An der Grenze …

von Ronald Wecker

… der Erhaltungsfähigkeit; so habe ich dem 30-jährigen Patienten die Situation an diesem oberen mittleren Schneidezahn beschrieben.

Nach alio loco innerhalb von 4 Jahren zweimalig durchgeführter orthograder Revision war der Zahn weiterhin nicht beschwerdefrei. Nach der letzten Intervention imponierte zudem eine mesial von 11 gelegene Fistelung. Der Zahn wies physiologische Sondierungstiefen, jedoch eine deutliche palpatorische Druckdolenz, sowie eine axiale und laterale Perkussionsempfindlichkeit auf.

Bereits das präoperative Röntgenbild liess den Betrachter staunen.

R1

Die weite der apikalen Präparation war auffällig groß, ebenfalls die Achsenausrichtung der Wurzelfüllung/Stiftlokalisation im koronalen Drittel. Diese korrelierte zudem mit der mesial zu erkennenden lateralen Aufhellung. Zudem schien das periapikal gelegene Fremdmaterial in seinem Aussehen einer um 180 Grad gedrehten Guttaperchaspitze zu ähneln.

Das DVT brachte Licht ins Dunkel. Neben einer ausgedehnten periapikalen Lyse, an deren Randbereich das zuvor beschriebene Fremdmaterial lag, konnte die, vermutlich durch eine Stiftpräparation verursachte mesiopalatinal gelegene Perforation erkannt werden.

Nach ausführlicher Aufklärung über Risiken und Chancen einer Behandlung, entschied sich der Patient gegen die vom Behandeler favorisierte implantologische Versorgung und für eine Versuch der Zahnerhaltung.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. In der ersten Sitzung konnten zunächst drei adhäsiv befestigte Glasfaserstifte entfernt werden. Neben den zwei, mehr oder weniger in Achsenrichtung gesetzten Stiften, gab es einen dritten, der palatinal infraossär im Parodont endete.

Guttapercha war so gut wie nicht mehr vorhanden, der Zahn war bis zum Foramen mit einer Mischung aus Glasfaserstift und mittlerweile deutlich kontaminierten Komposit „gefüllt“. Daher dauerte die Entfernung der „Obturationsmassen“ auch deutlich länger, als zunächst angenommen. Nach medikamentöser Einlage mit CaOH2 stellte sich der Patient zwei Wochen erneut vor. Die klinische Symptomatik war vollständig abgeklungen. Daher wurde nach Erstellung von je einem apikal und einem lateral gelegenen kollagenen Widerlegt der Zahn mit MTA obturiert und adhäsiv verschlossen.

Trotz intensivem „Suchen“ mittels vorgebogenem Microopener gelang es leider nicht, das periapikal gelegene Fremdmaterial nach orthograd zu entfernen. Da sich im DVT keine, das Fremdmaterial umgebende Lyse zeigte, wurde das Material daraufhin belassen. Der Patient wurde informiert, dass im Falle einer Persistenz der periapikalen Lyse ein chirurgische Vorgehen zur Materialentfernung notwendig ist.

Ob der Zahn angesichts des bereits erlittenen Substanzverlustes auch noch in 20 Jahren in Funktion stehen wird ist fraglich. Sollte jedoch eine primäre Ausheilung der periapikalen Pathologien erfolgen, so sind die Vorraussetzungen für eine komplikationsarme Implantation deutlich verbessert worden.

Kofferdam – die einfachste Lösung (2)

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier angefangen vorzustellen.
Nach der Entfernung der Guttaperchastifte haben wir mehr als 15 Minuten ein eitriges Exsudat abgesaugt. Die Entfernung des Guttaflows (Roeko) erwies sich als sehr schwierig auf Grund einer interradikulär gelegenen Stripperforation im koronalen Bereich der mesialen Wurzel und einer apikalen Perforation.
Nach ultraschallaktivierten Spülung mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Apikal ließ sich nicht alles Guttaflows (Roeko)  entfernen.
In der zweiten Sitzung konnten noch alle im einsehbaren Bereich liegenden Guttaflowreste entfernt werden. Apikal konnte der weiter Verlauf des Kanalsystems auf Grund einer massiven Stufenbildung nicht sondiert werden. Da die Patientin vollkommen schmerzfrei war erfolgte der apikale Verschluß der Perforation mit ProRoot MTA und ebenso der Verschluss der Stripperforation. Das distale Kanalsystem wurde thermisch nach Schilder mit Guttapercha obturiert. Die Kavität wurde mit Composite verschlossen.

Apikal konnte ein Austritt des CaOH nicht verhindert werden obwohl dieses mittels längenmarkierter Kanüle bis kurz vor der apikalen Perforation inseriert wurde.
Die fehlende apikale Aufbereitung ist ein Risiko. Ob diese Bereiche desinfiziert werden konnten, oder nie infiziert waren wird die Zeit zeigen. Eine apikale  Resektion und apikale Kürettage der mesialen Wurzel würde ich dann der Patientin empfehlen.

Anbei die weiteren Bilder.

Externe Wurzelresorptionen (I)

Von Bonald Decker

Insbesondere nach traumatischen Zahnverletzungen sind Wurzelresorptionen aufgrund verschiedener Ursachen leider häufig zu beobachten. Heute möchte Ihnen unsere zwei aktuellsten Fälle dieses Problemkreises vorstellen. Sie verdeutlichen (leider) die Wichtigkeit einer entsprechenden Erstversorgung bzw. der konsequenten Nachsorge.

 

Die erste Patientin ist die heute zehnjährige Sofia. Das junge Mädchen hatte sich Ende April 2013 u.a. die Zähne 11 und 21 totalluxiert. Nach circa  fünfstündiger unphysiologischer Lagerung wurden die Zähne ohne weitere Vorbehandlung in Dormicum-Sedierung replantiert und semiregide geschient. Ein Lokalantibiotikum wurde nicht verschrieben; ein ausreichender Tetanusschutz bestand.

Zur endodontischen Behandlung würde Sofia dann an uns verwiesen. Die Erstvorstellung erfolgte gut vier Wochen nach dem Unfall. Bereits hier gab der Klopfschall einen starken Anhalt für einsetzende Ersatzresorptionen.

Nach eingehender Beratung mit Patientin und Eltern entschlossen wir uns zu einem mehrzeitigen Vorgehen mit Ledermix-Einlage und nachfolgender Ca(OH)2-Applikation. (sehen Sie hierzu ggf. auch folgende Artikel (I/II))

Anfang dieser Woche war die junge Patientin erneut zur Nachkontrolle bei uns. Leider ist das eingetreten, was zu erwarten war. Eine ausgeprägte Ersatzresorption mit Ankylose der Zähne 11 und 21.

Gib eine Beschriftung ein

Welchen Einfluss die Nichtbeachtung der internationalen dentalen Trauma-Richtlinien auf die Resorptionsprozesse hat lässt sich nicht klären. Ein Vorgehen gemäß der IADT-Vorgaben wäre aber sicherlich wünschenswert gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass die gegenwärtige  Abklärung einer möglichen Zahntransplantation  für Sofia eine Option darstellen. Hierzu folgen zeitnah Beurteilungen durch die Disziplinen der Kieferorthopädie und Oralchirurgie. Alternativ kommen eine Dekoronation (Fallbeispiel WS) mit nachfolgender Eingliederung eines herausnehmbaren Zahnersatzes in Betracht.

Als zweites möchte ich Ihnen den achtjährigen Lou vorstellen. Der Junge erlitt im Februar 2015 eine unkomplizierte Kronenfraktur an Zahn 21. Nachfolgend sehen Sie das damals alio loco angefertigte Röntgenbild:

Die weitere Krankengeschichte hat der zuweisende Kollege in Kurzform so zusammengefasst:

Hier das im Text erwähnte Röntgenbild:

Leider hat sich u.a. durch die bakterielle Besiedelung des Wurzelkanalsystems eine ausgeprägte externe infektionsbedingte Resorption entwickelt. Diese sehr schnell fortschreitende Dentinresorption hat innerhalb von Monaten zu einer massiven Destruktion der Wurzel geführt.

 

Trotz der sehr schlechten Prognose haben wir uns aktuell (zunächst) gegen die Entfernung des Zahnes entschieden. Unser Ziel der zeitnah eingeleiteten Therapie ist die Elimination der intrakanalären Infektion. Einen sehr guten Überblick zu den unterschiedlichen Resorptionsformen mit Ursachen und Therapieansätzen liefert diese Zusammenstellung von Prof. G. Krastl.

Anders als bei Sofia wäre diese Resorption wahrscheinlich vermeidbar gewesen wenn es gelungen wäre den Zeitpunkt der intrakanalären Infektion korrekt zu diagnostizieren um entsprechend handeln zu können. Wir hoffen trotzdem, dass es gelingt den Prozess zu stoppen und die Prognose des Zahnes zu verbessern.

Ich werde berichten wie es weitergeht…

 

 

Leica M320, das Zweite

von Wieland Kärger

Irgendwann im Jahre 2009 oder 2010 habe ich mich dazu entschieden, die Endo nicht nur zu einem beliebten Teil meiner zahnärztlichen Tätigkeit anzusehen, sondern ihr intensivere Aufmerksamkeit zu schenken. Inzwischen füllen die Wurzelkanäle meinen Arbeitstag quasi komplett aus. Schnell reichte damals die Lupenbrille nicht mehr aus und ein Mikroskop musste her. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich für das Leica M320, was im Juni 2011 in der Praxis Einzug hielt.

Seitdem habe ich über 1700 Wurzelkanalbehandlungen konsequent mit diesem Mikroskop durchgeführt. Bei geschätzter durchschnittlicher Behandlungsdauer von 2,5 h pro Zahn, sind das 4250 h „arbeitendes Mikroskop“ oder 177 Tage ununterbrochen Mikroskop „an“. Reparatur oder Wartungskosten bisher genau Null €. Damalige Investition: unter 20 T€.

Nun ging es an die Einrichtung eines zweiten Endozimmers mit der zentralen Frage: was für ein Mikroskop. Ja, ich habe mich wieder für das Leica entschieden. Mit einigen mehr oder weniger guten bzw. nützlichen Neuerungen oder Veränderungen. Ja, und ich habe es getan, ohne mir zur Probe mal ein PROergo o.ä. hinstellen zu lassen. Vielleicht ein Fehler? Ich war mit dem Leica bisher zufrieden (bis auf die Fotos – dazu gleich), eventuell aber nur aus Mangel am Vergleich. Denn was man auf der Messe oder auf einer Tagung durch ein Ausstellungsstück anschauen kann, ist recht weit von der Realität im Patientenmund entfernt, da sind sich sicher alle einig. Großes Manko am Leica ist die Kameratechnik. Fest eingebaut, nicht austauschbar oder „pimpbar“, ein K.-o.-Kriterium für alle Fotofreaks. Da ich keine Vorträge halte und meine Bilder auf großen Leinwänden präsentieren muss, ist die Qualität für mich akzeptabel. Jemand, der mit einem Bildbearbeitungsprogramm versiert umgehen kann, ist sicher in der Lage, durch das Darüberjagen diverser Filter noch einiges herauszukitzeln. Ich beschränke mich lediglich auf das Ränderbeschneiden und einen automatischen Optmierungsfilter. Unschlagbar ist aus meiner Sicht jedoch der Vorteil, dass man einfach ein HDMI-Kabel zwischen Mikroskop und Mitbetrachtungsmonitor hängt (ggf. noch einen Splitter) und fertig. Keine Einstellung des Bildausschnittes nötig, keine zusätzliche Kamera, kein Adapter, kein zusätzliches Kabel. Das zweite Ausschlusskriterium für viele Kollegen ist das Licht. LED bringt sicher nicht so viel wie Xenon, vor allem im apikalen Kanaldrittel. Hier knipst bei Xenon doch noch mal jemand das Licht da unten an, wo es bei LED bei großer Vergrößerung recht finster bleibt. Jeder Xenonnutzer weiß jedoch, dass eine Xenonlampe irgendwann kaputt geht und dann recht teuer ersetzt werden muss. Und Xenon nimmt im Laufe der Zeit an Intensität ab, was man als Nutzer schlecht oder spät bemerkt, wenn nicht regelmäßige Messungen durchgeführt werden.

Ich war gespannt, ob das neue Mikroskop, das vor 3 Wochen installiert wurde, die Kanäle heller ausleuchtet als das alte.

Das konnte ich, zumindest rein subjektiv, nicht feststellen.
Was ist sonst neu? Das „MultiFoc Objektiv“. Es ermöglicht einen größeren Focusbereich, der über einen Drehknopf am Objektiv zu justieren ist (so wie bei Zeiss). Bei ca. 8-facher Vergrößerung beträgt der Focusbereich 10 cm. Das alte Objektiv bietet bei gleicher Vergrößerung lediglich 1,5 cm Focusbereich, ließ sich aber durch leichtgängiges Drehen am gesamten Objektiv mit lediglich einem Finger der linken oder rechten Hand sehr komfortabel bedienen. Das geht jetzt nicht mehr. Ich brauche mindestens zwei Finger und der Drehknopf liegt auf der Seite der meist bevorzugten Hand oder mittig, wo man mit beiden Händen ungünstig hin kommt. Neu, zumindest für mich, ist ist der 0-180° Binokulartubus, der es ermöglicht die Okulare im Verhältnis zum Mikroskopkörper/Objektiv in transversaler Achse um 180° zu rotieren. Bisher hatte ich 45° und habe eigentlich nichts vermisst.

Weiterhin gibt es jetzt den sog. „ErgoOptic Dent“ zur geraden Ausrichtung der Okulare bei schrägem Betrachtunswinkel (bei Zeiss: MORA Interface). Für diejenigen, die z.B. UK-Molaren aus 9- bis 11-Uhr-Position behandeln essentiell. Ich behandle 100% der Kanäle von 12-Uhr-Position, daher nutze ich das nur bei UK-Molaren, die nach lingual gekippt sind. Schulter, Rücken und Nacken danken es.

Fazit
Für mich ein schönes Gerät mit unschlagbarem Vorteil im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Lupenbrillen – Vergleich

von Christian Danzl

Um eines gleich vorauszuschicken:

Dieser Vergleich ist höchst subjektiv, da es sich um meine persönlichen Erfahrungen handelt, die ich gemacht habe mit den beiden Brillen/Systemen. Es stehen hier, ausser der Masse der Brillen (in Gramm), wahrscheinlich keine allgemein gültigen Aussagen.

Meine erste Lupenbrille (dürfte so 1999 oder 2000 gewesen sein) war eine TP-710 von Sandy Grendel mit 2,5-facher Vergrößerung. Gallileisches System. Zum Anfangen vielleicht interessant. Man kommt etwas weiter weg vom Patienten, deutlich mehr gesehen hab ich damit nicht. Hatte auch kein Licht dazu.

Vorteile:

  • 36 Gramm, man spürt sie nach kurzer Zeit einfach nicht mehr
  • jederzeit optische Gläser nachrüstbar (durch Einschrauben in die Fassung)
  • Optiken sind auf dem Schutzschild angebracht, das wiederum ist leicht abnehmbar und man kann die Brille auch so tragen (wenn man Gläser eingebaut hat, sonst bringt es nichts ;-))

Nachteil:

  • Schutzschild mit Optiken ist schwierig zu reinigen
  • Vergrößerung hier mit 2,5 zu gering

 

Meine zweite Errungenschaft, ca. 2005, war dann eine Orascoptic HiRes Plus mit 3,8-facher Vergrößerung und 42 cm Arbeitsabstand. Die Augen waren gut genug, aber ich wollte einfach weiter weg vom Patienten und somit meinen Rücken schonen.
Bestellt bei sds, Sigma Dental.
Das Brillengestell ist das Modell Classic. Sehr stabil, das Design kann seine amerikanische Herkunft nicht leugnen und ist (und war es auch damals schon) sooo weit jenseits von gut und böse, dass man es nicht zu kommentieren braucht.
Heute sind deutlich schmückendere Brillenfassungen im Angebot, vor gut 10 Jahren war die Auswahl noch sehr begrenzt.
Das optische System ist nach Kepler, also deutlich länger und schwerer (weil es ein auf dem Kopf stehendes Bild erzeugt, und das muss erst über zwei Prismen wieder umgedreht werden), als das Gallileische System, aber es erlaubt größere Vergrößerungen und ein größeres Gesichtsfeld (Vergleich der Systeme siehe hier).
Die HiRes ist ein TTL-System, die Optiken werden durch Löcher in den Brillengläsern eingeklebt.

Vorteile:

  • leichter, als ein Flip-up System, da man keine Mechanik braucht. Alles, was man zur Befestigung der Optiken braucht, ist ein paar Tropfen Kleber. Alles in allem ohne Licht 80 Gramm, im Gegensatz zu den 134 Gramm der Zeiss EyeMag Pro F.
  • kein unabsichtliches Verstellen
  • größeres Sichtfeld durch die Lupe. Bei mir im scharfen Bereich ca. 10 cm Sichtfeld in Gegensatz zu 5 cm bei der Zeiss (siehe unten)

Nachteile:

  • durch das TTL-System können die Optiken näher an die Augen ran, was ein größeres Gesichtsfeld durch die Optik erlaubt, „aussenrum“ ist man fast blind, da man fast nicht an den Optiken vorbeischauen kann
  • Brille ist nicht „übertragbar“, da sie individuell an den Augenabstand eines Behandlers angepasst ist. Ein „mit der Praxis vererben oder verkaufen“ geht nicht ohne die Brille neu anpassen zu lassen
  • wenn die Brille runterfällt, und eine Optik bricht aus der Aufnahme, wird es mitunter schwierig selber zu reparieren.
  • die Lichtstärke durch die kleinen Frontlinsen ist sehr eingeschränkt und bedarf unbedingt einer zusätzlichen Beleuchtung

Nach den Erfahrungen (Notwendigkeit der Redundanz), die hier schon beschrieben sind, habe ich mir aktuell eine zweite Lupenbrille, diesmal mit einem Flip-Up System, gekauft. Eine  Zeiss EyeMag Pro F bei Bajohr Optecmed. Vergrößerung 4,0, Arbeitsabstand 45 cm. Diesmal gleich mit Licht. Die Wahl fiel auf das „hauseigene“ Licht Bajohr LED Powerlight yellow (Orchid-F LED Light, Admetec Solutions Ltd, Haifa, Israel), mit zuschaltbarem gelb/orange Filter.

Vorteile:

  • nach meinem subjektiven Empfinden ist die Optik von Zeiss besser als die von Orascptic, schärfer, heller, kontrastreicher
  • man kann die Lupe von der Brille weg nach oben schwenken, um normal sehen zu können, man muss nicht die ganze Brille abnehmeen
  • Brille und Optiken sind leichter zu reinigen
  • sterilisierbarer Berührungsschutz und Objektivschutz sind dabei
  • Gelb-Orange-Filter im Bajohr-Licht verbaut, Umschalten an der Bedieneinheit/Akku
  • Lampenkopf ist schön klein, vorne fast mittig zwischen den Objektiven verbaut, es gibt also keine erkennbaren Schatten und mit ca. 15 g sehr leicht
  • durch die weiter vom Auge entfernten Optiken sieht man mehr „aussenrum“ um den vergrösserten Bereich

Nachteile:

  • durch die zusätzliche Halterung für Optik wir die Brille schwerer (134 g ohne Licht)
  • die Optiken sind zusätzlich ca. 1 cm länger als die der Orascoptic und weiter nach vorne verbaut, das macht fast 50 g, die auf der Nase nach unten ziehen, dagegen ist die Orascoptic ausgewogen (Brille wurde am Nasensteg aufgehängt und die Vorderkante der Optiken mittig auf eine Briefwaage aufgelegt, siehe Bilder)
  • der zuschaltbare Filter des LED-Lichtes tendiert mehr zu gelb, als zu orange, so dass die Lichtleistung beim Arbeiten mit lichthärtenden Materialen doch noch reduziert werden muss, um ein vorzeitigen Aushärten zu verhindern
  • Licht ist über Tasten an der Bedieneinheit (mehr oder weniger stufenlos – 14 Stufen) zu steuern, was ich relativ fummelig finde, man muss immer die richtige Taste suchen. Ein Drehregler wäre hier einfacher zu finden und zu bedienen
  • Taste für Farbfilter ist der kleinste und muss einige Sek. gedrückt werden, bis ein kleiner Filter in der Lampe vor die LED springt. Klar, besser als einen Filter auf den Lampenknopf zu stecken, aber noch deutlich verbesserungswürdig
  • Akku/Bedieneinheit (Rückseite) und Gürtelclip sind aus einem Kunststoffteil gespritzt. Und der Gürtelclip ist definitiv nicht stabil. Einmal schief auf eine Behandlerstuhl mit Armlehnen gesetzt, und der Gürtelclip war abgebrochen. Das Teil wurde von Bajohr sofort, unbürokratisch und kostenlos ausgetauscht. Danke dafür. Aber der nächste Clip wird brechen, da mach ich mir keine Sorgen. Auch irgendwann ausserhalb der Garantiezeit. Wie das dann gehandhabt wird, weiss ich nicht. Der Clip ist meines Erachtens nicht direkt eine Fehlkonstruktion, aber eine doch eher unglückliche Konstruktion.
  • Akkus haben keinen Überladungsschutz, zumindest ist in der Bedienungsanleitung nichts dergleichen erwähnt. Ob es den Akkus schadet, wenn sie dauernd am Netz hängen weiss ich nicht, gelöst hab ich es jedenfalls mit einem Steckdosen-Timer.
    Ein Akku (zwei sind dabei) hält bei mir momentan zwei Arbeitstage. Hauptsache ist, wenn die Kapazität auch weniger wird, dass ein Akku länger Licht gibt, als der andere zum Laden braucht.

Die Sandy Grendel Brille war für mich zum normalen Arbeiten nur zum Einstieg. Wenn man richtig was sehen will, reicht eine 2,5fache Vergrößerung meines Erachtens nicht. Ob nur aber die leichtere, ausgewogenere Orascoptic oder die schwerere Zeiss mit der besseren und helleren Optik muss jeder für sich entscheiden. Die Problematik mit der Kabelführung für das Licht ist bei beiden nicht gelöst, ausser man kann sich mit der Firefly anfreunden, ich konnte es auf der Messe nicht.

Selbstverständlich gibt es noch andere Lupenbrille und Lichtsysteme. Dieser Beitrag bezieht sich nur auf meine eigenen, gekauften Lupenbrillen und Lichtsysteme und die damit gemachten persönlichen Erfahrungen. Diese sind weder allgemein gültig noch vollständig.

 

Mehrfachtrauma – der Verlauf


von Ronald Wecker

Im Sommer des vergangenen Jahres hatte ich hier und hier über die Behandlung eines Patienten berichtet, der sich drei Tage nach einem Fahrradunfall mit multiplen Verletzungen an dentalen Hart- und Weichgeweben in unserer Praxis vorstellte.

8 Monate nach dem Unfall stellt sich die Situation wie folgt dar:

Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hat sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten.

Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagieren reproduzierbar auf elektrischen Reiz.

Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigt keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlt jedoch.

Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 weist einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf.  Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 schreitet weiter voran.

Die 10 Wochen nach Trauma zu beobachtende ampullenförmige Erweiterung der apikalen Foramina an den Zähnen 21,22 und 23 lässt sich radiologisch nicht mehr erkennen, sodass hier von einem „transient apical breakdown “ ausgegangen werden kann.

Derzeit werden die Möglichkeiten für eine funktionell und ästhetisch ansprechende definitive Versorgung der beim Unfall beschädigten Oberkieferfrontzähne eruiert. Dazu zählen kieferorthopädische, parodonologische und implantologische Beratung und Planung.

Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

Die Patientin hatte stellte sich mit akuten Aufbissbeschwerden bei ihrem Hauszahnarzt vor. Es drängte, da die Patientin ein Auslandsjahr machen wollte. Der Zahn 37 wurde trepaniert, offen gelassen und die Patientin hatte 1 Jahr keine Beschwerden.
Nach dem Jahr wurde der Zahn endodontisch behandelt und gefüllt.
Jetzt ist alles wieder gut, dachte die Patientin vor nicht all zu langer Zeit.

Sie begann eine Lehre in einer Praxis mit kieferchirurgischem Schwerpunkt.
Wenige Monate nach Lehrbeginn begannen die Beschwerden, welche sich innerhalb von einem Wochenende in einen perimandibulären Abszess steigerten. Dieser wurde in der Ausbildungspraxis behandelt. Zeitgleich wurde die Patientin uns überwiesen. Es wurde keine Wurzelspitzenresektion durchgeführt. (Röntgenlogisch könnte man dies als indiziert betrachten.)
Ein Beispiel für einen endodontisch vorausschauenden und informierten Kieferchirurgen!

In unserer Behandlung zeigte sich, daß die Patientin eine eingeschränkte Mundöffnung hat und zusätzlich ein stark erhöhter Speichelfluss besteht. Mit dem angelegten Kofferdam und einem Aufbissblog kontralateral war das Problem deutlich geringer ausgeprägt.
Wahrscheinlich wäre dies die einfachste Lösung gewesen, die darauffolgenden Probleme gar nicht in diesem Ausmaß entstehen zu lassen.
Das Kofferdam anlegen dauerte 60 Sekunden mit 20 Sekunden Aushärten des Fastdam zur Abdichtung.
Anbei die ersten klinischen Bilder dieses Falles und das Ausgangsröntgenbild.

Demnächst alles weitere…

 

Prämolaren-Zweibein

 Von Bonald Decker

Unterkiefer-Prämolaren können aufgrund anatomischer Variationen zu den eher undankbar endodontisch zu behandelnden Zähnen zählen. Heute möchte ich Ihnen unseren jüngsten Behandlungsfall dieser Kategorie vorstellen. Nachdem es alio loco nicht gelungen war der Anatomie des ersten Prämolaren gerecht zu werden erfolgte die Zuweisung an uns.

Alio loco angefertigte Röntgenaufnahme Regio 44/45. Pulpapenetrierende Karies 44 bukkal;nicht erhaltungswürdiger Zahn 45 mit ausgeprägtem kariösen Defekt und apikaler Parodontitis bei endodontischer Vorbehandlung

Im ersten Behandlungstermin gelang es die circa sechs Millimeter unterhalb des Wurzelkanaleingangs liegende Aufteilung darzustellen und die zwei Wurzelkanalsysteme daraufhin zu bearbeiten.

