Von Christoph Kaaden
Hier noch ein paar klinische Impressionen der Behandlung…


Von Christoph Kaaden
Jetzt hat es doch sechs Monate gedauert, bis wir unseren nächsten Mini-Molaren seit Sommer 2020 behandeln durften.
Bei dem Zuweiser gab es Probleme die beiden bukkalen Kanalsysteme zu finden.

Alio loco gelang es bisher nur das palatinale Kanalsystem zu präparieren…

Mit der entsprechenden Vergrößerung war die Darstellung und Präparation der gesamten Kanalsysteme kein Problem…


Ich hoffe, 2021 hat weit mehr dieser speziellen Anatomie für uns parat….
Über die „Un“Möglichkeit an Hand eines Röntgenbildes eine Zyste zu diagnostizieren hatte ich bereits geschrieben.
Quintessenz: Die Diagnose Zyste als Verdachtsdiagnose oder als eine Differentialdiagnose mit Verdacht angegeben.
Der erste Fall aus dieser Reihe
Die Patientin stellte sich ohne Beschwerden, ohne Symptome bei uns vor. Der apikale Befund war ein Zufallsbefund.
Klinische Befunde zeigte eine negative Sensibilität an 24 und 25. Auf Perkussion gab die Patientin keinen Schmerz an. Eher eine Art dezente Mißempfindung an 25. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen liegen zwischen 2-4mm.
Im Röntgenbild ist eine raumfordernde, scharf begrenzte, hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis, differentialdiagnostisch radikalere Zyste zu erkennen.
Es wurde ein DVT angefertigt.
Die Patientin wurde zur geplanten Behandlung beraten.
Die endodontische Behandlung steht an erster Stelle. Nach Röntgendiagnostik in Abständen von 6/ 12/ 24 Monaten können wir entweder eine Heilungstendenz/Heilung beobachten oder wir sehen eine weiter bestehende röntgenlogische Situation.
In diesem Fall ist die Differentialdiagnose Zyste wahrscheinlich oder ein persistierender periapikaler auf der Wurzeloberfläche aufgelagerter Biofilm.
In diesen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff indiziert. Entweder in Form einer apikalen Kürettage oder Teilreketion der Wurzel.
Die endodontische Behandlung wurde wie besprochen durchgeführt.
Nach 6/12 Monaten ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar, die derzeit eine entsprechende chirurgische Intervention nicht notwendig erscheinen lässt.
War es nun keine Zyste?
Wir wissen es nicht. Alles ist möglich…
Literatur:
Proliferation of Epithelial Cell Rests, Formation of Apical Cysts, and Regression of Apical Cysts after Periapical Wound Healing
Louis M. Lin, BDS, DMD, PhD,* George T.-J. Huang, DDS, MDS, DSc,† and Paul A. Rosenberg, DDS*
Klicke, um auf PIIS0099239907001707.pdf zuzugreifen
Kurze Erinnerung: Unser zweiter WURZELSPITZE Plus Live Talk findet am Mittwoch den 16.12.2020 um 20 Uhr statt.
Den Zugangscode für die WURZELSPITZE Plus – Mitglieder findet man hier.
Ich bin ein wenig gefrustet so kurz vor Weihnachten.
Und das hat ausnahmesweise nix mit Corona zu tun.
Sondern mit der Tatsache, das ich in den letzten 2 Wochen 3 Patienten zur Weiterbehandlung vorgefunden habe, bei denen die Qualität der vorausgegangenen Behandlung, ich sag mal, als stark verbesserungsfähig einzustufen ist.
Okay, das ist eigentlich mein Tagwerk und ketzerisch könnte man anführen, davon lebe ich.
Aber – was mich so frustriert ist die Tatsache, dass alle 3 Behandler junge Kollegen sind.
Die es besser wissen und können müssten, von der Motivation es bestmöglich zu tun in der frühen Phase ihre beruflichen Tätigkeit mal ganz abgesehen.
Ein Beispiel habe ich angeführt, und glauben sie mir, die beiden anderen Beispiele sind NICHT besser. NICHT besser. Ach ja, aber die Aussendarstellung funktioniert bestens, wie ein Studium der Homepage offenlegt. Und JAMEDA ist voll des Lobes. Note 1,0.
Sehe ich die Sache vielleicht zu eng, zu frustiert, zu verbittert ?
Zur Krankengeschichte: Die Patientin, Anfang zwanzig, sucht wegen Zahnschmerzen (linke Gesichtshälfte, Seitenzahnbereich) den Hauszahnarzt auf. Es wird der Zahn 37 wurzelkanalbehandelt. Die Schmerzen bleiben. Danach wird der Zahn 36 wurzelkanalbehandelt. Die Schmerzen bleiben. So wird nun der Zahn 27 endodontisch versorgt. Die Schmerzen werden danach so stark, das die Patientin den Notdienst aufsuchen muss. Die Kollegin dort schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, angesichts des Status Quo.
Nun kommt die Patientin zu uns.
Und ein jeder möge selbst sich ein Bild machen von der Situation.
Ich habe einfach mal die Zahnfilme Zahn 37 36 27 (Zustand nach WF) und die klinischen Fotos nach der Eröffnung des Zahnes 27 angehängt.
von Jörg Schröder
Das präoperative Einzelbild ließ in Verbindung mit dem Wissen, dass die vorgefundene Situation seit mehr als 2 Jahren bestand, eigentlich nur einen Therapievorschlag als sinnvoll erscheinen: Pulpektomie in einzeitigem Behandeln.
Anamnestisch wartete allerdings bereits die erste Überraschung, die nicht so recht ins Bild passen wollte: ausser geringer Missempfindungen, wenn eingepresste Speisereste mittels Zahnbürste oder Zahnstocher herausgelöst wurden, bestand weder eine Spontanschmerz, noch berichtete die Patientin über Warm- oder Kaltmissempfindungen.
Der Sensibilitätstest war nicht reizüberdauernd positiv. Klinisch war der Zahn symptomlos.
Die im Einzelbild erkennbare und im kleinvolumigen DVT ebenfalls darstellbare Hartsubstanzbarriere liessen mich dann jedoch nachdenken und die Möglichkeit einer zervikalen Pulpotomie in Betracht ziehen. Zudem zeigten sich alle Parodontalspalten an allen Apizes durchgehend und pathologiefrei.
Somit wurde nicht zielstrebig die Pulpakammer eröffnet, sondern zunächst das kariös veränderte Dentin aus den Aussenbereichen des Defektes entfernt. Da die Form des 27 eine Belegung mit einer Kofferdamklammer stark erschwerte, entschied ich mich für eine Einzelzahnisolierung.
Um die nach initialem Versäubern verbliebenen dünnen Schmelzscherben nicht dem Risiko einer Teilfraktur auszusetzen – eine Molarenklammer kann schon erhebliche Kräfte ausüben – wurden zunächst die Wände nach Konditionierung der eskalierten Bereiche adhäsiv verstärkt.
Erst anschliessend wurde das verbliebene kariös erweichte Dentin mit neuen, sterilen Rosenbohrern entfernt. Dabei wurde nur im Bereich des palatinalen Kanalsystems die Pulpa geringfügig eröffnet.
Das Abtragen des Pulpakammerdaches wurde, ebenso wie das Reduzieren des koronalen Pulpagewebes, mit sterilen diamantierten Instrumenten unter ständiger Wasserkühlung ausgeführt. Die Blutstillung erfolgte mit in NaOCl getränkten Surgitips und liess sich problemlos realisieren. Nach Blutstillung wurde das Pulpagewebe mit grauem MTA Angelus abgedeckt und die Kavität anschliessend dentinadhäsiv verschlossen.
Da nach erfolgreichem Recall die Versorgung mit einer Teilkrone geplant ist, habe ich mich bei der Gestaltung der Füllung aus die wesentlichen Punkte konzentriert und auf ein Einfärben der Fissuren verzichtet.
Kennen Sie noch Dalli – Klick?
Ein JA des Antwortenden outet ihn als uralt.
Worum gings?
Damals?
Als das Fernsehen noch schwarz weiss war ?
Eine Quizshow (Dalli Dalli) des legendären Hans „Das war Spitze!“ Rosendahls.
Und Dalli-Klick zeigte ein Foto auf einer Leinwand das nach und nach, Klick für Klick, daher der Name, immer mehr in kleinen sich zeigenden Puzzleteilchen enthüllt wurde. Und wer es zuerst erriet von den Kandidaten, naja, ist klar, der hatte gewonnen.
Ich möchte auch so was machen.
Hier.
Immer mal wieder.
Ein Foto oder Röntgenbild zeigen.
Und dann fragen: Was sieht man? Was ist offensichtlich? Wofür steht dieses Bild/Röntgenbild?
Um den Blick zu schulen.
Und wer auf das Bild schaut und sogleich erkennt, was los ist, der darf sich gerne selbst stolz auf die Schulter klopfen. Denn für etliche Kollegen (m/w/d) ist es wahrscheinlich eben gar nicht auf der Hand liegend und ins Auge fallend.
Die Antwort gibt es im Übrigen immer schon im gleichen Beitrag.
Man kann also in Ruhe überlegen – und dann sofort überprüfen – in dem man nach unten scrollt – ob man richtig liegt.
Probieren wir doch mal sogleich aus, wie ich mir das vorstelle.
Röntgenbild 1.
Für mich typisch für die entsprechende Situation, die es herauszufinden gilt. So dass ich den Patienten sogleich im Vorgespräch drauf einstimmen kann, was uns erwartet. Und natürlich auch den Heil- und Kostenplan von vornherein anpasse. Letzteres immer sehr hilfreich.

Also? Warum geht es?
Nicht ganz offensichtlich, aber erkennbar.
Leichter wird es schon im Röntgenbild 2.
Hier gibt es schon einige deutlichere Hinweise, die auf die Lösung hindeuten.

Ganz offensichtlich dann im Röntgenbild 3.
Jetzt ist es einfach.

Worum also handelt es sich hier.
Was ist die Gemeinsamkeit in allen 3 Röntgenbildern ?
Die Auflösung findet man weiter unten.
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Schauen wir uns zunächst Röntgenbild 1 an.

Was mir auffällt ist der apikal
sehr dünne
sehr definierte
gerade
gleichmäßige
und an den Kanten scharf definierte Verlauf der Wurzelkanalfüllung.
Bei einer konventionellen Wurzelkanalfüllung würde dies unregelmäßiger aussehen.
Meine Verdachtsdiagnose ?
Eine Thermafil – Wurzelkanalfüllung.
Hätten sie es auch erkannt, auch so gesehen?
Ich finde diese Info wichtig, weil ich die PatientInnen schon im Vorfeld drauf hinweisen kann, dass die Revision keine ganz einfache werden wird, das Kunststoffstifte in den Kanälen drinstecken. Und dies spiegelt sich natürlich auch im Heil- und Kostenplan wieder.
Hier im Übrigen das Röntgenbild nach unserer Wurzelkanalfüllung.
Der Patient hatte an Zahn 46 im Übrigen keine Probleme vor Revision, die knöcherne Verdichtung apikal der distalen Wurzel sah schon in 10 Jahre alten Röntgenbildern genau so, unverändert aus. Und die Wurzelfüllung präsentiert sich im Röntgenbild mehr als einwandfrei. Nachdem wir die alte WF allerdings entfernt hatten, berichtete der Patient noch intraoperativ, das ein offensichtlich latent vorhandener Druck sich schlagartig und deutlich reduziert hatte.

Falls die Thermafil- Stifte im Fall 1 nicht erkannt wurden, wie sieht es denn mit Fall 2 aus.

Hier ist der Sachverhalt schon deutlich offensichtlicher.
Wieder auffällig, mesial die schlanke, definierte Form der Wurzelkanalfüllung apikal.
Und dann der Puff palatinal.
Ein Hinweis auf ein warmes WF- Verfahren?
Vermutlich.
Aber für eine Schilder- Technik – WF ist die Aufbereitung viel zu schmal.
Und dann noch – auch palatinal – die schnurgerade Linie mesial und die unregelmäßige WF- Verlaufsform auf der abgewandten Seite – das hier sieht mir alles schon sehr sehr stark nach Thermafil aus – und so war es dann auch.
Da wäre dann noch Fall 3.

Das ist jetzt so eindeutig Thermafil, da könnte man schon drauf wetten.
Wieder diese schlanke Form der WF apikal zu sehr dünnen Durchmessern.
Und dieser gerade Verlauf.
Eine konventionelle Guttaperchaspitze würde nie so gerade nach unten kommen in einem solch engen Kanal. Alles in Allem schon sehr eindeutig.
Und der AHA – Effekt beim Patienten, wenn Alles wie vorhergesagt eintrifft, ein wichtiger Akzent der Vertrauensbildung.
p.s.: Wie wäre es mit einer Rückmeldung in den Kommentaren ?
Ich habs gleich erkannt, ich habs nicht gesehen…
Würde mich freuen!
Von Christoph Kaaden
Vor ein paar Tagen erreichte uns eine kurz gehaltene E-Mail des Zuweisers zu diesem bzw. diesem Traumafall.
„Magdalena war heute bei mir zur Kontrolle. Beschwerdefrei, klinisch fest, keine apikale Druckdolenz“
Hier noch die mitgeschickten Recallaufnahmen.


Ich werde weiter über den Verlauf bei Magdalena berichten…
Und da war sie wieder die Diagnose: Zyste. Radiologisch erhoben. Am Telefon von einem Kollegen, der wiederum hat sie von einem Kieferchirurgen und wo der diese Diagnose her hat, weiß ich nicht.
Die Definition Zyste: Zysten sind als pathologischer Hohlraum mit epithelialer Auskleidung definiert.
Quelle: Johnson N R, Gannon O M, Savage N W, Bat
stone M D: Frequency of odontogenic cysts
and tumors: a systematic review. J Investig Clin Dent 5: 9–14 (2013)
In der Endodontie 2019 kann man das wunderbar nach lesen:
Radiologie
Die mitgebrachten radiologischen Aufnahmen wurden zur Diagnostik mit herangezogen: Das OPG (Abb. 1) zeigt ein bleibendes adultes Gebiss mit persistierendem Milchzahn 85. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Zahn 21 noch in situ. Die zarten und inhomogenen Verschattungen im In neren des Zahns sind als Zeichen einer versuchten Wurzelkanalbehandlung zu interpretieren. Apikal und lateral der Wurzelspitze des Zahns 21 sind re- lativ scharf begrenzte, rundliche Aufhellungen zu erkennen. Die Zähne 21 und 22 sind im Bereich der Wurzel deutlich divergent. Die Osteolyse er- streckt sich scheinbar polyzystisch (2-kammerig) nach kranial bis oberhalb der Spina nasalis und verdrängt die faziale Kieferhöhlenwand. Die Ein- zelzahnaufnahme (Abb. 2, gleiches Datum) bestätigt die Osteolysen in Regio 21/22.
Aufgrund der geplanten Zystektomie und der Größe der Zyste wurde alio loco ein Dental-CT
Abb. 2 Einzelzahnaufnahme gleichen Datums mit apikaler Par- odontitis an Zahn 21.
angefertigt. Das vorhandene axiale Schnittbild auf Höhe der Wurzelspitzen (Abb. 3) zeigt zwei von- einander getrennte Zystenlumina in die einerseits Zahn 21 und andererseits Zahn 22 bis 24 hineinragen. Es ist eine deutliche Auftreibung der vesti- bulären Kortikalis von 22 bis 24 zu erkennen. Die zum Palatum durum gerichtete Auftreibung ist nur minimal.
In den sagittalen Schnittbildern (Abb. 4 und 5) sind in Abhängigkeit von der Schnittpositionie- rung entweder ein oder zwei getrennte Zystenlu- mina zu sehen.
Nach der Befundung der Röntgenbilder wurde die Verdachtsdiagnose einer infizierten Zyste ausgehend von der Invagination an Zahn 22 gestellt.
Endodontie 28 (2019), Nr. 3, Seite 365-369
Zwei benachbarte Zysten
Bürklein, Sebastian / Schäfer, Magdalena
Nun stelle ich drei Röntgenbilder vor und bitte um die Bewertung Verdachtsdiagnose Zyste oder röntgenlogisch erkennbare apikale Aufhellung, oder was noch?
von Jörg Schröder
Bereits das präoperative Röntgenbild liess zumindest ein linguales Kanalsystem vermuten.
Das DVT zeigte jedoch,. dass sich B in der Tiefe in MB und DB aufgabelte, wobei DB in Krümmung nach Distel und MB eher als eine Art Sackgasse und deutlich vor der Arbeitslänge des DB endete.
Trotz Erweiterung des B über das normale Mass hinaus – das PostOp-Bild zeigt dies deutlich – gelang es nicht die Aufgabelung in der Tiefe zu visualisieren. Vorgebogene ProTaper-Handinstrumente liessen sich in MB bis zu S1 auf Patency führen.
Der linguale Kanal war besonders initial sehr unangenehm aufzubereiten, da er zunächst auf deutlicher Strecke zunächst nach bukkal verlief.
Nach Insertion des Masterpoints in DB und thermisches Kürzen desselben bis kurz vor die Aufgabelung wurde MB in reiner Squirttechnik gefüllt.
Das Recall wird zeigen, ob laser- und schallaktivierte Spülung erfolgreich gewesen waren.
Beim Geld hört gewöhnlich die Freundschaft auf.
So lautet ein altes Sprichwort, dem vermutlich nur die Wenigsten den Bezug zur Realität abstreiten wollen. Im Gegenteil in diesem kurzen Satz steckt viel Wahres drin.
Weil unsere Freundschaft mit dem Leser aber genau daran – am schnöden Mammon – nicht scheitern soll, möchte ich nicht in wenigen Sätzen innerhalb eines Kommentares, sondern ausführlich und für Alle im Rahmen dieses Beitrages den Sachverhalt, den WURZELSPITZE – Jahresbeitrag betreffend, erläutern.
Zunächst darf der geneigte Leser davon ausgehen, dass – wer mich kennt, weiss dies – ich mir sehr viele Gedanken gemacht habe, Niemanden zu überfordern.
Nicht den Leser, aber auch nicht die Leser untereinander.
Und ja, es war uns klar, dass irgendwann es Stimmen gegeben würde, die angesichts einer jährlichen Entrichtung des Mitgliedsbeitrages (unabhängig vom Eintritt in den Verteiler) sich ungerecht behandelt fühlen.
Auf einen ersten Blick betrachtet kann ich diese Affektion auch gut nachvollziehen.
Denn wäre nicht das genaue Gegenteil des gegenwärtig Gehandhabten, sprich eine tagesgenaue Abrechnung, die gerechtere Variante ?
Ich vermute, dass die Kollegen, die erst im Verlaufe des Jahres, erst im September oder Oktober zu uns gestossen sind, diese Abrechnungsvariante bevorzugen würden. Darauf hin deuten die 2 Kommentare, man möge sich bitte erklären.
Zunächst – was man diesbezüglich wissen muss – Wir könnten eine solche Zahlvariante in der gegenwärtigen Konstellation nicht bewältigen. Man müsste den Jahresbeitrag, durch 365 geteilt, mit der Anzahl der teilgenommenen Tage multiplizieren, wobei in jedem einzelnen Fall überprüft werden müsste, wann genau der Teilnehmer der Liste beigetreten ist und wann gegebenenfalls er/sie wieder die Liste wieder verlassen habe. Erschwerdend kommt hinzu, dass wir nicht einen, sondern 4 mögliche Jahresbeiträge haben, je nach Status der Lesers (Student/Angestellter Zahnarzt/Niedergelassener Zahnarzt/Wurzelspitze Plus Mitglied (alle m/w/d selbstverständlich).
Aber auch die zweite Variante, einer Laufzeit für exakt 365 Tage ist für uns nicht handhabbar. Setzt dies doch voraus, das wir uns das genaue Ablaufdatum für jeden Einzelnen merken und zu gegebener Zeit die Mitgliedschaft beenden.
Um es ganz klar zu sagen: Wir können dies nicht bewerkstelligen.
Es übersteigt unsere Resourcen. Aber gerade deshalb haben wir auch vor dem Wiederaufleben von WURZELSPITZE verschiedene kommerzielle Dienstleister untersucht, die sich dieser Thematik professionell annehmen.
Wir haben uns dagegen entschieden.
Auch wenn für uns dies am einfachsten wäre.
Und diese Diskussion und diesen Sonntagvormittag- Artikel unnötig machen würde.
Warum ?
Weil die Bezahlportale für die banale Dienstleistung des Geldentgegennehmens und Weiterleitens unterm Strich eine saftige Gebühr von ca 12 – 18 Prozent verlangen.
Unserer Meinung nach viel Geld, das wir dem Leser sparen wollen. Aber – sollte der allgemeiner Konsens hier so sein, das die Mehrheit eine solche Abrechnungsart wünschte und bereit ist, die Mehrkosten hierfür zu tragen, so werden wir dem Wunsch nachkommen.
Ein anderer Grund wog aber noch schwerer.
Der meines Erachtens die vermeintlich gerechte tagesgenaue Bezahlung als falsch entlarvt.
Worum handelt es sich bei WURZELSPITZE?
WURZELSPITZE ist ein zahnmedizinisches Fortbildungsmedium.
Eine Wissenssammlung.
Ein Nachschlagewerk.
In analogen Zeiten wäre es vielleicht ein Buch geworden.
Oder, die Älteren kennen es vielleicht noch, eine Wissenskartei als Loseblattsammlung a la DAISY. In eine Box einzuordnen oder, wie andere analoge Print – Infomodelle, die es gab und vermutlich immer noch gibt, in einen Schnellhefter einzuordnen.
Dies berücksichtigend, betrachten wir nun 2 Szenarien im Hinblick auf eine vermeintlich gerechte tagesweise Abrechnung von WURZELSPITZE:
ad 1
Es ist vollkommen egal, ob jemand das Buch „WURZELSPITZE“ am 1. Januar 2020 oder am 31. Dezember 2020 kauft. Der Käufer kann auf alle Inhalte von WURZELSPITZE zurückgreifen, er kann alle Seiten des Buches durchblättern. Und nicht nur das. Er kann neben 2020 noch auf alle früheren Jahre bis ins Jahr 2008 zurückschauen. Auf die Endo übertragen wäre das der Fall, wenn ich beim Kauf der 14. Ausgabe der „Pathway of the Pulp“ noch alle 13. früheren Ausgaben kostenlos hinzugeliefert bekäme.
Niemand käme auf die Idee, beim Kauf eines Buches, das am 01. 01. 2020 erstveröffentlicht wurde, beim Kauf kurz vor Weihnachten einen Nachlass zu fordern.
Das wäre absurd.
Warum also bei WURZELSPITZE?
Vielleicht, weil das tägliche Erscheinen den Vergleich zur Tageszeitung suggeriert und in unseren Alltag mittlerweile ja zahlreiche Abo – Modelle, denken wir an den Fitness Club oder Sky TV – Einzug gehalten haben. So gesehen ist die Frage nach tagesgerechter Abrechnung eine nicht nur naheliegende, sondern sogar eine sich zwangsläufig aufdrängende.
ad 2
Betrachten wir zunächst das Beispiel der Tageszeitung.
Tag für Tag kaufe ich am Kiosk die täglichen Neuigkeiten oder ich schliesse ein Jahresabo ab. So oder so erhalte ich immer genau das, wofür ich zahle. Ein bestimmte Anzahl bedruckten Papiers. Mit dem Zugang zu WURZELSPITZE hingegen häufen wir ein riesiges Paket aller Zeitungen des Jahres auf den Tisch. Streng genommen einen babylonischen Turm von Ausgaben aus über 11 Jahren, aber lassen wir Letzteres aussen vor und betrachten nur 2020. Würden wir tagesanteilig berechnen, wäre dies eine Ungerechtigkeit all den Leuten gegenüber, die zum Ersterscheinungsdatum die WURZELSPITZE -„Zeitung“ kaufen würden. Wer am 01.01. 2020 beitritt, zahlt 365 Tagesausgaben, wer am 31.12.2020 beitritt, nur eine einzige Ausgabe. Bekommt aber dennoch alle 365 Ausgaben geliefert.
Man sieht, eine solche tagesabhängige Abrechnung, so naheliegend und gerecht sie erscheinen mag, sie ist es nicht. Es gibt keine gerechte Abrechnungsmöglichkeit auf dieser Basis, nur eine vorteilhafte für den einen oder den anderen. Beim tagesbezogenen Modell profitiert am meisten derjenige, der am 31.12. eintritt, am wenigsten der vom 01.01. Und dann nähern sich die Unterschiede im Verlauf des Jahres bis zur Jahresmitte immer mehr an.
Beim Kauf eines Buches hingegen gibt es, die Inhalte betreffend, keine Ungerechtigkeit dahingehend, dass jeder für den gleichen Inhalt die gleiche Summe zahlt. Oder, um bei der Zeitung zu bleiben. Alle kriegen den gleichen Stapel für den gleichen Preis. Die einen bekommen den Stapel früher geliefert und in Einzellieferungen, der andere später und im großen Haufen.
Aber alle zahlen gleich viel.
Das erscheint mir als die gerechtere Variante.
Bleibe noch der Vergleich zum Fitnesstudio oder zu Sky TV.
Bei ersterem ist klar und das macht es ja auch so einfach in der Abrechnung. Wer erst im November eintritt, konnte bis Oktober nicht trainieren. Muss auch nicht zahlen. Um auf die Tageszeitung zurückzukommen, wer erst ab November zahlt, bekommt auch nur ab diesem Tag X die Zeitung. Im Zeitungsarchiv der letzten 11 Jahre blättern, geht nicht. Könnten wir theoretisch bei WURZELSPITZE auch machen. Als Newsletter. Aber das macht für uns keinen Sinn. Ist ja genau das, was wir nicht wollen. Wir wollen, das Jeder JEDE der 11 Jahresausgaben durchblättern kann.
Bliebe noch SKY TV.
Auch dort ist es so, dass die zeitraumabhängige Abrechnung im Abo – Modell den Vergleich zum WURZELSPITZE- Wissensarchiv nicht standhält. Ich kann nämlich immer nur das schauen, was gerade angeboten wird. Und der tolle Film im März ist im September nicht mehr verfügbar. All diese Abo-Modelle beruhen darauf, dass einer bestimmten Summe X eine begrenzte Auswahl an Resourcen gegenübersteht und unterscheiden sich daher fundamental von dem, was WURZELSPITZE bietet.
Kommen wir zurück zur Abrechnungsdatei DAISY.
Mit dem Kauf (egal ob am 01.01. oder am 31.12.) erwirbt man das DAISY-Grundwissen aller früheren Jahre bis heute. Mit dem Abo in gleicher Höhe für das jeweilige nächste Kalenderjahr die zukünftigen Neuerungen.
Genau so ist es mit WURZELSPITZE.
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier über einen aktuellen Behandlungsfall berichtet…
ich steckte moralisch in einer gewissen Zwickmühle…
ich entschloss ich schliesslich dazu der Patientin anzubieten, sie doch noch am Freitagnachmittag zu behandeln. Zu den genauen Beweggründen hierfür erkläre ich mich zu einem späteren Zeitpunkt.
Wir trafen uns also um 16:30 in unserer Praxis in der Münchner Innenstadt. Die Revision verlief für mich wunschgemäß und ich bat die Patientin mich am darauffolgenden Tag zu kontaktieren um zu berichten, ob sich das Schmerzbild veränderte…
nach ingesamt 1:30 Stunden verliess ich die Räumlichkeiten wieder, um den 30 minütigen Nachhauseweg anzutreten…
hier noch ein Desktop-Mitschnitt des präoperativ angefertigten DVTs sowie ein intrakanaläres Foto nach Revision.

