Vergiss die Milch nicht…(2)

Vergiss die Milch nicht...

Vergiss die Milch nicht...

von Olaf Löffler

Aller Anfang ist schwer.

GTD ( Getting Things Done ) basiert auf dem Prinzip, dass eine Person ihre anstehenden Tätigkeiten in einem Verwaltungssystem notiert und somit den Kopf frei hat für Wichtigeres. Die Person soll sich somit auf die Erledigung ihrer Aufgaben konzentrieren können, ohne befürchten zu müssen, etwas zu vergessen.

Diese Sätze aus Wikipedia haben mich zu Remember the Milk ( RTM ) geführt. Nun habe ich RTM getestet.
Dem ersten vielversprechenden Eindruck folgte schnell ein wenig  Ernüchterung.
Das Programm ist einfach aufgebaut, hat jedoch eine sehr hohe Funktionalität. RTM braucht daher Zeit, um sich mit all seinen Möglichkeiten vertraut zu machen und sein Potential ausschöpfen zu können. Dann jedoch ist die Vielfalt überwältigend.

Nun zum Programm selber:

Ich empfehle das Upgrade auf die „Pro“ –  Version für 25€/ Jahr, wenn man mit dem iPhone/iPod Touch, Windows mobile oder Blackberry auf RTM zu greifen will.

Remember the Milk zeigt sich als offenes System und ist nicht an Mac oder Windows gebunden.
Man kann andere Personen einbinden, bzw. Aufgaben veröffentlichen und damit delegieren. Das Programm bietet die Möglichkeit OFFLINE zu arbeiten und synchronisiert sich bei der nächsten ONLINE-Verbindung.

Beeindruckend ist die ungeheure Auswahl an möglichen Schnittstellen. Ich habe nur einige nutzen können, da nicht alles in meinem Computeralltag eingesetzt wird, bzw. mir bekannt war.

Ich bereue es nicht, RTM Pro gekauft zu haben. Es ist (für mich) sein Geld wert.

Die genauere Betrachtung der Funktionen wird in einigen Fortsetzungen dieses Artikels erfolgen.

Apikale Aufhellung (7)

von Wonald Recker

Überweisungspatient aus einer kieferchirurgischen Praxis!
Keine WSR, der Chirurg hat dem Patienten einen Revisionsversuch angeraten.

Diese erfolgte unter Kofferdam und Dentalmikroskop – Kontrolle. Nach Ca(OH)2-Einlage erfolgte die warme vertikale Obturation in  modifizierter Schildertechnik. Anbei die Situation im 1 Jahresrecall.

Menschen sind nicht nur Nutzenmaximierer

von Hans – Willi Herrmann

Es passt zum Thema der letzten zwei Tage.
Und zum heutigen Tag der Arbeit, den ich in der Praxis verbringe.

Denn ich habe Notdienst an diesem Wochenende von Freitag bis Montag.
Die Bilanz des Freitagvormittag.
12 Patienten bis 12.50 Uhr.

21 Patienten bis 19.20 Uhr.

Zuletzt ein lautstark, zwei Querstrassen hörbar, schreiendes vierjähriges Kind (es war im Auto eingeschlafen und wurde für die Behandlung aufgeweckt), dass um kurz nach  22.00 Uhr die Praxis betritt und auch die nächsten 20 Minuten nicht damit aufhört und sich natürlich nicht behandeln lässt.

Aber das nur am Rande.

Kommen wir zum eigentlichen Gegenstand unserer Betrachtungen der letzten Tage.

Es geht um die Menschen im Gesundheitswesen.

Und wie die Politik mit ihnen umgeht.

Ich zitiere Professoer Birger P. Priddat, Lehrstuhlinhaber für Politische Okönomie im Studium fundamentale der privaten Universität Witten / Herdecke:

Er schreibt unter anderem in einem lesenwerten Artikel in der  Süddeutschen Zeitung vom 30.04.2009 unter dem Titel: Vorbild Chef.

„Menschen sind keine Nutzenmaximierer.“

Moral ist eine selbstverständliche Resource der Gesellschaft.

Natürlich sind die Menschen nicht alle moralisch – aber sie sind auch nicht lediglich Nutzenmaximierer.  Sicher wollen sie ihr Einkommen steigern, aber in Grenzen: den Grenzen des Anstandes, der Gesittetheit, der Gerechtigkeit. Moral ist eine gesellschaftliche Institution – und wenn ein Unternehmen systematisch dagegen verstößt, entstehen ihm dadurch Kosten, weil Ungerechtigkeit und mangelnde Anerkennung die Mitarbeiter motiviert.

… Hohe Ungerechtigkeit gegenüber Mitarbeitern senkt deren Leistungsbereitschaft, umgekehrt motiviert Anerkennung.

Dem gegenüberstellen möchte ich auszugsweise eine aktuelle Mail an  Frau Ministerin Schmidt, Herrn Ministerpräsidenten Seehofer und  Herrn Minister Söder.

Geschrieben am 29.04.2009 von Frau Dr. med. Barbara Liechtenauer, veröffentlicht bei facharzt.de.

„Sehr geehrte Frau Ministerin Schmidt,
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Seehofer,
Sehr geehrter Herr Minister Söder,

in Sorge wende ich mich an Sie, wenn ich die aktuellen Meldungen über die „Schweinegrippe“ verfolge.
-29.4. 10Uhr45: inzwischen haben wir in Deutschland 3 bestätigte H1N1-Fälle (NTV)
-29.4. 9Uhr:  in Apotheken in Norddeutschland sind antivirale Medikamente z. Teil vergriffen (NTV)

nach Pandemieplan Bayern:
für ca. 20% der Bevölkerung seien antivirale Medikamente vorhanden

Frage: für eine einmalige Behandlung für 20% der Bevölkerung? Für welchen Zeitrahmen? Für die gefährdeten Gruppen, die die Erkrankten behandeln sollen?

Im Norddeutschen Raum seien nur für 10% der Bevölkerung entsprechende Vorräte da! Wer bekommt diese?

Ebenfalls steht im Pandemieplan, daß die Therapiekosten von den KK übernommen werden:

was heißt das?
– sind sie im Falle einer Pandemie budgetrelevant?
– werden die Mehrkosten durch eine Pandemie im Anschluß als Argument einer weiteren Honorarreduktion hergenommen, da dadurch die Kosten immens gestiegen sind?
– was ist mit den Behandlungskosten?“

„Entschuldigen Sie bitte, Frau Schmidt, Sie verleumden und diskriminieren uns Ärzte seit Jahren und seit Monaten im Besonderen und nun erwarten Sie von uns kompromißlose Hingabe für unsere Berufung? Sie Herr Seehofer
äußerten vor Jahren, daß Sie das Fachärztepack schon noch weg bekommen!
Und nun sollen wir vielleicht die Kartoffeln aus dem Feuer holen?
Erwartungen können nur dann erfüllt werden, wenn man im Vorfeld entsprechenden Respekt und Achtung unserer Berufsgruppe entgegengebracht hätte!
Seit Monaten versuchen wir unsere Praxen am Laufen zu halten, um unsere Patienten in gewohnter Qualität zu versorgen. Wir stopfen mit Rücklagen die entstandenen finanziellen Löcher, da die Kasseneinnahmen nicht
reichen, um die laufenden Kosten zu decken! Perfide ist, daß Sie genau dies wissen und trotzdem  verteufeln und verleumden Sie uns, nur um beim Wähler entsprechend dazustehen!?“

Soweit die Zitate aus der Mail.

Ich bin sicher, Frau Dr. Liechtennauer geht es nicht  primär ums Geld, nicht um  Nutzen – oder Gewinnmaximierung.
Ich vermute sie ist einfach nur enttäuscht und desillusioniert.
Seit Jahren werden Ärzte und viele andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen systematisch demotiviert.

Ich zitiere noch einmal Professor Priddat aus oben genanntem Artikel:

„Arbeitnehmer“  (und nichts anderes sind Ärzte, Anmerkung von mir) „verzichten eher auf Geld wenn die Fairness gewahrt bleibt. Verstösse senken aus Sicht der Arbeitnehmer die Reputation der Firma. Sie achten ihre Vorgesetzten“ (die Politiker, Anmerkung von mir) “ nicht mehr und leisten weniger.“

„Die Anerkennung der Mitarbeiter ist eine Führungsaufgabe. Wenn das obere Management eine Wertesystem nicht ausdrücklich und vorbildlich vertritt, lässt es sich auch kaum durchsetzen.“

Ob es wohl Politiker gibt, die über all das nachdenken und die richtigen Schlüsse aus diesen Zusammenhängen ziehen ?
Ich bin skeptisch.

Preisvergleich 1999 – 2009

von Hans – Willi Herrmann

Zufällig ist mir gestern eine Karteikarte in die Hände gekommen, auf die wir vor 10 Jahren, 1999, die Preise für einen Kunststoff – Primer eingetragen haben.
Für die Nicht – Zahnmediziner, die hier mitlesen. Das ist eine Art Klebeverstärker für Kunststoffüllungen.

Wir benutzen ihn bei jeder Kunststofffüllung. Seit mindestens 10 Jahren ausschließlich das gleiche Produkt.

Ein Flasche mit 8 ml kostete 1999  119,80 DM.

Also 61,25 Euro.

Heute kostet der Primer beim gleichen Lieferanten 92,80 Euro. Die Mehrwertsteuer einbezogen sind das Mehrkosten von  39,82 Euro, das entspricht einer Preissteigerung von über 55 %.

Und über das von mir im Rahmen der Endodontie verwendete Calciumhydroxid – Pulver und die damit verbundenen Materialkosten  habe ich im Blog schon berichtet.  Diese haben sich innerhalb von 15 Jahren von etwas mehr als 50 DM auf mehr als 50 Euro verteuert, der  Preis hat sich verdoppelt.
100 Prozent mehr.

Und unser Kofferdam – Set, dass wir seit 16 Jahren immer wieder nachordern, wenn die Klammern an Spannung verloren haben, kostet nicht mehr 164,72 Euro sondern 213,01 Euro.

Diese Auflistung ließe sich endlos fortführen. Es gibt vermutlich kein Material in den letzten 10 Jahren im zahnärztlichen Bereich, das nicht teurer geworden ist.

Eine Anpassung der Gebührensätze, die diese Preissteigerungen auch nur marginal auffangen würden (von einer adäquaten Kompensation will ich ja gar nicht reden), hat es in all den Jahren nicht gegeben. Von kosmetischen Veränderungen abgesehen (die eine Leistung bringt gegenüber früher eine wenig mehr Honorar, die andere Leistung dafür weniger, Stichwort Kostenneutralität), wird die Füllung noch zum gleichen „Preis“ abgerechnet wie vor 10 Jahren.

Dabei wäre es doch so einfach.
Man koppelt die Gebührensätze der Ärzte an die Diätenerhöhungen in der Politik.

Liebe Politiker, gebt uns (und allen anderen Bürgern) doch nur das, was ihr Euch selbst zugestehen wollt.
Fänd ich fair. Ich könnte gut damit leben.

Es geht de Mensche wie de Leit…

von Hans – Willi Herrmann

„Es geht de Mensche wie de Leit“.
„Es geht den Menschen wie den Leuten“, sagt man bei uns  in Bad Kreuznach.
Und genausowenig wie bei uns in Deutschland können in den USA die Gegebenheiten des Gesundheitssystem und vor allem seine Finanzierung grundsätzlich auf den Kopf gestellt werden, auch nicht mit „Yes we can“ Barack Obama an der Spitze des Staates.

Zu wenig Allgemeinmediziner schon jetzt, um alle Bürger mit dem Notwendigen versorgen zu können, es geht also nicht einmal um die  vielen wenig oder nicht versicherten Menschen. Auch Bürger mit einer adäquaten Versicherung spüren den Mangel an Ärzten.

Die Bezahlung der Versicherungen für die entsprechenden Leistungen  ist niedrig.
Die zukünftigen Ärzte an den Unversitäten drängen in die besser honorierten Spezialisierungen.
Der Vorschlag, Geld für die Allgemeinmediziner zu Lasten der Spezialistenbudgets zu generieren, beschwört Verteilungskämpfe  herauf.

Und dann gibt es Stimmen, die sagen, es ist zu wenig Geld da und deshalb ist die medizinische Versorgung schlechter als sie sein könnte.
Und dann gibt es die anderen, die sagen: Geld ist genug da, es muss nur gescheit verteilt werden.

Das kommt mir alles irgendwie ziemlich bekannt vor.

Im Nachfolgenden der Text aus dem NY Times Artikel.

Shortage of Doctors Proves Obstacle to Obama Goals

By ROBERT PEAR
Published: April 26, 2009
WASHINGTON — Obama administration officials, alarmed at doctor shortages, are looking for ways to increase the supply of physicians to meet the needs of an aging population and millions of uninsured people who would gain coverage under legislation championed by the president.

The officials said they were particularly concerned about shortages of primary care providers who are the main source of health care for most Americans.

One proposal — to increase Medicare payments to general practitioners, at the expense of high-paid specialists — has touched off a lobbying fight.

Family doctors and internists are pressing Congress for an increase in their Medicare payments. But medical specialists are lobbying against any change that would cut their reimbursements. Congress, the specialists say, should find additional money to pay for primary care and should not redistribute dollars among doctors — a difficult argument at a time of huge budget deficits.

Some of the proposed solutions, while advancing one of President Obama’s goals, could frustrate others. Increasing the supply of doctors, for example, would increase access to care but could make it more difficult to rein in costs.

The need for more doctors comes up at almost every Congressional hearing and White House forum on health care. “We’re not producing enough primary care physicians,” Mr. Obama said at one forum. “The costs of medical education are so high that people feel that they’ve got to specialize.” New doctors typically owe more than $140,000 in loans when they graduate.

Lawmakers from both parties say the shortage of health care professionals is already having serious consequences. “We don’t have enough doctors in primary care or in any specialty,” said Representative Shelley Berkley, Democrat of Nevada.

Senator Orrin G. Hatch, Republican of Utah, said, “The work force shortage is reaching crisis proportions.”

Even people with insurance have problems finding doctors.

Miriam Harmatz, a lawyer in Miami, said: “My longtime primary care doctor left the practice of medicine five years ago because she could not make ends meet. The same thing happened a year later. Since then, many of the doctors I tried to see would not take my insurance because the payments were so low.”

To cope with the growing shortage, federal officials are considering several proposals. One would increase enrollment in medical schools and residency training programs. Another would encourage greater use of nurse practitioners and physician assistants. A third would expand the National Health Service Corps, which deploys doctors and nurses in rural areas and poor neighborhoods.

Senator Max Baucus, a Montana Democrat and chairman of the Finance Committee, said Medicare payments were skewed against primary care doctors — the very ones needed to coordinate the care of older people with chronic conditions like congestive heart failure,diabetes and Alzheimer’s disease.

“Primary care physicians are grossly underpaid compared with many specialists,” said Mr. Baucus, who vowed to increase primary care payments as part of legislation to overhaul the health care system.

The Medicare Payment Advisory Commission, an independent federal panel, has recommended an increase of up to 10 percent in the payment for many primary care services, including office visits. To offset the cost, it said, Congress should reduce payments for other services, an idea that riles many specialists.

Dr. Peter J. Mandell, a spokesman for the American Association of Orthopaedic Surgeons, said: “We have no problem with financial incentives for primary care. We do have a problem with doing it in a budget-neutral way.

“If there’s less money for hip and knee replacements, fewer of them will be done for people who need them.”

The Association of American Medical Colleges is advocating a 30 percent increase in medical school enrollment, which would produce 5,000 additional doctors each year.

“If we expand coverage, we need to make sure we have physicians to take care of a population that is growing and becoming older,” said Dr. Atul Grover, the chief lobbyist for the association. “Let’s say we insure everyone. What next? We won’t be able to take care of all those people overnight.”

The experience of Massachusetts is instructive. Under a far-reaching 2006 law, the state succeeded in reducing the number of uninsured. But many who gained coverage have been struggling to find primary care doctors, and the average waiting time for routine office visits has increased.

“Some of the newly insured patients still rely on hospital emergency rooms for nonemergency care,” said Erica L. Drazen, a health policy analyst at Computer Sciences Corporation.

The ratio of primary care doctors to population is higher in Massachusetts than in other states.

Increasing the supply of doctors could have major implications for health costs.

“It’s completely reasonable to say that adding more physicians to the work force is likely to increase health spending,” Dr. Grover said.

But he said: “We have to increase spending to save money. If you give people better access to preventive and routine care for chronic illnesses, some acute treatments will be less necessary.”

In many parts of the country, specialists are also in short supply.

Linde A. Schuster, 55, of Raton, N.M., said she, her daughter and her mother had all had medical problems that required them to visit doctors in Albuquerque.

“It’s a long, exhausting drive, three hours down and three hours back,” Ms. Schuster said.

The situation is even worse in some rural areas. Dr. Richard F. Paris, a family doctor in Hailey, Idaho, said neighboring Custer County had no doctors, even though it is larger than the state of Rhode Island. So he flies in three times a month, over the Sawtooth Mountains, to see patients.

The Obama administration is pouring hundreds of millions of dollars into community health centers.

But Mary K. Wakefield, the new administrator of the Health Resources and Services Administration, said many clinics were having difficulty finding doctors and nurses to fill vacancies.

Doctors trained in internal medicine have historically been seen as a major source of frontline primary care. But many of them are now going into subspecialties of internal medicine, like cardiology and oncology.

Schärfeebenenabgleich am Dentalmikroskop bei Verwendung des Carr – Adapters

von Oscar von Stetten

Der Carradapter ist meiner Meinung nach einer der universellsten Adaptationslösungen für die digitale Dokumentation auf dem Markt.
Sicher mit Schwächen, nicht nur mit Stärken.

Die grösste Stärke ist die Möglichkeit, verschiedene Objektive mit all ihren Vorzügen an ein Mikroskop zu adaptieren. Eine funktionierende Belichtungsmessung, funktionierende Blendenautomatik, das sind schon Vorteile, wenn man mit einer dSLR dokumentiert.

Was ist der wirkliche Vorteil?
Die Objektive für dSLR sind auf ganz andere Vorzüge gerechnet und qualitativ konstruiert worden, als die momentan auf dem Markt befindlichen Mikroskopadapter. Weiterer Vorteil: die Blendensteuerung im Objektiv erhöht die Qualität, anstatt sie manchmal deutlich zu verschlechtern, wie es mit den Adapterseitigen Blendenlösungen wie z. B. Accubeam der Fall ist. Weiterer Vorteil des Carradapters: es wird nur der zentrale Teil des Objektives effektiv für die Aufnahme genutzt, der Bereich also, der von bester optischer Güte ist. Die Randbereiche, die aufgrund physikalischer Gegebenheiten einfach schlechter abschneiden, kommen gar nicht zum Tragen. Flexibilität: egal, für welches Objektiv ich mich entscheide, es gibt immer die passenden Adapterringe, um dieses auch an den Carr-Adapter zu befestigen.

Welches Objektiv an welcher Kamera sollte es sein?
Das ist und bleibt Geschmackssache. Nach verschiedenen Rumprobieren und Überlegungen zum Preis/Leistungsverhältnis bin ich bei meiner derzeitigen Kombination Canon 40D Canon f85/1,8 gelandet. Vom Gewicht her erträglich, vom Anschaffungspreis ebenso. Zusätzlich habe ich mir das Zeiss Planar T* f85/1.4 zugelegt. Bilder beider Objektive findet man zum Vergleich am Ende des Artikels.

Es werden weitere Testreihen bei mir laufen, ob die Canon 50D einen Vorteil in der Bildqualität bringt. Die 5D MarkII tut es auf jeden Fall nicht. Nicht so gravierend, als das ich mich gezwungen sehen würde, mir noch eine für das Dokumentieren mit dem Mikroskop zu holen. Zudem ich den Cropfaktor der 40D oder 50D von 1,6 essentiell wichtig empfinde, da mit diese beiden Kamerabodies den Bildwinkel eines effektiven f136-Objektives bringen, das Bild also bereits gezoomt wird. Interessant ist, ob der neuere Sensor der 50D (5MP mehr, bessere Signalverarbeitung) tatsächlich einen Vorteil bringt, der eine Investition rechtfertigt.
Was Nikon angeht, muss ich leider immer noch passen. Die Bilder, die ich von einer D300 laufend sehe, bestärken mich vielmehr in meiner Annahme, dass die vorgesetzte Optik viel wichtiger ist als der Kamerabody hintendran.

Schärfeadaptation

Was mich zuallererst verwirrt hat, war die Tatsache, dass bei einer APS-C Kamera wie der 40D der Schärfepunkt NICHT mit der Unendlichkeitseinstellung des Fokus korreliert. Bei der Vollformatkamera wie der 5D MarkII tut er es. Logisch eigentlich, erstaunlich war es trotzdem. Mit einem EF-S Objektiv von Canon, welches speziell auf APS-C gerechnet wurde, korreliert die Unendlichkeitseinstellung des Objektivs auch wieder mit dem Fokus. Das war also der Grund, der Crop-Faktor der Kamera.

Der optimale Punkt für diese Kombi liegt bei der Entfernungseinstellung von ca. 1,2m. Den optimalsten Punkt gilt es nun heraus zu finden. Das ist aufgrund der LiveView-Fähigkeit der 40D nicht weiter schwer.

Man fokussiert einen schräg stehenden Gegenstand durch die Okulare, bis ein definierter Punkt auf diesem Gegenstand scharf durch die Okulare zu sehen ist. Dann schaltet man die LiveViewfunktion ein und stellt solange am Objektiv die Entfernung ein, bis der scharfe Punkt auch im Liveview scharf zu sehen ist. Wichtig ist es, die Suchbildvergrösserung 5x einzuschalten, erst dann kann man den Effekt, der die richtige Schärfe anzeigt, auch wirklich sehen. Ist die optimale Objektschärfe erreicht, zeigt der Gegenstand eine farbige Korona, auch Farbquerfehler oder Abberation genannt. Ein Effekt, der eigentlich unerwünscht ist, im klinischen Bild aber nicht weiter auffällt.

Fein raus ist derjenige, der ein ProErgo mit Autofokus (Speedfokus) sein eigen nennt. Man hört mehr Schlechtes als Gutes über den Autofokus des Gerätes, aber wenn man halbwegs erfahren hat, wie dieser tickt, macht die Dokumentation viel mehr Spass. Denn die Fotokamera auf den Punkt einzustellen, der auch von der Mikroskopautomatik scharf gesehen wird, ist natürlich viel einfacher, als der Trick mit den Okularen.

Selbstverständlich kann man auch über die LiveView-Fähigkeit moderner Kameras auf ein Abgleich der Schärfebenen verzichten, allerdings dann nicht mehr auf einen Vorschaumonitor. Auf den sollte man sowieso nicht verzichten. Schon alleine aus Mitbeobachtungs- und Motivationsgründen für die Assistenz. Wenn man sich denn keinen Mitbeobachtertubus kaufen möchte, dann bleiben die Kameras das einzige Auge der Asisstenz.

Was jetzt?
Das Zeiss-Objektiv ist in meinen Augen weit aus besser als das Canon, kostet aber ca. das 3-fache. Es hat zudem den Vorteil, das der Verfahrweg des Zeiss bis 2m etwa 3/4 des gesamten Verfahrweges ausmacht, man den Schärfepunkt wirklich sehr gut finden kann.

Letztendlich entscheidet der persönliche Anspruch, was man haben möchte.
Aber eines ist mir in den letzten 4 Jahren deutlich geworden: billig und qualitativ hochwertig am DM dokumentieren, das gibt es einfach nicht.
Es ist nur die Frage, wird mit jedem Euro mehr auch die Qualität gleichzeitig besser?
Nein, es gibt IMHO eine Grenze des Sinnhaften.

Das Dokumentieren mit dem DM ist immer weit entfernt von dem, was ich persönlich als plug´n´play-Lösung bezeichnen würde.
Es bahnt sich aber mit den rasanten Entwicklungen auf dem Kameramarkt nur Gutes für uns an, da bin ich mir sicher.

Thermafil – Revision

von Hans – Willi Herrmann

Es klingt immer so einfach.
In der Theorie. Zur Entfernung eines Thermafil – Kunststoff -Carriers nehme man ein geeignetes Nickel – Titan – Instrument und lasse es  mit deutlich höheren Umdrehungen als zur Aufbereitung vorgesehen rotieren.

Danach  geht man geht in die dafür vorgesehene Einziehung des Carriers und „schwuppdiewupp“ sind Guttapercha und Carrier entfernt.

Ich habe es gestern im Blog gesagt und ich sage es heute wieder: Kann funktionieren, muss aber nicht.

Und im Fall von heute funktionierte es auch definitiv nicht.

Ziel war es, die vorhandene Wurzelfüllung im Zahn 15 (vor kurzem symptomatisch geworden) zu revidieren. Röntgenologisch ging die WF bis zur Wurzelmitte.

Nach der Trepanation zeigte sich, dass die WF mit Thermafil oder einem Systemclon gemacht worden war. 

Die WF leicht asymmetrisch, was auf einen weiteren Kanal hindeutete. Aus diesem Grund ging ich zunächst mit einem überlangen Komet Rosenbohrer  in die Tiefe. Relativ schnell war der zweite Kanal gefunden, es trat Sekret aus.

Eine ISO 006 – Feile liess sich relativ schnell bis zum Apex einführen und damit schien die Behandlung einen leichten Verlauf zu nehmen.

Dafür zeigte sich der palatinale Kanal um so zugeknöpfter.

Der Thermafil – Carrier war mit offensichtlich enormer Kraft in den Kanal hineingerammt worden, denn zwischen Carrier und Wurzelkanal war weiter apikal auch nicht der geringste Spalt auszumachen. 

So blieb mir nichts anderes übrig, als den Carrier mittels besagtem Komet – Rosenbohrer über seine gesamte Länge hinweg herauszubohren.
Das gelang zwar dank Dentalmikroskop problemlos, weil sich der Carrier im geraden Wurzelkanalanteil befand, in einem gekrümmten Wurzelkanalabschnitt wäre dies sicherlich schwierig bis unmöglich gewesen.

Und ohne Dentalmikroskop sowieso.

 

Kaum aufgelegt, schon vergriffen. Meine Zähne – ein Leben lang (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kaum aufgelegt, schon vergriffen.

Der enorme Erfolg überraschte vermutlich sogar  die Macher.
Die Erstauflage der VDW – Broschüre „Meine Zähne – ein Leben lang“ war schon nach weniger als 2 Wochen nach Erstveröffentlichung vergriffen.
Zwischenzeitlich ist die nächste Druckauflage vorrätig, in deutlich höherer Anzahl, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

Zu beziehen über die Aussendienstmitarbeiter von VDW oder direkt bei VDW, München.

 

vdw-patientenbroschure1


Und noch ein Mikroskop – Stuhl…

von Hans – Willi Herrmann

Während des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen standen  die beiden nebeneinander.

Der Jadent – Mikroskop Stuhl und sein Pendant von Jörg und Sohn.  
Über beide haben wir an dieser Stelle schon berichtet und beide haben prominente Befürworter wie Gary Carr (Jörg und Sohn) und Michael Arnold (Jadent).

Was der Jadent – Stuhl dem Jörg und Sohn – Stuhl, der in unserer Praxis Behandlern und Assistenz zur Verfügung steht, voraus hat, sind schräg anwinkelbare Armstützen. 

Diese erlauben eine Abstützung des Unterarms über die gesamte Fläche hinweg.
Dies kann beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop von Vorteil sein, weil es auch langes ermüdungsfreies Arbeiten mit lediglich Klasse 1 – und Klasse 2 – Bewegungen erlaubt, während die Armstützen des Jörg und Sohn – Stuhles nur eine  Abstützung des Unterarms in der Waagrechten zulassen. Bewegt man sich ausserhalb dieser Ebene, finden die Arme ihre Abstützung lediglich über die Ellenbogen.
Auch damit lässt sich sehr gut arbeiten, aber vielleicht geht es ja doch noch besser.

Seit ein paar Tagen steht nun ein anderer Stuhl aus der Jörg und Sohn Produkt – Palette in meiner Praxis und der hat genau das, was bisher noch fehlte: In der 3. Ebene justierbare Armlehnen.

Der Stuhl, von meinen Damen liebevoll „das Monster“ genannt, angesichts seiner imposanten Erscheinung und seines hohen Gewichts, legt die Messlatte noch einmal höher.

Die Armlehnen lassen sich dank  eines Kugelgelenks nicht nur schrägstellen, sondern auch noch zusätzlich in sich kippen. Eine Drehschraube unter der Armstütze erlaubt darüber hinaus die Verschiebung der Armstütze zusätzlich nach vorn und hinten. Dies ermöglicht in Sekundenschnelle, die Armlehnen vor und zurückzuschieben, ohne die eigentliche Einstellung verändern zu müssen. 
Das ist hilfreich, wenn der Stuhl zum normalen Arbeiten genutzt werden soll.
Die Armlehnen, nach hinten gefahren, erleichtern den schnellen Ein- und Austieg. 

Wie arbeitet es sich nun mit dem „Monster“ – Stuhl ?
So gut, dass ich heute, vor die Wahl gestellt,  mich für diesen Stuhl entscheiden würde.
Die zusätzliche Armabstützung ist nicht zwingend notwendig, aber angenehm in bestimmten Arbeitssituationen. Und falls diese nicht benötigt werden, kann man die Armlehnen so adaptieren, dass sie nicht im Weg sind. Die Einstellmöglichkeiten sind extrem vielfältig und die Mechanik funktioniert schnell und arretiert absolut stabil.

Allerdings ist der Zugewinn an Ergonomie nicht so groß, dass ich von nun an mit meinen Jörg und Sohn Stühlen gar nicht mehr arbeiten könnte. Die Verbesserung ist spürbar, aber der Abstand zwischen  den beiden Jörg und Sohn Stühlen ist deutlich geringer  als zu meinem „Schwedenstuhl“. 

