Little Toys and Tools (11)

von Olaf Löffler

In der Füllungstherapie sind die Approximalräume und Kontaktpunkte mit unter schwierig zu gestalten. Besonders kniffelig wird es, wenn substanzschonend minimalinvasiv präpariert ist und der Zahn noch einige anatomische Besonderheiten hat. Hier ein Beispiel eines oberen Prämolaren. Die Einziehung in der mesialen Approximalfläche des Zahnes 24 konnte mit einem Interdentalkeil und einer Matritze ( in dem Fall eine Garrison-Matritze ) nicht optimal abgedichtet werden. Vor einiger Zeit haben wir dann Keile individualisiert. Inzwischen ist unser bewährtestes Hilfsmittel Teflonband.
Damit sind Abdichtungen und Matratzenbänder optimal an den Zahn zu adaptieren. Anbei einige Bilder zum Fall.

 

 

 

Saving Hopeless teeth 28/3 – follow up

von Bodald Necker

Nachdem hier und hier die Behandlung beschrieben wurde, wollten wir mal sehen, wie es weiter ging.
Der Zahn machte für ein paar Wochen keine Beschwerden, also wurde er mit einem Langzeitprovisorium versorgt. Titan mit Kunststoffverblendung, zementiert.
Nach gut einem halben Jahr kam der Patient wieder zur Routinekontrolle.

Klinisch zeigte sich der Zahn mit Lockerung 0 bis 1, also deutlich fester als vor der Behandlung. Der Patient ist seit der Entfernung der alten WF beschwerdefrei gewesen. Die Sondierungstiefen mesial und distal haben sich verringert, die Wurzeln mb und db liegen immer noch großzügig frei. Hier mache ich mir aber auch keine großen Hoffnungen, dass der Knochen wieder groß zurückkommt, die palatinale Wurzel scheint gut im Knochen zu stehen, wenn sich der Knochen an den beiden buccalen Wurzeln so weit regeneriert, so dass diese einigermassen abgestützt sind, sollte der Zahn noch das eine oder andere Jahr halten.
Röntgenologisch könnte man eine Verkleinerung der Aufhellung, insbesondere palatinal, erkennen. Wenn die Heilung so fortschreitet, wie sie momentan erkennbar ist, bin ich mehr als zufrieden.

saving hopeless teeth – Folge 28/1

von Bodald Necker

Dem Patienten (männlich, 52J) wurde schon vor Jahren geraten, sein Gebiss einer Grundsanierung zu unterziehen. Da ihm aber KFO, Umstellungsosteotomie und Prothetik ins Haus standen hat ihn der Mut verlassen und er hat es aufgeschoben. Also hatte er weiterhin nur auf den 6ern Kontakt, die Front war gut 15 mm offen.
Eine Versorgung mit Kronen fand alio loco in Laufe der Jahre statt, die Fehlstellung wurde aber beibehalten. Der 16 hatte schon vorher Probleme mit Karies, brauchte eine Wurzelbehandlung, wurde aber vor der Überkronung mit einem gegossenem Stiftaufbau versorgt.

Dass das eine lange Zeit gut gehen kann ist klar, es muss aber nicht.
So stellte sich im Laufe der Zeit ein Knochenabbau (nicht nur) am 16 ein. Buccal lag die Furkation grosszügig über längere Zeit frei. Die Karies tat ihr Werk, Bakterien fanden ihren Weg in den Periapikalbereich, Schmerzen blieben am wurzelbehandeltem Zahn aus und als der Patient sich bei mir vorstellte, konnte man ihm die Extraktion des 16 mit ruhigem Gewissen empfehlen.
Allerdings mit dem Wissen, dass eine neue Versorgung schwierig werden würde:
Entweder jetzt die Prozedur mit KFO, Osteotomie und Prothetik,
oder
prothetisch die verfahrene Situation wieder manifestieren und auf die weitere Kompensierung der Fehlstellung hoffen.
Also Aufklärung und Empfehlung der X.

Für was entscheidet sich der Patient natürlich in einem Falle wie diesem: Massiver Knochenversust buccal, kariöse Perforation der Pulpahöhle zwischen den buccalen Wurzeln und apikalen Granulomen?

