Tatoo oder Gravur?

von Ostidald Wucker

Der endodontische Schnappschuss gelang uns diesmal mit Röntgenstrahlen.
Der Anfangsbuchstabe des Patienten haben wir in die Guttapercha der mesialen Wurzel graviert. Oder war es die Anzahl der Kanäle geteilt durch 2 als Guttatatoo…

Keine Ahnung wie das entstanden ist…

Abschlusskontrolle

Abschlusskontrolle

Hartnäckiger Stift

von Bodald Necker

Der Patient war überwiesen zur Endorevision.

Nach Aufklärung und Kostenvoranschlag erfolgte Trepanation durch die Krone. Der Stift wurde mit US freigelegt. Der NSK E5 US-Ansatz wurde mit einem Arkansas-Stein „gespitzt“ für einen besseren Abtrag. Trotzdem dauerte die Freilegung noch weit über eine halbe Stunde.
Nachdem der Stift und das Komposit, mit dem er verklebt wurde, entfernt war, wurden die GP-Reste (mehr war es nicht) mit einer FlexMaster 15/06 herausgeholt. Der Kanal war dann bis zum Apex gängig, Patency konnte hergestellt werden.

Aufbereitung erfolgte mit M2 25/06 und 40/06 in Ghassan Yared-Technik (reziproke Bewegung, Pendelbewegung).

Die WF wurde warm vertikal kondensiert und wegen des großen Lumens und einer im Mikroskop erkennbaren Undichtigkeit Richtung Kronenrand, in der selben Sitzung noch ein Glasfaserstift eingeklebt.

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BIG FIVE – Endodontie

von Olaf Löffler

Im endodontischen Bereich haben sich in den letzten Jahrzehnten neue Möglichkeiten der Behandlungsdurchführung eröffnet.

Die „Big Five“ der modernen Endodontie in unserer täglichen Praxis sind:

– die elektronische Längenmessung,
– der Einsatz des Dentalmikroskops,
– die Verwendung von vollrotierenden oder reziprok rotierenden Nickeltitaninstrumenten
– die ultraschallgestützte Spülung zur hydrodynamischen Präparation
– die digitalen Röntgentechnologien

Natürlich könnten jetzt auch Materialien, wie MTA oder der präendodontische adhäsive Aufbau und der Einsatz von Kofferdam genannt werden. Dies sind Dinge, welche aus unserem Behandlungskonzept nicht wegzudenken sind. Aber besonders entscheidend sind für mich die oben aufgeführten Dinge.

In der kleinen Umfrage haben unsre Leser die Möglichkeit Ihre „big five“ zu benennen.
Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

Take Our Poll

Neue LED – Beleuchtung für Zeiss Pico

von Hans – Willi Herrmann

Seit einiger Zeit gibt es eine nachrüstfähige LED – Beleuchtung für das ZEISS Pico – Dentalmikroskop. WURZELSPITZE- Gastautor Andreas Habash hat hier und  hier darüber berichtet.

Ich hatte am Wochenende im Rahmen eines Arbeitskurses in Dresden die Gelegenheit, mit einem Zeiss Pico + LED- Licht aktueller Generation zu arbeiten. Es ist schon bemerkenswert, wie viel besser sprich leuchtstärker die LED´s für die Mikroskope geworden sind in den letzten Jahren. Und LEDs haben gegenüber Halogen und Xenon schon eine Reihe von Vorteilen (Geräuschentwicklung, Lichtfarbe, Preis, Alterungsbeständigkeit der Lichtleistung, Haltbarkeit).
Allerdings – in der hohen Vergrößerung war es dann aber ziemlich dunkel in der Kavität. Von den Tiefen des Wurzelkanals einmal ganz abgesehen.

Da trifft es sich gut, dass eine neue,  lichtstärkere Generation an LED- Einschüben für das ZEISS Pico in den Startlöchern steht.

Erste Bilder (man beachte die Seriennummer) habe ich nachfolgend angeführt.

Weitere Informationen zu Preis und Liefertermin gibt es bei Hanchadent.

Zwei unterschiedliche Aussagen – erster Recall

von Bodald Necker

Vielleicht erinnern Sie sich noch, an diesen Fall.
An 11 und 21 jeweils eine komplizierte Schneidekantenfraktur, passiert am Abend, erst am nächsten Nachmittag in der Praxis erschienen.

Versorgung der eröffneten Pulpen mit MTA, Fragmente wieder angeklebt.
Letzte Woche war der Patient wieder zur „01“ da.

Keinerlei Schmerzen, keine Verfärbungen, beide Zähne vital, Klebestelle fast unsichtbar.
Besser hätte es bis jetzt nicht laufen können. Hoffentlich bleibt es so.

Held der Zahnbürste ist der junge Mann jedoch immer noch nicht :-(

Wie ist es seinerzeit passiert?

Laut Auskunft des Patienten ist er auf den Boden gestürzt. Auf die Frage, welcher Boden es gewesen sei, antwortete er: „Es wird wohl ein Holzboden gewesen sein.“

Alles etwas schwammig. An den Boden, auf den er gefallen war, konnte er sich nicht mehr erinnern, Kinn und Nase waren auch komplett frei von Blessuren. Spricht alles gegen einen Sturz.

Die Mutter fragte jetzt bei der Kontrollte, wie lange die Aufbauten halten würden. Hier eine richtige Antwort zu geben ist etwas schwierig:
„Sie können jahrelang halten, aber sie können auch ganz schnell abbrechen, wenn man zum Beispiel aus der Flasche trinkt und man bekommt einen Schlag auf die Flasche.“
Bei dieser Aussage mussten Mutter und auch Sohn grinsen und drehten den Kopf leicht weg. Somit war es klar, wie es passiert ist.

Meiner Mutmassung nach, war es eine Bierflasche, weil es keinen Grund gäbe, bei einem 15 -Jährigen den Hergang mit einer Wasserflasche zu verschweigen.

Spanish Holiday (2)

von Ostidald Wucker

Letzte Woche haben wir berichtet, wie es in diesem Fall begann.
Für mich, als Behandler war diese Situationen unangenehm. Trotz aller Mühe kein Behandlungserfolg.

Als erstes gab mir der Patient mit vorwurfsvollen Blicken die Rechnung des spanischen Kollegen.

190,23 €.
Notfallbehandlung.

Schmerz Zahn 46 (!)  – nicht 47.

Der Patient schilderte mir gerade seine Erlebnisse beim Kollegen in Spanien. Unmengen an Eiter hat dieser ausgespült. Drei mal.
Ich unterbrach ihn und sagte, daß mich das überrascht.

Der Zahn 46 war zufälligerweise bei der Behandlung von 47 auf einer „mißglückten Messaufnahme“ zu erkennen. Es waren keine Veränderungen röntgenologisch sichtbar und die neue Krone mit dem bei uns wurzelbehandeltem Zahn ist intakt.
Der spanische Kolleg hat richtig diagnostiziert, daß es nicht der von uns zuletzt behandelte 47 war. Dieser war vollkommen symptomlos. Im aktuellen Röntgenbild konnte man Veränderungen apikal und im Bereich der Bifurcation erkennen.

aktuelles Röntgenbild

46 war provisorisch mit Cavit verschlossen. Dieser Verschluss war undicht. (1) Auf Grund der kurzfristig freigemachten Behandlungszeit konnten wir die Behandlung von 46 beginnen.

Nach Entfernung des Cavits aus der Kroneneröffnung (2) zeigten sich ein Zugang zur mesialen Wurzel und ein Zugang zur distalen Wurzel. Das Pulpadach konnte auf Grund der zu kleinen Zugangseröffnung nicht komplett entfernt werden und die Kanaleingänge waren nicht vollständig dargestellt (3). Nach Erweiterung der Zugangskavität und Darstellung der Kanaleingänge und initialer Erschließung und Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte eine Kalziumhydroxideinlage. Distobuccal in Höhe der Kanaleingänge zeigte sich eine 3-4 mm große kugelförmige Kavität, welche ein Resorptionsgeschehen vermuten lässt (4, 5).
Der Zahn wurde danach mit Komposit verschlossen und ein Behandlungstermin vereinbart. Demnächst mehr.

wenn’s schnell kleben soll …

von Christian Danzl

Kerr hat mit Vertise Flow ein „selbstklebendes“ lichthärtendes Komposit auf den Markt gebracht und ihm sogar eine Webseite spendiert (ob es von anderen Herstellern ein ähnliches Material gibt, weiss ich nicht).
Wenn ich ehrlich bin, hab ich schon lange auf so ein Material gewartet und sofort mal eine Spritze zum Testen bestellt.

Meine Einsatzgebiete wären:

  • Abdecken bzw. Fixieren von Calciumhydroxid oder MTA bei einer direkten Überkappung. Das wäre deutlich einfacher als mit Harvard oder einem Liner.
    Anschliessend kann man ätzen und bonden, ohne Wartezeit.
  • direktes Abdecken von MTA bei einer WF oder Perforation

Ob sich das – wie gewünscht – durchführen lässt, weiss ich noch nicht, ich werde berichten.

Kerr empfiehlt das Material jedenfalls unter anderem als

  • Liner
  • Fissurenversiegler
  • Milchzahnfüllungsmaterial
  • Keramikreparatur

Lt. Hersteller soll eine erste dünne Schicht mit einem Pinsel aufgebracht werden, ähnlich einem One-Bottle-Bondingsystem, diese aushärten, dann weiter applizieren (siehe Anwendungsvideos auf der Homepage).

Spanish Holiday (1)

von Ostidald Wucker

Der Patient kam sofort nach seinem Spanienurlaub in unsere Praxis. Er war sonnengebräunt und schien bestens erholt zu sein. Trotzdem sah man sofort – er war aufgebracht.
Die neue Krone mit dem gerade erst wurzelbehandelten Zahn musste aufgebohrt werden. Alles vereitert. In Spanien – im Urlaub! Dabei war der Zahn doch so gut wie neu.
In seiner Empörung wedelte er dabei mit der Rechnung des spanischen Kollegen.

Zur Vorgeschichte:
Der Zahn 47 wurde von uns 2011 behandelt. Zuvor hatten wir 2006 (!) eine Notfallbehandlung auf Grund einer akuten Pulpitis durchgeführt. Unter erheblichem Zeitdruck wurde damals die Kronenpulpa entfernt und Ledermix eingebracht. Ein Kontrolltermin und Weiterbehandlungstermin wurde vereinbart.
Zum Kontrolltermin war der Patient beschwerdefrei.
Auf Grund der Besserung hat er die von uns dringend empfohlene Weiterbehandlung abgelehnt. Damit hatte er fast 5 Jahre ohne empfundene Probleme gelebt.

Das konnte nicht gut gehen. Es kam, wie es kommen musste. Erneut stellten sich Beschwerden ein. Nun konnten wir die Behandlung durchführen.

Dieser untere zweite Molar hatte ein konfluierendes Kanalsystem und zeigte eine massive Infektion. Die Behandlung gelang mit den üblichen Mitteln:

  • abgesichertes Arbeiten unter Koffersdamisolation und vollständiger mikroskopgestützter Behandlung mit präendodontischem Aufbau in Adäsivtechnik,
  • Gestaltung einer endodontische Zugangskavität
  • Erschließung und Erweiterung des Kanalsystems mit Nickeltitanfeilen unter permanenter elektronischer Längenmessung,
  • intensive ultraschallaktivierte Natriumhypochlorid-Spülung,
  • Beseitigung von Debris durch den Einsatz von Zitronensäure,
  • vertikaler,thermoplastischer modifizierter Wurzelfüllung nach Herbert Schilder und adhäsiver Verschluss der Zugangskavität.
Und nun. Alles futsch? In Spanien ein flare up? War das möglich?
Hier die Behandlungsbilder. Die Fortsetzung demnächst an dieser Stelle.

47

Wasserschaden – endlich abgewickelt

von Christian Danzl

So nun ist der Wasserschaden vom August letzten Jahres endlich komplett abgewickelt.

In der Nacht zum 4. August letzten Jahres ist ein Warmwasserzirkulationsrohr in der Zwischendecke über dem Büro und dem Wartezimmer gerissen. Mehrere Stunden lief heisses Wasser durch die Deckenlampen in Büro und Wartezimmer.

Schaden:

  • Server und Bürocomputer standen „im Regen“
  • Teppichboden vollgesogen
  • Büromöbel (Schreibtische, Schränke) haben sich über den Teppichboden auch vollgesogen
  • Trockenbauwände nass
  • abgehängete Decke (Trockenbau) incl. Einbaulampen durchnässt und unbrauchbar
  • mehrere elektrische Geräte zerstört

Zu tun war:

  • Computer erneuern, Server neu aufsetzen
  • Teppichboden raus
  • Trockenbaudecke runter
  • Wände anbohren um Trocknungebläseanschliessen zu können
  • Bautrocker und Gebläse um die Wände zu hinterlüften
  • nach Trocknung (2 Wochen) neuer Boden
  • Büromöbel wieder provisorisch Aufgestellt
  • Wände neu tapeziert und gestrichen
  • neue Trockenbaudecke
  • neue Büromöbel

Es hätte schlimmer kommen können, aber der „saugende“ Boden (in diesem Bereich ist Teppichboden auf einer Fehlbodendecke verlegt) hat den Totalausfall verhindert, der Teppich saugte sich voll und liess das Wasser ins untere Stockwerk durch. So hatte das Wasser nicht die Möglichkeit bis in die Behandlungszimmer vorzudringen und dort alle Möbel und die Behandlungseinheiten unbrauchbar zu machen. Somit haben sich mehrere hundert Liter Wasser nicht in der gesamten Praxis verteilt, sondern sind „abgeflossen“. Was den Schlecker Markt unter meiner Praxis nur bedingt erfreut hat.

Ich hatte schon oft überlegt, den Teppichboden durch einen PVC-Boden zu ersetzen, nach dieser Erfahrung, habe ich diese Idee wieder komplett verworfen.

Ein Gutes hat die Sache natürlich: Das komplette Büro und die Rezeption ist neu und auf die neuen Bedürfnisse angepasst.

Hingezogen hat sich alles von Anfang August bis Anfang Januar, da sich die Gutachter der Versicherungen und einige wenige Handwerker teilweise sehr viel Zeit liessen um auf der Baustelle zu erscheinen.
Zum Schluss hat sich auch die Versicherung beim Zahlen schön Zeit gelassen, obwohl die Rechnungen nicht höher waren als die Kostenvoranschläge, und diese waren schon im September bewilligt.

Ärgerlich. Aber überstanden.
Eine interessante Erfahrung, ohne die ich allerdings auch leben könnte.

 

DVT oder kein DVT?

von Christian Danzl

Hier auf Wurzelspitze erscheinen regelmässig Artikel, die die Vorteile eines Dentalen Volumentomographen im Bereich der Endodontie aufzeigen.
Wir alle hier sind von den Möglichkeiten, die so ein Gerät für die Diagnosenstellung bringt, begeistert. Es lassen sich Behandlungen, bei denen 2D-Röntgenbilder zu wenig Informationen bieten, einfach besser planen – oder eben auch vermeiden.
Neben den Vorteilen gibt es aber auch Nachteile, von denen die Strahlenbelastung mittlerweile eher zu den geringeren Übeln zählt. Ich sehe als den größten Nachteil momentan noch den Anschaffungspreis für ein gutes Gerät – aber auch das wird besser.

Einige Leser jedoch sind der Meinung dass ein DV-Tomogramm für eine Wurzelkanalbehandlung/Revision keine entscheidenden Vorteile bringt, die die Nachteile – welche auch immer – aufwiegen.

Heute nun eine Frage an Sie, liebe Leser, wann halten Sie den Einsatz für ein DVT in der Zahnheilkunde für gerechtfertigt?

Take Our Poll

Licht und ein wenig Schatten

von Ronald Wecker

Die junge Patientin stellte sich erstmals 10 Monate nach einem an Zahn 21 erlittenen Frontzahntrauma vor. Ausser einer unkomplizierten Kronenfraktur, die bereits alio loco mittels Komposit versorgt worden war, zeigte der Zahn eine geringe vestibuläre Druckdolenz und war achsial und lateral perkussionsempfindlich.

Zwei Monate vor der Erstvorstellung hatten starke Beschwerden eingesetzt, woraufhin in der Praxis des Hauszahnarztes nach Trepanation des Zahnes eine Einlage mit CaOH2 und der temporäre Verschluss mit Glasionomerzement erfolgte.

Das präoperativ angefertigte digitale Einzelbild zeigt neben einer apikalen Aufhellung ein im Vergleich zum alio loco angefertigten Bild unmittelbar nach Trauma kein weiteres  Voranschreiten des Wurzelwachstums.

Aufgrund des weit offenen Foramens wurde trotz der bereits erfolgten Applikation von CaOH2 der Versuch einer regenerativen Therapie unternommen.

CaOh2 soll nach den bisher zur Verfügung stehenden Erkenntnissen negative Auswirkungen auf die in der apikalen Papille befindlichen Stammzellen (SCAP) haben. In der ersten Behandlungssitzung zeigte sich nach initialer Irrigation jedoch apikal ein deutlicher „Gewebestumpf“. Da ein Stillstehen des weiteren Wurzelwachstums im jetzigen Stadium die mechanische Prognose des Zahnes langfristig deutlich kompromittieren würde, wurde der Behandlungsplan einer Apexifikation mit MTA nach kurzer Abstimmung mit den Eltern intraoperativ zugunsten einer möglichen Apexogenesis abgeändert.

Nach Entfernung der CaOH2-Reste und intensiver ultraschallunterstützter Irrigation mit NaOCl wurde eine antibiotische Paste, bestehend aus Ciprofloxacin und Metronidazol eingebracht und der Zahn dentinadhäsiv verschlossen.

10 Tage später war der Zahn klinisch vollkommen symptomlos. Nach Spülung mit EDTA und Entfernung der antibiotischen Einlage wurde mit einem Microopener eine Blutung aus der apikalen Papille induziert. Da die Anästhesie bei diesem Vorgehen in der zweiten Sitzung mit adrenalinfreiem Anästhetikum erfolgt, war das Kanallumen bald mit dem aufsteigendem Blut gefüllt.  Bis hier hin schien alles optimal zu verlaufen.

Um die Applikation des MTA zu erleichtern, wurde eine dünne Kollagenabdeckung zugeschnitten und auf das Koagulum platziert. Nach kurzer Zeit war das Kollagen mit Blut durchtränkt. Und jetzt wurde es schattig.

Offensichtlich war das Koagulum noch nicht stabil genug, denn das nach der Erstellung der MTA Abdeckung angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche, nahezu zylindrische Extrusion des MTA -Plugs in das Koagulum.

4 Monate nach Abschluss der Behandlung war der Zahn weiterhin beschwerdefrei. Ein Voranschreiten des Wurzelwachstums konnte radiologisch nicht beobachtet werden.

Der Schatten schien das anfängliche Licht zu verdrängen.

Heute nun das Recall 14 Monate nach Behandlung. Zur großen Freude des Verfassers zeigte der Zahn neben einem normalen Klopfschall und fehlenden klinischen Symptomen ein deutlich vorangeschrittenes Wurzellängen- und Wurzeldickenwachstum.

Über die weitere Entwicklung wird an dieser Stelle berichtet werden.

Fortsetzung (Das Jahr des DVT)

von Bostidald Wucker

Bereits hier haben wir den Fall vorgestellt. Die Patientin suchte unsere Praxis erstmals auf Grund akuter Beschwerden Ende 2011 auf. Die Behandlung erstreckte sich über einen längeren Zeitraum, da die Patientin im Ausland arbeitete.

Nach Abschluss den endodontischen und parodontologischen Behandlung Zeit für eine Zwischenvorstellung.

Die begonnene Wurzelbehandlung zeigt keine Verbesserung der Symptome. Deshalb wurde ein DVT angefertigt. Auf dem DVT konnte ein frakturiertes, jedoch noch verbliebenes Wurzelzementfragment erkannt werden. Dieses wurde operativ entfernt und mit Komposit der Defekt verschlossen. Die Fistel verschwand innerhalb von wenigen Tagen. Ein vertikaler und lateraler Perkussionsschmerz verblieb. Nach apikaler Aufbereitung auf #60 (Mtwo 60.04) infolge chronischer Sekretion und Einlage von Pulpomixine ( leider nicht mehr lieferbar) konnte eine rasche Besserung der Symptomatik beobachtet werden. Abschließend erfolgte die Wurzelfüllung und der adhäsive Verschluss.

Die konservierend/prothetische Versorgung wird nach parodontologischem 6 Monatsrecall geplant. Die Ästhetik ist deshalb derzeit ein Kompromiss. Es gelang zumindest die rosafarbene Verfärbung großteils mechanisch zu entfernen.

Die Patientin ist schmerz- und symptomfrei. Sondierungstiefen wurden p.o. noch nicht ermittelt.

Interview Dentalzeitung – Vollständiger Text

von Hans – Willi Herrmann

In der „Dentalzeitung“ 1 2012 ist ein Beitrag über WURZELSPITZE erschienen.

Diesem lag ein Interview zugrunde, dass mit der Redakteurin Frau Christinn Bunn geführt wurde. Da der Artikel, hier als PDF downloadbar ( Interview_Herrmann), aus Platzgründen dieses in seiner Gesamtheit nicht wiedergeben kann, nachfolgend das vollständige Interview:

Herr Dr. Herrmann, im Jahr 2008 gründeten Sie das zahnmedizinische Blog „Wurzelspitze“. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Blog und wie kam es zustande? 

Ich bin seit 1998  zahnmedizinisch im Internet unterwegs, sei es in nationalen Email – Newsgroups wie zum Beispiel in der „Zahnmed“ – Liste des Wallenhorster Kollegen Michael Logies, oder in internationalen Foren wie „Dentaltown“ des US – Kollegen Howard Farran. 

2001 habe ich, nach dem Vorbild von ROOTS, einer Emailliste des kanadischen Endodontologen Ken Serota, mit ENDONEWS die erste deutschsprachige Internet – Newsgroup zum Thema „Endodontie“ ins Leben gerufen.

In all dieser Zeit habe ich, wie viele andere auch, Tausende von Mails geschrieben. Der Wissensgewinn durch diese Art des fachlichen Erfahrungsaustausches ist außerordentlich, setzt aber auch einen enormen Zeitaufwand voraus, sowohl für das Lesen wie auch noch viel mehr für das Verfassen der jeweiligen Beiträge.

Umso frustraner ist es daher, daß als systembedingter Nachteil dieser Art der Kommunikation  die gesendeten Mails der Nachwelt in der Regel nicht zur Verfügung stehen. Das hat zur Folge, daß bestimmte Themen als zahnmedizinische Dauerbrenner immer wieder als Fragen im Verteiler auftauchen. Diese Redundanz wirkt auf Dauer ermüdend, sowohl für die Schreiber, die es irgendwann leid werden, auf immer wiederkehrende Fragen erneut zu antworten, wie auch für den schon länger im Emailverteiler anwesenden Leser, den die häufigen Wiederholungen langweilen.

Als Gegenstück dazu gibt es Internet – Foren, in denen im Sinne eines digitalen Nachrichtenbretts Fragen gestellt und beantwortet werden. Einmal geschriebene Einträge sind hier dauerhaft nachlesbar, allerdings fehlt die direkte Kommunikation der  Teilnehmer untereinander. Während Email – Groups von ihren Mitgliedern zumeist kontinuierlich gelesen werden, sucht man Info- Foren in der Regel nur gezielt mit einer bestimmten Fragestellung auf und hält keinen direkten Kontakt zu den Redakteuren.  

Ein Blog, gewissermaßen die virtuelle Variante eines Tagebuchs oder in unserem Falle einer fachbezogenen Tageszeitung bewegt sich zwischen diesen beiden Extremen. Er liefert kontinuierliche, im Idealfall tägliche  Informationen, so daß der Leser regelmäßig die Blogseiten aufsucht, wie er ja auch in einer von ihm abonnierten Fachzeitung in jeder Ausgabe blättert. Darüber hinaus gestattet die Kommentar- Funktion die Kommunikation von Leser und Autor, die zudem automatisch niedergeschrieben und für die Nachwelt erhalten wird. 

So entsteht im Laufe der Zeit eine Wissenssammlung mit assoziierter FAQ- Sammlung, die sich im Idealfall permanent aktualisiert.

Ziel des WURZELSPITZE- Blogs, den ich zusammen mit den Kollegen Christian Danzl, Christoph Kaaden, Olaf Löffler und Jörg Schröder 2008 gründete und den wir gemeinsam  mit einer Reihe von Gastautoren betreiben, sollte es daher sein,  im Praxisalltag erworbenes zahnmedizinisches Wissen für alle wissbegierigen Kollegen niederzuschreiben und damit festzuhalten und weiterzutragen. 

Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Endodontie. Denn dies ist das Teilgebiet in der Zahnmedizin, auf dem wir uns seit vielen Jahren sehr engagiert bewegen und unsere Erfahrungen auch seit all dieser Zeit in Fortbildungen weitergeben. Das Internet ist demnach eine folgerichtige virtuelle Erweiterung unseres Tuns.

 

Hört sich danach an, dass Sie das Internet als solches schon immer als optimale Plattform für einen kollegialen Austausch betrachtet haben, lange Zeit jedoch das perfekte Medium fehlte, welches dann ab dem Jahr 2004 durch eine regelrechte Blogging-Welle aus den USA nach Deutschland kam ?

Stimmt, ich schätze das Internet sehr, weil es uns Zahnärzte, die wir systembedingt als Einzelkämpfer in unseren „Bohrhöhlen“ vor uns hin eigenbröteln, aus der anonymen Einsamkeit befreit,  mit gleichgesinnten Kollegen verknüpft und zwar weltweit. 

So hat sich vor 14 Jahren im Internet mit der bereits erwähnten ROOTS – newsgroup eine weltweite virtuelle „endodontic community“ etabliert, die zunächst Erfahrungen via Email austauschte und dann als folgerichtigen nächsten Schritt Kongresse ausrichtete, so dass es zur realen Begegnungen der Gruppenmitglieder kommen konnte.

So inspirierend diese Kommunikationsform auch war, im Laufe der Zeit zeigten sich aber auch Nachteile und Schwächen dieser Kommunikationsform. Die Zeit war reif für etwas Neues. Mit der von Ihnen erwähnten Blog- Welle hat das nichts zu tun. Wir haben WURZELSPITZE nie als Modeerscheinung konzipiert, vielmehr ist das Blog für uns nur ein äußerst praktisches Medium der zahnmedizinischen Informationsvermittlung, denn es ist sehr einfach und umfassend zu nutzen.

 

Wie ging es nach der Gründung des Blogs weiter – Wie lang hat der Aufbau eines festen Leserstammes gedauert und wie ist die Resonanz heute?

