Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE! (2)
Morgen abend ist es soweit.
Mittwoch 18.11.2020
20 Uhr.
Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE!
Das Ganze findet statt via GOTO Meeting.
Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorab die App herunterladen.
Das Ganze funktioniert auf PC und Apple Desktops sowie auf mobilen Geräten wie Ipad und Iphone, auf anderen Smartphones vermutlich auch, aber nicht getestet bislang.
Und es ist vermutlich sinnvoll für Alle, die etwas wissen wollen, gegebenenfalls Fotos und Röntgenbilder bereitzuhalten, damit wir uns diese zusammen anschauen können.
Den Zugangscode findet man bei WURZELSPITZE Plus. Hier.
Wir sind gespannt.
Sollte es gut laufen, wird es noch in diesem Jahr – kurz vor Weihnachten – eine weitere Episode geben.
Planung leicht gemacht
von Jörg Schröder
Das DVT in der Endodontie. Anfangs heiß diskutiert und teilweise mehr als nur kontrovers diskutiert.
Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt. Und das DVT mein Denken geändert.
Die Planung der Behandlung erfolgt am Bildschirm:
Die voraussichtliche Arbeitslänge wird bestimmt. Abzüglich eines Sicherheitsbehaltes können so durch die Mitarbeiterinnen pro Kanalsystem vorab die rotierenden Instrumente für den maschinellen Gleitpfad vorbereitet werden. Wobei Krümmung und Anordnung im Raum das Feilen-System bestimmen.
Die Lage der Kanaleingänge und die zu erwartenden Kanalquerschnitte können erfasst und das Vorgehen exakt geplant werden. Welche Instrumente werden bei der Aufbereitung des koronal sehr schmalen und mehrere Orifizien aufweisenden distalen Kanalsystems notwendig sein. In welcher Reihenfolge werden diese eingesetzt?
Welches Kanalsystem wird bei konfluierenden Kanälen zuerst aufbereitet? Bei abrupten Krümmungen entscheidend um eine Stufenbildung oder gar eine Fraktur zu verhindern.
So geplant, verliert so manche Aufgabe ihren Schrecken.
Welche Hürden galt es in vorliegendem Fall zu meistern?
D war extrem obliteriert, wies koronal mehrere Orifizien auf, alle Kanäle konfluierten im mittleren Drittel um nach der Konfluation rundlich und in deutlicher Krümmung nach apikal zu verlaufen.
MB war hier der Kanal, der den geschmeidigsten Weg nach apikal aufwies. Daher wurde absolut kein Versuch unternommen aus ML zuerst nach apikal zu gelangen. Selsbt als MB bis 20/04 aufbereitet worden war, gelang es nicht eine vorgebogene 008 um die Konfluation zu bewegen. Erst als MB bis 30/04 erweitert war, konnte der apikale Anteil des mesialen Kanalsystems aus ML heraus instrumentiert werden, um ein gleichmässigens Zusammentreffen von MB und ML zu erzielen.
Leider konnte ich die Umfrage, welches Gerät ich aus der brennenden Praxis retten würde, nicht ganz korrekt beantworten. Mein Dream-Team ist definitiv mein Mikroskop und unser hochauflösendes DVT.
Face Shield V 2.0
Zu Beginn des Jahres war ich froh, auf unseren 3D- Drucker zurückgreifen zu können.
Mit Bordmitteln (FDM 3D- Drucker, PLA- Material und Plastikfolie) wurde mein Team schnell mit Gesichtsschildern zur Covid – Prophylaxe ausgestattet.
Die funktionierten.
Gut.
Lediglich eine Assistentin hatte das Pech, ihr Gestell immer wieder zu zerbrechen.
Kürzlich kam sie mit einem Gesichtsschild an, das ihr Ehemann bei Amazon bestellt hatte. Und was soll ich sagen. Das Teil ist ganz hervorragend. Keines dieser zu Beginn der Pandemie häufig anzutreffenden Billigprodukte, die preislich ambitioniert angeboten wurden.
Es schützt sehr gut, macht einen stabilen Eindruck, lässt sich bequem tragen, beschlägt nicht und man kann sogar unsere China – Lupen-Brille drunter tragen.
Kostenpunkt 16 Euro + Versand.
Dafür lohnt sich, bei deutliche besserem Handling, der Selbstdruck nicht.
Ich habe das gesamte Team damit ausgerüstet.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Frontzahn-„Welle“ (I)
Von Christoph Kaaden
Von der Häufung gleichgearteter Behandlungen innerhalb kurzer Zeitabstände habe ich in der Vergangenheit hier, hier oder hier berichtet.
Insbesondere in dieser Woche erfasst uns die Frontzahn-„Welle“. Ich werde in zukünftigen Beiträgen über die genauen Hintergründe der einzelnen klinischen Fälle berichten.
Hier also schon mal die 10 (!) Situation die wir in dieser Woche behandelt bzw. erstuntersucht haben in der Reihenfolge, wie diese bei uns „stattfanden“.

Leider entwickelte der Zahn kurz nach Eingliederung der definitiven Krone eine Fistel…

Wir führten nach eingehender Beratung der Patientin (ärztliche Kollegin) eine Revision durch. U.a. Corona-bedingt verzögerte sich der Abschluss der Behandlung erheblich.
Positiv zu vermerken ist, dass der lange Zeitraum der Behandlungspause dazu geführt hat, dass bereits eine klare Heilungstedenz erkennbar ist…

Bei dem zweiten Patienten am Montag handelt es sich um den 10-jährigen Carlos.
Hier der sehr umfassende Arztbericht der Überweiserpraxis



Fall III des Montags war der Behandlungsbeginn einer Revision bei Zustand nach endodontischer Vorbehandlung und Resektion

Als klinisch etwas „tricky“ gestaltete sich die Entfernung des „unorthodox“ eingebrachten Glasfaserstiftes.
Der „Durchbruch“ gelang mittels diamantiertem Ultraschallansatz der schliesslich zu einer Lockerung des adhäsiven Verbunds führte.

Die nächste Patientin war ein 19-jähriges Mädel, dass vor zwei Jahren beim Skifahren ein Frontzahntrauma erlitten hatte.
Klinischer imponierte mittlerweile eine deutliche Verfärbung die sich auch bei der Trepanation des Dentins deutlich präsentierte…

Die nächste 26-jährige Patientin konnte sich an kein Trauma in der jüngeren Vergangenheit erinnern…
während die Nachbarzähne eindeutlich vital reagierten zeigte Zahn 31 alle klinisch-radiologischen Zeichen eine Nekrose mit apikaler Pathologie…

Bei dem nachfolgenden 67-jährigen Patienten stellte sich die Situation aufgrund seiner Vorerkrankungen (metastasierendes Prostata-CA mit geplanter Bisphosponat-Therapie) als etwas komplizierter dar.
Eine Entfernung weiterer Zähne soll unbedingt vermieden werden…


Als nächstes in der Woche stand die Behandlung eines 12-jährigen Jungen an, bei dessem Eckzahn eine ungewöhnliche Resorption evident geworden war. Klinisch und radiologisch hätte ich diese eigentlich als primär extern eingestuft… obgleich die „Eintrittspforte“ inzisal zu liegen schien…


Bei dem Eckzahn dieser 66-jährigen Patientin gelang es dem Zuweiser nicht das Kanalsystem aufzufinden…

Bevor es zu einer Perforation kam überwies er die Patientin zu uns…

Fall Nummer neun ist wieder ein Traumafall.

Leider ist die Prognose der unphysiologisch gelagerten Zähne nicht optimal…
Und auch in dem 10. Fall war eine traumatische Verletzungini Form einer unkomplizierten Kronenfraktur der Grund für eine anstehende Behandlung…


Demnächst berichte ich Ihnen also weiter von dieser Frontzahn-„Welle“…
stay tuned…
CD in der Praxis für DVT mit Patientendaten bedrucken.
Häufig kommen Patienten in unsere Praxis mit der Fragestellung: Erbitte DVT …
Das DVT erstellen und die entsprechende Datei auf eine CD zu brennen ist keine große Hürde. Diese CD wurde dem Patienten ausgehändigt.
Die Beschriftung erfolgt mit einem Folienschreiber.
Der Patient zahlt in der Regel einen dreistelligen Betrag dafür und bekommt ein Papiertütchen mit einer selbstgebrannten CD und schwer lesbarer Beschriftung.
Das entsprach nicht meinen Vorstellungen.
Weiter im WURZELSPITZE Plus – Beitrag geht es hier.
Geschützt: CD in der Praxis für DVT mit Patientendaten bedrucken.
Eure Fragen ? Wir antworten! LIVE!

Mittwoch
18. November.
20 Uhr.
Ein neues Format für die WURZELSPITZE Plus-Teilnehmer.
Wie soll ´s aussehen ?
Die Idee ist, dass vermutlich Jeder der hier Mitlesenden ein paar Dinge hat, wo er für einen Rat dankbar wäre. Das kann ein Patientenfall sein, eine Frage zur Praxisorganisation oder vielleicht eine bestimmte endodontische Vorgehensweise betreffend.
Also – fragt uns. Egal, was euch auf dem Herzen liegt.
Am 18. November, um 20 Uhr stehen wir 45 Minuten lang Rede und Antwort.
Live.
Per Telekonferenz.
Wie findet Ihr die Idee?
Schreibt uns in die Kommentare.
Gerne auch schon Ideen. Worüber sollen wir reden ?
Eure Fragen . Wir antworten LIVE 18.11.2020
Mi., 18. Nov. 2020 20:00 – 22:30 (CET)
Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.
https://global.gotomeeting.com/join/125825589
Zugangscode: 125-825-589
Wie hältst Du es mit dem Haarriss?
von Jörg Schröder
Eine Gretchenfrage zum Wochenbeginn.
Was empfehle ich den Patienten, deren Beschwerden an einem Zahn mit (noch) vitaler Pulpa mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Haarriss ausgehen, der in der Pulpakammer endet?
Wann empfehle ich die Extraktion? Wann entscheide ich mich für einen Erhaltungsversuch?
Aufgrund unklarer Beschwerden im rechten Oberkiefer wurden im nachfolgendem Behandlungsfall alio loco die Zähne 15,16 und 17 anbehandelt.
Zahn 16 wurde trepaniert und ein endodontische Behandlung eingeleitet. Die stark obliterierten mesialen Kanalsysteme MB1 und MB2 konnten nicht, DB zur Hälfte und P vollständig erschlossen werden. Nach der Einlage von CaOH2 persistierten die Beschwerden weiterhin.
Bei Zahn 15 wurde die vorhandene Teilkrone entfernt und durch eine kurzzeitprovisorische Füllung „ersetzt“.
Die Krone an 17 wurde entfernt, der Zahn trepaniert und nachdem die Kanalsysteme nicht erschlossen werden konnten wurde nur die Zugangskavität kurzzeitprovisorisch verschlossen.
Nach klinischer Untersuchung (deutliche Perkussionsempfindlichkeit mit palpatorischer Druckdolenz an 16, geringe Perkussionsempfindlichkeit 15, dort positiver Sensibilitätstest) und Auswertung des DVT habe ich folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
- adhäsive Restauration Zahn 15, bei Rissgeschehen tiefe „Pulpotomie“, da die vollständige Erschliessung der apikalen Aufgabelung zu zeitaufwändig wäre.
- Medikamentöse Einlage CaOH2 und klinische Reevaluation der Beschwerden.
- Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 16 in gleicher Sitzung.
- Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 17 in gesonderter Sitzung.
Klinisch imponierte an Zahn 15 ein von der mesialen Randleiste startender und das Pulpakammerdach vollständig durchziehender Haarriss, der auf Höhe des mesialen Gingivarandes in die Pulpakammer eintritt und ab dort nicht weiter verfolgt werden konnte.
Nach initialer Aufbereitung bis zur Konfluation – nach schall- und ultraschallunterstützter Irrigation kam es zu einem Flüssigkeitsaustausch zwischen B und P – wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Aufgrund der im gleichen Termin noch geplanten endodontischen Behandlung von Zahn 16, habe ich die Approximalräume nicht so präzise gestalten können, sodass der distale Kontaktpunkt zu 16 nicht vorhanden ist.
In Zahn 16 waren MB1 und besonders MB2 stark obliteriert, sodass die Gesamtbehandlungsdauer die 3-Stundengrenze knapp erreichte.
Welche Entscheidung treffen Sie im Hinblick auf die weitere Behandlung des 15? Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt.
Ende Gelände
von Jörg Schröder
Wir schreiben das Jahr 2020. Mikroskopgestützte Endodontie ist sehr mehr als 20 Jahren bekannt. Und dennoch werden immer wieder Behandlungsversuche unternommen, die ohne Mikroskop zum Scheitern verurteilt sind. Denen man das zugrunde liegende Risiko bereits im präoperativen Bild ansehen kann. Wenn man genau hinschaut.
Und das Fremdschämen-Gefühl stellt sich bei mir dann ein, wenn der Patient von der Vielzahl der Behandlungsversuche berichtet, die zum aktuellen Zustand geführt haben.
Beeindruckend der Unterschied zwischen der also loco durchgeführten Messaufnahme und meinem am Beratungstag erstellten Einzelbild. Da schwante mir schon nichts Gutes.
Das DVT zeigt das ganze Ausmass der Zerstörung. 4 mm subcrestal liegt der tiefste Punkt der iatrogenen Perforation. Der Originalkanal wurde auf ebendieser Strecke gestrippt. Der Zahn mesiolingual geradezu pulverisiert.
Ich habe dem Patienten (Selbstzahler) zum Implantat geraten.
Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (III)
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier über die Montage unserer Centro-Säule berichtet.
Das Gros des Projektes betreute Mario Horvart, der bereits beim Neustart 2012 unser ProErgo montiert hatte. Mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht.
Um das Pico an die Centro-Säule umzusetzen war es notwendig einen längeren Arm und Lichtleiter zu benutzen. Bei der Centro-Säule handelte es sich um ein gebrauchtes Modell, welches Mario Horvart erstanden hatte.
Als sehr zeitaufwändig stellte sich die Anbindung der Mikroskop-Kamera mittels HDMI- Kabel an den Flatscreen dar.
Insgesamt dauerte die Montage von 8:00 bis 18:00.
Geplant waren ursprünglich circa sechs Stunden.
Leider war es wegen des fehlenden Adapters nicht möglich auch das digitale Röntgen wieder in Betrieb zu nehmen.
Dieses Projekt übernahm der unabhängig Techniker Damir Zupcevic.
Über die Firma Chirana liess er den zeigten Adapter herstellen und führte die Montage durch.
Ich bin allen Beteiligten für deren Arbeit dankbar; insbesondere Damir.


Jetzt ist auf absehbare Zeit erstmal kein weiteres Projekt dieser Größe angedacht…
Heilung Express oder Radiodontics
Die Patientin kam in unsere Praxis ohne Beschwerden am Zahn 16.
Eine Brücke war vor mehreren Monaten inseriert und nun imponierte eine Fistel am Zahn 16. Lockerungsgrade waren nicht messbar, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Im angefertigten DVT stellte sich eine ausgedehnte P. apicalis an jeder Wurzel dar. Selbst interradiculär erschien die Ostelyse manifest zu sein.
Alles sprach für eine verhaltene Prognosestellung. Sie Patientin wünschte unbedingt den versuch der Erhaltung, da eine Implantation für Sie nicht in Frage kam.
Die Behandlung lief fast nach Plan. Der Kanal mb2 war nicht patent. Für uns ein weiterer Hinweis für ungünstiges Prognose. Beschwerden hatte die Patientin nie.
Im 6Monatsrecall überraschte uns die Patientin mit einem fast vollständigen Heilung im 2D Röntgenbild. Der Fistelgang, bzw. das Fistelmaul war nicht mehr erkennbar.
Gerne hätte ich mir das Ergebnis im 3D Röntgenbild bestätigen lassen. Für uns war aber keine ernsthafte therapeutisch Indikation gegeben.
Oder hätten Sie anders entschieden?
Die WURZELSPITZE – Umfrage – Die Ergebnisse
Nachfolgend die Ergebnisse der WURZELSPITZE – Umfrage. Die Bewertung/Analyse der Daten erfolgt in einem gesonderten Beitrag.
ICH ARBEITE MIT OP- MIKROSKOP
81,16 Prozent arbeiten mit OPM.
MIT WELCHEM MODELL ?
Zeiss Pico 33,85 %
Zeiss Extaro 7,69%
Zeiss Pro Ergo 26,15%
Zeiss Pro Magis 6,15%
CJ Flexion 10,77%
Kaps 1,54%
Leica 3,08%
Zumax 1,54%
Andere 9,23%
FÜR ZAHNFILME ARBEITE ICH MIT
analogem Film 1,49 %
Speicherfolien 58,21%
Sensorsystem 40,3%
ICH HABE ALS KLEINRÖNTGENGERÄT
ein Gerät in der Praxis 25,37%
ein einziges Gerät an einem einzigen Behandlungstuhl 4,48%
pro Behandlungsstuhl jeweils ein Röntgengerät 50.75%
eine andere Variante 19,4 %
WIR HABEN IN UNSERER PRAXIS …
kein DVT 46,97%
ein Morita F40/R100 DVT 12,12%
ein Morita X 800 DVT 13,64%
ein Kavo DVT 3,03%
ein Planmega DVT 4,55%
ein Orange Va Tech DVT 4,55%
ein anderes DVT Gerät 15,15%
ZUR SPÜLUNG VON WURZELKANÄLEN NUTZE ICH
VDW Eddy 63,83%
Ultraschall 27,66%
Laser 6,38%
Keine der genannten Varianten 2,13%
ZUR MASCHINELLEN AUFBEREITUNG VERWENDE ICH
VDW Silber 7,89%
VDW Gold 15,79%
Endopilot 18,42%
Morita Dentaport 0%
Dentsply Sirona Xsmart 14,47%
VDW IConnect Drive/Dentsply Sirona Xsmart IQ 18,42%
Morita Tri Auto ZX 2 3,95%
ein anderes Gerät 21,05%
MEINE MEIST VERWENDETEN MASCHINELLEN AUFBEREITUNGSINSTRUMENTE SIND
Mehrfachnennung war möglich
VDW Reciproc 11,67%
VDW Reciproc Blue 8,33%
Wave One Gold 20,83%
VDW MTwo 7,5%
VDW Rotate 1,67%
ProTaper Universal/Gold/Next 15,83%
VDW Flexmaster 3,33%
Maillefer ProFile 6,67%
Coltene Hyflex CM/EDM 15%
FKG Race/Biorace 0,83%
FKG Endoshaper 2,5%
FKG Endofinisher 1,67%
ein anderes Instrument 4,17%
ICH VERWENDE ZUM ELEKTRIISCHEN LÄNGENMESSUNG ALS APEXLOKATOR DAS
Mehrfachnennung war möglich
Root ZX 20,24%
Root ZX Mini 11,9%
Raypex 6 14,29%
Raypex4/Raypex 5 9,52%
Endopilot 17,86%
VDW Gold 8,33%
ein anderes Gerät 17,86%
ICH VERSCHLIESSE DIE WURZELKANÄLE ZUR WF ROUTINEMÄSSIG
in Einstift – Technik 27,69%
in lateraler Kondensation 4,62%
in Warm Vertical Compaction nach Schilder 33,85%
in Continous Wave Teqnie nach Buchanan 32,31%
in Squirt- Technik 1,54%
ALS SEALER FÜR DIE WF NUTZE ICH
einen Sealer auf Epoxidharz- Basis z.B. AH Plus 61,9%
einen Tri Calcium Silicat Sealer z.B. TotalFill 31,75%
einen Sealer auf Zinkoxid Eugenol – Basis z.B. Kerr PCS oder Endomethasone 3,17%
einen Sealer auf Silikon-Basis z. B. GuttaFlow 3,17%
ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER ENDO
Nie 0%
Selten 3,03%
wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 3,03%
Fast immer 13,64%
Immer 80,3%
ICH LEGE KOFFERDAM BEI DER COMPOSITE – FÜLLUNG
Nie 7,46%
Selten 29,85%
wenn es mir möglich ist, also in einer Mehrzahl der Fälle, ansonsten arbeite ich ohne 17,91%
Überwiegend 10,45%
Fast immer 17,91%
Immer 16,42%
ICH LASSE ZÄHNE BEI DER ENDO OFFEN
Mehrfachnennung war möglich
wenn es schnell gehen muss 2,6%
Im Notdienst 5,19%
Bei Pus/Sekret 9,09%
bei devitalen Zähnen 0%
routinemäßig wenn ich die Indikation dazu sehe 2,6%
extrem selten (ca 1 – 2 mal im Jahr) 24,68%
Nie 55,84%
WELCHES SIND DIE GERÄTE, AUF DIE MAN IN DER MODERNEN ENDODONTIE NICHT VERZICHTEN KANN?
Mehrfachnennung war möglich
OP- Mikroskop 14,36%
Apexlokator 16,85%
Schall/Ultraschall- Spülung 12,98%
Maschinelle Nickel-Titan -Instrumente 14,92%
Kofferdam 16,02%
Geräte für die Warme Guttapercha- Technik 7,18%
Digitales Kleinröntgen 11,33%
DVT 6,35%
WELCHES IST DAS WICHTIGSTE GERÄT IN DER ENDODONTIE
wenn ich nur ein Gerät aus dem brennenden Haus retten könnte
OP- Mikroskop 38,46%
Apexlokator 29,23 %
Schall/Ultraschallspülung 0%
Maschinelle Nickel- Titan Instrumente 7,69%
Kofferdam 18,46%
Geräte für die Warme Guttapercha-Technik 0%
Digitales Kleinröntgen 3,08%
DVT 3,08%
Verkapptes „C“
von Jörg Schröder
Bereits der erste Blick auf das Einzelbild lässt sofort den Gedanken an ein c-förmiges Kanalsystem aufkommen. Zahn 47 und ein pfahlförmige Wurzelkontur.
Nicht selten jedoch ist zwar die Grundanlage ein „C“ praktisch reicht das Spektrum von rundlichen Kanaleingängen die, miteinander verbunden, in der Aufsicht ein „C“ ergeben bis hin zu Kanalanordnungen, die einem Semikolon entsprechen.
Häufig zu beobachten sind dabei Kommunikationen im mittleren und/oder unteren Kanaldrittel.
Während MB und D trotz der multiplanaren Krümmung von ML recht unkompliziert mittels rNiTi erschlossen werden konnten (für die koronalen 4/5 habe ich ProFile-Instrumente, für das letzte Fünftel PathFiles eingesetzt) war MB mehr oder weniger unwillig.
Nach ca. 13 mm lief die ProFile 15/04 wie gegen eine Wand. Um nicht im Nirgendwo zu enden oder gar zu perforieren, habe ich daher die Masterpoint- Aufnahme zur Orientierung genutzt. Da sich die bis zur gedachten Konfluation verbliebene Strecke als kurz (3mm) herausstellte, kamen zur finalen Aufbereitung ein Satz neuer ProFiles zum Einsatz, obwohl die benutzten nicht aufgedreht erschienen.
Nach unter 1 Minute war der Kanal gängig und die Konfluation mit D konnte per eingebrachten Papierspitze visualisiert werden.
Immer wieder schön zu sehen, dass sich eine mit Überlegung gepaarte Beharrlichkeit auszahlt.
Jetzt bei WURZELSPITZE Plus 50 nicht von der Hand zu weisende, ausgesucht gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren“ – Episode 11: „Nie Wieder!“
Wo ist die Zeit hin ?
Irgendwie ist mit Corona bei mir nix so wie bei den anderen. Ich hatte keine zusätzliche Zeit und ich habe auch nicht an Gewicht zugelegt. Konnte weder Speicher noch Keller aufräumen und keinen Garten in Ordnung bringen.
Und jetzt ist schon Ende Oktober und ich frage mich, wo ist das letzte halbe Jahr hin ?
Aber nun möchte ich den Faden wieder aufnehmen. Es muss ja weitergehen. Irgendwie. Packen wir es an. Wir waren stehen geblieben bei der Frage: „Bin ich verpflichtet, dem Kassenpatienten eine kostenlose Endo anzubieten ?“
Und der unangenehmen Tatsache, dass ich als Kassenzahnarzt auf diese Frage mit einem uneingeschränkten „JA“ antworten muss.
Weiter geht es hier.
Geschützt: 50 nicht von der Hand zu weisende, ausgesucht gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren“ – Episode 11: „Nie Wieder!“
Neustart (XVII) – Pimp your Behandlungszimmer (II)
Von Christoph Kaaden
Nach fast neun Jahren eigener Praxis kann von „Neustart“ sicher nicht mehr die Rede sein.
Heute berichte ich trotzdem über dieses Topic und stelle das jüngste Update zu dieser bzw. dieser Thematik vor.:
Die Anschaffung der zwei digitalen Röntgengeräte (Einzel-Röntgen mit Sensor und DVT) für unser zweites Behandlungszimmer (aka Untersuchungs-/Befundungszimmer) hat uns seiner Zeit um „Lichtjahre“ vorangebracht.
Etwas später habe ich dann noch ein weiteres Dentalmikroskop angeschafft. Unter anderem aus Platzgründen war es nicht möglich ein weiteres Zeiss ProErgo zu wählen.
Daher fiel unsere Wahl auf ein Zeiss Pico mit Xenon-Beleuchtung etc. auf einem Rollstativ.
Schnell wurde klar, dass diese „Lösung“ suboptimal ist…
ein Bild zeigt sofort warum…