Die in der Literatur beschriebene Prävalenz für zwei Wurzelkanäle variiert je nach Untersuchungsmethode zwischen 1 und 29 Prozent . Wobei untere erste Prämolaren eine solche Differen­zierung häufiger aufweisen als untere Zweite.

Vor einigen Tagen konnten wir die Therapie bei vollständiger Beschwerdefreiheit abschliessen. Nachfolgend sehen Sie die von uns angefertigten Röntgenaufnahmen.

P.S.: Koronal des Wurzelfüllmaterials wurde ein zusätzlicher Glasfaserstift eingebracht.

P.P.S: Zahn 45 soll alio loco zeitnah entfernt werden.

 

5 Prämolaren (4)

von Donald Becker
Hier ein weiteres Prämolaren – Update aus der 5 Prämolaren– Reihe, das wieder einmal die Vorteile von DVT und Wave One Gold (in Kombination mit der VDW R25) aufzeigt. Die in diesem Zahn 44 vorliegende Anatomie sah zunächst nach einer Vertucci- Klassifikation 3  (1-2-1), später dann nach einer Vertucci- Klassifikation 7 (1-2-1-2) aus. Beide Varianten haben im vorliegenden Fall gemeinsam, daß einem-im Rahmen der WF- Revision von koronal in die Wurzel hineinblickend- der Eindruck eines einzelnen Kanals vermittelt wird. Die interne Abzweigung war hier so weit ins mittlere Kanaldrittel hinein verlagert, dass diese selbst mit dem Dentalmikroskop nicht zu sehen war.

Es sei denn man weiss von ihrer Existenz und sucht – unter gezielter Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität -aktiv danach. Und genau dieses Wissen vermittelte das zur Diagnostik durchgeführte DVT.

Die Erschließung des lingualen Kanals wurde mittels einer vorgebogenen Wave One Gold 20, ähnlich wie in jenem Fall im Video zu sehen, durchgeführt.

Was früher ein zeitaufwändiges und obendrein hochgradig techniksensitives Procedere war, ist heute – dank Wave One Gold – ein Kinderspiel.

Das orthograde WF- Röntgenbild verschleiert das Ausmaß des Kanalkomplexität. Die mesialexzentrische Aufnahme vermittelt einen besseren Einblick in die tatsächlich vorliegende Anatomie.

 

 

Lupenbrille – Kabel

von Christian Danzl

Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die „Outdoor“-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine „professionelle“ Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.

Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:

Redundanz.

Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .

Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.

Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.

Diesmal aber dann gleich mit „professionellem“ LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.

Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:

Sie hat kein Kabel.

Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine „Kabelführung“ dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es „krallt“ sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.

Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.

Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(

 

 

Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.

 

X-Bein

von Ronald Wecker

Erst kürzlich hatte einer meiner Praxispartner anlässlich unseres wöchentlichen Fallbesprechungsabends  berichtet, dass er bei oberen Molaren mit konfluierenden  mesialen Kanälen häufig Folgendes beobachten konnte:

In vielen Fällen konnte er mit einem vorgebogenen Microopener unterhalb der zwischen den Kanaleingängen gelegenen Dentinbrücke ein nach distopalatinal verlaufendes Kanalsystem tasten. Und dies, obwohl zunächst alles nach einer 2-in-1-Situation aussah.

Mit diesem Verdacht im Kopf und unter Nutzung des präoperativ angefertigten DVT konnte genau diese Kanalkonfiguration in vorliegendem Behandlungsfall freipräpariert werden.

Als „Zugabe“ gab es eine tiefe Aufgabelung in DB, die aber ebenfalls bereits am präoperativen DVT zu vermuten war. Die nach palatinal weisende Aufhellung und die nicht mittenzentrierte Lage der Obturation  sprachen für ein weiteres Kanalsystem. Klassisch für eine solche Konfiguration ist der dünne, isthmusartige Ausfüllen vom DB Kanaleingang nach P.

Das bei der vorangegangenen Behandlung das in MB2 eingeführte NiTi-Instrument frakturierte, ist angesichts des vorgefundenen Kanalverlaufes nicht verwunderlich.

Etwas kniffelig gestaltete sich die warme vertikale Kompakten in Schilder-Technik. Wegen der kleinen Kanalquerschnitte konnten beide Guttaperchapoints nicht gleichzeitig  eingebracht werden. Beim Abtrennen des ersten Points war daher eine ruhige Hand gefragt, um ein unbeabsichtigtes Verbringen von erwärmter Gutspreche in den noch unobturierten Kanal zu verhindern.

Wenngleich das radiologische Erscheinungsbild aufgrund der schmal-ovalen Kanalquerschnitte von MB1/MB2 und DB ästhetisch zu wünschen übrig lässt, bin ich gespannt auf das erste Recall nach 6 Monaten.

 

 

Recall 10 Jahre

von Ostidald Wucker

Selten funktionieren Recalls nach 10 Jahren. Meistens reagieren die Patienten nicht auf unsere Erinnerung. Zum einen sind sie verzogen oder telefonisch nicht mehr unter der angegeben Rufnummer erreichbar. Das ist sehr Schade, denn die Nachkontrolle hilft schon genauere Aussagen über den Langzeiterfolg in der Endodontie zu sagen.

Hier habe ich  ein 10 Jahresrecall. Der Ausgangsbefund war ein ein Zufallsbefund und ich war damals sehr zurückhaltend eine Prognose abzugeben. Interessant an dem Fall ist die Wanderung der apikalen Puffs aus der Erstbehandlung und die Dauer bis zur Vollständigen Heilung des apiakalen Prozesses.

Internes Bleichen

Von Bonald Decker

Insbesondere Frontzähne, die eine Pulpanekrose aufweisen können sich in der weiteren Folge (stark) verfärben. Dies stellt für den betroffenen Patienten ggf. ein nicht zu unterschätzendes ästhetisches Problem dar.

Heute möchte ich Ihnen kurz einen Fall vorstellen, bei dem wir nach erfolgter endodontischer Behandlung ein internes Bleichen zur Korrektur der ausgeprägten Farbveränderung vorgenommen haben.

Zur detaillierten Erläuterung der Hintergründe dieser Thematik empfiehlt sich diese Stellungnahme der DGZMK.

Hier zunächst die radiologische Ausgangssituation:

 

Radiologische Ausgangssituation (Anfertigung alio loco) bei Zustand nach Frontzahntrauma vor 10 Jahren (Skistock vs. Zahn)

Grosses Bild: Klinische Situation des Zahnes 21, Sensibilitätstests (EPT & CO2) negativ – Kleines Bild: Intrakoronale Situation nach Trepanation mit deutlicher Rotfärbung des Dentins

Das von uns in solchen Fällen präferierte Bleaching-Material nach erfolgter Wurzelkanalfüllung ist Opalescence® Endo der Firma Ultradent.

Hier finden Sie eine Kurzanleitung hinsichtlich der empfohlenen klinischen Anwendung.

In dem vorliegenden Fall genügte eine einmalige Anwendung des Bleichmaterials für 2-3 Tage, um dieses Ergebnis zu erzielen:

Grosses Foto: Zustand nach internem Bleichen – Kleines Bild: Zustand nach Wurzelkanalfüllung, internem Bleaching und Kompositrestauration einige Wochen nach Abschluss der ästhetischen Korrektur

Prä-OP vs. Post-OP

 

Mit dieser recht simplen Vorgehensweise konnte die zunächst alio loco geplante Überkronung umgangen werden und es gelang die ästhetische Beeinträchtigung suffizient zu korrigieren.

Fragmententfernung mit Fragremover

von Donald Becker

Dieses Fragment war ein richtiges Biest.
Und der Kanal, in dem es abgebrochen war, so eng und obliteriert, dass es im nachhinein nicht verwunderte, dass es zum Instrumentenbruch kam.

Hier war guter Rat teuer.
Ein maschinelles Instrument, vermutlich 15.01 oder 15.02,  in Vollrotation in den Kanal eingeschraubt. Auf Kanaleingangsniveau frakturiert.

Anpacken konnte man es nicht. Passieren auf Grund des extrem engen Kanals unmöglich. Nicht mal die Spitze eines ISO 006-, 008-, 010- Instrumentes war noch irgendwo in den Kanal hineinzubekommen.

Und zu versuchen, mittels Ultraschall das Fragment loszubekommen, hätte lediglich zur Zerlegung in kleinere Fragmente geführt.

Bliebe noch die Hohlnadeltechnik, der ich aber in diesem Fall, gerade weil/obwohl ich diesbezüglich über viel Erfahrung verfüge, auf Grund der vorliegenden Besonderheiten wenig Erfolgswahrscheinlichkeit zutraute.

Mit einem Prototyp des Fragremovers gelang die Entfernung.
Es war nicht ganz einfach, diese Schlinge über das Fragment zu ziehen, aber danach gelang die Entfernung sicher und problemlos.

 

Kurz oder lang? Das DVT kann helfen.

von Ronald Wecker

Wer kennt diese Situation nicht? Die Endometrie zeigt reproduzierbar das Erreichen der Arbeitslänge an, nach Betrachten der Messaufnahme oder der Masterpointaufnahme kommen jedoch Zweifel hinsichtlich der Korrektheit der Arbeitslänge auf.

Das in diesem Fall zwecks Beurteilung der Periapikalregionen des 16 und 46 angefertigte DVT 8×4 cm ließ bereits präoperativ erkennen, dass das Foramen des 45 nach bukkal mündet.

Diese Vorabinformation, sowie die Bestimmung des Abstand des Foramen vom radiologischenApex im DVT konnte im Behandlungsverlauf an den intraoperativ erstellten Röntgenaufnahmen verifiziert werden. Hilfreich war dabei die Verwendung eines Haltersystems, das einen reproduzierbaren Strahlengang und somit verzerrungsarme Röntgenbilder ermöglicht.

Die apikale rundliche Erweiterung spricht für eine nach vollständiger Pulpanekrose arretierte interne Resorption. Die (zu kurze) Initialbehandlung hatte vermutlich zunächst apikal vitales Pulpagewebe zurückgelassen. Die laterale Sealerspur „passt“ zur lateralen Ausdehnung der periapikalen Aufhellung.

CableDrop

von Olaf Löffler

Röntgensensoren sind ungemein teuer und gleichzeitig ziemlich empfindlich.
Schnell passiert ein Kabelbruch und dann wird ein neuer Sensor fällig. Die Kosten dafür liegen dann bei mehreren tausenden Euro.
Die betriebswirtschaftlich Amortisierung verlangt aber lange Laufzeiten der Sensoren. Deswegen werden in unserer Praxis die Sensoren wie „Augäpfel“ gehütet.
Wir haben diese am Röntgengerät son installiert, daß sie zwar problemlos abnehmbar aber auch gleichzeitig stabil und fest damit verbunden sind. Die Kabel der Sensoren haben wir am Röntgengerät mit CableDrops der Firma Blutlounge gesichert. Dies hat sich bewährt und wir können mittlerweile auf eine fast zehnjährige Sensornutzung ohne Austausch zurück blicken.

Man sollte allerdings aufpassen, daß man nicht günstige Plagiate bestellt. Diese sind nicht so flexibel in der Kunststoffzusammensetzung und die Klebverbindung ist unzuverlässig.

Quiz du jour -reloaded -update

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit habe ich Ihnen hier und hier die ersten beiden Teile unseres Quiz du jour  -reloaded vorgestellt. Heute möchte ich Ihnen ein kurzes Update zur Weiterentwicklung der Situation geben.

Seit dem letzten Termin bei uns Ende November sind einige Wochen vergangen.

Nach Beurteilung der Lippenschwellung durch die behandelnde Abteilung für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie wurde dort mit Patient und Mutter eine abwartende Haltung vereinbart. Als Grund für die Schwellung werden statt der Fremdkörper intra- und extraorale Narbenzüge/gewebe gesehen.

Hier die Gegenüberstellung der Situationen von Oktober 2015 zu Januar 2016:

Seit dem Unfall mit Avulsion des Zahnes 21 sowie ausgeprägter extrusiver Dislokation des Zahnes 22 sind mittlerweile circa fünf Monate vergangen. Die endodontische Behandlung an Zahn 21 wurde circa zwei Monate nach dem Unfall alio loco eingeleitet. Bei uns erfolgten bisher zwei Behandlungstermine, bei denen an den Zähnen 21 und 22 im ersten Schritt eine zweiwöchige Ledermix-Einlage eingebracht wurde. Im zweiten Schritt folgte danach die Ca(OH)2-Applikation.

Gestern führten wir drei Monate nach Behandlungsbeginn eine klinisch-radiologische Kontrolle durch. Während sich Zahn 22 primär unauffällig präsentierte zeigte sein „Nachbar“ klinische und radiologische Anzeichen einer rasch fortschreitenden Ersatzresorption.

Als weiterer Schritt ist von unserer Seite zunächst der Abschluss der endodontischen Behandlung des Zahnes 22 geplant. Hinsichtlich des linken zentralen Inzisivus sind mit Patient und Mutter weitere Kontrollen und das spätere mögliche Vorgehen einer Dekoronation besprochen worden.

ich werde weiter berichten…

Seitenkanal – Dejavu

von Donald Becker

Erinnern Sie sich noch an diesen Fall hier ?

Eine vermutete vertikale Wurzelfraktur, die  sich nach Aufklappung als laterale Knochendestruktion darstellte, verursacht durch einen sehr großen Seitenkanal an Zahn 21. Die Therapie – nicht wie vermutet die Extraktion des Zahnes, sondern vielmehr Kavitätenpräparation  mittels WSR Retropräp- Ultraschallspitzen und Verschluss mittels in Säure- Ätz- Technik dentinadhäsiv verankerter Flowcomposite-Füllung. Besagte Patientin war letzte Woche zur Routine- Kontrolle in unserer Praxis. Was ich nicht gedacht hätte- es ist bereits 10 Jahre her, dass wir die Behandlung in Angriff nahmen. Für einen Zahn, der damals eigentlich hätte gezogen werden sollen, ein schönes und erwähnenswertes Ergebnis.

Duplizität der Ereignisse

Am gleichen Tag behandelten wir den Zahn 11 einer 51 jährigen Patientin.
Im Oktober 2013 war diese zur Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 27 überwiesen worden. Auch über diesen Fall hatte ich hier bei WURZELSPITZE berichtet. Es handelte sich um einen Zahn mit einer großlakunigen Resorption im apikalen Bereich der Palauinseln Wurzel. Hier hatten wir im Juni 2015 die WF- Kontrolle 17 Monate post WF durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit hatte die Patientin angesprochen, dass der bereits vor einigen Jahren also loco wurzelkanalbehandlete Zahn 11 ihr zeitweilig Probleme bereitete und sie eine WF- Revision wünschte. Die angefertigten Röntgenaufnahmen zeigten neben einer apikalen auch eine laterale Aufhellung, deren Lokalisation und der im Zentrum der Knochendestruktion sitzende, bereits im Zahnfilm sichtbare Seitenkanal auffallende Ähnlichkeit mit besagtem Fall von vor 10 Jahren aufwiesen.

Die Revision gestaltete sich als unproblematisch, ebenso wie  die Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha von Haut- und Seitenkanal. Der Röntgenkontrolle in 6 Monaten sehe ich optimistisch entgegen.

Schon wieder Dentalfotografie – Olloclip

von Christian Danzl

Nachdem ich hier und hier schon die Systeme Manfrotto KLYP+ und Exo-Lens vorgestellt habe hier heute ein System von Olloclip.

Olloclip scheint mir sehr universell. Es werden Clip-Linsen angeboten für iPhone 4,5 und 6 jeweils S,C und Plus, sowie iPad (Mini 1,2,3 und 4, Air 1 und 2) und Samsung Galaxy.

Sinnvoll für die Dentalfotografie auch hier wieder Makrolinse, Polfilter und evtl. ein Televorsatz, falls eine Porträt-oder Profilaufnahme gebraucht wird, denn das 28er Weitwinkel (35mm Äquivalent) des Iphone 6 ist nicht direkt als formatfüllendes Porträtobjektv geeignet.

Praktisch für die Praxis finde ich 2 Clips:

  • Telephoto + CPL Lens für rund 100,-
    das 2-fach Tele verdoppelt die Brennweite auf 50-60 mm und der Polfilter nimmt die nichtmetallischen Reflexe (mehr oder weniger) weg
  • die neue Makro Pro Lens für ca. 70,-
    mit 7, 14 und 21-fach Vergrößerung. Brauchbar scheint mit die 7-fache Vergrößerung. Auffällig ist ein starke kissenförmige Verzeichnung.
    Lieferung erfolgt mit Linsenclip (21er ist eine feste Linse, die 14er wird per Schraublinse zur 7er reduziert), 3 verschiedenfarbige Clipträger, die man sich per Schlüsselring und -band um den Hals hängen kann, sowie Linsenkappen, Abstandhalter und Stoffbeutel.

Zumindest die Makrolinse funktioniert NICHT mit einer Diplayschutzfolie.

Ein Stativgewinde, wie bei Manfrotto oder Exo-Lens ist NICHT im Lieferumfang, wird es aber im Rahmen einer zusätzlich erhältlichen Hülle ab Februar geben.

 

X-Bein mit Kommunikation

von Ronald Wecker

Das 6-Jahres Recall dieses unteren zweiten Molaren gibt Anlass zur Freude, zeigt es doch gesunde periapikale Verhältnisse nach einer zurückliegenden Primärbehandlung.

Aufgrund  einer irreversiblen Pulpitis wurde dieser 37 vor 6 Jahren endodontisch behandelt. Aufgrund der besonderen Anatomie (X-Bein-Konfiguration mesial, Kommunikation der mesialen Kanäle mit dem distalen Kanalsystem) erfolgte die Behandlung damals aus Zeitgründen zweizeitig.

Das X-Bein wurde erst bei der Einprobe der Masterpoints entdeckt, da nur jeweils einer der Guttaperchapoints auf Arbeitslänge einzubringen war. Die beiden Röntgenbilder der Einprobe zeigen dies auf schöne Weise.

Bei der Obturation fiel auf, dass plötzlich im distalen Kanalsystem Sealer und Guttapercha „auftauchte“. Während im apikalen Drittel eine modifizierte Schilder-Technik eingesetzt wurde, erfolgte die Obturation der mittleren und oberen Wurzeldrittel in Squirting-Technik.

Postendodontisch wurde der Zahn mit einer vollkeramischen Teilkrone versorgt.

Bleibt nur zu hoffen, dass das 10-Jahres-Recall genauso aussieht.

 

Eine Fallvorstellung (2)

von Ostidald Wucker

Hier hatte ich den Fall vorgestellt und hatte um Ihre Meinungen zur Therapie gebeten. Nun möchte ich an dieser Stelle den weiteren Verlauf vorstellen. Interessant ist das insofern, daß wir hier bereits ein 4jähriges Recall vorstellen können.
Das Ausgangs DVT hier noch einmal zur Ansicht.

36 wurde zweizeitig mit einer CaOH Einlage behandelt. Distal und mesial konnte das retrograde WF-Material nicht vollständig entfernt werden. Wir haben mit Natriumhypochlorit 5% und Zitronensäure 10% gespült. Beides Wurde mit Schall- und Ultraschall aktiviert. Die Wurzelkanäle wurden mechanisch mit Ultraschall “aufbereitet”.

Der apikale Verschluss und Wurzelfüllung erfolgte mit ProRoot MTA. Wir haben kein Widerlager benutzt, Das MTA wurde manuell mit Plugger und Papierspitze verdichtet.
Der Patient hat die anschließend geplante chirurgische Therapie bis heute nicht in Anspruch genommen.

Er wechselte den Arbeitsort und wurde nach 4 Jahren wieder bei uns vorstellig. Wir fertigten Röntgenaufnahmen und ein DVT an.
Nach der gemeinsamen Besprechung der letzten Röntgenaufnahmen teilte mir der Patient mit, daß er dieses Ergebnis erwartet habe, sogar etwas enttäuscht sei, daß keine vollständige Heilung erfolgte. Er nähme schließlich auch die Globuli, welche ihm seine Mutter empfohlen habe.
Von uns empfohlene Zahnärzte im neuen Wohnort besucht er nicht. 47 ist nach mehrjährigem Kronenverlust in Kontakt zu 17/16.

Wir ist das Ergebnis zu bewerten?
Eine Längsfraktur am Zahn 36 kann ich nicht ausschließen. Den Zahnerhalt sehe ich langfristig kritisch. Präimplantologisch ist es eine Verbesserung der ossären Struktur mit deutlicher Verkleinerung der apikalen Osseolysen.

Sobald wir wieder Recallbilder bekommen, werden wir diese einstellen.

Revitalisierung nach 5 Jahre

Von Bonald Decker

 

Nachdem ich vor Kurzem hier einen Misserfolg nach Revitalisierungstherapie vorgestellt habe möchte ich heute einen positiven Recallfall vorstellen.

Fünf Jahre ist die Behandlung  von Jona nun her. Als Einlage kam damals eine Kombination aus Metronidazol und Ciprofloxacin zur Anwendung. Obwohl der koronale MTA-Verschluss nicht besonders „sexy“ aussieht scheint er seinen Zweck erfüllt zu haben.

Gemeinsamen mit Patient und Mutter freue ich mich über dieses Behandlungsergebnis. Es bekräftigt ich darin dieser Therapieform weiterhin Beachtung zu schenken.

 

UK Molaren mit apikalen Aufhellungen – 6 Monats-Recall

von Donald Becker

36,37 Diagnostische Rö vor WF- Revision

Der Patient kam Ende September 2014 auf Empfehlung seiner Arbeitskollegin. Im OPG, dass zur PAR- Diagnostik vom Hauszahnarzt vorgenommen wurde, zeigten sich massive apikale Aufhellungen an den Zähnen 36 und 37. Die Zähne waren vor mehr als 12 Jahren endodontisch behandelt worden, der Patient war in all der Zeit schmerzfrei, Zahn 36 und 37 waren klinisch unauffällig.

Am 02. Februar 2014 wurden die Zähne 36 und 37 zunächst von meiner restaurativ tätigen Praxiskollegin mit dentinadhäsiven Composite- Restaurationen versehen. Im Anschluss nahm ich die Trepanation und die initiale Wurzelkanalbehandlung an 36 und 37 vor. Am 10. Februar und am 27. Februar erfolgten weitere Aufbereitungssitzungen. Die Revision gestaltete sich als schwierig und sehr zeitaufwändig. Ein angefertigtes DVT war insofern eine große Hilfe, dass dadurch der in den distalen Wurzeln vorhandene tiefe Split des Wurzelkanals in zwei Kanäle von Beginn an visualsiert werden konnte. Leider konnte in der distalen Wurzel des Zahnes 37 keine Patency erreicht werden. Im Anschluss an die letzte Aufbereitungssitzung wurde eine Calciumhydroxideinlage für 16 Wochen liegen gelassen.

36,37 WF- Kontrolle

Am 07. Juli wurde mit der Wurzelkanalfüllung die eigentliche Wurzelkanalbehandlung abgeschlossen. Einen zwischenzeitlich vereinbarten Termin zur postendodontischen Stabilisierung konnt der Patient unfallbedingt nicht wahrnehmen. Er  stellte sich am 13. Januar 2016 zum Recall 6 Monate nach WF vor.

 

36, 37 WF Kontrolle 6 Monate post WF

Die röntgenologische Kontrolle zeigte eine für die Kürze der Zeit sehr erfreulich zu nennende, weit fortgeschrittene knöcherne Rekonsolidierung. Die nächste Kontrolle soll im Januar 2017 erfolgen.

Aus 7 mach 13

von Bodald Necker

Wieder einmal kam der Patient zur „01“.

Ich muss gestehen, ich warte schon immer auf ihn, um die Haltbarkeit bzw. den Verschleiss der Kompositfüllung an seinem 16 zu dokumentieren.
Vor kurzem war es wieder soweit.

Der erste Artikel zu dieser Füllung ist hier.

Weitere Bilder der Füllung im Laufe der Jahre sind hierhier und hier zu sehen.

Hier nun der aktuelle Zustand der Kompositfüllung, die bereits vor fast 13 Jahren gelegt wurde.

Meine Prognose: Die hält noch länger ;-)

Warum hält diese Füllung (wie auch andere Füllungen) dann doch länger als von einem, der es eigentlich wissen muss, prognostiziert wurde?

Es sind einige Gründe dafür:

  1. Der Patient putzt seine Zähne regelmässig (er ist nicht Held der Mundhygiene, aber bestimmt im oberen Drittel mit dabei). Und alle die hier mitlesen und vom Fach sind, wissen, dass dies leider in Deutschland immer noch nicht überall Standard ist.
  2. Er ist vollbezahnt. So kann sich der normale Verschleiss der Zähne auf die maximale Fläche verteilen, und jeder einzelne Zahn wird so wenig wie möglich verschlissen.
  3. Die Füllung ist nicht überextendiert, wenn auch an der Obergrenze. Sowie auch die anderen Zähne nicht mit übergrossen Kunststoff-Füllungen versorgt sind.
  4. Es ist keine quick n‘ dirty Füllung.
    Karies wurde vollständig entfernt, Präparationsrichtlinien wurden befolgt, Kavität wurde nach Vorschrift konditioniert und mit Seitenzahnkomposit gefüllt.

 

Allerdings, wenn eine Amalgamfüllung nach Richtlinien und lege artis gelegt wird, wird diese unter Umständen doch noch viel länger halten.

Perforierende interne Resorption – das Recall

von Ronald Wecker

Im Sommer 2015 hatte ich an dieser Stelle über die Behandlung dieses oberen seitlichen Schneidezahns berichtet.

7 Monate nach der endodontischen Therapie zeigt sich der Zahn klinisch vollkommen symptomfrei. Radiologisch ist eine deutliche Verkleinerung der lateralen Aufhellung zu erkennen. Ob es ein langfristiger Behandlungserfolg werden wird, wird die Zukunft zeigen.

Eine Fallvorstellung

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich in mit Beschwerden Regio 46 in unserer Praxis 2010 vor.  Wir wurden ihm von Kollegen empfohlen.