Alles braucht seine Zeit, dass ist im virtuellen Leben nicht anders als im realen.  Zu Beginn stiessen Leser  vermutlich nur durch Zufall via Suchmaschinen auf unseren Blog, denn WURZELSPITZE wurde bewußt nie aktiv beworben. Ich bin der Meinung (das trifft für ein virtuelles Printprodukt, wie  WURZELSPITZE im gleichen Maße zu wie für eine Dienstleistung, wie sie eine Zahnarztpraxis darstellt) dass sich Qualität durchsetzt oder das entsprechende Produkt vom Markt verschwinden sollte und dies auch irgendwann tut. Werbung hätte nur einen kurzfristigen, nicht einen dauerhaften nachhaltigen Erfolg, den wir als ideellen Lohn unserer Arbeit anstreben.

 

Sind Sie zufrieden mir den Visits und Page Impression?

Wir sind mit knapp 1500 Besuchen im ersten Monat gestartet und landen nun regelmäßig bei über 25.0000 – 30.0000 Besuchen pro Monat, mit  knapp 40.000 Besuchen pro Monat als bisherigem Maximum.  Das sichert uns fast täglich einen Platz in den Top 100 der deutschsprachigen WordPress-Blogs. Wenn man es  sogar unter die Top 20 dort schafft, wie es uns 2011 mehrere Male gelungen ist, dann ist das schon außerordentlich. Schließlich handelt es sich bei WURZELSPITZE um einen Nischenblog mit extrem kleiner Zielgruppe, der kein Interesse auf breiter Ebene wecken kann. Und was unsere Zugriffszahlen angeht, brauchen wir selbst den Vergleich zu etablierten Webangeboten aus dem professionellen Dentalpresse- Bereich nicht zu scheuen, was umso bemerkenswerter ist, weil wir die Arbeit für das Blog  nicht hauptberuflich betreiben, sondern lediglich zusätzlich zu unserer Praxistätigkeit am Ende des Arbeitstages und am Wochenende.

 

Sie erwähnen den enormen Zeitaufwand, den ein Social Media Projekt nach sich zieht. Jeden Tag neuen Content für die Leser schaffen – das ist sicherlich  anstrengend neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Zahnarzt? Woher nehmen Sie Ihre Motivation?

Darüber sollte man besser nicht sinnieren, denn sonst kommt man schnell ins Grübeln, inwieweit und ob überhaupt der notwendige Zeitaufwand und der Nutzen in einer noch akzeptablen Relation stehen. 

Dem ist nicht so, um die Antwort gleich vorwegzunehmen, insofern können sie uns zu Recht Utopisten oder naive Träumer nennen. 

Aber – wir sind, auch nach vielen Jahren des Berufslebens weiterhin felsenfest davon überzeugt, dass kleine Dinge einen wertvollen qualitativen Unterschied machen können und – jetzt gehe ich von der Zahnmedizin weg und werde global, abstrakt – daß die Welt ein bisschen besser wird, wenn jeder von uns ein paar kleine Dinge nicht für sich, sondern für  Andere tut.

Ich hatte das Glück, in entscheidenden Phasen meiner Berufstätigkeit Kollegen zu treffen, die mich durch ihr Werken nachhaltig geprägt haben. Einer davon ist Gary Carr, ein berühmter US- Endodontologe, der unter anderem maßgeblich die Etablierung des Dentalmikroskopes in der Endodontie vorangetrieben hat. Er sagte mir: „Um ein erfülltes Berufsleben zu haben, musst Du  4 Dinge tun: 

1. Hochwertig arbeiten

2. Dich ständig weiterbilden

3. Klinische Forschung betreiben

4. Dein erworbenes Wissen weitergeben.“

Und genau das tun wir mit WURZELSPITZE.

 

Wir halten also fest, dass das Web 2.0  gegenwärtig ein wichtiges soziales Kontaktmedium ist. In der Ärzteschaft stößt Social Media oft noch auf Widerspruch. Wie stehen Sie zu der zunehmenden Dynamik der modernen Medienlandschaft?

Es wird sie vielleicht überraschen, aber im Bezug auf die Medizin sah ich in der Auflösung des Werbeverbotes von Beginn an jede Menge Problematiken und Nachteile, welche die wenigen Vorteile bei weitem überwiegen. Die Möglichkeiten  von Social Media und Web 2.0  expotenzieren in der Tat noch die Folgen. Den Ärzten muss klar sein und da genügte bereits vor 15 Jahren ein Blick über den großen Teich, dass Werbung zunächst und unmittelbar der Werbeindustrie dient. 

Werbung macht Sinn, sofern  Alleinstellungsmerkmale vorhanden sind, die herausgestellt werden können. Je weniger dies der Fall ist, umso ineffizienter werden die Werbemaßnahmen, von kurzzeitigen Aha- Effekten abgesehen. Und diese Situation sehe ich bei gefühlten 98% der Zahnarztpraxis – Homepages gegeben. So verkommt der Werbeinhalt  zur Ansammlung wohlklingender Worthülsen und Phrasendrescherei. Eine teure und nutzlose Geldverschwendung. 

Für jemanden, der wirklich was zu sagen hat,  wären in der Tat die neuen Medien eine interessante Möglichkeit, Patienten anzusprechen. Ich benutze bewußt den Konjunktiv, denn ich bezweifle,  dass es in solchen Fällen Werbemaßnahmen bedarf. Die beste „Werbung“ ist immer noch die Mundpropaganda zufriedener Patienten und solche Kollegen haben eher das Problem, keine Patienten mehr aufnehmen zu können.

 

Der aufgeklärte E-Patient wird von Ärzten als Gefahr wahrgenommen. Viele sind der Meinung, dass das Wissensmonopol der Mediziner durch die für Laien im Internet verfügbaren Informationen ins Wanken gerät. Ihr Blog ist auch für Patienten find- und lesbar. Fürchten Sie keine „Besserwisser“?

 Im Gegenteil. In Zeiten wie diesen, in denen die Zahnmedizin zunehmend zur überwiegenden Selbstzahlertherapie verkommt, ist ein aufgeklärter, wissender Patient eine Conditio sine qua non für eine zeitgemäße zahnmedizinische Therapie. Und das nicht nur aus forensischen Gründen, sondern auch, ganz pragmatisch, weil der Patient die Therapie, „seine“ Therapie bezahlen muss. 

WURZELSPITZE ist allerdings ein Blog, das sich nicht an den Patienten richtet, sondern an zahnmedizinische Kollegen. Würde ich einen patientenzentriertes Blog einrichten, so würde ich es völlig anders, nämlich an den Bedürfnissen des Patienten ausgerichtet, konzipieren. 

 

Wie geht es weiter mit „Wurzelspitze“, was kommt nach dem Web 2.0?

Ich glaube, daß nach dem großen Hype bei Facebook & Co des „Alle  leben Alles öffentlich“ eine Rückbesinnung auf ´s und ein Rückzug ins Private folgen wird. Das wird das Web 2.0 nicht überflüssig machen, aber ihm seine eigentliche Rolle zuweisen, es ist kein Selbstzweck, sondern lediglich ein (im Moment grotesk überschätztes) Kommunikationsmedium. Für WURZELSPITZE sehe ich als weitere Schritte zunächst die Zusammenführung virtueller und realer Welten. Unser Blog ist eine Sammelstelle engagierter Zahnmediziner, die unter konventionellen Bedingungen sich nie zusammengefunden hätten. Wenn wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich persönlich zu treffen, sich auszutauschen, sich zielgerichtet fachlich hochwertig weiterzubilden, geht dies weit über den gegenwärtigen Benefit des bloßen Lesens am heimischen Computerbildschirm hinaus.

Programmierung Endopilot

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, lässt sich beim Endopilot von Schlumbohm seit dem Update  die Reziprok-Bewegung leichter programmieren. Die Umdrehung in rpm lässt sich in 50er Schritten eingeben und die Zeit des Recht- bzw. Linkslaufes lässt sich in Millisekunden eingeben (in 10er Schritten).
Rechnen muss man leider immer noch selber. Ich hoffe, dass beim nächsten Update die Programmierung nochmal vereinfacht wird (wie es geht hat Satelec/Acteon vorgemacht mit dem i-Endo Dual. Dort kann neben der Drehzahl auch der Drehwinkel für die Pendelbewegung zwischen 10° und 360° für Recht- und  Linkslauf direkt eingegeben werden. Jedoch verfügt der Motor weder über ELM, noch über andere Erweiterungen, wie Ultraschall oder ein Downpack/Backfil-System).

Bei 600 rpm dreht die Feile 10 mal die Sekunde, also einmal in 100 Millisekunden. Somit steht der Wert 10 (entspricht 100 ms) im Display für 360°, also entspricht dem Wert 1 (10 ms) 36° Drehung (bei 600 rpm!).
Entsprechend 3° bei 50 rpm.

Der Wert 1 (10 ms) entspricht bei
50 rpm   3°
100 rpm   6°
150 rpm   9°
300 rpm 18°
400 rpm 24°
usw.

Meine Standard-Reziprok-Einstellung ist zur Zeit:
400 rpm, rechts 6 (entspricht 144°), links 2 (macht 48°), Pause 1, bei 2,20 ncm.

So wird momentan die VDW Mtwo 25/06 betrieben. Funktioniert.

Ob die wirklichen Drehwinkel einigermassen mit der Programmierung übereinstimmen, kann überprüft werden, indem man eine alte maschinelle Feile um 90° abknickt (in diesem Fall eine Micro Mega Giro-File) in das Handstück einspannt und laufen lässt. Wenn man direkt auf die Feile schaut fungiert sie gewissermassen als Zeiger. So kann zumindest grob abschätzen, ob die Feile das tut, was man will.

Anatomie unterer Molaren (7) – X-Bein

von Ronald Wecker

Zunächst schien alles klar: Insuffiziente Kronenränder 6 Monate nach Eingliederung der Kronen 46 und 47. Zahn 46 zeigt eine deutliche apikale Aufhellung.

Die klinische Symptomatik bestand in einer starken Perkussionsempfindlichkeit und einem „schwammigen“ Aufbissempfinden.

Nach dem Anlegen der Zugangskavität konnte eine Verbindung zwischen Pulpakammerhohlraum und Mundhöhle ausgeschlossen werden.

Die Kanaleingänge waren rasch lokalisiert. Die Aufbereitung gestaltete sich aufgrund der sehr stark eingeengten Wurzelkanäle eher mühsam.

Distal konnte in DB mit vorgebogenen Handinstrumenten der Größe ISO 008 die apikale Abzweigung instrumentiert werden. Zwischen beiden distalen Kanalsystemen konnte unter dem Mikroskop ein Flüssigkeitsaustausch beim Applizieren der Spüllösung beobachtet werden.

Der gleiche Effekt kam initial bei beiden mesialen Kanalsystemen zustande. Kurz nachdem  mesiobukkal und mesiolingual die endometrische 0-Länge erreicht werden konnte, die Aufbereitung erfolgte vor der Messaufnahme aufgrund der sehr engen Kanäle zunächst bis zur ISO Größe 15 in MB und Pathfile 13 in ML, konnte kein Flüssigkeitsaustausch mehr beobachtet werden. Während der weiteren Aufbereitung wurde daraufhin nach jeder eingesetzten Feile mit einem vorgebogenen Handinstrument der Größe ISO 008 auf EFL=0,0 rekapituliert und ultraschallunterstützt gespült.

Kurz vor Ende der Aufbereitung stellte sich das Phänomen des Flüssigkeitaustausches wieder ein.

Trotz nicht vollrotierenden endometrischem Verifizieren der Arbeitslänge mit dem zuletzt eingesetzten NiTi-Instrument, erschienen die Masterpoints bei der Einprobe zu kurz. Daraufhin wurde erneut „händisch“ unter endometrischer Kontrolle die Arbeitslänge aufgesucht und mittels vorgebogenen Handinstrumenten rekapituliert.

Die Obturation erfolgte in Squirting-Technik. Das exzentrisch angefertigte Kontrollbild lässt  dann vermuten, warum sich die Flüssigkeit zwischen den mesialen Kanalsystemen zwischenzeitlich nicht mehr austauschen liess. Im apikalen Drittel gibt es eine Kreuzung der Kanalverläufe. Durch Verbringen von Debris und Geweberesten muss es zu einer temporären Verblockung der Kommunikation gekommen sein

Ob diese anatomische Variante mittels Schilder-Technik zu füllen gewesen wäre?

Die Versorgung mit einer langzeitprovisorischen Krone ist zeitnah geplant.

Nichts gesagt ist genug gelobt… (Saving hopeless teeth XXV)

von Bostidald Wucker

Nach oben genanntem Spruch läuft das tägliche Arbeitswerk sehr oft ab. Selbst ertappt man sich  dabei, daß über gut gelaufene Behandlungen des Team kaum lobend gesprochen wird. Uns fällt es oftmals schwer ein Lob auszusprechen. Dabei ist die ehrliche Anerkennung des Geleisteten ist genauso wirksam.
Da reicht ein anerkennender Blick oder wie uns passiert einige nette Zeilen in einer Email, wie diese hier:

Sehr geehrter Wucker,

Frau XXXX hat sich am XX.02.12 bei uns zur Kontrolluntersuchung vorgestellt. Wir haben Zahn 36 zur Nachkontrolle geröntgt und sind mit dem Behandlungsergebnis sehr zufrieden. Hiermit übersenden wir Ihnen den Zahnfilm 36.

Mit freundlichen Grüssen

Dr.  YYY

36 Recall Dr. YYYY

36 WF mit MTA

36 Röntgenaufnahmen

EndoxPlus – der heiße Draht neu aufgelegt

von Stefan Verch

Neben den herkömmlichen bewährten Desinfektions- und Gewebeauflösungsmethoden für die Wurzelkanalbehandlung kamen in letzter Zeit diverse neue Methoden auf dem Markt, um die folgenden Unzulänglichkeiten der bewährten Methoden zu ergänzen – oder gar zu ersetzen:

  • Gewebeauflösung und Desinfektion in Nischen bei ovalen Kanälen und Isthmen
  • Vor allem im apikalen Bereich und schwer zugänglichen, nicht einsehbaren Bereichen nach Krümmungen
  • Gewebeauflösung und Desinfektion in „schwarzen“ hoch kontaminerten Kanalwandbereichen
  • Wirkung bis in die Tiefe der Dentinwand/ Tubuli hinein
  • Entfernung von Gewebe, das durch Perforationen in das Kanallumen hinein wuchert
  • Kanaltrocknung
  • Smear Layer Auflösung

Zu nennen sind die SAF Methode, Laser und Endox: letztere Methode bedient sich hochfrequenter Stromimpulse (100 – 140 ms)ähnlich den Gingivektomie Schneidegeräten, die Gewebe und Bakterien durch Hitze karbonisieren kann.

Endox wurde in den 90er Jahren von Vittorio Sacchi entwickelt und von Orangedental vertrieben.

Die Firma ENOS Swiss hat nun die Lizenzen und Patente dieses Systems rechtlich zugesprochen und bestätigt bekommen und vertreibt die Neuauflage des Systems unter dem Namen EndoxPlus.

Details sind auf der Homepage http://www.enosswiss.com abrufbar.

Das alte Endoxgerät darf und wird nicht mehr vertrieben werden; mit dem neuen EndoxPlus Gerät steht ein weiter entwickeltes, komfortableres Gerät zur Verfügung.

Es zeichnet sich aus durch:

  • um bis zu dreifach höhere Leistung gegenüber dem alten Endox Gerät
  • bessere Feinjustierungen der Impulsstärke ( Länge des Impulses, Stärke des Impulses und Ableitfähigkeit)
  • Akku Antrieb, der sicher eine Komplikation unkontrollierter 220 V Spannung des alten Gerätes im Komplikationsfall für den Körper ausschließt
  • einer angenehmeren Gerätegröße und Oberfläche

Das Gerät ist als Zusatz zu den herkömmlichen Methoden einzusetzen.

Aufgrund seiner Wärmeimpulssetzung ist es in der Lage, Gewebe und Bakterien zu zerstören und zu karbonisieren. Initial eingesetzt bei der pulpitischen Wurzelkanalbehandlung ist es in der Lage, Flare ups wirkungsvoller als herkömmliche Methoden zu minimieren.

Die bestehende Literatur bescheinigt dem alten Endox Gerät in diesen Bereichen gute Werte bei klinisch geringen Schädigungen des Dentins und des Parodonts.

Trotzdem wollte ich diese Werte nicht automatisch auf das neue Gerät übertragen sehen: ein neues Gerät ist ein Gerät, das getestet werden muß. Deswegen habe ich für die Firma eine Studie gemacht, um zunächst die Bakteriendesinfektionswirkung zu testen. Wie im Prüfprotokoll auf der Website http://www.enosswiss.com nachlesbar, habe ich dazu Zähne aufbereitet, sterilisieren lassen und dann nach Beimpfung mit EndoxPlus behandelt und vom renommierten Institut ecoscope mikrobiologisch auswerten lassen.

Das Ergebnis ist vielversprechend: die vermutete Hitzewirkung kann Bakterien gegenüber einer unbehandelten, beimpften Gruppe um bis zu 99,9 % reduzieren.

Schwachstellen dieses In – vitro – Versuches ist die möglichst genaue Imitierung klinischer Ableitungsverhältnisse, die jedoch im Versuchsaufbau durch die Leitfähigkeit von Agarmedium gewährleistet war.

Gerade in den oben genannten zusätzlichen  Indikationen  – und zwar in allen genannten – ist das Gerät für mich daher eine sinnvolle Ergänzung meines Protokolls.

Geplant sind weitere In – vitro – Versuche, die dann auch die Potenz der Gewebeauflösung bis in die Tiefe der Kanalwand und die geringe Gewebeschädigung der Hartsubstanzen und des Parodonts untersuchen sollen.

Erklärung: Zwischen dem Autor und der Fa. Enos bestehen keine wirtschaftlichen Beziehungen. Die Fa. Enos hat die mikrobiologische Auswertung und die Reisekosten des Autors zur Versuchsdurchführung am Bodensee finanziert. Die Versuchsdurchführung wurde vom Autor ohne Honorar durchgeführt.

Die Mutter aller WF – Revisionen – Recall nach 5,5 Jahren

von Donald Becker

Den nachfolgenden Fall habe ich immer „die Mutter aller WF – Revisionen“ genannt, weil er eigentlich alle Schwierigkeiten, die es im Rahmen einer WF Revisionen geben könnte, auch wirklich enthält.

11 an der Zahl.

Der überwiesene Patient, GKV versichert, hatte , nachdem wir den Zahn 37 wurzelkanalbehandelt hatten, mehrmals nachdrücklich darum gebeten, den vor etwa 8 – 10 Jahren endodontisch behandelten und zeitweilig symptomatischen Zahn 36 mit

  • Fistel
  • Apikalen Aufhellungen
  • Lateraler Aufhellung
  • Interradikulärer Aufhellung
  • Wurzelstift
  • Via Falsa / Perforation
  • Vorhandenes Instrumentenfragment
  • insuffizienter Wurzelfüllung
  • Stufen, Verblockungen,Obliterationen
  • 9 mm Tasche

durch eine Wurzelkanalrevision zu erhalten.

Ich hatte dies, mit Hinweis auf ein Implantat als in diesem Fall vorhersagbarerer und sichererer Versorgungsform 3 mal nacheinander abgelehnt, aber der Patient kam immer wieder, so dass ich schließlich in den Versuch des Zahnerhaltes einwilligte.

Mittlerweile sind 5,5 Jahre seit WF vergangen.
Die Zähne 37 und 36 sind mit Metallkeramikkronen und der Zahn 35 ist mit einer direkten Kompositrestauration versehen.

Das aktuelle Kontrollröntgenbild von vorletzter Woche zeigt eine vollkommene knöcherne Ausheilung aller ehemals vorhandener Knochendefekte.

Ein schönes Ergebnis und ein wirklicher Grund zur Freude für Patient und Behandler.

Nur eines macht mich nachdenklich.
Wäre es nicht fair, wenn der Patient, der die gesamte endodontische Behandlung aus eigener Tasche gezahlt hat, von seiner Krankenkasse angesichts des Heilungserfolges den Teil der Kosten übernommen bekäme, der in der der GKV für die endodontische Behandlung eines solchen Zahnes vorgesehen ist ?

Teilmatrizen und Separierringe – Erfahrungen aus fast 3 Jahren

von Christian Danzl

Ich habe schon des öfteren von Teilmatrizensystemen berichtet. Von Neuerungen und Neuentdeckungen. Ich habe etliche Systeme ausprobiert.

Was bleibt nach 3 Jahren?

Die Antwort ist einfach.

Von den Teilmatrizenbändern ist eigentlich jedes gut zu verwenden. Jeder Hersteller hat eigene Formen und jede Form hat ihr Einsatzgebiet, das eine wird mehr gebraucht das andere weniger. Übrig bleibt keines.

Von den Separierringen ist bei mir die erste Wahl ganz eindeutig das V3 System, von Triodent.

  • Die Ringe sind stark, separieren ordentlich
  • die geteilten Füße lassen das Einbringen von Interdentalkeilen auch nach dem Aufsetzen des Ringes zu
  • der Kunststoffüberzug hält gut, hält den Autokraten aus, verschleisst kaum,
  • seit sie im Einsatz sind mussten die Ringe noch nicht nachgespannt werden.
  • sind sehr gut geeignet, wenn der Approximalraum weit offen ist

Nachteile (wie überall, so auch hier):

  • Wenn die Zähne nicht weit aus der Gingiva herausschauen und die Füsse nicht genug Unterschnitt finden, rutschen sie wieder nach oben ab.
  • Preis

An zweiter Stelle: die Standard Ringe von Garrison.

  • sie separieren ordentlich
  • halten die Spannung gut
  • in verschiedenen „Fusslängen“ erhältlich (farblich codiert)
  • Füße sind am Ende etwas verdickt, so können sie sich besser fest halten

Nachteile:

  • Keil muss vorher gelegt sein
  • wenn der Approximalraum weit offen ist, wird das Matrizenband oft nur unzureichend adaptiert, oder die Füße rutschen durch.

An dritter Stelle die Ringe on Polydentia

  • sehr ähnlich den Ringen von Garrison, jedoch ohne „Kodierungsgriff“
  • sehr preiswert
  • keine Kanten und Nischen, somit leicht zu reinigen und sterilisieren
  • für die Füße gibt es Aufsteckteile aus Silikon, um eine bessere Konturierung im weiten Approximalraum zu erreichen

Nachteile:

  • Spannung lässt sehr schnell nach, sie müssen vor fast jedem Einsatz nachgespannt werden.
  • Keine Verdickung an den Fußenden (sonst könnte das Silikonteil nicht aufgesetzt werden), rutschen dadurch eher ab

Keiner der Ringe ist schlecht, auch wenn der eine weniger oft zum Einsatz kommt, als der andere.

Erstaunlich …


von Jörg Schröde
r

… welche Entwicklung die Abbildungsqualität der digitalen Volumentomografie in kurzer Zeit genommen hat.

Beim Stöbern in zurückliegenden Wurzelspitzebeiträgen fand ich einen Beitrag aus dem Januar 2010.

Zum Vergleich ein DVT aus 2012.

Saving hopeless teeth (XVIV)

von Bostidald Wucker

Die Patientin stellte sich erstmals mit akuten Beschwerden an einem rechten oberen Molaren in unserer Praxis vor. Im Beratungsgespräch ergab sich nachfolgend diese Anamnese der beiden ersten unteren Molaren.

36 und 46 wurden vor einigen Jahren behandelt und wahrscheinlich 2007 resiziert. Zur jährlichen Kontrolle 2008 und 2009 wurde jeweils ein Orthopanthomogramm  angefertigt.

Röntgenbefund: Z.n. WSR mit apikaler Aufhellung in Form einer P. apicalis

Klinischer Befund:
36 und 46 zeigen eine aktive Fistel mit chronischer Schwellung und vestibulärer Druckdolenz auf Palpation.  Die Sondierungstiefen sind auf Grund einer chronischen Gingivitis gleichmäßig erhöht. Lockerungsgrade konnten nicht festgestellt werden.

Therapie und Prognose:
Die Patientin hat nach mehreren endodontischen Behandlungen auf den  unbedingten Erhaltungsversuch wert gelegt. Unsere Prognose war sehr verhalten, besser gesagt wir bewerteten diese mit kritisch.

Nach Anästhesie, Kronen- und Kariesentfernung, sowei mpräendodobtischem Aufbau erfolgte die Darstellung und Revision des Wurzelkanalsystems. Die Aufbereitung der Wurzelkanäle erolgte mit Mtwo bis 60.04 und weiterer Ultraschallpräparation. Eine Ca(OH)2 Einlage erfolgte anschließend.
Die Wurzelfüllung gelang mit Pro Root MTA weiss ( Dentsply). Die Kronenversorgung wurde begonnen.

Zum 6 Monats-Recall zeigten sich beide Zähne symptomfrei mit einer erkennbaren Heilungstendenz.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich mich mit den Vorzügen und Nachteilen digitaler Sensoren beschäftigt. Heute möchte die die Speicherfolien etwas genauer betrachten.

Eins vorneweg.
Nachwievor erscheinen mir die Speicherfolien ein wenig wie die „Ugly Betty“ der digitalen Röntgentechnik. Im Deutschen würde man vielleicht vom „häßlichen Entlein“ sprechen. Das trifft es aber nicht exakt, denn, wie wir alle  wissen, verwandelt sich das häßliche Entlein am Ende des Märchens in einen schönen Schwan. Ich  bin mir nicht sicher, ob dies bei der Speicherfolientechnik genauso sein wird.

Speicherfolientechnik ist definitiv unsexy.
Warum ?

Im Gegensatz zum Röntgensensor, der unmittelbar nach Auslösung der Röntgenröhre sein Röntgenbild auf den Monitor unseres Praxiscomputer wirft, folgt auf die Belichtung der Speicherfolie zunächst wie beim analogen Röntgenbild  in einem separaten Arbeitsschritt die Entwicklung des Röntgenbildes.
Zwar gibt es keinen Röntgenentwickler (wir haben in unserer Praxis den Dürr XR 24) und demnach auch keine Röntgenchemie mehr mit ihren Nachteilen (einerseits Wechsel von Entwickler/Fixierer mit nachfolgender Entsorgung, Reinigung des Entwicklungsgerätes, andererseits Nachlassen der Entwicklungsleistung mit zunehmender Alterung der Entwicklungschemikalien über die Zeit und durch entsprechenden Gebrauch).

Geblieben ist aber der Entwicklungsvorgang an sich. Er dauert keine 6 Minuten mehr, aber es vergeht doch eine gewisse Zeit, bis das Bild zum Betrachten zur Verfügung steht.