Natürlich für den Zahnerhalt!

Also die Therapie, die ihm nicht angeboten wurde.

Ob es denn nicht einen Versuch wert sei?
Was ist es wert? Mehrere Stunden Behandlungszeit mit Entfernung der Krone, des Stiftaufbaus, der Karies, Deckung der Perforation, Aufbaufüllungen, Entfernung der alten WF, weitere Aufbereitung, Desinfektion, medikamentöse Einlagen, WF, Stiftaufbau, Krone. Einige Tausend Euro für eine (unter Umständen) sehr begrenzte Zeit? Das konnte nur der Patient entscheiden, ob es IHM das wert ist.

Klar, wenn alles funktioniert (Perforationen können abgedichtet werden, bei der Entfernung des Stiftaufbaus bricht der Zahn nicht, die alte WF lässt sich entfernen, Patency kann überall hergestellt werden, Bakterienbesiedlungen können eliminiert werden, WF und Aufbau klappen), heilt der Knochen wieder einigermassen aus und der Zahn kann noch lange funktionieren.

Das reicht für den Versuch des Zahnerhaltes, auch wenn die Chancen des Zahnerhaltes für die nächsten 2 Jahre mit deutlich unter 50% beziffert wurden.
Die Aufklärung über die Prognose und dass diese Therapie nicht die erste Wahl ist, lasse ich mir schriftlich bestätigen.

Verlauf:
Krone, Stiftaufbau, Karies liessen sich entfernen, Perforation wurde gedeckt, alte WF ging gut raus, Patency konnte in allen Kanälen hergestellt werden, Aufbereitung erfolget ohne Probleme. Med momentan mit Calciumhydroxid.

Fortsetzung folgt

Teflonband

von Christian Danzl

In der heutigen Zeit, kann man sich ein Leben ohne Teflon (PTFE) fast schon nicht mehr vorstellen:

  • beschichtetes Kochgeschirr
  • Gore-Tex Kleidung
  • Zahnseide
  • wartungsfreie Lagerhülsen
  • und vieles mehr

Auch in der Zahnmedizin ist Teflon im Einsatz, zum Beispiel als Nahtmaterial oder als Membran in der Implantologie und der Parodontologie. Ganz schön teuer, so eine Membran von der Größe einer 2 Euro-Münze, aber Medizinprodukte haben eben ihren Preis.

Bedauerlich.

Käme das Material von der Rolle, wie wir es als Dichtungsband vom Installateur kennen und im Baumarkt – Regal finden, dann könnten wir uns noch eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Anwendungen vorstellen:

Als kleiner, kostengünstiger Helfer in der Zahnmedizin liesse es sich zum Beispiel einsetzen zum:

  1. Abdichten von Kofferdam.
    Das Anlegen von Kofferdam an stark zerstörten Zähnen ist oft eine Herausforderung.
    Wenn die Klammer endlich sitzt, hält das Gummi nicht dicht, weil der Zahn eine Einziehung hat.
    Faden legen ist oft, aber nicht immer eine Lösung.
    Besonders wenn es darum geht 1-2 mm zu überbrücken.
    Ein Teflonband (analog zum Dichtungsband aus dem Baumarkt) liesse sich zusammendrücken und rollen und damit gut zu Abdichtung einsetzen.  Vorteile:
    – sterilisierbar
    – klebt nicht an Bonding oder Komposit
    – leicht stopfbar und wieder entfernbar
    – man kann mit dem Diamantschleifer in das Teflon hineinpräparieren, ohne, dass es – wie der Retraktionsfaden – herausgezogen wird
    – billig 
     
  2. temporärer Verschluss von Wurzelkanäleingängen: 
    – bei der Aufbaufüllung
    – bei der Entfernung von frakturierten Instrumenten
    – Als Isolator zwischen medikamentöser Einlage und provisorischer Füllung
     
  3. Sichern und Konturieren von Matrizen oder Kofferdam im Approximalbereich.

Schade, dass die Materialien bei Obi keine Medizinproduktezulassung haben, sonst könnte man dieses Klempnerband hervorragend in der Zahnmedizin einsetzen.

Teflonband auf der Rolle

 

Teflonband

zusammengedreht und -gedrückt