Er war länger nicht beim Zahnarzt gewesen. Grund dafür war seine starke berufliche Einspannung. Nun war noch eine Krone (16) herausgefallen und es ließ sich der Besuch nicht mehr verschieben.
Folgende Anamnese erstellten wir:

47 j Patient, Mediziner, keine Allgemeinerkrankungen
Trauma: Jochbeinfraktur nach Fahrradsturz vor mehr als 15 Jahren,
Zahnm. Anamnese:
pulpitischer Schmerz 47 Sensi +, Krone 16 dezemntiert, Sensi +
2001 WSR 36 Hamburg KCH Praxis, 4-5 Jahre zuvor erfolgte die prothetische Sanierung.
Röntgenbefund OPG 2010
36 ausgedehnte, weichteildichte, scharf abgegrenzte doppelkammerige apikale Aufhellung. Sinus: li, re. VD Schleimhautverdickung.
Jochbein re. Osteosyntheseplatte.
Unklarer Verlauf des Mandibularkanals im Bereich der Regio 35/36.

Ein DVT wurde angefertigt.

Unsere Therapieempfehlung bestand in der Wiedereingliederung der Krone 16, individualprohylaktischer Rehabilitation, Füllungstherapie, endodontische Therapie 47 und provisorische Versorgung.
Den Zahn 36 wollte der Patient mit allen Mitteln erhalten. Die empfohlene Extraktion lehnte der Patient ab.
Deshalb 36 endodontische Revision, langzeitprovisorische Versorgung und Vorstellung in kieferchierurgischer Praxis zur Beratung ->Zystektomie, bzw. kieferchirurgischer Therapie.

Der Patient suchte daraufhin eine kieferchirurgische Praxis auf.
Die Therapieempfehlung und Diagnose lautete: rad. Zyste, WSR + piezzo-mechanische retrograde Aufbereitung und apikaler Verschluss. Die Wurzelfüllung muss dadurch nicht erneuert werden.

Wir rieten dem Patienten von dieser Therapie ab. Ein weiterer Oralchirurg, der zu diesem Fall von dem Patienten konsultiert wurde, befürwortete unseren Therapieansatz. Zunächst endodontische Revision 36. Danach die chirurgische Therapie.

Wie würden Sie dem Patienten raten?

Fragmententfernung – mal anders

Von Christoph Kaaden

Das IPad erfüllt in unserer Praxis eine Reihe von Aufgaben (wie u.a. hier beschrieben). Vor Kurzem kam es leider bei der Benutzung des Kopfhörers zum Bruch des Klinkensteckerinnerhalb der dafür vorgesehenen Buchse. 

Wie auf der Nahaufnahme zu erkennen handelte es sich (wohl) um einen (Ermüdungs-) Bruch des dreipoligen Sterosteckers kurz unterhalb des ersten Schaftes (gemeinsame Masse/Rückleitung).

Der weitere Anteil (für rechten und linken Tonkanal) sass innerhalb der Buchse fest und liess sich auf Anhieb mit nichts entfernen. Die daraufhin von mir durchgeführte You-Tube-Suche nach einer Problemlösungen ergab u.a diesen bzw. diesen Entfernungsvorschlag.

Leider führten beide Varianten in meinem Fall nicht zu dem gewünschten Erfolg. Daraufhin entschloss ich mich zu einer „endodontischen“ Herangehensweise mittels Eingeschrauben eines Hedström-Instrumentes. Obgleich es mir nicht gelang dies achsengerecht zu positionieren reichte die erzielte Friktion aus, um das verbliebene Stecker-Fragment durch leichte Zugbewegung zu entfernen.

Wofür so ein Hedström-Instrument doch alles gut sein kann…

;-)

Weck, Worscht, Woi oder 2016 …

Mein guter Vorsatz für 2016 ?
Am 31. Dezember diesen Jahres werde ich meinen letzten Beitrag für WURZELSPITZE schreiben.

Seit 1997 bin ich zahnmedizinisch im Internet unterwegs. Was davor war, daran habe ich keine Erinnerung mehr, also kann es nicht sonderlich relevant gewesen sein. Aber ich erinnere mich noch sehr genau an meine erste zahnmedizinische Begegnung mit einem Kollegen im Netz. Er hieß Michael Logies und wir stehen noch heute in Kontakt miteinander.

Ich schrieb in seiner Zahnmed- Liste und in ROOTS, gründete mit Endonews das erste deutschsprachige Endodontie-Forum. Danach rief ich die Gruppe „Wurzelkanal“ ins Leben, ein Zusammenschluss engagierter Endodontisten zum virtuellen und persönlichen Erfahrungsaustausch. Seit 2008 dann dieser Blog hier.
Wir starteten WURZELSPITZE mit 50 Klicks pro Tag im ersten Monat.
Mehr als 2100 Beiträge und 7 Jahre später erreichen wir (in den letzten beiden Jahren ziemlich konstant) 750.000 Besuche im Jahr.

Eine Erfolgsstory.
Auf jeden Fall.
Es hat sich, wie die Zahlen zeigen, fast Alles so viel besser entwickelt hat, wie wir es uns nur wünschen konnten (die einzige Ausnahme in all der Zeit ist der „Literaturpate“, dessen Limitierung auf aktive Foranten nicht den nötigen Zuspruch erhalten  hat, aber selbst daraus konnten wir wichtige Schlussfolgerungen ableiten).

Vor vielen Jahren, ich war meines Einsatzes in Kursen, Vorträgen und in Emailforen müde, sagte mein Freund und Kollege Harald Vögele zu mir: “Hör nicht auf. Wenn Du dein Wissen für Dich behältst, profitieren deine Patienten davon. Wenn Du dein Wissen weitergibst, kannst Du den Nutzen verhundertfachen, weil viele Kollegen nun in deinem Sinne den Patienten helfen können”.

Und dann war da und ist bis heute einer meiner Leitsätze: „Ich bin felsenfest der Meinung, dass unsere Welt eine bessere wird, wenn jeder von uns, nur ein bisschen nicht für sich selbst, sondern selbstlos für andere tut.“

Ich wollte immer mein erworbenes Wissen, das Erlernte, Erfahrene, Erarbeitete weitergeben. 1994 habe ich meine ersten Vorträge gehalten. Über den Nutzen und die Anwendung von Kofferdam in der Zahnmedizin. Diaprojektor. Kabelfernbedienung. Gelbe Schrift auf blauem Grund. „We have come a long way“.

Und nun ist es an der Zeit, „The Times they are A-Changin“, wie schon Robert Zimmermann konstatierte und zur E- Gitarre griff,  Andere an meine Stelle treten zu lassen.

22 Jahre sind eine lange Zeit.
Es war schön und nun ist es gut.
Ich gebe die „Gießkanne“- die trefflich als Metapher für dieses Blog dienen mag –  ab.  In der Gewissheit, dass Andere kommen werden, um das Pflänzlein „Endodontie“ weiter gedeihen und wachsen zu lassen.

Es ist dennoch kein grundsätzlicher und strikter Abschied.
Ich ziehe mich nicht vollends auf ´s Altersteil zurück, sondern werde Zahnmedizin und Endodontie in der Lehre  wie bisher und in anderer Form weiterhin auch noch ein wenig verbunden bleiben.
Ich sammle, bündele meine Kräfte für eine langgehegte, aber bislang nicht verwirklichte Idee. Die – eben nicht mit der Kanne weit und diffus verstreuend, sondern stattdessen eine kleine, vermutlich nur mit der Lupe aufzufindende Gruppe von Kollegen ansprechen kann- gewissermaßen das Gegenteil dieses Blogs hier ist.

Eine Idee, die aber auch 25 Jahre Berufserfahrung des Referenten voraussetzt.

Das Projekt hat den Namen „Weck, Worscht, Woi“ und ist zum einen, nach über 300 Vorträgen und Kursen exakt die Fortbildung, die ich nach über 2 Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit der Endodontie machen möchte.

Um meine Fähigkeiten und Kenntnisse genau so, und bis ins kleinste Detail, den interessierten Kollegen zu vermitteln.

„Weck, Worscht, Woi“ ist eine Monographie meines endodontischen Arbeitens und man könnte es am besten als die Essenz meines endodontischen Wissens und Könnens mit lückenlosen Aneinanderreihung von praxisrelevanten Details charakterisieren.

Mehr dazu finden sie hier.

 

 

 

 

Dentalfotografie mit Zeiss/Exo-Lens

von Christian Danzl

Ich habe ja schon berichtet, wie gut die Kommunikation von Zahnarzt zu Zahntechniker mit den neuen Medien (Smartphone und Messenger-Apps) funktioniert.
Auch die das Manfrotto KLYP+ System (Vorsatzlinsen, Polfilter, Licht, Stativgewinde) habe ich hier schon vorgestellt. Polfilter und Licht sind ja im Standardbereich nutzbar.
Das Makro-Objektiv ist eher etwas spezieller im Einsatz, da es nur eine Entfernung von ca. 20 mm zum Objekt erlaubt.
Exo-Lens hat sich jetzt mit Zeiss zusammengetan und haben auf der CES einige Vorsatzobjektive für das iPhone 6/6s und das Samsung Galaxy S6 vorgestellt.
Mit von der Partie ist auch wieder eine Makro-Objektiv.

 

 

 

 

Das Objektiv ist als Zoom ausgelegt, so dass Objekte von 3 – 12 cm Größe jeweils formatfüllend abgebildet werden können. Der aufschraubbare klare Diffusor soll die Ausleuchtung des Objektes verbessern und die Fokussierung erleichtern.

Befestigt werden die Objektive (ein Tele und ein Weitwinkelvorsatz sind noch im Zeiss-Angebot – neben verschiedenen bereits erhältlichen Ex-Lens Objektiven) per Gewinde an einem Halter, der über das Smartphone gesteckt wird.

 

 

Zumindest „auf dem Papier“ macht das Exo-System einen stabilen Eindruck. Die Zeiss-Optiken versprechen auch keine schlechte Wahl zu sein. Zumindest verspricht Zeiss,  neben einer über das ganze Bildfeld exzellenten Abbildungsleistung, auch eine nicht wahrnehmbare Verzerrung und chromatische Aberration.

In der Hand hatte ich noch nichts von alledem, angekündigt sind die Zeiss Objektive für Ende des 2. Quartals 2016. Auch über die Preis ist mir noch nichts bekannt.
Ich werde berichten…

Was der Eddy alles kann.

von Ronald Wecker

Der „Eddy„, eine von Winfried Zeppenfeld erdachte und von VDW vertriebene Polyamidspitze zur Aktivierung der intrakanalären Spüllösungen, erfreut sich seit seiner Markteinführung in unserer Praxis allergrößter Beliebtheit und ist aus unserem Spülprotokoll nicht mehr wegzudenken.

Die Lage der Aufhellung und die laterale Auswertung des Sealers ließen bereits im Ausgangsbild das Vorhandensein eines oder mehrerer Seitenkanäle vermuten. Das DVT zeigte zudem auf Höhe des Zentrums der lateralen Aufhellung einen inhomogenen Abschnitt der vorhandenen Obturation.

Die Behandlung erfolgte, da der Zahn deutlich symptombehaftet war, zweizeitig.

Die mechanische Bearbeitung trat nach Entfernung der Obturationsmassen gegenüber der   schallunterstützten Irrigation mittels Eddy klar in den Hintergrund.

Schön zu sehen, dass es gelungen war am Ende deutlich mehr Seitenkanäle gefüllt zu haben, als präoperativ zu erkennen waren. Noch schöner zu sehen, dass im 6-Monats-Recall der laterale Defekt fast vollkommen ausgeheilt erscheint.

Enterococcus und noch mehr

von Olaf Löffler

Ein interessanter Artikel über Kaffeemaschinen, bzw. über die sogenannten Kapselmaschinen ist auf Nature zu finden.

http://www.nature.com/articles/srep17163

Besonders interessant finde ich die Darstellung der „Fundstücke“ und deren Lokalisation.
http://www.nature.com/articles/srep17163/figures/1

Der Enterococcus mischt mal wieder mit. Pseudonyms ist „koffeinsüchtig“.

Wir haben ein solches Gerät in der Praxis. Die Reinigung wird laut Nestle so durchgeführt.
https://www.nespresso.com/ch/de/machine-assistance

Ob das wirklich reicht. Ich zweifle jetzt.

 

Adventskalender 2015 – 24. Dezember

von Hans – Willi Herrmann

Ein Türchen des diesjährigen Adventskalenders, das größte, ist noch ungeöffnet.
Es ist in diesem Jahr einem Gerät gewidmet, dem ich in über 20 Jahren intensiver Beschäftigung mit der Endodontie bislang keine besondere Bedeutung beigemessen habe.

Die Rede ist von der Gerätegruppe der Laser, die seit 1988 in meinem zahnmedizinischen Kosmos  bekannt sind. Damals wurde, in etwa zeitgleich mit dem ersten CEREC- Gerät an der Uni Mainz der ADL – Laser vorgestellt. Keine Ahnung, ob es die Firma überhaupt noch gibt, Fakt ist jedoch, dass dem Laser (der in jedem Bereich der Zahnmedizin als Ei des Kolumbus (was sonst) beworben wurde) bislang der entscheidende Durchbruch verwehrt blieb.

Weil all die angepriesenen Vorteile (man muss nur die bis vor kurzem veröffentlichten entsprechenden Studien für den Endo – Bereich, – für andere Teilbereiche der Zahnmedizin ist es ähnlich – genau lesen, um zur Erkenntnis zu kommen, dass) sich auf konventionellem Wege mit gleichen oder besseren Ergebnisse erreichen lassen. Teils mit deutlich weniger Zeit, deutlich weniger Aufwand, aber vor allem immer ohne die teilweise immens hohen Kosten für das Gerät ans sich und seinen Unterhalt.

Im Rahmen meiner assistenzzahnärztlichen Tätigkeit hatte ich kurz nach dem Studium die Möglichkeit, mehr als ein Jahr mit einem Neodym YAG – Laser zu arbeiten. Die gemachten Erfahrungen bestätigten meine bis dato Einschätzung. Seit dieser Zeit beschränkten sich meine Berührungspunkte auf das Lesen entsprechender Studien, die allesamt suboptimal ausfielen und auf die  Beurteilung der Ergebnisse von Patientenfällen, bei denen Laser alio loco eingesetzt wurden. Bedauerlicherweise trugen auch diese nicht dazu bei, dass bestehende Urteil, die Laseranwendung betreffend, zu revidieren.
Im Gegenteil.

Dann kamen Artikel und Studien David Jaramillos  zu PIPS und vor allem sein Vortrag auf der DGET Jahrestagung 2014 in Hamburg.

Und damit REM – Bilder von absolut sauberen Dentintubuli.
Ein bisher nicht dagewesener Quantensprung, die Wurzelkanalreinigung betreffend.

Jetzt wissen wir alle, inwieweit selektiertes Bildmaterial ein in vivo nur suboptimal vorhandenes Ergebnis vortäuschen kann.  Allerdings erweckt Jaramillo nun ganz und gar nicht den Eindruck, hier wieder einmal profitorientiert den Laser in die Zahnmedizin einschleusen zu wollen, sondern – im Gegenteil und insbesondere wenn man mehrmals die Gelegenheit hatte, ihn persönlich kennenzulernen er macht den Eindruck des integren und engagierten Wissenschaftlers.

Für mich stand danach fest, ich wollte den Laser für den Bereich Endo ausprobieren.

4 Monate hatte ich  die Möglichkeit, den Erbium Yag- Laser AdvErL Evo der Firma Morita in der Praxis einzusetzen.

Längst nicht  auch nur annähernd genug Zeit, um ein Fazit stellen zu können, will man nicht nur dem Laser, sondern vor allem der Gesamtsituation im Sinne einer umfassenden praxisrelevanten Bewertung gerecht werden zu wollen.

Wenn wir allerdings davon ausgehen, dass der Vorteil der maschinellen NiTi- Aufbereitung der letzen 20 Jahre in der verbesserten Formgebung und effizienteren Aufbereitung zu sehen ist, die Reinigungsleistung jedoch ähnlich schlecht einzustufen ist wie mit Handinstrumenten und wenn wir weiter dem altbekannten bon mot Bedeutung beimessen, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was in den Wurzelkanal abschließend eingebracht, sondern vielmehr, was im Vorfeld herausgeholt wird, dann zeigt nachfolgendes Video exemplarisch den Wert des Morita AdvErL Evo Lasers, die Wurzelkanalreinigung betreffend. Im Video sieht man den Zustand das Wurzelkanals nach maschineller Aufbereitung. Was dann, durch Einsatz des Lasers, an Debris noch aus dem Kanal herauskommt, ist nicht anders als ungemein beeindruckend zu bezeichnen.

 

Themenwechsel und Gedankensprung.
Vergleichsweise unbemerkt – betrachtet man sein weithin bekanntes „lautes“ Auftreten –  wird Ende dieses Jahres ein engagierter Zahnerhalter die zahnärztliche Bühne verlassen.

Wenige werden dies bedauern.
Dafür hat er sich mit der ihm eigenen Art (er sagte mir mal, „Wenn ich in ein Zimmer möchte, dann nehme ich nicht die Tür, ich nehme den Vorschlaghammer und schlage die Wand ein“ zu viele Sympathien verscherzt.

Dennoch wird er fehlen.

Die Rede ist von Rüdiger Osswald.
Ein sicherlich oft unbequemer aber nicht desto trotz in der Sache wichtiger Streiter für den (endodontischen) Zahnerhalt.  Er gehörte zu den wenigen,  die sich dem wissenschaftlichen und politischen Mainstream energisch widersetzten.  Mögen ihm nicht Wohlgesonnene letzteres noch von Eigeninteresse motiviert wissen, so ist sein Einsatz für CHKM nicht so banal abzutun, sofern man bereit ist, unvoreingenommen sich der Sache zu nähern.

Warum ich dies schreibe ?

In den letzten Beiträgen ist immer wieder angeklungen, wie schwierig es sein kann, im Wurzelkanal vorhandenes Calciumhydroxid vollständig zu entfernen. Der Laser scheint hier-  das mein Eindruck nach 4 Monaten – sehr hilfreich zu sein. Der Versuchsaufbau ist einfach. Kann der Laser nach Einsatz von Eddy und XPEndo noch Calciumhydroxid aus dem Wurzelkanal entfernen, so ist – und dies geschieht regelmäßig – zumindest der Nachweis erbracht, dass er dazu fähig ist, während die anderen Verfahren dies in der vorgegebenen Zeit nicht vermochten. Bei der Gegenprobe sollte nach Einsatz des Lasers es nicht mehr möglich sein, mit Eddy und XPEndo noch Calciumhydroxid aus dem Kanal zu befördern. Auch dies gelingt routinemäßig.

Es herrscht Einigkeit, das zurückgebliebenes Calciumhydroxid aus unterschiedlichen Gründen als suboptimal und ungewollt anzusehen ist. Weiterhin ist seit vielen Jahren bekannt, dass Calciumhydroxid die ihm zugeschriebenen Eigenschaften nicht in der ihm angepriesenen Form zu erfüllen vermag. Trotzdem  wurde allzuoft, allzu häufig viel zu lange und wird weiterhin mantraartig unreflektiert an diesem Mittel festgehalten, obwohl es EBD basiert deutlich schlechter ist als sein Ruf. Zieht man genau diese EBD heran, wird man feststellen, das CHKM deutlich besser ist als sein Ruf und es erhebt sich die Frage, auf welchen Studien die Abwertung dieses Materials basierten und ob diese Studien einer neutralen Beurteilung mit harten Kriterien heute noch standhalten.

Ist also CHKM deutlich besser als sein gründlich ruinierter Ruf ?
Bevor ich also ein Material verwende, für dessen möglichst vollständige Entfernung als Voraussetzung einer adäquaten Wurzelkanalfüllung ich eines teuren Lasers bedarf, dann möchte ich gerne wissen, ob dieses Material die in es gesetzten Erwartungen erfüllt.

Und welcher Tag – wenn nicht Heilig Abend – wäre besser geeignet, dafür zu bitten, daß im Sinne eines fairen Umgangs mit Menschen und Methoden offen und vorbehaltlos die benötigten Medikamente auf ihre Eigenschaften hin untersucht werden.

In diesem Sinne

Frohe Weihnachten !

 

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät des Morita AdvErL Evo Lasers kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

ÜDay 2016 – Teaser

Von Christoph Kaaden

 

Letzte Woche habe ich hier auf einige Fortbildungen zum Thema Frontzahntrauma verwiesen. Alternativ zu dem Kopenhagen-Termin Ende April 2016 gibt es noch eine weitere Veranstaltung mit interessanten Vortragstiteln

;-)

  • Das Erwachen der Macht“ – Klinische Anwendung eines Lasers in der Endodontie – Hans-Willi Herrmann, Jörg Schröder
  • „Vorsicht Falle“ – Röntgendiagnostik und endodontische Therapie in der Praxis –    Olaf Löffler
  • „Rette mein Lächeln !“ –  Endodontischer Zahnerhalt in der ästhetischen Zone – Christoph Kaaden
  • „Primum non nocere“ – gilt das auch für Patientendaten?  Ein Überblick über relevante Datenschutzvorschriften für die Zahnarztpraxis und praktikable Lösungsmöglichkeiten –  Haya Hadidi
  • Die Patientenaufklärung – Herausforderung und Chance für Behandler
    Was gilt es zu beachten und was sind mögliche Folgen? – Haya Hadidi

Hier ein kleiner Teaser zu einer der Präsentationen

 

Adventskalender 2015 – 22. Dezember

von Hans – Willi Herrmann

Auf den VDW Eddy – eine schallaktivierte Polyamid – Spülspitze –  treffen beide Kriterien zu, die seine Nennung im Adventskalender rechtfertigen. Er kann etwas besser als alles bisherig Verwendete und kommt daher obligat in jedem Fall in unserer Praxis zur Anwendung.

Was kann er besser ?
Die Aktivierung von Spülflüssigkeiten ?

Hier ist die viel beschworene wissenschaftlich untermauerte Evidenz gefragt, diesen Punkt zu klären. Ich als Praktiker kann nur anführen, dass die Flüssigkeiten in Wurzelkanal und Pulpacavum so ordentlich durcheinandergewirbelt werden, dass es zumindest rein subjektiv mit den bisherigen Varianten locker mithalten kann.

Definitiv besser ist aber folgendes: Die Kunststoffspitze macht keine negativen Veränderungen der Kanaloberfläche und sie bricht bei Benutzung so gut wie nie, demnach wesentlich, wesentlich weniger und ist daher wesentlich, wesentlich sicherer als die bis dato so hochgelobten und teilweise diese Eigenschaft im Namen tragenden, aber diesem Anspruch nicht gerecht werdenden Metallspitzen.

Schon mal versucht, solch ein dünnes Metallfragment aus einem vollständig präparierten und vielleicht sogar apikal offenen Wurzelkanal zu entfernen ?

Allein diese Problematik rechtfertigt schon den Einsatz des Eddys.

Woher aber weiss ich so genau, dass der Eddy in dieser Hinsicht deutlich besser ist als alles bisher dagewesene ?

Weil die Idee für den Eddy keine neue ist.
Winfried Zeppenfeld sprach darüber schon vor mehr als 7 Jahren und präsentierte einem überschaubaren Kreis von Kollegen auch als proof of concept eine Anleitung zum Selbstbau, die dementsprechend fleißig genutzt und angewendet wurde.

Kleiner Wermutstropfen.
So schön und praktisch es ist, nun eine industriell gefertigte Variante zu haben, in zwei Aspekten schlägt die DIY- Variante ihren professionellen Nachfolger: Die Materialkosten betrugen nur ein Drittel oder ein Viertel des Eddys und  der Prototyp war sterilisierbar und demnach etliche Male wiederverwendbar.

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

 

 

Neues von der Messe – Teil 3

von Christian Danzl

Vor der Messe ist nach der Messe. Hier ein paar Eindrücke aus New York. Das Wetter war diesmal sehr angenehm, bis 15° und meist sonnig.

2D vs. 3D (XXXII)

von Ronald Wecker

Der klinisch deutlich dunkel verfärbte und nicht auf elektrischen Reiz reagierende Zahn 12 sollte einer endodontischen Behandlung zugeführt werden.

Im präoperativen Einzelbild imponierte neben einer nicht mit dem Pulpakammerhohlraum in Verbindung stehenden intrakoronalen Aufhellung mit röntgenopakem Randbereich, dass sich die apikale Hälfte der Wurzel von Zahn 13 sehr scharf und ohne die sonst übliche knöcherne Zeichnung darstellt.

Zudem erscheint die apikale Hälfte der Wurzel des 14 zu fehlen. Die Zähne 14 und 13 reagieren positiv auf elektrischen Reiz. Das angefertigte DVT zeigt zum einen das wahre Ausmass der Läsion und einen Zufallsbefund an Zahn 21. Eine klinische Symptomatik besteht nicht. Der Patient ist beschwerdefrei. Die Zähne 13 und 14 zeigen eine normale Beweglichkeit. Die Sondierungstiefen sind unauffällig.

Die Anregung zur endodontischen Behandlung kam vom aufmerksamen überweisenden Kollegen.

Der Behandlungsplan sieht vor, zunächst den Zahn 12 endodontisch zu behandeln. Parallel dazu wird ein erfahrener MKG konsiliarisch einbezogen, der die verschiedenen Behandlungsoptionen mit dem Patienten erörtern wird (chirurgische Intervention mit und ohne vorangehende Dekompression, Defektheilung, augmentative Massnahmen.)

Die Möglichkeit der Vitalerhaltung der Zähne 13 und 14 hat oberste Priorität, scheint jedoch insbesondere am Zahn 14 fraglich zu sein. Zahn 21 bedarf derzeit keiner Therapie. Die negative Sensibilitätstestung stellt keine Indikation für eine endodontische Intervention dar.

An ein zurückliegendes Trauma – die Horizontalfraktur des 21 lässt sich anders kaum erklären – kann sich der Patient nicht erinnern.

Wie hätte die Planung ohne das DVT ausgesehen? Wie hätte die Aufklärung ohne das DVT erfolgen können?

 

2015 Fallvorstellung 2

von Ostidald Wucker

Und noch zwei Fälle aus 2015, welche in meiner Erinnerung hängen geblieben sind.

Bei beiden Fällen haben wir die SAF eingesetzt. Diese gehört seit 2014 zum Standardprotokoll in fast jeder Aufbereitung.
Ausnahmen wären beispielsweise:
– schwer zugängliche Zähne mit geringer Mundöffnung ohne halbwegs geradlinigen Zugang,
– Kanaldurchmesser größer 2mm, bzw. Kanäle in denen die SAF rotieren würde.