Hätten wir es nicht mit Röntgentechnik, sondern mit Fotoapparaten zu tun, dann wäre der Röntgensensor die heute allgegenwärtige  digitale Kamera mit Sofortbetrachtung des Bildes nach Auslösung auf dem Kameradisplay.
Die Speicherfolie wäre eine Art digitale Polaroidkamera, deren „Bild“ eine gewisse Zeit benötigt, bevor wir es betrachten können. Oder wäre vergleichbar einem Diascanner, der erst nach getaner Arbeit das eingescannte Bild am Monitor anzeigen kann.

Wir alle wissen, welche Technik sich durchgesetzt hat. Wird es in der Radiologie genauso kommen ?

Aber es gibt auch Vorteile der Folientechnik:
1.  Das Handling, das de facto mit der gewohnten Vorgehensweise analoger Röntgenfilme identisch ist. Umstellungen in der Anwendung fallen also weg bzw. gar nicht erst an. Dies ist beim Sensor deutlich schwieriger.

2. Die Kosten. Eine Röntgenfolie, laut Aussage des Herstellers bis 1000 mal benutzbar kostet mit rund 60 Euro nur ein Bruchteil eines digtalen Röntgensensors. Da tut es kaum weh, wenn die Folie zu Boden fällt. Das sieht beim Röntgensensor schon anders aus. Und Kabel, die abknicken oder sich lösen können gibt es auch nicht. Wir haben in jedem unserer 3 Behandlungszimmer ein Kleinröntgengerät. Speicherfolien in der Schublade erlauben jederzeit sofortige Röntgenaufnahmen. Dies zu erreichen, bedürfte es 3 Röntgensensoren pro Praxis. Wollte man noch zumindest einen kleinen Sensor vorhalten für entsprechende beengte Kieferverhältnisse, müsste man sogar 4 Sensoren kaufen. Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Wie sieht es nun mit der Qualität aus ?
Sie scheint (ich beziehe mich im Nachfolgenden auf die Dürr Speicherfolie) gut zu sein, allerdings empfinde ich persönlich die Qualität des Kodak 6100 – Sensors noch ein wenig besser.

Und damit kommen wir zu einem großen Problem.
Der Katze im Sack nämlich, die wir kaufen, wenn wir uns für ein digitales Röntgensystem entscheiden.

Es gibt nämlich keine Möglichkeit, das Ganze mal auszuprobieren.
Geschweige denn mehrere Systeme im direkten Vergleich beurteilen zu können.

Es bleiben also flüchtige Eindrücke auf Messen. Mit Beispielröntgenbildern der Hersteller, die, wer will es Ihnen verübeln, vermutlich eine Positivauswahl darstellen. Am Besten wäre die Chance eines Einblicks in die Röntgenpraxis eines Kollegen, aber auch dies ist nur den Wenigsten möglich.

Eine Entscheidung mit hoher Tragweite stand also im Raum, noch problematischer im Hinblick auf die Tatsache, dass es nicht nur ein System, sondern eine Vielzahl verschiedener Speicherfolien und Sensoren zur Auswahl gab.

Letztendlich blieben für mich 2 Systeme übrig. Der Kodak 6100 – Sensor und die Dürr – Speicherfolie.

Ich habe mich für die Dürr – Speicherfolie entschieden.
Keine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Denn dann hätte ich den Kodak- Sensor gewählt.
Vielmehr ein nüchternes Abwägen des Für und Wider.
Den Ausschlag gaben die Berichte einer Reihe von Kollegen, Defekte der Sensoren betreffend und die von Ihnen geschilderten Anekdoten im Bezug auf den  After Sale – Service des Herstellers.

Was bleibt ?

Zunächst einmal nur ein schales Gefühl, denn das Bauchgefühl ist meistens richtig.

Welche Erfahrungen ich in der Praxis gemacht habe, das Dürr – Speicherfolien – System und den entsprechenden Scanner betreffend, darüber berichte ich im nächsten Beitrag an dieser Stelle.

Saving hopeless teeth XV – Teil II

von Bodald Necker

Der Aufbau hat gehalten, der Patient hatte keine Schmerzen.

Gut.

In der zweiten Sitzung re-entry.
Das Anlegen von Kofferdam war diesmal leicht möglich. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.
Cavit wurde mit Diamant und US entfernt.

Die Revision erfolgte rein maschinell mit einer VDW Flex Master 15/06 bis Apex unter kontinuierlicher ELM mit dem Schlumbohm-Endo Pilot. Anschiessend kamen eine VDW Mtwo 25/06 und 40/06 reziprok zum Einsatz, ebenfalls unter kontinuierlicher Längenkontrolle.

Die Desinfektion erfolgte mit US-aktivierter Spülung nach bewährtem Protokoll:

CHX 15%, EDTA 17%, Alkohol 96%, NaOCl 5% zum Abschluss nochmal Alkohol 96%.

Masterpoint-Aufnahme mit GP-Spitzen 40/06.

Nach der Aufbereitung und Desinfektion erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid für eine Woche. Verschluss mit Cavit. Ohne Watte oder Schaumstoffpellet.

In der Zwischenzeit weder Schmerzen oder noch andere Beschwerden.

In der dritten Sitzung wurde Cavit und Calciumhydroxid wieder entfernt und anschliessend nochmals desinfiziert.
Die WF erfolgte warm vertikal (Endo-Pilot).

Die GP wurde an den Orifizien reduziert. Die Reinigung der Kavität erfolgt mittels Microbrush und Alkohol, anschliessend werden die Wände und der Kavitätenboden nochmals mit einem Rosenbohrer revidiert, zum Schluss mit Phosphorsäure beschickt und mit einem Microbrush „geputzt“.

Bonding, Polymersation.
Die Kanaleingänge mit weissem Flow-Koposit verschlossen (Baseliner, Venus Flow, Heraeus Kulzer).

Auskleiden der Kavität mit Flow.

Auffüllen mit Kompost (GC Gradia), Abschlussaufnahme.

Prognose:

Ich würde sagen, eher „durchwachsen“.

Was spricht gegen eine gute Prognose?

  • ein Kanal mb2 wurde nicht gefunden, sondern nur ein dünner Ausläufer des mb nach zentral. Dieser konnte nicht adäquat gereinigt und desinfiziert werden, ohne die Wurzel noch mehr zu schwächen
  • Die Klebestellen des Aufbaus sind nicht optimal, da keine absolute Trockenheit hergestellt werden konnte
  • die mb-Wurzel ist parodontal stark eingeschänkt

Wie geht es weiter?

Langzeitprovisorium aus Kunststoff, 3D-gefräst vom Labor.
Kontrollaufnahme nach 3 Monaten, sollte die Aufhellung kleiner werden, kann über eine endgültige Versorgung nachgedacht werden.

5 Jahresrecall

von Bostidald Wucker

Die endodontische Revision bereits wurzelspitzenresezierter Zähne nimmt einen nicht unbeträchtlichen Anteil in unserer Praxis ein. Die Erfolgschancen sind schwierig zu bewerten, zumal die Literaturlage nicht üppig ist.

In einem Fall in unserer Praxis ergab sich eine DVT Aufnahme des Nachbarzahnes. Dies betrifft den bereits hier auf der Fall-Seite vorgestellten Fall 5.

Anbei die letzten Röntgenbilder und die DVT Ausschnitte.

Saving hopeless teeth XV – Teil I

von Bodald Necker

Der Patient wurde schon einmal zu uns wegen einer Wurzelbehandlung überwiesen. Das zweite Mal kam er selbständig, ohne Überweisung, so wie diesmal auch.
Nur diesmal war der Zahn etwas mehr „mitgenommen“.
Der 26 war schon (insuffizient) wurzelbehandelt, hatte massive Karies von buccal, mesiobuccal und distal unter der Krone.

Das Röntgenbild zeigte noch einen zementierten Metallstift im palatinalen Kanal und eine mesiobuccale Wurzel ohne umgebenden Knochen.

In Anbetracht des röntgenologischen und klinischen Befundes, der „bakteriellen Hemisektion“, wie es ein netter Kollege so schön nannte, habe ich dem Patienten Extraktion ans Herz gelegt.
Er hat das sehr gut verstanden, hat es aber nicht gelten lassen. Weder Implantat, noch Brücke waren eine Option. Eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 5 – 10% waren ihm vollkommen ausreichend, um die Behandlung ohne weitere Überlegung zu beginnen.

Also gut, Kostenvoranschlag mit einigen Tagen Bedenkzeit und Termin vereinbart.

Geplantes Vorgehen:

  • Krone entfernen
  • Stiftaufbau entfernen
  • Karies entfernen
  • „Restzahn“ adhäsiv rekonstruieren
  • Entfernung der alten Wurzelfüllung
  • weitere Aufbereitung und Desinfektion
  • med
  • nochmalige Desinfektion
  • Wurzelfüllung
  • adhäsier Verschluss
  • abwarten/provisorische Krone

Nach der Krone wurde der konfektionierte, zementierte SSA entfernt. Der Zement und die Karies wurden mit überlangen Rosenbohrern entfernt, wo es ging, danach wurden der Stift und die Zementreste mittels Ultraschall (Schlumbohm Endopilot mit Copilot, NSK US Spitze E5) gelockert und entfernt.

Im Anschluss erfolgte eine ausgiebige Kariesexcavation

Der „Restzahn“ war noch stabil, d.h. die Karies hat die mesio-buccale Wurzel noch nicht abgetrennt – was für mich eine Indikation zum Behandlungsabbruch gewesen wäre. Also wurde jetzt adhäsiv „geflickt“.
Zuerst habe ich die alte WF der buccalen Wurzel teilweise ausgebohrt, um  Guttaperchastifte mit 06er Taper einbringen zu können, die als Lumen der Wurzelkanäle freihalten sollen. So konnte um die GP herum die Wurzel rekonstruiert werden.

Als Adhäsiv wurde das One-Bottle System G-Bond von GC verwendet. Syntac Classic wäre wahrscheinlich die bessere Alternative gewesen, ich wollte aber jede unnötige Blutung der Gingiva durch Phosphorsäure vermeiden. Die Rekonstruktion erfolgte mit Gradia-Flow von GC.
Wichtig war es, nach jedem gelegtem und gehärtetem Inkrement die GP-Sifte durch ein kurzes Herauszuziehen vom Kompost zu lösen, um ein Verbacken zu verhindern.

Nachdem der buccale Anteil des Zahnes rekonstruiert wurde, war der Rest dran. Der restliche Aufbau erfolgte dem buccalen Anteil.

Da der Patient vor der Behandlung keine Schmerzen hatte, wurde auf eine sofortige Entfernung der alten WF verzichtet und auf die nächste Sitzung verschoben. Der Verschluss des Zahnes erfolgte mit Cavit.

Weiter beim nächsten Mal.

Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte

von Christian Danzl

das dritte mal hintereinander ist das „Jahrbuch für Ärzte und Zahnärzte“ erschienen. Als Kooperation von Rebmann Research und dem Deutschen Sparkassen Verlag.

Es enthält auf gut 1.500 Seiten interessante Informationen zu den Themen:

  • Trends, Zukunft
  • Gesundheitssystem in Deutschland
  • innovative Versorgungsstrukturen
  • Entwicklung bei den KK
  • Finanzentwicklung bei Niedergelassenen
  • Abrechnung
  • Praxisausstattung
  • Manegement
  • Qualität im Gesundheitswesen
  • Recht und Steuern

Zu beziehen direkt bei Rebmann Research oder über Ihre Sparkasse.

vor 7 Jahren

von Bodald Wecker

Vor 7 Jahren kam der Junge mit der Schneidekante seines 11 in der Hand zu mir in die Praxis. Sein Blick war etwas betrübt, der der Mutter eher verzweifelt.

Diagnose: Schneidekantenfraktur, keine Plupabeteiligung
klinisch nur eine minimale Lockerung, röntgenologisch keine Fraktur zu erkennen.

In der Praxis mit vollen Terminplan freut man sich dann nur bedingt, wenn solche Fälle dazwischengeschoben werden müssen. Das Schöne allerdings war, dass es nur ein Fragment war, und das liess sich exakt reponieren.

Also das Fragment gewässert, Anästhesie (im Foramen infraorbitale ein kleines Depot, dann springt indem der 12-jährige nicht an die Decke, wenn man direkt am oberen Einer infiltriert), Kofferdam, Zahn und Fragment am Schmelz geätzt, mit Syntac (jetzt classic, damals nur Syntac) Primer, Adhesive, Heliobond und einem Tropfen Tetric Flow beschickt und zusammengeführt, was zusammen gehört.
40 sek. Licht und die Überschüsse entfernt und poliert.

Nach der Behandlung hat der Junge wieder gestrahlt, die Mutter war noch skeptisch.

Und heute, nach 7 Jahren, sieht es so aus:

Die Klebestelle ist nach Lufttrockung und guter Beleuchtung eindeutig zu erkennen.
Aber auch nur da, im normalen Leben ist nichts davon zu erkennen. Ich schätze, das eine oder andere Jahr wird es noch halten.

Mittlerweile dufte der skeptische Blick der Mutter wieder vergangen sein ;-)

Endlich das Update

von Christian Danzl

Lange hat es gedauert, aber Schlumbohm hat endlich das Update für den Endo-Pilot rausgeschickt (für die Kunden, die am Update-Service teilnehmen).

Was ist neu?

  1. Die Feilenbilbliothek ist erweitert worden.
  2. Der Reziprok-Modus ist überarbeitet worden.
    Die Programmierung ist einfacher geworden.  D.h. Rechts- und Linkslauf sowie Pause wird jetzt in Millisekunden angegeben und die Geschwindigkeit im rpm.
    Ein einfaches Verstellen der Geschwindigkeit bei gleichbleibenden Drehwinkeln ist aber leider immer noch schwierig (schön wäre es, wenn die Drehwinkel direkt eingestellt werde könnten, wie beim alten ATR-Motor).
    Desweiteren funktioniert jetzt auch die Auto-Stop Funktion im Reziprokmodus.
    Die volle Drehmomentkontrolle bei Reziprok ist natürlich geblieben.
  3. Frei programmierbare Feilensequenzen.
    Man kann jetzt – wenn man die die vom Hersteller vorgegebenen Feilensequenzen nicht benutzen will – sein eigenes Hybridsystem einprogrammieren, und muss nicht kreuz und quer durch die Systeme springen.Die eigenen Feilenfolgen werden in der „my file“-Bibliothek abgelegt.
    Vorgeschlagen sind hier schon:
  • enge Kanäle
  • normale Kanäle
  • weite Kanäle
  • Spezial
  • Revision

Pro Kategorie können bis zu 10 Feilen in beliebiger Kombination einprogrammiert werden.

So sind bei mir z.B. unter „enge Kanäle“ die von Michael Arnold vorgeschlagenen
Maillefer ProFile 15/06 > Maillefer ProFile 20/04 > VDW FlexMaster 15/06 einprogrammiert.
In „Spezial“ ist die Two-File-Endo mit FKG Scout RaCe 10/02 normal und FKG Easy RaCe 25/06 im Reziprok-Modus (momentan Rechts 12, Links 6, Pause 2 bei 400 rpm) abgelegt (Alternativkombination: Maillefer PathFile 13/02 normal und VDW Mtwo 25/06 reziprok.
Für eine weitere Aufbereitung kann ja noch eine 35/06 bei gleichen Parametern nachgeschoben werden (wenn die 25/06 reziprok nicht leicht auf Länge geht, kann mit einer RaCe 15/02 evtl. 20/02 oder Pathfile 16/02 evtl. 19/02 der Gleitpfad erweitern werden).

Die frei programmierbaren Sequenzen sind sicher für viele das „Killer-Feature“, denn so können bewährte Feilenkombinationen mit den richtigen Drehzahlen und Torsionswerten sehr einfach eingesetzt werden.
Wir werden sehen, ob uns hier einige Vorschläge diesbezüglich erreichen.

Ich glaube, man kann sagen, dass der Endopilot seine einzigartige Vielseitigkeit mit diesem Update noch weiter ausgebaut hat.

Kannst Du mal schauen…

von Bodinald Wecker

… ich finde nur 2 Kanäle in dem 26. Das waren die ersten Worte eines sehr netten und kompetenten Kollegen.

Natürlich konnten wir schauen.

Es hat mich nicht gewundert, dass der Kollege nur 2 Kanäle gefunden hat, denn das Pulpacavum war grosszügig mit einem Pulpastein zugewachsen. Der distale und der distobuccale Kanal waren schon dargestellt, als der Patient bei mir auftauchte. Nach kurzer Zeit war der mesiobuccale Kanal gefunden und dann ging es auf die Suche des mb2.
Also mit dem Mounce-Discovery-Bur vom mb nach palatinal rübergezogen und geschaut, was sich so zeigt.

Das waren in der mb Wurzel schon mal 4 Eingänge. Das ist nichts besonderes, die reduzieren sich meistens doch auf 2 Kanäle. Also die Kanäle mit Rosenbohrern verfolgt.

Es bleiben 4. Die zwei mittleren werden sich jedoch im Laufe der Aufbereitung mit Sicherheit vereinigen.
Die initiale Aufbereitung erfolgte mit der Sequenz für schwierige Kanäle, die Michael Arnold aus Dresden vor einigen Jahren vorgeschlagen hat:
ProFile 15/04 aktiv – ProFile 20/04 passiv – Flexmaster 15/06 passiv.
Immer wieder wiederholen, bis der Apex erreicht ist.
Immer nass und unter Sicht (Mikroskop!) langsam mit Gefühl in den Kanal einführen, und beim Rausziehen kontrollieren, ob sich die Feile verform hat. Wenn ja, diese verwerfen.

Zum Schluss waren es dann noch 3 mesiale Kanäle. Der mb wurde aufbereitet bis 35/06, mb2 und mb3 bis 25/06.

WF erfolgte warm, vertikal.

Bei 5 Kanälen in einem oberen 6er wird immer fotografisch dokumentiert, die Bilder dem Patienten mit der Aufforderung mitgegeben, er solle sie beim Einreichen der Rechnung gleich mitschicken, da man darauf warten kann, dass der PKV-Sachbearbeiter mit 5 Kanälen überfordert ist, und nur (maximal) 4 Kanäle zur Erstattung freigibt. Den Sachverhalt im Nachhinein zu belegen ist unter Umständen schwierig, wenn, wie in diesem Fall, die WF-Kontrollaufnahme in Rechtwinkeltechnik ausgeführt wurde und mesial nur ein gefüllter Kanal erkennbar ist.

Evident Online-Schulung

von Christian Danzl

Als ich mit dem Bohren angefangen habe, war unsere Praxissoftware Adent, lief auf 286er Rechnern unter DOS. Wichtigster externer Datenspeicher war die 1.44 MB Diskette, die Bildschirme waren tiefer als breit und für eine Software-Schulung musste man in eine große Stadt fahren.

Es hat sich einiges geändert.

Aus Adent ging Evident hervor. Die Rechner wurden deutlich leistungsfähiger, gleichzeitig die Programme komplexer und trotzdem bedienungsfreundlicher. Gespeichert wird auf Flash-Speichern (weil die CD in der Zwischenzeit kam und ging) oder online. Die Software-Schulungen wurden dadurch aufwändiger und mehr. Die Fahrten in die große Stadt blieben, sie wurden nur zahlreicher.

Bis jetzt.

EVIDENT bietet Online-Schulungen an. Sogenannte Webinare.

Alles was man braucht ist ein internetfähiger Computer und ein Telefon mit Lautsprecher. Somit wandern die Fortbildungen von München (bei uns) in die Praxis.

Man lädt sich das Programm für’s Webinar über den Eviden-link herunter, installiert und startet es. Code für das Webinar und Telefonnummer für werden eingegeben, schon kommt der Anruf und man ist über Konferenzschaltung akustisch verbunden mit der Zentrale und den anderen Teilnehmern. Das Bild kommt online auf den Rechner.

Letzte Woche war bei uns in der Praxis die Premiere.
Evident-Schulung zur neuen GOZ 2012.

Die Damen waren aufgeregt, ob alles klappt mit den Downloads, ob die Programme laufen, ob die Telefonverbindung hält.

Alles hat geklappt. Problemlos.

Dauer dieses Webinars gut 90 min. Man sitzt (mehr oder weniger) gemütlich und ungestört von anderen Teilnehmern in der Praxis (oder wo auch immer) hört sich den Vortrag an.

Obwohl den Teilnehmern während des Vortrags „die Stimme entzogen“ wird, kann man sich für Fragen jederzeit anmelden und durchgestellt werden.

Vorteile:

  • spart Zeit, da An- und Abreise entfallen
  • keine Fahrtkosten
  • wird eher genutzt als eine „große Fortbildung“, da es einfacher ist
  • kostengünstiger
  • man kann das Erlernte sofort vor Ort ausprobieren

keine Vorteile wo auch nicht Nachteile wären:

  • eher für kurze Fortbildungen geeignet
  • persönlicher Austausch der teilnehmenden Praxen untereinander so gut wie nicht möglich

In meiner Praxis war es sicher nicht die letzte Fortbildung dieser Art.

Turbinenlaser

von Christian Danzl

Hiermit oute ich mich: Ich habe keinen Laser in der Praxis.

Weniger aus Preisgründen, da es mittlerweile günstige Geräte gibt, aber mir fehlt in meiner Praxis noch des Einsatzgebiet.
Klar, wenn er dasteht, findet man schon etwas, wo man draufleuchten kann.
Wo ich schon ab und zu einen Laser brauchen könnte, wäre die Gingivektomie an Implantaten (sonst reicht mein Elektrotom), wenn sich das Zahnfleisch gar zu euphorisch regeneriert hat.
Aber Minimum 2.500,- für einen Laser (AMD Picasso lite) ist es mir persönlich nicht wert, wenn man ihn nur ein-, zweimal im Jahr braucht.

Der Tip für den „Turbinenlaser“ kam von Stefan Verch.

Verschiede Hersteller haben Zirkon“Bohrer“ im Programm. Es ist einfach nur ein Konus aus Zirkonoxidkeramik. Dieser wird in der Turbine ohne Wasserspray bertrieben.
Drehzahl 300.000 bis 450.000 U/min.

Er nimmt die Gingiva weg und verschmort die Oberfläche. Schneiden und koagulieren in einem Arbeitsgang (wie bei einem Elektrotom oder Laser auch). Verschleissfrei.

Ich hab mich für den CeraTip von Komet entschieden, der ist aus einem Stück Zirkon und somit schlanker als andere Produkte, die aus Metall sind und oben eine Zirkonspitze eingesetzt haben. Denn Platz ist sowieso immer knapp, wenn man interdental irgendwo hin muss.

Einsatzgebiet bei mir hauptsächlich die Blutstillung nach Kronenpräp, dann kann man sich oft das Fädenlegen sparen, oder Excision der Gingiva interdental beim Füllung legen.

Funktioniert gut.
Auch wenn ein Laser ab und zu besser wäre.

wenn die Spritze nicht wirkt…

von Christian Danzl

Gott sei Dank kommt es nur sehr selten vor, dass ich einen Zahn für Wurzelkanalbehandlung nicht anästhesieren kann.
Aber hin und wieder funktioniert die Anästhesie nicht.

Sitzende Leitung, 2 x nachgespritzt, buccal, lingual und in aufsteigenden UK-Ast anästhesiert, intraligamentär, (im OK analog buccal, palatinal und Leitung, wo es geht) und auf die offen liegende Pulpa Gingicain. Trotzdem ist die Pulpa nicht berührbar, ohne dass der Patient an die Decke geht, was eine intrapulpale Injektion unmöglich macht.

Ein Patient hat es mal so beschrieben: „Meine linke Gesichtshälfte spüre ich nicht mehr. Und mitten in diesem Nichts ist ein ekelhafter Schmerz.“

Fast immer war diese Situation vergesellschaftet mit einem Dentikel.

Was machen Sie in so einem Fall?

Take Our Poll

Begrenztes Platzangebot

von Bostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit dem  Überweiserwunsch: „Zahnerhalt von 27 mit allen Mitteln“ in unserer Praxis vor.
Auf den ersten Blick sah es nicht unlösbar aus und erschien sogar relativ problemlos, wenn man von der subgingivalen Sekundärkaries absah und der langen Zahnkontur im Röntgenbild (trotz starker Angulation des Röntgenstrahls). Nach einer ausführlichen Beratung und Patienteninformation zu den Chancen und Risiken wurden die entsprechenden Termine vereinbart. Die veranschlagte Behandlungszeit war mit ca. 5 Stunden avisiert.

Die ersten Probleme traten beim präendodontischen Aufbau auf Die Mundöffnung des Patienten war eingeschränkt. Zur Unterstützung erfolgte die Behandlung mit einem bereits früher vorgestellten Aufbisskeil von Ultradent. Damit ließ sich der erste Teil, der präendodontischer Aufbau recht gut absolvieren. Mit der Präparation der Zugangskavität trat die eingeschränkte Mundöffnung als Hindernis zunehmend mehr in den Vordergrund. Die direkte Sicht wurde stark eingeschränkt, da nur kurzschaftige Präparationsinstrumente genutzt werden konnten.

Die größte Hürde beginnt, wenn die gemessenen Arbeitslängen in so einem Fall bei 25mm, oder noch mehr liegen. Durch ein Erweiteren der Zugangskavität nach bukkal oder palatinal kann ein „Einfädeln“ der Wurzelkanalinstrumente erreicht werden. In fast ausweglosen Situationen wird in meiner Praxis durchaus die bukkale Schmelzwand geopfert um den Zahnerhalt zu ermöglichen. Vorteil ist mehr Licht und besserer Zugang mit dem Instrumentarium.

In dem hier vorliegenden Fall konnte durch das Fehlen des anterioren Zahnes der präendodontische Aufbau mesial verkürzt werden. Zusätzlich wurde der Kofferdam und der Kopf des Endowinkelstücks mit einer Gleitmasse ( Vaseline ) bestrichen um ein leichtes Gleiten über den Kofferdam zu ermöglichen.

Unsere Maßnahmen bei eingeschränkte Mundöffnung:

kleine Mundspiegel ( Röder )
– Aufbissblock ( bei uns Ultradent ) oder dem hier vorgestellten Modell
– Individualisierung der Zugangspräparation
– Gleitmittel für Endowinkelstückkopf
– Präparieren einer „Rutschbahn“ zum Kanaleingang in der Zugangskavität
– geradlinige Zugangsgestaltung
– gegebenenfalls vorher physiotherapeutische Vorbehandlung

Mit diese Maßnahmen lassen sich schwierigere Fälle durchaus passabel lösen ohne das der Puls auf 180 ist.

Nochmals Gedanken zur neuen GOZ

von Christian Danzl

Sie wird uns wohl treffen, die neue GOZ.

Was sie uns bringt, sind vorerst Kosten.

Kosten, die erst mal wieder hereingeholt werden müssen.