Was ich mir wünschen würde: Dass die Armlehmen sich an meine deutlich zierlicheren Arbeitsstühle adaptieren lassen.
Dies liesse sich mit vertretbarem Aufwand bewerkstelligen und vielleicht bewirkt dieser Blogbeitrag, dass Jörg und Sohn dieses Feature in ihr Lieferprogramm aufnehmen.

 

 

 

 


Tastaturvergleich

von Hans – Willi  Herrmann

Seit ein paar Tagen schreibe ich nun in der Praxis mit den verschiedenen unterschiedlichen „hygienefähigen“ Tastaturen, um auszuloten, wie diese sich im Praxisalltag bewähren.

Gleich vorweg: Es ist eine nicht unbeträchtliche Umgewöhnung, die man durchlaufen muss, sowohl beim Schreiben mit der „Cleankeys“ Glas -Tastatur wie auch mit der „General Keys“ Silikon -Tastatur.

Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann ist aber ein Schreiben mit beiden Tastaturen möglich, wie nachfolgender Schreibtest zeigt.

Ich habe „quick and dirty“ zwei Mustersätze in die verschiedenen Tastaturen reingehämmert, um zu zeigen, mit welcher Fehlerqoute das Schreiben behaftet ist. Wobei „reingehämmert“ kein schlechter Begriff ist für die Tätigkeitsbeschreibung, denn zumindest die Silikon – Tastatur erfordert zum Schreiben einen ungewohnt harten, perkussiven Anschlag. Mit der  CleanKeys Glas – Tastatur hingegen  schreibe ich am besten, wenn ich die Tastenfelder steil von oben anschlage, viel steiler als ich es bei konventionellen Tastaturen durchführen würde.

Hier der Test:

Konventionelle Tastatur (2 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde ein Erfassungsbogen erarbeitet, den wir für Sie auf den nachfolgneden Seiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Cleankeys – Tastatur (4 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegel wurde ein Erfassungsbogen drarbeitet , den wir für Sie auf den nachfolgenden Stiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärztekamme Rheinland – Pfalz.

General Keys Tastatur (3 Schreibfehler)

Zur Beantrgung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde einErfassungsbogen erarbeitet, den wir für sie auf den nachfolgenden Seiten eingefügt haben. Den vollständig ausgefüllten Bogen senden Sie bitte an die Geschäftststelle der Landeszahnärztekammer Rheinland – Pfalz.

Und noch ein Test mit der Clean Keys – Tastatur:

Eine meine Assistentinen, im 2 Finger Suchsystem (7 Schreibfehler)

Zur Beantragung des Freiwilligen Fortbildungssiegels wurde ein Erfassungsbogen erarbeitet, den wir für Sie aug den nachfolgenden Seiten eingefügt haben. Den vollständigen ausbgefüllten Bogen sende sie bitte an die Geschäftsstelle der Landeszahnärttekammer Rheinland-Pfalz.

Auch wenn das jetzt nominal mehr Fehler sind als bei meinen Schreibversuchen, so war ich doch überrascht, wie gut meine Assistentin auf Anhieb mit der Tastatur zurechtkam.

Ich persönlich kann am bestem und deutlich am schnellsten mit der konventionellen Tastatur schreiben.
Vor allem kann ich mit einer solchen Tastatur mit zehn Fingern  blind schreiben ( hab ich nie gelernt, aber im Laufe der Zeit hat sich das so ergeben).
Wenn ich dass mit der „Cleankeys“ Glas – Tastatur oder mit der der „General Keys“ Silikon -Tastatur versuche, fällt das Ergebnis deutlich schlechter aus, so dass hier der Blick zwingend auf der Tastatur ruhen muss, um bestmögliche Resultate zu erzielen. Wenn man dies einmal erkannt hat und sich danach richtet, kann man auch mit diesen Tastaturen mit relativ wenig Schreibfehlern und mit adäquater Geschwindigkeit arbeiten.

Kanülen (1)

von Olaf Löffler

Durch den Einsatz vergrößernder Systeme in der zahnmedizinischen Behandlung werden in der Regel neue, feinere Instrumente und Applikationshilfen benötigt. Diese sollen das Sichtfeld nicht einschränken und dabei ein punktgenaues Applizieren ermöglichen.

Im Rahmen der Adhäsivtechnik wird in meiner Praxis oft mit Flowmaterialien in der initialen Defektdeckung gearbeitet. Diese lassen sich durch Injektionstechniken mittels Kanülen extrem genau plazieren. Die Hersteller der Produkte haben jedoch seltenst die entsprechenden Kanülen parat.

Die Suche nach entsprechenden Applikationshilfen gestaltet sich sehr zeitraubend und zieht sich mitunter über viele Monate hin.

Für die Verarbeitung von Tetric Flow wird in unserer Praxis eine Kanüle mit dem Durchmesser 0,4 mm verwandt. Diese sollte eine Länge von mindestens 2 cm haben und biegbar sein. Die entsprechende Kanüle habe ich im Sortiment der Firma Voco gefunden. Damit lassen sich Problemlos alle Bereiche einer Kavität erreichen und das Material kann mit relativ wenig Druck eingebracht werden.

Weitere hygienefähige Tastaturen

von Hans – Willi Herrmann

Es ist schon interessant, welche Dynamik manche Sachen entwickeln.
Kaum hatte ich die auf der IDS vorgestellte Clean Keys – Tastatur in unserer Praxis, warteten meine Mitarbeiter mit einer Reihe von Alternativen auf.

300 Euro ? 400 Euro ? Für eine Tastatur ? Das muss doch auch günstiger gehen, war der Tenor.

Zunächst erinnerte sich eine Mitarbeiterin, in einem Katalog vor kurzem Tastaturüberzüge entdeckt zu haben. Aber in welchem Katalog ? Irgendein Katalog ihres Mannes könnte es gewesen sein, aber welcher ?

Sie versprach, nachzuschauen und kam nach dem Wochenende in die Praxis zurück, einen Katalog unter dem Arm, jedoch mit der entäuschenden Nachricht, dass sie trotz dreimaligem Durchblättern besagte Abdeckfolien nicht gefunden hatte. Ein weiteres Durchblättern in der Praxis brachte zwar immer noch kein Ergebnis diesbezüglich, aber im Katalog  fanden sich Silikon – Tastaturen.
Flüssigkeitsdicht und daher für unsere Zwecke geeignet. 17 Euro, die billigere  der beiden.  General Keys der Hersteller, gefunden im PEARL – Katalog. Her damit.

Kaum waren diese in unserer Praxis angekommen (ich schreibe diese, denn es gab im Katalog  eine kabelose und eine USB – Version und wir haben beide geordert)  fand sich der Katalog wieder, in dem die Tastaturüberzüge aufgeführt waren.

Sollten wir die Überzüge nicht auch probehalber bestellen ?
Schließlich hatte sich nach kurzer Zeit schon gezeigt, dass sowohl die Glas- als auch Silikon – Tastatur ihre „Eigenheiten“ hatten, das Schreiben mit beiden unterschiedlich, jedoch so oder so  gewöhnungsbedürftig ausfiel.

Ich war kurz davor, die Hüllen (leider nur im 400 Hunderter Pack) zu bestellen, aber wir  werden zunächst abwarten.
Denn parallel zu den beiden Test – Tastaturen haben wir die vorhandenen Tastaturen in Folie verpackt.
Melitta – Folie. Hätte man früher gesagt. Keine Ahnung, wie die Folie heute heißt. Toppits vermutlich. Aussen Toppits, innen steril.

Egal, die Melitta – Folie läuft ausser Konkurrenz.
Nur um zu sehen, ob dies überhaupt funktionieren kann und mit welchen Kosten und Arbeitsaufwand eine eingepackte konventionelle Tastatur verbunden ist.
In zwei drei Wochen wissen wir mehr.

Toxavit – In den Osterferien auf Platz 1

von Hans -Willi Herrmann

Es war schon vor der Osterpause abzusehen und es so ist es auch gekommen.
Denn es vergeht selten bis kaum ein Tag, an dem der  Begriff   „Toxavit “ sich nicht in der Auflistung der WordPress – Suchbegriffe wiederfindet.

„Toxavit“ ist gegenwärtig der meistnachgefragte Suchbegriff bei WURZELSPITZE und kein anderer Artikel wird zur Zeit häufiger aufgerufen als unser Blogbeitrag „Toxavit – Nekrose“.
Wie schon erwähnt geht aus den Suchanfragen hervor, dass es Laien sind, also vermutlich zumeist Patienten, die  hier nachfragen.
Und leider lassen die eingegebenen Stichworte auch den Schluss zu, dass offensichtlich schon unangenehme Dinge passiert sind, die den Patienten veranlassen, Suchmaschinen wie Google und Co diesbezüglich in Anspruch zu nehmen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ein heftiger Streit über den Sinn und Unsinn, den fraglichen oder tatsächlich vorhandenen Nutzen von CHKM entbrannt ist. Mit  öffentlichen Diskussionsveranstaltungen wortgewaltiger Vertreter aus Hochschule und Praxis, die deutschlandweit fachintern hohe Beachtung finden.

Keine Ahnung, ob CHKM per se krebserregend ist, wie es neulich zu hören war.
Wenn ja, in welchen Konzentrationen, in welcher Menge, über welchen Zeitraum müsste dieser Wirkstoff einwirken, um seine krebserregende Wirkung entfalten zu können ?

Auch Röntgenstrahlen sind krebserregend, ebenso wie Zigarettenrauch.
Das radioaktive Edelgas Radon hilft Patienten. Diese kommen nach Bad Kreuznach, um sich bewußt einer potentiell krebserregenden Substanz auszusetzen.
LSD führt bei Spinnen in geringen Dosen dazu, dass diese perfekte Netze weben, viel genauer, als sie dies ohne diese Substanz vermögen würden.  Höhere LSD – Gaben führen allerdings dazu, dass die Spinne nicht mehr in der Lage ist, ein auch nur einfach strukturiertes Netz aufzubauen.

Jedes Ding ist Gift und kein Ding ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“  Wer sagte das ? Paracelsus.

Während also laut und wortstark diskutiert wird, ob CHKM nützlich und harmlos oder ohne Nutzen und schädlich sei , kommen währenddessen unentwegt, ohne dass vernehmbarer Widerstand auch nur von  einer der beiden Parteien geäußert werden würde, paraformaldehydhaltige Medikamente zur Devitalisierung von Zähnen zum Einsatz.
In hoher Zahl wohlgemerkt, daran besteht kein Zweifel, dokumentiert durch in Anspruch genommene Abrechungspositionen der Behandler.

Wir sprechen nicht von Tausenden von Behandlungen pro Jahr, nein von Zehntausenden, ja von Hunderttausenden  von Behandlungen pro Jahr und dass, obwohl die Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund und Kieferheilkunde (DGZMK) bereits seit vielen Jahren eine solche routinemäßige Vorgehensweise als nicht mehr indiziert und obsolet eingestuft hat.

Warum also kommen paraformaldehydhaltige Medikamente weiterhin zum Einsatz ?
Amalgam und Glühbirnen sollen  verboten werden,  aber die Gebührenposition DEV, die den Einsatz besagter Mittel beschreibt, wurde bei der letzten Änderung der BEMA – Gebührenordnung höher bewertet.
Dass heisst,  der Zahnarzt, der ein solches Verfahren anwendet, bekommt sogar mehr Geld als früher.
Gleichzeitig mit der Aufwertung der DEV wurden  andere, zahnmedizinisch sinnvolle Massnahmen niedriger bewertet oder ab 2005 sogar aus dem Gebührenkatalog gestrichen wurden.

Warum werden zum Beispiel zahnmedizinische Massnahmen, wohlgemerkt sinnvolle zahnmedizinische Maßnahmen im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung, die als PHYS bis 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst wurden, aus dem Gebührenkatalog herausgenommen.

So dass diese nicht mehr erbracht oder vom Kassenpatienten selbst bezahlt werden müssen.

Stattdessen wird ein  Verfahren, für dass es meines Erachtens (was wenig zählt) keine Notwendigkeit, keine Berechtigung mehr gibt ( ich habe im Rahmen meine zahnärztlichen Tätigkeit seit 1990 noch nie ein paraformaldehydhaltiges Präparat eingesetzt) und welches nach Ansicht der Fachgesellschaften nur noch in Ausnahmefällen, wenn überhaupt, zum Einsatz kommen sollte,  weiterhin bezahlt und sogar höher bezuschusst  als früher.

Das verstehe, wer will…

Ich will weder den Gebrauch von CHKM noch von LSD propagieren und ich bin froh, dass es ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit gibt.

Aber – ich finde, es wird mit zweierlei Maß gemessen, wenn im Schatten jeglicher CHKM – Diskussionen  die Tatsache nicht wegzudiskutieren ist,  dass paraformaldehydhaltige Präparate Tag für Tag in  deutschen Praxen zum Einsatz kommen.
Bei einer Dosierung (siehe Paracelsus),  die, sofern auch nur die geringste Öffnung einen Austritt aus dem Zahn in den Knochen zulässt, ein Absterben des den Zahn umgebenden Knochens zur Folge haben kann.

Totenkopf

Totenkopf

Laschal, die Dritte

von Christian Danzl

Von den zierlich- grazilen, aber dennoch stabilen Instrumenten von Laschal sind hier bereits zwei beschrieben worden.
Hier nun eine Schere zur Nahtentfernung.

Schere? – Hab ich schon!   … werden Sie sagen.
Da haben Sie recht, und es wird auch nicht nur eine sein…

Was ist an der Laschal – Schere nun so aussergewöhnlich, dass sie an dieser Stelle Erwähnung findet ?

1. Sie hat keine Augen, in die man die Finger einfädeln muss. Sie öffnet sich durch Federkraft.
Eine Bügelschere also, jedoch mit Gelenk. Das ist äußert angenehm, wenn man sie im Mund drehen muss. Praktisch bedienbar wie eine Pinzette.
2. Eine Branche hat eine Einkerbung mit der man den Faden zum durchschneiden abheben und halten kann. Praktisch, wenn man gerade keine Hilfe hat, die das OP-Gebiet freihält, oder den Faden spannt.
3. Die Branche mit der Einkerbung ist nach vorne hin stumpf, sodass die  Gingiva nicht so leicht verletzt werden kann.
Man kann also mit der Schere auch Fäden aufnehmen, die direkt auf der Gingiva aufliegen, ohne diese mit einer Pinzette abhalten zu müssen und braucht dennoch keine Angst zu haben, die Gingiva zu verletzen.

C wie Caesar I

von Bonald Decker

Im klinischen endodontologischem Alltag sieht man sich als Behandler immer wieder mit besonderen anatomischen Variationen konfrontiert. Hierzu zählen unter anderem  c-förmige Wurzelkanalkonfigurationen, die eine differenzierte Herangehensweise während der Therapie erfordern.Vor allem bei zweiten Unterkiefer-Molaren ist diese Besonderheit vermehrt anzutreffen (Inzidenz bis zu 30%).

Laut aktueller Studienlage ist hingegen ein Auftreten dieser Eigenheit bei Oberkiefer-Molaren sehr selten. Bei ersten OK-Molaren wird eine Häufigkeit von 0,12% angegeben.

Anbei möchte ich den Fall eines ersten oberen Molaren vorstellen, bei dem sich eine c-förmige Wurzelkanalkonfiguration des distalen und palatinalen Wurzelkanalsystems ergab. Dank moderner Aufbereitungstechniken (mittels Ultraschallpräparation) sowie warmer Obturationstechniken gelang es, den anatomischen Strukturen möglichst gerecht zu werden.

IDS 2009 (7) Microscopes are here to stay

von Hans – Willi Herrmann

Spätestens mit dieser IDS ist es nicht mehr zu übersehen.

Das Dentalmikroskop hat sich seinen festen Platz in der Zahnmedizin erobert.

Erkennbar an 2 Dingen.

Zum einen gab es eine ganze Reihe von Ständen, an denen ein Dentalmikroskop den Kollegen zum Arbeiten und zur Visualisierung zur Verfügung stand. Immer und immer wieder, wenn man durch die Reihen ging, gab es die verschiedensten Mikroskope an den Ständen der Aussteller zu entdecken. Und diese Mikroskope wurden genutzt.
Wohlgemerkt, ich rede von Ständen, die keine Mikroskope verkaufen.

Zum anderen hat OMS, ein italienischer Hersteller u.a. von zahnärztlichen Behandlungseinheiten den ersten Zahnarztstuhl vorgestellt, in den ein Dentalmikroskop als fester Bestandteil integriert ist.

Ein Kaps – Mikroskop, wie unschwer zu erkennen ist.

Bleibt nur die Frage, wann Kavo oder Sirona die erste integrierte Lösung mit einem Zeiss Pro Ergo anbieten werden. Spätestens dann ist das Dentalmikroskop zahnärztlicher Mainstream geworden. Wird aber vermutlich noch etwas dauern.

Dentalmikroskop am Stuhl

Dentalmikroskop am Stuhl

IDS 2009 (3) Neue Nickel – Titan – Systeme

von Hans – Willi Herrmann

Über die  Twisted Files von Sybron Endo, dem ersten NiTi – System der 4. Generation haben wir gestern, über die nagelneuen Path – Files von Maillefer vor kurzem berichtet.
Und bei Maillefer gibt es als IDS- Premiere darüber hinaus ein weiteres neues Nickel – Titan  System für den deutschen Markt.
Die GTX – Feilen sind die Weiterentwicklung der System GT – Feilen, die wiederum auf den bereits 1999 in Deutschland vorgestellten GT Rotary Files aufbauten. Sozusagen also die dritte Generation dieser Instrumente aus der Hand von Steve Buchanan, und diese Versionnummer 3 besteht zu Recht, denn die Feilen sind eine deutliche Weiterentwicklung. Im Plexiglasblock arbeiteten die flexiblen, da speziell wärmebehandelten Instrumente effizient und meisterten sogar den tückischen S – Block  tadellos.

Auch bei Komet gibt es zwei neue Ni –  Ti – Systeme, beide wie vom Hersteller gewohnt,  titannidridbeschichtet für eine höhere Schneideneffizienz und längere Haltbarkeit.
Die bekannten Alpha -Feilen wurden in das AlphaKite – System überführt.
Namensgebend  ist der drachenförmige Querschnitt der Feilen, die in Crown Down -Technik eingesetzt werden.
Mit dem EasyShape – System wurde ein zweites System aufgelegt, dessen Ähnlichkeit zu  Mtwo – Instrumenten unverkennbar ist.
Ebenso wie dieses wird es in Single Length – Technik eingesetzt.
Ob es  das Mtwo – System, das laut Herstellerangaben  im  Jahr 2008 das meistverwendete NiTi – System in Deutschland war, von  Platz 1 verdrängen kann, bleibt abzuwarten, denn die Easy Shape – Feilen sind  deutlich steifer als die Instrumente des Marktführers. Es zeigt aber das Engagement von Komet in diesem Bereich, die ihre Instrumente komplett im Haus produzieren.

„Ein flotter Dreier“ – unter diesem Marketing – Claim präsentiert MicroMega seine neuen NiTi – Feilen.
Revo S.
Drei Instrumente für die Basissequenz ermöglichen eine Aufbereitung bis 25/.06.
Für höhere apikale Aufbereitungen gibt es 30,35 und 40er Instrumente in einer 6% Konizität. Eine Besonderheit des Instrumentendesigns ist der asymmetrische Querschnitt der Instrumente. Er  ermöglicht eine höhere Flexibilität im Vergleich zu Instrumenten mit symmetrischem Aufbau.
Die Revo S sind nicht die ersten Instrumente mit einem solchen Designmerkmal, hier war FKG  mit den Bio Race – Instrumenten Vorreiter, aber es ist davon auszugehen,  dass noch weitere Hersteller dieses Designfeature für zukünftige Feilengenerationen aufnehmen werden. Hier wird vermutlich ein neuer Trend gesetzt.

A pro po Biorace.
Die sind auch noch nicht so lange auf dem Markt, ein Besuch bei FKG ist daher sicherlich sinnvoll für viele endointeressierte IDS – Besucher. Und das gilt auch für einen Abstecher zu den  beiden Platzhirschen, Mtwo und ProTaper.

Nachwievor geben diese beiden Systeme den Maßstab vor, den alle anderen Systeme erfüllen müssen, und den gilt es auszuloten. Ein Besuch am Messestand macht daher Sinn, zumal VDW, solange Vorrat reicht, Mtwo – Basis -Sets im Wert von rund 24 Euro kostenlos an die Besucher ausgibt.


IDS – 2009 (1): Twisted Files 30/.06 und 35/.06

von Hans – Willi Herrmann

Heute hat die IDS in Köln ihre Pforten geöffnet und auch wenn die revolutionäre Entdeckung im Endodontie – Bereich bisher ausgeblieben ist, so hat der erste Messetag doch eine Reihe von interessanten Dingen zutage gefördert, über die ich in den nächsten Tagen berichten werde.

Beginnen möchte ich mit den Twisted Files von Sybron  Endo.

Die enorme Flexibilität dieser Instrumente, die einer spezielle Wärmebehandlung unterzogen werden, um diese anschließend verdrillen zu können, schreit förmlich nach Greater Taper – Instrumenten mit größerem apikalem Durchmesser.
Aus Kapazitätsgründen waren bisher nur 25er Instrumente auf dem Markt.
Jetzt – endlich – gibt es auch Instrumente 30/.06 und 35/.06.
Die Flexibilität erscheint auf den ersten Blick noch einmal höher als bei den Mtwo – Instrumenten gleichen Durchmessers, die bisher die Messlatte angelegt hatten. 

Ich werde auf jeden Fall die neuen Twisted – Files in stark gekrümmten Kanälen zum Einsatz bringen, um zu sehen, wie diese solch schwierige Situationen meistern werden.

 

Twisted Files

Twisted Files

Toxavit – Auf Anhieb in die Top 3

von Hans – Willi Herrmann

Dieser Internet – Blog basiert auf WordPress als Kommunikationsplattform und man findet dort nicht nur Werkzeuge zum Erstellen und Auditieren der Beiträge, sondern darüber hinaus bekommt man auch Infos, mit welchen Stichworten als Suchbegriff unser Blog „WURZELSPITZE“ aufgesucht wurde.

Ein Stichwort taucht auffallend häufig auf: „Toxavit“.

Es vergeht seit Einstellen der Beiträge zu diesem Thema kaum ein Tag, an dem nicht nach „Toxavit“gesucht wird.
Und so ist der Beitrag „Toxavit -Nekrose“ innerhalb kürzester Zeit in der Hitliste der meistangeklickten Beiträge bereits auf Platz 3 vorgerückt.
Alle anderen Beiträge haben, um in diese Regionen vorzustossen, wesentlich länger benötigt oder konnten auf eine besondere Erwähnung an anderer Stelle zurückgreifen.

Offensichtlich scheint also ein nicht unerhebliches Interesse zu bestehen an Infos zu „Toxavit“.

Aber von wem geht es aus ?
Von den Zahnärzten ?
Eher unwahrscheinlich.
Die kennen sich mit diesem Material aus. Insofern ist hier meines Erachtens das Interesse nicht sonderlich hoch.

Oder doch von den Patienten, die in Kontakt mit dem Material gekommen und gegebenenfalls sogar unangenehme Erfahrungen damit gemacht haben? Darauf deuten zumindest Suchbegriffe wie „Toxavit Liegedauer“ und „Toxavit Nekrose“ hin. Anbei Suchanfragen von heute.

Wenn dem so wäre, dann gibt es offensichtlich doch häufiger Probleme mit Toxavit oder die Patienten stellen zumindest hinsichtlich der Natur des Materials Nachforschungen an.

Das sollte jeden Toxavit – Anwender nachdenklich machen.

 

Toxavit Suchworte

Toxavit Suchworte

Meine Zähne – mein Leben lang

von Hans – Willi Herrmann

Pünktlich zur IDS präsentiert VDW eine neue Patientenbroschüre zum Thema „Endodontie“.

In moderner optisch ansprechender Form erklärt die Broschüre kurzgefasst, aber  dennoch auch für den Nichtfachmann gut nachvollziehbar, die Gründe für die Durchführung und die Abläufe im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung.
Anschauliche Grafiken und Fotos illustrieren und verdeutlichen die Sachverhalte.

Im Wartezimmer ausgelegt oder dem Patienten zur Vorabinformation mitgegeben stellt der Info – Flyer mit dem Titel „Meine Zähne – mein Leben lang“  ein nützliches Hilfsmittel zur Patientenaufklärung dar, in der auch der Hinweis nicht fehlt auf Kosten, die gegebenenfalls von Krankenkassen nicht übernommen werden.

Interessierte Zahnärzte können die Broschüre für einen geringen Unkostenbeitrag bei VDW erwerben.
Ausserdem besteht in Kürze  die Möglichkeit, sich die Broschüre im Internet von der VDW – Homepage als PDF – Dokument herunterzuladen.

VDW Broschüre "Meine Zähne - mein Leben lang"

VDW Broschüre "Meine Zähne - mein Leben lang"

Überlänge (2)

von Olaf Löffler

Nachdem Verlängerung der Papierspitzen und Guttaperchastifte mittels Hedströmfeilen beschrieben wurde ( Überlänge ) möchte ich nun eine Möglichkeit der Verlängerung der thermischen Obturationsinstrumente beschreiben.

Die Hitzeplugger des System B sind lediglich für „Standardlängen“ geeignet. Ein Modifizieren dieser Ansätze ähnlich der Microopenerverlängerung führt durch zu starkes Biegen dieser Ansätze zum Funktionsverlust.

Anders verhält es sich konstruktionsbedingt bei den Ansätzen des Touch´n Heat Gerätes. Diese funktionieren in den System B Geräten und lassen sich problemlos anpassen. Lediglich ein Rotationsschutz (Aussen -Fünfkant am Hitzeträger, Innen – Fünfkant am Handstück )ist mit den Touch ´n Heat Ansätzen (da ohne Fünfkant) nicht gegeben. Da der Ansatz wie im Bild 1 gerade aufgebogen wird, ist der Rotationsschutz nicht notwendig. Mittels dieses Ansatzes sind nun Hitzeplugger bis 38mm Länge nutzbar.

Die Dovgan Plugger mit Längen von 35 mm sind zur Guttaperchakondensation geeignet. Mit dieser Kombination sind thermische Obturationen in nicht zu stark abgewinkelten langen Wurzelkanälen möglich.

Bild 3 zeigt die Wurzelfüllung eines oberen Eckzahnes mit 31mm Länge.

Seitenkanal

von Donald Becker

Gibt es eigentlich eine klinische Relevanz dafür, dass es sinnvoll wäre, in Wurzeln vorhandene Seitenkanäle abzufüllen ?
„Im Prinzip Nein“, würde Radio Eriwan antworten.

Denn jede Wurzel enthält eine Vielzahl von Seitenkanälen.

Wären ungefüllte Seitenkanäle die Ursache für einen klinischen Misserfolg, dann sollten eigentlich Misserfolge auf Grund dessen die Regel sein, denn nur in den seltensten Fällen werden Seitenkanäle abgefüllt und selbst dort, wo dies der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass die betreffenden Zähne ebenfalls weitere, ungefüllte Seitenkanäle beinhalten.

Dass dem nicht so ist, lässt vermuten, dass gefüllte Seitenkanäle keine obligate Voraussetzung für einen Behandlungserfolg darstellen.

Nachfolgender Fall ist ein anschauliches Beispiel für  die berühmte Ausnahme von der Regel.

Bei einer Kontrolluntersuchung fiel an Zahn 21 eine diskrete Sekretentwicklung vestibulär auf. Eine Sondierung mit einer PA – Sonde zeigte eine isolierte Tasche von 6 mm.

Der Zahn ist mit einer Metallkeramikkrone und einem weit nach apikal reichenden Wurzelstift versehen und beide sind mehr als 15 Jahre in situ.

Bei einer singulären tief reichenden Tasche im ansonsten PA – unauffälligem Gebiss sollte man immer an einen devitalen Zahn, aber auch  an eine vertikale Wurzelfraktur denken. Im  vorliegenden Fall war Letzteres im Hinblick auf den endodontisch stiftversorgten Zahn sehr wahrscheinlich.

Die Prognose beim Vorliegen einer Fraktur ist infaust, selbst wenn der Patient wie bei diesem Zahn nichts von der Problematik der Situation bemerkt haben sollte.

Eine Inspektion des betreffenden Bereichs unter Zuhilfenahme des Dentalmikroskops (mit einem  Heidmann – Spatel wurde die Gingiva retrudiert) ergab keinen Hinweis auf eine Fraktur. Eine explorative Aufklappung sollte daher Klarheit schaffen und gegebenenfalls die Patientin davon überzeugen, den Zahn 21 entfernen zu lassen.

Nach der Aufklappung die Überraschung: Zwar zeigte sich ein tiefreichender vertikaler Knochenabbau, jedoch liess sich kein diesbezüglich korrespondierender Frakturspalt auffinden.
Vielmehr fand sich am unteren Ende des Knochendefekts ein bereits mit der Lupenbrille deutlich sichtbarer, relativ großer Seitenkanal.

Es wurde daher folgender Versuch unternommen, den Zahn 21 zu erhalten: Zunächst wurde minimal der Knochen rund um den Seitenkanal entfernt, bis sich ein Ultraschallansatz, wie er normalerweise im Rahmen einer WSR Retro  -Präp zum Einsatz kommt, in den Seitenkanal eingebracht werden konnte.
Es erfolgte die Präparation einer Retrokavität.
Diese wurde anschließend mit einem Flow – Komposit in Dentinadhäsiv -Technik verschlossen.

Der gingivale Heilungsprozess verlief schnell und unauffällig.
Röntgenaufnahmen nach 12,24 und 36 Monaten zeigten eine knöcherne Konsolidierung der ehemals vorhandenen Knochendestruktion.

seitenkanal_ro001
Noch eindrucksvoller war der klinische Attachmentgewinn im Bereich des verstibulären Knochendefektes. Die Sondiertiefe reduzierte sich von 6 mm auf 1 mm. 
Auch wenn davon auszugehen ist, dass im Bereich des Knochendefektes keine Knochenneubildung stattgefunden hat , so bedarf es einiger Kraftanstrengung, die PA – Sonde an dieser Stelle auch nur 1 mm einzubringen.

