Mehrfachtrauma – 1-Jahres-Recall

von Ronald Wecker

Ein Jahr nach einem Unfall mit unter anderem schweren Verletzungen des Alveolarfortsatzes und vieler Oberkieferzähne zeichnet sich in diesem Behandlungsfall ein vorläufig positives Zwischenergebnis ab.

Die Erstvorstellung fand 3 Tage nach dem Trauma statt.

Multitrauma D.002

Der Zahn 11 war avulsiert, der Zahn 12 intrudiert, die Zähne 23, 22, 21,11 und 12 wiesen unkomplizierte Kronenfrakturen auf. Die Gingiva distal des 11 wies eine diagonale Risswunde auf. Zahn 11 wurde nach 4 Stunden Trockenlagerung replantiert. Ausserdem: Fraktur des Jochbeins links, Fraktur des Siebbeins links, Alveolarfortsatzfraktur in Regio 24-21 mit Dislokation nach palatinal, Fraktur der lateralen Sinusbegrenzung links und eine nicht dislozierte Nasenbeinfraktur.  Zwei  perforierende Riss-/Platzwunden in Ober- und Unterlippe.

4 Wochen später wurde hier über den Zwischenstand berichtet.

Der Titan-Trauma-Splint wurde 4 Wochen nach dem Unfall entfernt. Der ursprünglich sehr mobile „Aleveolarblock“ 21-25 zeigte keine  erhöhte Beweglichkeit mehr. Der avulsierte Zahn 11 und der intrudierte Zahn 12 wurden initial endodontisch behandelt und mit CaOH2 versorgt. Beide Zähne zeigten einen metallischen Klopfschall. Zahn 11 zeigte bereits Anzeichen einer knöchernen Ersatzresorption. Die Zähne 15-13 und der Zahn 25 waren weiterhin sensibel auf elektrischen Reiz. Neu „hinzugekommen“ war der nach Trauma zunächst nicht sensible Zahn 24. Die Zähne 23-21 reagierten weiterhin nicht auf elektrischen Reiz. Eine apikale Veränderung war im Einzelbild nicht zu erkennen.

8 Monate nach dem Trauma war der Zustand wie folgt:

Die durch die dislozierte Alveolarfortsatzfraktur verursachte massive Okklusionstörung hatte sich auf natürlichem Wege wieder reduziert. Alle Seitenzähne des Oberkiefers stehen in Kontakt zu ihren Antagonisten. Die kurz nach dem Unfall nicht auf elektrischen oder Kältereiz sensiblen Zähne 24,23 und 21 reagierten reproduzierbar auf elektrischen Reiz. Nur der im ehemaligen Bruchspalt gestandene Zahn 22 zeigte keine Reaktion auf elektrischen Reiz. Eine periapikale Pathologie fehlte jedoch. Der intrudierte und mittlerweile endodontisch behandelte Zahn 12 wies einen normalen Klopfschall und eine physiologische Mobilität auf.  Die knöcherne Ersatzresorption am beim Unfall avulsierten und 4 Stunden trocken gelagerten Zahn 11 war weiter vorangeschritten.

Gestern nun, 13 Monate nach dem Trauma, reagierte auch der bislang nicht sensible Zahn 22 positiv auf den elektrischen Reiz, sodass mit Ausnahme der Zähne 12 und 11 alle betroffenen Zähne immer noch bzw. wieder eine positive Sensibilität aufwiesen. Der „transient apical breakdown“ an den Zähnen 21, 22 und 23 mit ampullenförmigen Erweiterungen der apikalen Kanalanteile scheint rückläufig zu sein.

Nur die knöcherne Ersatzresorption des 11 schreitet so schnell voran, dass auf die zunächst in Erwägung gezogene Dekoronation verzichtet wird, um die knöcherne Ersatzresorption so lange „nutzen“ zu können, bis eine iatrogene Intervention ( Entfernung der klinischen Krone des 11) mit einem geringstmöglichen Trauma einhergehen kann.

Der nächste Behandlungsschritt wird die kieferorthopädische Optimierung der Zahnstellung im Ober- und Unterkieferfrontzahnbereich sein, um die minimalinvasive Wiederherstellung einer akzeptablen Frontzahnästhetik zu ermöglichen.

To be continued.

Der endodontische Schnappschuss

von Ostidald Wucker

Die Auflösung der Sensoren – hier Kodak 6100 ist beeindruckend. Die Zielgenauigkeit an der Wurzelspitze distal ist purer Zufall, aber nett anzuschauen.

 

 

 

 

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (I) mehr

Von Christoph Kaaden

 

Hier wie gewünscht noch ein paar close-up Fotos der Verbindung Röntgenröhre zu Säule

Hier noch ein Tipp der Carestream Mitarbeiterin wie der RVG 6100 Sensor nach der Benutzung zu Lagerung ist. So reduziert sich der Zug auf den „sensiblen“ Übergang des Kabels in der Sensor- Aufgrund der deutlichen Mehrnutzung haben wir den neue 6200 in unserem „Hauptbehandlungszimmer“ in Betrieb. Der „Alte“ leistet gute Dienst in Zimmer II

Hier schon mal ein „Blick“ auf unser DVT

Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (I)

Von Christoph Kaaden

In der Vergangenheit habe ich auf WURZELSPITZE wiederholt über gemachte Erfahrungen & mehr während der Neustart-Phase unserer Praxis berichtet. Den letzten Beitrag zur Montage der PC-Monitore finden Sie hier.

Heute stelle ich Ihnen kurz unsere jüngste „Errungenschaft“ vor.

Vor ein paar Wochen erfolgte (endlich) die nächste „Aufrüstung“ unseres zweiten Behandlungszimmers. Nun ist auch hier die Anfertigung von intraoralen Röntgenaufnahmen möglich.

Hierzu bestellte ich zunächst bei NWD ein Umrüstset inklusive Röntgenstrahler (Planmeca ProX), dass dann an unserer Behandlungseinheit montiert wurde.

Bei der Wahl des Sensors entschied ich mich wieder für ein Modell der Firma Carestream. Genauer gesagt für den RVG 6200 (Grösse 1);  bestellt und in Betrieb genommen von  F1 Dentalsysteme.

Mein bisheriges Fazit:

Anderes als in der Vergangenheit zum Teil mit anderen „Vertragspartnern“ (ich denke mit Schrecken an unser DVT-Fiasko-mehr dazu mal zu einem anderen Zeitpunkt) klappten diesmal alle notwendigen (kleinen) Umbauarbeiten, Inbetriebnahmen und Abnahmeprüfungen etc. etc. absolut reibungslos.

Und für unseren täglichen reibungslosen Praxisablauf konnten wir wieder einen weiteren bisher fehlenden Mosaikstein hinzufügen…

 

So sieht´s der Gutachter

von Donald Becker

Die Aussage des Gutachters im Bezug auf die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen einer endodontischen Behandlung war ebenso prägnant wie eindeutig.

Der jugendliche Patient war von der Hauszahnärztin an uns überwiesen worden.
Sie sah die Behandlung in unseren Händen als die im vorliegenden Fall sinnvolle an.

Die PKV des Patienten lehnte eine Erstattung des durchgeführten DVT´s ab.
Der Gutachter, von der PKV des Patienten beauftragt, nachdem der Patient Widerspruch eingelegt hatte, schrieb:

… eine rechtfertigende Indikation für eine DVT als Diagnostik für eine Wurzelkanalbehandlung an Zahn 26 ist nicht erkennbar. Alle relevanten Befunde, die für diese Behandlung notwendig sind, können anhand des Zahnfilmes und des OPT´s gewonnen werden.

Er führt weiter aus:

Die Nähe zur Kieferhöhle sowie Anzahl und der Verlauf der Wurzelkanäle kann problemlos mit Hilfe dieser konventioneller Diagnostik abgeschätzt werden.

Was die Nähe der Kieferhöhle in diesem Zusammenhang an Erwähnung verdient, erschließt sich mir nicht, aber sieht sich jemand der fachkundigen Mitleser in der Lage, problemlos die Anzahl und den Verlauf der Wurzelkanäle  wiederzugeben ?

Das Gutachten schweigt sich nämlich in diesem Punkt aus, Es fehlt- obwohl ja problemlos möglich – ein kurzer Röntgenbefund (z. B. mit Vertucci – Nomenklatur als Kurznotation), der Klarheit schaffen würde diesbezüglich.

Oder geht es es Ihnen wie mir ?
Wenn ich als Gutachter an Hand des vorliegenden Zahnfilmes Anzahl und Verlauf der Wurzelkanäle abschätzen sollte, dann müsste ich zu Protokoll geben, dass dies nicht möglich ist.

Es wäre schön – meinen Dank im Voraus – wenn – kurz vor der anstehenden WURZELSPITZE – Sommerpause nicht nur die üblichen sehr aktiven Kommentatoren sondern möglichst viele Leser hier sich einmal die Zeit nehmen würden, um kurz in der Sache via Kommentar– Funktion Stellung zu nehmen.

 

Die Fragestellungen wären:

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der mesiobukkalen Wurzel

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der palatinalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der palatinalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der palatinalen Wurzel

Anzahl des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der distobukkalen Wurzel
Verlauf des Wurzelkanals/der Wurzelkanäle in der distobukkalen Wurzel (Vertucci- Klassifikation)
Abwesenheit/Vorliegen einer apikalen Läsion an der distobukkalen Wurzel

Vorhandensein weiterer relevanter Befunde, die sich im Zahnfilm ausmachen lassen  ?

Einfach den rot markierten Text mit „copy and paste“ in den Kommentarteil kopieren, alles löschen, was nicht beantwortet werden kann und beim verbliebenen Rest die Antwort hinten dran schreiben.

Oder jedoch – kurz und knapp, dass man zu den oben genannten rot markierten Fragestellungen anhand des vorliegenden Zahnfilmes keine sicheren Aussagen machen kann.

 

 

 

 

Erfahrungen mit dem Melatherm 10 – Teil 2

von Christian Danzl

Jetzt läuft er ein gutes halbes Jahr der Melatherm 10. Mindestens 2 mal an einem normalen Arbeitstag.
Der Salzverbrauch war zu hoch, aber er war auf die „falsche“ Wasserhärte eingestellt. Er war auf 9° dH eigestellt, statt der aktuell vom Techniker gemessenen 6° dH.
Mal sehen, ob es was ausmacht…

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Techniker!

Der Techniker war da, denn das Gerät meldete einen Fehler.

Die Kondensatpumpe war ausgefallen. Wurde ausgetauscht. Auf Garantie.

Der Fehler ist bekannt (mehrere Einzelfälle?), es ist angeblich die neue Serie der Pumpe, die „alte“ lief gut, die „neue“ nicht. Jetzt ist angeblich wieder eine aus der alten, haltbaren  Serie verbaut. Wir werden sehen, und ich werde berichten.

Egal, jetzt läuft er wieder. Wie gesagt, Austausch auf Garantie.
Angenehme Überraschung.

Anbei noch Beladungsmöglichkeiten, die sich bei uns bewährt haben.

Das Mikroskop-Bias

von Ronald Wecker

Ich habe 1982 mit dem Zahnmedizinstudium begonnen und dieses 1987 abgeschlossen.  Hinsichtlich der Anzahl von Wurzelkanälen in oberen ersten Molaren gab es eigentlich nur  eine Aussage: Drei.

Nur wenige gaben an, Jemanden zu kennen, der gehört habe, es gäbe Leute, die Jemanden kennen, der schon einmal 4 Kanalsysteme vorgefunden hätte.

Nach vielen Jahren des Arbeitens unter dem Dentalmikroskop hat sich diese Aussage in das komplette Gegenteil verwandelt. Es grenzt schon an Voreingenommenheit, aber in einem oberen ersten Molaren erwarte ich beinahe immer mindestens vier Kanalsysteme.

Der MB2 ist gewissermassen schon Standard. Mitunter verbirgt er sich in einem weit nach apikal reichenden Isthmus und zweigt erst sehr weit apikal mit einem separaten Kanalverlauf ab.

Umso größer sind die inneren Zweifel, wenn, wie in vorliegendem Fall, nach Berücksichtigung aller Befunde (klinisch nach ultraschallunterstützter Präparation kein noch so kleiner Hinweis auf ein Kanalorifizium, mit vorgebogenen Handinstrumenten keine Aufgabelung im Kanalverlauf tastbar, kein „Wandern“ der Wurzelfüllung in exzentrischen Röntgenbildern, kein Einpressen von Sealer nach der warmen Kompaktion) kein MB2 zu lokalisieren ist.

 

Service (2)

von Olaf Löffler

1991 begann meine selbständige Praxistätigkeit. Damals kauften wir den Kompressor der uns angeboten wurde ohne nachzufragen, einen Dürr Duo Tandem. Der hält ein Leben lang wurde uns versichert. Wir hatten von solchen Dingen keine Ahnung. Dieser stand dann in einem ziemlich nassen, anfangs unsanierten Kellerraum.
Dort steht er wahrscheinlich noch immer und läuft und läuft und läuft…

2008 habe ich nach einem Umzug einen neuen Kompressor gekauft. Einen Power Tower PTS 200 von Dürr. Mein Depot hat mir diesem empfohlen und ich hatte Jahre zuvor ein zuverlässiges robustes Gerät erlebt. Was soll da schon schief gehen – bei einer guten deutschen Firma.

Nach 5 Jahren Betrieb musste eine Trockenluftanalge nachgerüstet, bzw. erneuert werden.
Nun 2016 war es vorbei mit dem neuen Kompressor im Power Tower. Metallspäne lagen herum und der Motor war dahingeschieden. Nach 8 Jahren.

2015 hatten wir eine Nassabsaugung mit zentralem Abschiede in der Praxis installiert. Dazu mussten die Einheiten mit einem Mundspülbecherventil und einem Platzwahlventil nachgerüstet werden. Diese sind von der Firma Dürr. Die Measys Amalgamabscheider in den Einheiten waren sehr störanfällig und verursachten hohe Kosten in Reparatur und Unterhalt.
Nach etwas über einem Jahr war nun das erste Platzwahlventil defekt. Von einen auf den anderen Tag funktionierte die Absaugung nicht mehr. Der sofortige Behandlungsausfall ist die Folge. Ein Unding heut zu Tage.
Dank unseres Servicetechnikers konnten wir angeleitet am Telefon mit einer Schere die nichtöffnende Membran des Ventils zerschneiden und weiterarbeiten.
Wieder ein Problem mit einem Produkt von Dürr. Kulanz? Negativ.

Das passt ins Bild, wenn man an Investitionen in modernste Technik denkt. Da geht schnell etwas kaputt, oder es gibt von Anfang an Probleme.
Selten wendet es sich zum Guten, wie beim ProErgo von Zeiss.
Carestream-Röntgengeräte sind unsere Dauerbaustelle. Wir haben bereits viel Geld in Reparaturen und Neuanschaffungen tätigen müssen. Der Service von Carestream war nicht nur bei uns gleich Null. „Da kann man nichts machen…“, sagte Carestream nach dem Ausfall eines Geräts.

Was bleibt ist ein negatives Image der Firma Dürr und Carestream bei uns. Wir werden zukünftig einen großen Bogen bei Neuinvestitionen um Produkte dieser Firmen machen.

Wie Service auch gehen kann habe ich hier geschrieben.
Von meinem Dentaldepot (Henry Schein) hätte ich mir denselben Einsatz gewünscht. Angesprochen habe ich es. Nachfolgende Reaktionen waren gleich NULL.

 

MTA-Apexifikation in bewegten Bilden

Von Bonald Decker

 

Auf WURZELSPITZE ist schon seeehr häufig von der MTA-Anwendung zum apikalen Verschluss weit offener Apices berichtet worden. Heute möchte ich Ihnen unser Vorgehen in einem Fall anhand einer kleinen Videodokumentation vorstellen.

Hier die radiologische Ausgangssituation:

Zustand nach Frontzahntrauma mit unkomplizierter Kronenfraktur vor circa 18 Monaten 

Auf den ersten Blick kein „klassischer“ MTA Fall, da das Wurzelwachstum abgeschlossen erscheint. Da sich klinisch jedoch eine apikale Foramengrösse von circa ISO 060 bestimmen liess entschied ich mich für einen MTA Verschluss. Auf ein resorbierbares Widerlager habe ich verzichtet.

Hier unsere klinisches Vorgehen in bewegten Bildern:

P.S.: In diesem Fall wurde das MTA  „weich“ angemischt, um eine bestmögliche Adaptation bei kleinerer Foramengrösse zu gewährleisten…

 

 

 

 

 

 

Dentikel als Ursache von Zahnschmerzen ?

von Donald Becker

Die Patientin kam auf Überweisung zu uns, nachdem der zweite Zahn initial wurzelkanalbehandelt, die Schmerzen, schon seit vielen Monaten bestehend,  aber auch diesmal nicht besser wurden. Ursprünglich hatte die Patientin den Schmerz mit dem Oberkiefer verknüpft, später aber eher einen Zahn im Unterkiefer als Schmerzursache in Verdacht. Apikal sind Zahn 35 und 36 absolut einwandfrei. Und wenn alle WF´s, die ich zu sehen bekomme, so aussehen würden, wie an Zahn 36, wäre unverhofft die Welt ein großes Stück besser geworden. Ich schreibe das, weil natürlich Zahn 35 endodontisch weiterbehandelt werden muss, ich jedoch nicht sicher bin, damit die Schmerzursache beseitigen zu können.

Achtung: Kostenloser 5 Euro – Tipp – Wenn Schmerzen nach einer Behandlung sich hartnäckig halten, sollte immer daran gedacht werden, dass ein anderer  als der behandelte Zahn für die Beschwerdeproblematik verantwortlich ist.

Im Unterkieferseitenzahnbereich ist ausser dem Zahn 34 nicht mehr viel übrig, was als Schmerzursache in Frage kommen könnte, also habe ich zusätzlich zum Zahnfilm der Regio 34 – 36 noch eine Aufnahme der Zähne 24 – 27 gemacht.
Was auffällt – überall in den Pulpenkaven sind Dentikel zu sehen.
Knirscht die Patientin ?
Sie sagt nein.
Die Zähne 34, 24,25,26 reagieren schnell und eindeutig auf den Kältetest. Der Zahn 27, mit eher unauffälliger, nicht allzu tiefer okklusaler Füllung reagiert  – nicht. Oder nur kaum. Nein, eigentlich gar nicht.

Merkwürdig.

Das daraufhin angefertigte DVT (siehe unten) zeigt eine eher nicht erwartete nicht normgerechte Wurzelkanalanantomie mit weitem Lumen bis nach apikal hin, allerdings vollgestopft mit zum Teil sehr großen Dentikeln.

Ob solche Dentikel für die Schmerzproblematik verantwortlich sind ?

 

 

 

Shit happens (3) – Reloaded

Nachdem in der vergangenen Woche die Bilder zu diesem Fall nur für die bei WordPress angemeldeten Nutzer zu sehen war, heute der zweite Versuch.

Bei dem Fall, über den ich heute berichte, lief zwischenzeitlich einiges nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Patient gab Beschwerden regio 47 an. Der Zahn war mit einer Krone als Brückenfeiler versorgt. Klinisch zeigte sich eine erhöhte vertikale und horizontale Perkussionsempfindlichkeit bei normaler Sondierungstiefe.

Nach Trepanation konnten zwei mesiale und ein sehr ovaler, distaler Kanal dargestellt werden. Zusätzlich zeigte sich zwischen dem distalen und dem mesio-bukkalen Kanal ein Isthmus in Form eines C-Shape.

Nach Entfernung des Obturationsmaterials wurde der Isthmus mittels Ultraschall (Endosonorfeilen) sukzessive entfernt.

Anschließend erfolgte eine medizinische Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 und der adhäsive Verschluss mit Komposit. Beim zweiten Termin wollte ich den mesialen Isthmus aufbereiten und die Wurzelfüllung durchführen. Für die Entfernung des mesialen Dentinüberhangs nahm ich bis zu diesem Fall meistens die EndoGuides von SS White (in diesem Fall EG 1).

Dabei kam es zur Fraktur des EG 1. Das Bruchstück wurde dann unter dem OPMI mittels Absaugung entfernt und eine Masterpointaufnahme angefertigt. Ich traute meinen Augen nicht was ich da sah!

Der EG war zweimal zerbrochen, eins hatte ich entfernt und das andere war unbemerkt in den distalen Kanal gelangt und wurde dann durch meinen Masterpoint über den Apex geschoben…Mist. Nach ca. 30min Eisatz von Endosonorfeile und Micro-Debrider konnte ich das Bruchstück entfernen.

Zur Sicherheit wurde ein Rö-Kontrollbild angefertigt.

Anschließend erfolgte die Wurzelfüllung des distalen Kanals mit MTA und Kollagenwiderlager.

Mesial und auch der Isthmusbereich wurden mit Guttapercha und AH26 gefüllt.

Ab jetzt schaue ich bei jeder Fraktur noch genauerer hin ob alles entfernt ist…denn das Instrument kann auch mehrmals frakturieren.

Und wieder ein Recall-Saving hopeless teeth (37)

von Ostidald Wucker

Ab dieser Stelle haben wir über diesen Fall berichtet.

Jetzt liegen uns die Bilder zum 12 Monatsrecall vor. Die Zähne sind völlig symptomfrei und röngenologisch ist eine deutliche Heilungstendenz zu verzeichnen.
Wir freuen uns mit der Patientin und schauen positiv in die Zukunft. Die prothetische Therapie ist in der Planung. Wir haben Langzeitprovisorien empfohlen.

Anmerkung: Der Rand der Provisorien wurde mit einem nicht röntgensichtbaren Kunststoff gestaltet, da die klinische Situation nicht mit dem röntgenlogischen Zustand der Provisorien korreliert.

12 Monatsrecall

Saving hopeless teeth (38)

Von Bonald Decker

Die nachfolgende Patientin arbeitet als zahnmedizinische Fachangestellte in einer „unserer“ Zuweiserpraxen. Im Zuge einer Routineuntersuchung war dort aufgefallen, dass Zahn 36 eine ausgeprägte apikale Parodontitis aufweist.

Ausgeprägte asymptomatische chronische apikale Parodontitis an Zahn 36 bei Zustand nach alio loco durchgeführten endodontischen „Behandlungsspuren“

Insbesondere die Praxisinhaberin sah aufgrund der interradikulären Aufhellung keine Chance auf einen weiteren Zahnerhalt. Die Entfernung des Molaren mit späterer Augmentation und Implantation in dieser Region war bereits vorgesehen…

erst die „Intervention“ und das „Veto“ der Assistenzzahnärztin führte zu einer Vorstellung und nachfolgenden Behandlung bei uns.

Der Zahn wurde bei klinisch unauffälligen Befunden (Taschensondierungstiefen etc.) daher nach dem „üblichen“ Protokoll zweizeitig behandelt und die Zugangskavität nach Obturation der fünf Kanalsysteme mit Guttapercha & Sealer adhäsiv verschlossen.