  • Fortbildungskosten: Bis die Helferinnen einigermassen fit in der neuen GOZ sind, wird wohl eignes Geld in Abrechnungskurse fliessen. Es wird darauf hinauslaufen, dass jede Helferin in der Praxis, die etwas mit Abrechnung zu tun hat, in nächsten Jahr irgendwo einen Kurs für die neue GOZ besuchen wird, einen Abendkurs, welcher im Obmannskreis günstig veranstaltet wird, bis hin zu einem Intensiv-Seminar für die Praxismanagerin.
  • Softwarekosten: Komischerweise wurde nicht festgesetzt, dass die Softwarehersteller die Updates für die Abrechnungsprogramme gratis liefern müssen.
  • Zeit: Etliche Kosten, die indirekt anfallen über Mehrarbeit. Mehrarbeit beim Rechnungen schreiben, beim Begründungen schreiben für die Versicherungen und beim Aufklären der Patienten.
  • Und letztendlich Kosten, die anfallen, wenn es um Rechtsstreitigkeiten mit den Versicherern geht, die vor Gericht ausgetragen werden müssen.

Was wird sich noch ändern?

Was tun mit den neuen Preisen?
Einfach hinnehmen?
Oder darauf reagieren?

Die alten Preise übernehmen und die Patienten müssen für abgewertete Behandlung selber zuzahlen, wenn über die Steigerungsgrenze bei der alten GOZ schon erreicht war?

Das wird den klassischen „2,3-Abrechner“ nicht treffen. Aber einige Kollegen bieten Behandlungen an, die weit jenseits des Durchschnitts liegen, qualitativ hochwertiger, viel zeitaufwändiger, die werden sehr schnell die Grenzen überschreiten.

Oder die Behandlungsqualität anpassen?

Eine dentinädhäsive Füllung muss nicht in Inkrementttechnik ausgeführt werden. Weder Farbschichtung, selektives Ätzen, 3-Flaschen-Bondingsystemesystem, noch eine sauteueres Komposit der letzte Generation mit anschliessender Höchstglanzpolitur müssen Anwendung finden, wenn eine Kunststofffüllung gemacht wird.
Aus reduzierter Bezahlung wird bei vielen Kollegen schlicht, aber ergreifend, nur reduzierte Qualität resultieren.
Da sind wir wieder bei der deutschen Gleichschalterei und Mittelmässigkeit. Durch mittelmässige bis schlechte Bezahlung wird nur eine adäquate Behandlung induziert

Die Kronen und die Inlay-Positionen sind erhöht worden. Die Zahntechniker werden sich freuen. Wahrscheinlich sind für diese auch die Positionen erhöht worden. Wenn über die Füllung kein Geld mehr zu verdienen ist, wird eben schneller eine Krone oder Teilkrone gemacht.
(Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass hier keine Lobbyisten am Werk waren, die Schleifmaschinen uns Scanner unters Volk bringen wollen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja nicht der Sache denen, und dem Patienten auch nicht. Denn zu dessen Wohl wurde die GOZ ja wohl doch erneuert.)

Aber habe ich den Verdacht, dass der eine oder andere Kollege, sein Behandeln mehr dem Überleben der Praxis anpassen werden muss, als der optimalen Versorgung der Patienten.

Aber so ist das im Deutschland nach der Wende. Wir in der Zahnmedizin haben das Beste aus beiden deutschen Staaten. Den Sozialismus und den Kapitalismus.

Den Sozialismus haben wir auf der Einnahmen-Seite, da regelt uns der Staat was genau für welche Behandlung eingenommen werden darf. Auf der Ausgaben-Seite haben wir den blanken Kapitalismus, da diktiert uns Industrie und Staat, wieviel Geld für was ausgegeben werden muss.

Ob uns die neue GOZ auch einen Nutzen bringt wird sich erst zeigen müssen. Wenn mit den erhöhten Positionen die abgesenkten Positionen inclusive der entstehen Kosten nicht aufgefangen werden können, war mal wieder alles umsonst (von der nicht ausgeglichenen Inflation will ich hier gar nicht).

Für die, die jeden Tag in der Praxis stehen und das Desaster der zahnbürsten-verachtenden Zunft ausbügeln müssen.
Und für die Helferinnen, für die die neue GOZ die nächste Nullrunde beim Einkommen einläuten wird.

Einige Praxen werden das wohl nicht lange überleben, wenn man mit den Privatpatienten die Verluste bei den Kassenpatienten noch schlechter abfedern kann.
Aber anscheinend ist es so gewollt. Kosten sparen im Gesundheitssystem durch Nichtbehandlung.
Das passt ins System.

Wo keine Praxis (Arzt, Zahnarzt, Masseur, Physiotherapeut….) ist, entstehen auch keine Kosten für das Gesundheitssystem (soviel ich weiss bleiben die KK-Beiträge für die Versicherten gleich hoch, auch wenn der letzte Arzt im Umkreis von 30 Kilometern aus finanziellen Gründen seine Praxis schliessen musste), weil niemand behandelt wird. Behandlungen aufschieben ist das Mittel der Wahl. Hinter uns die Sintflut.

Und da wundert sich noch einer über den Erfolg Piraten-Partei?

Aktuelles von Komet

von Christian Danzl

Letzte Woche war mein Komet-Vertreter wieder da.

Was gibt es neues?

  • Easy-Seal, ein Wurzelkanalsealer in der Automix-Spritze. Er ist weisslich transluzent. Die Überschüsse lassen sich sehr gut mit einem alkoholgetränktem Microbrush aus der Kavität entfernen, deutlich besser als Ah Plus. Praktisch ist die Automix-Spritze, wenn man komplette Pastenfüllung mit 02er Zentralstiftmethode macht. Für die Fülltechniken, bei der fast das ganze Kanallumen mit Guttapercha ausgefüllt werden (laterale, vertikale Kondensation und Singlecone mit passendem Taper von Aufbereitung und GP-Spitze) empfiehlt es sich zur Materialersparnis, auf die Automischkanüle zu verzichten und die zwei Pasten auf einen Anmischblock auszudrücken und mit einem Spatel zu vermischen.
  • Den Endo-Bohrer H1SML  gibt es nun endlich in 34 mm Länge und in größeren Größen. Und zwar von 06 ins 14 in zweier Schritten. Unten im Bild ist er in der Mitte zu sehen, zwischen zwei Mounce-Bohrern, die weiter ausgedünnt sind und mit Tiefen- und Größenmarkierung versehen sind.Bestellnummern 205.006 bis 205.014 je nach Größe.

Zwei unterschiedliche Aussagen

von Bodald Necker

„…ein Schmerzpatient ist noch da! Schneidekantenaufbau.“, war die Antwort meiner Helferin auf die Frage, ob für heute Schluss sei.

Der 15-Jährige hat gesagt, er sei gestern Abend daheim gestürzt. Auf den Boden. Holzboden.

Intraorale Befunde:
Die Schneidekanten an 11 und 21 fehlen. Komplizierte Fraktur, an beiden Einsern war jeweils die Pulpa an zwei Stellen eröffnet. Die komplette OK-Front hatte Lockerung 0 bis 1, keine Dislokationen, keine sichtbare Blutung oder Hämatome. Keine pathologischen Sondierungstiefen. Saubere Bruchkanten, kaum lose Schmelzlamellen, keine erkennbaren Schmelzrisse. Keine Schmerzen, ausser bei Berührung oder thermisch/chemischen Reiz der Dentinwunde.

Extraoral:
Keinerlei Traumata erkennbar. Weder an Nase, Lippen noch am Kinn irgendwelche Aufschürfungen, Schwellungen oder Hämatome.

Röntgenbefund:
Hartsubstanzverlust im Bereich der Schneidekanten, keine Hinweis auf Bruchspalt oder Dislokation, PA-Spalt evtl. bei 11 leicht vergrössert. Wurzelwachstum abgeschlossen.
Das Trauma muss sehr genau und direkt, ohne Lippenbeteiligung, kurz und fest auf die Zähne gewirkt haben. Der Sturz, wie ihn der Jugendliche beschrieben hatte, kann so eigentlich nicht Ursache der Fraktur gewesen sein.

Das war jetzt jedenfalls egal, momentan stand die Rettung der Zähne im Vordergrund.

Auf die Frage, ob er die abgebrochenen Stücke noch hätte, zog er ein Tupperdöschen aus der Hosentasche. Darin waren zwei Schneidekanten. Komplett. Auch ohne Schmelzrisse. Diese wanderten als erstes in die Zahnrettungsbox zur Rehydrierung.

Vorgehen:

  • Anästhesie
  • Kofferdam
  • Desinfektion der Bruchstellen mit NaOCl
  • Zurückschleifen der überstehenden Pulpa mit einem Diamanten
  • ausgiebige Spülung mit NaOCl
  • Auftragen von MTA weiss
  • Fixierung dessen mit Harvard-Zement
  • Entfernung von Zementüberschüssen und lockerer Schmelzkristalle mit dem Sandstahler
  • Konditionierung der Bruchstellen mit Phosphorsäure
  • Bonden, Überschüsse verblasen und aushärten
  • Auftragen eine dünnen Schicht Flow-Komposit
  • Reponieren der Fragmente
  • Entferung von Überschuss und Lichthärten
  • Entfernung des restl. Überschusses
  • WV am nächsten Tag zur Kontrolle

Was folgt sind regelmässige Sensibilitätskontrollen.
Die Prognose ist als gut einzuschätzen.

Nach der Behandlung hat mich sein Vater gefragt, ob sein Sohn mir erzählt habe, wie es passiert sei, denn dieser habe letzte Nacht bei einem Freund übernachtet und sei morgens mit den Schneidekanten in Tasche nach Hause gekommen.

Da haben wir doch zwei verschiedene Aussagen zum selben Trauma.

Mein Verdacht: aus der Flasche getrunken, und dabei einen Schlag auf die Flasche bekommen. Spätestens bei der nächsten Nachkontrolle, werden wir es herausbekommen, was wirklich war.

Dies war jetzt ein „einfaches Trauma“, also eines, mit dem man öfters im Praxisalltag konfrontiert wird. Trotzdem kann ein Blick auf den „Spickzettel“ nicht schaden, und sei es nur um ein sichereres Gefühl zu haben.

Eine ganz dicke Empfehlung an dieser Stelle ist – mal wieder – der Dental Trauma Guide von Jens Ove Andreasen, Kopenhagen.

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Akzeptabel oder nicht?

von Olaf Löffler

Das vorliegende Röntgenbild wurde im Rahmen einer Erstuntersuchung angefertigt. Der Zahn ist beschwerdefrei und zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen.

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Dazu nun eine kleine Umfrage:

Take Our Poll

Transparenter Kunststoff

von Christian Danzl

Ich bin bekennender Quixfil-Anwender. Seit Jahren.
Umgestiegen auf X-tra Fil von VOCO bin ich nie, obwohl es keine Gründe gäbe das Material zu verschmähen, einzig, dass es vielleicht einen Hauch opaker sein könnte als das Quixfil. Auch die die „Flow“-Variante von Quixfil, das SDR, findet „reissenden Absatz“ in der Praxis, besonders als erste Schicht unter dem Quixfil und als perfekt anliegendes Material am Übergang von der Präpgrenze zur Matrize. Dessen einziger, aber entscheidender Nachteil, ist – nach meiner Meinung – die alleinige Verfügbarkeit in Compules. Und ich mag das Flow nun mal lieber in Spritzen, weil es in meinen Händen einfacher zu applizieren ist, als mit Compules in der Appligun.

Genau in diese Lücke springt nun VOCO und liefert mit dem X-tra base ein, dem SDR vergleichbares Komposit in der Spritze. Und noch dazu in der genialen Spritze mit Tropf-stop (lassen Sie sich nicht täuschen vom Bild unten, der Tropf-stop funktioniert!).
SDR wir bei mir definitiv ersetzt durch X-tra base.

Weiters wurde bei VOCO umgesetzt, was schon viele Zahnärzte lange Zeit gefordert hatten:
„Macht mal ein Komposit, das dem Amalgam optisch ähnlich ist. So dass es als „Amalgamersatz“ (was man darunter auch immer verstehen mag) taugt.“

Hier ist es. Alfacomp LC. Grau.

Mein Favorit ist es nicht, bei mir gibt es als Kassenfüllung statt Amalgam den GIZ Fuji IX in Farbe A2, und als günstige Kunststofffüllung Quixfil/SDR/G-Bond (demnächst Quixfil/X-tra base/G-Bond. Und da Quixfil/SDR/G-Bond auch mein Standard für Zahnhalsfüllungen ist, da es sich fast immer sehr gut an die bestehende Zahnfarbe anpasst, wäre das Alfacomp LC als „Amalgamersatz“ nur wieder eine Spritze mehr im Schubladen, was ich eigentlich vermeiden wollte…..

Bericht aus Bonn

von Christian Danzl

Vergangenes Wochenende war die 10. Jahrestagung der DGEndo/1. Jahrestagung der DGET in Bonn.
Mein Bericht hierüber wird sich sehr beschränken, und zwar auf die Neuerungen bei Schlumbohms EndoPilot.

Herr Schlunbohm hat für den EndoPilot angekündigt.

Kommen soll:

  • Optimierung der Reziprok-Funktion.
    Die Drehmomentkontrolle wurde verbessert, wie auch die Genauigkeit der elektrischen Längenmessung während der Aufbereitung.
  • Es gibt jetzt einen eigenen Menü-Punkt für Reziprok-Feilen (My Reziprok) bei dem drei verschiedene Feilen einprogrammiert werden können, die reziprok arbeiten.
  • Daten von neuen Feilen wurden aufgenommen: HyFlex, CMA und Mani NRT

Ein Vorschlag, die Fußsteuerung für den 2-Kanal-Fußanlasser zu erweitern wurde positiv aufgenommen und die schnellstmögliche Umsetzung versprochen:

Select Pedal lang drücken: zurück ins Hauptmenu.
Dort mit dem Select Pedal die einzelnen Menus anwählen und mit dem Start Pedal auswählen.

Wäre schön, wenn diese Funktionserweiterung des Fußanlassers schon im nächsten Update dabei sein könnte.

Kleine Helferlein

Von Christian Danzl

Letzten Freitag und Samstag fand in Salzburg die Jahrestagung der OEGENDO statt. Da das fast direkt vor meiner Haustür ist bin ich mal hingefahren.

Auf der Dentalausstellung gab es einige neue Dinge.

  • Von Thomas gibt es für ihr Endocart und auch für alle anderen Einheiten eine neue Wasserspritze, ähnlich der DCI-Spritze. Ist aus Kunststoff, ohne Heizung innen, aber mit geänderter Taster-Belegung, nämlich mit der deutschen Version mit „Luft-links“


    Ist an jeder Einheit nachrüstbar, die Starz Tipz Einweg Spritzenaufsätze passen hier ohne Adapter. Zu beziehen auch über HanChaDent.
  • Bei Coltene gab es ganz normale Luer-Lock Spritzen, die für verschiedene Spüllösungen unterschiedliche Farben (gelb, rot, blau grün) haben, dazu gibt es einen neuen Spritzenwärmer für vier 10 ml-Spritzen und zwei Composite-Spritzen.
  • die bewährte digitale HD-Adapter von HanChaDent mit der Sony Nex 5 wurde upgedated auf die Sony Nex 5N. Mit besserem Video 1080p mit 50 frames, 16 MP Foto und neuer verbesserter HDR-Funktion.

Das ganze gibt es nächste Woche auch zu sehen auf der 10. Jahrestagung der DG-Endo /1. Jahrestagung der DGET in Bonn.

Endodontie ist der Beweis für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus. Aber wie lange noch ?

von Hans – Willi Herrmann

In der Endodontie funktioniert viel.
Eigentlich sogar extrem viel.

Warum dem so ist ? Weil Endodontie  ein Beweis ist für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus.

Und genau aus diesem Grund ist die Abwesenheit von Schmerz oder das Fehlen anderer augenfälliger klinischer Symptome aber auch kein Beweis für eine erfolgreiche Therapie, für zielführende Behandlungsansätze.

Leider wurde- in der Vergangenheit und wird – auch heute noch – zu oft genau so argumentierend verfahren.

„Tut nicht mehr weh, freuen wir uns, Stempel drauf, geheilt !“

In der Vergangenheit war eine solche Scheuklappen- Anschauung auch gut vertretbar. Mangels wirklicher Alternativen.
Aber genau das hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert.

Denn der natürliche Feind der Endodontie heutzutage ist nicht länger mehr Zange und Brücke, es ist das Implantat.

Und mehr und mehr in den vergangenen 2 Jahrzehnten, in gleichem Maße in dem die Implantologie Einzug in unsere Praxen gehalten hat,  rächt sich nun diese arrogante Einstellung des „Ich habe ja mein Bestes getan und der Patient hat ja auch keine Schmerzen mehr, quod erat demonstrandum !“

Schmerzfreiheit heißt nicht Heilung.
Nimmt man dies als Kriterium, so birgt dies die  Gefahr, dass mit dem Nichtgelingen einer medioker durchgeführten Behandlung angesichts nun vorhandener „sicherer“ Alternativen eine Therapieform per se ins Abseits gestellt wird:  „Endo ? – Vergiss es- Funktioniert ja doch nicht !“

Die Endodontie – zu Recht oder Unrecht sei zunächst dahingestellt – ist im Begriff, eine Therapieform der Vergangenheit zu werden.

Dies könnte man als evolutionäre Entwicklung werten, als survival of the fittest im Sinne eines „Einfacher, sicherer, zuverlässiger“ der Wurzelkanalbehandlungs – Alternativen.

Und wenn dem so wäre, dann hätte es die Endodontie auch verdient, als – nennen wir es „intrakanaläre Goldhämmerfüllung des neuen Milleniums“- als ein als nicht mehrzeitgemäßes Therapeutikum vereinzelter, nur noch historisch bedeutsamer Wurzelkanal – Dentisten, als Fußnote der Zahnerhaltung, ein Randdasein im Kuriositätenkabinett der Zahnmedizin zu fristen.

Das Problem ist, dass wie allzuoft auch hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Es gibt sie nicht „DIE Endodontie“, das universelle Abziehbild einer  Wurzelkanalbehandlung, als Blaupause des Wurzelkanal – Prototyps per se.

  • Haben wir es mit einer Erstbehandlung zu tun oder einer Revision ?
  • Ist es ein vitaler oder devitaler, möglicherweise hochgradig infizierter Zahn ?
  • Ein Traumafall ?
  • Wie alt ist der Patient ?
  • Wie ist seine medizinische Allgemeinsituation, wie der generelle Zustand seiner Zähne, der Nachbarzähne, der Antagonisten, wie die Situation des den Zahn umgebenden Knochens ?
  • Welche der unzähligen endodontischen Therapieoptionen sollte im individuellen Einzelfall der Vorzug gegeben werden ?
  • Und welchen Einfluss auf den Behandlungserfolg hat der Behandler ?
  • Wie steht es um die Fähigkeiten des Zahnarztes auf diesem schwierigen Teilgebiet, wie ist seine Ausstattung, was steht ihm an Gerätschaften und Hilfsmittel zur Verfügung, und last but not least wie schätzt er die klinische Situation ein und was ist er bereit, im konkreten Fall an Massnahmen einzusetzen ?

Fakt ist: Die endodontische Behandlung ist die schwierigste und komplizierteste Teilbehandlung im Rahmen der Zahnmedizin.

Insofern kann man es grundsätzlich keinem Behandler verdenken, wenn er sich, auf Grund negativer Erfahrungen auf diesem Gebiet und andererseits positiver Erfahrungen im Hinblick auf die Therapieoptionen „Zahnersatz“und „Implantologie“, gegen eine Wurzelkanalbehandlung entscheidet.

Zumal von Seiten der Wissenschaft keine Evidenz aufgezeigt wurde, welche der vielen, so unterschiedlichen endodontischen Therapiekonzepte denn nun zu favorisieren seien.

Das allerdings wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern.

Mit dem DVT steht uns in der Endodontie ein Medium zur Verfügung, dass in viel viel größerem Maße als bisher den Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung beweisen oder in Frage stellen kann.

Die Folge: In den nächsten Jahren wird uns eine apikale Aufhellung nach der anderen um die Ohren gehauen werden.

Wenn wir nicht aufpassen, sind wir auf dem Weg in einen neuen Exodontismus.

Warum dem so sein wird ?

Weil es der Wirklichkeit entspricht.

Machen wir uns doch nichts vor – die Wurzelkanalaufbereitung ist seit Einführung der rotierenden Nickel – Titan – Instrumente vor fast 20 Jahren  in einem Stadium, das als vorhersagbar handhabbar gelten kann. Und der Erfolg einer  Wurzelkanalfüllung  muss nicht an der Anzahl gefüllter  Seitenkanäle oder der Temperatur des Hitzepluggers und der Phasenkonsistenz der verwendeten Guttapercha festgemacht werden.

Soll heißen – Endodontie kann schwierig und kompliziert sein, dies ist aber keine Grundvoraussetzung in jedem Falle.

Sie muss daher auch nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.
Wie es von verschiedenen Seiten aus ganz unterschiedlichem Antrieben heraus postuliert wird.

Es bedarf zu erfolgreichen Handhabung von Wurzelkanälen auch nicht als conditio sine qua non einer mehrjährigen postgradualen Spezialistenausbildung.

Endodontie bedeutet, auf den Kern heruntergebrochen,  die Handhabung einer bakteriellen Infektion in einem extrem schwerzugänglichen Bereich.

Und deshalb ist es  eben nicht damit getan, einzig Wurzelkanäle aufzubereiten und abzufüllen.

Das ist beileibe keine neue Erkennntis. Die endodontische Trias (Aufbereiten,Desinfizieren, Füllen)  ist uns allen seit über 100 Jahren bekannt, aber die Desinfektion wird nachwievor stiefmütterlich behandelt.

Teilweise wird ihre Notwendigkeit, negiert, teilweise wird, guten Willen zeigend, sich in skurrilen Alibi – Handlungen verkünstelt, deren nicht gesicherter Nutzen auch nicht von markigen Marketing-Claims ala „Tsunami-Endodontics“ kompensiert werden kann.

Ist ein Wurzelkanal eines devitalen Zahnes, wenn er  trocken ist, bakterienfrei ?
Genügt die Spülung mit NaOCl oder welcher anderen desinfizierenden Lösung auch immer –  aus einer dünnen Spülkanüle heraus, maximal 1 -2 mm apikal der Kanülenöffnung hinausreichend,  um eine adäquate Desinfektion zu erreichen ?

Keiner von uns kann mit Sicherheit die Antworten auf diese Fragen geben.

Demzufolge kann man im Umkehrschluss aber auch povokant die Frage stellen: Erzielen wir eine Heilung durch oder unabhängig von oder trotz unserer Massnahmen ?

Konkret, kritisch gefragt:

1. Inwieweit ist das Ergebnis der Schmerzfreiheit und einer im Zahnfilm oder OPG sichtbaren apikalen Ausheilung das Resultat eines Fließgleichgewichts, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers – unterstützt durch endodontische Massnahmen des Zahnarztes – gegenwärtig zu Gunsten des Patienten verschoben haben ?

Wenn dem so wäre, und es gibt nichts, was angesichts der Mikroanatomie des Wurzelkanals und der Submikroanatomie des Wurzeldentins grundsätzlich dagegen argumentierend angeführt werden könnte, dann ist die von uns so freudig begrüßte Heilung bakteriell infizierter Zähne nur eine Polaroid- Foto eines längerfristig in seinem Ausgang unbestimmten Prozesses, der eine Restitutio ad integrum nur suggeriert, aber vermutlich zu keiner Zeit erreicht hat.

2. Inwieweit ist die apikale Aufhellung nur eine scheinbare, nur auf den Unzulänglichkeiten des 2 D- Röntgens begründet ?

In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, dass wir es nicht mal mit einer temporären, vielmehr mit einer vorgespiegelten Heilung zu tun haben.

Wo die Evidenz fehlt, muss der gesunde Menschenverstand her.
Und der sagt, seit dem Jahr der endodontischen Zeitenwende 1917, seit den Präparaten Walter Hess, dass es ungeachtet der großen Erfolge in der Endodontie noch viel zu tun gibt.

Und, angesichts der frustralen Erkenntnis, dass man offensichtlich in vielen Fällen nicht einmal bereit ist, dass essentiell Notwendige zu tun (sonst gäbe es nicht so viele schlechte Wurzelkanalbehandlungen)  auch getan werden muss. Grundsätzlich.

Damit die Endodontie kein Auslaufmodell wird.

Das bedeutet im ersten Schritt: Dokumentation des Status Quo, Analyse der Ist- Situation, Überprüfung unterschiedlicher Therapievarianten, vorbehaltlos.

Und hier haben wir mit dem DVT ein neues Hilfsmittel, dass es uns erlauben wird, den Erfolg unserer Behandlungen viel viel präziser, vielleicht zum ersten Mal überhaupt nachvollziehbar belegen zu können.

Darauf freue ich mich.

Das DVT ist nicht nur ein möglicher Nagel zum Sarg der Endodontie, sondern die Chance, diese Behandlungsform auf ein neues Level zu bringen. Ich bin gespannt, inwieweit sich die Endodontie dadurch in den nächsten 2 Dekaden verändern wird.

Eines muss aber klar sein. Mit dem DVT werden die Karten neu gemischt.  Und deshalb müssen auch liebgewonnene und bequeme Gewohnheiten des „Das haben wir doch immer so gemacht“  hinterfragt werden. NaOCl, CaOH2 ? Ab auf den Prüfstand. Und vermutlich fast alles andere auch.
Das ist mühsam.
Aber tun wir es nicht, werden wir verlieren.
Und die Patienten Zähne.

Ungarn. Gelobtes Land?

von Christian Danzl

Wenn man zum Zahnarzt muss, wird es teuer.

Die Zahnärzte verdienen zu viel.

Das sind hinlänglich bekannte „Wahrheiten“.
Auch etliche Krankenkassen springen auf diesen Zug auf und empfehlen ihren Patienten Zahnersatz aus den Ausland oder bezuschussen sogar Zahnbehandlungen im Ausland, um Kosten zu sparen.
Ich empfehle den Patienten, die mit so einem Schreiben zu mir kommen, sofort eine billigere Krankenkasse, denn da spart man sicher jeden Monat, und nicht nur im Falle einer aufwändigen Zahnbehandlung.

Ja, Zahnbehandlung im Ausland.

Wo?

Ungarn!

Genau. Für Österreicher immer schon der Geheimtipp, wenn’s um „Zahnsparen“ geht. Auch für Deutsche nicht uninteressant. Ein 14 tätiger Urlaub in einem Hotel mit gehobenem Standard, eine Zahnarztpraxis ist gleich angegliedert, so dass man nicht noch lange suchen muss.
DAS all-in-one Paket. Man fährt in den Urlaub und kommt nach 14 Tagen mit einem neuen Lächeln zurück, ohne dass man sich in der Nachbarschaft mit Provisorien hätte blicken lassen müssen.