Seitenkanäle – Nicht immer, aber manchmal der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg.

Verbindungsprobleme

von Oscar von Stetten

Als ich letztens eine Kamera mit HDMI-Ausgang am Mikroskop hatte, wollte ich natürlich DEN Vorteil einer Full-HD-Darstellung am Flachbildschirm nutzen. Also kam nur HDMI in Frage. Leider hat die Kamera einen Mini-HDMI-Stecker-Ausgang. Nix schlimmes, ab zum Fachmarkt des Vertrauens und einen Adapterstecker gekauft. Dieser war von einem renommierten Zubehörhersteller und nicht gerade ein Schnäppchen für einen simplen Stecker.

Eingesteckt und…… es ging nicht. Warum? Der Kamerahersteller hat aus Abdichtungsgründen die Buchsen versenkt. Diese Versenkung verhinderte das vollständige Einführen des Adaptersteckers. Selbst ein liebevolles, forciertes Einführen hat nicht zum Funktionieren geführt. Also ab ins Labor, die grobe Gipsfräse eingespannt und den Adapterstecker wiederum liebevoll modifiziert. Überraschung: es ging wieder nicht…..

Da meine Liebe inzwischen aufgebraucht war, suchte ich im Internet nach einer Lösung. Und fand sie. Ein Adapterkabel mit 20cm Länge, welches perfekt passte. Auch kein Schnäppchen, aber das kauft man sich nur einmal. Der Vorteil: wenn man die Kameras am DM so oft wechselt wie ich, ist es von Vorteil, das passende Kabel bereits durch das DM hindurch gelegt zu haben. Da man sich nie sicher sein kann, welches Kabel-Steckersystem den Herstellern als nächstes in den Sinn kommt, sollte man, um flexibel zu blieben, sich für einen Typ entscheiden. Die HDMI-Kabel und Stecker werden auf längere Sicht so bleiben, wie sie sind. Durch das Adapterkabel habe ich eine flexible Lösung, egal ob Mini-HDMI- Stecker oder normaler HDMI-Stecker. Es kostet mich 2 sec, es auszutauschen, ohne die Not, ein neues Kabel durchs DM ziehen zu müssen.

Und ob das originale Kameraverbindungskabel des Kameraherstellers unbedingt ein Schnäppchen ist und ob es in der von mir benötigten Länge gibt, habe ich nicht einmal erfragt, da ich die Zubehörpreise schon immer etwas überzogen fand. Und sicher ist, dass die digitale Bildübertragung die Zukunft ist, auch wenn wir manchmal noch am Analogen hängen…..

Miharu – Intraoralkamera – ein erstes Kennenlernen

von Hans – Willi Herrmann

Vom Dachauer Zahnarzt Dr. Harald Vögele habe ich die Mihura Intraoralkamera, die wir vor ein paar Wochen hier erwähnt haben, zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt bekommen.

Zunächst habe ich mehrmals höflich abgelehnt, denn ich sehe in meiner Praxis keinen sinnvollen Einsatz für ein solches Gerät, aber er liess nicht ab davon, mir das Gerät zuzuschicken (vielen Dank, Harald) und so lag es letzte Woche auf meinem Praxisschreibtisch.

In unserem Behandlungszimmer haben wir einen 40 Zoll LCD Bildschirm, den wir für die Übertragung der Kamerabilder unseres Dentalmikroskopes nutzen. An diesen habe ich die Kamera über den Chincheingang angestöpselt.

Ich hatte wenig Erwartungen und war überrascht, dass dieses Gerät (wir reden von einem Preis von 120 Euro) eine für die Investitionssumme ansprechende Bildqualität liefert. Hatte ich, ehrlich gesagt, in dieser Form nicht erwartet. Unsere ZMF war auf jeden Fall ebenfalls von den intraoralen Bildern angetan und hätte gegen einen Einsatz in der Prophylaxe nichts auszusetzen gehabt.

Nach wie vor sehe ich jedoch praktische Probleme beim Einsatz. Das fängt an mit der Verkabelung und geht weiter im Hinblick auf die Fragestellung, ob und falls ja, wie Kamerabilder gespeichert werden können. Aufwändige PC – Lösungen haben mich jedenfalls schon vor vielen Jahren von unserer Dentalscout Kamera abrücken lassen. Falls jemand diesbezüglich mit einer praktikablen Speicherlösung aufwarten könnte, bitte ich um Kontaktaufnahme.

Ansonsten würde ich mir für die Miharu eine Speichermöglichkeit von Bildern wünschen analog zur Digitalkamera. Gäbe es diese (vielleicht auf einer Micro SD Karte) würde ich eine solche Kamera (einen annehmbaren Preis vorausgesetzt) für meine Praxis erwerben.

Vibringe – Ein Update

von Hans -Willi Herrmann

An dieser Stelle habe ich vor kurzem über eine neue Möglichkeit der Aktivierung von Spülflüssigkeiten gesprochen.
Zwischenzeitlich habe ich den Namen des Gerätes erfahren, das wegen seines aussergewöhnlichen Designs mit dem IF design Award 2009 ausgezeichnet wurde: Vibringe.

Es wird in Deutschland von Jadent vertrieben.

Näher Infomationen zum Produkt finden sie auf der Homepage des Herstellers.
Dort ist auch ein Video zu sehen, dass die Vibringe in Aktion zeigt.

Vibringe

Vibringe

Projektion und Ausmaß von ossären Läsionen – Täuschung und Realität

von Stefan Verch

Der endodontisch engagierte Kollege sucht Röntgenbilder routinemäßig nach apikalen Läsionen ab.
In der Regel ist eine apikale Aufhellung dann auch tatsächlich einer endodontischen Ursache zuzuführen und durch eine Beseitigung der Ursache, also durch eine entsprechende Wurzelkanalbehandlung, zu heilen.

Differentialdiagnostisch können jedoch einfache Projektionsphänomene falsche Diagnosen provozieren und somit falsche Therapieren induzieren.

Ich möchte zwei Beispiele aufzeigen: in einem Fall ist die Ursache für die vermeintliche apikale Aufhellung am Nachbarzahn zu finden und im anderen Fall am gleichen Zahn, jedoch anderer Ätiologie als einer endodontischen.

Fall 1 zeigt auf dem Röntgenbild 3 eine große apikale Aufhellung, die sich scheinbar von der distalen Wurzelspitze des Zahnes 36 bis nach 37 hinzieht. Der Zahn 36 ist seit mehreren Jahren mit einer Wurzelfüllung, einem Stiftaufbau und einer Krone versorgt. Die Patientin klagte nie über Auffälligkeiten an diesem Zahn. Ca. 9 Monate vor der Röntgenaufnahme 3 wurde 37 mit einer Krone versehen auf einer alten Wurzelfüllung, die der Behandler für akzeptabel und nicht revisionsbedürftig einstufte. Die Kronenkeramik platzte trotz Einschleifens ca. 3 Monate okklusal ab. 9 Monate später klagte die Patientin über heftige Schmerzen, die der Behandler laut Röntgenbefund einer Exazerbation der kleinen apikalen Läsion an Zahn 36 ( s. Röntgenbefunde 1 und 2, die den Zustand vor Überkronung 37 darstellen)zuordnete. Er empfahl eine Wurzelspitzenresektion ohne orthograde Revision des Zahnes 36.

Differentialdiagnose:

Die Patientin zeigt zum Zeitpunkt der Röntgenaufnahme 3 Perkussionsschmerz an 37 und etwas an 36, der Aufbiß wird an 37 stärker unangenehm empfunden als an 36. Der Loslass Test zeigt keinen eindeutigen Befund, Sondierungen liegen bei 3-4 mm Taschentiefen an beiden Zähnen, lediglich mesial am 37 gibt es etwas tiefere Taschenwerte bis 5 mm. Die Patientin erzählt, daß sie ca. 5 Monate zuvor einmal einen heftigen Schmerz beim Kauen in der Region empfunden hatte.

Offenbar ist es in 9 Monaten zu einer sehr großen Läsion gekommen; eine Exazerbation der dezenten Aufhellung an 36 ist eher unwahrscheinlich; differentialdiagnostisch ist eine Fraktur auszuschließen.

Ich habe die Diagnose Fraktur an 37 gestellt und zu einem diagnostischem Aufklappen geraten. Da die Patientin bereits einen Termin zur WSR hatte bei ihrer Chirurgin ihres Vertrauens, kommunizierte ich im Arztbrief meine Diagnose.

Die Chirurgin befolgte das dianostische Vorgehen, obwohl auch sie fest von einer Ursache an der distalen apikalen Aufhellung an 36 ausging. Intraoperativ stellte sich ein Riss der mesialen Wurzel 37 dar, der zur Extraktion des Zahnes führte. Zahn 36 ist in situ und macht keine Beschwerden, die Patientin nimmt zur Zeit noch Abstand von einer möglichen Revisionsbehandlung.

Ich habe aus dem Fall noch einmal gelernt, daß es durch Projektionsphänomene schnell zu Fehldiagnosen kommen kann und das betrachtende Auge immer wieder von der scheinbar evidenten Ursache lösen sollte und an andere, benachbarte Ursachen gedacht werden sollte.

Im Fall 2 sieht man an Zahn 31 eine vermeintliche apikale Läsion, die ohne weitere Befunde schnell zu einer ursachenbezogenen Wurzelkanaltherapie führen würde.

Zahn 31 ist jedoch vital und steht in einem parodontal vorgeschädigten Gebiß. Die Taschenwerte reichten im Jahr 2005 mesial bis 10 mm und distal bis 2mm.

Es handelte sich um eine rein parodontale Läsion, die auf dem Röntgenbild projektionsbedingt bis zum Apex reichte.

Der Zahn wurde zunächst geschlossen kürettiert und später in einer Lappenoperation mit Emdogain behandelt.

Die Messwerte im Jahre 2009 betrugen mesial 3mm und ansonsten 2mm und kann als parodontal geheilt betrachtet werden. Der Zahn ist vital und das Röntgenbild zeigt das vermeintliche Ausheilen der apikalen Läsion – ohne Wurzelkanalbehandlung… Tatsächlich ist die parodontale Läsion ausgeheilt.

Solange eine deutliche Sensibilität auf Kältereiz bei einwurzeligen Zähnen feststellbar ist, ist zunächst eine parodontale Läsion anzunehmen. Bei mehrwurzeligen Zähnen hingegen kann auch bei vorliegendem positivem Kältetest eine endodontische Beteiligung nicht ausschließen. In diesen Fällen gehe ich zunächst primär parodontal vor und beobachte den Zahn in engen Abständen auf Vitalität und röntgenolgischem Befund, um ggf. dann doch noch zusätzlich endodontisch vorzugehen.


Zahnhalsfüllung

von Bodald Necker

Zahnhalsfüllungen gehören in fast jeder Zahnarztpraxis zum Tagesgeschäft. Entweder keilförmige Defekte und/oder Wurzelkaries sind es, die tag-täglich zu behandeln sind. Eine deutliche Erleichterung dieser Versorgungen stellt für mich die Adhäsivtechnik dar. Mussten früher noch Unterschnitte in die Kavität präpariert  und gesunde Zahnhartsubstanz geopfert werden, reicht es heute, die Füllungen zu kleben.

Kofferdam anzulegen ist mit der richtigen Klammer meist kein großes Problem. Aber nicht alle Patienten wollen den erhöhten Aufwand bezahlen.

Um einigermassen wirtschaftlich den Zahn zu versorgen,  bietet sich ein One-Bottle System an. Ätzen, Primen und Bonden in einem Arbeitschritt.
Wir verwenden in unserer Praxis iBond von Heraeus Kulzer.

Bleibt aber noch ein Problem bei der Zahnhalsfüllung:

Die Farbe.

Wenn die Zahnfarbe schon dunkel ist, A 3,5 oder A 4, der cervicale Anteil des Schmelzes dunkler, welche Farbe dann nehmen um die noch dunklere Wurzel einigermasssen unauffällig zu versorgen?

Hier hat sich bei uns QuixFil von Dentsply bewährt. Es wird nur in (k)einer Farbe angeboten, nämlich transparent. Das hat den großen Vorteil, dass die (dunkle) Farbe des Zahnes durchscheint und sich die Füllung farblich sehr schön anpasst. Die Polymerisationsschrumpfung ist bei QuixFil relativ gering und durch die Transparenz ist die Füllung auch überdurchschnittlich schnell ausgehärtet.

Ausgearbeitet werden die Zahnhalsfüllungen bei uns mit Sof-Flex Scheibchen oder Finierdiamanten in Flammen-Form.

Auch wenn sie die Patienten für die aufwändigere Versorgung entscheiden, mit Kofferdam, Säure-Ätzung und Syntac-Classic ist das Komposit der Wahl oft QuixFil.

Quixfil1

Compule

iBond

Zahnhalsdefekte

Zahnhalsdefekte

nach Legen der Füllung, vor der Ausarbeitung

nach Legen der Füllung, vor der endgültigen Ausarbeitung

Apikale Aufhellung (4)

Zustand nach Wurzelkanalbehandlung und nachfolgender WSR vor ca. 10 Jahren alio loco.

Erstvorstellung 2004 mit akuten Beschwerden.  

Revision

apikaler MTA-Verschluss des Neoapex

Backfill mit Guttapercha und Sealer.

Recallbild 3 Jahre postoperativ.

Schutzbrille revisited

von Christian Danzl

Von meinen geliebten 2720er Schutzbrillen habe ich ja schon geschrieben.

Auch beschriebener Nachteil:
Bei 3M ist keine orange Scheibe verfügbar.

Durch Zufall habe ich beim Optiker eine alte bekannte wieder gefunden – die Swiss Eye Outbreak.
Und diese gibt es mit oranger Scheibe. Ich hatte sie vor Jahren einmal. 

Die „Outbreak“ von Swiss Eye ist der 3M-Schutzbrille seeeehr ähnlich (früher waren sogar die Bügel gleich).
Die orange Scheibe filtert das Blaulicht der Polymerisationslampe nicht komplett aus, aber die Reduktion ist deutlich zu sehen.
Das macht sich sehr gut bei Patienten und auch bei lichtempfindlichen Helferinnen, die nicht in die Richtung des Blaulichtes schauen können.

Der Preis von knapp 35 Euro aber leider fast 5mal so hoch, wie bei 3M. 
Aber bei einer 3M-Schutzbrille fehlt auch der „Coolness-Faktor“. 

 

Swiss Eye Outbreak

Swiss Eye Outbreak

mit Polymerisationslampe

mit Polymerisationslampe

modifizierter Bügel im Vergleich zur 3M 2720

etwas modifizierter Bügel bei der "Outbreak"

Auf den Hund gekommen

von Hans – Willi Herrmann

Ende 2008 habe ich auf dem Weg zu einem Vortrag einen Kollegen in seiner Praxis besucht.

Er führte eine Wurzelkanalbehandlung an einem ungewöhnlichen Patienten durch: Einem Hund.

Nicht dass er das häufig täte, es hatte sich zufällig ergeben. Die Besitzerin hatte ihn angesprochen, ob so was machbar und sinnvoll sei. Der Hund war sehr jung, er hatte sich beim Kauen auf etwas Hartes den Backenzahn frakturiert. Er schonte sich auffällig und verweigerte die Nahrung. Offensichtlich bereitete ihm das Fressen große Schmerzen. Mit einem wurzelkanalbehandelten Zahn könnte er eventuell noch viele Jahre weiter kauen. Ein ihr bekannter  Tierarzt könne die Narkose vornehmen. Ob er es versuchen wolle.

Gesagt, getan.

Da lag er nun, der Hund, als ich zur Behandlung stieß.
Und irgendwie hatte das Ganze schon etwas Bizarres.
Während in Deutschland nachwievor über die Sinnhaftigkeit von Kofferdam diskutiert werden muss und viele hunderttausendmal im Jahr mit paraformaldehydhaltigen Mitteln gearbeitet wird, liegt hier ein Mischlingshund zur Wurzelkanalbehandlung und diese Behandlung wird durchgeführt unter Kofferdam und unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes.

Der Hund ist, seine Wurzelkanalbehandlung betreffend, auf der Höhe der Zeit in der Zahnmedizin.
Wieviele Patienten in Deutschland können das Gleiche sagen ?

Nach der Wurzelkanalbehandlung wurde der Zahn noch mit einer Kompositfüllung versehen.

Der Hund hat das Ganze gut überstanden.

Er frisst  wieder ohne Probleme.
Für ihn war es fast schon Routine.
Es war schon sein zweiter Backenzahn, der endodontisch behandelt wurde.

Auslandszahnersatz – der erste Kontakt

von Hans – Willi Herrmann

Die Patientin kommt zur Erstuntersuchung.
Eher beiläufig, im Nebensatz  mache ich die Bemerkung, dass die Brücke im Unterkiefer schon etwas älter ist.

„Wieso ?“ fragt die Patientin, leicht gedehnt.

Ich merke sofort, es wäre besser gewesen, nichts zu sagen.
Autsch, Fettnäpfchen.

„Die ist vom Januar“, sagt die Patientin mit irritierter Stimme.
Wir haben September.  Die Brücke von 35 auf 37  also gerade mal 9 Monate alt.

Aussehen tut sie, als ob sie in den 70er  Jahren gemacht worden wäre, die Ästhetik ist grottenschlecht. Okklusal  und an den Kronenrändern schimmert der Opaker durch. Dicke Kronenränder, überstehend.

In Malaysia wurde sie angefertigt. Der Patientin war dies offensichtlich egal, vermutlich weil der Zahnersatz günstiger angeboten werden konnte.

Jetzt ist die Patientin wieder da. Von der Brücke ist an 37 okklusal die Verblendung weitestgehend abgeplatzt.

Die Patientin möchte eine neue Brücke.
Gerade mal 3 Jahre hat diese Brücke gehalten.
Hat es sich gelohnt, auf Auslandszahnersatz zu setzen ? Sicherlich nicht.

Das wir uns nicht mißverstehen: Mit Sicherheit gibt es auch deutschen Zahnersatz, der so aussieht.

Aber in diesem Fall bin ich sicher, dass der Behandler (im Kollegenkreis bekannt für sein markiges Auftreten)   seinem deutschen Labor so einen Murks nicht durchgehen lassen würde. Im Gegenteil, er hätte die Brücke  dem Zahntechniker um die Ohren gehauen.

Und das ist die Crux an der Sache.

Machen wir uns nichts vor. Wenn mein Labor 8000 Km weit weg ist – werde ich dann die Zahnersatzarbeit wegen irgendeiner Kleinigkeit noch einmal zurückschicken zur Abänderung ?

Oder werde ich diese Arbeit einsetzen nach dem Motto, die nächste Arbeit wird besser, Augen zu und durch.
Das wird natürlich keiner zugeben. Aber gemacht werden wird es so  in Deutschland.

Fakt ist: Es wird Qualität auf der Strecke bleiben, wie bei allen Einsparmaßnahmen.
Pekuniäre Vorteile werden mit Abstrichen in anderen Bereichen erkauft werden.

Das ist genauwie mit dem Toxavit, über das gestern berichtet wurde. Die Indikation, es zu benutzen,  besteht – wenn überhaupt – nur in ganz ganz wenigen Ausnahmesituationen.
Aber in Wirklichkeit wird Toxavit  in Deutschland jedes Jahr  viele 100.000 mal angewendet.

Und in 5 Jahren soll Schätzungen zufolge 30% des Zahnersatzes aus Kostengründen im Ausland hergestellt werden. Wieviel Tausende von Zahnersatzarbeiten werden dann eingesetzt werden, in einer Qualität, die nicht dem Optimum entspricht ?
Das möglich wäre, wenn eine direkte Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker vor Ort dies zuließe ?

Auslandszahnersatz – zum Nutzen des Patienten ?

Dry Socket

von Christian Danzl

Bei uns in der Praxis ist die Zahl der Extraktionen rückläufig.
Der Schwerpunkt hat sich verschoben.
Weg von der Prothetik, mehr hin zur Zahnerhaltung – durch aufwändige Wurzelkanalbehandlung.

Zähne müssen dennoch hin und wieder gezogen werden.

Und ab und zu infiziert sich auch eine Extraktionsalveole. Was beim Patienten nach 2-3 Tagen zu sehr starken Schmerzen führt.

Vorgehen:
– LA
– Anfrischen der Alveole mit scharfem Löffel 
– Einlage einer Tamponade  (Iodotamp beschickt mit Terracortril von Pfizer)
– Wechsel 2 mal oder öfter

Effekt in fast allen Fällen:
Schmerzfreiheit nach dem Nachlassen der LA.
Die Patienten begrüssten dies sehr.

Problem:

Terracortril gibt es in Deutschland nicht mehr.

Der „Nachbau“ vom Apotheker schmeckte zwar ähnlich schlecht, hatte aber so gut wie keine schmerzstillende Wirkung.

 

Ein Kollege verwendet stattdessen nun:

Jellin-Neomycin Salbe von Grünenthal

Auch ein AB-Corticoid-Präparat wie Terracortril.

Sein Fazit: Die Patienten sind nach der ersten Behandlung wieder schmerzfrei.

Wenn auch  zu einem höheren Preis und ohne offizielle Zulassung als Medikament in der Zahnmedizin.

 

 

Jodotamp

Jodotamp

 

Jellin-Neomycin Salbe

Jellin-Neomycin Salbe

Calciumhydroxid – Koronaler Abschluss

von Hans – Willi Herrmann

Noch ein Tipp, die Verarbeitung von Calciumhydroxid betreffend.

Das Material, UltracalXS (Ultradent), ist eingebracht.

Mit den Capillary Tips kein Problem und gut kontrolliert unter Dentalmikroskop – Kontrolle.

Jetzt geht es um den koronalen Abschluss, die provisorische Füllung zwischen den Sitzungen, die bei uns fast ausschließlich mit Glasionomerzement stattfindet.

Wie aber den Glasionomerzement einbringen ?
Eine Isolation gegenüber dem Calciumhydroxid muss her.

Wattepellet ? Definitiv ungeeignet, ebenso wie Peletim – Schaumstoffpellets.

Teflonband wäre eine Möglichkeit, die funktioniert.

Wir gehen seit bald 10 Jahren einen anderen Weg.
Calciumhydroxid – Pulver (aus der 500 Gramm Dose von Merck)  in einem Dappenglas und eine Amalgam -Pistole, die mit dem Pulver gestopft wird.

Anschließend wird das Calciumhydroxid mit der Pistole in die Kavität eingebracht und  mit einem Zementstopfer verdichtet.
Es entsteht eine sehr feste Schicht aus Calciumhydroxid – Pulver, auf die der Glasionomerzement aufgebracht werden kann.

Zusätzlicher Nebeneffekt.
Das Calciumhydroxid in den Kanälen wird verdichtet und verteilt sich besser in den Kanälen.

Und auch das Rausbohren der Füllung gestaltet sich sehr einfach.
Den Bohrer soweit versenken, bis er das  Calciumhydroxid erreicht, was sich durch ein leichtes „Durchsacken“ bemerkbar macht.

Fakt ist, das Teflonband, so sehr ich es schätze, kann unsere altbewährte Vorgehensweise nicht ablösen, die Vorteile überwiegen.

Vielleicht einfach mal ausprobieren ?

 

Apikale Aufhellung (3)

von Donald Becker

Zahn 46

devital, diffuse apikale Aufhellung mehr als kirschkerngroß

3 Behandlungssitzungen

Aufbereitung mit Handinstrumenten und rotierenden Nickel – Titan- Instrumenten.
Apikale Master – Feile Mtwo 35./06.

Röntgenkontrolle unmittelbar nach WF, 6 Monate nach WF, 2 Jahre nach WF

Etwas Besseres als hier finden wir allemal…

von Hans – Willi Herrmann

Eine Endo – Patientin aus einer Stadt, etwa 80 km von uns entfernt, berichtete, dass ein ortansässiger Zahnarzt die Praxis verkauft habe, weil er in die Schweiz ginge.

Es stellt sich heraus, dass es ein Kollege ist, bei dem ich einen Teil meiner Assistenzzeit absolviert hatte.

Von Zeit zu Zeit hatte ich ihn auf Fortbildungen getroffen und in den letzten Jahren hatte er zunehmend über die unbefriedigende Situation in der Praxis geklagt.

Aber gleich alle Zelte abbrechen und auswandern ?

Denn nichts anderes ist es ja, was er tut der Kollege, der gegen Ende seines Arbeitslebens noch einmal ganz von vorne anfängt.

Schön ist es ja in der Schweiz. Aber soll man wirklich in  ein Land gehen, dessen Bewohner den Grad an Sympathie zu den Deutschen bei Fußballländerspielen in  Jubelschreien ausdrücken.
Für die gegnerischen Mannschaften wohlgemerkt.
Gehen sie mal bei einem Fussball – Länderspiel Deutschland gegen Irgendwen in eine Schweizer Kneipe. Der Gegner ist egal, glauben sie mir, jedes Tor wird umjubelt, solange der Torschütze kein Deutscher ist. Und die Schweizer Zahnärzte haben auch nicht umbedingt die beste Laune, im Hinblick darauf, dass immer mehr deutsche Zahnärzte in das Land der Eidgenossen kommen, um Ihnen endlich mal zu zeigen, wie tolle Zahnheilkunde aussieht.

Ich versuche ihn telefonisch zu erreichen, zunächst ohne Erfolg.

Und erwische ihn eine Woche später, bereits in der Schweiz.

„Besser jetzt, mit 55 noch einmal neu anfangen, als in ein paar Jahren, wo gar nichts mehr geht, hier bei uns. Und ich zu alt bin, um noch mal von vorne anzufangen“, sagt er.

„Naja, jetzt mal ehrlich, 55 ist auch nicht unbedingt das Optimum diesbezüglich“, sage ich.

Wie ätzend muss es sein, in diesem unserem Lande, wenn jemand mit 55, nachdem er schon mehr als 25 Jahre in eigener Praxis gearbeitet hat, all dies hinter sich lässt.

Würde man dies erwarten.
Eher nicht.
Eigentlich ist in bundesdeutschen Köpfen, insbesondere in den Häuptern von Politikern drin, dass der Kollege, mit der lässigen Gewissheit, schon längst für seinen Lebensabend genug Mammon angesammelt zu haben,  noch die nächsten 10 Jahre locker absitzt, dann seine Praxis meistbietend verhökert als zusätzliches Plus  seiner Altersicherung, um sich dann noch häufiger als bisher dem Golfspiel widmen zu können.

Golf hat er aber nie gespielt der Kollege aus der vorderpfälzischen Mittelstadt.
Und das mit der Alterssicherung durch Praxisverkauf ist ein Relikt aus vergangener Zeit.
Heute muss man froh sein, wenn man überhaupt noch ein wenig bekommt für die Praxis.
Und eine immer größerwerdende Zahl von Kollegen bekommt für die Praxis gar nichts mehr.

Warum also der Verkauf ?

Weil dieser Kollege nicht einmal eine gescheite Perspektive mehr sieht für die nächsten 10 Jahre.

„In die Menge müsse er gehen“, sagt sein Steuerberater.

„Implantieren soll er“, sagen die Kollegen, mit denen er befreundet ist.

Beides will er (der sich –  unter Professor Motsch ausgebildet – immer als Zahnerhalter gesehen hat) nicht.

Und so ist er gegangen.

Traurig, aber wahr.

Und ist der Zahnarzt mal krank…

von Donald Becker

Und ist der Zahnarzt mal krank…

Wir erinnern uns.
Letzte Woche musste ich unvorhergesehen dringend ins Krankenhaus und es ergab sich am Telefon die schnippische Antwort einer Patientin, deren Füllung just an diesem Tag herausgefallen war und die sich nun um ihren sofortigen Behandlungstermin gebracht sah.

Heute nun konnte ich das Maleur in Augenschein nehmen.
Denn das wollte ich mir nicht entgehen lassen, den Blick auf das Geschehen, „dass da wo“  so schwerwiegend gewesen ist, dass ein Krankenhausbesuch hätte verschoben werden müssen, „eigentlich“.

„Eine Woche musste ich nun warten, Herr Doktor Becker“, sagte sie vorwurfsvoll, noch bevor ich einen ersten Blick auf das Maleur werfen konnte.
Anbei ein Foto des betroffenen Zahnes.

Genau, es geht um die doch sehr begrenzte vestibuläre Füllung, die verlustig gegangen ist und nein, der Zahn machte auch heute noch keine Beschwerden.
Aber ganz sicher erwartete die Patientin eine Entschuldigung dafür, dass wir sie solange haben so rumlaufen lassen.

Apropo „rumlaufen“, mein Bein tut immer noch weh, im Gegensatz zum Zahn von Frau Müller Maier Schmidt.
Aber das habe ich ihr nicht erzählt.

Flg ex

Apikale Aufhellung (2)

von Donald Becker

Behandlung des Zahnes 46

Sensibilität negativ, Aufbissbeschwerden

Aufbereitung mit NiTi-Hybridtechnik bis Iso 40 Taper 6, thermische Obturation, Kerr PCS

Recall nach 1 Jahr.

Warnung mit Gewinn

von Hans – Willi Herrmann

Ein Artikel aus der Süddeutschen Zeitung vom 14. /15. Februar 2009 mit der Überschrift „Warnung mit Gewinn“ und dem Untertitel „Berichte über Risiken eines Arzneimittels könnten dem Hersteller sehr gelegen kommen“ weckte mein Interesse.

Von einem Mittel, das zur Bekämpfung von Darmkrebs eingesetzt wird, war die Rede.

Ein Freund von mir hatte vor ein paar Jahren dieses Mittel erhalten, daher kannte ich es.