Der darauffolgende Tag verging und ich hörte nichts weiter von der geplagten Patientin.
Am Sonntagvormittag entschloss ich mich schliesslich dem Ehemann eine SMS zu schicken:
„Hallo Herr J. Nachdem ich nichts mehr gehört habe wollte ich mal nachfragen. Hat die Behandlung was gebracht? Geht es ihrer Frau ein stückweit besser?„
Kurz drauf seine Antwort:
„Guten Morgen Dr. Kaaden,vielen Dank der Nachfrage. Meine Frau hat schon ein schlechtes Gewissen, weil sie gestern nicht geschrieben hat….Nach der Behandlung am Freitag hatte sie zunächst weiter starke Schmerzen …heute ist es viel besser und der Wurzelschmerz ist fast weg. 1000 Dank nochmal für Ihren Sondereinsatz. Wie soll meine Frau weiter verfahren? Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie einen schönen Sonntag. Mit besten Grüßen AJ„
Demnächst mehr zu dieser Thematik…
Wer hat keine Personalnot? Der kann trotzdem weiter lesen.
Vor 12 Monaten hätte ich gesagt, ich habe keine Not.
In 12 Monaten hat sich alles verändert.
2 Mitarbeiterinnen wurden schwanger, 1 ist in Elternzeit.
1 weitere Mitarbeiterin ist von heute auf morgen aus familiären Gründen verzogen. Das ist für eine kleine Praxis mit 2 Behandelrn eine Katastrophe. Zumal wir ein sofortiges Beschäftigungsverbot für die schwangeren Mitarbeiterinnen ausgesprochen haben.
Als fast Krönung ist auch die Putzfrau aus Angst vor einer Cvid-19 Infektion zeitiger in Pension gegangen – zum selben Zeitpunkt.
Und gibt es noch etwas zum Steigern?
Ja, unser Thermodesinfektor, Getinge ist ausgefallen und seit dem 14.08.2020 steht er beim Händler und soll repariert werden. Getinge liefert nicht die notwendigen Teile, bzw. nennt keine Liefertermine. ( Stand 22.11.2020 – immer noch defekt )
Wie soll man mit diesen Veränderungen umgehen?
Ehrlich gesagt bin ich jetzt froh, daß mich 40 Jahre Sozialismus etwas abgehärtet haben.
Allerdings hilft das bei den derzeit verrückten Materialengpässen in Kombination mit den oben genannten Probleme immer weniger.
Was tun?
Zunächst haben wir auf einschlägigen Portalen annonciert. Arbeitsamt, KZV Seite, Indeed, Ebay Kleinanzeigen etc.
Ergebnis: Man lernt unglaublich viele Recruiting Teams kennen. Alle bieten gerade Sonderpreise an.
Hat mein einmal auf indeed annonciert wird man mit Recruiting-Mails überschwemmt.
Nimmt man die Annonce raus, sind sofort weniger Recruiting-Mails.Mobile Recruiting – mit dem Smartphone neues Personal finden…
Schnellestelle.de
Wir haben viel Geld für Klicks und keine Bewerbungen ausgegeben.
Recruiting – Rekrutieren habe ich zuletzt in der Nationalen Volksarmee gehört. Da war ich Rekrut. Das war eine wenig angenehme Zeit.
Und nun sind Sie wieder hinter mir her und wollen mich, oder vielleicht auch für mich rekrutieren. Für mich ist dieses Wort schlecht besetzt. Aber Anglizismen sind in.
Mehr Infos gibt es auch in diesem Wiki.
Unsere Versuche über Ebay Kleinanzeigen brachte:
Kosten: 2 x €18,95 (Topanzeige) gesamten November
Indeed:
Kosten: €73,63
Obwohl ich die Anzeige erst wieder im Oktober aktiviert habe, sind Gesamtkosten seit August von €200,32 entstanden. Hier fehlt mir die Transparenz.
Seit wir die Annonce pausiert haben, kommen auch keine Personalvermittlermails.
Haben wir deren Klicks bezahlt? Wahrscheinlich…
Verstärkung haben wir bekommen durch eine ehemalige Mitarbeiterin. Die Einarbeitung ist dadurch leichter, da die Arbeistabläufe nicht ganz unbekannt sind. Sie ist glücklich wieder bei uns arbeiten zu können.
Mal sehen, wie es weiter geht. Wir suchen weiter – über unsere Mitarbeiterinnen und Ebay Kleinanzeigen. Ach, ja und über das gute alte Arbeitsamt auch weiterhin. Das hat uns ebenso Bewerberinnen eingebracht. Eine aus dem Endobereich, nur leider unbedingt jetzt ZMP werden möchte.
Ab heute, dem 1. Dezember läuft die Einschreibung für das Jahr 2021 bei WURZELSPITZE.
Die Gebühren sind unverändert: 2 Euro pro Monat für Studenten/Studentinnen, 4 Euro pro Monat für angestellte Zahnärzte (m/w/d), 8 Euro pro Monat für selbstständige Zahnärzte/Zahnärztinnen und 20 Euro pro Monat für Wurzelspitze Plus – Mitglieder.
Demnach 24, 48, 96 und 240 Euro für 2021 insgesamt.
Wer nicht mehr teilnehmen möchte, der muss im Übrigen nichts weiter tun.
Der Zugang läuft dann zum 01.01.2021 aus. Heisst aber auch, sinnvollerweise, für Alle, die gerne bleiben möchten, am besten zeitnah anmelden, damit das Ganze nicht im Covid- Vorweihnachts-Stress untergeht und man im neuen Jahr ohne Zugang darsteht.
Hier noch die Bankverbindung:
Kontoinhaber: Susanne Herrmann
IBAN DE90 5609 0000 0002 0958 08
Verwendungszweck: Teilnahmegebühr QZ WURZELSPITZE 2021
Und abschließend- damit es im Vorweihnachtsstress nicht untergeht – der Hinweis auf den nächsten WURZELSPITZE Plus Live Talk: Mittwoch 16.12.2020 20 Uhr.
von Jörg Schröder
Dass ein präoperatives DVT die Behandlung komplexer Kanalstrukturen erleichtern kann wurde hier schon oft gezeigt.
In nachfolgendem Fall ist das mechanische Bearbeiten der Kanalsysteme aber so gar nicht so gelaufen, wie es am DVT sinnvoll erschien.
D verlief koronal stark eingeengt als einzelner Kanal nach apikal. Die dortige Aufgabelung wurde im DVT perfekt dargestellt.
Dennoch war es mir ohne massives Erweitern des Kanals nicht möglich gewesen, die apikale Aufgabelung rotierend zu instrumentieren. Fast 45 Grad vorgebogene Handinstrumente liessen sich nach einigem Üben zwar bis zum Foramen vorbringen, rotierenden Instrumenten – selbst vorgebogenen HyFlex-Feilen – war das nicht vergönnt. So musste ich mich mit der ProTaper-Handfeile S1 begnügen.
Mesial erschien es vom Verlauf der Kanalsysteme zunächst so, dass der Weg über ML der geometrisch einfachere zu sein schien. Praktisch konnte ich aber nur aus MB heraus bis zu einem der beiden Foramina vordringen. Denn auch die apikalen Anteile des MB und des ML zweigten nach der Konfluation wieder auf. MM konfluierte bereits im mittleren Drittel mit MB.
Frustrierend, wenn man den Verlauf „entschlüsselt“ hat und es trotz aller Mühen nicht schafft, die Aufzweigung zu instrumentieren. Das schall- und laserunterstützte Spülen scheint den Sealerspuren zufolge zumindest in D etwas bewirkt zu haben.
Mesial wird das Recall zeigen, ob es gereicht hat.
Von Christoph Kaaden
Heute möchte ich Ihnen eine „Patientenanfrage“ vorstellen und Sie fragen, wie Sie sich verhalten würden (bzw. wie ich mich verhalten soll)…
Folgende SMS erhielt ich letzte Woche am Mittwoch Abend:
„Hallo Dr. Kaaden,kann es sein, dass Ihre Tochter Sophie bei meiner Tochter Sissi in der Klasse 4d ist? Habe gerade Ihren Namen ausgesprochen und meine Tochter meinte, dass eine Klassenkameradin genauso mit Nachnamen heißt….
Ich wollte Sie fragen ob meine Frau zu Ihnen in die Behandlung kann? Unser Zahnarzt wollte sie eigentlich zu Dr. XXX in Grünwald schicken, aber die Terminkoordination gestaltet sich etwas kompliziert… Sie hat eine Wurzelspitzenenzündung.
Mit besten Grüßen AJ“
Als Hintergrund muss man ggf. noch wissen, dass beide unsere Töchter zu Beginn des laufenden Schuljahres die Schule gewechselt hatten…meine private Handynummer hatte der Patient, weil ich ihn vor circa einem Jahr behandelt habe und ihm in diesem Zug eine Nachricht geschrieben hatte.
Ich antwortete:
CK: „Hat Ihre Frau ein akutes Problem?“
Antwort AJ: “ Ja, sie nimmt seit 5 Tagen Clindamycin. Der Zahn ist bereits wurzelbehandelt. Das letzte Röntgenbild wurde vor einem Jahr gemacht“
Daraufhin habe ich der Ehefrau für den darauffolgenden Tag (=Donnerstag) einen Untersuchungstermin freigeräumt und bei dem Hauszahnarzt (ein Freund der Patientin und ferner ehemaliger Klinikkollege aus der Prothetik, der gelegentlich an uns überweist) für weitere Informationen kontaktiert.
Hier sein letztes Röntgenbild mit Erläuterung der Situation:
„Guten Morgen,
Pat kommt heute zu Euch… 15 WF 2013 / 14 WF 2010. Zystische Aufhellung seit mehr als 3 Jahren bekannt und kommuniziert. Erhaltungswürdigkeit??? „