der Aufwand das Mikroskop bei „Bedarf“ in Position zu bringen war immer enorm. Von der Dokumentationsfähigkeit der Behandlung mittels Kamera etc. ganz zu schweigen…
Daher entschied ich mich nach einiger Zeit für die Anschaffung und Installation einer weiteren Centro-Säule.
Die baulichen Vorkehrungen etc. dafür waren bei dem Umbau 2011/2012 getroffen worden…
trotzdem gestaltete sich die Umsetzung, wie leider eigentlich immer, als hürdenreich…

als Hauptproblem ergab sich die Tatsache, dass es für unseren Planmeca-„Röntgenarm“ keinen Adapter zur Centro-Säule gab (was im Vorfeld mit mir so _nicht_ kommuniziert wurde )
… daher bedeutete dies eine individuelle Anfertigung…
was dies u.a zeitlich etc bedeutet wird daher auch schnell klar…
hier schon mal ein paar Aufnahmen zu dem dann individuell hergestellten Adapter…


mehr dazu und den weiteren Problemen aber zu einem anderen Zeitpunkt…
Zirkonimplantat (?)
Die Patientin kam mit Beschwerden zu uns. Ein Druckgefühl links oben Regio 25. Manchmal hatte sie auch ein Taubheitsgeühl.
Der Zahn 26 erschien uns als mögliche Ursache. Die Sensibilität war fraglich, der Lockerungsgrad 0 und die Sondierungstiefen waren zirkulär zw. 4-6mm. 27 zeigte eine eindeutig positive Sensibilität auf Kälte palatinal und buccal.
Im Zahnfilm war die apikale Region von 26 fast unauffällig. Das Keramikimplantat zeigte allerdings nach 2 Jahren vertikale Knochenein- brüche. Im angefertigten DVT waren ungewöhnlich große Artefakte durch das Implantat zu erkennen. Bisher hatten wir derartige Artefakte noch nie gesehen.
Laut Hauszahnarzt ist dies ein einteiliges Zirkonimplantat.
Wir arbeiten mit dem F40 von Morita, da stellt sich die Frage, wie sehen diese Aufnahmen mit dem X800 aus? Die Artefakte sollen deutlich reduziert sein.
Wer hat eine Antwort?
Im klinischen Bild zeigt sich eine Vertikalfraktur, die in beide mesiale Kanäle zog. Leider für uns ein Zahn aus der Kategorie: Unrettbar.
Anbei die Bilder:
Zeiss Pro Ergo ????- Die andere Seite des Spektrums
Noch als ich das ich das Paket öffnete, war ich der festen Überzeugung, Geld zum Fenster rausgeschmissen zu haben. Gut, es waren nur 11 Euro, aber für China Plastik-Schrott sind auch kleinste Beträge zuviel, vom Umweltgedanken ganz abgesehen. Vor mit liegt eine Plastik- Lupenbrille. In leicht mattem Weiss, von der Formensprache her an einer DCI Video Drohne allererster Generation erinnernd, allerdings nur die Billig-Kopie davon, was einiges heissen will. In einem stabilen und haptisch überraschend solide daherkommenden schwarzen Extra-Kästchen dabeiliegend 4 Plastikvorsätze in Dioptrienstärke 1.0, 1.5, 2, 2.5, 3.5.
Die eigentlichen Vergrößerungshilfen.
Ich wähle einen Plastikvorsatz, schiebe ihn in die vorgesehene Halterung.
Er rastet solide ein, ich setze die Brille auf und bin bass erstaunt.
Man sieht – erstaunlich gut.
Was schon mal per se ein Statement ist, denn ich arbeite seit 30 Jahren mit Lupenbrille. Zunächst mit einer Keeler 2,5 Dioptrien-Klappbrille, später dann wurde es ein Orascoptic 4,3 TTL Modell.
Die Messlatte liegt also hoch.
Eigentlich hatte ich die CLB (China – Lupenbrille), ein Tipp von Michael Logies via Zahnmed, für einer meiner Assistentinnen bestellt. Wir werden alle älter und eine gewisse Altersweitsichtigkeit hat nach mir nun auch ein Teil meines Teams erreicht.
Aber natürlich will ich wissen, wie gut oder schlecht die CLB funktioniert, daher tausche ich für einen Tag mit meinen optischen Referenzgläsern.
Die CLB liegt (meiner) Kopfform gut an, die Nasenbügel lassen sich durch leichtes Biegen justieren. Ohne eingebaute Batterien (ja, die CLB verfügt über eine integrierte LED-Beleuchtung) trägt die CLB wenig auf, was Grundvoraussetzung ist dafür, dass man die Sehhilfe über den Tag hinweg akzeptiert. Die Beleuchtung kann professionelle dentale Lösungen nicht ersetzen, für kleinere Tätigkeiten im Zahnlabor oder Steri ist sie jedoch auf jeden Fall eine Unterstützung.
Ich arbeite dennoch ohne das LED-Licht, um das Gewicht der Konstruktion über dem Nasensteg geringer zu halten. So bringt mich die CLB gut durch den Tag. Sowohl Brillen – wie auch Lichtposition lassen sich in ihrer Neigung unabhängig voneinander variieren, Vermutlich findet so jeder die für ihn angenehme Blick-Position.
Kommen wir zum Fazit.
Für das schon ein Tag Arbeiten ausreicht.
Wegen 10 Euro 99 Cent nämlich muss ich nicht länger nachdenken. Die CLB ist ein Knüller und sollte jedem Zahnmedizinstudent der Welt am Tage seines Studienbeginns als Geschenk überreicht werden. Werden professionelle Lupenbrillen dadurch obsolet ? Auf gar keinen Fall. Aber die CLB ist irgendwie eine Königin der Herzen, der heimliche Preis/Leistungs-Sieger aller Klassen.
Gekauft via Amazon.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Werden SiFi-Filmszenarien wahr ?
Ist das ein machbarer Weg für die Reduktion des Covid -Infektionsrisikos in der Zahnarztpraxis ?
Wir haben ein Air Purifier – Gerät in der Praxis.
Den Nutzen schätze ich eher gering ein.
Es mag zwar möglich sein, die Raumluft über die Zeit hinweg zu reinigen, aber die Viren, die es erfasst, verbleiben ja zunächst im Raum selbst. Der MicroClimate – Helm setzt gewissermaßen an der Wurzel des Problems an, er hindert die Viren am Kontakt mit dem Träger.
Ich würde den MicroClimate Helm nutzen wollen, auch auf die Gefahr hin, dass er nichts bringt. Ich habe schon viel viel mehr Geld unnütz in der Praxis über die letzten 3 Jahrzehnte ausgegeben, da kommt es auf 200 Euro nicht an. Aber 2 Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Der Helm darf von innen nicht beschlagen und ich muss mit dem Operationsmikroskop damit arbeiten können. Zumindest bei Letzterem zweifle ich, meine Erfahrungen mit einem Faceshield zugrundlegend.
Entscheidungshilfe in der Argumentation Pro DVT
Die Erstellung eines DVT´s im Zusammenhang mit endoodontischen Behandlungen ist immer ein Streithema, spätestens wenn es zum Punkt der Kostenerstattung der privaten Krankenversicherer und Beihilfestellen kommt. Hier eine neue Studie, die den Nutzen des DVT´s unterstreicht.
Clinical decision‐making and importance of the AAE/AAOMR position statement for CBCT examination in endodontic cases
M. Bhatt J. Coil B. Chehroudi A. Esteves J. Aleksejuniene D. MacDonald
First published: 31 August 2020 https://doi.org/10.1111/iej.13397
Read the full text
Abstract
Aim
To compare conventional radiographic and cone beam computed tomography (CBCT) findings with reference to the American Association of Endodontics and American Academy of Oral and Maxillofacial Radiology (AAE/AAOMR) joint position statement and to determine the effect of the CBCT on the initial diagnoses and treatment plans in a single‐centre Postgraduate Endodontic Programme.
Methodology
The clinical CBCT scans of patients, treated at the Endodontic Department of the University of British Columbia, were reviewed for CBCT referrals by comparing them with corresponding radiographs. The features considered were periapical lesions, missed/extra canals, root fractures, complex anatomy, calcified canals and root resorption of tooth/teeth in question. Reasons for the CBCT prescriptions were assigned to 3 groups: to formulate the primary diagnosis, to confirm the diagnosis achieved by clinical examination and conventional radiographs, and to assist in treatment planning. Variables were compared statistically using chi‐square and McNemar tests.
Results
A total of 128 CBCT examinations were performed on 110 patients. No CBCT examination was performed more than once on the same tooth. Overall, 76% of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. CBCT images revealed a significantly higher incidence of periapical lesions (P = 0.002), missed canals (P < 0.001), vertical root fractures (P = 0.004) and complex anatomy (P = 0.008) than periapical radiographs. CBCT was prescribed most frequently to assist surgical treatment planning (62%) rather than for generating a diagnosis (9%) or confirming diagnoses (29%). Both the diagnosis (P = 0.001) and the treatment plan (P = 0.005) initially made by examining periapical radiographs were altered significantly by the subsequent CBCT examination by revealing information such as new periapical lesions, missed canals or involvement of buccal or lingual cortical bone.
Conclusion
CBCT examinations were prescribed mainly to assist treatment planning rather than for diagnosis. The majority of CBCT examinations were performed on previously root filled teeth. The additional information obtained from CBCT scans resulted in the alteration of the initial diagnoses as well as subsequent treatment plans in 59 out of 128 cases.
Finde den Fehler!
Erstaunliches Ledermix
von Jörg Schröder
Ich gebe es zu: ich benutze kein Ledermix.
Ich habe es in unserer für Traumfälle vorbereiteten Materialbox vorrätig. Da ich aber noch nie eine sich gerade ereignete Avulsion versorgen musste, fristet Ledermix in meiner Praxis ein „Ergänzungsspielerdasein“.
Erstaunlich für mich jedoch, wie wenig an endodontischer Behandlung notwendig ist, um an einem Zahn mit irreversibler Pulpitis mittels Ledermix vollständige Beschwerdefreiheit zu erzielen.
Weder bedurfte es eines speicheldichten Füllungsverschlusses noch einer vollständigen Exkavation. Auch war nur der bukkale Anteil der Kronepulpa bearbeitet worden. Und dennoch: keine klinischen Symptome und keine apikale Aufhellung. Dabei lag die medikamentöse Einlage bereits mehr als 2 Monate zurück.
Die endodontische Behandlung verlief komplikationslos und überraschungsfrei, wenngleich das von der Patientin mitgebrachte DVT eine eher gewöhnungsbedürftige Darstellungsgenauigkeit besaß. Andererseits freue ich mich jeden Tag aufs Neue über die Abbildungsqualität unseres 3D-Systems.
Wird Ledermix bei mir nunmehr auf mehr Einsatzzeiten hoffen dürfen? Ein klares „Nein“. Ich kann nicht erkennen, welchen Vorteil es für mich im Vergleich zu einer vollständigen Aufbereitung und begleitenden intensiven Irrigation haben könnte.
Video ESE Vital Pulp Treatment
Grafisch sehr ansprechend gemachtes Video der ESE zum Thema „Vital Pulp Treatment“.
New kid in town…(I)
Von Christoph Kaaden
Die mögliche Fraktur eines Präparationsinstrumentes während der endodontischen Behandlung zählt zu den unerfreulichen Komplikationen die vorkommen können…
diese Problematik kann und wird jedem Behandler/jeder Behandlerin im Laufe des Berufslebens (mehr oder minder häufig) widerfahren…
Die Frage ist, wie häufig es „passiert“ und wie es zu vermeiden ist…(zur persönlichen Vermeidungsstrategie berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt… )
Wenn es aber um die Fragestellung der möglichen Entfernbarkeit des Fragements geht (egal ob „selbstverschuldet“ oder „alio loco passiert“) ist der Schlüssel zum Erfolg (imho) primär die Visualisierung des Fragments.
Wie würde ihre Strategie in nachfolgendem Fall aussehen?

Was gilt es ggf. zu beachten (zB. zeitliches Management und Kosten der Behandlung etc.. ? ) Welche Technik und welche Hilfsmittel verwenden Sie?
Wo sind deren Limitationen?
Wie ist die Prognose ?
Ich bin auf Ihre Meinungen und Herangehensweisen gespannt…
IrriFlex
Uns wurden zwei Probeexemplare der Kunststoffkanüle IrriFlex zugesendet. Das Probeexemplar war schnell vergessen und lag deswegen eine ganze Weile herum…
Zum Spülen verwenden wir NaviTips (NaviTip Sideport Ø 0,28 mm) von Ultradent. Diese verwenden wir auch zum Applizieren von Ultracal in das Kanalsystemm. Zuvor muss die Kanüle aber mit Natriumhypochlorit gepült und NICHT ausgeleert werden. Durch das verbliebene NaOH entsteht eine Kapillarwirkung und das Ultracal kann dann leicht appliziert werde. Diesen Tipp verdanke ich meinem Kollegen Jörg Schröder aus Berlin.
Jetzt hoffte ich, die IrriFlex dafür verwenden zu können. Durch die Beweglichkeit erhoffte ich mir im gekrümmten Kanalsystem eine bessere apikale Applikation. Leider gelingt das gar nicht. Auch nicht mit Jörgs Methode. Der Innendurchmesser ist wahrscheinlich kleiner als der des Navitip Sideport.
Kostenvergleich laut Aera:
Irriflex/ Sack. = € 0,99 ct + Ust.19%
NaviTips Sideport 27mm grün UP5123/UP5124 = € 1,14 + Ist.19%
Jetzt werden wir die IrriFlex im Vergleich zum Navitip Sideport einsetzen und nach einer entsprechenden Testung berichten.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Routine (2)
Eigentlich hätte dieser Fall es nicht bis zur Fallvorstellung geschafft.
Es war Routine.
Der Patient suchte uns mit dem Wunsch auf unbedingt den Zahn15 zu erhalten. Er hatte Beschwerden an dem fistelnden Zahn, wenn er flog.
Er ist Pilot und damit ist das suboptimal.
Der Zahn wurde bereits endodontisch behandelt und eine WSR erfolgte. Nun wollte man nochmal chirurgisch intervenieren. Der Patient wollte vorher eine Zweitmeinung hören.
15 zeigte keinen Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Krone hatte einen subotpimalen Randschluß.
Wir haben ihm nur bedingt zur Behandlung geraten, da der Substanzverlust nach der, man muss es hier so sagen, unsinnigen WSR erheblich war und eine Verringerung der apikalen Läsion mit Fistelheilung für eine mögliche spätere Implantation nicht unvorteilhaft ist.
Der Patient wollte aber unbedingt den Zahnerhalt.
Die Behandlung verlief routiniert, Entfernung des WF Materials, Entfernung der retrograden WF, Aufbereitung und Desinfektion der Kanäle, apikales kollagens Widerlager, Verschluß des Neoapex nach WSR mit ProRoot MTA, thermoplastische WF und adhäsiver Verschluß.
Die prothetische Neuversorgung des Zahnes wurde von uns nach dem 6 Monatsrecall empfohlen.
Die Behandlung dieses Zahnes war für uns zu Beginn dieses Jahrhunderts eine in unseren Augen, völlig aussichtslose Sache. Selbst eine nochmalige WSR, wie hier geplant war, hätten wir nicht empfohlen.
Heute können wir im DVT erkennen, daß es gar keiner WSR bedurft hätte, sondern nur einer Revision mit der Behandlung des gesamten Endodonts.
Erinnerung an die „Unter Uns“- Umfrage
Dürfte ich noch mal an dieser Stelle an die „Unter Uns“ – Umfrage vom 09. Oktober erinnern. Und all diejenigen, die noch nicht gevotet haben, bitten, sich 1 bis 2 Minuten (es dauert wirklich nicht länger) Zeit zu nehmen und ihre Stimme abzugeben.
Stellt Euch vor, es ginge darum, Donald Trump im Amt zu halten oder von dort zu entfernen.
Ihr habt es in der Hand.
Zwar nicht den Präsidenten der USA zu bestimmen, aber dafür sich einen Überblick zu verschaffen wie der Status Quo bei uns, die Endodontie betreffend, sich darstellt oder zumindest bei den WURZELSITZE-Lesern im Vergleich zur „normalen“ Zahnarztpraxis.
Ich möchte gerne die Umfrage zum 31.10. 2010 abschliessen.
Also – Auf ins virtuelle Wahllokal. Das findet ihr HIER.
Traumaspätfolge – das Recall
von Jörg Schröder
Mitte März 2020 hatte ich zu diesem Behandlungsfall berichtet.
Eine Traumaspätfolge mit iatrogen verursachter Komplikation.
7 Monate nach Behandlungsabschluss, zeigt das Kontrollbild eine erfreuliche knöcherne Regeneration.
Nun bleibt zu hoffen, dass der Zahn die nächsten Jahre auch mechanisch übersteht.
Reparative endodontische Therapie
Von Christoph Kaaden
Ich habe in der Vergangenheit multiple „Revitaliserungsfälle“ auf Wurzelspitze vorgestellt. Unter anderem hier oder hier.
Nachfolgend zeigte ich Ihnen unser jüngstes Recall dieser Behandlungsoption:

Kaum eine endodontische Therapie wird aber auch so kontrovers diskutiert.
Nachfolgend möchte ich Ihnen einige relevante Literatur in Kürze vorstellen und meine Indikaitonsstellung für diese Behandlungsart darlegen…
auf Ihre persönliche Meinung hinsichtlich dieser Therapie bin ich gespannt…
fire on








Traumafälle (II)
Von Christoph Kaaden
Hier ein 3. Fall von gerade eben.
– 13-jähriger Junge; Trauma 11/2016 mit Intrusion inkl. unkomplizierte. Kronenfraktur 21
Seit dieser Zeit unversorgt, Schmerzhistorie 2019, die mit Ibuprofen therapiert wurde; jetzt akute Schmerzen Zahn 21 mit Perk +++ und vestibulärer Druckdolenz


Aktuelle Traumafälle (I)
Von Christoph Kaaden
Ich möchte heute zwei aktuelle Traumafälle vorstellen die uns beschäftigen.
Bei Fall I kenne ich bisher nur die nachfolgende Beschreibung der Zuweiserin und die alio loco angefertigten Röntgenbilder.
Text und Bilder sprechen leider für sich…



Dieser und der nachfolgende Fall bekräftigen mich in meiner Meinung, dass das Thema dentale Traumatologie eine v i e l breitere Bühne bei Fortbildungen eingeräumt werden muss!
Leider ist dies häufig nicht der Fall, wie z.B. die Programme der letzten drei und auch der kommenden DGET Jahrestagung zeigen!
Auch bei dem bayerischen Zahnärztetag der letzten Jahre:
Fehlanzeige!
Dabei könnten schon kleine Maßnahmen häufig eine große Wirkung zeigen.
Leider ist in Fall II auf die kleine Maßnahme der adhäsiven Versiegelung der unkomplizierten Kronenfraktur bei der heute 11-jährigen Laura damals „verzichtet“ worden.
So war das Dentin für zwei Jahre der Mundhöhle ausgesetzt…
und es kam, wie es kommen musste (und in der Literatur eindeutig beschrieben ist)




Ich werde weiter berichten…
Routine
Im heutigen Fall handelt es sich um eine reine Routinebehandlung.
Entfernung eines Instrumentenfragmentes und Fremdmaterial aus den Kanälen des Zahnes 25.
Vor 20 Jahren war das mal mein Traum…
In den Jahren 2000-2003 kam die Endodontie immer mehr in mein Blickfeld. Zu viele Misserfolge haben mich gezwungen das ungeliebte Fachgebiet genauer zu betrachten.
Da gab es solche verrückten Kollegen, die mit einem Mikroskop in den Zahn schauten.
Das klang nicht uninteressant, aber die zu erwartenden Investitionskosten waren für mich utopisch. Es musste einfacher gehen.
Deswegen hatte ich einige Alternativen ausprobiert, wie beispielsweise Depotphorese mit Curapal. Aber auch das ließ die MIßerfolge nicht deutlich weniger werden.
Kupfer-Kalziumhydroxid (Cupral) hat einen 400fach höhere, keimtötende Wirkung) gegenüber herkömmlichen Medikamenten, welche im Wurzelkanal zur Anwendung gelangen, betonte Prof. Knappwost. Ihn hatte ich kontaktiert, weil ich wissen wollte, warum meine Misserfolge nicht dramatisch sinken. Er konnte es mir letztendlich nicht erklären.
Dann hörte ich von diesen neuen Nickeltitaninstrumenten.
Auf einer Dentalmesse erklärte mir eine nette Dame von Dentsply die Vorzüge. Und ich durfte mal am Stand probieren in einem Plastikblock. Es gab Protaper und Profile. Mit dem Protaper hatte ich ganz schnell eine Instrumentenfraktur geschafft. Die Profile waren deutlich weniger aggressiv. Diese bestellte ich sofort.
Am ersten Zahn, den ich behandelte nach einigen Tests am Plastikblock kam ich nicht wirklich vorwärts. Und meine Schlussfolgerung war, mehr Druck, damit die Feile nach unten geht. Die nachfolgende Fraktur hat mich in meiner ganzen weitern Praxistätigkeit nicht mehr losgelassen. Dieser Zahn war mein 100000 Eurozahn.
Viel mehr als diese Summe investierte ich in die nächsten Jahre an Weiterbildung, Geräten und Instrumenten.
Nach 100000 Euro habe ich aufgehört zu zählen. Danach kam noch eine neue Praxis mit Arbeitsplätzen, die mikroskopergonomisch aufgestellt waren.
Was hätte ich damals gegeben um dieses Fragment entfernen zu können.
Nun gehörte ich zu den Verrückten mit dem Mikroskop. Und die Misserfolge sind deutlich gesunken. Leider muß ich sagen, nicht auf Null. Aber wir behandeln Zähne, die ich früher abgewunken hätte. Aber ich weiß auch besser, wo die Grenzen liegen.
Der Weg war lang und hat mich Demut gelehrt. Jede Phase der Überheblichkeit wurde bitter bestraft.
Um so mehr freue ich mich, wenn so ein Behandlunsgfall erfolgreich ausgeht, wie diese routinemäßige und nicht wirklich schwierige Instrumentenentfernung. Die Stufe in diesem Fall zu überwinden, war eher die Herausforderung.
Geschichten aus dem Endozän – Motivation zum Wochenende
Heute ist Freitag und ich bin super gut gelaunt.
Dabei waren die letzten Wochen ziemlich hart.
Wir sind (nichtinfektiös) krankheitsbedingt unterbesetzt.
Da gibt es für Alle im Team besonders viel zu tun.
Und auch ich muss mich um etliche Dinge kümmern, die sich sonst nicht in meinem Tagesablauf wiederfinden. Öffnet einem aber auch die Augen. Erschreckend, wieviel Zeit durch vermeintliche Routineaufgaben verloren geht. Zum Beispiel im Rahmen des Wareneingangs und des Nachfüllens von Verbrauchsmaterial in den Zimmern. Das mache ich nämlich sonst nie.
Mal ganz gut, da reinzuschauen.
Man überdenkt Abläufe. Und modifiziert diese. Oder verschlankt.
Am Ende kommt idealerweise eine Verbesserung heraus. Das freut einen dann.
DAS ist QM!
Heute endlich nun, seit mindestens 2 Wochen herbeigesehnt, ist unser letzter Tag vor unseren Herbstferien. Eine Woche lang keine Zahnmedizin-Zwänge. Herrlich!
Super gut gelaunt bin ich aber nicht, weil ich nun 7 Tage lang keine Zahnmedizin machen muss, sondern weil ich Zahnmedizin gemacht habe.
Eine nicht gewöhnliche Zahnmedizin.
Denn gewöhnlicherweise wäre dieser Zahn vermutlich gezogen worden.