Hier das Abschlussröntgenbild:

postoperative Abschlussaufnahme und Blick in die Zugangskavität mit drei mesialen Kanalsystemen  

Vor Kurzem war die Patientin zur Nachkontrolle wieder bei uns. Hier die radiologische Nachkontrolle:

Es sieht sehr daraus aus, als tragen unsere endodontischen Bemühungen Fürchte.

Und das hier war einfach nur Pech…

von Donald Becker

Einer meiner regelmäßigen Überweiser seit vielen Jahren ist ein ortsansässiger MGK-Chirurg. Und einen Fall wie den nachfolgenden habe ich aus seiner Hand in all den Jahren unserer Zusammenarbeit nicht ein einziges Mal gesehen. Ich schreibe dies, weil wir hier bei WURZELSPITZE kein Chirurgenbashing betreiben, auch wenn – Duplizität der Ereignisse –  letzte Woche hier über eine missglückte WSR berichtet wurde.
Der 52 jährige Patient wurde vom Hauszahnarzt überwiesen. Beim Patienten waren im Frühjahr 2015 von einem Kieferchirurgen zunächst Zahn 28 und 38 und im Juni 2015 dann 18 und 48 operativ entfernt worden. An Zahn 47 stellte sich im Nachfolgenden eine Kälteempfindlichkeit ein, die bis Dezember 2015 nachliess, um dann im Februar 2016 wiederaufzutauchen. Der Zahn 47 zeigte sich klinisch unauffällig, wenn man von einer starken Reaktion auf die Sensibilitätsprüfung mit Kältespray absieht, die jedoch innerhalb von einer Minute wieder abklang. Distal von 47 zeigte sich eine 9 mm tiefe Tasche.

Nachfolgend der von uns angefertigte Zahnfilm Regio 47 und Schnittbilder aus dem DVT. Der Patient zeigte sich im Übrigen vom vorliegenden Befund nicht sonderlich betroffen. Der Kieferchirurg habe ihm nach der OP mitgeteilt, dass er den Zahn 47 etwas angekratzt habe bei der Entfernung des Zahnes 48. Der Patient meinte bei seinem Besuch in unserer Praxis nach Sichtung des Zahnfilmes, dass er wohl zu den 1 – 2 % an Fällen gehöre, von denen der Kieferchirurg bei der Aufklärung berichtet habe, in denen es Komplikationen gäbe.

 

DAC universal – Teil 4

von Christian Danzl

Hier, hier und hier habe ich schon über den DAC berichtet.

Er läuft ohne Zwischenfälle. Heutzutage für ein neues Dentalprodukt leider eine Seltenheit.
Er verbraucht seine Materialien und schont die Übertragungsinstrumente.

Bis letzte Woche.
Erster „Zwischenfall“.
Es betraf nicht den DAC eigentlich nicht direkt.
Es war die Öldose, die Probleme machte.
Sie liess sich nicht mehr abschrauben.

Unglücklich.
Vom Dosenkörper (Alu) des Nitram-Öl hat sich das Kunststoff-Gewinde gelöst.
Nicht ganz, nur soweit, dass die Verpressung/Verklebung gelöst hatte und sich der Dosenkörper im Gewindeteil drehen liess.
Somit war ein Abschrauben der Dose nicht mehr möglich.

Leider ist das Gerät auch so konstruiert, dass man das Gewinde der Öldose nicht rankommt.

Mit etwas Fummelei konnte man die die Aludose vom Gewinde ganz lösen, so dass zumindest das verbliebene Gewinde von oben (eher weniger als mehr) zugänglich war.
Dann liess sich des Plastikgewinde mit einem, zum Schraubenzieher umfunktionierten, Gipsanmischspatel abschrauben und eine neue Dose einsetzen.

Wir fragten uns natürlich: Anwenderfehler?

Und kamen zum Entschluss: Nein. Konstruktionsfehler.

  1. Gewinde und Dose sollten so miteinander verbunden sein, dass man das, was man zusammenschraubt auch wieder auseinanderschrauben kann – egal wie wenig Fingerspitzengefühl der Anwender hat. Also Kontruktions-/Herstellungsfehler der Öldose.
  2. Kein schneller Zugriff aus das Gewinde der Dosenaufnahme in DAC. Über eine Klappe auf der rechten Seite des Gerätes hätte man bessere Kontrolle und Zugriff auf das Gewinde der Öldosenaufnahme.

Ich hoffe es bleibt ein Einzelfall, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen DAC-Benutzern.

Wenn nicht, noch ein paar Bilder, wie man das schwarze Gewindeteil entfernen kann.

Partielle Pulpanekrose

von Ronald Wecker

Der Patient beschrieb im Rahmen der Erstuntersuchung ein Beschwerdebild, wie es sowohl zu einer Pulpanekrose als auch zu einer irreversiblen Pulpitis gepasst hätte. Zudem präsentierte sich über der mesiobukkalen Wurzel eine aktive Fistelung aus der sich putrides Exsudat entleerte.

Die vorhandene Füllung wies distal einen deutlichen Randspalt auf. Nach präendodontischem Aufbau konnten zunächst vier Kanalsysteme dargestellt werden.. Zwischen MB und ML verlief jedoch ein schmaler Isthmus der sich bis auf einen kleinen hellen Punkt mittels Munce-Bohrern entfernen ließ. Die Sondierung dieses kleinen hellen Punktes (eingepresste Dentinspäne) zeigte, dass hier ein weiteres, sehr enges Kanalsystem vorhanden war.

Nach initialer Aufbereitung und intensiver schallunterstützter Spülung konnte ein Austausch der Spülflüssigkeiten zwischen ML und MM und zwischen DB und DL beobachtet werden.

Nach Einlage von CaOH2 war die Fistelung zwei Wochen später abgeheilt. Nach erneuter chemo-mechanischer Aufbereitung wurden die fünf Kanalsysteme in modifizierter Schildertechnik obturiert und der Zahn dentinadhäsiv verschlossen.

Spannend, dass die Nekrose von mesial ihren Ausgang nahm und der distale Kanalanteil deutlich vitales Gewebe enthielt, obwohl die Füllung distal undicht war.

Wurzelkaries intrakanalär

von Ostidald Wucker

Im heutigen Fall mussten wir uns nach der Kronen und Stiftentfernung gegen einen Zahnerhalt entscheiden. Dies kann bei Inspektion des Wurzelkanals, bzw. der Kavität unter mikroskopischer Kontrolle passieren. Meist sind Frakturlinien im Kavitätenboden oder im Wurzelkanal die Ursache.

Für uns überraschend, und deshalb auch Grund den Fall hier vorzustellen, war die Karies apikal-lateral der inserierten Radixanker ohne sichtbare Verbindung der kariösen Läsion zur Kavität.
Die Kariesentfernung gelang dank der mikroskopischen Vergrößerung. Allerdings waren die verbliebenen Wurzelanteile so dünn, daß das parodontale Ligament zu sehen war.

Damit war ein weiterer Zahnerhalt nicht möglich.

Anbei die Bilder des Falles.

 

„Erst hatte er kein Glück…

und dann kam auch noch Pech dazu. „

Von Bonald Decker

Dieses leicht modifizierte Zitat des einstigen Fußballprofis Jürgen „Kobra“ Wegmann kam mir sofort in den Sinn, als ich den nachfolgenden Patienten mit seiner persönlichen „Zahngeschichte“ erstmals bei uns in der Praxis traf.

Zur Vorgeschichte:

Bei dem Anfang vierzig jährigen Patient war bereits vor längerer Zeit vom Hauszahnarzt an Zahn 26 eine asymptomatische apikale Parodontitis bei Zustand nach endodontischer Behandlung diagnostiziert worden.

Als Therapie der Wahl wurde eine Wurzelspitzenresektion angesehen. Für diesen Eingriff erfolgte die Zuweisung an einen sehr versierten Oralchirurgen, der den Eingriff vor Kurzem in Lokalanästhesie durchführte. Alle drei Radices wurden mittels bukkalen Zugang reseziert und nach minimalinvasiver retrograder Präparation mit einer MTA-Füllung verschlossen.

Hier das nachfolgend angefertigte Kontrollröntgenbild des Chirurgen:

Mit sehr grossem Entsetzen mussten alle Beteiligten feststellen, dass fälschlicherweise Zahn 16 statt 26 operiert worden war. Dem Oralchirurgen war der Fehler unerklärlich und (quasi) unverzeihlich. Auf eine finanzielle „Regelung“ des Schadens durch seine Berufshaftpflichtversicherung wollte er nicht warten bzw. vertrauen und sicherte dem Patienten seine persönliche Haftung zu.

Nach dem ersten „Schock“ entschied sich der Patient für zahnerhaltende Massnahmen an dem ersten oberen rechten Molaren. Die nunmehr notwendige endodontische Behandlung sollte daraufhin bei uns durchgeführt werden. Diese gestaltete sich ohne grosse Besonderheiten.

Intrakoronal fielen besonders eine bukkal und palatinale Infraktur sowie ein ausgeprägter Dentikel  auf.

Intrakanalär erhärtete sich der präoperative Verdacht eines unvollständigen Randschlusses der retrograden Füllung palatinal.

Anbei einige Impressionen der Behandlung.

Klinische Impression während der endodontischen Behandlung von Zahn 16. Nach Entfernung des alten Füllungsmaterials und der Sekundärkaries imponierten zwei Infrakturen bukkal und palatinal (Pfeil)

Die endodontische Behandlung erfolgte aber ansonsten nach dem auf WURZELSPITZE wiederholt vorgestellten Bonald-Decker-Protokoll.

Hier unsere Abschlussaufnahme:

Es ist zu hoffen, dass dem Patienten zukünftig eine weitere derartige Pechsträhne  erspart bleibt…

Prä- und postoperative Situation 

P.S.: Um nicht noch mehr „unnötige“ Zahnhartsubstanz zu opfern habe ich (u.a.aufgrund der Infrakturen) eine Endo-Teilkrone als weitere prothetische Versorgung empfohlen…

Dentalfotos mit dem Iphone – ein neuer Kandidat

von Hans – Willi Herrmann

 

Das ist eigentlich nicht mein Thema.
Normalerweise ist dentale Fotografie mit dem Iphone das Steckenpferd von Christian Danzl.
Aber das soeben vorgestellte neue Ergänzungsset zu Iphone 6 und 6S sieht nun mal so interessant aus, dass ich hier bei WURZELSPITZE vorstellen möchte.

Es ist von der Hong Konger Firma Meike.

Es hat den etwas sperrigen Namen MK-H65 PRO und was es für mich interessant macht ist ein in das Iphone- Case integrierbares LED- Ringlicht MK-H16, dass über die Makrolinse geschwenkt werden kann. Damit wird es für mich interessant zur QM- Dokumentation von Arbeitsabläufen in der Praxis.
Die Smartphone-Fotografie ist nunmal für unsere Mitarbeiter als Digital Natives etwas, was mit der Muttermilch aufgesaugt wurde und damit keiner Erklärung bedarf.
Einfach losknipsen.
Los gehts.

Produktfotos auf der Homepage des Herstellers findet sich hier.

Und in diesem Youtube- Video gibt es einen Überblick über Ausstattung und Anwendung des Meike MK-H6S PRO Iphone Cases.

Shit Happens (3)

Bei dem Fall, über den ich heute berichte, lief zwischenzeitlich einiges nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Patient gab Beschwerden regio 47 an. Der Zahn war mit einer Krone als Brückenfeiler versorgt. Klinisch zeigte sich eine erhöhte vertikale und horizontale Perkussionsempfindlichkeit bei normaler Sondierungstiefe.

 

Nach Trepanation konnten zwei mesiale und ein sehr ovaler, distaler Kanal dargestellt werden. Zusätzlich zeigte sich zwischen dem distalen und dem mesio-bukkalen Kanal ein Isthmus in Form eines C-Shape.

Nach Entfernung des Obturationsmaterials wurde der Isthmus mittels Ultraschall (Endosonorfeilen) sukzessive entfernt.

Anschließend erfolgte eine medizinische Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 und der adhäsive Verschluss mit Komposit. Beim zweiten Termin wollte ich den mesialen Isthmus aufbereiten und die Wurzelfüllung durchführen. Für die Entfernung des mesialen Dentinüberhangs nahm ich bis zu diesem Fall meistens die EndoGuides von SS White (in diesem Fall EG 1).

Dabei kam es zur Fraktur des EG 1. Das Bruchstück wurde dann unter dem OPMI mittels Absaugung entfernt und eine Masterpointaufnahme angefertigt. Ich traute meinen Augen nicht was ich da sah!

Der EG war zweimal zerbrochen, eins hatte ich entfernt und das andere war unbemerkt in den distalen Kanal gelangt und wurde dann durch meinen Masterpoint über den Apex geschoben…Mist. Nach ca. 30min Eisatz von Endosonorfeile und Micro-Debrider konnte ich das Bruchstück entfernen.

Zur Sicherheit wurde ein Rö-Kontrollbild angefertigt.

Anschließend erfolgte die Wurzelfüllung des distalen Kanals mit MTA und Kollagenwiederlager.

Mesial und auch der Isthmusbereich wurden mit Guttapercha und AH26 gefüllt.

Ab jetzt schaue ich bei jeder Fraktur noch genauerer hin ob alles entfernt ist…denn das Instrument kann auch mehrmals frakturieren.

Tücke des Details

von Ronald Wecker

Fragt man im Kollegenkreis herum, so gelten endodontische Behandlungen an oberen mittleren Schneidezähnen  als „No-Brainer“. Gerader Kanalverlauf, weite Kanäle und guter Zugang.

Gründe für einen nicht erfolgreichen Verlauf gibt es jedoch offensichtlich viele.

In vorliegendem Behandlungsfall erfolgte nach der alio loco durchgeführten Erstbehandlung zwar eine Reduktion der massiven Beschwerden. Zahn 21 blieb jedoch weiterhin deutlich perkussions- und palpationsempfindlich.

Das präoperativ angefertigte Einzelbild liess eine schwach radioopak wirkende medikamentöse Einlage vermuten. Die apikalen 4 mm schienen wenig Bearbeitungsspuren aufzuweisen. Der erkennbar aufbereitete Kanalanteil endete abrupt.

Die Patientin berichtete darüber, dass die Längenmessung endometrisch erfolgt war; aus der überweisenden Praxis wurde mitgeteilt, dass die initiale Aufbereitung bis ISO 40 durchgeführt wurde.

Nach teilweiser Entfernung der Verschlussfüllung fiel sofort das kontaminierte Pulpakavum auf. Zudem versperrte ein palatinal gelegener Dentinüberhang den Blick nach apikal. Nach Optimieren der Zugangskavität konnte im unteren Drittel eine iatrogene Stufe an der labilen Kanalwand visualisiert werden. Die apikal davon gelegenen ca. 4 mm Kanalanteil enthielten putride zerfallene Gewebereste.

Der Überhang lenkt das eingeführte, vermutlich nicht vorgebogene, Handinstrument nach labial ab. Die Stufe wird präpariert. Die Endometrie kann bei weiten Foramina mit putrider Exsudation falsch positive Ergebnisse zeigen. Eine Messaufnahme hilft, diese Fehlerquelle auszumerzen. Eine offensichtlich nicht volumenstabile medikamentöse Einlage ermöglicht die Rekontamination bereits desinfizierter Kanalanteile.

Einfache Zähne gibt es offensichtlich doch nicht.

 

Persistierende Schmerzen nach Wurzelkanalbehandlung

von Ostidald Wucker

In dem heutigen Fall reiße ich ein Thema an, welches zunehmend in unserer Praxis auftritt.

Patienten mit chronischen Beschwerden nach mehrfacher endodontischer Therapie innerhalb eines Zeitraumes von 9-24 Monaten. In diesem Zeitraum ist der Zahn nie, oder nur dann zur Ruhe gekommen, wenn dieser offen blieb.

Die Ausgangssituation war meistens eine Primärbehandlung mit Pulpanekrose oder akuten irreversiblen Pulpitis. Die Wurzelfüllung erfolgte trotz noch vorhandener Beschwerden. Die Revision und erneute Aufbereitung waren die Folge.
Als Ergebnis sind extrem weit aufbereitete Wurzelkanäle mit deutlich überinstrumentierten apikalen Foramen, teilweise auch verlagert zu sehen. Kofferdam wurde nie verwendet.
Die Spülung mit Natriumhypochlorit erfolgte nach Anamnese und Recherche selten bis gar nicht. Nekrotische Gewebereste sind häufig vorzufinden. Röntgneologisch zeigte sich periapikal meist ein mehr oder weniger verbreiterter PA- Spalt.
Auffällig ist häufig die suboptimale Zugangspräparation und Kanaleingangsdarstellung.

Unsere Therapie beinhaltete die Spülung mit Natriumhypochlorit, Zitronensäure und abschließend Alkohol und den Einsatz der SAF und US. (In einigen seltenen Fällen (2) mit weiterhin rezidivierenden Beschwerden haben wir Ledermix bis zum apikalen Foramen gebracht und nach 1 Woche entfernt. Die Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH plus als Sealer.
( In dem heutigen Fall wurde die apikal überinstrumentierten Foramen mit ProRoot MTA gefüllt. Danach erfolgte eine thermische Obturation mit Guttapercha und und AH plus als Sealer.)

Die Beschwerden der Patienten haben nach 3-4 Tagen nach der Erstbehandlung nachgelassen. Zum Zeitpunkt der Wurzelfüllung sind die Patienten beschwerdefrei.

Anbei einige klinischen Bilder und Röntgenaufnahmen:

 

Implantat versus Zahn 3.o (I)

Von Bonald Decker

In dem Themenbereich –Implantat versus Zahn– hatte ich in der Vergangenheit (hier, hier, hierhier und hier)  eine Reihe von Fallberichten veröffentlicht.

Heute berichte ich über den ersten Teil eines (möglichen) weiteren Falles.

Zur Vorgeschichte: Der Patient liess sich nach dem Verlust des Zahnes 25 vor einiger Zeit alio loco ein Implantat setzen. Dies machte bereits kurz nach dem Eingriff beträchtliche Probleme und musste daraufhin laut Patient wieder entfernt werden. Nach einer Phase der Wundheilung wurde ein neuerlicher chirurgischer „Anlauf“ genommen und ein weiteres Implantat in diese Region eingebracht. Bereits einige Tage danach stellten sich erneut sehr starke Schmerzen in dieser Region ein (u.a. Aufbissbeschwerden an Zahn 24). Als ursächlich hierfür wurde nicht das Implantat bzw. die Implantation angesehen. Vielmehr wurde ein endodontisches Problem an dem ersten Prämolaren diagnostiziert und dieser daraufhin behandelt.

Obgleich sich das Beschwerdebild zwar insgesamt verbesserte, der Patient aber weiterhin nicht schmerzfrei war erfolgte die Zuweisung an uns. Nachfolgend sehen Sie das von uns erstellte Ausgangsröntgenbild:

Klinisch zeigte Zahn 24 eine deutliche Aufbiss- und Perkussionsempfindlichkeit. Alle anderen Befunde in dieser Seitenzahnregion waren unauffällig.

Da es schien als würde es Verbesserungsmöglichkeiten der bisher erfolgten endodontischen Behandlung geben vereinbarten wir zwei Sitzungen mit dem Patienten. Im ersten Termin gelang es das Wurzelkanalfüllmaterial sowie das Instrumentenfragment zu entfernen und die Kanalsysteme chemo-mechanisch zu reinigen. Nach medikamentöser Einlage mit Kalziumhydroxid verschlossenen wir die Zugangskavität mit Cavit und Glasionomerzement.

Vor einigen Tagen sollte dann eigentlich die neuerliche Wurzelkanalfüllung erfolgen. Diese wurde aufgrund folgender klinischer Situation verschoben:

Der Patient wurde gebeten sich sehr zeitnah an seinen Hauszahnarzt zu wenden um zu klären, ob nur ein stark gelockerter Gingivaformer inklusive entzündeter Weichgewebe für die erkennbare Pusentleerung bei vestibulärer Schwellung verantwortlich ist oder ob ggf. eine mangelnde Osseointeration des Implantats hierfür in Frage kommt …

ich werde weiter berichten…

 

 

Fragremover – It´s real !

von Hans – Willi Herrmann

Am vergangenen Samstag fand im Rahmen eines Arbeitskurses in Frankfurt für interessierte Erstbesteller die offizielle Markteinführung des von Marcus Leinenweber, Nils Widera und Stephan Gäbler ersonnenen „Fragremovers“ statt, einem Hilfsmittel zur Entfernung von Instrumentenfragmenten aus  Wurzelkanälen. Es freut mich für die Erfinder, dass sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, geschafft haben, ihre Idee in ein fertiges Medizinprodukt umzusetzen.

Insgesamt 33 Teilnehmer aus Deutschland , Österreich und sogar Norwegen waren zusammengekommen. Alles Zahnärztinnen und Zahnärzte aus der Crowdfunding -Phase.
Es wurde im Rahmen des Kurses nochmal kurz die Entwicklung der letzten vier Jahre dargestellt, danach Fälle für die häufigsten und sinnvollen Indikationen gezeigt und anschließend praktisch gearbeitet. Es galt aus einem Kunststoffblock ein Instrumentenfragment mit dem FragRemover entfernen.  Alle Teilnehmer haben diese Aufgabe erfolgreich gelöst.

Gerade zwei Tage zuvor hatten wir den nachfolgenden Fall zu lösen. Zahn 15 – WF- Revision. Vorhandener Wurzelstift, vorhandenes Instrumentenfragment.

Den Patienten beschäftigen vor allem folgende Fragen: Wie wahrscheinlich ist eine erfolgreiche Behandung und was kostet diese ?

Beides ist davon abhängig wie vorhersagbar und gegebenenfalls wie schnell und unproblematisch sich Wurzelstift und Fragment entfernen lassen und wie minimalinvasiv beides von statten gehen kann.

Wie ist die Einschätzung der Leserschaft ?
Bitte nutzen Sie eifrig die Kommentar- Funktion und schreiben Sie uns, was Ihnen beim Anblick des Röntgenbildes diesbezüglich durch den Kopf geht.

Der Fragremover wird in den nächsten Wochen an die anderen Erstbesteller ausgeliefert. Die weitere Vermarktung liegt dann in den Händen der Firma Hanchadent.

 

Saving hopeless teeth – Teil 28/5

von Bodald Necker

Der Behandlungfall und follow-ups wurden hier, hier, hier und hier beschrieben.

Mittlerweile ist einige Zeit ins Land gegangen, der Patient hat sich länger nicht mehr sehen lassen. Nach 3 Jahren kam er nun wieder einmal vorbei, also ziemlich genau 4 Jahre nach Behandlungsbeginn.

Der Zahn ist auf alle Fälle noch „in Funktion“.
Soll heissen, er ist vollkommen beschwerdefrei und ohne Einschränkungen nutzbar, was in dieser Bisssituation alles andere als banal ist.