Das angefertigte DVT (Screenshots zu einem späteren Zeitpunkt) liess den Zahn 15 als ursächlich erscheinen (u.a. übersehenes palatinales Kanalsystem bei sehr tiefer Gabelung).
Ansonsten ergab die klinisch-radiologische Untersuchung keine besonderen Erkenntnisse. Auf der bekannten Schmerzskala gab die Patientin einen Grad 4 an…
wir vereinbarten einen Revisionstermin für die darauffolgende Woche.
Freitag früh um 7:09 erhielt ich dann vom Ehemann folgende SMS:
„Guten Morgen Dr. Kaaden,vielen Dank, dass der Termin für meine Frau so rasch geklappt hat. Sie hat seit gestern Abend leider unerträgliche Zahnschmerzen trotz Ibuprofen 800. Was könnten wir da machen? Beste Grüße AJ“
Da ich an diesem Freitag nicht in der Praxis war sondern u.a. (virtuelle) Vorlesungen an der Uni hielt schlug ich dem Ehemann vor, dass seine Frau als Erstmassnahme ein stärkeres Schmerzmittel nehmen sollte (Novalgin) und sich ferner an Ihren Hauszahnarzt und Freund wenden möge…
Um 13.56 dann diese SMS:
„Hallo Dr. Kaaden. Das Novalgin schlägt bei meiner Frau leider nicht an. Kennen Sie irgendeinen Spezialisten wo meine Frau heute hingehen könnte? Unser Hauszahnarzt hat sich auf unsere Kontaktaufnahme nicht gemeldet. Beste Grüße AJ“
Was nun? Wie würden Sie sich verhalten?
Ich bin gespannt…
immer wieder laden wir von uns behandelte Patienten zu einem Recall ein.
Wirtschaftlich betrachtet ein Wahnsinn. ( ä1, Rö2 ). Die Patienten kommen mitunter nicht, sagen nicht ab und man hat eigentlich genügend Patienten die auf einen kurzfristigen Termin warten. Wir hofften mit einer SMS Erinnerung mehr zu erreichen. Diese hat sicher die Vergesslichen erinnert. Aber es gibt trotzdem noch einiges an Ausfällen.
Wir wissen nicht, warum der Patient nicht kommt.
Ist der Zahn entfernt, ist der Zahn so schmerzfrei, daß er vergessen wurde samt Termin, oder, oder, oder.
Wir lassen uns nun häufiger Röntgenbilder vom HZA zusenden und befunden diese. Ist häufig auch nicht optimal.
Nun schrieb uns ein Patient noch vor der SMS eine Mail:
Sehr geehrter Herr Dr. xxxx,
Sehr geehrtes Praxisteam,
ich habe am 24.11. um 8 Uhr 30 einen Kontrolltermin den ich absagen muss, ich befinde mich auf Montage in Brandenburg und kann den Termin nicht wahrnehmen. Ich bitte um Entschuldigung, möchte Ihnen auf diesem Wege noch mal herzlich für Ihre perfekte Arbeit danken, ich bin sehr froh das Sie mich von meinen Schmerzen befreit haben…..
DANKE
für Sie und Ihr Team alles Gute, bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen
xxxx
Das ist eine Nachricht die uns freut und hilft auch wenn wir kein Röntgenbild haben werden. Deshalb werde ich zukünftig die Patienten, welche nicht kommen, bitten, uns mitzuteilen ob es Probleme gab oder gibt.
Hier der Fall.
Den heutigen Fall möchte ich vorstellen auf Grund unseres WURZELSPITZE Plus Live-Meetings vergangenen Mittwoch. Ein Thema, das ausführlich besprochen wurde, war das Handling von MTA im Zusammenhang mit weit offenen Apices, also zum Beispiel bei Zustand nach WSR oder Frontzahntrauma bei jugendlichen Frontzähnen. Handling des MTA ´s per se (Konsistenz, Applikation in den Kanal hinein), die Anwendung von intrakanalären Einlagen und der Einsatz von Kollagen als apikale Barriere kamen zur Sprache. Mit teils sehr konträren Vorgehensweisen. Viele Wege führen nach Rom. Viel aber auch ins Nirgendwo und der Talk bestätigte die Wichtigkeit der Idee, Behandlungsoptionen bis ins kleinste Detaill vorzustellen, damit der Zuhörer anschliessend in eigener Praxis erfolgreich das präsentierte „Rezept“ nachkochen kann.
Nachfolgend ein paar Röntgenbilder und Fotos zu einem Fall, den ich in der letzten Woche behandelt habe und der wunderbar zur Thematik passt.
Die 21 jährige Patientin, Tochter eines Klassenkameraden sucht auf Wunsch der Eltern am 15. Juni diesen Jahres mit der Bitte um Rat bezüglich der Entfernung der Weisheitszähne unsere Praxis auf. Im angefertigten OPG findet sich als Zufallsbefund der Zahn 21 mit ausgedehnter apikaler Aufhellung und Zahn 22 mit stark vorangeschrittener Wurzelresorption. Letzeres ist leidlich bekannt, weil zur Abschlussbesprechung der vor einigen Jahren durchgeführten KFO – Behandlung der behandelnde Kieferorthopäde die Patientin beiläufig darauf hinwies, sie würde vermutlich irgendwann mit diesem Zahn Probleme bekommen. Im Zahnfilm wie im 3D Röntgenbild zeigt sich eine ausgedehnte apikale Knochendestruktion, ein Trauma in der Jugend, den Zahn 21 betreffend, ist nicht bekannt, aber anzunehmen. Die endodontische Behandlung erfolgte bei uns zunächst am 23.06.2020 mit Eröffnung des Zahnes 21, initialer Wurzelkanalbehandlung, intensiver Spülung (schall- und laseraktiviert) sowie abschliessender Ledermix- Einlage und Cavitätenverschluss mit Teflon/Cavit/Glasionomerzement. Die telefonische Nachfrage am nächsten Tag ergibt Schmerzfreiheit und unauffällige Ergebnisse. Jedoch am 29.06. Wiedervorstellung, wegen Schmerzen und einer leichten vestibulären Schwellung in regio 21,22. Ich inzidiere, minimaler Pusabfluss. Am 03.08. erfolgt die geplante Weiterbehandlung, wie immer in solchen Fällen mit einer 16 wöchigen Calciumhydroxid- Einlage. Bei der Wiedereröffnung des Zahnes am 16.11. zeigt sich am Foramen apicale eine deutliche und erstaunlich feste Reossifizierung, die auch Manipulationsversuchen mit einem Terauchi-Instrument widersteht. Die WF in Form eines apikalen MTA – Verschlusses erfolgt in gleicher Sitzung. Eine Überpressung von MTA in den periapikalen Raum wird vermieden, ein Kollagenwiderlager ist nicht notwendig. Der Backfill mittels warmer Guttapercha und Sealer, von uns immer am Tag danach geplant, wird wegen Totalstillstand der Praxis (Saugmaschine defekt) dann am 20.11.2020 durchgeführt. Im WF- Kontrolle- Zahnfilm ist ein beginnende ossäre Reossifikation zu erahnen. Das Feedback der Patientin am Tag danach. Alles okay!
von Jörg Schröder
Kronen-Wurzelfrakturen gehören für mich mit zu den herausforderndsten Behandlungen im Bereich der dentalen Traumatologie. Zum einen, weil die davon betroffenen Patienten zumeist recht jung sind und zum anderen weil uns diese Patienten häufig erst mit deutlichem Zeitverzug aufsuchen.
Die Herausforderung liegt in der Notwendigkeit die oftmals äquicrestal oder leicht subcrestal gelegenen Frakturen so darzustellen, dass das Fragment im Idealfall adhäsiv wiederbefestigt werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Patienten im Alter zwischen 6 und 10 Jahren das Wurzelwachstum oftmals nicht abgeschlossen ist und ein Vitalerhalt zumindest der intraradikulären Pulpaanteile ein wünschenswerter Behandlungsausgang wäre.
Somit sind die pulpaerhaltenden Massnahmen und das Reattachment meist in einer Sitzung zu erbringen. Die Compliance der jungen Patienten hoch zu halten und dennoch konzentriert zu arbeiten empfinde ich als besonders anstrengend, da ich nach aussen den Lockeren gebe und mich aber innerlich – auch bei optimaler Vorplanung – höchst angespannt fühle.
In nachfolgendem Fall war das Fragment alio loco als Erstmassnahme im Schmelzbereich befestigt worden, um in einem zweiten Behandlungsschritt dann endodontisch behandelt zu werden. Da das Wurzelwachstum bei diesem 9-jährigen Jungen bereits deutlich vorangeschritten war, hatte der endodontisch erfahrene Überweiser von einem reparativen Verfahren im Sinne einer Revitalisierung Abstand genommen. Es wurde vereinbart, dass zunächst die Wurzelfüllung bis ins mittlere Wurzeldrittel erfolgen solle, damit dann in unserer Praxis das Reattachment durchgeführt werden konnte.
Leider löste sich wenige Tage nach der Obturation das Fragment und wurde im Notdienst stark disloziert adhäsiv verankert, sodass nun neben dem geforderten chirurgischen Freilegen noch das Problem der Fragmentpassung zu lösen war.
Die Detektion der vorhandenen Kompositmassen erfolgte mittels einer LED-Lampe die Licht einer Wellenlänge von 405nm emittiert. Fluoreszierende Komposite stellen sich dabei in einer gletschereisblauen Farbe dar. Dieses Verfahren wurde von Thomas Connert et. al. im Dental Traumatology beschrieben:
Nachdem das Komposit labial abgesprengt werden konnte, wurde das Fragment durch Verkanten der Kürette im Bruchspalt gelöst. Nach Entfernung (Vorsicht!: immer mit dem Sauger großen Abstand halten!) desselben wurde auch die palatinale Gingiva mobilisiert, wobei die Papilla inzisiva umschnitten wurde.
Anschliessend wurden allen an der Wurzel und am Fragment anhaftenden Weichgewebe entfernt. Das Fragment wird in der Zwischenzeit immer nass gelagert (sterile Kochsalzlösung). Die Kompositreste auf dem Fragment verhinderten die korrekte Positionierung, sodass erneut die Fluoreszenz-Methode zur Erkennung der anhaftenden Kunststoffmaterialien eingesetzt wurde. Die Entfernung gelang mittels scharfer Kürette und viel Geduld.
Aufgrund idealer Hämostase konnte nun die zahnseitige Bruchfläche konditioniert werden.
Die Konditionierung des Fragmentes erfolgt idealerweise zuvor. Die Lagerung des Fragmentes sollte bei Verwenden eines dualhärtenden Bondings unter Lichtschutz erfolgen. Nach adhäsiver Befestigung mittels dualhärtendem Komposit wurden die geringen Überschüsse entfernt und die durch Schmelzaussprengung verursachten Hartsubstanzdefizite mittels Flowkomposit ergänzt. Den Abschluss nach fast 2 Stunden bildete der Nahtverschluss mit monofiler Naht der Stärke 7/0.
Die Fragmententfernung ist bei gut einsehbaren Fragmenten zu einem Routinefall geworden.
Letzte Woche hatten wir so einen Fall. Im ersten Moment waren wir, insbesondere ich erstmal ziemlich ratlos.
Uns ist ein großes Fragment abgebrochen. Nach der Wurzelfüllung.
Vom Hitzeplugger ist das (apikale), bzw. untere Stück abgebrochen und im Handstück der Obturation Unit verblieben. Der Mitarbeiterin ist das nicht aufgefallen.
In der Vorbereitung der nachfolgenden Behandlung mit Wurzelfüllung entstand nun ein Problem. Zum Glück haben wir noch ein Zweitgerät. Der Zeitverzug war trotzdem da. Die Konzentration auf den nächsten Fall war weg…
Am Abend dann die Diagnostiksitzung. Erstmal das Teil aufgeschraubt, um festzustellen, so kommt man nicht an das Problem heran.
Unter mikroskopischer Kontrolle ließ sich dann schnell feststellen, da steckt noch etwas drin.
Mittels Ultraschall vorsichtig agierend, tat sich nichts.
Ein Fall für den Fragremover. Nach 2 Minuten war alles erledigt und raus.
Ich möchte nicht wissen, was an Reparaturkosten entstanden wäre.
Von Christoph Kaaden
Vor vier Jahren stellte sich der nachfolgende Patient erstmals bei uns vor.
Damals ging es um den Zahn 36.

Die Behandlung nach Pulpanekrose erfolgte zweizeitig und führte zu folgendem Endergebnis.

Dieses Mal wünschte der Patient unsere Einschätzung hinsichtlich des Zahnes 47 der auf dem OPG auffällig geworden war…

Auch die alio loco angefertigte Einzelaufnahme liess nichts Gutes erwarten…

Das daraufhin angefertigte kleinvol. DVT zeigte dann das volle Ausmass der externen Resorption…




an der Stelle war leider
“ Game over“
Wir haben den Patienten aber ermutigt Zahn 36 nun endlich prothetisch weiterversorgen zu lassen!
Damit es bei diesem Zahn nicht irgendwann ähnlich lauten muss…
Es ging schon eine ganze Weile. In Leipzig sind besonders wenig Covid-19 Fälle.
In Sachsen die geschützte Großstadt.
Ist das so?
Es erschien nicht logisch und kaum erklärbar.
Bis ich diesen Artikel las.
Und zur selben Zeit hatten wir erste Informationen erhalten, daß wir in der Praxis infizierte Patienten behandelt haben. Zuerst kam die Info vom Patient. 5 Stunden später kam die Meldung vom Gesundheitsamt. Nach dem wir unsere Schutzmaßnahmen erwähnten, ffp2-Maske für Behandler und Assistenz, 1% ige H2O2 Mundspülung des Patienten für 1 Minute, Behandlungen weitgehend unter Kofferdam, Rezeption Spuckschutz und Nasen/Mundschutz, kein Kontakt im Wartebereich mit weiteren Personen, P 2,5 Partikelfilter im Behandlungsbereich und Wartebereich und zwingende berührungsfreie Händedesinfektion beim Praxiseintritt wurde uns gesagt: Sie können weiter behandeln keine weiteren Maßnahmen notwendig. Kein Test.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Test erfolgt. Die Assistenz zeigte Symptome einer Tonsillitis allerdings bereits vor Covidkontakt, die Behndlerin war symptomfrei. Beide Tests waren negativ.
(Der Covid-19 Kontakt erfolgte bei einer Wundrevision ohne Kofferdam.)
Zwei Wochen später hatte eine Assistenz Covid-19 Kontakt ohne Sicherheitsabstand, ohne Mundnasenschutz über 3-4 Stunden am Vortag und 5 Tage zuvor mit der selben Person. Sie hatte keine Symptome. Das Gesundheitsamt hat uns nicht informiert.
Ein PCR Test wurde von mehreren Ärzten abgelehnt. Trotz der Zusage durch die LZK Sachsen, daß für jeden Mitarbeiter ein Test pro Woche möglich ist.
Die Mitarbeiterin musste nach einer langen Arztodysee zum 30km außerhalb liegenden Flughafen (Testcenter) fahren um sich testen zu lassen.
Der Test war negativ.
Nun frage ich mich nicht mehr, warum wir weniger Fallzahlen haben. Es wird wahrscheinlich auch weniger getestet.
Eine Woche später diese Meldung:
COVID-19: Sachsens Zahnärzte dürfen sich selbst und Personal testen
Ab sofort haben Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte in Sachsen die Möglichkeit, SARS-CoV-2-Antigentests als sogenannte PoC-Antigen-Tests (Point-of-Care-Antigen-Schnelltests) ausschließlich für sich selbst und das Praxispersonal eigenverantwortlich direkt in den eigenen Praxisräumen durchzuführen – und dies einmal wöchentlich. Dabei dürfen nur Antigen-Tests verwendet werden, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet.
Es wird dringend empfohlen, den Schnelltest nur bei asymptomatischen Mitarbeitern durchzuführen. Personen, die Symptome zeigen und/oder mit Infizierten persönlichen Kontakt hatten, sollten sich immer an das Gesundheitsamt oder eine ärztliche Praxis für einen PCR-Test wenden.
Es sind noch nicht alle Abrechnungsmodalitäten geklärt. Laut KZV Sachsen steht jedoch fest, dass lediglich die Sachkosten für den Antigen-Schnelltest in Höhe der Beschaffungskosten von maximal 7 Euro je Test, abzüglich 3,5 % Verwaltungskosten erstattet werden. Vermutlich wird die Abrechnung je Quartal erfolgen.
In jedem Fall ist ein Nachweis über den angewendeten Test zu führen und die KZV Sachsen rät, Rechnungen, Lieferscheine und Testnachweise für die Abrechnung aufzubewahren.
Quintessenz für mich: Schütze Dich selbst mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Niemand anderes macht das für Dich und verlass Dich nicht auf Versprechungen.
Tests sind nicht einfach zu bekommen und Antigentest benötigen immer eine Bestätigung im positiven Fall durch einen PCR Test.
Morgen abend ist es soweit.
Mittwoch 18.11.2020
20 Uhr.
Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE!
Das Ganze findet statt via GOTO Meeting.
Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorab die App herunterladen.
Das Ganze funktioniert auf PC und Apple Desktops sowie auf mobilen Geräten wie Ipad und Iphone, auf anderen Smartphones vermutlich auch, aber nicht getestet bislang.
Und es ist vermutlich sinnvoll für Alle, die etwas wissen wollen, gegebenenfalls Fotos und Röntgenbilder bereitzuhalten, damit wir uns diese zusammen anschauen können.
Den Zugangscode findet man bei WURZELSPITZE Plus. Hier.
Wir sind gespannt.
Sollte es gut laufen, wird es noch in diesem Jahr – kurz vor Weihnachten – eine weitere Episode geben.
von Jörg Schröder
Das DVT in der Endodontie. Anfangs heiß diskutiert und teilweise mehr als nur kontrovers diskutiert.
Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt. Und das DVT mein Denken geändert.
Die Planung der Behandlung erfolgt am Bildschirm:
Die voraussichtliche Arbeitslänge wird bestimmt. Abzüglich eines Sicherheitsbehaltes können so durch die Mitarbeiterinnen pro Kanalsystem vorab die rotierenden Instrumente für den maschinellen Gleitpfad vorbereitet werden. Wobei Krümmung und Anordnung im Raum das Feilen-System bestimmen.
Die Lage der Kanaleingänge und die zu erwartenden Kanalquerschnitte können erfasst und das Vorgehen exakt geplant werden. Welche Instrumente werden bei der Aufbereitung des koronal sehr schmalen und mehrere Orifizien aufweisenden distalen Kanalsystems notwendig sein. In welcher Reihenfolge werden diese eingesetzt?
Welches Kanalsystem wird bei konfluierenden Kanälen zuerst aufbereitet? Bei abrupten Krümmungen entscheidend um eine Stufenbildung oder gar eine Fraktur zu verhindern.
So geplant, verliert so manche Aufgabe ihren Schrecken.
Welche Hürden galt es in vorliegendem Fall zu meistern?
D war extrem obliteriert, wies koronal mehrere Orifizien auf, alle Kanäle konfluierten im mittleren Drittel um nach der Konfluation rundlich und in deutlicher Krümmung nach apikal zu verlaufen.
MB war hier der Kanal, der den geschmeidigsten Weg nach apikal aufwies. Daher wurde absolut kein Versuch unternommen aus ML zuerst nach apikal zu gelangen. Selsbt als MB bis 20/04 aufbereitet worden war, gelang es nicht eine vorgebogene 008 um die Konfluation zu bewegen. Erst als MB bis 30/04 erweitert war, konnte der apikale Anteil des mesialen Kanalsystems aus ML heraus instrumentiert werden, um ein gleichmässigens Zusammentreffen von MB und ML zu erzielen.
Leider konnte ich die Umfrage, welches Gerät ich aus der brennenden Praxis retten würde, nicht ganz korrekt beantworten. Mein Dream-Team ist definitiv mein Mikroskop und unser hochauflösendes DVT.
Zu Beginn des Jahres war ich froh, auf unseren 3D- Drucker zurückgreifen zu können.
Mit Bordmitteln (FDM 3D- Drucker, PLA- Material und Plastikfolie) wurde mein Team schnell mit Gesichtsschildern zur Covid – Prophylaxe ausgestattet.
Die funktionierten.
Gut.
Lediglich eine Assistentin hatte das Pech, ihr Gestell immer wieder zu zerbrechen.
Kürzlich kam sie mit einem Gesichtsschild an, das ihr Ehemann bei Amazon bestellt hatte. Und was soll ich sagen. Das Teil ist ganz hervorragend. Keines dieser zu Beginn der Pandemie häufig anzutreffenden Billigprodukte, die preislich ambitioniert angeboten wurden.
Es schützt sehr gut, macht einen stabilen Eindruck, lässt sich bequem tragen, beschlägt nicht und man kann sogar unsere China – Lupen-Brille drunter tragen.
Kostenpunkt 16 Euro + Versand.
Dafür lohnt sich, bei deutliche besserem Handling, der Selbstdruck nicht.
Ich habe das gesamte Team damit ausgerüstet.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Von Christoph Kaaden
Von der Häufung gleichgearteter Behandlungen innerhalb kurzer Zeitabstände habe ich in der Vergangenheit hier, hier oder hier berichtet.
Insbesondere in dieser Woche erfasst uns die Frontzahn-„Welle“. Ich werde in zukünftigen Beiträgen über die genauen Hintergründe der einzelnen klinischen Fälle berichten.
Hier also schon mal die 10 (!) Situation die wir in dieser Woche behandelt bzw. erstuntersucht haben in der Reihenfolge, wie diese bei uns „stattfanden“.

Leider entwickelte der Zahn kurz nach Eingliederung der definitiven Krone eine Fistel…

Wir führten nach eingehender Beratung der Patientin (ärztliche Kollegin) eine Revision durch. U.a. Corona-bedingt verzögerte sich der Abschluss der Behandlung erheblich.
Positiv zu vermerken ist, dass der lange Zeitraum der Behandlungspause dazu geführt hat, dass bereits eine klare Heilungstedenz erkennbar ist…

Bei dem zweiten Patienten am Montag handelt es sich um den 10-jährigen Carlos.
Hier der sehr umfassende Arztbericht der Überweiserpraxis



Fall III des Montags war der Behandlungsbeginn einer Revision bei Zustand nach endodontischer Vorbehandlung und Resektion

Als klinisch etwas „tricky“ gestaltete sich die Entfernung des „unorthodox“ eingebrachten Glasfaserstiftes.
Der „Durchbruch“ gelang mittels diamantiertem Ultraschallansatz der schliesslich zu einer Lockerung des adhäsiven Verbunds führte.

Die nächste Patientin war ein 19-jähriges Mädel, dass vor zwei Jahren beim Skifahren ein Frontzahntrauma erlitten hatte.
Klinischer imponierte mittlerweile eine deutliche Verfärbung die sich auch bei der Trepanation des Dentins deutlich präsentierte…

Die nächste 26-jährige Patientin konnte sich an kein Trauma in der jüngeren Vergangenheit erinnern…
während die Nachbarzähne eindeutlich vital reagierten zeigte Zahn 31 alle klinisch-radiologischen Zeichen eine Nekrose mit apikaler Pathologie…

Bei dem nachfolgenden 67-jährigen Patienten stellte sich die Situation aufgrund seiner Vorerkrankungen (metastasierendes Prostata-CA mit geplanter Bisphosponat-Therapie) als etwas komplizierter dar.
Eine Entfernung weiterer Zähne soll unbedingt vermieden werden…


Als nächstes in der Woche stand die Behandlung eines 12-jährigen Jungen an, bei dessem Eckzahn eine ungewöhnliche Resorption evident geworden war. Klinisch und radiologisch hätte ich diese eigentlich als primär extern eingestuft… obgleich die „Eintrittspforte“ inzisal zu liegen schien…


Bei dem Eckzahn dieser 66-jährigen Patientin gelang es dem Zuweiser nicht das Kanalsystem aufzufinden…

Bevor es zu einer Perforation kam überwies er die Patientin zu uns…

Fall Nummer neun ist wieder ein Traumafall.

Leider ist die Prognose der unphysiologisch gelagerten Zähne nicht optimal…
Und auch in dem 10. Fall war eine traumatische Verletzungini Form einer unkomplizierten Kronenfraktur der Grund für eine anstehende Behandlung…


Demnächst berichte ich Ihnen also weiter von dieser Frontzahn-„Welle“…
stay tuned…
Häufig kommen Patienten in unsere Praxis mit der Fragestellung: Erbitte DVT …
Das DVT erstellen und die entsprechende Datei auf eine CD zu brennen ist keine große Hürde. Diese CD wurde dem Patienten ausgehändigt.
Die Beschriftung erfolgt mit einem Folienschreiber.
Der Patient zahlt in der Regel einen dreistelligen Betrag dafür und bekommt ein Papiertütchen mit einer selbstgebrannten CD und schwer lesbarer Beschriftung.
Das entsprach nicht meinen Vorstellungen.
Weiter im WURZELSPITZE Plus – Beitrag geht es hier.