Und die neuen Zähne incl. der Implantate (sie wurden während des 14-tägigen Aufenthaltes gesetzt und auch mit dem endgültigen Zahnersatz versehen) sind so viel billiger als daheim in Deutschland, dass auch der Hotelaufenthalt finanziell nicht ins Gewicht fällt.

Sagenhaft!

Und jetzt die entscheidende Frage:

Ist das wirklich so?

Auszuschliessen ist es nicht.

Drei Dinge dazu:

  1. Ein befreundeter Zahnarzt südöstlich von München (also nicht im Grenzgebiet zu Tschechien), nähe Rosenheim, der viel und gut Implantiert wurde von einem Bekannten gebeten, er solle bitte den Zahnersatz seiner Frau reparieren. Dieser ist zwar aus Ungarn, aber als „Freundschaftsdienst“ könne er das ja wohl machen, weil man wegen einer Reparatur nicht noch mal nach Ungarn fahren wolle (eigentlich der Klassiker).
    Er willigte ein. Aber nur unter der Bedingung, dass er Einsicht in alle Rechnungen aus Ungarn bekommt. Rein interessehalber.
    Ergebnis: Der Zahnersatz incl. mehrerer Implantate war in Ungarn lediglich um 500,- billiger als bei ihm.
  2. Ein langjähriger Patient kam zu mir in die Praxis, er brauche eine neue OK-Totale. Er war in Ungarn und hatte sich einen implantatgetragenen ZE machen lassen. Schon nach 3 Wochen waren die Implantate wieder draußen. Er bekam dann eine Totale im OK. Die sah aus, als hätte sie der ZA noch in der Schublade gehabt und passte auch so. Ihm war klar, dass ich ihm keine neue Totale umsonst machen würde.
    Im Unterkiefer sassen de Implantate noch.
    Noch.
    Aber auch denen gebe ich keine 2 Jahre. Dann kommt auch da die Totale. Insgesamt gesehen eine 28er für viel Geld.

    Verstehen sie mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass die ungarischen Zahnärzte schlechter sind, auch nicht, dass die Deutschen besser sind.
    SO eine Implantatversorgung bekommen sie in Deutschland auch, aber da haben sie wenigstens einen Gewährleistungsanspruch vor Ort.

  3. Hier die Preisliste einer ungarischen Zahnarztpraxis.
    Machen Sie sich bitte selbst ein Bild.
    Bekommen Sie diese Honorare von der GKK in Deutschland? Verlangen Sie mal 40,- € von einem Kassenpatienten für eine „Erstbesprechung“ mit dem Hinweis, er solle sich seinen Zuschuss danach von der Kasse holen.
    Versuchen sie es einfach nur einmal.
    In etlichen Praxen in Deutschland wird der Patient laut schimpfend die Praxis verlassen, und die Worte „Wucher“ und „Abzocke“ gebrauchen.

    „Analyse ästhetisch“ 260,-
    Wurzelbehandlung, 3-Kanäle 500,-

    Verlangen sie es einfach nur mal, und schauen sie, wie die Patienten reagieren.

    KFO Keramikbrackets, selbstligierend, 2 Jahre Dauer, 4.800,-

    Viele Kieferorthopäden in Deutschland nehmen sie mit Kusshand.

    In Ungarn wird das gerne bezahlt, da ist es ja billiger……Krone und Brücken sind billiger als bei uns?
    Stimmt!
    Beziehen Sie aber die Zahntechnik zum selben Preis, wie der ungarische Kollege, werden sie keine Probleme haben die Preise zu halten.

Fazit:

Wenn die deutschen Krankenkassen weiterhin so mit den Behandlern umgehen, muss man die Praxis nicht immer die Schweiz verlegen, um in Ruhe und ohne Gängeleien seinem Beruf nachgehen zu können.
Auch Ungarn kann die Lösung sein.
Billiges Personal, billige Zahntechnik und Patienten, die während der Gewährleistungszeit mit relativer Sicherheit nicht mehr auftauchen, weil ihnen der Weg zu weit ist (und der „Preisvorteil“ dann weg ist), aber dafür schon bar bezahlt haben. Und zwar einen Preis, der sich oft nicht deutlich vom deutschen Preis unterscheidet.
Und wenn mal was schief läuft, holt schliesslich der deutsche Kassenzahnarzt die Kohlen aus dem Feuer bzw. die Implantate aus dem Eiter. Muss er ja.

Zugegeben, diese drei Punkte sind nicht repräsentativ, zeigen aber, dass der billige Zahnersatz im Ausland nicht unbedingt billiger als in Deutschland sein muss

Schlumbohm Ultraschall

von Christian Danzl

wie schon hier beschrieben läuft bei mir in der Praxis der Schlumbohm EndoPilot in Verbindung mit dem CoPilot, somit auch mit dem neuen Ultraschall-Handstück.

Mit dem 2-Kanal-Funkfussanlasser lässt sich auch sehr schön zwischen Aufbereitung und US-Benutzung wechseln. Die Laufzeit hab ich auf 30 Sekunden eingestellt, nach dieser Zeit schaltet der US ab, somit kann man gewährleisten, dass genügend lange gespült wird.

Das von Schlumbohm ist nicht mein erstes Ultraschall-Gerät.

Es läuft noch ein Satelec Suprasson P5 Booster und ein NSK Varios. Und wer auch verschiedene US-Geräte hat, weiss, dass nicht jede US-Spitze in jedem US-Handstück gleich gut schwingt.

Beispiel: Meine heiss geliebte Maillefer Pro Ultra Tip Endo 6 – 8 (sehr dünn, reichen weit in den Kanal, leicht zu verbiegen für krumme Kanäle) funktionieren prima im Satelec, im NSK bewegen sie sich kein µ. Der „Endo-Chuck“ von NSK (U-Feilenhalter E11) bleibt hingegen im Satelec vollkommen regungslos.

Hier nun die aktuelle – sicher nicht vollständige und auch nicht allgemein gültige – Auflistung der von mir bis jetzt getesteten Spitzen zur US-Spülung.
Die Erfahrungen beziehen sich auf MEIN US-Handstück, es kann sein, dass andere Handstücke anders schwingen.

  1. NSK
    E5

    läuft am besten, mehr als ausreichend Leitung bei 30% Leistung, Spitze kann leicht durch Verbiegen an gebogene Kanäle angepasst werden
    E7

    nur minimal schlechter als die E5, schwerer zu verbiegen
  2. Maillfer
    ProUltra Endo 6 A 0621
    ProUltra Endo 7 A 0621
    ProUltra Endo 8 A 0621


    springen leider in Meinem Handstück nicht an.
  3. Satelec
    ET 20 Tip
    ET 40 Tip
    benötigen mehr Leistung, funktionieren einigermassen gut, schwieriger zu biegen als die NSK E5
  4. Carr
    eie2 CT4 
    eie2 SP1
    brauchen sehr viel Leistung, schwingen wenig, springen nicht richtig an, schwierig zu biegen

Während, wie gesagt, im Satelec die ProUltra Ende 8 meine Lieblingsspitze zum Spülen ist, bewegt sie sich im NSK und auch im Schlumbohm-US überhaupt nicht. Hier ist die NSK E5 die beste Spitze (von denen die ich bis jetzt getestet habe), sie benötigt wenig Leistung ist leicht an die Kanalkrümmungen anzupassen.
Da sie im Originalzustand an der Spitze plan geschliffen ist, breche ich die Kanten vorne mit einem Arkansas-Steinchen und poliere sie anschliessend mit einem weisse Gummi-Polierer. So lassen sich die Scharten an der Kanalwand reduzieren.

neuer Thermaprep Ofen

von Christian Danzl

Maillefer hat einen neuen Ofen für das Thermafil-Wurzelkanal-Füllsystem im Angebot.
Den thermaprep 2.

Der bisherige thermaprep plus hat zwar funktioniert, der Nachfolger ist aber an einigen Stellen verbessert worden.

Dem neuen Ofen wurde eine Temperatur-Regelung spendiert, so dass die zweite Lage der Obturatoren nicht überhitzt. Diese sind nach 20 bis 50 Sekunden einsatzbereit, je nach Größe, danach bleiben sie 90 sek einsatzbereit.
Der Hebemechanismus wurde verbessert, nun wird verhindert, dass die warme Guttapercha beim Ausfahren die Wand der Heizkammer berührt.
Der neue Reinigungsmodus ermöglicht nach einer Aufheizzeit das Reinigen der Heizkammer.

far, far beyond endodontics

von Christian Danzl

Sollten Endodontie, Chirurgie, Implantologie versagt – oder nicht zur Debatte gestanden sein, bleibt oft nur der Schlappen – t’schuldigung – natürlich gingivagetragener Zahnersatz.

Aber zahnlos, das weiss jeder Zahnarzt, wird nichts besser. Denn nicht nur der Patient leidet sehr unter der Druckstelle, auch die Entfernung derselben wird dem Zahnarzt verleidet mit einem BEMA Honorar von ca. 16,- € für eine Mu und Sk.
D.h. nicht ganz 4 Minuten hat der Durchschnittszahnarzt Zeit, um keine Miesen zu machen.
Das beinhaltet die Begrüßung, die langwierige Belehrung durch den Patienten, was eine Druckstelle ist, wie weh sie tut, und  wann sie weh tut, wann es am schlimmsten…………, das Auffinden der Druckstelle im Mund, dabei drei mal dem Patienten die Finger aus dem Mund zu nehmen, mit denen sie die Druckstelle zeigen, und zu erklären, dass man mit Fingern im Mund überhaupt nichts sieht; das Zuviel an Kunststoff auf der Prothese ausfindig zu machen, weg zu schleifen, Kontrolle, Polieren, Salbe auf die wunde Gingivastelle auftragen und eine Aufklärung über Prothersenkarenz, sinnlose Tinkturen, Wiedervorstellung bei Persistenz und Verabschiedung.
Mit Vor- und Nachbereitung des Arbeitsplatzes und Instrumentenaufbereitung will ich gar nicht anfangen.

Lösung?

Ich hab keine. Zumindest keine die realistisch wäre.

Vorgehensweise, die sich bei uns mittlerweile etabliert hat:

Übertragung der genauen Stelle von Gingiva auf Prothese funktioniert zuverlässig mit Temporan-Paste. Eine kleine Menge auf die betroffene Stelle der Gingiva aufbringen, Prothese einsetzen, wieder rausnehmen und die weisse Paste haftet an der Prothese und markiert genau die korrespondierende Stelle der Prothese – sofern die Prothese trocken war.

Die Entfernung des Kunststoffes geht wunderbar mit den Faservlies Rädern von Komet (Vorsicht! Abtrag bei neuen, noch harten Rädern sehr hoch!). Diese nehmen nicht nur punktuell den Kunststoff weg, sondern schaffen gleich saubere Übergänge. Die Kunststoffoberfläche ist danach schon sehr glatt, so dass die Politur auf ein Minimum reduziert werden kann.

Das „Drumherum“ bleibt trotzdem, Finden und Entfernen der Druckstelle geht zumindest schneller.

Dass man bei einem Decubitus an einem Sublingualbügel aus KoCr-Stahl mit den Faservlies Rädern nichts ausrichtet ist – glaube ich – nicht erwähnenswert.

Starz Tipz – Sternspitzen

von Christian Danzl

vor einiger Zeit waren sie schon einmal bei einer Fachzeitschrift als Beilage dabei:

Starz Tipz

Einmal-Aufsätze für das Luft-Wasser-Spray aus Kunststoff. Also wieder ein neues Kapitel der Serie Einmal-Spray-Aufzätze.

Ganz nett zum Anschauen, aber uninteressant, da der passende Adapter natürlich nicht dabei war. Somit für mich wertlos. Auf Adec- und DCI-Einheiten passen sie übrigens ohne Adapter, da sie den Edelstahlaufsätzen der DCI-Spritze nachempfunden sind.
Letzte Woche kam eine Vertreterin für Instrumente vorbei und hat uns welche zum Test dagelassen – natürlich mit Adapter für unsere KaVo Esthetica.

Also endlich testen. Die Spitzen sind farblich bunt sortiert in zwei Längen erhältlich 6,5 und 9 cm. Die Langen direkt für die DCI-Spritze, die Kurzen für den Einsatz mit Adaptern.

Sie sind nicht flexibel, sondern bleibend formbar, d.h. man kann die Krümmung anpassen um leichter an schwierig zugängliche Stellen zu gelangen.

Ich war sehr interessiert, da meine ProTips die Trennung von Wasser und Luft nur unzureichend beherrschen und sie nicht fest genug auf dem Adapter fixiert sind.

Kleine „Umbaumassnahmen“ sind  bei meinen KaVo-Spritzen nötig:

Nach dem Abziehen des Original-Aufsatzes müssen ein kleiner O-Ring entfernt und ein weiterer gegen einen dickeren ausgetauscht werden. Jetzt wird der passende Adapter aus eloxiertem Aluminium aufgesetzt und die Einmal-Spitzen reingesteckt. Fertig.

Ergebnis:

  • Luft und Wasser war, zumindest bei den mir getesteten Tipz, sauber getrennt
  • Luft-Wasser-Spray funktionierte
  • Der Druckabfall beim Spray ist deutlich, bei Luft alleine, groß. Zu groß. Wenn die Spitze nochmals zusätzlich gebogen wurde, noch größer. Schade.

Ich werde diese Woche nochmals ausgiebig testen.

Das System an sich gefällt mir gut. Mir persönlich ist der Druckverlust der Luft – es bestand übrigens kaum ein Unterschied zwischen den beiden Längen – zu groß, wenn man damit jedoch leben kann, ist das System sicherlich ein Gewinn.

Zu beziehen über Hess Medizintechnik.

Feuerlöscherchen?

von Christian Danzl

Nach unserem frisch überstandenem Wasserschaden fragt man sich, was es Schlimmeres gibt?

Die Antwort ist klar:

Feuer.

Nicht umsonst sind Feuerlöscher vorgeschrieben. Die Menge, Löscheinheiten und Wartung sind ja jetzt durch QM kein Problem mehr.  ;-)

Was tun, wenn es dann doch mal zu einem kleinen Feuer kommt?

Feuerlöscher!

Ich schätze, dass aus Kostengründen 80% der Feuerlöscher, die in den Praxen hängen, ABC-Pulver-Löscher sind.
Das heisst im Bandfall bei einem 6-Kg-Löscher: 10 sek. löschen und danach 5 Stunden putzen – wenn man davon ausgeht, dass das (hoffentlich Klein-)feuer gelöscht ist und die Feuerwehr nicht benötigt wird.

Da in einer Zahnarztpraxis ab und zu mit offener Flamme hantiert wird, Spiritusbrenner für das Wachsmesser, Bunsenbrenner im Praxislabor und im Advent der unvermeidliche Adventskranz, usw. ist ein unkontrolliertes Entflammen von leicht brennbaren Materialien nicht ausgeschlossen.

Hilfsmittel zum Feuerlöscher bei einem Entstehungsbrand:

– Löschdecken sind Kleinlöschgeräte aus unbrennbarem Gewebe, um entstehende Feuer durch Luftabschluss zu ersticken.

– Feuerlöschsprays sind Löschhilfen, sie sind keine Feuerlöscher nach Norm, da

  • die Löschmittelmindestmenge nicht erreicht wird
  • die vorgeschriebe Wurfweite nicht erreicht wird
  • der Sprühwinkel zu gering ist
  • die Haltbarkeit mit 3 Jahren weit von den 20 Jahren eines Feuerlöschers entfernt ist
  • das EN3-Niveau unterschritten wird
  • thermische Stabilität unzureichend ist

Trotzdem können sie durchaus Kleinbrände löschen und sie verursachen durch Löschschaum keine löschpulverbedingten Putzorgien.

Sie sind NICHT geeignet und auch NICHT dazu gedacht Feuerlöscher zu ersetzen.
Es kann aber eine Person mit dem griffbereiten Löschspray/Löschdecke einen entstehenden Brand schon eindämmen, evtl. löschen, während eine weitere Person einen Normlöscher zum „Einsatzort“ bringt. So kann durchaus Schlimmeres verhindert werden.

Die Kosten sind mit ca. 15,- bis 25,- Euro überschaubar („Strassenpreis“).

Ein Unterkiefermolar

von Bostidald Wucker

In der letzten Woche, genauer gesagt am Mittwoch hat mich ein Unterkiefermolar etwas aus dem Zeitplan geworfen.

Der Patient stellte sich vor einiger Zeit als überwiesener Schmerzpatient vor. Die akute Pulpitis wurde behandelt und der Zahn adhäsiv präendodontisch aufgebaut.
Auf Grund einige gesundheitlicher Probleme musste der nächste Termin des Patienten mehrfach verschoben werden. So vergingen 4 Monate. Der Patient war nahezu schmerzfrei. Nur ab und zu waren leichte latente Beschwerden.

Die Behandlung erwies sich als Routinebehandlung und lief im gewohnten Rhythmus ab. Eine erkennbare Ursache für die latenten Beschwerden konnte ich (zunächst) nicht festellen.

Nach der abschließenden Desinfektion mit Ultraschall und dem Trocknen der Kavität störte mich eine kleine Unregelmäßigkeit am Isthmus des mesiobukkalen Kanaleingangs (1). Mit einem Muncebohrer zog ich den Isthmus tiefer auf. Durch Spaneinpressungen zeigte sich dann einen weitere Kanaleingang. Nach vorsichtigem Erweitern konnte ein dritter Kanal in der mesialen Wurzel dargestellt und präpariert werden (2). Weitere Kanalstrukturen konnten nicht dargestellt werden (3,4,5).

Nach Abschluss der Behandlung ist der Patient vollkommen schmerzfrei.

 

EndoPilot jetzt endlich mit CoPilot

von Christian Danzl

Letzte Woche ist er endlich angekommen. Der CoPilot von Schlumbohm. Die Erweiterung des EndoPilot. Zur IDS wurde er vorgestellt, jetzt ist er verfügbar.

Der EndoPilot ist – meiner Meinung nach – das innovativste Produkt auf dem Endomarkt.
Ein all-in-one Gerät für die Endodontie.
Drehmomentkontrollierter Motor, Apex Locator mit programmierbarer Arbeitslänge, der während der Aufbereitung reproduzierbar funktioniert, aber auch alleine arbeitet, ein Feilenmanagement, welches die Belastungen der jeweiligen Feile berücksichtigt und ein Warmabfüllsystem mit Downpack und Backfill. Alles in einem Gerät.

Bis jetzt.

Jetzt ist der CoPilot da.

Was ist nun der CoPilot eigentlich?

Der CoPilot ist die passende Erweiterung zum EndoPilot und macht ihn dadurch zum kompletten Endo-Cart.

  • Akku-Pack: macht den EP unabhängig von der Steckdose
  • Ultraschall-Handstück
  • Funk-Fussanlasser, 2-kanalig. Das rechte Pedal zum Starten und Stoppen einer Anwendung, und das Linke zum Wechseln von einer Anwendung zum US
  • Eine weitere Anschlussbuchse, so dass das lästige Umstecken von der Aufbereitung zum Downpack wegfällt.

Durch den Akkubetrieb und den Funkfussanlasser fallen 2 Kabel weg, die auf dem Boden liegen und gestört haben. Die Pilot/CoPilot-Kombination ist somit deutlich flexibler, geworden. Durch die kompakte Größe des Carts kann das System in den meisten Fällen auch auf 12-Uhr Position eingesetzt werden. Ohne störende und limitierende Strom- und Fussanlasser-Kabel.

Selbstverständlich kann auch während der Akku-Ladung mit dem Gerät gearbeitet werden und ebenso selbstverständlich kann das US-Handstück mit EMS- oder Sattele-Gewinde geordert werden.

Neu ist auch der Update-Service.
Über einen ansteckbaren Kartenleser können neue Feilendaten eingelesen und neue Funktionen einprogrammiert werden (durch die Touch-Screen Bedienung sind auch die möglichen Schalter und Regler am Gerät nicht über die Hardware limitiert, da eine „neue Taste“ einfach programmiert werden kann).

Die in der Feilenbibliothek gespeicherte Feilendaten können jederzeit vom Behandler geändert werden. Drehmoment, Winkelgeschwindigkeit, Drehrichtung, Pause zwischen Dehrichtungsänderung können im Reziprokmodus dem eigenen Geschmack angepasst werden. Der Motor ist weder limitiert auf kontinuierliche Drehung, noch auf eine Drehrichtung.

Nettes Feature:

Im US-Betrieb, kann ein Countdown-Timmer (bis zu 240 Sekunden) eingestellt werden. Somit hat man die Möglichkeit die Zeitdauer der aktivierten Spülung – für das eigene Spülprotokoll – zu standardisieren, ohne auf die Uhr blicken zu müssen.

Reisebericht – Schottland

von Christian Danzl

Heute mal weg von den Zähnen und ab in den Urlaub.

Diesmal Schottland.

Auf der Suche nach des Ursprüngen des Malt-Whisky hat es uns nach Schottland getrieben.
Ursprünglich wäre der erste Halt auf der Rundreise von und nach Edinburgh die Insel Islay und die darauf angesiedelten Brennereien (Ardbeg, Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain, Caol Ila, Kilchoman, Lagavulin, Laphroaig, Port Charlotte, Port Ellen) gewesen, passte aber dann, wegen ausgebuchter Fähre nicht in Programm, was aber nicht so schlimm  war, da meine zwei Mitreisenden den sehr torfigen und rauchigen Whisky dieser Insel nicht besonders schätzen.

Also war Oban (Diageo) die erste Brennerei, die sich unserer Besichtigung nicht entziehen konnte. Relativ klein mit einem Ausstoß von 1 Mio Flaschen pro Jahr. Interessante Führung, Verkostung von 2 Whiskys, einer direkt aus dem Fass und der 14-jährige Standard-Whisky.

Weiter führte die Reise durch das Great Glen vorbei Loch Ness über Fort William, Inverness (leider kein Quartier bekommen), Nairn, Forres nach Elgin (Region Moray). Sitz des unabhängigen Abfüllers Gordon & MacPhail.

Von da in Richtung Süden erstreckt sich der Malt-Whisky-Trail. Auf Strassenschildern sind hier die Brennereien ausgeschildert, die zu Besichtigen sind. Ca. 15 km südöstlich von Elgin liegt der kleine Ort Rothes (Speyside). Von hier sind im Umkreis von ca. 10 km viele Brennereien zu besichtigen.

Glen Grant, derzeit im Besitz von Campari. Netter Garten, Café, kurze, übersichtliche Führung, moderner Verkaufsraum, Whisky-Verkostung mit zwei Standardwhiskys. War nicht unser Geschmack.

The Macallan, Edrington Group. Schöne Führung, zeigt viel von der Herstellung der verschiedenen Fässer (Bourbon Cask, Sherry Cask) und deren Einfluss auf Geschmack und Farbe des Whiskys. Enttäuschende Verkostung mit einem 10-Jährigen Sherryfass Whisky ohne Hinweise und Anleitung.

Aberlour, z.Zt. Pernod Ricard, 2-stündige Führung, viel Informationen über Geschichte, Herstellung (verarbeiten 34t Gerste täglich), Lagerung. Mit Abstand die beste Verkostung:
frisch gebrannter Spirit (vor der Fassabfüllung, klar, noch kein Whisky, da der Spirit erst 3 Jahre im Holzfass lagern muss, um sich Whisky nennen zu dürfen); zwei Fassstärken á 16 Jahre, einer Bourbon, einer Sherry; ein 10-järiger; ein 16-jähriger und der a bunadh. Hervorragende Erklärung, auf was zu achten ist, welche Aromen sich wann freisetzen und der Möglichkeit einen, nur in der Brennerei erhältlichen Whisky, selber abzufüllen.
Aberlour war die einzige, von uns besuchte, Brennerei, die ihren Whisky mit Freude und Stolz präsentiert hat.

Von Elgin ging die Fahrt dann über Aberdeen, Stonehaven, Dundee nach St. Andrews, bekannt durch Universität und Golf, und am nächsten Tag weiter über Anstruther, wo es angeblich die besten Fish & Chips gibt, nach Edinburgh.

Tips für die Reise:

  • optimale Reisezeit sind Juli und August
  • es gibt kaum Hotels, aber sehr viele Bed & Breakfast, diese sind aber in der Hauptreisezeit oft voll. Es empfiehlt sich im Voraus zu buchen, wenn man nicht stundenlang suchen will
  • am besten kommt man mit dem Auto voran (Fahrer vorher bestimmen, wenn es zur Brennerei geht ;-), wenn auch im Vergleich zu Deutschland sehr langsam. Die Strassen sind klein, eng und kurvig. Viele Wohnwägen und Wohnmobile in der Hauptreisezeit. Hier also mehr Zeit einplanen
  • es gibt in Schottland auch viele verschiede Brauereien, deren Ales sehr unterschiedlich schmecken
  • unbedingt Haggis probieren, hier war er besonders gut
  • preisgünstig Essen in den Pubs, beim Inder und natürlich Fish & Chips,
    das legendäre „deepfriedmars“ haben wir leider nicht entdeckt ;-(
  • sehr viele verschiede Whiskys zu Preisen von 2,80 Pfund für einen Standard Single Malt wie Highland Park 12y, Laphroaig 10y oder Glenfiddich 12y bis hin zu 50 Pfund für einen Yamazaki, limited Edition von 1984 gibt es im Highlander Inn inCraigellachie. Sehr empfehlenswert!
  • Empfehlenswerte Hotels:
    Mansionhouse Hotel, Elgin
    Dowans Hotel, Aberlour
  • Dank des derzeit guten Wechselkurses zum Englischen Pfund kann man vor Ort gut Whisky kaufen, besonders Raritäten, die auf dem deutschen Markt nicht oder nur sehr schwer erhältlich sind.
  • Easy Jet ist nicht erste Wahl, wenn es ums Fliegen geht

 

Warmwasser von oben

von Christiano de Acqua Alta

Zweiter Tag in meinem Urlaub. 10 vor 8.00 Uhr klingelte das Telefon. Die Praxis war dran.

Rohrbruch. Wartezimmer und Backoffice sind unter Wasser.

10 min später stehe ich in der Praxis. Das Wasser läuft aus der Zwischendecke. Eine Warmwasserzirkulationsleitung ist durchgerostet.
Die Helferin, die die Praxis aufgesperrt hat, hat hervorragend gehandelt. Sie hörte etwas plätschern, dachte sofort an einen Rohrbruch, schaltete den Strom mit dem Hauptschalter NICHT ein. Suchte den Ursprung des Geschens, fand ihn im Backoffice, machte die Sicherungen raus und rettete die Rechner. Durch den Server ist das Wasser leider gelaufen, der war nicht mehr zu retten. Dank Datensicherung war es für die Hard/Software-Betreung kein Problem, noch am gleichen Tag einen Ersatzsrever zu installieren, so dass der Kollege am nächsten Tag wieder arbeiten konnte. Somit hatten wir bis jetzt nur einen halben Tagarbeitsausfall.