Die beiden buccalen Wurzel liegen weit nach apikal frei.
Lockerung 0, Perkussion negativ, Sondierung nur 1-2 mm.

So gesehen ist die Behandlung auch ein Erfolg, obwohl ich nicht von vollständiger Heilung sprechen will, da sich an der palatinalen Wurzel doch ein leicht verbreiteter PA-Spalt hineininterpretieren lässt. An der db Wurzel zeigt sich eine Struktur, die eine Fraktur darstellen könnte, klinisch liess sich jedoch nichts feststellen.

Der Patient jedenfalls ist froh, dass der mich vor 4 Jahren zur Behandlung überreden konnte, da er so den Zahn noch funktionell und beschwerdefrei im Mund trägt.

Und ich bin mehr als zufrieden, dass der Zahn schon mal 4 Jahre „überlebt“ hat.
Hoffentlich auch noch länger.

Jeden falls imponiert bei der letzten Panoramaaufnahme eine Kieferhöhlenschleimhauthyperplasie Regio 18.
Schau’n wir mal was daraus wird.

Ich werde berichten.

 

 

Gib mir ein „H“

von Ronald Wecker

Um kommunizierende Kanalsysteme zu erkennen, bedarf es nicht eines DVT. Klinisch kann man durch den sichtbaren Austausch der Spülflüssigkeit zwischen zwei oder mehreren Kanalsystemen auf eine Kommunikation schließen. Die Lage derselben und der Winkel in dem der eine in den anderen Kanal „übergeht“ hat Einfluß sowohl auf die Aufbereitung als auch auf die eingesetzte Fülltechnik.

In vorliegendem Fall konnte ein rascher Austausch beobachtet werden, was für eine entsprechend große Kommunikation sprach. Um die Lage einer Kommunikation zu erfassen, unnötige Doppelaufbereitung apikaler Kanalabschnitte aus zwei oder mehreren Richtungen zu vermeiden und um keine Instrumentenfraktur zu riskieren, wenn Kanäle rechtwinkelig konfluieren, gehe ich wie folgt vor:

Nach Aufbereitung des radiologisch und/oder taktil „einfacheren“ Kanalsystems platziere ich in diesem eine entsprechend der Aufbereitung dimensionierte Guttaperchastange. Im anderen Kanal wird ein NiTi-Instrument mit Taper 6 händisch bis zum spürbaren Widerstand (in der Guttapercha) eingebracht. Nach Entfernung des Instrumentes zeigt eine kleine Einkerbung in der Guttapercha Lage und Art der Kommunikation. Nachfolgend ein Beispiel einer rechtwinkeligen Konsultation.

Überrascht stellte ich bei diesem Prämolaren fest, dass auch nach mehreren Versuchen jegliche Markierung fehlte. Ich vermutete eine h-förmige Kommunikation.

Während die Messaufnahme und die Masterpoints diese Annahme unterstützten, konnte nach Backfill und in der WF-Kontrolle der Beweis geführt werden.

 

Recall Kofferdam – die einfachste Lösung

von Ostidald Wucker

In dem hier und hier beschrieben Fall liegt das erste Recallbild nach 6 Monaten vor.
Unsere Einschätzung ist verhalten optimistisch.
Ein chirurgische Intervention ist derzeit nicht notwendig und wir hoffen auf einen weiter positiv verlaufenden Heilungsprozeß.

6 Monatsrecall

Was tun (II)? – Update

Vor zwei Monaten hatte ich Sie in diesem Beitrag um Ihre Meinung hinsichtlich einer möglichen Behandlung gebeten.

Vielen Dank für die abgegebenen Vorschläge.

Heute also ein erstes Update zu der gerade begonnenen Therapie…

Letzte Woche kam die junge Patientin zum ersten Behandlungstermin zu uns. Ich habe mich intraoperativ für die Entfernung der Hartsubstanzen mittels Munce Discovery Bohrer und diamantierter Ultraschallansätze entschlossen. Dies gestaltete sich problemloser als initial erwartet.

Hier ein kleines Video zu den Eindrücken während der Behandlung:

Da sich die Apikalregion sehr gut beurteilen lässt streben wir daher für den zweiten Termin einen apikalen Verschluss mittels MTA an. Nachfolgend sind eine Kombination aus adhäsiv befestigtem Glasfaserstift und Kompositfüllung gedacht.

Ich berichte weiter.

Bohrerständer – Update

von Hans – Willi Herrmann

M + W Bohrerständer

Seit 2007 verwenden wir diese Bohrerständer.

Und sind – eine Empfehlung von Michael Logies – immer noch zufrieden damit.
Können Gesagtes im verlinkten Artikel nach wie vor unterstützen. Und haben heute erst wieder neue Exemplare nachbestellt.

Lediglich die von uns genutzten überlangen Komet H1SML – Rosenbohrer passen nicht in die Ständer.  Und da diese ( als 4er Set)  von uns seit einiger Zeit nun schon in Kombination mit 3 anderen überlangen Bohrern genutzt werden, war es Zeit für eine Alternative zu besagten M+W Bohrerständer-Produkten.

Bei Komet bin ich  fündig geworden.
Mit 16 Stellplätzen, die dank Silikon – Halterungen für FG- Schaft wie für Winkelstück- Schaft gleichermaßen geeignet sind – sind wir in der Lage, alle unsere für die Endodontie benötigten Bohrer in einem Ständer zu platzieren.

Wunderbar.
Klappt in der Praxis auch prima.
So weit so gut. Preislich sind diese Ständer allerdings gegenüber dem M+ W Pendant eine ganz andere Nummer, so dass ich mich entschlossen habe, zunächst einmal die neue Variante gründlich zu testen, bevor ich mehr davon in der Praxis einsetze.

Ich werde weiter berichten.

Disclaimer
Vom Hersteller wurde ein Testgerät kostenlos für einen Praxistest zur Verfügung gestellt.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

 

 

Kleine Helfer – Teil 9

von Christian Danzl

Da bei mir in der Praxis nicht nur Endo gemacht wird, sondern auch ganz normale Wald- und Wiesen-Zahnheilkunde, gibt es auch immer wieder abnehmbaren Zahnersatz. Dieser muss auch regelmässig der sich ändernden Kiefersituation angepasst, sprich, unterfüttert werden. In fast allen Fällen wird es bei mir im indirekten Verfahren mit einem dünnfliessenden C-Silikonabdruck (Xantopren, blau oder grün) gemacht.

Vorher muss natürlich der Haftvermittler auf die zu unterfütternde Prothese aufgetragen werden.
Dieser kommt in einem Schraubfläschchen mit Pinsel im Deckel. Geht hervorragend. Aus hygienischen Gründen leider nur einmal pro Flasche :-(

Also wird der Haftvermittler aus dem Fläschchen in ein Dappenglas oder direkt auf die Prothese geschüttet. Und dann mit einem Einmalpinsel verteilt.
Nachteile:

  • schwierig dosierbar
  • der letze Tropfen läuft auf das Gewinde der Schraubflasche und verklebt dieses immer mehr

Nach etwas Recherche bin ich auf Einmalpipetten gestossen und Einmalpinsel aus dem Kosmetikbereich, der eigentlich für Lipgloss gedacht ist.

Mit der Pipette kann genau entnommen und appliziert werden ohne Sauerei und ohne Verkleben des Schraubdeckels.
Der Lipglosspinsel ist – wenn auch noch nicht optimal – zumindest doch gut genug geeignet, um den Haftvermittler gut zu verteilen, ohne sich selber zu sehr voll zu saugen.

Pinsel und Pipette können – mit etwas Lieferzeit – durchaus günstig aus Fernost (über Amazon oder ebay) bezogen werden.

Rasche Heilung

von Ronald Wecker

6 Monate nach einer alio loco an Zahn 22 durchgeführten WSR stellte sich diese Patientin mit rezidivierenden Fistelungen an den Zähnen 21 und 22 vor.

Im Vorfeld einer prothetischen Neuversorgung sollten die Zähne 21 und 22 endodontisch neu versorgt werden. Über die möglichen Risiken der Behandlung, insbesondere VRF mit der Notwendigkeit zur Zahnentfernung und die Möglichkeiten der implantologischen Versorgung wurde die Patientin aufgeklärt.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Zur Entfernung der gegossenen Aufbauten wurde das hier schon häufig erwähnte Thomas-System eingesetzt. Die temporäre Versorgung erfolgte in bewährter Weise mit thermosensiblen DT Illusion Glasfaserstiften.

In der zweiten Behandlungssitzung wurden beide Zähne nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obstruiert und adhäsiv aufgebaut.

6 Monate nach der Behandlung – die Fistelungen waren bereits zur zweiten Sitzung abgeheilt – wurde das erste Röntgen-Recall durchgeführt.  Beide Zähne waren klinisch symptomlos. Die apikalen Aufhellungen stellten sich deutlich reduziert dar. Der Patientin wurde empfohlen, die mittlerweile mehrfach dezementierten Langzeitprovisorien durch definitive Kronen ersetzen zu lassen.

Genau 4 Wochen später kam ein Anruf der Patientin: Sie habe am Wochenende für 2 Tage deutliche Druckmissempfindugen im Bereich von 21 und 22 gehabt und zweifele an der Richtigkeit der Entscheidung zur definitiven Versorgung.

Beim zeitnah eingeräumten Kontrolltermin wiesen beide Zähne die gleichen klinischen Symptome auf, wie bereits 4 Wochen zuvor: keine!

Die Sondierungstiefen bewegten sich zwischen 2 und 2,5 mm zirkumferent. Eine Lockerung bestand nicht. Die Weichgewebe waren unauffällig. Die Patientin wurde aufgeklärt dass eine verlässliche Klärung, ob und in welchem Umfang eine Heilung stattgefunden hat, im DVT zu erkennen sein wird, woraufhin ein solches angefertigt wurde.

Erstaunlich, wie schnell selbst der zweieinhalb-wandige Defekt am 21 innerhalb dieses kurzen Beobachtungszeitraums abgeheilt ist.

Ein DVT- Recall so kurze Zeit nach der Obturation ist unserer Praxis die Ausnahme, kann jedoch hilfreich sein, um die Entscheidung treffen zu können, ob eine prothetische Weiterbehandlung empfohlen werden kann.

 

 

Service

von Olaf Löffler

Eine neu Schreibtischleuchte musste her. Die alte war defekt, ein altgedientes Ikeaprodukt, noch mit Glühbirne. Nun gibt es ja LED. Und genau das sollte es sein.
Die Wahl fiel auf ein Modell von Otto Watt die Tischleuchte Mirror. Der Hersteller ist Luceplan. Die Leuchte lässt sich dimmen. Es ist ein angenehmes Licht und die Haptik ist genauso toll, wie das Aussehen. Leider auch der Preis.

2,5 Jahre hatten wir Freude. Dann auf einen Schlag kam ein stroboskopartiges An-und Ausschalten des Lichtes ohne, daß man die Leuchte berührte. Gekauft hatte ich die Leuchte bei der Berliner Firma Prediger.
Ärgerlich war die kurze Lebenszeit der Leuchte. Deshalb rief ich die Firma Prediger an und bat um eine Kulanzlösung. Lucplan brauchte fast 3 Monate und die reparierte Leuchte zurückzusenden. Es wurde auf Kulanz repariert. Ich war angenehm überrascht und freute mich trotz der langen Leuchtenauszeit.
Nur musste ich feststellen, daß die Leuchte nur noch mit extremen Druck auf den Tippschalter anzuschalten war. Vorher war es nur eine kleine Berührung. Jetzt muss man den ganzen Lampenkörper festhalten und mit der anderen Hand auf den Taster drücken, damit es leuchtete.
Also nochmal per Mail reklamiert.

Eigentlich hatte ich erwartet, daß ich nichts mehr höre und froh sein konnte außerhalb der Garantiezeit die Reparatur zu bekommen. Dann erhielt ich eine Mail von der Firma Prediger, daß sie sich eingesetzt hat, daß ich eine neue Leuchte bekomme und diese kommt in den nächsten Tagen bei mir an.

Das ist Service, wie ich ihn lange nicht mehr erlebt habe. An dieser Stelle ein ein großes Dankeschön.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

Mit acht Jahren Verspätung…

Von Bonald Decker

Vor circa acht Jahren stellte sich die nachfolgende Patientin erstmals bei mir vor.

Zahn 22 sollte nach Meinung des Hauszahnarztes entfernt worden.

Seine Diagnose lautete perforierende interne Resorption.

 

Klinische Situation vor Behandlungsbeginn

Nach eingehender Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden wir uns damals gemeinsam für einen weiteren Erhaltungsversuch des Zahnes.

Nach chemo-mechanischer Reinigung und nachfolgender Obturation des Kanalsystems mittels Guttapercha & Sealer (in zwei Terminen) wurde die sehr weit krestal gelegene Perforation mittels MTA verschlossen.

Letzte Woche wurde die Patientin nun wieder bei mir vorstellig.

Leider musste ich nun mit acht Jahren „Verspätung“ auch für die Extraktion des Zahnes stimmen…

 

Wäre dieser Misserfolg Ihrer Meinung nach vermeidbar gewesen ?

Was hätte ich anderes machen können?

Oder sollte ich mich darüber „freuen“, dass wir acht Jahre „von der Uhr“ genommen haben?

Was denken Sie?

Wenn ´s mal plötzlich nicht weitergeht …

von Hans – Willi Herrmann

… könnte es an nachfolgender Konstellation liegen.

Sie kennen das.
Eigentlich ein harmloser Zahn.
Oberkiefermolar, Erstbehandlung.
Breiter palatinaler Kanal. Großer Kanaleingang.
Die Instrumente fallen nur so in den Kanal hinein.

Spätestens nach der koronalen Aufbereitung sollten die dünnen Handinstrumente sinnbildlich nun ohne Probleme bis zum Apex gleiten.
Plötzlich jedoch ein harter Widerstand, deutlich vor Erreichen der vermuteten Arbeitslänge.

Eine Stufe könnte der Grund sein.
Scheint aber angesichts der vorliegenden Anatomie als extrem unwahrscheinlich.

Wo rührt das Problem her ?

Ein in den Kanal nach apikal gedrückter Pulpastein könnte die Ursache sein.
Im Röntgenbild sind solche hartgeweblichen Einlagerungen im Pulpagewebe nicht immer auszumachen. Der nachfolgende Fall, dessen Röntgenaufnahme keinen Hinweis auf vorhandene Dentikel gibt, zeigt besonders eindrucksvoll, welche enorme Massen an solchen Hartsubstanzstrukturen im Pulpagewebe eingeschlossen vorhanden sein können.

 

Dentalfotografie – neues Objektiv

von Christian Danzl

Ein Thema hier auf dem Blog ist natürlich immer die Dentalfotografie. Verschieden Neuheiten wurden schon vorgestellt. Die seinerzeit von Michael Logies propagierten Sanyo E6/E60 sterben so langsam an Altersschwäche. Durchaus interessante Nachfolgerin wäre zur Zeit die Olymps TG 3/4.
Wenn man in den Bereich des APS-C Sensor-Bereich einsteigen möchte, hat Canon jetzt ein Marco-Objektiv vorgestellt, das durchaus für die Dentalfotografie interessant sein könnte:
Das EF-M 28mm F3,5 Macro.

Es bietet:

  • 45 mm Brennweite (35mm Äquivalent)
  • Naheinstellgrenze von 13 mm
  • Bildstabilisator
  • einen Tubus, der sich nach vorne verjüngt, um im Nahbereich weniger Schatten zu werfen
  • AF mit einem sehr leisen Schrittmotor (interessant für Videoaufnahmen)
  • Filterbefestigung (43 mm) über mitgelieferte Streulichblende

und, das was es interessant macht und neu bei einem Wechselobjektiv

  • zwei in der Front eingebaute LEDs zur Objektbeleuchtung, die sich auch einzeln ansteuern lassen

Soll demnächst auf den Markt kommen. Preis ist veranschlagt mit ca. 300,- $.
Könnte um die 350, – € werden. Voraussetzung dafür ist eine spiegellose Canon-Systemkamera EOS-M. Aktuell momentan die EOS-M3.

Ob die Kombi mit der EOS-M3 und dem EF-M 28/3,5 für die Dentalfotografie wirklich geeignet ist, und wie stark die integrierte LED-Beleuchtung ist, kann ich leider (noch) nicht sagen. Es verspricht spricht jedenfalls interessant zu werden.

 

Eine Sechser-Variation

von Ronald Wecker

Ein weiteres Beispiel für die durchaus variantenreiche Anatomie oberer Molaren.

SAF

von Olaf Löffler

Die Self adjusting File wird bei uns standardmäßig in der endodontischen Behandlung eingesetzt. Nicht als Aufbereitungsinstrument, sondern als Desinfektionstool und Finishinstrument.
Es gibt nur wenige „Kontraindikationen“für den SAF Einsatz.
Eine ist die eingeschränkte Mundöffnung. Gerade bei Zähnen mit 24-25mm Arbeitslänge kommt man schnell an die Grenzen, wenn man zur SAF in 31mm Länge greift. Diese ist nur bei sehr weiter Mundöffnung gut handhabbar.
Nimmt man dagegen die 25mm lange SAF wird der Gummistopper zur Arbeitslängeneinstellung zum Hindernis.

Unser Tipp: Gummistopper mit einem Skalpell aufschneiden und entfernen. Das alleinige Abziehen ohne Schnitt kann die Gitterstruktur brechen lassen. Mit einem Permanentmarker die gewünschte Arbeitslänge an 3-4 Stellen zirkulär mit einem Punkt auf dem Schaft anzeichnen. Diese Längenmarkierung ist in der Aufbereitung sehr leicht zu beobachten. Verschiedene Arbeitslängen bei mehreren Wurzelkanälen kann man mit verschiedenen Farben kennzeichnen.

Tag des Frontzahnes II – Recall Fall II

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen die Nachuntersuchung des zweiten Falls aus dem Tag des Frontzahnes II vorstellen. Die vor circa zehn Monaten durchgeführte Revisionsbehandlung verlief problemloser als es vorab u.a der intrakanalär vorhandene Zirkonstift vermuten liess. Daher war ich zuversichtlich was den zu erwartenden Heilungsverlauf angehen würde.

Die vor Kurzem durchgeführte klinische und radiologische Nachuntersuchung brachte jedoch Ernüchterung.

Zunehmende Osteolyse zehn Monate nach orthograder Revision des Zahnes 21;                       Zahn 22 reagiert (wie auch vor Behandlungsbeginn getestet) positiv auf elektrische und thermische Stimulation 

Insbesondere die Abfolge der Röntgenaufnahmen verdeutlicht die Verschlechterung der Situation:

Wie soll es Ihrer Meinung nach weitergehen?

Ode an einen Dental-Klassiker

von Hans – Willi Herrmann

Wir haben zwei neue Behandlungseinheiten.

Und standen im Vorfeld vor der Frage, welche der 3 bestehenden Einheiten dafür aufzugeben seien.

Eigentlich eine klare Sache.
Die beiden Siemens M1-Einheiten sind Baujahr 1994. Demnach 22 Jahre alt.
Und dann ist da eine Ultradent- Behandlungseinheit, Baujahr 2007. 9 Jahre alt.

Also ?
Keine Frage. Raus mit den zwei uralten Siemens M1!

Interessanterweise hat sich das Team einstimmig und nachdrücklich dafür ausgesprochen, statt der Ultradent-Einheit wenigstens eine M1 zu behalten. Auch der Hinweis, dass diese Geräte nach über 20 Jahren intensiver Nutzung jederzeit ihren Dienst quittieren könnten und dann möglicherweise keine Reparatur mehr möglich sei (die Firma Sirona hat ja kürzlich mit großem medialem Aufwand darauf hingewiesen, dass eventuell in naher Zukunft benötigte Ersatzteile nicht mehr zur Verfügung stehen).

„Was soll kaputtgehen ?“, wurde ich gefragt. „Die beiden M1 laufen wie ne Eins“. Wurde mir entgegnet.
Ich konnte nichts dagegen einwenden.

Der Ultradent- Stuhl hingegen.
Super bequem, von allen Patienten für seinen Liegekomfort gelobt.
Für die Endo- Behandlung optimiert. Verlängerter  Arztelement-Arm. 3 Sauger. 6 genutzte Motorenköcher. System B- Gerät in die Einheit integriert. Tempur- Rückenlehne.
Es liess sich wirklich gut daran und damit arbeiten .
Aber – er war in all den Jahren immer mal wieder mit nervigen Kleinigkeiten auffällig geworden.

Das blieb im Gedächtnis haften.
Die M1 hingegen. Wie der VW Käfer. Und läuft und läuft und läuft. Einzig der Amalgam- Abscheider  war als Verschleissteil zu buchen. Und auch das die letzten Jahre vergleichsweise wenig.

Schwere, sehr schwere Entscheidung.
Letztendlich traf ich den Entschluss, den Ultradent- Stuhl in Zahlung zu geben, den M1- Stuhl im Prophylaxezimmer zu belassen und vom  M1- Stuhl in Zimmer 2 alle verwertbaren Teile abzubauen, diese aufzuheben und  für eventuelle Reparaturen des verbliebenen Stuhls in Reserve zu halten.

So saß ich nun, inmitten des Praxisumbaus, mit Imbusschlüssel und Schraubendreher bewaffnet, im Wartebereich der Praxis, um die dort zwischengelagerte M1 auseinanderzunehmen.

Was dabei zum Vorschein kam ?

Ein wunderbares Beispiel für herausragende Ingenieurskunst „Made in Germany“.

Wenn man bedenkt, dass die M1 1983 in den Markt eingeführt, demnach vermutlich schon Ende der 70er Jahre erdacht und konzipiert wurde, dann ist die darin zum Einsatz gekommene Technik und auch die ergonomische Grundkonzeption als herausragend und richtungsweisend anzusehen. Die Bauteile zeigen noch den Geist des „Made in Germany“. Gefertigt, um solange wie möglich einwandfrei seine Funktion erfüllen zu können.

Solide, wertige Arbeit.

Also nicht nur von aussen, auch von innen eine tolle Einheit.
Allein die Antriebe für das motorbetriebene Arztelement, die Motoren für den Stuhlantrieb. Der Sitzunterbau.

Hut ab vor der Leistung der Entwicklungsingenieure. Hier wurde zwar nicht für die Ewigkeit, aber doch für solange als möglich gebaut.

Geplante Obsoleszenz ?
Solche Ideen hätten die Erbauer der M1 entrüstet zurückgewiesen.

Und heute ?
2016.
Mehr als 30 Jahre sind eine lange Zeit.

Der sich in den zeitgemäßen Behandlungseinheiten niederschlagende Fortschritt sollte enorm sein.
Es müssten doch Welten dazwischenliegen zwischen den alten Stühlen und den Behandlungseinheiten neuester Generation. Wagen wir einen Seitenblick zum Automobilbau. Golf 1 versus Golf 7. Denken wir nur an die Sicherheits- Features und Assistenzsysteme.