Erhalten nach Intervention und persönlicher Recherche des Erkrankten, denn aufgrund der hohen Kosten wollten die Krankenkassen das Mittel zunächst nicht zahlen. Die Datenlage bezüglich des Nutzens schien damals den Kassen nicht ausreichend.

Ich zitiere nachfolgend aus besagtem Artikel der „Süddeutschen Zeitung“:

Nach Zahlen des Herstellers erzielte man laut Arzneiverordnungsreport 2008 mit diesem Mittel zuletzt einen Jahresumsatz von 17,2 Millionen Euro Umsatz.

Im Jahr 2003 hatte ein amerikanischer Augenarzt entdeckt, dass besagte Krebsarznei gegen ein häufiges Augenleiden, die altersabhängige feuchte Makuladegeneration (AMD) hilft.
Das Leiden entsteht, weil Adern hinter der Netzhaut einwachsen. Die Krebsarznei kann das verhindern.
Jährlich erkranken in Deutschland 50 000 Menschen neu an dem Leiden, 485 000 insgesamt sind gegenwärtig in Deutschland davon betroffen.

Weltweit haben bisher mindestens 200 000 Menschen das Mittel (es wird in den Glaskörper gespritzt) verwendet. Eine Behandlung kostet zwischen 25 und 50 Euro.

Eine Zulassung als Augenmedikament wurde vom Hersteller bis heute nicht beantragt.

Stattdessen wurde die chemische Formel von minimal verändert und ein neues Mittel auf  den Markt gebracht.

Der Preis für das neue Medikament, das 2007 auf den Markt kam, wurde auf 1500 Euro festgelegt – pro Einzeldosis.

Sieben bis 11 Injektionen sind laut Augenärzten zufolge nötig, um das Leiden zu stoppen.

Der Heidelberger Pharmakologe Ulrich Schwabe hat hochgerechnet, dass die  Therapie mit dem neuen Mittel die Krankenkassen 8,9 Milliarden Euro jährlich kosten würde.

Derzeit geben alle gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 26 Milliarden Euro für Arzneimittel aus.

Eine Behandlung mit der bereits vorhandenen Krebsarznei würde lediglich 32 Millionen Euro kosten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14./15.02.2009

Unsere Erde

von Hans – Willi Herrmann

Eine sehenswerte Naturdokumentation mit dem Titel „Unsere Erde“  habe ich letzte Woche gesehen.
Unter anderen zeigt die kürzlich erschienene DVD Luftaufnahmen des Okavango – Flussdeltas in Afrika.

Mich haben diese Bilder sofort an die Zahnpräparate erinnert, die Dr. Holm Reuver aus Neustadt an der Weinstrasse seit vielen Jahren anfertigt.

Was im Großen sich zeigt, findet seine Entsprechung in jedem von uns.

Und ganz gleich, ob eine Macht, die um ein Vielfaches größer ist als es der menschliche Geist je erfassen wird, für diese Strukturen verantwortlich ist, oder wirklich ein irrwitziger Zufall zur ihrer Entstehung geführt hat.

Es  bleibt die Ausserordentlichkeit der Existenz alldessen.
Und daraus erwächst die Ehrfurcht, verantwortungsvoll mit dem, was wir vorfinden, umzugehen, im globalen Maßstab, also die Natur betreffend genau wie im Kleinen, im Wurzelkanal.
Sich dieser Strukturen bewußt zu sein und mit der entsprechenden Sorgfalt diese Strukturen zu behandeln und zu erhalten, sollte unser aller Ziel sein.

Es ist der große  Verdienst Holm Reuver (ich werde nicht nachlassen, ihm das immer und immer wieder zu sagen, auch wenn er dies genauso oft in seiner bescheidenen Art mit einer Handbewegung, versucht wegzuwischen, zumindest zu relativieren) mit seinen beeindruckenden Bildern und Videos uns diese Strukturen vor Augen zu führen.
Mit einfachsten Mitteln erstellt und für jeden Zahnarzt nachbildbar.
In einer exzellenten Qualität der Präparate und in Foto und Video – Aufnahmen dokumentiert, die auch im Zeitalter der Micro – Computer Tomografie  den Vergleich mit um ein Vielfaches aufwändigeren und teureren Computer – Rekonstruktionen  nicht scheuen müssen.

Auf der Frühjahrsakademie der Deutschen Gesellschaft für Endodontie  in Halle im März 2009  wird Holm Reuver seine Arbeitstechniken zum Transparentmachen von Zähnen im Rahmen eines Workshops vorstellen.
Ich weiss nicht, ob überhaupt noch Plätze frei sind, aber ein Nachfragen lohnt sich sicherlich.

Jeder, der solche Präparate sieht oder selbst herstellt, wird nicht umhin kommen, seine endodontischen Techniken kritisch zu hinterfragen und gegebenfalls auf Grund dessen zu modifizieren.

Toxavit – Nekrose

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich einer Patientenbroschüre folgenden Satz gelesen: „Wenn bei einem stark entzündeten Zahn Schmerzen vorhanden sind, legt man ein Medikament in den Zahn ein und wartet ein paar Tage ab, dann kann man die Behandlung schmerzfrei durchführen“.

Ich kann nur hoffen, dass nicht Toxavit als Medikament gemeint ist, denn nachfolgender Fall aus einem unserer letzten Notdienste ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Die  Patientin, eine junge Frau um die Zwanzig suchte mit starken Schmerzen unsere Praxis auf. Wenige Tage zuvor war ein Zahn 24 anbehandelt worden, der Zahn war mit einer provisorischen Füllung, vermutlich Cavit oder einem ähnlichen Material verschlossen.

Auffällig war eine interdentale Nekrose des Zahnfleisches, die sich bei dieser jungen Patientin nur an dieser Stelle in ihrem parodontal absolut einwandfreien Gebiss wiederfand.

Nach Entfernung der provisorischen Füllung zeigte sich eine schwarze fasrige Masse.
Toxavit war vom Behandler in den Zahn eingelegt worden, hatte sich seinen Weg durch eine bestehende Karies und Undichtigkeiten zwischen Zahn und Füllung in den Interdentalraum geschaffen und dort eine Nekrose des Zahnfleisches und des in diesem Bereich befindlichen Knochens ausgelöst.

Wir konnten die Patientin von ihren starken Schmerzen befreien.
Der Verlust an Zahnfleisch und Knochen war jedoch nicht mehr rückgängig zu machen.

Was auf den Bildern dem Laien noch vergleichsweise harmlos erscheinen mag, ist nur der Vorbote eines im Laufe der nächsten Tage und Wochen noch deutlich zunehmenden Zerstörungsprozesses, der schlimmstenfalls sogar zum Verlust von Zähnen führen kann. Da die Patientin nur im Rahmen einer Notdienstbehandlung zu uns kam, liegen uns keine Fotos des weiteren Krankheitsverlaufes vor.

Einen ähnlichen Fall hatte ich in meinem ersten Notdienst als Zahnarzt überhaupt, im Mai 1991.

Damals musste ich einem Patienten einen Zahn mit Toxavit – Nekrose entfernen und hatte die Gelegenheit (der Patient war so dankbar, dass ich ihn nachts um halb drei von seinen starken Schmerzen befreite, dass er  6 Wochen lang 60 KM pro Fahrtstrecke immer wieder zu mir zur Nachsorge kam), den weiter fortschreitenden starken Knochenverlust in diesem Kieferbereich zu verfolgen.

Ich hatte bis dato noch nie Toxavit verwendet und für mich war seit dieser Zeit klar, dass ich diesen Material auch nie verwenden werde.

Ich kann nur an jeden Kollegen appellieren, ebenso zu verfahren, zumal heutige Anästhesie – Techniken eine Schmerzauschaltung auch in Fällen starker Entzündung ermöglichen und daher niemand mehr routinemäßig auf paraformaldehydhaltige Medikamente zurückgreifen muss.

Haltbarkeit von Komposit

von Bodald Necker

Vor über 10 Jahren stand in der „ZM“ ein Artikel zum Thema Haltbarkeit von Füllungen.

Wenn ich mich richtig erinnere, schrieb dort ein bekannter Professor einer deutschen Universität, dass eine für Füllungen geforderte Haltbarkeit bzw. Liegedauer von 7 Jahren bei Komposit – Füllungen nicht erreicht werde und somit diese Material nicht standardmäßig als Alternative zu Amalgamfüllungen im Seitenzahnbereich  eingesetzt werden könne.
Seitdem ist viel Wasser Rhein und Donau hinuntergeflossen und Komposit – Füllungen haben bewiesen, dass sie eine Alternative zu Amalgam -Füllungen im Seitenzahnbereich sein können.

Hier eine Füllung, die ich immer wieder, wenn der Patient den Weg in unsere Praxis findet – und das tut er nicht regelmässig – zur Dokumentation fotografiere. Die Bilder zeigen die unter Kofferdam gelegte Füllung nach 2 und 6 Jahren Liegerdauer.

Noch sind die geforderten  7 Jahre nicht erreicht.
Aber – ich bin zuversichtlich, dass  es  7 Jahre werden, die diese Füllung im Mund ihren Dienst tun wird. Und bei den 7 Jahren wird es nicht bleiben…

Allerdings wird irgendwann eine neue Füllung hinzu kommen, denn der Zahnhalsdefekt wird größer.

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

Composite-Füllung an 16 nach 2 Jahren Liegedauer

... und nach 6 Jahren

... und nach 6 Jahren

B -Steris – Spontane Zuschriften

von Hans – Willi Herrmann

Das Thema „Auslandszahnersatz“ vor ein paar Wochen führte schon zu einer Reihe von Rückmeldungen, aber dass ist offensichtlich nichts gegenüber dem, was uns in der nächsten Zeit als Reaktionen auf den B -Sterilisator- Artikel von gestern bevorsteht.

Hier 4 Stimmen, die weder repräsentativ noch evidenzbasiert, aber vielleicht dennoch oder gerade deshalb sehr nahe an der Realität dran sind.

 

„Bisher hatte ich noch keinen Fehler. Nutze den B jedoch nur für die notwendig damit zu sterilisierenden Produkte.
Meiner wollte nach einem halben Jahr eine Wartung.
Weil da ein Zähler eingebaut ist, der entweder nach 2 Jahren oder 3000 Zyklen dies verlangt.
Wir hatten 600 Zyklen weg mit dem Neugerät. “

„Der ganz normale Wahnsinn!
Wir haben 2 Melag B Steris, ich bin mir aber nicht sicher, ob im letzten Jahr überhaupt an einem Tag beide funktionsfähig in der Praxis standen. Meistens war ein Leihgerät da, manchmal zwei Leihgeräte, einmal sogar ein Leihgerät für ein defektes Leihgerät ……..
Natürlich laufen die in anderen Praxen und im Depot beim Test völlig problemlos ;-) !

PS: Als ich gestern noch mal in der Praxis war, klebte am linken (Leihsteri) ein Zettel: nicht benutzen, Fehler ich weiß-nicht-mehr-was. :-( „

 

„Wir werden auf Kosten der Industrie so was von vera…, das ist unglaublich, und die Standesvertreter kommen sich dabei noch super vor, weil jetzt ja alles so hygienisch und praxisgerecht ist.“

 

 „Wir haben seit 9.11.2005 einen bis auf den  Wasseranschluss baugleichen Melag 44B im Dauereinsatz (ca. 2500  Chargen) und das Ding läuft bisher im Großen und Ganzen wirklich  problemlos.

Ich würde  direkt im Werk anrufen, erstens weil es  theoretisch sein kann, dass mittlerweile eine  Fernzugriff ab Werk zur Fehlerdiagnose möglich ist, damals wurde  jedenfalls gerade bei Melag an dem Feature gearbeitet.

Außerdem würde ich  Unmut direkt kund tun, ich hatte 2005  bei der Netzwerkintegration einige techn. Fragen zum ftp-Zugriff auf  das Chargen-Protokoll und bin bei Melag sehr freundlich und kompetent  
beraten worden, vielleicht lässt sich in einem Telefon-Gespräch schon  der Fehler eingrenzen, so dass die Reparatur beschleunigt wird. Auf  jeden Fall weiß ich durch Gespräche mit Depot-Technikern, dass man mit  dem Melag nicht das schlechteste Gerät gekauft hat.

Ich weiss hier vor Ort mittlerweile, welches Depot ich wegen deren  Schlafmützigkeit nicht mehr anrufe für Reparaturen und finde es vom Depot etwas erklärungsbedürftig, einfach auf die große Zahl von  
zu reparierenden Steris hinzuweisen. Wenn sie das schon wissen,  sollten sie auch entsprechend reagieren (mehr Leihsteris etc.) oder  sie sind irgendwann raus aus der Stammlieferanten-Liste, so wäre es  
wenigstens bei mir.

Ich könnte eine lange Geschichte von permanenter Problemen mit dem DAC  Universal beisteuern (ich ärgere mich schon, dass ich das nicht von  Anfang an sauber protokolliert habe), ich weiss auch, dass wir damit  auch nicht die Einzigen sind, aber ich weiss auch, dass es eine Menge  Geräte gibt, die störungsfrei laufen. Da wird es schwierig, ein faires  Urteil abzugeben. „

Fehler 125

von Hans – Willi Herrmann

Fehler 125 stand auf der Display – Anzeige unseres Melag 43B – Sterilisators.

Und noch irgendwas von nicht genügend Druck  der Vakuumpumpe. Wobei eine Vakuumpumpe doch Sog aufbauen müsste, aber da habe ich vermutlich was  falsch verstanden.
Egal, weil  nebensächlich. Denn  die Sache war ernst und ein Anruf bei Dentaldepot zwecks weiterer Vorgehensweise unabdingbar.

Auch wenn ich schon vorher wusste, was man dort sagen würde.

Auf zwei Worte runtergebrochen:
Reparatur. Teuer.

Gegebenenfalls auch 4 Worte: Große Reparatur. Sehr Teuer.

Die ausführliche Version, die ich allen Lesern hier nicht vorenthalten möchte,  lief dann folgendermaßen ab:

„Ihr Melag 43 B zeigt eine Fehlermeldung ? Das ist für uns nichts Neues, Herr Dr. Herrmann.

Wir haben gegenwärtig 8 Austauschgeräte für den Reparaturfall im Einsatz  und jeden Tag mindestens eine Anfrage mehr, als wir Geräte da haben.
Und – Ja,  Sie sehen das korrekt, im Moment sind alle Geräte unterwegs, wir können Ihnen also kein Austausch – Gerät liefern. Also zumindest keinen B -Steri.

Wir werden einen Techniker noch diese Woche vorbeischicken, der wird sich ihr Gerät anschauen und dann entscheiden, ob der Steri vor Ort repariert werden kann oder mitgenommen werden muss. Sie haben ja noch einen Steri, mit dem sie sterilisieren können, insofern ist das Ganze für Sie ja nicht so problematisch.“

Das war Mittwoch letzter Woche. Donnerstags und Freitags war ich beruflich bedingt unterwegs und nicht in der Praxis. Montagsmorgen zu Arbeitsbeginnn musste ich von meinen Damen erfahren, dass der anvisierte Techniker letzte Woche unterwegs aufgehalten worden und nicht in der Praxis erschienen war.

Unser Statim lief zwischenzeitlich auf Hochtouren.

Ein Techniker, nicht der, welcher für die Reparatur des Steris vorgesehen war, erschien im Laufe des Tages, reparierte Amalgamabscheider und  Absaugung eines unserer Behandlungsstühle, schaute nach dem Melag – Steri, konnte nichts finden, empfahl eine Wartung und verschwand wieder.

Ich rufe am nächsten Tag  beim Dentaldepot an. Erinnere daran, dass unser Steri nun schon eine Woche nicht funktionsfähig sei und wie man nun weiter zu verfahren gedenke.

Antwort: „Es steht kein Leihgerät zur Verfügung.“

Dann die Frage: „War unser Herr Müller Maier Schmidt denn noch nicht bei Ihnen wegen dem Steri ?“

Ich verneine.

„Welche Fehlermeldung unser Steri denn mache ?“,fragte der Mitarbeitet, mit dem ich schon letzte Woche telefoniert hatte deswegen.

“ Fehler 125″, antworte ich, „zumindest war das letzte Woche so.“

Kurze Zeit später ist der Techniker am Telefon.

„Ja, könne schon mal vorkommen, so eine Meldung, seien nun mal ziemliche komplizierte Geräte, diese B – Steris. Manchmal käme die Meldung auch vor, wenn der Steri zu voll beladen sei oder zu nahe an einer Wand stünde. Ich solle das Ganze jetzt erst mal beobachten und wenn die Meldung häufiger komme, dann müsse man etwas tun.“

Was mir in solchenMomenten durch den Kopf geht ?
Unser Melag – N -Steri lief seit 1993 ohne Fehl und Tadel.
Gut, alle paar Jahre musste die Türdichtung erneuert werden und einmal wurde irgendwas am Steri ausgetauscht, aber ich bin sicher, das Teil liefe auch noch weitere 15 Jahre, wenn man es ließe.
Aber leider darf das Gerät ja nicht mehr verwendet werden für einen nicht unbeträchtlichen Teil unserer Instrumente. Wegen den RKI – Richtlinien.

Unser Statim, den wir ebenfalls seit 1993 oder 94 in der Praxis haben, wurde schon einmal gegen ein neues Exemplar getauscht.
Wirtschaftlicher Totalschaden gewissermassen, wenn die Reparatur annähernd so viel gekostet  hätte als das Neugerät.
Und in regelmäßigen Abständen wurden Kassettendichtungen getauscht oder das Gerät musste in die Reparatur.
Man merkt, worauf das ganze hinausläuft.

Je komplizierter, je teurer, umso öfter kaputt.

Technologischer Overkill, auf Kosten der Zahnärzte, denn mittlerweile hat sich auch in unserem Bereich auf Herstellerseite die Vorgehensweise durchgesetzt, ein Produkt im Beta – Stadium auf den Markt zu bringen, um gegenüber der Konkurrenz  Marktanteile möglichst frühzeitig und umfassend besetzen zu können.
Die Marktreife erlangt man dann im Laufe der Zeit durch, ich sach mal „Learning by Repairing.“
Bundesweiter Praxis – Test, vom Käufer finanziert. Die Konsequenz müsste sein: Nicht kaufen. 5 Jahre abwarten, bis das Produkt zuverlässig oder vom Markt verschwunden ist. Survival of the fittest.

Das geht aber nicht mehr, weil via Richtlinie der sofortige Einsatz eines Systems vorgeschrieben wird.
Und dann muss man eben kaufen, was da ist.
Und gegebenfalls auch mehrfach, wenn man die hohe Fehlerraten der Geräte ausschliessen muss.

Soll heißen. Weil es abzusehen ist, dass die Geräte bauartbedingt nur eine gewise Zeit arbeiten, wird wohl demnächst der Zweit – B -Steri in der Praxis obligat werden.
Demnächst heißt, sobald eine genügend höhe Sättigung an Erstgeräten auf dem Markt ist  und die Problematik der Reparaturanfälligkeit zu den entsprechenden Behörden durchgedrungen ist.
Und sich mit dem Profilierungsstreben von Personen in Schlüsselstellungen paart.
„Die Hygiene ist sicher“ sagt der Gesundheitsminister, der mal Arbeitsminister war und nach der Wahl ins Finanzresort wechseln will.

Statt eines N- Steris müssen dann in der Praxis 2 B -Steris vorgehalten werden.
Eigentlich sogar 3, aber durch harte Verhandlungen unserer Standesvertretungen konnt dieses Horrorszenario abgewendet und auf ein “ in der Praxis tragbares Maß“  zurückgeschraubt werden.

Das Gleiche gilt natürlich für alle anderen am Sterilisations – Prozess eingebundenen Geräte ebenso. Also zum Beispiel Thermodesinfektoren und Folienschweissgeräte.
„Get the Triple“, wird die Losung des Handels auf der der IDS 2013. Und „Drei Deißig“. Drei kaufen , der Dritte 30 Prozent billiger.  Der Dentalmarkt  hat ein Herz für seine Kunden.

Jungs, reisst schon mal eine Wand ein für die Erweiterung des Sterilisationsraumes.
Und kauft Miele – Aktien.

Ach und noch was -als Epilog sozusagen.

Die Absaugung macht noch immer die gleichen Geräusche wie vor der Reparatur.
Und der Melag 43B  zeigte heute „Fehler 351“ und empfahl zeitnah eine Wartung.

Ultracal, die 2te

von Ronald Wecker

Die  38 jährige Patientin stellte sich im Oktober letzten Jahres (2008) in unserer Praxis zur Routineuntersuchung vor.
Ohne Beschwerden, jedoch mit einem Missempfinden „unten links am Zahnfleisch“. Am Zahn 36 war die Gingiva buccal in Bereich der Furkation etwas dicker. Taschentiefen rund um den Zahn waren normal im Bereich von 2 – 3,5 mm. Nur buccal an der Furkation waren 12 mm zu messen. Sensibilitätstest mit Kältespray verlief negativ. Lockerungsgrad 0, Perkussion negativ.

Röntgenologisch imponierte eine Aufhellung zwischen den Wurzeln. Das interradikuläre Septum war nicht mehr zu erkennen – was mit der TT-Messung konform ging.
Die Patientin und ich entschieden uns für einen Erhaltungsversuch.
Der Zahn wurde trepaniert, die Wurzelkanäle dargestellt und aufbereitet. Spülung erfolgte nach unserem Standard-Protokoll mit CHX, EDTA, NaOCL und Alkohol, jeweils mit US-Aktivierung. Als medikamentöse Einlage wurde Ultracal XS von Ultradent verwendet. Die Trepanationsöffnung wurde verschlossen mit Cavit (ESPE 3M).
Nach einer Woche wurde der Zahn nochmals geöffnet, und dem Spülprotokoll unterzogen. Das Missempfinden war zwischenzeitlich verschwunden, die Patientin war beschwerdefrei.
Med wieder mit Ultracal XS , Verschluss diesmal mit Cavit und GIZ, da die Med diesmal mehrere Wochen liegen sollte.

Mitte Januar 2009 stellte sich die Patientin abermals vor.
Bisher keine Schmerzen oder Missempfinden.
Die Sondierung der Taschentiefen zeigte jedoch den Rückgang der Tasche an der Furkation buccal von 12 mm auf 3 mm.

Wegen des Rückgangs der Sondierungstiefe und einer röntgenologisch erkennbaren Ausheilungstendenz entschied ich mich zur Wurzelfüllung.
Diese wurde in vertikaler Kompaktioon durchgeführt, die Kanäle koronal und die Kavität anschließend adhäsiv verschlossen.

Wiedervorstellung in 3 Monaten, sollte die Heilung weiter voranschreiten wird der Zahn überkront.

Ultracal war hier sicher nicht der entscheidende Punkt, die Ausheilung betreffend, auch ein anderes Präparat hätte hier gute Dienste geleistet. Aber die Applikationsmöglichkeit über  die Kanüle bis an die Wurzelspitze erleichterte das Einbringen deutlich.

Ausgangszustand

Ausgangszustand

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

nach 2 Monaten Calciumhydroxid

Masterpoint

Masterpoint

Wurzelfüllung

Wurzelfüllung

Im Hamsterrad (4)

von Hans -Willi Herrmann

Es stand in der Zeitung (Rheinzeitung 31.01.2009) 

Eine Mutter sucht wegen Krankheit ihrer zwölfjährigen Tochter im Urlaub an einem Sonntag im Ausland einen Arzt auf. 
Die Rechnung  für die Untersuchung in Höhe von 106,50 Euro wird nach der Rückkehr bei der gesetzlichen Krankenkasse eingereicht.

Im Bescheid der Krankenkasse teilt man der Frau mit, dass der Erstattungsbetrag von 3,60 Euro in Kürze überwiesen wird.

3 Euro Sechzig.
Die Frau ist ganz schön sauer.  Verständlich.

Werden nicht von den Krankenkassen auch im Ausland durchgeführte Leistungen im Krankheitsfall finanziell adäquat übernommen ?
Es geht ja hier nicht um eine Nasenkorrektur eines Fast -Teenagers, sondern um eine zur Diagnosefindung notwendige Untersuchung im Krankheitsfall.
Machen wir uns nichts vor, niemand geht am ersten Urlaubstag zum Arzt in einem fremden Land, wenn er es nicht muss.

Warum also zahlt die Krankenkasse nur 3,60 Euro ? Entsprechen die 3,60 Euro (nach Abzug einer Verwaltungsgebühr) etwa dem, was ein Arzt in Deutschland für eine solche Untersuchung von den Krankenkassen bekommt ?

Ein Blick in die BEMA, das ist die Gebührenordnung für Kassen -Zahnärzte (bei den Ärzten wird es ähnlich sein) zeigt: Beratung und symptombezogene Untersuchung: 8 Punkte.
Diese Punkte multipliziert mit dem vom Gesetzgeber festgelegten Punktwert von 0,8355 Euro ergibt das Honorar.

6,64 Euro.

Hätten Sie das gedacht ?

Ihr Kind ist krank, der Arzt untersucht es. Er versucht, zu helfen.
Nimmt sich Zeit, findet eine Lösung.
Alle freuen sich.
So soll es sein.

Die Frage sei trotzdem erlaubt:
Welchen Wert hat eine solche Leistung ?
Was würden Sie diesem Arzt in die Hand drücken ?
Was ist Ihnen diese Leistung wert ?
Betachten wir die Realität heute, im Januar 2009.
Bei einer Kostenstruktur von 25 Prozent erhält der Arzt für diese Leistung ein Brutto – Honorar von 1,67 Euro.

Brutto – Honorar heißt, das von diesem Geld die Steuern, die Tilgung für den Praxiskredit, der aufgenommen wurde, um eine Praxis überhaupt einrichten zu können, Rücklagen für zukünftige Anschaffungen  noch abgezogen werden müssen. Heißt defacto, das noch einmal ein nicht unbedeutender Betrag von diesen 1,67 Euro abgeht.
Vielleicht 1 Euro, 1,20 Euro bleiben übrig.

1,20 Euro für Massnahmen zur Gesundwerdung ihres Kindes.
Das ist also das, was man dem Arzt nach dem Besuch für seine Leistung in die Hand drückt. 

Nicht viel.

Vielleicht sogar zu wenig ?

Hoffnungsloser Eckzahn

von Donald Becker

Ein Fall in Bildern.

Der Patient, männlich, Mitte 40.

Ein Eckzahn 33, der seit längerem Lockerungsgrad 3 aufweist und offensichtlich elongiert ist.

Massiver Knochenabbau um den gesamten Zahn 33 herum.
Taschentiefen von teilweise über 10 mm.

Der Zahn ist nicht erhaltungsfähig, dass ist selbst dem Patienten klar, der Zahn  muss entfernt werden.

Die Frage ist nur, wie dem Patienten die Übergangszeit bis zum definitiven Lückenschluss so wenig unangenehm wie möglich zu gestalten.

Der Patient möchte keine herausnehmbare provisorische Prothese und er möchte nicht mit einer Zahnlücke die Praxis verlassen.

Im vorliegenden Fall wurde folgende Vorgehensweise gewählt:

  • Extraktion des Zahnes 33
  • Extraorale hohe WSR und retrograde Wurzelkanalbehandlung und Wurzelfüllung mit Komposite.
  • Laterale Stiftbohrungen und Einkleben zweier Glasfaserstifte in das koronale Zahnfragment.
  • Adhäsive Befestigung in Säure – Ätz – Technik der Zahnkrone 33 an den Zähnen 34 und 32 auf Höhe der Nachbarzähne.

 

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (3)

Von Hans – Willi Herrmann

3 Knock Out – Facts zu selbst angemischtem Calciumhydroxid:

1. Ich bin vermutlich zu blöd dazu, aber das selbstangemischte Calciumhydroxid lässt sich mit feinen Kanülen nicht applizieren. Die elegante Spritzenapplikation scheidet also aus.

2. Ich habe 1993 eine 500 Gramm Dose CaOH2 von Merk gekauft.
Kostete damals 51 DM.

Weil jemand 10 Jahre später die Dose mit einem Entsorgungsbehälter für Nadeln verwechselt hatte und eine Nadel – Faden – Kombination darin entsorgte, musste ich im Jahr 2004 oder 2005 (die Dose war immer noch 3/4 voll mindestens)   erneut eine solche Dose kaufen.

Die Dose kostete  nun 51 Euro. Preissteigerung in etwas mehr als 10 Jahren 100 Prozent.

3. Die von Siqueira et. al. empfohlene Glycerin Beimischung (er mixte unter anderem CaOH2, Glycerin und CHKM)  zum Calciumhydroxid lässt den pH -Wert deutlich unter 12 absinken.
Insofern steht die  Frage im Raum, ob die von ihm in seiner 1998er Studie beobachtete Wirksamkeit gegenüber Bakterien dem Calciumhydroxid oder dem zum Glycerin zugemischten CHKM zuzuschreiben ist.

Ein Stückchen Blech

von Hans -Willi Herrmann

Ist es notwendig, über einen Streifen Stahl überhaupt Worte zu verlieren ?
Auf jeden Fall, wenn es um die Interguards der Firma Ultradent geht. 

Ich bin der Meinung, Achtung, dass ist jetzt kein Scherz, die Krankenkassen sollten diese Hilfsmittel den Zahnärzten kostenlos zur Verfügung stellen und ohne Murren ein Honorar bei Anwendung zahlen.
Warum ?
Weil diese unscheinbaren Hilfsmittel den Kassen jede Menge Geld sparen.
Ich finde die Interguards „Klasse“ und setze Sie in jedem Fall ein, in dem ein aproximaler Defekt in unmittelbarer Nähe zum Nachbarzahne einer Bearbeitung mittels rotierendem Diamantbohrers bedarf.

Die Interguards schützen die Nachbarzähne und die haben es nötig.
Nach mehreren Studien von Lussi werden so gut wie fast alle Nachbarzähne (einmal 100%, einmal 95 %) , die im direkten Kontakt zu einer Approximalkavität stehen, bei der Exkavation verletzt. Und dann sind weitere Füllungen vorprogrammiert. Über einen Zeitraum von 7 Jahren entwickeln sich lt. Quist et. al. mehr als doppelt so häufig kariöse Lasionen an solchen Stellen als an unbeschädigten Zähnen.