Eine 79 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf wegen einer Schmerzproblematik, vermutlich ausgelöst durch Dezementierung des distalen Brückenpfeilers an Zahn 17 und nachfolgende Caries profunda. Der Zahn (Lockerungsgrad 0, Taschentiefen 2-3 mm) ) war von der Hauszahnärztin nach EKR trepaniert und mit einer provisorischen Krone + mesialem Freiendglied in Prämolarengröße versehen worden
Ich würde unter anderen Umständen für die Extraktion des Zahnes plädieren.
Allerdings nimmt die Patientin osteoporosebedingt seit längerem hochdosiert Bisphosphonate ein, weshalb von kieferchirurgischer Seite der Erhalt des Zahnes empfohlen wurde und mit diesem dringlichen Wunsch trat die Patientin an uns heran.
Also versprechen wir der Patientin, uns wohlwollend um den Zahn zu kümmern.
Nach Abnahme des für unsere Region überdurchschnittlich guten Provisoriums offenbart sich allerdings das Dilemma. Eine breiige, aus provisorischer Füllung, Karies und Speiseresten bestehende Masse erwartet uns.
Nach Kariesexkavation und Exzision der in die Kavität hineingewucherten Gingiva zeigt sich immerhin, das keine Pulpakammerbodenperforation vorliegt. Die obliterierten Kanaleingänge lassen sich ausmachen. Retention für den Kofferdam gibt es keine, daher baue ich zunächst den Zahn in Doughnut- Technik. Bukkal und palatinal schaffe ich Infrawölbungen. Die Form des Aufbaus ist zunächst ebenso unkonventionell unregelmäßig wie unbedeutsam, wir werden ja zeitnah präparieren. Am Aussehen braucht man sich also nicht stören. Wichtiger ist die gescheite Technik, den Aufbau zum Weichgewebe hin randdicht zu gestalten und hier ist das Flow- Composite Shofu Beautiful Flow Plus (Danke Olaf!) eine große Hilfe. Wir legen anschließend Kofferdam an, machen die initiale Kanalaufbereitung, verschliessen die Kanaleingänge mit Block Out LC und abschließend die Trepanationsöffnung mit Composit. Ende der ersten Sitzung.
2 Tage später präpariere ich den Kompositaufbau. Fertige chairside eine Kompositkrone an, die ich mit Rely X adhäsiv eingliedere. Zeitaufwand 45 Minuten.
Heute morgen nun die 3. Sitzung. Definitive Aufbereitung der Wurzelkanäle und abschließende Einlage von Calciumhydroxid. Die Trepanation der vorhandenen Kompositrestauration erfolgt unter Anlage einer minimalinvasiven Zugangsöffnung.
Die Behandlung ?
Absolut reibungslos in perfekter Choreografie.
Ein Traum.
Wenn man abschließend den Zahn betrachtet, so kann man nicht mehr glauben, dass dieser vor wenigen Tagen noch ein Fall für die Extraktionszange war.
Der Fall ist noch nicht zu Ende.
Vielleicht stellt sich nach WF maßlose Frustration ein.
Aber heute zumindest gehe ich mit extrem viel Freude ins Wochenende.
Weil ich weiss, dass wir etwas Nicht Gewöhnliches, etwas Besonderes, Schönes, Gutes geschaffen haben.
Revisiontaktik
von Jörg Schröder
Der Nutzen des DVT ist bei der Revisionsbehandlung ein besonders großer.
Die Beurteilung der Verläufe von aufbereiteten, teilweise oder vollständig gefüllten und unaufbereiteten Kanalsystemen im Raum ermöglicht es nämlich, eine möglichst ideale, weil komplikationsarme Behandlungstaktik zu entwickeln.
In diesem Fall entwickelte sich innerhalb eines Jahres nach prothetischer Versorgung eine deutliche apikale Pathologie mit klinischer Symptomatik.

Das DVT zeigte neben den durchgehenden Parodontalspalten an der palatinalen und distobukkalen Wurzel, dass der bisher nicht aufbereitete MB2 bis über die Konfluation mit MB2 hinaus im DVT verfügbar war. Somit wurde bewusst darauf verzichtet, den gemeinsamen apikalen Anteil aus dem bei der Erstbehandlung gefüllten MB1 aus aufzubereiten, da hier mit Veränderungen der Originalanatomie wie z.B. einer Stufe zu rechnen war.
Somit versprach der Umstand , in MB2 die „Erstbegehung“ durchführen zu können, ein erfolgreiches Erschliessen der apikalen Kanalabschnitte.
Das Orifizium des MB2 entsprang einem sehr feinen Isthmus und lag sehr weit palatinal. Nach initialer Erweiterung – ProFile 15/04, 20/04, 15/06 – gelang es, Patency zu erzielen. Da in den Spanräumen keine Guttapercha vorhanden war, konnte daraus gefolgert werden, dass die Konfluation mit MB1 weiter koronal liegen musste.
Erst nach Erweiterung des MB2 bis 25/06 wurde die Guttapercha aus MB1 entfernt. Wie erwartet, konnte apikal eine Stufe ertastet und nach intensiver Irrigation mittels vorgebogener Instrumente überwunden werden.
Die abschliessende Obturation in warmer vertikaler Kompaktion zeigt zunächst einmal ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Das Recall wird zeigen, ob die Behandlung erfolgreich war.
Was ist anders geworden durch die präoperative 3D-Diagnostik? Während früher das „Gefühl“ mir vorgab, was ich wann und vor allem womit machte, bestimmen heute die Erkenntnisse aus dem DVT meine Vorgehensweise. Welcher Kanal zuerst, mit welchen Instrumenten, wann die Guttapercha entfernen, etc.
Eine Unter Uns -Umfrage
Das New York Philharmonic Orchestra hat mich angeschrieben.
Und nach meiner Meinung gefragt.
Ob ich bitte die beigefügte Umfrage beantworten könnte.
Naja, wenn sich ein weltberühmtes Orchester an mich persönlich wendet, dann kann ich nicht „Nein“ sagen.
Scherz beiseite, dieses Orchester war der beste orchestrale Klangkörper, den ich in meinem ganzen Leben live erleben konnte. Und ich war neugierig, was man wohl wissen wollte.
Ganz schön viel im Übrigen und während ich durch die Seiten blätterte, fragte ich mich, ob so etwas nicht auch für uns hier (mit uns meine ich alle Leser) interessant sein könnte.
Gewissermassen eine Standortbestimmung, wie es draussen wohl so aussieht in den Praxen, die hier mitlesen.
Gedacht, getan.
Ich wünsche mir, dass jeder hier sich kurz die Zeit nimmt, es dauert auch wirklich nur 1 – 2 Minuten und danach haben wir alle einen Inside – Einblick, den man sonst SO nie erhält.
Fälle
Von Christoph Kaaden
Gestern nach der Mittagspause war bei uns „Wurzelkanalfüllnachmittag“…
zum „Leidwesen“ der Mädels (ich bin mir nicht sicher, warum sie es nicht mögen diese Behandlungsart dreimal nacheinander durchzuführen) folgte der Behandlungsabschluss von einem Prämolaren und zwei Molaren.
In den Bildbeschreibungen gebe ich Ihnen noch ein paar Hinweise zu den Behandlungen…
Hier die Röntgenbilder zusammen mit einigen klinischen Bildern…










Ich persönlich mag den Schritt der WF.
Morgen gehts weiter… dann stehen zur Freude der Mädels Revisionen und Präparationen an…
:-)
Röntgendiagnostik (2)
Die Fragestellung in der letzten Woche waren:
Können wir 36, 46 behandeln und erhalten.
Was für endodontische Probleme könnte man auf den Bildern erahnen?
Im klinischen Bild imponierte die P. marginales auf Grund jahrelang vernachlässigter Mundhygiene und Zahnarztbesuche.
36 und 46 zeigen im Zahnfilm vertikale Knocheneinbrüche und apikale Läsionen.
Wenn man genau hinschaut erkennt man die Radix entomolaris in beiden Fällen.
Wir haben nach der klinischen Untersuchung ein DVT angefertigt. Anbei die Aufnahmen.
Für uns keine Möglichkeit des langfristigen Erhaltes. Einer parodontalen Therapie stand der Patient, erfolgreicher Unternehmer nach eigenen Ang, aber auch skeptische gegenüber und favorisiert die implantatgetragene Zukunft…
Die Gretchenfrage oder Wie hältst Du es mit dem DVT ? Teil 4 – Kritische Analyse
Ich möchte 3 Punkte herausgreifen, die im Zusammenhang mit dem hier vorgestellten Fall in den Kommentaren aufgekommen sind.
Zunächst die Frage – Wäre es nicht möglich oder sogar einfacher und sinnvoller gewesen, eine WSR durchzuführen evtl. mit retrograder Präparation und Wurzelkanalfüllung ?
Wir sehen ja immer wieder auf Fortbildungen, dass auf diese Art und Weise Fälle gelöst werden konnten, bei denen keine orthograde Wurzelkanalbehandlung möglich war oder diese als nicht sinnvoll eingestuft wurde.
Und ja – viele Wege führen nach Rom.
Aber ich käme nie auf die Idee, hier diesen Weg zu wählen.
Warum?
Weil wir es im Hinblick auf die vorhandene apikale Aufhellung hier mit einer bakteriellen Infektion zu tun haben. Demnach die Bakterien ganz offensichtlich ihren Weg intraradikulär von koronal nach apikal gefunden haben. Mag der Restwurzelkanal auch noch so obliteriert sein und weder mit dem bloßen noch mit dem OP-Mikroskopbewehrten Auge betrachtet sichtbar erscheinen, für die bösen Mikroorganismen findet sich offensichtlich immer noch ein Weg.
Und machen wir uns nix vor, angesichts der anatomischen Verhältnisse im Makrokosmos (Wurzelkanäle einschliesslich Isthmen, Verzweigungen, Seitenkanälen) und im Mikrokosmos (Dentintubuli) der Zahnwurzeln ist die Wurzelspitzenresektion ein rein mechanistischer Therapieansatz des vorletzten Jahrhunderts.
Selbst wenn es demnach gelingt die WSR lege artis mikroinvasiv mit adäquater Retropräp durchzuführen. Was nicht ganz so banal ist. Schöner Lappen, parodontalästhetisch schonende Schnittführung und Nähte, dann eine perfekte Blutstillung, die präzise Präparation. Zum Abschluss die Retrofüllung mit sehr verarbeitungssensiblen Zementen. All das in einem Arbeitsbereich von wenigen Quadratmillimetern, der nur mittels Mikrospiegeln indirekt sichtbar wird.
Wenn also all dies bestmöglich gelänge, so bleibt doch die Frage der notwendigen Desinfektion. Wie will man dies im Rahmen der WSR erreichen ? Ist dies rein technisch machbar ? Wie effektiv wäre das, angesichts der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit ?
Und erreicht man ein dauerhaftes Ergebnis?
Werden nicht vielmehr die Bakterien im Laufe der Zeit wieder über den nachwievor vorhandenen Weg sich wieder nach apikal begeben?
Hält dann der antibakterielle Schutzwall aus Portlandzement?
Ich glaube nicht daran.
Dann die Frage – Hätte man nicht vorab in den Zahn hineinschauen können, um dem Patienten die Kosten für die Bohrschablone zu ersparen?
Ich hätte dies getan, wenn es bereits eine Trepanationsöffnung gegeben hätte.
Dies war hier nicht der Fall, der Zahn war noch unberührt.
Und angesichts der Ausgangssituation hier mit extremer Obliteration war es doch wahrscheinlich, dass es nach Trepanation keinen Hinweis für einen ehemaligen Kanalverlauf geben könnte. Eine bohrschablonengestützte Trepanation somit unumgänglich sein könnte. Und dann – wäre mein konventionell geschaffenes Bohrloch mit Sicherheit größer als das navigierte.
Meine Überlegung war also – wenn ich vermutlich sowieso eine Bohrschablone brauche, dann will ich aber auch den Zugang bestmöglich sprich kleinstmöglich halten.
Dann die Frage nach der Wasserkühlung des Bohrers?
Ich glaube, dass der zu erzielende Effekt der Wasserkühlung ein sehr geringer ist.
Man muss sich ja nur mal anschauen, wohin die Düsen der Winkelstücke die Wasserstrahlen hinlenken. Die vorhandenen Wasserführungen sind für die benötigten Bohrerlängen offensichtlich nicht ausgelegt und man erzielt vermutlich – um ein Bonmot von Jörg Schröder umzudichten, der im Zusammenhang mit einer spülspritzengestützten Kanaldesinfektion von „ritueller Waschung“ spricht – nur eine „rituelle Kühlung“. Ich hatte aber bei all meinen Fällen bisher den Eindruck, dass der Bohrer zügig seinen Weg nach unten findet. Viel einfacher als bei den Präparationen für postendodontische Wurzelstifte und die habe ich bislang immer ohne Wasserkühlung durchgeführt. Ein neuer und demnach optimal scharfer Bohrer ist aber meines Erachtens Pflicht.
Abschließend noch ein paar Worte zur Durchführung per se.
Wie bei allen neuen Verfahren herrscht am Anfang eine gewisse Unsicherheit, weil man über keinerlei Erfahrung verfügt. Dann kommt noch hinzu, dass man nicht in den Zahn hineinschauen kann, während man arbeitet. Und es sich ausnahmslos um extrem schwierige Zähne handelt, die es zu behandeln gilt.
Schon blöd. Wäre in etwa so, wenn man für sein allererstes Implantat sich an einen extrem atrophierten Oberkiefer mit Sinuslift in regio 27 heranwagen würde.
Hat man sich aber erst einmal in die Materie eingearbeitet und hat wurde im Vorfeld (DVT, Abformung, Modell- und Schienenherstellung, Planung) alles richtig gemacht, so kommen die Vorzüge der Durchführung zu tragen. Man setzt sich gewissermaßen an den gedeckten Tisch und genießt die Früchte der Vorarbeit.
Aus einer ungewissen, nicht definierbaren, nicht vorhersagbaren Arbeit bei hohem Schwierigkeitsgrad und großem Unsicherheitsfaktor , alles puls- und blutdrucktreibende Parameter ist eine präzis durchgeplante souveräne Verrichtung worden.
Apikaler Fischzug
von Jörg Schröder
Periapikal gelegenes Fremdmaterial zu entfernen, gehört für mich zu den immer wieder spannenden endodontischen Tätigkeiten.
Denn nicht in jedem Fall ist das Fremdmaterial vollumfänglich einsehbar oder direkt unter dem apikalen Foramen gelegen. Dann hilft das DVT eine Vorstellung von der Lage der Fremdmaterialien im Raum zu erhalten.
Für die Entfernung kommen verschiedene Instrumente in Frage:
Microopener: hier sollte das Fremdmaterial gut sichtbar und der Kanalquerschnitt deutlich weiter als das zu entfernende Material sein, da sich mit dem Microopener das Fremdmaterial eher „rollend“ als „ziehend“ entfernen lässt.
Microdebrider: dieser eignet sich, insbesondere exakt vorgebogen, zum Hinterfahren des Fremdmaterials und nachfolgendem Herausziehen. Allerdings weist er eine für mich etwas zu starke Flexibilität auf, sodass die zum Einsatz gebrachten Kräfte manchmal nicht genügen.
Hedströmfeile 31 mm, Griff entfernt, in der Arterienklemme: nach Entfernen des Plastikgriffes per Seitenschneider – Cave! nicht das im Griff enthaltene Metallstück abknipsen sondern nur den Plastikgriff! -erhält man eine extralange Hedströmfeile. Diese ist wie ein Debrider einzusetzen und in den Durchmessern 15-30 deutlich weniger flexibel als der Microdebrider. Ansonsten wird auch bei dieser Technik das Material Hinterfahren.
Guttaperchaentferner (nach Terauchi) /früher von Hartzell& Sons: mit dem am Ende dieses Instrumentes befindlichem kleinen und im Original (Hartzell & Sons) sehr scharfen kleinen Haken wird insbesondere Guttapercha hinterfahren und per Zug entfernt. Die neuerdings erhältlichen mattschwarzen Instrumente (Kohler Medizintechnik) haben nicht die gleiche Wirkung, da die Haken weniger lang und weniger scharf gearbeitet sind. In meinen Augen sehr traurig, da Hartzell & Sons aufgekauft wurden und laut Herrn Hartzell als erstes der Mitarbeiter entlassen wurde, der bis dahin einzig und allein diese Haken hergestellt hatte. Typischer Fall von Verschlimmbesserung.
Warum sollte man überhaupt den Aufwand treiben und periapikal befindliche Materialien entfernen? Betrachtet man die entfernten Materialien, so erkennt man sehr häufig darauf bakteriellen Biofilm, die letztlich ein Ausheilen der periapiaklen Pathologie verhindern.
So auch in nachfolgendem Fall. Nachdem bei der Erstbehandlung bereits Guttapercha extrudiert worden war, ist es beim alio loco durchgeführten Revisionsversuch zu einer weiteren Verlagerung der Füllmaterialien gekommen.
Wichtig ist zunächst,dass die Zugangskavität ein Visualisieren des Foarmenbereiches ermöglicht. Oftmals genügen kleine Korrekturen um sogar das gesamte Foramen einzusehen. Dann sollte anhand des DVT die Strecke bis zum oralen ermittelt werden, um dann mittels US oder Eddy bis auf 1mm an das Foramen heran die Spüllösung bewegen zu können. Dabei werden Gewebereste und im Kanal befindliche Sealeranteile entfernt und ein Visualisieren des Formens möglich. Nach vorsichtigem Trocknen mittels Papierspitzen (tupfend!!!) kann nun über das weitere Vorgehen entschieden werden.
In vorliegendem Fall war die Guttapercha beim Verbringen nach apikal gefaltet worden, sodass sie größer als das Foramen war. Die kleine Fuge zwischen Kanalwand und Guttapercha wurde genutzt um das Foramen nach palatinal hin mittels Endosonorefeile zu erweitern. Dann kamen die Hartzell & Sons-Instrumente zum Einsatz, über die wir zum Glück noch verfügen. Nach einigen Versuchen (Debris, wenn auch noch so klein, ist immer zeitnah herauszuspülen!) konnte das deutlich kontaminierte Material nach koronal entfernt werden.
Leider zeigte sich im Kontrollbild immer noch röntgenopakes Material, welches aber nicht mehr sichtbar war. Nach medikamentöser war der Zahn zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung vollkommen beschwerdefrei.
Geplant war P mit kollagenem Widerlager und MTA und MB/DB in warmer vertikaler Kompaktion zu füllen. Um ein versehentliches Verbringen von MTA-Anteilen in MB und DB zu verhindern, wurden diese zunächst gefüllt.
Bei der finalen Inspektion von P fiel mir ein gelblicher Schimmer am bukkalen Rand des Foramens auf. Der nach bukkal vorgebogene Microopener brachte dann noch ein Stück kontaminierten Sealer zu Tage, welches dann mit der oben beschriebenen „Rollmethode“ (Microopener hinunterfährt das Stück und mit nach oben streichenden Bewegungen wird das Stück zunächst in den Kanal gedreht und nachfolgend an der Kanalwand nach oben gerollt) entfernt werden konnte.
Nach Einbringen des kollagenen Widerlagers konnte P dann mit MTA gefüllt werden.
Wissen um die Lage des Fremdmaterials, ein wenig räumliches Vorstellungsvermögen, eine ruhige Hand und ein größeres Stück Beharrlichkeit. Mehr ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.
Prämolaren sind (nicht) einfach. (2)
von Jörg Schröder
Manchmal ist es beinahe schon unheimlich, wenn sich nach einer Falldarstellung wenige Tage später zum gleichen Thema ein weiterer Fall hinzugesellt.
Dieser 34 liess bereits im 2D-Bild ein nicht aufbereitetes linguales Kanalsystem vermuten. Warum lingual? Weil dort die Aufgabelung mitunter sehr rechtwinkelig erfolgt und ein versehentliches Hineingleiten eher unwahrscheinlich ist.
Die grazile Form des 34 und der Umstand, dass es sich auch noch um einen Brückenpfeiler handelt, machte die Behandlung aufgrund der kleinen Zugangsöffnung etwas delikat.
Hinzu kam ein im bukkalen Kanalsystem sehr weit nach apikal reichender Glasfaserstift, den es zuvor zu entfernen gab.
Nach Entfernung der Obturationsmaterialien konnte der linguale Abzweig visualisiert und initial aufbereitet werden. Aufgrund einer deutlichen klinischen Sympotmatik erfolgte die Behandlung zweizeitig.
Da nach der alio loco erfolgten Erstbehandlung in B keine apikale Konstruktion mehr vorhanden war, sollte B nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obstruiert werden. Daher musste zuvor das linguale Kanalsystem obturiert werden, um ein versehentliches Verbringen von MTA in L zu verhindern.
Die Obturation von L erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer. Nachfolgend konnte B in oben beschriebener Weise gefüllt werden.
Nun hoffe ich auf ein erfolgreiches Recall.
RET mit Verfärbung reloaded (II) & mehr
Von Christoph Kaaden
Letzte Woche habe ich hier von der Nachbehandlung einer vormaligen traumatischen Zahnverletzung berichtet.
Hier noch das bisher schuldig gebliebene Abschlussröntgenbild nach Tausch MTA zu Biodentine.


Ich werde Sie über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden halten.
„Passend“ zu diesem Thema müsste ich vorgestern leider erfahren, dass Dr. Jens Ove Andreasen, der „Vater“ der dentalen Traumatologie verstorben ist.

Hier sein letztes, einige Wochen altes Schreiben an Freunde und Kollegen auf der ganzen Welt.