Dann kommt der Rest von Wasserschaden. Versicherung. Hausversicherung über den Vermieter, für Bodenbeläge, Tapeten, Decken. Eigene Inventarversicherung und Elektronikversicherung für Einrichtung und Hardware.

Warum langweile ich Euch heute mit diesem Thema?

Ich habe letztes Jahr die Praxisversicherungen neu abgeschlossen und auf den neuesten Stand gebracht, da ich zu einem anderen Versicherer gewechselt habe. Ich wollte für die ganzen Versicherungen, privat wie geschäftlich, einen Ansprechpartner haben. Es ist vielleicht nicht unbedingt die billigste Lösung, aber man spart sich sehr viel Lauferei, und im Schadensfall ist es fast unbezahlbar für die Schadenabwicklung nur „über die Strasse“ gehen zu müssen.

Also, wenn die Praxisversicherungen (oder auch die Privaten) schon länger laufen, loht es sich, die Verträge mal wieder durchzuschauen und evtl. auf den neusten Stand bringen. Es kann auch nicht schaden, sich von einem Mitbewerber mal ein Angebot machen zu lassen, was das Versicherungspaket  woanders kostet.
Aber das sollte doch auch im QM-Ordner stehen, „wenn ich mich nich irre“ – um es mit Sam Hawkens zu sagen ;-)

Nach der Abwicklung werde ich die Policen auch nochmal durchgehen und evtl. wieder updaten und auch die Ausfallversicherung auch an nicht-krankheitsbedingte Ausfälle angleichen. Dieser Wasserschaden lief glimpflich ab, da im Urlaub die Praxis nicht auf voller Leistung läuft.

Ob sich ein eventueller nächster Wasserschaden wieder an die Urlaubszeit hält ist nicht sicher.

Tsunami-Endodontics – Teil 5 – Fotos

von Christian Danzl

Einen herzlichen Dank an Oscar von Stetten, Stuttgart, der mir heute Morgen um 8.00 Uhr aktuelle Bilder der SF 65 zur Verfügung gestellt hat.

Tsunami-Endodontics Teil 4 – SF 65

von Christian Danzl

Das „Original“ von Tsunami-Endodontics ist hier, hier, da und hier beschrieben.
Gesehen hat es hier auf dem Blog eigentlich keiner.
Das kommt daher, dass es ein Eigenbau ist, der zwar hervorragend funktioniert, aber dennoch ein Eigenbau ist. Ohne CE-Zeichen.

So wie es aussieht hat sich jetzt Komet dessen angenommen.

Das Prinzip ist gleich:

Airscaler mit „weicher“ Schallspitze, die sehr weit in das Kanallumen eingeführt wird und trotz einer guten Spülwirkung wenig Schaden an der Kanalwand setzt.

Die Schallspitze aus Glasfaser-Kunststoff des Ruddle-Endoaktivators wurde ersetzt durch eine NiTi-Spitze, was wahrscheinlich die Reinigungswirkung erhöht, aber evtl. auch die Kanalwand nicht ganz unberührt lassen könnte.
Wie gesagt könnte, weil momentan noch keine Tests vorliegen. Es wird sich zeigen.
Wie die – subjektive – Spülwirkung aussieht, kann ich auch noch nicht sagen, da ich die SF 65 nur kurz in der Hand und keine Möglichkeit zum Probieren hatte.

Plastik-Bohrer

von Christian Danzl

Nachdem Komet vor einiger Zeit Rosenbohrer aus Keramik auf den Markt gebracht hat, wurde jetzt ein „Rosenbohrer“ aus Kunststoff nachgeschoben. Die Anführungszeichen deshalb, weil es der Schneidengeometrie nach kein Rosenbohrer ist. Der Bohrer hat 4 Schneiden, oder sollte ich besser sagen  „Arbeitsbereiche“.

Für was jetzt einen Rosenbohrer aus Plastik, wenn sich doch Hartmetall und Keramik gut bewährt haben ?

Einsatzgebiet ist die sehr pulpanahe Karies, wenn die andere Karies schon exkaviert wurde. Durch das im Vergleich zu Metall sehr weiche Material wird nur weiches Dentin weggenommen, kariesfreies Dentin wird stehen gelassen. So sollen sich artifizielle Pulpaeröffnungen vermeiden lassen.

Der PolyBur sollte maximal mit 8.000 rpm laufen, optimal seien 2.000 rpm.

Dass der PolyBur ein Einweginstrument ist dürfte klar sein.
Auch die Standzeit der „Schneiden“ ist sehr überschaubar und wirklich nur für die Restkaries direkt vor der Pulpa ausreichend.

Preis ca. 1 Euro.
Durchaus praktisch, wenn man eine Pulpaeröffnung vermeiden kann.

Biodentine – neues Dentinersatzmaterial

von Christian Danzl

Freitag Mittag erwischte mich gerade noch der Verkaufsrepräsentant der Fa. MDS in der Praxis, neben vielen kleinen Dingen, die das Leben des Zahnarztes leichter machen sollen war auch „Biodentine“ von Septodont.

Biodentine soll ein Dentinersatzmaterial sein, und zwar in jeder hinsicht. Also wo Dentin am Zahn fehlt, kann es mit Biodentine wieder ersetzt werden.
Laut Hersteller ist es geeignet für:

  • Unterfüllungen
  • Cp
  • Dentinrekonstruktion vor Inlay- /Onlayversorgung
  • direkte Überkappung bei freiliegender Pulpa
  • Verschluss von Perforationen

Momentan ist es so, dass da nichts dabei wäre, was man nicht schon Versorgen könnte.

  • Unterfüllungen werden seit der Adhäsivtechnik sowieso immer weniger
  • Tiefe Stellen werden mit Calciumhydroxid versorgt
  • Dentinrekonstruktion vor adhäsiver Inlay- /Onlayversorgung ist jetzt nicht in jedem Fall notwendig, reduziert auch nur unnötig die Fläche für den adhäsiven Verbund
  • Deckung offener Pulpen und Perforationen gelingt mit MTA zuverlässig. Wenn auch bei der Perforationsdeckung etwas Übung erforderlich ist.

Kosten:

Der Preis liegt momentan bei ca. 10,- pro Anwendung.
Das ist stolzer Preis, wenn man das Material für Cp/Unterfüllung verwendet, er relativiert sich allerdings, wenn man in den Bereich der Anwendung des MTA kommt – vorausgesetzt man mischt immer eine komplette Packung MTA an.

In der Broschüre wird die Versorgung der Eröffneten Pulpa als Einsatzgebiet von Biodentine dargestellt, er wird aber nicht erwähnt, wie die Behandlung vor dem Auftragen Dentinersatzes aussehen soll.
Muss die Kavität mit der offenen Pulpa desinfiziert werden?
Wenn ja, mit was? Natriumhypochlorid, oder reicht Alkohol?
Oder reicht aus Aussprayen mit Wasser?

Wenn das so ist, könnte dem Zement (das ist es dem Anschein nach – der Vertreter schwieg allerdings sich über die Zusammensetzung gründlich aus)  eine antibakterielle und womöglich noch eine entzündungshemmende Substanz zugesetzt sein.

Bisher wurden bei uns offene Pulpen nach diesem Verfahren versorgt. Mit – bis jetzt -großem Erfolg.
Weisses, wenn auch nicht röntgenopakes MTA, kann hier preisgünstig bezogen werden.

Im Großen und Ganzen ist Biodentine ein interessanter Ansatz. Wenn es die Versprechungen halten kann, ist es sicher ein Material, auf das wir gewartet haben, insbesondere wenn man mit wenig Aufwand eine eröffnete Pulpa retten kann.

Zahnersatz aus China? Das war der Anfang, nicht das Ende – Teil 2: Gedanken dazu

von Christian Danzl

Was H.W. Herrmann am 14. Juni geschrieben hat, entspricht ziemlich genau meiner Meinung. Hier meine eigenen Gedanken zu diesem Thema:

Etliche „Original“-Geräte, die wir in Deutschland für viel Geld von bekannten Herstellern kaufen, sind bereits „Made in China“.

Der Hersteller spart also Geld in der Produkion. Was wir dann teuer bezahlen, bleibt im (Zwischen) Handel und als Gewinnmarge irgendwo hängen.

Dass viel Geld „irgendwo“  hängen bleibt, hat auch zur Folge, dass auf einigen Gebieten keine Entwicklung mehr erfolgt. Wenn die Herstellungskosten eines Gerätes nur noch 10% des Kaufpreises ausmachen (dürfen) – und da sind wir noch im Bereich westlicher Produktion, der Rest Handelsspanne ist (wo auch immer), kann kein Geld mehr für Entwicklung da sein.

Beispiel Endometrie.

Seit etlichen Jahren kosten die ungefähr 1.200,- €

Was können sie?

Sie zeigen uns an, wenn wir mit einem WK-Instrument, welches wir auf einer Seite in den Zahn einführen, auf der anderen Seite wieder verlassen.

Mehr oder weniger zuverlässig. Es gibt aber immer wieder unterschiedliche Messwerte oder Fehlmessungen, wenn der Kanal zu feucht ist, wenn eine Metallkrone drauf ist, wenn ein anders Desinfiziens im Kanal ist.

Wenn ein Behandler sagt, daß „sein“ Gerät sehr zuverlässig funktioniert liegt es zum Großteil an dessen Erfahrung, aus der Masse der Daten (falsche und richtige Messungen) die sinnlosen auszublenden.

Und weniger an der tollen Entwicklung, die diese Geräte in der letzten Zeit erfahren haben (ich warte nur bis es ein iPhone App für 0,79 € „lite“, die genauso gut misst wie die bisherigen Geräte, und eine Vollversion für 4,99 €, die den Kurzschluss über Metallkrone oder Flüssigkeit erkennt und meldet. Das Kabel für die Messung gibt es dann für 29,- € beim Apple-Zulieferer).

Nächstes Beispiel.

Polymerisationslampen.

Eine Lichtquelle, die blaues Licht abgibt (nativ oder gefiltert), ein Zeitschalter, der nach vorbestimter Zeit das Licht wieder ausschaltet, eine Stromquelle und evtl. ein Lichtleiter, der das Licht dahinbringt, wo es hin soll.

Nichts anderes als eine (Taschen)Lampe mit Abschaltautomatik.

Würde man die Einzelteile im Electonicversand (Also im Einzelhandel! Hier sind bereits Herstellungs-, Handels-, Export-, Fracht-, Importkosten abgegolten) bestellen, käme man – großzügig gerechnet – locker mit 20,- € hin.

Vom namhaften Hersteller zahlen wir dafür im Schitt 1.000,- €

Und nach einem Jahr macht der Akku dann die Grätsche, weil man ihn – auf Nachfrage beim Hersteller „nicht richtig ge- und entladen“ hat (das kommt aber nicht mehr vor, da man dafür jetzt QM installiert hat, was genau solche Sachen vermeidet!).

Da braucht sich niemand wundern, wenn man sich nach billigeren Alternativen umschaut.

Allerdings, und da schliesse ich wieder an die ersten Zeilen an, muss ein Billig-Gerät aus China nicht zwangsweise eine Kopie sein.

Etliche Geräte sind, wie gesagt, sowieso schon „Made in China“.

Jetzt fragt sich der interessierte Zahnarzt, ob „die Chinesen“ die Geräte, die sowieso schon „Made in China“ sind, nochmals kopieren um sie dann nochmal billiger herzustellen?

Es würde reichen, wenn die Fertigungsmaschinen, die für einen namhaften westlichen Hersteller 10.000 Stück auswerfen, nach Beendigung des Auftrages ein paar Wochen weiterliefen, um den eigenen Markt zu versorgen – dabei könnte auch ein gewisser Anteil in den Direkt-Export laufen. So könnte man erklären, dass es „Billig-Geräte“ gibt, die genauso aussehen und genauso gut (oder schlecht) funktionieren wie die Originale. Das ist aber eine reine Vermutung.

Ich als Provinzzahnarzt kann es aber nicht ausschliessen.

So und nun der Aufruf an Handel und Industrie:

Dass viel Geld eingenommen werden muss um Angestellte und Entwicklung zu bezahlen ist hier jedem klar, der eine Praxis führt, uns geht es genauso.

Jedoch kommen sich viele, die für ihr Geld hart arbeiten müssen, einfach nur veräppelt vor, wenn man für eindeutige Billig-Produkte horrende Summen ausgeben muss und denn richtig abgezockt wird, wenn man einen Ersatzakku dazu braucht.

Dann schaut man sich nach Alternativen um.

Auch wenn man unter Umständen mit der billigen Alternative nur scheinbar billiger fährt und langfristig draufzahlt – aber das, und genau das – haben wir schliesslich von den Krankenkassen gelernt.


					

DVT – Das Verdruss-Teil oder Der vielseitige Tausendsassa?

von Oscar von Stetten

Dass das DVT ohne Zweifel einen Quantensprung in der ZHK darstellt ist nicht von der Hand zu weisen. Es ermöglicht eine allgemein verfeinerte Diagnostik und vor allem Visualisierung, falls nötig. Gerade in der Implantologie/Chirurgie/Paro super, prä-chirurgisch sich auf eventuelle Schwierigkeiten vorbereiten zu können. Keine Frage. Seien wir ehrlich, wir Zahnärzte sind stark visuell orientiert. Den Benefit in einer Patientenkommunikation sei hier noch gar nicht erwähnt. In einigen Fällen hilft sogar erst das DVT, zu einer Diagnose und daraus folgend, zu einer Therapie  zu gelangen.

Nichtsdestotrotz: ist ein Scan bei jedem Patienten ohne wenn und aber notwendig? Da uns die Erfahrungen fehlen, kann ich sogar den Drang des Behandlers nachvollziehen, jeden Patienten einem Scan zu unterziehen, denn nur dadurch steigt die persönliche Wissenbasis und die Einschätzungsfähigkeit der Bilddaten. Das Phänomen ist von unseren 2D-Bildern bekannt, seine eigenen kann man am besten lesen, denn man weiss, was sich wie darstellt. Ein Lernprozess. Ehrlich, mich würde es jedesmal in den Fingern jucken……

Jedoch: inwiefern beeinflusst das DVT unsere Handlungsweise. Seit langem ist bekannt, dass die Grösse einer Läsion sich im 2D-Bild nur unzureichend darstellt. Hat es uns in irgend einer Weise von der Therapie einer apikalen Parodontitis abgehalten? Wird es erneut zu einem Exodontismus kommen, weil „die apikale Aufhellung ist ja doch noch vorhanden“? Wobei wir nicht einmal gesichert wissen, was sich da apikal überhaupt darstellt. Nair et. al. haben uns histologisch ja schon ein wenig den Weg gewiesen. Was ist denn die Konsequenz aus all diesen Studien, inwiefern sollte sich unser Behandlungsprotokoll anpassen, ändern, ergänzen? Müsste man sich nicht Gedanken über die Erfolgskriterien machen, die den neuen bildlichen Darstellungen entsprichen? Darüber wird nicht gesprochen…. obwohl exakt diese Punkte meiner Meinung genauso viel Beachtung und Diskussions-bedarf finden sollten, wie die technischen Parameter der DVT´s und die faszinierenden Bilder.

Was mich zu einem weiteren Punkt bringt: die geliebte Industrie. Technische Parameter sind so eine Sache…. Die bunten, 4-Farb-Hochglanz-Drucksachen für die Bewerbung der Geräte sehen auf den ersten Blick toll aus. Da werden strahlende ;-) Behandler gezeigt, die mit zufriedenen Patienten die DVT-Aufnahmen durchgehen. Liest man sich die technischen Parameter durch, dann springt stets der Wert des isometrischen Voxels ins Auge. 76µ, wir haben den Kleinsten!! (absolut konträr zu dem sonst verbreiteten Verhalten ;-) ). Okay. die anderen haben ein 125µ grosses Voxel, aber die anderen sind ja vieeel schlechter, denn die haben ja nur ein 200µ grosses….. Was genau soll ich denn mit solchen Angaben anfangen? Fragen wir doch mal den lieben Vertreter, ob die dargestellten Voxel bereits das Nyquist-Phänomen eingerechnet haben oder nicht. Ist das tatsächlich die native Auflösung des DVT´s oder ist es eine Interpolation der Grauwerte über Sub-Pixeling-Verfahren? Wenn man jemanden ärgern will, dann sind dies die richtigen Totschlagfragen ;-), das Verständnis dafür hilft jedoch enorm dabei zu verstehen, warum man nicht wirklich eine VRF mittels DVT diagnostizieren kann, wenn diese nicht bereits eine gewisse Grösse zeigt. Eigentlich sollte die Technik für uns als Endanwender vollkommen transparent sein.

Dann bekommt man eine DVD mit Beispielscans überreicht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig die Beispielbilder mit realen Patientenaufnahmen zu tun haben. Und wie frustig manchmal die Fehlersuche sein kann. Und noch frustiger, wenn exakt an dem Ort, an dem die für mich interessante Struktur liegt eine Auslöschung oder Überstrahlung zu finden ist, was auf den Beispiel-DVT´s nie der Fall zu sein scheint.

Bildverarbeitung eines DVT´s IST definitiv Rocket-Science ;-)

Ist es nicht eher so, dass wir doch stellenweise nicht wissen, wie wir mit den befundeten Pathologien umgehen sollen? Um eine solide Datenbasis dafür zu schaffen, wird es noch sehr viel Zeit brauchen, das ist richtig. Und, da sind wir uns sicher alle einig, wenn man eine Diskussion schnell beenden möchte, taucht stets die Frage nach der Evidenz auf. Oder dem Patientenbenefit. Solche Reibereien werden immer wieder auftauchen und exakt diese Reibereien sind es, die die Sache nach vorne bringen können. Das ist nichts schlimmes oder verwerfliches.  Von solchen Sachen lerne ich persönlich immer gerne und viel, ich muss nicht jeden Fehler selber machen.

Aber wer nun glaubt, das DVT ist das Allheilmittel für alle Problematiken, der irrt in meinen Augen. Es ist ein zusätzliches Diagnostikum, ein Tool. Und solange der Wurzelkanalverlauf nicht auf Knopfdruck automatisch freigestellt werden kann (oder Pixel eines bestimmten Grauwertes nicht in der Opazitität geändert werden können), solange wird man immer noch ein gerüttelt Mass an 3D-Vorstellungs-vermögen brauchen. Die Software müsste mehr auf endodontische Vorlieben angepasst werden (z.B.: ein Implantat macht erstaunlich wenig Strahlenartefakt, eine dichte WF leidlich schon). Eines sei noch gesagt: das DVT wird in der Zukunft sehr viele Fragen aufwerfen, auf die wir keine oder nur sehr wenige Antworten haben. Ich bin mir sicher, dass uns viele Erkenntnisse nicht wirklich gut schmecken werden. Der Einfluss ist schon messbar, auch wenn es schwierig wäre. Z.b. Fragmententfernung: wie viel Zeit ohne DVT, wie viel Zeit mit DVT. Letztendlich ist DIE Messung der Outcome. Dummerweise ist der Outcome von einem ganzen Strauss Faktoren abhängig, so dass man sicher nicht alleine auf einen Einfluss des DVT´s schliessen könnte. Also: der Einfluss wird so schnell nicht messbar sein. Aber es kann eine persönlich gefühlte Einschätzung geben, inwiefern dieses Gerät das eigene Handeln beeinflusst und vielleicht auch verändert hat. Mit Evidenz hat das nichts zu tun, aber daran sind wir in der ZHK doch schon seit langem gewohnt.

Fakt ist: das DVT ist schon da, es wird immer mehr Akzeptanz finden und in nicht all zu ferner Zeit sich breitbasig etabliert haben. Doch nun sind tatsächlich die Universitäten gefragt, welche die Geräte ja meist nicht nur für eine einzige Abteilung nutzen, sondern für mehrere. Welche Datenbasis existiert hier wohl? Mir persönlich ist eine Fakultät in Deutschland bekannt, die seit mindestens 2002 ein DVT betreibt. Was da wohl für Schätzchen schlummern.

Irgendwie erinnert mich das Ganze an die Verbreitung des Mikroskopes.

Kostenexplosion im Gesundheitswesen?

von Christian Danzl

Die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge von 14% auf 15% ist nicht EIN Prozent.
Das will uns nur die Politik verkaufen. Es ist eine Erhöhung um einen ProzentPUNKT. In Wirklichkeit ist es eine Steigerung von 7%. Aber 1% hört sich besser an.
Und das soll es ja.

„Das Einkommen der Zahnärzte ist in den letzten 8 Jahren um gut 22% gestiegen.“
Hört sich auch gut an. Nur wer kann das nachvollziehen?
Der gemeine Bürger, dem die Regierung wieder einmal erzählt, dass die Ärzte zuviel verdienen.
Nominal (der reine Geldwert) sind die Einkommen gestiegen.
Real (also nach Einberechnung von Inflation und Kaufkraft) sind die Einkommen von 1997 bis 2007 um knapp 6% gesunken.

„Gesundheitsausgaben haben sich 1995 bis 2004 offenbar mehr als verdoppelt.“ Das war, was sich aus der Grafik vom Kölner Stadtanzeiger vom 27.10.2006 auf den ersten Blick erkennen liess.
Warum?
1. eine Zahl von 1995 wurde falsch übertragen
2. eine abgeschnittene y-Achse, d.h. die Säulen in der Grafik werden nicht ganz dargestellt
Dadurch ergibt sich eine starke Verzerrung.
Nach Korrektur Kaufkraft und Inflation ist von der Explosion der Kosten plötzlich nichts mehr zu sehen.

Arbeitslose Stand Mai 2010:

3,242 Mio.

Was ist nicht dabei?
5,834 Mio „Arbeitsuchende“
5,918 Mio erwerbsfähige Empfänger von Geldleistungen (Arbeitslosengeld I und II)

Es kommt noch besser:
seit dem 01.05.2009 werden Jobsucher, die von privaten Trägern wie den Berufsbildungszentren betreut werden, nicht mehr als als Arbeitslose gezählt.

Das, und wie noch mit Statistiken und Zahlen gelogen wird, ist nachzulesen in
„Lügen mit Zahlen“ von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff.

Nach dieser Lektüre sehen Statistiken definitiv anders aus.
Auch die der eigenen KZVen!

Entfernung eines SSA und einer Feile

von Bodald Necker

Der Patient wurde überwiesen zur Endo-Revision.
So weit, so gut.

Sichtbare Hürden:

ein Stumpf-Stift-Aufbau distal und eine abgebrochene Feile mesial.

Ein geschraubter Stift stellt meist keine große Hürde dar, wenn es um dessen Entfernung geht. Dieser hier war mit mit einem Kunststoff eingeklebt, und der distale Kanal war im Eingangsbereich schon weit eröffnet, so dass die kleinen Gewinde-Schneiden, die der Para-Post Stift in der Mitte des apikalen Teil aufweist, und seine länglichen Aussparungen, komplett mit Kunststoff zugeklebt waren und sich nicht ins Dentin geschnitten haben. Somit mussten die Gewinde-Schneiden mit Ultraschall ganz freigelegt werden, bevor sich der Stift rausdrehen ließ.
Das war

Um mesial die Feile zu entfernen wurde zuerst ein gradliniger Kanaleingang geschaffen, die scharfe Kurve am Kanaleingang wahrscheinlich auch ein Grund für die Franktur des Instrumentes. Das obere Ende der Feile wurde mittels rotem Gates-Bohrer dargestellt, mit einem abgeschnittenem Gates-Bohrer wurde ein Plateau geschaffen und mit Ultraschall freipräpariert.
Eigentlich wollte ich die Feile mittels IRS fassen und rausgrehen, aber dazu war der Kanal noch viel zu eng und für Komet Endo-Rescue war die Feile zu schräg im Kanal (wie so oft bei den Feilen-Entfernungs-Systemen).
Also wieder klassisch mit US-Spitze freigelegt – hauptsächlich an der Innenkurvatur, um peripher nicht zu perforieren. Das Feilenfragment war nicht festgeklemmt, so dass es sich, nach ausreichender Präparation des umgebenden Dentins, durch einen gezielten Luftstoss aus dem Luftbläser herausblasen liess.
Die anderen Kanaleingänge wurde vorher mit kleinen Kügelchen aus Teflon-Band verschlossen, um zu verhindern, dass das Feilen-Stückchen in einen anderen Kanal fällt.

Das Metall wurde aus dem Zahn entfernt, wir werden sehen, welche Überraschungen der Zahn noch bereit hält.

Nachteil des IRS- und des Endo-Rescue-Systems sind eindeutig der Platzbedarf und/oder die Richtung in der das Instrument im Kanal liegt. Wenn sich die Fragmente im oberen viertel oder Drittel des Kanals befinden, kann mit so einem System durchaus eine Feile gut und sicher entfernt werden. Tiefer im Kanal komme ich persönlich schneller mit einem spitzen US-Tip ans Ziel.

Vorteil der Entfernungssysteme kann sein, dass die Kanalwand weniger in Mitleidenschaft gezogen wird und der weitere Kanalverlauf wieder einfacher katheterisiert werden kann.

Welches Lesegerät für die eGK?

von Christian Danzl

Sie wird wohl kommen, die elektronische Gesundheitskarte.

Uns wird die Anschaffung von Lesegeräten empfohlen, um unsere Leistungen, die wir im Gesundheitsystem erbringen auch weiterhin abrechnen zu können. Der Kauf wird finanziell von den KZVen bezuschusst (selbstverständlich durch bereits von uns bezahlten Beiträgen).

Welches Lesegerät aber kaufen?

Zumindest eines, das von der Gematik, der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, zugelassen ist.

Meiner Meinung nach ist diese Frage als erstes an den Hersteller der Praxissoftware zu richten. Diese haben meist schon Empfehlungen bezüglich Modell und Anbindung, welches mit der jeweiligen Software am besten funktioniert, oder über das die meisten Erfahrungen vorliegen.

Desweiteren ist zu klären ob es ein reines eGK/KVK-Lesegerät werden, oder ob es ein Hybridlesegerät, also mit integriertem Bezahlterminal sein soll, wie zum Beispiel beim Hypercom Artema medHybrid. Dies würde zumindest das Kabel- und Gerätegewirr an der Anmeldung vermindern.

Eine weitere Option ist eine Tastatur mit integriertem eGK-Lesegerät, wie z.B. die Cherry-Tastatur G87-1504. Auch dieses System verringert verschiedenen Geräte, die rumstehen.

Jedoch bleibt auch zu bedenken, dass bei Kombigeräten der Ausfall eines Teiles oft zum Totalausfall des gesamten Gerätes zur Folge haben, und der Ersatz – sollte kein Wartungsvertrag vorhanden sein – evtl. mehrere Tage dauern könnte.

Aber was bringt uns die eGK ausser Kosten für Anschaffung, Installation, Updates (unter 1.000,- € wird das neue Lesegerät wohl kaum in einer Praxis installiert sein) noch?