Mittwoch
18. November.
20 Uhr.
Ein neues Format für die WURZELSPITZE Plus-Teilnehmer.
Wie soll ´s aussehen ?
Die Idee ist, dass vermutlich Jeder der hier Mitlesenden ein paar Dinge hat, wo er für einen Rat dankbar wäre. Das kann ein Patientenfall sein, eine Frage zur Praxisorganisation oder vielleicht eine bestimmte endodontische Vorgehensweise betreffend.
Also – fragt uns. Egal, was euch auf dem Herzen liegt.
Am 18. November, um 20 Uhr stehen wir 45 Minuten lang Rede und Antwort.
Live.
Per Telekonferenz.
Wie findet Ihr die Idee?
Schreibt uns in die Kommentare.
Gerne auch schon Ideen. Worüber sollen wir reden ?
Eure Fragen . Wir antworten LIVE 18.11.2020
Mi., 18. Nov. 2020 20:00 – 22:30 (CET)
Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.
https://global.gotomeeting.com/join/125825589
Zugangscode: 125-825-589
von Jörg Schröder
Eine Gretchenfrage zum Wochenbeginn.
Was empfehle ich den Patienten, deren Beschwerden an einem Zahn mit (noch) vitaler Pulpa mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Haarriss ausgehen, der in der Pulpakammer endet?
Wann empfehle ich die Extraktion? Wann entscheide ich mich für einen Erhaltungsversuch?
Aufgrund unklarer Beschwerden im rechten Oberkiefer wurden im nachfolgendem Behandlungsfall alio loco die Zähne 15,16 und 17 anbehandelt.
Zahn 16 wurde trepaniert und ein endodontische Behandlung eingeleitet. Die stark obliterierten mesialen Kanalsysteme MB1 und MB2 konnten nicht, DB zur Hälfte und P vollständig erschlossen werden. Nach der Einlage von CaOH2 persistierten die Beschwerden weiterhin.
Bei Zahn 15 wurde die vorhandene Teilkrone entfernt und durch eine kurzzeitprovisorische Füllung „ersetzt“.
Die Krone an 17 wurde entfernt, der Zahn trepaniert und nachdem die Kanalsysteme nicht erschlossen werden konnten wurde nur die Zugangskavität kurzzeitprovisorisch verschlossen.
Nach klinischer Untersuchung (deutliche Perkussionsempfindlichkeit mit palpatorischer Druckdolenz an 16, geringe Perkussionsempfindlichkeit 15, dort positiver Sensibilitätstest) und Auswertung des DVT habe ich folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
Klinisch imponierte an Zahn 15 ein von der mesialen Randleiste startender und das Pulpakammerdach vollständig durchziehender Haarriss, der auf Höhe des mesialen Gingivarandes in die Pulpakammer eintritt und ab dort nicht weiter verfolgt werden konnte.
Nach initialer Aufbereitung bis zur Konfluation – nach schall- und ultraschallunterstützter Irrigation kam es zu einem Flüssigkeitsaustausch zwischen B und P – wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Aufgrund der im gleichen Termin noch geplanten endodontischen Behandlung von Zahn 16, habe ich die Approximalräume nicht so präzise gestalten können, sodass der distale Kontaktpunkt zu 16 nicht vorhanden ist.
In Zahn 16 waren MB1 und besonders MB2 stark obliteriert, sodass die Gesamtbehandlungsdauer die 3-Stundengrenze knapp erreichte.
Welche Entscheidung treffen Sie im Hinblick auf die weitere Behandlung des 15? Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt.
von Jörg Schröder
Wir schreiben das Jahr 2020. Mikroskopgestützte Endodontie ist sehr mehr als 20 Jahren bekannt. Und dennoch werden immer wieder Behandlungsversuche unternommen, die ohne Mikroskop zum Scheitern verurteilt sind. Denen man das zugrunde liegende Risiko bereits im präoperativen Bild ansehen kann. Wenn man genau hinschaut.
Und das Fremdschämen-Gefühl stellt sich bei mir dann ein, wenn der Patient von der Vielzahl der Behandlungsversuche berichtet, die zum aktuellen Zustand geführt haben.
Beeindruckend der Unterschied zwischen der also loco durchgeführten Messaufnahme und meinem am Beratungstag erstellten Einzelbild. Da schwante mir schon nichts Gutes.
Das DVT zeigt das ganze Ausmass der Zerstörung. 4 mm subcrestal liegt der tiefste Punkt der iatrogenen Perforation. Der Originalkanal wurde auf ebendieser Strecke gestrippt. Der Zahn mesiolingual geradezu pulverisiert.
Ich habe dem Patienten (Selbstzahler) zum Implantat geraten.
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier über die Montage unserer Centro-Säule berichtet.
Das Gros des Projektes betreute Mario Horvart, der bereits beim Neustart 2012 unser ProErgo montiert hatte. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht.
Um das Pico an die Centro-Säule umzusetzen war es notwendig einen längeren Arm und Lichtleiter zu benutzen. Bei der Centro-Säule handelte es sich um ein gebrauchtes Modell, welches Mario Horvart erstanden hatte.
Als sehr zeitaufwändig stellte sich die Anbindung der Mikroskop-Kamera mittels HDMI- Kabel an den Flatscreen dar.
Insgesamt dauerte die Montage von 8:00 bis 18:00.
Geplant waren ursprünglich circa sechs Stunden.
Leider war es wegen des fehlenden Adapters nicht möglich auch das digitale Röntgen wieder in Betrieb zu nehmen.
Dieses Projekt übernahm der unabhängig Techniker Damir Zupcevic.
Über die Firma Chirana liess er den zeigten Adapter herstellen und führte die Montage durch.
Ich bin allen Beteiligten für deren Arbeit dankbar; insbesondere Damir.


Jetzt ist auf absehbare Zeit erstmal kein weiteres Projekt dieser Größe angedacht…
Die Patientin kam in unsere Praxis ohne Beschwerden am Zahn 16.
Eine Brücke war vor mehreren Monaten inseriert und nun imponierte eine Fistel am Zahn 16. Lockerungsgrade waren nicht messbar, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Im angefertigten DVT stellte sich eine ausgedehnte P. apicalis an jeder Wurzel dar. Selbst interradiculär erschien die Ostelyse manifest zu sein.
Alles sprach für eine verhaltene Prognosestellung. Sie Patientin wünschte unbedingt den versuch der Erhaltung, da eine Implantation für Sie nicht in Frage kam.
Die Behandlung lief fast nach Plan. Der Kanal mb2 war nicht patent. Für uns ein weiterer Hinweis für ungünstiges Prognose. Beschwerden hatte die Patientin nie.
Im 6Monatsrecall überraschte uns die Patientin mit einem fast vollständigen Heilung im 2D Röntgenbild. Der Fistelgang, bzw. das Fistelmaul war nicht mehr erkennbar.
Gerne hätte ich mir das Ergebnis im 3D Röntgenbild bestätigen lassen. Für uns war aber keine ernsthafte therapeutisch Indikation gegeben.
Oder hätten Sie anders entschieden?
Nachfolgend die Ergebnisse der WURZELSPITZE – Umfrage. Die Bewertung/Analyse der Daten erfolgt in einem gesonderten Beitrag.
ICH ARBEITE MIT OP- MIKROSKOP
81,16 Prozent arbeiten mit OPM.
MIT WELCHEM MODELL ?
Zeiss Pico 33,85 %
Zeiss Extaro 7,69%
Zeiss Pro Ergo 26,15%
Zeiss Pro Magis 6,15%
CJ Flexion 10,77%
Kaps 1,54%
Leica 3,08%
Zumax 1,54%
Andere 9,23%
FÜR ZAHNFILME ARBEITE ICH MIT
analogem Film 1,49 %
Speicherfolien 58,21%
Sensorsystem 40,3%
ICH HABE ALS KLEINRÖNTGENGERÄT
ein Gerät in der Praxis 25,37%
ein einziges Gerät an einem einzigen Behandlungstuhl 4,48%
pro Behandlungsstuhl jeweils ein Röntgengerät 50.75%
eine andere Variante 19,4 %
WIR HABEN IN UNSERER PRAXIS …
kein DVT 46,97%
ein Morita F40/R100 DVT 12,12%
ein Morita X 800 DVT 13,64%
ein Kavo DVT 3,03%
ein Planmega DVT 4,55%
ein Orange Va Tech DVT 4,55%
ein anderes DVT Gerät 15,15%
ZUR SPÜLUNG VON WURZELKANÄLEN NUTZE ICH
VDW Eddy 63,83%
Ultraschall 27,66%
Laser 6,38%
Keine der genannten Varianten 2,13%
ZUR MASCHINELLEN AUFBEREITUNG VERWENDE ICH
VDW Silber 7,89%
VDW Gold 15,79%
Endopilot 18,42%
Morita Dentaport 0%
Dentsply Sirona Xsmart 14,47%
VDW IConnect Drive/Dentsply Sirona Xsmart IQ 18,42%
Morita Tri Auto ZX 2 3,95%
ein anderes Gerät 21,05%
MEINE MEIST VERWENDETEN MASCHINELLEN AUFBEREITUNGSINSTRUMENTE SIND
Mehrfachnennung war möglich
VDW Reciproc 11,67%
VDW Reciproc Blue 8,33%
Wave One Gold 20,83%
VDW MTwo 7,5%
VDW Rotate 1,67%
ProTaper Universal/Gold/Next 15,83%
VDW Flexmaster 3,33%
Maillefer ProFile 6,67%
Coltene Hyflex CM/EDM 15%
FKG Race/Biorace 0,83%
FKG Endoshaper 2,5%
FKG Endofinisher 1,67%
ein anderes Instrument 4,17%
ICH VERWENDE ZUM ELEKTRIISCHEN LÄNGENMESSUNG ALS APEXLOKATOR DAS
Mehrfachnennung war möglich
Root ZX 20,24%
Root ZX Mini 11,9%
Raypex 6 14,29%
Raypex4/Raypex 5 9,52%
Endopilot 17,86%
VDW Gold 8,33%
ein anderes Gerät 17,86%
ICH VERSCHLIESSE DIE WURZELKANÄLE ZUR WF ROUTINEMÄSSIG
in Einstift – Technik 27,69%
in lateraler Kondensation 4,62%
in Warm Vertical Compaction nach Schilder 33,85%
in Continous Wave Teqnie nach Buchanan 32,31%
in Squirt- Technik 1,54%
ALS SEALER FÜR DIE WF NUTZE ICH
einen Sealer auf Epoxidharz- Basis z.B. AH Plus 61,9%
einen Tri Calcium Silicat Sealer z.B. TotalFill 31,75%
einen Sealer auf Zinkoxid Eugenol – Basis z.B. Kerr PCS oder Endomethasone 3,17%
einen Sealer auf Silikon-Basis z. B. GuttaFlow 3,17%
ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER ENDO
Nie 0%
Selten 3,03%
wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 3,03%
Fast immer 13,64%
Immer 80,3%
ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER COMPOSITE – FÜLLUNG
Nie 7,46%
Selten 29,85%
wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 17,91%
Überwiegend 10,45%
Fast immer 17,91%
Immer 16,42%
ICH LASSE ZÄHNE BEI DER ENDO OFFEN
Mehrfachnennung war möglich
wenn es schnell gehen muss 2,6%
Im Notdienst 5,19%
Bei Pus/Sekret 9,09%
bei devitalen Zähnen 0%
routinemäßig wenn ich die Indikation dazu sehe 2,6%
extrem selten (ca 1 – 2 mal im Jahr) 24,68%
Nie 55,84%
WELCHES SIND DIE GERÄTE, AUF DIE MAN IN DER MODERNEN ENDODONTIE NICHT VERZICHTEN KANN?
Mehrfachnennung war möglich
OP- Mikroskop 14,36%
Apexlokator 16,85%
Schall/Ultraschall- Spülung 12,98%
Maschinelle Nickel-Titan -Instrumente 14,92%
Kofferdam 16,02%
Geräte für die Warme Guttapercha- Technik 7,18%
Digitales Kleinröntgen 11,33%
DVT 6,35%
WELCHES IST DAS WICHTIGSTE GERÄT IN DER ENDODONTIE
wenn ich nur ein Gerät aus dem brennenden Haus retten könnte
OP- Mikroskop 38,46%
Apexlokator 29,23 %
Schall/Ultraschallspülung 0%
Maschinelle Nickel- Titan Instrumente 7,69%
Kofferdam 18,46%
Geräte für die Warme Guttapercha-Technik 0%
Digitales Kleinröntgen 3,08%
DVT 3,08%
von Jörg Schröder
Bereits der erste Blick auf das Einzelbild lässt sofort den Gedanken an ein c-förmiges Kanalsystem aufkommen. Zahn 47 und ein pfahlförmige Wurzelkontur.
Nicht selten jedoch ist zwar die Grundanlage ein „C“ praktisch reicht das Spektrum von rundlichen Kanaleingängen die, miteinander verbunden, in der Aufsicht ein „C“ ergeben bis hin zu Kanalanordnungen, die einem Semikolon entsprechen.
Häufig zu beobachten sind dabei Kommunikationen im mittleren und/oder unteren Kanaldrittel.
Während MB und D trotz der multiplanaren Krümmung von ML recht unkompliziert mittels rNiTi erschlossen werden konnten (für die koronalen 4/5 habe ich ProFile-Instrumente, für das letzte Fünftel PathFiles eingesetzt) war MB mehr oder weniger unwillig.
Nach ca. 13 mm lief die ProFile 15/04 wie gegen eine Wand. Um nicht im Nirgendwo zu enden oder gar zu perforieren, habe ich daher die Masterpoint- Aufnahme zur Orientierung genutzt. Da sich die bis zur gedachten Konfluation verbliebene Strecke als kurz (3mm) herausstellte, kamen zur finalen Aufbereitung ein Satz neuer ProFiles zum Einsatz, obwohl die benutzten nicht aufgedreht erschienen.
Nach unter 1 Minute war der Kanal gängig und die Konfluation mit D konnte per eingebrachten Papierspitze visualisiert werden.
Immer wieder schön zu sehen, dass sich eine mit Überlegung gepaarte Beharrlichkeit auszahlt.
Wo ist die Zeit hin ?
Irgendwie ist mit Corona bei mir nix so wie bei den anderen. Ich hatte keine zusätzliche Zeit und ich habe auch nicht an Gewicht zugelegt. Konnte weder Speicher noch Keller aufräumen und keinen Garten in Ordnung bringen.
Und jetzt ist schon Ende Oktober und ich frage mich, wo ist das letzte halbe Jahr hin ?
Aber nun möchte ich den Faden wieder aufnehmen. Es muss ja weitergehen. Irgendwie. Packen wir es an. Wir waren stehen geblieben bei der Frage: „Bin ich verpflichtet, dem Kassenpatienten eine kostenlose Endo anzubieten ?“
Und der unangenehmen Tatsache, dass ich als Kassenzahnarzt auf diese Frage mit einem uneingeschränkten „JA“ antworten muss.
Weiter geht es hier.
Von Christoph Kaaden
Nach fast neun Jahren eigener Praxis kann von „Neustart“ sicher nicht mehr die Rede sein.
Heute berichte ich trotzdem über dieses Topic und stelle das jüngste Update zu dieser bzw. dieser Thematik vor.:
Die Anschaffung der zwei digitalen Röntgengeräte (Einzel-Röntgen mit Sensor und DVT) für unser zweites Behandlungszimmer (aka Untersuchungs-/Befundungszimmer) hat uns seiner Zeit um „Lichtjahre“ vorangebracht.
Etwas später habe ich dann noch ein weiteres Dentalmikroskop angeschafft. Unter anderem aus Platzgründen war es nicht möglich ein weiteres Zeiss ProErgo zu wählen.
Daher fiel unsere Wahl auf ein Zeiss Pico mit Xenon-Beleuchtung etc. auf einem Rollstativ.
Schnell wurde klar, dass diese „Lösung“ suboptimal ist…
ein Bild zeigt sofort warum…


der Aufwand das Mikroskop bei „Bedarf“ in Position zu bringen war immer enorm. Von der Dokumentationsfähigkeit der Behandlung mittels Kamera etc. ganz zu schweigen…
Daher entschied ich mich nach einiger Zeit für die Anschaffung und Installation einer weiteren Centro-Säule.
Die baulichen Vorkehrungen etc. dafür waren bei dem Umbau 2011/2012 getroffen worden…
trotzdem gestaltete sich die Umsetzung, wie leider eigentlich immer, als hürdenreich…

als Hauptproblem ergab sich die Tatsache, dass es für unseren Planmeca-„Röntgenarm“ keinen Adapter zur Centro-Säule gab (was im Vorfeld mit mir so _nicht_ kommuniziert wurde )
… daher bedeutete dies eine individuelle Anfertigung…
was dies u.a zeitlich etc bedeutet wird daher auch schnell klar…
hier schon mal ein paar Aufnahmen zu dem dann individuell hergestellten Adapter…


mehr dazu und den weiteren Problemen aber zu einem anderen Zeitpunkt…
Die Patientin kam mit Beschwerden zu uns. Ein Druckgefühl links oben Regio 25. Manchmal hatte sie auch ein Taubheitsgeühl.
Der Zahn 26 erschien uns als mögliche Ursache. Die Sensibilität war fraglich, der Lockerungsgrad 0 und die Sondierungstiefen waren zirkulär zw. 4-6mm. 27 zeigte eine eindeutig positive Sensibilität auf Kälte palatinal und buccal.
Im Zahnfilm war die apikale Region von 26 fast unauffällig. Das Keramikimplantat zeigte allerdings nach 2 Jahren vertikale Knochenein- brüche. Im angefertigten DVT waren ungewöhnlich große Artefakte durch das Implantat zu erkennen. Bisher hatten wir derartige Artefakte noch nie gesehen.
Laut Hauszahnarzt ist dies ein einteiliges Zirkonimplantat.
Wir arbeiten mit dem F40 von Morita, da stellt sich die Frage, wie sehen diese Aufnahmen mit dem X800 aus? Die Artefakte sollen deutlich reduziert sein.
Wer hat eine Antwort?
Im klinischen Bild zeigt sich eine Vertikalfraktur, die in beide mesiale Kanäle zog. Leider für uns ein Zahn aus der Kategorie: Unrettbar.
Anbei die Bilder:
Noch als ich das ich das Paket öffnete, war ich der festen Überzeugung, Geld zum Fenster rausgeschmissen zu haben. Gut, es waren nur 11 Euro, aber für China Plastik-Schrott sind auch kleinste Beträge zuviel, vom Umweltgedanken ganz abgesehen. Vor mit liegt eine Plastik- Lupenbrille. In leicht mattem Weiss, von der Formensprache her an einer DCI Video Drohne allererster Generation erinnernd, allerdings nur die Billig-Kopie davon, was einiges heissen will. In einem stabilen und haptisch überraschend solide daherkommenden schwarzen Extra-Kästchen dabeiliegend 4 Plastikvorsätze in Dioptrienstärke 1.0, 1.5, 2, 2.5, 3.5.
Die eigentlichen Vergrößerungshilfen.
Ich wähle einen Plastikvorsatz, schiebe ihn in die vorgesehene Halterung.
Er rastet solide ein, ich setze die Brille auf und bin bass erstaunt.
Man sieht – erstaunlich gut.
Was schon mal per se ein Statement ist, denn ich arbeite seit 30 Jahren mit Lupenbrille. Zunächst mit einer Keeler 2,5 Dioptrien-Klappbrille, später dann wurde es ein Orascoptic 4,3 TTL Modell.
Die Messlatte liegt also hoch.
Eigentlich hatte ich die CLB (China – Lupenbrille), ein Tipp von Michael Logies via Zahnmed, für einer meiner Assistentinnen bestellt. Wir werden alle älter und eine gewisse Altersweitsichtigkeit hat nach mir nun auch ein Teil meines Teams erreicht.
Aber natürlich will ich wissen, wie gut oder schlecht die CLB funktioniert, daher tausche ich für einen Tag mit meinen optischen Referenzgläsern.
Die CLB liegt (meiner) Kopfform gut an, die Nasenbügel lassen sich durch leichtes Biegen justieren. Ohne eingebaute Batterien (ja, die CLB verfügt über eine integrierte LED-Beleuchtung) trägt die CLB wenig auf, was Grundvoraussetzung ist dafür, dass man die Sehhilfe über den Tag hinweg akzeptiert. Die Beleuchtung kann professionelle dentale Lösungen nicht ersetzen, für kleinere Tätigkeiten im Zahnlabor oder Steri ist sie jedoch auf jeden Fall eine Unterstützung.
Ich arbeite dennoch ohne das LED-Licht, um das Gewicht der Konstruktion über dem Nasensteg geringer zu halten. So bringt mich die CLB gut durch den Tag. Sowohl Brillen – wie auch Lichtposition lassen sich in ihrer Neigung unabhängig voneinander variieren, Vermutlich findet so jeder die für ihn angenehme Blick-Position.
Kommen wir zum Fazit.
Für das schon ein Tag Arbeiten ausreicht.
Wegen 10 Euro 99 Cent nämlich muss ich nicht länger nachdenken. Die CLB ist ein Knüller und sollte jedem Zahnmedizinstudent der Welt am Tage seines Studienbeginns als Geschenk überreicht werden. Werden professionelle Lupenbrillen dadurch obsolet ? Auf gar keinen Fall. Aber die CLB ist irgendwie eine Königin der Herzen, der heimliche Preis/Leistungs-Sieger aller Klassen.
Gekauft via Amazon.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Ist das ein machbarer Weg für die Reduktion des Covid -Infektionsrisikos in der Zahnarztpraxis ?
Wir haben ein Air Purifier – Gerät in der Praxis.
Den Nutzen schätze ich eher gering ein.
Es mag zwar möglich sein, die Raumluft über die Zeit hinweg zu reinigen, aber die Viren, die es erfasst, verbleiben ja zunächst im Raum selbst. Der MicroClimate – Helm setzt gewissermaßen an der Wurzel des Problems an, er hindert die Viren am Kontakt mit dem Träger.
Ich würde den MicroClimate Helm nutzen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass er nichts bringt. Ich habe schon viel viel mehr Geld unnütz in der Praxis über die letzten 3 Jahrzehnte ausgegeben, da kommt es auf 200 Euro nicht an. Aber 2 Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Der Helm darf von innen nicht beschlagen und ich muss mit dem Operationsmikroskop damit arbeiten können. Zumindest bei Letzterem zweifle ich, meine Erfahrungen mit einem Faceshield zugrundlegend.
Die Erstellung eines DVT´s im Zusammenhang mit endoodontischen Behandlungen ist immer ein Streithema, spätestens wenn es zum Punkt der Kostenerstattung der privaten Krankenversicherer und Beihilfestellen kommt. Hier eine neue Studie, die den Nutzen des DVT´s unterstreicht.
Clinical decision‐making and importance of the AAE/AAOMR position statement for CBCT examination in endodontic cases
M. Bhatt J. Coil B. Chehroudi A. Esteves J. Aleksejuniene D. MacDonald
First published: 31 August 2020 https://doi.org/10.1111/iej.13397
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Abstract
Aim
To compare conventional radiographic and cone beam computed tomography (CBCT) findings with reference to the American Association of Endodontics and American Academy of Oral and Maxillofacial Radiology (AAE/AAOMR) joint position statement and to determine the effect of the CBCT on the initial diagnoses and treatment plans in a single‐centre Postgraduate Endodontic Programme.
Methodology
The clinical CBCT scans of patients, treated at the Endodontic Department of the University of British Columbia, were reviewed for CBCT referrals by comparing them with corresponding radiographs. The features considered were periapical lesions, missed/extra canals, root fractures, complex anatomy, calcified canals and root resorption of tooth/teeth in question. Reasons for the CBCT prescriptions were assigned to 3 groups: to formulate the primary diagnosis, to confirm the diagnosis achieved by clinical examination and conventional radiographs, and to assist in treatment planning. Variables were compared statistically using chi‐square and McNemar tests.
Results
A total of 128 CBCT examinations were performed on 110 patients. No CBCT examination was performed more than once on the same tooth. Overall, 76% of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. CBCT images revealed a significantly higher incidence of periapical lesions (P = 0.002), missed canals (P < 0.001), vertical root fractures (P = 0.004) and complex anatomy (P = 0.008) than periapical radiographs. CBCT was prescribed most frequently to assist surgical treatment planning (62%) rather than for generating a diagnosis (9%) or confirming diagnoses (29%). Both the diagnosis (P = 0.001) and the treatment plan (P = 0.005) initially made by examining periapical radiographs were altered significantly by the subsequent CBCT examination by revealing information such as new periapical lesions, missed canals or involvement of buccal or lingual cortical bone.
Conclusion
CBCT examinations were prescribed mainly to assist treatment planning rather than for diagnosis. The majority of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. The additional information obtained from CBCT scans resulted in the alteration of the initial diagnoses as well as subsequent treatment plans in 59 out of 128 cases.
von Jörg Schröder
Ich gebe es zu: ich benutze kein Ledermix.
Ich habe es in unserer für Traumfälle vorbereiteten Materialbox vorrätig. Da ich aber noch nie eine sich gerade ereignete Avulsion versorgen musste, fristet Ledermix in meiner Praxis ein „Ergänzungsspielerdasein“.
Erstaunlich für mich jedoch, wie wenig an endodontischer Behandlung notwendig ist, um an einem Zahn mit irreversibler Pulpitis mittels Ledermix vollständige Beschwerdefreiheit zu erzielen.
Weder bedurfte es eines speicheldichten Füllungsverschlusses noch einer vollständigen Exkavation. Auch war nur der bukkale Anteil der Kronepulpa bearbeitet worden. Und dennoch: keine klinischen Symptome und keine apikale Aufhellung. Dabei lag die medikamentöse Einlage bereits mehr als 2 Monate zurück.
Die endodontische Behandlung verlief komplikationslos und überraschungsfrei, wenngleich das von der Patientin mitgebrachte DVT eine eher gewöhnungsbedürftige Darstellungsgenauigkeit besaß. Andererseits freue ich mich jeden Tag aufs Neue über die Abbildungsqualität unseres 3D-Systems.
Wird Ledermix bei mir nunmehr auf mehr Einsatzzeiten hoffen dürfen? Ein klares „Nein“. Ich kann nicht erkennen, welchen Vorteil es für mich im Vergleich zu einer vollständigen Aufbereitung und begleitenden intensiven Irrigation haben könnte.
Grafisch sehr ansprechend gemachtes Video der ESE zum Thema „Vital Pulp Treatment“.
Von Christoph Kaaden
Die mögliche Fraktur eines Präparationsinstrumentes während der endodontischen Behandlung zählt zu den unerfreulichen Komplikationen die vorkommen können…
diese Problematik kann und wird jedem Behandler/jeder Behandlerin im Laufe des Berufslebens (mehr oder minder häufig) widerfahren…
Die Frage ist, wie häufig es „passiert“ und wie es zu vermeiden ist…(zur persönlichen Vermeidungsstrategie berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt… )
Wenn es aber um die Fragestellung der möglichen Entfernbarkeit des Fragements geht (egal ob „selbstverschuldet“ oder „alio loco passiert“) ist der Schlüssel zum Erfolg (imho) primär die Visualisierung des Fragments.
Wie würde ihre Strategie in nachfolgendem Fall aussehen?