Beide Fälle zeigen starke Krümmungen der Zahnwurzeln.

Der erste Fall zeigt ein extrem gekrümmtes Kanalsystem eines unteren Weisheitszahnes. Hier sollte im Überweisungsauftrag der Zahn mit allen Mitteln erhalten werden, da eine Implantation als Alternative nicht in Frage kam.
Die Diagnose lautet: infizierte Pulpanekrose, P. apicalis.
Der Patient wurde über die außergewöhnlich hohe Gefahr der Instrumentenfraktur aufgeklärt und wollte ebenso den Erhaltungsversuch wagen. Die Aufbereitung erfolgte in diesem Fall mit Profile und TwistedFile Instrumenten. Mesiobukkal konnte Patency nicht etabliert werden. Die SAF 1.5 wurde pro Kanal für 4 Minuten auf der gesamten Arbeitslänge nach Aufbereitung bis #25 eingesetzt. Interessant für uns ist die Frage – Wird es zur Heilung trotz fehlender vollständiger apikaler Aufbereitung kommen? Es sieht nicht danach aus.

Im zweiten Fall wurde die apikale Krümmung mit Handinstrumenten und Profilinstrumenten aufbereitet. Die apikale Krümmung konnte  sehr gut mit der SAF bearbeitet werden. Die Aufbereitung distal erfolgte bis #30.
Der Masterpoint distal gelangte überraschend nicht auf die genaue Arbeitslänge. Das Röntgenbild zeigte das Problem. Ein Fragmentenstück der SAF, nicht optisch erkennbar, war die Ursache. Das Entfernen war problemlos unter Einsatz des Eddy und Spüllösung möglich.
An der SAF war selbst haben wir unter mikroskopischer Kontrolle das fehlende Teil nur sehr schwer erkennen können. Bereits vor einiger Zeit haben wir einen ähnlichen Fall beschrieben. Damals konnten wir das apikal gelegene Fragment im Kanal sehen.

 

 

Jahr der Frontzahntrauma-Fortbildungen

Von Christoph Kaaden

Fortbildungen zum Thema Frontzahntrauma sind im Vergleich zu anderen leider rar gesät. Im kommenden Jahr verhält es sich anderes und es bieten sich dem Fortbildungswilligen einige „hochkarätige“ Optionen.

Los geht`s am 09. April 2016. Die Universität Würzburg lädt unter dem Motto:

Frontzahntrauma! Was nun?– herzlich ein.

 

Flyer Traumatagung Würzburg

Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. G. Krastl (u.a.Zahnunfallzentrum Würzburg) sollen „in diesem Seminar Wege aufgezeigt werden, die die eigene Praxis zu einem Teil eines FZT-Netzwerkes machen, das sich mit allen Aspekten des FZT befasst. Ansprechen werden sollen alle, die aus ihren Bereichen wie Kinderzahnheilkunde, Chirurgie oder Endodontie Erfahrung im Umgang mit FZT haben und für Kollegen/innen in der näheren Umgebung zu einer/einem Ansprechpartin/Ansprechpartner oder der Anlaufstelle für einen professionellen Umgang mit Frontzahntrauma-Patienten/innen werden.“

Sicherlich eine sehr gute Idee, die hoffentlich sehr viel Zuspruch und Unterstützung erfährt.

 

Zum Ende des gleichen Monates findet dann eine weitere hochkarätige Fortbildung zum Thema >Treatment Challenges in Dental Traumatology< in Kopenhagen/Dänemark statt. Etliche international renommierte Referenten berichten dann über behandlerische Herausforderungen in der dentalen Traumatologie.

Traumatagung Kopenhagen 2016

Näheres zu den genauen Themen finden Sie hier.

Und das absolute Highlight folgt dann im Zeitraum vom 11.-13 August 2016. Dann lädt die IADT zur internationalen Traumatagung nach Brisbane, Australia ein.

Für uns Europäer nicht gerade der nächste Weg, aber das Programm weiss zu überzeugen…

IADT Tagung in Brisbane

Dies finden sie hier sowie hier nähere Informationen zu den Hauptrednern.

Vielleicht begibt sich ja der ein oder andere von Ihnen nach Down Under.

Ich hoffe also möglichst viele der WURZELSPITZE Leser auf einer dieser tollen Veranstaltungen zu treffen. Sollten Sie noch weitere lohnenswerte Veranstaltungen zu dieser Thematik kennen bitte ich Sie die Kommentarfunktion zu nutzen…

Adventskalender 2015 – 15. Dezember

von Hans – Willi Herrmann

Letzte Woche habe ich das Kriterium für die Aufnahme eines Hilfsmittels in die Kategorie „Adventskalender 2015“ benannt: die regelmäßige, sprichwörtlich tagtägliche, oder gar obligate Anwendung.

Es gibt aber noch ein anderes Kriterium, das zur Aufnahme berechtigt: Wenn ein Hilfsmittel irgendetwas besser kann als alle bisherig verwendeten.

Dies trifft auf das FKG XPEndo– Instrument zu.

Eine sehr dünne, sehr flexible NiTi- Schlaufe, die nicht der Aufbereitung, sondern der Reinigung dient.

Das Handling ?
Gewöhnungsbedürftig.

Wobei, stimmt nicht ganz.
Das Handling im Wurzelkanal ist einfach.
Rotieren lassen, 900 RPM, immer im Kanal auf und abbewegen.
Fertig.

Gewöhnungsbedürftig ist das Einführen in die Wurzelkanäle.
Weil das Instrument im Urzustand gerade ist, sich aber nach Herausnehmen aus der Kunststoffröhrchen- Zwangsverpackung krümmt und dadurch das Einführen in den Wurzelkanal erschwert wird. Es wird die Anwendung von Kältespray empfohlen, um das „transforming“ zeitlich zu verzögern.  Anfangs müht man sich auf diese Weise beflissentlich ab, um dann irgendwann dazu überzugehen, auf dieses „Vorbereiten“ ganz zu verzichten und durch Ausrichten der Instrumentenspitze zum Kanaleingang hin das Einführen des Instrumentes zu ermöglichen. Klappt in der Regel wesentlich besser als das Crypto- Management und geht wesentlich schneller.

Aber warum der ganze Aufwand ?

Weil – ich mit Calciumhydroxid arbeite.

Und jeden, der dies tut und – nach mehreren Minuten  Ultraschall- oder schallaktiviertem Spülens  durch das Dentalmikroskop in die Tiefe des Wurzelkanals blickt, um dann immer noch weiß nach oben blitzend CaOH2 Reste im Kanal vorzufinden- der Frust packt.

Selbst der Eddy kann daran nichts grundsätzlich ändern.
Genaueres dazu beim nächsten Mal, denn natürlich gehört er ebenfalls in diesen Adventskalender, aber Fakt ist.  Es kommt immer wieder vor, dass selbst nach 60 Sekunden Beschallung eines Kanals sich, je nach Kanalanatomie, immer noch Calciumhydroxidreste vorfinden lassen.

Oder – jetzt kommt das XPEndo- Instrument ins Spiel – sich mit Hilfe dessen noch Calciumhydroxidreste aus dem Kanal befördern lassen.

Großes Plus.

In die andere Waagschale muss allerdings der stolze Preis von rund 31 Euro pro Instrument geworfen werden. Da erscheinen plötzlich die 5 Euro für einen Eddy- Ansatz fast schon vernachlässigbar gering.

Aber es ist natürlich genau umgekehrt.
Wenn man bei einem Spülansatz wie dem Eddy die Frage der Wirtschaftlichkeit in den Raum stellt, ja angesichts seines Preises stellen muss, dann braucht über das XPEndo- Instrument gar nicht weiter nachgedacht werden. Eigentlich schade, denn es kann was.

Aber selbst für mich als Hardcore- XPEndo Fan und bei aller Sympathie für das Instrument, ist dieser Gedankengang des „Sorry, aber das ist zu teuer und das zahlt mir keiner“ nachvollziehbar.

Irgendwann, irgendwo, irgendwie ist auch für den leidensfähigsten Hiob die Grenze des „Die Materialien gehen im Honorar auf, weil  im Vergleich zur Gesamtsumme vernachlässigbar gering“ weit überschritten.

Dabei wäre die Lösung des Problems ebenso einfach wie naheliegend.
Und es ist, für den Falladaschen „Kleinen Mann“ und dessen gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar, warum diese Dinge in die noch nicht allzulang zurückliegende GOZ 2012 – Reform nicht integriert wurden:

Es bedarf  einer aufwandgerechten Vergütung der dem Patientenfall geschuldeten Materialien. Kostenneutral selbstverständlich, aber die Auslagen des benötigten Materialbedarfs sollten gedeckt sein.

Jeder, wirklich jeder Handwerker hat dies.
Eine Schraube, eine Schelle, ein Rohr, jedes benötigte Kleinteil.
Was verwendet wird, wird berechnet.

Warum auch nicht ? Und dazu kommt der aufwandspezifische Arbeitslohn. Fertig ist die Laube.

Trägt im Übrigen zur Kostentransparenz bei. Und kein Handwerker und erst recht nicht der Kunde käme auf die Idee, diese Kostentransparenz aufzugeben gegenüber eines Pauschalhonorares, in dem alle verwendeten Materialien im Arbeitslohn aufgehen.

Ich stelle mir gerade die kürzlich im Rahmen unseres Praxisumbaus in Anspruch genommenen Elektro – und Sanitärinstallateure vor, wenn ich Ihnen den Vorschlag gemacht hätte, für ihre Arbeit ein Pauschalhonorar zu zahlen, in dem auch noch alle verwendeten Materialien abgegolten seien. Die Berechnung des Pauschalhonorares ergäbe sich aus der durchschnittlichen Schwierigkeit aller Arbeiten dieses Typus und man ginge davon aus, dass pro Jahr nur eine bestimmte Anzahl dieser Arbeiten anfallen würden.

Es könne und würde demnach im Einzelfall nicht garantiert werden, dass die in unserer Praxis geleistete Arbeit durch das entsprechend vorab festgelegte Honorar adäquat vergütet würde. Müsse es auch nicht, der Handwerker habe ja im nächsten Fall, beim nächsten Kunden die Chance, mit dem vorab und grundsätzlich vereinbarten Pauschalhonorar besser hinzukommen.

One more thing.
Wie Inspektor Colombo.
Er war schon fast aus dem Zimmer, sie kennen das, „eine Sache hab´ich noch“.  Ganz beiläufig eine letzte Finte gesetzt, die Verdächtigen aufs Glatteis geführt:

Sollte gegen Ende des Jahres auf Grund hoher Inanspruchnahme vieler Kunden die Anzahl der zugeteilten Arbeiten überschritten werden, dann müsse der Handwerker diese Arbeiten umsonst oder mit reduziertem Honorar erbringen. Aufträge ablehnen, was in einem solchen Falle naheliegend wäre, dürfe er  nicht. Falls Reparaturen notwendig seien, dann müsse er diese auch durchführen. Selbst wenn dies bedeutet, auf sein Honorar zu verzichten und  darüber hinaus alle entstehenden Kosten aus eigener Tasche zu zahlen.

Und jetzt stellen sie sich bitte das Gesicht der Handwerker vor, wenn ich Ihnen dies, ohne eine Miene zuverziehen, allen Ernstes vorschlagen würde.

Nur für einen kurzen Moment.
Lassen sie das Szenario auf sich wirken.
Was denken die wohl ?

Jetzt bin ich aber ganz schön abgewichen.
Wie kamen wir eigentlich auf das Thema ?

Richtig. XPEndo.
31 Euro pro Einmalinstrument.

Ich prophezeie, das Instrument wird, um beim Medium Fernsehen zu bleiben und mit Frau Geiss zu sprechen, verkaufszahlenmäßig in Deutschland „nicht der Burner“.
Ich sag´s noch mal: Eigentlich schade. Das Instrument kann was.

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

 

 

 

 

Neues von der Messe – Teil 2

von Christian Danzl

Zwei weitere interessante Dinge sind mir auf dem GNYDM noch aufgefallen.

Zum einen ein Behandlungs-Klappstuhl. Ein durchaus stabil aussehender Behandlungsstuhl für den Patienten aus Alu-Profil mit integriertem Schwebetray und – mehr oder weniger eleganter – Op-Leuchte.
Mit einem mobilen Behandlungscart und einer mobilen Absaugung kann schnell mal eine Behandlungseinheit improvisiert werden. Interessant für Hausbesuche, daheim, in Krankenhäusern, in Senioren- und Behindertenheimen.

 

 

Zum anderen ein Matrizensystem von Walser-Dental aus Radolfzell (nein, auf der IDS bin ich nicht drauf gestossen). Ein automatisches System mit vielen verschiedenen Matrizen (ganzer Zahn oder Approximalbereich), die sich mit Federwirkung von selbst an den/die Zahn/e anpassen.
Nach Angaben am Messestand, sind die Matrizen ca. 50 bis 100 mal verwendbar. Ob ein akzeptabler Approximalkontakt erzielt werden kann, weiss ich nicht.

 

Set mit Matrizen für verschiedenste Aufgaben

 

Anwendungsvideos hier.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Mal wieder Trauma …

von Ronald Wecker

… und mal wieder wäre es für die Pulpa des hier betroffenen 11 vielleicht vorteilhaft gewesen, wenn die Informationen zu möglichen Behandlungsoptionen in der nach dem Unfall aufgesuchten Praxis verfügbar gewesen wären.

AcciDent oder der DentalTraumaGuide hätten die optimale Behandlung „gewusst“.

So kam es, dass obwohl der junge Patient (14J.) 20 Minuten nach der komplizierten Kronenfraktur in zahnärztlicher Behandlung war, das koronale Fragment (obwohl noch am Retainer „baumelnd“) jedoch verworfen und die vitale  Pulpa exstirpiert wurde.

Mit einer Pulpotomie , einer Abdeckung mit einem biokeramischen Material und einem Reattachment des koronalen Fragmentes hätte der Defekt farb- und formkongruent versorgt werden können. Ob die Pulpa langfristig vital geblieben wäre, ist nicht sicher, aber ein Versuch wäre es wert gewesen.

So waren die Weichen für die endodontische Behandlung gestellt.

 

2015 Fallvorstellung 1

von Ostidald Wucker

Das Jahr 2015 geht dem Ende entgegen und es ist an der Zeit die Fälle des Jahres 2015 noch einmal vorüberziehen zu lassen. Manche Fälle werfen Fragen auf, die nicht einfach zu klären sind, obwohl auf den ersten Blick alles gut aussieht.

Beginnen möchte ich mit dem Fall eines unteren Prämolaren.
Die Hauszahnärztin hatte mir ein Röntgenbild zugesandt und sofort wurde mein Interesse geweckt. Einen dreiwurzeligen unteren Prämolaren sieht man nicht so oft und wenn, dann meistens im Stadium der völligen Unversehrtheit. Dieser nun war bereits anbehandelt und sollte revidiert werden.
Der Patient hatte akute Beschwerden. Nachdem wir ihm in der ersten Sitzung schmerzfrei behandelt hatten haben wir in einem Beratungsgespräch auf entstehende Kosten und Folgen, sowie Alternativen der Behandlung hingewiesen. Nach einer längeren Bedenkzeit wurde die Behandlung durchgeführt.

In der ersten Behandlung stellten wir die Aufzweigung des Hauptkanals im apikalen Drittel dar. Ziel war den möglichst geradlinigen Zugang zu jedem Kanal zu gewährleisten. Der distolinguale Kanal war bereits anbehandelt. nach der Sondierung mit einer #10 K Feile haben wir die apikalen Kanäle mit der Profile 15.04 rotierend, pickend aufbereitet. Nach der Erweiterung bis #25 erfolgte der Einsatz der SAF 1.5.
In der Masterpointaufnahme fiel mir der nicht zentral gelegene Kanalverlauf mesiobukkal auf. Ein nochmaliges Sondieren brachte keine Hinweise auf einen anderen Kanalverlauf.

Im abschließenden Röntgenbild ist eine unbehandelte Struktur zu vermuten. Diese habe ich rot auf dem Röntgenbild gekennzeichnet.

Warum wurde diese Struktur nicht aufbereitet, bzw. gefunden?
Hat ein zu forcierte Einsatz der Profile 15.04 zu einer Kanaltransportation oder statt der Aufbereitung des Hauptkanals zu Aufbereitung eines Seitenkanals geführt?
Wie wäre das zu vermeiden?
Vielleicht mit der bereits hier erwähnten Technik des Sondierens mit einer an der Spitze vorgebogenen Profile 15.04 (nicht rotierend), bzw. bei verblockten Kanälen
mit der Technik von Cliff Ruddle durch pickende Bewegungen ohne Rotation mit eine #8/#10er C-Pilot-Feile, ebenfalls leicht vorgebogen.

Das DVT lässt den Schluss zu, daß der Kanalverlauf richtig eruiert wurde. Allerdings könnte es noch unbehandelte Kanalanteile geben (blaue Pfeile), oder zeichnet sich das parodontale Ligament ab (roter Pfeil).
Wie ist Ihre Meinung?

Leider liegen uns keine weiteren Recallaufnahmen vor, da der Patient alle Aufforderungen zum Recall ignorierte und uns nur mitteilte, daß alles wunderbar sei.

Neustart (XV) – Praxisbekleidung – update

Von Christoph Kaaden

Vor ca. 15 Monaten habe ich hier über unsere neue Praxisbekleidung der Firma Stoiber berichtet. Nach diesem Zeitraum möchte ich ein persönliches Fazit ziehen…

Und dies fällt mehr als positiv aus.

Auch nach über einem Jahr sehen insbesondere die weissen Polohemden inklusive Stickereien (quasi) aus wie neu. Von Verschleiss keine Spur.

Praxisteam -Endodontie in München- mit Praxishemden der Firma Stoiber

Etwas anderes verhält es sich mit den dunkelblauen Hemden (die ich zusätzlich neben gelben für mich bestellt habe). Hier sieht man ein leichtes Verblassen des ursprünglichen Farbtons. Diese Entfärbung fällt aber sehr sehr moderat aus.

Von uns gibt es also – 2 Daumen hoch- für diese spitzen Praxisbekleidung, die wir uneingeschränkt empfehlen können.

 

Adventskalender 2015 – 08. Dezember

von Hans – Willi Herrmann

Die Wave One Gold Instrumente habe ich letzte Woche hier erwähnt.
Als Newcomer 2015, der es geschafft hat, sich in der Praxis zu etablieren.
Einen Stammplatz zu erobern.
Regelmäßig eingesetzt werden.

Wenn diese Kriterien dazu herangezogen werden, sich hier eine Erwähnung in dieser Rubrik zu sichern, dann hat es das nächste Gerät auf jeden Fall geschafft.
Weil es nämlich, seit März, seit der IDS 2015, in jedem einzelnen Endo- Fall bei uns in Verwendung ist.

Augenfälliges Design- Merkmal – Es ist kabelos.
Und damit (nachdem mit dem Maillefer XSmart iQ / VDW Connect Drive wir nun über ein akkubetriebenes Reciproc- Winkelstück verfügen) das letzte fehlende Puzzleteil, ergonomisches Endodontie-Arbeiten unter dem Dentalmikroskop betreffend.

https://wurzelspitze.blog/wp-content/uploads/2015/03/meta_genesys-1.jpgDie Rede ist von Meta Biomeds Genesys– Backfill- Gerät. Erste Erfahrungen gabs hier.

Und in diesen Beiträgen ist schon viel gesagt worden, die Beweggründe betreffend, warum ich als alter Hase mich überhaupt auf einen Newcomer eingelassen habe, und wie das Gerät sich in der Praxis bewährt hat.

Daher hier – am Ende des Jahres- nur ein kurzes Fazit, den nun schon 8 Monate währenden Test betreffend.

Einwandfrei.
Keine Beanstandungen bislang.
Eventuelle Befürchtungen, Heizverhalten und Akkukapazität betreffend, haben sich nicht bewahrheitet.

Und ergonomisch mit Abstand besser als alles andere, was es bisher gab.
Kein lästiges Aufbauen, keine Kabel, die im Weg hängen und zur Benutzung von der Assistenz aus dem Weg gehalten werden müssen.

Es macht Spass, damit zu arbeiten.
Mein Rat: Wer gegenwärtig ein neues Backfill- Gerät benötigt, der sollte sich auf jeden Fall das Meta Biomed Genesys Backfill anschauen, bevor er eine Kaufentscheidung trifft.

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät sowie 10 Kartuschen kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Weitere Kartuschen wurden von mir käuflich erworben.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

Neues von der Messe – Teil 1

von Christian Danzl

 

 

 

 

 

 

Vom 27. November bis zum 2. Dezember fand wieder das GNYDM, Greater New York Dental Meeting statt.
Im Grunde eine Dentalmesse, wie jede andere auch, aber es gibt dort Dinge, die in Europa nicht – oder nur sehr schwer – zu bekommen sind. Ob man sie jedoch braucht, ist eine andere Frage.

Diesmal war der asiatische Markt (oft mit „Wühltisch“ zum günstigen Direkktauf) sehr stark vertreten, auch der Trend zum DVT/3D-Röntgen war nicht zu übersehen. Sehr viele Hersteller haben ihre neuen DVTs präsentiert.
Was allerdings auffällig war, dass die Diskussion über den Zusatznutzen nicht so übereifrig diskutiert wird, wie bei uns in Deutschland, wo zwar fast jeder wegen Knieschmerzen sofort ins CT kommt, aber …..Egal, das ist nicht das Thema hier.

Bahnbrechende Neuerungen habe ich auf der Messe nicht gesehen. Hier einige interessante Sachen:
Meta Biomed hat einen All-in-one Endo-Motor vorgestellt (Aufbereitung mit simultaner Längenmessung, Ultraschall und Warmabfüllsystem) vorgestellt – ähnlich dem Schlumbohm EndoPilot.  Ob er in Deutschland erhältlich sein wird, weiss ich nicht.

 

Sheer-Vision hat mit der Firefly ein kabelloses Lupenbrillenlicht präsentiert, es ist eine „kleine Taschenlampe“, ca. 5 cm lang, die auf einem Halter auf der Lupe eingeklickt wird und durch Drehen der Lampe im Halter aktiviert wird. Wenn der Akku leer ist wird jeweils die ganze Lampeneinheit gewechselt.

 

Und mein „Favorit“, die iBrush 360, eine vollrotierende Zahnbürste. Hat mich eher an eine Schmutzmaschine aus dem Hotel erinnert ;-)

Ach ja, und genau wie bei uns, die meisten Besucher waren immer dort, wo es gratis Zahnbürsten und Prophylaxebedarf gab.

Vertucci Typ VII

von Ronald Wecker

Das Kanalsystem oberer Prämolaren wird gelegentlich in ihrer Komplexität unterschätzt.

Dieser 25 wies eine Anatomie entsprechend des Typ VII der VERTUCCI-Klassifikation auf.

Ein schlitzförmiges Kanalorificium teilte sich im mittleren Drittel in zwei eigenständige Kanäle auf um sich 3 mm tiefer wieder zu vereinen, um sich auf den apikalen 2,5 mm wieder zu teilen und in 2 getrennten Foramina zu enden.

Das präoperative DVT lässt die apikale Aufgabelung und die bereits nach periapikal verbrachte Guttapercha erkennen. Ein Umstand, der angesichts der Nähe des Sinus maxillaris, welcher die Behandlungsstrategie und Technik sowohl hinsichtlich der Aufbereitung- als auch der Spültechnik entscheidend bestimmte.

Nach Darstellung der ersten Aufgabelung konnte ein Microopener gezielt so vorgebogen werden, dass er, wenn er im bislang nicht aufbereiteten palatinalen Kanal eingebracht wurde, im bukkalen Kanalsystem eine Bewegung des dort verbliebenen Obturationsmaterials hervorrief.

Daraufhin wurde mittels Endosonorefeile die zwischen P und B gelegene Dentinbrücke entfernt, um die apikale Region einsehen zu können. Überraschenderweise konnte ein bis dahin unentdecktes Instrumentenfragment aus dem Bereich unterhalb der ehemaligen Dentinbrücke herausgespült werden

Nach Darstellung der apikalen Aufgabelung wurde mit Hilfe von im Durchmesser allmählich zunehmenden Hedströmfeilen das letzte und zum Teil periapikal gelegene Guttaperchastück nach koronal entfernt. Dabei erscheint es wichtig, die Guttapercha zunächst unter endometrischer Kontrolle zu passieren, sie dann mit den größeren Hedströmfeilen zu erfassen und nach oben hin zu entfernen.

Die Obturation erfolgte in modifizierter Schilder-Technik. Das gesamte Kanalsystem ergab nach Abschluss der mechanischen Aufbereitung einen langen schmaler Schlitz mit apikaler Aufgabelung.

Lateraler Kanal (2)

von Ostidald Wucker

Im dem hier erstmals besprochenen Fall war das Auffinden des lateralen Kanals durch eine  starke Reizdentinbildung erschwert.
Der HZA versuchte den Wurzelkanal zu finden. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wurde der Patient uns überwiesen.

Trotz des DVT und des im Röntgenbild zu vermuteten Kanals haben wir mehr als 60 Minuten gebraucht den „Abzweig“ darzustellen, bzw. aufzufinden.
Ohne die 3-dimensionale Information wäre eine gezieltes Auffinden des Kanals unmöglich gewesen.
Nach Entfernung des Reizdentins und der apikalen Aufbereitung erfolgte die Darstellung des lateralen Kanals. Die Sondierung gelang deutlich einfacher mit einer vorgebogenen Profile 15.04 als mit vorgebogenen Handinstrumenten. Die Aufbereitung des lateralen Kanals erfolgte mit Profile Instrumenten bis zur #20. Ein weitere, etwas apikaler gelegene Vertiefung konnte nicht weiter verfolgt werden.
Nach US aktivierter Natriumhypochloritspülung und dem Einsatz der SAF 2.0 im Hauptkanal mit Zitronensäure und NaOCl erfolgte die Wurzelfüllung in thermisch-vertikaler Obturationstechnik.
Ob der Versuch der gezielten, minimalinvasiven Aufbereitung und Desinfektion des lateralen Kanals gelang werden wir nachverfolgen und hier einstellen.

Anbei die klinischen Bilder und Röntgenaufnahmen.