Ein Interguard separiert diese Bereiche.
Und schützt sie.  Das lässt sich sehr leicht beweisen. Ein Interguard, der im Approximalbereich lagert und nach der Exkavation ohne Zerstörung seiner Oberfläche, also zwar mit Schrammen aber ohne Loch aus dem Mund entfernt wird, hat verhindert, dass der einer Füllung benachbarte Zahn in seiner Integrität verletzt wurde. Kein iatrogener Defekt, keine Füllung, gespartes Geld für das Gesundheitssystem.

Wird der Approximalbereich ganz aufgelöst, so ist es manchmal notwendig, das/den  Interguard mit zwei Fingern in Position zu halten und wer auf Nummer sicher gehen will, der sichert das/den  Interguard gegen Verschlucken/Aspirieren mittels einer Zahnseideligatur.

Zwar gab es schon früher immer wieder Versuche und Empfehlungen, diesen Bereich zu schützen, z.B. durch eine Separierung mit Keilen, mit Hilfe von Tofflemire – Matritzen oder Korund – Stahlbändern, aber nichts funktioniert so einfach und doch zuverlässig wie ein Interguard.

Das Foto zeigt links die schmale Variante, mittig einen Interguard nach Benutzung mit Schleifspuren  und rechts die breite Variante.

InterguardInterguards, rechts schmale Variante, mittig nach Benutzung, rechts breite Variante

Ultracal XS und NaviTip

von Christoph Kaaden und Jörg Schröder

Sicher einer der besten Neuerungen in unserem Behandlungsprotokoll war die Einführung des Calciumhydroxid-Präparates Ultracal XS und den dazugehörigen NaviTips vor einigen Jahren. 
Als negative Begleiterscheinung kann es allerdings immer wieder einmal passieren, dass die Applikationskanüle just beim Einbringen des Materials scheinbar verblockt ist, bzw. sich kein Ultracal applizieren lässt. Dies ist aus verschiedenen Gründen ärgerlich und es wäre schön, diese Schwierigkeit umgehen zu können.

Hier zwei kleine Tipps, die zur Vermeidung dieses Problems ggf. beitragen können.

Zunächst einmal empfiehlt es sich für die Ultracal-Applikation keine „frische“  (und somit „trockene“) Kanüle zu verwenden, sondern eine, die bei diesem Patienten z.B. bereits für die CHX-Spülung verwendet wurde. Vorab ist es ratsam, die in der Kanüle befindliche Restflüssigkeit außerhalb des Zahnes auszudrücken. 
Sollte diese Maßnahme allein noch nicht zu dem gewünschten Erfolg führen, kann man ferner den zähflüssigen Charakter des Ultracals positiv beeinflussen, indem man mit einem Schallscaler (z.B. SonicSys) die NaviTip berührt und gleichzeitig auf den Stempel der Ultracal XS – Spritze drückt.
In vielen Fällen sollten diese beiden kleinen Maßnahme helfen, die Fliesseigenschaften des Ca(OH)2 Präparates positiv zu beeinflussen und so die medikamentöse Einlage wie geplant einbringen zu können… 

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (2)

von Hans – Willi Herrmann

So um das Jahr 1997 meine ich zum ersten Mal gelesen zu haben, dass Calciumhydroxid in bestimmten Fällen nicht die Wirksamkeit entfaltet, die man ihm zugedacht hat.

Mittlerweile ist das eine Riesendiskussion und unterschiedlichste Parteien werden nicht müde, gebetsmühlenartig entweder die Unwirksamkeit oder die hochaktive Potenz dieses Mittels zu unterstreichen.
Merkwürdigerweise geht bei diesen Debatten niemand daher und hinterfragt, inwieweit das Material an sich oder jedoch vielmehr  seine  jeweilige Darreichungsform beziehungsweise die Art der Platzierung einen möglicherweise entscheidenden Einfluss haben auf die Effizienz der medikamentösen Einlage.

Ich habe Calciumhydroxid im Chemieunterricht kennengelernt.
Und später wieder in der Zahnmedizin als Calxyl rot und blau im Gläschen.

Nimmt man einen Universalindikatorstreifen und testet den pH -Wert des Materials, zeigt sich schnell, dass die bröcklige Masse, die sich innerhalb kurzer Zeit nach Öffnung des Gefässes einstellt, zu mehr oder weniger großen Teilen nicht mehr aus CaOH2 als wirksame Substanz allein, sondern auch aus einem nicht unbedeutenden Anteil CaCo3 besteht, weil eine Reaktion mit den Bestandteilen der Umgebungsluft stattfindet. Jeder von uns kennt diese bröcklige Masse, die über Monate  im Gläschen dahinvegetiert.

Die Folge – kein PH -Wert von 12, sondern ein deutlich neutralerer.
Die Wirksamkeit des Materials ist nicht mehr in ihrer vollen Form gegeben. So hatte ich es mit meinen Kenntnissen aus dem Chemieunterricht auch erwartet.

Die Konsequenz daraus: Das CaOH2 selbst anmischen, um damit immer frisches Material zur Verfügung zu haben.

Dies geht zu Lasten die Röntgensichtbarkeit (die nicht mehr gegeben ist, sofern man nicht Bariumsulfat noch zumischt (hab ich nie getan, kann man mit leben, wenn´ s wirkt)).

Ein weiteres Problem bleibt.

Die Frage der Applikation.

Ganz gleich, ob Lentulo, Micro Mega Füllspirale oder EZFill – Spezial – Lentulo.

Haben Sie schon mal Röntgtenbilder gemacht nach Applikation von CaOH2 ? Sie werden möglicherweise erstaunt sein darüber, wie wenig das Material in all die Bereiche vorgedrungen ist, die es ausfüllen soll.

CaOH2 erzielt seine Wirkung nämlich, dass wissen wir heute, vor allem bei direktem Kontakt mit den Bakterien.
Und in vielen Kanälen, in denen das Material lediglich das koronale Drittel ausfüllt, ist dies eventuell nur unzulänglich gegeben.

Warum also wirkt also das Material im Einzelfall nicht ? 
Weil CAOH2 an sich unwirksam ist ?
Kann ich nicht glauben, denn ich habe schon einmal eine Weichteilnekrose (nach Calciumhydroxidapplikation in das periradikuläre Gingivagewebe auf Grund einer vorhandenen Perforation) gesehen.
Was innerhalb von wenigen Sekunden im Zahnfleisch seine Wirkung deutlich sichtbar hinterlässt, dass killt auch Bakterien.

Oder ist CaOH2 scheinbar unwirksam, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind, dass es wirken kann ?

Jetzt die gute Nachricht. 
Mit der Markteinführung von Ultracal XL (Ultradent) hat sich, die Wirksamkeit betreffend, etwas  entscheidend zum Guten gewendet.

In der Ultradent – typischen Applikatorspritze steht ein röntgensichtbares und dauerhaft pH -Wert beständiges Material zur Verfügung, dass in seiner Konsistenz so dünnfließend ist, dass es mit feinen Applikationskanülen eingebracht werden kann.

Von der  Tiefe des Kanals bis zum Kanaleingang ist es damit möglich, das Material zu applizieren.
Ein inniger Kontakt mit dem zu desinfizierenden Kanalinhalt ist damit gegeben.

Von den beiden abgebildeten Kanülen Navi Tip (blau) und capillary tip (purpur) verwenden wir fast immer die zweitgenannte weniger zur Verstopfung neigende Kunststoffkanüle.

 

Ultracal XS

Die Crux mit dem Calciumhydroxid (1)

von Hans – Willi Herrmann

 

Wir haben es Alle an der Universität gelernt.

Die medikamentöse Einlage der Wahl ist Calciumhydroxid.
Nur Calciumhydroxid.
Einzig und allein Calciumhydroxid.

Es gibt Kollegen, die ausser Calxyl et. al. nichts Anderes in der Praxis haben und auch keine Notwendigkeit sehen, andere Präparate einzusetzen.

Ich gehöre nicht dazu.

Hier meine Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema:

Auf Grund seines hohen pH -Wertes weist Calciumhydroxid sehr gute desinfizierende Eigenschaften auf.
Aber keinerlei schmerzlindernde Eigenschaften.
Bei einem vorhandenen Entzündungsgeschehen bedeutet dies, dass entzündungsbedingte Schmerzen erst verschwinden werden, wenn nach Ausschalten der Schmerzursache (dafür ist die durchgeführte Wurzelkanalbehandlung bzw. das eingebrachte Calciumhydroxid zuständig) die Selbstheilungskräfte des Körpers das Schmerzgeschehen in den Griff bekommen haben. 
Und das kann erfahrungsgemäß 24 oder 48 oder auch mal 72 Stunden dauern. 
Und das ist der Grund, warum manche Patienten wenige Stunden nach der Behandlung (die Anästhesie hat nachgelassen) eventuell wegen weiterhin vorhandener Schmerzen  die Praxis erneut aufsuchen.
Das möchte ich dem Patienten und mir ersparen.

Will man dem Patienten in kürzerer Zeit von seinen Schmerzen befreien, kann dies eventuell durch  systemisch oder lokal eingebrachte schmerz -oder entzündungshemmende Medikamente geschehen.
Es gibt Therapieschemata, die z.B. eine Schmerzmitteleinnahme des Patienten nach der Behandlung generell als sinnvoll ansehen. 
Ich verfahre so nicht und stelle bei meinen Patienten fest, dass diese nur in Ausnahmefällen Schmerzmittel nach der Behandlung zu sich nehmen, obwohl prinzipiell jeder unserer Patienten die Möglichkeit dazu hätte. 

Ich bevorzuge in den entsprechenden Fällen  lokale Darreichungsformen, also ein Antibiotika- Corticoid – Kombi -Präparat (bei uns Pulpomixine).

Wann ich im Rahmen der Erstbehandlungssitzung welches Material verwende zeigt nachfolgendes Flußdiagramm.

 

Flussdiagramm CaOH2

Automix-Kanülen: Fluch oder Segen?

von Oscar von Stetten


In den heutigen Zeiten spielen die Praxiskosten eine nicht unwesentliche Rolle. Neben den Lohn- und Raumkosten stellen die Materialkosten, zumindest bei mir, den drittgrößten Posten in meiner BWA dar.

Nun nutzen wir in unserer Praxis ausschließlich Automix-Produkte, weil diese einige Vorteile bieten:

  • Gleich bleibende Mischungsverhältnisse, unabhängig von der Tagesform
  • immer die gleiche Konsistenz
  • blasenfreie Mischung 
  • sauberes Arbeiten ohne „Geschmiere“ auf Papierblöckchen oder Glasplatten
  • Applizierhilfen in Form verschiedener Spitzenaufsätze

Auf der Fachdental in Stuttgart stolperte ich über die Aussage eines Beraters „in den Mischkanülen sitzt nur ganz wenig Material.“ Wie viel genau, das konnte er nicht sagen.

Nun habe ich mal nachgemessen. Exemplarisch für die zwei bei mir in der Praxis genutzten Mischkanülen.

Es war für mich erschreckend, welche Menge in der Kanüle verbleibt. In den kleinen Anmischkanülen, die von vielen Kollegen in der Endodontie für das adhäsive Verschließen der Zugangskavität benutzt werden, verbleiben 0,43g in der Kanüle. Die Mengen sieht man auf Abb2-2. Zusätzlich muss noch das „Ausbluten“ berechnet werden (die Menge, bis die Mischung vorne an der Mischkanüle auch stimmt). Das bedeutet: pro Anmischvorgang fällt knapp 1/18 der in der Spritze enthaltenen Menge als Abfall an.

In den großen Mischkanülen verbleiben 1,25g. Bei einer Spritzengröße von 50g immerhin nur noch 1/40. Diese Menge sieht man nicht auf Abb2. Nach 0,6g habe ich aufgehört, da setzte sich der Schwabe in mir durch.

In Euro umgerechnet bedeutet das:

Kleine Automix Spritze (MultilinkAuto opaque): 
Preis: 141,90€+ 19%MwSt: 168,86€

1g=18,76 €

Abfall: knapp 8€

Grosse AutomixSpritze (MultiCore Flow):
Preis: 129,50€ + 19%MwSt: 154,10€
1g=3,08€

Abfall: knapp 4€

Was bedeutet das jetzt für den täglichen Betrieb?

Die kleinen Spritzen zu 9g werden aus meiner Praxis verbannt.  Vor allem dieses Material, welches mir vom Handling und Ergebnis her sehr gut gefallen hat. Und ich überlege ernsthaft, auch die Automixspritzen aus meiner Praxis zu verbannen (zumindest für das Multicore). An der Materialwahl werde ich nur für die unterste Abdeckschicht meiner Zugangskavität das Material ändern. Ich benutze gerne ein helles, opaques Material, da im Falle einer Revision das gezielte Abtragen des Kunststoffes deutlich einfacher fällt als mit dem Multicore in A3, zum anderen weil ich dem Überweiser auf diese Art ein optisches Signal setze: bis hierher präparieren, nicht weiter.

Und warum keine Mischansätze mehr?
Weil ich für den Preis des Abfalls eine CapilaryTip mit einer Skini Syringe verwenden kann (Kosten 1,02€), diese mir eine blasenfreie Einfüllung meines Materials ermöglicht und auf ungleiche Weise ergonomischer anzuwenden ist. 

Nach diesem Schreck werde ich nun sukzessive alle Materialien in der Praxis auf diese Art und Weise durchforsten. Ich bin schon gespannt, welche Überraschungen auftauchen.

 

Teilmatritzen

von Oscar von Stetten

Oft hat man in der Praxis mit tief zerstörten Zähnen zu tun, die vor einer endodontischen Behandlung aufgebaut werden müssen. Für diesen Zweck habe ich ein Teilmatrizensystem gesucht, welches auch ausreichend große Matrizenbänder hat. Nach einiger Suche bin ich auf das Contactmatrix-System gestoßen. Hier gibt es verlängerte Matrizenbänder, die mir auch noch in grosser Tiefe eine gute Adaptation ermöglichen. Die Matrizenbänder sind in der Lage, einen guten, bauchigen Kontaktpunkt automatisch zu erzeugen und sind bleitot, so dass sie mit einem Kugelstopfer noch besser an den Nachbarzahn zu adaptieren sind.

Das System kann hier  geordert werden, es gibt auch Probepackungen.

Ich für meinen Teil bin mit diesem System sehr zufrieden, auch bei normalen Kunststofffüllungen.

Wurzelspitzenresektion (1)

Zustand nach Wurzelspitzenresektion mit apikaler Veränderung.

Oftmals erscheinen Patienten in unserer Praxis mit Symptomen einer Periodontitis apicalis nach länger zurückliegender Wurzelspitzenresektion.

-> Sollte nun eine erneute Resektion oder die Behandlung von orthograd erwogen werden?             

An Hand eines hier geschilderten Falles möchte ich die mögliche orthograde Behandlung eines solchen Falles darstellen.
Diese Behandlung erfordert Erfahrung im Umgang mit dem Dentalmikroskop, denn es muss in 10 – 20 facher Vergrößerung gearbeitet werden. Unbedingt sollten bei diesen mikroinvasiven Verfahren die Abstützung der Unterarme auf einem entsprechenden Behandlerstuhl mit einstellbaren und fixierbaren Armstützen erfolgen. Dies sind Voraussetzungen, welche sich in meiner Praxis bewährt haben und uns die Behandlung erleichterten.
Zunächst die klinische Ausgangssituation und das angefertigte Röntgenbild.
Der Patient erschien mit einer dezementierten Frontzahnkrone ohne Beschwerden.
Das Röntgenbild ließ eine apikale Veränderung in Form einer P. apicalis erkennen. Die 2 Jahre vorgegangene WSR erfolgte wegen eines nicht entfernbaren Silberstiftes.
Die klinische Untersuchung ergab keinen vertikalen oder horizontalen Perkussionsschmerz. Im Vestibulum war ein deutlicher Palpationsschmerz zu verzeichnen.
Die Sensibilität war negativ und Sekundärkaries erkennbar.

 

 

Teflonband

von Christian Danzl

In der heutigen Zeit, kann man sich ein Leben ohne Teflon (PTFE) fast schon nicht mehr vorstellen:

  • beschichtetes Kochgeschirr
  • Gore-Tex Kleidung
  • Zahnseide
  • wartungsfreie Lagerhülsen
  • und vieles mehr

Auch in der Zahnmedizin ist Teflon im Einsatz, zum Beispiel als Nahtmaterial oder als Membran in der Implantologie und der Parodontologie. Ganz schön teuer, so eine Membran von der Größe einer 2 Euro-Münze, aber Medizinprodukte haben eben ihren Preis.

Bedauerlich.

Käme das Material von der Rolle, wie wir es als Dichtungsband vom Installateur kennen und im Baumarkt – Regal finden, dann könnten wir uns noch eine Reihe weiterer zahnmedizinischer Anwendungen vorstellen:

Als kleiner, kostengünstiger Helfer in der Zahnmedizin liesse es sich zum Beispiel einsetzen zum:

  1. Abdichten von Kofferdam.
    Das Anlegen von Kofferdam an stark zerstörten Zähnen ist oft eine Herausforderung.
    Wenn die Klammer endlich sitzt, hält das Gummi nicht dicht, weil der Zahn eine Einziehung hat.
    Faden legen ist oft, aber nicht immer eine Lösung.
    Besonders wenn es darum geht 1-2 mm zu überbrücken.
    Ein Teflonband (analog zum Dichtungsband aus dem Baumarkt) liesse sich zusammendrücken und rollen und damit gut zu Abdichtung einsetzen.  Vorteile:
    – sterilisierbar
    – klebt nicht an Bonding oder Komposit
    – leicht stopfbar und wieder entfernbar
    – man kann mit dem Diamantschleifer in das Teflon hineinpräparieren, ohne, dass es – wie der Retraktionsfaden – herausgezogen wird
    – billig 
     
  2. temporärer Verschluss von Wurzelkanäleingängen: 
    – bei der Aufbaufüllung
    – bei der Entfernung von frakturierten Instrumenten
    – Als Isolator zwischen medikamentöser Einlage und provisorischer Füllung
     
  3. Sichern und Konturieren von Matrizen oder Kofferdam im Approximalbereich.

Schade, dass die Materialien bei Obi keine Medizinproduktezulassung haben, sonst könnte man dieses Klempnerband hervorragend in der Zahnmedizin einsetzen.

Teflonband auf der Rolle

Teflonband auf der Rolle

 

Teflonband

Teflonband

zusammengedreht und -gedrückt

zusammengedreht und -gedrückt

Im Hamsterrad (2)

von Hans – Willi Herrmann

Kürzlich habe ich in einer Patientenkarteikarte geblättert eines Patienten, der am ersten Tag meiner Selbstständigkeit in meiner Praxis war.

Ich bin nun seit fast 16 Jahren in eigener Praxis niedergelassen.
Wenn ich meine Einträge aus der Anfangszeit mir anschaue, fällt sofort ins Auge, wie schön geschrieben ich meine Karteikarteneinträge damals gemacht habe.

Und heute – Fast unleserlich.
Die Eintragungen dahingekritzelt, in aller Eile.
Gehetzt, getrieben von dem Stress des Berufsalltags.

Und das hat nichts damit zu tun, dass ich einfach damals als Praxisanfänger nichts zu tun hatte.

Ich habe 1993  eine Alterspraxis übernommen. Und  –  hatte von Tag 1 an einen ausgefüllten Bestellplan. 

Trotzdem gab es damals mehr Zeit als heute.

Wenn ich nur an die Quartalsabrechnung denke. Unsere erste Quartalabrechnung haben wir noch mit handschriftlich eingetragenen Krankenscheinen gemacht. Da war die Praxis 2,5 Tag zu.

Dann kam der Krankenscheinausdruck mit Nadeldrucker auf Endlospapier.  Die Abrechnung ging in einem Tag über die Bühne.

Und heute ? Dank EDV und Diskettenabrechnung oder Online -Abrechnung bedarf die Abrechnung keinerlei Ausfallzeiten in der Praxis, sie wird „en passant“, nebenbei erledigt.

Eine gute Sache ?

Teils, teils.

Mein Praxisvorgänger hatte bei 4 Quartalen 12 Tage im Jahr Freizeit, Urlaub oder zumindest Zeit, sich den Dingen in der Praxis zu widmen, die im Tagesgeschäft immer liegen bleiben.

Heute brauchen wir die Zeit am Stuhl, in der Behandlung, um kostendeckend arbeiten zu können. Die Preissteigerungen der letzten 15 Jahre auffangen zu können.

Was kostete der Liter Benzin 1993 ? 72 Cent. Und 2008 ? Waren wir schon bei den berühmten 3 Mark 10, von denen „Ich geb Gas, ich will Spass“ – Markus in den 80er Jahren glaubte, dass er es nie erleben würde, dass diese Vision einmal wahr werden würde.

Wir brauchen die gewonnene Zeit, um die vielen Regulatorien und bürokratischen Nebenschauplätze bedienen zu können. 

Ein Antrag für eine einfache Zahnersatzversorgung ? Dass können schon mal 12 Blätter Papier sein, die man ausdrucken muss. Oder mehr, wenn man seiner Aufklärungspflicht in extenso nachkommen möchte.

Machen wir uns nichts vor: Der Stress ist nicht geringer geworden in den letzten Jahren, da geht es uns nicht anders als unseren Patienten. Überall wird gestrichen, eingespart, rationalisiert. Aber nicht wie früher, offensichtlich, als der REFA – Mann mit der Stoppuhr am Fliessband stand. Nein. Heute funktioniert soetwas sozialverträglich.  Arbeitnehmer gehen in Ruhestand und ihre Stelle wird nicht mehr besetzt. Die Arbeit, die anfällt, muss von den verbliebenen Kollegen mitgemacht werden.

Oder es gibt neue zusätzliche Aufgaben (wie z.B. alle Massnahmen, die mit Einführung der neuen RKI – Richtlinien hinzugekommen sind), die dann eben einfach so zum ohnehin schon straffen Pensum an Arbeit noch einmal hinzukommen. 

So werden Umdehung um Umdrehung die Daumenschrauben fester und fester angezogen.
Und das Hamsterrad dreht sich schneller und schneller.

Schutzbrille, die Zweite

von Christian Danzl

Auch bei uns in der Praxis waren Schutzbrillen ein Thema. „Gelandet“ sind wir inzwischen bei 3M, Modell 2720.

UV-Schutz, Anti-Beschlag- und Anti-Kratz-Beschichtung. Gewicht 24g. Die Scheibe aus Polycarbonat ist verfügbar in klar, gelb und grau (leider nicht in orange, um das blaue Licht der Polymerisationslampe rauszufiltern).

Ein Verschleiss ist bei unseren Brillen bis jetzt nicht zu bemerken.

Preis: von 5,75 bis ca. 10,-€
Zu beziehen über:
Conrad
Amazon
Medikalprodukte 

3M 2720

3M 2720

Bohrerständer – Kleine Helfer

Von Hans – Willi Herrmann

 

Wo wir es gerade gestern von kostengünstigen Dingen hatten, die uns in der Praxis das Leben erleichtern, gleich noch so ein positives Beispiel.

Ein Tipp von Zahnarzt Michael Logies, Wallenhorst. 

M & W Bohrerständer aus Kunststoff. 

Wir haben im Hinblick auf die RKI – Richtlinien für jede Patientenbehandlung eigene Bohrerständer, die sterilisiert und in Steri – Folie eingeschweisst  aufbewahrt werden.

Auch hier gibt es eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Modelle/Systeme.
Die Ständer, die wir verwenden, sind nicht optimal (die hätte man vermutlich mir erst  „backen“ müssen), aber für den überwiegenden Teil der Arbeiten (schätzungsweise für über 95 % der Fälle)  sind die Ständer in Ordnung.
Bohrer mit unterschiedlichen Schäften (FG  – Schaft und Winkelstück – Schaft) finden darin Platz und auch Bohrer mit moderater Überlänge. Es gibt die Ständer in 3 Farben, so dass 3 unterschiedliche Bestückungen gut sichtbar unterschieden werden können.

Sie kosten nicht die Welt. 6,90 Euro. Und das ist, angesichts der Tatsache, dass diese Teile durch die Sterilisation leiden,  nach einer gewissen Zeit unansehlich werden und aus optischen Gründen ausgetauscht werden müssen, ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Wir verwenden die Bohrerständer seit 1,5 Jahren. Bisher ohne Probleme.
Ich denke, dass ist ein Zeitrahmen, nachdem man schon einmal eine Empfehlung abgeben kann.

 

Bohrerständer M&W

Bohrerständer M&W

Led ION Update

von Hans – Willi Herrmann

Rund 3 Monate arbeite ich jetzt schon mit der Led ION Plus Leuchte von Sigma Dental.

Ausnahmslos.
Könnte ich noch darauf verzichten ?

Nur wenn ich einen adäquaten Ersatz hätte.

Aber „Ganz Ohne“ auskommen  ?
Keine Chance, es geht nicht mehr.

Die Led ION fällt nicht zur Last beim Tragen, sie ist für mich de facto nicht auffällig, nicht spürbar.
Ich kann damit den ganzen Tag arbeiten, ohne dass ihre Gewicht sich negativ bemerkbar macht. Das war mit dem von mir verwendeten Lupenleuchte auf Halogenbasis und mit Glasfaserleiter nicht so. Hier war nach längerer Tragezeit das zusätzliche Gewicht spürbar, ja teilweise sogar richtig lästig.

Am deutlichsten wir all dies mir bewußt, wenn der  Leuchten – Akku aufgebraucht ist und zum Nachladen ans Stromnetz muss.

Dann stehe ich ziemlich im Dunkeln. Ein Ersatz – Akku wäre vermutlich sinnvoll (der Mitbewerber „Starmed“ bietet so etwas standardmäßig an).
Auf der kommenden IDS werde ich bei Sigma – Dental einmal nachfragen,was so was kostet. Ich vermute, es wird nicht billig sein.
Bis dahin hängen wir den einzig vorhandenen Akku jeden Abend ans Ladegerät zum „Auftanken“.

Im Alltagsgeschäft geht das manchmal,  aus welchen Gründen auch immer, vergessen.
Die Folge ist,  am nächsten Tag, mitten in der Arbeit, geht das Licht aus. Und dann können 1- 2 Stunden, bis der Akku wieder aufgeladen ist, sehr lange sein… Gefühlte Ewigkeiten.

Ein Kollege erzählte mir vor einigen Wochen, dass er die Wärmeentwicklung der Lampe als zumindest so hoch empfindet, dass es für ihn zwar akzeptabel,  aber doch unangenehm spürbar ist.  Ich für meine Person bemerke das nicht in dieser Dimension. Vielleicht ist  an meiner Lupenbrille die Leuchte weit genug von meiner Stirn entfernt montiert, so dass die Wärmestrahlung nicht so sehr ins Gewicht fällt.
Auch hat er ein gewisses Nachlassen der Akkuleistung gegen Ende des Arbeitstages registriert. 
Das stelle auch ich anekdotisch ab und zu mal fest, jedoch ist dies bisher bei uns,  einen vollen Startakku vorausgesetzt, nicht so drastisch, dass es störend ins Gewicht fallen würde. Möglicherweise nimmt dieses Phänomen im Laufe der Zeit mit zunehmendem Ermüdungseffekt des Akkus zu.
Ich werde gegebenenfalls berichten.

Alles in allem ist die Led ION sicherlich kein Fehlkauf, selbst wenn, vorausgesetzt, ich bekomme sie irgendwann einmal in die Finger, die Starmed  – LED – Leuchte den positiven Eindruck der LED ION noch übertreffen sollte.

Auslandszahnersatz – Hart, aber fair ?

von Hans – Willi Herrmann

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 02.01.2009 mit der Überschrift „Der Lückenfüller“ gibt es ein paar interessante Zahlen und auch Denkweisen zu Auslandszahnersatz.

Wer ihn liest, der wird nicht umher kommen, zu realisieren, dass Auslandszahnersatz angesichts  knapper Geldbeutel bei Krankenkassen und Versicherten die  Schmuddelecke des Globudent – Skandals vergleichsweise schnell verlassen hat.

Man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass Auslandszahnersatz seinen Platz in der deutschen Zahnmedizin beibehalten und darüber hinaus noch deutlich stärkere Verbreitung finden wird. Alle Zeichen, sogar die Stimmen in der Zahnärzteschaft, weisen in diese Richtung.

Was in dem Artikel steht, klingt vordergründig gut.
Eine ganze Reihe von positiv besetzten Schlüsselworten tragen subliminal dazu bei, Vertrauen in diese Art von Gesundheitsdienst aufzubauen. Ob geschicktes Marketing oder Fakten, ich kann es nicht beurteilen, denn ich habe noch nie Auslandszahnersatz in Auftrag gegeben und war auch noch nicht vor Ort in einer solchen Produktionsstätte. Aber ich weiss,  auf jeden Fall wird der Artikel in der Tageszeitung weiter dazu beitragen, dass die Hersteller von Auslandszahnersatz neue Kunden gewinnen werden, sowohl Zahnärzte als auch Patienten.

Es ist die Macht des Faktischen, des pekuniären Vorteils, die letztendlich dazu führen wird.
So sicher wie das Amen in der Kirche.

Nun ist also auch die Zahntechnik in Deutschland letztendlich im globalen Zeitalter angekommen.
Schöne Neue Welt.

Ich zitiere den Beitrag aus der „Süddeutschen“ bewusst nicht. Weil ich nicht mehr als notwendig dazu betragen will, einen Trend zu unterstützen, von dem ich nicht weiss, inwieweit er zum Vorteil gereicht.