Wir werden es sehen.

Noch kann der Patient wählen, was darauf gespeichert wird.
Minimal sind es die Stammdaten, also Name, Geburtsdatum, Adresse und Versichertenstatus, wie bei der jetzigen KVK auch, neu hinzukommen sind Informationen über den Zuzahlungsstatus und ein Bild des Patienten.

Über die anderen Funktionen (in Vorbereitung) kann der Versicherte noch entscheiden, ob sie aktiviert werden sollen:

  • Versichertenstammdaten online prüfen/aktualisieren
  • Notfalldaten
  • Datenaustausch zwischen Ärzten
  • elektronische Fallakte

Ob diese Funktionen auch in Zukunft optional bleiben oder Pflicht werden wird, wird sich zeigen.

Diese Optionen nicht zu nutzen hiesse, dass die eGK sinnlos wäre und definitiv nur Geld koste würde. Den Kassen, somit den Behandlern und letztlich den Patienten für ihre Behandlung.

Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass die Daten auf diese Karte absolut sicher sind, und es datenschutzrechtlich keinerlei Bedenken gibt, selbst wenn lt. Gematik „mehrere Dutzend Terabyte Daten“ (S. 2, Absatz 2) mit „über 10.000.000.000 Datentransaktionen“ durchs Netzgeschickt werden.

Auch gehe ich davon aus, dass ich definitiv KEINE Werbemails über Gesundheitsprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel in meinem e-mail Postfach finden werde, die gerade zu meinem aktuellen Gesundheitszustand passen.

Völlig unbegründete Argumente gibt die eGK würde man hier finden hierhier und hier.

Tausend Meilen

von Christian Danzl

Heute mal wieder etwas, was mit der Zahnmedizin nur wenig zu tun hat.

Letztes Wochenende fand wieder die Mille Miglia (Storica) statt. Das Revival des legendären Autorennes von 1927 bis 1957.
Das Rennen hatte immer verschiede Routen durch Italien, startete und endete immer in Brescia.

Seit 1977 findet die „Mille Miglia Storica“ statt, die aber jetzt auf Gleichmässigkeit und nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt ist.

Die diesjährige Route ist hier.

Ein Video, aufgenommen am 12. Mai kurz nach dem Start in Sirmione/ Gardasee und am 15. Mai in Brescia beim Zieleinlauf ist hier zu sehen.

4 / 6

Tiefe Teilung

von Bodald Necker

Der Patient kam per Überweisung zur Rettung der Zähne 45 und 46. Ma 46 mesial ist die Krone nach apikal verlängert, es handelt sich nicht um einen gegossenen SSA, was die Behandlung deutlich vereinfacht. Doch zu diesem Zahn das nächste Mal. Den 45 wollte ich „schnell“ machen, da ein einwurzeliger Prämolar sich meist vom Anspruch im Rahmen hält, und auch das Röntgenbild nichts aufregendes versprach.

Also zur ersten Sitzung die Krone trepaniert, den Kanaleingang mit Gates eröffnet, aus Zeitgründen noch keine ELM, Kanal gespült, Ledermix als Einlage, Cavit.

Zur zweiten Sitzung wollte ich dann Aufbereiten, Desinfizieren und Abfüllen.

Ging auch, leider nicht so schnell, wie ich dachte.

Nach ca. 15 mm teilte sich der Kanal auf, ein buccaler Anteil und ein lingualer Anteil war zu erkennen. Jedoch war der linguale Anteil einen Tick zu weit mesial, dass auch noch eine weitere, distolinguale Abzweigung vermutet werden musste.

Dem war auch so. Leider konnte ich beim dl Kanal keine Patency herstellen, was auf der Abschlussaufnahme deutlich zu sehen ist.

Endopilot to go

von Christian Danzl

Schlumbohm hat seinen Endopilot mobiler gemacht. Nicht, dass er vorher immobil gewesen wäre, aber ihm wurde jetzt eine Halterung spendiert, mit der man das Gerät in verschiedenen Zimmern einfach und schnell fest fixieren kann.

Die Halteplatte besteht auch zwei Teilen, einer Montageplatte, die an einer Arbeitsfläche montiert wird und einem dazu passenden Einschub mit Kugelgelenk, der mittels 1/4″ Stativ-Schraube am Endopilot selbst  besfestigt wird.

So lässt sich das Gerät mit wenigen Handgriffen von einer „Dockingstation“ entfernen und an einer weiteren in einem anderen Behandlungszimmer anbringen.

Das funktioniert natürlich auch mit dem hinten am EP anbringbaren/angebrachten Instrumententräger, was auf den Fotos aber nicht gezeigt ist.

Wieviele Kanäle?

von Bodald Necker

Der Patient wurde von einem neuen Überweiser geschickt. Zwei untere Prämolaren sollten endodontisch versorgt werden, 34 und 44. Die Aufhellung persistieren schon seit gut einem Jahr, der Patient wurde des öfteren auf den Behandlungsbedarf hingewiesen, ignorierte es wegen fehlender Schmerzen. Jetzt sollte ein Zahnersatz angefertigt werden und der Behandler verweigerte dies natürlich bei dem aktuellen Befund. Der Patient stimmte der Wurzelkanalbehandlung zu.

Es war nicht klar, welche Kanalkonfiguration vorlag (bei beiden Zähnen).
Waren es zwei Kanäle mit tiefer Teilung (Vertucci Typ V), oder war es einer, der sich teilte und sich wieder vereinigte (Vertucci Typ III) und sich evtl. nochmals teilt (Vertucci Typ VII)?
Dem HZA war das ganze zu kompliziert, er wusste nicht, was ihn erwartet und überwies den Fall in unsere Praxis.

Der Patient wurde umfassend aufgeklärt. Bei der Erstuntersuchung fiel beim 34 mb eine singuläre Sodierungstiefe von 8 mm – bei sonst max 3mm – auf.
Der Verdacht auf Längsfraktur erhärtete sich nach der Extraktion beim HZA.

So verblieb Zahn 44 zur Wurzelbehandlung.

Welche Kanalkonfiguration letztlich vorlag, konnte ohne DVT oder extrem exzentrischen Röntgenbildern nicht geklärt werden, es hat aber auch keine Auswirkungen auf Therapie und Prognose. Der/die Kanäle konnten aufbereitet, desinfiziert (ob gut genug wird sich zeigen) und gefüllt werden.

Frohe Ostern

Das Team von Wurzelspitze wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes Osterfest!

Geniessen Sie die freien Tage und erholen Sie sich vom Arbeitsalltag.

… wird nicht mehr repariert

von Christian Danzl

Wie hier schon beschrieben, laufen unsere Optilux Demetron 401 Polymerisationslampen  immer noch.

Alle.

Bis auf eine. Die hat jetzt Aussetzer. Das heisst, die Lampe geht hin und wieder aus. Wahrscheinlich ein Wackelkontakt.

Meine Helferinnen – nicht erst seit QM – angehalten, dass die Geräte in der Praxis funktionieren, haben die Lampe ins Depot geschickt, mit Bitte um Reparatur.

Sie kam postwendend zurück mit der Bemerkung vom Hersteller:

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert.“

Das heisst: Die Lampe wurde nicht mal angeschaut, ob es sich um einen Bagatellschaden handelt, der mit ein paar Handgriffen repariert werden kann. Es war auch keine Aussage von fehlenden Ersatzteilen – was ich erwartet hätte. Aber nicht mal die Mühe hat man sich gemacht.

„Dieser Lampentyp wird nicht mehr repariert“, was soviel heisst, wie
„Reparieren – wovon träumen Sie nachts? Ihre Lampe interessiert uns nicht mehr, kaufen Sie uns doch gefälligst eine Neue ab! Da verdienen wir wenigstens was. Da könnte doch jeder daherkommen und das alte Zeug repariert haben wollen.“

Analog:
„Diesem Zahn eine neue Füllung machen???? Den haben Sie doch schon seit 20 Jahrem im Mund!!! Lassen Sie sich doch ein Implantat setzten.

Da ist die Praxis schnell leer…
Ich würde ja nichts sagen, wenn es eine Billig-Lampe wäre, aber für die dieses Polymerisationslicht wurden damals schon 1.600,- DM aufgerufen (wohlgemerkt für 2 Meter Kabel, 1 Trafo, 1 Halogenleuchtmittel, 1 Zeitschalter, 1 Taster, 2 Kunststoffgehäuse, Lüfter und Lichtleiter – Herstellungskosten großzügig bemessen 50 Mark).

Wie schon geschrieben, bin ich mit der Lampe sehr zufrieden gewesen, und ich hätte mich für einen Ersatz beim gleichen Hersteller umgeschaut.

Aber sicher nicht wenn solche Aussagen vom Kundendienst kommen.

Eigentlich muss ich wahrscheinlich auch noch froh sein, dass die Lampe zurückgeschickt, und nicht gleich einbehalten wurde. So wurde sie jetzt dem örtlichen Elektriker/RF-Techniker zur Reparatur übergeben.

Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion

von Hans – Willi Herrmann

„Mehrfachinstrumente oder Single Use: Stand der Diskussion“ – Das war der Titel eines Fachvortrags von Prof. Edgar Schäfer (Münster) im Rahmen des 11. Quintessenz Endosymposiums, das vom 08. – 09. April 2011 in Berlin stattfand.

Nachfolgend ein paar Statements aus dem Vortrag:

  • Laut Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MpBetreibV) § 4, Absatz 2 Satz 3 (….Eine ordnungsgemäße Aufbereitung nach Satz 1 wird vermutet, wenn die gemeinsame Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert Koch-Institut und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten beachtet wird.)  ist das Robert Koch Institut für uns Zahnärzte  die Richtlinien festlegende Instanz.
  • Endodontische Handinstrumente werden gegenwärtig als kritisch A, rotierende Endo – Instrumente als kritisch B eingestuft. Die Differenzierung ist wissenschaftlich nicht haltbar und so ist zu rechnen, das in zukünftigen Abänderungen diese Ungleichheit beseitigt wird.
  • Kritisch B – Instrumente, demnach alle rotierenden Nickel – Titan – Instrumente, müssen validiert maschinell aufbereitet werden. Mindestens 10 Minuten im Thermodesinfektor bei 93 Grad Celcius. Anschließend Sterilisation im B – Sterilisator.
  • Extirpationsnadeln sind schon heute nach RKI Einpatienteninstrumente, da nicht wiederaufbereitbar.
  • Findet die Instrumentenwiederaufbereitung gemäß den Herstellerangaben nach DIN EN ISO 17664 statt, übernimmt der Hersteller die Verantwortung für das Gelingen der Reinigung. Besagte ISO – Norm legt dem Hersteller die Verpflichtung auf, dass er für jedes Instrument eine dezidierte Anweisung zur Wiederaufbereitung vorlegen muss oder gegebenenfalls die Instrumente als Einmalinstrumente ausweist. Gibt es eine solche dezidierte Wiederaufbereitungsanleitung nicht, darf das Instrument nicht in den Verkauf gelangen. Insofern müsste jeder Hersteller   Anleitungen für alle seine Instrumente haben.
  • Die Aufbereitungspflicht für die Dokumentation der B  – Sterilisationsvorgänge in der Zahnarztpraxis  beträgt 30 Jahre.
  • Die Materialkosten für rotierende Nickel – Titan – Instrumente sind gemäß GOZ berechenbar, sofern die Kosten für die Instrumente den Betrag von 16 – 17 Euro überschreiten. Zur Unterstützung dieser Aussage wurden die Aktenzeichen mehrerer Gerichtsurteile genannt.

Würgereiz

von Christian Danzl

Als Zahnarzt steht man jeden Tag wieder vor kleinen und großen Herausforderungen. Zu den größeren Herausforderungen im normal verlaufenden Praxisalltag gehören Patienten mit starkem Würgereiz. Man braucht ihnen nur den Mundspiegel zu zeigen und schon ist die Magensäurefreiheit der Einrichtung und des Bodens in Gefahr (komischerweise habe ich es noch nie solchen Patienten gesehen, dass beim Essen die Bissengröße oder Gabelbeladungen aufgrund Würgereizes kleiner wären als bei anderen Menschen).

Was tun mit diesen bedauernswerten Patienten? Denn sie würgen ja nicht, um das Team der Zahnarztpraxis spasseshalber an die Belastungsgrenze zu führen, sondern leiden selber stark in so einer Situation

Ablenkung ist eine Möglichkeit. Wenn der Abdruck im Mund ist und aushärten soll, gilt es ein paar Minuten zu überbrücken. Die Helferin lässt abwechselnd das linke und dann das rechte Bein heben.

Eine andere Möglichkeit wäre die Aktivierung des Akupunkturpunktes KG 24 in der Kinnmulde (KG, Konzeptionsgefäß, einer der acht ausserordentlichen Meridiane, er verläuft von der Symphyse des Os pubis auf der Mittellinie ventral nach kranial bis zur Unterlippe und endet dort am Rand des Lippenrotes). Mit Druck auf diesen Punkt lässt sich der Würgereiz vorübergehend eindämmen und manchmal sogar ausschalten.

Diesen Tip, und auch verschiedene andere Interessante beschreibt Jochen M. Gleditsch in seinem Buch „Mundakupunktur„.

Helfer in der Praxis

von Christian Danzl

Heute mal zwei (kleine) Helfer.

Das erste Helferlein ist kaum der Rede wert, aber es ist doch immer wieder praktisch.
Es ist ein kleines Lineal.
Was macht es erwähnenswert?

3 Dinge:

  • es ist aus Aluminium, also autoklavierbar
  • die Null, also der Messbeginn ist nicht aufgedruckt, sondern die linke Kante, also brauchbar, um Endo-Feilen einzustellen (wenn gerade kein Messblock zur Hand sein sollte, oder zusätzlich für die Helferin) und zum Messen der Mundöffnung (Schneidekantendistanz) – auch das soll in der Zahnarztpraxis hin und wieder vorkommen.
  • der Preis. 3,50 € Für das Geld kann man mehrere davon in den Schubläden liegen haben

Zu beziehen bei Muji.

 

 

 

Der zweite Helfer ist größer, schwerer, teuerer und schwieriger.

Den Tip habe ich von meinem sehr geschätzten Kollegen Frank Sanner aus Frankfurt, einer der treibenden Kräfte der „Endopedia„.

„Orofacial Pain & Headache“ von  Yair Sharav und Rafael Benoliel,
ein umfangreiches Werk über Schmerzen in Kiefer- und Gesichtsbereich.


Es werden verschiedenste Aspekte von Diagnose, Einteilung, Hintergrund und mögliche Behandlungen usw. zum Thema dargelegt. Leider momentan nur in englischer Sprache verfügbar.

IDS – Rückblick 5 – Dental Art

von Christian Danzl

Was mir sehr gut gefallen hat auf dem Stand von Dental-Art, dem italienischen Marktführer bei Stahlmöbeln, war der Zero.

Zero ist ein Hängeschrank, genauer ein Wandhygieneschrank.

Wenig nutzbare Fläche, „umständliche“ Bedienung, „lange“ Laufzeiten der Türen, auf Strom angewiesen und kein Sonderangebot.

Aber ein Blickfang erster Güte!

Mit 70 cm Durchmesser, knapp 30 cm Tiefe und in bunten Farbe kaum zu übersehen.
Ein schönes Design-Objekt.
Zwei halbkreisförmige „Türen“ drehen sich gegenläufig und öffnen den vorher per touch-Schalter Bereich. Konstruktionsbedingt lässt sich maximal nur der halbe Schrank öffnen.

Was sonst noch auffiel bei Dental-Art, waren die erstklassig verarbeiteten Stahlmöbel in zeitlos minimalistischen Design und aussergewöhnlichen, frischen Farben, wie auch geniale versenkbare Wasserhähne und PC-Lösungen.

Und es gab auf diesem Stand mit Abstand den besten Espresso, den ich nördlich der Donau getrunken habe. ;-)

IDS-Rückblick 4 – Schlumbohm

von Christian Danzl

Schon auf der DG-Endo-JT in Berlin angekündigt, hat jetzt Schlumbohm zum Endo-Pilot auf der IDS den Co-Pilot vorgestellt. Eine gelungene Erweiterung.

Der Co-Pilot beinhaltet

  • einen Akku-Pack, um von der Steckdose – zumindest während der Behandlung unabhängig zu sein (ein Kabel weniger!!!)
  • ein Ultraschall-Handstück, lieferbar mit Satelec- oder EMS-Gewinde
  • die von mir ersehnte blaue „Steckdose“ mehr, um von der Aufbereitung zum Downpack nicht mehr umstecken zu müssen
  • einen 2-Kanaligen Funk-Fussanlasser (nochmal zwei Kabel weniger!!!)

Mit diesen Zusätzen und auf dem lieferbaren Wägelchen ist es schon fast ein komplettes Endo-Cart. Vervollständigt wir es dann noch in naher Zukunft mit einer ansetzbaren Peristaltik-Pumpe, um mit dem US auch verschiedenene Spüllösungen zum Einsatz bringen zu können.

Desweitern:

  • Es gibt ein Nachrüstmodul, um jeden Endo-Pilot – ohne Co-Pilot – mit Funkfussanlasser (1 Kanal, da kein US zu steuern ist) zu betreiben (auch hier ein Kabel weniger!!!)
  • Ein Update-Service ist geplant, um die Daten für neue Feilen einzupflegen. An einem Steckplatz wird der neue Kartenleser angeschlossen, dort wird dann die Datenkarte eingelesen.
  • Ein Universal-Montage-System, mit dem der Endo-Co-Pilot in verschiedenen Behandlungzimmern schnell und sicher montiert und demontiert werden kann – wenn man denn keinen Wagen will. Besfestigung über das Stativ-Gewinde hinten am Pilot


IDS Rückblick 3 – Nachtrag zur HyFlex CM

von Christian Danzl

Die Coltene HyFlex CM wurde heute schon beschrieben, hier das Video dazu.

Die Feile habe ich mit den Händen verbogen – ohne großen Kraftaufwand. Anschliessend wird sie eingetaucht in den Glasperlen-Sterilisator von Hager und Werken.

Von – Gut, zu (ganz) schlecht, zu besser-…

von Bonald Decker

Ganz ehrlich hatten wir bei dem nachfolgenden Fall gewisse Bedenken hinsichtlich der Prognose des Zahnes. Während die radiologische und klinische Situation an Zahn 24 im Sommer 2007 noch unauffällig war zeigte sich zwei Jahre später eine recht dramatische Verschlechterung der Befunde. Die Taschensondierungstiefe (TST) betrug 10mm bei Lockerungsgrad (II-) III und radiologisch ausgeprägtem Attachmentverlust.

Unsere erste Verdachtsdiagnose einer vertikalen Wurzelfraktur bestätigte sich auch trotz intensivster Untersuchungen (Methylenblau-Färbung etc.) nicht. An dieser Stelle möchte ich auf den lesenswerten Übersichtsartikel von Stenner & Koçkapan zum Thema Vertikale Wurzelfrakturen in der aktuellen Endodontie 1/2011 hinweisen.

Daher gingen wir daraufhin von einer primär endodontischen Genese des Defektes aus. Die zweizeitig durchgeführte Behandlung wurde im September 2009  abgeschlossen. (Medikamentöse Einlage: CA(OH)2; Aufbereitungsgrössen bukkal&palatinal: 35.06; adhäsive Verankerung eines Glasfaserstiftes palatinal und Kompositdeckfüllung)

Bei dem im März 2011 vom Überweiser durchgeführten Recall stellt sich die Situation (erheblich) verbessert dar. Der Lockerungsgrad ist nun wieder physiologisch und die TST hat sich halbiert. Radiologisch (bisher) kein „voller Erfolg“, aber in Anbetracht der schlechten Ausgangssituation ein für uns erstaunliches „Comeback“


IDS 2011

von Hans – Willi Herrmann

Bei WURZELSPITZE sind die Wochentage aufgeteilt.

Montags und Mittwoch berichten die Bayern, Dienstags und Donnerstags gibts Beiträge aus dem milden Westen und dem wilden Osten und an Freitagen schreibt die Hauptstadt.

Ich wär´ also dran, bin aber heute und morgen in Köln auf der IDS.  Also was Vorgefertigtes und dann erst nächste Woche wieder schreiben ? Oder….doch früher ?  Es wird sicherlich eine interessante IDS: Mein Notizbuch ist schon jetzt prall gefüllt mit Terminen und das Schöne an der IDS  ist ja, dass man beim Durchstreifen der Messehallen noch eine ganze Reihe von interessanten Dingen entdeckt, die man nicht auf dem Radar hatte.

Aus diesem Grund habe ich meinen Beitrag der Woche verlegt: Ich werde von Köln berichten.
Am Wochenende. Oder schon früher.

Mundschutz

von Christian Danzl

Michael Jackson hat ihn oft getragen. In Asien sieht man ihn auch viel auf den Strassen.
Wir tragen ihn auch mehrere Stunden am Tag.

Der Mundschutz.

Was bringt er eigentlich?

Er verhindert, dass Flüssigkeitsspritzer oder größere, herumfliegende Partikel direkt in den Respirationstrakt gelangen.

Mehr aber auch nicht.
Luft und Aerosol wird fast ungefiltert eingeatmet, da die Ränder nicht dicht abschliessen und somit die Luft „am Filter vorbei“ angesaugt wird. Ein Filtereffekt tritt erst ein, wenn man die Ränder des Mundschutzes an der Gesichtshaut festklebt.

Abhilfe soll der Crosstex Isolator Plus bringen. Durch eine andere Faltung des Fliesses, eine weiter Metalleinlage, nicht nur an der Nase, sondern auch am Kinn, und zwei Gummibändern, die, statt hinter den Ohren zu greifen, um die Kopf gehen, liegt der Isolator Plus sehr gut am Rand an und dichtet sauber ab.

Preislich bewegt er sich im gleichen Bereich, wie andere FFP 2 Einwegschutzmasken auch.

Frakturierte Mtwo

von Bodald Necker

letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.

Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.

Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.

Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.

Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.

Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.

Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.

Update zum Zumax-Mikroskop

von Günther Stöckl

 

nach den Erfahrungsberichten mit Zumax hier die aktuellen Neuerungen.

  • das LED mit dem 6-fach-Wechsler ist nun seit fast 2 Monaten im Einsatz. Es ist nicht so hell wie das 150W Xenon, aber deutlich heller als das 150 W Halogen.
    Größter Vorteil: Lautlos.
    Beim Laserfilter kommt es durch den individuellen Weissabgleich zu keinen Farbstichen mehr.
  • Mit dem Target-Okular kann der richtige Bildausschnitt fotografiert werden, ohne über den externen Monitor gehen zu müssen.
  • Adapter für Sony NEX und HD-Camcorder funktionieren gut.

DVT auf dem iPad

von Christian Danzl

OsiriX als kostenloser open-source DICOM-Viewer für Mac OS wurde hier schon beschrieben. Momentan ist die Version 3.8.1 aktuell. Auf dem Mac Book, iMac oder MacPro installiert ist es ein ausgezeichnetes Werkzeug zum Darstellen, Befunden, Bearbeiten und Weitergeben von DICOM Dateien.

Das klappt sehr gut.

Oft ist es aber ganz nützlich, wenn man das Volumen „mitnehmen“ kann, um es mit dem Patienten direkt zu besprechen, es bei der OP dabei zu haben oder wenn man es mit Kollegen besprechen will. Das funktioniert nur eingeschränkt, wenn man es auf einem stationären Rechner installiert hat.

Abhilfe gibt es seit dieser Woche.

Pixmeo hat nun einen mobilen DICOM-Viewer für iPhone, iPod touch und iPad herausgebracht: OsiriX HD

Leider ist dieser nicht mehr kostenlos und mit 23,99 € auch nicht sonderlich billig.

Vorraussetzungen um es zum Laufen zu bringen ist ein Netzwerk mit Zugriff auf die DICOM-Dateie über W-LAN oder 3G. Man kann entweder vom mobilen Gerät aus das DICOM-Bildarchiv durchsuchen und die gewünschten Daten übertragen, oder von der DICOM-Quelle die Daten per „drag and drop“ auf das mobile Gerät senden.

Einschränkungen:

  • Bildgröße maximal 1024 x 1024 Pixel, was größer ist, wird runtergerechnet
  • keine Zulassung als Diagnose-tool

Praxistest:

Um es vorauszuschicken, es ist noch nicht optimal.

Man kann das Volumen nur von oben nach unten und umgekehrt scannen, die 3 Ansichten wie in einem normalen Viewer sind noch nicht realisiert.
Das Volumen lässt sich  zoomen und drehen (im und gegen den Uhrzeigersinn, aber nicht 3-dimensional), Längen lassen bestimmen und Flächen markieren. Helligkeits- und Kontrastveränderungen sind beliebig möglich, Voreinstellungen sind vorhanden.
Einzelne Bilder können unter „Fotos“ abgespeichert werden. Von dort können sie dann mit geeigneten Programmen beschriftet oder anderweitig verarbeitet werden.

Fazit:

Nicht annähernd ausgereift.


Die Mindestanforderung, um es im laufenden Praxisbetrieb sinnvoll einsetzen zu können, wäre, das Volumen in 3 Dimensionen durchscrollen zu können. Es müssen ja nicht 3 Ebenen gleichzeitig dargestellt werden. Wahrscheinlich wird aber die Rechenleistung des A4-Prozessors im iPad die Darstellungsmöglichkeiten begrenzen.

Warten wir also auf updates.

Bei OsiriX HD und beim iPad.
Der Ansatz ist auf alle Fälle vielversprechend.

Reziproke Instrumentation

von Bostidald Wucker

Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.

Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.

Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo.  Patencyfeilen waren #08 und #10.

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Erfahrungen mit dem Zumax

von Günther Stöckl

Wie kam ich vor mehr als zwei Jahren dazu ein in Deutschlandvöllig unbekanntes Mikroskop zu importieren?

2004 hatte ich das Endo-Curri der Endoplus gemacht, da mein Chef kein Interesse hatte Patienten hochwertige Endodontie anzubieten musste ich mir damals alles mit meinem bescheidenen Assi-Gehalt besorgen. Mein erstes Mikroskop war dann damals ein relativ neues Low-budget Mikroskop (Optomic). Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Handhabung mit dem Mikroskop kam ich immer mehr in die Endo rein und so reichte mir schon bald mein Optomic nicht mehr. Ich verlängerte meinen Assi Vertrag für den Kauf eines Denta 300.

Im März 08 wollte ich dann meine eigene Praxis eröffnen und ich wollte in jedem Behandlungszimmer vernünftig mit Mikroskop arbeiten können. Damals nahm ich erstmal direkt mit Zumax Kontakt auf. Auf Grund von Importhindernissen hätte ich das Mikroskop nur über den Umweg Russland-Polen bekommen können, dies war mir zu heikel und ich legte mir ein Seiler Revelation zu.