 

Misserfolg nach Revitalisierung

Von Bonald Decker

“Gefühlt” haben wir in den letzten Jahren ca. 25 Revitalisierungsbehandlungen vorgenommen. Eine ganze Reihe dieser Therapien resultierten in den gewünschten Zunahmen an Wurzellänge und Wanddicke des entsprechenden Zahnes. Für mich ein echter “Erfolg”.

So wie in unserem absoluten „Prime“-Fall hier

Aber wir hatten auch eine Reihe von Fällen, in denen sich radiologisch keine Veränderung des Wurzelwachstums erkenne liessen. Hier zur Erinnerung ein solcher Fall.

Mit den Ergebnissen war ich bisher trotzdem zufrieden, da durch die Behandlungen immer die Symptome verschwanden und sich der apikale Befund (deutlich) verbesserte…

Mir sind aber auch kritische Stimmen zu dieser Therapie bekannt, da diese nicht vorhersagbar anschlägt…

vor Kurzem war es nun „auch“ bei uns so weit…

der oben gezeigte Fall des Stillstand wandelte sich zum Misserfolg.

Hier noch kurz die Eckdaten des Falles:

 

Abschluss nach MTA-Apexifikation

Ein solcher primärer Misserfolg lässt mich auf jeden Fall wieder demütiger mit dieser Thematik umgehen.

Hatten Sie ggf. schon ähnliche Erfahrungen nach Revitalisierung?

P.S.: Bei der Wiedereröffnung des Zahnes im Notfalltermin fand sich intrakanalär kein eingesprosstes Gewebe o.ä. Das Kanalsystem war quasi komplett leer…

P.P.S.: Es ist noch eine Bleaching geplant, daher habe ich bisher auf einen Glasfaserstift verzichtet…

Adventskalender 2015 – 1. Dezember

von Hans – Willi Herrmann
Ich möchte auch in diesem Jahr die Adventszeit zum Anlass nehmen, Geräte/Instrumente/Materialien, die sich in unserer endodontischen Praxis besonders bewährt haben, auszuzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf den Newcomern, also denjenigen Dingen, die 2015 erstmalig bei uns zum Einsatz kamen und die wir  innerhalb kürzester Zeit so ins Herz geschlossen haben, dass wir nicht mehr darauf verzichten wollen.

Eröffnen möchte ich den bunten Reigen (im Hintergrund läuft gerade im Radio Ponchiellis Tanz der Stunden aus  „La Giaconda“; das bewirkt zwangsläufig die blumigen Redewendungen) mit den Wave One Gold – Instrumenten der Firma Maillefer.

Über die Vorzüge dieser Instrumente habe ich im September, unter anderem mit beigefügtem Video hier berichtet und in jenem Artikel auch schon eine Reihe von Gründen genannt, warum ich diese Instrumente so schätze. Seitdem sind weitere 3 Monate vergangen und die Wave One Gold haben ihren Stammplatz im Team weiter ausgebaut. Zu Lasten der VDW MTwo- Instrumente, wohlgemerkt, mit denen ich seit nunmehr bald 12 Jahren standardmäßig arbeite. Und das alleine ist schon einmal eine Ansage.

An zwei Beispielen der letzten Woche möchte ich den besonderen Nutzen herausstellen:

Zum einen behandelte ich einen Unterkieferprämolaren mit einem im zentralen Kanal tiefer intrakanalär abgehenden zweiten lingual gelegenen Kanal.  Ich habe ein gelbes Wave One Gold- Instrument vorgebogen und bin dann tastend im Kanal nach unten, bis ich das Instrument mit der Spitze in den Kanaleingang einführen konnte.  Bei deutlichem  Widerstand erfolgte dann die Betätigung des Anlassers und los ging es mit der maschinellen Aufbereitung. Weitere Instrumente nun einzuführen ist von nun an nach dieser initialen Bearbeitung deutlich einfacher möglich, wenngleich weiterhin die vorgebogenen größeren Wave One – Instrumente von Vorteil sind. Auf konventionellem Wege hätte ich hier deutlich weiter nach vestibulär aufziehen müssen. Auch die maschinelle Aufbereitung wäre deutlich schwieriger gewesen.

Zweiter Fall.
Ein Zahn 27 bei extrem eingeschränkter Mundöffnung und extrem geringer interokklusaler Distanz. Selbst Instrumente von 21 mm Arbeitslänge liessen sich nicht einführen, weder mit Handstück noch von Hand. Hier war guter Rat teuer. Letzendlich war es möglich, die Wave One Gold Instrumente vorzubiegen, um dann unter Sicht die Instrumentenspitze des gebogenen Instrumentes in den Kanaleingang einzulochen. Danach erfolgte wieder die Betätigung des Anlassers und die maschinelle Aufbereitung der Wurzelkanäle. Es ist in diesem Zusammenhang im Übrigen sehr erfreulich , dass die Aufbereitung bis 35/100 mm mit 3 Instrumenten durchgeführt werden konnte. In solche schwierigen Situationen ist jedes Instrument, das nicht benutzt werden muss, ein riesiger Vorteil.

Eingehen möchte ich noch auf folgende Fragen, die ich in diesem Beitrag zur IDS 2015- Neuheit „Wave One Gold“in den Raum gestellt habe:

„Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.

Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?“

Nach mehr als einem halben Jahr tagtägliches Arbeiten mit diesen Instrumenten kann ich sagen: Es kam bislang zu keiner Instrumentenfraktur eines Wave One Gold- Instrumentes. Ich persönlich halte die VDW Reciproc 25- Instrumente für weniger bruchanfällig als die Wave One Gold 20 und 25.

Bislang klinisch zum Tragen kam dies nicht.
Ich rate aber dennoch sicherheitshalber dazu, in schwierigen Kanälen die Instrumente während der Benutzung routinemäßig auf Aufdrehung hin zu untersuchen (kommt immer mal wieder  in schwierigen Kanälen vor) und dann gegebenenfalls auszutauschen.

In Fällen, in denen eine VDW Reciproc 25 nicht auf Arbeitslänge geht, leisten die gelben und roten Wave One Gold – Instrumente gute Dienste. Diese Art der Hybrid- Technik ist zur Routineanwendung in unserer Praxis geworden.

Ich möchte nicht mehr darauf verzichten wollen.

 

 

Kabelhalter

von Christian Danzl

Mit meinem EndoPiloten bin ich sehr zufrieden. Er funktioniert. Und er wird vom Hersteller immer wieder erweitert und verbessert. Aber ein „Problem“ hat mich immer gestört.
Wohin mit dem  Kabel der elektrischen Längenmessung, wenn man nach der Aufbereitung zum Röntgen geht.

Es gibt zwar einen Platz, wo das Kabel eigehängt wird, es machbare keinen Spass, wenn dort die benutzte Schleimhautelektrode herumhängt.

Lösung fand ich im Haushaltswarenbedarf.
Ich habe einen Kabelhalter für Bügeleisen am Cart befestigt. Hier lässt sich das Kabel problemlos einhängen und es stört nicht mehr.

DVT ohne relevanten Zusatznutzen?

von Ronald Wecker

Durch meinen Praxispartner bin ich kürzlich auf drei Artikel eines als Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), sowie als Berater bei den Privaten Krankenversicherungen tätigen Kollegen hingewiesen worden, die in einem kostenfrei erhältlichen, eher als unwissenschaftlich zu bezeichnenden, aber mit hoher Auflage an die deutschen Praxen verteilten Printmedium erschienen sind.

Die in den Artikeln getätigten Aussagen spiegeln die profunde Unkenntnis des Autors zum Einsatz des DVT in der Endodontie wider.

Unter anderem wird hier geschrieben:

“Unerwähnt blieben die Endodontologen, denen gleichwohl ein neues Indikationsgebiet eröffnet wurde. Gerade bei endontischen Fragestellungen, die zur diagnostischen Klärung ihres eng umschriebenen Arbeitsfelds einer hohen Ortsauflösung mit hoher Strahlendosis ohne die Darstellung von Artefakten bedürfen, ist die DVT-Diagnostik objektiv kaum jemals zu rechtfertigen.“

Und:

“Endodontie: Die „möglichen“ Indikationen für einen DVT-Einsatz in der Endodontie sind mit einer seltenen Ausnahme letztlich ohne medizinische Relevanz. Die Indikation zur „Beurteilung der Qualität von eingebrachten Wurzelfüllungen“ beispielsweise kann nur als zweifelhafter Ausdruck der Förderung der Geräteamortisation gewertet werden. Das komplexe Kanalsystem mit seiner großen Anzahl für die Instrumentierung nicht erreichbarer, das heißt persistierender infizierter/nicht instrumentierter Räume, und die bis heute nicht abgeschlossene Diskussion über zu verwendende Desinfektionsmaterialen sowie die Häufigkeit ihrer Anwendung lassen den Einsatz hoher Strahlendosen als kontraindiziert erscheinen. Die meisten der „möglichen Indikationen“ werden um eine Zehnerpotenz besser durch hochauflösende zweidimensionale Röntgenverfahren erfasst.“

Dazu passend ein Behandlungsfall aus dieser Woche. Nach zweimaliger WSR klagt die Patientin weiterhin über eine palpatorische Druckdolenz labial , sowie über eine Perkussionsempfindlichkeit. Das hochauflösende zweidimensionale Röntgenbild zeigt einen eher unauffälligen Befund.

Die retrograde Füllung hätte unter Umständen etwas länger ausfallen können. Angesichts der zwei adhäsiv befestigten Glasfaserstifte ein von retrograd eher schwierigeres Unterfangen.

Zum Befund im DVT unter besonderer Berücksichtigung der Ausführungen des oben erwähnten Kollegen mache sich der geneigte Leser seine eigenen Gedanken.

Und hier handelt es sich hier „nur“ um einen einwurzeligen und gemeinhin als „einfach“ zu behandelnd eingeschätzten Zahntyp.

Lateraler Kanal

von Ostidald Wucker

Einen gefüllten lateralen Kanal im Röntgenbild zu sehen, führt in der Regel zu einem Lächeln auf dem Gesicht des Behandlers, denn dies ist in der Regel ein Zeichen einer gut gelungenen Aufbereitung und Desinfektion des Kanalsystems.

Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET hat mich der Beitrag „Apikale Wurzelkanaltopografie zum Anfassen“ von Holm Reuver besonders fasziniert. Zum einen die unglaublich schönen Bilder, zum anderen die Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen für die Therapie. Deshalb an dieser Stelle ein Danke für diese m inspirierende Präsentation.
10 hintereinander extrahierte Zähne wurden im Röntgenbild und im transparenten Präparat vorgestellt. Dabei waren mehrere Frontzähne. Jeder dieser im Röntgen absolut einfach erscheinenden Frontzähne hatte eine spezielle Wurzelkanalanatomie.
Holm Reuver hat empfohlen mit einer vorgebogenen Profile 15.04 die apikale Anatomie nach einer Aufbereitung bis zum mittleren Wurzelkanaldrittel zu sondieren. Durch das vorsichtige zirkumferente Sondieren von Hand ist die Möglichkeit gegeben größere Verzweigungen zu sondieren und aufzubereiten ohne diese vorher zu verblocken.

In einem Fall aus unserer Praxis war die laterale Anatomie bei einem Frontzahn bekannt und nicht unbedingt apikal gelegen. Unser Problem, wie kann ich diese Kanalstruktur gezielt finden, aufbereiten und füllen.
Wir werden dazu demnächst berichten.

Hier vorab die Ausgangssituation.
Anamnese/Befund: 41 jährige Patientin ohne allg. med. Erkrankungen. Keine Erinnerung an Trauma oder Unfall. Erhöhte Sondierungstiefen bis 3-4mm im Sinne einer Gingivitis. Sekundärkaries 21 mesial. Überstehende Füllungsränder 11, 22, 21. Lockerungsgrad 21 =0. Perkussion horizontal = 0. Laterale Perkussion leicht schmerzhaft. Palpationsschmerz in der Region der Fistel.

 

 

 

EDDY-Anwendung klinisch

Von Bonald Decker

Vor längerer Zeit ist hier über die IDS Neuerung EDDY berichtet worden.

Heute möchte ich Ihnen mittels eines kleinen Videos eine mögliche Anwendungsart dieses Ansatzes zur schallaktivierten Spülung verdeutlichen.

Während der primären Aufbereitungsphase erfolgt die Entfernung des „groben“ Debris mittels Spülkanüle. Gefolgt von einer kurzen EDDY-Aktivierung der Spüllösung und einem neuerlichen „Nachspülen“ mittels Kanüle.

Nach dem Abschluss der Instrumentation erfolgt dann eine intensive Spülung mit simultaner EDDY-Anwendung. Während der Schallansatz von dem Behandler (bzw. der Behandlerin) geführt wird obliegt der Assistentin der Einsatz von Spülkanüle und Absaugung. Dieses Vorgehen gewährleistet einen hohen Durchsatz an Spüllösung.

P.S.:Bei der EDDY-Anwendung ist ferner wichtig zu beachten, dass der Ansatz möglichst nicht freischwingend aktiviert wird bzw. immer Kontakt zu Zahnhartsubstanz haben sollte. Somit lassen sich unerwünschte Frakturen des Polyamid-Ansatzes in erheblichem Mass reduzieren.

 

 

5 Prämolaren (3)

von Donald Becker

Zahn 15 mit Fistel vestibulär in Regio 14/15.

65 jähriger Patient, symptomloser Zahn.

3 Wurzelkanäle. Sieht spektakulär aus, war es aber nicht, die Aufbereitung betreffend.
Im Gegenteil relativ einfache Instrumentierung, allerdings waren hier reziproke Instrumente ( in diesem Fall VDW Reciproc 25, Maillefer Wave One Gold 20 und 35) sehr hilfreich.

Wie es der Zufall so will, ergab es sich, daß nur einen Tag später sich eine 35 jährige Patientin mit Zahn 14 mit ebenfalls 3 Kanälen vorstellte, obwohl sich doch statistisch nur in 0.5 % der Fälle im lokalen Patentenklientel eine solche Konstellation finden lassen sollte. Eigentlich hätte man also ausgehen können, für 200 OK- Prämolaren erst mal Ruhe zu haben.

Auch hier verhältnismäßig einfache Aufbereitung. Und wieder konnten die reziproken Instrumente ihre Vorteile voll ausspielen.

 

 

Neuer Endo-Access-Bohrer

von Christian Danzl

Komet hat ein neues rotierendes Instrument zum Anlegen der Zugangskavität vorgestellt.
Nach Vorbild des Batt-Bohrers mit nicht schneidender Spitze, jedoch ist der Arbeitsbereich nicht diamantiert, sondern als verzahnte Hartmetallfräse ausgeführt.

Dies verspricht höhere Leistung und Laufruhe beim Abtrag von metallischen Versorgungen und Zahnhartsubstanz.

 

Multiple Fragmente

von Ronald Wecker

Das präoperative Röntgenbild ließ einen spannenden Behandlungsfall vermuten.

In der mesialen Wurzel befanden sich 3 Instrumentenfragmente und apikal der palatinalen Wurzel befand sich Obturationmaterial im periapikalen Raum.

Das präoperativ angefertigte DVT ließ erkennen, dass das kurze Fragment in MB2 lag und die in MB1 befindlichen Fragmente einklemmte. Hinzu kam, dass die distobukkale Wurzel mit der palatinalen Wurzel fusioniert war und 2 Kanalsysteme beherbergte.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach präendodontischem Aufbau wurde in der ersten Sitzung zunächst die periapkal gelegene Guttapercha aus P „geborgen“. Nach initialer Darstellung von DB1 und DB2 wurde dann der zwischen MB1 und MB2 gelegene Isthmus mit feinen Ultraschallfeilen erweitert, sodass in der Folge das schräg von palatinal nach bukkal eingeklemmte Fragment entfernt werden konnte.

Anschließend konnte sowohl das innerhalb von MB1 befindliche als auch das teilweise periapikal gelegene Instrument entfernt werden.

In der zweiten Behandlungssitzung war der zuvor deutlich aufbiss- und perkussionsempfindliche Zahn bereits beschwerdefrei. Die Obturation in P und MB erfolgte mit MTA, die übrigen Kanalsysteme wurden in Warmfülltechnik obstruiert.

Mit Hilfe des DVT konnte die Behandlung vorhersagbar ausgeführt werden, da sowohl die Abfolge der Fragmententfernung, als auch die Präparation des Zugangs, sowie die Art der Entfernung des periapikal gelegenen Fremdmaterials im Vorfeld geplant werden konnte.

Das erste Recall nach 6 Monaten zeigt eine deutliche Heilungstendenz. Der Zahn ist seit der endodontischen Behandlung beschwerdefrei. Der Substanzdefekt erscheint aufgrund der Überlagerung der einzelnen Kanalsysteme bzw. des schräg erfassten schmalen Isthmus in der mesialen Wurzel im 2D-Röntgenbild deutlich größer als in Wirklichkeit.

 

Odontopaste

von Olaf Löffler

Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET stellte  Prof. Dr. Gabriel Krastl/Würzburg in einem sehr eindrucksvollen Vortrag „Diagnostik und Therapie infektionsbedingter Resorptionen“ eine echte Ledermix Alternative aus Australien vor.
Ein Danke an dieser Stelle nach Würzburg.

Für mich einer der wichtigen klinischen Hinweise dieser Tagung.

Odontopaste heißt die Alternative. Es wird statt Tetracyclin, Glindamycin verwendet und Triamcinolonacetonid – einen entzündungshemmenden Wirkstoff auf Steroid-Basis. Es ist wasserlöslich und daher wahrscheinlich einfach zu entfernen.

Odontopaste ist bei Henry Schein zu bestellen.

 

Quiz du jour – reloaded – Part II

Von Bonald Decker

Das Feedback auf unseren ersten Teil des „Quiz du jour – reloaded“ war überschaubar. Heute folgt Teil I der „Auflösung“.

Neben den multiplen Befunden und Informationen fiel mir auf, dass die Unterlippe circa drei Monate nach dem initialen Trauma immer noch eine signifikante Schwellung aufwies:

Extraorale Inspektion nach Avulsion von Zahn 21 und Dislokation von Zahn 22

Bei der erneuten Betrachtung der mitgebrachten alio loco angefertigten Röntgenaufnahmen fiel mir auf, dass Zahn 21 eine mehrflächige Kompositrestauration aufwies:

Auf genauere Nachfrage äusserten Patient und Mutter nun weitere Informationen hinsichtlich der genauen Unfallverletzungen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass bei Zahn 21 neben der Avulsion auch eine unkomplizierte Kronenverletzung vorgelegen hatte. Ferner berichteten beide von einer  Weichgewebsverletzung der Unterlippe, die genäht werden musste.

Aufgrund der kombinierten Befunde musste ich an diese Publikation denken.Eine daraufhin bisher nicht angefertigte Röntgenaufnahme der Unterlippe links brachte dann eine mögliche Erklärung für die persistierende Schwellung:

Röntgen der Unterlippe mit erkennbaren Fremdkörper links

Neben der endodontischen Behandlung wird daher nun wohl auch eine explorative Eröffnung der Unterlippe notwendig um den/die Fremdkörper (=wohl Zahnfragmente) zu entfernen…

5 Prämolaren (2)

von Donald Becker

Eine Ansammlung von Prämolaren mit teils exotischer Anatomie innerhalb weniger Tage war der Grund für den Start dieser Beitragsserie.

Für mich gehören Unterkieferprämolaren zu den am schwierigsten endodontisch zu behandelnden Zähnen überhaupt. Gefolgt von Unterkieferfrontzähnen, aber das ist ein anderes Thema.

Im vorliegenden Fall hatten wir bereits 2 Prämolaren bei diesem Patienten endodontisch behandelt. Alle zeichneten sich dadurch aus, dass die extrem engen Kanäle nur äußerst zeitaufwändig mittels sehr vieler dünner Handinstrumente bis nach apikal erschlossen werden konnten. Der Zahn 45 war von den drei  behandelten noch der leichteste von allen, aber auch dieser zeigte sich im apikalen Drittel äußerst schwierig zu erschliessen.

Angesichts der obliterierten Kanäle hätte ich vermutet, dass es eher unwahrscheinlich sein würde, laterale Anatomie darzustellen. Das Gegenteil war der Fall. Die WF- Kontrollaufnahmen von Zahn 45 zeigten mehrere gefüllte Seitenkanäle, so dass davon ausgegangen werden kann, dass eine hierfür notwendige Reinigung dieser Strukturen der Wurzelkanalfüllung vorausgegangen sein muss.

Zum Zeitpunkt der WF an Zahn 45 war die erste Röntgenverlaufskontrolle an Zahn 25 6 Monate post WF fällig. Die vorhandene WF war von uns revidiert worden, ein zweiter Kanal, bislang unbearbeitet, wurde anschließend von uns dargestellt und aufbereitet. Auch bei diesem Zahn findet sich laterale Anantomie im WF- Bild. Apikal und lateral im Knochen zeigen sich bereits deutliche Anzeichen von Knochenregeneration. Ein ebenfalls sehr erfreuliches Ergebnis.

Kronenersatz

von Maximilian Weber

Das glücklicherweise kleine Trauma (zurückprallendes Holzscheit) führte zu einer Fraktur der Keramikverblendung am Brückenglied des Zahnes 12.
Eine komplette Neuanfertigung des Zahnersatzes (8-gliedrige Brücke plus Modellguss) war dem Patienten zu teuer, aber es sollte doch wieder so aussehen wie vorher.
Einzige sinnvolle Möglichkeit, neben einem Kunststoffaufbau, war eine Krone über Krone (hier besser Krone über Brückenglied).
Die Verblendung wurde mit Rotringdiamanten auf ein Mindestmass reduziert, Ziel war es eine dünne Schicht Keramik über dem Opaker stehen zu lassen, um
– optisch durchscheinendes Metall nicht abdecken zu müssen, und
– an der Keramik einen besseren Haftverbund erreichen zu können, als am Metall.

Der Zahntechniker hat ein „Käppchen“ aus Zirkonoxidkeramik gefertigt und verblendet, innen wurden makromechanische Retentionsrillenen gefräst.

Käppchen und der „Stumpf“ wurden sandgestrahlt, und das Käppchen mit RelyX eingesetzt.

Wir werden sehen, ob es hält.
Ähnliche Versorgungen, allerdings Metallkäppchen mit Keramikverblendung, haben wir schon öfters gemacht, die hielten bis jetzt alle.
Optisch waren sie aber leider immer kompromissbehaftet.

Toleranz

von Ronald Wecker

Ein anderer Begriff fällt mir zum folgenden Behandlungsfall nicht ein.

Die Aufmerksamkeit gilt hier nicht der endodontischen Behandlung der Zähne 22 und 11, sondern vielmehr dem seit mehr als 30 Jahren in Regio 21 befindlichen Fremdkörper.

Klinisch gibt es weder im Vestibulum noch im Kieferkammbereich Auffälligkeiten. Anamnestisch berichtete der Patient über einen lange zurückliegenden schweren Verkehrsunfall, in dessen Folge die Oberkieferfrontzähne prophetisch versorgt wurden. Der im mittleren Drittel verbliebene Rest eines metallischen Wurzelstiftes wurde dabei ebenso toleriert, wie das im unteren Drittel unbehandelt geblieben Kanalsystem des 21 und das zur Augmentation des Kieferkamms eingebrachte alloplastische Material.

Von einer Entfernung des offensichtlich beim Unfall stark intrudierten Wurzelrestes wurde der Patientin aufgrund der mehr als 30 Jahre bestehenden Beschwerdefreiheit und der fehlenden radiologischen und klinischen Symptomlosigkeit abgeraten.

Makrofotos in der Praxis

von Christian Danzl

Hin und wieder sind in Praxis Makroaufnahmen zu machen. Wenn es um kleine Dinge geht, Objektgröße um 1 cm, nutze ich meist die Kamera am Dental-Mikroskop. Aber das ist nicht immer da, wo ich es gerade brauche.
Eine Alternative zu SLR-Kameras mit Makroobjektiv oder makrofähige Kompaktkameras bietet das iPhone – wenn man es mit Vorsatzlinsen ausstattet.

Manfrotto bietet das KLYP+ – System an. Für iPhone 4/4S/5/5S/6/6Plus.

Es besteht aus einer Telefonhülle aus Hartplastik (leider nicht hosentaschentauglich, es eignet sich nicht als Standardhülle), verschiedenen Vorsatzlinsen, einem LED-Licht und einer Stativhalterung. Die Linsen werden per Gewinde vor die iPhonekamera geschraubt, Licht und Stativhalterung werden auf die Hülle aufgeschoben.

Die Makrolinse gibt es in einem Kit mit einem leichten Televorsatz (1,5x).

Das Makro ist zweigeteilt Eigentlich ein Weitwinkel, bei dem man eine Linse abschrauben kann. Der Focus liegt ca. 2 cm vor der Linse. Die Bilder sind erstaunlich scharf, zumindest im mittleren Bereich, die Randbereiche driften ins Unscharfe. Auch chromatische Aberrationen – wer hätte es gedacht – sind durchaus ein Thema.

Das System ist mit der Makrolinse durchaus für einfache Bilder geeignet, um z.B. dem Techniker auf dem Modell etwas zu zeigen, leider ist die intraorale Anwendung wegen des kurzen Arbeitsabstandes von 2 cm und wenig Schärfentiefe (um die 2mm) auf Frontzähne limitiert. Natürlich ist auch bei diesem Arbeitsabstand die Beleuchtung des Objektes manchmal  ein Problem.

Quiz du jour -reloaded

von Bonald Decker

Unser letztes Quiz du jour liegt schon einige Jahre zurück. Erinnern Sie sich noch an Teil I und II?

Heute möchte ich Ihnen einen neuen Fall dieser „Quizreihe“ vorstellen und Sie nach Ihrer Diagnose und Therapie fragen.

Der Kurzbrief der Zuweisen liefert einen kleinen Eindruck über die Vorgeschichte:

Kurzbrief der Zuweiserin mit Bitte um
Weiterbehandlung

Hier noch die uns übermittelten Röntgenbilder:

Aufnahmen vor der Replantation wurden uns keine übermittelt.

Laut Anamnese betrug die extraorale Verweildauer mit unphysiologischer Lagerung circa zwei Stunden. Zahn 22 war laut Patient durch das Trauma (Fahrradsturz) um etliche Millimeter Richtung palatinal disloziert.