Ich werde seinem Wunsch nachkommen und zeitnah einen Beitrag nach Dänemark überweisen.
Ich bin froh, dass ich eine solche Persönlichkeit vor einigen Jahren selber treffen durfte und werde weiter versuchen insbesondere Kinder und Jugendliche in seinem Sinne zu behandeln….

(augenscheinlich war ich begeisterter als er ;-) )
Hygienepauschale die Zweite
Die Hygienepauschale für Zahnarztpraxen wird verlängert, darauf haben sich am 30.09.2020 Bundeszahnärztekammer (BZÄK), PKV und Beihilfe verständigt. Grund sind die COVID-19-bedingt nach wie vor erhöhten Hygienekosten.
Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass aufgrund der COVID-19-Pandemie die Kosten für Schutzkleidung und Desinfektionsmaterialien, aber insbesondere auch der administrativen Hygieneaufwand, nach wie vor deutlich erhöht sind.
Pauschale wird zunächst verlängert bis zum 31. Dezember 2020
Ab 1. Oktober bis zunächst 31. Dezember 2020 können Zahnärzte zur Minderung dieser Kostenlast – neben den weiteren Optionen der GOZ – alternativ eine Hygienepauschale berechnen. Die hierfür vorgesehene Gebühren-Nummer 3010 GOZ analog kann allerdings nur noch zum Einfachsatz (= 6,19 Euro) angesetzt werden.
Quelle: zm online, 30.09.2020
Röntgendiagnostik
In dem heute vorgestellten Fall stand die Frage aus einer chirurgischen Praxis:
Können wir 36, 46 behandeln und erhalten. Und wurden die Röntgenbilder zugesendet und es wurde erwähnt, daß sich buccal multiple Fistelbildung Pusexudation zeigt. Die Lockerungsgrade sind 0-1 und die Sondierungstiefen sind erhöht.
Wir haben um die Vorstellung des Patienten zur klinischen Untersuchung gebeten.
Was für endodontische Probleme könnte man auf den Bildern erahnen?
Die Gretchenfrage oder Wie hältst Du es mit dem DVT ? Teil 3

Ohne DVT würde man hier scheitern.
Man glaube mir bitte.
Ein Zahn 11 mit leichter Dunkelverfärbung der klinischen Krone. Ein angefertigtes Röntgenbild offenbart einen vermutlichen Zustand nach Trauma in der Jugend, eine vorhandene apikale Aufhellung, der Wurzelkanal ist fast vollständig obliteriert.
Hier einen Versuch der Trepanation wagen würde zwangsläufig in einer Perforation enden.
Knapp 20 mm Blindbohrung, um dann in den unteren 2- 3 Millimetern den Kanal zu finden und nicht eine Via falsa zu produzieren, an einem solchen Tag könnte ich auch 10 Rubbellose kaufen und auf den großen Jackpot hoffen.
Das sind die harten Fakten.
Ein paar weiche kommen noch dazu.
Der Patient 26 Jahre alt, finanziell auf eigenen und vermutlich eher dünnen Beinen stehend. Die Anreise ? Rund 100 Kilometer. Die Behandlung aus Sicht der gesetzliche Krankenversicherung ein Behandlungsversuch , demnach vom Patenten aus eigener Tasche zu zahlen.
Was tun ?
Der Versuch des Zahnerhaltes ist angesichts des Alter des Patienten meines Erachtens diskussionlos zu bejahen, die uns seit ein paar Jahren zur Verfügung stehende Option der DVT – gestützten computergestützten Navigation unter Verwendung einer Bohrschablone die Methode der Wahl. Bliebe noch die Frage, ob man vorher mal den Versuch wagen sollte, zu trepanieren und in den Zahn hineinzuschauen ?
Könnte man dem Patienten doch vielleicht mit geringem Aufwand einen nicht unbeträchtlichen Geldbetrag sparen.
Angesichts des DVT – Befundes entscheide ich mich dagegen.
Es erfordert immer etwas Überwindung, blind in einen Zahn hineinzubohren.
Besonders, wenn man, wie ich, seit nunmehr fast einem Vierteljahrhundert gewohnt ist, 100 Prozent der endodontischen Arbeit unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskopes durchzuführen. Also taste ich mich vorsichtig heran. Der aufgesetzte Gummistopper signalisiert mir immer wieder die jeweilgen Teilschritte, dann ist Abnehmen der Schablone und in den Zahn hineinschauen angesagt. Das Bohren geht im Übrigen sehr leicht, ohne grosse Kraftanstrengung vonstatten, die Bohrer sind offensichtlich ausreichend scharf. Nur die Initialbohrung muss mittels Diamant und unter Wasserkühlung im roten Winkelstück erfolgen. Mittels wasserfester schwarzer Farbe markiere ich mir mit dem Trepanationsbohrer die Positionierung des Pilotloches.




Im Falle des besagten Zahnes 11 war zwischendrin kein Hinweis auf die ursprüngliche Lage des Wurzelkanals zu sehen und keine noch so kleine Öffnung zu ertasten, es bewahrheitete sich also die Vorgehensweise, auf einen nicht bohrschablonengestützten ersten Versuch zu verzichten.

Ich führte die Bohrung in 3 Etappen durch. Nachdem ich die vorgesehene Bohrtiefe erreicht hatte, konnte der Wurzelkanal penetriert werden.


Der Rest war Routine. Zumindest bis zur Wurzelkanalfüllung. Das DVT hatte ja die verzweigte Anatomie des Wurzelkanalsystems in den unteren 2-3 Millimetern gezeigt mit einer horizontalen astartigen Spreizung. Jetzt galt es, diese Verzweigungen bestmöglich zu füllen ohne bei vorhandenem großem apikalen Foramen zuviel Überpressung von WF- Material zu verursachen.


Die WF- Kontrollaufnahme lässt mich in diesem Fall mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits können wir uns freuen, den Fall zunächst erfolgreich abgeschlossen und den Zahn erhalten zu haben. Aber ist das Ergebnis im Hinblick auf die apikalen Verzweigungen des Wurzelkanals adäquat ? Einzelne sichtbare Seitenkanäle reichen nicht aus, um Absolution zu erteilen.
Wird es genügen, eine Heilung zu erzielen ?

Die Zeit muss es zeigen.
Hygienepauschale – nur für Ärzte?
Neue Abrechnungsempfehlung ab dem 01.10.2020:
Gemeinsame Analogabrechnungsempfehlung von BÄK, PKV-Verband und den Trägern der Kosten in Krankheits-, Pflege- und Geburtsfällen nach beamtenrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Länder für die Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie vom 01.10.2020 bis zum 31.12.2020:
Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie, je Sitzung
analog Nr. 245 GOÄ, erhöhte Hygienemaßnahmen, zum 1,0fachen Satz
Die Abrechnungsempfehlung gilt ab dem 01.10.2020 bis zum 31.12.2020 und ist nur bei unmittelbarem, persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt anwendbar. Bei Berechnung der Analoggebühr nach Nr. 245 GOÄ kann ein erhöhter Hygieneaufwand nicht zeitgleich durch Überschreiten des 2,3fachen Gebührensatzes für die in der Sitzung erbrachten ärztlichen Leistungen berechnet werden. Die Nr. 245 GOÄ analog ist nicht berechnungsfähig, sofern eine stationäre Behandlung in einem zugelassenen Krankenhaus nach § 108 SGB V erfolgt und für diese Krankenhäuser nach Maßgabe des Krankenhauszukunftsgesetzes entsprechende Hygienezuschläge vereinbart worden sind.
Prämolaren sind (nicht) einfach!
von Jörg Schröder
Endodontische Behandlungen an Prämolaren? Einfach, oder? Eine Wurzel, ein Kanal oder an oberen 4’ern zwei Wurzeln mit zwei Kanälen.
OK, manchmal eine wenig eng, aber sonst: straight forward.
Das es in Wirklichkeit nicht so ist, wissen alle, die häufig endodontische Behandlungen unter dem Mikroskop durchführen.
Anamnestisch war zu erfahren, dass alio loco die endodontische Behandlung bereits begonnen wurde, aber aufgrund von „Schwierigkeiten“ nicht abgeschlossen werden konnte. zur Beratung brachte die Patientin dieses Bild mit.
Auffällig war die Länge und starke mesiale Krümmung der Wurzel.
Eine über viele Jahre erworbene Skepsis ließ mich ein eigenes Einzelbild anfertigen. Dies zeigte im unteren Wurzeldrittel gleich zwei Instrumentenfagmente, die offenbar die Schwierigkeiten erzeugten, von denen berichtet wurde.
Im DVT war ersichtlich, dass es koronal der beiden, am Beginn der deutlichen mesialen Krümmung gelegenen Fragmente eine Aufgabeln und ein nicht bearbeitetes linguales Kanalsystem gab.
Nach Modifikation der Zugangskavität (Erweiterung und Neigung nach distal) und Darstellung der Kanaleingänge war es möglich, das koronalere der beiden Fragmente zu visualisieren und mittels vorgebogener Endosonore-Feile zu entfernen.
Da das apikale Fragment nur zu tasten war, habe ich, anstatt versuchen es zu entfernen das Fragment vom bisher unaufbereiteten lingualen Kanalsystem aus passieren können.
Die apikale Aufbereitung erfolgte ausschliesslich mit vorgebogenen Handinstrumenten in enger Abfolge (008, 010, 012, 015, ProTaper Hand S1, S2, F1, F2). Trotz intermittierender Schall- und laserunterstützter Irrigation war es mir nicht möglich das Fragment zu entfernen. Die Masterpointaufnahme zeigt, dass ich es zwar lockern konnte, es aber dann weiter nach apikal verbracht hatte, ohne dabei den Kanal zu blockieren. Glück gehabt!
Nachdem der vorgebogene Masterpoint erfolgreich einprobiert worden war, erfolgte die Obturation.
Was die Behandlung deutlich erschwerte war die linguale Neigung und die Kleinheit der klinischen Krone, die das Visualisieren der tieferen Kanalabschnitte deutlich erschwerte.
RET mit Verfärbung reloaded
Von Christoph Kaaden
Vor Kurzem habe ich hier einen Fall nach reparativer endodontischer Behandlung vorgestellt, bei dem wir zusätzlich ein Bleaching durchgeführt haben.
Heute also ein weiterer Fall, bei dem diese Therapie „notwendig“ wurde…


interessant fand ich, wie sich das MTA intrakanalär darstelle…



Das anschliessende Bleaching erfolgte wieder mit Opalescence Endo. Laut Patientin war die Verfärbung innerhalb von Stunden entfernt…

Patientin happy
Behandler Team happy
:-)
Marktwirtschaft
Spiegel Online hat es letztens in einer Schlagzeile berichtet.
Handschuhe werden knapp…
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/corona-engpass-einmalhandschuhe-werden-knapp-a-46fa3084-646f-4479-bdc8-3b86f6aee9c5
Das Material knapp ist und man improvisieren muss, habe ich im Rahmen der zahnmedizinischen Ausbildung und Tätigkeit im real existierenden Sozialismus erleben dürfen.
Niemals hätte ich damit gerechnet, daß mich diese Erfahrungen wieder einholen.
Nun ist es soweit. Einmalhandschuhe sind rar. Bestellungen werden automatisch gekürzt. Es gibt Zuteilungen. Das sind dann, wenn man Glück hat noch Vinylhandschuhe.
Das ist wie Schlangestehen nach Bananen und wenn man dran ist gibt es keine mehr, dafür aber Äpfel.
Für mich stellt sich die Frage, was überblicken die Gesundheitspolitiker und Standesvertreter noch?
Wozu brauchen wir ein QM, wenn einfachste Dinge im Arbeitsschutz nicht gewährleistet sind.
Handschuhe gibt es jetzt als Schnäppchen. 100 Stck. für 18,80€+Ust. – Netdental.
Wer seine Angestellten und sich selbst schützen will, der zahlt das schon. Für die Gesundheit ist nichts zu teuer.
27 P. apicalis
Der Patient wurde uns überwiesen und betonte, daß er nun alle Zähne unbedingt erhalten will. Er möchte keinen Zahn verlieren und erwartet, daß wir ihm dabei helfen werden.
4 Zähne standen auf der Wunschliste des Überweisers.
27 stand dabei an erster Stelle. Im Zahnfilm und im OPTG erschien der Zahn apikal nicht beurteilbar. Im angefertigten DVT stellte sich pal. eine apikale Veränderung nahe an die Conchae nasales inf. dar. die buccalen Wurzeln zeigten sich apikal an der raumgreifenden Veränderung pal. apikal beteiligt. Der Zahn 27 war umsymptomatisch, die Sondierungstiefen erhöht und der Lockerungsgrad war 0. Die prothetische Versorgung wurde als Langzeitprov. benutzt.
Postendodontisch ist geplant, das Brückenglied 26 mit einem Implantat zu ersetzen.
Die Behandlung wurde durch geringe die Mundöffnung bei einer Arbeitslänge von knapp 25mm erschwert. Die Aufbereitung, Desinfektion und Füllung erfolgte in 2 Sitzungen.
In den Röntgenrecalls war eine Beurteilung der apikalen Veränderung nicht möglich. Der Patient war beschwerdefrei. Für die Implantation 26 wurde ein DVT notwendig. Deshalb konnten wir die apikale Situation am 27 kontrollieren.
In diesen Aufnahmen war eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.
Hätten wir dies ohne DVT erkannt – eindeutig nein.
Teflon
Seit vielen Jahren nutze ich Teflon als Isolierungsmaterial in der Endo. So lange schon, daß ich mich nicht einmal mehr erinnern kann, ob ich die Idee dazu von einer Fortbildung in USA mitgebrachte habe. Eher glaube ich, das mir die Idee von Winfried Zeppenfeld zugetragen wurde und das Ganze muss mehr als 12 Jahre her sein.
Wir nutzen zwei Arten von Teflon.
Deutsches und italienisches.
Wobei der Name nichts darüber aussagt wo das Material hergestellt wurde. Vielmehr, dass das eine immer im BAUHAUS Heimwerkermarkt in Bad Kreuznach, das andere im OBI in Brixen/Südtirol gekauft wird. Letzeres ist feiner und kommt daher meist in filigranen Zugangskavitäten zum Einsatz.
Dann kam der Lock Down und unsere Vorräte an italienischem Teflon gingen zu Ende. Ohne Chance des Nachkaufs. Wir nutzten notgedrungen ausschließlich das deutsche Teflon, aber in den entsprechenden Situationen fehlte sein südländliches Pendant und wurde schmerzlich vermisst.
Jetzt habe ich bei Amazon ein Material gefunden, das dem italienischen Teflon entspricht. Zehn Rollen für unter 9 Euro, was den ohnehin günstigen Preis des Originals sogar noch unterbietet. Viel wichtiger ist aber, dass nun vermutlich das Material permanent zur Verfügung steht.
Nach Südtirol fahren werden wir weiterhin.
Nur die OBI Besuche werden weniger werden.
Saving hopeless Teeth – Grenzfall
von Jörg Schröder
Dieser 11 wurde durch mehrere endodontische Behandlungsversuche und die nachfolgenden restaurativen Massnahmen in seiner Hartsubstanz sehr stark reduziert.
Nach der Neuversorgung mit einer vollkeramischen Krone und der in diesem Zusammenhang erfolgten Insertion eines Glasfaserstiftes entwickelte die Patientin eine palatinal gelegene Schwellung und eine bukkale Fistelung.
Nach der Auswertung der klinischen und radiologischen Befunde sprach ich die Empfehlung aus, den Zahn aus Gründen der besseren Vorhersagbarkeit entfernen zu lassen und eine implantologische Behandlung durchführen zu lassen. Die Frage der Patientin, ob den nicht irgendeine Möglichkeit bestünde den Zahn zu erhalten, beantwortete ich à la Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber … .
Die bei der Präparation des Stiftbettes aufgetreten Perforation nach palatinal lag subcrestal und wäre mit MTA vorhersagbar zu verschliessen.
Die Obturationsmassen sollten angesichts der Weite des Kanalsystems zu entfernen und die nachfolgende Desinfektion problemlos möglich sein.
Unter Umständen liesse sich das kranial und palatinal der Wurzelspitze gelegene Fremdmaterial orthograd entfernen. Falls nicht und würde sich beim Reclam eine fehlende Ausheilung im Periapkalbereih zeigen, so wäre das Fremdmaterial durch einen mikrochirurgischen Eingriff zu entfernen.

Die Empfehlung meinerseits lautete jedoch : implantologische Versorgung.
Nach einer Woche teilte uns die Patientin mit, dass sie den Erhaltungsversuch wünsche.
Derselbe erfolgte zweizeitig. Zu meiner großen Überraschung fehlte intrakanalär jegliches Obturationsmaterial. Stattdessen gab es zwei Glasfaserstifte, die beide bis ins Parodont reichten. Während sich der palatianl perforierende Stift noch recht angenehm entfernen liess, war das Reduzieren des bis apikal reichenden Stiftes mittels Muncebohrern und Endosonore-Feile schon ein blutdrucksteigerndes Unterfangen.
Aus der palatinalen Perforation trat spontan Pus aus. Apikal kam es nur zu einer kurzfristigen Blutung. Nach ausreichender Irrigation wurde CaOH2 eingelegt und der Zahn adhäsiv verschlossen.
Zu Beginn der zweiten Sitzung zeigte sich der Zahn 11 beschwerdefrei. Somit stand der Obturation nichts mehr im Weg. Zunächst wurde die apikale Perforation nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA verschlossen. Nachfolgen wurde die palatinale Perforation in gleicher Weise versorgt. Das Entfernen des periapikalen Fremdmaterials gelang weder in der ersten, noch und er zweiten Behandlungssitzung. Die Patientin wurde daher nochmals auf die mögliche Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs hingewiesen und angehalten, sich mit dem behandelnden Kieferorthopäden in Verbindung zu setzen, um den palatinalen Retainerdraht erneuern zu lassen.
Mehr als drei Jahre nach Abschluss der Behandlung stellte sich die mittlerweile ins Ausland gezogene Patientin erneut in unserer Praxis vor. Während das 2D-Kontrollbild nur das mittlerweile lageverändete Fremdmaterial, jedoch keine apikale Aufhellung erkennen liess, zeigte das kleinvolumige DVT eine deutliche Aufhellung um das Fremdmaterial herum und eine vollständige knöcherne Ausheilung im Bereich der palatinalen Perforation. Klinische ar der Zahn vollkommen beschwerdefrei, hatte sich jedoch – ein Retainerdraht wurde von kieferorthöpädischer Seite als nicht notwendig erachtet – mangels Retention um ca. 1mm elongiert.
Beim kurz auf das Recall durchgeführten mikrochirurgischen Eingriff wurde, um das palatinal des Apex vorhandene Fremdmaterial zu erreichen, die Wurzelspitze um ca. 1 mm gekürzt. Zusammen mit der Breite der Free ergab sich ein ausreichend weiter Zugang, um mittels feiner Handinstrumente die periapkal vorhandenen Fremdmaterialien zu entfernen.
Hierbei handelt es sich nicht, wie von mir vermutet um Guttapercha, sondern um ein anthrazitfarbenes zementähnliches Material, vielleicht ein MTA-ähnliches Material.
Beeindruckend finde ich den Umstand, dass im postoperativen Einzelbild vom im OP-Situs deutlich sichtbaren knöchernen Defekt so gut wie nichts zu erkennen ist. Und jetzt beurteile jeder für sich selbst, wie verlässlich die Beurteilung der periapikalen Knochenstrukturen im Einzelbild ist.
Aus Coliquio – Praxis geöffnet trotz Corona? Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt
Praxis geöffnet trotz Corona?
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt
Weil er trotz Corona-Symptomen in seiner Praxis weiter Patienten behandelt – und angesteckt – haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Arzt aus dem Kreis Deggendorf (Bayern). Im Raum steht der Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung.
Während er auf das Testergebnis wartete, behandelte der Arzt weiter Patienten. Das wird ihm nun vorgeworfen.
Der Fall machte in dieser Woche Schlagzeilen: Zunächst musste eine Realschule geschlossen werden, weil eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Dann stellte sich heraus: Sie hat sich vermutlich in einer Arztpraxis angesteckt. Ihr Hausarzt hatte seine Praxis weiterhin geöffnet, während er auf das Ergebnis eines Corona-Tests wartete. Dieser fiel positiv aus – die Praxis wurde daraufhin geschlossen. Doch da hatten sich die Schülerin und vier weitere Patienten bereits angesteckt. Mehr als 270 Menschen mussten in Quarantäne.
Der Landrat Christian Bernreiter (CSU) zeigte sich gegenüber den Medien empört, hat bereits Strafanzeige gestellt. „Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte“, sagte er dem „Bayerischen Rundfunk“. Anfang September soll der Arzt nach Erkenntnissen der Gesundheitsbehörden typische Corona-Krankheitsanzeichen an sich bemerkt haben. Bis zum Vorliegen des positiven Corona-Tests habe er jedoch den Praxisbetrieb nicht eingestellt, sondern lediglich im Praxisbetrieb „eine FFP2-Maske verwendet“ haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Der Arzt habe sich, so heißt es, bei einer Feier oder einem Chorwochenende in Tschechien angesteckt.
Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ wies der Internist die schweren Vorwürfe des Landratsamts zurück. „Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe mehr getan, als eigentlich vorgeschrieben ist“, wird er zitiert.
Das Landratsamt geht davon aus, dass der Arzt trotz eines konkreten Verdachts weiter praktiziert habe. Doch genau das weist der Arzt zurück: Es habe zwar in seinem Bekanntenkreis einen Corona-Fall gegeben, woraufhin er sich und seine Familie habe testen lassen. Symptome habe er aber nicht gehabt. „Ich wollte ohne konkreten Verdacht auf der sicheren Seite sein“, erklärte er dem Blatt. Erst nach dem positiven Testergebnis sei ihm aufgefallen, dass er sich in den Tagen zuvor leicht abgeschlagen gefühlt habe.
Die Bayerische Landesärztekammer kritisierte gegenüber dem „BR“ das Verhalten des Arztes. Auch Ärzte sollen sich bei Corona-Verdacht oder einem positiven Test isolieren, betonte die Kammer. Abweichungen seien nur bei Kontaktpersonen der Kategorie 1 möglich, etwa in Betrieben der kritischen Infrastruktur. Sollte der Arzt gegen die Berufsordnung verstoßen haben, könne der Ärztliche Bezirksverband eine Rüge aussprechen und eine Geldbuße verhängen.
5 Generationen Abdichtung (Nachtrag)
Ist das nicht erstaunlich ?
Jahrelang tut sich nix.
Und dann entwickelt ein Thema eine plötzliche Dynamik und es geht voran.
Man sollte öfters ein wenig über den eigenen praxisinternen Tellerrand und die eingeschliffenen Abläufe hinwegschauen, es würde sich vermutlich auszahlen.
Worum geht´s ?
Um einen Nachzügler, die Kofferdam-Abdichtmassen betreffend.
Voco Clip Flow. Das Material nutzt Olaf Löffler schon seit Jahren.
Seit JAHREN!!!