Nachdem alles in geordneten Bahnen lief und das dritte Zimmer zum Ausbau stand war ich wieder auf der Suche nach einem Mikroskop und wandte mich erneut an Zumax, dieses Mal bestanden keine große Hindernisse im Import und ich kaufte auf gut Glück das Mikroskop.

Nach 4 Wochen stand es schließlich in meiner Praxis.

Was kann man erwarten:

In meinen Augen besticht dieses Mikroskop mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.

Man kann und darf dieses Mikroskop nicht mit den High-End Modellen anderer Hersteller vergleichen (das wäre durch den Preis auch nicht gerechtfertigt), aber mit einem Pico oder Denta 300 nimmt es das ZUMAX allemal auf.
Ich finde es hat eine gute Optik. Die modulare Aufbauweise bietet für  spätere Aufrüstungen gute Voraussetzungen. Ich hatte Zumax empfohlen die Standardvariate nur mit 180° inclinable binoculars anzubieten, leider ist dies bei ADS nocht nicht so angekommen. Entscheidend für eine gute Positionierbarkeit sind der binocular extender und der binocular rotation ring beide Teile zusammen bilden das MORA-Interface nach (ähnlich ist es auch beim Seiler) gelöst. Als Lichtquellen gibt es Xenon, Metallhalid, Halogen und LED.

Mein 1. Zumax hat noch Halogen, das Mikroskop in LED Version ist grade im Schiff zu mir unterwegs. Über die Lichtleistung kann ich daher nix sagen, da mein Möller mit einer 150W Xenonlösung und mein Seiler mit ner 300W Xenonlösung ausgestattet ist. Für die Dokumetation ist ein Beam-Splitter verfügbar mit Adaptern für Photo- und Videolösung. Ähnlich dem Pico ist eine integrierte Videolösung verfügbar, ich habe Zumax allerdings aus Qualitätsgründen davon abgeraten dies auf dem deutschen Markt zu vermarkten.

Sehr zu empfehlen ist auch die optionale Doppel Irisblende.
Ein Target-Objektiv hängt ebenfalls momentan als Prototyp an meinem Zumax, mit ihm soll die Notwendigkeit der Fokussierung und Bildausschnittauswahl auf einem externen Monitor verringert werden.
Ebenfalls sind wir gerade dabei den Laserfilter (für Diode, Er:YAG und Co2) etwas zu verbessern, hatte Zumax vor 3 Monaten nur eine Vorsatzlinse, gibt es nun einen integrierten Filter in einer Höheneinheit. Ob es hierbei zu Farbveränderungen im Normalbetrieb und bei der Dokumentation kommt, kann ich momentan noch nicht sagen, da der Prototyp erst seit Samstag an meinem Zumax hängt. Ich möchte aber die Entwicklung eher in Richtung der GLOBAL-Lösung sehen, bei der man verschiedene Filter einsetzen aber eben auch aus dem optischen Weg nehmen kann.

Die Adaptation für die CENTRO-Säule ist ebenso in der Endphase der Produktentwicklung.
Für mich bestand die Anforderung für mein Mikroskop immer in einer vernünftigen Optik und einem vernünftigen Handling. Die Annehmlichkeiten eines motorischen Zooms oder dergl. sind mir den Aufpreis bei diesen Modellen nicht wert. Ich kann lieber in allen meinen Zimmern mit Mikroskop arbeiten als nur in einem (was so bei dem Preis eines Pro Ergo oder dergl. durch meinen finanziellen Rahmen wäre).

Als weiterer Punkt ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit Zumax zu nennen, innerhalb relativ kurzer Zeit werden meine Änderungswünsche umgesetzt und die Prototypen zum Test verschickt.


wieder mal kein Standard-Zahn

    von Bodald Necker
    Der Patient kam mit Schmerzen an einem anbehandelten Zahn per Überweisung vom Chriurgen zu uns.
    Der Vorbehandler wollte den Zahn ziehen, um anschliessend ein Implantat zu setzen. Der Patient suchte selbständig den Weg zum Chirurgen, um sich über Alternativen zu informieren. Der MKG schickte ihn mit dem Auftrag einer Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis weiter. 

    Nach Vitalextirpation und Aufbereitung wurde Calciumhydroxid als Medikament eingelegt und der Patient eine Woche später zur WF einbestellt.

    Bei der Masterpoint-Aufnahme stach mir eine kleine Strukur neben der Guttapercha ins Auge. Es sah verdächtig nach zweitem Kanal aus, obwohl bei der Aufbereitung nichts zu sehen war.
    Eine weitere Suche nach einem anderen Kanal blieb erfolglos.
    Da nichts zu finden war wurde der Kanal abgefüllt.

    Die Abschlussaufnahme brachte es ans Licht. So wie sich das NaOCl per Ultraschall seinen Weg gesucht hatte, hat sich auch der Sealer seinen Weg gesucht. Ohne Sicht.

    Ob die Desinfektion in diesem Kanalanteil gereicht hat werden wir sehen. Jedenfalls war ich über die Voids in der WF nicht erfreut. :-(

Wie würden Sie… (Teil2)

diesen Zahn aufbereiten/ instrumentieren:

Bonidald Wucker würde den hier gezeigten Zahn ebenso instrumentieren, wie die Mehrzahl der Stimmabgaben es zeigen.

Die Alternative zum hand- und maschinell instrumentierten Gleitpfad und Aufbereitung mit rotierende NiTi Instrumenten wäre die Balanced Force Technik nach Roane.
Der Zahn lässt eine Länge von mehr als 25 mm vermuten. Die Kanäle sind verengt und die größte Schwierigkeit ist wahrscheinlich distoapikal patent zu werden. Danach mittels Step back noch einen Taper von 4-6%, je nach Fülltechnik zu erreichen wird ein Kraftakt.
Möglich wäre dies…

Der maschinelle Versuch einen Gleitpfad zu etablieren wird sehr wahrscheinlich zur Stufenbildung führen, die Gefahr der Blockierung und Instrumentenfraktur zudem drastisch steigern. Wäre für mich keine Alternative.

Die klassische Variante mit handinstrumentiertem Gleipfad und anschließender vollrotierender Aufbereitung mit NiTi-Feilen ist eine bewährte Lösung.

Anbei ein Beispiel mit dieser Lösung.

Recall 36,37

Take Our Poll

DVT-„Atlas“

von Christian Danzl

Die digitale Volumentomographie drängt in die Zahnarztpraxen. Und das massiv.

Aber nicht ohne Grund. Der diagnostische Nutzen für Chirurgie, Parodontologie, Endodontie ist nicht zu übersehen. Etliche Befunde, die in einer Summationsaufnahme nicht zu erkennen sind, lassen sich in einem Volumentomogramm sehr eindrucksvoll darstellen, wie z.B. hier beschrieben.

Doch die Literatur, insbesondere Atlanten, welche physiologische und pathologische Standardbefunde darstellen, ist dünn gesäht.

Einen der wenigen verfügbaren Atlanten habe ich mir bestellt:

Cone Beam CT of the Head and Neck: An Anatomical Atlas von Kau, Kamel, Bozic und Abramovitch.

Es ist ein kleines Taschenbüchlein, eher schon eine Broschüre. 13 x 19 cm groß und 5 mm dick.
Anatomische Präparate und korrespondierende CT-Schnitte sind nebeneinander abgebildet. Lediglich 9 axiale, 8 coronale und 7 sagittale Schnitte sind dargestellt.
Die anatomischen Präparate sind nicht von beeindruckender Qualität, die CT-Bilder sind zu klein, teilweise mit erheblichen Artefakten und die Auflösung uninteressant.

Urteil:

Für Zahnmediziner weitgehend unbrauchbar. Was hier gezeigt wird, dürfte bei jedem noch aus der Anatomie hängengeblieben sein.

Wie würden Sie…

diesen Zahn aufbereiten/ instrumentieren:

Röntgenbild

Take Our Poll

Saubermachen

von Olaf Löffler

Nach einigen Wochen intensiver Beschäftigung mit dem Thema Reziprok, werde ich mir nun, wie geplant die SAF ( Self Adjusting File ) anschauen. Diese steht nun seit einiger Zeit zum Einsatz bereit.

Für mich war bisher optisch nicht so richtig erkennbar, wie, bzw. ob die Feile arbeitet. Bei einem Versuch mit Wasser im extrahierten Zahn habe ich das nachfolgende Video drehen können.

Man sieht die Eintrübung der Spüllösung. Mit Natriumhypochlorit war dies nicht so deutlich zu erkennen. Nach dem Trocknen sieht man allerdings auch  unbearbeitete Bereiche in der Einziehungen.

Besonders wichtig erscheint mir aus dieser Situation der unbedingte geradlinige Zugang zum Kanalsystem.

Schnelle Schienung

von Christian Danzl

Beim Durchblättern des JFM-Kataloges bin ich schon auf verschiedene interessante Produkte gestossen. Diesmal möchte ein das Glasfaser-Band zur Schienung von Zähnen vorstellen.

F-Splint-Aid von Polydentia.

Es ist sicher nicht das einzige Produkt auf dem Markt.
Was ist hier anders?

Das mehrlaginge Glasfaserband (12 cm) ist schon gebrauchsfertig mit Bond getränkt und wird in einer Flasche geliefert, es kann so leicht die benötigte Länge entnommen werden, kippt man die Flasche nach unten, kann zusätzlich Bond entnommen werden. Weiters sind 5 Klammern zur interdentalen Fixation in der Packung enthalten.

Das Rad wurde hier bestimmt nicht neu erfunden, aber es ist einfach und schnell in der Handhabung. Ideal für eine „Notfall-Schienung“.
Und preislich mit 69,- im Rahmen.

Das Fiber Splint multilayer ML ist auch ungetränkt erhältlich. Demo-Video gibt es hier.

two file endo

von Bodald Necker

In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:

Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.

  1. Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
  2. Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
  3. Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
    Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
    L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
    Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.

Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.

Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?

In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.

Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.

Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.

Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.

Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.

DVT vs. Zahnfilm – Teil 1

von Bodald Necker

Der Patient wurde zur Wurzelkanalbehandlung in unsere Praxis überwiesen, da der Zahn 47 nach einer direkten Überkappung Schmerzen machte. Zuerst konzentrierte ich mich auf die vorgegebene Aufgabe: Endo an 47.

Auf den Röntgenaufnahmen war auch Zahn 46 zu sehen. Und an der distalen Wurzelspitze der alio loco erbrachten Wurzelkanalbehandlung war eine „Unregelmässigkeit“ zu sehen.
Es war keine Aufhellung  zu erkennen, jedoch war die Knochenstruktur ein verändert. Ich hatte den Patienten darauf hingewiesen und ein DVT zur Abklärung vorgeschlagen. Nachdem auch der überweisende Zahnarzt informiert wurde und er seine Zustimmung gab wurde der Patient zum DVT überwiesen.

Die Auswertung des DVT war dann doch ernüchternd. Was sich im analogen Zahnfilm als kleine diffuse Veränderung der Knochenstuktur dargestellt hatte, war ein durchaus imposanter Defekt im DVT.

Nach Aufklärung des Patienten (über Befund, Therapie, deren Alternativen, Risiken und Kosten) werden wir kommende Woche zur Revision schreiten.

Was brachte uns das DVT hier bei der Diagnose?
Aus einer Unregelmässigkeit im Zahnfilm wurde ein sehr deutlicher Knochendefekt im DVT, der meiner Meinung nach behandlungsbedürftig ist. Das DVT war hier eine deutliche Hilfe zum Erkennen des Knochendefektes.

Der Patient aber hatte keinerlei Beschwerden an diesem Zahn (die Beschwerden an Zahn 47 waren verschwunden nach der Vitalextirpation). Das heisst, es war ein reiner Zufallsbefund, da ohne Probleme an Zahn 47, kein Röntgenbild von dieser Region angefertigt worden wäre.

Konsequenz?

Das Granulom an 46 wäre nicht entdeckt worden. Wahrscheinlich mehrere Jahre lang nicht.

Hätte der Patient einen Schaden davon getragen?

Ich glaube nicht.
Es ist auch nicht zu erkennen, wie lange vor der Diagnose sich der Defekt manifestiert hatte.

Bedeutet das nun, dass man die Patienten, die wurzelkanalbehandelte Zähne im Mund haben alle durchs DVT schicken soll, um eventuelle Defekte auf zu decken?

In meinen Augen nicht.

Allerdings ist es zu überlegen, ob z.B. bei Zahnersatzplanungen, in die wurzelkanalbehandelte Zähne mit einbezogen werden, ein DVT – unter bestimmten Voraussetzungen – zur präoperativen Diagnostik sinnvoll sein kann.

Als Standard will ich es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ansehen.

Finger oder Pen?

von Christian Danzl

Das iPad hat sich in den Praxen der Wurzelspitze-Autoren schon einen festen Platz gesichert. Ob Aufklärung von Patienten mittels selbst erstellter Präsentationen, zeigen gerade importierter Röntgenbilder oder mit dem DM aufgenommene Bilder, die per EyeFi übertragen wurden ….
Brauchbare Apps für die Zahnarztpraxis gibt es genug.

Das schöne am Ipad ist die Bedienung über Touchscreen. Es ist aber auch ein Nachteil, denn man ist dauernd am Putzen, will man dem Patienten nicht ein verschmiertes Tablet präsentieren.

Bei mir hat sich ein Pen bewährt, mit dem das iPad bedient werden kann. Auf dem Markt sind viele Eingabestifte. Dieser hier ist leicht zu desinfizieren, da er keinen Clip hat und komplett aus Aluminium ist. Also keine lösungsmittelempfindliche Kunststoffteile ausser der „Spitze“.

Der Pen und die Spitze (Arbeitsende) sind relativ dick, so dass der Stift nicht optimal geeignet ist, um feine, genaue Zeichnungen auf dem iPad auszuführen, das war aber auch hier nicht die Vorgabe. Für die Anwendung in der Praxis, also navigieren durch die Apps, markieren und in Bildern etwas einzeichnen ist er gut geeignet.

Er funktioniert natürlich auch auf dem Touchpad.

Neuralgiforme Beschwerden (2)

von Bonidald Wicker

die Ergebnisse Stand 03.01.2011:

Take Our Poll

 

Hier fing alles an.

Die Schmerzen der Patientin lassen den schmerzverursachenden Zahn nicht erkennen. Eine endodontische Problematik an 26 ist zu erkennen. Es ist der Verdacht einer apikalen Veränderung im Röntgenbild naheliegend. Die Pulpakammer zeigt eine Verschattung, welche ein Füllmaterial, oder eine Einlage mit einem Wattebausch vermuten lässt. Die klinische Inspektion zeigt eine insuffiziente Kronenversorgung.

In Absprache mit der Patientin haben wir uns für die sofortige endodontische Behandlung des Zahnes 26 entschieden. Die Krone wurde zur Schmerzbehandlung zunächste belassen und die Präparation der Zugangskavität erfolgte durch die Krone. Die Pulpahöhle war mit einem Wattebausch gefüllt. Die mesialen Kanäle zeigten ebenso wie der distale Kanal ein nektrotisches infiziertes Gewebe. Im palatinalen Kanal zeigte sich eine pulpitisch heftig blutende Pulpa. Nach Spülung, Aufbereitung und CaOH Einlage erfolgte der provisorische Verschluss.

Der Anruf am nächsten Tag  bei der Patientin ergab, keine Beschwerden.

Nach weiteren 2 Tagen stand die Patientin erneut vor der Praxistür. Die Beschwerden waren wieder da. Jedoch weniger heftig.
Die klinische Untersuchung und der Sensitest ließen den Zahn 25 eindeutig als Ursache erkennen.
Nach der endodontischen Behandlung von 25 sind sämtliche Beschwerden verschwunden.

Made in PRC – fünfter und letzter Teil

von Boldald Necker

Mittlerweile ist der ZE aus Fernost eingesetzt. Verspätet. Nochmals. Es kam ein Anruf aus dem Vertragslabor, es täte ihnen fürchterlich leid, aber die Arbeit sei im falschen Flieger und nun in Dubai.

Da fiel es uns wie Schuppen von den Augen: Stimmt! Diese Panne hatten wir noch nicht! Sonst war ja schon alles schief gelaufen.

Jedenfalls kam die Arbeit dann doch noch und wurde nach leichten Korrekturen der Okklusion und Artikulation eingesetzt.

Der Patient kam aber bald wieder. Er wolle die Gaumenplatte im Oberkiefer nicht.
Nach einigen Besprechungen und Aufklärungen, Demonstration der Arbeit im 3D-Programm, mehreren Einproben (alles penibel dokumentiert), hat er plötzlich gemerkt, dass er keine Gaumenplatte will.

Der Bitte, die Gaumenplatte zu entfernen, konnten wir aus verständlichen Gründen leider nicht nachkommen.

Er meinte, dann wolle er sie selber entfernen. Wir haben ihm abgeraten, und ihm erklärt, dass die Arbeit dann kaputt sei. Er hat es uns nicht geglaubt.

Wir haben es jedenfalls dokumentiert.

Sollte er mit zerlegter Teilprothese ankommen werde ich es fotografieren und hier einstellen.

Kleines Trauma

von Bodald Necker

Junge,  12 Jahre. Schwimmbad. Irgendwo war es glatt.
Die komplette Schneidekante am 11 war abgebrochen, die Pulpa gerade nicht eröffnet, Gott sei Dank.
Und die Mutter war so gut, und hat das abgebrochene Fragment gesucht, gefunden, mitgenommen und ist gleich mit ihrem Sohn in die Praxis gekommen.

Wir haben das abgebrochene Stück gewässert, mit Syntac und Tetric-Flow wieder angeklebt.
Die Mutter war überglücklich. Der Sohn auch.

Nach 5 Jahren sieht es so aus.

Der Zahn ist immer noch vital.
Und hält.

Wir sind zufrieden.
Von Sohn und Mutter kamen bis jetzt auch keine Beschwerden.

Weihnachtsgeschenktip Nr. 2

von Christian Danzl

Man möge mir verzeihen, dass mein Tip auch in die Jazz-Ecke zeigt, wie auch von der Tip von Olaf Löffler.

Bei einem großen Versandhändler ist mir diese Box mit 25 Jazz CD aufgefallen.

La Discotheque Ideale en 25 Albums Originaux

25 Originalaufnahmen von Louis Armstrong über Miles Davis, Thelonious Monk, Chet Baker, Herbie Hancock und Weather Report bis Wynton Marsalis.

Gott sei Dank nicht „digital remastered“.

Für deutlich unter 50,- für den Jazz-Interessierten ein „must have“.

 

Spiegelgriff doppelseitig für Minispiegel unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Das unterstehende Bild zeigt zwei Spiegelgriffe.

Der obere ist von Hartzell /USA.

Der untere ist aus deutscher Produktion und zu seiner Entstehung gibt es eine kleine Geschichte mit Bezug zu Wurzelspitze und die geht so:

Ende August.
Fortbildung im Rahmen des Masterstudiengangs Endodontie in Düsseldorf. Jörg Schröder, WURZELSPITZE – Autor, referiert und demonstriert Arbeitsergonomie unter dem Dentalmikroskop. Im Gepäck dabei obiger doppelseitiger Minispiegelgriff aus USA. Ein Masterstudiengangteilnehmer, Dr. Theo van Beek , ist davon besonders angetan und nutzt den Kontakt zu einem zahnmedizinischen Gerätehersteller, um diesen von der Sinnhaftigkeit eines solchen Instrumentes zu überzeugen.

3 Wochen später.
Jetzt bin ich in Düsseldorf beim Masterstudiengang und referiere über Nickel – Titan – Aufbereitungskonzepte. Und erlebe die Premiere des neuen Spiegelgriffs made in Germany.  In weniger als 1 Monat von der Idee zum fertigen Produkt. Wenn alles so schnell ginge, hätte ich um den Produktionsstandort Deutschland keine Sorge.

Den Spiegelgriff kann man  beziehen bei Hanchadent.

bone magnet

von Bodald Necker

Stört ein Puff die Ausheilung einer apikalen Läsion?

Ich weiss es nicht, jedenfalls wird die Ausheilung nicht verhindert – vorausgesetzt, das Wurzelkanalsystem ist gut genug desinfiziert und koronal wurde dicht verschlossen, um eine Reinfektion von koronal auszuschliessen.

Ein Patient kam mit Fisteln buccal an 41. Es war mehr oder weniger ein Zufallsbefund, denn sie störte ihn nicht weiter und er kam eigentlich mit einem anderen Anliegen in die Praxis.

Der 41 wurde trepaniert, aufbereitet und mit Calciumhydroxid-Einlage versorgt und nach 14 Tagen abgefüllt. In der relativ großen apikalen Läsion ist das kleine Puff ist gut zu erkennen.

Nach 5 Monaten war der Patient wieder zur Kontrolle. Das Puff war noch da, die Läsion weg. Zumindest war sie auf dem Röntgenbild nicht mehr zu erkennen.

Ob sich die Läsion ohne Sealerpuff schneller zurückgebildet hätte, und ob die Heilung durch der Sealer gestört wurde, kann ich nicht sagen, jedenfalls bin ich mit der Geschwindigkeit der Rückbildung mehr als zufrieden.

Triodent V3 – klinische Bilder

von Bodald Necker

Hier gibt es nun die versprochenen klinischen Bilder zum Triodent Teilmatrizensystem.

Der Arbeitbereich ist nicht nass, es ist Bonding. Da ich, wenn Kofferdam liegt, nicht nur den zu rekonstruierenden Zahn, sondern auch die Approximalfläche des Nachbarzahnes mit ätze. So kann ich diesen approximal mit Bond versiegeln.
Danach wird das Bonding aufgetragen und anschliessend die Matrizen angelegt. Somit kommt man auch mit dem Bonding leichter und sicherer in die cervicalen Bereiche der Präpgrenze.

Aktuelles Update vom GNYDM:

Das System ist in den USA auch nicht billiger :-(

Schon wieder Teilmatrizen…

von Christian Danzl

Die Suche geht weiter. Obwohl, diesmal kam ich durch Zufall auf das Matrizensystem, als ich den Katalog von JFM durchgeblättert habe. Dort gibt es das Polydentia Quickmat deluxe.
Die enthaltenen Ringe sind bekannt, sie sind so ähnlich auch bei anderen Herstellern im Angebot und funktionieren gut. Weiterhin enthält das Set Holzkeile in verschiedenen Farben Größen (farblich codiert) und natürlich Teilmatrizen in zwei verschiedenen Größen und Stärken (in 0.04 und 0.025 mm).

Anders bei diesem System ist, dass auf die Füße der Klemmringe rund oder dreieckige „Schuhe“ aufgebracht werden können, um den weit eröffneten approximalen Bereich besser ausformen zu können.

Vorteil der „Schuh-lösung“:
einfach, billig, da keine zusätzlichen Ringe notwendig

Nachteil:
Keil geht da keiner mehr durch, da cervical keine Aussparung vorhanden ist (also wenn man einen braucht, dann vorher legen), und beim Runterdrücken (Nachjustieren) des Ringes nach cervikal rutschen die Schuhe nicht mit Richtung cervikal, sondern gleiten auf dem Fuß des Ringes nach oben und bleiben somit da, wo man sie an Zahn angelegt hat.

Fazit:

Nicht perfekt für alle Bereiche – wie die anderen Systeme auch.

Aber es ist ein preiswertes System, welches fast alle Situationen abdeckt.

Kälte

von Christian Danzl

In unserer Praxis wird der Kältetest zur Sensibilitätsprüfung mit Kältespray und Schaumstoffpellets gemacht. Die Handhabung ist einfach und der Test funktioniert relativ gut.

Aber eben nur relativ. Besonders bei älteren Patienten mit Zähnen, die schon Jahrzehnte überkront sind, stößt der Test schnell an seine Grenzen und vitale Zähne reagieren nicht mehr auf den Kältereiz.

Beholfen hatten wir uns für solche Fälle mit Einwegspritzen, die mit Wasser befüllt eingefroren wurden. Zum Kältetest wurde dann das vordere Ende mit dem Luer-Konus angetrennt, so dass man mit dem Stempel das Eis rausdrücken kann. Es funktioniert, ist aber umständlich.

Durch einen Fehler beim Bestellen (schlechtes QM ;-) ) wurden nicht die „normalen“ Schaumstoffpellets bestellt mit 5mm Durchmesser, sondern größere mit 8mm Durchmesser.

Die größeren Pellets speichern viel mehr Kälte, so dass bei „schwierigen“ Zähnen oft viel leichter eine Aussage getroffen werden kann.

Wieder mal ein Teilmatrizensystem

von Bodald Necker

Auf der Suche nach neuen „3-dimensionalen“ Spannringen für meine vorhandenen Teilmatrizen bin ich auf das V3 System von Triodent gestossen.

Die Spannringe sind nicht wie die von Garrison aus gebogenem federharten Stahldraht, sondern aus gestanztem Nickel-Titan (zumindest sieht es so aus). Die Füsse der Ringe sind unten geteilt, damit man sie über einem Keil platzieren kann. Die farbige Beschichtung der Füße ist angeblich Fiberglas.

Wir werden sehen wie lange sie hält. Jedenfalls ist es keine Materialkombination aus verschiedenen Kunststoffen.

Im Set mit zwei Ringen noch enthalten sind passende Teilmatrizenbänder in drei Größen. Diese haben an den Enden jeweils ein Loch, und auch eines in der Lasche, die okklusal angehängt ist. Die Lasche der Matrize dient auch als Höhenkontrolle für die zu restaurierende Randleiste. Mit der dazugehörigen Klemmpinzette lassen sich die Matrizen sicher einbringen und meist auch entfernen. Das Arbeitsende der Pinzette ist – wenn geschlossen – kugelig, um die Matrize bei Bedarf bombieren zu können. Ausserdem ist das Arbeitsteil der Pinzette, welches den Dorn enthält, vergoldet. Es sollte beim Einbringen der Matrize okklusal sein, um beim Entfernen der Pinzette nicht aus Versehen die Matrize wieder zu entfernen.

Ebenfalls im Set sind Interdentalkeile (wave-wedges) in drei Größen, die ebenfalls mit der Klemmpinzette eingebracht und auch wieder entfernt werden können. Die Keile sind zentral zu den Approximalflächen der Zähne hin eingezogen, somit verdrängen sie den Kofferdam bzw. den Col der Gingiva nicht so stark und sind einfacher zu applizieren bzw. verringern die Blutungsneigung im Interdentalraum. Sie zentrieren sie sich durch die Einziehung selber interdental und rutschen nicht zurück

Mal sehen, wie sich das System bewährt. Demnächst klinische Bilder.

Endodontist vs. Endodontist Video

von Hans – Willi Herrmann

Keine  Ahnung, wer der Autor besagter Videos ist, aber er ist definitiv ein feinsinniger Kenner der Materie.

Video als  Tipp von Winfried Zeppenfeld, Flensburg, via ROOTS.