Bei der Erstvorstellung Anfang November zeigte 21 klinische Anzeichen einer (beginnenden) Ersatzresorption. Die palatinale Zugangskavität war mit Cavit verschlossen. Laut Zuweiserin war am 26.10.2015 Ledermix als medikamentöse Einlage in das Kanalsystem eingebracht worden.

Zahn 22 reagierte negativ auf thermische und elektrische Stimulation bei sonst unauffälligen Befunden.

Anbei noch ein Foto der Mundregion des jungen Patienten…

Extraorale Inspektion nach Avulsion von Zahn 21 und Dislokation von Zahn 22

Was denken Sie über diesen Fall und wie würde Ihr weiteres Vorgehen aussehen?

Gilt es noch Weiteres zu beachten? Brauchen Sie für die weiteren Entscheidungsfindung ggf. weitere Informationen?

Viel Spass beim Quiz du jour reloaded…

;-)

Hygiene- Tastatur – Vergleich: MediBoard / CleanBoard / Mini-CleanBoard (Keywi)

von Torsten Hatzky
Als kürzlich eine Teil-Erneuerung unserer EDV notwendig wurde, sollten die neuen Tastaturen auf jeden Fall hygienefähig sein. Bislang hatte ich aus Platzgründen in den Behandlungszimmern 12“ Notebooks, und die Hygiene habe ich bisher nur durch Disziplin eingehalten: Vor der Behandlung alle erforderlichen Info`s für den nächsten Patienten einsehen, dann erst Handschuhe an. Nach der Behandlung: Handschuhe aus und die erforderlichen Eingaben machen. Das geht schon, aber ich möchte mich nicht dafür verbürgen, dass meine Mitarbeiterinnen dies auch in jedem Fall so gemacht haben – besonders wenn ich es nicht sehen konnte ….. und wenn es mal hektisch wurde, habe ich mich auch manchmal dabei ertappt, dass ich den Weg der korrekten Vorgehensweise versehentlich verlassen hatte.

Bei meiner Recherche fand ich diesen Bericht. Beim Durchstöbern des Webshops vom Hersteller Hoffmann u. Krippner konnte ich feststellen, das es inzwischen zusätzlich zum bekannten MediBoard 2.0 zwei weitere und vor allem kleinere Tastaturen gab. Da HaWi das MediBoard in seinem Langzeitbericht sehr gelobt hatte habe ich, davon ausgehend, dass diese sich nur bezüglich der Grösse unterscheiden, gleich zwei der neuen MiniCleanBoards bestellt.

Sie wurden schnell geliefert, und wir haben sie umgehend in Betrieb genommen. Alle waren spontan vom schönen Design und der „Desinfektions- Erinnerungs-Funktion“ begeistert: Man kann die Tastatur über eine Tastenkombination ganz einfach funktionslos schalten. So können bei der Wisch-Desinfektion keine versehentlichen Eingeben gemacht werden. Danach wird sie mit derselben Kombination wieder aktiviert. Eine kleine LED schaltet von Rot auf Grün und im Hintergrund beginnt eine Zeituhr abzulaufen. Nach 180 Minuten schaltet die LED von Grün auf Gelb und zeigt , dass man doch mal wieder desinfizieren könnte. Macht man dies nicht, erfolgt nach 360 Minuten der Wechsel zu Rot, was anzeigen soll, dass man nun unbedingt desinfizieren muss, auch wenn in der Zwischenzeit überhaupt nicht dran geschrieben wurde. Einen Wechsel des Patienten kann die Tastatur natürlich nicht registrieren. Man kann aber als selbstverständlich voraussetzten, dass in Zusammenhang mit der Aufbereitung des Behandlungsplatzes die Tastatur auch gereinigt wird.

Soweit erst mal ein sehr erfreulicher Eindruck. Nach den ersten Eigaben kam aber leider die grosse Ernüchterung: Das Schreiben macht auf dieser Tastatur keine Freunde. Auch nach mehreren Tagen wurde dies nicht besser. Die Tasten lassen sich nur schwer erfühlen, da sie sich kaum vom Untergrund abheben. Folge: Man spürt nicht wo man ist, und driftet allzu oft irgendwo hin ab. Ausserdem ist der Kontakt unter den Tasten zu klein, so dass man auch deswegen allzu oft daneben trifft. Flüssiges Schreiben ist selbst für eine unserer Mitarbeiterinnen, die fließend 10-Finger-blind zu schreiben gewohnt ist, nicht möglich. Man muss immer ganz genau hinschauen, wo man hindrücken will, damit man wirklich trifft. Und dann ist auch noch der Anschlagdruck gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig die Rückmeldung des erfolgten Tips recht unpräzise. Folge: Ich habe noch nie so viele und vor allem ungewöhnliche Tipfehler gemacht. So kam es oft dazu, dass das gleiche Zeichen zweimal getippt war, nachdem es beim ersten Anschlag nicht geklappt hatte. Dies konnten meine Mitarbeiterinnen ebenfalls bestätigen und es wurde der Wunsch geäussert, die Tastaturen zurückzugeben.

Nach Rückfrage bei der Schweizer Niederlassung des Herstellers hatte man zunächst einmal wenig Verständnis für unser Problem und ich bekam die Info, dass die Tastatur ja eigentlich nur für kurze Eingaben gedacht sei und nicht für längere Texte. Das wurde aber im Web-Shop nirgendwo zur Sprache gebracht. Jedoch bot man an, uns zwei andere Tastaturen für weitere Versuche zuzuschicken.

So hatte ich Gelegenheit, sowohl das etwas grössere CleanBoard und im Vergleich dazu auch das MediBoard zu testen. Das Foto zeigt alle drei Tastaturen im Grössenvergleich. Gleich vorab: Das etwas grössere CleanBoard hat die selbe praktische Erinnerungsfunktion, schreibt sich aber kaum besser als das MiniCleanBoard. Für kurze Eingaben ist es aber okay. Ich habe mir aber in letzter Zeit immer mehr angewöhnt, aus forensischen Gründen sehr ausführlich zu dokumentieren. So kommen doch recht schnell längere Texte zusammen, die noch dazu in kürzester Zeit geschrieben werden müssen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass andere Kollegen dies anders handhaben und mit den CleanBoard Tastaturen hinreichend klar kommen. Sinnreich ist vielleicht auch die Anwendung am Rechner eines digitalen Röntgen-Systems, wo nur schnell die entsprechende Patientendatei geöffnet werden muss und sonst kaum andere Eingaben notwendig sind. Vom Preis her sind sie auf jeden Fall sehr attraktiv: Nur wenig mehr als die Hälfte des Preises, der für das grosse MediBoard zu zahlen ist.

Ganz anders war dann der Eindruck beim MediBoard. Hier konnten wir alle nach nur kurzer Eingewöhnungszeit fliessend längere Texte eingeben, ohne durch technische Unzulänglichkeiten bedingte Fehler. Ich selbst schreibe inzwischen überaus gern damit. Die Tasten haben offensichtlich einen aufwendigeren technischen Aufbau, was sich leider im deutlich höheren Preis niederschlägt. Die Desinfektions-Erinnerungs-Funktion bietet diese Tastatur nicht und man kann sie nicht durch Tastendruck funktionslos schalten. Weiterhin negativ: Sie nehmen leider viel Platz weg und die als Track-Pad gestaltete Maus-Funktion funktioniert mit Latex-Handschuhen nur arg widerwillig. Hier wäre noch Verbesserungspotential.

Da die anderen, zum Teil auch hier vorgestellten Optionen mir nicht so gut gefallen haben, war dann doch schnell entschieden: Das MediBoard wollen wir haben!

Nach erneuter Kontaktaufnahme mit der Herstellervertretung und deutlichem Hinweis auf die unzureichende Beschreibung im Web-Shop, erklärte man sich schliesslich doch bereit, gegen eine Bearbeitungsgebühr von 10% (für die erforderliche Neuverpackung), die bereits gelieferten Mini-CleanBoards zurückzunehmen, wenn ich dafür 2 MediBoard bestelle.

Diese haben wir nun schon mehr als 2 Wochen im Einsatz und sind bislang sehr zufrieden damit.

Disclaimer:
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Orthograde Entfernung eines retrograden Silberstiftes mit dem Fragremover

von Basel Merci Neuwer

Ein während der endodontischen Behandlung des Zahnes 21 angefertigtes DVT zeigte als Zufallsbefund eine große apikale Aufhellung an Zahn 11 mit konsekutivem Therapiebedarf.

Zahn 11 mit  Status post resectionem zeigte im Röntgenbild einem massiven, konfektionierten Metall- und einem Silberstift für den retrograden Verschluss.

Bruchfläche des Goldstiftes

Nach Abwägung der Chancen und Risiken wurde die Indikation zum Zahnerhalt durch orthograde Revision gestellt.

Die Entfernung des aus einer Goldlegierung bestehenden Stiftes gestaltete sich schwierig. Das relativ weiche Material absorbierte vermutlich einen Großteil der Ultraschallschwingungen. Die Zementfuge ließ sich auf diese Weise nicht aufbrechen. Dafür zeigte der Stift Wirkung in dem er im mittleren Drittel brach.

Für eine erfolgreiche Entfernung musste der Stift nun bis ins untere Drittel freipräpariert werden.

Schlinge über freigelegtem Silberstift

Nachfolgend wurde der retrograde Silberstift im koronalen Anteil mit Ultraschall freigelegt. Auf eine vollständige Freistellung wurde verzichtet, da zu befürchten stand, dass der gelockerte Stift in den Periapikalbereich entschwindet.

Mit der Drahtschlinge des Fragremovers konnte der Silberstift im freigelegten Anteil sicher gefasst, durch Rüttelbewegungen gelockert und letztendlich entfernt werden.

Aus meiner Sicht hätte keine andere Technik so vorhersagbar und schnell die orthograde Entfernung des Silberstiftes leisten können. Nach abgeschlossener Desinfektion wurde der Neoapex  auf ca. 3 mm Länge mit MTA verschlossen. Auf die Guttapercha-Trennschicht folgte ein adhäsiver Aufbau mit GF-Stift, Befestigungs-Composite und Composite-Flow.

Ich hoffe, dass die DVT-Nachkontrolle in 12 Monaten den Zahn 11 in situ mit Heilungstendenz zeigt und der Patientin eine weitere chirurgische Intervention erspart bleibt.

 

 

As time goes by!

von Ronald Wecker

Die unvollständige Obturation dieses oberen Frontzahnes bestand schon seit Jahren.

Beschwerdefrei wohlgemerkt.

Interessant die Entwicklung über drei Jahre und die Erkenntnisse aus dem DVT.

Fistel mit unklarer Ursache – 2D versus 3D

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich bei uns mit einer Fistel in der Regio 25/26 vor. Die Zähne 24 und 25 wurden bereits vorher endodontisch behandelt. Die Fistel blieb unverändert. Daraufhin wurde 25 erneut revidiert und mit einer CaOH Einlage versehen. Die Fistel blieb unverändert. Nun erhoffte sich der Patient Hilfe von uns.

Der Befund: 24,25,26 Lockerungsgrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen, Kronenversorgung an den Zähnen 24 und 26. Insuffiziente Füllung am Zahn 25 mit fehlendem Kontaktpunkt zum Zahn 26. Gingivitis acuta.
Sensibilität 26 positiv fraglich (buccal negativ, palatinal positiv), 24, 25 negativ.

Wir fertigten einen Zahnfilm von 25, 26 an und anschließend ein DVT der Region 24-26.
Im DVT war eine weichteildichte, hypodense, zum Knochen abgegrenzte ca. 4x2x3mm große Struktur an der mesialen Wurzel (approximal zum Zahn 25) im oberen Wurzeldrittel erkennbar. Es zeigte sich der Verdacht eines lateralen Kanals zu dieser dargestellten Osteolyse in Form einer lateral gelegenen P. apicalis. Differentialdiagnostisch kommt eine Längsfraktur in Frage.
Der Patient wünschte die Behandlungsfortführung am Zahn 25 und Abklären der Ursache der Fistel Regio 25/26.

Unsere Therapie bestand in der endodontischen Behandlung und koronalen Rekonstruktion des Zahnes 25, sowie die Abklärung der Ursache der Fistel durch den Zahn 26.
In der Behandlung des Zahnes 26 zeigte sich eine Pulpanekrose mesiobukkal. Palatinal und distal wiesen eine Restsensibilität mit einer pulpalen Blutung im Sinne einer Pulpitis auf. Der vermutete laterale Kanal zeigte sich klinisch als Wurzellängsfraktur.
Der Patient wurde über die unsichere Prognose beraten und entschied sich für die Extraktion des Zahnes 26.

Anbei die Bilder und Röntgenbilder zum geschilderten Fall.

 

 

Neustart (XI) – 2000

Von Bonald Decker 

Fast vier Jahre nach dem ersten Beitrag zu unserem Praxisneustart kann von einem solchen nun wirklich keine Rede mehr sein…

gestern Abend um 17:30 war es so weit. Der zweitausendste Patient seit dem 09.Januar 2012 kam zur Behandlung seines zweiten oberen Molaren. „Pikanterweise“ handelte es sich bei dem Patienten um einen zahnärztlichen Kollegen…

was könnte man sich Schöneres vorstellen…

;-)

Hier ein paar Impressionen der Behandlung:

Prä-OP Situation

Als Besonderheiten zeigten sich eine eher ungewöhnliche Anatomie mesio-bukkal sowie ein weit offener Apex palatinal, (ca.ISO 070) der die Anwendung von MTA bei der Obturation „notwendig“ machte.

Prä-OP vs Post-OP

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten des Projektes „B5“ sehr herzlich bedanken! Nur durch die Unterstützung und das Zusammenwirken von vielen vielen Personen war dieser Neustart 2012 möglich.

Vielen Dank Ihnen und Euch allen für die Unterstützung!

Hoffentlich Allianz versichert ?

von Hans – Willi Herrmann

Die Patientin brachte letzte Woche zur ersten endodontischen Behandlungssitzung ein  Schreiben der Allianz- Krankenversicherung mit.

Es bezog sich auf unseren Heil- und Kostenplan, den wir anläßlich einer WF- Revisionsbehandlung erstellt und der Patientin zur Abklärung der Kostenübernahme ausgehändigt hatten. Das die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen der endodontischen Behandlung grundsätzlich verneint wurde, ohne dass irgendjemand vorhandene Röntgenbilder begutachtet hatte, ist peinlicher Offenbarungseid des „Nicht Zahlen Wollens“ aber nichts Neues.

Zusätzlich jedoch wurde die Erstattung der VDW Flexmaster- und VDW MTwo- Instrumente negiert. Als Untermauerung dieser Vorgehensweise wurde ein gemeinhin bekanntes, weil in diesem Zusammenhang vor 2012 oft zitiertes Gerichtsurteil von 2004 angeführt. Spätere erlassene Urteile, die die privaten Krankenversicherer zur Erstattung verurteilten, wurden nicht aufgelistet.

Seit Inkrafttreten der GOZ 2012   dürfen anfallende Materialkosten, Nickel- Titan- Einmalinstrumente betreffend, dem Patienten in Rechnung gestellt werden können. Eine begrüßenswerte wie längst überfällige Neuerung,  verwende ich in meiner Praxis doch schon seit 2002 alle endodontischen Instrumente als Ein-Patienten- Instrumente.

Dabei ist es unerheblich, ob der Hersteller eine Wiederaufbereitung für dieses Instrument rein technisch als möglich erachtet: Ich verwende alle Instrumente nur bei einem Patienten, weil nur so eine Kreuzkontamination mit Prionen als Auslöser der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit sicher ausgeschaltet werden kann.

Des weiteren werden im vorliegendem Fall einer schwierigen Revisionsbehandlung die frakturgefährdeten Nickel- Titan- Instrumente sehr stark beansprucht, so dass insbesondere bei den kleinen Größen gegebenenfalls sogar mehrere Instrumente gleicher Größe zur Anwendung kommen müssen, um das Aufbereitungsziel zu erreichen. Auch dabei spielt keine Rolle, ob der Hersteller das Instrument als Einmalinstrument deklariert hat oder eine Wiederaufbereitung grundsätzlich für technisch möglich hält. Durch die starke Beanspruchung wird das Instrument zwangsläufig im Laufe des Arbeitens zum Einmalinstrument.

Was nun tun, die verweigerte Kostenübernahme betreffend ?
Mit der Versicherung diesbezüglich korespondieren und hoffen, dass – den genannten Argumenten folgend – doch noch eine Kostenübernahme, die Flexmaster- und MTwo – Instrumente erfolgen wird ?

Oder – auf andere, allerdings deutlich teurere, vom Hersteller von vorneherein als Einmalinstrument konzipierte Instrumente zurückgreifen – deren Kostenerstattung aus rein formalen Gründen die Versicherung sich nicht entziehen kann.

Dies wäre der einfachere Weg.

Ich werde beides tun und berichten, für welche Lösung die Allianz sich entscheiden wird.

Kleiner Stein – große Wirkung

von Bodald Necker

Der Patient gab an, dass sich unter der Zunge hin und wieder was entzünde. Es wäre dann dick und sehr unangenehm, man könne es kaum berühren und dann verginge es wieder. Er hätte es öfters mal.

Klang verdächtig nach Speichelstein.

Es war aber nichts zu sehen. Bei Ausführungsgänge der Sublingualdrüse waren frei und Speichel trat aus.

Aber nicht dauernd.

Hin und wieder sah man nur Speichel aus dem linken Ausführungsgang kommen, und wenn man genau hinsah, sah man, dass sich eine kleine Kugel vor das rechte Lumen legte und dicht machte. Mit der Sonde konnte man die Kugel wieder wegschieben, auch mit dem Luftbläser kurz Luft drauf gegeben, war sie sofort wieder verschwunden – und kam dann wieder – und verschwand wieder – und kam wieder.

Die Kugel war vom Durchmesser ungefähr Doppel so groß, wie die Öffnung des Ausführungsganges.

Also kurz eingespritzt  in der Nähe des Ausganges und mit zwei Pinzette die Kugel rausgedrückt – denkste.
Die wollte nicht. Der Ausführungsgang machte nicht weiter auf.

Also kleines Skalpell und das Lumen minimal vergrößert. Da lag er dann, der Speichelstein, in seiner vollen Größe. Fast 1 mm Durchmesser.

Die größte Herausforderung war, ihn aus der Mundhöhle heraus, sicher auf das Tray zu bringen.

Und wenn man ihn genau ansieht, dann sieht man, dass er – wer hätte es gedacht – von der Kugelform weit entfernt ist ;-)

Saving hopeless Teeth – DVT gestützte Behandlungsplanung

von Ronald Wecker

Der hier vorgestellte Zahn 11 ist vor ungefähr 20 Jahren endodontisch erstbehandelt worden. Der mittlerweile 33 jährige Patient berichtet, dass im Laufe der Jahre der Zahn zwei Mal endodontisch revidiert worden war, weil sich immer wieder entzündliche Veränderungen mit Fistelungen  gezeigt hatten.

Seit ungefähr 10 Jahren ist der Zahn mit einer vollkeramischen Krone versorgt. Im Vorfeld der prothetischen Versorgung ist ein parodontalchirurgischer Eingriff zur Verbreiterung der attached Gingiva vorgenommen worden.

Das präoperativ angefertigte Röntgenbild zeigt neben dezenten marginal gelegenen Zementüberschüssen eine mesial gelegene scharf abgegrenzte Aufhellung, eine deutlich von der Zahnlängsachse abweichend Stiftversorgung sowie einen in einer apikalen Aufhellung gelegenen schmalen Fremdkörper, der an eine Guttaperchaspitze erinnert.

Klinisch imponiert eine zwischen 11 und 21 gelegene nicht aktive Fistelung, die in etwa auf Höhe der lateralen Aufhellung liegt. Die Sondierungstiefen betragen zirkulär 3mm. Nur mesiopalatinal können 4 mm gemessen werden. Die Beweglichkeit ist nicht erhöht. Isolierte Sondierungstiefen sind nicht vorhanden.

Das angefertigte DVT zeigt Folgendes:

Welche Behandlungsvorschläge sind denkbar? Welche sinnvoll? Was würden Sie tun, wenn es Ihr Sohn oder Ihre Tochter wäre?

Nutzen Sie die Kommentar-Funktion.

Zustand nach WSR (3)

von Ostidald Wucker

In diesem Fall, welchen wir hier und hier bereits beschrieben haben, war die Entscheidung für oder gegen den Zahnerhalt für den Patienten nicht einfach. Die Chancen im Bereich 60% liegen ca. 12% über der Wahrscheinlichkeit im Roulette mit Rot oder Schwarz zu gewinnen. Das ist knapp über dem Glücksspiel.

Dies haben wir dem Patienten genau so erklärt. Trotzdem hat er sich für den Erhaltungsversuch, wie bereits beschrieben, entschieden.

Nach Kronenentfernung und präendodotischem Aufbau wurde das WF Material (Thermafillsystem o.ä.) entfernt. Das Fragment im Kanal mb1 wurde dargestellt und mittels Ultraschall entfernt. Das retrograde WF Material konnte palatinal und distal entfernt werden. Mesial ließ sich nur der Teil über dem mb1 Foramen entfernen. Das weitere Aufziehen des Isthmus zur Entfernung der Reste des retrograden Materials wurde auf Grund des damit verbundenen hohen Substanzverlustes nicht durchgeführt.

Der Kanal mb2 wurde bis #35 aufbereitet und thermisch warmvertikal obturiert. Palatinal, distal und mb1 wurde ein Kollegenvlies als Widerlager eingebracht. Der apikale Verschluss der Neoframen gelang mit ProRoot MTA / Dentsply. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha in thermischer Obturationstechnik. Abschließend wurde der Zahn adhäsiv verschlossen. Die Behandlung erfolgte in zwei Sitzungen.

Wir werden weiter berichten.

Eins schon vorab. Das Abwarten, wie das mit dem Zahn 26 langfristig ausgeht hat nicht funktioniert…

Therapieplanung dank DVT

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen einen Fall vorstellen, den wir im Februar 2015 abgeschlossen haben. Hier zunächst das alio loco angefertigte Ausgangsröntgenbild. Dies wurde uns von einem Zuweiser mit der Fragestellung hinsichtlich eines möglichen Therapievorschlags übermittelt.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach endodontischer Behandlung vor ca. 4 Jahren

Obgleich ich natürlich nur „weisse Linien“ beurteilen konnte machte es für mich den Eindruck, als hatte sich jemand bei der Erstbehandlung Mühe gegeben…

es stellte sich also für mich die Frage, in welche Richtung ich den Patienten berate und welche Therapie in meinen Augen empfehlenswert sei. Um eine fundiertere Aussage hierzu treffen zu können legte ich dem jungen Mann eine DVT Aufnahme ans Herz. Hiervon versprach ich mir die apikalen Anatomien besser einschätzen zu können.

Stichwort Isthmus bzw. Konfluation der (mesialen) Kanalsysteme zu einem apikalen Foramen etc.

Hier also der Desktopmittschnitt des DVTs:

 

Da es sich mesial um ein apikales (Haupt)Foramen handelte war ich guter Dinge die apikale Parodontitis erfolgreich behandeln zu können. Beim Vorhandensein eines Isthmus hätte ich ggf. zurückhaltender hinsichtlich einer Revision beraten.

Die Behandlung erfolgte nach dem für uns „üblichen Protokoll“ und konnte im zweiten Termin so abgeschlossen werden:

Abschlussaufnahme nach orthograder Revisionsbehandlung –

Vor Kurzem war der Patient nun zum 2D-Recall bei uns.

Hier das Ergebnis:

Recall 8 Monate nach Revision

Es freut mich zu sehen, dass ich mit Hilfe des DVTs vor einer möglichen Behandlung eine fundiertere Beurteilung der Situation treffen konnte. Dies wäre mir anhand einer 2D-Aufnahme in dieser Form nicht möglich gewesen.

Daher lautet mein Kurzfazit:

Das DVT ist für uns der bisher fehlende Mosaikstein für ein zeitgemässes endodontisches Praxiskonzept… mein Dank gilt allen, die mich in diese Richtung motiviert und bei der Entscheidungsfindung unterstützt haben. Ihr hattet recht!

;-)

P.S.: Eine (mögliche) Stripperforation mesial ist mir intraoperativ nicht aufgefallen. Handelt es sich um eine „tatsächliche“ laterale Anatomie oder doch um eine iatrogene Eröffnung? Was denken Sie?

5 Prämolaren (1)

von Donald Becker

Anbei 5 Ausgangsröntgenbilder von 5 Prämolaren der letzten Woche.

Wer möchte, kann sich einmal überlegen, wie die endodontische Behandlung aussehen könnte und Vermutungen anstellen, wie das Endergebnis sich darstellen wird. Entweder für sich selbst im Geheimen oder – was schön wäre – via Kommentar- Funktion.

Zahn 14 Zustand nach WF, kllinisch imponiert eine vestibuläre Fistel

Symptomatischer Zahn 44, Zustand nach WF

Devitaler Zahn 45, apikale Aufhellung

Symptomloser Zahn 25, laterale Aufhellung

 

 

 

 

 

 

 

 

Schmerzen in Regio 15, Zahn 15 Zustand nach direkter Überkappung

Polymerisationslampe aus China – billig, preiswert oder inakzeptabel? – Follow Up 8 Monate

von Noel Shabraq

„Das Teil vorne hält nicht mehr richtig.“ war die Aussage der Helferin auf die Nachfrage wo die Chinalampe sei.
Hier habe ich vor ca. 8 Monaten die Polymerisationslampelampe aus Fernost beschrieben.

Nach 8 Monaten hatte sich der Lichtleiter aus seiner Halterung gelöst. Anscheinend war der Kleber, mit dem das Glasfaserbündel in die Metallhalterung eingeklebt war, dem Desinfektionsmittel über längere Zeit nicht gewachsen.
So wie es aussieht, war aber auch nie viel Kleber vorhanden.

Es wird sich reparieren lassen.

Das war bis jetzt das einzige Problem mit der Lampe.

Revitalisierung oder MTA-Plug?

von Ronald Wecker

Diese Frage stellt sich zumindest in der Theorie, wenn es um die endodontische Behandlung von Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum geht.

Dieser 21 erlitt vor ca. 5 Monaten eine deutliche laterale Dislokation und ein unkomplizierte Kronenfraktur.