Damals gab es Dreipunktgurte.

Heute ?
Der Tiguan II, seit Ende April in den Autohäusern. Das neueste Auto im Hause Volkswagen hat Allrad, eine Vielzahl von Airbags, ABS, ASR, Rückfahrkamera, Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung, Head Up Display, Stauassistent, Parkassistent, Spurassistent, Einparkassistent, Anhängerassistent. Das ist aktueller Stand der Technik bei den Brot – und Butter Autos. Bei den sprichwörtlichen Volkswagen.

Was sagt Sirona ?
In einem Artikel von Februar 2016, im Dentalmagazin erschienen,  der das Ende der M1- Gerätepflege ankündigt, heißt es zu den Einheiten neuester Generation:

Die neue Gerätegeneration wartet mit zeitgemäßen Weiterentwicklungen auf. Die Hard- und Softwarekomponenten der Einheiten TENEO, INTEGO oder SINIUS fügen sich nahtlos in das technologische Gesamtkonzept einer Praxis ein und unterstützen den digitalen Workflow. Integrierte Funktionen für Implantologie und Endodontie vereinfachen bei TENEO den Arbeitsablauf während der Behandlung, ohne dass zusätzliche Geräte eingebunden werden müssen.“

Und weiter unten heißt es:
„Nicht zuletzt punktet die Einheit auch in Sachen Ergonomie und Design, betonte Thomas Senghaas, Zahnarzt und Endodontie-Spezialist: „Die bequeme motorische Kopfstütze, die Möglichkeit der Anpassung der Sitzfläche für größere Patienten oder Bedienkonzepte wie die Fußschalterfunktionen sind ein Plus in Sachen Komfort für Arzt und Patient.“

Motorische Kopfstütze?  Hatte unsere M1 schon vor 30 Jahren.
Größere Patienten ? Haben wir auch. Haben sich nicht überdurchschnittlich oft über den Liegekomfort beschwert. Uns selbst ist in der Hinsicht auch nix aufgefallen.
Dann wäre da noch die Bedienkonzepte, die auf den  neuen Fussschalter zurückgreifen.

Ganz ehrlich.
Das ist zu wenig.
Ich vermisse, mir fehlt bei den Premiumprodukten der Premiumhersteller genau all das, was die M1 ausgemacht hat.

Ja, die M 1 war ein Premiumprodukt. Sie kostete Einiges.
Aber sie war Innovation, gepaart mit Zuverlässigkeit und Langlebigkeit.
Und damit ihr Geld wert.

Wo ist das vergleichbare Produkt der Jetzt- Zeit ?

Denn mehr denn je – die goldenen Zeiten der Zahnmedizin sind vorbei – brauchen wir Zahnärzte einen Behandlungsstuhl, der uns wirklich und nachhaltig bei unserem tagtäglichen Arbeiten unterstützt. Auf den wie uns immer und vor allem viele Jahre lang verlassen können. 100 Prozent. Nicht technologisches Gesamtkonzept. Nicht digitaler Workflow. Sondern „Hic Rhodos, hic salta! „, zuverlässige Hilfe bei der tagtäglichen Verrichtung.

Können das die neuen leisten ?
Da reicht vermutlich schon ein erster Blick, ein erstes Anfassen.

Die Haptik zeitgemäßer Einheiten ist mit einer M1 nicht zu vergleichen.
Zwar war auch die Oberfläche der M1 aus schnödem Kunststoff. Allerdings scheint es zwischen Kunststoff und Kunststoff enorme Unterschiede zu geben. Die Oberfläche der M1, wenngleich ähnlich dem Kunststoff alter Macintosh- Computer mittlerweile leicht gelblich verfärbt, ist trotz mehr als 20 Jahrzehnten Praxisalltag noch immer extrem ansehlich. Warum nur beschleicht einen schon beim Anschauen neuer Premium-Dentaleinheiten das Gefühl, dass dies zukünftig nicht so sein wird.

Unsere M1 hat Patienten mit  230 kg Gewicht klaglos überstanden.
Viele Male.
Ist eine auch nur annähernde Haltbarkeit der neuen Einheiten zu erwarten ?
Ich bin skeptisch.

Auch ich bin Endodontie- Spezialist. Halte ein Dentalmikroskop dazu für unverzichtbar, eine 3,2 fache Lupenbrille für nicht ausreichend, aber das ist eine andere Sache. Ich sage: Wir brauchen als Behandlungseinheit keinen Schicki – Micki- Pseudo- High Tech-Design-Blender, den man – angepriesen mit den üblichen Marketing- Worthülsen – versucht als sogenanntes Premium- Produkt für eine ach so  erstrebenswerte „brave new world“ im Markt zu platzieren. Und wenn die Nachfrage nicht so ist, wie man sich das erhofft oder wie es die zu Jahresbeginn vorgegebenen Firmenziele der Shareholder erfordern, dann wird eben der Vorgänger aus dem Rennen genommen. Keine Ersatzteile mehr. Aus die Maus. So geht das heute.

Falls es in den Entscheidungszentralen der Stuhlhersteller noch nicht angekommen ist.
Ihr lauft Gefahr, Euch eurer Renomee, dass eure Altvorderen mit genau jenem Produkt euch erschaffen haben, nachhaltig kaputtzumachen.

Ich werde bis ans Ende meines Berufslebens keinen Sirona- Stuhl mehr kaufen. Sorry, aber ihr habt versäumt, mich mit Werten zu überzeugen. Und ihr hättet es leicht gehabt. Es wäre so einfach gewesen. Eure M1 hatte ja die beste Vorarbeit geleistet, die man sich nur vorstellen kann. Aber ihr habt es vermasselt.

Daher zu Mitschreiben: Der Zahnarzt 2016 braucht eine „No Bullshit“- Einheit.
Einwandfreie Ergonomie.
Einwandfreie Funktionalität.
Einwandfreie Hygienefähigkeit.

Zuverlässig.
Punkt.
Das ist die Pflicht.

Die Kür sind praxisrelevante innovative  (hier sei der Anglizismus mal erlaubt) Features.

Das wäre eurer Pfund, mit dem ihr wuchern könntet, liebe Premiumhersteller. Hier hättet ihr Euch austoben können. Den Vorsprung halten, ausbauen können. Aber irgendwie sieht es so aus, als ob ihr in der Post M1- Zeit  nach dem Motto agiert habt, dass ein gutes Turnierpferd nur gerade so hoch springt, wie es muss.

Ein Innovationsschub, wie mit der M1 vor 35 Jahren in den Raum gestellt, ist gegenwärtig nicht in Sicht. Ob also vordergründig schickes Design für eine Erfolgsstory ausreicht ?

Was zählt ist auf m Platz. Bling Bling und schreiende Rummelplatz- Leuchtreklame, sterotype Marketing- Worthülsen, vordergründig spektakuläre, aber letztlich substanzlose Aussendarstellung in Hochglanzprospektästhetik ist so unnötig wie ein Kropf.
Und definitiv kontraproduktiv.

Fakt ist.
Die Kollegen wandern ab. Zu recht. Getreu dem Motto der  Gebrüder Grimm – „Was Besseres als hier findest Du überall.“
Für den Preis der neuen Super Duper XXX – Einheit gibt es nämlich 2 oder sogar 3 „No Bull Shit“- Stühle. Um beim Automobilbau zu bleiben. Auch Koreaner bauen gute, zuverlässige Autos. Und Italiener, Skandinavier, Japaner gute, zuverlässige Dentaleinheiten.

Und die Kollegen berichten.
Via Social Media -Kanäle: Funktioniert !!! Geht auch !!!  Tolles Preis- Leistungsverhältnis !!! Besser als meine alte Einheit. Macht Spass!!!

„Neue Besen kehren gut …“. Hör ich die Mahner rufen.
Mag sein.
Aber ich würd mich nicht drauf verlassen, dass alle reumütig nach kurzer Zeit wieder zurückkehren. Dafür ist der wirtschaftliche Druck für die Zahnärzte einfach zu groß.
Wie gehts weiter? Spannend.
Die Zeit wird es zeigen.

Bis dahin sage ich: Wer eine M1 hat, der sollte sie hegen und pflegen.
Besser – das Gesamtpaket betrachtet – wirds vermutlich nicht mehr.

 

 

 

Referenzpunkt leicht gemacht – Teil 2

von Sebastian Philip

Heute Patientenbilder zum hier veröffentlichten Beitrag.

 

Invagination Typ 2 nach OEHLERS

von Ronald Wecker

Mitte November 2015 klagte die 14-jährige Patientin über eine zunehmende Schwellung sowie eine deutliche Lockerung an Zahn 12. In einer Universitätszahnklinik wurde eine nasopalatinale Zyste als Ursache ausgeschlossen. Ausserdem wurde eine deutliche Resorption der kaltsensiblen Zähne 21 und 22 festgestellt.

Eine festsitzende kieferorthopädische Therapie war einige Wochen zuvor abgeschlossen worden. Weder die Mutter der Patientin noch die Patientin selbst konnte sich an ein Trauma erinnern. Warum die Zähne 11 und 12 nicht mehr kaltsensibel reagierten könnt der Mutter niemand sagen.

Die Zähne 11 und 12 waren bei der Erstvorstellung bereits initial endodontisch therapiert worden. Dass die an 22 und 21 deutlich zu erkennenden Schmelzinvaginationen ebenfalls an 12 und 11 vorhanden gewesen sein können, lässt das DVT vermuten.

Über die mit dem Pulpakavum in Verbindung stehende Invagination war es zur Pulpanekrose gekommen.

Nach chemo-mechanischer Aufbereitung wurde 11 in der ersten Behandlungssitzung mit MTA obturiert, da das apikale Foramen einen Durchmesser von ISO 80 aufwies.

Zahn 12 wurde zweizeitig behandelt. Nach Auspräparieren der Invagination und einer fünfwöchigen Einlage mit CaOH2 erfolgte  die Obturation mit einem individuell angepassten Guttapercha-Point. Das postoperative Röntgenbild lässt bereits in der zweiten Sitzung eine Verbesserung der knöchernen Strukturen erkennen.

Instrumentenfraktur

von Ostidald Wucker

Ein Fall aus dem Jahr 2014 möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Die Patientin wurde uns überwiesen mit einer Instrumentenfraktur. In der Hauszahnarztpraxis wurde bereits versucht das Fragment zu entfernen. Es gelang nicht.  Der Versuch ohne optische Vergrößerung (und hier sehe ich nur das Mikroskop als sinnvoll an) zu arbeiten ist ein Blindflug. Im ungünstigsten Fall kann dadurch der Zahn unerhaltbar zerstört oder das Fragment verlagert werden. Das ist auch bei einem Entfernungsversuch unter Sicht nicht ausschließbar, allerdings ersteres ist weniger wahrscheinlich.
Durch den erfolglosen Versuch war die Patientin sehr skeptisch und hatte sich schon für ein Implantat entschieden. Wir konnten ihr auch keine Wunder versprechen, sahen aber die Fragmententfernung und die Erhaltung des Zahnes als lösbar an.
Nach einigen Wochen hatte die Patientin einen Behandlunsgtermin vereinbart. Der Implantologe, bei welchem Sie sich beraten ließ, riet ihr zum Erhalt des Zahnes. Das überraschte die Patientin und sie traf dann die Entscheidung doch den Erhaltungsversucht zu wagen. Das Recall lässt auf ein weiter positives Langzeitergebnis hoffen.
Uns gefreut hat der Hinweis auf die „fachübergreifende“ Entscheidung zum Zahnerhalt.

Tag des Frontzahnes – Recall – Fall I

Von Bonald Decker

Vor einiger Zeit habe ich hier, hier und hier über den 1. Fall unseres Tag des Frontzahnes berichtet. Vor Kurzem haben wir das erste Recall sechs Monaten nach Behandlungsende durchgeführt. Nachfolgend sehen Sie die entsprechenden Röntgenbilder:

 

Recall sechs Monate nach Behandlungsabschluss

Behandlungsabfolge

Obgleich die Sondierungswerte und alle anderen klinischen Befunde der Zähne unauffällig sind zeigt sich radiologisch insbesondere an 11 eine „Reaktion“ auf die vormals eingebrachte Kompositfüllung. Die Nachuntersuchung in weiteren sechs Monaten wird zusätzliche Informationen über den Verlauf liefern müssen…

 

Starker distaler Knocheneinbruch – Lohnt der Versuch eines Zahnerhaltes ?

von Donald Becker

 

Oben gezeigter Fall (Ausschnitt aus einem OPG) wurde im Dezember 2015 in einem deutschsprachigen Email- Forum zur Diskussion gestellt. Der Kollege richtete sich mit nachfolgender Mail an das Plenum:

„Der 40jährige Patient stellte sich gestern mit Beschwerden UK re vor. 47 ist zweifelsfrei vital, leicht perk-, stark kälte-empfindlich, etwas gelockert.
Distal ist eine Tasche, die bis zum Apex sondierbar ist, mit etwas Pus-Entleerung.
Auf dem von mir erstellten OPG zeigt sich eine ausgedehnte periradikuläre Aufhellung an 47 
Die 8er-Op ist laut Angabe des Pat. mehr als 10 Jahre her. Danach gab es nie Probleme. Vor drei Jahren wurde Zahn 17 von der Vorbehandlerin mit einer NEM-Krone versorgt.

Der Pat sagt, dass die Krone von Beginn an viel zu hoch war und auch nach wiederholter Einschleif-Therapie die Okklusion nie vernünftig gestimmt hat.

Ich habe zunächst einen massiven Vorkontakt beseitigt, die Tasche gespült, CHX-Gel eingelegt und ein AB verordnet.

Was meint die Listen-Kompetenz?
Ist ein Okklusionstrauma die naheliegende Ursache?
Lohnt ein Erhaltungsversuch?
Bisher habe ich noch nicht mit einer Endo begonnen, da der Zahn ja vital ist.“

Auf die Frage: Lohnt ein Erhaltungsversuch ? antwortete ich: „Unbedingt !“

Ich wollte ein Plädoyer für den Erhaltungsversuch solcher Zähne abgeben, da aus meiner Erfahrung heraus auch solche prognostisch ungünstigeren vertikalen Knocheneinbrüche zuverlässig ausheilen, vorausgesetzt das keine vertikale Wurzelfraktur die Ursache des Knocheneinbruches darstellt. Was sich aber im vorliegenden Falle eines distal endständigen Knocheneinbruchs mittels Dentalmikroskop überprüfen liesse.

„Die massive Knochentasche bis Apex irritiert Dich bei der Einschätzung nicht ?“, wurde ich auf Grund meiner Einschätzung gefragt.

Ich antwortete:

„Vorausgesetzt die Ursache liegt nicht in einer vertikalen Wurzelfraktur, was abzuklären wäre, irritiert mich die Knochentasche in der Tat nicht, dafür habe ich schon genügend davon abheilen gesehen.

Eine geduldige Desinfektion mit einem potenten Medikament ist im Übrigen hilfreich bis obligat, aber daran sollte es ja nicht scheitern.
Grundvoraussetzung ist allerdings auch, dass man PA- Heilungsversuche durch Kürettage unterlässt, weil dies das bindegewebige Attachment eventuell unwiderruflich zerstört.BTW auch vom positiven Vitalitätstest würde ich mich nicht zu stark irritieren lassen…“

Jedoch wie beweisen, dass ein Erhaltungsversuch in der Tat Sinn macht ???

Jeder Fall ist anders, aber letzte Woche kamen  2 Fälle kurz nacheinander in den Recall, die mich spontan an die oben aufgeführte Situation erinnerten.

Ich möchte diese Fälle kurz hier vorstellen und apellieren, bei wie im Röntgenbild dargestellten Knochendestruktionen nicht automatisch die Zange zu ziehen.

Fall 1
Zahn 36

Es gibt nicht viel zu diesem Fall zu sagen. Größerer apikaler und distaler Knochendefekt.
Standardsituation. Nach 6 Monaten schon erfreulich deutliche Knochenregeneration, vor allem auch distal, was für den weiteren Verlauf optimistisch stimmt

 

Fall 2
Zahn 37

Der Patient war uns wegen eines anderen Zahnes zugewiesen worden. Nach erfolgreichem Abschluss unserer Behandlung bat der Patient (der im Unterkiefer im 4. Quadrant bereits 2 Implantate im ersten Jahr nach Implantation verloren hatte) um den Versuch des Zahnerhaltes von Zahn 37 (devital, tiefe Wurzellkaries bis in den Furkationsbereich hinein, große apikaler und distaler Knochendefekt). Der Hauszahnarzt hatte für die Extraktion des Zahnes plädiert.

Die Röntgenbilder zeigen den Zahn 37 vor endodontischer Behandlung, unmittelbar nach WF und 7 Monate sowie 18 Monate post WF. Nach 7 Monaten schon apikal weitestgehend vollständige Knochenregeneration, nach 19 Monaten sowohl apikal als auch distal vollständige Knochenregeneration.

 

Wie eine Pulpanekrose einen Zahn retten kann.

von Ronald Wecker

Die im Jahre 2014 alio loco angefertigte Panoramaschichtaufnahme lässt bereits eine apikale Aufhellung an Zahn 21 und eine deutliche Aufhellung im mittleren Wurzeldrittel erkennen. Eine Therapieempfehlung wurde der Patientin nicht gegeben.

Anfang 2016 traten dann an Zahn 21 zunehmend stärker werdende Beschwerden auf. Das präoperativ angefertigte Einzelbild zeigt eine scharf abgegrenzte Erweiterung des Pulpakavums bzw. des Wurzelkanalhohlraums.

Das angefertigte DVT zeigt eine nicht perforierende, die Wurzel jedoch schon deutlich reduzierende, interne Resorption. Die apikale Aufhellung und der negative Sensibilitätstest lassen eine Pulpanekrose vermuten, die sich klinisch auch bestätigte.

Als Ursache für die  eingetretenen Veränderungen im Bereich von Zahnhartsubstanz und Periapikalbereich kommt ein anamnestisch zu erhebendes Trauma (Sportunfall vor 15 Jahren) in Frage, welches zunächst eine interne Resorption zur Folge hatte. Die später eintretende Pulpanekrose führte dann zum Arretieren der Resorptionsvorgänge, da die resorbierenden Zellen ebenfalls nekrotisch wurden. So hat die Pulpanekrose hier letztlich die Chance zum Zahnerhalt eröffnet.

Die Patientin wurde im Beratungsgespräch über das erhöhte Risiko einer Wurzelfraktur aufgeklärt und wünschte den Erhaltungsversuch.

 

Wenn das Ihr Zahn wäre…(2)

von Ostidald Wucker

Wir haben uns für den Versuchs zur Zahnerhaltung entschieden. Der Patient wollte diesen Erhaltungsversuch unbedingt. Um diesen Fall genau zu beurteilen, wie es in den Kommentaren zu lesen war, ist ein DVT notwendig. Dieses wurde von uns angefertigt.

Hier die Abstimmung bei 149 Teilnehmern.

Folgendes therapeutisches Vorgehen hatten wir besprochen:
Aufgrund der entzündungsfreien, auch im DVT erkennbaren apikalen Situation, soll die Wurzelfüllung revidiert werden und das Lentulofragment entfernt werden . Die retrograde apikale Füllung soll belassen werden.
Wenn eine Infraktur erkennbar ist, wird der Zahn nicht erhalten.

Die Therapie wurde unter diesen Maßgaben begonnen. Alte Füllungs- und Zementreste  wurden entfernt und der Zahn präendodontisch adhäsiv aufgebaut.
Bei der Entfernung des Wurzelfüllmaterials wurde der Lentulo dargestellt. Das Wurzelfüllmaterial zeigte durch seine Verfärbung und einen entsprechenden Geruch, daß eine Infektion vorhanden war. Die Entfernung des Lentulos gelang nicht vollständig, da dieser in der retrograden Amalgamfüllung verankert war. Das war auf den Ausgangsröntgenbildern (mit etwas Fantasie) bereits erkennbar.
Damit war der  o.g. Plan hinfällig und es musste auch das retrograde Wurzelfüllmaterial entfernt werden. Das waren ca. 3mm Amalgam in fast jede Richtung.
Die Entfernung des Amalgams gelang nahezu vollständig in 1,5 h. Mittels Ultraschall und Wasserkühlung wurde zunächst intrakanlär die Dicke verringert. Danach wurden die Rest geteilt und orthograd entfernt.

Nach einer CaOH Einlage wurde mit Kollagen ein Widerlager erstellt und der Neoapex mit ProRoot MTA verschlossen. Wir haben einen Glasfaserstift inseriert und den Zahn abschließend mit einer provisorischen Krone versorgt. Die definitive prothetische Therapie haben wir zeitnah angeraten. Die chirurgische Kronenverlängerung haben wir angeraten, diese ist aber am Einzelzahn wie in diesem Fall nicht einfach.
Der Patient, ein Kollege, hat sich für eine Kronenversorgung ohne circumferentes Ferrule bei seinem HZA entschlossen. Die kritische prothetische Prognose wollte er in Kauf nehmen.







 

Externe Wurzelresorptionen (III)

Von Bonald Decker

Heute ein weiteres Update zu dem hier und hier vorgestellten Fall.

Die stark resorbierten/ankylosierten Zähne 11 und 21 wurden vom Kieferchirurgen in Vollnarkose entfernt. Anschliessend erfolgte die Transplantation der Zähne 35 und 45 in die entstandenen Lücken.

Hier die klinische Situation sechs Tage nach dem Eingriff.

Klinische Situation 6 Tage post-operativ. Die Bilder wurden uns freundlicherweise von der behandelnden Kieferorthopädin überlassen

Okklusalansicht sechs Tage nach der Transplantation

Alio loco angefertigtes OPG nach autogener Transplantation 45 an Position 11 und 35 an Position 21 

 

Ich halte Sie in diesem Fall sicher weiter auf dem Laufenden…

Wawibox – ein Jahr später

von Hans – Willi Herrmann

Es war ganz anders geplant.
Ursprünglich hatte ich vor, über die Implementation und die nachfolgende Integration des „Wawibox“ – Materialwirtschaft- und Materialverwaltungssystem gewissermaßen vom Start weg begleitend zu berichten.

Schnell war mir jedoch klar, dass ich damit diesem Start Up nicht gerecht werden, ihm gegebenenfalls einen Bärendienst erweisen würde. Zu umfassend sind die Änderungen im Arbeitsalltag, als dass man davon ausgehen könnte, dass dieser Wechsel reibungslos verliefe.

Wem aber dann den schwarzen Peter zuweisen, wenn es eben nicht so funktioniert, wie es idealerweise sein sollte.

Nur die Zeit würde letztendlich Klarheit bringen. Daher habe ich abgewartet.

Letztendlich ist es dann ein Jahr geworden bis nun heute ein weiterer Erafhrungsbericht, ein Resümee erscheint.