Dass wir uns nicht falsch verstehen.
Natürlich wird diese Entwicklung einer ganzen Reihe von Patienten, Zahnärzten, Zahntechnikern, Kaufleuten und anderen beruflich an dieser Entwicklung Beteiligten (bis hin zum Mediengestalter, der die Werbebroschüren entwirft und dem Flughafenmitarbeiter, der den Container aus dem Jumbo rollt)  zum wirtschaftlichen Vorteil gereichen.
Aber er wird auch Nachteile mit sich bringen.
Für Andere.

Und keiner von uns weiss, was unter dem Strich dabei rauskommt. 

Wir sind dabei, eine Überraschungstüte aufzumachen.
Wir wissen nicht, was drin ist.
Ich hoffe, dass es nicht eine Büchse der Pandora ist, die wir öffnen.

Wer aber auf jeden Fall Verlierer dieser Entwicklung ist, dass kann ich schon heute sagen. 

Es sind die deutschen Zahntechniker.

Denn diese kämpfen einen ungleichen Kampf.

Analysieren wir einmal ganz nüchtern: Warum wird Auslandszahnersatz nachgefragt ?

Er ist billiger. Ein einfacher, aber nachhaltiger Grund.

Ist er für den Zahnarzt billiger ? Nein, dass ist er nicht. 
Ein Zahnarzt gewinnt gegebenenfalls einen Wettbewerbsvorteil dahingehend, dass er gegenüber seinem Kollegen vor Ort kostengünstiger eine Leistung anbieten oder Patienten als Kunden gewinnen kann, die nicht soviel Geld ausgeben wollen oder können.
Ein Zahnarzt verdient jedoch per se kein Geld daran, dass er dem Patienten billigeren Zahnersatz anbieten kann. 

Verdienen, also Geld sparen demnach die Patienten, die Krankenkassen, der Staat.

Warum ist Auslandszahnersatz billiger ?
Im vorliegenden Fall einer Firma, die Zahnersatz in China herstellen lässt, sind es nicht die Materialkosten.
Denn das Material wird laut Aussage der Betreiber aus Deutschland bezogen.

Man spart also bei den Lohnkosten und den Produktionskosten.
Die Gehälter der Mitarbeiter sind niedriger.
Die Kosten für die Errichtung und den Unterhalt der Produktion.
Man muss weniger Abgaben an den Staat zahlen als bei uns.

Zahnersatz ist ein arbeitsintensives Produkt, dass individuell hergestellt werden muss.

Das bedeutet gegenüber standardisiert zu fertigenden Produkten einen hohen Lohnkostenanteil. Durch deutlich niedrigere Lohnkosten und die generell niedrigere Gesamtkostenstruktur lassen sich  bei Auslandszahnersatz höhere Versandkosten und die dafür notwendige Vetriebs – und Managementstrukturen aus den Ersparnissen überkompensieren.

Und der Zahntechniker in Deutschland ?
Produziert hier.
In „Good Old Germany“.
Bei ortsansässigen Kosten. Seinen Lebensunterhalt betreffend, seine sozialen Abgaben. 

Egal, wen kümmerts ?
Wer Auslandszahnersatz gut findet, dem sei gesagt, dass dies sein gutes Recht ist. 
„Der Preis ist heiss“, „Geiz ist geil !“ und „Ich bin ja nicht blöd“.  
Und warum sollte ein Zahnersatz aus dem Ausland per se schlechter sein als aus Deutschland.
Wer dies unterstellt, der verhält sich im höchsten Maße weltfremd, überheblich, arrogant.

Aber.
Jeder, der Auslandszahnersatz fordert.
Oder sogar einfordert.
Der sei angehalten, sich vor Augen zu halten.
Was ist, wenn das Produkt meines täglichen Arbeitens und damit mein Gelderwerb plötzlich von Jemandem deutlich kostengünstiger hergestellt wird, weil man ihm weniger Kosten aufbürdet.
Finde ich das dann immer noch so toll ? 

Wenn man nur ein wenig Phantasie aufbringt, dann kann man für viele viele Bereiche Szenarien konstruieren, die dem nahe kommen. 

Ich denke zum Beispiel an den  Automobilbauer bei Audi, dem gesagt wird, wir können das Auto, dass Du baust, in Ungarn billiger produzieren. Wir legen nun dein Werk in Deutschland still.

Wird nicht kommen ?
Hoffentlich. Aber wie war das mit dem Handyproduzenten, der seine Produktion nach Rumänien verlegt hat ?

Okay, Produktion ist ein einfaches Beispiel. Wird mich schon nicht treffen, denkt Derjenige vielleicht, der  nicht in der Produktion arbeitet. Sondern im Dienstleistungsbereich.
Und Deutschland wird dann einfach immer mehr  zu einem  Dienstleistungsland.

Funktioniert aber nur, wenn irgendjemand noch bereit und in der Lage ist, diese Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen. Wird schwierig mit Hartz 4.
Und – auch Dienstleistungsbereiche kann man outsourcen.
Callcenter im Ausland. Kein Problem. Hatte ich schon des öfteren in den letzten 2,3 Jahren am Telefon.

Was gegenwärtig in der Zahntechnik passiert, ist nur ein Puzzlesteinchen einer Entwicklung, die langsam und schleichend zu einem weiteren Ausbluten und mit gewisser zeitlicher Verzögerung nachfolgend als nächste Stufe eine Eskalationskaskade zu einer weiteren Destablisierung unseren sozialen Systems und letztendlich unserer Gesellschaft führen wird.

Wer denkt, dass wir Geld sparen werden durch diese Entwicklungen, der irrt.

Wir werden Geld verlieren auf längere Sicht.
Und noch viel viel mehr als Geld.

Nämlich wieder ein weiteres Stückchen an Sicherheit.

„Die fetten Jahre sind vorbei“.
Nichts mehr wird so sein wie früher.  Auch dass war schon immer so.
„Die einzige Konstante ist der  Wandel“.

Aber früher hatten wir mehr Grund zur Annahme, dass das Neue das Bessere sein wird.

Wie immer in solchen Situationen rufen viele Leute nach dem Staat.
Der es richten soll.
Ich persönlich sehe die Aufgabe des Staates nicht darin, Jemandem, der selbst verschuldet  (und wie im Falle der gegenwärtigen Bankenkrise aus Gewinnmaximierung und Habgier, weil er den Hals nicht vollkriegen konnte) sich in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht hat, auf Kosten der Allgemeinheit unter die Arme zu greifen.
Damit er, stande pede wieder zu gewohnten Verhaltensmustern zurückkehren kann.

Die Aufgabe des Staates ist es jedoch, seine Bürger zu protektieren.

Es darf nicht sein, dass ein Staat seine Steuerzahler, also diejenigen, die ihn unterhalten, durch die Auflagen, die er Ihnen macht, die Lebensumstände, die er Ihnen auferlegt, dazu bringt, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, ihrer Arbeit nachzukommen.

Soll der Staat also Auslandszahnersatz verbieten ?
Das wäre lächerlich.

Oder zumindest zu einem Protektionismus der Schutzzölle zurückkehren ?
Der Gedanke  ist vordergründig, in bierseliger Stammtischatmosphäre  sicherlich reizvoll, aber nicht machbar. 
Aber lassen sie uns einen Moment darüber nachzudenken, die Idee als Gedankenmodell aufgreifend, Augen öffnend.
Wie wäre es im  Umkehrschluss, wenn der Staat seinen einheimischen Bürgern die gleichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzubieten würde wie den Leistungserbringern im Ausland. 

Ach, das geht nicht, sagen Sie. Der Staat hat Kosten, die er tragen muss, und wenn er den Preis für seine Leistung  (nicht anders sind ja Steuern) senkt, dann ginge er pleite.
Dann sagen Sie  dass bitte auch mal dem  Zahntechniker, der sich im heimischen Bad Irgendwo bemüht, seinen Betrieb am Laufen zu halten.  Der gerade von seinem langjährigen Geschäftspartner, einem ortsansässigen Zahnarzt, mitgeteilt bekommen hat, dass sich der Patient für die günstigere Brücke aus China entschieden hat. Und dass davon auszugehen ist, dass von nun an der Satz  „Tut mir leid, aber sie waren zu teuer“ noch deutlich öfters zu hören sein wird  in nächster Zukunft.

Was also ist zu tun ?
Pflicht ist ein hartes Wort. Ein altmodisches Wort. Ein ungeliebtes Wort. Und in diesem unserem Lande, historisch bedingt, negativ besetzt. Dem bin ich mir bewußt, wenn ich sage: Es ist die Pflicht des Staates, seinen Bürgern gegenüber, diese nicht Situationen auszusetzen oder von diesen einzufordern, die ungleich schlechter sind als die Derjenigen, die dem Staate nicht angehören.

Auf ein kleinsten Nenner gebracht, auf eine Mindestmaß, dass nicht unterschritten werden darf, bedeutet dies, im Hinblick auf die Zahntechnik: Der Staat sollte sich jeder Forderung nach billigerem Auslandszahnersatz enthalten. Er sollte dies weder propagieren, noch es zulassen, dass andere Institionen dies propagieren. 

Und auf keinen Fall, wie gegenwärtig dies defacto der Fall ist, gesetzliche  Strukturen schaffen, die einen solchen Auslandszahnersatz fördern oder mittlerweile sogar, betrachtet man die suggestiven Schriftstücke der Krankenkassen, zwischen den Zeilen dies einfordern. Das geht zu weit. Ist nicht fair.

Mag sein, dass dies hart ist für den Staat, dem damit kurzfristig Geld verloren geht.

Aber es wäre fair, seinen Bürgern gegenüber. 
Denn Zahntechnik „ist überall“. 
Und auch Zahntechniker sind Bürger.

Einmalpuster – Top oder Flop (3)

von Hans – Willi Herrmann

Mit den Erfahrungen, die Pro – Tip – Kanülen betreffend, stehe ich offensichtlich nicht alleine da.

Gestern, bei einem Autoren – Treffen, stellte sich heraus, dass auch Olaf Löffler und Christian Danzl mit den Spritzenansätzen gearbeitet hatten und dabei ebenfalls zu dem Ergebnis gekommen sind, dass  „noch Potential nach oben“ drin ist, dieses System betreffend. Letztendlich waren es die Schwierigkeiten bei der Applikation, die jeden von uns veranlasst haben, wieder von dieser Lösung Abstand zu nehmen.

Gegenwärtig ist in keiner der 3 Praxen das System mehr im Einsatz.

Einmalpuster – Top oder Flop (2)

von Hans – Willi Herrmann

Seit einigen Wochen haben wir die Pro Tip – Pusteransätze gegen das Riskontrol – System der Firma Aceton getauscht.
Einfach aus dem Beweggrund heraus, dass wir mit Pro Tip zwar leben könnten, aber  nicht hundertprozentig zufrieden waren. 

Vor einigen Jahren, unmittelbar bei Markteinführung hatte ich mir das Riskontrol – System schon mal angeschaut, die Ansätze aber nicht als besonders hochwertig wahrgenommen. Als die Bestellung in der Praxis eintraf, war ich zunächst einmal erstaunt über die Materialbeschaffenheit der Kanülen. Ich hatte diese ganz anders in Erinnerung, nämlich aus weicherem Kunststoff, einem haptisch anders gearteten Material. Sicherlich eine Sinnestäuschung. Vermutlich war die Kanüle schon immer so wie jetzt, egal, die „neue Version“ gefällt mir besser ;-) Weiterlesen

Einmalpuster – Top oder Flop (1)

von Hans – Willi Herrmann

Um es vorweg zu nehmen.

Und – weil wir gestern gerade von Dingen gesprochen haben, die nicht mehr genutzt in dunklen Schubladen ein jämmerliches Dentalrentner – Dasein fristen.
Heute geht es in diesem Blog um einen Flop: Im letzten Jahr haben wir unsere Luftpuster an den Behandlungseinheiten von sterilisierbaren Mehrfachansätzen auf Einmalansätze umgestellt.

Beide Arbeitsmodelle (Sterilisation und Einmalanwendung) sind möglich und so haben wir uns entschlossen (weil uns keine Erfahrungswerte bis dahin vorlagen), die Probe auf s Exempel zu machen und „side by side“ die Vor- und Nachteile der zwei unterschiedlichen Vorgehensweisen auszuprobieren.

Von den zwei zur Auswahl stehenden Einmalansätzen haben wir zunächst die Pro Tip – Ansätze der Firma Loser ausprobiert.
Warum die Wahl zunächst auf dieses System fiel ?

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Kamera – Dinosaurier (1) Sanyo E6

von Hans – Willi Herrmann

Allzuoft kommt es vor: Für die Praxis wird ein neues Gerät gekauft und es ist nicht gerade billig. Wie das nun mal so ist, wenn ZAHNMEDIZIN irgendwo drauf steht. 
Das wäre noch zu verschmerzen, man gewöhnt sich halt dran im Laufe der Zeit und dann tuts nicht mehr ganz so weh, wenn man wieder mal mit dem nicht ausgesprochenen aber stets vorausgesetzten Verweis auf die bis zur Obergrenze auszureizende Kaufkraft des DENTAL – Marktes kräftig zur Kasse gebeten wird.
Aber dann erfüllt das teure Gerät nicht die Erwartungen, die einen zum  Kauf bewogen haben.
Und so verstaubt das exklusive Teil  alsbald in irgendeiner Schublade irgendeines Praxisschranks, um dann über viele viele Jahre immer mal wieder in die Hand genommen und anschließend doch wieder in eben diese Schublade zurückgelegt zu werden. 
Schlußendlich – bei einer Inventur, vermutlich im Rahmen der Praxisübergabe, wird es dann mit großem Kopfschütteln darüber, wie man für so einen Mist Geld ausgeben konnte, entsorgt werden.

Der umgekehrte Fall ist eher selten, aber dann umso lobenswerter.
Ich spreche von ebenso nützlichen wie kostengünstigen Hilfsmitteln, bei denen es einfach Spass macht, damit zu arbeiten und man sich auch nach längerer Zeit immer wieder über die erzielten Ergebnisse freut.

Wie bei der Sanyo E6 Kamera, einer digitalen „point and shoot“ –  Kamera, die so unscheinbar ist, dass diese selbst im Hinblick auf für ihre eigentlichen Bestimmung, der unkomplizierten Schnappschussfotografie, extrem wenig Beachtung beim Käufer gefunden hat. Weiterlesen

Herr der Ringe

von Christian Danzl

Um bei Kompositfüllungen einen ordentlichen Approximalkontakt herzustellen, haben sich bei mir in der Praxis Teilmatritzen bewährt. Ich verwende das System von Garrison, weil es mir aufgrund der zierlichen „Füße“ am besten gefallen hat.

Es war aber bisweilen umständlich, wenn die kleinen Füße in Leere gegriffen haben, z.B. wenn die Kavität approximal weit offen, und der Zahn stark zerstört war. Ein klassischer Fall hierfür sind Zähne, die zur endodontischen Behandlung aufgebaut werden sollen. Dann ist die Wiederherstellung der Zahnform  und eines Kontaktpunktes mit viel Aufwand verbunden.

Hier sind andere Systeme vielleicht im Vorteil.

Jetzt gibt es im Garrison – Systemangebot einen Ring, der schon einen Approximalbereich vorgibt und die Teilmatritze auch in kniffligeren Fällen bei ausgedehnteren aproximalen Defekten  in die passende Form bringt. Die Füße sind mit Kunststoff und Silikon ausgeformt. 
Zur Papille hin sind die Füße hohl, um Platz für einen Interdentalkeil zu lassen. 

Mein Fazit – Die Herstellung eines strammen, anatomisch ausgeformten Kontaktpunktes in besagten Problemfällen geht mir nun leichter von der Hand.

Wie lange allerdings dieser Kunststoff-Silikon-Verbund im Praxisalltag hält, wird sich zeigen.

Und – mit knapp 90,- € für zwei Ringe sind diese allerdings nicht im Sonderangebots – Regal zu finden.

20081216-2250

3 Ringe

20081216-22511

3-D Ring

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"Füsse" aus Kunststoff-Silikon-Verbund

auf einem Frasacomodell

auf einem Frasacomodell

im Patientenmund

im Patientenmund

 

 

 

 

Stille Nacht

von Hans  Willi Herrmann

Es ist irgendwie merkwürdig.
Zwischen den Jahren ist die Praxis nicht einmal 2 Wochen zu.

Aber irgendwie ist die Zeit vor Weihnachten, dann doch jedes Mal wieder so, als ob es im neuen Jahr nicht weiterginge und Alles bis kurz vor Heiligabend fertig, im Kasten zu sein habe.

Es geht dann aber doch weiter. 
Jedes Mal wieder. Und zwar schon viel zu bald.

Nutzen wir also die wenigen, besinnlichen Tage zwischen den Jahren, um ein bischen Ruhe, ein wenig Abstand zu finden von der Hektik des (Zahnärzte) Alltags.

Auch „Wurzelspitze“ macht Pause zwischen den Jahren.

An dieser Stelle mein Dank, im Namen aller Autoren, für die positive Resonanz, die wir auf diesen Blog in den letzten beiden Monaten bekommen haben.
Es freut uns sehr, dass offensichtlich das, was wir tun, ankommt, Sinn macht. 

Wie werden weitermachen, im neuen Jahr.
Versprochen.
Bis dahin eine schöne und ruhige Zeit.

Frohe Weihnachten.

Engel

Kabelbaum, Klappe, die Dritte

von Hans – Willi Herrmann

Wirr in der Gegend rumhängende Kabel sind nicht nur ein Problem der Kaps – Mikroskope.

Auch mich hat der Kabelverhau an meinem Zeiss Pro Magis gestört.

Vor ein paar Jahren bin ich fündig geworden und zwar nicht im Dentalbereich, sondern ganz woanders.
Bei Bang und Olufsen.

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Kabelbaum

von Oscar von Stetten

Nun ist es soweit: man hat sich für ein Dentalmikroskop entschieden, es wurde installiert, das Team hat die ersten Hürden im Umgang mit dem Instrument gemeistert, und  der Wunsch nach Dokumentation der Behandlungsergebnisse wird immer grösser.

Kein Problem, jeder Mikroskophersteller hat passende Adapterlösungen im Programm. Flugs dran geschraubt und los geht die Dokumentation. 

Aber ein Aspekt trübt die Freude: die KABEL!!!!

Kabel? Welche Kabel ? In den Prospekten sieht man keine Kabel.
Ergebnis geschickter Werbefotografie oder heutzutage professioneller Umgang mit Retuscheprogrammen ala Photoshop.  

Kabel würden nur den runden Gesamteindruck zerstören.
Blättern sie doch mal in Lifestyle-  oder Wohnzeitschriften ala „Schöner Wohnen“. Sie sehen lauter Elektrogeräte ohne Kabel. Zu Hause sieht das anders aus. Wer eine ausgewachsene Heimkinoinstallation sein eigen nennt, weiss wovon ich rede.

Am Dentalmikroskop ist das Ganze aber noch viel komplizierter. Weiterlesen

Weihnachts – Happy End ?

von Hans – Willi Herrmann

Vor 2 Tagen habe ich einen Anruf eines Vivadent – Mitarbeiters bekommen.
Sehr höflich. Professionell.

Er war von dem Aussendienstmitarbeiter unseres Dental- Depots, Herrn Uwe Bauer von Grill und Grill Frankfurt, gebeten worden, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Nachdem ich ihm geschildert hatte, welchen Fehler unsere Bluephase- Lampe aufwies, ihm die Seriennummer unseres Gerät genannt hatte und zusagte, ihm die Fehlerbeschreibung des Depots  zuzufaxen, bot er an, den Vorgang zu prüfen.

Gestern kam der Anruf, Vivadent werde die Lampe kulanterweise kostenfrei reparieren.

Dies alles geschah wohlgemerkt, bevor der „Ein Quantum Trost“ – Beitrag erschienen war.
Wir können dies also als lobenswerten Service der Firma Vivadent, dem Kunden gegenüber,  verbuchen.
Und wünschen uns, dass alle Firmen im Dentalmarkt so verfahren würden. Denn leider ist eine solche Vorgehensweise sehr selten geworden.

Ein Quantum Trost

von Hans – Willi Herrmann

Es gibt Firmennamen wie Donnerhall in der Zahnmedizin.
Firmen, denen man unbedingt und nachhaltig vertrauen kann oder dies zumindest in der Vergangenheit so war.

Zumeist stützt sich der gute Ruf auf ein oder mehrere qualitativ hochwertige Produkte, die ihre Ausnahmestellung über viele Jahre hinweg bewiesen haben.

KAVO und SIEMENS waren solche Namen.
Was Behandlungsstühle anging.

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Und noch ein Mikroskopstuhl

von Hans – Willi Herrmann

Es geht ja immer noch ein bisschen besser.

Habe ich vor ein paar Tagen hier den Jörg & Sohn Stuhl lobend erwähnt (wir haben 4 Stück davon), so ist das noch nicht das Ende der Fahnenstange. 

Hier der ERGOsit Stuhl von Jadent.

Im Gegensatz zum Jörg & Sohn Stuhl 2 gravierende Unterschiede: Die Armlehnen sind deutlich länger und sie lassen sich schräg stellen.
Mit diesem Stuhl ist es möglich, mit vollkommen entlasteten Armen (weil abgestützt bis  in unmittelbare Nähe des Behandlungsobjektes) zu arbeiten. Damit gelingt es,  dauerhaft Klasse 1 –  und Klasse 2 – Bewegungen durchzuführen, dass heißt zum Arbeiten brauchen nur die Finger bzw. maximal die Handgelenke bewegt zu werden. Ein sehr präzises und auch auf längere Zeit ermüdungsfreies Arbeiten ist so möglich.

Denn Stuhl gibt es im Übrigen in 3 Sitzvarianten und, wem das knallig Rot des Beispielbildes nicht gefällt, in 12 verschiedenen Farben zur Auswahl.

Viel wichtiger noch, sie sollten die gepolsterte Armvariante wählen (die Original – Lehne war ungepolstert) und sich überlegen, ob sie die kurze  (30 cm) oder die lange (43 cm) Variante bevorzugen.

 

 

stuhl_jadent

Im Hamsterrad

von Hans – Willi Herrmann

Die junge Anästhesistin, die bei uns auf dem Stuhl zur Wurzelkanalbehandung saß, sah müde, übernächtigt aus.
Dunkle Ringe unter ihren Augen. 

Zum 3. Mal Nachtdienst in dieser Woche.
Mit einer  Reihe von akuten Zwischenfällen, die deutliche Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen hatten. Nichts mit Durchschlafen auf der Arbeit.
Und zwischendrin der normale Tagdienst, also keine  Freizeit, zumindest nicht in dem Maße, dass man von einer der Belastung angemessenen Regeneration hätte sprechen können.

Kann unter diesen Umständen garantiert werden, dass die mit der  hohen Verantwortung einhergehende  notwendige Leistungsfähigkeit zu jeder Zeit und in jeder Situation sichergestellt ist ?

Und – was mich noch nachdenklicher machte. 

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Hama Ringlicht – Update

von Hans – Willi Herrmann

Vor ein paar Tagen habe ich an dieser Stelle das Hama –  Kompakt LED – Ringlicht in diesem Blog vorgestellt.

Hier nun weitere klinische Bilder, die mit einer Sanyo E6 Kompaktkamera gemacht wurden. 
Das Ringlicht wurde zusätzlich zum Blitz der Kamera eingesetzt. Hierbei dient es vor allem der Ausleuchtung der Zähne auch im hinteren Mundhöhlenbereich.
Insbesondere der Autofokus der Kamera profitiert davon, findet er doch schneller und zuverlässig sein Ziel.
Zähne sind sehr kontrastarm. Dies ist gerade bei schwierigen Lichtverhältnissen des öfteren  ein Ärgernis, da der Autofokus der Kamera kein Ziel findet, auf das er scharfstellen kann.
Hier stellt das Hama -LED – Licht gegenüber der Original -Kamera eine deutliche Verbesserung dar.

 

 

Im Falle eines Falles klebt Pattex wirklich Alles… (Teil 2)

von Stefan Verch

Adhäsives Zementieren im Hinblick auf  Bondingsysteme: Meine Empfehlungen.

 

2. Indirekte Restaurationen – Vollkeramik

Veneers setze ich mit lichthärtenden Flowkompositen (Tetric Flow) ein. 
Tiefere Onlayversorgungen aus Sinterkeramik oder Empress setze ich adhäsiv mit dualhärtenden Kompositzementen ein ( Rely X ARC ,  ohne Amine  und „vergilbt“ daher nicht mit der Zeit).
In beiden Fällen benutze ich Syntac Classic, das ein Adhäsivsystem der Dinosaurierklasse ist, aber weiterhin Goldstandard bietet.
Zudem ist es sehr gut geeignet, wenn man das Adhäsiv VOR dem Zementieren aushärten will. Dies hat den Vorteil, daß man die Schrumpfung schon vorher abschließen kann in der Hybridschicht und die Kavität provisorisch herkömmlich versorgen kann.
Durch die Sandstrahlung und Pulverstrahlung erfolgt zudem eine Reinigung der Kavität, so daß die Klebung auf sauberem, nicht kontaminiertem Dentin erfolgt.
Ätzen und Vorbereitung der Kavität ist daher entsprechend dem obigen Vorgehen – aber Vorsicht beim Sandstrahlen! Dies sollte sehr, sehr kurz pro Fläche erfolgen.

Am besten sieht man die richtige Vorgehensweise, wenn man adhäsive Unterfüllungen/Aufbauflächen sehr präzise von visuell „glatt mit Finierspuren“ in visuell „matt ohne Finierspuren“ überführt.

So erreicht man eine optimale Anrauhung und Säuberung der Kompositflächen UND des verunreinigten Dentins. Passungsprobleme ergeben sich nicht, auch wenn man natürlich auch die Ränder anrauht und dort kleine Ungenauigkeiten erzeugt. Ich messe dem Säubern eine größere Bedeutung bei.
Das Befeuchten ist obigen Vorgehen analog.
Primerauftrag ( auch hier wird mittels Microbrush gezielt und nicht pfützenbildend, sondern präzise glanzbildend auf all e Kavitätenflächen aufgetragen; dadurch vermeidet man die Benetzung kavitätenferner Dentinwände, auf die der Dualzement ansonsten ggf. haften könnte )und Einwirkung (30 sec!) entsprechen dem obigen Vorgehen, die Verdunstung des acetonhaltigen Syntac – Primers ist jedoch einfacher.
Die Zwischenstufe des dreistufigen Syntac , das Adhäsiv in der weißen Flasche, wird ebenso aufgetragen und nach 30 Sekunden analog vom Lösungsmittel befreit.
Vor dem Bonding ist die Kavität überall glänzend (das Adhäsiv bringt im Gegensatz zum Primer eine glänzende Schicht nach der Lösungsmittelverblasung)und die Finierspuren im Dentin sind im Profil zu erkennen.
Das Bonding wird genauso präzise, dünn und gezielt (kein Bonding über die Präpgrenze!!) aufgetragen und nach dem Verblasen (Puster und kleiner Sauger) eventueller zu dicker Auftragsstellen (wo man die Finierspuren nicht mehr sieht)schließlich kontrolliert, ob alle Stellen der Kavität glänzen, aber keine Pfützen aufweisen. Die Finierspuren im Dentin müssen als Profil zu sehen sein! Dann kann die Kavität lichtgehärtet werden. 
Es kam noch nie zu einem Passungsproblem durch einen zu dicken Bondingfilm! 
Nach dem separaten Lichthärten wird der dual härtende Zement oder der lichthärtende Zement mit der Restauration eingesetzt; auch die rein chemisch aushärtenden Gruppen des Dualzementes finden Bindungen zu den nicht ausgehärteten Molekülen der Inhibitionsschicht des Syntac classic. Zudem erreicht man heutzutage mit guten LED Aushärtungsgeräten fast alle Bereiche der Kavität durch langangesetzte Aushärtezeiten und Lichtfortleitung; dadurch ist eine zusätzliche Lichtaushärtung möglich.

Im Falle eines Falles klebt Pattex wirklich Alles (Teil 1)

von Stefan Verch

Adhäsives Zementieren im Hinblick auf  Bondingsysteme: Meine Empfehlungen.

Allgemein: Ich verwende Optibond FL für direkte Restaurationen und Syntac Classic für indirekte Restaurationen im Vollkeramikbereich.
Beide Materialien kosten zwar etwas mehr Zeit und Aufwand als One Bottle Systeme, bieten aber weiterhin Goldstandard und klinische Bewährung. Zudem ist Ihr Handling zu den beschriebenen Verfahren sehr gut passend und kontrollierbar.

1. Direkte Restaurationen

Alle Kavitäten werden gesandstrahlt (Haftungsflächenvergrößerung, Smearlayer –  Entfernung, sklerosiertes Dentin wird mechanisch angerauht) und pulvergestrahlt.
Ich wende das Total Etch – Verfahren an: 30 Sekunden Schmelz- und 20 Sekunden Dentin –  Ätzung. Es folgt die Trocknung des gesamten Gebietes, auch der Nischen in den Matritzenräumen und am Keil usw.
Um eine Austrocknung (Spaghettiklebeeffekt) zu verhindern, wird das Dentin danach wieder befeuchtet. Ein weißer Microbrush wird in Wasser getaucht und einmal kurz am Traypapier aufgestoßen; dann wird das Dentin betupft. Schmelz und Dentin sind danach glänzend naß, aber nicht überflutet. Diese Feuchtigkeit wird nun reduziert, so daß der Schmelz nicht kalkweiß erscheint, aber nicht mehr glänzend ist. Es ist eine bestimmte Lichtbrechung, die man schnell in Erfahrung bringt. Das Dentin ist entsprechend matt, aber nicht so trocken wirkend wie nach dem ersten Trockenpusten.
Ich benutze einen Speichelsauger ohne Abdeckkappe, den ich -kurz sehr nahe- oder -länger und mit Abstand- (über Matritzenrändern) ansetze. Sollten doch noch kleine glänzende Stellen sein, dann puste ich ganz vorsichtig mit sanftem Strahl diese Stellen matt, jedoch nie  trocken.
Der Primer wird auf die weiße Microbrush gegeben, frisch, nicht aus einem Dappenglas und gerade nur so viel, daß die brushes vollgesogen sind.
30 sekündiges Einbürsten bringt höhere Haftwerte. Der Alkohol als Lösungsmittel muß dann verblasen werden; dies geschieht mit dem oben genannten sanftem Strahl. Man sieht richtig, wie das Glänzende weicht und ein seidenmatter Glanz auf Dentin und Schmelz bleibt. 
Das Adhäsiv wird auf einen separaten Zettel gegeben, und zwar eine sehr feine Menge, in die der Microbrush getupft wird, so daß die Fasern vollgesogen sind, aber nicht gesättigt.
Diese Beschickung hat den Vorteil, daß man sehr gezielt Schmelz und Dentin „betupfen“ kann und eine dünne, suffiziente Bondingschicht aufbringen kann, die danach nicht mehr „verblasen“ werden muß.
Diese Schicht wird 20 Sekunden lichtgehärtet.