Jetzt endlich habe ich mich durchgerungen, es zu testen.
Hier meine Eindrücke im Vergleich zu den anderen Materialien.
Starten wir mit dem Fazit: Voco Clip Flow ist ein sehr nützliches Material. Es dichtet nämlich den Kofferdam gut ab, selbst wenn dieser, zum Beispiel bei den Röntgenmessaufnahmen, hin und her bewegt wird. Voco Clip Flow ist relativ flüssig, deutlich weniger viskös zumindest als Meta Biomed´s Next Temp LC und auch etwas flüssiger als Ultradent´s Block Out LC Resin. Das ist nicht ganz optimal, aber mit wenig Eingewöhnung sicherlich gut handhabbar. Und nur, wenn man die anderen Materialien vorab kennen- und lieben gelernt hat, dürfte das negativ sich bemerkbar machen.
Auffälliger schon, das Material ist transparent. Eine Einfärbung wäre besser. Selbst Next Temp LC, lediglich blassblau daherkommend, ist um Klassen besser diesbezüglich.
Und wie sieht es mit der Entfernbarkeit aus ? In toto, die Kofferdamklammerzange nutzend, funktioniert das wunderbar. Das Material ist leicht nachgiebig, solange man also die Kofferdamklammerzange ansetzen kann, ist das Ablösen ein Kinderspiel.
Was gibt nun letztendlich den Ausschlag ?
Wir werden 2 Materialien vorhalten. Block Out LC Resin ist nicht mehr der Platzhirsch, aber nachwievor gesetzt, weil es sehr fest ist. Hilfreich in Situationen, in denen eine zusätzliche Stabilisierung von Nutzen ist. Es kostet 5,17 Euro pro Gramm. Voco Clip Flow kostet 6,45 Euro pro Gramm. Next Temp LC liegt gegenwärtig bei 5,75 Euro, zu diesem Preis mein Material der Wahl. Der reguläre Preis liegt bei 9,32 Euro und sobald dieser zum Tragen kommt muss neu gewichtet werden.
Möglicherweise wird Voco Clip Flow dann auch bei uns Einzug halten.
Danke Olaf !
Trauma nach Radunfall mit Déjà-vu (III)
Von Christoph Kaaden
Vier Monate ist der Behandlungsbeginn dieses Zahntraumas nun her.
Ende August haben wir daher die Schienung entfernt und die Zähne klinisch und radiologisch nachuntersucht.
Bisher stellt sich die Situation als stabil dar (Sens, Perk etc) und die nächste Kontrolle ist für Ende November diesen Jahres geplant…


5 mal Anatomie (6)
Ein Zahn aus der Reihe „5 mal Anatomie“ fehlt noch.
Er tauchte ebenfalls in besagten 4 Tagen auf, allerdings nicht im Rahmen einer Behandlung sondern als Recall. Auch er zeigt eine besondere Anatomie, die sich allzuoft verbirgt und er stützt meine These, daß Unterkieferprämolaren zu den schwersten endodontisch zu behandelnden Zähnen gehören.
Umso erfreulicher, daß es in diesem Falle eines zum Zeitpunkt der Behandlungsübernahme stark symptomatischen Zahnes (Schmerzskala 8) gut geklappt hat, wie die entsprechenden Recall – Kontrollen im Abstand von 7 und 19 Monaten post WF zeigen.
Der Kanalabgang war mit dem Dentalmikroskop nicht auszumachen, ohne DVT wäre ich hier vermutlich gescheitert. Typischer Zahn, der nach WF im Röntgenbild gut aussieht, aber der Patient (m/w/d) kommt in die Praxis und klagt unerklärlicherweise über Beschwerdepersistenz.






Wie soll es weitergehen mit WURZELSPITZE 2021 ?
Letzten Montag, im Rahmen einer Telefonkonferenz, ging es darum, wie es mit WURZELSPITZE im Jahr 2021 weitergehen soll. Gott sei Dank genau einen Tag vor der „ungehörigen“ Diskussion auf Endonews, sonst wäre unsere Entscheidung vermutlich nicht so spontan positiv ausgefallen.
(Endonews, ein Forum im Übrigen, das ich 1999 gegründet habe, demnach seit über 20 Jahren der endodontischen Weiterbildung dient und, solange ich es geleitet habe, einen regen Erfahrungsaustausch beinhaltete, jetzt nur noch ein Schatten seines ursprünglichen Selbst ist)
Hier das Ergebnis unserer Besprechung und., um es vorwegzuschicken, es sind ausnahmslos gute Nachrichten:
- Wir werden WURZELSPITZE in 2021 weiterführen.
Wie mit Wiederaufnahme von WURZELSPITZE geschrieben, wollen wir Jahr für Jahr entscheiden auf Grund des Zuspruchs, den WURZELSPITZE erfährt (oder auch nicht) als Gradmesser, ob wir ein weiteres Jahr das Forum betreiben oder nicht. Und rückblickend auf 2020 sind wir zu dem Schluss gekommen, daß wir gerne das Blog ein weiteres Jahr betreiben wollen. - Die Veranstaltung „Die DREI reden über…“, ein neuartiges Veranstaltungsformat zur Endodontie mit Christoph Kaaden, Jörg Schröder und mir, Ha-Wi Herrmann war zum 12.. September 2020 geplant. Ist Corona wegen ausgefallen.
Was wir sehr schade finden, denn wir glauben an das Format.
Und möchten weiterhin es stattfinden lassen.
2021.
Keiner weiss, welche Dimension Corona dann haben wird, aber wir sind zuversichtlich, bis dahin ein Hygienekonzept liefern zu können, dass uns Präsenzveranstaltungen abhalten lässt. Vermutlich wird Alles mit deutlich weniger Leuten stattfinden als vor Corona. Wir werden genau planen müssen, mit vielen Unbekannten im Raum, was die Sache nicht einfacher macht, aber – wir wollen es.
Falls genügend Leute es auch wollen. - Ihr fragt – Die Drei antworten – Der Live-Chat.
Eine neue Idee. Ein WURZELSPITZE Plus – Experiment. Vielleicht wie der Elternsprechtag in der Schule. Nur mit dem Unterschied, das man nicht mit einem schlechten Bauchgefühl einläuft in Sorge, was Filia oder Filius wohl angestellt haben können. Es geht um Fragen. Eure Fragen. Egal welche. Zum Thema Endo und drumherum. Im Dialog. Fragt uns ein Loch in den Bauch. Zeigt uns Fotos. Röntgenbilder. 45 Minuten lang. Live.
In diesem Sinne: Auf ein spannendes, interessantes, informatives Endo-Jahr 2021!
Erfreuliches Recall
von Jörg Schröder
Angesichts der strategischen Bedeutung dieses 18 als distaler Pfeiler einer viergliedrigen Brücke und des geringen knöchernen Angebotes in Regio 16 und 17 erschien der Versuch des Zahnerhaltes auch angesichts der ausgeprägten periapikalen Pathologie als sehr sinnvoll.
Die Behandlung wurde allerdings durch einen stark ausgeprägten Würgereiz erschwert, der noch nicht einmal ein suffizientes präoperatives Einzelbild zuließ. An intraoperative Röntgenbilder war noch nicht einmal im Ansatz zu denken.
So wurde die Behandlung im „Cowboy“-Stil durchgeführt.
Kein Überprüfen der Arbeitslänge mittels Messaufnahme, was angesichts der großen apikalen Lyse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Messungenauigkeit (Eintreten von Flüssigkeit aus dem Periapikalbereich führt zu einer falsch positiven Längenmessung) nicht gerade blutdrucksenkend bei mir wirkte. Zudem schwebte immer das Damoklesschwert des einsetzenden Würgereizes über der gesamten Behandlung. Die Muße intraoperative Bilder anzufertigen, hatte ich nicht.
Umso erfreulicher das Ergebnis des Recalls 14 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlung.
Die Gretchenfrage (2)
Hier die 3 Frontzähne, die hier im Zahnfilm dargestellt wurden, nun im DVT.
Und folgende Fragen:
Welche Zähne sind wie schwierig ? (Skala von 1 – 10, wie beim Bergsteigen sind größere Zahlen höhere Schwierigkeitsgrade, 10 ist Höchstschwierigkeit)
Wie sieht die jeweilige Therapie aus ?
Ein Zahn stellte sich als aussergewöhnlich schwierig dar.
Welcher Zahn war es ?
Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma und MTA-Applikation
Von Christoph Kaaden
Die junge Sophie war zehn, als sie vor drei Jahren ein Frontzahntrauma beim Radfahren erlitt. Hierbei wurden laut Zuweiserin die Zähne 21 und 22 disloziert.
Als wir die Patientin erstmals sahen hatte sich an Zahn 21 eine deutliche apikale Parodontitis ausgebildet.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig und benötigte in der Summe zwei Stunden.
Die Apikalregion wurde im zweiten Termin mit MTA verschlossen und das weitere Kanallumen anschliessend mit erwärmter Guttapercha und Sealer aufgefüllt.


Diese Woche erreichte uns das Kontrollbild der zuweisenden Kinderzahnarztpraxis.
Es sieht aus, als wäre die Behandlung von vor 18 Monaten erfolgreich gewesen…


Ergonomie – do it your self
In dieser Reihe möchte ich Beispiele von ergonomischen Verbesserungen vorstellen, welche durch Kolleginnen und Kollegen im Selbsthilfeverfahren entwickelt und umgesetzt wurden.
An Hand dieses Gastbeitrags von Oliver Schäfer sehen wir, daß die Ergonomie in der Praxis optimiert werden kann und es schafft Anregungen für weiter Verbesserungen in der eigenen Praxis.
Mich störte während der Behandlung -neben der fehlenden Ablage für Endomotor, Ultraschall und co- insbesondere der Kabelsalat. Das RootZX war dabei häufig Anlass für „Verknotungen“, weshalb ich eine eigene Rinne als Kabelführung anlegte. So kommen sich zumindest Turbine, Mikromotor und RootZX nicht mehr in die Quere. Um das Kabel im Schrank schnell und ordentlich zusammenzurollen, verwenden wir automatische Kabelaufroller wie sie bspw. für Kopfhörerkabel verfügbar sind. Schließlich stand ich vor der Aufgabe mein neu angeschafftes Guttasmart System im Schrank unterzubringen, was allein aufgrund der Dimensionen nur liegend möglich war. Auch hier musste zunächst 3D Druck und später CNC-Fräsung her.
Die Gretchenfrage oder Wie hältst Du es mit dem DVT ?
In der Schule habe ich nie Goethes Faust gelesen.
Und daher erst später erfahren, wie viele Sprichwörter diesem Werk entnommen wurden.
„Das also ist des Pudels Kern“ ist vermutlich das bekannteste Zitat.
Aber auch, zumindest unter Medizinern bekannt: „Blut ist ein besonderer Saft!“
Und dann natürlich die „Gretchenfrage“.
Sie bezeichnet als Gattungsbegriff eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, welche die Absichten und die Gesinnung des Befragten aufdecken soll. Sie ist dem Befragten meistens unangenehm, da sie ihn zu einem Bekenntnis bewegen soll, das er bisher nicht abgegeben hat. In Faust I wendet sich Gretchen an Faust und möchte wissen: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“
Womit wir beim Thema wären – Ich bringe wieder einmal 3 Fälle mit, bei denen, weil im Frontzahnbereich angesiedelt, die Frage nach einem DVT sich eigentlich von vorneherein verbietet.
Ich möchte dennoch fragen: Braucht es ein DVT ? Wer würde bei welchem Zahn ein DVT anfertigen ? Wie sähe die Behandlung der Zähne aus ? Mit und ohne DVT. Soll einmal jeder für sich selbst überlegen.
Die Antworten bitte in die Kommentare.
Am Freitag gibts an dieser Stelle die DVT ´s.



Laterale Perforation
von Jörg Schröder
Traurig, aber eine häufig anzutreffende Situation.
Nach durchgeführter endodontischer Behandlung wurde dieser Eckzahn bei der Durchführung der Vorbohrung für einen Zirkonoxidstift lateral perforiert.
Ein Umstand, der angesichts der mit großer Sicherheit auftretenden Missempfindung und der begleitenden Blutung zumindest stutzig machen sollte. Dem Stift wurde angesichts des fehlenden Ferrules offensichtlich nicht viel zugetraut.
Wie sonst erklärt sich sonst die Präparation einer muldenförmigen Auflage in die distaopalatinale Fläche der vollkeramischen Krone des 12. Eine parodontalhygienisch nicht zu lösende Situation, zumal es nur eine Auflage mit entsprechend bakteriell kontaminierten Spalt zwischen Extension 13 und Auflage 12 war.
Um eine Abheilung der parodontalen Gewebe insbesondere distal des 12 zu ermöglichen, wurde der durch die Muldenpräparation entstandene Defekt an 12 adhäsiv ergänzt, bevor die endodontische Behandlung des 13 begonnen wurde. Nach präendodontischem Aufbau konnte dann Kofferdam gelegt und der Zirkonxidstift entfernt werden.
Die Entfernung erfolgte, wie immer bei Zirkonoxidstiften, mittels Ultraschallansätzen. Aufgrund der bestehenden Fistelung wurde nach Reinigung der Perforationsstelle CaOH2 eingelegt und der Zahn temporär verschlossen. Um ein ungewolltes Dezementieren der temporären Krone zu vermeiden, befestige ich in Fällen stark reduzierter Hartsubstanz einen Glasfaserstift adhäsiv und befestige die temporäre Krone mit RelyXUniCem.
In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung vollständig abgeheilt und der Zahn beschwerdefrei. Nach Einzelzahnisolierung erfolgte dann die erneute Trepanation, wobei der ausreichend weit dimensionierte Glasfaserstift einen fast nicht erwähnenswerten Umweg bedeutete.
Nach Darstellung der Perforation – die ursprünglich vorhandenen Wurzelfüllmaterialien hatte ich bewusst belassen, um eine Verbringen von MTA-Bestandteilen in den Originalkanal zu verhindern – wurde diese mit MTA verschlossen und dasselbe mit Ultrablend abgedeckt. So kann ein Auswaschen des aufgrund der geringen Schichtstärke hier ein wenig anfälligeren MTA verhindert werden.
Erfreulich das Recall nach 7 Monaten. Erstaunlich, wie die voranschreitende Ausheilung die bei der medikamentösen Einlage offensichtlich herausgepressten CaOH2- Anteile „zusammengeschoben“ hat.
Dens invaginatus ohne Pulpabeteiligung
von Jörg Schröder
Nachdem ich den Kommentar von „fepunkt“ zu meinem Beitrag „Dens invaginatus“ wortreich beantwortet hatte, kam mir ein Fall aus dem vergangenen Jahr in den Sinn, bei dem ich die Invagination „nur“ versäubert und -weil die Pulpa positiv auf den elektrischen Sensibilitätstest reagierte und das DVT keine apikale Pathologie erkennen – abschliessend adhäsiv verschlossen hatte.
Die Fotodokumentation zeigt die komplexen Verbindungen der einzelnen Hohlräume.
Um eine sichere Obturation der am tiefsten hinabreichenden Kaverne zu erreichen, habe ich dort BC Sealer und erwärmte Guttapercha eingesetzt. Der koronale Anteil wurde in Adhäsivtechnik verschlossen.
Furkationsbeteiligung
Von Christoph Kaaden
Die nachfolgende 58-jährige Patientin wurde uns von ihrem Hauszahnarzt geschickt. Der Zahn 36 war vor einigen Jahren alio loco endodontisch behandelt worden. Jetzt beklagte die Patientin eine zunehmende Ausfbissempfindlichkeit sowie eine Blutung am Zahnfleischsaum bei der Zahnpflege.
Hier zeige ich Ihnen die Röntgenaufnahmen des Zuweisers.

Aufgrund der geringen Aussagekraft der Einzelzahnaufnahme ist von dem Kollegen zusätzlich ein kleinvolumiges DVT angefertigt worden.
Leider ist die Auflösung des verwendeten Gerätes mässig gut.







Es war für mich zu erahnen, dass bei der Vorbehandlung das mesio-linguale Kanalsystem unbehandelt geblieben war.
Während sich in der Bifurkation ferner eine Aufhellung zeigte war an den Radices keine Pathologie erkennbar…
bis zu diesem Zeitpunkt liess sich also für mich nicht zweifelsfrei klären, woher die Furkationsbeteiligung stammte.
Infrage kamen in einen Augen folgende Möglichkeiten:
- Infraktur bzw. Längsfraktur
- Perforation
- Laterale Anatomie in Form eines Seitenkanals
Intra-koronal/kanalär fanden sich keine Besonderheiten und die Revision konnte routinemässig durchgeführt werden…

Masterpoint-Aufnahme nach Revision mit deutlich erkennbarer Osteolyse in Bifurkation
Einige Wochen später war die Fistel abgeheilt und die Patientin beschwerdefrei.
Bei der Wurzelkanalfüllung zeigte sich dann der Grund für die Furkationsbeteiligung.


Grosser Seitenkanal nach Wurzelkanalfüllung als Ursache der Osteolyse in der Bifurkation
Ich bin gespannt, wie das Recall in sechs Monaten ausfallen wird…
5 Generationen Abdichtung
5 Generationen Abdichtung?
Worum geht ´s ?
Ich spreche vom Kofferdam.
Irgendwo im Regal bei mir muss noch ein Buch von Reinhardt Winkler stehen. DAS Standardwerk zum Thema Kofferdam, damals, in den frühen Neunzigern des letzten Jahrhunderts.
An ein darin beschriebenes Abdichtmaterial für den Kofferdam kann ich mich nicht erinnern. Nur an die Kofferdamligatur. Und an das Invertieren des Kofferdams mittels Luftpuster. Hat bei mir so gut wie nie geklappt. Vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben und Übung macht den Meister, aber, ganz ehrlich, wenn ´s nicht auf Anhieb geht, dann ist vielleicht auch die Methode an sich zu überdenken. Denn – Kofferdam soll ja helfen, nicht behindern.
Was kam danach ?
1
Cavit.
Naja. Dichtet leidlich hab, hält noch weniger.
3 von 10 Punkten.

2
Oraseal
Von Ultradent.
Auf Zellulose- Basis.
Über Jahre unser Standard-Material. Dichtet super ab, nimmt Feuchtigkeit auf und „klebt“ am Kofferdam. Zumindest nach unten hin. Nach oben hin eher bröckelig.
Dennoch – 2 Daumen hoch. Über viele Jahre hinweg unser Material der Wahl. Der Preis – wie oft bei Ultradent – ambitioniert. Aber – wenns hilft …
6 von 10 Punkten.


3
Opaldam
Ebenfalls von Ultradent. Auf Komposit- Basis.
Wie hat es sich bewährt ? So la la.
Hält initial, nix bröckelt weg. ABER – Grosses Manko. Wenn der Kofferdam bewegt wird, dann löst sich die Klebung. UND – bei geringster Feuchtigkeit am Kofferdam erfolgt keine Abdichtung.
4 von 10 Punkten.
Und für den Preis, der dafür aufgerufen wird, definitiv nichts, was wir aus einem brennenden Haus retten würden.


4
Block Out
Auch von Ultradent. Eigentlich ein Material für die Zahntechnik zum Ausblocken beim Tiefziehschienen. Eine Empfehlung der ACTA Universität Amsterdam. Denen war Oraseal viel zu teuer. Deshalb kannte das auch keiner, als in meiner Gastvorlesung das Material in meinen Fotos zu sehen war. Originalzitat: „Wir sind eine Universität. Wir sind arm.“
Block Out hält super. Und dichtet, dafür, daß es ein Composit ist, erstaunlich gut auch in schwierigen Situationen ab. Stabilisert die Kofferdamklammer bei wenig Retention.
Alles in Allem mit Abstand das beste Material bislang.
8 von 10 Punkten. Eigentlich 9 von 10 Punkten, aber wegen seines großen Mankos – Off Label Use, keine Zulassung für intraoral – gibt es Punktabzug.

5
Next Temp LC.
Von Meta Biomed.
Ein provisorisches Füllungsmaterial auf Composit- Basis, lichthärtend. Beispielweise für Inlay- Kavitäten. Blassblaue Farbe. Leicht elastisch, leicht klebrig. Und wunderbar zu gebrauchen als Abdichtmaterial für die Kofferdam- Anwendung.
Ist nicht meine Idee.
Sondern eine Empfehlung von Dr. Jenner Argueta, ein endodontischer Kollege aus Guatemala und Meta Biomed Opinion Leader.
Und was soll ich sagen ? Dieses Material hat es geschafft, aus dem Stand heraus sich in unserer Praxis als Block Out-Alternative zu etablieren.
Warum?
Die leichte Klebrigkeit sorgt für einen innigen Verbund zwischen Kofferdam und Material.
Auch wenn der Kofferdam bewegt wird, bleibt das Material in Position.
Das funktioniert bei NextTemp LC besser als bei jedem anderen der genannten Materialien.
9 von 10 Punkten.
Gegenüber Block Out ein weniger schwerer zu entfernen – erwähnte ich schon, es ist klebrig ? Und auch weicher als Block Out und widersetzt sich so etwas mehr dem Abnehmen.
Aber in der Regel kann man es mittels Kofferdamklammerspannzange samt der Kofferdamklammer in toto entfernen.
Bliebe noch der Preis.
Hier ist Block Out nachwievor unschlagbar, aber dennoch hat sich NextTemp LC einen festen Platz in unserer Praxis gesichert, wir wählen fallspezifisch das eine oder das andere und müssten wir uns für eines der beiden Materialen entscheiden, wäre es NextTemp LC.
Weil ??? Es diesen kleinen Tick besser ist.
Vom Meta Biomed Deutschland gibt es im Übrigen für begrenzte Zeit ein Einführungsset.
Enthält 3 Spritzen a 2 Gramm.
Kostet 29 Euro.
Dens invaginatus
Bei klinisch unversehrten Frontzähnen, die aus heiterem Himmel eine Fistelung und einen negativen Sensibilitätstest aufweisen, denkt man vielleicht zunächst an ein Zahntaruma als Ursache für eine Pulpanekrose.
Eine weitere, aber eher nicht so häufige Ursache, stellen Invaginationen dar, die entweder über eine direkte Verbindung zur Pulpa zu einer bakteriellen Kontamination derselben führen (OEHLERS Typ 2) oder, wie in nachfolgendem Fall, über die Dentintubuli, zu einer bakteriellen Besiedelung des Pulpakammerhohlraumes führen.
Oftmals fallen diese Schmelzeinstülpungen bereits im zweidimensionalen Röntgenbild als V-förmige Einziehungen auf. Klinisch finden sich die „Eingänge“ zu den Invaginationen ist immer palatinal des Pulpakammerhohlraumes und entspringen einer fast nicht als Hohlraum wahrnehmbaren Furche. Da diese schmelzausgekleidet ist, imponiert sie im DVT als hell ringförmige Struktur, die den eigentlichen Invaginationshohlraum umgibt.
Mein Vorgehen ist wie folgt:
- Dreidimensionale Diagnostik, DVT. Klärung der Kanalgeometrie und etwaiger Besonderheiten. (Weite des Formens, Art der Kommunikation zwischen Invagination und Pulpa)

- Pulver-Wasserstrahlgerät zur Entfernung von in der Einziehung anhaftender Plaque.
- Anschliessend mit einem flammenförmigen Feinkorndiamanten die Einziehung erweitern.
- Sondierung mittels Microopener
- Initiale Spülung mit NaOCl

- Erweiterung der Invagination
- Bei erwiesener Pulpanekrose (Sens-Test) , Eröffnung der Pulpakammer mit Munde-Rosenbohrern.
–Chemomechanische Aufbereitung, (Eddy, XP-Endo-Finisher)
Die Obturation erfolgte in diesem Fall aufgrund des sehr weiten Foramens mit MTA.
Die Behandlung wurde zweizeitig durchgeführt, da es in der ersten Sitzung zu einer diffusen Blutung aus dem Periapikalbereich kam (wie an dem nicht bis apikal gebrachten CaOH2 zu sehen ist).
Herodontics Zahn 46 (II)
Von Christoph Kaaden
Heute zeige ich Ihnen den Abschluss dieses Behandlungsfalls.
Gut vier Wochen nach dem ersten Termin erfolgte bei Beschwerdefreiheit und abgeheilter Fistel zunächst der Verschluss der Neoapices mit MTA. Auf das vorgeschaltete Einbringen ein resorbierbares Widerlager wurde verzichtet.