Was gilt es ggf. zu beachten (zB. zeitliches Management und Kosten der Behandlung etc.. ? ) Welche Technik und welche Hilfsmittel verwenden Sie?
Wo sind deren Limitationen?
Wie ist die Prognose ?
Ich bin auf Ihre Meinungen und Herangehensweisen gespannt…
Uns wurden zwei Probeexemplare der Kunststoffkanüle IrriFlex zugesendet. Das Probeexemplar war schnell vergessen und lag deswegen eine ganze Weile herum…
Zum Spülen verwenden wir NaviTips (NaviTip Sideport Ø 0,28 mm) von Ultradent. Diese verwenden wir auch zum Applizieren von Ultracal in das Kanalsystemm. Zuvor muss die Kanüle aber mit Natriumhypochlorit gepült und NICHT ausgeleert werden. Durch das verbliebene NaOH entsteht eine Kapillarwirkung und das Ultracal kann dann leicht appliziert werde. Diesen Tipp verdanke ich meinem Kollegen Jörg Schröder aus Berlin.
Jetzt hoffte ich, die IrriFlex dafür verwenden zu können. Durch die Beweglichkeit erhoffte ich mir im gekrümmten Kanalsystem eine bessere apikale Applikation. Leider gelingt das gar nicht. Auch nicht mit Jörgs Methode. Der Innendurchmesser ist wahrscheinlich kleiner als der des Navitip Sideport.
Kostenvergleich laut Aera:
Irriflex/ Sack. = € 0,99 ct + Ust.19%
NaviTips Sideport 27mm grün UP5123/UP5124 = € 1,14 + Ist.19%
Jetzt werden wir die IrriFlex im Vergleich zum Navitip Sideport einsetzen und nach einer entsprechenden Testung berichten.
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Eigentlich hätte dieser Fall es nicht bis zur Fallvorstellung geschafft.
Es war Routine.
Der Patient suchte uns mit dem Wunsch auf unbedingt den Zahn15 zu erhalten. Er hatte Beschwerden an dem fistelnden Zahn, wenn er flog.
Er ist Pilot und damit ist das suboptimal.
Der Zahn wurde bereits endodontisch behandelt und eine WSR erfolgte. Nun wollte man nochmal chirurgisch intervenieren. Der Patient wollte vorher eine Zweitmeinung hören.
15 zeigte keinen Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Krone hatte einen subotpimalen Randschluß.
Wir haben ihm nur bedingt zur Behandlung geraten, da der Substanzverlust nach der, man muss es hier so sagen, unsinnigen WSR erheblich war und eine Verringerung der apikalen Läsion mit Fistelheilung für eine mögliche spätere Implantation nicht unvorteilhaft ist.
Der Patient wollte aber unbedingt den Zahnerhalt.
Die Behandlung verlief routiniert, Entfernung des WF Materials, Entfernung der retrograden WF, Aufbereitung und Desinfektion der Kanäle, apikales kollagens Widerlager, Verschluß des Neoapex nach WSR mit ProRoot MTA, thermoplastische WF und adhäsiver Verschluß.
Die prothetische Neuversorgung des Zahnes wurde von uns nach dem 6 Monatsrecall empfohlen.
Die Behandlung dieses Zahnes war für uns zu Beginn dieses Jahrhunderts eine in unseren Augen, völlig aussichtslose Sache. Selbst eine nochmalige WSR, wie hier geplant war, hätten wir nicht empfohlen.
Heute können wir im DVT erkennen, daß es gar keiner WSR bedurft hätte, sondern nur einer Revision mit der Behandlung des gesamten Endodonts.
Dürfte ich noch mal an dieser Stelle an die „Unter Uns“ – Umfrage vom 09. Oktober erinnern. Und all diejenigen, die noch nicht gevotet haben, bitten, sich 1 bis 2 Minuten (es dauert wirklich nicht länger) Zeit zu nehmen und ihre Stimme abzugeben.
Stellt Euch vor, es ginge darum, Donald Trump im Amt zu halten oder von dort zu entfernen.
Ihr habt es in der Hand.
Zwar nicht den Präsidenten der USA zu bestimmen, aber dafür sich einen Überblick zu verschaffen wie der Status Quo bei uns, die Endodontie betreffend, sich darstellt oder zumindest bei den WURZELSITZE-Lesern im Vergleich zur „normalen“ Zahnarztpraxis.
Ich möchte gerne die Umfrage zum 31.10. 2010 abschliessen.
Also – Auf ins virtuelle Wahllokal. Das findet ihr HIER.
von Jörg Schröder
Mitte März 2020 hatte ich zu diesem Behandlungsfall berichtet.
Eine Traumaspätfolge mit iatrogen verursachter Komplikation.
7 Monate nach Behandlungsabschluss, zeigt das Kontrollbild eine erfreuliche knöcherne Regeneration.
Nun bleibt zu hoffen, dass der Zahn die nächsten Jahre auch mechanisch übersteht.
Von Christoph Kaaden
Ich habe in der Vergangenheit multiple „Revitaliserungsfälle“ auf Wurzelspitze vorgestellt. Unter anderem hier oder hier.
Nachfolgend zeigte ich Ihnen unser jüngstes Recall dieser Behandlungsoption:

Kaum eine endodontische Therapie wird aber auch so kontrovers diskutiert.
Nachfolgend möchte ich Ihnen einige relevante Literatur in Kürze vorstellen und meine Indikaitonsstellung für diese Behandlungsart darlegen…
auf Ihre persönliche Meinung hinsichtlich dieser Therapie bin ich gespannt…
fire on








Von Christoph Kaaden
Hier ein 3. Fall von gerade eben.
– 13-jähriger Junge; Trauma 11/2016 mit Intrusion inkl. unkomplizierte. Kronenfraktur 21
Seit dieser Zeit unversorgt, Schmerzhistorie 2019, die mit Ibuprofen therapiert wurde; jetzt akute Schmerzen Zahn 21 mit Perk +++ und vestibulärer Druckdolenz


Von Christoph Kaaden
Ich möchte heute zwei aktuelle Traumafälle vorstellen die uns beschäftigen.
Bei Fall I kenne ich bisher nur die nachfolgende Beschreibung der Zuweiserin und die alio loco angefertigten Röntgenbilder.
Text und Bilder sprechen leider für sich…



Dieser und der nachfolgende Fall bekräftigen mich in meiner Meinung, dass das Thema dentale Traumatologie eine v i e l breitere Bühne bei Fortbildungen eingeräumt werden muss!
Leider ist dies häufig nicht der Fall, wie z.B. die Programme der letzten drei und auch der kommenden DGET Jahrestagung zeigen!
Auch bei dem bayerischen Zahnärztetag der letzten Jahre:
Fehlanzeige!
Dabei könnten schon kleine Maßnahmen häufig eine große Wirkung zeigen.
Leider ist in Fall II auf die kleine Maßnahme der adhäsiven Versiegelung der unkomplizierten Kronenfraktur bei der heute 11-jährigen Laura damals „verzichtet“ worden.
So war das Dentin für zwei Jahre der Mundhöhle ausgesetzt…
und es kam, wie es kommen musste (und in der Literatur eindeutig beschrieben ist)




Ich werde weiter berichten…
Im heutigen Fall handelt es sich um eine reine Routinebehandlung.
Entfernung eines Instrumentenfragmentes und Fremdmaterial aus den Kanälen des Zahnes 25.
Vor 20 Jahren war das mal mein Traum…
In den Jahren 2000-2003 kam die Endodontie immer mehr in mein Blickfeld. Zu viele Misserfolge haben mich gezwungen das ungeliebte Fachgebiet genauer zu betrachten.
Da gab es solche verrückten Kollegen, die mit einem Mikroskop in den Zahn schauten.
Das klang nicht uninteressant, aber die zu erwartenden Investitionskosten waren für mich utopisch. Es musste einfacher gehen.
Deswegen hatte ich einige Alternativen ausprobiert, wie beispielsweise Depotphorese mit Curapal. Aber auch das ließ die MIßerfolge nicht deutlich weniger werden.
Kupfer-Kalziumhydroxid (Cupral) hat einen 400fach höhere, keimtötende Wirkung) gegenüber herkömmlichen Medikamenten, welche im Wurzelkanal zur Anwendung gelangen, betonte Prof. Knappwost. Ihn hatte ich kontaktiert, weil ich wissen wollte, warum meine Misserfolge nicht dramatisch sinken. Er konnte es mir letztendlich nicht erklären.
Dann hörte ich von diesen neuen Nickeltitaninstrumenten.
Auf einer Dentalmesse erklärte mir eine nette Dame von Dentsply die Vorzüge. Und ich durfte mal am Stand probieren in einem Plastikblock. Es gab Protaper und Profile. Mit dem Protaper hatte ich ganz schnell eine Instrumentenfraktur geschafft. Die Profile waren deutlich weniger aggressiv. Diese bestellte ich sofort.
Am ersten Zahn, den ich behandelte nach einigen Tests am Plastikblock kam ich nicht wirklich vorwärts. Und meine Schlussfolgerung war, mehr Druck, damit die Feile nach unten geht. Die nachfolgende Fraktur hat mich in meiner ganzen weitern Praxistätigkeit nicht mehr losgelassen. Dieser Zahn war mein 100000 Eurozahn.
Viel mehr als diese Summe investierte ich in die nächsten Jahre an Weiterbildung, Geräten und Instrumenten.
Nach 100000 Euro habe ich aufgehört zu zählen. Danach kam noch eine neue Praxis mit Arbeitsplätzen, die mikroskopergonomisch aufgestellt waren.
Was hätte ich damals gegeben um dieses Fragment entfernen zu können.
Nun gehörte ich zu den Verrückten mit dem Mikroskop. Und die Misserfolge sind deutlich gesunken. Leider muß ich sagen, nicht auf Null. Aber wir behandeln Zähne, die ich früher abgewunken hätte. Aber ich weiß auch besser, wo die Grenzen liegen.
Der Weg war lang und hat mich Demut gelehrt. Jede Phase der Überheblichkeit wurde bitter bestraft.
Um so mehr freue ich mich, wenn so ein Behandlunsgfall erfolgreich ausgeht, wie diese routinemäßige und nicht wirklich schwierige Instrumentenentfernung. Die Stufe in diesem Fall zu überwinden, war eher die Herausforderung.
Heute ist Freitag und ich bin super gut gelaunt.
Dabei waren die letzten Wochen ziemlich hart.
Wir sind (nichtinfektiös) krankheitsbedingt unterbesetzt.
Da gibt es für Alle im Team besonders viel zu tun.
Und auch ich muss mich um etliche Dinge kümmern, die sich sonst nicht in meinem Tagesablauf wiederfinden. Öffnet einem aber auch die Augen. Erschreckend, wieviel Zeit durch vermeintliche Routineaufgaben verloren geht. Zum Beispiel im Rahmen des Wareneingangs und des Nachfüllens von Verbrauchsmaterial in den Zimmern. Das mache ich nämlich sonst nie.
Mal ganz gut, da reinzuschauen.
Man überdenkt Abläufe. Und modifiziert diese. Oder verschlankt.
Am Ende kommt idealerweise eine Verbesserung heraus. Das freut einen dann.
DAS ist QM!
Heute endlich nun, seit mindestens 2 Wochen herbeigesehnt, ist unser letzter Tag vor unseren Herbstferien. Eine Woche lang keine Zahnmedizin-Zwänge. Herrlich!
Super gut gelaunt bin ich aber nicht, weil ich nun 7 Tage lang keine Zahnmedizin machen muss, sondern weil ich Zahnmedizin gemacht habe.
Eine nicht gewöhnliche Zahnmedizin.
Denn gewöhnlicherweise wäre dieser Zahn vermutlich gezogen worden.

Eine 79 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf wegen einer Schmerzproblematik, vermutlich ausgelöst durch Dezementierung des distalen Brückenpfeilers an Zahn 17 und nachfolgende Caries profunda. Der Zahn (Lockerungsgrad 0, Taschentiefen 2-3 mm) ) war von der Hauszahnärztin nach EKR trepaniert und mit einer provisorischen Krone + mesialem Freiendglied in Prämolarengröße versehen worden
Ich würde unter anderen Umständen für die Extraktion des Zahnes plädieren.
Allerdings nimmt die Patientin osteoporosebedingt seit längerem hochdosiert Bisphosphonate ein, weshalb von kieferchirurgischer Seite der Erhalt des Zahnes empfohlen wurde und mit diesem dringlichen Wunsch trat die Patientin an uns heran.
Also versprechen wir der Patientin, uns wohlwollend um den Zahn zu kümmern.
Nach Abnahme des für unsere Region überdurchschnittlich guten Provisoriums offenbart sich allerdings das Dilemma. Eine breiige, aus provisorischer Füllung, Karies und Speiseresten bestehende Masse erwartet uns.
Nach Kariesexkavation und Exzision der in die Kavität hineingewucherten Gingiva zeigt sich immerhin, das keine Pulpakammerbodenperforation vorliegt. Die obliterierten Kanaleingänge lassen sich ausmachen. Retention für den Kofferdam gibt es keine, daher baue ich zunächst den Zahn in Doughnut- Technik. Bukkal und palatinal schaffe ich Infrawölbungen. Die Form des Aufbaus ist zunächst ebenso unkonventionell unregelmäßig wie unbedeutsam, wir werden ja zeitnah präparieren. Am Aussehen braucht man sich also nicht stören. Wichtiger ist die gescheite Technik, den Aufbau zum Weichgewebe hin randdicht zu gestalten und hier ist das Flow- Composite Shofu Beautiful Flow Plus (Danke Olaf!) eine große Hilfe. Wir legen anschließend Kofferdam an, machen die initiale Kanalaufbereitung, verschliessen die Kanaleingänge mit Block Out LC und abschließend die Trepanationsöffnung mit Composit. Ende der ersten Sitzung.
2 Tage später präpariere ich den Kompositaufbau. Fertige chairside eine Kompositkrone an, die ich mit Rely X adhäsiv eingliedere. Zeitaufwand 45 Minuten.
Heute morgen nun die 3. Sitzung. Definitive Aufbereitung der Wurzelkanäle und abschließende Einlage von Calciumhydroxid. Die Trepanation der vorhandenen Kompositrestauration erfolgt unter Anlage einer minimalinvasiven Zugangsöffnung.
Die Behandlung ?
Absolut reibungslos in perfekter Choreografie.
Ein Traum.
Wenn man abschließend den Zahn betrachtet, so kann man nicht mehr glauben, dass dieser vor wenigen Tagen noch ein Fall für die Extraktionszange war.
Der Fall ist noch nicht zu Ende.
Vielleicht stellt sich nach WF maßlose Frustration ein.
Aber heute zumindest gehe ich mit extrem viel Freude ins Wochenende.
Weil ich weiss, dass wir etwas Nicht Gewöhnliches, etwas Besonderes, Schönes, Gutes geschaffen haben.
von Jörg Schröder
Der Nutzen des DVT ist bei der Revisionsbehandlung ein besonders großer.
Die Beurteilung der Verläufe von aufbereiteten, teilweise oder vollständig gefüllten und unaufbereiteten Kanalsystemen im Raum ermöglicht es nämlich, eine möglichst ideale, weil komplikationsarme Behandlungstaktik zu entwickeln.
In diesem Fall entwickelte sich innerhalb eines Jahres nach prothetischer Versorgung eine deutliche apikale Pathologie mit klinischer Symptomatik.

Das DVT zeigte neben den durchgehenden Parodontalspalten an der palatinalen und distobukkalen Wurzel, dass der bisher nicht aufbereitete MB2 bis über die Konfluation mit MB2 hinaus im DVT verfügbar war. Somit wurde bewusst darauf verzichtet, den gemeinsamen apikalen Anteil aus dem bei der Erstbehandlung gefüllten MB1 aus aufzubereiten, da hier mit Veränderungen der Originalanatomie wie z.B. einer Stufe zu rechnen war.
Somit versprach der Umstand , in MB2 die „Erstbegehung“ durchführen zu können, ein erfolgreiches Erschliessen der apikalen Kanalabschnitte.
Das Orifizium des MB2 entsprang einem sehr feinen Isthmus und lag sehr weit palatinal. Nach initialer Erweiterung – ProFile 15/04, 20/04, 15/06 – gelang es, Patency zu erzielen. Da in den Spanräumen keine Guttapercha vorhanden war, konnte daraus gefolgert werden, dass die Konfluation mit MB1 weiter koronal liegen musste.
Erst nach Erweiterung des MB2 bis 25/06 wurde die Guttapercha aus MB1 entfernt. Wie erwartet, konnte apikal eine Stufe ertastet und nach intensiver Irrigation mittels vorgebogener Instrumente überwunden werden.
Die abschliessende Obturation in warmer vertikaler Kompaktion zeigt zunächst einmal ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Das Recall wird zeigen, ob die Behandlung erfolgreich war.
Was ist anders geworden durch die präoperative 3D-Diagnostik? Während früher das „Gefühl“ mir vorgab, was ich wann und vor allem womit machte, bestimmen heute die Erkenntnisse aus dem DVT meine Vorgehensweise. Welcher Kanal zuerst, mit welchen Instrumenten, wann die Guttapercha entfernen, etc.
Das New York Philharmonic Orchestra hat mich angeschrieben.
Und nach meiner Meinung gefragt.
Ob ich bitte die beigefügte Umfrage beantworten könnte.
Naja, wenn sich ein weltberühmtes Orchester an mich persönlich wendet, dann kann ich nicht „Nein“ sagen.
Scherz beiseite, dieses Orchester war der beste orchestrale Klangkörper, den ich in meinem ganzen Leben live erleben konnte. Und ich war neugierig, was man wohl wissen wollte.
Ganz schön viel im Übrigen und während ich durch die Seiten blätterte, fragte ich mich, ob so etwas nicht auch für uns hier (mit uns meine ich alle Leser) interessant sein könnte.
Gewissermassen eine Standortbestimmung, wie es draussen wohl so aussieht in den Praxen, die hier mitlesen.
Gedacht, getan.
Ich wünsche mir, dass jeder hier sich kurz die Zeit nimmt, es dauert auch wirklich nur 1 – 2 Minuten und danach haben wir alle einen Inside – Einblick, den man sonst SO nie erhält.
Von Christoph Kaaden
Gestern nach der Mittagspause war bei uns „Wurzelkanalfüllnachmittag“…
zum „Leidwesen“ der Mädels (ich bin mir nicht sicher, warum sie es nicht mögen diese Behandlungsart dreimal nacheinander durchzuführen) folgte der Behandlungsabschluss von einem Prämolaren und zwei Molaren.
In den Bildbeschreibungen gebe ich Ihnen noch ein paar Hinweise zu den Behandlungen…
Hier die Röntgenbilder zusammen mit einigen klinischen Bildern…