Behandlungsstuhl für das Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

In den letzten Wochen habe ich mehrmals Anfragen bekommen, mit welchem Arbeitsstuhl wir am Dentalmikroskop arbeiten. 

Ich würde diese Antwort gerne erschöpfend und präzise beantworten.
Aber Fakt ist, es ist schon zu lange her, dass ich den Stuhl gekauft habe, als dass ich die Bezeichnung wüßte.
Fakt ist aber auch, dass ich auf den Stuhl auf keinen Fall verzichten möchte.
Und meine Assistentin am Dentalmikroskop ebenfalls nicht.

Und wo wir gerade bei Sachen sind, die mit zunehmendem Alter in Vergessenheit geraten.
Ich habe noch deutlich vor der Jahrtausendwende einen Stuhl gekauft, (dessen Namen mir vollends entfallen ist und) der 

a) ebenfalls Armlehnen aufweist, sogar ausziehbare und federgestützte

b) ich glaube aus Skandinavien stammt

c)  mich irgendwie eher an einen Gynäkologen – Praxis erinnert.

Den würde ich NICHT wieder kaufen. 

Was nicht heißt, dass andere damit glänzend zurechtkommen können. Aber für das Arbeiten am Dentalmikroskop ist der Stuhl, ich sach mal, „suboptimal“. Und wer mit dem Jörg & Sohn Stuhl, den wir verwenden, am Dentalmikroskop gearbeitet hat, der will auch alle andere Sachen mit diesem Stuhl behandeln.

Weil die Arme superabgestützt sind und sich so sehr sehr präzise arbeiten lässt. Schon mal versucht, ne 8.0er Naht ohne Abstützung zu entfernen, wenn man gewohnt ist, das die Arme absolut sicher und unverrückbar ruhen ? Ich sehe, wir verstehen uns.

Ach ja, auf der Stuhlunterseite steht im Übrigen Folgendes:

Jörg & Sohn

Modell 11015/2×2014
K20 SDD

Ich hoffe, es hilft weiter.
Zur Sicherheit werde ich bei Gelegenheit noch ein Bild vom Stuhl einstellen, ich hab nur im Moment keins greifbar.
Nur ein Bild des skandinavischen Stuhls, den wir nicht mehr verwenden.
Der sieht so aus…
stuhl_11

Neuer Hut

von Hans – Willi Herrmann

Mit Opaldam hat Ultradent ein ein weiteres Eisen  im Feuer, wenn es um das Abdichten von Kofferdam – Undichtigkeiten geht. Ebenfalls in der Ultradent – typischen Applikations – Spritze geliefert, erscheint es auf den ersten Blick als die modernere, zeitgemäßere, smartere Variante des  Klassikers Oraseal, der an dieser Stelle schon vorgestellt wurde.

Trotzdem konnte es in unserer Praxis Oraseal nicht ersetzen oder gar überflüssig machen. Im Gegenteil kommt Opaldam zur Abdichtung von Kofferdam- Undichtigkeiten gegenüber Oraseal weniger oft zum Einsatz.

Für das Material spricht aus unserer Sicht, dass es im Gegensatz zu Oraseal nicht schmiert. Das nervt nämlich bei Oraseal. Insbesonders dann, wenn sich die Abdichtung in unmittelbarer Nähe der Kavität befindet und man versehentlich mit einem Instrument oder einer Spülkanüle an das Oraseal herankommt und dieses unkontrolliert in der Gegend  verteilt.
Opaldam, im Ausgangszustand mit einer Konsistenz, die an thixotrophere Flow – Komposits erinnert,  wird mit UV – Licht ausgehärtet und bildet danach eine feste Masse. Es kann punktgenau appliziert werden, viel genauer als es mit Oraseal möglich wäre und lässt sich nach Ende der Behandlung schnell und einfach, zumeist sogar mit dem Kofferdam per se entfernen.

Jetzt aber die Nachteile:

  • Zum einen muss die Oberfläche, die abgedichtet werden soll, vollkommen trocken sein.
    Ist dies der Fall, kein Problem.
    Was aber passiert, wenn dies nicht gegeben ist: Im Gegensatz zu Oraseal, dass von leichter Feuchtigkeit sich unbeeindruckt zeigt und diese sogar aufnimmt, führt ein Feuchtigkeitsfilm bei Opaldam dazu, dass sich das Material möglicherweise vom Zahn oder Kofferdam ablöst und damit unbrauchbar wird.
  • Wird der Kofferdam bewegt, zum Beispiel bei der Durchführung eines Röntgenbildes, so kann es sein, dass die Haftung des Opaldams verloren geht  und Feuchtigkeit zutritt oder das Material sich vom Zahn oder Kofferdam löst. Oraseal klebt besser am Zahn und ist deshalb, was diese Zwischenfälle angeht, weniger anfällig.
  • Das opake Material bedarf einer gewissen Zeit der Lichthärtung.
    Mit wenigen Sekunden ist es nicht getan, es sollte schon ein Zyklus von 20 Sekunden pro Härtung nicht unterschritten werden.
    Pro Seite, was bedeutet,dass man bei einer zirkulären Abdichtung schon eine Minute zum Aushärten einkalkulieren muss.
    60 Sekunden, nicht viel –  sagen Sie ?
    Naja, wenn man bei Oraseal die gesamte Prozedur in weniger als 5 Sekunden abgehandelt hat, dann fällt die Wartezeit bei Opaldam in bestimmten Fällen schon irgendwie ein wenig nervig ins Gewicht.
    Ich wollte es ja auch nur angesprochen haben …

Unser Fazit: Wenn möglich, greifen wir zu Opaldam, aber meistens ist doch Oraseal das Material der Wahl.

 

Zahnerhalt durch Endodontie künftig nicht mehr gefragt

von Hans -Willi Herrmann

Ich habe gestern an einem Zahn 128 Minuten damit zugebracht, zwei abgebrochene Instrumente aus einem Wurzelkanal zu entfernen, um diesen dann in der nächsten Behandlungssitzung fertig aufbereiten und füllen zu können.

In den mir noch verbliebenen 12 Minuten unserer Mittagspause (wir hatten knapp 50 Minuten überzogen, weil die Fragmententfernung sich als wesentlich schwieriger herausstellte als zunächst vermutet)  fiel mir dann nachfolgender Artikel in der Zeitschrift DZW (Ausgabe 49/08) in die Hände.

Unter der Überschrift „Zahnerhalt durch Endodontie künftig nicht mehr gefragt“ heißt es dort:

Berechne man auf Basis BMG  – eigener Zahlen (Drucksache 16/657)  (Anmerkung des Verfassers: BMG – die Abkürzung steht für Bundesministerium für Gesundheit) die pro Leistung zur Verfügung stehende Zeit, werde deutlich, so die DGEndo, das die Erbringung zahnärztlicher Leistungen in der erforderlichen Qualität vielfach nicht mehr gewährleistet ist. Hierbei seien Leistungen aus dem Bereich Zahnerhaltung besonders betroffen:

  • Für Maßnahmen zur Erhaltung eines freiliegenden Zahnnervs, inklusive der Entfernung aller Karies und einer temporären Füllung bekommt der Zahnarzt 2,2 Minuten Zeit.
  • Die Aufbereitung eines Wurzelkanals darf insgesamt 11 Minuten Zeit in Anspruch nehmen.
  • Für die Füllung eines Wurzelkanals hat der Zahnarzt 6,4 Minuten Zeit.
  • Das behandlungsentscheidende Aufsuchen und die Darstellung aller Wurzelkanäle eines Zahnes wird ebenso wie die wichtige Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden zur Reinigung und Desinfektion des Wurzelkanals überhaupt nicht mehr vergütet.

Über diese Auflistung hinaus zeigten die ergänzenden Bestimmungen des Entwurfs zu den enthaltenen Leistungspositionen deutlich auf, so die DGEndo, dass den Verfassern fachliche Zusammenhänge der endodontischen Behandlung zum Teil völlig unklar sein müssen.

Ach – und da war noch eine Pressemeldung, von mir aufgeschnappt am Abend zuvor: Nachdem seit zwölf Jahren die Honorare der Architekten und Ingenieure nicht mehr angehoben wurden, beabsichtigt die Bundesregierung nunmehr eine lineare Erhöhung der Honorare um 10 Prozent. 

Und in diesem Zusammenhang noch eine Info: Bereits im April diesen Jahres war die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte um 12 Prozent angekündigt worden.

Kommen wir zurück zur angestrebten neuen Gebührenordnung für Zahnärzte: Die Erhöhung, die vorgesehen ist, 21 Jahre, nachdem die letzte Änderung stattgefunden hat: Rund 0.4 Prozent.
Das entspricht einer rückwirkenden Erhöhung von 0.021 Prozent pro Jahr.
Also, noch einmal ganz langsam zum Mitschreiben: 0.21 Promille pro Jahr. 

Und damit sie nicht denken, hier geht es wieder einmal nur ums  Geld, sage ich es ganz klar.
Nein, hier geht es nämlich nicht um Geld.
Hier geht es darum, wie man mit den Leistungserbringern und auch den Leistungsempfängern  im Gesundheitswesen umgeht.  

Und ich lade jedes Mitglied des Bundestags herzlich ein, einen Tag lang in unserer Praxis zu hospitieren, um sich selbst ein detailliertes Bild davon zu machen, was Zahnmedizin bedeutet. Für uns und unsere Patienten.

0,021 Prozent pro Jahr. 
Jetzt mal ganz ehrlich. Wie würden sie reagieren, wenn man Ihnen, in ihrem Job, dies für die nächsten 20 Jahre als „Tarifvertrag“ vorschlagen würde?

Erfreut? Gleichgültig? Frustriert? Wütend? Resignierend?

Und ein solches Verhalten, das nichts anderes bedeutet als die Aussage: „Mehr als diese 0,021 Prozent ist uns eure Leistung nicht wert“, das betrifft und trifft  nicht nur Zahnärzte und Ärzte.
Sondern  in gleichem oder sogar noch stärkerem Maße vor allem auch Krankenschwestern und Altenpfleger, Masseure und Ergotherapeutinnen und und und. 

Ein Haus, eine Brücke, ein Hund, ein Katze zählen für die Politik mehr als ein Mensch, insbesondere wenn es sich um einen kranken oder alten Menschen handelt.
Oder um den, der alte und kranke Menschen betreut.

So sieht es aus in Deutschland.
Im Jahr 2008 kurz vor Weihnachten.

Alter Hut

von Hans – Willi Herrmann

Das Ding hat „so einen Bart“.
Ich würde mal sagen, jeder von uns kennt das Material seit vielen Jahren.

Merkwürdigerweise kommt aber auf den Fortbildungen immer wieder die Frage: „Was ist das denn für ein weißes Zeug um den Zahn und den Kofferdam herum ?“ 

Nehmen wir also diese Frage zum Anlass,  an dieser Stelle in loser Folge ein paar Tipps zur Abdichtung von Kofferdamisolierungen zu geben  und beginnen wollen wir natürlich mit Oraseal, dem Klassiker von Ultradent. Ein Material auf Zellulose – Basis, dass bei uns immer dann zum Einsatz kommt, wenn eine kleine Undichtigkeit schnell abgedeckt werden soll. Dabei spielt es im Übrigen keine Rolle, ob eine leichte Restfeuchtigkeit im Abdichtgebiet vorliegt. Denn Oraseal klebt ein wenig an Zahn und Kofferdam und quillt unter Feuchtigkeitszufuhr leicht auf. Man erreicht damit zumeist über die gesamte Behandlung hinweg ausreichenden Halt und Abdichtung.

Unser Fazit: Muss jederzeit griffbereit sein.

 

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal

Abdichtung des Kofferdams mittels Oraseal

Abplatzer

von Donald Becker

Die Trepanationsöffnung in der  vorhandenen Metallkeramikkrone 46  war aus ästhetischen Gründen schon extra klein gewählt, aber trotzdem kam die Patientin kurze Zeit nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung unverhofft mit einer Hiobsbotschaft in die Praxis. „Nein, dem Zahn geht es gut, keine Schmerzen mehr seit die Behandlung begonnen worden war, aber ein Stück von der Krone sei abgeplatzt.“

Beim Biss auf ein weiches Brötchen im Übrigen, eine Antwort, die ich merkwürdigerweise von rund 90 Prozent aller Patienten zu hören bekomme, wenn es um die Fraktur eines Zahnersatzes, ganz gleich ob herausnehmbar oder festsitzend, handelt.

Das Ausmaß der Bescherung ?

Sehr unbefriedigend, denn nicht nur ein Teil der vestibulären Wand der Metallkeramikkrone an 46, sondern auch Keramik interdental zum Zahn 45 war weggebrochen. Der Kontaktpunktbereich nicht mehr intakt, eine Impaktion von Speiseresten vorprogrammiert.

Was tun ?
Die Krone sofort erneuern ?
Kurz, eigentlich sogar unmittelbar  nach WF ?

Nach Rücksprache mit der Patientin entschieden wir uns, den Defekt  mittels Komposit wieder auszugleichen. Um Zeit zu gewinnen, bis eine erste Röntgenkontrolle in der Nachsorge uns Aufschluss über der apikalen Zustand des Zahnes geben würde.

Nach Anlegen von Kofferdam und Defektpräparation wurde zunächst die Konditionierung der Defektoberfläche vorgenommen. Im Bereich der Keramik erfolgte die Ätzung mittels Ultradent Porcelain Etch. Anschließend wurde ein Silan aufgetragen.

Mindestens ebenso schwierig wie die Schaffung einer ausreichenden Mikroretention ist das Handling der Kompositmaterialien, will man zumindest  eine  akzeptable, idealerweise eine trotz ungünstiger Ausgangssituation ansprechende Ästhetik erreichen. Die uns zur Verfügung stehenden Komposite sind nämlich nicht dafür gemacht, auf eine lichtundurchlässige Oberfläche aufgebracht zu werden. Verwendet man sie dennoch wie vom natürlichen Zahn gewohnt, ist in der Regel ein häßliches, dunkel und gräulich schimmerndes Aussehen die Folge.

Um dem zu entgegnen, decke ich in solchen Fällen die Metallbestandteile der Krone mit einem weißen und stark opaken Flow – Komposit z.B. Tetric Evo Flow Bleach XL (Ivoclar – Vivadent) ab. Eine Vorgehensweise, wie wir sie durch Opakereinsatz vom Zahnlabor  her kennen.

Im vorliegenden Fall konnte so, in Kombination mit unterschiedlichen Kompositfarben, ein Ergebnis erzielt werden, dass den Defekt nur bei genauem Hinschauen sichtbar werden lässt.

Für den Behandler akzeptabel, für die Patientin sehr schön. So schön, dass es möglicherweise nicht einfach sein wird, diese von einer eventuellen Neuanfertigung der Krone zu überzeugen.

Andererseits, solange der Kunststoff hält und dicht abschließt, wäre auch für mich die Krone kein absolutes Muss.

3 mesiale Kanalausgänge (2)

von Donald Becker

Hier nun die abschließenden Röntgenbilder des Zahnes 36 unmittelbar nach WF und 11 Monate später.
Die Patientin hat seit der Behandlung keine Beschwerden mehr an Zahn 36 und sowohl apikal als auch interradikulär hat sich eine knöcherne Konsolidierung eingestellt.

Auf den orthograden WF – Kontrollen sieht man im Übrigen, wenn man genau hinschaut, einen gefüllten lateralen Kanal, der in der interradikulären Knochenläsion mündet. An dieser Stelle münden häufiger laterale Kanäle in der mesialen Wurzel.

Im Vortrag von Sashi Nallapati bei der 7. Jahrestagung der DG Endo vor rund 2 Wochen gab dieser die Häufigkeit von 3. mesialen Kanälen mit rund 10 Prozent an. Auch wenn diese zumeist sich apikal mit dem mesiobukkalen oder mesiolingualen Kanal vereinigen  lohnt sich auf jeden Fall, Isthmen zwischen den regulären Kanälen einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Im vorliegenden Fall wurden zur Darstellung des Isthmus überlange Rosenbohrer verwendet. Aber auch spezielle Ultraschallansätze sind in solchen Situationen sinnvoll.

3 mesiale Kanalausgänge (1)

von Donald Becker

Es war nur ein Zufallsbefund und die knapp 30 jährige Patientin (aus der Hauptstadt eines benachbarten deutschsprachigen Landes) war erstaunt darüber, dass die nicht sonderlich lange zurückliegende Behandlung nicht meine ausdrückliche Bewunderung erhielt, war diese doch bei einem „IN“ – Zahnarzt erfolgt.

Der Zahn 36 bedurfte nach der Fraktur der mesiolingualen Wand einer Kronenversorgung und ich riet der Patientin, neben bei ihr notwendiger weiterer zahnmedizinischer Behandlungsmassnahmen eine Revision der vorhandenen Wurzelkanalfüllung durchführen zu lassen.

Bei der endodontischen Behandlung in unserer Praxis  zeigten sich die vorhandenen Wurzelfüllungen nicht nur röntgenologisch, sondern auch klinisch insuffizient.

Bei der  Entfernung des Wurzelfüllmaterial fand sich ein Isthmus im Bereich der mesialen Wurzel zwischen dem mesiobukkalen und mesiolingualen Kanal.

Es folgte zunächst die Darstellung und eine weiter nach apikal vordringende Bearbeitung des Isthmus mit einem speziellen Rosenbohrer der Firma Komet/Brasseler (Komet H1SML.205.006), der ein Arbeiten unter Sicht mit dem Dentalmikroskop auch in delikaten Strukturen gestattet.

Dabei etablierte sich ein weiterer mesialer Kanal, der einen von den beiden anderen mesialen Kanälen vollkommen getrennten Kanalausgang besaß.

Ungewöhnlich, aber auch nicht ganz selten war die hohe Lage des Kanalausgangs im mittleren Wurzeldrittel. Wird ein solcher Kanal nicht adäquat behandelt, kann es neben bekannten akuten Beschwerden auch zu Knochendestruktionen  im Bereich des Kanalausgangs kommen, wie sie auch bei dieser Patientin aufzufinden waren.

Die klinischen Bilder zeigen die Darstellung des 3. mesialen Kanals und Röntgenbilder vor der Behandlung sowie nach Erschließung der Kanäle bis auf definitive Arbeitslänge und nach Einpassung der Mastercones.

 

(wird fortgesetzt).

 

Endodontic Practice

von Donald Becker

Ab 01.12.2008 wird „Wurzelspitze“  endodontische Behandlungen in Text und Bild präsentieren. Unter dem Pseudonym Donald Becker werden eine Reihe erfahrener Behandler exemplarisch moderne Wurzelkanalbehandlungen in ihren Abläufen und Ergebnissen vorstellen.

Ein Pseudonym (unter dem alle teilnehmenden Behandler ihre Fälle subsummieren) wurde  gewählt, weil wir von vorneherein dem Risiko aus dem Weg gehen wollen, das die jeweiligen Autoren (die nicht mit den Autoren dieses Blogs identisch sein müssen) eine Abmahnung  wegen nicht zulässiger Werbung  erhalten.

Sicher ist sicher.

Vergiss die Milch nicht…

von Olaf Löffler

Oftmals habe ich bei einem Projekt irgend etwas aus den Augen verloren.

Meistens war es nur ein Detail.
Wenn ich Pech hatte jedoch ein entscheidendes Detail. 

Bei meinen Versuchen,  diese Problematik in den Griff zu bekommen, habe ich verschiedenste Dinge ausprobiert. Karteikarten, Notizbücher, Diktiergerät und auch einer dieser neuen Palms haben keine Änderung bringen können. Die Ursache war meist, daß im entscheidenden Moment keines dieser Dinge zur Verfügung stand. Oder unterschiedliche Informationen an verschiedenen Orten vermerkt waren, so dass man nie sicher sein konnte, auf alle aktuellen Daten, an einem Ort versammelt, zugreifen zu können.

Letztens bin ich nun auf „Remember the Milk“ gestoßen.
Dies ist eines der Programme, welche nach dem Grundsatz von David Allen arbeiten. Diese Selbstmanagement-Methode soll effizientes Arbeiten ermöglichen, ohne den Kopf voll mit anderen Dingen zu haben.

Es gibt eine ganze Reihe höchst unterschiedlicher  Programme auf dem Markt. Diese sind zumeist nicht intuitiv bedienbar und erfordern teilweise eine lange Einarbeitung.

Eine Ausnahme ist RTM – „Remember the Milk“.
Eine internetbasierte Seite ist von jedem Rechner unter Verwendung der eigenen Zugriffsdaten erreichbar. Zusätzlich gibt es ein App für das iPhone oder den Ipod Touch. Damit kann ich meine Aufgaben überall hin mitnehmen. Diese sind unter Verwendung von Tags und Listen sortierbar und lassen sich terminieren und in iCal einpflegen.

Im Moment teste ich das Programm.
In einigen Wochen werde ich von meinen ersten Erfahrungen berichten.

 

rtm

Die Probleme beim Scharfstellen…

von Oscar von Stetten

Flach, Schick, Trendy: so lauten die Attribute für die heutigen LCD-Fernseher. Dass diese Geräte nicht nur bei schnellen Kameraschwenks Probleme haben, sondern auch bei normalen Fernsehbildern, wird gerne verschwiegen. Warum ist das so? Ganz einfach: das normale PAL-Signal hat eine Auflösung von 768×576 Bildpunkten mit einem Verhältnis von 4:3, das Display typischerweise 1368×768 Bildpunkte im Verhältnis 16:9. Schlimmer wird es, wenn es Full-HD taugliche Displays mit 1920×1080 Bildpunkten sind.

Nun kommt das Videobild mit einer niedrigeren Auflösung als das Display tatsächlich besitzt. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie das Display damit umgehen kann:

1.) schwarze Ränder an den Seiten für eine nicht verzerrte Darstellung. Das hat aber den Nachteil, das Displayauflösung verschenkt wird und man die Displays dementsprechend gross wählen muss, um ein dem Röhrenfernseher von der Grösse adäquates Bild zu erhalten

2.) die Skalierung des Videosignals auf die physikalische Auflösung des Displays. Das ist schon deutlich fehleranfälliger als die erste Variante. Von Hersteller zu Hersteller gibt es unterschiedliche Scalerhardware und Scaleralgorithmen. Generell gilt: umso kleiner das Display, desto billiger ist es, umso schlechter ist die Skalierung. Erst bei Displays in Grössen von 40“ fangen die meisten Hersteller an, hochwertigere Hardware zu verbauen, was sich sofort in einem besseren Ergebnis gegenüber den Billigdisplays niederschlägt.

Warum ist das nun ein Problem? Ganz einfach: das Gerät kann nicht mehr, als die vorhandenen Pixel im Videostrom so oft zu vervielfältigen, bis die physikalische Displayauflösung erreicht ist. Das hat aber den Nachteil, dass die Kantenschärfe deutlich abnimmt. Damit sind die meisten Displays nicht zur Fokussierung einer Kamera am Dentalmikroskop geeignet, weil wir schon mit einem geringen Schärfentiefebereich kämpfen. Doch es gibt Möglichkeiten, wie man das umgehen kann:

a.) externe hochwertige Videoscaler

Es gibt dedizierte Geräte, die das Scaling auf sehr hohem Niveau und mit sehr guter Qualität durchführen können. Leider kosten diese Geräte weit über 1500€, so dass der Sinn und Zweck sicher streng hinterfragt werden muss

b.) erhöhter Betrachtungsabstand

Wenn man den Betrachtungsabstand zum Display erhöht, sinkt die optische Auflösung des Auges unterhalb der Doppelbildschwelle und das Bild wird wieder scharf. Aber: es ist ein Kompromiss zwischen Bildgrösse und Schärfe

c.) kleineres Display mit 800×600 Auflösung

Es gibt in den Elektroniksupermärkten kleine Display mit 10“ oder 12“ Durchmesser, welche leicht genug sind, um diese an das Mikroskop anzuflanschen. Das Display muss nicht viel Scaling betreiben, so dass die Bildqualität zum Scharfstellen tauglich ist

d.) Fotokamera mit HDMI-Ausgang und HD-Auflösung in der Vorschau

Inzwischen haben die zwei grossen Hersteller Nikon und Canon dSLR-Modelle mit HD-Videofunktion im Angebot. Ich hatte jetzt am Wochenende auf der JT der DGEndo die Gelegenheit, eine Nikon D90 genauer anzuschauen. Das HD-LiveView funktioniert auf hohem Niveau und verzögerungsfrei (WICHTIG), so dass diese Kamera sich für einen Einsatz am DM im Zusammenhang mit Flachbildfernsehern eignet. Zudem bietet diese Kamera eine HD-Aufnahmefunktion für einen geringen Preis in guter Qualität

Abschliessend lässt sich sagen, dass man vom Rückgaberecht ruhig Gebrauch machen sollte, wenn man feststellt, dass das Display nicht den Anforderungen entspricht. Leider ist es auch nicht möglich, eine Empfehlung auszusprechen. Die Modellzyklen sind so schnell und die Bezeichnungen der Hersteller kryptisch und verwirrend (oft entscheidet ein Buchstabe in der Bezeichnung über geänderte Hardware).
Ich habe mit 30“ von Samsung die besten Erfahrungen gemacht, sowohl was die Farben als auch den internen Scaler angeht.

Das (scheinbar) verflixte siebente Jahr

von Hans – Willi Herrmann

Vom 20. – 22. 11.2008 fand in Stuttgart die 7. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endodontie (DG Endo) statt. Und wer hätte wetten müssen, der wäre davon ausgegangen, dass dem allgemeinen Trend in der Zahnmedizin  folgend, deutlich weniger Teilnehmer sich einfinden würden als in den Jahren zuvor.

Aber nichts von dem traf zu in Stuttgart.
Das war die erste Überraschung.
Der großzügig dimensionierte Vortragssaal bis zum letzten Platz gefüllt. Deutlich ins Auge springend wesentlich mehr Teilnehmer als vor einem Jahr in  Düsseldorf. Und noch einmal deutlich mehr als in Dresden.
An weltweit bekannten Rednern kann es nicht gelegen haben,  denn im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen große Namen, Titanen der Endodontie vom Schlage eines Cliff Ruddle oder Gary Carr, als Zugpferde gedient hatten, waren in diesem Jahr die klinischen Hauptredner Sashi Nallapati, Jan Bergmans und Stephane Browet dem Großteil der Teilnehmer nicht einmal namentlich bekannt. Und ein Leif Tronstad oder Dag Orstavik (der für mich nicht destotrotz einen sehr hörenswerten Vortrag gehalten hat) alleine reicht schon lange nicht mehr aus, um einer Jahrestagung ausreichend Publikum zu verschaffen.

Und gleich darauf folgend die nächste Überraschung.
Lauter junge Kolleginnen und Kollegen saßen im Auditorium. So stark vertreten, dass man von einem Generationswechsel reden  kann, der nun die Endodontie erreicht hat. Ältere Zahnärzte wie der legendäre Fritz Haun aus Bonn waren eher die Ausnahme und die nun etabliert zu nennenden Kollegen der ersten neuen Generation, die Mitte und Ende der neunziger Jahre die Botschaft der „Modernen Endodontie“ aufgenommen und weitergetragen haben, finden sich umringt von einer Vielzahl aufgeschlossener junger Zahnärztinnen und Zahnärzten, die, teilweise bis in die Fingerspitzen motiviert,  ihr Interesse an Endodontie über die gesamten 3 Tage der Jahrestagung so deutlich sichtbar werden lassen, dass man sich freudig an die Euphorie der DG Endo – Gründerjahre zurückerinnert fühlt.

Die DG Endo hat also diesmal alles richtig gemacht und  meines Erachtens die gelungenste und rundeste Jahrestagung bisher abgehalten. Hier zahlt sich nun (endlich möchte man sagen) die Aufbauarbeit der letzten Jahren nachhaltig aus. Viele der Konstrukte, die unter zähem Ringen auf den Weg gebracht wurden, teilweise belächelt, aber auch heftig kritisiert, sind nun in stabilen Bahnen. Und die Energie, die bisher dafür aufgebracht werden musste,  Strukturen einzurichten  und zu etablieren wird jetzt nach und nach in die Detailarbeit und kontinuierliche Verbesserungen gesteckt.
Und kommt nun positiv zum Tragen. Ganz gleich ob Jahrestagung, Frühjahrsakademie, Curriculum oder Active Members – Gruppen – auf allen Ebenen erntet man nun nachhaltig die Früchte der Arbeit der letzten Jahre. 

Das weckt das Interesse an zukünftigen Veranstaltungen.
Ich bin sicher, dass auch die 2. Frühjahrs-Akademie 2009  den Erfolg der diesjährigen Jahrestagung fortsetzen wird. Mit einem bedeutsamen Unterschied: Es wird keine 7 Jahre brauchen, bis diese sich ebenso positiv präsentiert wie die Jahrestagung. Angesichts des reichhaltigen Kursangebotes wird die Frühjahrsakademie 2009 am 13. und 14. März in Halle ziemlich nachgefragt und vermutlich werden viele Kurse rasch ausgebucht sein. Wollen wir wetten ? 