Röntgenkontrolle nach MTA Apexifikation
Das Backfill wurde mit erwärmter Guttapercha und Sealer (BC Sealer) durchgeführt und die Zugangskavität nachfolgend adhäsiv verschlossen.

Abschluss der Revisionsbehandlung Zahn 46 nach zweimaliger WSR
Das erste Recall ist in sechs Monaten geplant; das Ergebnis werde ich Ihnen dann gerne zeigen…

Prä-OP vs. Post-OP
Quiz du jour Juli 2020 – „Auflösung“
37 mit akuten Beschwerden (Recall)
Über diesen Fall haben wir hier, hier und hier berichtet.
Hier nun das 6 Monatsrecall.
Der Zahn ist symptomlos und die Patientintin glücklich.
Auf Grund des Substanzverlustes habe ich ihr angeraten den Zahn mit einer Teilkrone versorgen zu lassen. In diesen Fällen weise ich ausdrücklich darauf hin:
- eine zahnfarbene Restauration möglich ist, aber extrem aufwendig und schwierig einzusetzen setzen. ( Das das geht hat Winfried Zeppenfeld mal vor Jahren auf Endonews recht eindrucksvoll vorgestellt.)
- das Mittel der Wahl eine Goldteilkrone ist und das selbst bei dieser Risiken bestehen.
Das führt meistens zu langen Gesichtern, da wir über eine „nichtzahnfarbene“ Restaurationen sprechen. Auch in diesem Fall war die Patientin nicht glücklich. - Es ist eine chirurgische Kronenverlängerung angeraten.
Ich werde das nächste Recallbild vorstellen.
5 mal Anatomie (5)
Wie sich die Bilder doch gleichen…
Der geneigte Leser erinnert sich.
Ein Zahn 36 mit 3 Kanälen in der mesialen Wurzel.
Und – gleicher Tag, andere Seite – ein Patient mit einem Zahn 46 und ebenfalls 3 Kanälen mesial.
In beiden Fällen unauffällige Erscheinung im Zahnfilm, das DVT offenbart die besondere Anatomie.
Rufen wir uns an dieser Stelle also wieder ins Gedächtnis, wir sind umgeben von besonderer Anatomie. Und nicht immer, um nicht zu sagen, vermutlich in vielen Fällen erschliessen sich diese anatomischen Besonderheiten dem Auge des Klinikers, selbst wenn es Dentalmikroskop- bewehrt sein sollte.
Auch diesmal die orthograde WF- Kontrollaufnahme eher unspektakulär.
BTW solche Zähne sind für mich der größte Albtraum. Präparation und Abformung durch den Hauszahnarzt ist bereits erfolgt, demnach keine Chance, am vorhandenen insuffizienten Aufbau etwas ändern zu können, geringste Retention bei zudem endständigen Zahn, verbesserungsfähiges Provisorium und und und…
Dazu passt – gewissermaßen als Zugabe und aus aktuellem Anlass auch dieser Fall von Freitag.
Ein Zahn 47. Auch er im konventionellen 2D – Röntgenbild unauffällig. Und ich gebe zu, ohne DVT wäre ich niemals auf die Idee gekommen, die tiefe Aufspaltung im mesiolingualen Kanal zu suchen, ich wäre froh gewesen, diesen überhaupt gefunden bzw. über die vorhandene Stufe hinweg erschliessen zu können.



Der weiße Tod
von Jörg Schröder
Wurzelstifte aus Zirkonoxid waren vor ca. 20 Jahren einmal en vogue. Daher stellen diese Stifte in meinem Alltag eher eine seltene Aufgabe dar.
Ich muss zugeben, auch ich habe wenigstens 4 davon eingesetzt. Obwohl ich, wenn ich über einige physikalische Grundsätze nachgedacht hätte, das besser gelassen hätte.
Und so trifft man leider bei der Revisionsbehandlung von mit Keramikwurzelstiften versorgten Zähnen häufig auf Haarrisse, deren Vorhandensein sich der klinischen und radiologischen Diagnostik entzieht.
So auch bei diesem 27. Nach Entfernung der Vollgusskrone galt es zunächst, den um die Zirkonoxidstifte befindlichen Kompositaufbau abzutragen. Dies geschieht mittels kleiner flammenförmiger Diamanten und am Ende mit den von mir sehr geschätzten Munce-Rosenbohrern.
Zur Entfernung der adhäsiv befestigten Zirkonoxidstifte gehe ich genau so vor, wie ich es initial mit gegossenen Stiften mit konischer Geometrie handhabe. Da rotationssymetrisch, sollte das umfassende Komposit, wenn möglich, im zylindrischen Teil vollkommen oder zumindest ca. 270 Grad davon entfernt werden. Anschliessend wird der koronale Stiftanteil mit einem glatten, im Querschnitt runden und recht starren Ultraschallansatz bei mittlere Energiestufe und Wasserkühlung umfahren. Mitunter muss man zwischendurch Teile von abgeplatztem Kompositkleber mittels Endosonore-Ansätzen zerkleinern.
In diesem Fall drehte sich der in DB befestigte Stift schon nach weniger als einer Minute.
Nach der anschliessenden Freilegung des MB1 hatte ich schon eine Ahnung, was mich bei der Inspektion des Pulpakmmerbodens erwarten würde, wenn ich auch den in P befindlichen Stift entfernt hatte. Ein feiner, tief in P hinabreichender Haarriss.Somit fällt der Zahn der Extraktion anheim. Schwacher Trost, dass sich der im DVT erkennbare MB2 an genau der Stelle befand, an der ich ihn vermutet hatte.
Sensibilitätsstörung nach Initialbehandlung – das Recall
von Jörg Schröder
Vor etwa 10 Monaten hatte ich hier über diesen 47 berichtet.
Zwischen Beratung- und geplantem Behandlungstermin hatte sich die Situation dramatisch verändert. Vom rechten Mundwinkel bis hin zur Mitte der Unterlippe und hinab bis zum rechten Kinn bestand 4 Tage nach der Erstvorstellung eine vollständige Anästhesie, die auf eine akute Exazerbation der apikalen Parodontitis zurückzuführen war.
Heute nunmehr ein in jeder Hinsicht erfreuliches Recall. Der Zahn wurde durch die überweisende Kollegin mit einer Teilkrone versorgt. Die periapikalen Strukturen erscheinen ausgeheilt und die Sensibilität Bereich der rechten Unterlippe bzw. des rechten Kinnbereiches wieder vollkommen wiederhergestellt.
Kurz vor Knapp
von Jörg Schröder
Ab und zu bekommen wir Anfragen von Kollegen mit der Bitte um die Anfertigung eines DVT zur implantologischen Diagnostik.
Im heute beschriebenen Fall kam der Patient zum Termin mit je einer Bohrschablone für den Ober- bzw. Unterkiefer. Die Bohrhülsen waren anhand eines OPG und nach der klinischen Situation einpolymerisiert worden. Wohlgemerkt die Bohrhülsen.
Die Artefaktbildung war zum Glück gering genug, um nach Betrachten des DVT die Empfehlung auszusprechen, die Position der Bohrhülse in Regio 47 nochmals zu „überdenken“ und sich vor der Implantation noch einmal mit der zahndichten, rundlichen Struktur im Bereich des geplanten Implantates zu beschäftigen.
Kurz berichtet – Apikale Parodontitis, Fistel und unklarem apikalen „Geschehen“ mesial – ausgeheilt nach 2 Jahren
Von Christoph Kaaden
Vor zwei Jahren stellte sich der damals 58-jährige Patient erstmals bei uns vor.
Die Diagnose damals lautete:
ausgeprägte interradikuläre Aufhellung mit disto-bukkaler Fistel an Zahn 46.

Ausgeprägte interradikuläre Aufhellung an Zahn 46 mit Fistel – Resorption unklarer Genese mesial
Unklar hingegen war, was die Ursache für die stark resorbierte mesiale Radix war.
Hier das Wf-Kontroll-Bild zum Ende des zweiten Behandlungstermins (ca. 4 Monate nach Behandlungsbeginn).

Zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung scheint es zu einer vollständigen Remission gekommen zu sein.

Recall-Aufnahme zwei Jahre post-op

Prä-OP vs. 2-Jahres Recall
Hat jemand einen Vorschlag hinsichtlich der „Vorkommnisse“ an der mesialen Wurzel?
Endlich Urlaub
Kurzmitteilung
Das Jahr 2020 hat Überraschunge in ungeahntem Ausmaß gebracht.
Ich meine nicht nur Covid 19 und die Folgen, sondern das gesamte Praxisumfeld und den privaten Bereich.
Die Misere in der Praxis fängt mit Mitarbeiterfluktuation an, über extern verordneten, die täglichen Abläufe belastenden und tlw. unsinigen Adminstrationen, wie Gesundheitskarte und hört mit extensiven nicht kompensierbaren Preisentwicklungen im Material und Hygienebreich auf.
Für mich treten Fragen auf, wie:
Wie kann keine Schutzausrüstung vorrätig sein, aber Milliardensummen werden in veraltete digitale Spielereien, wie Gesundheitskarte investiert, obwohl Planungen und Szenarien vorlagen.
Gibt es kein QM in der Politik?
Warum müssen Mitarbeiter mit verwaltungstechnischen Dingen, wie Updates der Connectorboxen überprüfen belastet werden. Geht das nicht zu digitalisieren?
Was hat eigentlich die EGK in der Coronakriese für positive Effekte gebracht?
Ich bin dann mal weg und freue mich einige Tage frei von diesen Dingen zu sein.

Update BZÄK Dank hoher Hygienestandards
Gott sei Dank !
Wir sind grundsätzlich sicher !
Grundsätzlich !!!
Ich muss lachen.
Erinnert mich an einen Filmklassiker mit Curd Froebe als deutscher General (die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten), der ein Flugzeug manövieren will, obwohl er noch nie in seinem Leben ein solches jemals gesteuert hat: „Es gibt nichts, was ein Deutscher Offizier nicht kann! Lesen Sie die Dienstvorschriften und dann fliegen Sie!!!“
Hier die Pressemitteilung:
Dank hoher Hygienestandards sind Kontrolltermine und Behandlungen in Zahnarztpraxen in Deutschland grundsätzlich sicher. Darauf weisen Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) aus aktuellem Anlass noch einmal ausdrücklich hin. Hintergrund des gemeinsamen Appels der zahnärztlichen Bundeskörperschaften war verkürzte Medienberichterstattung über eine aktuelle, jedoch nicht landesspezifische Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte kürzlich dazu geraten, solange von nicht dringenden Zahnbehandlungen abzusehen, bis die Übertragungsrate von Covid-19 „ausreichend“ gesunken sei.
Wie die Zahnärzteschaft bereits vor Tagen klargestellt hatte, trifft diese allgemeine Empfehlung für weltweit 193 Staaten nicht auf Zahnarztpraxen in Deutschland zu. Entsprechende Pressemeldungen hatten die ursprüngliche WHO-Empfehlung irreführend und ohne den nötigen Kontext wiedergegeben. Die WHO hat die Empfehlung mittlerweile mit einer weiteren Aussendung korrigiert. Die Empfehlung zielte ausschließlich auf ein intensives, unkontrolliertes Übertragungsszenario ab – ein Szenario, das nicht zur aktuellen Situation der meisten europäischen Länder und insbesondere nicht zu Deutschland passe.
Bis heute ist nach Angaben von BZÄK und KZBV in Deutschland kein Infektionsgeschehen in zahnärztlichen Praxen dokumentiert, welches eine solche Empfehlung rechtfertigt. Die beiden Bundesorganisationen forderten Patienten und Versicherte einmal mehr auf, eine Versorgung durch Zahnärztinnen und Zahnärzte für den Erhalt und die Verbesserung der Mundgesundheit wahrzunehmen und nicht aus unbegründeter Angst vor Ansteckungen mit Corona zu verschieben. Andernfalls bestehe das Risiko, dass sich die Mundgesundheit durch das Entstehen von Karies, Zahnstein oder durch parodontale Erkrankungen unter Umständen dauerhaft verschlechtere und damit auch die allgemeine Gesundheit gefährdet.
BZÄK und KZBV haben auf Sonder-Websites unter http://www.bzaek.de/coronavirus und http://www.kzbv.de/coronavirus zahlreiche gesicherte Informationen zum Thema SARS-CoV-2 für Praxen und Patienten zusammengetragen.
5 mal Anatomie (4)
Der Prämolar 34 trägt eine Teleskopkrone. Er gehört nicht in die 5 mal Anatomie-Aufzählung. Ist gewissermassen ausser der Reihe. Der reguläre Fall, den ich für heute vorgesehen hatte, muss noch eine Woche warten, denn dieser Fall hier von gestern morgen passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.
Die Hauszahnärztin kommt nicht bis nach apikal und überweist.
Der Zahnfilm lässt Besonderheiten vermuten.

Das DVT bringt Klarheit.

Ein apikaler Split.
In der Tiefe verborgen.
Da nützt auch das Dentalmikroskop nichts. Die Mikrotrepanationsöffnung, der Teleskopversorgung geschuldet, erschwert die Situation zusätzlich.
Um so erfreulicher gelingt mit entsprechender Vorgehensweise die Penetration beider Kanäle bis zum Apex. In der ersten Sitzung kann der bukkale Kanal vollständig auf Arbeitslänge aufbereitet werden, in der zweiten Sitzung soll nun der linguale Kanal folgen. Ich bin zuversichtlich, die eigentlichen Schwierigkeiten sind schon überwunden und freue mich auf den Fall.
Tipp des Tages?
Welchen Kanal zuerst aufbereiten?
Das würde ich von der Art der maschinellen Aufbereitung abhängig machen.
Vollrotierende NiTi´s ? Dann würde ich mit dem schwieriger zugänglichen Kanal anfangen. Wir arbeiten mit reziproken Instrumenten. Da ist es ganz klar zuerst der leichter zugängliche Kanal.
Die Patientin erscheint zur zweiten Sitzung. Mit minimal beweglicher Telekopkrone. Der Zahn ist frakturiert. Auf Gingivaniveau. Ferrule ? Für eine Teleskopkrone zu wenig auf Dauer.
Schweren Herzen räumen wir unseren Behandlungsplatz wieder auf und ich schreibe einen Arztbrief an die Überweiserin, in der ich für die Extraktion des Zahnes plädiere.
Es gibt schönere Montagmorgen, unsere Zahnmedizin betreffend.
Immerhin. Ist es nicht toll, dass wir durch diese schmale Öffnung, wie im Foto zu sehen, in der Lage waren, zwei voneinander getrennte Wurzelkanäle zu behandeln ?
Unterfüllt & überextendiert
von Jörg Schröder
Unterfüllt und überextendiert? Für mich war das in den Anfängen meiner endodontischen Tätigkeit unverständlich und ein Widerspruch.
Hier ein schönes Beispiel. Zahn 12 wurde alio loco endodontisch versorgt. Der Zahn zeigte auch noch mehr als einem Jahr nach der Obturation klinische Symptome und eine periapikale Pathologie.
Die Obturation erscheint länger als die Aussenkontur der Wurzel.
Die Entfernung der Wurzelfüllmasse erfolgte in bewährter Weise. Nach Abtragen der Guttapercha im oberen Kanaldrittel mittels glattem Ultraschallansatz (ET 25 von Acteon) wurde die Guttapercha mit einer Hedströmfeile ISO 20 unter endometrischer Kontrolle bis zur Anzeige 0,0 eingebracht. Anschliessend wird die jeweils nächst größere Hedströmfeile in beschriebener Weise eingebracht. Bei ISO 35 war es dann soweit: Die Guttapercha liess sich vollständig entfernen. Auch der von der Immunabwehr schon deutlich glattgeputzte periapikal gelegenen Teil konnte so entfernt werden.
Wichtig ist das allmähliche Größerwerden der Hedströmfeilendurchmesser und das Einbringen bis zur Endometrieanzeige 0,0. Bleibt man kürzer, besteht die Gefahr, dass das periapkale Teil abschert und nach periapikal verbracht wird. Die maschinelle Entfernung birgt die Gefahr der apikalen Extrusion.
Beim „Apical Gauging“ wurden die apikalen Dimensionen klar: das apikale Foramen wies einen Querschnitt von ISO 60 auf. Dass die zu klein dimensionierte Guttapercha hier den Weg über das Foramen hinaus nahm, lag auf der Hand.
Und so nahm das Schicksal bei der endodontischen Erstversorgung dieses im Allgemeinen als „einfach“ bezeichneten Zahnes seinen Lauf.
BZÄK widerspricht der WHO
Und hier die Antwort der BZÄK
Bundeszahnärztekammer widerspricht der WHO
Die Bundeszahnärztekammer weist die pauschale Empfehlung der WHO, wegen der Corona-Pandemie auf nicht dringende Zahnbehandlungen zu verzichten, zurück. Sie sieht die Praxen in Deutschland in Sachen Infektionsschutz hervorragend aufgestellt.
Die WHO-Empfehlung sei nicht für alle Länder und alle Infektionslagen weltweit gemeint. Diese globale Empfehlung müsse für die Situation in Deutschland interpretiert werden, meint die Bundeszahnärztekammer (BZÄK). Sie verweist darauf, dass die aktuelle Ausbreitungssituation von Covid-19 in Brasilien, den USA oder afrikanischen Staaten eben nicht mit Deutschland vergleichbar sei.
„In Deutschland haben wir die Infektionsrate aktuell immer noch niedrig, vor allem im Vergleich zu anderen Staaten. Zudem haben wir eigene offizielle nationale Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung. Entscheidend sind jedoch auch die hiesigen strengen Hygienevorschriften und die moderne Praxisausstattung: die deutsche Zahnmedizin ist im Bereich Hygiene hervorragend aufgestellt“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.
Engel meint: „Es ist schwierig, für 193 unterschiedliche Staaten auf der Welt mit sehr ungleichen Gesundheits- und Politiksystemen pauschale Empfehlungen abzugeben. Ein differenziertes Vorgehen und Vorsicht hingegen sind hilfreich, ebenso wie hohe Hygienestandards.“
Umfassende Hygienemaßnahmen schützen
Das zahnärztliche Behandlungsteam unterliegt laut BZÄK in Deutschland generell besonders strengen Hygienevorschriften. Die Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan und Hygieneleitfaden sowie in den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI festgehalten. Das trage zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei.
Die BZÄK verweist darauf, dass Erkenntnisse aus Wuhan (China), Italien, Südkorea und bisher vorliegende Berichte aus Deutschland zeigen würden, dass die Zahnmedizin keine Infektionen weiterverbreite. Es bestehe auch kein erhöhtes Risiko für Infektionen für Patienten, Behandler und Team, wenn diese ihre persönliche Standard-Schutzausrüstung korrekt nutzen.
Den Infektionsschutz lassen sich die Zahnärzte laut BZÄK einiges kosten. Rund 70.000 Euro hat eine Zahnarztpraxis in Deutschland im Jahr 2016 im Durchschnitt insgesamt für Hygiene ausgegeben. Das sei das Zehnfache einer Hausarztpraxis, teilte die BZÄK unter Verweis auf eine wissenschaftliche Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) mit.
Zum Gesundheitsschutz von Patienten und Mitarbeitern seien in diesem Jahr in den Zahnarzt-Praxen die Vorkehrungen überall weiter aufgestockt worden, um einer Übertragung mit SARS-CoV-2 vorzubeugen. Zudem beobachtet die BZÄK über eine Meldungsmöglichkeit bei Infektionen für zahnärztliche Praxen das dortige Infektionsgeschehen.
Geschützt: 1 Frage – 3 Antworten – Komplexer Fall im Rö-Bild Teil II
1 Frage – 3 Antworten – Komplexer Fall im Rö-Bild (Teil 1)
Wieder ein Fall aus der Praxis aus der WURZELSPITZE Plus – Beitragsreihe 1 Frage – 3 Antworten.
Nachfolgend das Schreiben einer Patientin als Reaktion auf unsere Rechnung, bei der die Positionen Ä1 (3,5x), Ä5 und Ä5000 angesetzt wurden.