Meine Eindrücke in all der Zeit ?
Die Erfahrungen sind (von Kleinigkeiten abgesehen) uneingeschränkt positiv, zumindest was die Wawibox per se angeht. In der Praxis selbst gibt es allerdings auch ein paar frustrane Momente, die jedoch nicht dem Programm zuzuschreiben sind, aber dazu später.

Was gefällt mir an der Wawibox ? Nachfolgend – rein exemplarisch und bei weitem nicht vollständig – ein paar Punkte, die ich besonders schätzen gelernt habe:

1: Transparenz – sowohl die Materialpreise als auch den Materialbestand betreffend – Beides ein Riesenunterschied gegenüber der bisherigen „analogen“ Lösung.

damit einhergehend –

2: Kostenersparnis

Ich habe mir im letzten Jahr die Mühe gemacht, zumindest stichprobenartig bzw. bei größeren Einzelpreisen, die Preise meines Depots mit den günstigsten Preisen der Wawibox zu vergleichen. Das Ergebnis – horrende Abweichungen nach oben, meist zwischen 25 – 30 Prozent. Besonders ärgerlich. Bei Artikeln, die keine Lagerware sind, sondern durch Knopfdruck direkt vom Hersteller oder Importeur geordert werden. 36 Euro mehr für ein paar Silikonkissen ? 85 Euro netto für eine streichholzgroße Packung, die in einen DIN- Briefumschlag passt ? Materialwert vermutlich 8 Cent ? Sorry, da wird selbst eine scheinbar unendlich tiefe Freundschaft auf eine (zu) harte Zerreißprobe gestellt. Bei einer eher zurückhaltend angesetzten Kostenersparnis von 20 Prozent gegenüber dem Hausdepot konnten demnach im vergangenen Jahr 4800 Euro an Ausgaben gespart werden.

Vor ein paar Tagen dann zum ersten Mal der Besuch eines Aussendienstmitarbeiters eines großen Katalog- Versenders. Neben unserem Dentaldepot seit 23 Jahren unsere einzige und mit großem Abstand meistgenutzte Bestellquelle, nicht endodontisches Praxismaterial betreffend. Ihm war natürlich nicht verborgen geblieben, dass die in all den Jahren stetig sprudelnde Einnahmequelle schlagartig versiegt war. 5 – 10 Prozent hatte er ermittelt als Preisdifferenz, eine Rechnung, die ich als intentionell konservativ zurückhaltend bewerten würde, was aber immerhin noch immer 2400 Euro Differenz darstellt. Aber vor allem konnte er  mir  keinen Grund nennen, warum ich trotz der bestehenden Preisdifferenz wieder im Katalog bestellen sollte.

Denn selbst bei gleichen Konditionen des jeweils günstigsten Online- Versenders, etwas, was vereinzelt und natürlich nur hinter vorgehaltener Hand von Kollegen als ultimatives Entgegenkommen der Dentaldepots kolportiert wird, bliebe der Workflow- Vorteil der Wawibox-Lösung.

Beispiel gefällig – Die Wawibox weist daraufhin, falls ein Artikel dem Vorratslager entnommen wird, der nicht das niedrigste Ablaufdatum aufweist. Sie kennen das – gebräuchliche Artikel werden immer wieder nachbestellt, bei der periodisch durchgeführten Inventur zeigt sich allerdings dass bei mehreren dieser Artikel das Ablaufdatum längst überschritten ist, weil das Regal immer wieder von vorne aufgefüllt und auch wieder entleert wurde. Kan Ban hin, QM her, was in der Theorie nie vorkommen sollte, weil beim Einräumen die ältesten Bestände nach vorne rotiert werden, passiert in der Praxis immer mal wieder.

Auch mit der Wawibox im Übrigen, aber jetzt wird der Fehler wenigstens sofort bemerkt, falls dies geschehen sollte. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt !

3:  Auch notwendige Nachbestellungen werden automatisch avisiert, der berühmt berüchtigte Satz: „Wir haben kein XYZ mehr“ ist im vergangenen Jahr exakt einmal gefallen. Das ist zwar immer noch einmal zu viel, aber doch deutlich deutlich weniger als in  den Jahren zuvor.

4:  Der Bestellvorgang gestaltet sich schnell und intuitiv und – wieder ein vom Mitbewerber – Establishment gestreutes Gerücht widerlegt – bis auf ganz wenige sprichwörtliche Ausnahmen erfolgt die Lieferung rasch bis teilweise rasant schnell. Konkret ist spätestens am übernächsten Tag die Ware in der Praxis, teilweise sogar um 16 Uhr bestellt, um 10 Uhr nächster Tag ausgeliefert. Bei manchen Artikeln ist die Anbieterzahl eher noch übersichtlich. Hier merkt man der Wawibox  an, dass es sich als Start Up gegenüber den schon um einiges länger im Markt befindlichen Mitbewerbern erst noch etablieren muss. Eine Email an den Wawibox- Support brachte im Übrigen in vielen Fällen kurzfristig Hilfe, das Engagement in der Sache ist also auf jeden Fall da.

Was offensichtlich noch nicht so klappt ist das stringente Ausbuchen der Artikel. Überhaupt – es vergeht kein Bestellvorgang, bei dem nicht Materialien als „bestellwürdig“aufgelistet werden, die sich dann beim Blick in den Wawibox – Bestand als noch ausreichend vorhanden herausstellen. Zumeist ergibt ein erneuter Gang zum Vorratsschrank, dass einfach nicht genau genug geschaut wurde.

5: Der Wawibox sei Dank können solche Vorkommnisse als Fehlsichtung entlarvt werden. In den „Vor Wawibox“ – Zeiten gab es keinerlei Möglichkeit, solche Unzulänglichkeiten zu bemerken, geschweige denn Abhilfe zu leisten. Es wurde also zuviel bestellt. Und der Restbestand im Schrank vergessen. Siehe oben…

Allerdings sind andererseits immer wieder Materialien als noch vorhanden gelistet, die bereits im Anbruch sind. Weil – darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen – das Ausbuchen der Waren aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit unterlassen wurde.

Das ist
6:  ein unhaltbarer Zustand, der durch die Wawibox immerhin zeitnah ans Tageslicht kommt. Und birgt so die Chance, dass die damit verbundene Ansprache im Rahmen der zweiwöchentlichen Teamsitzungen irgendwann Früchte tragen wird und diese Fehlbestandsärgernisse zunehmend weniger werden. Noch ist es allerdings nicht der Fall, vermutlich weil man Jahrzehnte lang liebgewonnene Habits nun mal nicht so leicht aufgibt.

Ein Fazit

Die Wawibox hat sich bewährt – Ich persönlich kann jedem ein solches Warenwirtschaftssystem empfehlen. Es lohnt sich in finanzieller Hinsicht ebenso wie im Sinne einer QM- Verbesserung und der damit einhergehenden Arbeitserleichterung.

Die Wawibox ist im Übrigen nicht das einzige System im Markt.
Nach Veröffentlichung eines ersten Berichtes ist man von Seiten der AERA- Bestellplattform an mich herangetreten und hat angeboten, dass ich deren eigenes System in Ruhe auszuprobieren könne. Bisher ergab sich noch keine Gelegenheit hierzu. Ich möchte daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine absolute Kaufempfehlung pro oder contra eines dieser Systeme abgeben.

Fest steht jedoch, wir werden auf gar keinen Fall wieder zur herkömmlichen Vorgehensweise, an der  wir immerhin über 20 Jahre festhielten, zurückkehren.

Und ich kann jedem nur raten, es uns gleichzutun.

 

 

 

 

reproduzierbare Referenzpunkte leicht gemacht

von Dr. Sebastian Philipp

In diesem Artikel möchte ich beschreiben, wie ich mir bei der elektronischen Längenmessung reproduzierbare Referenzpunkte erstelle.

Zuerst lege ich mir eine neue Referenzebene fest, die ich nach Belieben darstellen kann. Ich stemple diese Referenzebene auf den Zahn, entferne Sie wieder und kann sie bei einem nächsten Termin wieder aufstempeln. Wie ich dabei vorgehe möchte ich euch anhand eines Modells zeigen.

Ich brauche dafür Block-Out Resin von Ultradent, einen Okklupapierhalter und ein Stück starrer Tiefziehfolie (in diesem Fall habe ich 1,5mm Stärke) welche ich mir keilförmig zurechtgeschnitten habe.

An dem zu behandelnden Zahn lege ich 3 Höckerspitzen oder markante Punkte fest (im Sinne eines Dreibeinprinzips) und trage dort Block-Out Resin auf. Diese 3 Punkte definieren meine neue Referenzebene.

Anschließend lege ich meine Tiefziehfolie auf alle 3 Punkte auf und härte das Block-Out Resin durch die Folie aus. Die Keilform der Folie erlaubt es mir, mich auf die individuell benötigte Breite anzupassen. Dabei achte ich, dass die Folie auf allen Punkten aufliegt, was ich auf der Gegenseite gut erkennen kann. Zum besseren Lösen der Folie nach dem Aushärten kann man die Folie auch vorher ganz leicht mit Turbinen-Öl einreiben.

Im Anschluss präpariere ich die Ebene nach Bedarf und habe mir so einen exakten Referenzpunkt geschaffen.

Im Prämolarenbereich nehme ich mir einen „externen“ Referenzpunkt eines Nachbarzahns. In diesem Fall die MB Höckerspitze des Molaren.

Ist mir meine Ebene noch zu klein dargestellt wiederhole ich diesen Schritt einfach, trage nochmals Block-Out Resin auf und vergrößere die „Teller“.

Im Anschluss kürze ich mir wieder meine Ebene auf den Bereich den ich benötige. Das Block-Out Resin hat die notwendige Härte, dass man es gut präparieren kann.

Diesen Schritt mache ich vor dem Kofferdam legen, nachdem ich meine Zugangskavität präpariert habe. Andernfalls stört mich die Kofferdamklammer beim „stempeln“.

Hier kann es schon auch mal passieren, dass ich einen „Teller“ verliere. Wenn die Anatomie zu wenig Retention liefert, extendiere ich die Teller etwas in mesio-distaler Richtung.

Am Ende der Behandlung wird das Block-Out Resin entfernt und durch die Dokumentation der Ebenen-Referenzpunkte ist es beim nächsten Termin wieder darstellbar.

Für Bilder bitte auf den link klicken.

Referenz3

 

Nachfolger für Sanyo E6/E60 – Erste Erfahrungen mit der Olympus Tough 3

von Jörg Schröder

Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Teamdays der „Wurzelspitze“-Praxen gab Hans-Willi-Herrmann am Freitag in seinem Workshop „Ritsch-Ratsch-Klick – und fertig ist das Foto!“  neben vielen  Tipps zum perfekten Foto auch eine Empfehlung für eine einfach zu handhabende Kamera für intraorale Aufnahmen.

Die bewährte Sanyo E6 / E60, vor langer Zeit von Michael Logies empfohlen, ist nicht mehr, oder nur gebraucht erhältlich. Eine unserer beiden E60 hatte vergangene Woche ihr Leben ausgehaucht.

Also gleich am Montag die von Ha-Wi Herrmann empfohlene Olympus Tough 3 mit LED Ringlicht bestellt. Dienstag wurde geliefert und am Mittwoch kam auch die bestellte Speicherkarte an.

Neben einem „Mikroskop“-Modus für Nahaufnahmen besticht die Kamera durch ein besonders Feature : Ein Stacking-Modus. Dabei erstellt die Tough 3 beim Auslösen im Stacking-Modus 8 Bilder mit jeweils geringfügig verändertem Schärfebereich auf und stapelt (stacked) diese Bilder übereinander. Das Ergebnis ist eine, trotz hoher Vergrößerung, über das gesamte Objekt verteilte scharfe Darstellung.

Als Beispiel eine hoch vergrößerte Aufnahme eines ca. 0,6 mm dicken Guttapercharestes nach Entfernung aus dem Wurzelkanal.

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus ohne Stacking

 

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus mit Stacking

ohne Stacking

mit Stacking

Danke für den tollen Tip, Ha-Wi!

Christi Himmelfahrt 2016

Auch dieses Jahr wünschen wir allen Kolleginnen und Kollegen einen erholsamen freien Tag.

Für alle Freunde der nicht rein pflanzlichen Ernährung ein Bild des Tages abseits der Zahnmedizin.

ECIR-von Innen (Recall)

Von Bonald Decker

 

Auch wenn sechs Monate noch kein wirklich aussagekräftiger Nachuntersuchungszeitraum darstellt möchte ich Ihnen dennoch das Recall des damals hier  gezeigten ECIR-on Innen-Falls vorstellen.

Ich bin (vorsichtig) optimistisch, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln…

WURZELSPITZE Ü Day 7 TeamDay 8 in Bad Kreuznach

von Hans – Willi Herrmann

Christian Danzl hat hier schon berichtet, daher von meiner Seite als Ausrichter noch ein paar ergänzende Informationen.

Vielen Dank an Alle , die nach Bad Kreuznach gekommen sind, insbesondere auch an die externen Teilnehmer aus dem Kreis der „Freunde von Wurzelspitze“. Wenn selbst Teilnehmer aus Kiel oder aus dem benachbarten deutschsprachigen Ausland anreisen, dann freut uns die Anerkennung unserer Bemühungen sehr. Wir schätzen ganz besonders das persönliche Kennenlernen und den Gedankenaustausch mit den „FvW“ im Rahmen des „Get Togethers“.

Mein besonderer Dank auch noch einmal an mein Team für die enorme Unterstützung im Vorfeld und bei der Ausrichtung eines perfekt organisierten Ü Day/TeamDay-Events.

Für den TeamDay wurden in diesem Jahr bewusst zwei Themenkomplexe gewählt, die nicht direkt im zahnmedizinischen Kontext stehen, wenngleich natürlich bei der Konzeption des Foto- Seminars „Ritsch, Ratsch, Klick und fertig ist das Foto“ (dass in einer schon anvisierten Folgeveranstaltung dann in praktischen Übungen den Praxisbezug herstellen wird) die Verbesserung der Fotoqualität im Rahmen der Behandlungsdokumentation angestrebt wurde.

Zum Nachmittagskurs „Du Opfer, gib Handy“ ist zu sagen, dass dieser Kurs mit dem 13 fachen Kickbox- Weltmeister Dirk Hilgert und seinem Team lange vor den Kölner Silvester Ereignissen geplant wurde, durch diese jedoch eine aktuelle Dimension und Brisanz bekommen hat, an die bei der Konzeption der Veranstaltung nicht zu denken war.

Die Idee zum Kurs  kam bereits 2014 von unserer ZMF Isabelle Schäfer, selbt 4 fache Kickbox- Weltmeisterin, die  zusammen mit Dirk Hilgerts Ehefrau Olga Hilgert,  ebenfalls mehrfache Kickbox- Weltmeistern , im Terzett als Trainer die Durchführung des Kurses souverän meisterten.

Das Get Together am Freitag abend endete mit einer ebenso spontanen wie inoffiziellen  „FvW“ – Praxisbegehung unserer Zahnarztpraxis, die mit intensiver Diskussion der Vor Ort- Details erst nach 2 Uhr morgens zu Ende ging.

Fotografische Impressionen zum Selbstverteidigungskurs und Get Together gibt es in der nachfolgenden Galerie:

 

Der Samstag war wie gewohnt den Ü Day – Vorträgen gewidmet.

Diesmal standen auf der Agenda:

Hans-Willi Herrmann, Jörg Schröder „Berg und Tal“ – Klinische Anwendung eines Lasers in der Endodontie

Olaf Löffler „Vorsicht Falle“ – Röntgendiagnostik und endodontische Therapie in der Praxis

Christoph Kaaden „Rette mein Lächeln !“ – Endodontischer Zahnerhalt in der ästhetischen Zone

Haya Hadidi „Primum non nocere“ – gilt das auch für Patientendaten? Ein Überblick über relevante Datenschutzvorschriften für die Zahnarztpraxis und praktikable Lösungsmöglichkeiten

Der letzte Vortrag des Vormittags setzte die Tradition der von externen Gastrednern abgehaltenen „fachfremden“ Vorträge  fort: Haya Hadidi, Juristin und regelmäßige WURZELSPITZE – Gastautorin,  hinterliess die bittere Wahrheit, dass eine vom Gesetzgeber angestrebte und mitunter zwingend geforderte absolute Datensicherheit in der Zahnarztpraxis nicht vollständig umzusetzen ist.

Hier zeigt sich die Parallele zur Hygienediskussion, wo eine nicht zu diskutierende grundsätzliche Notwendigkeit eines hohen Sicherheitsstandards durch die gegebenenfalls hoch emotional geführte öffentliche Diskussion dazu geführt hat, dass unrealistische, weil de facto nicht durchführbare Szenarien ohne die belegte Evidenz ihrer  Wirksamkeit oder Überlegenheit gegenüber bestehender Verfahren zu zwingend zu erfüllenden Praxisstandards erhoben wurden, wohlgemerkt ohne jeglichen finanziellen Ausgleich der hier erforderlichen, eben nicht aus der Protokasse zu zahlenden, zusätzlichen Maßnahmen und apparativen Mehraufwendungen.

Wenn, wie der Vortrag offenbarte,  selbst bei einer federführenden oberen deutschen Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundeswirtschaftsministeriums

(als oberste deutsche Regulierungsbehörde zuständig für die  Aufrechterhaltung und der Förderung des Wettbewerbs in sogenannten Netzmärkten, hervorgegangen  aus dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation  und  zusätzlich zur Regulierung der Telekommunikationsnetze,  für die Energieregulierung (Strom und Gas) und für die Überwachung des Zugangs zur Eisenbahninfrastruktur zuständig)

mit einem Millionenbudget für die Umsetzung eine geforderte Datensicherheit nicht mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden kann, dann sei die Frage erlaubt, wie dies in der Zahnarztpraxis überhaupt erfüllt werden soll, zumal bis heute eine wie auch immer ausgerichtete Vergütung des Mehraufwandes nicht  vom Gesetzgeber artikuliert, geschweige denn die Notwendigkeit des Ausgleichs  offiziell anerkannt und mittels adäquater Honorierung in Aussicht gestellt wurde.

Einen versöhnlichen Abschluss des Vormittags fand sich in der abschließenden Möglichkeit der Verkostung von Naheweinen und der musikalischen Untermalung durch die 11 köpfige Band „Stolen Dan“ aus den Niederlanden.

Hierbei wurde auch das Geheimnis gelüftet, wo das für Fallpräsentationen verwendete Pseudonym „Donald Becker und Freunde“ herrührt, handelt es sich doch bei den „Dans“ um eine Tribute Coverband der legendären US Rockgruppe „Steely Dan“ mit ihren von legendären  Jazz- wie Rockmusikern gleichermaßen in den Rang von „Musikgöttern“ erhobenen musikalischen Masterminds Donald Fagen und Walter Becker.

Eine Impression der Musikdarbietung bietet das nachfolgende Youtube-Video.

 

Auch 2017 wird es wieder ein WURZELSPITZE Ü Day geben.
Der Ü-Day 8 wird parallel mit dem TeamDay 9 im Frühjahr 2017 in Berlin stattfinden.

 

 

 

Ü-Day/Team-Day 2016 in Bad Kreuznach

von Christian Danzl

Dieses Jahr fanden Team-Day und Ü-Day in Bad Kreuznach statt.
Hier vorweg ein paar Eindrücke.

 

Freitag war Team-Day. Auf dem Programm stand vormittags ein Fotoseminar und nachmittags ein Selbstverteidigungskurs bei Dirk Hilgert in Obermoschel.

Abends begann dann der Ü-Day mit Überweisern und einigen Freunden von Wurzelspitze mit dem Get together in Bad Kreuznach.
Die Fortsetzung folgte dann Samstag Vormittag von 09:00 bis 13:00 Uhr im Haus des Gastes mit Vorträgen zu zahnmedizinischen Themen von HaWi Herrmann und Jörg Schröder, Olaf Löffler und Christoph Kaaden.
Der Gastvortrag kam diesmal von Haya Hadidi  zum Thema „Datenschutzrichtlinien in der Praxis“.

Nach den Vorträgen diesmal als Highlight ein gelungener musikalischer Ausklang von Team-Day/Ü-Day mit der niederländischen Steely Dan Tribute Band Stolen Dan.

Gewusst, wo’s lang geht.

Status

von Ronald Wecker

Früher hat man sich bei der Fahrt in den Urlaub oder zu einem noch nicht bekannten Ort mit Kartenmaterial den Weg gesucht. Und wenn die Landkarte nicht mit der tatsächlichen Umgebung übereinstimmte, hat man nach dem Weg gefragt. Oder einen Weg ausprobiert.

Heutzutage benutzt man ein Navigationssystem um schnell und ohne Umwege zum Ziel zu kommen.

In vorliegendem Fall wurde die interne Anatomie des 17 bereits im Jahre 2012 mittels DVT erfasst. Die Frage nach der Erhaltungsfähigkeit des parodontal geschädigten 16 war der eigentliche Grund für die Aufnahme.

Die endodontische Behandlung des 17 war in Folge eines tiefen kariösen Defektes mit einer einhergehenden irreversiblen Pulpitis notwendig geworden.

Bereits das präoperativ angefertigte Einzelbild ließ Besonderes erwarten.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an den überweisenden Kollegen, der den Defekt mit einer hervorragend adaptierten Komponist-Füllung versorgt hatte.

Nach Auswertung des DVT war klar, dass alle drei vorhandenen Kanalsysteme apikal konfluieren. Der palatinale Kanal weist eine deutliche Krümmung nach bukkal auf und mündet in stumpfem Winkel in MB. Dieser zeigt einen Verlauf, der vermuten lässt, dass das apikale Foramen am einfachsten aus dieser Richtung zu erreichen sein wird. DB und MB konfluieren am Übergang vom mittleren zum apikalen Wurzeldrittel.

Nach Darstellung der Kanalorifizien wurde daher zunächst der MB aufbereitet. Nach Erweiterung des koronalen und mittleren Wurzeldrittels konnte mit einem Reamer der ISO-Größe 008 endometrisch kontrolliert das Foramen physiologicum erreicht werden.

Nach Erweiterung mittels HyFlex-Instrumenten bis zur Größe 30/06 zeigte sich bereits ein Austausch der Spülflüssigkeit zwischen P und MB. Dennoch gelang es nicht, ein feines nach bukkal vorgebogenes Handinstrument der Größe ISO 008 bis zum Foramen vorzuschieben. Erst mit einer 180 Grad Rotation der Feile ( im DVT war zu erkennen, dass P nach der Konfluation mit MB1 abrupt gekrümmt verlief) gelang es Patency aus P heraus zu erzielen.

Es folgte die initiale Aufbereitung von DB. Nunmehr tauschte sich die Spülflüssigkeit zwischen allen drei Kanalsystemen aus. Um die Art und Weise der Kommunikation zu ermitteln wurde in bewährter Weise ein zugeschnittener Masterpoint in MB eingebracht. Anschliessend erfolgte die „Markierung“ der Konfluation mit einer ProFile 20/06, die in DB bis zum ersten taktilen Widerstand eingebracht wurde. Mit einem neuen Masterpoint in MB wurde dann die Konfluation zwischen P und MB bestimmt.