Ich persönlich mag den Schritt der WF.
Morgen gehts weiter… dann stehen zur Freude der Mädels Revisionen und Präparationen an…
:-)
Die Fragestellung in der letzten Woche waren:
Können wir 36, 46 behandeln und erhalten.
Was für endodontische Probleme könnte man auf den Bildern erahnen?
Im klinischen Bild imponierte die P. marginales auf Grund jahrelang vernachlässigter Mundhygiene und Zahnarztbesuche.
36 und 46 zeigen im Zahnfilm vertikale Knocheneinbrüche und apikale Läsionen.
Wenn man genau hinschaut erkennt man die Radix entomolaris in beiden Fällen.
Wir haben nach der klinischen Untersuchung ein DVT angefertigt. Anbei die Aufnahmen.
Für uns keine Möglichkeit des langfristigen Erhaltes. Einer parodontalen Therapie stand der Patient, erfolgreicher Unternehmer nach eigenen Ang, aber auch skeptische gegenüber und favorisiert die implantatgetragene Zukunft…
Ich möchte 3 Punkte herausgreifen, die im Zusammenhang mit dem hier vorgestellten Fall in den Kommentaren aufgekommen sind.
Zunächst die Frage – Wäre es nicht möglich oder sogar einfacher und sinnvoller gewesen, eine WSR durchzuführen evtl. mit retrograder Präparation und Wurzelkanalfüllung ?
Wir sehen ja immer wieder auf Fortbildungen, dass auf diese Art und Weise Fälle gelöst werden konnten, bei denen keine orthograde Wurzelkanalbehandlung möglich war oder diese als nicht sinnvoll eingestuft wurde.
Und ja – viele Wege führen nach Rom.
Aber ich käme nie auf die Idee, hier diesen Weg zu wählen.
Warum?
Weil wir es im Hinblick auf die vorhandene apikale Aufhellung hier mit einer bakteriellen Infektion zu tun haben. Demnach die Bakterien ganz offensichtlich ihren Weg intraradikulär von koronal nach apikal gefunden haben. Mag der Restwurzelkanal auch noch so obliteriert sein und weder mit dem bloßen noch mit dem OP-Mikroskopbewehrten Auge betrachtet sichtbar erscheinen, für die bösen Mikroorganismen findet sich offensichtlich immer noch ein Weg.
Und machen wir uns nix vor, angesichts der anatomischen Verhältnisse im Makrokosmos (Wurzelkanäle einschliesslich Isthmen, Verzweigungen, Seitenkanälen) und im Mikrokosmos (Dentintubuli) der Zahnwurzeln ist die Wurzelspitzenresektion ein rein mechanistischer Therapieansatz des vorletzten Jahrhunderts.
Selbst wenn es demnach gelingt die WSR lege artis mikroinvasiv mit adäquater Retropräp durchzuführen. Was nicht ganz so banal ist. Schöner Lappen, parodontalästhetisch schonende Schnittführung und Nähte, dann eine perfekte Blutstillung, die präzise Präparation. Zum Abschluss die Retrofüllung mit sehr verarbeitungssensiblen Zementen. All das in einem Arbeitsbereich von wenigen Quadratmillimetern, der nur mittels Mikrospiegeln indirekt sichtbar wird.
Wenn also all dies bestmöglich gelänge, so bleibt doch die Frage der notwendigen Desinfektion. Wie will man dies im Rahmen der WSR erreichen ? Ist dies rein technisch machbar ? Wie effektiv wäre das, angesichts der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit ?
Und erreicht man ein dauerhaftes Ergebnis?
Werden nicht vielmehr die Bakterien im Laufe der Zeit wieder über den nachwievor vorhandenen Weg sich wieder nach apikal begeben?
Hält dann der antibakterielle Schutzwall aus Portlandzement?
Ich glaube nicht daran.
Dann die Frage – Hätte man nicht vorab in den Zahn hineinschauen können, um dem Patienten die Kosten für die Bohrschablone zu ersparen?
Ich hätte dies getan, wenn es bereits eine Trepanationsöffnung gegeben hätte.
Dies war hier nicht der Fall, der Zahn war noch unberührt.
Und angesichts der Ausgangssituation hier mit extremer Obliteration war es doch wahrscheinlich, dass es nach Trepanation keinen Hinweis für einen ehemaligen Kanalverlauf geben könnte. Eine bohrschablonengestützte Trepanation somit unumgänglich sein könnte. Und dann – wäre mein konventionell geschaffenes Bohrloch mit Sicherheit größer als das navigierte.
Meine Überlegung war also – wenn ich vermutlich sowieso eine Bohrschablone brauche, dann will ich aber auch den Zugang bestmöglich sprich kleinstmöglich halten.
Dann die Frage nach der Wasserkühlung des Bohrers?
Ich glaube, dass der zu erzielende Effekt der Wasserkühlung ein sehr geringer ist.
Man muss sich ja nur mal anschauen, wohin die Düsen der Winkelstücke die Wasserstrahlen hinlenken. Die vorhandenen Wasserführungen sind für die benötigten Bohrerlängen offensichtlich nicht ausgelegt und man erzielt vermutlich – um ein Bonmot von Jörg Schröder umzudichten, der im Zusammenhang mit einer spülspritzengestützten Kanaldesinfektion von „ritueller Waschung“ spricht – nur eine „rituelle Kühlung“. Ich hatte aber bei all meinen Fällen bisher den Eindruck, dass der Bohrer zügig seinen Weg nach unten findet. Viel einfacher als bei den Präparationen für postendodontische Wurzelstifte und die habe ich bislang immer ohne Wasserkühlung durchgeführt. Ein neuer und demnach optimal scharfer Bohrer ist aber meines Erachtens Pflicht.
Abschließend noch ein paar Worte zur Durchführung per se.
Wie bei allen neuen Verfahren herrscht am Anfang eine gewisse Unsicherheit, weil man über keinerlei Erfahrung verfügt. Dann kommt noch hinzu, dass man nicht in den Zahn hineinschauen kann, während man arbeitet. Und es sich ausnahmslos um extrem schwierige Zähne handelt, die es zu behandeln gilt.
Schon blöd. Wäre in etwa so, wenn man für sein allererstes Implantat sich an einen extrem atrophierten Oberkiefer mit Sinuslift in regio 27 heranwagen würde.
Hat man sich aber erst einmal in die Materie eingearbeitet und hat wurde im Vorfeld (DVT, Abformung, Modell- und Schienenherstellung, Planung) alles richtig gemacht, so kommen die Vorzüge der Durchführung zu tragen. Man setzt sich gewissermaßen an den gedeckten Tisch und genießt die Früchte der Vorarbeit.
Aus einer ungewissen, nicht definierbaren, nicht vorhersagbaren Arbeit bei hohem Schwierigkeitsgrad und großem Unsicherheitsfaktor , alles puls- und blutdrucktreibende Parameter ist eine präzis durchgeplante souveräne Verrichtung worden.
von Jörg Schröder
Periapikal gelegenes Fremdmaterial zu entfernen, gehört für mich zu den immer wieder spannenden endodontischen Tätigkeiten.
Denn nicht in jedem Fall ist das Fremdmaterial vollumfänglich einsehbar oder direkt unter dem apikalen Foramen gelegen. Dann hilft das DVT eine Vorstellung von der Lage der Fremdmaterialien im Raum zu erhalten.
Für die Entfernung kommen verschiedene Instrumente in Frage:
Microopener: hier sollte das Fremdmaterial gut sichtbar und der Kanalquerschnitt deutlich weiter als das zu entfernende Material sein, da sich mit dem Microopener das Fremdmaterial eher „rollend“ als „ziehend“ entfernen lässt.
Microdebrider: dieser eignet sich, insbesondere exakt vorgebogen, zum Hinterfahren des Fremdmaterials und nachfolgendem Herausziehen. Allerdings weist er eine für mich etwas zu starke Flexibilität auf, sodass die zum Einsatz gebrachten Kräfte manchmal nicht genügen.
Hedströmfeile 31 mm, Griff entfernt, in der Arterienklemme: nach Entfernen des Plastikgriffes per Seitenschneider – Cave! nicht das im Griff enthaltene Metallstück abknipsen sondern nur den Plastikgriff! -erhält man eine extralange Hedströmfeile. Diese ist wie ein Debrider einzusetzen und in den Durchmessern 15-30 deutlich weniger flexibel als der Microdebrider. Ansonsten wird auch bei dieser Technik das Material Hinterfahren.
Guttaperchaentferner (nach Terauchi) /früher von Hartzell& Sons: mit dem am Ende dieses Instrumentes befindlichem kleinen und im Original (Hartzell & Sons) sehr scharfen kleinen Haken wird insbesondere Guttapercha hinterfahren und per Zug entfernt. Die neuerdings erhältlichen mattschwarzen Instrumente (Kohler Medizintechnik) haben nicht die gleiche Wirkung, da die Haken weniger lang und weniger scharf gearbeitet sind. In meinen Augen sehr traurig, da Hartzell & Sons aufgekauft wurden und laut Herrn Hartzell als erstes der Mitarbeiter entlassen wurde, der bis dahin einzig und allein diese Haken hergestellt hatte. Typischer Fall von Verschlimmbesserung.
Warum sollte man überhaupt den Aufwand treiben und periapikal befindliche Materialien entfernen? Betrachtet man die entfernten Materialien, so erkennt man sehr häufig darauf bakteriellen Biofilm, die letztlich ein Ausheilen der periapiaklen Pathologie verhindern.
So auch in nachfolgendem Fall. Nachdem bei der Erstbehandlung bereits Guttapercha extrudiert worden war, ist es beim alio loco durchgeführten Revisionsversuch zu einer weiteren Verlagerung der Füllmaterialien gekommen.
Wichtig ist zunächst,dass die Zugangskavität ein Visualisieren des Foarmenbereiches ermöglicht. Oftmals genügen kleine Korrekturen um sogar das gesamte Foramen einzusehen. Dann sollte anhand des DVT die Strecke bis zum oralen ermittelt werden, um dann mittels US oder Eddy bis auf 1mm an das Foramen heran die Spüllösung bewegen zu können. Dabei werden Gewebereste und im Kanal befindliche Sealeranteile entfernt und ein Visualisieren des Formens möglich. Nach vorsichtigem Trocknen mittels Papierspitzen (tupfend!!!) kann nun über das weitere Vorgehen entschieden werden.
In vorliegendem Fall war die Guttapercha beim Verbringen nach apikal gefaltet worden, sodass sie größer als das Foramen war. Die kleine Fuge zwischen Kanalwand und Guttapercha wurde genutzt um das Foramen nach palatinal hin mittels Endosonorefeile zu erweitern. Dann kamen die Hartzell & Sons-Instrumente zum Einsatz, über die wir zum Glück noch verfügen. Nach einigen Versuchen (Debris, wenn auch noch so klein, ist immer zeitnah herauszuspülen!) konnte das deutlich kontaminierte Material nach koronal entfernt werden.
Leider zeigte sich im Kontrollbild immer noch röntgenopakes Material, welches aber nicht mehr sichtbar war. Nach medikamentöser war der Zahn zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung vollkommen beschwerdefrei.
Geplant war P mit kollagenem Widerlager und MTA und MB/DB in warmer vertikaler Kompaktion zu füllen. Um ein versehentliches Verbringen von MTA-Anteilen in MB und DB zu verhindern, wurden diese zunächst gefüllt.
Bei der finalen Inspektion von P fiel mir ein gelblicher Schimmer am bukkalen Rand des Foramens auf. Der nach bukkal vorgebogene Microopener brachte dann noch ein Stück kontaminierten Sealer zu Tage, welches dann mit der oben beschriebenen „Rollmethode“ (Microopener hinunterfährt das Stück und mit nach oben streichenden Bewegungen wird das Stück zunächst in den Kanal gedreht und nachfolgend an der Kanalwand nach oben gerollt) entfernt werden konnte.
Nach Einbringen des kollagenen Widerlagers konnte P dann mit MTA gefüllt werden.
Wissen um die Lage des Fremdmaterials, ein wenig räumliches Vorstellungsvermögen, eine ruhige Hand und ein größeres Stück Beharrlichkeit. Mehr ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
von Jörg Schröder
Manchmal ist es beinahe schon unheimlich, wenn sich nach einer Falldarstellung wenige Tage später zum gleichen Thema ein weiterer Fall hinzugesellt.
Dieser 34 liess bereits im 2D-Bild ein nicht aufbereitetes linguales Kanalsystem vermuten. Warum lingual? Weil dort die Aufgabelung mitunter sehr rechtwinkelig erfolgt und ein versehentliches Hineingleiten eher unwahrscheinlich ist.
Die grazile Form des 34 und der Umstand, dass es sich auch noch um einen Brückenpfeiler handelt, machte die Behandlung aufgrund der kleinen Zugangsöffnung etwas delikat.
Hinzu kam ein im bukkalen Kanalsystem sehr weit nach apikal reichender Glasfaserstift, den es zuvor zu entfernen gab.
Nach Entfernung der Obturationsmaterialien konnte der linguale Abzweig visualisiert und initial aufbereitet werden. Aufgrund einer deutlichen klinischen Sympotmatik erfolgte die Behandlung zweizeitig.
Da nach der alio loco erfolgten Erstbehandlung in B keine apikale Konstruktion mehr vorhanden war, sollte B nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obstruiert werden. Daher musste zuvor das linguale Kanalsystem obturiert werden, um ein versehentliches Verbringen von MTA in L zu verhindern.
Die Obturation von L erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer. Nachfolgend konnte B in oben beschriebener Weise gefüllt werden.
Nun hoffe ich auf ein erfolgreiches Recall.
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier von der Nachbehandlung einer vormaligen traumatischen Zahnverletzung berichtet.
Hier noch das bisher schuldig gebliebene Abschlussröntgenbild nach Tausch MTA zu Biodentine.


Ich werde Sie über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden halten.
„Passend“ zu diesem Thema müsste ich vorgestern leider erfahren, dass Dr. Jens Ove Andreasen, der „Vater“ der dentalen Traumatologie verstorben ist.

Hier sein letztes, einige Wochen altes Schreiben an Freunde und Kollegen auf der ganzen Welt.

Ich werde seinem Wunsch nachkommen und zeitnah einen Beitrag nach Dänemark überweisen.
Ich bin froh, dass ich eine solche Persönlichkeit vor einigen Jahren selber treffen durfte und werde weiter versuchen insbesondere Kinder und Jugendliche in seinem Sinne zu behandeln….

(augenscheinlich war ich begeisterter als er ;-) )
Die Hygienepauschale für Zahnarztpraxen wird verlängert, darauf haben sich am 30.09.2020 Bundeszahnärztekammer (BZÄK), PKV und Beihilfe verständigt. Grund sind die COVID-19-bedingt nach wie vor erhöhten Hygienekosten.
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass aufgrund der COVID-19-Pandemie die Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmaterialien, aber insbesondere auch der administrativen Hygieneaufwand, nach wie vor deutlich erhöht sind.
Pauschale wird zunächst verlängert bis zum 31. Dezember 2020
Ab 1. Oktober bis zunächst 31. Dezember 2020 können Zahnärzte zur Minderung dieser Kostenlast – neben den weiteren Optionen der GOZ – alternativ eine Hygienepauschale berechnen. Die hierfür vorgesehene Gebühren-Nummer 3010 GOZ analog kann allerdings nur noch zum Einfachsatz (= 6,19 Euro) angesetzt werden.
Quelle: zm online, 30.09.2020
In dem heute vorgestellten Fall stand die Frage aus einer chirurgischen Praxis:
Können wir 36, 46 behandeln und erhalten. Und wurden die Röntgenbilder zugesendet und es wurde erwähnt, daß sich buccal multiple Fistelbildung Pusexudation zeigt. Die Lockerungsgrade sind 0-1 und die Sondierungstiefen sind erhöht.
Wir haben um die Vorstellung des Patienten zur klinischen Untersuchung gebeten.
Was für endodontische Probleme könnte man auf den Bildern erahnen?

Ohne DVT würde man hier scheitern.
Man glaube mir bitte.
Ein Zahn 11 mit leichter Dunkelverfärbung der klinischen Krone. Ein angefertigtes Röntgenbild offenbart einen vermutlichen Zustand nach Trauma in der Jugend, eine vorhandene apikale Aufhellung, der Wurzelkanal ist fast vollständig obliteriert.
Hier einen Versuch der Trepanation wagen würde zwangsläufig in einer Perforation enden.
Knapp 20 mm Blindbohrung, um dann in den unteren 2- 3 Millimetern den Kanal zu finden und nicht eine Via falsa zu produzieren, an einem solchen Tag könnte ich auch 10 Rubbellose kaufen und auf den großen Jackpot hoffen.
Das sind die harten Fakten.
Ein paar weiche kommen noch dazu.
Der Patient 26 Jahre alt, finanziell auf eigenen und vermutlich eher dünnen Beinen stehend. Die Anreise ? Rund 100 Kilometer. Die Behandlung aus Sicht der gesetzliche Krankenversicherung ein Behandlungsversuch , demnach vom Patenten aus eigener Tasche zu zahlen.
Was tun ?
Der Versuch des Zahnerhaltes ist angesichts des Alter des Patienten meines Erachtens diskussionlos zu bejahen, die uns seit ein paar Jahren zur Verfügung stehende Option der DVT – gestützten computergestützten Navigation unter Verwendung einer Bohrschablone die Methode der Wahl. Bliebe noch die Frage, ob man vorher mal den Versuch wagen sollte, zu trepanieren und in den Zahn hineinzuschauen ?
Könnte man dem Patienten doch vielleicht mit geringem Aufwand einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag sparen.
Angesichts des DVT – Befundes entscheide ich mich dagegen.
Es erfordert immer etwas Überwindung, blind in einen Zahn hineinzubohren.
Besonders, wenn man, wie ich, seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert gewohnt ist, 100 Prozent der endodontischen Arbeit unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes durchzuführen. Also taste ich mich vorsichtig heran. Der aufgesetzte Gummistopper signalisiert mir immer wieder die jeweilgen Teilschritte, dann ist Abnehmen der Schablone und in den Zahn hineinschauen angesagt. Das Bohren geht im Übrigen sehr leicht, ohne grosse Kraftanstrengung vonstatten, die Bohrer sind offensichtlich ausreichend scharf. Nur die Initialbohrung muss mittels Diamant und unter Wasserkühlung im roten Winkelstück erfolgen. Mittels wasserfester schwarzer Farbe markiere ich mir mit dem Trepanationsbohrer die Positionierung des Pilotloches.




Im Falle des besagten Zahnes 11 war zwischendrin kein Hinweis auf die ursprüngliche Lage des Wurzelkanals zu sehen und keine noch so kleine Öffnung zu ertasten, es bewahrheitete sich also die Vorgehensweise, auf einen nicht bohrschablonengestützten ersten Versuch zu verzichten.

Ich führte die Bohrung in 3 Etappen durch. Nachdem ich die vorgesehene Bohrtiefe erreicht hatte, konnte der Wurzelkanal penetriert werden.


Der Rest war Routine. Zumindest bis zur Wurzelkanalfüllung. Das DVT hatte ja die verzweigte Anatomie des Wurzelkanalsystems in den unteren 2-3 Millimetern gezeigt mit einer horizontalen astartigen Spreizung. Jetzt galt es, diese Verzweigungen bestmöglich zu füllen ohne bei vorhandenem großem apikalen Foramen zuviel Überpressung von WF- Material zu verursachen.


Die WF- Kontrollaufnahme lässt mich in diesem Fall mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits können wir uns freuen, den Fall zunächst erfolgreich abgeschlossen und den Zahn erhalten zu haben. Aber ist das Ergebnis im Hinblick auf die apikalen Verzweigungen des Wurzelkanals adäquat ? Einzelne sichtbare Seitenkanäle reichen nicht aus, um Absolution zu erteilen.
Wird es genügen, eine Heilung zu erzielen ?