Zu den Hintergründen: Laut Anamnese: 64-jährige Patientin; leitende Oberstaatsanwältin
Überweisung durch Hauszahnarzt mit Bitte um Beurteilung des Zahnes 46 bei Zustand nach endodontischer Behandlung bei Endodontisten vor 12 Jahren.
Wie damit umgehen ?
Bitte nutzt die Kommentar-Funktion für eure Vorschläge in der Sache.
Unsere Antworten gibt es am Samstag.
Eilmeldung WHO – Empfehlung Zahnarztbesuch
Jetzt hat die Corona- Krise, wirtschaftlich betrachtet, nun auch offiziell die Zahnarztpraxen erreicht. Die Schonzeit ist vorbei.
Genf (AFP) – Um einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Verzicht auf Zahnarztbesuche aufgerufen, die der reinen Vorsorge dienen. In am Dienstag veröffentlichten Richtlinien der WHO für Zahnarztpraxen heißt es, Routine-Untersuchungen, professionelle Zahnreinigungen und Prophylaxe-Behandlungen sollten verschoben werden, bis die Corona-Übertragungsrate „ausreichend“ gesunken sei. Aufgrund der Übertragung des neuartigen Coronavirus über sogenannte Aerosole, winzige Spucketröpfchen in der Luft, seien Zahnärzte besonders infektionsgefährdet.
Auch Zahnbehandlungen aus kosmetischen Gründen sollten bis auf weiteres ausgesetzt werden, empfahl die WHO. Beibehalten werden sollten jedoch weiterhin dringende Zahnbehandlungen etwa bei starken Zahnschmerzen sowie Behandlungen, die der Bewahrung der Oralfunktionen und der Lebensqualität von Patienten dienten, betonte die Organisation weiter. Nach Möglichkeit sollten Zahnärzte ihre Patienten vor der Behandlung per Telefon- oder Live-Schaltung diagnostizieren.
Zahnärzte seien einem besonders hohen Corona-Infektionsrisiko ausgesetzt und könnten im Falle einer Infektion auch selbst das Virus leicht an ihre Patienten übertragen, warnte die WHO. Das Personal in Zahnarztpraxen arbeite „über einen längeren Zeitraum sehr nah an den Gesichtern der Patienten“ und gerate in Kontakt mit deren Speichel, Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
Der WHO-Direktor für Zahnmedizin, Benoît Varenne, sagte vor Journalisten, in 75 Prozent der WHO-Mitgliedstaaten sei die zahnmedizinische Versorgung aufgrund der Corona-Pandemie eingeschränkt oder ganz zum Erliegen gekommen. Dabei litten Schätzungen zufolge 3,5 Milliarden Menschen weltweit unter zahnmedizinischen Erkrankungen. Wichtig sei, dass Zahnärzte während der Pandemie ausreichend mit Schutzbekleidung und -material ausgestattet seien, betonte er.
Hier noch eine englischsprachige Quelle, die diese Meldung ebenfalls aufgreift:
Ergonomie Instrumentenhalter
Für mich einer der wichtigsten Punkte in der Behandlung – das Ablegen, bzw. Abnehmen der Instrumente und Geräte.
Insbesondere aus der 12 und 11 Uhr Position. Das Cart der Behandlungseinheit hat sich bei uns nicht als Ablage bewährt, da es nur von einer Seite erreichbar ist.
Auf der Assistenzseite ist ebenso die Einschränkung der einseitigen Erreichbarkeit. Insbesondere, wenn man in 6 Handtechnik behandelt.
Deshalb haben wir auf den Schwebetisch gesetzt. Auf dem über dem Patienten „schwebenden“ Tisch können wir alle Instrument ablegen. Dieser ist in Griffweite von jeder Assistenz und dem Behandler. Allerdings sind Geräte, wie Endomotor, Ultraschallhandstücke, WF Handstücke und ggf. auch Polymeristationslampen nur zusätzlich auf den Instrumenten ablegbar. Das wird schnell unübersichtlich und die Absturzgefahr steigt erheblich.
Deshalb habe ich über Varianten zur Befestigung am Schwebetisch nachgedacht.
Bisher hatten wir mit Winkeln kleine Halter von NSK angebracht. Diese waren allerdings nur für wenige Instrumente brauchbar, da es unterschiedliche Durchmesser gibt.
Dazu kommt noch das Baumarktbastel-Aussehen.
Mit dem Einführen des 3D Drucks in unsere Praxis konnten wir da schrittweise Veränderungen einführen. Noch ist die Umsetzung in der Testphase. Aber es hat unsere Behandlungsergonomie so bereichert, daß ich es hier kurz vorstellen möchte.
Zuvor noch einige Hinweise.
Der Umgang mit dem 3D Drucker erinnert mich sehr an die Anfangszeit mit dem Mikroskop. Es ist eine zeitlang frustran. Man muss sich einarbeiten und es gelingt nichts von selbst. Es gibt kaum Vorlagen und alles muss selbst konstruiert werden.
Egal, welcher Drucker, man muss Zeit investieren und sich mit der Materie auseinander setzen.
Hier nun einige Impressionen.
Geschützt: Wirtschaftlichkeitsprüfung (Teil 4) Das VITE – Interstellar – Schwarzes Loch – Paradoxon
5 mal Anatomie (3)
Der heute 31 jährige Patient wurde am 18. Dezember 2019 wegen Schmerzen an Zahn 37 überwiesen, nachdem die initial eingeleitete Wurzelkanalbehandlung bei der Hauszahnärztin keine Besserung brachte und die vorhandene Fistel sich als therapieresistent erwies.
Im prätherapeutischen Röntgenbild imponierte vor allem die ausgeprägte apikale Knochendestruktion. Das 3D- Röntgenbild zeigt die wahren Ausmaße, vor allem jedoch offenbarte es die Existenz eines Middle Mesial Kanals in der vorderen Wurzel.
Sitzung 1 initiale Wurzelkanalaufbereitung, Ledermix,
Sitzung 2 vollständige Aufbereitung, Metapex, 16 Wochen Liegedauer am 03.03.2020.
Am 29.06.2020 Verlaufskontrolle. Die Knochendestruktion erscheint rückläufig, aber immer noch sehr groß. Wie stets nun die Gretchenfrage. Weiter zuwarten mit Med- Wechsel, Abfüllen und hoffen , is noch immer alles gutgegange“ oder – Option 3 – DVT zur genauen Klärung des Heilungszustandes.
Der sehr kritische Patient, eher der Fraktion, das Glas ist maximal halbleer und zum Lachen, wenn überhaupt, gehe ich in den Keller, zuzuordnen, votete für die 3D Nachschau- Variante. Ich war froh drum, hatte ich doch wenig Lust, im Falle eines WF-Misserfolges dem Patienten den Sachverhalt ausgiebigst erörtern zu müssen.
Die Verlaufskontrolle zeigte – im Gegensatz zum 2D- Röntgenbild – eine schon weit fortgeschrittene knöcherne Konsolidierung, insbesondere die deutlich Trabekelbildung stimmt zuversichtlich, dass eine durchzuführende Wurzelkanalfüllung einer weiteren Ausheilung nicht im Wege steht.
Am 02.07.2020 erfolgte die Wurzelkanalfüllung. Während die orthograde WF- Kontrolle die anatomischen Eigenheiten nicht angemessen wiedergibt und den Eindruck eines vom Phänotyp eher profanen UK – Molaren vermittelt, zeigt die mesioexzentrische Aufnahme die 3 Wurzelkanäle in der mesialen Wurzel und die weite Ausdehnung der Wurzelkanalfüllung in der distalen Wurzel.


Alternativlos
von Jörg Schröder
Nach langem Überlegen hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Therapieoptionen erschien mir vor Behandlungsbeginn und erscheint mir auch nach dem ersten Recall die nachfolgend dargestellte Behandlung praktisch alternativlos zu sein.
Nach einem in der Schule erlittenen Frontzahntrauma ( im Rahmen des Werkunterrichtes wurden Steine mit dem Hammer zerkleinert, Augenschutz war vorhanden, eine Gesichtsschutz fehlte) war es beim 8-jährigen Patienten zu einer klinisch in ihrem vollen Umfang nicht klar zu diagnostizierenden komplizierten Kronen-Wurzelfraktur gekommen.
Theoretisch kommen Milchzahntranplantation, Prämolarentransplantation, KFO-Lückenschluss und Offenhalten der Lücke mit späterer Versorgung mittels einflügeliger Klebebrücke als Möglichkeiten in Frage. Unter Berücksichtigung der Compliance der Eltern und die des jungen Patienten und den Chancen, die die hier gezeigte Behandlung bietet, bestand für mich kein Zweifel am Vorgehen. Option 1 und 2 sind in Berlin leider aufgrund fehlender geeigneter und versierter Verhandler nicht erfolgversprechend umsetzbar. Die Reise zu einem Zahnunfallzentrum ist für die Eltern nicht vorstellbar. Der KFO-Lückenschluss kann immer noch erfolgen und auch die prothetische Option läuft nicht weg.
4 Wochen nach der alio loco erfolgten Erstversorgung (labile und palatinale Fragmentfixierung mittels Komposit) erfolgte die Erstvorstellung in unserer Praxis.
Elektrische und thermische Sensibilitätsprüfung waren positiv. Der Zahn war moderat perkussionsempfindlich. Eine erhöhte Mobilität bestand nicht.
Angesichts der vitalen Pulpa des 8 jährigen Patienten galt es für mich diese möglichst vital zu erhalten, um ein Voranschreiten von Wurzellängen- und dickenwachstum möglich zu machen. Um die angestrebte Pulpotomie durchzuführen, war die Entfernung des Fragments unabdingbar. Daraus folgte, dass die relative Trockenlegung so ausreichend gestaltet werden musste, dass sowohl die Pulpotomie, als auch das Reattachment flüssigkeitsfrei durchgeführt werden konnte. Das präoperativ angefertigte DVT war bei der Einschätzung sehr hilfreich, ob die oben genannten Umgebungsbedingungen geschaffen werden könnten.
Nach mehr als ausführlicher Erläuterung der in Frage kommenden Behandlungsoptionen wurde die Behandlung einzeitig durchgeführt.
Dass die überweisende Kollegin der Behandlung beiwohnte stellte sich im Verlauf als mehr als günstig heraus, da neben einer sterilen Assistenz und der unstetigen Mitarbeiterin im Hintergrund eine weitere sterile Hand benötigt wurde, um sowohl die Pulpotomie als auch das Reattachment unter dem Mikroskop durchführen zu können. So war ein zeitgleiches Abhalten des grazilen Mukoperiostlappens und das Abmischen des zur Pulpotomie eingesetzten Materials – hier MTA Angelus – zu realisieren.
Müßig zu erwähnen, dass eine der besonderen Herausforderungen darin bestand, den kleinen Patienten gut durch die Behandlung zu führen und jede gewonnene Minute eine entscheidende sein könnte.
Mittels einer FACE-Lampe von W&H (Fluoresence-Aided-Caries-Excaation)- eine Methode, die von Dr. Thomas Connert vom Zahnunfallzentrum in Basel mitentwickelt wurde- konnte das bei er Erstbehandlung benutzte Flow-Kompost visualisiert und nachfolgend mittels rotierender Instrumente zum Großteil entfernt werden. Um die Zahnsubstanz maximal zu erhalten, wurde ein Heidemannspatel in den inzisal befindlichen Spalt eingesetzt und das Fragment auf diese Weise mobilisiert.
Nach chirurgischer Darstellung erfolgte die Entfernung der koronalen 2mm des apikal vorhandenen Pulpagewebes mittels diamantiertem hochtourig drehendem zylindrischem Instrument. Die Abdeckung der Pulpa erfolgte mit MTA Angelus. Darüber wurde eine Schicht Ultrablend gelegt.
Nachdem dies geschehen war, konnte nunmehr das bis dahin in steriler Kochsalzlösung geparkte Fragment vorbereitet werden. Das im Fragment vorhanden Pulpagewebe wurde mit einem Exkavator entfernt und der Hohlraum nach Konditionierung mit OptiBond FL mittels Flowkomposit so weit aufgefüllt, dass eher ein Unterschuss bestand, um das Reattachment nicht zu erschweren.
Die Wiederbefestigung erfolgte mittels RelyX Unicem, nachdem auch die Zahnhartsubstanz im Mund entsprechend für die Adhäsivtechnik vorbereitet worden war.
Nach Beseitigung der Überschüsse erfolgte die Lichthärtung und der Nahtverschluss. Okklusionskontrolle und Politur stellten den Abschluss dar.
Die erste Nachkontrolle lässt eine Dickenzunahme der Wurzel erkennen. Eine Sensibilitätsprüfung ist aufgrund der tiefen Lage der Pulpotomie nicht möglich, sodass die Beurteilung der Situation bei fehlender klinischer Symptomatik per Einzelbild erfolgte.
Es wird spannend sein, wie sich die Situation weiterhin entwickelt.
Ich habe die Zukunft der Medizin gesehen….
Samstag Abend. 22 Uhr 10.
Das Telefon klingelt und das verheißt nichts Gutes.
Der Schwiegervater, fast 89, Colon CA, Lebermetastasen, nach Tumorresektion ohne nachfolgende weitere Chemotherapie seit ein paar Monaten zu Hause und immer schwächer werdend, ist im Bad beim Zähneputzen gestürzt.
Wir treffen 25 Minuten später ein. Der Rettungswagen ist da, der Schwiegervater wird in den Stuhl gehieft, seine rechte Seite, Arm, Bein, Mundwinkel hängt.
Ab ins Krankenhaus.
Notaufnahme.
Warten.
Es wird geröntgt, immerhin nix gebrochen.
Es empfängt uns eine Ärztin, dem Kittelschild nach Anästhesistin. Mit unverkennbarem osteuropäischen Akzent, aber immerhin einigermaßen verständlich.
Irgendwann dreht sie eine an der Wand weit oben hängende Kamera „Modell Überwachungskamera“ an unten.
Wir werden jetzt den Tele – Neurologen zuschalten aus Heidelberg. Wir fragen nach. „Nein, einen Neurologen vor Ort gibt es nicht. Der kommt am Wochenende nur tagsüber morgens irgendwann vorbei. Dafür gibt es jetzt die Tele-Diagnose. Aber im anderen Krankenhaus der Stadt ist das auch nicht anders, da gibt es auch keinen Neurologen vor Ort.“
Aha.
Ich betrachte die Technik, die gewisse Schwierigkeiten hat, überhaupt in Gang zu kommen. Nach High Tech sieht das nicht unbedingt aus, die Kamera betreffend, 4K vermutlich nicht, aber lassen wir uns überraschen.
Der Patient ist 5 Meter weg, ich hoffe auf die Zoom- Funktion.
Irgendwann klingelt es kurz, dann erscheint eine weibliche Gestalt am Bildschirm. Leicht unscharf, das Bild in etwa so, wie es die Physiognomie des Kameragehäuses schon vermuten ließ.
Dafür ertönt die Stimme aus dem Lautsprecher, scharf, zackig und laut verzerrt wie aus einem Trichterhornlautsprecher auf einem DEUTSCHEN Bahnhofsgleis aus der Dampflok-Ära. Der Schwiegervater, natürlich von der Situation vollkommen überfordert, zuckt sichtbar zusammen. „Warum sind sie denn so grantig zu mir“, sagt er. Vor ihm, auf seinen Brustkorb gelegt, liegt ein schwarzes Prisma, etwas mehr als Streichholzschachtel groß, das Mikrophon, wie sich jetzt herausstellt.
Der Schwiegervater ist schwach, seine Sprache leise, das auf dem Sternum ruhende Mikrofon nicht ausreichend, die Ärztin versteht ihn nicht, er soll sich aufrichten, was ihm auch mit Hilfe kaum möglich ist. Wir soufflieren.
Dennoch ist der Informationsverlust offensichtlich erheblich. Zudem gibt es auch noch mehrmals übertragungsbedingte Aussetzer der Audiokommunikation.
Alles in allem lässt sich am lebenden Objekt durchgeführt konstatieren, dass die kürzlich medial lautstark geäußerte Euphorie der Landes-Gesundheitsministerin, die Telemedizin betreffend, den Alltagstest nicht standhält. Eine gescheite Diagnostik ist SO nicht möglich. Punkt. Wie traurig ist DAS. DAS soll der Fortschritt und die Lösung unserer Probleme sein ???
Die Situation des Schwiegervaters hat sich zwischenzeitlich etwas gebessert. Er kann jetzt leidlich den rechten Arm und das rechte Bein wieder bewegen, die Neurologin entscheidet daher, dass es sich nicht um einen Schlaganfall handelt, im CT sei nichts zu erkennen. Sie vermutet einen epileptischen Anfall, es sollen krampflösende Mittel gegeben werden. Weiterhin soll ein Ultraschall vom Hals und Kopf gemacht werden.
Ihre Annahme steht im Gegensatz zur Aussage des Radiologen, der, wie wir im Nachhinein erfahren, auch nicht vor Ort ist, sondern via Internet kontaktiert wird, unsere fachfremde Einschätzung teilt und ebenfalls für einen Schlaganfall plädiert. Das erfahren wir aber alles erst später, ebenso wie die Tatsache, dass die Ärztin aus Osteuropa erst 3 Monate im Haus ist.
Das Ultraschall-Gerät wird hereingerollt.
Ein guter alter Bekannter, das bewährte „Apollo 11“ – Gerät, mit dem schon meine Mutter vor 3 Jahren im gleichen Krankenhaus als Notfall untersucht wurde. Ich taufte es damals Apollo 11, weil es vermutlich schon als Erstausrüstung bei der ersten Mondlandung an Bord der Eagle-Mondfähre war, zumindest erinnert mich die Bildqualität an die Fernsehübertragung des Ereignisses, wie ich es als 6 Jähriger live erlebt hatte.
Kleines Detail am Rande. Das laminierte Schild auf der Rückseite der „Bildröhre“ weist darauf hin, daß der Monitor nur mit reinem Wasser abgerieben werden darf. Kontaminationsprophylaxe sieht IMHO anders aus. Auch die Reinigungsfähigkeit des Geräte- Interfaces mit seinen zahlreichen Knöpfen und Schaltern erscheint mir suboptimal, insbesondere im Hinblick auf den hektischen Alltag einer Notaufnahme. Dafür fällt mein Blick auf den MRSA -Prüfbogen, der offen herum liegt. Länger als 3 Tage Patient im Krankenhaus in den letzten 12 Monaten, ich hake im Stillen für den Schweigervater als gesetzt ab, dann sollte ein Screening, unter anderem mit rektaler Probeentnahme erfolgen. Sollte ich die Ärztin darauf hinweisen ? Ich schaue in das verängstigte Gesicht des Schwiegervaters und versuche, in mich zu gehen, ein besserer Mensch zu sein und kompetente Medizinprofis nicht darauf hinzuweisen, wie sie ihren Job zu machen haben. Ich schweige. Der Schwiegervater wird es mir danken, wenn ich ihm später zu der vorgesehenen Maßnahme befrage, da bin ich zuversichtlich.
Die Ärztin erscheint, ihre SEHR kindliche Erscheinung und die asiatische Klangfarbe ihrer Stimme bildet einen deutlichen Kontrapunkt zum Auftritt ihrer Vorgängerin. Ich fühle mich zu beidem gleichermassen wenig hingezogen, kann demnach ganz neutral urteilen und verbuche dementsprechend lediglich, das die Dame mit dem Ultraschall deutlich schlechter zu verstehen ist als die Anästhesistin. Nummer 1 die Audiokommunikation betreffend, ist immer noch der Weimarer Republik – Trichterhornlautsprecher. Sage noch mal einer etwas gegen die Telemedizin.
Im Rettungswagen wurde eine Infusion gelegt. Vergeblich.
Jetzt ein weiterer Versuch.
Für den Schwiegervater eine Qual. Ich bin froh, das es jetzt schnell und unkompliziert gelingt.
Plaster drauf zur Fixation der Kanüle, alles gut.
Merkwürdig, allerdings, die Infusion wird nicht laufen gelassen.
Susanne und ich sind ratlos.
Sollte man nicht schnellstmöglich mit der Infusion starten, damit diese nicht wieder ein Weiteres mal zugeht?
Die fernöstliche Sonographistin betritt das Behandlungszimmer. Ich frage nach.
Sie schaut kurz.
„Die Infusion läuft nicht. Man müsse noch einmal legen. Später.“ Ein dritter Versuch also, eine Infusion zu legen. Der „Infusionszugangsleger“ hatte offensichtlich erkannt, dass es nicht möglich war, einen Zugang zu legen und daher die Infusion nicht laufen gelassen. Also mal so getan als ob. Buche ich nicht als vertrauensbildende Maßnahme, behalte meine Einschätzung aber für mich.
Jetzt wird geschallt.
Hals und Kopf sind unauffällig. Jetzt noch das Herz. Aber die Bildqualität des Gerätes ist in den letzten 3 Jahren nicht von Zauberhand besser geworden. Das Herz ist nur als schlagender Schatten zu erahnen. Eigentlich ist wirklich nichts zu erkennen. Absolut nichts. Dagegen war der lunare Fussabdruck von Neil Armstrong knackscharf. Oder die Vergrößerungen der Schwarz Weiss- Fotografien aus dem Film Klassiker Blow Up, die einen Mörder überführen sollen. Schaut den Film, dann wisst ihr, WIE SCHLECHT dieses Gerät hier ist.

Die Ärztin bricht die Untersuchung ab. Man müsse am Montag mit einem besseren Gerät das Ganze noch einmal versuchen. SO sieht Notaufnahme aus. Weiterhin wird beschlossen, auch das Infundieren zu verschieben, Frau geht hier vor Ort davon aus, das hier doch kein epileptischer Krampfanfall vorliegt.
Liegt also vielleicht doch ein Apoplex vor, der nach Ansicht der Tele-Neurologin nicht existiert ? Wir können sie nicht fragen, der Bildschirm ist längst wieder dunkel. Die Beschwerdeproblematik war zwischenzeitlich wieder schlechter geworden, Arm, Bein und Mundwinkel hängen wieder stärker. Irgendwie ist auffällig, dass der Befund immer dann stärker wird, wenn der Patient aufrecht ist, im Liegen scheint er sich etwas zu erholen. Ich frage, ob man nicht angesichts der Symptomatik vorsorglich eine Lyse durchführen solle. Dies wird verneint, solange kein Blut Clot nachgewiesen sei, würde man dies nicht tun.
Der Patient wird auf die Stroke Unit verlegt, zur BEOBACHTUNG.
Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass in der Tat (so wie man es von der Symptomatik her laienhaft hatte vermuten können) ein Schlaganfall vorliegt.
Eine Therapie wird eingeleitet.
Inwieweit die verstrichene Zeit sich als heilungshemmend erweisen wird, kann nur vermutet werden. Aber – Die in der eigenen Familie erfahrenen Leuchtturmprojekte der Medizin- Zukunft lassen mich Angst und bange werden.
Ich zitiere Heinrich Heine: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, werd ich um den Schlaf gebracht.“
Telemedizin I: Video-Arzt kommt per Roboter ans Krankenbett
Vor ein paar Wochen fand ich den nachfolgenden Artikel mit oben aufgeführter Schlagzeile.
Schöne begehrenswerte neue Welt, die zehntausenden Patienten jährlich helfen wird ?
Ich bin skeptisch, denn meine Erfahrungen, über die in in einem eigenen Betrag berichte, sind leider ganz andere.
Telemedizin: Video-Arzt kommt per Roboter ans Krankenbett
Intensivpatienten haben oft mit erheblichen Folgen der Behandlung zu kämpfen. Das gilt vor allem für jene, die künstlich beatmet werden. ERIC kann helfen. Zehntausenden Patienten könnte das Projekt Verbesserungen bringen.
ERIC, eigentlich „Enhanced Recovery after Intensive Care“, ist ein Innovationsfondsprojekt, das die Langzeitfolgen einer intensivmedizinischen Behandlung verringern soll. Im Mittelpunkt steht dabei eine E-Health-Plattform für tägliche Televisiten, über die Ärzte und Pflegekräfte standortunabhängig kommunizieren können.
25 Visitenroboter auf zwölf Intensivstationen im Einsatz
In einem Video auf der Charité-Webseite wird gezeigt, wie ERIC funktioniert. Über einen beweglichen Monitor auf einem fahrbaren Roboter kann sich der Spezialist aus der Projektzentrale in die Situation am Krankenbett einklinken. Er kann sowohl mit den Ärzten und Pflegern sprechen, als auch mit dem Patienten, sofern dieser ansprechbar ist. Per Video- und Zoomfunktion ist sogar der Blick auf die Pupillen des Erkrankten möglich. Eingeschätzt wird der Zustand des Kranken außerdem anhand von Indikatoren, entwickelt von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.
Angeschlossen an das Projekt sind zwölf Intensivstationen, 25 Visitenroboter sind im Einsatz. Die zentrale Plattform, die Tele-ICU, befindet sich in der Charité. Über sie finden tägliche Televisiten statt, Intensivkonferenzen sowie Abstimmungen zwischen ICU und Verbundkliniken. Thematisiert werden nicht nur akute Fragen, sondern auch, welche Rehamaßnahmen ggf. erforderlich werden. Rund um die Uhr gibt es eine Rufbereitschaft für kritische Fälle.
Wie Professor Dr. Claudia Spies, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Charité, berichtete, zeigen vier von zehn beatmeten Patienten drei Monate nach Entlassung kognitive Beeinträchtigungen, jeder dritte beschreibt Depressionen, 7 % leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, jeder vierte hat Probleme bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben.
Wichtig seien hier evidenzbasierte Versorgungsstrategien, so die Projektleiterin. Es seien auch „Katalysatoren für Wissen zu generieren“, damit neue Erkenntnisse für Kliniker außerhalb des universitären Betriebs schneller verfügbar werden. ERIC und die Telemedizin seien solche Wissenskatalysatoren.
In dem 2017 gestarteten und vom Innovationsfonds mit 6,8 Mio. Euro geförderten Projekt wurden bis März 1500 Patienten betreut. Beteiligt waren zwölf Intensivstationen in Berliner und Brandenburger Krankenhäusern. Eine Langzeituntersuchung mit 800 Patienten (siehe Kasten) soll Ende Oktober 2020 abgeschlossen sein. Die ERIC-Endergebnisse sind für Ende des Jahres angekündigt.
Hausärzte beobachten die Langzeitfolgen der Intensivbehandlung
An das im März beendete ERIC-Projekt schließt sich ein Langzeitbeobachtung von 800 Patienten an. Nachbehandelnde Hausärzte in Berlin und Brandenburg wurden eingeladen, sich daran zu beteiligen – Rücklaufquote: über 70 %.
Dr. Irmgard Landgraf, Hausärztin und Lehrärztin der Charité für das Fach Allgemeinmedizin, war bereits in die ERIC-Planungsgruppe einbezogen. Sie berichtet: Viele Patienten haben nach ihrer Rückkehr von der Intensivstation erhebliche gesundheitliche und psychische Einschränkungen und kommen im Alltag nicht mehr zurecht. Oft bleibe nur das Pflegeheim, verbunden mit persönlichen Dramen. Ziel von ERIC ist es, solche Langzeitfolgen zu verhindern. Hausärzte unterstützen dies, indem sie u.a. drei und sechs Monate nach der Entlassung die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des Patienten mit Fragebogen und Tests wie dem „Timed Up and Go“ erfassen. Dr. Landgraf lobt die sektorenübergreifende Versorgung. Bei ERIC gehe es um Probleme, die Hausärzten auf den Nägeln brennen und die nicht nur Patienten von Intensivstationen wie Coronapatienten, sondern auch viele multimorbide und alte Patienten betreffen.
Lösung für Kliniken in abgelegenen Regionen
Neues Wissen zu COVID-19 sofort standortunabhängig verfügbar – „ohne ERIC und die Versorgungsoption wäre das nicht möglich gewesen“, so Prof. Spies. Der Vorteil des zentralen Hubs sei, dass man jederzeit einen Experten, der in der eigenen Einrichtung fehlt, z.B. ein Neurologe, hinzuholen könne. 30 bis 40 Visiten seien täglich pro Hub möglich, auch in der Nacht.
Bundesweit könnten große Kliniken einen Hub samt Roboter installieren und regionale Netzwerke errichten. Von Vorteil sei das vor allem für entlegene Gegenden mit kleineren Häusern. Die Charité habe die Technik nicht gekauft, sondern Lizenzen hierfür erworben.
„Bestätigen sich die Erfolg versprechenden Erkenntnisse, wünschen wir uns, dass das Projekt bald in die Regelversorgung kommt“, sagt Dr. Mani Rafii, Vorstandsmitglied der Barmer, die das Projekt als Konsortialpartner unterstützt. Kleinere Krankenhäuser könnten so die Expertise hochspezialisierter Zentren nutzen. Davon könnten jährlich Zehntausende Patienten profitieren, vor allem bei komplizierten Verläufen, etwa nach Herzinfarkten, Unfällen und Narkosen.
Quelle: Pressekonferenz Charité, Barmer, G-BA
Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma und MTA -Extrusion – Recall
Von Christoph Kaaden
Hier ist also das nächste Recall zu diesem Fall.
Zwei Jahre nach der Behandlung scheint sich also die Erfahrung von Bernard Bengs und uns zu bestätigen…
trotz unerwünschter Überfüllung steht einer Heilung nichts im Weg.