Markierung der Konfluation

Während eine lange linienförmige Markierung auf ein spitzwinkeliges Konfluieren hinweist (eine Aufbereitung bis zum Foramen ist gefahrlos möglich) weist eine punktförmige, die Guttapercha perforierende, Markierung auf eine rechtwinkelige Konfluation hin. Hier ist es ratsam, den zweiten Kanal nur bis zum Vereinigungspunkt zu erweitern, da ansonsten eine Instrumentenfraktur wahrscheinlich wird.

Die Obturation erfolgte in modifizierter SCHILDER-Technik. Dabei wurde zunächst der Masterpoint in MB gesetzt, bevor die Kanäle DB und P gefüllt wurden.

War hier ein DVT unabdingbar?

Meines Erachtens nach: Nein.

Da es aber bereits vorlag (siehe oben) konnte das Wissen um die interne Anatomie des 17 genutzt werden, um die Behandlung vorhersagbar und komplikationslos durchzuführen.

Ein UK Prämolar – 24 Monatsrecall

 

An dieser Stelle haben wir den Fall vorgestellt.

Nun möchten wir Ihnen das 2 Jahresrecall nicht vorenthalten. Der Prämolar ist seit der Behandlung Symptoms und röntgenlogisch ohne apikale Pathologien.

 

Mutter aller Fallberichte – Neuauflage (I)?

Von Bonald Decker

Vor längerer Zeit hatte ich Ihnen hier meine persönliche „Mutter aller Fallberichte“ mit entsprechenden Recalls vorgestellt.

Vor Kurzem kam es in unserer Praxis zu einer Art „Neuauflage“ dieser Behandlungform.

Bei dem 13-jährigen Joris war im Zuge einer Routineuntersuchung eine bukkale Fistel im linken Seitenzahnbereich aufgefallen.

Alio loco angefertigtes OPG

Mittels eingebrachtem Guttaperchastift wurde Zahn 25 als ursächlich erkannt.

Eine Ursache für die entstandene Pulpanekrose (u.a.bei vollständiger Kariesfreiheit) konnte nicht gefunden werden. Nach eingehender Beratung von Patient und Mutter entschieden wir uns gemeinsam für den Versuch einer Revitalisierungsbehandlung.

Zu meinen Erstaunen zeigte sich nach initialer Trepanation eine ausgeprägte Blutung über die Zugangskavität, die 10-15 Minuten persistierte. Gut, dass wir bei diesem vermeintlich devitalen Zahn nicht auf eine Lokalanästhesie verzichtet hatten…

;-)

Zum zweiten Termin 14 Tage später war die Fistel abgeheilt und wir konnten nach initiierter apikaler Blutung und kollagenem Widerlager das MTA einbringen.

 

Beim letzten Termin kontrollieren wir demnächst die Aushärtung des Portland-Zementes und verschliessen die Zugangskavität mit einer adhäsiven Füllung.

Natürlich hoffen dann alle Beteiligten auf einen Verlauf wie bei der Mutter aller Fallberichte I.

Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Pure Keys Hygiene- Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Kaum zu glauben, aber im Bereich der hygienefähigen Schreibtastaturen gibt es immer noch Neuheiten, die bislang nicht den Weg in unsere Praxis gefunden haben.

Wir hatten schon Glas- Tastaturen, Silikon- Tastaturen, Kunststoff- Tastaturen mit glatter Oberfläche wie auch konventionelle Tastaturen mit volldesinfizierbaren Oberflächen im Einsatz. Selbst laserbasierte virtuelle Tastaturen konnten wir schon ausprobieren.

Die PureKeys Tastatur schlägt einen nochmalig anderen Weg ein.
Es scheint (ich kann nicht durch die äußere Hülle hindurchschauen) als sei eine konventionelle Tastatur mit einer Silikonhülle überzogen worden. Der Hersteller spricht von einer „echten Scherentastatur mit hervorragendem Tastefeedback“.

Die äußere Anmutung ?
Nicht sonderlich wertig.

Eher ein wenig ein Billig- Look, was vor allem der Silikonhülle mit den aufgedruckten Schriftzeichen geschuldet ist und dem leicht wabbeligen Gefühl, das sich einstellt, wenn man die Tastatur in die Hand nimmt. Fühlt sich so ein wenig an wie eine Cellophan- Pralinenpackung, deren Inhalt unter der Oberfläche sich ertasten lässt.

Aber dafür – was zählt is auf ´m Platz – schreibt es sich auf Anhieb deutlich schneller und besser als mit allen anderen Tastaturen, die wir bisher im Gebrauch hatten (sieht man von der Melitta- Folien- Cherry Tastatur – Variante einmal ab, die ja nur ausser Konkurrenz mitläuft). Da liegen teilweise sogar Welten dazwischen.

PureKeys- Computermäuse mit der gleichen leicht desinfizierbaren Oberfläche gibt es auch. Sogar eine leicht modifizierte Scrollrad- Variante wurde integriert, die sich intuitiv erschließt und nach kurzer Eingewöhnung schon routinemäßig zum Einsatz kommt.

Sowohl Maus als auch Tastatur gibt es als kabelgebundene wie auch kabellose Variante. Und die Geräte können preislich im Vergleich zu den Mitbewerbern gut mithalten.

Der erste Eindruck ist für mich ausgesprochen positiv.
Zum ersten Mal eine Tastatur, die sich nicht als schlechter (notgedrungen der Hygiene wegen zu akzeptierender) Schreibkomfort- Kompromiss präsentiert. So nah dran waren wie bislang noch nie am Original. Die leichten Einschränkungen, die Haptik betreffend, fallen angesichts des Hygienezugewinns nur wenig ins Gewicht.

Bliebe nur noch die Frage, wie sich die Tastaturen im Langezeittest bewähren.
Ich werde berichten.

 

Disclaimer
Vom Hersteller wurden Testgeräte kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

 

PureKeys Hygiene- Tastatur

 

 

Erfahrungen mit dem Melatherm 10 – Teil 1

von Christian Danzl

Eines gleich vorweg:
Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass es bei der heutigen, ausgereiften Qualität unserer Dentalprodukte nur ein Einzelfall sein kann, den ich hier beschreibe.

Wir hatten bei unserem Melatherm 10 das Phänomen, dass die Umdrehungszahl des oberen Spülarmes hin und wieder nicht konstant war. Das Benutzerhandbuch war in diesem Falle zwar sehr wertvoll (Spülarme war frei drehbar, weder durch Spülgut behindert, blockiert noch in irgendeiner Weise verstopft, der Basiskorb richtig eingesetzt), konnte das Phänomen aber nicht erklären. Wir führten dies nach eingehender Prüfung der Beladung, auf eine suboptimale Platzierung von chirurgischen Saugern auf der Injektorschiene zurück. Wenn mehrere Sauger so auf die Schiene gesteckt wurden, dass die jeweiligen austretenden Wasserstrahlen im Drehbereich des oberen Spülarmes auftrafen, bremsten sie die Umdrehungsgeschwindigkeit desselben.
Da dies im Benutzherhandbuch auch nicht beschrieben war, muss es sich um einen Einzelfall handeln, jedoch werden bei uns die chirurgischen Sauger jetzt in anderer Richtung aufgesteckt und das Phänomen tritt nicht mehr auf.

falsch

richtig

richtig

falsch

As time goes by!

von Ronald Wecker

Die Patientin stellte sich erstmals im Februar 2015 in unserer Praxis vor.

Nach umfangreicher kieferorthopädische Behandlung zeigte der Zahn 12 eine deutliche Kaltsensibilität.

Der elektrische Sensibilitätstest war reproduzierbar positiv. Auch auf Kältereiz reagierte Zahn 12. Das am Vortag des Beratungstermins alio loco angefertigte Bild zeigt apikal einen gering verbreiterten Parodontalspalt. Der Zahn war restaurationsfrei. Hinweise auf eine Invagination fehlten.

Die Patientin berichtete dass wenige Wochen nach der Kaltempfindlichkeit, diese plötzlich verschwand. Ein vom Kieferorthopäden durchgeführter Sensibilitätstest verlief negativ. Dennoch wurde der Zahn 12 weithin aktiv kieferorthopädische bewegt.

14 Monate später stellt sich Zahn 12 wie folgt dar:

Die Wurzel ist apikal deutlich resorbiert. Im DVT zeigt sich ein von bukkal nach palatinal durchgehender knöcherner Defekt.

Das eigene Ausgangsbild zeigt den Zustand nach Initialbehandlung in einer anderen Praxis mit endodontischem Behandlungsschwerpunkt. Klinisch imponiert dabei der randspaltige Verschluss der Trepanationsöffnung.

Im ersten Termin der zweizeitig geplanten Behandlung konnten aus dem Periapikalbereich große Mengen eines zähen putriden Exsudats herausgespült werden. Das apikale Neo-Foramen hat einen Querschnitt von ISO 80. Mit einer auf Arbeitslänge eingebrachten Kanüle gelang es, das CaOH2 ohne Extrusion einzubringen.

Über das Ergebnis der zweiten Behandlungssitzung wird an dieser Stele berichtet werden.

Wenn das Ihr Zahn wäre…

von Ostidald Wucker

Liebe Leserinnen, liebe Leser bei dem heutigen Beitrag geht es darum, was Sie selbst für eine Therapieentscheidung treffen würden, wenn der nachfolgend geschilderte Fall ihr Zahn wäre.

Es handelt sich um einen oberen 2. Prämolaren. Die Sondierungetiefen sind nicht erhöht, es ist kein Lockerungsrad vorhanden. Der Zahn wurde vor längerer Zeit wurzelbahendelt, nahezu zeitgleich resiziert und retrograd mit Amalgam gefüllt. Es gab seit dem keine Beschwerden. Nun ist der Zahnstumpf mit Krone frakturiert. Ferrule ist nicht vorhanden.

Take Our Poll

Apikale Aufhellung (28) – Recall nach 42 Monate

Von Bonald Decker

 

Heute mal wieder ein Fall aus der Kategorie -apikale Aufhellung-.

Hier die Ausgangssituation:

Insuffiziente endodontische Vorbehandlung, Verdacht auf zweites unbehandeltes distales Kanalsystem mit ausgeprägter apikaler Osteolyse

 

Wie bei uns üblich (und bereits zahlreiche Male auf Wurzelspitze genauer erläutert) erfolgte die Behandlung zweizeitig. Nachfolgend sehen Sie die von uns im Zuge der Behandlung angefertigten Aufnahmen:

Aufbereitungsdurchmesser mesial 35.06, distal 40.06

Vor Kurzem liess uns die Zuweiserin das Röntgenkontrollbild 3 1/2 Jahre nach Behandlungsabschluss zukommen.

Das Ergebnis ist für alle Beteiligten erfreulich (auch wenn die Qualität der Aufnahme Luft nach oben hat)

:-)

alio loco durchgeführte Röntgenkontrolle

 

 

 

 

Wegen Praxisumbau heute geschlossen

Wegen Praxisumbau (Dienstag um 11 Uhr kommen die neuen Behandlungsstühle, dann ist hoffentlich bis Mittwoch abend das Gröbste geschafft) gibt es heute keinen Beitrag auf WURZELSPITZE.

>>Das Ende vom Lied<< Zeitnahme – Teil 4

von Christian Danzl

Der letzte Satz vom Bericht Teil 3 war:

„Kurz: Bei den nächsten Problemen fliegt das Teil raus.“

Soweit war ich auch. Es kam aber anders.

Das Gerät verrichtete seinen Dienst mehr schlecht als recht. Aber es lief. Bei einer neuen Angestellten ging das Anlegen eines neuen Zeitkontos meist reibungslos – sofern der Chip Lust hatte.

Bis die Information vom Systemadministrator kam:

„Von Chipdrive gibt es keinen Support mehr. Keine Hotline, keine Chips, keine Karten.
Die sind zahlungsunfähig.“

Und wieder 400 g E-Schrott in der Praxis.

Tiefe Gabelung

von Ronald Wecker

Das abrupte „Verschwinden“ des Kanalverlaufs im apikalen Wurzelbereich kann sowohl durch eine deutliche Richtungsänderung nach bukkal oder palatinal, als auch durch eine tief gelegene Aufgabelung verursacht werden.

Das präoperative DVT zeigt neben der Lage Aufgabelung auch, dass beide apikalen Kanalanteile deutlich nach mesial gekrümmt verlaufen.

Nach präendodontischem Aufbau und Darstellung der Kanaleingänge erfolgte die Präparation der durch einen Isthmus verbundenen Kanalsysteme mittels Endosonore-Feile. Nach Erweiterung bis zu Gabelung konnte diese visualisiert und entsprechend der im DVT gewonnenen Erkenntnisse vorhersagbar mit vorgebogenen Handinstrumenten aufbereitet werden. Die Obturation erfolgte in modifizierter SCHILDER-Technik.

24 Monatsrecall

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier beschrieben. Nun war der Patient zum 24 Monatsrecall da. Klinisch sind alle Symptome verschwunden. Kein Druckgefühl mehr, welches er seit Jahren hatte, keine Fistel, keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Lockerung.
Röntgenlogisch ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

24 Monatsrecall

 

Apikale Aufhellung (26) – Recall nach 36 Monaten

Von Bonald Decker

Über zwei Jahre ist es her, dass ich Ihnen diesen Fall mit Recall nach sechs Monaten vorgestellt habe.

Heute zeige ich Ihnen das sehr erfreuliche Kontrollergebnis drei Jahre nach Behandlungsabschluss inklusive prothetischer Neuversorgung durch den Zuweiser:

Und hier noch Ausgangssituation vs. 3-Jahres-Nachkontrolle

 

Ü Day 2016 Bad Kreuznach – Donald Becker und Freunde – Countdown läuft !

Wenn Eine/Einer  der FvW  schon immer mal wissen wollte, warum auf dieser Seite hier Donald Becker und Freunde schreiben (man ahnt, das Pseudonym wurde nicht zufällig gewählt), der muss sich nur noch 18 Tage (siehe Countdown- Zähler rechts oben) gedulden, denn dieses Geheimnis wird im Anschluss an den wissenschaftlichen Teil des diesjährigen Ü Days in Bad Kreuznach gelüftet werden.

Nur soviel sei vorab verraten:
Es wird vermutlich etwas lauter werden, denn  dann stehen 11 Musiker aus dem benachbarten Ausland mit stromverstärkten Instrumenten  auf der Bühne.

Der Beitrag wird kurz nach 13 Uhr starten und einen Zeitrahmen von ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen.

bewährtes Buch, neue Aufmachung

von Christian Danzl

In der Reihe „Farbatlanten der Zahnmedizin“ hat der Thieme Verlag vor nicht all zu langer Zeit einen „Re-release“ gelandet.

Der Klassiker von Axel Bumann und Ulrich Lotzmann „Funktionsdiagnostik und Therapieprinzipien“ wurde wiederveröffentlicht. Die erste Auflage aus dem Jahre 2000 wurde als Softcover wieder aufgelegt. Für 99,- statt 149,-.

 

 

Schröder’sche Lüftung

von Ronald Wecker

Diese Form der Behandlung einer symptomatischen apikalen Parodontitis habe ich in den vergangenen Jahren nur sehr selten sehen (müssen).

Nach der nicht erfolgreichen Darstellung der Kanalorifizien dieses 24 und dem Nachweis einer supragingivalen Perforation wurde offensichtlich nur ein Weg gesehen, Linderung zu erzielen. Inzision und Perforation der bukkalen Knochenlamelle.

Kann man so machen, sollte aber in Zeiten des Mikroskops meiner Meinung nach obsolet sein. Das nahtgesicherte Offenhalten der Inzision (die Patientin war nicht über den Zeitpunkt der Entfernung informiert worden!) trägt sicher nicht zu einer optimalen Abheilung der Inzisionswunde bei. „Old School“ würde mein Sohn sagen.

Geplant ist die zweizeitige Behandlung mit adhäsivem Perforationsverschluss in der ersten Behandlungssitzung.

Fragremover

von Ostidald Wucker

Die Patientin suchte unsere Praxis mit latenten Beschwerden am Zahn 36 auf. Ein Instrument wäre bei ihr abgebrochen und dies sollten wir entfernen.
Die Patientin ist Angstpatientin und gab an unter Kakophonie zu leiden.
Das von uns angefertigte Röntgenbild zeigte ein apikale Periodontits und 2 fakturiert Lentulos. Der Zahn sollte unbedingt erhalten werden.
Die Entfernung der Fragmente schätzten wir als lösbar ein.
Für die optischen Darstellung der Fragmente versuchten wir die das Fragment umgebende Guttapercha mit Ultraschall zu entfernen. Die hochfrequenten Töne des Ultraschalls ließen die Patientin plötzlich zusammenzucken. Der UltraschalleiAnsatz war damit hinfällig.
Mit grazilen Munce Discovery Burs entfernten wir die Guttapercha und versuchten dann mit einer Tubetechnik die Fragmente zu entfernen. Dies gelang nicht, da die Lentulos sehr fest saßen. Letzte Rettung war der Fragremover. Damit gelang die Entfernung der Lentulo-Fragmente unter sehr großem Zugkrafteinsatz.
Die endodontische Behandlung wurde durchgeführt. Mesiobukkal zeigte sich ein nicht überwindbare Stufe/Blockierung. Die vorhandene Restauration wurde provisorisch wieder befestigt. Die Erneuerung war bereits geplant. Nach Abschluss der Behandlung war die Patientin schmerzfrei.

Wir hoffen im Recall weiter über den Fall berichten zu können.

 

 

Was tun (II)?

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen einmal den „Ball zuspielen“ und Sie um einen möglichen Behandlungsplan bei der zehn Jahre alten Jule bitten.

Kurz zur Vorgeschichte:

Die junge Patientin erlitt vor circa drei Jahren ein Frontzahntrauma, als sie mit den Oberkieferfrontzähnen auf eine Karusell-Stange stiess. Eine genaue Diagnose liess sich im Nachhinein für mich nicht mehr erheben. Nachfolgend sehen Sie das damals alio loco angefertigte Röntgenbild:

Bei vollkommender Beschwerdefrei befand sich Jule in regelmässiger Nachsorge der verunfallten Region. In der Vergangenheit waren keine Besonderheiten aufgefallen. Zu Beginn dieses Jahres bildete sich dann laut Anamnese jedoch eine Fistel Regio 21 aus, woraufhin alio loco dieses Röntgenaufnahme angefertigt wurde:

Leider vergingen aus verschiedenen Gründen weitere vier Monate, bis sich Jule erstmals bei uns vorstellte. Klinisch fanden sich keine Besonderheiten (keine Fistel, Klopfschall, Taschensondierungstiefen und Lockerungsgrad etc. ohne pathologische Befunde). Hier das von uns angefertigte Einzelzahn-Röntgenbild:

Aufgrund der unklaren Anatomie des Zahnes 21 entschieden wir uns zu der Anfertigung eines kleinvolumigen DVT’s (FOV 5x5cm):

Was denken Sie über diesen Fall und wie wäre Ihr Vorgehen? Über Anregungen hinsichtlich eines möglichen weiteren Prozederes (und ggf. auch zu einer möglichen Theorie hinsichtlich der Entstehung dieser Pathologie) würde ich mich sehr freuen.

P.S.:Bisher ist noch keine Therapie erfolgt

 

5 Prämolaren (5)

von Donald Becker

Längst sind wir hier in der Vorstellung der 5 Prämolaren über die unter dieser Unterschrift zusammengefassten Zahl an Beispielen hinaus, aber die Menge der anatomisch interessanten Fälle reisst einfach nicht ab.

Nachfolgend zwei weitere Exemplare:

Fall 1

54 jähriger Patient, Überweisung durch Hauszahnärztin,  Zahn 24, Zustand nach WF vor vielen Jahren. Der Zahn bleib in all der Zeit bis heute asymptomatisch. Im Jahr 2015 dann Fistelbildung vestibulär in Regio 23/24, 10 mm von  der Interdentalpapille entfernt.

Auf Grund der von uns im Rahmen der WF- Revision durchgeführten Maßnahmen verschwindet die Fistel. Aus der  Wurzelkanalfüllung in zeitgemäßer Schilder- Technik mit erwärmter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT resultiert die Abfüllung eines massiven lateralen Kanals im Zentrum einer lateralen Knochendestruktion an Zahn 24.

Fall 2

40 jähriger Patient,  symptomatischer Zahn 24, tiefreichende Infraktur mesial, Zustand nach initialer WK durch Hauszahnärztin, medikamentöser Einlage, Cavitverschluss, anschließend Überweisung an unsere Praxis. Dentinadhäsive Restauration durch die in unserer Praxis restaurativ tätige Kollegin. Wurzelkanalaufbereitung in Handinstrumentation und mittels maschineller Nickel- Titaninstrumente. Vertucci – Typ 2 (apikale Typ 2:1 ) – Konfiguration. Medikamentöse Einlagen. Aus der Wurzelkanalfüllung in zeitgemäßer Schilder- Technik mit erwärmter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT resultiert die Abfüllung diverser apikaler Ramifikationen.

 

 

Shimstockfolie

von Christian Danzl

Heute mal wieder etwas zum Basteln, nachdem wir ja nach Ostern noch in Übung sind ;-)

Eines vorweg, die Anleitung stammt nicht von mir, sondern von einer befreundeten Kollegin. Bei ihr in der Praxis herrscht ein großer Verbrauch an Shimstockfolie.

Sie braucht sie in ca. 3 x 15 mm großen Streifen, schon in eine Arterienklemme eingeklemmt.

Herstellung der Streifen:
Grundprodukt ist eine silber/goldfarbene Rettungsdecke. Dicke 12 µm. Diese ist tw. für unter einen Euro zu erstehen.
Um gleichmässig breite Streifen zu erhalten, wird sie durch den Aktenvernichter gejagt. Dieser macht keinen ganz sauberen Schnitt, sondern die Kanten sind etwas gekräuselt, was dem Streifen etwas Stabilität und somit bessere Handhabung verleiht.

Da der Aktenvernichter die Folie normalerweise einzieht, zerknüllt und nicht schneidet, wird die Folie zwischen zwei Blätter Papier eigelegt in den Papierschlitz eigebracht. Wenn das Schneidwerk anläuft, die 3 Blätter leicht auf Spannung halten. Und mit ein wenig Übung hat man die gewünschte Shimstockfolie. Danach nur noch auf gewünschte Länge bringen.

Ob mit diesem Vorgehen soviel Geld gespart wird, dass es am Ende des Jahres bemerkbar ist, sei dahingestellt, jedenfalls sind die so geschnittenen Folienstreifen gut handhab- und durch die Helferinnen konfektionierbar.

Fröhliches Basteln.