Der Gesellschaft bleibt zu wünschen, dass diejenigen, die in den letzten Jahren  einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit in die Vereinsarbeit gesteckt haben, der DG Endo als aktive Mitstreiter erhalten bleiben. Denn Kontinuität, die auf eingespielten Strukturen aufbaut, ist das Beste, was der DG Endo und ihren Mitgliedern gegenwärtig passieren kann.

Mund auf

von Christian Danzl

Es kennt jeder: Ist die Endo sowieso schon schwierig, dann reicht auch noch die Mundöffnung nicht!

Bei den allermeisten Patienten ist es kein Problem. Aber immer wieder behandeln wir  Patienten mit eingeschränkter Mundöffnung, mit Kiefergelenksbeschwerden, mit Muskelverspannungen im Kieferbereich. Diese können den Mund oft nicht so weit öffnen und so lange offen halten, wie man es sich als Behandler wünscht. Meist geht es irgendwie, die Kanäle zu finden aber möglicherweise reicht es dann nicht mehr für die Aufbereitung. 

Als gutes Hilfsmittel  – bei gleichzeitig guter Patientenakzeptanz – hat sich bei mir in der Praxis der Aufbisskeil herausgestellt. Jedoch bin ich abgekommen von den monströsen Teilen von Markel, die aussehen, als hätte man sie Darth Vader aus der Maske geschnitten.
Hager & Werken  hat einen zierlichen hellgrünen Aufbisskeil im Programm, Mirahold Block, der weniger furchteinflössend aussieht. Er kann zudem  gut gegen das Verschlucken gesichert werden, weil man ihn leicht mit Zahnseide anbinden oder mit einer dazugehörigen „Klammer“ im Mundwinkel gut fixieren kann.

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Dentales Endoskop für den Endverbraucher

von Hans – Willi Herrmann

Und da heißt es immer, alles wird teurer.

Meine erste Intraoralkamera kostete 5000 DM und war damals ein Schnäppchen im Vergleich zu den anderen Produkten, die mit bis zu 15.000 DM zu Buche schlugen.

Und heute gibts für den Endverbraucher schon Intraoralkameras für 159 Dollar.

Im Endoskop Shop findet man das  MIHARU Intraoral Dental Endoskop. Von RF System Lab.

Keine Ahnung, wie die Qualität ist und die Auflösung beträgt mit 217.000 Pixeln nur ein Zehntel dessen, was im Hinblick auf ihre Fotoqualität eher suboptimal ausgestattete In – Design- Touchscreeen -Smartphones heute liefern, aber das hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

RF System Lab. – der Hersteller – sagte mir bisher gar nichts.

Um so erstaunter war ich, als ein Besuch der US – Homepage offenbarte, dass es sich hierbei um einen Produzenten oder Vertreiber einer ganzen Reihe unterschiedlicher dentaler  und allgemeinmedizinischer Produkte handelte. Die Produktpalette umfasst neben besagten Endoskopen für Mund und Ohr auch UV – Polimerisationslampen, Lupenbrillen und digitale Röntgensensoren.

Den großen Bruder der MIHARU – Visualisierung, gewissermaßen die Spitze dessen, was an Pixelflut und Bildqualität gegenwärtig zumindest hierzulande erhältlich ist,  habe ich am Wochenende auf der 7. Jahrestagung der DG Endo in Stuttgart am Stand von Jadent gesehen.

Allerdings zu einem Preis, der mir den Kauf von 120 MIHARU Intraoral Dental Endoskopen ermöglichen würde. 

Ist es das wert? Die Bildqualität ist auf jeden Fall sehr beeindruckend.

So ausserordentlich gut, dass ich dies sogar im raschen Vorübergehen, vom Flur in einen Workshop -Raum hineinblickend, bemerken konnte.

Ich ging zurück und ich konnte nicht anders, ich musste trotz engen Zeitplans 2,3 Minuten stehen bleiben, weil das, was ich sehen konnte, um Klassen besser als alles andere, was man heutzutage an Videobildern aus dem Dentalmikroskop kommend sieht.

Und so gesehen relativiert sich der scheinbar hohe Preis der High End – Lösung.
Denn diese ist nicht teurer sondern sogar billiger als entspechende Produkte, die bisher auf dem Markt vertreten sind bei deutlich besserer Qualität.

 

 

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Bonsai – Ringleuchte

von Hans – Willi Herrmann


Schon sehr beeindruckend, dieser neue Blitz von Metz, über den vor ein paar Tagen an dieser Stelle Dr. Andreas Habash berichtete. 
Leider nur was für  Spiegelreflexkameras.
In den letzten Jahren haben jedoch  immer wieder  auch  digitale Kompaktkameras sich einen Platz in der dentalen Fotografie erobert.
Und wer jetzt verächtlich mit der Nase rümpft, dem sei gesagt, dass es sehr wohl eine Reihe von Vorteilen gegenüber den etablierten SLR´s gibt, die den Einsatz einer solchen „Zwergenknipse“ sinnvoll erscheinen lassen. Ich erinnere nur an die mittlerweile legendäre (weil nicht mehr im Handel erhältliche) Sanyo E6, aber dazu demnächst mehr.
Leider verfügen nur die wenigsten dieser Kameras über die Möglichkeit, einen zusätzlichen Blitz zu nutzen. Das ist schade, denn der eingebaute Blitz ist zumeist schon allein auf Grund seiner Positionierung im Gehäuse nicht in der Lage, dentale Objekte, unabhängig ob in der Mundhöhle gelegen oder ausserhalb, adäquat auszuleuchten. 

Die Firma Hama hat jetzt eine Ring LED -Leuchte für digitale Kompaktkameras auf den Markt gebracht und es stellt sich die Frage, ob diese es wert ist, sie einer genaueren Betrachtung für die Eignung in der Dentalfotografie zu unterziehen.
Keine Ahnung, ob man damit an die Leistungen eines Blitzes heranreichen wird. Vermutlich nicht, denn dafür sind die Voraussetzungen in der Mundhöhle zu ungünstig, aber einen Versuch, es mal im Praxistest herauszufinden,  wäre reizvoll. Denn mit einem Preis von 89 Euro liegt diese Lösung weit unter dem, was bisher angebotene Dentalprodukte an Löchern in den Geldbeutel reissen. 

Die sehr kompakte Ringleuchte (12 LEDs, in zwei Helligkeitsstufen schaltbar,  sorgen für eine konstante und schattenfreie Beleuchtung)  wird mittels eines Schwanenhalses am Stativgewinde der Kompaktkamera befestigt und  bildet so eine Einheit mit dem Kameragehäuse.

 

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Blick über den Tellerrand (1): Das Volksrad

von Hans – Willi Herrmann

Zahnmedizin bedeutet mir viel.

Es ist Beruf.
Und Berufung.

Aber es kann nicht schaden, wenn man ab und zu mal über den Tellerrand der eigenen Profession hinausschaut und das soll auch dieser Blog immer mal wieder tun, so wie jetzt:

Was macht ein  ehemaliger VEB – Betrieb, der vor der Wende 100.000 Fahrräder pro Jahr  produziert hat, wenn er in der Folgezeit von einem Eigentümer zum nächsten weitergereicht und schließlich von einem US – Unternehmen aufgekauft und abgewickelt wird.

Im Falle einer Nordhäuser Fahrrad – Manufaktur das Unerwartete. Statt in Agonie zu verfallen und die regionalen Job – Center zu belagern, kommt es im Jahr 2007 zur Betriebsbesetzung durch die 130 Mitarbeiter und Entwicklung eines neuen Fahrrad – Modells in Eigenregie, dem „Strike Bike“.

Zwar war die Insolvenz nicht zu verhindern.
Aber mit verkleinerter Stammbelegschaft wurde 2008 die Strike Bike GmbH gegründet, deren neues „Volksrad“ bei einem Preis von 299 Euro ein sehr interessantes Angebot für all die Leute ist, welche ein ordentlich verarbeitetes und, was die Materialien angeht, grundsolides Fahrrad ohne viel Schnick Schnack suchen.

Weitere Modelle sind vorhanden oder in Vorbereitung. Ihnen allen gemeinsam ist die Nachhaltigkeit in der Fertigung (dies birgt die Hoffnung, das dieses Fahrad eine Langlebigkeit erfährt, wie es heutigen Produkten nur noch sehr selten vergönnt ist)  und das sehr gute Preis -Leistungs -Verhältnis.

Ich freue mich schon darauf, wenn mir das erste „Volksrad“ oder eines seiner Brüder über den Weg „fährt“.
Ich werde es auf der Stelle ausprobieren.

Kunstwerk Lentulo

von Hans – Willi Herrmann

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, die Produktion eines Lentulos (also einer Füllspirale, die  benutzt wird, um  pastenartige Materialien in Wurzelkanäle einzubringen) in Augenschein zu nehmen.

11 Jahre zuvor hatte ich schon einmal im Rahmen einer Werksführung den Entstehungsprozess dieses auf den ersten Blick unscheinbaren Instrumentes kennenlernen dürfen.
Schon damals hatte mich tief beeindruckt, welche Maßnahmen notwendig sind, ein solches Instrument herstellen zu können.

Besonders die Endkontrolle durch Mitarbeiterinnen hatte mich überrascht, weil ich den notwendigen intensiven, nicht auf Maschinen übertragbaren Kontrollprozess nicht erwartet hatte.

Ein Lentulo muss aufwändig von Hand nachbearbeitet, in Form gebracht werden. Es weist nämlich zunächst eine mehr oder weniger ausgeprägte Unwucht auf, die fast vollständig ausgemerzt werden muss, damit das Instrument die Endkontrolle besteht und in den Verkauf gelangen kann.

1997 wurde das Ausmerzen der Unwucht dahingehend angegangen, dass das Instrument in einen Motor eingespannt und dann, vom Motor in Rotation versetzt, durch leichten Fingerdruck ausgewuchtet wurde.

Das sah  nicht sonderlich schwer aus und es erschien mir folgerichtig, so zu verfahren.

Um so erstaunter war, ich, dass dieses Mal das Auswuchten nur durch manuelle Rotation durchgeführt wurde. Als ich die Mitarbeiterin darauf ansprach und ihr meine früheren Beobachtungen schilderte, lachte sie gleich und sagte: „Kenn ich, aber das geht mit unseren Lentulos nicht“.
Und in der Tat, auch wenn sich die Unterschiede dem bloßen Auge nicht einmal erschliessen, so sind besagte Lentulos der beiden Hersteller doch vollkommen  unterschiedlich konzipiert.

So wie im Rahmen der Evolutionsentwicklung unterschiedliche Organismen gleichartige Baubestandteile differenten Aufbaus entwickelt haben (es gibt zum Beispiel im Tier und Pflanzenreich, wenn ich es recht in Erinnerung habe, 11 vollkommen unterschiedliche Arten von Stacheln, aber das nur am Rande) so wurden hier zwei vollkommen unterschiedliche Arten der Lentulo – Produktion entwickelt.

Ob ich auch mal ausprobieren dürfe, ein Lentulo in seine endgültige Form zu bringen, fragte ich. „Ich möchte gerne bei Ihnen in die Lehre gehen“, sagte ich zur Mitarbeiterin, die vor dem Justagegerät saß.

Sie stimmte zu und lachte noch herzlicher als zuvor, wohlwissend, dass ich mich zum Narren machen würde.

1700 Instrumente sind das Tagesziel der erfahrenen Mitarbeiterin. Nach wenigen Minuten war klar, daran war nicht einmal annähernd zu denken. Ich überschlug kurz, dass ich gerade mal ein Viertel dessen heute würde erreichen können.

„Schneller, schneller“, sagte sie immer wieder.
„Zu langsam“ spornte sie mich an und lachte dabei, weil sie wusste, dass ich nicht nur heute, sondern auch die nächsten Tage nicht einmal annähernd an ihre Leistungen  würde heranreichen können.

„Wie lange machen Sie das schon ?“ fragte ich. 

„8 Jahre.“
„Und 34 Jahre bin ich in der Firma.  Also so alt wie sie sind“, sagte sie. Jetzt musste ich lachen, denn sie hatte mich gerade 11 Jahre jünger gemacht.

Lieber Zahnarzt, wenn du das nächste Mal ein Lentulo in die Hand nimmst. Betrachte es mit Ehrfurcht und mit Respekt vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dieses herstellen. Meine Anerkennung, die seit 1997 groß war, ist noch einmal gewachsen0093

Zugeschaut, mitgebaut: Der Feilenhalter

von Christian Danzl

Jeder, der schon mal eine Wurzelbehandlung an einem 6er oder 7er gemacht hat, kennt das Problem:

Manchmal heisst es: Sehen ODER Arbeiten. Denn Hände und Finger sind im Weg, zumindest aber im Sichtfeld, wenn man mit endodontischen Handinstrumenten arbeitet.

In solchen Fällen leistet ein  Micro-Opener von Maillefer gute Dienste. Er ähnelt in seiner Form einer zahnärztlichen Sonde, das gekröpfte Arbeitsteil entspricht einer K-Feile. Somit hat man beim Arbeiten keine Finger im Weg, die einem die  Sicht nehmen.

Allerdings gibt es den Micro-Opener nur in wenigen ausgewählten Größen. Soll die Feile dicker oder dünner, kürzer oder länger sein, oder besser ein Reamer oder eine Hedström – Feile, steht leider nichts Passendes zur Verfügung.

Eine Alternative ist der Eigenbau.

Curaden, Hersteller von Prophylaxe – Artikeln, bietet Halter für Interdentalbürstchen an.
In Alu, farbig eloxiert (UHS 411, 412, 413 „mono“ und mit zwei Arbeitsenden UHS 420 „duo“) oder Edelstahl (UHS 415 „mono“), um ca. 8,- bzw 13,- €.

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Diese haben noch eine kleine Bohrung zusätzlich zur Aufnahme der Curaden CPS-Bürstchen (Vorsicht nicht der grüne UHS 410 „mono“ und der Edelstahl UHS 415 „mono“!).

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Dort kann fast jede beliebige Hand-Feile eingeklemmt werden (Handgriff der Feile vorher entfernen). Der Kopf ist zwar dicker als beim Micro-Opener, aber dafür ist beim Eigenbau der Griff länger, stabiler, universeller und wiederverwendbar, was das Instrument auch wirtschaftlich interessant macht.

Klein aber fein…

von Oscar von Stetten

Beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop gilt die Devise: alles ist mini, der Aufwand aber maxi. Wer kennt nicht die Situation, man hat eine kleine zierliche Kavität eröffnet und dann keinerlei Instrumente zur Verfügung, mit denen man diese Kavität vernünftig füllen oder weiter bearbeiten könnte. Oder aber – die Sicht durch das Dentalmikroskop ist zwar hervorragend, man sieht noch Karies an der Schmelz-Dentingrenze, kann diese aber nicht erreichen und muss die Kavität grösser aufziehen, als es unter dem Gesichtspunkt der reinen Kariesentfernung her eigentlich notwendig gewesen wäre.

Ich habe mich in den letzten 12 Monaten zusehends über solche Unzulänglichkeiten  geärgert und war auf der Suche nach einem geeigneten Mikroinstrumentarium.

Loser Dental (Leverkusen)  hat Eagle-Instrumente im Angebot, die von der Grösse schon dem Gewünschten nahe kamen. Diese sind  dunkel mattiert (um unerwünschte Reflexionen mit der koaxialen Beleuchtung zu vermeiden). Leider sind  die Angulationen dieser Instrumente für bestimmte Situationen unzureichend. 

Auf der Fachdental 2008 in Stuttgart habe ich nun die Instrumente gefunden, die ich so lange vermisst habe: Hu-Friedy hat speziell für die mikroskopische Behandlung konzipierte Instrumente. Zwei grosse Trays voller Mikrokugelstopfer, Mikroexkavatoren, Mikroküretten etc. etc. Diese Instrumente gibt es in sehr vielen Angulationen, so dass man auch wie gewohnt mit dem Mikroskop „um die Ecke“ behandeln kann. Selbstverständlich sind diese Instrumente geschwärzt und vergütet.

Mein Rat für den Einsatz in der Praxis:  Der Preis macht eine vorsichtige Behandlung nötig, diese Instrumenten kauft man sich nicht jede Woche neu. Eine exakte Anleitung für die Assistentin zur Pflege ist wichtig, idealerweise auch eine Lupenbrille. Die Instrumente sind zwar für ihre Grösse stabil, dennoch als Mikroinstrumente sehr empfindlich.

 

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Teamwork

Einen Blog wie „Wurzelspitze“ der als langfristiges Projekt ausgelegt ist, kann man allein betreiben, aber man muss es nicht.
Aus vielen verschiedenen, ganz unterschiedlichen  Gründen macht es Sinn, mit Gleichgesinnten ein solches Unterfangen anzugehen.

Und deshalb wurde „Wurzelspitze“ von vorneherein als Konglomerat unterschiedlicher Autoren konzipiert, die Alle Eines gemeinsam haben: Ein  ausserordentliches Engagement, die Zahnmedizin im Allgemeinen und die Endodontie im Speziellen betreffend, langjährige berufliche Erfahrung, hohe Anerkennung und Wertschätzung in Fachkreisen und den Wunsch, Fachwissen an interessierte Kollegen weiterzugeben.

Über die Beiträge der ständigen Autoren hinaus wird es immer wieder Gastbeiträge von ebenfalls sehr engagierten Behandlern geben, die zusätzliche Akzente setzen und das Informationsspektrum auf eine noch breitere Basis stellen werden. Den Anfang macht im Anschluss  ein Beitrag von Oscar von Stetten über Mikro – Instrumentarien für substanzschonendes minimalinvasives Arbeiten.

Artikel einzelner Autoren lassen sich einfach aufsummieren.
Es gibt eine spezielle Rubrik „Autoren“, in der sich durch Anklicken des jeweiligen Namens die  Beiträge der einzelnen Redakteure auflisten lassen.
Und Gastbeiträge von  Rezensenten lassen sich durch Eingabe des Autorennamens im „Suche“ – Feld auffinden.

Bohrköpfe

von Olaf Löffler

 

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Seit dem konsequenten Einsatz des Dentalmikroskopes in der endodontischen Behandlung in meiner Praxis ist der 100prozentig optisch kontrollierbare Substanzabtrag zur Kanaleingangsdarstellung der wichtigste Bestandteil meiner  initialen Kanalerschließung geworden.

Im Zuge dessen habe ich die frustrierende Erfahrung gemacht, daß eine ultraschallgestützte Präparation in diesem Bereich teilweise wenig effizient ist. Daher nutze ich heute im Rahmen des Gestaltung der primären und sekundären Zugangskavität stattdessen häufig spezielle Rosenbohrer, die eine Reihe von Vorteilen gegenüber oszillierenden Abtragstechniken aufweisen. Nicht nur ist diese Vorgehensweise äußerst produktiv. Ein Einpressen von Spänen in vorhandene Hohlräume des Kanalsystems geben dem erfahrenen Behandler wichtige Hinweise auf mögliche verborgene zusätzliche  Wurzelkanalstrukturen.

Wichtig für den Einsatz ist die Verwendung von Bohrern mit einer große Schaftlänge von zumeist 31 -34 mm, um an dem Instrument gezielt vorbeischauen zu können. In solchen Fällen ist der Winkelstückkopf nicht mehr im Blickfeld und man kann gezielt am Instrumentenschaft vorbeiblicken und hat so jederzeit das Bohrfeld vollständig im Auge. Eine grazile, aber dennoch stabile und biegefeste Schaftgestaltung liefert noch mehr visuelle Freiräume.

Es gibt gegenwärtig nicht viele Anbieter solcher Instrumente. Ich nutze vorrangig die Bohrer der Firma Drux. Die bis zu 8mm kleinen Fräsköpfe zeigen sich äußerst standfest und sind daher empfehlenswert.
Die erhältlichen Größen sind 05,06,08,10,12. 

Schmerzkrokodil

 

Was sie im Bild sehen ist kein nostalgisches Weißblech – Kinderspielzeug, welches  spätestens seit den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts durch plastikbasierte asiatische  Billig – Varianten ersetzt und dann ganz aus den Kinderzimmern Zentraleuropas verschwunden ist.

Es ist ein „Schmerzkrokodil“.

Jeder Patient von uns, ob klein ob groß, jung oder alt, bekommt es  bei der zahnärztlichen Behandlung in die Hand gedrückt.
Mit der Aufforderung, sollte auch nur im Geringsten was weh tun, zu unangenehm sein, aber auch, falls der Patient ausspülen oder was sagen möchte, er das Schmerzkrokodil drücken soll.

Kinderkram, unnütze Spinnerei ?

Halten wir uns doch einmal vor Augen, wie es uns als Patient auf dem Zahnarztstuhl ergeht.

Hilflos, wie ein Käfer auf dem Rücken liegend, vier fremde Hände, Instrumente und Watterollen im Mund sind wir unfähig, uns über ein unverständliches Stammeln hinaus bemerkbar zu machen, wenn uns etwas „auf den Nerv“ geht.

Das Schmerzkrokodil – mit lautem Knacken – gibt  jedem Patienten die Möglichkeit, dieses Kommunikationsdefizit jederzeit, unmittelbar und nachhaltig zu durchbrechen.

Ein Knack.
Und die Behandlung wird sofort gestoppt und wir schauen, wie wir dem Patienten helfen können.

Seit 1993 arbeiten wir in unserer Praxis mit diesem Kinderspielzeug. Mit extrem hoher Akzeptanz.

Nur ganz ganz selten in all den Jahren kam es vor, dass ein Patient dieses als nicht notwendig abtat.

Fast immer sind die Patienten, gleich ob jung und alt, sehr froh, aus ihrer Hilflosigkeit selbstständig sich jederzeit befreien zu können.

Das entspannt. Lockert. Baut Ängste ab. Verhindert Schweiß auf Händen und Stirn. 
Mittlerweile kommen  nicht wenige  hochgradige Zahnarztphobiepatienten ohne Angst zu uns. Sie sagen teilweise sogar, sie kommen jetzt gerne zum Zahnarzt, was ich für eine leichte Übertreibung halte. Sie wollen nett zu uns sein, weil wir nett zu Ihnen sind, aber machen wir uns nichts vor, wenn da nicht was Wahres dran wäre, dann käme dieser Spruch nicht über deren Lippen.

Auch eine Reihe von Zahnärzten nutzt mittlerweile das Schmerzkrokodil in der eigenen Praxis und sogar in der zahnmedizinischen Fachliteratur (E. Schäfer: Die Therapie endodontischer Notfälle) hat das Schmerzkrokodil Erwähnung gefunden.

Zu den Krokodilen sind im Laufe der Zeit Schmerz – Enten, Hundeknacker (sehr laut), Plastikfrösche (die nichts taugen) hinzugekommen.

Die Krokodile funktionieren interessanterweise am besten, halten am längsten.

Wenn Sie die Idee einmal ausprobieren wollen, würde ich mit einem Schmerzkrokodil anfangen.

Viel Spass. Ihre Patienten werden es zu schätzen wissen. Und es Ihnen danken.

Scharfe Fotos

Woran erkennt man eigentlich ein scharfes Foto ?

Nein, liebe Sexmaniacs, hier geht es nicht um nacktes Fleisch auf Celluloid (oder digitale Speicherkarten) gebannt, es geht um die zahnärztliche Fotografie unter Zuhilfenahme eines Dentalmikroskopes.

Es geht um Wurzelkanäle oder andere winzige Strukturen innerhalb eines Zahnes. Und das Tolle an den seit Anfang der Neunziger Jahre in der Zahnmedizin zur Verfügung stehenden Operationsmikroskopen ist, dass diese Strukturen nicht nur dem Behandler sichtbar gemacht werden können. Mit Hilfe in das Mikroskop integrierter Video- oder Fotokameras kann auch der Patient sich ein sprichwörtliches Bild vom Gegenstand der Behandlung machen.

Allerdings ist auch in der Mikroskopfotografie mit den gleichen prinzipbedingten Widrigkeiten zu kämpfen, die in der normalen Objektfotografie kleiner Gegenstände, der Makrofotografie, vorhanden sind.

Auf Grund der vorhandenen geringen Schärfentiefe und dem durch die Vergrößerung bedingten hohen Lichtbedarfs kommt es in einer Reihe von Fällen zu unscharfen Fotos.

In der künstlerischen Fotografie kann Unschärfe als gezieltes Gestaltungsmittel gewünscht und von Vorteil sein. In der Dentalfotografie ist es das nicht. Hier ist das Ziel, ein knackscharfes Foto zu erzielen.

Wann aber ist ein Bild unscharf ?

Eine scheinbar banale Frage, jedoch offenbart eine genauere Betrachtung, dass es nicht eine, sondern vielmehr zwei Ursachen für unscharfe Bilder gibt.

Zum einen eine optische bedingte Unschärfe.  Entweder ist die Kamera mangels adäquater optischer Abbildungsqualität nicht in der Lage, scharf abzubilden oder das zu fotografierende Objekt befindet sich ausserhalb des Schärfebereich der Kamera.

Zum anderen kommt es zu einer bewegungsbedingten Unschärfe, sofern Kamera und/oder Objekt sich während der Aufnahme bewegen. Dieses Phänomen ist landläufig als „Verwackeln“ bekannt.

Beide Phänomene können auftreten im Rahmen der Fotografie über das Dentalmikroskop, getrennt voneinander oder in Kombination.

Anbei ein paar Fotos zur Verdeutlichung:

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Diese Fotos zeigen ein Objekt im apikalen Drittel eines Wurzelkanals bei hoher Vergrößerung. Ein kleiner Punkt im oberen Bereich des linken Wurzelkanals zeigt an, dass diese Aufnahme trotz schwieriger Aufnahmebedingungen scharf und trotz langer Belichtungsdauer nicht verwackelt ist. Im Bild sichtbare Unschärfen beruhen auf optischen Unzulänglichkeiten der Kamera -Mikroskop – Konstruktion (bzw. auf der starken Kompression und Verkleinerung dieser Aufnahmen, um möglichst kurze Ladezeiten zu gewährleisten).

Auch das nachfolgende Bild erscheint scharf. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es sich bei den Lichtreflexen nicht um kleine Punkte, sondern um minimale Linien handelt, die von links oben schräg nach rechts unten verlaufen. Dieses Bild ist optimal fokusiert, jedoch minimal verwackelt, auch wenn die Verwacklung noch so gering ist, dass sie tolerierbar erscheint und den positiven Gesamteindruck nicht schmälert.

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Bei diesem Bild sind eindeutig linienförmige Lichtreflexe zu erkennen, die alle in die gleiche Richtung zeigen.
Das Bild ist verwackelt.

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45. Herbsttagung ZAAK in Siegen

Die 45. Herbsttagung des Zahnärztlichen Arbeitskreises Siegen e.V. widmet sich am 07. und 08.11.2008 ganz dem Thema Endodontie.

Unter dem Titel:
Zahnerhaltung durch Endodontie – ganz einfach?!

geht es an 2 Tagen  um Themen wie  Diagnostik und Therapie endodontischer Schmerzfälle, Möglichkeiten der Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge, Prinzipien und Techniken der Wurzelkanalpräparation, Desinfektion des endodontischen Systems, Röntgen in der Endodontie und Techniken der Wurzelkanalobturation oder  Revisionen endodontischer Misserfolge.

Alles in allem zumindest vom Vortragsangebot ein guter Überblick und Einstieg für all diejenigen, die sich mit moderner Endodontie vertraut machen wollen (Endo – Fortgeschrittene kommen vermutlich jedoch besser bei der DG Endo -Jahrestagung in Stuttgart am 21. und 22. November 2008 auf ihre Kosten).

Die Tagungsgebühren in Siegen sind moderat und Studenten der Zahnmedizin haben sogar freien Eintritt.

Das finde ich lobenswert, ebenso wie das generelle Fortbildungsangebot des Arbeitskreises, dass Monat für Monat renommierte Referenten zu aktuelle Themen aufweisen kann. Ganz ehrlich,  bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung, wo Siegen genau liegt (irgendwo im Sauerland, dachte ich, was nicht ganz stimmt, das Sauerland beginnt erst nördlich von Siegen, wie ich nun weiss) und wie groß es ist.
Mit einem solchen Fortbildungsangebot habe ich nicht gerechnet.
Ich wollte, so etwas gäbe es bei uns in der Gegend.

Ich bin gespannt, was einen in Siegen erwartet.

Jede noch so lange Reise…

… beginnt mit einen einzigen Schritt.

Sagt ein altes chinesisches Sprichwort.

Klingt banal, ist aber viel Wahres dran.

Und es gibt einen (lustigen) Hollywood – Film mit Bill Murray (das wäre dann die zeitgemäße Sprichwortvariante), in welchem  dieser seinen Psychologen in den Urlaub verfolgt und in den Wahnsinn treibt.  Eines der Schlagworte dieses Films sind „Babyschritte“. Babyschritte, die der Psychologe seinem Patienten nahelegt, um zum Ziel zu kommen.

Und um genau solche Sachen geht es hier.

Dies ist der erste von hoffentlich vielen Schritten, vielen Artikeln und Beiträgen rund um die Endodontie.

Endodontie – das ist das, was man im Volksmund als Wurzelkanalbehandlung kennt. Und – um es gleich vorwegzunehmen, die Wurzelkanalbehandlung hat sich enorm verändert in den letzten 5,10,15 Jahren. Sie ist mit dem, was als Horrorszenario noch in den Köpfen der Patienten umherspukt, nicht mehr zu vergleichen. 

Und auch wenn jeder dieser Blog – Beiträge nur einen einzigen Babyschritt darstellt, so ist meine begründete Hoffnung, dass viele dieser Schritte  – allein oder in ihrer Gesamtheit – den interessierten Leser, ganz gleich ob Behandler oder Patient, voranbringen.

Von Nutzen sein werden.

In diesem Sinne. 

Gehen wir los.

Ihr H.W. Herrmann