Zunächst wurde nach Versorgung der Schmelz-Dentin-Fraktur alio loco ein abwartendes Vorgehen vorgeschlagen. Sensibilitätstests oder klinische Nachkontrollen erfolgten nicht. Vier Monate nach dem Trauma wurde der Zahn berührungsempfindlich und es zeigte sich labial eine große aktive Fistelung.

Angesichts der radiologisch zu bestimmenden Weite des apikalen Wurzelanteils (1,1 mm) fiel die Entscheidung für eine Obturation mit MTA. Auf einen Revitalisierungsversuch wurde daher hier verzichtet.

Nach ausgiebiger ultraschallunterstützter Irrigation und medikamentöser Einlage mit CaOH2 heilte die Fistelung bereits nach wenigen Tagen ab. Da sich periapikal ein deutlicher Hohlraum zeigte, wurde vor der Obturation mit MTA vier Wochen später ein kollagenes Widerlager angelegt. Nach Insertion eines Quarzfaserstiftes wurde die Zugangskavität adhäsiv verschlossen.

Der Versuch der Revitalisierung wurde nicht unternommen, da die Wurzel schon eine deutliche Wandstärke aufwies und das apikale Foramen deutlich kleiner als 2 mm war.

Wie der Zufall es wollte, erschien am Behandlungstag dieses 21, ein weiterer Patient, diesmal zur 4-Jahres-Kontrolle, der ein fast identisches Verletzungsmuster aufwiesen hatte. Auch hier wurde die Obturation mit MTA durchgeführt und auf den Versuch der Revitalisierung verzichtet.

Zustand nach WSR (2)

von Ostidald Wucker

An dieser Stelle haben wir den Ausgangsbefund festgehalten.

Die Beratung des Patienten ist neben der Diagnostik die wichtigste Aufgaben vor Therapiebeginn.

In diesem Fall haben wir dem Patienten diese Entscheidungskriterien gegeben:

  1. Der Erhalt des Zahnes 26 und 27 ist fraglich. Wir schätzen die Erfolgsaussichten in einer spezialisierten Praxis im Bereich von max. 60% ein. Es gibt keine Evidenz.
    Vorteil: Verschieben des Implantationszeitpunktes, Regeneration der ossären Verhältnisse, kein herausnehmbarer Zahnersatz
    Nachteil: Kosten, zeitaufwendige Behandlung
  2. Die Alternative wäre Extraktion und Implantation oder ein herausnehmbarer Zahnersatz oder eine verkürzte Zahnreihe mit Stützzonenverlust.2a  Die Implantation wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 85-90% die nächsten 5-10 Jahre erfolgreich sein. */ **
    Mit etwas Glück sind 10-20 Jahre möglich.
    Vorteil: kein herausnehmbarer Zahnersatz
    Nachteil: Kosten, zeitaufwendige Behandlung2b  Die Versorgung mit einem herausnehmbaren Zahnersatz ist in Form einer Modellgußprothese oder Geschiebeprothese möglich. Die Geschiebeprothese ist meist die Optimalform in Hinsicht Ästhetik und Komfort. Die Lebensdauer ist nahezu gleich. ***
    Vorteil: Modellgußprothese Geringere Kosten, Gescheibeprothese bessere Ästhetik
    Nachteil: herausnehmbarer Zahnersatz2c Die verkürzte Zahnreihe sehe ich auf Grund des Alter des Patienten als kritisch an.

Der Patient hat sich nach etwas Bedenkzeit für den Erhaltungsversuch des Zahnes 26 entschieden. Zunächst wünschte er nur  die Behandlung des Zahnes 26. Wenn dies gut funktioniert sollen auch die anderen Zähne behandelt werden. Im Beratungsgespräch stellte sich auch heraus, daß der Zahn 16 ebenfalls resiziert wurde und das uns vorliegende letzte OPT nicht den aktuellen Behandlungsstand zeigte.

* J Periodontol. 1988 May;59(5):287-96.
Osseointegrated oral implants. A Swedish multicenter study of 8139 consecutively inserted Nobelpharma implants.
Albrektsson T1, Dahl E, Enbom L, Engevall S, Engquist B, Eriksson AR, Feldmann G, Freiberg N, Glantz PO, Kjellman O, et al
** Pjetursson BE, Tan K, Lang NP, Brägger U, Egger M, Zwahlen M. A systematic review of the survival and complication rates of fixed partial dentures (FPDs) after an observation pe- riod of at least 5 years. Clin Oral Implants Res 2004;15:667-676
*** Memorix Zahnmedizin, T. Weber, 3. Auflage, G.Thieme Verlag, S. 507

Happy Birthday Sophie

Von Christoph Kaaden

Gestern hatte unsere Tochter Sophie Geburtstag. Vor fünf Jahren kam unser erstes Kind auf die Welt. Sehr zu unserer Freude.

Obgleich alle Anfangsuntersuchungen belegten, dass unsere kleine Prinzessin rundum gesund war stellte insbesondere meine Frau schnell fest, dass ihre Kopfform unnormal war. Ihr Hinterkopf war auffallend abgeflacht und ferner einseitig „unterentwickelt“. Darauf angesprochen beschwichtigten uns die Ärzte und stellten in Aussicht, dass sich dieses „primär ästhetische“ Problem in absehbarer Zeit normalisieren und „verwachsen“ werde.

Die nächsten zwei Monate zeigten indes eine gegenteilige Entwicklung und so begann meine Frau sich im Internet mit dieser Thematik näher zu beschäftigen. Recht schnell konnte sie die Diagnose einer lagerungsbedingten occipitalen Plagiocephali „herausfinden“.

Das Wort Plagiocephalus stammt aus dem Griechischen und bedeutet «schiefer Kopf». Seit der Empfehlung, Neugeborene und Säuglinge im Rahmen der SIDS-Prophylaxe in Rückenlage schlafen zu lassen werden seither sechsmal mehr lagebedingte unnormale Kopfformen registriert. Man unterscheidet die lagebedingte, sekundäre Plagiocephali von der primären Plagiocephali bei einseitiger Coronarnaht- oder Lambdanahtsynostose.

Unsere Tochter war also alles andere als eine Ausnahme. Bereits im Mutterleib hatte diese Fehlentwicklung begonnen und wurde in der weiteren Folge durch die Rückenlage beim Schlafen weiter verstärkt. Unsere „Recherchen“ zur Therapie ergaben, dass eine Helmbehandlung angezeigt war. Die Suche nach einem kompetenten Ansprechpartner hierfür brachte uns schließlich an die Universitätsklinik nach Würzburg. Dort hatte die pädiatrische Neurochirurgie in Zusammenarbeit mit den Abteilungen für Kieferorthopädie und Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie eine Spezialsprechstunde hierfür eingerichtet.

Eine dort für Sophie individuell angefertigte Kopforthese wurde daraufhin von ihr für die nächsten Monaten konsequent getragen.

Sophie im Alter von 5 1/2 Monaten mit Kopforthese

Konsequent bedeutete in diesem Zusammenhang 23 Stunden am Tag…

die Eingewöhnung hierfür dauerte keine zwei Tage und verlief unproblematisch.

Drei Monate und einige Kontrolltermine später war die Behandlung abgeschlossen. Die Gegenüberstellung von prä- und postoperativer Situation verdeutlicht das beeindruckende Behandlungsergebnis …

prä- vs postoperative Situation bei lagerungsbedingter Plagiocephalie

Unser besonderer Dank gilt allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität Würzburg. Insbesondere Frau S. Habel und Herrn Dr. P. Meyer-Marcotty

Jetzt könnte unsere Tochter auch Super-Modell werden…

;-)

P.S.: Wer sich näher mit dieser Thematik beschäftigen möchte kann dies hier und hier tun

Hoffnungsloser Frontzahn – Lockerungsgrad 3 – Das Update nach 2,5 Jahren

von Donald Becker

Die regelmäßigen und vor allem seit längerem schon bei WURZELSPITZE Mitlesenden werden sich vielleicht noch an einen Frontzahn-Fall erinnern, über den ich hier und hier berichtet habe. Zahn 21 war ein klassischer Herodontics- Zahn, bei dem die Prognose „infaust“ noch als ausgesprochen beschönigend anzusehen war. Zur Erinnerung – im vorliegenden Fall lag eine extreme Lockerung des symptomatischen Zahnes (Lockerungsgrad 3 !) bei  vorhandener Fistel und Wurzelresorption an allen Oberkieferfrontzähnen vor.
Ich empfehle zunächst rückblickend auch die Lektüre der Kommentierungen der WURZELSPITZE- Leser im Hinblick auf Prognose, Behandlungsfähigkeit  und Behandlungsalternativen des Zahnes.

Letzte Woche nun war die mittlerweile 20 jährige Patientin zum Recall 2,5 Jahre post WF in der Praxis. Gegenüber der 6 Monats- Kontrolle, die schon sehr erfreulich sich präsentierte, hat sich die Situation noch einmal verbessert. Der Zahn 21 (die Fistel war nach initialer Behandlung relativ schnell verschwunden, der Zahn wurde nach WF intern gebleicht und postendodontisch mit einer Composite- Restauration  zum Verschluss der Trepanationsöffnung versehen)   weist mittlerweile eine Festigkeit von 0 – 1 auf, seine Beweglichkeit unterscheidet sich kaum noch vom Nachbarzahn 11, der zwar ebenfalls wie alle anderen Frontzähne auch eine Wurzelresorption, aber immerhin noch eine deutlich längere Wurzel aufweist. Ein angefertigtes DVT zeigte, das die Wurzelresorptionen an den Zähnen 13 bis 23 nicht weiter vorangeschritten sind und die Zähne apikal keine entzündlichen Läsionen aufweisen. Wir können also davon ausgehen, dass sich ein akut entzündliches Geschehen wie an Zahn 21 an den anderen Zähnen nicht wiederholen wird. Schöner Nebenbefund im DVT – die vollständige knöcherne Ausheilung apikal in Regio 21 (man vergleiche vor allem auch die Situation der vestibulären Knochenlamelle) und die Wiederherstellung einer homogenen PA- Spaltes. Das Ausgangs-DVT zum Vergleich findet sich hier.

Es freut mich außerordentlich, dass in diesem schwierigen Fall ein so strategisch wichtiger Zahn der jungen Patientin im wahrsten Sinne des Wortes gerettet werden konnte.

Endoskop in der Endodontie

von Christian Danzl

Letzte Woche flatterte mir ein Prospekt der Karl Strotz GmbH in die Praxis:

Endoskopisch-unterstütze nicht-chirurgische endodontische Therapie

Ein Endoskop für die Endodontie

So richtig schlau geworden aus dem Prospekt bin ich leider nicht. Auf den 8 Seiten sind eine Abbildung der Miniatur-Geradeausblick-Optik 0° mit egwinkeltem Handstück und abgesetztem Okular, zwei Abbildungen einer Zugangskavität, neun intrakanaläre Bilder, die Abbildung eines Kamerakopfes und zwei Bilder des Telepack X.

So im großen und ganzen weiss ich ungefähr, wie so ein Endoskop funktioniert, man hat ja beim HNO-Kollegen schon mal eines gesehen, schlau werde ich aus den Abbildungen im Prospekt trotzdem nicht, es kommt nicht raus, was man für das System, um es nutzen zu können, alles braucht. Es ist keine komplette Abbildung eines einsatzfähigen Systems vorhanden.
Und die Bilder aus dem Inneren des Kanallumens überzeugen definitiv nicht. Es sind kleine unscharfe und kontrastarme Bilder, die apikale Foramina erahnen lassen.

Was man erfährt, ist, dass die Optik einen halben Millimeter Durchmesser hat, und das Arbeitsende 2 cm lang ist. Ob dieses Arbeitende flexibel ist, und es im Kanal – sollte er soweit aufbereitet sein – um eine Krümmung herumkommt, steht nicht drin, aber ich gehe davon aus, dass es starr ist.

Also der Informationsgehalt des Prospektes und die darin gezeigten intra-OP Bilder sind für mich nicht von überzeugender Qualität.
Egal.
Es ist der Prospekt das mir nicht gefällt, nicht das Gerät.
Gehen wir also davon aus, dass das Gerät eine gute optisch Leistung besitzt, einfach in der Handhabung ist und das hält, was wir uns davon versprechen.

Was bringt uns dann ein Endoskop in der Endodontie?

Ich würde sagen, das, was wir uns in der Endodontie immer wünschen:

Sicht.

Ohne Sicht ist die Endo immer Blindflug.

Momentan stehen uns im optischen Bereich Lupenbrillen und Mikroskope zur Verfügung. Und hier ist das Thema immer Vergrößerung und Licht, um das zu sehen, was wir sehen wollen.
Und besonders mit modernen, starken Lichtquellen und einem guten Mikroskop sehen wir gut.
Allerdings nur bis zur ersten Krümmung im Kanal. Dann sind wir wieder im Blindflug.

Was uns noch zur Verfügung steht sind bildgebende Verfahren, wie  Röntgen – OK, das hatten wir schon immer, und es war uns auch immer zu wenig, ein 3-dimensionales Objekt nur 2-dimensional dargestellt zu haben. In letzter Zeit hat sich die 3-D Bildgebung mit deinem DVT so verfeinert, dass sie für die Endodontie nutzbar ist – sofern man ein Gerät mit geeigneter Auflösung hat.
Ein DVT zeigt uns aber auch nur ein mehr oder weniger abstraktes Bild am Bildschirm von dem, was uns im Zahn erwarten wird. Und zwar zu dem Zeitpunkt, zu dem die Aufnahme gemacht wurde. Sobald sie die Situation ändert, hätte man u.U. auch gerne wieder eine neues Volumen, um eine neue Situation beurteilen zu können. Da kann es schwierig sein, dies nach dem ALARA-Prinzip zu rechtfertigen.

Mit dem Endoskop könnte man also jederzeit – sofern der Zugang groß genug ist – um Krümmungen herum sehen, uns somit:

  • Isthmen und Kanalteilungen sehen
  • Seitenkanäle identifizieren
  • mehrere Foramina erkennen
  • iatrogene Stufen finden und somit leichter umgehen
  • die Lage von frakturierten Instrumenten erkennen und die Möglichkeit deren Entfernung einschätzen, z.B. mit dem Fragremover
  • bei der Revision noch vorhandene Fremdmaterialien erkennen

und das ganze natürlich jederzeit wieder (solange das Wurzelkanalsystem frei ist), ohne den Patienten einer ionisierenden Strahlung aussetzen zu müssen.

Jedoch sehe ich auch etliche Nachteile:

  • wenn der Wurzelkanal nicht leer, bzw. nicht frei von Pulpa oder Debris ist, wird man nichts sehen – ganz im Gegensatz zum DVT
  • sobald das OP-Mikroskop eingestellt ist, hat man ein stabiles Bild und man hat neben der Hand mit dem Spiegel, noch eine Hand frei zum Arbeiten – beim Endoskop heisst es (momentan): Schauen, oder arbeiten.
    Momentan deshalb, weil ich mir vorstellen kann, das Okularteil z.B. am Mikroskop zu befestigen, um wieder eine Hand zum Arbeiten frei zu haben – oder man schaut über den Monitor (was aber beim Mikroskop – sollte man einen angeschlossen haben – definitiv auch keinen Spass macht)
  • sollte man jetzt eine Hand frei haben, wir immer noch die Optik des Endoskopes mit dem Arbeitsgerät (Feile, Sonde et.) um den Platz im Zahn konkurrieren.
  • es ist noch ein Gerät mehr, mit dem das Endozimmer vollgestellt ist, das gereinigt werden muss, das sehr empfindlich ist (ich kann mir nicht vorstellen, dass die Optik viele Stürze verträgt).

Ein „must-have“?

Kann ich so vom Prospekt aus nicht beurteilen.
Dazu müsste man das Gerät mal ein paar Wochen testen.

Kann es ein Mikroskop oder ein DVT ersetzten?
Meiner Meinung nach nicht, denn

  • das Mikroskop erlaubt sehen und arbeiten gleichzeitig
  • das DVT erlaubt den Blick in den Zahn, ohne ihn trepaniert zu haben, somit kann schon vor der Behandlung eine Prognose über die Erhaltungsfähigkeit abgegeben werden

Ich sehe es als „weiteren Pfeil im Köcher“.
Wie groß der Nutzen ist, vermag ich – ohne eine längere Testphase damit – nicht beurteilen.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis.

Auch die kann ich nicht beantworten, da keine Preisliste dabei war.
Aber ich gehe davon aus, dass der Preis für ein vernünftig einsetzbares System in einem Bereich liegt, der uns wieder sehr stark über die Vergütung der Endodontie in Deutschland zweifeln lässt….

Recall einer ausgedehnten apikalen Lyse

von Ronald Wecker

Die Behandlung dieses 37 wurde hier bereits ausführlich beschrieben.

Eine erwähnenswerte Besonderheit stellte der im DVT zu erkennende Verlust der lingualen Knochenlamelle dar. Auch existierte eine enge räumliche Beziehung zum N. alveolaris inferior.

10 Monate nach der endodontischen Behandlung zeigt sich der Zahn klinisch vollkommen symptomlos. Radiologisch ist eine deutliche Reduktion der apikalen Aufhellung und ein Wiedererkennen einer Parodontalspalt-Struktur zu erkennen.

Recall – Zahnerhalt mit allen Mitteln

von Ostidald Wucker

Bereits hier und hier haben wir über diesen Fall geschrieben.
Nun haben wir das etwas verspätete 1,5 Jahresrecallbild und möchten Ihnen dies nicht vorenthalten.
Der Patient ist Schmerz- und Symptomfrei. Das Bild lässt uns hoffnungsvoller in die Zukunft schauen.

Wir werden weiter berichten.

Recall 18 Monate

 

Neustart (VIII) – Kinderkrankheiten (III) – update

Von Christoph Kaaden

Vor gut drei Jahren habe ich hier über unsere Erfahrungen mit der Miscea Armatur berichtet. Es scheint, als wären wir nicht die einzigen gewesen, die zum Teil „Probleme“ mit dieser Armatur hatten. Als Reaktion auf die unzuverlässige Abgabe des Desinfektionsmittels hat uns die Firma auf jeden Fall vor einiger Zeit einen Rückflussverhinderer zugeschickt.

Rückflussverhinderer close-up

Dessen Einbau gestallte sich dank Anleitung sehr einfach.

Einbauanleitung Rückflussverhinderer

Und die Wirkung?

Absolut überzeugend! Seit dem Einbau gehört diese „Neustart-Kinderkrankheit“ der Vergangenheit an.

:-)

 

Schwieriger UK- Molar (1 von 3)

von Donald Becker

Der 29 jährige Patient – uns unbekannt – stand zu Praxisbeginn in der Tür.

Extreme Schmerzen.
„Mir vollkommen egal, was Sie tun, ich halt ´s nicht mehr aus, von mir aus ziehen Sie mir den Zahn“, sagte er. Die letzten beiden Nächte hatte er kaum geschlafen.

Von seiner Schwägerin hatte er unsere Adresse. Wir hatten vor Jahren ihr 2 Zähne durch endodontische Behandlungen erhalten, die eigentlich gezogen werden sollten.

Worin lagen nun genau die Schwierigkeiten ?

Nicht in den sehr langen, apikal sehr engen Kanälen.
Das war herausfordernd, aber in der Kombination Handinstrumente – VDW Reciproc R25, Wave One Gold 20 25 35 MTwo 35.06 sicher und vorhersagbar handhabbar.

Die Schwierigkeit bestand darin, diesen Patienten, der sofort eine vollständige und nachhaltige Schmerzausschaltung benötigte, so in den Praxistag einzubinden, das eine erfolgreiche Behandlung möglich wurde, ohne den geordneten Tagesablauf zum Erliegen zu bringen.

Gerade bei einem wie im vorliegenden Fall auf der einen Seite schon stark zermürbten, zudem übermüdeten, gleichzeitig aber extrem dentalphobischen Patienten  war die gesamte Palette der Praxiserfahrung gefordert, um die Behandlung erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Unter Zeitdruck, im Rahmen einer konventionellen „Schmerzbehandlung“ mal eben dazwischengeschoben, wäre dies  nicht möglich gewesen.  Letztendlich war die Behandlung eine enorme Belastung für das gesamte Team, wovon in den Röntgenbildern natürlich nichts mehr zu sehen ist.

Das die Behandlung gelingen und erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnte, freut das gesamte Team nicht weniger als den Patienten selbst.

Nachfolgend Röntgenbilder des Behandlungsverlaufes. Interessant finde ich die exzentrischen Aufnahmen, die eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen den „schmalen zierlichen“ Kanälen in der orthograden Abbildung und der tatsächlichen Situation  belegen.

Neues von der Messe 10/2015

von Christian Danzl

Letzten Samstag fand in München die Messe, die früher mal Fachdental hieß, statt. Nach id Süd heisst sie jetzt infotage dental. Egal, wie die Messe genannt wird, es gibt immer wieder die eine oder andere Neuerung.

Für mich interessant waren zwei Dinge (was aber nicht heissen soll, dass es sonst keine interessanten Neuerungen gab).

Coltene hat eine neue „Tankstelle“ für die eigenen Spülflüssigkeiten (EDTA 17%, CHX 2%, NaOCl 3% und 6 %). Für die neuen eckigen Flaschen gibt es Halter für Wand und Tisch.
Einbandbedienung ohne zu tropfen, und auch wenn die Flasche mal umfallen sollte, hält das Zapfventil dicht.

Bei Schlumbohm wurde der Endpilot wieder erweitert. An der Peristaltikpumpe gibt es einen neuen Steckplatz für das SAF-Handstück, so dass für den Betrieb der SAF nun nicht mehr umgesteckt werden muss.

Neuer Steckplatz an der Pumpe

Das My Sequence – Menu wurde so programmiert, dass nicht nur das Endo-Winkelstück, sondern auch das SAF-Winkelsück und die Pumpe in einer Sequenz angewählt werden  können. Somit kann mit dem Funkfussanlasser die Sequenz durchgeschaltet werden, ohne das Menu verlassen zu müssen.

Menubeispiel

Dir Peristaltikpumpe zieht momentan die Spülflüssigkeiten – unter anderem – aus kleinen Plastikflaschen mit Luer-Lock Anschluss (wie z.B. von lege artis), vielleicht gibt es ja in Zukunft noch die Möglichkeit die neuen Coltene-Tankstelle direkt anzuschliessen.

Ursache und Wirkung

von Ronald Wecker

6 Monate vor der Erstkonsultation war aufgrund einer persistierenden Fistelung bukkal des endodontisch behandelten Zahns 25  eben dieser entfernt worden. Leider ohne den erwünschten Erfolg. Die Fistelung heilte nicht ab.

Eine in das Fistelmaul eingeführte Guttaperchaspitze verwies auf die mit apikalen Pathologien behafteten Zähne 24 und 23. Eine kleine Überraschung stellte der innerhalb der prothetischen Krone „versteckte“ und leider adhäsiv befestigte Stiftaufbau dar, der im Ausgangsbild nicht erkannt worden war.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nach der initialen chemo-mechanischen Aufbereitung heilte die Fistelung innerhalb von vier Tagen ab.

Das Recallbild nach 18 Monaten zeigt (in 2D) fast vollständig ausgeheilte periapikale Verhältnisse.

 

3 Millionen

von Hans – Willi Herrmann
Am 01. November 2008 ging das Blog WURZELSPITZE zum ersten Mal auf Sendung.

Nun hat – zu Beginn dieser Woche – unser WURZELSPITZE – Blog die 3 Millionen “Klick”- Marke überschritten.

Wie ich schon hier zum Überschreiten der 2 Millionengrenze im Mai 2014 schrieb – es freut mich sehr, dass wir diese Marke erreicht haben, gingen wir anfangs doch von 100.000 Klicks aus, die es als selbst gesetzte Benchmark für uns zu erreichen galt mit der Fragestellung, ob es Sinn machen würde, ein Projekt wie WURZELSPITZE voranzutreiben. Oder die ganze Sache wieder einschlafen zu lassen.

Nun sind es bis jetzt 1963  Beiträge geworden.
Und wenn ich dann und wann im Archiv blättere, dann staune ich beim einen oder anderen Beitrag erneut, was alles an Informationen wir bislang schon zusammengetragen haben.

Zustand nach WSR

von Ostidald Wucker

Der 30-jährige Patient kam auf Empfehlung durch Patienten.
Er stellte sich in unserer Praxis mit einem beginnenden submukösen Abszeß und einhergehenden akuten Beschwerden am Zahn 26 vor. Vorausgegangen war eine Wurzelbehandlung und kurz danach die Wurzelspitzenresektion, da die Beschwerden nach der Wurzelbehandlung nicht abgeklungen sind. Nach dem chirurgischen Eingriff hatte er ca. ein Jahr Beschwerdefreiheit. Bis letzte Woche.
Der Patient wünscht die Schmerzbehandlung und die Erhaltung des Zahnes.

Der Ausgangsbefund ergab eine stark erhöhte Perkussionsempfidlichkeit, Lockerungsgrad 0, erhöhte Sondierungstiefen zirkulär 3-4mm. Der Kronenrandschluss muss als insuffizient eingestuft werden, da eine negative Stufe von 1mm bukkal mit Randspalt vorhanden ist.

Röntgenlogisch zeigte sich ein Instrumentenfragment bukkal, retrograde Füllungen an der mesiobukkalen, distobukkalen und palatinalen Wurzel. Mesial, distal und palatinal besteht der Verdacht einer P. apicalis. In der Regio 28 ist ein metalldichter Fremdkörper zu sehen.
Das angefertigte DVT bestätigte u.a. den Verdacht der P. apicalis an 26 und 27.

Folgende Fragen stellte der Patient:
Extraktion und Implantation 26?
Sollte der Zahn 27 ebenfalls gleich mit entfernt werden um diesen mit zu ersetzen?
Wie lange funktioniert ein Implantat im OK (mit int. oder ext. Sinusbodenelevation)?

Wie würden Sie beraten ?

 

 

Rekordhalter

Von Bonald Decker

Geht es nach einem ansässigen Radiosender, dann ist München nicht nur die schönste Stadt der Welt, sondern auch eine Stadt der Rekorde: Das größte Volksfest, der erfolgreichste Fußballclub…

Ab kommendem Montag sind die Hörer der Station angehalten Rekordhalter zu finden, die bisher noch keiner kennt!