Wer hätte es gedacht?

von Ronald Wecker

Eigentlich ein recht unspektakulärer oberer Einser. Dachte ich.

Umso erstaunter war ich nach Anlegen der Zugangskavität an diesem 11, als ich auf den oberen Teil einer metallischen Wurzelschraube blickte. Nach Entfernung derselben konnte es dann zügig weitergehen. Dachte ich.

Mein Erstaunen wuchs, als ich auf den oberen Anteil eines frakturierten Reamers blickte. Dieser hatte sich, wie die Röntgenbilder der Wurzelfüllung vermuten lassen, offensichtlich in der nach labial gelegenen Resorptionslakune verfangen, rechtwinkelig abgebogen worden und war anschliessend frakturiert.

Auch apikal war dieser Zahn nicht ohne Hürde: das Foramen mündete nach palatinal und war erst nach recht mühsamen Erweitern mittel vorgebogenem Microopener erreichbar.

Der geneigte Leser möge selbst versuchen, die Erstaufnahme auf das Vorhandensein der „geborgenen“ Metallteile hin zu begutachten.

US, SAF, Eddy – oder alles was geht…

Von Ostidald Wucker

Die Patientin kam nach den fruchtlosen Behandlungen bei mehreren Kollegen zu uns. Geraten hatte es ihr mehrere Zahnärzte (7!) aus der Verwandtschaft. Sie hatte ihre Praxis  geschlossen, da sie nicht mehr arbeiten kann wegen der starken Beschwerden.

Die Schmerzen kann sie  nicht lokalisieren. Unten rechts ist es. Am Zahn 47 wurde vom Vorbehandler ein fakturiertes Inlay notdürftig repariert.
Die klinischen Befunde: 44,45,46,47 sensi positiv. Distal 47 erhöhte Sondierungstiefen (5mm). 44-46 keine erhöhten Sondierungstiefen. 17,16,15,14 sensi positiv, keine erhöhten Sondierungstiefen. Lockerungsgrade waren 0.
Der Schmerz lässt sich mit Kälte oder Wärme nicht provozieren. Die sequentielle Anästhesie in intraligamenterer Injektionstechnik im Unterkiefer ergab kein eindeutiges Bild.
Die Beschwerden waren nach der Anästhesie 46 etwas besser. Waren aber doch noch irgendwie vorhanden. Die Anästhesie an 47 zeigte noch weitere leichte Verbesserung. Die Anästhesie 17,16,15,14 brachte keine Veränderung. Nach einer Leitungsanästhesie im UK rechts waren die Schmerzen verschwunden. Es wurde ein DVT angefertigt.

Diagnosen: VD nicht im 2D detektierbare intraradikuläre Pathologie 46, Wurzelrest 48, Diff.-D. / VD Paro Endoläsion 47 mit Pulpanekrose, Sekundärkaries 47, 45, 16, 15

Das DVT zeigte ein apikal verbreitertes parodontales Ligament am Zahn 47. 46 war sehr schwierig zu beurteilen. Die mesiolinguale Wurzel zeigte apikal eine mögliche kleine Pathologie. Der PA Spalt war bis auf diese Stelle durchgehend verfolgbar.

Wir entschlossen uns am Zahn 47 zunächst die Karies zu entfernen und den Zahn adhäsiv aufzubauen für eine mögliche endodontische Behandlung. Nach der Kariesentfernung zeigte sich die punktuell eröffnete Pulpa klinisch als durchblutet. In Absprache mit der Patientin versuchten wir einen Versuch der Vitalerhaltung mit Natriumhypochloritdesinfektion und Abdeckung der Pulpa mit MTA.

Die Beschwerden waren am nächsten Tag noch stärker. Eine vollständige Anästhesie gelang nicht mehr, weder intraligamentär noch intrapulpal. Die Berührung der pluralen Gewebe war unmöglich. Nach einer lokalen Applikation von Ledermix auf die eröffnete Pulpa waren die Beschwerden endlich erträglich geworden.

Das c-förmige Kanalsystem wurde mit Profile und Mtwo Instrumenten aufbereitet. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit Zitronensäure 10% und Natriumhypochlorit 3% unter Einsatz von Ultraschallstahlfeilen NSK und SAF in der ersten Sitzung.
In der zweiten Behandlungssitzung brach die Ultraschallstahlfeile beim ersten Einsatz in der Kavität sofort ab. Eine optische Darstellung war unmöglich. Röntgenaufnahmen zeigten die ständige Lageveränderung des Fragmentes. Eine Entfernungsversuch mit ultraschallaktivierter Spüllösung gelang nicht. Die Patientin wurde über den Umstand aufgeklärt und darauf hingewiesen, daß für die Entfernung die optische Darstellung mit einem erhöhten Substanzverlust einhergeht.
Die Patientin wollte die unbedingte Entfernung. Die 7 verwandten Zahnärzte wollten alle nicht in meiner Haut stecken. Sie waren auch zu weit weg – NRW. Leider nicht weit genug um Tipps abzugeben.

In der nächsten Sitzung habe ich mich entschieden vor dem Substanzverlust noch einen Versuch mit dem Eddy und Natriumhypochlorit und Zitronensäure zur “Blindentfernung” des Fragmentes zu unternehmen. Nach 10 minütiger Beschallung sprang das Fragment aus dem Kanalsystem. Das war pures Glück.
Die weitere Aufbereitung erfolgte mit Profile Instrumenten bis 30.04 und 35.04. Abschließend erfolgte noch die SAF 2.0.
Die elektronische Längenmessung zeigte mir häufig unterschiedliche Längen an, so daß ich die Masterpointaufnahme mit 1mm kürzer Arbeitslänge durchführte. Die distalen Kanalstrukturen habe ich mittels Sqirrttechnik gefüllt, da die Masterpointspitzen nicht mehr auf Arbeitslänge gelangten – sie verbogen sich immer wieder anders an der Spitze. (Wahrscheinlich auf Grund der apikalen Anatomie.)
Mesial wurde mit gewohnter Obtruationstechnik gefüllt.
Die apikalen Verzweigungen im Röntgenbild haben mich dann in ihrer Häufigkeit überrascht. Das Risiko einer apikalen Extrusion von Sealer oder WF Material war bei der gewählten Wurzelfülltechnik sehr groß, daß es so ausging, war noch mal Glück.

Cone Beam Computed Tomography in Endodontics

Von Christoph Kaaden

Vor längerer Zeit bin ich der Vorankündigung des Quintessenz-Verlags gefolgt und habe das Buch „Cone Beam Computed Tomography in Endodontics“ bestellt. Leider hat es zahlreiche Monate gedauert, bis mir das Buch vor 14 Tagen zugestellt wurde.

Herausgeber sind Dr. Shanon Patel et al. Bereits in der Vergangenheit fanden sich u.a. hier und hier in der internationalen Literatur von den Autoren entsprechende Veröffentlichungen zu dieser Thematik. In dem Buch werden nun viele Bereiche und Themengebiete der DVT-Technologie auf insgesamt 11 Kapiteln sehr eingehend beleuchtet und gut zusammengefasst. Auch wenn die Wartezeit auf das Buch lang war hat sich die Geduld in meinen Augen gelohnt. Wer sich für die digitale Volumentomographie interessiert sollte dieses Buch als Anschaffung absolut in Betracht ziehen…

 

 

 

Calciumhydroxid- Überpressung (2)

von Donald Becker

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle von einer ausgeprägten Calciumhydroxidüberpressung an der mesialen Wurzel von Zahn 36 berichtet. Hier nun – wie sich die Bilder doch gleichen – ein  weiterer Zahn 36, ebenfalls mit massiver Überpressung von Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed).  Und auch hier war die Überpressung nicht beabsichtigt.

Die zum Zeitpunkt der Erstvorstellung  41 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf Grund einer starken Schmerzproblematik in Regio 36 auf Überweisung durch die Hauszahnärztin auf.

Die endodontische Behandlung gestaltete sich als unproblematisch, die Calciumhydroxidüberpressung war nicht gewollt. Typ 2:1 Konfiguration in der mesialen Wurzel. Lateraler Kanal im Bereich der Kanalvereinigung. Zum Zeitpunkt der WF am 25. Mai 2012 zeigte sich schon eine beginnende Knochenregenation, die mit einer Resorption des Calciumhydroxids einherging. Die Verlaufskontrollen nach 6, 20, 46 Monaten zeigten eine erfreuliche vollständige knöcherne Konsolidierung.

 

 

Und weil so gut ins Thema past, gleich noch 3 weitere Fälle von heute hinterher:

Fall 2
Zahn 46.
Keine Überpressung, aber auch Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) als medikamentöse Einlage. Heutige Röntgenkontrolle nach annähernd 4 Jahren, vollständige knöcherne Konsolidierung des apikalen und interradikulären Knochendestruktionsprozesses.

Fall 3

Zahn 46.
Zustand nach WF durch Hauszahnarzt. Apikale Aufhellungen an den Zähnen 46, 47, sowie an Zahn 25.  Überweisung durch einen unserer regelmäßigen Überweiser, einem Oralchirurgen, zu dem der Hauszahnarzt die Patientin geschickt hatte. Die 49 jährige Patientin hatte auf Grund parodontaler Probleme in der Vergangenheit schon eine Reihe von Zähnen verloren, besagter Zahn 25 sichert noch die weitspannige festsitzende Oberkieferversorgung. Nach endodontischer Behandlung des Zahnes 25 wenden wir uns den Zähnen 46 und 47 zu. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) an Zahn 46 für 9 Wochen.
Erste Röntgenverlaufskontrolle heute 6 Monate post WF 46.

Fall 4

Zahn 46.
47 jährige Patientin. Zustand nach WK/WF durch Hauszahnärztin im Mai/Juni 2015 und Metallkeramikrone 46. Seitdem immer wiederkehrende Beschwerden in Regio 46. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) für 16 Wochen. die Kontrollaufnahme zeigt eine vollständige Resorption des Calciumhydroxid bei beginnender knöcherner Konsolidierung sowohl an der mesialen als auch an der distalen Wurzel. Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT. Überpressung von Wurzelfüllmaterial im Bereich der mesialen Wurzel.

Vierunddreißigdreiundneunzig.

 von Thomas Weber

Anno 1989 kam ich als wissenschaftlicher Assistent zu Professor Klaiber an die Uni Würzburg. Inspiriert von Artikeln von Leo Miserendino interessierte ich mich damals für Endoinstrumente, ihre Querschnitte, ihre Spitzengeometrie, und wo und wie sie was bewirken und warum. Klar, dass ich dazu dann in den Assistentenbesprechungen referieren und schließlich auch in der Endo-Ausbildung mitwirken musste.
Und damit übernahm ich auch manche Rettungsversuche verunglückter Kursendos.
Und damit bekam ich auch das Masseran-Kit unserer Abteilung in meine Box, das – bis dahin nahezu ungebraucht – im Schrank der Abteilung gehütet wurde. Wer kennt es noch?

Meine ersten abgebrochenen Feilen aus dem Studentenkurs entfernte ich tatsächlich mit dieser Werkzeugkiste, die schon damals fast 20 Jahre alt war,  mit ihren Riesentrepanbohrern und Greifklemmen…. und das ohne Mikroskop oder Lupenbrille und ohne Ultraschall.

Natürlich: damals gab es keine vollrotierenden NiTi-Feilen, deren frakturierte Spitze im apikalen Drittel hinter einer Kurve saß. Aber es gab abgebrochene Hedströmfeilen, Kerr-Feilen und auch Metallstifte zuhauf und es war war schon ein Wunder, dass es überhaupt funktionierte, solche Dinge aus einem Kanal zu entfernen, obwohl natürlich viele Zähne mit extremer Schwächung ihrer Wurzel zurückblieben. Und mancher Zahn landete letztlich doch in der Chirurgie.

Heute gibt es Mikroskop, Ultraschallpräparation, perfektonierte Tube-Techniken oder den FragRemover. Und richtige Endo-Spezialisten mit breiter Aus- und Weiterbildung.

Eines brauchte man aber damals wie heute für die Entfernung frakturierter Instrumente: meist sehr viel Zeit und noch mehr Geduld.
Zeit, die ich als Assistent an der Uni hatte. Quasi unbegrenzt. Zeit, die heute in der Praxis eine Menge Geld kostet.

Nun, was darf sie denn dann kosten: die Entfernung eines frakturierten Instruments aus dem Wurzelkanal?

Die GOZ kennt eine solche Gebührenziffer gar nicht.

Offensichtlich bricht einem richtigen, standespolitisch in einer Körperschaft aktiven und bei GOZ-Beratungen beteiligtem Zahnarzt doch im Kanal nichts ab. Da ist vielleicht höchstens der Zahn nicht erhaltungsfähig und kommt raus.

Die PKV sieht das aber tatsächlich – und beachtenswerterweise – anders:
„Der PKV-Verband hat sich mit dem 8. Beschluss des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen zu dem Thema positioniert:
Die Entfernung frakturierter Wurzelkanalinstrumente aus dem Wurzelkanalsystem stellt eine selbstständige Leistung dar und wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus
grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die BZÄK keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband hält als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2300 (Entfernung eines Wurzelstiftes) für angemessen.“

Wer jemals ein tief im Kanal frakturiertes Wurzelkanalinstrument entfernt hat, wird die “akzeptierte” Analogberechnung der PKV allerdings lachhaft finden: 34,93 € sei dafür „angemessen“?

Da kriegt man ja für einmal simples Zahnsteinentfernen beim Vollbezahnten zum Durchschnittssatz durch die Prophylaxehelferin mehr!

Meine Konsequenz: ich entferne keine Fragmente aus Wurzelkanälen mehr – als Analogleistung.
Wenn überhaupt, dann nur nach „freier Vereinbarung“.
Da kann die PKV erstatten oder auch nicht: mir ist das egal.
Warum die BZÄK meint in “Beratungsforen” mit Beihilfe und PKV gemeinsame Sache in der GOZ-Auslegung machen zu müssen, werde ich niemals verstehen.

Eine unzureichende Gebührenordnung wird durch noch unzureichendere Kommentierungen nicht besser.

Und die GOZ ist völlig unzureichend. Das zeigt überraschenderweise genau dieser Kommentar des PKV-Verbandes.

Und das ist dann doch wohl der eigentliche Skandal.

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Zum Nachlesen: https://www.pkv.de/w/files/goz-kommentierungfaq/gebuehrenteil.pdf

Von allem etwas …

von Ronald Wecker

… das war das Motto dieses 16.

Das zeitgemäss per Smartphone mitgebrachte alio loco angefertigte Röntgenbild zeigt neben einer apikalen Aufhellung an der mesialen Wurzel eine überextendierte Wurzelfüllung in DB.

Die Unvollständigkeit der Wurzelfüllung in der mesialen Wurzel lag vermutlich in der abrupten Krümmung nach distal und einer wie so oft suboptimalen Gestaltung der Zugangskavität begründet.

Eine häufige „Nebenwirkung“ unvollständiger Aufbereitung sind iatrogene Stufen, sodass  es in diesen Fällen sinnvoll erschien, die Erschliessung der apikalen Anteile des gekrümmten Wurzelkanals aus dem in diesem Fall unaufbereiteten MB2 Kanalsystem durchzuführen.

Die in DB befindliche überextendierte Guttapercha konnte orthograd in toto entfernt werden. Das stark obliterierte palatinale Kanalsystem hatte seinen eigenen Reiz.

Die Aufbereitung der abrupt gekrümmten mesialen Kanäle wurde mit HyFlex-Feilen durchgeführt.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Leider kam es mesial zu einer CaOH2 Extrusion, die durch eine zusätzliche Sealerextrusion „ergänzt“ wurde. DB wurde nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obstruiert.

Nachdem die klinische Symptomatik (Druckdolenz, Perkussionsempfindlichkit) bereits nach der initialen Behandlung vollständig abgeklungen war, bin ich hinsichtlich einer mittelfristigen Ausheilung zuversichtlich.

 

Ostidald ist dann mal weg…

Liebe Leserinnen und Leser!

Ostidald bittet um Verständnis, daß heute der Beitrag ausfallen muss, da es keine Internetverbindung auf Ostidalds Reisen gibt. Aber schon nächste Woche hofft er wieder online zu sein.

Misserfolg nach Revitalisierung – Recall

Von Bonald Decker

Vor einigen Monaten hatte ich Ihnen hier einen Behandlungsfall nach erfolgloser Revitalisierungbehandlung vorgestellt. So sah der Abschluss der Behandlung seiner Zeit aus:

 

Abschlussaufnahme nach MTA-Apexifikation

Vor Kurzem war der junge Patient zur Nachkontrolle sechs Monate nach Behandlungsabschluss bei uns. Hier die entsprechende Aufnahme:

Radiologische Nachkontrolle 6 Monate später – es zeigt sich eine Remission der apikalen Parodontitis

Gegenüberstellung: September 2015 zu März 2016

Ich bin guter Dinge, dass diese Behandlung auch entsprechend nachhaltig sein wird. Um dies zu fördern wäre in meinen Augen weiterhin ein intrakanalär adhäsiv befestigter Glasfaserstift wünschenswert…

Calciumhydroxid – Überpressung (1)

von Donald Becker

Zweimal Zahn 36.
Zweimal deutliche apikale Aufhellungen.
Zweimal für meine Verhältnisse weit überdurchschnittliche Überpressungen von Calciumhydroxid.

Ich habe kein Problem damit, wenn sich, insbesondere bei größeren und ausgeprägten apikalen Läsionen eine Überpressung von Calciumhydroxid ergibt. Aber in den beiden Fällen, die ich heute und nächste Woche vorstellen möchte, hätte es nicht ganz so viel sein müssen, hätte ich es vorbestimmen können.

Fall 1 habe ich im Jahr 2013 hier und hier zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Ob über den weiteren Verlauf der Behandlung berichtet wurde, weiss ich nicht mehr. Ich habe  gesucht, aber nichts im Archiv gefunden diesbezüglich. Das muss aber nichts heißen, bei 2000 Beiträgen kann auch mal etwas übersehen werden.

Nachfolgend daher (eventuell als Wiederholung) der Verlauf der Behandlung und die Ergebnisse der Nachkontrollen.

Hier zunächst einige Folien zum Behandlungsverlauf:

Als medikamentöse Einlage wurde in diesem Fall Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) verwendet. Es wird mit einer Kunststoffkanüle appliziert. An der mesialen Wurzel kam es in diesem Fall zu einer deutlichen Überpressung. Metapex weist gegenüber dem früher von mir verwendeten „Ultracal XS“ Calicumhydroxid- Präparat der Firma Ultradent eine deutlich pastösere Konsistenz auf. In bestimmten Konstellationen kann es wie in diesem Fall zu einem höheren Maß an Überpressungen kommen im Vergleich zu Ultracal XS.

Aber auch bei größeren Überpressungen wie im vorliegenden Fall kommt es fast immer zu einer raschen und vollständigen Resorption des Calciumhydroxides, die naturgemäß mit einer gewünschten knöchernen Konsolidierung einhergeht.

Zur Verdeutlichung der schnellen Resorption des Calciumhydroxids habe ich die nachfolgenden Röntgenbildern nach dem Aufnahmedatum sortiert. Bemerkenswert sind vor allem die rasche Resorption innerhalb von weniger als 3 Monaten zwischen Bild 2 und 3, aber auch die Veränderung innerhalb einer Woche zwischen Bild 3 und 4.

Fall 2 folgt dann nächste Woche.

 

 

Sensorspender – Alternative Update

von Christian Danzl

Hier hab ich schon vor zweieinhalb Jahren eine günstige Alternative zu den relativ teuren berührungslosen Desinfektionmittelspendern vorgestellt.
Hier nun nach 28 Monaten ein update:

Kurz:

Problemlos.

Einer machte mal Zicken. Er wurde eingeschickt und kam kostenlos repariert zurück. Jeder läuft noch mit dem ersten Satz Batterien.

Saraya bietet verschiedene brührungslose Spender an, hier die Übersicht. Auch diverse andere Spender, die sich auch auf der Patiententoilette gut machen sind im Programm.

Preisliste liegt mir keine vor, da aber die Desinfektionsspender im Gegensatz zu den anderen auf dem Markt befindlichen Geräten günstig war, gehe ich davon aus, dass es bei den anderen Geräten auch der Fall sein könnte.

 

Mutter aller Dentikel

von Ronald Wecker

Dentikel sind bei den in unserer Praxis raren Primärbehandlungen eine nicht gerade seltene Erscheinung. Ein derart schönes und den Pulpakammerboden vollständig bedeckendes Exemplar ist mir jedoch noch nie begegnet.

Bereits im präoperativen Einzelbild beeindruckt die Dicke des Dentikels.

Umso erstaunlicher ist es, dass es bei der alio loco durchgeführten Schmerzbehandlung gelungen war, zumindest den distobukkalen und den palatinalen Kanaleingang zu erreichen.

Die Entfernung des Dentikels erfolgte nach Trennung in zwei gleich große Hälften mittels Munce-Rosenbohrern. Beeindruckend die Menge an Gewebe, die sich zwischen Pulpakammerboden und Dentikelunterseite befand. MB1 und MB2 konfluierten im unteren Wurzeldrittel und endeten in einem gemeinsamen Foramen.

Interessant auch die Anordnung der Kanalsysteme im apikalen Wurzeldrittel. Anstelle der häufigen Anordnung in Form eines Dreieckes ordneten sich die Kanalquerschnitte in einer von bukkal nach palatinal verlaufenden Reihe an.

Recall 10 Jahre (2)

von Ostidald Wucker

Nun noch ein Recall nach 10 Jahren.
Der Patient erschien damals bei uns, da eine Resektion mit Zystenenfernung am Zahn 34 angeraten wurde. Am Zahn 44 führte genau diese Behandlung nicht zu einem Erhaltungserfolg.

Die Ursache für die mesiolaterale Aufhellung am Zahn 34 war der nicht behandelte linguale Kanal mit einem größeren Seitenkanal. Der Patient war sehr skeptisch ob es ohne chirurgischen Eingriff abgehen würde und der Zahn erhalten bleibt.
Nach 10 Jahren ist alles OK. Der Sealer (Kerr Pump Canal EWT ) im lateralen Kanal ist in diesem Fall resorbiert.

 

 

Internes Bleichen (III)

Von Bonald Decker

Und hier noch ein paar bewegte Bilder zur besseren Erläuterung unseres hier und hier beschriebenen Vorgehens bei den Bleaching Vorbereitungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

LED-Licht

von Oscar von Stetten

Seitdem ich eine Lupenbrille besitze (und das ist schon lange) habe ich eine koaxiale Beleuchtung an dieser. Zuerst mit Halogen, dann mit einer kleinen Xenon-Birne und Lichtleiter, als die LED kam mit LED.

Da ich Systemlösungen bevorzuge, habe ich die LED-Beleuchtungen immer beim Hersteller meiner Lupenbrille geordert. Leider, und ich muss Leider sagen, gab es immer Probleme mit den Steckverbindern (sicherlich hochwertige, medical-grade Klinkenstecker), Kabelbrüche, Akkuprobleme etc. etc.