Die Zeit muss es zeigen.
Neue Abrechnungsempfehlung ab dem 01.10.2020:
Gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie vom 01.10.2020 bis zum 31.12.2020:
Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, je Sitzung
analog Nr. 245 GOÄ, erhöhte Hygienemaßnahmen, zum 1,0fachen Satz
Die Abrechnungsempfehlung gilt ab dem 01.10.2020 bis zum 31.12.2020 und ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt anwendbar. Bei Berechnung der Analoggebühr nach Nr. 245 GOÄ kann ein erhöhter Hygieneaufwand nicht zeitgleich durch Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzes für die in der Sitzung erbrachten ärztlichen Leistungen berechnet werden. Die Nr. 245 GOÄ analog ist nicht berechnungsfähig, sofern eine stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 SGB V erfolgt und für diese Krankenhäuser nach Maßgabe des Krankenhauszukunftsgesetzes entsprechende Hygienezuschläge vereinbart worden sind.
von Jörg Schröder
Endodontische Behandlungen an Prämolaren? Einfach, oder? Eine Wurzel, ein Kanal oder an oberen 4’ern zwei Wurzeln mit zwei Kanälen.
OK, manchmal eine wenig eng, aber sonst: straight forward.
Das es in Wirklichkeit nicht so ist, wissen alle, die häufig endodontische Behandlungen unter dem Mikroskop durchführen.
Anamnestisch war zu erfahren, dass alio loco die endodontische Behandlung bereits begonnen wurde, aber aufgrund von „Schwierigkeiten“ nicht abgeschlossen werden konnte. zur Beratung brachte die Patientin dieses Bild mit.
Auffällig war die Länge und starke mesiale Krümmung der Wurzel.
Eine über viele Jahre erworbene Skepsis ließ mich ein eigenes Einzelbild anfertigen. Dies zeigte im unteren Wurzeldrittel gleich zwei Instrumentenfagmente, die offenbar die Schwierigkeiten erzeugten, von denen berichtet wurde.
Im DVT war ersichtlich, dass es koronal der beiden, am Beginn der deutlichen mesialen Krümmung gelegenen Fragmente eine Aufgabeln und ein nicht bearbeitetes linguales Kanalsystem gab.
Nach Modifikation der Zugangskavität (Erweiterung und Neigung nach distal) und Darstellung der Kanaleingänge war es möglich, das koronalere der beiden Fragmente zu visualisieren und mittels vorgebogener Endosonore-Feile zu entfernen.
Da das apikale Fragment nur zu tasten war, habe ich, anstatt versuchen es zu entfernen das Fragment vom bisher unaufbereiteten lingualen Kanalsystem aus passieren können.
Die apikale Aufbereitung erfolgte ausschliesslich mit vorgebogenen Handinstrumenten in enger Abfolge (008, 010, 012, 015, ProTaper Hand S1, S2, F1, F2). Trotz intermittierender Schall- und laserunterstützter Irrigation war es mir nicht möglich das Fragment zu entfernen. Die Masterpointaufnahme zeigt, dass ich es zwar lockern konnte, es aber dann weiter nach apikal verbracht hatte, ohne dabei den Kanal zu blockieren. Glück gehabt!
Nachdem der vorgebogene Masterpoint erfolgreich einprobiert worden war, erfolgte die Obturation.
Was die Behandlung deutlich erschwerte war die linguale Neigung und die Kleinheit der klinischen Krone, die das Visualisieren der tieferen Kanalabschnitte deutlich erschwerte.
Von Christoph Kaaden
Vor Kurzem habe ich hier einen Fall nach reparativer endodontischer Behandlung vorgestellt, bei dem wir zusätzlich ein Bleaching durchgeführt haben.
Heute also ein weiterer Fall, bei dem diese Therapie „notwendig“ wurde…


interessant fand ich, wie sich das MTA intrakanalär darstelle…



Das anschliessende Bleaching erfolgte wieder mit Opalescence Endo. Laut Patientin war die Verfärbung innerhalb von Stunden entfernt…

Patientin happy
Behandler Team happy
:-)
Spiegel Online hat es letztens in einer Schlagzeile berichtet.
Handschuhe werden knapp…
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/corona-engpass-einmalhandschuhe-werden-knapp-a-46fa3084-646f-4479-bdc8-3b86f6aee9c5
Das Material knapp ist und man improvisieren muss, habe ich im Rahmen der zahnmedizinischen Ausbildung und Tätigkeit im real existierenden Sozialismus erleben dürfen.
Niemals hätte ich damit gerechnet, daß mich diese Erfahrungen wieder einholen.
Nun ist es soweit. Einmalhandschuhe sind rar. Bestellungen werden automatisch gekürzt. Es gibt Zuteilungen. Das sind dann, wenn man Glück hat noch Vinylhandschuhe.
Das ist wie Schlangestehen nach Bananen und wenn man dran ist gibt es keine mehr, dafür aber Äpfel.
Für mich stellt sich die Frage, was überblicken die Gesundheitspolitiker und Standesvertreter noch?
Wozu brauchen wir ein QM, wenn einfachste Dinge im Arbeitsschutz nicht gewährleistet sind.
Handschuhe gibt es jetzt als Schnäppchen. 100 Stck. für 18,80€+Ust. – Netdental.
Wer seine Angestellten und sich selbst schützen will, der zahlt das schon. Für die Gesundheit ist nichts zu teuer.
Der Patient wurde uns überwiesen und betonte, daß er nun alle Zähne unbedingt erhalten will. Er möchte keinen Zahn verlieren und erwartet, daß wir ihm dabei helfen werden.
4 Zähne standen auf der Wunschliste des Überweisers.
27 stand dabei an erster Stelle. Im Zahnfilm und im OPTG erschien der Zahn apikal nicht beurteilbar. Im angefertigten DVT stellte sich pal. eine apikale Veränderung nahe an die Conchae nasales inf. dar. die buccalen Wurzeln zeigten sich apikal an der raumgreifenden Veränderung pal. apikal beteiligt. Der Zahn 27 war umsymptomatisch, die Sondierungstiefen erhöht und der Lockerungsgrad war 0. Die prothetische Versorgung wurde als Langzeitprov. benutzt.
Postendodontisch ist geplant, das Brückenglied 26 mit einem Implantat zu ersetzen.
Die Behandlung wurde durch geringe die Mundöffnung bei einer Arbeitslänge von knapp 25mm erschwert. Die Aufbereitung, Desinfektion und Füllung erfolgte in 2 Sitzungen.
In den Röntgenrecalls war eine Beurteilung der apikalen Veränderung nicht möglich. Der Patient war beschwerdefrei. Für die Implantation 26 wurde ein DVT notwendig. Deshalb konnten wir die apikale Situation am 27 kontrollieren.
In diesen Aufnahmen war eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Hätten wir dies ohne DVT erkannt – eindeutig nein.
Seit vielen Jahren nutze ich Teflon als Isolierungsmaterial in der Endo. So lange schon, daß ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, ob ich die Idee dazu von einer Fortbildung in USA mitgebrachte habe. Eher glaube ich, das mir die Idee von Winfried Zeppenfeld zugetragen wurde und das Ganze muss mehr als 12 Jahre her sein.
Wir nutzen zwei Arten von Teflon.
Deutsches und italienisches.
Wobei der Name nichts darüber aussagt wo das Material hergestellt wurde. Vielmehr, dass das eine immer im BAUHAUS Heimwerkermarkt in Bad Kreuznach, das andere im OBI in Brixen/Südtirol gekauft wird. Letzeres ist feiner und kommt daher meist in filigranen Zugangskavitäten zum Einsatz.
Dann kam der Lock Down und unsere Vorräte an italienischem Teflon gingen zu Ende. Ohne Chance des Nachkaufs. Wir nutzten notgedrungen ausschließlich das deutsche Teflon, aber in den entsprechenden Situationen fehlte sein südländliches Pendant und wurde schmerzlich vermisst.
Jetzt habe ich bei Amazon ein Material gefunden, das dem italienischen Teflon entspricht. Zehn Rollen für unter 9 Euro, was den ohnehin günstigen Preis des Originals sogar noch unterbietet. Viel wichtiger ist aber, dass nun vermutlich das Material permanent zur Verfügung steht.
Nach Südtirol fahren werden wir weiterhin.
Nur die OBI Besuche werden weniger werden.
von Jörg Schröder
Dieser 11 wurde durch mehrere endodontische Behandlungsversuche und die nachfolgenden restaurativen Massnahmen in seiner Hartsubstanz sehr stark reduziert.
Nach der Neuversorgung mit einer vollkeramischen Krone und der in diesem Zusammenhang erfolgten Insertion eines Glasfaserstiftes entwickelte die Patientin eine palatinal gelegene Schwellung und eine bukkale Fistelung.
Nach der Auswertung der klinischen und radiologischen Befunde sprach ich die Empfehlung aus, den Zahn aus Gründen der besseren Vorhersagbarkeit entfernen zu lassen und eine implantologische Behandlung durchführen zu lassen. Die Frage der Patientin, ob den nicht irgendeine Möglichkeit bestünde den Zahn zu erhalten, beantwortete ich à la Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber … .
Die bei der Präparation des Stiftbettes aufgetreten Perforation nach palatinal lag subcrestal und wäre mit MTA vorhersagbar zu verschliessen.
Die Obturationsmassen sollten angesichts der Weite des Kanalsystems zu entfernen und die nachfolgende Desinfektion problemlos möglich sein.
Unter Umständen liesse sich das kranial und palatinal der Wurzelspitze gelegene Fremdmaterial orthograd entfernen. Falls nicht und würde sich beim Reclam eine fehlende Ausheilung im Periapkalbereih zeigen, so wäre das Fremdmaterial durch einen mikrochirurgischen Eingriff zu entfernen.

Die Empfehlung meinerseits lautete jedoch : implantologische Versorgung.
Nach einer Woche teilte uns die Patientin mit, dass sie den Erhaltungsversuch wünsche.
Derselbe erfolgte zweizeitig. Zu meiner großen Überraschung fehlte intrakanalär jegliches Obturationsmaterial. Stattdessen gab es zwei Glasfaserstifte, die beide bis ins Parodont reichten. Während sich der palatianl perforierende Stift noch recht angenehm entfernen liess, war das Reduzieren des bis apikal reichenden Stiftes mittels Muncebohrern und Endosonore-Feile schon ein blutdrucksteigerndes Unterfangen.
Aus der palatinalen Perforation trat spontan Pus aus. Apikal kam es nur zu einer kurzfristigen Blutung. Nach ausreichender Irrigation wurde CaOH2 eingelegt und der Zahn adhäsiv verschlossen.
Zu Beginn der zweiten Sitzung zeigte sich der Zahn 11 beschwerdefrei. Somit stand der Obturation nichts mehr im Weg. Zunächst wurde die apikale Perforation nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Nachfolgen wurde die palatinale Perforation in gleicher Weise versorgt. Das Entfernen des periapikalen Fremdmaterials gelang weder in der ersten, noch und er zweiten Behandlungssitzung. Die Patientin wurde daher nochmals auf die mögliche Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs hingewiesen und angehalten, sich mit dem behandelnden Kieferorthopäden in Verbindung zu setzen, um den palatinalen Retainerdraht erneuern zu lassen.
Mehr als drei Jahre nach Abschluss der Behandlung stellte sich die mittlerweile ins Ausland gezogene Patientin erneut in unserer Praxis vor. Während das 2D-Kontrollbild nur das mittlerweile lageverändete Fremdmaterial, jedoch keine apikale Aufhellung erkennen liess, zeigte das kleinvolumige DVT eine deutliche Aufhellung um das Fremdmaterial herum und eine vollständige knöcherne Ausheilung im Bereich der palatinalen Perforation. Klinische ar der Zahn vollkommen beschwerdefrei, hatte sich jedoch – ein Retainerdraht wurde von kieferorthöpädischer Seite als nicht notwendig erachtet – mangels Retention um ca. 1mm elongiert.
Beim kurz auf das Recall durchgeführten mikrochirurgischen Eingriff wurde, um das palatinal des Apex vorhandene Fremdmaterial zu erreichen, die Wurzelspitze um ca. 1 mm gekürzt. Zusammen mit der Breite der Free ergab sich ein ausreichend weiter Zugang, um mittels feiner Handinstrumente die periapkal vorhandenen Fremdmaterialien zu entfernen.
Hierbei handelt es sich nicht, wie von mir vermutet um Guttapercha, sondern um ein anthrazitfarbenes zementähnliches Material, vielleicht ein MTA-ähnliches Material.
Beeindruckend finde ich den Umstand, dass im postoperativen Einzelbild vom im OP-Situs deutlich sichtbaren knöchernen Defekt so gut wie nichts zu erkennen ist. Und jetzt beurteile jeder für sich selbst, wie verlässlich die Beurteilung der periapikalen Knochenstrukturen im Einzelbild ist.
Praxis geöffnet trotz Corona?
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt
Weil er trotz Corona-Symptomen in seiner Praxis weiter Patienten behandelt – und angesteckt – haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt aus dem Kreis Deggendorf (Bayern). Im Raum steht der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung.
Während er auf das Testergebnis wartete, behandelte der Arzt weiter Patienten. Das wird ihm nun vorgeworfen.
Der Fall machte in dieser Woche Schlagzeilen: Zunächst musste eine Realschule geschlossen werden, weil eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dann stellte sich heraus: Sie hat sich vermutlich in einer Arztpraxis angesteckt. Ihr Hausarzt hatte seine Praxis weiterhin geöffnet, während er auf das Ergebnis eines Corona-Tests wartete. Dieser fiel positiv aus – die Praxis wurde daraufhin geschlossen. Doch da hatten sich die Schülerin und vier weitere Patienten bereits angesteckt. Mehr als 270 Menschen mussten in Quarantäne.
Der Landrat Christian Bernreiter (CSU) zeigte sich gegenüber den Medien empört, hat bereits Strafanzeige gestellt. „Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte“, sagte er dem „Bayerischen Rundfunk“. Anfang September soll der Arzt nach Erkenntnissen der Gesundheitsbehörden typische Corona-Krankheitsanzeichen an sich bemerkt haben. Bis zum Vorliegen des positiven Corona-Tests habe er jedoch den Praxisbetrieb nicht eingestellt, sondern lediglich im Praxisbetrieb „eine FFP2-Maske verwendet“ haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Arzt habe sich, so heißt es, bei einer Feier oder einem Chorwochenende in Tschechien angesteckt.
Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ wies der Internist die schweren Vorwürfe des Landratsamts zurück. „Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe mehr getan, als eigentlich vorgeschrieben ist“, wird er zitiert.
Das Landratsamt geht davon aus, dass der Arzt trotz eines konkreten Verdachts weiter praktiziert habe. Doch genau das weist der Arzt zurück: Es habe zwar in seinem Bekanntenkreis einen Corona-Fall gegeben, woraufhin er sich und seine Familie habe testen lassen. Symptome habe er aber nicht gehabt. „Ich wollte ohne konkreten Verdacht auf der sicheren Seite sein“, erklärte er dem Blatt. Erst nach dem positiven Testergebnis sei ihm aufgefallen, dass er sich in den Tagen zuvor leicht abgeschlagen gefühlt habe.
Die Bayerische Landesärztekammer kritisierte gegenüber dem „BR“ das Verhalten des Arztes. Auch Ärzte sollen sich bei Corona-Verdacht oder einem positiven Test isolieren, betonte die Kammer. Abweichungen seien nur bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 möglich, etwa in Betrieben der kritischen Infrastruktur. Sollte der Arzt gegen die Berufsordnung verstoßen haben, könne der Ärztliche Bezirksverband eine Rüge aussprechen und eine Geldbuße verhängen.
Ist das nicht erstaunlich ?
Jahrelang tut sich nix.
Und dann entwickelt ein Thema eine plötzliche Dynamik und es geht voran.
Man sollte öfters ein wenig über den eigenen praxisinternen Tellerrand und die eingeschliffenen Abläufe hinwegschauen, es würde sich vermutlich auszahlen.
Worum geht´s ?
Um einen Nachzügler, die Kofferdam-Abdichtmassen betreffend.
Voco Clip Flow. Das Material nutzt Olaf Löffler schon seit Jahren.
Seit JAHREN!!!

Jetzt endlich habe ich mich durchgerungen, es zu testen.
Hier meine Eindrücke im Vergleich zu den anderen Materialien.
Starten wir mit dem Fazit: Voco Clip Flow ist ein sehr nützliches Material. Es dichtet nämlich den Kofferdam gut ab, selbst wenn dieser, zum Beispiel bei den Röntgenmessaufnahmen, hin und her bewegt wird. Voco Clip Flow ist relativ flüssig, deutlich weniger viskös zumindest als Meta Biomed´s Next Temp LC und auch etwas flüssiger als Ultradent´s Block Out LC Resin. Das ist nicht ganz optimal, aber mit wenig Eingewöhnung sicherlich gut handhabbar. Und nur, wenn man die anderen Materialien vorab kennen- und lieben gelernt hat, dürfte das negativ sich bemerkbar machen.
Auffälliger schon, das Material ist transparent. Eine Einfärbung wäre besser. Selbst Next Temp LC, lediglich blassblau daherkommend, ist um Klassen besser diesbezüglich.
Und wie sieht es mit der Entfernbarkeit aus ? In toto, die Kofferdamklammerzange nutzend, funktioniert das wunderbar. Das Material ist leicht nachgiebig, solange man also die Kofferdamklammerzange ansetzen kann, ist das Ablösen ein Kinderspiel.
Was gibt nun letztendlich den Ausschlag ?
Wir werden 2 Materialien vorhalten. Block Out LC Resin ist nicht mehr der Platzhirsch, aber nachwievor gesetzt, weil es sehr fest ist. Hilfreich in Situationen, in denen eine zusätzliche Stabilisierung von Nutzen ist. Es kostet 5,17 Euro pro Gramm. Voco Clip Flow kostet 6,45 Euro pro Gramm. Next Temp LC liegt gegenwärtig bei 5,75 Euro, zu diesem Preis mein Material der Wahl. Der reguläre Preis liegt bei 9,32 Euro und sobald dieser zum Tragen kommt muss neu gewichtet werden.
Möglicherweise wird Voco Clip Flow dann auch bei uns Einzug halten.
Danke Olaf !



Von Christoph Kaaden
Vier Monate ist der Behandlungsbeginn dieses Zahntraumas nun her.
Ende August haben wir daher die Schienung entfernt und die Zähne klinisch und radiologisch nachuntersucht.
Bisher stellt sich die Situation als stabil dar (Sens, Perk etc) und die nächste Kontrolle ist für Ende November diesen Jahres geplant…


Ein Zahn aus der Reihe „5 mal Anatomie“ fehlt noch.
Er tauchte ebenfalls in besagten 4 Tagen auf, allerdings nicht im Rahmen einer Behandlung sondern als Recall. Auch er zeigt eine besondere Anatomie, die sich allzuoft verbirgt und er stützt meine These, daß Unterkieferprämolaren zu den schwersten endodontisch zu behandelnden Zähnen gehören.
Umso erfreulicher, daß es in diesem Falle eines zum Zeitpunkt der Behandlungsübernahme stark symptomatischen Zahnes (Schmerzskala 8) gut geklappt hat, wie die entsprechenden Recall – Kontrollen im Abstand von 7 und 19 Monaten post WF zeigen.
Der Kanalabgang war mit dem Dentalmikroskop nicht auszumachen, ohne DVT wäre ich hier vermutlich gescheitert. Typischer Zahn, der nach WF im Röntgenbild gut aussieht, aber der Patient (m/w/d) kommt in die Praxis und klagt unerklärlicherweise über Beschwerdepersistenz.






Letzten Montag, im Rahmen einer Telefonkonferenz, ging es darum, wie es mit WURZELSPITZE im Jahr 2021 weitergehen soll. Gott sei Dank genau einen Tag vor der „ungehörigen“ Diskussion auf Endonews, sonst wäre unsere Entscheidung vermutlich nicht so spontan positiv ausgefallen.
(Endonews, ein Forum im Übrigen, das ich 1999 gegründet habe, demnach seit über 20 Jahren der endodontischen Weiterbildung dient und, solange ich es geleitet habe, einen regen Erfahrungsaustausch beinhaltete, jetzt nur noch ein Schatten seines ursprünglichen Selbst ist)
Hier das Ergebnis unserer Besprechung und., um es vorwegzuschicken, es sind ausnahmslos gute Nachrichten:
In diesem Sinne: Auf ein spannendes, interessantes, informatives Endo-Jahr 2021!
von Jörg Schröder
Angesichts der strategischen Bedeutung dieses 18 als distaler Pfeiler einer viergliedrigen Brücke und des geringen knöchernen Angebotes in Regio 16 und 17 erschien der Versuch des Zahnerhaltes auch angesichts der ausgeprägten periapikalen Pathologie als sehr sinnvoll.
Die Behandlung wurde allerdings durch einen stark ausgeprägten Würgereiz erschwert, der noch nicht einmal ein suffizientes präoperatives Einzelbild zuließ. An intraoperative Röntgenbilder war noch nicht einmal im Ansatz zu denken.
So wurde die Behandlung im „Cowboy“-Stil durchgeführt.
Kein Überprüfen der Arbeitslänge mittels Messaufnahme, was angesichts der großen apikalen Lyse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Messungenauigkeit (Eintreten von Flüssigkeit aus dem Periapikalbereich führt zu einer falsch positiven Längenmessung) nicht gerade blutdrucksenkend bei mir wirkte. Zudem schwebte immer das Damoklesschwert des einsetzenden Würgereizes über der gesamten Behandlung. Die Muße intraoperative Bilder anzufertigen, hatte ich nicht.
Umso erfreulicher das Ergebnis des Recalls 14 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlung.
Hier die 3 Frontzähne, die hier im Zahnfilm dargestellt wurden, nun im DVT.
Und folgende Fragen:
Welche Zähne sind wie schwierig ? (Skala von 1 – 10, wie beim Bergsteigen sind größere Zahlen höhere Schwierigkeitsgrade, 10 ist Höchstschwierigkeit)
Wie sieht die jeweilige Therapie aus ?
Ein Zahn stellte sich als aussergewöhnlich schwierig dar.
Welcher Zahn war es ?
Von Christoph Kaaden
Die junge Sophie war zehn, als sie vor drei Jahren ein Frontzahntrauma beim Radfahren erlitt. Hierbei wurden laut Zuweiserin die Zähne 21 und 22 disloziert.
Als wir die Patientin erstmals sahen hatte sich an Zahn 21 eine deutliche apikale Parodontitis ausgebildet.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig und benötigte in der Summe zwei Stunden.
Die Apikalregion wurde im zweiten Termin mit MTA verschlossen und das weitere Kanallumen anschliessend mit erwärmter Guttapercha und Sealer aufgefüllt.