PS: Leider muss ich bei der Betrachtung der Aufnahme auch feststellen, dass meine Zugangskavität alles andere als optimal war
:-((
Ergonomie – Sensorhalter
In unserer Praxis sind 3 Zahnfilm Röntgengeräte mit Kodak/Carestream Sensoren 6100, 6200 vorhanden. Der älteste Sensor ist von 2006.
Angeblich der erste 6100 -Sensor der in Deutschland verkauft wurde. Bis heute haben wir keinen Kabelbruch erlebt. Nur ein Sensor zeigte ein Wabenmuster und wir nicht mehr eingesetzt.
Wir haben von Anfang an jedes Gerät mit einem Sensor ausgestattet und diesen an dem Gerät mit Kabelhaltern befestigt. Das hat sich sehr gut bewährt.
Allerdings wurden die Sensoren dann immer um den Strahler gewickelt oder hingen einfach herunter. Der Zum Sensor gehörende Halter kann nicht am Röntgengerät,obwohl beides von Kodak/Carestream kommt, befestigt werden.
Mit einem 3D Drucker habe ich mir die Halter gedruckt und kann die Sensoren einfach nach der Verwendung und Desinfektion am Gerät einhängen. Zuvor musste dieser in einem CAD Programm erstellt werden. Das und noch mehr Anwendungen beim nächsten Beitrag.
Es werde Licht !?!
von Nils Widera
In jeder auf Endodontie spezialisierten Praxis gehört das Dentalmikroskop zu den wichtigsten und sicherlich auch unseren Arbeitsalltag am stärksten prägenden Geräten.
Gegenüber den Anfängen vor mehr als 25 Jahren hat in den letzten Jahren die Zahl der Anbieter und Mikroskoptypen enorm zugenommen. So begrüßenswert diese Entwicklung ist, birgt sie auch gewisse Tücken. Die große Auswahl erschwert die Kaufentscheidung. Und nicht alles, was erwerbbar ist, erfüllt zum Schluss die in den Kauf gesetzten Erwartungen.
Es kann also hilfreich sein, auf Erfahrungen anderer Kollegen zurückzugreifen
Das tat ich vor Jahren, als ich meine Zeiss Pico Dentalmirkoskope sukzessive gegen Mikroskope von Carsten Jung ( Flexion ) austauschte. Das zum selben Zeitpunkt auf den Markt gekommene Zeiss Extaro verschmähte ich und diverse Rückmeldungen persönlicher Art oder in Foren lässt mich meine Entscheidung nicht bereuen.
Nun steht der nächste Mikroskopkauf an und ich hatte die Möglichkeit, eine absolute Neuheit, das erste Flexion Twin Mikroskop von Carsten Jung einem Kurztest in unserer Praxis zu unterziehen.
Erster augenfälliger Unterschied. Am Flexion sind im Moment sechs Regler zu bedienen und das klappt problemlos. Am neuen Twin sind es, je nach Ausführung, bis zu acht Regler / Schalter oder Ringe. Aber kein Problem, da die Zuordnung logisch ist.
Ein Hauptschalter ist wie ein den Älteren unter uns vielleicht von den C64 oder Amiga Computer bekannten Joystick ausgelegt ( Bild 1 ) – mir deshalb auf Anhieb nicht unsympathisch. In wieweit dieses Bauteil dem Dauereinsatz standhält, wird sich zeigen, die Funktionalität ist auf jeden Fall gegeben.
Die Optik hat sich nicht verändert, an deren Qualität gab es zumindest bei unseren drei Flexions nichts auszusetzen.
Was also ist neu?
Diverse Filter für verschiedene Arbeitsweisen und eine zweite Blaulicht LED für bessere Karieserkennung. Deshalb Twin. Und hier versteckt sich die vielleicht interessanteste Neuerung: Verzichtet man auf die Blaulicht-LED, kann an Stelle dieser eine zweite „Weißlicht“- LED eingebaut werden. So erreicht man eine Lichtausbeute von 200000 Lux. Klingt beindruckend und zum Vergleich: Eine neue Xenon im Pro Ergo schafft 160000 Lux. Sobald ich hier klinische Fotos habe, werde ich diese nachliefern.
Zweiter Pluspunkt: Eine integrierte LED Anzeige ( Bild 2) die einen über den aktuell gewählten Filter informiert und gleichzeitig einen integrierten Sensor besitzt, mit dem die Kamera ausgelöst werden kann.
Soweit die ersten Eindrücke.
Mein Fazit?
Sicher nicht billig, dafür komplett in Deutschland hergestellt, bietet das Flexion Twin alles, was ich mir von einem Dentalmikrokop wünsche. Wer also über eine Neuanschaffung oder einen Wechsel eines Dentalmikroskopes nachdenkt, dem sei ein Test des Flexion Twin in den eigenen„ vier Wänden“ ans Herz gelegt.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Notdienst Heute, Sonntag 02.08.2020
Die ersten 5 Patienten. Alle Endos.
4 Molaren, ein Prämolar.
Alle schwierig.
3,5 Stunden Arbeit.
Zur Abrechnung kommen: Ä1, 03, vipr, Anästhesie, Rö2, BMF, Trep1
Keine 01. Obwohl jeweils aufwändige Untersuchungen notwendig waren, um die Schmerzursache herauszufinden.
Keine WK, obwohl durchgeführt, keine NITI- Instrumente, obwohl eingesetzt, keine Med, obwohl appliziert, keine Füllungen, obwohl damit die Kavitäten und Defekte nach Kariesexkavationen verschlossen wurden. Vom OP-Mikroskop und Apexlokator will ich gar nicht erst reden.
Kein Arztbrief, obwohl geschrieben, weil er nicht gleichzeitig mit einer Ä1 abgerechnet werden kann, die zur Abrechnung kommt, weil ich eine 01, obwohl durchgeführt, nicht abrechnen darf.
Dieses System ist krank. Pervertiert. Und kein Politiker denkt auch nur eine Sekunde daran, etwas zu ändern.
In München ist vor kurzem ein Kunde vor Gericht gescheitert. Es ging um 900 Euro Kosten für den Schlüsseldienst. Wenige Minuten Arbeit. Rechtskräftig, der Kunde hatte unterschrieben.
Ich kenne keinen Handwerker und schon recht nicht im Rahmen eines Notfalles, der nicht alles, was er an Leistung erbringt, nicht auch in Rechnung stellen darf.
Warum also werden Ärzte und Zahnärzte deutlich schlechter gestellt als Sanitärinstallateure ?
Wie also behandelt unsere Gesellschaft ihre Ärzte und was schliessen wir daraus in Schlussfolgerung ?
Am Ende des Notdienstsonntags, nach 7 (ohne Ausnahme schwierigen) Endos, einer Abzessinzision und ein noch 2 oder 3 kleineren Vorkommnissen stehen exakt 600,63 Euro in der Tagesstatistik. 6,5 Arbeitsstunden ohne Nachbereitung wie Dokumentation etc. , die kommt noch hinzu. Und keine Sekunde Pause zwischen den Behandlungen, Arbeiten NON STOP.
Und 80 Minuten Fahrzeit oben drauf.
Nachtrag 03.08.2020
Einer der Notdienst Endo – Patienten, der sehr ängstliche Patient mit der tiefen Aproximalkaries an Zahn 27, sein Kontrolltermin wäre heute 18 Uhr, steht kurz nach 10 Uhr unangemeldet in der Tür. Er bräuchte eine Krankmeldung. Was denn mit seinen Schmerzen sei ? Die seien Gott sei Dank weg, aber er habe heute abend Spätschicht und er fühle sich irgendwie schwach, er könne unmöglich arbeiten gehen. Als ich die AU verweigere, sinkt seine Laune schlagartig. Er fordert die Unterlagen für den Hauszahnarzt, möchte wissen ob er in den nächsten Tagen wieder Schmerzen bekommen könnte, was er tun solle im Falle eines Falles und vieles mehr. 20 Minuten dauert die Aktion, eine Ä1 steht am Ende auf dem virtuellen Krankenschein.
Spartipp Verbrauchsmaterial 20200728
Ich bin eine treue Seele, was die Verbrauchsmaterialien in unserer Praxis angeht.
Es macht für mich keinen Sinn, sobald ich ein adäquates Material für meine Zwecke gefunden habe, dieses leichtfertig aufzugeben, nur des Anreizes wegen, ein paar Cents einzusparen. Weil der mögliche Kleingewinn, auch wenn er sich im Laufe der Zeit zu etwas Größerem addieren vermag, in der Regel nicht den Ärger rechtfertigt, der sich einstellt, wenn das neue Material nicht das zu leisten vermag, was das bewährte vorgelegt hat.
Aus den vergangenen 3 Jahrzehnten könnte ich eine ganze Reihe von Beispielen treuer Helfer nennen: Ich wäre, solange wir es nutzten, nie auf die Idee gekommen, Impregum gegen ein vermeintlich besseres und kostengünstigeres Abformmaterial einzutauschen, ich verwende seit weit über 20 Jahren das gleiche Composit-Adhäsiv (Scotch Bond MP), kaufe meine Bohrer und Diamanten seit 1993 ausschließlich bei KOMET und was den Mund – Nasen- Schutz in unserer Praxis angeht vertraue ich schon immer auf Coldex.
Dann kam Corona.
Und ich beschloss, unsere Vorräte aufzustocken. Patientenumhänge, Speichelsauger, Handschuhe, Mund- Nasen-Schutz. Bevor alle auf die Idee kämen.
Denn mit dem Virus würde uns – da war ich mir sicher – auch eine Güterverknappung überrollen.
Nur an FFP2- Masken hatte ich in keiner Sekunde gedacht, aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zum Coldex Mund- Nasen-Schutz. Der war Mitte Februar nur in Kleinmengen lieferbar. Ich schaute mich notgedrungen nach Alternativen um. Denn ich wollte – wird ja nicht schlecht und Zinsen auf der Bank gibts ohnehin nicht – idealerweise einen Jahresvorrat mal mindestens anlegen.
So kam ich an die Firma Zhermack. Deutsche Firma, Direktversender. Die lieferten mir, als alle Anderen schon abwinkten angesichts der geforderten Mengen, 50 Packungen. Die Qualität ? Den Coldex MNS gleichwertig, eine Variante sogar subjektiv besser, weil dicker, dichter. Der Preis ? 4 Euro die einen, 4,50 Euro die anderen. Gegenüber 7,50 Euro, die unser Praxis- Mundschutz-Platzhirsch in all den Jahren aufgerufen hatte, dann doch eine Ansage.
Auch meine Assistentinen sind begeistert von den Zhermacks. Gefällt viel besser. Wir bleiben dabei. Auch nach/mit Corona !

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
Kurz berichtet – Apikale Aufhellung in Heilung nach Abszess
Von Christoph Kaaden
Nachdem die apikale Aufhellung an Zahn 46 bei der nachfolgenden 54-jährigen Patientin zu einem submukösem Abszess geführt hatte führten wir nach Abklingen der akuten Symptome eine zweizeitige endodontische Behandlung durch.

Alio loco angefertigtes OPG mit ausgeprägter Aufhellung an Zahn 46

Alio loco angefertigte Einzelaufnahme

Abschlussaufnahme
Sechs Monate nach Abschluss der Therapie ist die Aufhellung bereits deutlich rückläufig:

Alio loco angefertigte Recall-Aufnahme

Prä-op vs- sechs Monate post-op
Von unserer Seite gab es grünes Licht für die Neuanfertigung der mittlerweile stärker lädierten Krone…
Ergonomie
Reden wir mal etwas über Ergonomie.
Zitat Google: Definition Ergonomie. Die Ergonomie (setzt sich zusammen aus ergon = Arbeit, Werk und nomos = Regel, Gesetz) beschreibt in erster Linie die Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit. … Das heißt, wer ergonomisch arbeitet, sorgt nicht nur für eine kleine Wohlfühlatmosphäre, sondern auch für bessere Ergebnisse im Job.
Ergonomie ist ein nicht zu unterschätzender Punkt in der endodontischen Behandlung mit dem Mikroskop. Durch eine ergnomische Arbeitsplatzgestaltung sind längere Arbeitsphasen ohne Ermüdung bei größter Konzentrationsfähigkeit möglich.
In den Anfangszeiten meiner mikroskopischen Tätigkeit (zwischen 2004 und 2005) gab es wenig Ergonomie und führte oftmals zu Frust. In der ersten Woche der Mikroskopnutzung war ich felsenfest überzeugt, meine größte Fehlinvestition mit dem Mikroskopkauf getätigt zu haben. Erst allmählich erschloss sich mir der besondere Nutzen.
Bei aller Freude über das zu Sehende, es fehlten entsprechende Instrumente, die Behandler/Assistenzposition stimmte nicht, die fotografische Dokumentation war nahezu unmöglich und die Lichtverhälnisse waren unausgewogen. Die Assistenz langweilte sich schnell, weil sie nichts erkennen konnte was der Behandler tat – es fehlte die Mitbeobachtung. Aber wir hatten nur unseren Enthusiasmus. Der trieb uns vorwärts.
Die Industrie legte nur allmählich zu. Firmen wie der Spiegelhersteller Röder haben eine Zusammenarbeit mit Zahnärzten gesucht und es sind entsprechend hervorragende Produkte (HR-Front Mundspiegel) entstanden.
Heute sind viele Dinge gelöst. Fotodokumentationssysteme gibt es. Mikroinstrumentarium ist vorhanden und es wurde spezielle Endocarts gebaut.
Lange habe ich überlegt, mir dieses anzuschaffen. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, da der Hersteller meist diese nur in Kleinserie gebaut hat und man auf Gedeih und Verderb an diesen gebunden ist. Zudem wollte ich den Patienten nicht mit der Vielzahl an Geräten im Ersttermin konfrontieren. Deshalb habe ich mir aus einem einfachen Rollwagen ein zusätzliches Cart gebaut und war damit für 4-6Handtechniken in der Assistenz ganz zufrieden. Dieser wird zusätzlich zu einem Cart der Behandlungseinheit genutzt.
Wir arbeiten dazu noch mit einem Schwebetisch über dem Patienten, der aus jeder Position der Assistenz erreichbar ist. Die Behandlerposition ist bei mir immer die 11 Uhr und 12 Uhr Position. Die Assistenz hat Mitbeobachtungsmonitore in 9 Uhr und 12 Uhr Position und einen Mitbeobachtungstubus am Mikroskop.
Am Schwebetisch fehlten mir die notwendigen Ablagen für die verschiedensten Geräte, wie beispielsweise Endohandstücke, Ultraschallhandstücke, kabellose Motoren und Hitzeplugger und Extruder der thermischen WF-Geräte. Diese Instrumente sollten in Greifweite durch die Assistenz oder den Behandlerwerden sicher abgelegt werden können und ebenso problemlos wieder aufgenommen werden können. Von NSK gab es Halter zum Ankleben oder Verschrauben. Damit hatten wir uns lange beholfen. Diese waren jedoch nicht ausreichend in der Anzahl und Größe. Von dem optischen Bastel-Eindruck mal ganz abgesehen.
Hier wollte ich unbedingt Veränderungen haben. Wir haben aber industriemäßig keine brauchbare Lösung finden können.
In den letzten Jahren kamen zunehmend 3D-Drucker in das Blickfeld der Privatanwender.
Ha-Wi gab mir dann den letzten Impuls, solch ein Gerät anzuschaffen.
Im nächsten Beitrag dann mehr darüber…
Dentsply Sirona nimmt nicht an der IDS im März 2021 teil
Das sind die ersten, etliche andere werden folgen….
Dentsply Sirona nimmt nicht an der IDS im März 2021 teil
Dentsply Sirona hat nach intensiven Diskussionen und nach Abwägung aller Faktoren für Kunden und Mitarbeiter entschieden, von einer Teilnahme an der International Dental Show (IDS) vom 9. bis 13. März 2021 in Köln abzusehen. Dies gilt auch für die Dentsply Sirona Marken VDW, MIS und Zhermack. Nach heutiger Einschätzung werden die zu erwartenden Einschränkungen aufgrund der COVID-19 Pandemie eine Beratungsnähe und -intensität, wie Dentsply Sirona und deren Kunden sie kennen und schätzen, mit großer Wahrscheinlichkeit im März 2021 nicht zulassen.
Insbesondere würden unter diesen Rahmenbedingungen Kundengespräche, Interaktionen und Beratung nicht die gewohnte Qualität haben. Durch die Reiseauflagen werden zudem nach Einschätzung von Dentsply Sirona deutlich weniger nationale und vor allem internationale Kunden die IDS besuchen. Grundsätzlich stellt das Unternehmen die Sicherheit der Kunden und Mitarbeiter an erste Stelle bei allen Entscheidungen.
Walter Petersohn, Chief Commercial Officer von Dentsply Sirona, sagte: „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen. Aber vieles, was die IDS und ihre ganz besondere Dynamik ausmacht, sehen wir im März 2021 aufgrund der zu erwartenden Corona-Auflagen leider nicht gewährleistet. Wir würden unseren Kunden und Besuchern zu diesem Zeitpunkt ihr gewohntes Messe-Erlebnis nicht bieten können. Gleiches gilt für die qualitativen Erwartungen unserer Kunden an Dentsply Sirona. Wir sind uns aber sicher, dass sich die Umstände wieder ändern werden und freuen uns daher schon jetzt auf unsere Teilnahme an der nächsten IDS.“
Quelle: Dentsply Sirona
Erster Tag nach dem Urlaub
Der erste Arbeitstag nach unserem Sommerurlaub.
Fast 3 Wochen habe ich nicht an Zahnmedizin gedacht. Ein Novum in über 30 Jahren Berufstätigkeit.
Heute nun der erste Tag zurück in der Tretmühle.
Da ist jede gute Nachricht eine freudig zu begrüßende.
Hier ein heutiger Recall nach 43 Monaten.
Junge Patientin, zum Zeitpunkt der Behandlung 25 Jahre alt.
In Tränen aufgelöst. Jede Sitzung wieder.
Die Vorgeschichte?
Die vorhandene Fistel in Regio 26, 27, vergesellschaftet mit einer tiefen Tasche distal 26 wurde ein Jahr lang „nicht endodontisch“ behandelt. Zunächst mit Medikamenten, die in die Tasche eingebracht wurden. Als das nicht klappte, wurde der PA-Prozess chirurgisch angegangen. Bei der Aufklappung zeigte sich ein grosser knöcherner Defekt, der mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt wurde. Als nach 12 Monaten die Fistel immer noch vorhanden war, entschloss sich die Patientin, eine Zweimeinung einzuholen auf Anraten ihrer Kieferorthopädin, die sie an einen MKG – Chirurgen verwies. Ihre Eltern empfahlen ihr einen mit Ihnen befreundeten Oralchirurgen. Der untersuchte die Patientin und verwies an uns.
Das DVT zeigte, im Gegensatz zum vorab angefertigten Zahnfilm, den Zahn 26 mit einer ausgedehnten apikalen Knochendestruktion, distal zum Zahn 27 hin reichend. Auch die vorhandene profunde Aproximalkaries liess sich, auch wenn die Bildqualität durch fortwährendes Schluchzen während der Aufnahme kompromittiert wurde, eindeutig belegen. Nach Kariesexkavation und Versorgung des Defektes mit einer dentinadhäsiv verankterten Komposit- Füllung wurde die endodontische Behandlung durchgeführt.
Die Patientin sah den Zahn schon als verloren an. Um so schöner, das wir heute, 43 Monate post WF, davon ausgehen können, dass der Zahn, seit ein paar Wochen vom neuen Hauszahnarzt nun keramisch versorgt, noch lange Zeit im Mund bleiben kann.

Zahn 26 vor Behandlungsbeginn 
WF – Kontrolle 
WF- Kontrolle 6 Monate post WF 
WF – Kontrolle 18 Monate post WF 
WF – Kontrolle 43 Monate post WF
Sommerzeit = Traumazeit (II)
Von Christoph Kaaden
Vor Kurzem habe ich hier von der 20-jährigen Sarah berichtet.
Aufgrund der unklaren Ausprägung der Frakturen haben wir eine weitere 3D Diagnostik veranlasst.
Diese verdeutlicht das volle Ausmass des Zahnhartsubstanzverletzungen:





Nach meiner Einschätzung sind die Zähne 14,15, und 24-26 leider verloren.
Bei 35 und 36 werden wir alle Anstrengungen unternehmen diese Zähne trotz zum Teil tiefer Fraktur zu erhalten…
ich halte Sie weiter auf dem Laufenden.
Und demnächst berichte ich Ihnen dann von Benita und welche Art Trauma zu dieser Art Verletzung geführt hat…


stay tuned…
RET mit Verfärbung, Bleaching & mehr- was tun? (II)
Von Christoph Kaaden
Vor einiger Zeit habe ich hier von unseren „Bemühungen“ um Lauras Zahn berichtet.
Da es nach dem zurückliegenden Bleaching erneut zu einer Verfärbung kam entschieden wir uns gemeinsam mit der Patientin für eine vollständige Entfernung des MTA und dessen Ersatz durch Biodentine.
Intrakornal fand sich vitales Gewebe um eine Art „Hartgewebsbrücke“..
nachfolgend das Resultat der „Revision“ und des neuerlichen Bleachings:



Ich werde weiter berichten wie farbstabil das aktuelle Ergebnis bleibt…







































































































































































































































































































