Die letzte Leuchte hat aber bisher alles abgeschossen, ich vermute einen gleichzeitigen Kabelbruch, Klinkensteckerversager sowie Akkuprobleme. Abhilfe war nicht zu schaffen, damit ein Totalversager. Da ich ohne Licht an der Lupenbrille nicht mehr arbeiten kann, bestellte ich mir kurzerhand eine LED-Leuchte bei Jadent, die Diox 3. Meine Damen arbeiten mit dieser schon seit 1 Jahr und sind begeistert.

Montage kann selber erledigt werden, das ist nicht schwierig. Hygienisch einwandfrei, ganz im Zeitgeist eine Touch-Helligkeitseinstellung wie bei den I-Geräten mit Wischen oder Tippen erledigt. Kabel: stabil. Vielleicht ein wenig zu stabil….. aber es hält gut, knickt nicht weg, vernünftiger Stecker, gute Länge. Der Clip zum befestigen an der Hose: stabil. Gewicht: auf der Nase kaum merkbar, der Akku ist schon ein wenig gewichtig. spielt aber keine Rolle, hängt an der Hose. Apropos Akku: ich habe die Leuchte jetzt seit 15 Tagen in Gebrauch, ca 5h täglich. Der Akku musste noch nicht geladen werden, einen Helligkeitsabfall habe ich auch nicht festgestellt. Jetzt geht er mal ans Netz, nicht weil er leer ist, sondern weil ich befürchte, dass er während der Behandlung den Geist aufgibt.

Ausleuchtung des Arbeitsfeldes ist gut, bei korrekter Montage ist kein dunkler Ring um das Leuchtfeld zu erkennen. Das passiert immer dann, wenn das Licht nicht richtig fokussiert ist und nicht das gesamte Gesichtsfeld ausleuchtet.

Die Farbwiedergabe ist sehr gut. Es gibt diese LED auch mit Gelbfilter für die Komposite-Verarbeitung, bei uns hat sich das dimmen auf die niedrigste Stufe ebenso bewährt.

Fazit
Hätte ich doch nur…. kann ich nur weiterempfehlen. In der Kombination einfach gut.
Hohe Wertigkeit, im Gegensatz zu anderen LED-Lichtern.

Finieren der Präparation

von Christian Danzl

Nachdem ich hier und hier schon über Brownies zum Finieren von Kronen- und Teilkronen Präparationen berichtet habe, jetzt mal wieder ein Update.

Nach Shofou und Komet Brownies bin ich nun bei Arkansas-Steinchen (Komet) für die Turbine gelandet (FG).

Die Form lässt sich immer noch mit den grünen Siliziumcarbid Zurichtstein einstellen. Die Form hält deutlich länger, es gibt mehr taktile Rückmeldung, die Oberfläche ist noch glatter und vor allem gleichmässiger – das war zumindest die Aussage vom Zahntechniker. Ich umrunde die Präp. so lange ohne Druck, bis keine Unebenheiten mehr zu spüren sind.

Die Brownies nehme ich nach wie vor her, besonders was Übergänge und das Brechen von Kanten angeht, im Kronenrand sind sie aber durch die Arkansas-Steinchen verdrängt worden.

Auf den Fotos hinten links die originale Form, die beiden anderen bereits zurecht getrimmt und beide schon mehrmals in Gebrauch.

Drehzahl bei mir 40 – 150 trpm.

Trauma „Zweitversorgung“ – das Recall

von Ronald Wecker

Zweieinhalb Jahre nach der hier und hier beschriebenen Erstvorstellung stellte sich der Patient zum Recall vor.

Der avulsierte Zahn 11 (Trockenlagerung für 50 Minuten, dann Lagerung im DentoSafe) zeigt weiterhin einen ankylotischen Klopfschall im Sinne einer knöchernen Ersatzresorption, die bereits wenige Wochen nach der Erstversorgung zu beobachten war.

Der Vergleich mit dem Recall nach 11 Monaten lässt ein, wenn auch langsames Voranschreiten der Resorption vermuten.

Zahn 12 zeigt einen durchgehenden Parodontalspalt, wenngleich die ursprünglich runde Wurzelspitze deutlich abgeflacht erscheint.

Die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Zähne 21 und 41 und 42 reagieren reproduzierbar positiv auf elektrischen und Kältereiz.


 

 

 

 

Papierspitzenständer

von Christian Friedrichs

Ewig flogen bei uns auf dem Tray die Papierspitzen herum. Unterschiedliche Größen lagen beim Behandlungsbeginn ordentlich nebeneinander und hoffentlich mit der Spitze in die richtige Richtung. Alles wunderbar bis zum ersten Wackler mit dem Tray, bis zum ersten versehentlichen Ablegen eines Instrumentes auf den Spitzen oder der Kontamination mit irgendetwas. Organisatorisch und hygienisch empfanden wir das als sehr unbefriedigend.

Sterile Papierspitzen sind sehr teuer und einmal geöffnete Packung muss verworfen werden. Das Problem des Anreichens oder der Entnahme bleibt bestehen.

Wir haben uns vom Schlosser einen Papierspitzenständer drehen lassen, der uns diese Probleme gelöst hat. (Abb. 1-3)

In den massiven Metallständer sind vier Bohrungen eingebracht, die vier Größen (nicht genormter) Papierspitzen aufnehmen können. Die Tiefe der Bohrungen ist so gewählt, dass die Entnahme der Papierspitzen mit einer Pinzette immer in der gleichen Länge und im rechten Winkel möglich ist, ohne dass eine die Sterilität der Spitze kompromittierende Korrektur der Haltung erfolgen muss (Abb. 4,5). Der Ständer steht immer in der gleichen Ausrichtung auf dem Tray, so dass keine Überlegung zum Auffinden der gesuchten Spitze notwendig ist.

Im inneren Bereich finden sich 6 weitere Bohrungen, die zur Aufnahme der Guttapercha-Masterpoints nach dem Anpassen dienen. Die Dreierreihen stehen jeweils für mesial und distal, so dass sowohl für den Oberkiefer als auch für den Unterkiefer fast alle Konfigurationen abzubilden sind. (Abb. 1,6 – hier z.B. für  OK-Molaren) Auch die Guttapoints fliegen also nicht mehr irgendwo auf dem Tray herum, sondern sind sicher und geordnet und bleiben unkontaminiert.

Der Platzbedarf auf dem Tray ist durch den Ständer minimiert, die Vorbereitung und die Behandlungsabläufe lassen sich standardisierter und damit sicherer, schneller und hygienischer gestalten. Der Ständer steht – weil er aus massivem Alu besteht – relativ sicher, so dass er auch den meisten meiner grobmotorischen Bewegungen widersteht. ;-)

Der Deckel hat eine innere Auflage, so dass er nicht auf die Papierspitzen drückt.

Sowohl der Ständer als auch der Deckel sind mit weiteren Bohrungen versehen (Abb. 7), so dass eine gute Dampfdurchlüftung während der Sterilisation möglich ist. Der Ständer wird komplett eingeschweißt und sterilisiert (Abb. 8).

Mit einem Preis von mehr als einhundert Euro sind die in kleiner Stückzahl handgefertigten Ständer recht teuer, sie haben sich bei uns allerdings im Alltag mehr als bezahlt gemacht.

Alles Gute von der Förde
Christian

Abb. 1: Vollbestückter Papierspitzenständer
Abb. 2: Ständer mit Deckel
Abb. 3: Ein Teil unserer Ständer
Abb. 4: Entnahme 1
Branchen flach auf den Ständer auflegen, Spitze entnehmen.
– Gute Abstützung
– sichere Entnahme
– rechter Winkel zw. Branchen und Spitze
Abb. 5: Entnahme 2
Die standardisierte Entnahme führt zu einer schnelleren und gleichmäßigeren
Übergabe der Papierspitze in die Hand des Behandlers.
Abb. 6: Mögliche Positionierung von Masterpoints in den inneren Bohrungen, hier am
Beispiel eines Ok-Molaren.
Abb. 7: Durchleuchtung am „Apex“ der Bohrungen. Querbohrungen für die
Dampfsterilisation.
Abb. 8: Der eingeschweißte Ständer

Internes Bleichen (II)

Von Bonald Decker

Auf meinen ersten Beitrag zum Thema –Internes Bleichen– gab es u.a. diese Fragen:

 

  1. Mit welchem Material wurde die WF abdeckt und bis auf welche Höhe (subkrestal/epikrestal/subgingival)?
  2. Welche Wartezeit wurde nach dem Entfernen des Bleichmittels eingehalten? 
  3. Bringt eine EDTA Spülung etwas um die H202-Rückstände welche das Bonding kompromittieren könnten zu entfernen? 
  4. Wie erfolgte der provisorische Verschluss während des Bleichens?

Gerne möchte ich versuchen diese Punkte nachfolgend zu beantworten.

Zu1.) Nach erfolgter Wurzelkanalfüllung achten wir darauf, dass das Material nicht zu weit in das Kavum extendiert wird. Ziel ist es WF-Materialien und Abdeckung mindestens subgingival enden zu lassen (Abb.4). Dies wird mittels Parodontalsonde überprüft (Abb.5).

Vor der Abdeckung des WF-Materials wird die Zugangskavität ferner von allen Füllungsmaterialien (Guttapercha, Sealer etc.) befreit. Dafür verwenden wir Rosenbohrer (Munce) und Diamanten. Nachfolgend wird die Kavität mit Alkohol und Microbrush ausgewaschen. Die Abdeckung des Wurzelkanalfüllmaterials erfolgt mit Rely X Unicem. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass das Material (möglichst) blasenfrei eingebracht wird.

Zu 2.)

Laut Wiegand & Attin ist ist die Adhäsion von Kompositen auf der gebleichten Zahnhartsubstanz zunächst verringert, so dass erst zwei Wochen nach Abschluss des Bleichens die definitive Versorgung vorgenommen werden sollte. Da laut der Autoren eine Kalziumhydroxideinlage zur Neutralisierung des sauren pH-Wertes beitragen kann und somit das Risiko des Auftretens von zervikalen Resorptionen vermindert wird folgen wir dieser Empfehlung nach Abschluss des Bleachings und vor der Kompositrestauration.

Zu 3.)

Wiegand & Attin empfehlen eine zwischenzeitliche Spülung der Kavität mit Natriumhypochlorit zur Auflösung verbliebener Peroxidreste.

Zu 4.) In aller Regel erfolgt bei uns der provisorische Verschluss während der Bleichphase mit Cavit und Ketac Molar.

Anbei einige Impressionen zu dem Vorgehen bei einem aktuellen Fallbeispiel.

Abb.1: Ausgangssituation radiologisch

 

 

 

Abb.2.: Ausgangssituation klinisch

Abb.3: Intrakoronale Verfärbungen

Abb.4: Zustand nach Wurzelkanalfüllung

Abb. 5: Überprüfung der Füllhöhe mittels Parodontalsonde

Abb.6: Zustand vor und nach internem Bleichen

Handgriff- Problem gelöst (2)

von Hans- Willi Herrmann

Auch in unserer Praxis wurde (wie schon hier beschrieben) vor einigen Wochen vom Zeiss – Kundendienst das ProErgo Handgriff- Problem durch Tausch der vorhandenen Handgriffe gegen neue Handgriffe angegangen.

Um ehrlich zu sein, an unserem Pro Ergo- Mikroskop Baujahr 2007 trat der Fehler schon so lange und tagtäglich auf, dass ich nicht mehr damit gerechnet hatte, dass sich diesbezüglich noch einmal etwas ändern würde.

Umso erfreulicher die kostenlose Umtauschaktion.
Und da es gegenwärtig in Emailforen wieder einmal en vogue scheint, das Zeiss Pro Ergo schlechtzureden, möchte ich noch auf folgenden Umstand hinweisen: Die Funktion der Handgriffe war in unserer Praxis in all der Zeit, in der ich mit diesem tollen Mikroskop – dessen Kauf ich niemals auch nur eine Sekunde gereut habe –  arbeite  (bis auf wenige Ausnahmen, die sich in den vergangenen 7 Jahren an 2 Händen abzählen liessen) immer gewährleistet, da der andere Handgriff weiterhin die Bedienung des Mikroskopes uneingeschränkt zuliess und durch Betätigung des intakten Griffes spätestens nach 2- 3 Auslösungen der funktionslose Griff wieder zur Normalität zurückfand.

Kein praxisrelevantes Problem also.
Aber natürlich bleibt ein „Geschmäckle“, denn vom Spitzenprodukt der Dentalmikroskopie erwartet man –  insbesondere angesichts des Premium- Preises – uneingeschränkte und stets reibungslose Funktion. Zumal Zeiss im nach aussen getragenen Habitus keinen Zweifel daran lässt, das man nicht nur besagte Spitzenposition im Mikroskopbau innehat, sondern daneben/darunter lange, lange nichts nachkommt.

Und so hätte man erwarten können, dass wie bislang der zwar im Kollegenkreis immer wieder auftauchende, aber eben doch nicht konstant vorhandene und gegebenenfalls nicht unter Laborbedingungen reproduzierbare Fehler mit einem Achselzucken quittiert und in bekannter Altkanzlermanier ausgesessen wird.

Ein mittlerweile in der Dentalindustrie nicht unübliches, fast schon zur Normalität gewordenes Vorgehen.  Dessen Folgen, die Hinwendung zu Billiganbietern in den nächsten Jahren erst, dann aber unleugbar zunehmend, sichtbar werden wird.

Mit fatalen Folgen für diejenigen renommierten Firmen, die heute noch in Großtankermanier unbeirrt am „Mia san Mia“- Denken festhalten.

Bei uns kam – wie oben erwähnt – erfreulicherweise nach Voranmeldung der Zeiss- Techniker.
Überprüfte die Handgriffe und tauschte.

Soweit so gut.
Zufällig erwähnte ich im Gespräch mit dem Techniker, dass wir vor 2 Jahren den Zoom-Motor des Pro Ergo getauscht hatten. Dank einer Einbauanleitung von Jörg Schröder war es kein Problem, den Wechsel selbst durchzuführen, das Ersatzteil hatten wir über einen Händler bestellt, der neben anderen Mikroskopen auch Zeiss – Mikroskope vertreibt.

Der Techniker erzählte, dass bei älteren Geräten bei bestimmtem Mikroskopen Motoren zum Einsatz kamen, die mit der zur Verfügung gestellten Ausgangsspannung langfristig Probleme hatten. Bei den neueren Jahrgängen trete dieser Fehler durch Anpassung der Komponenten nicht mehr auf. Er überprüfte darauf hin die zur Ansteuerung des Zoom- Motors notwendige Platine. Und tauschte vorsorglich. Ebenfalls kostenfrei.

Fazit
Über Zeiss wird viel gesprochen und natürlich wird das Schlechte immer gerne und häufig kolportiert, interessanterweise oft auch von Leuten, die gar nichts aus eigener Erfahrung in der Sache berichten könnten, es aber dennoch tun.

Über das Gute redet kaum jemand.
Ein solch kulantes Verhalten weit über die Garantiezeit hinaus wie im vorliegenden Fall ist heutzutage sehr selten geworden und verdient ausdrücklich der positiven Erwähnung.

 

 

 

Zahnradiergummi

von Christian Danzl

Momentan läuft in München auf dem neuen Messegelände noch (bis 01. März 2016) die Internationale Handwerksmesse und Garten München.
Ich war am Samstag mal dort um mich umzuschauen bezüglich Pools und Wintergärten und natürlich auch, weil auch die Bavarian BBQ Week dort angesiedelt ist.

Ganz interessant, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen oder gehört hätte.
Was interessant war, war an einem der mehreren Stände, die Körperpflegeprodukte (hardware) angeboten haben, also Nagelscheren, Nagelfeilen, Pinzetten, Scheren …
Bei remos fiel mir ein Zahnradierer ins Auge.
Da man nach einiger Erfahrung in der Szene weiss, dass man Zähne nicht ausradieren muss, weil sie von alleine sehr zuverlässig ausfallen, wenn man es wirklich drauf anlegt (und da glaube ich, kennt jeder genügend Fälle aus der Praxis ;-)), war klar, dass es das eigentlich nicht sein kann.
In der Tat ist er auch da, um Verfärbungen vom Zahnschmelz zu entfernen.
Das Material ist einem Brownie sehr ähnlich.

Ob’s funktioniert, weiss ich nicht. Eine PZR wird er nicht ersetzen können. Und ob man ihn für „zwischendurch“ braucht, wage ich zu bezweifeln, da schnell entstandene Beläge auch (fast) immer mit einer Zahnbürste entfernbar sind.

Ronald zieht um!

von Ronald Wecker

Liebe Wurzelspitze-Leser,

 

aufgrund eines kurzfristig geplanten und durchgeführten Umzugs fällt Ronalds Beitrag an diesem Freitag leider aus.

Sofern der Internetanschluss, wie vom Anbieter versprochen, mitzieht, wird es nächste Woche an dieser Stelle wieder Spannendes aus dem Endozän geben.

Externe Wurzelresorptionen (II)

Von Bonald Decker

 

Erinnern Sie sich noch an die junge Sofia, deren Situation ich hier vor Kurzem vorgestellt habe?

Vor ein paar Tagen stellte sich die junge Patientin bei einer Kieferorthopädin vor um dort abzuklären, ob ihre Situation eine Zahn-Transplantation  erlaubt. Anbei die dort erstellten Unterlagen und Fotos:

Orthopantomogramm

 

En face der jungen Patientin

Profil-Foto

Intraorale Ansicht II

Modellansichten

Nach Auswertung der Modelle und der weiteren klinischen und radiologischen Befunde macht uns die Kieferorthopädin Hoffnung auf die Möglichkeit einer Transplantation von zwei Unterkiefer-Prämolaren an die Position der oberen zentralen Inzisivi. Begründet wird dies unter anderen durch die „günstige“ skelletale Lage des Unter- zum Oberkiefer (nach Auswertung des FRS). Eine (ausgeprägte) Wachstumshemmung der Mandibular als Folge der Zahnentfernung mit nachfolgendem Lückenschluss wird von KfO-Seite nicht befürchtet. Soweit so gut. In Kürze folgt noch das oralchirurgische Konsil. Über dessen Ausgang halte ich Sie auf dem Laufenden.

Saremco Dental

von Ostidald Wucker

Eine Patientin mit erheblichen Allergien wurde uns überwiesen. Die Empfehlung nach mehreren Test lautete: Saremco Kunststoffe aus deren Green Line.
Genauer gesagt Saremco ELS und als Adhäsiv Saremco CMF.
Diese Kunststoffe sind ohne TEGDMA und HEMA. Auf beide Stoffe war die Patientin allergisch.

Wir haben dies bei einem deutschen Depot bestellt und die Patientin 14 Tage später terminiert. Leider konnte nicht alles geliefert werden. Das rückständige Produkt ist erst in weiteren 10 Tagen lieferbar. Daraufhin haben wir andere Depots und Versender kontaktiert. Immer das selbe Ergebnis. In unseren digitalen Zeiten ziemlich dürftig. Lagerhaltung gibt es nicht mehr. Schlecht für Patienten mit derartigen Problemen.

Wir haben daraufhin direkt Saremco kontaktiert und es wurde uns per Post ein Muster innerhalb von 2 Tagen zugesandt. Ein großer Dank an Saremco.

 

Handgriffe – Problem gelöst

von Oscar von Stetten
Seit 2008 habe ich das ProErgo in meiner Praxis. Ein edles Sportgerät, das ich nicht mehr missen möchte.
Probleme gab es keine ausser dem notwendigen Lampenwechseln. 2011 fingen dann die ersten Probleme mit den Handgriffen an. Der rechte Handgriff stieg immer aus, das Gerät meldete einen Fehler „Handgrip right: connection lost“.
Interessanterweise war die Funktion nicht betroffen, die Knöpfe gingen immer noch und man konnte weiterarbeiten.
Da es mich nicht unmittelbar betraf, ignorierte ich die Fehlermeldung. 2012 war es dann soweit, wenn die Fehlermeldung erschien war auch die Funktion weg. Sowohl vom linken als auch vom rechten Handgriff. Nach einer Wartezeit von ca. 20sec. funktionierten dann wieder beide. Wenn… Es wurde teilweise so nervig, dass das ProErgo neu gestartet werden musste. Also habe ich bei Zeiss angerufen und gefragt. Leider konnte keine Lösung angeboten werden, die Schuld wurde auf die „Überzieher“ geschoben.
Daraufhin habe ich mir „refurbished“ Handgriffe bei einem Drittanbieter organisiert und siehe da: der Fehler tauchte wieder auf.
Da die überarbeiteten Handgriffe bis dato keinen Überzieher gesehen hatte, konnte damit kein Zusammenhang bestehen. Auch Besuche eines Zeiss-Technikers brachten weder eine eindeutige Fehlerursache noch eine Lösung zu Tage. Zwischenzeitlich meldete man einen „Erfolg“, die dementsprechend modifizierten Handgriffe zeigten jedoch wieder das Fehlverhalten.

Da weder Zeiss noch ich etwas an dieser misslichen Situation ändern konnten, bleib mir nichts anderes übrig als zu denken „Sie haben es wenigstens versucht“ und mit dieser nervigen Einschränkung zu leben.

Dann, überraschend kam Ende November 2015 ein Anruf, man habe den Fehler jetzt isoliert und eine bug-freie Handgriffversion zur Verfügung. Ob ich diese testen wolle. Ja, ich wollte.

Fazit: neue Handgriffe dran, keine Fehlermeldungen mehr, Ruhe im Karton, normales Arbeiten ohne permanente Resets und Arbeitsunterbrechungen wieder möglich.

Noch bin ich zurückhaltend, bei der ersten Handgriffversion hat es auch knappe 3 Jahre gedauert, bis der Fehler zu Tage kam. Aber zumindest hat sich etwas getan.

P.S.: ich habe die alten Handgriffschutzhüllen ersetzt gegen diese: bessere Passung, nicht ganz so eng wie die alten.

http://www.kondomotheke.de/Sonodom_34mm_150_Med_Schutzhuellen_trocken_,3609.html

Pic of the day – Dentin vergeht, Pulpa besteht

von Christian Danzl

Der Patient kam mit der Aussage, die Brücke sei locker.

Gut, soll vorkommen.

Ich solle einfach ziehen, sie ginge schon runter. Hab ich gemacht. Ich muss sagen, sowas hab ich vorher noch nie gesehen. Das komplett kariöse Dentin dieses Zahnes ist einfach mit der Krone abgerissen, aber die (ich muss zugeben nicht mehr ganz physiologisch aussehende) Pulpa darunter blieb einfach stehen.

Keine Schmerzen auf Berührung und die Pulpa liess sich nicht mit der Pinzette aus der Wurzel ziehen, da ist sie dann auch abgerissen. Schade eigentlich.