Diese Woche erreichte uns das Kontrollbild der zuweisenden Kinderzahnarztpraxis.
Es sieht aus, als wäre die Behandlung von vor 18 Monaten erfolgreich gewesen…


In dieser Reihe möchte ich Beispiele von ergonomischen Verbesserungen vorstellen, welche durch Kolleginnen und Kollegen im Selbsthilfeverfahren entwickelt und umgesetzt wurden.
An Hand dieses Gastbeitrags von Oliver Schäfer sehen wir, daß die Ergonomie in der Praxis optimiert werden kann und es schafft Anregungen für weiter Verbesserungen in der eigenen Praxis.
Mich störte während der Behandlung -neben der fehlenden Ablage für Endomotor, Ultraschall und co- insbesondere der Kabelsalat. Das RootZX war dabei häufig Anlass für „Verknotungen“, weshalb ich eine eigene Rinne als Kabelführung anlegte. So kommen sich zumindest Turbine, Mikromotor und RootZX nicht mehr in die Quere. Um das Kabel im Schrank schnell und ordentlich zusammenzurollen, verwenden wir automatische Kabelaufroller wie sie bspw. für Kopfhörerkabel verfügbar sind. Schließlich stand ich vor der Aufgabe mein neu angeschafftes Guttasmart System im Schrank unterzubringen, was allein aufgrund der Dimensionen nur liegend möglich war. Auch hier musste zunächst 3D Druck und später CNC-Fräsung her.
In der Schule habe ich nie Goethes Faust gelesen.
Und daher erst später erfahren, wie viele Sprichwörter diesem Werk entnommen wurden.
„Das also ist des Pudels Kern“ ist vermutlich das bekannteste Zitat.
Aber auch, zumindest unter Medizinern bekannt: „Blut ist ein besonderer Saft!“
Und dann natürlich die „Gretchenfrage“.
Sie bezeichnet als Gattungsbegriff eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, welche die Absichten und die Gesinnung des Befragten aufdecken soll. Sie ist dem Befragten meistens unangenehm, da sie ihn zu einem Bekenntnis bewegen soll, das er bisher nicht abgegeben hat. In Faust I wendet sich Gretchen an Faust und möchte wissen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“
Womit wir beim Thema wären – Ich bringe wieder einmal 3 Fälle mit, bei denen, weil im Frontzahnbereich angesiedelt, die Frage nach einem DVT sich eigentlich von vorneherein verbietet.
Ich möchte dennoch fragen: Braucht es ein DVT ? Wer würde bei welchem Zahn ein DVT anfertigen ? Wie sähe die Behandlung der Zähne aus ? Mit und ohne DVT. Soll einmal jeder für sich selbst überlegen.
Die Antworten bitte in die Kommentare.
Am Freitag gibts an dieser Stelle die DVT ´s.



von Jörg Schröder
Traurig, aber eine häufig anzutreffende Situation.
Nach durchgeführter endodontischer Behandlung wurde dieser Eckzahn bei der Durchführung der Vorbohrung für einen Zirkonoxidstift lateral perforiert.
Ein Umstand, der angesichts der mit großer Sicherheit auftretenden Missempfindung und der begleitenden Blutung zumindest stutzig machen sollte. Dem Stift wurde angesichts des fehlenden Ferrules offensichtlich nicht viel zugetraut.
Wie sonst erklärt sich sonst die Präparation einer muldenförmigen Auflage in die distaopalatinale Fläche der vollkeramischen Krone des 12. Eine parodontalhygienisch nicht zu lösende Situation, zumal es nur eine Auflage mit entsprechend bakteriell kontaminierten Spalt zwischen Extension 13 und Auflage 12 war.
Um eine Abheilung der parodontalen Gewebe insbesondere distal des 12 zu ermöglichen, wurde der durch die Muldenpräparation entstandene Defekt an 12 adhäsiv ergänzt, bevor die endodontische Behandlung des 13 begonnen wurde. Nach präendodontischem Aufbau konnte dann Kofferdam gelegt und der Zirkonxidstift entfernt werden.
Die Entfernung erfolgte, wie immer bei Zirkonoxidstiften, mittels Ultraschallansätzen. Aufgrund der bestehenden Fistelung wurde nach Reinigung der Perforationsstelle CaOH2 eingelegt und der Zahn temporär verschlossen. Um ein ungewolltes Dezementieren der temporären Krone zu vermeiden, befestige ich in Fällen stark reduzierter Hartsubstanz einen Glasfaserstift adhäsiv und befestige die temporäre Krone mit RelyXUniCem.
In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung vollständig abgeheilt und der Zahn beschwerdefrei. Nach Einzelzahnisolierung erfolgte dann die erneute Trepanation, wobei der ausreichend weit dimensionierte Glasfaserstift einen fast nicht erwähnenswerten Umweg bedeutete.
Nach Darstellung der Perforation – die ursprünglich vorhandenen Wurzelfüllmaterialien hatte ich bewusst belassen, um eine Verbringen von MTA-Bestandteilen in den Originalkanal zu verhindern – wurde diese mit MTA verschlossen und dasselbe mit Ultrablend abgedeckt. So kann ein Auswaschen des aufgrund der geringen Schichtstärke hier ein wenig anfälligeren MTA verhindert werden.
Erfreulich das Recall nach 7 Monaten. Erstaunlich, wie die voranschreitende Ausheilung die bei der medikamentösen Einlage offensichtlich herausgepressten CaOH2- Anteile „zusammengeschoben“ hat.
von Jörg Schröder
Nachdem ich den Kommentar von „fepunkt“ zu meinem Beitrag „Dens invaginatus“ wortreich beantwortet hatte, kam mir ein Fall aus dem vergangenen Jahr in den Sinn, bei dem ich die Invagination „nur“ versäubert und -weil die Pulpa positiv auf den elektrischen Sensibilitätstest reagierte und das DVT keine apikale Pathologie erkennen – abschliessend adhäsiv verschlossen hatte.
Die Fotodokumentation zeigt die komplexen Verbindungen der einzelnen Hohlräume.
Um eine sichere Obturation der am tiefsten hinabreichenden Kaverne zu erreichen, habe ich dort BC Sealer und erwärmte Guttapercha eingesetzt. Der koronale Anteil wurde in Adhäsivtechnik verschlossen.
Von Christoph Kaaden
Die nachfolgende 58-jährige Patientin wurde uns von ihrem Hauszahnarzt geschickt. Der Zahn 36 war vor einigen Jahren alio loco endodontisch behandelt worden. Jetzt beklagte die Patientin eine zunehmende Ausfbissempfindlichkeit sowie eine Blutung am Zahnfleischsaum bei der Zahnpflege.
Hier zeige ich Ihnen die Röntgenaufnahmen des Zuweisers.

Aufgrund der geringen Aussagekraft der Einzelzahnaufnahme ist von dem Kollegen zusätzlich ein kleinvolumiges DVT angefertigt worden.
Leider ist die Auflösung des verwendeten Gerätes mässig gut.







Es war für mich zu erahnen, dass bei der Vorbehandlung das mesio-linguale Kanalsystem unbehandelt geblieben war.
Während sich in der Bifurkation ferner eine Aufhellung zeigte war an den Radices keine Pathologie erkennbar…
bis zu diesem Zeitpunkt liess sich also für mich nicht zweifelsfrei klären, woher die Furkationsbeteiligung stammte.
Infrage kamen in einen Augen folgende Möglichkeiten:
Intra-koronal/kanalär fanden sich keine Besonderheiten und die Revision konnte routinemässig durchgeführt werden…

Masterpoint-Aufnahme nach Revision mit deutlich erkennbarer Osteolyse in Bifurkation
Einige Wochen später war die Fistel abgeheilt und die Patientin beschwerdefrei.
Bei der Wurzelkanalfüllung zeigte sich dann der Grund für die Furkationsbeteiligung.


Grosser Seitenkanal nach Wurzelkanalfüllung als Ursache der Osteolyse in der Bifurkation
Ich bin gespannt, wie das Recall in sechs Monaten ausfallen wird…
5 Generationen Abdichtung?
Worum geht ´s ?
Ich spreche vom Kofferdam.
Irgendwo im Regal bei mir muss noch ein Buch von Reinhardt Winkler stehen. DAS Standardwerk zum Thema Kofferdam, damals, in den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts.
An ein darin beschriebenes Abdichtmaterial für den Kofferdam kann ich mich nicht erinnern. Nur an die Kofferdamligatur. Und an das Invertieren des Kofferdams mittels Luftpuster. Hat bei mir so gut wie nie geklappt. Vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben und Übung macht den Meister, aber, ganz ehrlich, wenn ´s nicht auf Anhieb geht, dann ist vielleicht auch die Methode an sich zu überdenken. Denn – Kofferdam soll ja helfen, nicht behindern.
Was kam danach ?
1
Cavit.
Naja. Dichtet leidlich hab, hält noch weniger.
3 von 10 Punkten.

2
Oraseal
Von Ultradent.
Auf Zellulose- Basis.
Über Jahre unser Standard-Material. Dichtet super ab, nimmt Feuchtigkeit auf und „klebt“ am Kofferdam. Zumindest nach unten hin. Nach oben hin eher bröckelig.
Dennoch – 2 Daumen hoch. Über viele Jahre hinweg unser Material der Wahl. Der Preis – wie oft bei Ultradent – ambitioniert. Aber – wenns hilft …
6 von 10 Punkten.


3
Opaldam
Ebenfalls von Ultradent. Auf Komposit- Basis.
Wie hat es sich bewährt ? So la la.
Hält initial, nix bröckelt weg. ABER – Grosses Manko. Wenn der Kofferdam bewegt wird, dann löst sich die Klebung. UND – bei geringster Feuchtigkeit am Kofferdam erfolgt keine Abdichtung.
4 von 10 Punkten.
Und für den Preis, der dafür aufgerufen wird, definitiv nichts, was wir aus einem brennenden Haus retten würden.


4
Block Out
Auch von Ultradent. Eigentlich ein Material für die Zahntechnik zum Ausblocken beim Tiefziehschienen. Eine Empfehlung der ACTA Universität Amsterdam. Denen war Oraseal viel zu teuer. Deshalb kannte das auch keiner, als in meiner Gastvorlesung das Material in meinen Fotos zu sehen war. Originalzitat: „Wir sind eine Universität. Wir sind arm.“
Block Out hält super. Und dichtet, dafür, daß es ein Composit ist, erstaunlich gut auch in schwierigen Situationen ab. Stabilisert die Kofferdamklammer bei wenig Retention.
Alles in Allem mit Abstand das beste Material bislang.
8 von 10 Punkten. Eigentlich 9 von 10 Punkten, aber wegen seines großen Mankos – Off Label Use, keine Zulassung für intraoral – gibt es Punktabzug.

5
Next Temp LC.
Von Meta Biomed.
Ein provisorisches Füllungsmaterial auf Composit- Basis, lichthärtend. Beispielweise für Inlay- Kavitäten. Blassblaue Farbe. Leicht elastisch, leicht klebrig. Und wunderbar zu gebrauchen als Abdichtmaterial für die Kofferdam- Anwendung.
Ist nicht meine Idee.
Sondern eine Empfehlung von Dr. Jenner Argueta, ein endodontischer Kollege aus Guatemala und Meta Biomed Opinion Leader.
Und was soll ich sagen ? Dieses Material hat es geschafft, aus dem Stand heraus sich in unserer Praxis als Block Out-Alternative zu etablieren.
Warum?
Die leichte Klebrigkeit sorgt für einen innigen Verbund zwischen Kofferdam und Material.
Auch wenn der Kofferdam bewegt wird, bleibt das Material in Position.
Das funktioniert bei NextTemp LC besser als bei jedem anderen der genannten Materialien.



9 von 10 Punkten.
Gegenüber Block Out ein weniger schwerer zu entfernen – erwähnte ich schon, es ist klebrig ? Und auch weicher als Block Out und widersetzt sich so etwas mehr dem Abnehmen.
Aber in der Regel kann man es mittels Kofferdamklammerspannzange samt der Kofferdamklammer in toto entfernen.
Bliebe noch der Preis.
Hier ist Block Out nachwievor unschlagbar, aber dennoch hat sich NextTemp LC einen festen Platz in unserer Praxis gesichert, wir wählen fallspezifisch das eine oder das andere und müssten wir uns für eines der beiden Materialen entscheiden, wäre es NextTemp LC.
Weil ??? Es diesen kleinen Tick besser ist.
Vom Meta Biomed Deutschland gibt es im Übrigen für begrenzte Zeit ein Einführungsset.
Enthält 3 Spritzen a 2 Gramm.
Kostet 29 Euro.
Bei klinisch unversehrten Frontzähnen, die aus heiterem Himmel eine Fistelung und einen negativen Sensibilitätstest aufweisen, denkt man vielleicht zunächst an ein Zahntaruma als Ursache für eine Pulpanekrose.
Eine weitere, aber eher nicht so häufige Ursache, stellen Invaginationen dar, die entweder über eine direkte Verbindung zur Pulpa zu einer bakteriellen Kontamination derselben führen (OEHLERS Typ 2) oder, wie in nachfolgendem Fall, über die Dentintubuli, zu einer bakteriellen Besiedelung des Pulpakammerhohlraumes führen.
Oftmals fallen diese Schmelzeinstülpungen bereits im zweidimensionalen Röntgenbild als V-förmige Einziehungen auf. Klinisch finden sich die „Eingänge“ zu den Invaginationen ist immer palatinal des Pulpakammerhohlraumes und entspringen einer fast nicht als Hohlraum wahrnehmbaren Furche. Da diese schmelzausgekleidet ist, imponiert sie im DVT als hell ringförmige Struktur, die den eigentlichen Invaginationshohlraum umgibt.
Mein Vorgehen ist wie folgt:


–Chemomechanische Aufbereitung, (Eddy, XP-Endo-Finisher)Die Obturation erfolgte in diesem Fall aufgrund des sehr weiten Foramens mit MTA.
Die Behandlung wurde zweizeitig durchgeführt, da es in der ersten Sitzung zu einer diffusen Blutung aus dem Periapikalbereich kam (wie an dem nicht bis apikal gebrachten CaOH2 zu sehen ist).
Von Christoph Kaaden
Heute zeige ich Ihnen den Abschluss dieses Behandlungsfalls.
Gut vier Wochen nach dem ersten Termin erfolgte bei Beschwerdefreiheit und abgeheilter Fistel zunächst der Verschluss der Neoapices mit MTA. Auf das vorgeschaltete Einbringen ein resorbierbares Widerlager wurde verzichtet.

Röntgenkontrolle nach MTA Apexifikation
Das Backfill wurde mit erwärmter Guttapercha und Sealer (BC Sealer) durchgeführt und die Zugangskavität nachfolgend adhäsiv verschlossen.

Abschluss der Revisionsbehandlung Zahn 46 nach zweimaliger WSR
Das erste Recall ist in sechs Monaten geplant; das Ergebnis werde ich Ihnen dann gerne zeigen…

Prä-OP vs. Post-OP
Über diesen Fall haben wir hier, hier und hier berichtet.
Hier nun das 6 Monatsrecall.
Der Zahn ist symptomlos und die Patientintin glücklich.
Auf Grund des Substanzverlustes habe ich ihr angeraten den Zahn mit einer Teilkrone versorgen zu lassen. In diesen Fällen weise ich ausdrücklich darauf hin:
Ich werde das nächste Recallbild vorstellen.
Wie sich die Bilder doch gleichen…
Der geneigte Leser erinnert sich.
Ein Zahn 36 mit 3 Kanälen in der mesialen Wurzel.


Und – gleicher Tag, andere Seite – ein Patient mit einem Zahn 46 und ebenfalls 3 Kanälen mesial.
In beiden Fällen unauffällige Erscheinung im Zahnfilm, das DVT offenbart die besondere Anatomie.
Rufen wir uns an dieser Stelle also wieder ins Gedächtnis, wir sind umgeben von besonderer Anatomie. Und nicht immer, um nicht zu sagen, vermutlich in vielen Fällen erschliessen sich diese anatomischen Besonderheiten dem Auge des Klinikers, selbst wenn es Dentalmikroskop- bewehrt sein sollte.
Auch diesmal die orthograde WF- Kontrollaufnahme eher unspektakulär.
BTW solche Zähne sind für mich der größte Albtraum. Präparation und Abformung durch den Hauszahnarzt ist bereits erfolgt, demnach keine Chance, am vorhandenen insuffizienten Aufbau etwas ändern zu können, geringste Retention bei zudem endständigen Zahn, verbesserungsfähiges Provisorium und und und…







Dazu passt – gewissermaßen als Zugabe und aus aktuellem Anlass auch dieser Fall von Freitag.
Ein Zahn 47. Auch er im konventionellen 2D – Röntgenbild unauffällig. Und ich gebe zu, ohne DVT wäre ich niemals auf die Idee gekommen, die tiefe Aufspaltung im mesiolingualen Kanal zu suchen, ich wäre froh gewesen, diesen überhaupt gefunden bzw. über die vorhandene Stufe hinweg erschliessen zu können.






von Jörg Schröder
Wurzelstifte aus Zirkonoxid waren vor ca. 20 Jahren einmal en vogue. Daher stellen diese Stifte in meinem Alltag eher eine seltene Aufgabe dar.
Ich muss zugeben, auch ich habe wenigstens 4 davon eingesetzt. Obwohl ich, wenn ich über einige physikalische Grundsätze nachgedacht hätte, das besser gelassen hätte.
Und so trifft man leider bei der Revisionsbehandlung von mit Keramikwurzelstiften versorgten Zähnen häufig auf Haarrisse, deren Vorhandensein sich der klinischen und radiologischen Diagnostik entzieht.
So auch bei diesem 27. Nach Entfernung der Vollgusskrone galt es zunächst, den um die Zirkonoxidstifte befindlichen Kompositaufbau abzutragen. Dies geschieht mittels kleiner flammenförmiger Diamanten und am Ende mit den von mir sehr geschätzten Munce-Rosenbohrern.
Zur Entfernung der adhäsiv befestigten Zirkonoxidstifte gehe ich genau so vor, wie ich es initial mit gegossenen Stiften mit konischer Geometrie handhabe. Da rotationssymetrisch, sollte das umfassende Komposit, wenn möglich, im zylindrischen Teil vollkommen oder zumindest ca. 270 Grad davon entfernt werden. Anschliessend wird der koronale Stiftanteil mit einem glatten, im Querschnitt runden und recht starren Ultraschallansatz bei mittlere Energiestufe und Wasserkühlung umfahren. Mitunter muss man zwischendurch Teile von abgeplatztem Kompositkleber mittels Endosonore-Ansätzen zerkleinern.
In diesem Fall drehte sich der in DB befestigte Stift schon nach weniger als einer Minute.
Nach der anschliessenden Freilegung des MB1 hatte ich schon eine Ahnung, was mich bei der Inspektion des Pulpakmmerbodens erwarten würde, wenn ich auch den in P befindlichen Stift entfernt hatte. Ein feiner, tief in P hinabreichender Haarriss.Somit fällt der Zahn der Extraktion anheim. Schwacher Trost, dass sich der im DVT erkennbare MB2 an genau der Stelle befand, an der ich ihn vermutet hatte.
von Jörg Schröder
Vor etwa 10 Monaten hatte ich hier über diesen 47 berichtet.
Zwischen Beratung- und geplantem Behandlungstermin hatte sich die Situation dramatisch verändert. Vom rechten Mundwinkel bis hin zur Mitte der Unterlippe und hinab bis zum rechten Kinn bestand 4 Tage nach der Erstvorstellung eine vollständige Anästhesie, die auf eine akute Exazerbation der apikalen Parodontitis zurückzuführen war.
Heute nunmehr ein in jeder Hinsicht erfreuliches Recall. Der Zahn wurde durch die überweisende Kollegin mit einer Teilkrone versorgt. Die periapikalen Strukturen erscheinen ausgeheilt und die Sensibilität Bereich der rechten Unterlippe bzw. des rechten Kinnbereiches wieder vollkommen wiederhergestellt.
von Jörg Schröder
Ab und zu bekommen wir Anfragen von Kollegen mit der Bitte um die Anfertigung eines DVT zur implantologischen Diagnostik.
Im heute beschriebenen Fall kam der Patient zum Termin mit je einer Bohrschablone für den Ober- bzw. Unterkiefer. Die Bohrhülsen waren anhand eines OPG und nach der klinischen Situation einpolymerisiert worden. Wohlgemerkt die Bohrhülsen.
Die Artefaktbildung war zum Glück gering genug, um nach Betrachten des DVT die Empfehlung auszusprechen, die Position der Bohrhülse in Regio 47 nochmals zu „überdenken“ und sich vor der Implantation noch einmal mit der zahndichten, rundlichen Struktur im Bereich des geplanten Implantates zu beschäftigen.
Von Christoph Kaaden
Vor zwei Jahren stellte sich der damals 58-jährige Patient erstmals bei uns vor.
Die Diagnose damals lautete:
ausgeprägte interradikuläre Aufhellung mit disto-bukkaler Fistel an Zahn 46.

Ausgeprägte interradikuläre Aufhellung an Zahn 46 mit Fistel – Resorption unklarer Genese mesial
Unklar hingegen war, was die Ursache für die stark resorbierte mesiale Radix war.
Hier das Wf-Kontroll-Bild zum Ende des zweiten Behandlungstermins (ca. 4 Monate nach Behandlungsbeginn).

Zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung scheint es zu einer vollständigen Remission gekommen zu sein.

Recall-Aufnahme zwei Jahre post-op

Prä-OP vs. 2-Jahres Recall
Hat jemand einen Vorschlag hinsichtlich der „Vorkommnisse“ an der mesialen Wurzel?
Das Jahr 2020 hat Überraschunge in ungeahntem Ausmaß gebracht.
Ich meine nicht nur Covid 19 und die Folgen, sondern das gesamte Praxisumfeld und den privaten Bereich.
Die Misere in der Praxis fängt mit Mitarbeiterfluktuation an, über extern verordneten, die täglichen Abläufe belastenden und tlw. unsinigen Adminstrationen, wie Gesundheitskarte und hört mit extensiven nicht kompensierbaren Preisentwicklungen im Material und Hygienebreich auf.
Für mich treten Fragen auf, wie:
Wie kann keine Schutzausrüstung vorrätig sein, aber Milliardensummen werden in veraltete digitale Spielereien, wie Gesundheitskarte investiert, obwohl Planungen und Szenarien vorlagen.
Gibt es kein QM in der Politik?
Warum müssen Mitarbeiter mit verwaltungstechnischen Dingen, wie Updates der Connectorboxen überprüfen belastet werden. Geht das nicht zu digitalisieren?
Was hat eigentlich die EGK in der Coronakriese für positive Effekte gebracht?
Ich bin dann mal weg und freue mich einige Tage frei von diesen Dingen zu sein.
