das Kabel, das von der Brille irgendwie zum Gürtel – wo der Akku war – geführt werden musste, und
-andererseits der Preis.
Die Lichter lagen alle um die 1.000,-. Mal mehr mal weniger.

Die Brille war teuer genug, wenn jetzt auch noch das Licht dazu rumliegt, ist es definitiv zu teuer.
Somit hab ich mir bei Conrad-Elektronik mal eine LED-Stirnlampe bestellt, nur um zu testen, ob es sich für meine Belange lohnen würde Geld für ein Lupenbrillenlicht auszugeben.

Das Ergebnis:

Es lohnt sich Geld dafür aus zu geben.
Klar, wird jeder bestätigen, der eine Lupe mit ordentlichem Licht hat.
Man darf auch sagen, dass eine Lupenbrille OHNE Licht KEINEN Sinn macht.

Meine LED-Stirnlampe von Conrad ist eine LED-Lenser H7R, mittlerweile bei auch bei Amazon verfügbar. Der kleine Akkupack (3 handelsübliche Micro-Zellen) sitzt am Hinterkopf auf dem Gummiband. Die Lampe ist dimmbar und hat einen neigbaren Zoomreflektor.
Sie ist mir hell genug, der Akku hält (wenn ich sie nicht auf dem Kopf habe, hängt sie am Ladegerät) einige Stunden und ich habe kein Kabel an mir rumbaumeln.

Nachteile:
kein Orangefilter und sie sieht richtig unprofessionell aus.

Wie gesagt, die Lampe hab ich nur zum Testen gekauft. Ich finde die Lampe allerdings so gut, dass ich immer noch keine teuere, „professionelle“ Lampe gekauft habe, sondern noch eine zweite LED-Lenser H7R dazu, denn die Lampe funktioniert auch ohne Lupenbrille.

Apical fishing …

von Ostidald Wucker

Heute mal wieder ein Versuch einer Falldarstellung in Videoform.
Es ist nicht ganz einfach eine komplette Behandlung zu filmen und dabei noch konzentriert zu arbeiten. In diesem Fall wird durch den Zahn hindurch periapikal gelegenes Fremdmaterial entfernt. Auf Grund der resorptionsbedingten geringen Zahnlänge war dies optisch einfacher darzustellen.
Damit es nicht zu langwierig wird, sind Schnitte und Zeitraffersequenzen eingefügt.

Wurzelspitze ÜDay 3 TeamDay 4 Berlin

von Hans – Willi Herrmann

Eine Tradition entsteht, so wurde mir einmal gesagt, wenn etwas zum 3. Mal stattfindet.
Das war  beim 3. Südtiroler Endodontie – Oktober in Bozen. 2008.
Und ist es jetzt wieder.

Denn am vergangenen Wochenende fand der 3. Überweisertag der WURZELSPITZE – Praxen statt, zusammen mit dem jetzt schon 4. TeamDay für alle Praxisteams.
Perfekt organisiert. Vielen Dank (ich bin sicher, ich spreche hier im Namen aller) dem WURZELSPITZE-Team „Berlin“ der Zahnarztpraxis Dr. Jörg Schröder/Dr. Sebastian Riedel.

Warum ein ÜDay, warum ein TeamDay ?
Beide Events sind angelegt als praxisinterne Weiterbildungen und mit  Fachvorträgen für die Überweiser gedacht als ein Dankeschön für die harmonische Zusammenarbeit der vergangenen 12 Monate.

Jahr für Jahr wechselnd.
Dieses Jahr, nach München und Lepizig, in der, wie es Jörg Schröder spaßeshalber gerne immer mal wieder betont, in der Hauptstadt, in Berlin.

Der Freitag begann  im Zeichen der internen Praxisweiterbildung  mit halbtägigen Vorträgen von Dr. Doreen Schubert  und Dr. Sebastian Riedel zu parodontalen und endodontischen Themen. Und – eine Neuerung beim ÜDay – mit einem Arbeitsseminar von Frau Jennifer Schnell „Reklamations und Konfliktmanagement“ zum Thema Interaktion Patient- Praxismitarbeiter.

Am Abend dann das traditionelle Get Together, mit reichlich Gelegenheit zum  Wiedersehen, Anekdotenaustausch oder auch „Erstmaligtreffen“. Das unter den Neuhinzugekommen auch Leute dabei waren, die ich schon lange virtuell kannte, aber noch nie zuvor persönlich getroffen hatte, hat mich besonders gefreut.

Der Samstag dann mit folgendem Vortragsprogramm:

Prof. Dr. Oliver Stoll
Mehr Leistung in der Praxis durch emotionale Intelligenz – Möglichkeiten und Grenzen von funktionaler Kommunikation

Christoph Kaaden
Regenerative“ Massnahmen in der der Endodontie

Christian Danzl, Jörg Schröder
Das DVT in der endodontischen Praxis – Nutzen und Grenzen

Hans – Willi Herrmann
Fotografie am Dentalmikroskop – Versuch einer Demystifizierung

Mit Oliver Stoll, Professor für Sportpsychologie und Sportpädagogik an der Martin Luther  Uni Halle-Wittenberg eröffnete ein weiterer externer Referent, ein weiteres Novum, diesen Vortragstag. Und er referierte zudem über ein nicht zahnmedizinisches Thema.

Ein Wagnis ? Möglicherweise aber auch eine Chance, neue Denkweisen in einen idealerweise reibungslos funktionierenden, aber dadurch vielleicht auch eingefahrenen Arbeitsablauf des Zahnarztpraxisalltags zu bringen. Und gewollte Parallelen zum Seminar von Frau Schnell gaben den Mitarbeiterinnen die Möglichkeit, am Vortag aufgezeigte Thematiken zu vertiefen oder differenziert zu beleuchten.

Wir war´s, rückblickend ?
Für ein defintives Fazit ist es im Moment noch zu früh. Zum einen sind alle nach diesem Wochenende „geschlaucht“, denn das Event war ein richtige hartes Arbeitswochenende und so blieb den einen lediglich 2 Stunden zum Besuch der Gerhard Richter-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, den anderen das Musical „Tanz der Vampire“ als musikalischen Ausgleich.
Ausserdem wird sich, wie immer, erst im Laufe der Zeit zeigen, inwieweit die Anregungen der Vorträge ihren Einzug in das Repertoire der Zahnarztpraxen halten werden.

Aber ich bin zuversichtlich, denn wir haben heute schon erfolgreich die ersten Änderungen angegangen.

Eines hatten bislang alle ÜDays gemeinsam und da bildete Berlin keine Ausnahme: Sie waren allesamt sehr, sehr harmonisch.

Und deshalb freuen wir uns schon jetzt auf den nächsten ÜDay.
Er findet statt am 26. und 27.04.2013 in Salzburg.