Bei der Behandlung des nachfolgenden Falles musste ich zwangsläufig an diese „Aktion“ denken…

Laut Zuweiser war bei dem Revisionsversuch an Zahn 13 ein Wurzelkanalinstrument frakturiert. Wir wurden daher gebeten dieses zu entfernen und die Behandlung weiterzuführen…

so weit, so gut.

Hier das uns zugesandte Röntgenbild:

Ausgangsröntgenbild (alio loco) – Laut Zuweiser handelt es sich um ein Nickel-Titan-Instrument der Größe 040

Meine erste Reaktion bei dem Anblick des Bildes war:

„Stimmt. Das nenne ich mal ein ordentliches Fragment“.

Für dessen Entfernung war hilfreich, dass es zu grossen Teilen in Guttapercha eingebettet war.

Blick in Zugangskavität mit in Guttapercha eingebetteten Fragmentkopf

Mittels Ultraschall gelockertes Fragment

Entferntes Fragment

Fragmentlänge 15mm

Zustand nach Fragmententfernung – Kontrollröntgenaufnahme

Mit einem Fragremover wäre es aber ggf. schneller gegangen… ;-)

Abschlussröntgenbild nach Wurzelkanalfüllung und Glasfaserstift-Kompositversorgung; Arbeitslänge 28mm;apikaler Aufbereitungsdurchmesser ISO 060

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Fall in den Augen der Radiostation als möglicher Rekordhalter in Betracht kommt. In unserer Praxis nimmt die Fragmentlänge von 15 Millimeter auf jeden Fall mit grossem Abstand Platz 1 in der Liste der bisher entfernten Fremdkörper ein…

„bietet“ jemand mehr?

 

Fragremover – Jetzt oder nie !

von Hans – Willi Herrmann

Bei dem Einen oder Anderen mag der Eindruck entstanden sein, durch die Entwicklungen der letzen 10 Jahre sei die Entfernung eines Fremdkörpers (Instrurmentenfragment, Silberstift, Thermafil- Carrier) aus dem Wurzelkanal leicht und vorhersagbar geworden. Sorry, wenn ich jetzt irgendwelche „rosaroten“ Luftblasen platzen lassen muss, aber-  nein, das ist es nicht.

Mag sein, dass man etwas entspannter die Sache angehen kann, wenn es nicht das eigene Instrumentenfragment ist, dass entfernt werden soll, aber selbst für diese Fälle gilt: Niemand weiss und kein präoperatives Röntgenbild gibt auch nur einen arbiträren, ja nicht einmal einen rudimentären Anhaltspunkt, ob die Fragmententfernung gelingen wird oder nicht. Und selbst wenn man nach zum Teil elendig langer Zeit es schaffen sollte, besagten Fremdkörper zu entfernen, dann ist noch nicht gesagt, mit welchem Substanzverlust die „erfolgreiche “ Entfernung verbunden war, welche Kompromititerung sich aus dieser Zahnsubstanzschwächung für die mittel- und längerfristige Prognose des Zahnes ergibt.

Unter diesen Vorzeichen sollten demnach 2 Dinge immer im Bewußtsein sein. Erstens- das von mir seit vielen Jahren den Kollegen auf meinen Fortbildungen ans Herz gelegte bon mot: „Der beste Weg, ein frakturiertes Instrument aus dem Wurzelkanal zu entfernen, ist, es gar nicht erst abzubrechen“ hat weiterhin uneingeschränkte Gültigkeit.

Und zweitens – Sollte uns jedes Mittel recht sein, dass die Fragmententfernung, einfacher, schneller, zuverlässiger, vorhersagbarer macht.

Der Fragremover ist so ein Hilfsmittel.

Man sollte nun meinen, dass es ein Leichtes wäre, die Kollegen für diese Idee zu begeistern und das in der Pipeline befindliche Gerät zur Marktreife zu bringen.

Dem ist leider nicht so.
Die Gründe dafür sind vielfältig und sind zum Teil der Tatsache geschuldet, dass die Entwickler (der Fragremover wurde Marcus Leineweber und Nils Widera erdacht und konzipiert, später trat noch Stephan Gäbler diesem Entwicklerteam bei) halt Zahnärzte sind, Tag für Tag in ihren Praxen stehen und nur in ihrer wie bei jedem von uns viel zu kurz bemessenen Freizeit sich diesem Projekt widmen können. Vorkenntnisse, wie man ein solches Unterfangen sinnvollerweise angeht, fehlen. Die finanziellen und organisatorischen Vorleistungen sind erheblich. Die Unterstützung durch die Industrie ist nicht existent, was der Tatsache geschuldet ist, dass man, vom Gerät selbst abgesehen, keine Verdienstquellen sich verspricht. Und es gibt ähnliche Geräte, bei denen der Hersteller versucht, über den Geräteverkauf hinaus ein Nachfolgegeschäft zu generieren.  Die Kosten für die benötigten Geräteansätze sind exorbitant, entsprechen dem branchenüblichen „Dentalaufschlag“, der Assoziationen mit mittelalterlichen Raubrittergebärden aufkommen lässt.

Hat der Fragremover – alll dies berücksichtigend – eine Chance ?

Eins steht mit Sicherheit fest.
Wird das Projekt heuer nicht zustande kommen, ist das Fragremover Geschichte. Man sollte sich vor Augen halten, dass die Entwickler gebrauchsfähige Prototypen besitzen, die es Ihnen erlauben, in ihrer Praxis vom Nutzen des Geräte zu partizipieren. Wer also jetzt nicht die Chance ergreift, der hat möglicherweise zukünftig keine Gelegenheit mehr dazu. Jede Leidensfähigkeit eines noch so enthusiatischen Erfinders hat irgendwann eine Grenze.

Das Verrückte ist:  Im Rahmen der Crowdfounding – Phase wird das Gerät gegenwärtig zu einem Preis angeboten, der für niemanden ernsthaft einen Grund darstellen kann, das Gerät nicht zu kaufen. Mein Endo- Aktivator – (möchte ihn jemand günstig erwerben)  hat deutlich mehr gekostet. Das Ruddle Post Removal System – das die meiste Zeit einen Platz im „Mohr´schen Praxisschrein“ der nutzlosen Zahnarztpraxisgegenstände belegt – ein Vielfaches. Selbst wenn das Projekt zustande kommen sollte. So günstig wie jetzt wird es den Fragremover nie wieder geben.

Ich bestelle jedenfalls hiermit verbindlich „meinen“ Fragremover. In der Hoffnung, dass sich zumindest 49 andere Kollegen finden lassen, die es mir gleichtun.

Noch eine Anmerkung zum Gerät an sich. Der Fragremover ist keine Wunderwaffe. Sie werden weder jedes Instrument damit entfernen können, noch wird es auf Anhieb  „im Spaziergang“ gelingen. Übung macht auch hier den Meister und ein Mikroskop ist meines Erachtens Grundvoraussetzung. Auch werden gegebenenfalls mehrere Kanülen notwendig sein, um die Entfernung durchführen zu können. Um so mehr ein Grund, auf dieses System zurückzugreifen, dass kostengünstig Kanülen verfügbar macht. Was nützt ein Konkurrenzprodukt, dessen Kanülenbedarf pro Jahr den Kaufpreis eines drakischen Kleinwagens übersteigt. Und noch ein Insider- Tipp. Wer den Fragremover schätzen gelernt hat, der wird sich – sobald er die Vorzüge des Gerätes kennengelernt hat – ein zweites Gerät zulegen, um im Bedarfsfalle ohne Unterbrechung weiterarbeiten zu können. Hier werden vermutlich viele den Kopf schütteln, aber durch den günstigen Preis lässt sich die Mehrinvestition nach kurzer Zeit überkompensieren. Wer weitschauend plant, ordert also jetzt 2 Geräte zum Vorzugspreis.

So – das Thema ist vermutlich durch hier. Vielleicht noch ein paar Fallbeispiele der Erfinder. Die nächste Info zum Gerät an sich wird dann entweder das Gelingen oder Scheitern des Projektes beinhalten.

Kolleginnen und Kollegen – Jetzt oder nie !

Disclaimer
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

ÖGE-Jahrstagung in Salzburg

von Christian Danzl

letztes Wochenende fand die 5. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endodontie in Salzburg im Parkhotel Castellani statt.

Am Freitag standen die Referenten DDr. Martin Kovac, Dr. Matthias Holly, Dr. Peter Brandstätter, Dr. Karl Schwaninger, Dr. Andrea Albert-Kiszely, Dr. Johannes Klimscha, und Univ.Prof. DDr. Christof Pertl auf dem Programm.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Cliff Ruddle, Santa Barbara.
Vormittags referierte er über verschiedene Themen der Endodontie mit Hauptaugenmerk auf die Zugangspräparation der Orifizien und die Etablierung eines Gleitpfades.
Nachmittags konnte in einem Workshop das Erlernte praktisch umgesetzt werden.

Erwähnenswert ist auch noch, dass die ÖGE auch ein Ende-Curriculum anbieten wird. Auf der Referentenliste stehen namhafte österreichische und deutsche Kollegen. Genaues zu den einzelnen Modulen und Kosten war noch nicht bekannt, nur, dass es im Herbst/Winter 2016 losgehen wird.

Therapieplanung in 3D

von Ronald Wecker

Aufgrund starker ziehender, jedoch nicht eindeutig zu lokalisierenden Beschwerden im linken Oberkiefer, die sich von Zahn 24 bis zu Zahn 27 hin erstreckten, wurde in diesem Behandlungsfall ein präoperatives DVT angefertigt.

Weder die klinische Inspektion und Testung noch das zweidimensionale Einzelbild erbrachten zuvor einen klaren Hinweis auf den Verursacher der Beschwerden.

Das DVT erst zeigte einen deutlich verbreiterten Parodontalspalt am bukkalen Aspekt der Wurzelspitze des 25, der im 2D-Bild bei bukko-lingualer Projektion nicht darstellbar gewesen wäre. Die Lage der Aufhellung erklärt sich aus der nach Buckel gerichteten Lage des Foramens.

Beim „Durchfahren“ des Volumens fiel eine rechtwinkelig vom Hauptkanal abzweigende Seitenkanalstruktur auf. Nach Ausmessen der Distanz des Seitenkanal-Eingangs zum okklusalen Referenzpunkt konnte ein vorgebogener Microopener ohne direkte Sicht in den Seitenkanal eingeführt und unter endometrischer Kontrolle bis zum Übergang ins Parodont vorgeschoben werden. Die angefertigte Messaufnahme zeigt die tiefe Abzweigung. Im Mikroskop war dieser Abzweig nicht zu visualisieren.

Nach Aufbereitung des Hauptkanals wurde versucht das lateral mündende Kanalsystem durch intensive schallgestützte Irrigation von Geweberesten zu befreien. Dazu kam der „Eddy“ von VDW zum Einsatz. Vielen Dank an dieser Stelle an Winfried Zeppenfeld.

Das Abschlussbild lässt hoffen, dass die Behandlung langfristig erfolgreich sein wird.

Fragremover

von Olaf Löffler

Bereits hier und hier wurde über den Fragremover geschrieben.

Nun ist die Entwicklung in der entscheidenden Phase. Kommen die geforderten Bestellungen in der neu aufgelegten Crowdfunding-Phase nicht zusammen wird das Projekt sterben.

In meinen Augen eine vertane Chance und Schade um die Zeit und Mühe der Entwickler.

Der Preis ist deutlich nach unten korrigiert – auf Kosten des Materials. Die Metallversion wurde durch eine Kunststoffversion ersetzt. Das Prinzip bleibt gleich.

Nun sind endodontisch tätige Kollegen gefordert, welche ein ernsthaftes Interesse an der Entwicklung und Umsetzung des von der Industrie als nicht lohnenswert angesehen Produktes haben.

Es zählen nur Taten in Form von Bestellungen und WEITERSAGEN!
Ein großes Dankeschön an alle Besteller.

Ich glaube, daß jeder Kollege irgendwann in die Notwendigkeit kommt dieses Gerät einzusetzen. Der eine öfters der andere vielleicht weniger.
Wir haben in unserer Praxis die Entfernung von Thermafillcarriern damit deutlich erleichtert und substanzschonender erreicht.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Unterkieferfrontzahn (4) – Apikale Aufhellung (27)

Von Bonald Decker

Heute möchte ich wieder einmal einen Beitrag zu Unterkieferfrontzähnen inklusive apikaler Aufhellung vorstellen.

Das Ausgangsröntgenbild lässt erahnen, warum die Patientin zu uns verwiesen wurde.

Präoperative Aufnahme nach alio loco begonnener Wurzelkanalbehandlung Zahn 42

Die eigentliche Behandlung bei uns erfolgte zweizeitig und nach dem auf WURZELSPITZE schon wiederholt vorgestellten Behandlungsprotokoll.

Masterpoint-Aufnahme nach chemo-mechanischer Reinigung vor Ca(OH)2-Einlage

Mehrere Wochen nach dem ersten Termin erfolgte dann der Abschluss der Behandlung mittels Wurzelkanalfüllung und adhäsiver Deckfüllung.

Etwa zwölf Monate später erreichte uns nun kürzlich dieses Kontrollröntgenbild der zuweisenden Praxis. Ich freue mich sehr über das Comeback dieses Zahne mit ehemals stark ausgeprägter apikaler Parodontitis…

:-)

12 Monate post-op

 

prä-op, post-op und Nachuntersuchung des UK-Frontzahnes

 

Off Topic – Internationaler Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden

von Christian Danzl

Ich weiss, der heutige Beitrag ist seeeeeehr weit von der Wurzelkanalbehandlung entfernt, auch von der Zahnmedizin.
Auch wurde ich bei einem off-topic Thema schon darauf hingewiesen, dass Bilder vom Privatvergnügen hier fehl am Platz sind.
Dann sehe ich die Bilder diesmal als Beitrag zur work-life-balance.

Vergangenes Wochenende fand in Berchtesgaden – wie jedes letzte Septemberwochenende – auf der Rossfeld Panoramastrasse der Internationale Edelweiß Bergpreis statt.

Hier ein paar Eindrücke.

2D vs. 3D -Reloaded

von Ronald Wecker

Das aktuelle Einzelbild der überweisenden Kollegin ließ mich bei diesem 37 im ersten Moment an ein c-förmiges Kanalsystem denken. Die zusätzliche Struktur in der Mitte der (scheinbaren) Pfahlwurzel ließ mich dann aber doch grübeln.

Im DVT zu erkennen ist, dass es sich hier um einen um 90 Grad rotierten „normalen“ Molaren handelt.

Koronal 3 Kanalsysteme, das bukkale scheint sich nach apikal zu verjüngen und kurz zuvor noch einmal zu teilen. Die lingualen Kanalsysteme konfluieren ca. 0,5 mm vor dem gemeinsamen Foramen und haben eine deutliche Krümmung in der apikalen Hälfte.

Schön, diese Details vor Behandlungsbeginn zu kennen. So kann die Behandlung optimal vorbereitet und ohne besondere „AHA-Effekte“ durchgeführt werden.

 

Zuverlässige Endometrie bei Metallkronen – aber auch – Wäre das nicht eine sinnvolle neue Rubrik für WURZELSPITZE ?

„Hallo Hr. Herrmann,“

schreibt ein Kollege

„wie gelingt es, durch trepanierte (Metall-)Kronen eine zuverlässige Endometrie zu erhalten? Ich messe in solchen Fällen sehr häufig allerlei Grütze. Kann man ein Stückchen Gummischlauch auf den Schaft des Messinstrumentes als Isolierung schieben, soll man die Zugangskavität trocken halten? Vielleicht gibts Tips vom Crack.

Gruss TD“

Hallo Herr D,

zunächst die gute Nachricht.
Metallkronen (oder sagen wir allgemein gefasst Metallrestaurationen) und Endometrie ist zwar gegebenenfalls ein lästiges Übel, aber mit ein paar Kniffen zuverlässig handhabbar.

Ein Tipp vorweg diesbezüglich: Trennen sie die Längenbestimmung von  der maschinellen Aufbereitung. Mit dünnen Handinstrumenten, die man sicher von der Kronenwand entfernt in die Kanäle einbringen kann, ist die Messung wesentlich leichter durchzuführen als mit teilweise wesentlich dickeren und weniger biegsamen maschinellen Aufbereitungsinstrumenten. Zumal der Winkelstückkopf auch noch zusätzlich die Sicht behindert. Man also eventuell nicht einmal sehen kann, ob der Vollausschlag des Apexlokator vom apikalen Ende des Wurzelkanals oder von einem versehentlichen Kontakt mit der Metallrestauration ausgelöst wird.

Zweiter grundsätzlicher Rat. Nur eine fehlende Metallrestauration ist eine gute Metallrestauration.  Metallhaltige Füllungen werden daher von uns im Vorfeld der Endo gegen Kunststoffrestaurationen ausgetauscht.  Der Hauptgrund ist allerdings, für den Zeitraum der Wurzelkanalbehandlung bzw.  bis zum ersten Recall, dass 6 Monate post WF angesetzt wird, eine möglichst stabile und bakteriendichte Restauration in einem kariesfreien Zahn vor Endo gewährleisten zu können. Das Ausschalten einer potentiellen Störquelle für die ELM ist allerdings ein willkommener Nebeneffekt. Bei kleineren Defekten wird der Zahn mit einer direkten Composite- Restauration versehen. Bei großen Defekten wird der zunächst angefertigte Composite- Aufbau nachfolgend für die Aufnahme einer Chairside – Kunststoffkrone präpariert und diese Kunststoffkrone nach Ausarbeitung mit Rely X eingegliedert. Drei solche Restaurationen aus unseren Behandlungsfällen von gestern und heute (die Versorgungen wurden von meiner restaurativ tätigen Praxiskollegin Frau Christina Hoffmann angefertigt) habe ich exemplarisch hier in die Galerie gestellt.

Zwischen den Endositzungen werden diese wie in den Bildern zu sehen mit Glasionomerzement verschlossen. Postendodontisch werden Zahn und Krone mit Composite verschlossen. Wie gelegentliche Recalls zeigen, in denen die Patienten die Empfehlung zur Kronenversorgung beflissentlich ignorierten, zeigen sich solche Restaurationen auch 18 Monate nach WF noch unversehrt.

Bei den Recalls von heute waren auch 2 Fälle mit solchen Kunststoffkronen. Wie die Fotos zeigen, sind die mit Composite stabilisierten Restaurationen (in beiden Fällen 6 Monate post WF) stabil. In den Röntgenbildern zeigt sich aber auch ein Nachteil des von uns verwendeten Kunststoffes. Er ist nicht radioopak und erscheint daher im Röntgenbild unsichtbar.

In der idealen Welt wäre das Gespräch jetzt zu Ende.

In der realen Welt sind wir allerdings (mehr als 90 % der Fälle in unserer Praxis sind Revisionen) immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen ein zu behandelnder Zahn zwar eindeutig erhaltungswürdig sich darstellt, die Erhaltungsfähigkeit sich jedoch erst bewahrheitet, wenn die initiale Wurzelkanalbehandlung  erfolgreich abgeschlossen werden konnte.  Oder aber der Zahn sich in der ersten Endo- Sitzung als nicht erhaltungsfähig erweist. Oder wir die einwandfreie, frisch inkorperierte Krone des überweisenden Kollegen auf jeden Fall erhalten wollen. Um dem Patienten zusätzliche Kosten zu ersparen, kommt es also immer wieder vor, dass wir zunächst die vorhandene Krone noch in situ belassen. Und damit die von ihnen angesprochene Problematik der Falschmessung bei der elektronischen Arbeitslängenbestimmung auch uns betrifft. Nachfolgend daher noch ein paar „Real World Endo Tips“.

Zunächst, was nicht funktioniert: Die Isolation der Trepanationsöffnung mit einem Gummischlauch, der in die Kavität eingebracht wird.  Stichwort Schrumpfschlauchgummi oder ähnliches. Ist für mich eine Art  Lackmus- Test für den Gebrauchsnutzen des Referenten. Wer das propagiert (und ich habe das in der guten alten Zeit immer mal wieder gehört), kommt wohl eher von der theoretischen Seite des Endodontie- Universums. Besser ist da schon, wie sie es vermuteten, ein Gummischlauch, der über das Instrument drübergezogen wird. Damit es  funktioniert, muss es ein sehr dünner Schlauch sein. Gut geeignet sind die lila EndoEze Capillary Tip- Plastikkanülen von Ultradent. Den Luerlock- Kopf abschneiden und den Kanülenanteil über das Instrument überziehen. Dabei versuchen, nicht an den Preis für die Kunststoffkanüle zu denken.

Alternativ könnte man auch mit Tesa- Film die Isolierung vornehmen.
Das Tesa- Band am Instrumentenschaft gerade anheften, 2 bis drei Rotationen bei dicht gewickeltem Band, damit es fest klebt  und nicht unnötig aufträgt, fertig ist die Isolierung.

Dann könnten sie natürlich auch die Kavität selbst isolieren. Zunächst der Tip, den man auch immer mal wieder liest, von dem ich Ihnen allerdings ebenfalls abrate: die Kavität mit lichthärtendem Bonding zu isolieren. Neben sie stattdessen lieber Opaldam (ebenfalls von Ultradent, ebenfalls lichthärtend), das lässt sich via feiner Kanüle präzise platzieren und ist jederzeit als Fremdmaterial zu identifizieren. Oder alternativ ein gut sichtbares Flow- Composite wie Tetric Flow Bleach XL.

Diese Massnahmen funktionieren im Bereich der Trepanationsöffnung, aber man kann ja schlecht die gesamte Krone von innen mit Isolatormaterial auskleiden. Achten sie also tunlichst darauf, dass Flüssigkeiten wie NaOCl zwar im Bereich der Wurzelkanäle, jedoch nicht in der Zugangskavität erscheinen. Manchmal gibt es im Übrigen scheinbar unerklärliche Fehlmeldungen des Apexlokator. Nimmt man in solchen Fällen eine Mikrokanüle (bei uns auf dem Fine Air von Kavo, alternativ auch ein Stropko Irrigator) und hält diese im 90 Grad Winkel an der Oberrand der Trepanationsöffnung, zeigt sich unter dem Dentalmikroskop das Verschwinden eines bis dato nicht sichtbaren Feuchtigkeitsfilms auf der Zahnoberfläche. Auch das kann ein Grund sein für die von Ihnen beobachteten unerklärlichen Fehlmessungen. Kofferdam ist im Übrigen auch zur Ausschaltung von Fehlmessungen sehr hilfreich, aber da erzähle ich ja nichts Neues.

Ich bin sicher, dass den hier mitlesenden Kollegen noch weitere Tipps einfallen und verweise in diesem Zusammenhang auf das Nutzen der Kommentar- Funktion.  Und vielleicht ist ihre Mail ja die Initialzündung für eine neue Rubrik: „Kollegen fragen – WURZELSPITZE antwortet.“
Fänd ich gut.

Herzliche Grüße

Ihr H.W. Herrmann

Die nächste Welle (I) – drüber – Abschluss

Von Ronald Decker

Heute das Update zu diesem „drüber“-Fall.

Zunächst möchte ich Ihnen noch den Desktop-Mittschnitt des präoperativ angefertigten DVTs zeigen. 

Als Nebenbefund zeigt auch Zahn 15 eine apikale Osteolyse bei insuffizienter endodontischer Vorbehandlung.

Heute erfolgte schließlich die Wurzelkanalfüllung bei vollkommen abgeklungenen (Schmerz)Symptomen. Nach dem apikalen Guttapercha&Sealer Downpack folgte ein Glasfaserstift sowie eine Kompositfüllung.

Prä-op vs Post-op

Die zukünftigen Nachuntersuchungen müssen die Nachhaltigkeit der Behandlung noch belegen….

 

Kombinierte Paro/Endo-Läsion

von Ostidald Wucker

Der Fall hat uns ziemlich Kopfzerbrechen bereitet. Der Hauszahnarzt überwies den Patienten mit akuten Schmerzen. Eine Brückenversorgung von 14-nach 17 und 13-11 war bereits seit längerer Zeit inseriert. Der Zahn 14 zeigte vestibulär eine Fistel. 13 war stark perkussionsempfindlich. Laterale Perkussion erzeugte bei beiden Zähnen dezente Beschwerden. Per Patient konnte nicht mehr beschwerdefrei kauen und abbeißen.
Beide Zähne waren endodontisch anbehandelt.
Die Sondierungstiefen an 13 waren nicht erhöht.
14 zeigte distal Sondierungstiefen von 10mm. Es entleerte sich ein eitriges Exsudat beim Sondieren. Lockerungsgrade waren nicht bestimmbar.

Der Patient wollte die Brückenkonstruktion unbedingt erhalten. Er befindet sich noch in einer Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Dies war auch im Sinne des Hauszahnarztes. Unter langfristigen Aspekten ist der Erhalt der Brückenversorgung kritisch zu sehen und eher als Langzeitprovisorium einzustufen.

Zur Behandlung selbst. Nach der ersten endodontischen Behandlung verschwanden die akuten Beschwerden am Zahn 13. Die Fistel am Zahn 14 bestand weiter und aus der Taschen distal vom Zahn 14 kam weiterhin ein eitriges Exsudat.

Nach einer Woche entstanden Beschwerden am Zahn 14 in Form eines Parodontalabszesses. Therapeutisch erfolgte ein Scaling und Rootplaning unter Gabe des Winkelhoff-Cocktails.
Die Fistel hatte sich geschlossen und er Patient war vollkommen beschwerdefrei.
Die endodontische Behandlung von 14 und 13 wurde abgeschlossen und die Zugangskavitäten adhäsiv verschlossen.

Im abschließenden Behandlungsgespräch wurde dem Patienten nochmals die kritische Situation am Zahn 14 mit dem nicht beherrschbaren parodontalem Defekt in der Bifurcation dargelegt und die Situation als kritisch prognostiziert. Fistel und Exsudation waren zum Behandlungsabschluss verschwunden.

Anbei Röntgenbilder und einige klinische Bilder.

 

 

 

WARNUNG – gefälschte VDW Mtwo-Instrumente auf dem Markt

von Winfried Zeppenfeld

Wir haben kürzlich entdeckt, dass wir von einem großen deutschen Dentaldepot (Name des Depot wird nicht genannt, weder hier, noch auf private Anfrage) gefälschte Mtwo-Iinstrumente geliefert bekommen haben.

Die bei uns entdeckten Plagiate waren Instrumente mit 25 mm Länge, Größen 10/04, 25/06, 30/05 und
35/04.

 

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite
etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.